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Full text of "Historische Vierteljahrschrift"

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HISTORISCHE 

V^IERTELJAHßSCHRTPT 


HEBAÜSGEOEBEN  TON 


Db.  oebhabd  seelioeb 

O.  FB0PB880B    AH    DER   UnYBBSITÄT   LKIPZIO 


V.  JAHRGANG  1902 


NEUE  FOLGE  DEB 
DEUTSCHEN  ZEITSGHBIFT  FÜB   GESCHICHTSWISSENSCHAFT 


DBB  OAMZEN  FOLGE  DKEIZEHHTBB  JAHBOAMO 


LEIPZIG 

DBÜCE  UND  YEBLA6  VON  B.  6.  TEUBNEB 

1902 


ALLE  BBOHTS, 
KIN80HLIE8ZLI0H  DBS  OBBESSTZUHaCaUBOHTS,  VOBBKH ALTEN 


Inhalt 

des  fünften  Jahrgangs  1902. 


AufB&tae. 

Seite 

Bremer,  Otto,  Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte    ....  316 
Werner,  H.,  üeber  den  Verfasser  und  den  Qeist  der  sog.  Reforma- 
tion des  Kaisers  Sigmund  . 467 

Götze,  Alfred,  Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1626  kritisch  hrsg..  .  1 
Hüffer,  Herrn.,  Der  Feldzug  der  Engländer  und  Russen  in  Holland 

im  Herbst  1799  und  die  Stellung  Preussens 161.     347.  628 

Roloff,  G.,  Zur  Napoleonischen  Politik  von  1803—1806 487 

Kaufmann,  G.,  Beiträge  zur  Geschichte  des  Jahres  1848 604 

Räch  fahl,    Felix,    Zur  Beurteilung  König  Friedrich   Wilhelm   IV. 

und  der  Berliner  Märzrevolution 196 

PoBchinger,  Heinr.  v.,  Handschriften  des  Geh.  Leg.-Rats  Kupfer 

fiber  die  deutsche  Frage  1849  und  1860  hrsg 34 

Ulmann,  Heinr.,  Kritische  Streifzüge  in  Bismarcks  Memoiren  ...  48 

Kleine  Mitteiliine^en, 

Lippert,  W. ,  Neue  Archiv! itteratur 137 

Bailleu,  P  ,  Das  archivalische  Provenienzprinzip 433 

Schmidt,  Ludw.,  Zur  Germania  des  Ptolemäus  und  zur  Frage  nach 

den  Wohnsitzen  der  Cherusker  und  Hermunduren 79 

Lohmeyer,  Karl,  Die  Litteratur  des  Jahres  1901  zur  Geschichte  Alt- 

preussens 443 

Caro,  G.,  Städtische  Erbleihe  zur  E[arolingerzeit 387 

Heydenreich,  E.,  Eine  Urkunde  für  Fulda  vom  30.  Aug.  834  ..    .  390 

Tangl,  M.,  Urkunde  für  Fulda  vom  80.  Aug.  834 627 

Caro,  G.,  Zum  ersten  Strassburger  Stadtrecht 230 

Götz,  Walter,  Zur  Franciscus-Litteratur 291 

Caro,  G.,  Eine  venezianische  Gesandteninstruktion  vom  J.  1270.  .  .  618 
Kohfeldt,    Die   Vaterunser -Erklärung    des    Herzogs   Albrecht    von 

Preussen 127 

Hüffer,  H.,  Nachträgliche  Bemerkungen  zum  Feldzug  der  Engländer 

und  Russen  in  Holland 623 

Fester,  Richard,  Zu  Bismarcks  Olmützrede 232 

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rV  Inhalt. 

Bespreohungen.  ^^^ 

Adlcrsfeld-Ballestrem,  Eufemia  y.,  Ahnentafeln  zur  Geschichte 

europäischer  Dynastien  (Weckou) 661 

Aktenstücke  z.  G.  d.  Koalition ▼.  1814  hrsg.  v.  Demelitsch  (Ulmann)  181 

Analecta  Argentinensia  (Kaiser) 160 

An  dl  er,  Le  prince  de  Bismarck  (Brandenburg) 488 

Anthony    yon    Siegenfeld,    Das    Landeswappen    der    Steiermark 

((iritzner) 664 

Aulard,  Histoire  politique  de  la  B^volution  Fran9aise  (Wahl).    .    .    .  416 

Bachmann,  Geschichte  Böhmens  Bd.  I  (Spangenberg) 91 

Bär,  Geschichte  des  kgl.  Staatsarchivs  zu  Hannover  (Lipi>ert)  ....  139 
Bär,  Uebersicht  üb.  d.  Bestände  des  kgl.  Staatsarchivs  zu  Hannover 

(Lippert) 139 

Bahrfeldt,  Münzen-  und  Medaillensammlung  in  Marienburg  (Lohmeyer)  464 

Barine,  St.  Frangois  d^Assise  (Goetz) 298 

Barthold,  Zur  Geschichte  des  Christentums  in  Mittelasien  (Soerensen)  868 

Bauch,  Anfänge  des  Humanismus  in  Ingolstadt  (Joachimsohn)  ....  669 
Bergmann,  Geschichte  der  ostpreuss.  Stände  und  Steuern  1688—1709 

(Lohmeyer) 461 

Beyerle,  Belagerung  von  Eonstanz  (Krebs) 276 

Biedermann,  Deutsche  Volks-  imd  Kulturgeschichte  (Buchholz)  .    .    .  297 

Binder,  Hegemonie  der  Prager  im  Husitenkriege  (Herro) 308 

Birnbaum,  Was  hat  die  jüd.  Gemeinde  Königsbergs  Friedrich  I.  zu 

danken?  (Lohmeyer) 462 

Bitterauf,  Kurbayrische  Politik  im  siebenj.  Kriege  (KOntzel)  ....  416 
Bloch,  L. ,  Die  ständischen  und  sozialen  Kämpfe  in  der  römischen 

Republik  (Komemanu) 234 

Bonolis,  La  giurisdizione  della  mercanzia  in  Firenze  (Deren)  ....  260 
Brandt,  v..  Droit  et  coutumes  des  populations  rurales  de  la  Franc« 

en  mati^re  successorale  (Holtzmann) 306 

Briefwechsel  König  Friedrichs  I.  von  Preussen  und  seiner  Familie 

hrsg.  von  Berner  (Loewe) 682 

Brunner,  G.,  Geschichte  der  Reformation  von  Waldsassen  (Maller)    .  160 

Brunner,  H.,  Grundzüge  der  deutschen  Rechtsgeschichte  (Rosenthal).  88 
Brunner,      K.,      Inventare     des     Badischen      Generallandesarchivs 

(Lippert) 141 

Brunner,  K.,  Pflege  der  Heimatsgeschichte  in  Baden  (Werminghoff)    .  148 

Burne,  Essays  in  historical  criticism  (Salomon) 428 

Gappelli,  Dizionario  di  Abbreviature 267 

Garo,  Genua  imd  die  Mächte  am  Mittelmeer  1267—1311  (Hampo)  .    .  398 

Casabianca,  Le  mura  di  Brolio  (Davidson) 430 

Casabianca,  Un'  awenturiere  a  Brolio  nel  secolo  XV  (Davidson)  .    .  431 

Chronique  Artdsienne  publ.  p.  Funck-Brentano  (Fris) 636 

Giemen,  Beiträge  zur  Reformationsgeschichte  (Berger) 671 

Delbrück,  Geschichte  der  Kriegskunst  H,  1  (Fnchs) 628 

Delgy,  Legende  von  der  hl.  Ursula  in  der  Kölner  Malerschule  (Becker)  301 


Inhalt.  V 

Seite 

Diehl,  Justinien  et  la  civilisation  bjzantine  aa  VI®  si^le  (Strzygrowski)  245 

Dahr,  Jesuiten  an  deutschen  Fürstenhöfen  d.  16.  Jhs.  (Loserth)  .    .    .  408 

Egloffstein,  v.,  Bayerns  Friedenspolitik  1646 — 47.  (Branner)  ....  411 

Ehrenberg,  Die  Schlosskirche  zu  Königsberg  (Lohmeyer) 467 

Fester,  Beiträ.ge  zur  Greschichte  der  Universität  Erlangen  (Haakc)  .    .  153 
Flach,  Etudes  sur  les  origines  et  les  vicissitudes  historiqnes  de  Thabi- 

tation  en  France 88 

Franciscus   Bartholus,    Tractatus   de  Indulgentia   S.  Mariae  de 

Portiuncula  ed.  Sabatier  (Götz) 292 

Frejstedt,  Karoline  ▼.,  Erinnerungen  aus  dem  Hofleben  hrsg.  v. 

Obser  (Roloff) 304 

Friedrich,    Grossherzog    von    Baden,    Reden    und    Kundgebungen 

(Brandenburg) 277 

Frost,  Der  Dom  zu  Königsberg  (Lobmeyer) 466 

Gamurrini,  Alcuni  versi  volgari  di  S.  Francesco  (Ooetz) 298 

Gebhardt,  Handbuch  der  deutschen  Geschichte.  2.  Aufl.  (Brandenburg)  460 

Giannoni,  Historischer  Atlas  der  österr.  Alpenländer  (Seeliger)  ...  267 

Gmelin,  Hällische  Geschichte  (Brunner) 269 

Goldmann,  Danziger  Yerfassungskämpfe  (Immich  n.  Lohmeyer).    .  152.  448 
Gritzner,    Symbole    und    Wappen    des    alten    deutschen  Reiches 

(Erben) 662 

Haase,  Die  Königskrönungen  in  Oberitalien  (Hollmann) 149 

Hashagen,  Otto  von  Freising  als  Geschichtsphilosoph  (Mirbt).    .     .    .  666 

Hegler,  Sebastian  Francks  Paraphrase  (Giemen) 274 

Hellmann,  Die  Grafen  von  Sayoyen  und  das  Reich  (Kiener)    ....  395 

Hertling,  v.,  Augustin  (Böhmer) 629 

Heydenreich,  Das  Archiv  der  Stadt  Mühlhausen  i.  Th.  (Lippert)  .    .  144 

Heydenreich,  Die  Bedeutung  der  Stadtarchive  (Lippert) 144 

Hille,  Uebersicht  üb.  d.  Bestände  d.  kgl.  Staatsarchivs  zu  Schleswig 

(Lippert) 140 

Holzhauien,  Der  Urgrossväter  Jahrhundertfeier  (Witkowski) 572 

Jansen  Enikels  Werke  hrsg.  v.  Strauch  (Schönbach) 95 

Ilwof,  Der  Protestantismus  in  Steiermark  (Müller) 308 

Ilwof,  Der  provisorische  Landtag  von  Steiermark  1848  (Weber)  .    .    .  432 
Johannis     Codagnelli     Annales     Piacentini     von     Holder-Egger 

(Caro) 271 

Johannes  de  Geylnhusen,  Collectarius  perpetuarum  formarum  ed. 

Kaiser  (Lechner) 130 

Kaindl,  Studien  zu  den  ungarischen  Geschichtsquellen  (Mangold)    .    .  247 

Klaje,  Einfall  des  Krockow  in  Hinterpommem  (Schulz) 162 

Kogler,  Landesfürstliches  Steuerwesen  in  Tirol  (t.  Voltelini) 566 

Kos  er,  König  Friedrich  der  Grosse  Bd.  I,  1 120 

Kos  er,  Stand  der  archivalischen  Forschung  in  Preussen  (Lippert)    .    .  137 

Krauel,  Prinz  Heinrich  in  Paris  1784  (Schmitt) 153 

Kraus,  Cavour  (Götz) 154 

Labruzzi,  La  monarchia  di  Savoia  (Hellmann) 268 


VI  Inhalt. 

Seit« 

Landmann,  Das  Predigtwesen  in  Westfalen  (Haupt) 114 

Langer,  Das  K.  und  K.  Kriegsarchiv  (Lippert) 146 

Lempp,  Prfere  filie  de  Cortone  (Goeti) 293 

Leo,  Schlacht  bei  Nördlingen  1634  (Krebs) 262 

L  er  seh,  Einleitung  in  die  Chronologie  2.  Aufl.  (Sello) 560 

Lucanus,  Preussens  uralter  und  jetziger  Zustand  hrsg.  v.  Maczkowski 

(Lohmeyer) 443 

Loebell,    v.,  Ehrendenkmal   für    die   Verteidiger  von  Danzig   1807 

(Lohmeyer) 462 

Lübeck,    Beichseinteilung    und    kirchliche   Hierarchie    des    Orients 

(Schnitze) 392 

Manstein,  v.,  Chronik  des  Geschlechtes  von  Manstein  (Lohmeyer)  .    .  458 

Mautouchet,  Le  Convcntionnel  Philippeaux  (Wnas) 420 

M^langes  de  litt^rature  et  d'histoire  religieuses  pour  le  Mgr.  de  Ca- 

bri^res  (Böhmer) 147 

Meli,  Die  Anfänge  der  Bauernbefreiung  in  Steiermark  (Ludwig)  ...  413 
Mitzschke,  Wegweiser  durch  die  historischen  Archive  Thüringens 

(Lippert) 143 

Monte  dei  Paschi  di  Siena  (Doren) 151 

Mut  her,    Geschichte   der   ev.    Burgkirchengemeinde    zu    Königsberg 

(Lohmeyer) 466 

Neu  mann,  Die  Grundherrschaft  der  römischen  Republik  (Kornemann).  86 

Osten,  V.  d.,  Geschichte  des  Landes  Wursten  (Reibstei») 297 

Osten-Sacken,  v.  d..  Der  Feldzug  1812  (PfiBter) 422 

Paulus,  Johann  Tetzel  der  Ablassprediger  (Borger) 256 

Petersdorf f,  ▼.,  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  (Brandenburg)     ....  573 

Pfülf,  Hermann  von  Mallinkrodt  (Kauftuann) 424 

Poggiolini,  Ammiratori  e  giudici  della  Rivoluzione  Francese  (Wahl)  304 

Postina,  Eberhard  Billick  (MüUer) 274 

Privilegiebref,  Stockholms  stads,  hrsg.  v.  Hildebrand  (Schybergson) .  463 

Quellenbuch  zur  Schweizergeschichte  hrsg.  v.  Oechsli  (Thommen)  .    .  579 

Babenlechner,  Der  Bauernkrieg  in  Steiermark  (Stolze) 406 

Bach  fahl,  Deutschland,  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  und  die  Ber- 
liner Märzrevolution  (Oncken) 539 

Regula   antiqua   fratrum   et    sororum   de   Paenitentia   ed.    Sabatier 

(Gootz) 292 

Reinhard,  Die  wichtigsten  deutschen  Seehandelsstädte  (Daenell)     .    .  583 

Rendtorff,  Die  Schleswig-holsteinischen  Schulordnungen  (Müller)  .    .  571 

Reuss,  L'Alsace  au  XVU«  siöcle  (v.  Borries) 269 

Rohde,  Das  kgl.  Waisenhaus  in  Königsberg  (Lobmeyer) 458 

Sahm,  Geschichte  der  Stadt  Creuzberg  (Lohmeycr) 270 

Sabatier,  Description  du  Manuscrit  Franciscain  de  Liegnitz  (Goctz) .  292 

Salvemini,  Studi  storici  (Doren) 298 

Schaer,  Die  altdeutschen  Fechter  und  Spielleute  (Brunner) 128 

Schaff,  Zur  Geschichte  der  Königsberger  Kriegsschuld  (Lohmoyer)  .    .  453 

Scheffer,  Die  preussische  Publizistik  1859  (Kaafmann) 558 


Inhalt.  Vn 

Seite 
Schickert,   Wasserwege   und   Deich wesen   in   der   Memelniedenmg 

(Lohmeyer) 668 

Schlichting,  v.,  Moltke  und  Benedek  (Schmitt) 123 

Schmid,  0.,  Musik  am  sächsischen  Hofe  (Lippert) 276 

Schmidt,  P.,  Die  St.  Trinitatiskirche  zu  Danzig  (Lohmeyer) 467 

Sebreuer,  Untersuchungen  zur  Yerfassungsgeschichte  der  böhmischen 

Sagenzeit  (Spangenbergr) 679 

Schütte,   Der  Apenninenpass  des  Monte  Bardone  und  die  deutschen 

Kaiser  (Caro) 461 

Seignobos,    Gh.,    La   m^thode   historique   appliqu^e    aux    sciences 

sociales  (Bernheim) 236 

Seraphim,  Eine  Schwester  des  grossen  Kurfürsten  (Haake) 131 

Spangenberg,  Beiti^ge  zur  älteren  Yerfassungs-  und  Yerwaltungs- 

geschichte  des  Fürstentums  Osnabrück  (Rietschel) 429 

Stadtbücher,  Züricher,  hrsg.  v.  Zeller -Werdmüller  (Keutgon) .    .    .  272 

Statuts  d'Hötels-Dieu  et  de  L^proseries  publ.  p.  LeGrand  (Gratzmacher)  1 29 
Steenstrup,  Danemarks  Sydgraense  og  Herredömmet  over  Holsten 

(Daenell) 632 

Steenstrup,  Yendeme  og  de  Danske  f5r  Yaldemar  den  Stores  Tid 

(Daenell) 632 

Stouff,    Les    comtes    de    Bourgogne    et    leurs    villes    domaniales 

(Pirenne) 481 

Stouff,  Les  origines  de  Tannexion  de  la  Haut-Alsace  a  la  Bourgogne 

1469  (v.  Borries) 402 

Ulbrichs,  Die  Wallfahrtskirche  in  Heiligelinde  (Lohmeyer) 467 

Urkunden,  Yatikanische,  und  Regesten  zur  Geschichte  Lothringens 

bearb.  v.  Sauerland  (Kaiser) 299 

ürkundenbuch  der  Stadt  Budweis  bearb.  v.  Kögl  (Bretholz)  ....  272 

Urkundenbuch,  Hansisches,  Bd.  Y  und  YTH  (Daenell) 263 

ürkundenbuch  der  Stadt  und  Landschaft  Zürich.   Bd.  Y  bearb.  ▼. 

Escher  und  Schweizer  (CartoUieri) 429 

Yarenius,  Gustav  Adolfs  schwedischer  Nationalstaat  (Schulz)  ....  276 
Yigener,   Bezeichnungen   für  Yolk  und   Land    der  Deutschen    vom 

10—13.  Jh.  (Wretschko) 663 

Wagen  er,  Studien  zur  Geschichte  einer  Königsberger  Buchdruckerei 

(Lohmeyer) 468 

Weichardt,  Das  Schloss  des  Tiberius  auf  Capri  (Schneider) 296 

Weissenborn,  Die  Eibzölle  und  Eibstapelplätze  (Daenell) 129 

Wendland,  Yersuche  einer  allgemeinen  Yolksbewafinung  in  Süd- 
deutschland 1791—94  (Oncken) 306 

Werner,  H.,  Die  Flugschrift  Onus  Ecclesiae  (Berger) 278 

Wieg  and,  Zur  Geschichte  des  Hohkönigsburg  (v.  Borries) 249 

Wieland,  Ausflug  ins  altchristliche  Afrika  (Boehmer) 661 

Wittenborg,   Herm.    und   Job.,   Handlungsbuch   hrsg.    v.    Mollwo 

(DaeneU) 300 

Woltmann,  Der  historische  Materialismus  (Brandenhorgr) 239 


Vin  Inhalt. 

Naohriohten  imd  Notiaen. 

Historische  Kommissionen,  Gesellschaften,  Vereine,  Institute: 
Centraldirektion  der  Monumenta  Germaniae  Historica  436.  Hansischer 
Geschichtsverein  438.  Thüringisch -Sächsischer  Geschichtsverein  584. 
Gesellschaft  für  Rheinische  Geschichtskunde  464.  Int4?mationaler  Histo- 
rikerkongress  686.  Badische  Historische  Kommission  166.  Historische  — 
bei  der  K.  Bayerischen  Akademie  d.  W.  473.  Historische  —  für  Hessen 
und  Waldeck  437.  Historische  —  für  die  Provinz  Sachsen  und  das 
Herzogtum  Anhalt  437.  Königlich  Sächsische  —  für  Geschichte  156. 
Thüringische  Historische  —  466.  Württembergische  —  für  Landes - 
geschichte  155  und  585.  Internationaler  Kunsthistorikerkongress  586. 
Grossherzoglich  Badnisches  Landesarchiv  673.  Soci($t<$  Internationale 
d'fitudes  Franciscaines  464.  Versammlung  deutscher  Philologen  und 
Schulmänner  573. 

Zeitschriften:  Kirchenrechtliche  Abhandlungen  584.  Deutsche  Arbeit 
307.  Bibliothek  sächsischer  Geschichte  und  Landeskunde  584.  Ge- 
schichtsblätter des  Geschichtsvereins  für  Waldeck  und  Pyrmont  308. 
Obwalder  Geschichtsblätter  155.  Hohenzollemjahrbuch  580.  Nautikus 
155.  American  Historical  Review  434.  English  Historical  Review  435. 
Revue  d'Histoire  Moderne  et  Contemporaine  308.  Politisch -Anthropo- 
logische Revue  307.  Deutsche  Revue  132.  Transactions  of  the  Royal 
Historical  Society  436.  Vierteljahrschrift  für  wissenschaftliche  Philo- 
sophie und  Sociologie  307.  Basler  Zeitschrift  für  Geschichte  imd  Alter- 
tumskunde 463. 

Preisaufgaben:  157. 

Personalien:  132.  158.  158.  278.  309.  439.  465.  574.  585. 

Todesfälle:  Abraham  158.  Acton  577.  Aegidi  133.  Beer  440.  Brandl 
158.  Büdinger  441.  Bürcklein  440.  Creighton  439.  Dümmler  587. 
Fiske  440  Flasch  159.  Gardiner  575.  Gengler  133.  Germann  278. 
Gritzner  466.  Harless  466.  Hegel  133.  Jörg  133.  Kaltenbrunner  578. 
Keuffer  466.  Kirchhoff  677.  Köberiein  278.  Köstlin  440.  Kraus  159. 
Martens  310.  Maurer  589.  Hugo  von  Meyer  440.  Müntz  588.  Paoli 
278.  Scheffer-Boichorst  280.  Schiller  465.  Stubbs  439.  Svoboda  440. 
Temple  810.  Tiele  169.  Tigerstedt  310.  Tollin  440.  Wanka  Edler 
von  Rodlow  577.     Wehofer  278.     Zangemeister  465. 

Bibliographie  zur  deutschen  Geschichte  bearb.  von  Mas  slow. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1525. 

Kritisch  herausgegeben 

von  Alfired  GStze. 

Von  den  zwölf  Artikeln  der  Bauern  sind  1525  mindestens 
dreiundzwanzig  Drucke  erschienen,  ausserdem  ist  der  Text  in  sieben, 
z.  T.  allerdings  unvoUständigen  Abschriften  auf  uns  gekommen.  Eine 
Ausgabe,  die  in  diese  Ueberlieferung  Ordnung  brächte  und  den 
ursprünglichen  Text  feststellte,  giebt  es  seltsamer  Weise  noch 
nicht,  obgleich  der  Text  fOnfzehnmal  abgedruckt  worden  ist.  Und 
doch  ist  eine  Reihe  auch  rein  historischer  Fragen,  wenn  überhaupt, 
so  nur  mit  Hilfe  einer  kritischen  Ausgabe  der  Artikel  lösbar. 

Durch  die  unten  gegebene  Vergleichung  der  verschiedenen 
Texte  wird  der  von  Stern*  sogenannte  Text  M  als  unmittelbare 
oder  mittelbare  Vorlage  aller  bekannten  Texte  erkannt.  Nach 
Ausweis  der  Typen  stammt  dieser  Druck  von  Benatus  Beck  in 
Strassburg,  damit  vrird  aber  die  Entstehung  der  zwölf  Artikel 
etwas  früher  angesetzt  werden  müssen,  als  man  bisher  that.  Es 
ist  ja  sicher,  dass  die  zwölf  Artikel  in  Oberschwaben,  höchst 
wahrscheinlich,  dass  sie  in  Memmingen  entstanden  sind.  Hier 
hätte  man,  wenn  die  Zeit  knapp  war,  wenn  z.  B.  die  zwölf  Artikel 
als  Programm  für  die  christliche  Vereinigung  gebraucht  wurden, 
das  entfernte  Strassburg  kaum  zum  Druckort  gewählt,  denn  schon 
der  Transport  des  Manuskripts  dahin  und  der  Auflage  zurück 
dauerte  eine  Woche  länger  als  etwa  der  Transport  nach  Ulm. 
Wenn  wir  die  Memminger  Eingabe,  die  in  der  Woche  nach 
Freitag,  dem  24.  Februar  1523  entstanden  ist,  als  früheste  Be- 
nutzung der  zwölf  Artikel  betrachten,  müssen  sie  mindestens  in 
der  zweiten  Februarwoche  im  Manuskript  vollendet  gewesen  ißin. 

^  lieber  die  zwölf  Artikel  der  Bauern,  Anhang. 

HistoT.  Vittrt«\j«linohrift  1902.  1.  1 


2  Alfred  Götze. 

Die  Drucke  selbst  sagen  über  die  Zeit  ihrer  Entstehung  so 
gut  wie  nichts^  nur  G'DIK  tragen  die  Jahreszahl  1525  auf  dem 
Titel,  ein  anscheinend  verschollener  Text  P  am  Ende  den  Eintrag: 
Anno  1525.  des  Monadts  Marcii.  Am  19.  März  wurden  die  zwölf 
Artikel  auf  dem  Markte  in  Ulm  feilgeboten.  Am  24.  März  ver- 
bot Herzog  Wilhelm  in  München  ihren  Verkauf.  Text  M  ist  älter 
als  alle  übrigen  Drucke,  Z  älter  als  X,  E  älter  als  A,  S  älter 
als  T,  F  älter  als  G  und  R,  N  älter  als  0,  Y  älter  als  B  und  1 
älter  als  K.  Es  ist  durchaus  unwahrscheinlich,  dass  einer  der 
Drucke  später  als  im  Mai  1525  entstanden  ist,  denn  wer  sollte 
nach  der  Niederwerfung  der  Bauern  ihre  Artikel  kaufen? 

Die  mühsame  Arbeit,  die  an  die  Ermittlung  der  übrigen 
Drucker  der  zwölf  Artikel  gewendet  worden  ist,  wird  nicht 
umsonst  gethan  sein,  denn  daraus  kann  mannichfach,  ich  weise 
namentlich  auf  die  starke  Beteiligung  Nürnbergs  und  Strassburgs, 
die  Verbreitung  bäuerlicher  Sympathien,  vielleicht  auch  ihre  Ver- 
knüpfung mit  täuferischen  Regungen,  erkannt,  mancher  Drucker 
imher  charakterisiert  werden,  endlich  ist  auch  sprachlich  die  Ver- 
folgung eines  kurzen  Textes  durch  alle  wichtigeren  Druckstätten 
Ober-  und  Mitteldeutschlands  nicht  ohne  Interesse.  Wo  bei  der 
Aufführung  der  Texte  eine  Angabe  über  den  Drucker  fehlt,  ist 
dieser  mit  meinen  Hilfsmitteln  nicht  festzustellen  gewesen.  Hierin 
wie  in  den  bibliographischen  Angaben  sind  die  letzterschienenen 
Bände  der  kritischen  Ausgabe  von  Luthers  Werken^  Vorbild  ge- 
wesen, für  die  Fundorte  der  einzelnen  Drucke  sind  dieselben  Ab- 
kürzungen wie  dort  gebraucht.  Die  Angabe  der  Fundorte  beruht 
auf  einer  Umfrage  bei  siebzig  der  mit  Reformationslitteratur  am 
reichsten  versehenen  Bibliotheken,  deren  Verwaltungen  an  dieser 
Stelle  für  ihre  gütige  Auskunft  der  wärmste  Dank  gesagt  sei. 

Durch  die  Umfrage  wurde  festgestellt,  dass  die  in  der  Biblio- 
graphie bei  Stern  ^  als  selbständige  Texte  aufgeführten  Drucke 
BC,  EQB'Y  mit  ADMC'Z  zusammenfallen  und  dass  ihre  An- 
nahme nur  auf  ungenauen  Titelangaben  bei  Oechsle^,  Panzer, 
Strobel^,  Gunitz  und  Bensen  beruhte.  Mit  den  damit  frei  werdenden 
Buchstaben  BEQY  sind  vier  Drucke  benannt  worden,  die  Stern 

^  vgl.  namentlich  die  Einleitung  zum  elften  Bande. 

*  Uel)er  die  zwölf  Artikel  der  Bauern,  Anbang. 

'  Beiträge  zur  Qeschichte  des  Bauernkriegs,  Beilage  2. 

*  Beyträge  zur  Litteratur  besonders  des  16.  Jb.s.  2,  71  f. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1625.  3 

unbekannt  waren,  ein  Breslauer,  Nr.  332  im  1.  Supplement  zu 
Wellers  Repertorium,  die  Abschrift  des  Magisters  Lorenz  Fries  ^ 
und  ein  Strassburger  Druck.  Sonst  sind,  um  Verwirrung  zu 
vermeiden,  Sterns  Buchstaben  beibehalten,  auch  wo  sie  die 
Affiliation  nicht  deutlich  werden  lassen  und  ihre  Reihenfolge  bei 
der  Textaufzahlung  nicht  innegehalten  werden  konnte.  Unbe- 
antwortet muss  ich  trotz  mehrfacher  Bemühungen  die  Frage 
lassen,  ob  Sterns  F',  H  und  P  als  selbsi»ndige  Drucke  existieren. 
Für  H  möchte  ich  einen  Lesefehler  Wellers  und  Identität  mit  F 
annehmen,  P  könnte  ein  Exemplar  von  M  mit  dem  handschrift- 
lichen Eintrag  ^Anno  1525.  des  Monadts  Marcii'  sein. 

Li  den  Lesartenverzeichnissen  sind  nur  die  Lesarten  gebucht, 
die  L  den  Sinn  des  Textes  beeinflussen  (die  Scheidung  der 
Besserungsversuche  von  den  Druckfehlem  soll  das  Urteil  über 
die  Güte  des  einzelnen  Druckes  erleichtem),  11.  ein  bestimmtes 
orthographisches  Prinzip  erkennen  lassen,  DI.  ausserdem  irgend 
welches  sprachliche  Interesse  haben.  Dabei  sind  die  Grenzen 
möglichst  weit  gezogen.  Dagegen  sind  die  vielen  unbedeutsamen 
Aenderungen,  deren  Aufzählung  den  Umfang  der  Verzeichnisse 
verdreifacht  und  den  Blick  von  wichtigeren  Dingen  abgelenkt 
hätte,  ungebucht  geblieben.  Zur  Rechtfertigung  dieses  Ver- 
fahrens sei  auf  die  unten  vollständig  verzeichneten  Abweichungen 
des  Textes  K  von  I  hingewiesen.  Es  handelt  sich  hier  um  zwei 
Texte  desselben  Druckers,  ja  zum  grossen  Teile  um  denselben 
Text,  denn  nur  auf  drei  von  elf  Seiten  hat  K  ausser  im  Titel 
neuen  Satz.  Die  Abweichungen,  die  trotzdem  K  gegen  I  hat, 
müssen  dem  Drucker  als  völlig  bedeutungslos  erschienen  sein, 
und  dazu  gehört  u.  a.  der  Wechsel  zwischen  p  und  b,  u  imd  u, 
ai  imd  ei,  ganz  zu  schweigen  von  Nichtsnutzigkeiten  wie  nSten — 
netten,  ganzen — ganntzen,  soUchs — solchs,  von  Abkürzungen, 
Literpunktion  und  Anfangsbuchstaben. 

In  den  Lesartenverzeichnissen  werden  Wörter,  die  auf  eine 
zweite  Zeile  übergreifen  und  Glossen,  die  zwischen  zwei  Zeilen 
stehen,  nach  der  ersten  Zeile  angeführt,  jedes  abweichende  Wort 
wird  nur  einmal  gebucht,  auch  wenn  es  zwei  Aenderungen  enthält. 

Es  hat  sich  gefügt,  dass  als  editio  princeps  gerade  der  Text 
abermals  abgedruckt  werden  musste,  der  schon  vorher  die  korrekteste 

1  Die  Geschichte  des  Baaemkriegs  in  Ostfranken,  1,  192  ff.,  sonst  auch 
die  Amorbacher  Artikel  genannt. 

1* 


4  Alfred  Götze. 

Widergabe^  gefanden  hatte ,  es  war  trotzdem  nötig,  schon  aus 
äusseren  Gründen,  z.  B.  hätten  unsere  Lesartenverzeichnisse  bei 
dem  Mangel  eines  Textes  mit  Zeilenzählung  alle  Uebersichtlichkeit 
verloren,  sodann  hat  Baumann,  von  seinem  Standpunkt  durchaus 
mit  Recht,  eine  Reihe  von  Aenderungen  stillschweigend  vorge- 
nommen und  so  manche  Eigentümlichkeit  des  Textes  M  verwischt, 
die  textkritisch  nicht  bedeutungslos  war. 

Bei  der  Feststellung  des  Verhältnisses  der  einzelnen  Texte 
zu  einander  ist  die  Erwägung  massgebend  gewesen,  dass  zwar  ein 
Fehler  der  Vorlage  unter  Umständen  auch  von  zwei  unabhängigen 
Texten  übereinstimmend  gebessert  werden  kann,  dass  aber  die 
fehlerhafte  Lesung  die  Besserung  nicht  wieder  verdrängen  kann. 
Die  Affiliation  ist  so  durch  ein  kürzendes  Ausschliessungsverfahren 
festgestellt  worden.  Zwei  Texte  als  gemeinsame  Vorlage  eines 
dritten  haben  in  keinem  Falle  ermittelt  werden  können.  Von 
Lehnert'  musste  oft  abgewichen  werden,  ohne  dass  die  Abweichung 
jedesmal  erwähnt  wurde. 

I.  VoUstäDdige  Drucke. 

Von  allen  Texten  stehen  sich  L  und  M  am  nächsten,  nur  an 
fünf  Stellen  besteht  eine  grössere  Differenz:  Einl.  17;  20;  2,  2^ 
fehlen  in  L  die  zum  Verständnis  nötigen  Wörter  ist,  in,  im.  Wenn 
M  ein  Abdruck  von  L  wäre,  hätte  es  sie  verständig  und  richtig 
ergänzt,  wahrscheinlicher  ist,  dass  sie  L  irrtümlich  ausgelassen 
hat,  zumal  wo  sie  ans  Zeilenende  zu  stehen  gekommen  wären, 
wie  2,  2.  Femer  ist  es  wahrscheinlicher,  dass  aus  dem  richtigen 
Roma.  1;  Einl.  18  das  falsche  Rom.  2.  2.  wird  als  umgekehrt. 
Entscheidend  wird  unter  diesen  Umständen,  dass  in  M  zwischen 
4, 15  und  16  die  Seitengrenze  liegt,  also  die  Wiederholung  der 
Glosse  ihren  guten  Sinn  hat,  in  L  nicht.  Also  ist  L  ein  Ab- 
druck von  M. 

Z.  Ein  dem  von  L  nahestehender  Drucker  hat  die  Artikel  aber- 
mals gedruckt  und  ist  dabei  nicht  L  gefolgt,  wie  Einl.  15;  17;  20; 
2,2;  Glosse  zu  Einl.  18  beweisen.  Z  kann  aber  auch  nicht  Vorlage 
von  L  gewesen  sein,  denn  überall  stehen  sich  L  und  M  viel  näher, 

^  durch  Strobel,  BejtriLge  zur  Litteratur  besonders  des  16.  Jh.s.  2,  7  ff. 
und  Baumann,  die  zwölf  Artikel  129  ff. 

'  Studien  zur  Geschichte  der  zwölf  Artikel  vom  Jahre  1526,  Anhang. 
'  Zitiert  wird  nach  Artikel  und  Zeile  des  unten  folgenden  Textes. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1526.  5 

als  Z  einem  von  ihnen.  Der  Druckfehler  Z  8,  6  am  ist  nur  ver- 
standlichy  wenn  Z  einer  Vorlage  folgt,  die  nicht  ein,  eyn,  sondern 
ain  liest,  danach  kommen  nur  MNOSTUY  in  Frage.  U  lässt 
Einl.  31  das;  2,  3  als;  Glosse  zu  5,  9  ist  aus,  überall  hat  Z  das 
fehlende  Wort,  Y  hat  4,3  gefligel;  7,8  gebrauchen,  ST  3,9 
leeret;  4,  6  yngemäsz;  7, 8  rülich;  in  NO  fehlt  7, 8  rüeblich 
brauchen  ynd:  alle  diese  Besonderheiten  teilt  Z  nicht.  Vorlage 
von  Z  ist  M. 

X  ist  ein  seitentreuer  Abdruck  von  Z,  teilt  dessen  samtliche 
Besserungsversuche,  von  den  übrigen  Lesarten  die  unten  bei  Z 
gesperrt  gedruckten.  Weil  Einl.  31  das  eine  das;  11,6  den; 
Glosse  zu  2, 33  1  und  die  halbe  Glosse  zu  Art.  11  fehlt,  ist 
X  ein  Abdruck  von  Z,  nicht  umgekehrt, 

D  hat  1,  12  geyt  und  stimmt  darin  zu  AEIKLMSÜAVY, 
4,  9  hat  es  vnuemüfiFtigen  wie  von  den  genannten  Texten  nur 
AELMS.  A  und  E  lesen  Einl.  9  geistliche,  S  4,  6  vngemäsz, 
dadurch  sind  diese  Texte  als  Vorlage  für  D  unmöglich,  L  durch 
seine  drei  Lücken.     Also  ist  D  Abdruck  von  M. 

E  liest  1,  12  geyt;  4,  9  vnuemufftigen  und  stimmt  darin  nur 
zu  ADLMS.  Ueber  A  s.  u.,  S  scheidet  aus  wegen  3,3  welchs, 
L  wegen  seiner  drei  Lücken,  D  wegen  Einl.  28  entsetze.  Also 
ist  M  die  Vorlage  von  E. 

A  ist  eng  mit  E  verwant,  vgl.  1,  12  gott  vmb;  3,  5  vergossen; 
8,  8  taglöner;  11,  6  beschütze.  Wegen  Einl.  18  verhoisznen; 
7,  8  ryegiglich;  11,  3  abgethon;  4  witwen  vnd  weysen  kann  A 
nicht  Mittelglied  zwischen  M  und  E  sein,  vielmehr  ist  A  Ab- 
druck von  E. 

S.  4,  9  vemüfftige  weist  auf  vnuemüflFfcigen,  nicht  vnuer- 
nünfftigen  der  Vorlage.  Dies  neben  1,  12  geit  bieten  nur  ADELM. 
A  und  E  sind  als  Vorlage  filr  S  unmöglich  wegen  1,  12  gott 
vmb;  3,  5  vergossen;  8,  8  tagloner,  D  wegen  EinL  28  entsetze; 
L  wegen  seiner  drei  Lücken.     Vorlage  von  S  ist  M. 

T  ist  eng  mit  S  verwant,  mit  dem  es  in  allen  unten  bei  S 
gesperrt  gedruckten  Lesarten  übereinstimmt.  Es  entfernt  sich 
EinL  28  laine;  2,  7  verkünt;  3,  4  blut  vergy essen;  4,  3  willbrdt 
weiter  als  S  von  M,  kann  also  nicht  zwischen  M  und  S  stehen, 
sondern  hat  S  zur  Vorlage. 

W  stimmt  in  verheißne  Einl.  18;  got  vn  1,  12;  ablassen 
2,  24    nur  zu  FLMNOSTU.     Wegen  1,  12  geyt  faUen  FNOT 


6  Alfred  Götze. 

weg,  wegen  seiner  drei  Lücken  L,  S  wegen  12,  14  brauchen. 
So  bleiben  allein  M  und  U.  W  steht  dem  zweiten  näher,  denn 
es  teilt  mit  ihm  alle  seine  unten  gesperrt  gedruckten  Lesarten 
gegen  M.  Es  kann  aber  U  nicht  zur  Vorlage  haben,  weil  es 
z.  B.  3,  3;  5,  2;  11,  3.  6  der  Lesung  von  M  folgt,  von  der  U  ab- 
weicht, noch  kann  U  W  folgen,  denn  das  lässt  die  Glosse  4,  13 
aus,  die  U  hat.  Somit  folgen  beide  einem  vielleicht  verlorenen 
Druck  *UW,  der  die  unten  gesperrten  Lesarten  enthielt  und 
seinerseits  M  folgte. 

F  stimmt  in  verheyssne  Einl.  18;  got  vnd  1,  12;  ablassen 
2,24  allein  zu  LMNOSTUW.  Wegen  4,9  vnuemufiPtigen  fallt 
OUW  weg,  wegen  2, 9  eynseinlen;  8,  1  achtet  fällt  N,  wegen 
12,  14  brauchen  ST,  wegen  seiner  drei  Lücken  L  hinweg:  F  ist 
ein  Abdruck  von  M.  Bestätigt  wird  dieses  Ergebnis  durch  den 
Druckfehler  vnd  erhalten  2, 28,  der  sich  am  leichtesten  dann 
erklärt,  wenn  die  Vorlage  innerhalb  des  Wortes  vnderhalten  eine 
Zeilengrenze  hatte,  wie  eben  M.  —  lieber  G.  s.  u. 

R  stimmt  in  den  bei  F  gesperrt  gedruckten  Lesarten  zu 
diesem,  entfernt  sich  namentlich  in  den  Besserungs versuchen  des 
vierten  Artikels  weiter  von  M,  kann  daher  nicht  Mittelglied 
zwischen  M  und  F,  sondern  nur  eine  zweite  Auflage  von 
F  sein. 

N  stimmt  in  verheissne  Einl.  18;  got  vnd  1,  12;  ablassen 
2,  24  zu  FLMOSTUW.  Durch  4,  9  vnuemufftigen  werden  OUW 
ausgeschlossen,  L  durch  seine  drei  Lücken,  ST  durch  12,  14 
brauchen,  F  durch  Einl.  14  vngehorsamikait;  19  ainigkaiten. 
N  ist  ein  Abdruck  von  M. 

0  stimmt  in  den  unten  bei  N  gesperrt  gedruckten  Lesarten 
zu  N,  entfernt  sich  in  seinen  Besserungen  weiter  von  M,  schon 
in  vier  Stellen  des  Titels,  femer  4,  9  vnuemunfFtigen;  20  thÄn; 
9,  3  grosser,  ist  also  eine  verbesserte  Auflage  von  N. 

Y  hat  2,  9  ein  semlen  nur  mit  FILMSTU  gemein,  wegen 
11,3  abthun  fallen  lU  hinweg,  L  wegen  seiner  drei  Lücken,  F 
wegen  1,  12  geyt,  ST  wegen  12, 14  brauchen.  Y  ist  ein  Ab- 
druck von  M. 

B  teilt  alle  Besserungsversuche  und  die  unten  gesperrt  ge- 
druckten Druckfehler  von  Y,  entfernt  sich  Einl.  19  eynigkeit; 
28  lehnen;  37  ruffet;  1,  10  menschen  zusatz  u.  ö.  weiter  von  M 
und  ist  ein,  übrigens  Seiten-  und  zeilentreuer  Abdruck  von  Y. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1686.  7 

V  hat  11,  3  abthon  nur  mit  MNOSTW  gemein,  wegen  7,  10 
für  ander  sein  fallt  W  hinweg,  wegen  11,7  handt  NO,  wegen 
12, 14  brauchen  ST.     V  ist  ein  Abdruck  von  M. 

I  hat  2, 9  einsenden  mit  FLMSUY  gemein,  wegen  1,  12 
gejt  fallt  F  hinweg,  wegen  2,  24  ablassen  Y,  wegen  12,  14 
brauchen  ST,  wegen  5,  2  beholtzung  U,  L  wegen  seiner  drei 
Lücken.     I  ist  ein  Abdruck  von  M.     Ueber  E  s.  u. 

C  kann  seiner  grösseren  Aenderungen  wegen  keinem  andern 
Texte  vorgelegen  haben.  Es  teilt  11,  3  abthon  mit  MNOSTVW, 
wegen  11,  7  band  fallt  NO  weg,  wegen  12, 14  brauchen  ST, 
wegen  4,  4  fliessenden  V,  wegen  1,  10  menschlichen  W.  E,  mit 
dem  C  einige  Besserungen  gemein  hat,  kann  abgesehen  von  11,  3 
abthon  wegen  12, 8  befend  nicht  seine  Vorlage  sein.  C  ist 
eine  Bearbeitung  von  M. 

n.  Die  folgenden  Texte  können  teils  ihrer  Unvollstandigkeit 
teils  der  Art  ihrer  Ueberlieferung  halber  nicht  die  Vorlage  anderer 
Texte  geworden  sein,  bei  ihnen  gilt  es  also  bloss  ihre  Vorlagen 
zu  bestimmen. 

A'^  teilt  2,9  semlen;  11,3  abthon  nur  mit  MS,  wegen  1,3 
diemiedig  fällt  S  weg.  A'  kann,  weil  es  weder  Einleitung  noch 
Glossen  hat,  nicht  die  Vorlage  von  M  sein,  dagegen  hindert 
weder  ein  textkritisches,  noch  ein  chronologisches  Bedenken,  in 
M  die  Vorlage  von  A'  zu  sehen.  Demnach  hat  M  am 
22.  März  1525  in  Oberdorf  bei  Kauf  beuren  existiert. 

Q  hat  1,  3  dimutig;  3,  17  diemutigen;  1,  12  geyt  mit  DLMU  Y 
gemein.  Wegen  seiner  Lücke  2,  2  fällt  L  hinweg,  wegen  7,  8 
brauchen  Y,  wegen  5,  2  beholzung  U,  wegen  7,  10  ander  D. 
Q  ist  eine  bessernde  Abschrift  von  M. 

D'»  teUt  2,24  abkssen  mit  EFIKLMNORSTUW,  wegen 
4,  3  Man  nitt  gwallt  fallen  FRST  hinweg,  wegen  2,  6  pfarrer  so 
klar  IE,  wegen  2,  2  ist  imm  L,  wegen  12,  8  zu  liesz  NO,  wegen 
12,6  daruon  UW,  wegen  8,8  tagwercker  E.  D'  ist  eine  Ab- 
schrift von  M. 

D",  wie  Lehnert  den  modernisierten  Text  bei  Franz  Anselm 
Deuber,    Geschichte    der   Bauernkriege   in   Teutschland   und   der 


^  Hg.  von  Stern ,  Forschungen  zur  deutschen  Geschichte  12,  614  ff. 
'  Bullinger,    Beformationsgeschichte    hg.   von    Hottinger    und   YögeU 
1,  «41  ff. 


8  Alfred  Götze. 

Schweiz^  Freiburg  1833  genannt  hat,  kann  nach  dem  Titel  nicht 
von  C'IKXZ  stammen.  Femer  wird  ausgeschlossen  durch  Ein!. 
18  welches  FG,  28  lehnen  D,  29  schädlichste  R,  2,  2  ist  im  alten 
L,  3,  22   dass  wirs  seyen  B,  5,  2  Beholzung  U,   16  nochmals  Y, 

7,  10  vor  jeden  andern  seyn  W,  8,  8  Tagwerker  AEV,  12,  8  zu- 
liesse  NO,  14  brauchen  ST.  Dagegen  hindert  nichts  die  An- 
nahme, dass  D"  eine  Modernisierung  von  M  ist. 

Dieselbe  Beweisführung  gilt  fOr  das  Exemplar  bei  Zimmer- 
mann, Geschichte  des  grossen  Bauernkriegs  1,  407  S. 

C"*  teilt  mit  Z  und  X  die  unten  bei  Z  gesperrt  gedruckten 
Druckfehler.  6,3  welcher;  7,5  dieses  zeigen,  dass  Z  die  Vor- 
lage von  C"  ist,  wie  es  auch  sonst  im  Wittenberger  Kreise  ge- 
lesen wurde. 

C'"-  schreibt  mit  XZ  u.  a.  1,  11  und  den  selben;  2,  9  denen; 
18  vberflusse;  4,16  wissentlich  also;  7,6  dringen,  noch  zwingen; 

8,  2  sitzen;  6  am  Zinsse  gelt  erschaff.  11,  9  disz  entscheidet  für 
Z  als  Vorlage,  Lehnerts  Bedenken  dagegen  scheinen  unberech- 
tigt: 2,8  Propheten;  4,6  eigenmütig;  11,0  nemmen  vnnd  beraube 
sind  als  selbständige  Aenderungen  zu  verstehen  und  dass  (/'''  in 
der  vierten  Aenderung  2,  5  zu  Gott  mit  A'  übereinstimmt,  ist  ein 
bei  der  graphischen  Aehnlichkeit  von  jn  und  zu  naheliegender  Zufall. 

Die  niederdeutsche  Abschrift,  die  Höhlbaum*  aus  dem  Re- 
valer  Ratsarchiv  mitteilt,  weist  mit  den  Fehlem  1,  12  geist;  3,  o 
blodevergaten  auf  geyt  und  blut  vergossen  der  Vorlage,  das  bieten 
nur  ADEY.  D  wird  ausgeschlossen  durch  Einl.  2H  sich  loven 
und  up  boemen,  gegen  EY  spricht  11,  3  afgedan  hcbben.  Der 
nd.  Übersetzung  hat  A  vorgelegen. 

Damit  ist  M,  dessen  Abdruck  wir  nun  folgen  lassen,  als  un- 
mittelbare oder  mittelbare  Vorlage  aller  bekannten  Texte  der 
zwölf  Artikel  nachgewiesen. 

M.  Panzer  2708. 

Dye  Grundtlichen  Vnd  rechten  haupt  ||  Artickel,  aller  Baur 
schafft  vnnd  ||  Hyndersessen  der  Gaistlichen  vn  ||  Weltlichen  ober- 
kayten,  von  ||  wSlchen  sy  sich  beschwert  ||  5#^  vermainen.  ^#^ 

*  SpalatiiiBche  Abschrift  bei  Struve,  hißt,  polit.  Archiv  1719.   3,  141  tt'. 

•  Jac.  Schlusser  von  Suderburg,  Der  Peurisch  vnd  protestierende  Kriej,'. 
Basel  1573. 

^  Forschungen  zur  deutschen  Geschichte  17,  346  If. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1525.  9 

ll  dreiteiliges  Blattstüek.  ||  Sckmale  Titelbordure.  Sechs  Blätter  in 
Quart;  Titelrückseite  und  letzte  Seite  frei.  Typen  und  Kolumnen- 
breite stimmen  zu  Drucken  Renatus  Becks*  in  Strassburg. 
Vorhanden  in  Augsburg.  Berlin.  Dresden.  Frankfurt.  Gotha. 
Göttingen.  Halle.  Innsbruck.  Ithaka.  München  ü.  München  H.  St. 
(3).  Nürnberg  G.  M.  (3).  Strassburg.  Stuttgart.  Tübingen. 
Weimar.     Wolfenbüttel.     Zürich  St. 


Di«  wider 
Christeo. 


Des  neuen 

Euangeli 

frücht. 


Dem  Christlichen  leeser  Fryd  vnnd  a  ü 

Gtmd  goites  durch  Christum. 
ES  setfn  vil  wider  christe,  die  yetzüd  vö  weg 
en  der  versamleteti  Baurscliafft,  das  E- 
5      uangelion  zu  schmehn  vrsach  Giemen,  sag- 
est, das  seyn  die  frikht,  des  neiven  Em- 
gdions?     Nyemant  geliorsam  seyn,  cm  al- 
len ortteil  si4:h  empor  heben  vn  auff  pomen,  mit  grossem 
gewcdt  zühauff  lauffen  vnd  sieh  rotten,  GaisÜich  vnnd 
10  weltliche  dberkaiten  zureformieren,  außzurcytten^  Ja 
vüleücht  gar  zu  erscldagen?     Allen  disen  GoÜosen  freuen 
liehen  viiailem,  Äntwurte  dise  nachgeschribne  Artick 
H,  Am  ersten  das  sye  dise  schmach,  des  wort  gotes  auff 
lieben,  Zum  andern  die  vngehorsamikait,  Ja  die  Em- 
15  porung  aller  Bauren  Christelich  endtschuMigen,     Zum 
ersten,  ist  das  Euangelion  nit  ain  vrsach  der  Emporüg 
en  oder  auffrüren,  Dye  weyl  es  ain  rede  ist,  von  Christo 
dem  verhaissne  Messia,    Wdchs  wort  vnd  leben,  nichts 
dan,  liebe,  Fride,  Geduldt,  vn  ainigkaiten  lernet,  Also 
20  dz  alle  die  in  disen  Christü  glaube,  lieplich,  Fridlich,  Ge 
dultig,  vnd  ainig  werden.     So  dan  der  grund  edler  Ar- 
ticket  der  Bauten  (Wie  dan  klar  gesehen  wirt)  dz  E- 
uangelion  zuhören,  vnd  dem  gemeß  zu  leben,  dahin  ge- 
richt  ist,   Wie  mügen  dan  die  widerchristen  das  Ewan- 
£5  gdion  ain  vrsach  der  Emborüg,  vnd  des  vngehorsams 
nennen?    Das  aber  etÜich  widerchristen  vnd  feynd  deß 
Euangelij,   Wider  soUiche  anmuttung  vn  begerüg  sieh 
lofien  vnd  auffbomen,  ist  das  Euangeliofi  nit  vrsach, 
Sonder  der  teiifel  der  schedlicJist  feynd  deß  Ewangelij, 
r.o  der  solches  durch  den  vnglauben  in  den  seynen  enveckt, 

^  An  seinen  Tod  im  Jahre  1622  zu  glauben  verbietet  WeUer  3810. 


Antwurt 
d'  artickel. 

Entsohnl- 
digfig  der 
Artickell. 


Koma.  1 


10  Alfred  Götze. 

Hye  mitte  das,  das,  wort  Gotes  (liebe,  fryd,  vnd  ainig 
Icait  lement)  vndergetruckt  vn  wegkgemmen  wurde, 
[r]      Zum  andern  dan  klar  lauter  volget,  das  dye  Bareren 
in  jren  Artickeln  solches  Euangdion  zur  leer  vnd  leben 
begerendt,  nit  müge  vngehorsanij  Auffrtirisdi,  genmt  35 

werden.     Ob  aber  Got  die  Paaren  (nach  seynetn  wort 
zu  leben  angstlich  rüffent)  erhören  will,   Wer  will  den 
Wille  gotes  Tadlen?     Wer  wiU  in  sein  gericht  greyffeti? 
Roma.  8.  Ja  wcr  wUl  seiner  mayestet  u^jd' strebe?     Hat  er  die  kind- 
▼nd^u'  ^^  Isrähel  eü  jm  schreyendt,  erhöret,  vnd  auß  der  hand  40 

Pharaonis  erlediget.  Mag  er  nit  noch  heut  die  seynen 
erretten?    Ja  er  wirts  erretten!     Vn  in  ainer  kürtz!    Der" 
halben  Christlicher  leser.  Solliche  Nachuolgendt  Ärt- 
tickel  lyse  mit  fleyß,  Vnd  nach  nuds  vrtml. 

A  iij  Hye  nachuolgent  die  Artickel. 

Der  erst  Ärtickd, 

Vm  ersten  ist  vnser  diemuttig  bytt  vh 


Borna.  11 
Esaie.  40 


Luce.  18. 


t    ^  — 

/      beger,  auch  vnser  aller  wiU  vn  maynüg, 
*"         das  wir  nun  fürohin  gewalt  vnd  niactit  5 

wollen  liaben,  ain  gantze  gemmn  sol  ain 
Pfa/rer  sdbs  Erwolen  vnd  kyesen.    Auch  gewalt  haben 
^Tito^i*  ^^  selbigen  wider  züentsetzen,  wan  er  sich  vngepürlich 
Actuü.  14  hieldt,  Der  selbig  erwolt  Pfarrer  soll  vns  das  hailig  E- 

uangdi  lauter  vh  klar  predigen  one  allen  menschlicJie  zu         10 
Satz,  leer  vnd  gebot,  dan  vns  den  waren  glaube  stetz  ver- 
E^^i^  b"  A-ünrftV/e»,  geyt  vns  ain  vrsach  got  vhi  sein  gnad  zti  bit- 
Deutro.  10  tcn,  vuns  den  selbygen  waren  glawben  eiribylden  vnd 

in  vns  bestetten.  Dann  wann  seyn  genad  in  vnß  nit  ein 
Johann.  6  gepyldct  unrdt,  so  bleyben  wir  stetz  fleysch  vn  blüt,  das  15 

Gaiiata.  2  duh  nichts  nut^s  ist,  wie  klarlich  in  der  geschrifft  stat  das 
wir  allain  durch  den  waren  glauben  zu  got  konien  kind 
en,  vnd  allain  durch  seyn  bannhertzigkait  salig  müssen 
werden,  Darumb  ist  vns  ain  sollicher  vorgeer  vh  Pfar- 
rer vj  nbtten  vh  in  diser  gestalt  in  d*geschrifft  gegrindt,  20 

Der  ander  artickd. 
Wie  dann  ^^^j  andcm  nach  dem  der  recht  Zehat  auff  gesetzt  ist 

die  gannts  "    ^ 

Epiftei  «ä  im  alten  Testatnent  und  im  Neuen  als  erfiädt,  nichts 
taget,     destminder  wollen  ivir  den  redite  kom  zehat  gern  gebe. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1526. 


11 


5  Doch  wie  sich  gebürti  dem  nach  man  sol  in  Got  gebeti, 
vn  den  seynen  mitayU,  gdmrt  es  ainem  Pfarrer  so  klar 
das  wort  gots  verkindt,  Seyen  wir  des  mllen  hinfiiro 
disen  zeluU,  vnser  kirch  Bropst  so  dan  ain  gemain  seiet, 
Sollen  einsemlen  vnd  eynnemen,  daruon  ainem  Pfarr- 

10  er  so  vö  ainer  gantzen  gemain  erwolt  toirt,  seyn  zymlkh 
gtiügsam  auffenthait  geben,  jm  vnd  den  segnen,  nach 
erkantnus  ainer  gantzen  gmain,  vnnd  was  über  bleybt 
sol  man  (armen  dürfftigen,  so  im  selbe  dorff  verhandn 
seynd)  mittaHen,  nach  gestalt  der  sach  vn  erkantnus  ain 

15  er  gemain,  was  über  bleybt  soll  man  behaltten,  ob  man 
Baysen  mußt  von  lands  not  wegen.    Darmit  man  kain 
landts  Steuer  dürff  auff  den  armen  man  legen,  Sol  manß 
von  disem  Überschuß  außrichten.  Auch  ob  sach  were  daz 
ains  oder  mer  dorffer  weren,  die  den  zehenden  selbs  ver 

to  kaufft  hettent  auß  etÜidier  not  halbe,  die  selbige  so  dar 
umb  zu  zaigen,  in  der  gestalt  Jiaben  von  aynem  gantzen 
dorff  der  sol  es  nit  entgdtn,  Sond'  wir  wellen  vns  zym- 
licher  weyß  nach  gestalt  der  sach  mit  im  vergleychen,  jm 
soUichs  wider  mit  zymlicher  zyl  vnd  zeyt  ablossen,  Aber 

35  wer  vö  kainem  dorff  soUichs  Erkaufft  hat  vn  jre  forfa- 
ren  jnen  selbs  solchs  zugeaygent  haben,  wollen  vnd  soU 
en  vnd  seynd  jnen  nichts  weyters  schuldig  zügeben,  al- 
ain  une  obstat  vnsem  Erwolte  Pfarrer  darmit  zu  vnd- 
erhalten,  Nachmalen  ablesen,  oder  den  dürfftige  mit- 

30  fallen,  une  die  hailig  geschryfft  innkolt,  Sy  seyen  gaist- 
lich,  oder  weUÜich.    Den  klaynen  zehat  wollen  wir  gar  nit 
geben,  Dan  Got  der  herr  hat  dz  vich  frey  dem  menschen  be- 
schaffen, das  wir  für  ain  vnzymlichn  zehat  schetzen,  den 
die  menschen  erdicht  haben,  Darumb  wollen  wir  jn  nit 

35  weytier  geben. 

Der  drit  artickd. 

Zum  dritten,  Ist  der  brauch  byßher  geivesen  das  man 
vns  für  jr  aigen  leüt  gehalten  Jiaben,  wolchs  zu  erbarm- 
en ist,  angesehen  das  vns  Christus  ail  mitt  seynem  kost- 
5  parlidien  plutvergussen,  erlaßt  vnnd  erkaufft  hat.  Den 
Hyrtten  gleych  alls  wd  odls  Den  höchsten,  kain  außge- 
nommen,  Darumb  erfindt  sich  mit  der  gesdiryfft  das 
wir  frey  seyen  vnd  wollen  sein.     Nit  dz  wir  gar  frey  weil 


Paal.  109 


Oeneti.  14 

W 
De.  IS.  IS 


Deatro.  S6 


1.  Thim.  5 

Math.  10 

1.  Chor.  9 


Ein  Christ 

Hohe  erpiet 

tung 


Luoe.  ß 
Math.  5 

M&  sol  nie 

mit  niohs 
nemen. 


Genesis.  1 


Esaio.  53. 

1.  Petil.  1. 
1.  Chor.  7. 

LA  ilij] 

Koma.  18. 

Sapien.  6. 

1.  Petri.  2. 


12  Alfred  Götze. 

len  setm,  kain  öberkait  haben  weUen,  Lernet  miß  Gott 

Deut.  r>  ^  ' 

nit     Wir  sollen  in  gepotten  lebeti,  nit  yn  freycm  flnjsrhlieh    i« 
Luce  4    ^^  niüttmlepi,  Sander  got  liehen,  jn  als  vnserrn  Herren 
Luce.  6.  jn  vnsern  nerhsten  erketinen,  vnnd  alles  das  tJwn,  so  uijr  niwlt 
johan.  13  9^^^  hetten,  das  vnns  Got  am  n/iehfmal  gepotten  hat 

SU  anier  letz.     Darumh  sollen  wir  nach  seinem  ge})ot  lehen: 
zaigt  nid  weißt  vns  diß  gepot  an  das  wir  der  oberk-  ir> 

Jcait  nit  lorsam  seyen?  nit  allain  der  öberkait,  stmder  wir 

Koma.  l.T         ,,  .    -  ^.        e  ..   ~       -.  .  , 

sollen  vns  gegen  jemrman  dtemutfgn,  das  wir  auch  gc- 
ren  gegen  vnser  erweiten  rnd  gesetzten  oberkayt  (so  vns 
Actuü.  5  ran  Got  gesetzt)  jn  allen  zimlichen  vn  Christliehen  saeh- 
Ain  Christ  ^j,  gcrcn  gcharsam  sein,  seyen  auch  onzweyfel  jr  wrrdendt       io 

liehe  erbiet 

tung.     vnß  der  aigensehafft  als  war  vnnd  recht  Christefi  geren 

endilassen  oder  vns  jm  Euafigeli  des  berichten  dz  wirß 

seifen. 

Der   Viert  Artickel. 

Zum  inerten  ist  Inßher  jm  brauch  gewesen,  dz  kayn  arm 
er  man  nit  gewalt  gehabt  halt,  das  willjyret  gefigel  oder 
fisch  jn  fliessende  wasser  nit  zu  fachen,  zu  gelassen  werde, 
welchs  vns  gantz  vnzymlich  vn  vnbriiderlieh  dunekt,  sun  h 

der  aigennützig  vn  dem  wort  Götz  nit  genieß  sein,  Auch 
in  eÜicJien  ortem  die  öberkait  v^%s  dz  gewild  zu  trutz  vnd 
mechtigem  schaden  habe,  wir  vns  dz  v^nser  (so  Got  dem 
AoinVL  10  '^^^^^^  ^"  '^wte  wachsen  hat  lasseyi)  die  vnuemüfftigen 
1  Timo  4  fhyer  zu  vnutz  verfretzen  mutwüigklicti,  leydi  mussetu  lo 

coioM.  2  dar  zu  stillschweigen,  das  tcider  Gott  vnd  dem  nechsten 
uäe^'erhii  ^^''   Wafi  als  Gott  der  herr  den  fnenschen  crsehuff,  hat  er 
tung     jf^i  gewalt  gehen  vber  alle  thier,  vber  den  fogel  im  lufft 
vnd  vber  den  fisch  jm  wasser.     Darumh  ist  unser  begercn 
wan  ainer  wasser  hette  dz  ers  mit  gmigsamer  schrifft  br-        i-, 
i']      wcysen  mag  das  man  das  wasser  in  wyssenlych  also  er- 
•uiche  er-  kaufft  hcttc,  begcrcn  wir  jms  nit  mit  gewalt  zu  nemen 
etung   f^^^y^^j^y  ^j^^j  must  ain  Christlich  eynsechen  darynneyi 

habe  vo  wegen  bruderlicher  lieb,  aber  wer  nit  gnugsam 

anzaigen  darum  kan  thon,  solß  ainer  gemayn  zymlich-  k» 

er  weyß  mittailen. 

Der  Funfft  artickel 

Zum  fünfften  seyen  tvir  audi  beschwert  der  holtzung 
Jialb,  dan  vnscre  herschafften  habend  jfienn  die  hoUzer 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1626. 


13 


alle  aUain  geaiffnet,  vn  wan  der  ami  man  was  hedarff 
5  muß  ers  vmb  eway  gddt  kauffen,  ist  vnnser  maynung: 
was  für  hoÜzer  seyen^  Es  hdbens  geistlich  oder  weltlich 
jnnen  die  es  nit  erkaufft  haben,  sollen  ayner  gantzen  ge- 
main  wider  ahhaim  fallen,  vn  ainer  gemayn  zinilicJier 
weiß  frey  sein,  aim  yeÜiche  sein  noturfft  jnß  hauß  zu  hre- 
10  en  vhl  sunst  lassen  nemen,  auch  wan  vö  noten  sein  wurde 
zu  zymem  auch  vm  sunst  nemcy  doch  mit  wissen  der  so  vö 
S  gemain  darzu  erweit  werdn.     So  aber  kains  verhandii 
wer,  dan  das  so  redlich  erkaufft  ist  wordenn,  Sol  man 
sich  mit  den  selbigen  briederlich  vn  Christelich  vergleidi- 
15  en,  Wan  aber  das  giU  am  anfang  auß  jnen  seJbs  geay- 
gnet  wer  worden  vnd  nachmals  verkaufft  worden,  Sol 
man  sich  vergleichen  nach  gestaU  der  sach  vn  erkantnuß 
hriederlicher  lieb  vnd  heiliger  geschrifft 

Der  Sechst  artickel. 

Zum  sechsten  ist  vnser  hart  beschwerung  der  dyenst  hal- 
ben welche  von  tag  zu  tag  gemert  werden  vnd  teglich  zu 
nemen,  begeren  tvir  das  man  ain  zimlich  einsechen  dar 
5  ein  ihu,  vnß  der  massen  nit  so  hart  beschweren.  Sonder 
vns  gnedig  hier  jnne  ansechen  wie  vnser  EUem  gedient 
haben  ailain  nach  laut  des  wort  gots. 

Der  sybent  Artickel, 

Zum  sibende  dz  wir  hinfüro  vns  ain  herschafft  nit  wey 
ter  woüe  lassen  beschwere,  sond"  wieß  ain  herschafft  zym- 
licher  weiß  aim  verleycht  also  sol  erß  besitzen  laut  der  ver- 

5  ainigüg  des  herren  vn  bauren.  Der  Jierr  soll  jn  nit  weiter 
zwyngen  noch  dryngen,  mer  dyenst  noch  anders  von  jm 
vmb  sunst  begeren,  Darmit  der  Baur  solych  gutt  onbe- 
Schwert  also  rüeblich  brauchen  vnd  niessen  müg,  ob  aber 
dem  herre  dienst  von  notten  weren,  sol  jm  der  baur  willig 

10  vn  gehorsam  für  ander  sein,  doch  zu  stund  vnd  zeyt,  das 
dem  bauren  nit  zu  nachtaü  dyen,  vnnd  jme  vnib  aynen 
zynüichen  pffenning  denst  thün. 

Der  Achtet  Artickel. 

Zum  achten  sey  wir  beschwert,  vn  der  vü,  so  guter  jnnen 
haben,  das  die  selbigen  guter  die  güU  nit  ertragen  kinde 


Wie  oben 
im  ertteu 
oap.  des.  1 
bSch  Mo- 
8i  anjutigt 
ist. 


Uieraafd 

nitt  anfa- 

rayttong 

des  holts 

geschahen 

Wirt,  ange 

sehen  die 

yerordnet 

6  Ain  orist 

liehe  erbiet 

tong 


Roma.  10 


B 


Lace.  3 
1.  Tessa.  4 


14  Alfred  Götze. 

vnd  die  Bauren  das  jr  darauff  einbiessen  vh  verderben, 
das  die  herschafft  dieseUbigen  guier,  Erberleüt  besichtig  5 

en  lassen,  vn  nach  der  biUiJcayt  ain  gyÜ  erschopff,  damit 
der  baur  sein  arbait  nit  vnib  sunst  Hiye,  dan  ain  yeÜicher 
tagwercker  ist  seyns  hns  tvirdig. 

Der  Neundt  ÄrUckel. 
B*h6ft^6  ^^  neunten  seyen  wyr  beschwertt  der  grossen  frefd,  so 

man  stetz  new  sateung  macht,  nit  dz  man  vnß  strafft  nach 
j^  gestaU  der  sach,  sunder  zu  zeyten  auß  grossem  neyd,  vnd 

Tl.      o«  ^^  zeytten  auß  grossem  gunst,  Ist  vnser  maynung,  vns  5 

bey  alter  geschribner  straff  straffen^  darnach  die  sach  ge- 
handelt ist,  vnd  nit  nach  gunst. 

[r]  Der  Zehent  Artickd. 

wye  oben  Zum  zchcnden  sey  wir  beschwert,  das  dlich  haben  jnen 
Luce.  6   zugeaignd  wisen,  der  gleiche  ecker,  die  dah  ainer  gemain 
zu  geherendt,  Diesdbigen  werden  wir  wider  zu  vnsem 
gemainen  handen  nemen.  Es  sey  dann  sach  das  mans  5 

Swet^  rerfZicÄ  erkaufft  hob,  wan  mans  aber  vnbiUycJier  weyß 
erkaufft  hd,  Sol  man  sich  guÜich  vnnd  briederlieh  mit 
ainander  vergleychen  nach  gestalt  der  sach. 

Der  Äylfft  Artickel 
Zürn  aüften  wellen  unr  den  brauch  genant  den  todt  fall 
^*^  i*  gontz  vn  gar  abthün  habn,  Den  nimer  leide  noch  gestat 
Math.  23  ten,  das  man  wüwen  waisen  das  jr  urider  Got  vn  eere, 

also  schenÜich  nemen  berauben  sol,  wie  es  an  vü  ortten  (        s 
menigerlay  gestaU)  gesdiehen  ist,  vh  von  de,  so  sy  beschitz 
en  vnd  beschirmen  soUen,  hand  sy  vns  geschunden  vnnd 
geschahen,  vnd  wan  sy  wenig  füg  hettendl  gehabt,  hett- 
endt  siß  gar  genomen,  dz  Got  nit  mer  leide  u?yl,  sunder 
sol  gantz  absein,  kain  mensch  nichts  hinfiro  schuldig  sein        10 
zu  gd)en,  weder  wenig  noch  vyl, 

Beschluß, 
Zum  zwdften  ist  unser  beschluß  vn  endäyche  maynüg, 
wann  ainer  oder  mer  Artickd  alhie  gestddt  (So  dem 
1^6  wSck  ^^^  Gotes  nit  gemeß)  weren,  als  wir  dah  nit  vermain 
ei  im  wort  en,  dic  sdbigen  artickd,  wol  man  vns  mit  dem  wort  GoU        5 
giyffBii  ley  fÜT  vnzimluA  anzaigcn,  wdU  ujyr  daruon  abston,  wan 
mans  vns  mit  grundt  der  schrifft  erklert.     Ob  man  vfis 


en. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1525.  15 

schon  etlich  ariidcel  yeiz  zu  lyeß,  vn  hernach  sich  hefendt        chri.tiich« 
das  unrecht  teeren,  soüen  sy  ton  stup^dan  todt  vn  absein, 

10  nichts  mer  gelten,  der  gleichen  ob  sich  in  der  schrifft  mit  b  u 

der  tcarhait  mer  artickd  erfunden,  die  wider  Oot  vnd 
besdiicemus  des  nad^teti  wereti,  will  wir  vnns  auch 
vorbehalten,  vtmd  beschlossen  haben,  vnnd  ms  in  aller 
Christlicher  leer  geben  vnd  brauchen,  darumb  wir  Grott 

15  den  herren  bitten  wollen,  der  vns  das  selbig  geben  kan 
vnnd  sunst  ngemant.  Der  frid  Christi  sey  mit  vns  allen. 

An  dem  Satze  von  M  sind,  wie  schon  Lehnert  S.  79  beobachtet  hatte, 
während  des  Drockes  einige  Besserungen  Torgenommen  worden.  So  hat 
das  Dresdner  Elzemplar  Einl.  30  den,  vnglauben;  42  Vn.;  1,  20;  2,  25;  8,  4; 
12,  8.  9  vn;  2,  6  Pfarer;  7,  5  her;  8,  5  Erberleüe.  Unser  Abdruck  folgt  in 
diesen  Fällen  dem  Gothaer  Exemplar.  Der  Abdruck  ist  buchstaben-  und 
zeilengetreu,  verbessert  sind  ausser  einigen  falschen  Interpunktionen  folgende 
Fehler:  Einl.  28  Ionen;  32  lement(;  1,  12  got  vnd;  17  anlegen;  23  gestalt 
vn  sach;  24  ablassen;  32  herr  dz;  3,  3  w5lch;  7  dammb;  12  das  so;  15  nit 
an;  20  wedendt;  4,  4  fliessenden  (offenbar  falsche  Auflösung  eines  hand- 
schriftlichen fliessende);  8  wil;  10  )le7demfissen);  15  schriff;  16  ynwyssenlych 
(mit  Modifikation  der  Histor.  Yierte^ahrsschrift  1901 ,  1 ,  S.  15  f.  vorge- 
schlagenen Aenderung.  Der  Sinn  der  Stelle  ist:  dass  der  Herr  das  Wasser 
mit  Wissen  der  Bauern  gekauft  hätte);  19  brüderlicher;  5,  2  beholtzung 
(was  einen  schiefen  Sinn  giebt,  trotzdem  Luther  keinen  Anstofs  nimmt  wie 
Text  ü);  9  des;  12  den;  11,  6  den;  besitzen;  9  diß;  12,  3  alßhie;  7  gmndt; 
Glosse  zu  Einl.  13  Antwurt.  d';  2,  12  Deutro.  25  (geht  auf  5.  Mos.  26,  12, 
wie  schon  die  Altenburger  Ausgabe  von  Luthers  Werken  3,  112  gesehen 
hat);  2,  25  nieemät;  3,  12  Math.  5  (gemeint  ist  7,  12);  7,  7  Tessa.  6. 

L.  Panzer  2707. 

Dye  Grundtlichen  Vnd  rech-|,ten  haupt  Artitkl,  aller  Baur-{  schafft  vnd 
Hjndersessen  der  |  Gaistlichen  vnd  Weltli-|  chen  oberkayte ,  von  |  w6lchen 
sy  sich  I  beschwert  ver-jmainen.  ||  Holzschnitt  60:73  mm:  1.  vier  stehende,  r.  drei 
sitzende  Bauern  lebhaft  gestikulierend.  Titelbordure  aus  vier,  innen  geradlinig 
abgeschnittenen  Stücken,  170  :  120  mm.  Sechs  Blätter  in  Quart,  Titelriickseite 
und  letzte  Seite  frei.  Stil  der  Bordüre,  Typen,  Wasserzeichen,  Kolumnen- 
höhe und  -breite  stimmen  zu  Drucken  Hans  Schönspergers  in  Augs- 
burg. Vorhanden  in  Augsburg ^  Berlin,  Dresden  (2),  Halle,  Jena*,  Königs- 
berg, Leipzig,  Wien  (als  Beilage  zu  Thomans  Weissenhomer  Historie.^) 

^  Hiemach   wohl   der  Auszug   im  Jahresbericht   des  bist.  Vereins  für 
Schwaben   und  Neuburg  1842  f.  S.  80—82  (sog.  Roggenburger  Exemplar). 
'  Aus  dem  Nachlass  Wolfgangs  v.  Goethe. 
'  Baumann,  oberschwäbische  Quellen  S.  65.  239. 


16  Alfred  Götze. 

Einl.  4  versalmmleten;  15  Christelich;  17  rede,  von;  20  die  d  sen;  3*2 
lement);  42  erretten:  Ja  er  wirts  erretten.  Vnnd;  1,  18  turch;  2,  2  it  alten ; 
3,  3  zfi;  5  vergiüssen;  15  oberkait;  4,  7  ortem;  16  vaascr;  19  brudelicher 
liebe;  20  dorumb;  5,  4  bedarfit;  5  maygnung;  9  brennez:  18  liebe;  (iloBse 
zu  Einl.  18  Rom.  2.  2;  4,  17  erpietimg;  6,  5  Rorm. 

Z.  Weller  3276. 

BeBchwerung  vnd  freimtlich  beigeren  mit  angehefflem  Christlichem 
erbie-jiten  der  gantzen  Bawerschafft  So  ||  itzund  versamlot  tu  zwelff  hawbt 
Artickel  auffa  kurtzist  gefuget  |  darunter  Holzschnitt :  Bauer  mit  Schwert  an 
der  Seite.  Bordüre  v.  Dommer  395  Anm.,  danach  Druck  von  Jörg 
Gastel  in  Zwickau.  6  Blätter  in  Quart,  Titelrückseite  bedruckt,  letzte 
Seite  frei.  Vorhanden  in  Aschaffenburg,  Breslau  U,  Dresden,  Frankfurt, 
Giessen,  Göttingen,  München  U,  Wernigerode,  also  vorwiegend  in  Mittel- 
deutschland. 1525  kam  dieser  Text,  wie  die  Existenz  von  X  beweist,  nach 
Wittenberg,  hier  scheint  ihn  Luther  benutzt  zu  haben  (vgl.  Einl.  20  lieblich; 
40  Israel;  1,  6  eynen  mit  seiner  Ermahnung  zum  Frieden),  dann  ist  Z  in 
die  Wittenberger  Ausgabe  von  Luthers  Schriften  2,  75  ff.  übergegangen 
(Einl.  31  das  das  wort;  39  wider  streben;  11,  9  dis),  von  hier  in  die  Jenaer 
8,  111  ff.  (Einl.  6  Evangelien;  Glosse  zu  12,4  dieweil  alle  die  Artickel), 
daraus  wieder  in  die  Altenburger  3,  111  ff.  (Glosse  zu  Titel  angehefftem: 
Ja  hinter  sich;  Einl.  39  Msy'estet;  1,  1  Folgen  die  XII.  Artickel  der  Baur- 
Bchafft),  zu  den  Bibelglossen  der  ersten  neun  Artikel  sind  hier  die  Vers- 
zahlen  zugefügt.  Das  übernimmt  die  Leipziger  Ausgabe  19,  250  ff.,  während 
Walchs  Ausgabe  16,  24  die  Glossen  weglässt.  Diese  fünf  Abdrucke  sind 
modernisiert,  treuer  giebt  den  Text  Z  Waldau  in  den  Materialien  zur  Ge- 
schichte des  Bauernkriegs  1,  16  ff.,  die  Glossen  lässt  auch  er  weg. 

L  Besserungsversuche:  Einl.  3.  6  sind;  8  orten  entborung,  Sich 
heben;  14  vngehorsamkeyt;  16  entporung;  24  widerchristischen ;  34  die  yn; 
1,  6  eynen;  12  gibt;  17  mögen;  2,  10  Seynen  zimlichen;  14;  5,  17  sachen; 
18  vberflüsse;    24   ablosen;   26   wollen   sollen;   27  wir   yhnen;    3,  3  habe; 

5  vergiessen;  18  vnserer;  4,  3  mann  gewalt;  4  ym;  fahen  wilchs;  7  an; 
16  wissenlich;  20  thun;  5,  12  worden;  7,  2  vns  hynfurt;  6  dringen  noch 
zwingen;  10  andern;  8,  1  achte;  5  erbere  leut;  9,  6  zu  straffen;  12,  12  be- 
schwerung;  16  Amen;  Glosse  zu  2,  20  erbitten. 

Druckfehler:  Einl.  1  Christlichem;  10  obirckeyt;  12  vrteylen 
beschriebene;  17  auffrhuren;  18  verheyschen;  28  ist,  ist 
32  lernet;  38  gereicht;  39  mafs;  41  nach  heute;  1,  2  ersten;  5  gewait 

7  Pharrer;    10  alle;  13  vnd;  20  vnd  diser;  2,  2  dene;    4  zu  geben 

6  so  er;  7  verknndt;  9  denen;  20  der,  vmb  zu  zeyge;  3,  6  keynem 

8  wollen  nach  frey  ausgefallen;  10  fleyschlichem;  20  gehorsame 
22  erlassen;  4,  8  mechtigen;  5,  1  articktl^;  3  herschafft;  5  moynnng 
14  selligen;  6,  3  welcher;  4  eynseher;  7,  3  weyfs;  4  er;  5  dises 
8,  1   articktl;   2  sitzen;   6  nach;   am  zinse   gelt  erschaff;    7  eybeyt 


Das  Dresdner  Exemplar  hat  Artickel. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1686.  17 

D,  1  neuude;  10,  7  gfitlich  brnderlich;  11,  8  abthun;  12,  6  wolten; 
Glosse  za  Einl.  18  ff.  2,8;  3,12  weggefallen;  2,24  Math.  15  mann 
soll  niemants  nehmen;  8,  8  11.  Petr.^;  4,  12  Golosser;  5,  12  Für  aas 
an  streyttung  des  solt  geschehen;  12,  9  erbitüg. 

n.  Mhd.  ei  und  !  ist  durchweg  mit  ey  gegeben  ausser  2,  10  gemein, 
j  beseichnet  nur  auslautendes  i,  v  nur  anlautendes  u,  daher  Einl.  14  u.  0. 
ia;  Einl.  83  u.  ö.  folget;  doch  2,  25  vorfaren.  y  ist  beseitigt  ausser 
Einl.  44  lyfs,  es  ist  eingeführt  in  die  Präposition  yn,  ym  und  das  Pronomen 
yhn,  ym,  yme,  yhm,  ynen,  yhr,  yhre,  sowie  in  hyn;  2,  4  mynder;  2,  80; 
6,  6  ynne;  8,  17  yderman;  4,  8  wyl;  10,  3  wysen;  11,  3  nymmer. 
0  und  u  gelten  in  der  Begel  auch  für  den  Umlaut,  für  die  Diphthonge 
aw,  ew.  Vor  Konsonantgruppen  wird  aw  durch  au,  ew  durch  eu  ersetat. 
Umgekehrte  Schreibung  ungerundeter  Vokale  ist  beseitigt,  die  Entrundung 
bis  auf  Titel ;  12,  2  zwelff. 

In  den  Verbindungen  Id,  nd,  rd  steht  d  statt  t,  dt  wird  meist  zu  d 
oder  t  vereinfacht,  doch  Einl.  42  erredten;  9,  4  neydt;  11,  7  handt.  dd 
steht  regelmässig  in  widder  und  odder,  gelegentlich  in  taddeln  Einl.  88 
und  Widder  r=  weder  11,  11.    Statt  nit  steht  nicht  ausser  Einl.  41;  8,  10. 

m,  1.  SUtt  da,  dar  hat  Z  Einl.  28  u.  0.  do,  dor,  statt  nach  3,  14  u.  5. 
noch,  statt  dann  und  wann:  denn,  denne,  wenne. 

2.  Häufig  wird  unbetontes  e  an-  oder  eingefügt:  Einl.  9  hauffe; 
geystliche;  11  villeychte;  23  deme;  26  feynde;  87  were;  1,3  vnsere 
demutige  u.  s.  f ,  Einl.  4  versammeleten;  85  genennet;  1,  9  er- 
welete;  16  stehet;  20  gegründet;  2,  8  alles  erfüllet;  12  gemeyn; 
8,  16  gehorsam;  4,  15.  19  genügsamer;  6,  6  genedig. 

8.  Vereinzelt  tritt  i  an  Stelle  des  unbetonten  e:  Titel  kurtzist;  Einl. 
2:  6,  7  Gottis;  Einl.  10  obirckeyt;  3,  12;  4,  11;  12,  12  nehisten; 
nechisten;  Glosse  zu  12,  5  Gotis. 

4.  Silbentrennendes  h  steht  1, 16  stehet;  19  furgeher;  3,10  freyhem, 
fehlt  Einl.  40  Israel. 

5.  Einzelheiten:  Einl.  6  u.  ö.  Euangelium;  8  entb6rung,  14  u.  ö. 
entporung;  12  antwortten;  15  u.  ö.  Christlich;  20  lieblich;  27 
Teuffei;  36  Bawern;  1,  9  bilde;  15  eyngebildet;  19  u.  ö.  für;  2,  7 
Seynt.  willens;  8  Probesten;  9  eynsameln;  15  u.  ö  sal;  20  u.  ö. 
hetten;  21  eynen;  28  oben  stat;  82  viech;  3,  4  kostbarlichen  blüt; 
10  u.  ö.  geboten;  4,  3  gefogel;  18  u.  ö.  sehen;  5,  9  jglichem;  not- 
turft;  7,  6  änderst;  8,  2  ynne;  4  buesen;  verterben;  7  thue;  10,  8 
zugeeygent;  8  vorgleychen;  11,  6  mancherley;  12,  4  vormeynen. 

X.  Woller,  Supplement  333. 

Beschwervug  vnd  fru;,ntlich  begeren  mit  ||  angehefitem  Cristlichem  er- 
bieten der  II  gantzen  Bawerschafft  Soitzund  |  versamelt  yn  zwelff  hawbt 
Artjtickel  auffs  kurtzist  gefuget  ||  drei  Blattstücke.  Bordüre  v.  Dommer  87  A, 
danach  Druck  von  Nickel  Schirlentz  in  Wittenberg.  Sechs  Blätter 
in  Quart.    Vorhanden  in  Göttingen. 

*  Das  Dresdner  Exemplar  hat  1.  Petri.  2. 

HistoT.  Viertelijahnchrin.  1908.  1.  2 


18  Alfred  Götze. 

I.  X  verbessert  die  oben  nicht  gesperrten  Druckfehler  von  Z,  damit  es 
trotzdem  der  schlechteste  Text  der  zwölf  Artikel  bleibt,  führt  es  folgende 
neue  Druckfehler  ein:  Einl.  1  lesee;  11  villichte;  dissent;  15  entauldigen; 
16  Euangilium;  17  Christi;  19  enjkeick;  22  Euanglium;  24  Euageljum;  30 
▼nglaben;  31  fehlt  das  eine  das;  32  weggenommen;  37  zn;  39  sterben; 
41  mvg;  1,  1  artickel  der;  7  keysen;  2,  7  hinfurr;  9  eynen;  10  v6;  13  durf- 
fentigen;  18  auch;  26  zugeejtgent;  27  weyrters;  8,  2  bist;  3  erbarme,  ist 
ansehen;  4  kostbarlich;  6  vergissen;  4,  2  Zum  virden;  4  fleiessenden 
6  vnbruderllch;  8  mechtiget;  9  waschsen;   10  mutwilligch;  16  genusamer 

5,  9  nottorfft;  13  erkanfft;  17  vorglychen;  18  heyliher;  6,  6  se;  6  gedinet 
7,  8  weys  eyn  alt  herkomen  hat  sol;  8,  6  lasen;  9,  1  nenude  artitk;  6  strafft 
11,  3  nochstaien;    5  berawb;    6  man  mancherley;    von,  so;    8  geschuben 
9  des;  12,  2  beslieslich;  6  GSttis;  9  daa;  dodt;  Glosse  zu  Einl.  3  widden 
Christre;  7  Euangeli  frgcht;  1,  15  John.;  2,  15  Thor.;  28  Luce.  9;  33  fehlt 
1;  8,  2  Esaie.  88;   8,  8  11.  Petr:   7;  3,  20  Am  Chriistlich  erbtuug;  4,  16  zu 
tief;  7,  7  Thess  9.;  9,  2  Esai  0.  Ephe;  9,  5  Ihre  29;   11,  4  fehlt;  12,  6  ge- 
grifen.    Ausserdem  wird  öfter  d  mit  d'  verwechselt,  e  und  n  mit  e  und  n, 
die  Interpunktion   ist  höchst  unregelmässig,   die  Trennungsstriche  dienen 
gelegentlich  zur  Zeilenfüllung ,  Klammem  erscheinen  in  der  Form  (...(. 

Besserungsversuche:  1,  3  begeren;  4  willen;  5  hinfurt;  20  schrift; 

6,  5  der;  9,  7  gunst  zu  straffen  domoch  die  sacht  ist;  12,  17  Gottes  wort 
Ynd  will  Beschehe  yn  allen  Enden. 

IL  In  den  Abweichungen  ist  wenig  Absicht  zu  merken.  Für  i  tritt 
öfter  j  und  y  ein,  also:  dje;  nyt;  mensch^'chen;  erkentzijs;  wjr;  wyr; 
wyllens;  wyrd.  5  A  ü  sind  beseitigt  bis  auf  2,  29  ablSsen.  Md.  ist  5,  G 
bemnen  für  brennen. 

D. 

Die  gründtlichen  vn  ||  rechten  haupt  Artickel,  aller  Bauer- schafft  vnd 
Hyndersessen  der  Geyst-j^chen  vnnd  Weltlichen  oberkeyten,  Q  von  welchen 
sie  sich  beschwert  veij^meynen.  Auch  die  Handlung  vn  ||  Instruction  so 
fdrgenomen  woi||den  seynn  von  allen  Botthen  y  vnd  hauffen  der  Bauren,  || 
Im  XXY.  lar.  ||  Darunter  Holzschnitt:  ausschreitender  Landsknecht,  die 
Hellebarde  über  die  1.  Schulter,  Schwert  und  Federhut,  r.  Seite  und  r.  Bein 
längsgestreift.  Um  das  ganze  Bordüre  mit  Arabesken  auf  schwarzem 
Grunde,  die  schmälere  Kopf-  und  Fussleiste  aus  je  zwei  Stücken  zusammen- 
gestellt, auf  der  Fussleiste  r.  jagen  sich  Hunde.  Sechs  Blätter  in  Quart, 
Titelrückseite  frei.  Nach  Bensen  in  Rothenburg,  also  wohl  von  Conrad 
Kern  gedruckt,  der  sich  auch  anderweit  für  die  Revolution  bethutigt  hat.^ 
Vorhanden  in  Berlin*,  Heidelberg,  Wien,  Wolfenbüttel. 

D  ist  von  Bensen'  unter  Weglassung  der  Glossen  und  Paragraphen- 
zeichen  und  Auflösung   der  Abkürzungen   abgedruckt,    ü   giebt   er  meist 


^  Baumann,  Rothenburger  Quellen  58.  144.  366.  541.  581.  616. 
'  Lehnerts  Sigel  D '  konnte  aufgegeben  werden,  da  der  Druck  nirgends 
von  D  abweicht. 

'  Geschichte  des  Bauernkrieges  in  Ostfranken,  S.  514  ff. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1525.  19 

durch  ü,  6  dorch  ö  wider.  Ausser  im  Titel  weicht  sein  Abdruck  in  fol- 
genden Stellen  vom  Original  ab:  Einl.  7  Euangelions?;  8  u.  ö.  vn;  11  er- 
schlagen?; 16  u.  ö.  dz.;  26  nennen?;  2,  13  verbanden;  3,  11  u.  ö.  herren; 
4,  2  vierte;  16  vn  wissentlich ;  5,  9  war  eine  in  einem,  7,  4  eyne  in  eynem 
aufzulösen;  14  christenlich;  7,  8  gniessen;  9,  2  weschwert;  10, 2  seynn; 
7  vnnd;  11,  2  den. 

E.  Weller  Supplement  1,332. 

Der  grüntlith  vnd  ||  rechten  haupt  Artickel,  aller  Baur-{|schafft  vnnd 
hindersessen  der  ||  Geystlicben  vnd  Weltliche  oberkeyten,  vö  ||  welchen  sie|| 
sich  I  beschwert  vermeinen.  ||  Blatt,  zwei  Sterne,  Kreuz.  Bordüre  aus  einem 
Stück:  oben  hängt  in  einem  Ringe  eine  Guirlande,  r.  und  1.  von  Knaben 
gehalten,  die  auf  Blumenstöndem  stehen.  In  der  Mitte  der  Seitenleisten 
Maskarons,  darunter  wieder  Blumenständer,  auf  zwei  liegenden  Knaben 
stehend,  die  je  einen  Ellenbogen  auf  einen  Totenkopf  in  der  Ecke  stemmen. 
Vier  Blätter  in  Quart,  Titelrückseite  bedruckt.  Vorhanden  in  Frankfurt. 
München  U.,  Nürnberg  St.  Vom  demselben  Drucker  (in  Nürnberg?  v.  Dommer 
zu  Bord.  144)  und  mit  derselben  Bordüre  ist  das  Exemplar  der  Bundes- 
ordnimg  gedruckt,  dessen  Titel  Baumann,  Geschichte  des  Allgäus  3,  34  in 
halber  Grösse  facsimiliert  hat. 

1.  Besserungsversuche:  Einl.  9  Geystliche;  14  vngehorsamkeyt; 
19  einigkeit;  2,  5  sichs;  3,  5  blut  vergossen;  20  werdent;  4,  20  anzeygung; 
7,  12  Pfenning;  8,  2  seyen;  5  erber  leüt;  7  tagl6ner;  10,  2  seyn;  12,  8  be- 
findt;  12  w6llen;  Glosse  zu  2,  16;  3,  4  Cor.;  2,  26  nichts;  6,  8  buchs. 

Druckfehler:  Einl.  23  leb;  24  Euägelio;  32  lernet;  1,  12  verkündig; 
16  klarlich;  3,  21  eygentschafiPt;  Cristen;  4,  10  mutwillichklich;  6,  7  herinen; 

7,  3  w6Ue;  11,  4  wesen;  eheren;  Glosse  zu  Einl.  40:  Exo.  3  vn  (14  fehlt 
am  Seitenende);  2,  9  Deut.  18  vü  12;  2,  26  nieman;  3,  7  Sapeiu;  11  Luce; 
12  fehlt  am  Seitenende;  4,  16  fehlt. 

n,  1.  ai  und  ay  werden  durch  ei  und  ey  ersetzt,  y  wird  beseitigt, 
z.  B.  Einl.  7  Nieman;  12,  16  niemandt;  31  hiemit;  1,  3  bit;  2,  24  zill; 
3,  6  hirten;  6,  11  zimern;  7,  1  sibendt;  8,  7  thie;  Glosse  zu  12,  6  begrifen. 

2.  ü  ist  durch  u  oder  ü,  A  gleichfalls  durch  ü  ersetzt  (doch  1,  18;  4,  10 
mfissen),  daher  bezeichnet  ü  nicht  immer  den  Umlaut:  Einl.  29  teüffel; 
32  würde;  37  rüffend  u.  ö.  Der  Umlaut  bleibt  öfters  unbezeichnet:  vber; 
für;  Einl.  6  und  Glosse  irucht;  42  kurtz;  1,  6  furohin;  4,  9  vnuemunffbigen ; 

8,  3  künden. 

3.  Die  Entrundimg  ist  beseitigt  ausser  Einl.  10  außzureytten;  1,  17 
kinden;  4,  3  gefigel;  8,  7  thie;  10,  6  beschitzen;  12,  2  zwelfften,  also: 
wollen;  1,  3  demüttig;  3,  17  demütigen;  1,  20  gegründ;  2,  24.  29  ablSßen; 
8,  4  einbüssen  u.  s.  f. 

m,  1.  Dehnungs-e  ist  eingeführt:  Einl.  1;  12,  16  fried;  Einl.  11  u.  ö. 
diesen,  dießen;  12  nachgeschriebne ;  8,  2;  11,  11  viel. 

2.  Die  Ausgabe  ist  enger  gedruckt  als  die  meisten  andern.  Wo  der 
Raum  auf  einer  Zeile  knapp  wird  und  sich  der  Drucker  mit  Aendemngen 
wie  Gotes,  Gots  für  Gottes,  dz  für  das  nicht  helfen  kann,  greift  er  zu  Ver- 

2* 


20  Alfred  Qötie. 

einfachungen  wie  Einl.  7  Nieman;  orten;  19  dan,  Frid,  Gedult,  vnd  einig- 
keit;  26  nene;  26  f.  dz;  eÜich;  des. 

Umgekehrt  kommen  aber  auch  Erweiterungen  zur  Füllung  der  Zeile 
vor:  Einl.  41  scjnnen;  1,  11  u.  ö.  vnne;  2,  28  vnnsere,  2,  6  f.  soll;  Gott; 
vnnd;  seynenn;  2,  7  wortt  Gottes;  3,  14 f.  gebott;  vnnd;  vnns;  nitt. 

3.  Einzelheiten:  Einl.  1  leser;  6  und  Glosse  neüwen;  11  \'illeicht; 
18  verhyssne;  Welches;  22  u.  ö.  würt;  25  cmpSrüg;  33  volgt;  36  baurö; 
87  engstlich;  89  maiestet;  Hatt;  40  Israel;  erhört;  1,  1  nochuolgend;  3  de- 
müttig;  7  u.  ö.  Pfarher;  14  gnad;  18  selig;  2,  3  u.  o.  Zehend;  6  mitteylen; 
8  Zehendt;  9  einsamein;  12  erkentnuß;  18;  6,  12  vorhanden;  14;  5,  17  er- 
kentnüß;  26  zu  geeygnet;  28  erweiten;  30  inhelt;  35  weyther;  3,  6  als 
8  syn;  18  gebotten;  14  gebott;  17  u.  ö.  gern;  20  onn;  4.  2  gewessen 
8  gehapt;  willprat;  4  fahen;  18  einsehen;  5,9  jeglichen;  notturft;  10  notten 
6f  7  ansehen;  7,  7  gut;  8,  2.  3  gütter;  6  billigkeyt;  9, 2  freuel;  11,  6  manigerley; 
8  betten;  bettend;  12,  12  beschwemüß;  nechsten;  GloRse  zu  Einl.  13  Ant- 
wort; 2,  20  erpitüg. 

A.  Weller  3280.     Panzer  2706. 

Die  gruntlicben  vnd  ||  Vnd  rechten  haupt  artickel,  |  aller  Baurschafft,  ; 
vnd  hyndersessen  ||  der  Geyst-||lichen  ||  0„berkey-||ten,  ||  von  welchen  sje  sich  \\ 
beschwert  vermeynen.  H 

M.  GCCG.  quadratum,  Iz.  et  duplicatü.  ||  V.  cü  transibit,  christiana 
secta  peribit.  ||  Ein  M.  vier  c.  zwey  1  darbey.  ||  Vnd  ein  x  das  zwifach  scy.  !; 
Bald  man  ein  ein  v.  dartzu  ist  schreyben.  ||  Werde  nit  so  uil  sectö  der 
christe  bleyben.  || 

Nürnberger  Druck?  Vorhanden  in  Berlin.  Der  Neudruck  bei  Oechsle, 
Beiträge  zur  Geschichte  des  Bauernkrieges,  S.  246  ff.  löst  die  Abkürzungen 
auf,  beseitigt  das  Paragraphenzeichen  Einl.  13.  15.  33,  ändert  6,  ii  in  ö,  \i 
and  bessert  an  folgenden  Stellen:  Einl.  11  zuerschlagen;  16  Enangelion; 
23  zeleben;  41  erlediget;  1,  9  pfarrer;  2,  7  Gotts;  2,  17  durff;  2,  31  Den; 
8,  10  nitt;  3,  14  darumb;  5,  13  wer;  7,  12  zuthon;  9,  2  iseyen;  10,  3  denn; 
11,  11  noch;  12,  12  anch;  12,  14  Dammb;  12,  16  vus;  Glosse  zu  2,  2  gantz. 

S.  Weller  3278. 

Di&  grundtliche  vnd  ||  rechten  haubt  Arti-|ckel,  aller  Baur-{|schaift  vnd 
hinjldersässen  der  [  gaystlichen  |  vnd  weit  ||  liehen  ||  ob- erkay-jten,  von 
weljchen  sy  sich  beschwert  ||  vermaynen.  ||  tf*  \\  Bordüre  aus  vier  Stücken, 
158  :  103  mm.,  Schriftfeld  120  :  70  mm.  Arabesken  aus  stilisierten  Drachen - 
leibem,  an  den  Mitten  der  Innenseiten  schraffiert.  Sechs  Blätter  in  Quart, 
Titelrückseite  und  letzte  Seite  frei.  Vorhanden  in  Zürich  St.  und  nach 
Weiler  in  Frauenfeld.    Druck  wohl  von  Andreas  Cratander  in  Basel. 

I.  Besserungsversuche:  Einl.  28  nitt  ain;  3,  3  wclchs;  9  leeret; 
11  vnsern;  15  oberkait;  20  werdSd;  4,  3  nit  ausgelassen;  6  vn- 
gemäß;  20  thun;  5,  16  verkaufft  wer  wordn;  6,  6  vnsere;  7,  8  riilich; 
8,  1  achtend;  2  seynn;  5  Erber  leüt;  9,  3  newe;  10,  2  seyen;  5  hende; 
11,  5  nemme  vnd;   8  ain  wenig;   9  sy  es;    10  hinfür  nichts;    11  vi! 


Die  zwOlf  Artikel  der  Bauern  1625.  21 

noch  Ifltzel;  18,  6  wolten  wir;  12  wSllen;  14  gebrauchen;  Glosse  zu 
1,  7;  2,  13  Tim.;  2,  16;  8,  4  Cor.;  6,  8  bÄchs;  9,  6  Hiere. 

Druckfehler:  Einl.  81  liebesfHd;  82  lernet;  40  schrejenn;  1,  lOmencfa- 
lichen;  2,  9  sSllen  ain  gemain  einsemlen;  24  zeil;  26  z.  geaignent;  4,  5 
fehlt:  vn;  9  verntUStigg;  10  m&twillgklich;  13  allen;  6,  14  Christelich; 
12,  7  man;  grundt;  Glosse  zu  2,  5  Psal.  119;  6,  11  Hieruß  nit;  15 
wirdet.  Angesehe. 

n,  1  ai  ist  durchgeführt,  auch  wo  es  M  nicht  hat;  anlautendes  j  der 
Vorlage  ist  in  i  (im,  ir,  iren;  hierinnen)  oder  y  verwandelt:  3,  17  yederman; 
3,  22  u.  0.  ym;  Einl.  40  jsrahel. 

2  &  statt  e:  Einl.  5  schm&he;  23  gem&O;  29  sch&dlich;  1,  11  u.  0. 
flt&ts;  14  best&ten;  2,  18  wäre;  19  u.  ö.  w&ren;  6,  13  w&r;  33  sch&tzen; 
S,  12;  4,  11  nächsten;  4,  3  willprät;  6,  2  beschw&rüg;  5  u.  ö.  be- 
schworen; 7,  7  u.  6.  beschw&rt;  12,  12  beschw&rnuO;  6,  3  tftglich; 

6  gnädig;  9,  2  fr&ffel;  10,  3  &cker;  11,  6  geschähe;  8  h&tend,  hättent; 
12,  4  gemäß)  w&re;  7  erklärt;  8  befand. 

3.  Die  Entrundung  ist  beseitigt:  EinL  10  Außreüten;  1,  17;  8,  8 
künden;  1,  20  gegründt;  2,  7  verkündt;  22  wSllend;  4,  3  geffigel; 
5,  14  u.  ö.  brüderlich;  8,  8  würdig;  10,  4  zu  gehörend. 

4.  b  steht  für  p:  Einl.  8  enbor;  bSme;  14.  16  embSrung;  20  lieblich; 
36  Bauren;  1,  16  eingebildet;  3,  4  kostbarlichen  blüt  vergeüssen; 
10  geboten,  13  gebotten,  14  f.  gebot;  Glosse  zu  2,  20  erbiettung. 

m.  Einl.  8  synd;  22  dar;  28  Ionen;  auffpSmen;  36  müggd;  auff- 
rfirisch;  37  rAffend;  1,  3  demAttig;  14  gnad;  16  nütz;  2,  6.  6  gepürt; 
8  PrSpst;  13;  6,  12  vorhanden;  17  landssteür;  21;  11,  6  gstalt;  22 
engelten;  27  sejen;  29  durfftigen;  30  innhelt;  3,  6  Hiertten  gleich 

7  gschrifft;   16  gehorsam;  sonder;  17  gen;  demütigen;  4,  4  fahen 

7  gwild;   9  wachssen;    20  gmajnd;   5,  9  ietliche;   8,  6  gült;   7  thAe 

8  seynes;  9,  7  gehandlet;  11,  6  schandtlich;  6  mangerlay;  7  hond 
12,  14  äbe;  Glosse  zu  Einl.  13  Antwort;  4,  12  Colloss. 

T.  Weller  3279. 

Die  grundtlichen  vnd  rechten  ||  haubt  Artickel,  aller  Baui^schafit,  vnd 
hindersessen  ||  der  gaistlichen  vn  welt||lichen  oberkayten,  1  von  welchen  sy  || 
sich  beschwärt  |  vermaynen.  |  Ji»  ||  Bordüre  aus  einem  Stück,  149  :  99'  nun, 
Schriftfeld  71  :  62  mm.  Oben  Engelsköpfchen  über  einem  Halbkreis,  den 
r.  und  1.  Engel  halten,  der  1.  mit  einem  Bogen,  der  r.  mit  einem  Spiesse 
bewaffiiet,  an  den  Seiten  Säulchen  auf  hohen,  viereckigen  Postamenten, 
uirten  Elephantenköpfe  r.  und  1.  von  einem  kurzen  Gehänge.  Horizontal 
grob  schraffiert.  Das  Aeussere  stimmt  durchaus  zu  S.  Vorhanden  in 
Basel  U.  und  nach  Weller  in  Frauenfeld. 

Einl.  3  seind;  4  vereandettg;  6  seynd;  8  embor;  15  Christlich;  18;  3,3 
welchß;  20  lieplich;  22  klar;  28  laine;  nit;  31  das  liebe,  frid,  vnd  ainigkait 
lernet);  34  zA  leer;  35  müget;  auffrArisch ;  89  mayesteet;  40  erhArt?  vnd; 
1,  10  menschlich^;  11  stets  vrekündige;  12  ^t;  2,  4  deßtermind';  7  ver- 
künt;  8  PrAbst;  9  einsamlen;  17  lands  steür;  21;  11,  6  gestalt;  24  zeyt; 


22  Alfred  Götze. 

26  z&geaignet;  29  dOrfftigen;  8,  4  vergyetsen;  6  Hierten;  7  geschriffl; 
10  gebotten;  17  yderman;  22  im;  4,  3  willbr&t  gefügel;  6  vngm&ß; 
9  wachßen;  YnuemüfiPtige ;  10  mütwilligklich ;  13  alle;  20  gemaynd;  5,  14 
Christelich;  8,  2  sejen;  8  wirdig;  9,  3  nefiwe;  10,  4  zugehoren;  6  vnbillich 
weyß;  11,  6  geschehS;  beschitze;  8  bettend;  betend;  12,  3  (aln  hie  gestelt 
.  .  .  gemftß);  7  man  vnns  mitt. 

W.  Weller  3287. 

Die  g^rundtlichen  vnd  rech|ten  baupt  Artickel  aller  |  baurschafft  vnd 
hinderseBsen  J  der  Geistlicben  vnd  Welt-|  liehen  oberkejten  vonn  (|  welchen 
sye  sich  be  |  schwert  Yermei-|)nen.  ||  Vier  Blätter  in  Quart,  Titelrückseite 
bedruckt.  Nach  Typen  und  Druckeinrichtung  von  Jobst  Gutknecht  in 
Nürnberg  (vgl.  Weller  3287)\  Facsimile  bei  von  Bezold,  Geschichte  der 
deutschen  Reformation  470,  verkleinert  bei  Baumann,  Geschichte  des 
Allgäus  3, 49.  Vorhanden  in  Frankfurt  (Senckenbergische  Bibl.).  München  HSt. 
Weimar.  Wolfenbüttel. 

I.    Besserungsversuche:    Einl.    10    oberkeit;    13    die    schmach 

14  vngehorsamkeit;   1,  8  den  selben  zu;  10  menschen  züsatz;  2,  8  auff- 
setzt;    12  fehlt:   landts;   3,  6  blütuergissen;    11  vnsem;   15  oberkeit 
20  werden;  4,  9  vnuernünfftige;  5,  2  fehlt:  auch;  7,  10  sein  für  and' 
8,  1  acht;  2  sein;  6  erberleüt;  Glosse  zu  2,  15;  3,  4  Corin.;  4,  18  ausgelassen 

Druckfehler:  Einl.  20  leiplich;  1,  9  Enangelion;  16  nichs;  2,  2  ander; 
der  fehlt;  9  ein  Pfarher;  38  zehe;  4,  4  flissenden;  6,  8  fehlt:  wolche;  7,  11 
baur;  Glosse  zu  Einl.  6 — 18  zu  tief;  zu  2,  2  fehlt  am  Seitenende;  19  christ- 
lihh;  3,  20  christsich;  4,  12  Colloss.;  12,  3  fehlt  im  Wolfenbüttler  Exemplar, 
nicht  im  Münchner. 

n.  y  ist  beseitigt  ausser  gelegentlich  in  ey,  z.  B.  Einl.  19  eynikeiten; 

40  Bchreyend;  44  vrteyle;  ausserdem:  Einl.  13;  2,  30  sye;  11,  7,  8;  12,  9  sy: 
1,  7  kyesen;  2,  24  zyl;  ai  ist  in  ey  verwandelt;  ü  ist  beseitigt  in  zum,  zur; 
dt  ist  vereinfacht  ausser  Einl.  35  begerendt;  43  nachuolgendt;  8,  7 
erfindt;  12,  2  endtlich;  7  grundt,  dagegen  eingeführt  4,  2  vierdten;  9,  2 
neündten.  Entrundung  ist  beseitigt  Einl.  10  auDzüreüten;  1,  17  künde; 
20  gegrünt;  2,  7  verkündet;  29  ablSsen;  5,  14.  18;  10,  7  brüderlich;  8,  3 
künde;  10,  4  gehSrend;  11,  10  hinfür. 

IQ.  Einl.  1  leser;  8  orten;  mitt;  11  villeicht;  12  Antworten;  25  Em- 
pSrung;  26u.  ö.  etlich;  des;  27  solche  anmütung;  29  teüffel;  81  Hiemit; 
82   weggenomen;    85   genennet;   86    Bauren;   87   rüffent;   89  u.  ö.  Hatt; 

41  u.  ö.  nitt;  48  Solch;  44  ließ;  1,  1  Hienach  volgen;  8  demütig;  5  fürhin. 
7  u.  ö.  Pfarher;  9  hielte;  10  on;  12.  14  gnad;  14  besteten;  eingebildet; 
16  nütz;  gschrifft  staht;  18  barmhertzikeit;  selig;  19  solcher;  20;  7,  9 
n6t3;  20  gschrift;  2,  6  mitteilen;  7;  7,  2  hinfür;  8  PrSpst;  9  einsamlen; 
12  n.  6.  erkantniß;  14  sein;  15  behalten;  19  u.  ö.  meer;  25  solchs;  80 
Inhalt;  81  weltlich;  8,  1  dritt;  8  welch;  6  hirte;  als;  9  u.  ö.  wollen; 

15  gepott;  16  ghorsam;  17  dem&tigen;  18  erwSlten;  4,  1  vierd;  8  wiltpred; 
4  fahen;  5  u.  ö.  sonder;  7  orten;  9  wachßen;  10  mutwilliglich ;  13  vogel; 
18   einsehen;   19  genügsam;   5,  1  fünfft;   2  sein;    8  u.  ö.  herrschaiften ; 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1626.  23 

5  ynser;  9  nottorfft;  10  u.  ö.  sonst;  10  vonn;  wQrde;  12  vorhanden;  14 
christlich;  16  g&tt;  18  heiiger;  6,  4  einsehen  darin  thA;  6  hierin  an- 
sehen; ^ter;  7,  1  Sihend;  6  hem;  7  Damit;  solch  gut;  8  rAblich;  11  nicht; 
12  pfennig;  8,  7  thA;  9,  2  beschwert;  freuel;  6  zeite;  10,  1  zehend; 
d  äcker;  11,  6  orten  (mengerley;  6  geschee;  12,  6  dauon;  10  mitt;  12  be- 
schwemiß;  nechsten;  14  christenlicher;  üben;  Glosse  zu  4,  16  Ein  christlich 
erpitüg;  11,  2  Deuter.  18.  Mattx.  8. 

U.  Weller  3283. 

Die  6rundtlich|{en  vnd  haupt  Q  Artickel :  aller  Baurschafft  |  vnnd  Hynder- 
s&ssen:  der  |  Gaystlichen  vnd  welt-||lichen  Oberkajten:  vö  ||  wSlchen  sie  sich  || 
beschwert  verj^majnen.  ||  Bordüre.  Druck  von  Johann  Schott  in  Strass- 
burg.  Sechs  Blätter  in  Quart,  Titelrückseite  und  letzte  Seite  frei.  Vor- 
handen in  Stuttgart. 

1.  Besserungsversuche:  Einl.  10  weltlich;  1,14  nitinvns;  3,  Swelchs; 
4,  18  mäD;  6,  2  holtzung;  4  etwas;  9  notdurfft;  14  dem  selben;  7,  3  wie 
es;  9  der  herren;  8,  6  Erber  leüt;  9,  3  straff;  11,  8  abthan;  6  beschützen; 
12,  12  der  nächsten;  wollen;  Glosse  zu  2,  9  Deü.  18.  vnnd  12.  (auf  der 
nächsten  Seite  oben  wiederholt);  2,  26  nichts;  7,  7  Thessa.;  11,  2  Math.  8. 
vnnd.  23. 

Druckfehler:  Einl.  1  Leser.  Fryd;  12  Anworten;  81  Hiemitte:  das: 
wort;  39  Mayestat;  2,  3  als  ausgelassen;  4  deistminder;  80  innhalt;  3,  10 
flaischlische ;  4,  6  gemeßcsein;  6,  2  feünfften;  7,  1  Arctickel;  3  w6lle;  8,  4 
drrauff;  9,  1  Nüendt;  10,  4  gehöret;  11,  6  m&niger  gestalt;  12,  11  warhat; 
Glosse  zu  2,  32  zu  hoch;  6,  10  fehlt:  ist. 

n.  Vor  Einl.  33  und  Artickel  2 — 12  ist  das  Paragraphenzeichen  einge- 
führt, statt  der  Kommata  stehen  meist,  aber  nicht  konsequent  wie  in  N, 
Poppelpunkte,  die  Entrundung  des  5  und  fi  ist  überall  beseitigt,  ai  steht 
auch  1,  16  flaysch;  6,  6  gaistlich;  18  hailiger;  Glosse  zu  2,  19;  4,  16  ain. 
y  ist  eingeführt  in  ym,  yn,  ynen,  yr. 

m,  1.  Seltsame  Verdoppelung  des  n  steht:  Einl.  29  Euanngelij;  30  vnn- 
glauben;  2,  11  auffennthalt;  9,  ß  gehanndelt;  7  gunnst. 

2.  Einzelheiten:  Einl.  8  auff  bomen;  16  Baum  Christlich;  22  Baum; 
38  lautter;  34  solchs;  41  heütt;  44  mitt;  1,  7  kysen;  18  aUein;  sin;  9  ein- 
samein; dauon;  11  noch;  12  gemain;  16  damit;  17  lands  steür;  18  Über- 
schuß; 26  vorfare;  26  u.  ö.  sSUen;  33  schätzen;  3,  6  plAt  vergiessen;  als; 
10  fryem;  17  yeder:  mä;  20  gern;  22  entlassen;  4,  1  vierdt;  8  wilpret; 
7  gewilt;  trotz;  10  vnutz;  11  nächsten;  12  hatt;  13  über;  16  vnwissentlich; 
6,  3  habendt;  4  allein;  7  u.  0.  nicht;  8  falen;  6,  3  welche;  täglich;  6  hyer- 
innen;  altem;  8  nyssen;  10  seyen;  8,  6  billigkait;  7  thü;  8  tagwürcker; 
wyrdig;  9,  6  allter;  11,  2  wolln;  8  hetten;  bettend;  12,  1  Zw5lfften;  7  er- 
klärt; 8  befündt;  9  sSllen;  Glosse  zu  Einl.  6  neüwen. 

F.  Weller  3281. 

Die  Gnmdtlichen  vnd  rechte  H  haubt  Artickell,  aller  Bawrschafft  unnd 
Hyndersessenn  der  ||  Geistlichen  vnnd  Weltlichen  Oberkeyten,  von  welchen  || 


24  Alfred  Götse. 

tie  flieh  beschwert  vermeynen.  H  Zientück  H  Bawrschafft  BlatUtflck  ||  Holz- 
schnitt mit  dem  bei  Stern  wiedergegebenen  Zeichen:  Tor  einem  Haufen 
Landsknechte  reitet  ein  b&rtiger  Ritter  mit  langem  Schwert,  Federhut  und 
Fahne,  auf  der  ein  Kreuz  steht '  Vier  Bl&tter  in  Quart,  Titelrückseite  be- 
druckt, letzte  Seite  frei.  Nach  der  üebereinstinmiung  mit  Ausg.  A  von 
Luthers  Bapstesel  und  Munchkalb  ist  der  Drucker  Johann  Grünenberg 
in  Wittenberg.  Vorhanden  in  GOttingen,  Kopenhagen,  nach  Weller  3281 
auch  in  Nürnberg  G.  M.     (Verwechslung  mit  G.?) 

1.  Besserungsversuche:  Einl.  8  grosser;  26  ettliche;  44  liß  sie; 

I,  12  gibt;  16;  3,  7  schrifft;  2,  10  tzymlichen;  22  solt;  3,  16  oberkeit; 
17  jederman  demiltigen;  20  werdent;  5,  9  notturfft;  7,  3  wy  eß; 
8,  6  Erberleute;  11,  3  abthun;  5  nemen  vnd;  12,  8  befind;  Glosse  zu  2,  15 
1  Corin.  9;  25  nichts;  8,  4  Ck>rint.;  5,  8  büchs;  angzeigt. 

Druckfehler:  Einl.  18  Welch;  1,6  gantz;  2,  4  rchten;  28  vnd  er- 
halten; 31  uit;  3,  16  allien;  5,  5  mayunge;  14  Christelich;  7,  3  woUe;  11,  2 
genadt;  9  gemömen;  Glosse  zu  5,  6  ebenn. 

n,  1.  ai  der  Vorlage  ist  durch  ei,  öfter  durch  ey  ersetzt.  Das  Verbum 
sein  nebst  seind  Einl.  3.  6  u.  ö.  ist  von  dem  Pronomen  seyn  unterschieden, 
y  ist  eingeführt  in  die  FiAposition  yn,  ym  und  das  Pronomen  yhm,  yr  u.  s.  w., 
femer  öfters  neben  n  und  m:  5,  7  ynnen;  6, 4  u.  ö.  tzymlich;  6  hierynnen; 

II,  8  nymer;  Glosse  zu  2,  25  nymät.     Anlautendes  j  ist  beseitigt. 

2.  Meist  ist  ü  beseitigt,  ü  durch  i&  ersetzt.  Umlaut  des  u  ist  nicht 
bezeichnet:  Einl.  24  mugen;  42  kurtz;  1,  5  furthin;  8  vngepurlich; 
12  verküdigen;  17  küden;  18  müssen;  2,  3  erfuldt;  vber;  für;  8,  7 
thue  u.  8.  f.  Entrundung  und  umgekehrte  Schreibung  ungerundeter  Vocale 
ist  bis  auf  sechs  Fälle  beseitigt. 

ni,  1.  e  ist  eingesetzt:  2,  4  gerne;  12  gemein;  25  solliches;  3,  16 
gehorsam;  7,  6  u.  ö.  meer;  Glosse  zu  2,  2  gantze,  weggelassen:  Einl.  22 
Bawm;  1,  6  gantz;  10  on;  14  gnad;  3,  5  erlSst;  Glosse  zu  5,  11  Hirauß; 
12,  5  sein. 

2.  Vor  jeden  Absatz  sind  Paragraphenzeichen  gesetzt,  zur  Zeilenfüllung 
dient  häufig  auslautendes  nn. 

3.  Einzelheiten:   Einl.  1  leßer;    10  u.  ö.    5berkeyten;    12    und   Glosse 
antworten,    Antwort;    15    Christlich;    17    u.    ö.    ader;    20   lieblich; 
25  EmpSrung;  29  teuffei;   35  nicht;  36  Bawren;  37  engstlich;  1,  5 
furthin,  10  tzusatz;  14  eyngebildet;  16  klerlich;  steht;  18  selig;  2,  2  ff . 
zehent,  zehand,  zehandt,  tzehendeo;  7  hinfur;  12  u.  ö.  erkentniß;  19  selbst 
25   vorfaren;    28    damit;    33  schätzen;    34  erticht;    3,  3  u.   ö.    tzu 
5  blutt  vergossen;    19  u.  0.  tzimlichen;    4,  4  fahen;    6  eygennüzig 
7  gewilt;  18  u.  ö.  sehen;  20  antzeygen;  5,  3  vnser;  11  tzimem;  17  er- 
kandnus;  7,  2  hinfur;  8  rewlich;  10  tzeyt;  11,  6  manicherley;  7  haben; 
lOhinfurder;  11  wedder;  12, 2  tzwelfften;  endeliche;  6  vntz  im  lieh  antzeygen; 
12  nechsten;  Glosse  zu  2,  20  erbiettung. 


^  Seidemann,  Thomas  Münzer  S.  54  erwähnt  einen  sonst  unbekannten 
Druck,  auf  dessen  Titelholzschnitt  über  dem  Ritter  das  Bild  eines  Opfer- 
lammes stehen  soll,  Stern  bezeichnet  ihn  als  F'. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1625.  25 

G.  Weller  3282. 

Die  Grundtlichen  vnd  rechte  ||  haubt  Artickell,  aller  BawrschafPb  vnnd 
Hyndersessenn  der  ||  geystlichen  vnnd  weltlichen  ||  Oberkeyten,  von  welchen 
sie  sich  beschwert  vermeynen.  1  A  G  Bawrschafil  Blattstück  1  Holzschnitt 
wie  in  F,  Druck  gleichfalls  von  Joh.  Grünenberg  in  Wittenberg.  Vor- 
handen in  Augsburg.  Nürnberg  G.  M.  Bis  auf  die  3.,  4.  und  6.  Zeile  des 
Titels,  die  wie  eine  Satzprobe  aussehen,  stimmt  der  Text  genau  zu  F. 

R.  Weller  3277. 

Die  Grundlichen  vnd  rechte  haubt  ||  Artickel ,  aller  Bawrschafft  vnd 
Hyndersessen  der  ||  (Geistlichen  vnd  Weltlichen  Oberkeyten,  |  von  welchen 
sje  sych  beschwert  1  vormeynen.  ||  Bawrschafft.  |  Darunter  Holzschnitt  16 
der  Ausg.  E  von  Luthers  Passional  Christi  und  Antichristi,  doch  nicht 
Druck  von  Matthes  Maler  in  Erfurt.  Vier  Blätter  in  Quart.  Vor- 
handen in  Berlin.  Frankfurt.  Gotha. 

I.  Besserungsversuche:  Einl.  18;  3,  3  Welchs;  20  die,  so  yn;  28 
nit  die;  29  schedlich;  35  odder  auffrurisch;  36  dy  .  .  .  ruffen;  44  fehlt: 
sie;  1,  11  stetz  zu;  12  Got  vmb;  13  ein  zu  bilden;  16  geschrifft;  20  schrifil; 
2,  4  rechte;  6  sychs;  6  oder  st.  geburt  es;  der  do  st.  so;  7  verkündiget. 
So  wolle  wir  hynfuro,  das;  9  disen  zehed  einsamle  vn  einneme  solle;  11 
gebe  erst  nach  gemein;  17  darff;  18  ob  es  sach;  19  ein  oder;  22  sol;  28  zu 
erhaltenn;  31  nit;  32  hat  das;  3,  2  sye  vns;  4  vnangesehen;  6  wol;  16 
allein;  4,3.  4  nit  ausgelassen;  3  geuSgel;  4  noch  yhm  zu  gelassen  ist; 
8  genome  habe,  wille;  9  vnuemun£ftigen ;  10  mutwiUiklich ,  das  müssen 
wir  leyde  vn  schweigen;  11  den;  13  die  vSgel  yn  der;  14  die  fysch;  19  wer 
das  nit  gnugsam  beweysen  kan;  5,  6  meynüge;  7,  2  kein;  3  wollen;  7  be- 
schwemns;  12  pfennig  dienstlich  seyn;  8,  1  acht;  6  billigkeit;  9,  2  mit  dem 
grossen  freuel;  11,  2  genandt;  8  abgethan;  4  vnnd  weysen;  ehr;  9  ge- 
nomen;  12,  6  anzeyget,  wollen;  9  das  sye;  12  wSlle;  Glosse  zu  4,  13  fehlt; 
5,  8  angezeigt;  18  erbietung. 

Druckfehler:  Einl.  12  vrteylen;  32  lernet;  33  fehlt:  dan;  1,10  vnv; 
2,  1  fehlt  Artickel;  4,  19  bruderlichet;  ö,  9  brengen;  7,  6  yhm;  9  were; 
8,  5  Erbleute;  9,  3  man  straff;  10,  4  selbibe;  12,  7  man;  Gloäse  zu  1,  11 
Deut.  XV.;  2,  19  fehlt;  7,  8  Thessa.  ij. 

n.  ü  ist  beseitigt.  Der  Umlaut  des  u  ist  nicht  bezeichnet:  Einl.  6 
fracht;  17  auffruren;  35  mugen;  1,  3  demutig;  2,  16  mußt;  3,  17  demutige; 
4,  6  vnbruderlich ;  6  eygennutzig;  18  must;  8,  3  gult;  künde;  4  einbuessen; 
10,  7  gütlich;  12,  8  befund;  14  vben. 

ß  ist  vereinfacht,  umgekehrt  nur  3,  15  weyßt. 

m.  Einl.  3  fehlt  das  Paragraphenzeichen;  4  versandeten;  14  vngehor- 
samkeit;  17  oder;  26  widderchristen ;  1,  8  vngeburlich;  11  gepot;  19  vor- 
gehet; 2,  13;  5,  12  vorhanden;  34  erdicht;  3,  4  kSstbarlichen;  13  gebotten; 
14  gebot;  4,  3  wilbret;  10  verfressen;  16  vnwissentlich;  5,  3  habe,  7,  8  Da- 
mit; 8,  8  nicht;  8  lohns;  10,  5  hende;  11,  6  mancherley;  8  betten;  11  widder; 
12,  6  abstan. 


26  Alfred  Götze. 

N,  Weller  3285. 

Die  Gnmdtlichen  vn  rechten  haupt  ||  Artickel,  aller  Baurschafft  vnd  j, 
HyndersesBen  der  Geistli-  ||  chen  vn  weltlichen  ober  ||  kayten,  von  welchen 
aj  sieb  beschwert  ||  vermainen.  ||  4  Blätter  in  Quart,  Titelrückseite  bedrackt, 
am  Ende:  Gedruckt  zu  Regenfpurgk  durch  Paulum  khol.    Vorhanden 
in  Dresden. 

1.  Verbesserungsversuche:  1,  12  gibt,  3,  6  pluet  vergiessen: 
11  vnsern;  20  werdent;  7,  8  fehlt:  rüeblich  brauchen  vnd;  7,  12 
Pfenning;  8,  6  Erberleut;  9,  3  straff;  12,  9  das  sy;  Glosse  zu  2,  25 
nichts;  5,  18  Christliche. 

Druckfehler:  Einl.  7  Euangelion?;  32  lernet;  1,  13  fehlt: 
waren;  4,  10  mutwilligklch ;  6,  2  beschweruug;  8,  6  besihtigen;  12,  8 
fehlt:  zu;  9  fehlt:  todt  vii;  Glosse  zu  4,  10  Thi.;  Chor.;  12,  S  Christ- 
lich erbietung. 

n.  1.  Die  Majuskeln  werden  gegen  Ende  des  Druckes  seltener,  von 
Einl.  20  an  werden  Doppelpunkte  statt  der  Kommata  gebraucht,  die  Lettern 
6,  Ji,  ü  fehlen  gänzlich,  ö,  ü  stehen  nur  Einl.  14.  16  Empörung;  37  erhöre; 
2,  8  kirchbröpst;  7,  9  nöten;  8,  6  erschöpfPt;  10,  4  zugehörende;  12,  15 
wollen;  1,  5  fürohin;  2,  5  gebürt,  sonst  hat  N  z.  B.  Einl.  34  zuer;  37  rueffet; 
2,  16  muest;  8,  3  wolch;  4,  5  vnbruederlich ;  12  erschueff;  15  gnuegsamer; 
5, 14  bryederlich;  18  bryederlichr;  8,3  kunen;  4  einbuessen;  6  gult;  7  thue; 
10,  7  bruederlich;    11,  10  hinfuro,    daher   auch  vber;   wellen;    12,  12  well; 

1,  7  Erwelen;  9  erweit;  1, 19  solcher;  20  gegpimt;  2,  7  verkunt;  28  Erweiten; 
30  innhelt;  6,  3  welche. 

2.  y  ist  meist  beseitigt,  stehen  geblieben  Einl.  13  sye;  17  Dye;  31  Hye 
mite;  &yd;  88  greyffen;  40  schreyendt;  44  lyse;  fleyß  u.  ö. 

3.  ai  ist  in  ei  verwandelt:  Einl.  9;  2,  80  Geistlich;   16;   1,  12;  19; 

6,  4;  8,  7  ein;  18  verheissne;  1,  9;  2,  SO  heilig;  3,  9  oberkeit;  5,  4  allein. 

4.  tt  ist  vereinfacht:  Einl.  8  orten;  26  etlich;  27  anmutung;  1,  3 
diemutig;  2,  15  behalten;  31  weltlich;  3,  4  mit;  6  Hyrten;  4,  3  hat; 

7,  7  guet;  9  nöten;  9,  2  beschwert;   5  zeyten;  11,  8  heten;  Glosse  zu 

2,  20;  5,  18  erbietung;  5,  12  nit. 

m.  Einl.  6  und  Glosse  newen;  auffpaumen;  10  zureformiren, 
auOzureutten;  11  villeicht;  13  Antworten;  15;  5,  14  Christlich;  24 
widr  Christen;  Euangelion;  25  Empörung;  26  feint;  27  solche;  28  laynen; 
auffpaumen;  29  schedlichist;  Euangelij;  32  vndergedruckt;  wcck- 
genomen;  35  genant;  39  seinr;  1, 16  klerlich;  schrifft  stet;  17  kunnen; 
18  selig;  2,  2  u.  ö.  Zehet;  6  mittaylen;  9  einsamlen;  14  seinn;  3,  1 
dritt;  4  kostbarlichn;  16  ghorsam;  sonder;  22  entlassen;  4,  4  fahen; 
7  orttern;  13  vogel;  18  eynsehen;  5,  9  ietzlichn;  notdur£rt;  10  u,  ö. 
sonst;  12  erwelet;  15  wen;  17  erketnnß;  6,4  ein  sehen;  6  ansehend 
7,  6  ime;  7  Damit;  9  hem;  12  thon;  8,  8  seines;  11,  4  witben;  6  ma- 
nicherlay  gestalt;  7  Haben;  12,  1  Beschlus;  3  gestelt;  5  selbe;  6  ab- 
stan;  8  artickl;  9  wern;  12  nechsten;  Glosse  zu  2,  4  Hebre  sagt;  3,  20 
Christlich  erbietüg;  11,3  Math.  23.  Math.  8. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1626.  27 

0.  Panzer  2709.     Weller  3286. 

Die  gmntlichen  vnd  ||  rechten  haubt  Artickel,  aller  Baor  ||  schafft  vnd 
Hjndersessen  der  ||  Geistlichen  vn  weltlichen  ||  oberkajten,  von  wel-  ||  chen 
sj  sich  besch-  ||  wert  vermay-  ||  -[  nen.  '•  ||  Blatttstück  H  Am  Ende:  Ge- 
druckt zu  Regenfpurg  durch  Paulum  Ehol.  Vier  Blätter  in  Quart,  Titel- 
rückseite bedruckt.     Vorhanden  in  München  H.  St.  (2).  Nürnberg  St. 

In  seinen  Abweichungen  von  N  entfernt  es  sich  weiter  als  dieses  von 
M,  schon  an  vier  Stellen  des  Titels.  Entscheidend  sind  drei  Stellen  des 
vierten  Artikels:  9  vnuemunfftigen ;  20  thün;  Glosse  zu  16  Christlich  er- 
bietung; femer  9,  3  grosser;  Glosse  zu  12,  8  Ain  christliche  erbietung.  0 
ist  also  eine  verbesserte  Auflage  von  N. 

Abweichungen:  0  hat  mehr  Majuskeln  als  N  (aber  Einl.  14  em- 
porung;  19  fride,  geduldt;  31  gottes,  2,  6  got,  4,  6  gots  u.  s.  f.;  38  tadlen; 

43  nachuolgendt;  1,  7  erwelen;  9,  2  neundten;  11,  1  aylfft;  2  aylfften);  es 
fuhrt  in  jn,  jm,  jren  anlautendes  j  wider  ein;  beseitigt  j:  Einl.  13 
sie;  17  die;  30  seinen;  31  Hie  u.  s.  f.;  setzt  es  aber  an  anderen  Stellen  ein: 
Einl.  12  vrtaylem;  17  weyl;  26  feynt  u.  s.  f.;  führt  6  und  A  wider  ein,  da- 
her z.  B.  1,  3  demfitig;  3,  17  demütigen;  2,  22  u.  immer  w6Uen;  26  zAge- 
aygent;  29  ablosen;  3,  16  u.  ö.  oberkait;  4,  4  zugelassen;  7  6rttem;  10  müt- 
willigklich;  6,  10  nodten;  14.  u.  ö.  brüderlich;  16  aüO;  6,  3  zAnemen;  7,  8 
mAg;  8,  7  thA;  11,  8  fAg;  Glosse  zu  6,  8  pAch;  ersetzt  die  Doppelpunkte 
der  Vorlage  durch  Kommata  und  beginnt  Artikel  2 — 12  mit  §. 

Im  einzelnen:  Einl.  8  ortten;  8  u.  ö.  vnnd;  12  Antwortten;  13  gottes 
18  verhaissne;  19  u.  immer  dann;  21  gn^unt;  26  widr  Christen;  29  teuffei 
fejndt  des;  33;  1,  10  lautter;  34  leer;  39  seiner;  42  erredten;  43  Solche 

44  vleyß;  1,  3  pytt;  6  furohin;  7  Pfarrer;  8  u.  immer  wann;  9  vnd  vnd 
11  gepot;  12  ain;  13  u.  ö.  vns;  19  u.  ö.  vnns;  20  gegrundt;  2,  6  gepürt 
8  dißn;  kirchpr5bst;  12  erkentnuß;  gemain;  14  sein;  einer;  20  etlicher 
halben;  28  vnnsere;  32  got;  viech;  3,  9  oberkait;  16  gehorsam;  20  zweyffel 
4,  4  fliessendem;  7  jnn;  9  lassen)  die;  11  stil  schweygen;  16  schrifk;  20  sols 

6,  3  u.  ö.  herrschafften;  9  notturfft;  6,  2  vnser;  beschwerung;  7,  2  weytter 
3  wie  es;  4  ers;  6  weytter;  9  herm;  12  thfin;  8,  3  kunnen;  6  besichtigen 
7  arbeit;  jetzlicher;  10,  3  wißen;  einer;  8  enander;  11,  6  mancherlay  ge- 
stalt;  9  genommen;  12,  2  maynung;  3  als  hie;  10  jn;  11  warheit;  12  be- 
schwemuß;  wel;  Glosse  zu  Einl.  7  Euangelj;  1,  16  Galla.  2.  und  so  sind 
die  Citate  noch  öfter  abgekürzt;  2,  2  gantz;  Hebreem;  3,  4  Corin;  4,  11  Cor. 

Y. 

Die  grundt-  ||  liehen  vnd  rechte  haupt  ||  Artikel,  aller  Baursch  ||  äfft 
vnd  Hyndersessen  ||  der  Graistliche  vn  weit  ||  liehen  oberkeyten,  von  ||  welche 
si  sich  beschwert  ||  Vermainen.  ||  Bordüre  bei  Dommer  Nr.  132  Anm. ,  da- 
nach Druck  von  Mathes  Maler  in  Erfurt.  Vier  Blätter  in  Quart,  Titel- 
rückseite  bedruckt,  letzte  Seite  frei.    Vorhanden  in  Strassburg. 

L  Besserungsversuche:  1,  9  gewolt;  2,24  ablossen;  8,  6  pliit  ver- 
gossen; 20  werdendt;  4,  3  gefligel;  9  vnuemunfftigen;  6,  9  notturfft;  14  dem; 

7,  8  gebrauchen;  8,  6  Erberleute. 


28  Alfred  Götze. 

Druckfehler:  Einl.  7  Nyemüt;  8  enpor;  4,  7  trutzt;  6,  2  be- 
Rchwerr;  5  gedlt;  14  Christelich;  7,  3  wSlle;  12,  5  die  selbien;  (tIobso  zu  2,  8 
Eenesis;  6,  13  außrayittüg. 

II.  1.  Anlautendes  j  ist  durch  y  ersetzt  im  Pronomen  yre,  ym,  ynen, 
der  Präposition  ym,  yn  sowie  ynnen;  y  ist  femer  eingeführt  in  wyr;  Einl. 
19  Fryde;  3,  16  dyß;  17  yederman;  6,  6  hierynnen;  Glosse  5,  15  wyrt. 
Viel  öfter  ist  y  beseitigt. 

2.  u  ist  durch  u  ersetzt,  durch  A  öfters  in  zu;  ferner  Einl.  37  n^ffent; 

1,  15  blüt;  4,  12  erschaff;  5,  5  miiß. 

3.  Oft  ist  der  Umlaut  nicht  bezeichnet:  Einl.  27  sollich;  1,  18  sollicher; 

2,  8  Bropst;  19  dorffer;  34  wollen;  5,  6  holtzer;  Einl.  6  und  Glosse 
frucht;  42  kurtz;  1,  5  furohyn;  8  vngepurlich;  11  verkundigen;  2,  6 f.  ge- 
hurt; 7  hinfuro;  13;  2,29  durflPtigen;  17  durfft;  6,2  funffiten;  7,2  hin- 
furo;  8,  3  gult. 

III,  1.  Md.  ist:  1,  17  zcu;  2,  24  zcyl;  5,  12  darzcu;  10,  4  zcu  gehö- 
rendt;  11,  11  tzu;  Glosse  zu  2,  2  gancz. 

2.  Zur  Füllimg  der  Zeile  ist  nn  eingeführt:    Einl.  40  hannd;    1,  14; 

3,  22  vnns;  18  vnnd  allaynn;  seynn;  19  werdenn;  2,  8  vnnser;  10;  9,  3 
mann;  19  denn;  8,  7  seinn;  12,  9  vonn;  Glosse  zu  6,  16  angesehenn. 

3.  Im  einzelnen:  Einl.  4  versanielt^n ;  6  seynd;  7  gehorsaz;  11  er- 
schlahen;  28  lainen;  36  ßaure;  39  maiestet;  1,  6;  7,  3  ein;  14  gnad;  15 
eingebyldet;  20  gegrundt;  2,  7  verkundt;  8  diesen;  11  genugsam;  12  gc- 
main;  vber;  17  steiür;  31;  3,22  odder;  3,16  gehorsam;  4,4  fahen;  9 
wachssen;  16  vnwyssentlich ;  18  eynsehen;  19  gnugsaz;  5,  12  vorhanden; 
6,  4  einsahen;  6  ansehen;  7,  3  bschwerg;  8,  6  bilikayt;  7  thue;  10,  16 
sonst;  Glosse  zu  Einl.  3  wydder;  3,  20;  4,  13  erpiettung;  4,  12  Colloss. 

B. 

Die  gmndtliche  vnnd  ||  rechtenn  haupt  Artickel  aller  Baurschafft  || 
vnnd  Hyndersesseun  der  Geystlichen  H  vnnd  weltlichen  oberkeyten  von  \\ 
welchen  sie  sich  beschwert  ||  Vermeinen.  ||  Holzschnitt:  stolzierender  Ritter 
mit  Hellebarde,  Schwert  und  Dolch,  gefolgt  von  einem  Pagen.  Vier  Blätter 
in  Quart,  Titelrückseite  bedruckt,  letzte  Seite  frei.  Nach  den  drei  Schrift- 
gattungen, Wasserzeichen  und  Anordnung  des  Drucks  von  AdamDyon  in 
Breslau.    Vorhanden  in  Breslau  St. 

I.  Besserungs versuche:  Einl.  11  villeycht;  14  die  vor  Emp6rung 
ausgelassen;  19  eynigkeit;  28  lehnen;  44  lyß;  1,  10  menschen  züsatz;  12 
gybt;  2,  2  ff.  Zehedt;  17  auff  weggelassen;  30  heylige;  32  den;  3,  23  das 
wyrß  seyen  ausgelassen;  4,  11  den  nechsten;  5,  9  ym  hauß;  7,  4  ym;  8 
ruhlich;    8,1  Achte;    12,6  selbenn;    14  Christlichen;    Glosse  zu  1,7  Tim.; 

4,  11  Cor. 

Druckfehler:  Einl.  3  sey;  14  fehlt:  die;  32  lernet)  vndergedtruckt; 
37  ruffet;  42  wires;  2,  8  diese;  25  erkanfft  hatt;  27  nen  st.  ynen;  eine 
Zeile  tiefer  vnysere;  5,  8  enheim;  9  yetzlechen;  10  wurden;  13  So;  16  nacht- 
mals;  18  geschriff;  6,  6  thn;  9,  2  newden;  Glosse  zu  Einl.  42  Loc«.  18.; 
1,  12  f  fehlt;  6,  18  fehlt. 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1586.  29 

n.  ei  steht  statt  ai  ausser  EinL  9  Gaistlich;  10  oberkaite;  12  vrtaylem; 
14  vngehorsamikait;  Glosse  zu  3,  20  Ain.  &  steht  statt  fi  ausser  Einl.  6  u.  ö. 
zu;  35  Auffrurisch;  2,  3  erfAlt;  16  mflOt;  8,  5  blut;  5,  5  muß;  7,  8  xnAg; 
8,  2.  3  g&tter. 

nL  Einl.  10  zu  reformire;  12  Antworten;  15  entschuldigen;  44  lyÜ 
1,  1  nacbuolgen;  7  erwelen;  9  geweit;  10  on;  15  eingebyldt;  16  steht 
17  künden;  2,  4  desteminder;  7;  11,  10  hinfurt;  8  Propst;  9  einsamein 
10  erweit;  20  hetten;  24  solchs;  28  Erweiten;  29  Nach  mals  abläsen;  30  jn 
helt;  31  wollen;  33  schätzen;  3,  1  dritte;  8  seyn;  wollen;  10  gebotten; 
17  wir;  17  ff.  gern;  20  seyn;  21  wor;  4,  1  vierde;  5,  14  bräederlich;  Christ- 
lich; 17  erkentnuO  bmederlicher;  6,  1  sechste;  7,  2  hin  fürt;  8,  8  künde; 
4  einbüessen;  6  gnlt;  10,  7  bruederlich;  12,  6  absten;  8  befundt;  13  vor- 
behaldten,  14  vben. 

V.  Weller  3284. 

Die  grundtlihen  vnd  rechten  ||  haupt  Artickel,  aller  Baürschafft  vnnd  j; 
hyndersessen  der  Oeystlichen  vnnd  ||  Weltlichen  6berkeyten  vonn  ||  welchen 
sie  sich  beschwert  ||  vermaynen.  ||  Holzschnitt:  Zwei  diskutierende  Bauern 
mit  Schwertern,  der  linke  hat  den  linken  Unterann  erhoben,  hält  in  der 
rechten  Hand  einen  Knüppel  und  trägt  einen  breitkrempigen  Filzhut,  der 
rechte  mit  spitzer  Nase  hat  beide  Hände  erhoben,  trägt  eine  Kappe.  Facsi- 
mile  in  halber  Grösse  bei  Baumann,  Geschichte  des  Allgäus  3,  52.  Sech» 
Blätter  in  Quart,  Titelrückseite  und  letzte  Seite  frei.  Vorhanden  in  München 
H.  St.     Stuttgart. 

I.  Besserungsversuche:  Einl.  14  vngehorsamckeit;  18  verhey sseneu ; 
33  vnd  laüther;  1,  12  gibt;  2,  15  behalten;  17  arme  man  legen;  81  welt- 
lich; 3,  4  plüt  vergossen;  6  keynen;  7  schrifft;  15  das  gebot;  18  vnserer 
20  werdent;  4,  4  wassern;  8  mechtigen;  9  vnuemünfiPtigeu ;  11  den;  20  thün 
5,  2;  10,  2  seind;  5,  14  mit  dem;  7,  3  wie  es;  8  rüwigklich;  8,  1  Achte 
8,  2  u.  0.  seindt;  8  taglSner;  9,  2  beschwert;  11,  6  beschützen;  12,  12  wollen 
16  AMEN;  Glosse  zu  2,  15  Corl.;  3,  4  Cor.;  4,  16  ausgelassen:  5,  8  buchs 
14  holtzes. 

Druckfehler:  Einl.  28  zu;  41  nitt  nach;  1,9  fol;  2,6  klär;  3,21 
eygentschafft;  4,  4  flyehenden;  18  müst;  6,  4  fehlt  wir;  6  heijnnen;  7,  9 
dinst;  8,  3  dieselbig;  5  Eberleut;  12,  4  vermeynung;  8  zu  lyeß;  Glosse  zu 
Einl.  15  Entschuldigen;  1,  11  Deut.  7;  2,  5  Pal.;  20  u.  ö.  herbietung:  9,  6 
Hiere.  6. 

n.  1.  statt  ai,  au,  ew  steht  ey,  aü,  eü.  Die  Entrundung  ist  be- 
seitigt: Einl.  10  außzureütten ;  1,  17  u.  ö.  künden;  20  gegründet;  2,  7  ver- 
kündt;  23  u.  ö.  wollen;  29  ablSsen;  4,  3  gefSgel;  5,  14  u.  ö.  brüderlich; 
8,  4  einbüessen;  10,  4  zugeh6rendt;  11,  10  hinfüro;  12,  2  zwSlfiften,  die  um- 
gekehrte Schreibung:  Einl.  11  villeicht;  2,  80  jnnhelt;  6,  3  welche. 

2    y  ist  beseitigt:  Einl.  6  sein;   13  sie;  17  Dieweyl;  31  fried;  33  die; 

39  Maiestet  widerstreben.;  5,  11  zimern;  6,  2  dienst  u.  ö.,  8,  6  gült;  7  thüe; 
12,  14  üben. 

3.  dt  ist  eingeführt:  Einl.  3  yetzundt;  21  grundt;  22  wirdt;  37  ruffendt; 

40  handt;   42  erredten;   2,  10  erw5ldt  wirdt;  27  seindt;   4,  7  gewildt;  9,  2 


30  Alfred  GOtze. 

Ncundten;  3  stedU;  10,  1  zehendt;  11,  6  schendtlich;  7  handt,  gelegentlich 
aber  auch  beseitigt:  2,  3  erfült;  17  lands  steüwer;  3,  22  entlasBen;  5,  6  gelt; 
11,  8  hettent;  12,  3  geatelt. 

4.  V  schreibt  vber,  vff,  mehr,  zehent,  sonder,  ettlich. 

in.  1.  Die  mhd.  Diphthonge  sind  monophthongiert:  1,  6  nun;  4,  9  zii- 
nütz;  13  lüfPb;  9,  7  günst;  11,  10  schuldig;  12,  2  beschl&ß;  Einl.  11  u.  ö. 
diesen;  12  nachgeschriebene;  19  friede;  20  friedlich;  1,  5  fürohicn;  2,  30  ge- 
schriefft;  32  viech;  6,  18  schrieflft;  7,  1  Siebendt;  9,  6  geschriebener;  10,  3 
wiesen;  12,  16  fried. 

2.  Der  Umlaut  ist  häufiger  bezeichnet  als  in  M:  2,  14  erkantnuß; 
Einl.  10  u.  ö.  5berkeyten;  4,  7  ortem;  Einl.  16  entschuldigen;  20  gedültig; 
32  vndergetrückt;  würde;  1,  16  nütz;  4,  6  dünckt;  6  eigen  nützig;  5,  10 
würdt;  12,  11  erfunden. 

3.  Einzelheiten;  Einl.  12  und  Glosse  Antwortte;  Antwort;  14  u.  ö. 
Zum;    23   zu   h6ren;    zu  lebe;    36  Baüren;    44  lese;    1,  3  demüttig;  4  wil; 

6  habenn;  10  on;  12  genade;  14  gnad;  16  eingebildet;  16  statt;  19  vor- 
geher;  Pfarher;  2,  4;  8,  13  gerne;  2,  6  u.  ö.  mittheylen;  9  samlen;  10  vonn; 
11  u.  ö.  genugsam;  22  nicht;  24  zyll;  26  hatt;  26  selbest;  27  weytthers; 
28  obsteet;  32  herre;  3,  4  alle  mit;  10  u.  ö.  gebotten;  freyhen;  12  nächsten; 
16  gehorßam;    16  yederman    demütige;    4,  4  fahen;    16  hett;    6,  3  haben; 

7  nicht;  9  u.  ö.  yeglichen;  notturffb;  12  erwelet;  für  hande;  13  were;  14 
Christlich;  16  geeygent;  6,  3  täglich;  4  einsehen  dar  jnn;  6  ansehen;  ge- 
dienet; 7,  4  verleyht;  6  weytther;  7  u.  ö.  Baüwer;  g&t;  11  nachtheyl;  8,  2 
jnnhaben;  4  baüem;  daruff;  3.  6  gütter;  6  billigkeyt;  9,  2  freuel;  10,  7  hett 

11,  8  nymer;    4  wittwen;    6  mancherley;    12,  8  yetzt;   befündt;    9  stunden 
Glosse  zu  2,  2  gantze  Epistell;    26  nichts;    6,  9  angezeygt;   12  Hirauß  nit 

12,  8  Dweil. 

J.  Panzer  2704. 

Die  gründtlichen  vn  rech  ||  ten  hawpt  Artickel,  aller  Pawr  H  schafft  vnd 
hyndersessen  der  ||  Geystlichen  vn  Weltliche  ||  Oberkeyten,  von  wel-  ||  chen 
sy  sich  gätz  hart  ||  vnnd  hoch  be-  ||  schwort  ver-  ||  maynen.  ||  Anno.  M.  D. 
XXV.  II  Bordüre  aus  vier  Stücken,  149:119  mm,  Schriftfeld  99 :  68  mm., 
rechts  und  links  schaut  je  eine  Knabe  hinter  einer  Säule  her\'or,  von  deren 
Kapital  Quasten  herabhängen  und  auf  denen  stilisierte  Halbfiguren  stehen. 
Oben  zwei  auseinanderstrebende  Delphine,  unten  schauen  sich  zwei  bärtige 
Männerköpfe  an,  die  auf  Füllhörnern  stehen.  6  Blätter  in  Quart,  Titelrück- 
seite bedruckt,  letzte  Seite  frei.  Nach  der  Übereinstimmung  mit  der  Trac- 
tica  vber  die  grossen  vnd  ma-  |  nigf eltigen  Coniunction  der  Planeten'  etc. 
1623  von  HieronymuB  Höltzel  in  Nürnberg,  der  auch  den  'Vertrag 
zwische  dem  löbliche  |  Bundt  zu  Schwaben,  vnnd  den  |  zwayen  hauffen  vnd 
versam  |  lung  der  Pawem  am  |  Bodensee  vnnd  |  Algew'  und  die  meisten 
Schriften  Diepold  Peringers  gedruckt  hat.  —  Vorhanden  in  Dresden. 
München  H.  St. 

I.  Besserungsversuche:  Einl.  9  geistliche;  11  gar  erschlagen?;  16 
emp6rung;  19  ainigkeyt;  30  wircket,  auf  daß  das  wort  Gottes,  das  liebe, 
frid,  vnd  aynigkeyt  lernet;    32  werde;   48  nachuolgende;    44  lyß;  vrtayle; 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1526.  31 

1,  12  Got  vmb;  2,  6  Pfarrer  klar  vn  lautier  dz  Gotßwort  züuerkündigen. 
Sejen;  7  willens;  8  vnsere  EircheprSbst;  15  Was  darnach;  21  wie,  vnd  in 
waßer  gestalt  sjeO  vO  eym  gantzen  dorff  betten,   die  sSln;   23  der  sacb; 

24  zimlichem;  25  erkaufft,  vnd;  26  betten;  3,  3  fOr  aygen;  hatt,  welchs 
dan;  5  plütuergiessen ;  8  wSUens;  15  oberkeyt;  17.  20  begeren;  20  zusein; 
werdent;  22  wirs  pflicbtig;  4,  4  wassern;  8  halten;  9  vnuemünfftigen ;  11 
den  nächsten;  20  thün;  5,  9  einem;  11  deren;  7,  4  einem;  12  dienen  thä; 
8,  1  Acht;  2  Seind;  5  erbar  lewt;  6  laß;  gilt  darauff  setz;  9,  2  freuel 
halben;  5  vnd  etlich  auß  gunst  ledig  auß  geen;  6  straff  lassen;  7  vnd  nit 
eÜich  nach  grünst,  etlich  auß  neyd  straff;  10,  2  Seind;  11,  3  abthan;  4  vnd 
waisen;  Got,  eer,  vnd  recht;  5  nemen  vnnd:  9  sieß;  nit  lenger;  12,  6  w6lten 
wir  als  dan  daruon  absteen;  10  vnd  nichts;  12  wSllen;  16  frid  vnd  gnad; 
Amen;  Glosse  zu  2,  9  Deu.  12.  18;  5,  15  geschieht. 

Druckfehler:  Einl.  15  dem  wort;  22  dem  Euagelion;  2,  10  gantzer; 
20  selbigen  darumb;  3,  5  hat  ausgefallen;  4,  18  thieer;  5,  1  füufft;  3  vnser; 
7  soll;  Glosse  zu  2,  25  uiemät. 

n.  1.  ai,  ay  ändert  J  in  ei,  ey,  doch  ist  das  ursprüngliche  öfters 
stehen  geblieben:  Einl.  12  vrtailem;  21  aynig;  44  vrtayle;  2,  6  mittaylen; 
10  u.  ö.  Gemayn;  21  züzaygen;  26;  10,  3  zügeaygent;  3,  3  aygen;  15  Zaigt; 
16  aUayn;  21  aygenschafft;  4,  20;  12,  6  anzaygen;  5,  4.  15  geaygnet;  6,  4 
ain;    7,  4  veraynigüg;    7,  11  nachtayl;    8,  7   arbayt;    9,  5;    12,  2  maynimg; 

10,  5  gemaynen;  12,  4  vermaynen. 

2.  Statt  au,  eu  hat  J  gern  aber  nicht  regelmässig  aw,  ew  (Einl.  20 
glauben;  1,  11  glawben). 

3.  Der  Umlaut  ist  häufiger  bezeichnet  als  in  M:  Einl.  15  entschul- 
digen; 37  rüffent;  1,  16  nütz;  2,  9  u.  ö.  sSUe;  11,  7  s6lten;  3,  4  kostpar- 
iichen;  4,  7  örttem;  10  zuvnnütz;  5,  10  würd;  12,  11  erfOnde. 

4.  Entrundung  ist  beseitigt:  Einl.  10  auß  züreütten;  1,  20  gegründt; 

2,  22  u.  ö.  wSUen;  29  ablösen;  4,  3  gefSgel;  5,  14  u.  ö.  brüderlich;  8,  3 
kSnden;  10,  4  zügehSrendt;  11,  10  hynfüro;  12,  2  zw6lfften;  umgekehrte 
Schreibung:  Einl.  11  villeicht;  1,  9  erweit;  2,  30  inhelt;  3,  3  welchs; 
6,  3  welche;  8,  3;  8,  6  gilt. 

5.  p  steht  statt  b:  Einl.  4  Pawrschafft;  immer  in  Pawr,  pavnr,  pawren, 

25  empSmng;  28  auffp5men;  1,  15  pleibe;  plüt;  2,  5  gepArt;  3,  2  u.  ö. 
prauch;  7,  8  u.  ö.  prauche;  Glosse  zu  8,  20  u.  ö.  erpietüg. 

6.  J  schreibt  dyse,  vber,  sonst,  sonder;  verbindet  zfi  mit  dem  folgenden 
Worte,  scheidet  die  Konjunktion  daß  vom  Pronomen  das. 

ni.  Einl.  3.  6;  Glosse  zu  12,  6  sind;  Einl.  12  und  Glosse:  antworten, 
Antwort;  14  vngehorsamkeit;  15;  5,  14  Christlich;  Einl,  24.  85  mSgen;  28 
leynen;  38  tadeln;  40  erhSrt;  41  erledigt;  42  Derhalb;  1,  3  demüttig;  14 
gnad;  16  schriffi  steet;  17  kSnden;  20  schrifil;  2,  2  u.  ö.  Zehendt,  zehend; 
12  Gemeyn;  23  weyße;  3,  4  alle  mitt;  12  nächsten;  13  u.  ö.  hatt;  16  gehor- 
sam; 17  yederman  demütigen;  21  gern;  4,  3  wiltpret;  4  züfahen;  15.  17 
hett;  18  u.  ö.  sehen;  19  liebe;  5,  2  Seind;  3  haben;  9  notturfft;  10  n6tten; 
16  were;  6,  6  gedinnet;  7, 8  rwlich;  mSg;  8, 7  thii;  yegklicher;  8  tagwircker; 

11,  8  wenn;  betten;  12,  7  geschrifft;  9  stunden;  10  gschrifft. 


32  Alfred  Götze. 


K. 


Die  grOndtlichen  ynd  rechten  ||  haupt  artickel,  aller  Pawerschafft  ||  Tiid 
hjnderBesaen,  der  Geist  ||  liehen  vnd  Weltlichen  ||  Oberkeyt^,  vö  wel  ||  eben 
ay  sich  gätz  ||  hart  besch-  ||  wert  yer  ||  may-  ||  nen  ||  Anno.  M.  D.  XXV. 
Keine  Bordüre.    Vorhanden  in  Augsburg  und  Kopenhagen. 

Dieser  Druck  ist  ein  Kuriosum.  Neu  gesetzt  sind  allein  die  erste, 
▼ierte,  fünfte  und  achte  Seite,  d.  h.  die  Vorderseite  des  Bogens  A,  für  die 
Rückseite  und  den  (halben)  Bogen  B  ist  der  Satz  von  J  benutzt,  nur  dass 
in  dem  mir  allein  zugänglichen  Augsburger  Exemplar  Einl.  34  die  Silben- 
trennung etwas  in  Unordnung  gekommen  und  6,  1  der  Druckfehler  füufft 
in  fünfit  verbessert  ist.  Die  letzte,  jetzt  verklebte  Seite  des  Augsburger 
Exemplars,  das  übrigens  früher  der  Teil  eines  Sammelbandes  gewesen  ist, 
zeigt  den  Text  der  vierten  Seite  von  J  noch  einmal,  seltsamer  Weise  ohne 
Glossen. 

In  seinen  Abweichungen  von  J  entfernt  sich  K  zugleich  weiter  von  M, 
nur  das  von  J  beseitigte  ai,  ay  stellt  es  oft  wieder  her:  1,  17;  6,  7  allain; 
2,  12  gemayn;  14.  28  mittayleu;  15  gemain;  16  Kaysen;  27  allein;  31 
klaine;  5,  12  gemain.  y  wird  beseitigt  1,  12  ein;  2,  6  seineu;  8  ein;  10 
gemain;  zimlich;  12;  5,  8  einer;  vberbleibt;  19  eins;  21  eim;  22;  5,  8;  7,  3 
zimlicher;  28;  6,  14.  17  vergleichen;  24  zeit;  26  keinem;  27  weitters;  6,  9 
sein;  11  zimem;  12  keins;  7,  3  weiß;  4  verleicht;  verainigüg;  Glosse  zu 
1,  19  Ein.  Statt  zu  hat  K  zu.  p  steht  statt  b:  1,  11  gepot;  12  züpitti^D; 
13  einpilden;  2,  6  gepürt,  b  statt  p  1,  16  bleibe;  bli^t. 

Einzelheiten:  1,8  vngepüirlichj  vngepürlich;  9  sol  vuHdz;  11  glauben; 
verkhündigenj  verkündigen;  16  stet,  das;  17  künden;  18  sein]  seyn;  müessen; 
20;  6,  10  nSten;  2,  1  Ander;  2  ^.  Zum  Andern;  6  gepürt;  6;  2,  8  pfarrer; 
6  lauter  das  gots  wort;  7  hynfüro]  hynfuro;  8  vnnsere  Kirehprobst;  eyn 
Gemeyn]  ein  gemein;  9  sollen  einsamein;  10. 12  ganntzen;  11  gnilgsam;  12. 14; 
5, 17  erkantnüß;  13  im]  im;  13.  27  seind]  sein;  16  Landts;  17  Lanndtßstewer; 
18  vberschüß;  das;  19  Zehende  selbst;  20.  22  hetcn;  21  was  er;  sy  es; 
sollen;  23  weyß;  25  solichs  verkaufft;  26  solichs;  sollen;  28  vnusem;  29 
dürftigen;  30  inhelt,  sye  sein;  32  dan  Got]  dan  got;  her;  33  zehendt 
schitzen;  3,  1  dritt]  Drit;  5,  9  ynß;  12  weren;  13;  7,  4  soll]  sol;  15  gÄt; 
17  mann]  man;  18  hey liger;  6,  1  f  7,  1  f  Artickel.  ^',  3  taglich;  4  begem; 
das;  5  thü;  dermassen;  6  sonnder;  6  vnns  gen/idig  hyerinnen;  vnser;  ge- 
dint;  7  lawt]  laut;  Glosse  zu  1,  7  Timoth.;  15  Joannis.;  16  Gallath.;  2,  1 
epistel;  9  Deut.;  15  Corinth.;  19  Christenlich ;  26  nyemand  nichts;  6,  8  Moysi 
anzeiget;  12  Hyerauß;  17  dye;  1,  6  Romano.;  7,  8  Tessal. 

G\  Weller  3289. 

Artickel  so  yetzund  vorgewendt  ||  von  der  gemeynen  bauwerschafft,  die 
sich  allen- Ijthalben  zusammen  rottet,  vonn  wegen  der  ||  warheit  beystandt  zu 
thün,  mitsampt  ||  verantwort  vnnd  gütlichem  be-|scheydt  genanter  bauwer-. 
schafft  {1 1626 1|  Holzschnitt  86  :  68  mm;  zwei  diskutierende  Bauern  ||  1.  Petri.  4.  || 
Die   zeyt  ist   hie,    das   anfahe  das  gericht,  ||  von  dem  hauß  gottes.  H  Vier 


Die  zwölf  Artikel  der  Bauern  1626.  38 

Bl&tter  in  Quart,  Titelrückseite  bedrackt.  Vorhanden  in  Freiburg  St.  und 
im  Stadtarchiv  zur  Colmar.    Basier  Druck? 

1.  Besserungs versuche:  Einl.  9  Geystliche;  14  vngehorsamkeit; 
18  verheyßnen;  19  eynigkeit;  31  (das  .  .  .  lernet^;  1,  6  das  ein;  9  Euägeliü; 
18  gibt;  vmb;  2,  2  ff.  zehend;  6  sichs;  6  mitteylen;  13  f.  Klammer  beseitigt; 
16  Ob  aber  etwas  we3rters  überblyb,  so  sol  man  das;  17  armen  legen; 
20  an  zu  zeygen,  vnnd  das  selbig  dorff  herför  bringen,  auch  sol  der  selb 
gleychermaO  von  vns  gehalten  vn  verglichen,  nach  gestalt  der  sach,  zA 
zymlicher  zeyt  vnd  zyl,  jm  solchen  zehenden  wider  ablSsen;  3,  3  jr  fehlt; 
hat;  4  all  fehlt;  6  vergflssen  fehlt;  7  findt  es  sich;  8 — 16  vnd  wSllen  — 
sunder  fehlt  nebst  den  Glossen;  16  Wir  w5llen  vns  auch  gern  gegen  yederman 
demfittigen,  vnd  sunderlich  gegen  vnseren  gesetzten  obren,  so  vns  von  Gott 
gesetzt  sejn,  den  auch  gehorchen  in  allen  zymlichen  sachen,  so  nit  wider 
Gott  seind;  4,  2  gebrauch;  der  arm  man  kejm  gewalt  hat  gehabt,  über  dz 
wildbret,  gefygels,  oder  fysch  in  fliessenden  wassern,  der  keyns  nit  zu 
fahe;  6  vns  dan;  bedunckt;  6  klaren  wort  gottes  gantz  entgegen;  9  vnuer- 
nünfftige;  10  solchs  wir  auch  leyde;  11  den  nechste;  20  thüin;  6,  4  etwas; 

10  würde;  16  erkaufft;  7,  3  w6lle;  10  sein  für  ander;  8,  1  acht;  2  seyen; 
4  dar  vff  das  jr;  10,  2  seyn;  11,  6  beschützen;  10  sol  nichts;  12,  11  er- 
funden; 12  w5llen;  Glosse  zu  1,  7  Timo.;  3,  4  Corin;  4,  16  fehlt. 

Druckfehler:  Einl.  31  fehlt  das  eine  das;  1,  1  fehlt;  16  klarlich; 
2,  14  fehlt:  gestalt  der  sach  vn;  2,  28  f  darmit  —  ablesen  fehlt;  33  vn- 
zimlich;  3,  4  vnangesehen;  4,  2  bitzher;  7,  6  fehlt  am  Zeilenende:  jn;  12,  4 
wer,  ne;  Glosse  zu  Einl.  40  fehlt:  vnd.  14.;  1,  9  Actuü.  4.;  16  Galla.  1.; 
7,  7  Tessalo.  6. 

n,  1.  Majuskeln  stehen  ausser  im  Anfang  der  Einleitung  nur  zu  Beginn 
der  Sätze  und  in  heiligen  Namen.  Punkte  stehen  vom  6.  Artikel  an  nur 
noch  zu  Ende  von  Absätzen.  Vor  und  Über  jedem  Artikel  steht  das 
Paragraphenzeichen. 

2.  Der  Monophthong  ist  in  vff  und  yn  erhalten,  ai  ist  durch  ey,  ei 
ersetzt,  ee  ist  ausser  11,  4  eeren  beseitigt,  ebenso  Entrundung  und  umge- 
kehrte Schreibung  ungerundeter  Vokale. 

3.  &  wird  meist  nach  modemer  Weise  verwendet,  also:  1,  18  selig 
aber:  6,  3  t^lich;  10,  3  &cker. 

4.  b  steht  öfter  statt  p,  z.  B.  Einl.  8  embor;  14  embSrung;  20  lieblich, 
m.  Einl.  4  versamelten;  6  und  Glosse;  2,  8  neüwen;  7  Nieman;  8;  28 

vff  beümen;  12  Antworten;  18  Welches;  19  fryd;  22  u.  0.  würt;  28  leynen; 
29  Sunder;    32  hynweg  genumen  würde;   84  solchs;    40  erhört;    44  liese; 

I,  3  demfittig;  6  nun;  7  u.  ö.  Pfarrherr;  8  vngebürlich;  14  gnad;  16  nütz; 
stet;  17  kuinen;  2,  9  ynsamlen;  12  u.  0.  erkantnüß;  gemeyn;  13  selbigg; 
13;  6,  12  vorhanden;  26  vorfaren;  26  geeygnet;  s5llen;  27  synd;  3,  6  auß- 
genumen;  4,  18  Christenlich;  darin;  20  anzeygung;  6,  9  yeglichen;  notdurfft; 
14  Christlich;  18  schrifft;  6,  4  ynsehen  daryn  thfle;  6  ansehen;  7,  9  bauwer; 

11  ein   zimlichen   pfennig;    8,  6    darmit;    7    thüe;   yeglicher;    9,  2   freuel; 

II,  8  betten;  bettend;  9  genumen;  12,  4  nicht;  12  nechsten;  14  üben; 
Glosse  zu  Einl.  13  Antwort;  6,  17  verordenten. 

HUtor.  YtortoUfthnehrift.  190S.  L  3 


34 


Handschriften  des  Geh.  Leg.  Rats  Ettpfer  über  die 
deutsche  Frage  in  den  Jahren  1849  nnd  1850. 

Mitgeteilt  von 

Heinrich  von  Poschinger. 

,,In  der  auswärtigen  Politik  bleibt  es  eine  Hauptsache,  nicht 
von  den  Ereignissen  überrascht  zu  werden,  sondern  denselben 
mit  einem  vorbereiteten  Plane  entgegentreten  zu  können/'  Diese 
Worte  sind  einer  Denkschrift  des  Geh.  Leg.  Rats  Kupfer,  eines 
preussischen  Diplomaten  aus  der  ersten  Hälfte  des  vorigen  Jahr- 
hunders  entnommen,  dessen  Name  bisher  nur  wenig  bekannt  war, 
und  dessen  Bedeutung  erst  durch  die  von  mir  herausgegebenen 
„Denkwürdigkeiten  des  Ministers  ManteuffeP  erktinnt  worden  ist. 
Es  ist  dem  Oeh.  Leg.  Rat  Kupfer  gegangen  wie  manchem  seiner 
Kollegen  im  auswärtigen  Dienst;  er  hatte  nicht  das  Olück,  auf 
einen  hervortretenden  Posten  gestellt  zu  werden,  vielleicht  auch 
das  Missgeschick,  in  seiner  Auffassung  mit  der  Politik  seines 
Chefs  nicht  stets  im  Einklang  zu  sein  und  deshalb  über  Bord 
geworfen  zu  werden.  Die  Folge  war  bald  eine  völlige  Ver- 
schollenheit; und  doch  war  er  einer  der  feinsten  Köpfe  in 
jener  an  tüchtigen  preussischen  Diplomaten  so  armen  Zeit.  Man 
geht  nicht  zu  weit,  wenn  man  behauptet,  dass  die  Entwickelung 
Preussens  eine  ganz  andere  geworden  wäre,  wenn  seinem  Rate 
eine  ausschlaggebende  Bedeutung  beigemessen  worden  wäre. 
Preussen  hätte  die  Tage  von  Radowitz  und  Olmütz  nicht  erlebt 
und  das  Ziel,  welches  Bismarck  erst  im  Jahre  1867  erreicht,  die 
Herstellung  eines  norddeutschen  Bundes  wäre,  in  etwas  anderer 
Form,  vermutlich  schon  15  Jahre  früher  erreicht  worden. 

Kupfer  war  ein  Realpolitiker  vom  reinsten  Wasser;  Sym- 
pathien und  Antipathien  spielten  bei  seinen  politischen  Kombi- 
nationen keine  Rolle,  umsomehr  beachtete  er  die  Lehren  der  Ge- 
schichte.    Was  er  sagte,  war  oft  nicht  angenehm  zu  hören;  die 


HandBchr.  d.  Geh.  Leg.  Rats  Kupfer  flb.  d.  deutsche  Frage  i.  d.  J.  1849  u.  1850.   35 

in  der  Politik  begangenen  Fehler  deckte  er  rückhaltslos  auf. 
Der  Prinzipienreiterei  war  er  abhold^  darum  wechselte  er  auch 
die  Zielpunkte  seiner  Politik  je  nach  dem  Grange  der  politischen 
Ereignisse.  In  den  letzten  Jahren  seines  Lebens,  dem  Dienste 
schon  längst  fernstehend^  wurde  er  nicht  müde,  dem  Minister 
ManteuflFel  seine  Ansicht  darüber  mitzuteilen,  was  in  den  ver- 
schiedenen Phasen  der  auswärtigen  Politik  dem  Interesse  Preussens 
am  meisten  entsprach.  Der  Minister  Manteuffel  legte  auf  seine 
Ratschläge  hohen  Wert,  und  wenn  er  nicht  stets  dementsprechend 
handeln  konnte,  so  lag  das  in  dem  Umstand,  dass  unter  Friedrich 
Wilhelm  IV.  die  auswärtige  Politik  zwar  einheitlich  geleitet, 
aber  nicht  einheitlich  gemacht  wurde.  Jeder  einzelne  politische 
Entschluss  war  das  Ergebnis  von  so  und  so  viel  diametralen 
Einflüssen  auf  den  König,  der  selbst  einen  entschiedenen  Willen 
nicht  bloss  hatte,  sondern  auch  geltend  machte.  Die  Duplicität 
feierte  damals  Orgien.  Neben  dem  König  liess  der  Thronfolger 
seinen  Willen  recht  deutlich  vernehmen;  im  Auswärtigen  Ministe- 
rium arbeiteten  zeitweilig  an  demselben  Tische  die  Vertreter  der 
russischen  und  der  westmächtigen  Politik;  den  ordentlichen  Ge- 
sandten wurden  Spezial-Gesandte  von  ganz  entgegengesetzter 
politischer  Richtung  beigegeben  (so  z.  B.  Usedom  dem  Grafen 
BemstorflF  in  London  während  des  Krimkrieges)  und  jeder  poli- 
tische Bericht  wurde  im  Vorzimmer  des  Königs  von  der  alles 
besser  wissenden  Camarilla  bekritelt  und  zum  Ausgangspunkte 
von    selbständigen  Anträgen   gemacht.     Quot   capita  tot   sensus. 

Man  kann  sich  denken,  welchen  Wert  in  diesem  Chaos  die 
Stimme  Kupfers  hatte,  welcher  die  Politik  aus  einheitlichen^ 
grossen  Gesichtspunkten  auffasste,  das  Auge  nicht  getrübt  durch 
persönliche  Interessen  und  lokale  Einwirkungen. 

Von  der  Hand  Kupfers  liegen  mehrere,  bisher  unbekannte 
Denkschriften  aus  der  Zeit  vor,  da  Preussens  Politik  den  bedenk- 
lichsten Schwankungen  ausgesetzt  war,  ich  meine  die  Jahre  1849 
bis  1850,  als  die  preussische  Regierung  nach  dem  Verfalle  des 
Frankfurter  Parlaments  daran  ging,  ihrerseits  das  Werk  der 
Einigung  Deutschlands  gemäss  ihrer  Zusi^e  vom  28.  April  1849 
in  die  Hand  zu  nehmen. 

Am  17.  Mai  1849  begannen  in  Berlin  die  Konferenzen  zur 
Verständigung  über  die  zukünftige  Reichsverfassung  unter  Teil- 
nahme des  österreichischen  Gesandten  v.  Prokesch-Osten  und  von 

3* 


36  Heinrich  von  Poschinger. 

Berollmachtigten  von  Preussen  (v.  Radowitz),  Bayern^  Sachsen 
und  Hannover.  Als  Preussen  auf  dem  Bundesstaate  beharrte, 
trat  der  Vertreter  Oesterreichs  sogleich  zurück,  da  Oesterreich  in 
einem  engeren  Bunde  keinen  Platz  finden  könne;  ihm  folgte 
Bayern,  das  ein  Direktorium  verlangte,  und  eine  einheitliche 
preussische  Spitze  nicht  dulden  wollte.  Dagegen  kam  am 
26.  Mai  zwischen  IVeossen,  Sachsen  und  Hannover  ein  Bündnis 
zu  Stande,  um  den  Entwurf  der  neuen  vereinbarten  Beichs- 
verfassung  und  des  Wahlgesetzes  sogleich  zu  verwirklichen. 
Gleichzeitig  wurden  sämtliche  anderen  deutschen  Regierungen 
zum  Anschluss  an  den  Verfassungsentwurf  eingeladen.  Dei 
Eonig  von  Preussen  hatte  vor  zwei  Monaten  die  vom  Frankfurter 
Parlament  angetragene  Kaiserkrone  zurückgewiesen,  er  hatte  er- 
klärt, die  Reichsoberhauptswürde  nur  unter  Zustimmung  der 
Fürsten  annehmen  zu  wollen;  mit  dem  Dreikönigsbündnis  begann 
er  den  Versuch,  an  die  Spitze  von  Deutschland  zu  treten;  sein 
Streben  ging  jetzt  auf  einen  preussischen  Sonderbund,  der  aber 
nur  wenig  Aussicht  auf  Erfolg  hatte,  denn  das  österreichische 
Eabinet  erklärte  unter  dem  Beifall  von  Bayern  und  Württem- 
bei^,  es  dulde  keinen  preussischen  Bund  in  Deutschland,  man 
müsse  wieder  auf  die  alte  Bundesverfassung  zurückkommen. 

Auf  wie  schwachen  Füssen  die  Union  stand,  sollte  sich  bald 
zeigen,  als  am  9.  Oktober  1849  der  Verwaltungsrat  der  deutschen 
Union  die  Ausschreibung  eines  Reichstags  der  Unionsstaaten  auf 
den  15.  Januar  1850  nach  Erfurt  beschloss.  Hannover  und 
Sachsen  protestierten  gegen  die  Ausschreibung  der  Wahlen  als 
nicht  zeitgemäss  und  erklärten,  dass  sie  in  diesem  Falle  aus  der 
Union  austreten  würden. 

Angesichts  dieses  Misserfolges  der  Unionspolitik  entwickelte 
der  Geh.  Legationsrat  Kupfer  Mitte  Nov.  1849  den  Zielpunkt 
der  preussischen  Politik  in  der  nachfolgenden  Denkschrift: 

Wir  glauben  ims  jeder  Erörterung  in  Betreff  des  Granges,  welchen  die 
Königliche  Regierung  bisher  in  der  deutschen  Angelegenheit  befolgt  hat, 
enthalten  und  die  deutsche  Frage  nur  in  der  Lage^  worin  selbige  sich  heute 
befindet,  aufnehmen  zu  müssen. 

Es  bietet  sich  hier  zuvörderst  die  Vorfrage  dar,  welches  muss  in  dieser 
Angelegenheit  heute  und  nach  Lage  der  Umstände  das  Ziel  der  preussischen 
Politik  sein. 

Dieses  Ziel  kann  nicht  die  wesentliche  Wiederherstellxuig  des  Bxmdes 
von  1816  beiwecken.    Derselbe  hat  seine  Unzulänglichkeit  fCbr  den  Zweck 


Handflchr.  d.  Geh.  Leg.  Bats  Kupfer  üb.  d.  deutsche  Frage  i.  d.  J.  1849  u.  1860.  37 

der  Sicherung  Ton  Deutschland  bewährt.  Er  wurde  überdies  von  Preussen 
1816  nur  als  ein  Notbehelf  angenommen,  weil  nichts  Besseres  zu  erreichen 
war.  Man  suchte  ihn  sp&ter  thunlichst  loee  zu  erhalten  und  betrachtete 
ihn  gewissermassen  nur  als  ein  Manövrierfteld,  auf  dem  man,  indem  man 
Deutschland  gemeinschaftlich  mit  Oesterreich  leitete,  im  Stillen  diesem 
letzteren  den  Boden  abzugewinnen  trachtete;  in  Erwartung  der  ersten  all- 
gemeinen exuropäischen  Krise,  die  eine  grössere  oder  geringere  Umgestaltung 
der  deutschen  Verhältnisse  in  Aussicht  stellte.  Ueberhaupt  aber  dürfte 
jeder  ganz  Deutschland  umfassende,  das  Mass  eines  blossen  immerwährenden 
A  llianzverhältnisses  gegen  Aussen  überschreitende  Bund,  dem  Preussen  und 
Oesterreich  als  gleichberechtigte  Theile  angehörten,  welches  auch  seine  Ver- 
fassung wäre,  stets  ein  ähnliches  Besultat  liefern.  Ganz  abgesehen  davon, 
dass  Preussen,  welches  mit  seinem  ganzen  Gebiete  dem  deutschen  Bunde 
beigetreten  ist,  in  einem  solchen  Falle  im  entschiedenen  Nachtheile  Oester- 
reich gegenüber  stehen  würde,  welches  dem  Bunde  nur  mit  einem  Theile 
seiner  Staaten  angehört  und  also  neben  seiner  Eigenschaft  als  Bundesglied, 
diejenige  einer  europäischen  Macht  bewahrte. 

Jenes  Ziel  kann  aber  wohl  ebensowenig  in  der  Bildung  eines  so- 
genannten engeren  Bimdesstaates  bestehen,  der  mit  Ausnahme  von  Oester- 
reich, die  übrigen  deutschen  Staaten  umfasste,  und  die  Ausdehnung,  welche 
der  Vertrag  vom  26.  Mai  d.  J.  ankündigte,  hätte. 

Die  eigentliche  Stimmung  der  süddeutschen  Regierungen  und  Be- 
TÖlkerungen,  wenn  man  etwa  diejenige  des  protestantischen  Frankens  aus- 
nimmt, in  Bezug  auf  Preussen  gestattet  wohl  keine  Täuschung  mehr.  Brächte 
nun  Preussen  auch  unter  Begünstigung  besonderer  Umstände  ein  deutsches 
Reich,  wie  es  der  Vertrag  am  26.  Mai  d.  J.  skizzierte,  augenblicklich  zu 
Stande,  so  würde  darum  weder  der  Unabhängigkeitssinn,  noch  die  geheime 
EQnneigung  nach  Frankreich,  dem  sie  ihre  jetzige  Grösse  verdanken,  weder 
bei  Bajem,  noch  bei  Württemberg  noch  auf  die  Dauer  selbst  bei  Baden 
aufhören.  Oesterreichs  Politik  würde  daneben  stets  mit  scheelen  Augen  die 
Ausdehnung  der  preussischen  Hegemonie  bis  an  den  Fuss  der  Alpen  be- 
trachten. Welche  Anstrengungen  würde  unter  diesen  Umständen  Preussen, 
dem  der  Besitz  der  militärischen  Schlüssel  von  Süddeutschland,  des  Böhmer 
Waldes,  der  Alpen,  Vorarlbergs  abginge,  machen  müssen,  einmal,  um  die 
süddeutschen  Staaten  bleibend  im  Bundesgehorsam  zu  erhalten  imd  dann, 
um  Süddeutschland  seiner  Zeit  gegen  Frankreich  zu  verteidigen.  Es  ist 
bekannt,  wie  das  mächtige  Oesterreich  durch  die  Anstrengungen ,  welche 
es  seit  der  Reformation  machte,  um  Norddeutschland  in  der  Reichsobedienz 
zu  erhalten,  abgeschwächt  und  politisch  gelähmt  wurde.  Ein  solches  ver- 
jüngtes deutsches  Reich  würde  also  voraussichtlich  bald  die  erneute  traurige 
Schwäche  und  Zerrissenheit  des  1805  abgelebten  darbieten. 

Der  heutige  Ruf  nach  der  Einheit  Deutschlands  kann  in  den  Augen 
des  Staatsmannes  nur  als  ein  vorübergehender  Volksenthusiasmus,  wozu 
bekanntlich  die  Deutschen  insbesondere  eine  Anlage  haben,  betrachtet 
werden,  wenn  man  daneben  die  ganze  lange  Geschichte  Deutschlands  hält, 
durch  welche  in  dem  Kampfe  der  Weifen  und  Ghibellinen  in  dem  Wider- 
streite des  protestantischen  und  katholischen  Deutschlands,  endlich  in  dem 


38  Heinrich  von  Poschinger. 

Ringen  Preussens  gegen  Oesterreich  sich  ein  fortlaufender  innerer  Antagonist 
mns,  oder  wenn  man  will,  Dualismus  zieht,  an  dessen  Beseitigung  krüftige 
Kaiser,  wie  Karl  V.  und  Ferdinand  II  sich  vergeblich  abmühten.  —  Es  sei 
noch  darauf  aufmerksam  gemacht,  wie  bei  der  zu  Frankfurt  a.  M.  in  diesem 
Jahre  beschlossenen  Uebertragung  der  deutschen  Kaiserkrone  an  Preussen, 
der  Widerwille  der  gesammten  katholischen  Partei  und  selbst  mehrerer 
protestantischen  partikularistischen  Elemente  in  Deutschland  offen  an  den 
Tag  trat  und  wahrscheinlich  noch  mehr  sich  kund  gegeben  hätte,  wenn  die 
deutsche  Demokratie  die  sogenannte  Keichsverfassung  nicht  als  Schild  für 
die  Durchführung  ihrer  republikanischen  Pläne  hätt«  benutzen  wollen. 

Als  einziges  praktisches  Ziel  für  diu  Politik  Preussens  schiene  sich 
daher  die  Vereinigung  der  wesentlich  nördlich  des  Mains  be- 
legenen Staaten,  die  Preussen  bereits  militiLrisch  vollständig  umfasst 
und  beherrscht,  in  einem  Bund  unter  der  Leitung  Preussens  dar- 
zustellen. Diese  Staaten  enthalten  eine  wesentlich  protestantische  Be- 
völkerung, die  mit  Preussen  durch  ein  besonderes  und  engeres  Bundesband 
verbunden,  sich  voraussichtlich  in  einem  nicht  zu  ausgedehnten  Zeiträume 
Preussen  moralisch  und  völlig  anschliessen  würde.  Sie  bildete  mit  dem 
preussischen  Gebiete  vereint  ein  ziemlich  abgerundetes  Ganze  mit  mili- 
tärischen Grenzen  und  mit  24  Millionen  Bewohnern,  die  im  wesentlichen 
den  in  Deutschland  zurückgebliebenen  Theil  des  sächsischen  Stammes  be- 
griffen. Es  würde  so  eine  rein  deutsche  Macht  hergestellt,  die  an  innerer 
Kraft  Oesterreich  nicht  nachstände.  Das  Problem  der  möglichsten  Ab- 
grenzung im  grossen  Ganzen  der  beiden  in  Deutschland  seit  Jahrhunderten 
sich  entgegengesetzten  Elemente,  die  in  eine  engere  Vereinigung  zusammen 
gebracht,  sich  nur  gegenseitig  schwächen,  wäre,  soweit  es  überhaupt  lösbar, 
gelöst  und  damit  diejenige  politische  Kombination  erreicht,  die  praktisch 
Deutschland  die  grösste  politische  Kraftentwicklung,  deren  es  heute  über- 
haupt fähig  sein  dürfte,  verspräche.  Denn  man  setzt  voraus,  dass  ein 
dauerndes  allgemeines  Allianzband  die  beiden  Theile  oder  Bünde  Deutsch- 
lands umschliesse.  Wir  wären  daher  zu  glauben  geneigt,  dass  ein  solcher 
norddeutscher  Bund  unter  dem  Protektorate  Preussens,  vorzugsweise  die 
Stimme  jedes  preussischen  Staatsmannes,  sowie  jedes  wirklichen  praktischen 
Freundes  der  deutschen  Macht  zu  erhalten  berechtigt  wäre. 

Es  entstände  nun  die  weitere  Frage,  wie,  die  Erreichung  jenes  Zieles 
als  die  wahre  Boussole  der  Politik  Preussens  angenommen,  diese  Politik 
fortan  die  deutsche  Angelegenheit  zu  leiten  hätte? 

Die  Voraussetzung  einer  sofortigen  Einverständigung  mit  Wien  und  mit 
den  deutschen  Königen  glauben  wir  dabei  unerörtert  lassen  zu  dürfen,  da, 
welches  auch  die  Weise  der  schliesslichen  Lösung  der  deutschen  Angelegen- 
heit sein  dürfte,  die  Würde  Preussens  jedenfalls  üebergänge  und  selbst 
nicht  zu  rasche  Üebergänge  bedingt. 

Es  bliebe  also  Preussen  übrig,  auch  nach  dem  Abspringen  von  Sachsen 
und  Hannover,  den  Weg  des  Vertrages  vom  26.  Mai  rücksichtslos  weiter 
zu  verfolgen;  den  Reichstag,  oder  welchen  Namen  man  der  Versammlung 
geben  wolle,  zusammenzuberufen;  die  Bundesverfassung  mit  ihr  zu  verein- 
baren, und  den  engeren  Bundesstaat  demzufolge  in  Wirksamkeit  zu  setzen 


Handflchr.  d.  Geh.  Leg.  Rats  Kupfer  üb.  d.  deutsche  Frage  i.  d.  J.  18i9  n.  1850.   39 

Dieser  engere  Bundesstaat  würde,  wenn  man  diejenigen  Staaten  die, 
ohne  den  Beitritt  Hannovers  in  territorialer  Hinsicht  völlig  isoliert  bleiben 
würden,  davon  abzieht,  dann  aber  doch  wohl  kaum  ein  mit  den  Gefahren 
und  Lasten,  die  seine  Schöpfung  Preussen  auflegte,  in  Verhältnis  stehendes 
Resultat  darbieten.    Es  würde  also  bei  einem  solchen  Vorgehen  wohl  immer 
der  Rückgedanke  zu  Grunde  liegen,  durch  den  Druck  der  vermittelst  des 
Reichstages  aufgeregten  öffentlichen  Meinung  Hannover  imd  Sachsen  schliess- 
lich zum  Beitritte  zu  nötigen.    Das  Gelingen  dieser  moralischen  Nötigung 
dürfte    aber    sehr   zweifelhaft   sein.     Die   Regierungen   von   Sachsen   und 
Hannover  fänden  bei  ihrem  Widerstreben  wesentliche  Bimdesgenossen   in 
der  partikularistischen,  sächsischen  und  hannoverischen  Volksantipathie  gegen 
Preussen  und  ebenso  in  der  Abneigung  der  demokratischen  Partei  gegen 
letzteres.    Die  sächsische  Regierung  hätte  übrigens  einen  direkten  Anhalt 
an    dem   österreichischen    Observation skorps   in  Böhmen.     Wer  vermöchte 
aber  femer  im  voraus  versichert  zu  sein,  dass  der  moralische  Druck  blos 
ein  Nachgeben  der  gedachten  beiden  Königlichen  Regierungen,  nicht  aber 
vielmehr  Aufstände  im  Innern  ihres  Gebietes  zur  Folge  hätte.    Würde  aber 
dann  Preussen   nicht    direkt   als   die  Ursache  dieser  Aufstände  angeklagt 
werden,  und  in  welche  Verlegenheit  dürfte  die  Königliche  Regierung  ge- 
raten,  falls  fremde  bewaffnete  Interventionen  behufs  der  Niederdrückung 
jener  Aufstände  stattfänden.     Es  ist  bekannt,  dass  die  deutsch-patriotische 
Gesinnung,  die  Preussen  bei  seiner  heutigen  Verfolgung  der  Ausführung  des 
Vertrages  vom  26.  Mai  d.  J.  leitet,  an  vielen  gewichtigen  Orten  völlig  ver- 
kannt, und  dass  diese  Ausführung,  wenn  auch  mit  Ungerechtigkeit,  wo  ein 
wesentlich  revolutionäres  Gebahren  mit  dem  Ziele  der  Durchsetzung  eigen- 
nütziger  Zwecke    betrachtet    wird.      Bei    dieser   Stimmung   und    bei    dem 
äussersten  geheimen  und  Öffentlichen  Widerstände  der  von  seiten  Oester- 
reichs  und  der  vier  deutschen  Königlichen  Höfe,  gegen  die  Ausführung  des 
Bündnisses  vom  26  Mai  d.  J.  vorher  gesehen  werden  kann,  schiene  Preubsen, 
wenn  es  rücksichtslos  auf  diese  Ausführung  zu  beharren  entschlossen  ist, 
schon  jetzt  den  Fall  einer  darausherfliesäcnden  grossen  europäischen  Ver- 
wicklung bestimmt  ins  Auge  fassen  zu  müssen.     Es  schiene  ferner  rätlich, 
bei  der  Berechnung  der,  für  einen  solchen  Fall  Preussen  zu  Gebote  stehenden 
Klüfte,  die  revolutionäre  Kraft  Deutschlands  als  Bundesgenossen  nicht  zu 
hoch  anzuschlagen,  da  von  Seiten  der  demokratidchen  Partei,  die  vorzugs- 
weise auf  die  Massen  Einfluss  hat,  kaum  auf  einen  aufrichtigen  Anschluss 
zu  rechnen  sein  dürfte. 

Aber  nehmen  wir  einmal,  ohne  indess  persönlich  diese  Hoffnung  irgend 
unbedingt  zu  teilen,  an,  dass  alle  diese  Gefahren  wie  ernst  und  drohend 
selbige  auch  erscheinen,  sich  nicht  verwirklichen,  dass  der  Reichstag  ganz 
ruhig  verliefe,  ja,  dass  Sachsen  und  Hannover  sich  dem  engeren  Bundes- 
staate anschliessen,  ja,  dass  dieser  neue  Bundesstaat  (was  ihm  erdt  seinen 
eigentlichen  Wert  verliehe)  die  allgemeine  europäische  Anerkennung  erhielte 
—  Preussen  würde  dann  an  der  Spitze  eines  ansehnlichen  Bundesstaates, 
aber  mit  einer  Bimdesverfassung  stehen,  die,  wie  es  auszuführen  nicht 
schwer  sein  dürfte,  nicht  die  günstigste  für  das  besondere  preussische 
Interesse  ist.    Wenn  ernste  politische  Beobachter  schon  mit  Besorgnis  auf 


40  Heinrich  von  Poschinger. 

die  Schwierigkeiteii  blicken,  die  daraus  erwachsen  dürften,  um  die  Wirksam- 
keit der  preussischen  Kammer  mit  gewissen  Lebensbedingungen  des  Bestehens 
der  preussischen  Macht  in  Einklang  bu  bringen,  so  dürften  jene  Schwierig- 
keiten sich  unendlich  vermehren,  wenn  neben  den  preussischen  Kammern 
noch  ein  Bundesparlament  best&nde,  auf  welches  die  Königliche  Regierung 
bei  weitem  nicht  den  nämlichen  Einfluss,  wie  auf  ihre  eigenen  Kammern 
haben  würde.  Jenes  Bundesparlament  dürfte  leicht  sich  sp&ter  als  un- 
praktisch und  schädlich  erweisen,  und  eben  so  sich  herausstellen,  dass  diese 
Maschinerie  zur  Erreichung  der  moralischen  Assimilierung  der  Berölkerungen 
der  norddeutschen  Staaten  mit  Preussen  eigentlich  überflüssig  wäre.  Wenn 
aber  der  Bundesstaat  einmal  völkerrechtlich  anerkannt  wäre,  würde  es  sehr 
schwer  fallen,  jene,  als  unpraktisch  und  schädlich  erkannte  Maschinerie 
aus  der  Bundesverfassung  wieder  zu  entfernen.  Was  um  so  beklagens- 
werter erschiene,  als  ernste  politische  Beobachter  unter  allen  den  unprak- 
tischen politischen  Träumen,  welche  deutsche  Schulweisheit  im  Jahre  1848 
an  den  Tag  förderte,  einen  der  ersten  Plätze  der  Idee  anweisen,  die  Bundes- 
formen der  demokratischen-republikanischen,  dabei  infolge  ihrer  eigentüm- 
lichen Verhältnisse  keiner  festen  Militär -Organisation  bedürftigen  nord- 
amerikanischen und  schweizerischen  Bundesstaaten  unverändert  auf  einen 
Bund  monarchischer  Staaten  zu  übertragen,  die  nach  dem  allgemeinen  An- 
erkenntniss  sich  verbinden,  um  eine  grosse  dem  Gleichgewichte  des  euro- 
päischen Kontinents  als  Unterlage  zu  dienen  bestimmte  Militärmacht  zu 
bilden. 

Ein  anderer  Weg,  der  sich  der  Königlichen  Regierung  für  den  Zweck 
der  Lösung  der  heutigen  deutschen  Verwicklung  darböte,  bestände  darin, 
dass  die  Königliche  Regierung  von  dem  Nichtbeitritt  Bayerns  und  Württem- 
bergs, besonders  aber  von  dem  Abftdl  Hannovers  und  Sachsens,  sowie  von 
der  Ablehnung  jeder  Mitwirkung  seitens  Oesterreichs  Veranlassung  nähme, 
bei  der  ersten  sich  darbietenden  Gelegenheit,  den  Bund  vom  26.  Mai  völlig 
fallen  zu  lassen.  Hiermit  verbände  die  Königliche  Regierung  zuvörderst 
eine  allgemeine  Erklänmg  im  wesentlichen  besagend,  „dass  Preussen, 
nachdem  sich  unübersteigliche  Hindemisse  seinen  Bestrebungen  zur  Förde- 
rung der  thunlichsten  Einigung  und  Kräftigung  Deutschlands,  für  jetzt 
entgegensetzten  es  anderen  und  günstigeren  Zeiten  vorbehalten  müsse, 
jenen  Bestrebungen,  die  es  nie  aufgeben  werde,  aufs  Neue  Folge  zu  geben/^ 
Dann  aber  richtete  Preussen  an  sämmtliche  norddeutsche  Staaten,  die  sich 
bisher  dem  Bündniss  angeschlossen  und  ihm  treu  geblieben,  noch  die  be- 
sondere Erklärung:  „wie  es,  in  Erwartung  künftig  vielleicht  in  ein  näheres 
Bundesverhältnis  zu  ihnen  treten  zu  können,  vorerst  und  bis  zum  Zustande- 
kommen jenes  eogeren  Bündnisses,  selbiges  seinerseits  als  schon  bestehend 
betrachte,  und  ihre  innere  und  äussere  Sicherheit  g^gen  Jedermann  schützen 
werde,  auch  sofort  auf  ihrem,  ihm  deswegen  ausgedrückten  Wuusche,  bereit 
sei,  mit  ihnen  solche,  auf  vollständige  Reziprozität  begründete  Einigungen 
abzuschliessen ,  die  ihren  Staatsangehörigen  die  Vorteile,  deren  die  An- 
gehörigen Preussens  geniessen,  sicherten.*' 

Während  Preussen  nun  suchte,  diese  Staaten  einzeln,  insbesondere  aber 
Kurhessen,  Braunschweig  und  Mecklenburg  durch  Militär-Konventionen  oder 


Handschr.  d.  Geh.  Leg.  Rate  Kupfer  üb.  d.  deutsche  Frage  i.  d.  J.  1849  o.  1860.   41 

sonstige  besondere  Vereine  ganz  in  sein  System  herüberzuziehen,  n&hme  es 
dem  Bande  von  1815,  dessen  Fortbestand  es  formell  anerkennte,  gegenüber 
gfenau  diejenige  Haltung  an,  die  es  Ton  1763  bis  1806  dem  TerbÜchenen 
heiligen  römischen  Reiche  gegenüber  eingenommen  hatte.  Es  suchte  ihn 
möglichst  lose  zu  erhalten,  ignorierte  thunlichst  dessen  Bestehen,  g^be 
seinen  Beschlüssen,  wenn  selbige  ihm  nicht  zusagten,  gelegentlich  keine 
Folge,  und  schützte  nötigenfalls  auch  die  Staaten,  die  sich  ihm  angeschlossen, 
gegen  jeden  Bundesdruck.  Zugleich  g^be  es  den  europäischen  M&chten 
und  den  deutschen  Königlichen  Höfen  indirekt  zu  Terstehen,  dass  seiner 
innigen  Ueberzeugung  nach,  sich  nur  in  der  Bildung  eines  besonderen  süd- 
deutschen Bundes,  beide  durch  ein  allgemeines  und  immerwährendes  Allianz- 
band, wozu  die  Ghrundlage  sich  schon  in  der  Bandesakte  von  1816  befinde, 
verbunden,  ein  gesichertes  Mittel  zur  dauernden  Beruhigung  Deutschlands 
ergäbe,  und  dass  es  daher  entschlossen  sei,  zu  keiner,  sich  yon  dieser 
Basis  entfernenden  Modifikation  des  Bundes  yon  1816  und  zu  keiner  Er- 
neuerung der  bereits  rechtlich  abgestorbenen  Institutionen  desselben  (des 
Bundestages)  mitzuwirken. 

Preussen  schöbe  so  Oesterreich  und  den  Königlichen  Höfen  die  Auf- 
gabe der  Ordnung  der  deutschen  Angelegenheiten  zu,  an  deren  Lösung 
selbige  bei  dem  Entfemthalten  Preussens  und  der  ihm  anhängenden  Staaten, 
voraussichtlich  sofort  scheitern  und  wahrscheinlich  selbst  ihre  Ohnmacht 
dazu  von  vornherein  anerkennen  müssten.  Die  daraus  entstehende  Ver- 
wirrung gäbe  Preussen  einen  gütigen  Beweggrund  an  die  Hand,  nun  seiner- 
seits zur  Bildung  eines  neuen  norddeutschen  Bundesstaates  vor- 
zuschreiten, das  heisst  in  diesen  Bund  alle  diejenigen  norddeutschen 
Staaten  aufzunehmen,  die  sich  zum  Beitritt  meldeten.  Auch  Sachsen  und 
Hannover  dürften  sich  auf  die  Dauer  dem  Beitritte  zu  diesem  Bundesstaate 
nicht  entziehen  können,  wenn  einmal  ein  weniger  fester  Herrscher,  wie  der 
greise  Ernst  August,  die  Zügel  zu  Hannover  hielte,  und  Sachsen  zu  einer 
ganz  unbefangenen  Würdigung  seiner  Lage  gelangt  wäre.  Selbst  Oester- 
reich, sobald  es  sich  einmal  überzeugt  hätte,  dass  es  die  ihm  wichtige 
europäische  Allianz  Preussens  und  eine  gründliche  Ordnung  der  deutschen 
Angelegenheiten  nur  um  den  Preis  einer  Anerkennung  des  norddeutschen 
Bundes  erkaufen  könnte,  dürfte  sich  wahrscheinlich  in  nicht  zu  grosser 
Feme  zu  dieser  aufrichtigen  Anerkennung  entschliessen,  wenn  es  die  Bildung 
des  norddeutschen  Bundes,  frei  von  allen  revolutionären  Einflüssen,  sich  auf 
einem  rein  staatlichen  und  rücksichtsvollen  Wege  bewerkstelligen  sähe. 
Diese  Anerkennung  seitens  Oesterreichs  dürfte  aber  voraussichtlich  die  der 
ganzen  Schöpfung  erst  das  Siegel  der  Vollendung  aufdrückende  Anerkennung 
Eurox^as  zur  Folge  haben. 

Die  Vortheile,  die  dieser  zweite  Weg  im  Vergleiche  mit  dem  ersteren, 
darböte,  schienen  folgende  zu  sein. 

1.  Preussen  löste  sich  so  völlig  vom  revolutionären  Boden  ab,  und  ge- 
langte sofort  in  eine  richtige,  seinen  Interessen  zusagende  Stellung  zum 
allgemeinen  konservativen  eoiopäischen  System.  Was  die  europäische  An- 
erkennung seiner  Bundesschöpfung  wesentlich  erleichtem  würde.  Es  wickelte 
gleichfalls   sofort   seine  Politik   völlig   aus  den  Fesseln  der  gutgemeinten 


42  Heinrich  von  Poschinger. 

aber  durch  und  durch  unpraktischen  Theorien  der  Paulskirche  und  der 
Gothaischen  Partei  los,  ohne  darum  die  Sympathien  der  unitarischen  Partei 
in  Deutschland  zu  Terlieren,  för  deren  Erwerbung  Preussen  wahrlich  bereits 
genug  gethan  hat;  da  jene  Partei  sich  doch  nur  an  Preussen  lehnen  kann, 
und  in  der  Bildung  eines  engeren  deutschen  Bundesstaates  mindestens  einen 
Schritt  weiter  zur  Erreichung  ihres  Zieles  erkennen  würde. 

2.  Statt  der  Bundesyerfassung  yom  26.  Mai,  in  die  die  damalige 
politische  Lage  Deutschlands  Preussen  die  meisten  leitenden  Bestimmungen 
der  Frankfurter  Reichsverfassung  aufzunehmen  nöthigen  mochte,  welche  aber 
jedenfalls  in  vielen  Punkten  der  eigentlichen  preussischen  Staatspolitik 
nicht  zusagt,  würde  man  nun  eine  andere  setzen,  welche  die  Form  eines 
streng  doktrinären  Ganzen  beiseite  lassend,  scheinbar  der  Souveränetäts- 
Eifersucht  der  mittleren  Staaten  weniger  herbe  Opfer  auflegte,  in  der  That 
aber  dabei  den  politischen  Grundinteressen  Preussens  wesentlichere  Vorteile 
sicherte. 

3.  Die  Grereiztheit,  die  nun  einmal  zu  Hannover  und  Dresden  hinsichtlich 
der  Bestimmungen  des  Bundesvertrages  vom  26.  Mai  sich  eingewurzelt  hat, 
und  welche  jede  Transaktion  mit  beiden  Höfen  so  sehr  erschwert,  würde 
auf  diese  Weise  abgeschnitten  und  dadurch  der  Eintritt  dieser  beiden 
Staaten,  die  in  den  Bund  zu  ziehen,  grade  ein  Hauptzweck  desselben  ist, 
in  das  neue  Bündniss  wesentlich  erleichtert. 

4.  Preussen  zöge  sich  endlich  so  auf  der  Stelle  gründlich  aus  der  ganz 
falschen  Lage,  in  welche  es  zu  Süddeutschland  geraten  ist.  Indem  es 
formell  auf  jede  direkte  politische  Einwirkimg  auf  Süddeutschland  ver- 
zichtete, würde  es  bald  den  natürlichen  Einfluss  des  Vertrauens,  der  ihm 
zu  München,  Stuttgart  und  Karlsruhe  gebührt,  wiedergewinnen.  In  dem 
heutigen  systematischen  Aufregen  aller  Preussen  feindlichen  Elemente  in 
Deutschland  von  Seiten  der  vier  Königlichen  Höfe,  würde  ein  Stillstand 
eintreten.  Die  moralische  Beruhigung  Deutschlands  würde  wesentlich  be- 
schleunigt werden. 

Der  zweite  Weg  schiene  daher  entschiedene  Vortheile  über  den  an 
erster  Stelle  vorgeschlagenen  darzubieten.  Während  dieser  letztere,  in  der 
Mitte  von  Abgründen,  unter  steter  Gefahr  einer  in  ihren  Folgen  unabsehbar 
werden  mögenden  europäischen  Verwicklung,  schliesslich  doch  nur  einem  in 
Nebel  gehüllten  Ziele  zuführt,  leitete  der  erstere  das  Schiff  der  preussischen 
Politik  in  der  deutschen  Angelegenheit  durch  verhältnissmässig  ruhigere 
Gewässer,  in  einen,  wenn  auch  etwas  entfernten,  doch  sicheren  Hafen. 
Denn  der  äusserste  Termin  des  Beitritts  Sachsens  und  Hannovers  zum  nord- 
deutschen Bunde  würde,  in  dieser  Kombination,  sich  in  der  nächsten  all- 
gemeinen europäischen  Krise  finden,  welche  ihnen  ihre  Isolierung  neben 
der  faktischen  territorialen  Stellung  Preussens  fühlbar  machte.  Es  bedürfte 
dazu  von  Seiten  Preussens  nur  des  ruhigen  Ausharrens  und  des  Kommen- 
sehens. 

Das  preussische  Kabinet  befolgte  den  ihm  von  Kupfer  ge- 
gebenen Rat  nicht,  richtete  vielmehr  auf  den  Protest  Oesterreichs 
gegen    die    Errichtung    der    deutschen    Union    bezw.    den    aus- 


Handschr.  d.  Geh.  Leg.  Rats  Kupfer  üb.  d.  deutsche  Frage  i.  d.  J.  1849  u.  1860.   43 

geschriebenen  Reichstag  an  dieses  eine  Note  (12.  Dezbr.)^  worin 
es  erklärte^  dass  die  27  der  Union  beigetretenen  Regierungen  mit 
ihren  25  Millionen  Einwohnern  sowohl  nach  dem  Wortlaute  der 
Bundesakte  vom  8.  Juni  1815  und  der  Wiener  Kongressakte  als 
nach  dem  ganzen  Sinn  und  Zweck  des  alten  Bundes  vollkommen 
befugt  seien  y  sich  zur  Bildung  eines  engeren  Bundesstaates  zu 
vereinigen.  Am  13.  Februar  berief  das  Kabinet  den  Reichstag 
der  Union  auf  den  20.  März  in  Erfurt  ein. 

Am  folgenden  Tage  (14.  Febr.  1850)  wandte  sich  der  Geh. 
Leg.  Rat  Kupfer  mit  einer  neuen  Denkschrift  an  den  Minister 
Manteuffel,  worin  der  Zielpunkt  far  die  preussische  Politik  in 
Deutschland  insbesondere  den  Kleinstaaten  gegenüber  entwickelt 
war.     Kupfer  schrieb: 

„£w.  Excel]  enz  wollen  gütigst  die  Anlage  mit  besonderer  Nachsicht  auf- 
nehmen. Der  Kammerwirbel  gestattet  nicht  die  Geistesruhe,  die  zur  strengen 
Analyse  verwickelter  politischer  Lagen  erforderlich  ist. 

Die  wesentlichsten  Folgerungen  die  aus  der  Anlage  herzufliessen 
schienen,  dürften  folgende  sein. 

Das  Bündniss  vom  28.  Mai  ist  eigentlich  nur  zum  Yortheile  der  kleinen 
deutschen  Staaten  die  daran  theilnehmen.  Preussen  zieht  duraus  keinen 
anderen  Nutzen,  als  dass  dadurch  der  politischen  Auflösung  jener  kleinen 
Staaten  vorgebeugt  wird. 

Die  BeätimmuDgen  des  Bündnisses  vom  28.  Mai  waren  auf  den  so- 
fortigen Eintritt  Hannovers  und  Sachsens,  sowie  auf  den  eventuellen  Bayerns 
und  Württembergs  berechnet.  Selbige  sind  durchaus  unzulässig  im  preussi- 
sehen  Interesse,  wenn  die  Königreiche,  welche  die  einzige  einen  Werth 
habende  politische  Erwerbung  waren,  sich  davon  fern  halten. 

Eine  völlige  ümschmelzung  oder  mindestens  eine  wesentliche  Um- 
gestaltung des  Bündnisses  dürfte  also  für  die  preussische  Politik  eine  Not- 
wendigkeit sein.  Nur  dadurch  würden  Hannover  und  Sachsen  dem  Bündniss 
zugeführt,  und  die  ernsteste  politische  Verwicklung  den  europäischen 
Grossmächten  gegenüber  vermieden  werden  können. 

Es  schiene  wünschenswerth,  dass  Preussen  sich  einmal  frei  und  offen 
den  deutschen  Kleinstaaten  und  der  Gagernschen  Partei  gegenüber  aus- 
spräche; die  Opfer  die  es  beiden  gebracht,  spezifiziert,  und  klar  die  Linie 
bezeichnet,  über  welche  es  fortan  nicht  herauszugehen  gesonnen  sei. 

Die  kleinen  Staaten  können  nur  durch  Preussen  ihre  politische  Existenz 
fristen,  und  die  Gagemsche  Partei  hat  in  der  Welt  keine  andere  Stütze  als 
Preussen.  Die  Frage  dabei  ist:  soll  Preussen  sich  zum  Werkzeug  der 
Politik  der  Kleinstaaten  und  der  Gagernschen  Partei  machen?  Oder  sollen 
nicht  vielmehr  die  Kleinstaaterei  und  die  Gagemsche  Partei  von  der 
preuBsischen  Politik  ins  Schlepptau  genommen  werden?  Das  letztere  schiene 
das  natürliche.** 


44  Heiniich  von  Poschinger. 

Das  im  vorstehenden  Schreiben  erwähnte  Promemoria  des 
Geh.  Leg.  Bat  Kupfer  lantet: 

,,Da8  deutsche  Reich  erlosch  Tor  4i  Jahren  an  Altersschwäche,  nachdem 
es  während  des  letzten  Jahrhunderts  seiner  Dauer  buchstäblich  der  Kinder- 
spott gewesen  war. 

Während  dieser  Epoche  der  Schwäche  des  seligen,  sogenannten  römischen 
Reiches,  hatte  sich  in  Nord-  und  Mitteldeutichland  Preussen  als  neue  Macht 
herangebildet,  mit  dem  Berufe,  das  verwesende  Reich  für  diese  Hälfte 
Deutschlands  zu  ersetzen,  und  Europa  gegenüber  gewissermassen  zu  yer- 
treten.  Preussen  erfüllte  mit  Ruhm  diese  Aufgabe  in  der  fürchterlichen 
Krise,  die  yon  1805  bis  181i  ganz  I)eutBchland  umwälzte. 

Die  preussische  Macht  heute  gewiisermassen  auflösen  zu  wollen,  um 
ne  in  einer  Art  wiedererweckten  deutschen  Reiches  neu  darauf  leben  zu 
lassen,  könnte  den  Wünschen  und  den  Eitelkeitsinteressen  der  BcTÖlkerung 
der  deutschen  Kleinstaaten,  die  sich  so  gern  als  das  deutsche  Volk  zu  be- 
trachten pflegt,  zusagen,  nicht  aber  den  Interessen  der  Preussen,  sowie 
eines  starken  und  selbständigen  Deutschlands,  welches  nur  durch  ein  kräftiges 
Preussen,  nicht  aber  yermittelst  der  doktrinären  Zusammenkleisterung  eines 
engeren  aus  gleichberechtigten  Staaten  gebildeten  Bundesstaates  mit  einer 
gespaltenen  und  folglich  schwachen  Bundesregierung,  hergestellt  zu  werden 
vermag. 

Von  diesem  Standpunkte  aus  dürfte  der  preussische  Staatsmann  bei 
der  Beurtheilung  des  durch  den  Vertrag  vom  28.  Mai  v.  J.  geschafTenen 
engeren  Bundesstaates  wesentlich  auszugehen  haben.*^ 

Die  Opfer,  mit  denen  Preussen  den  Eintritt  von  Bayern, 
Württemberg,  Sachsen  und  Hannover  in  das  Bündnis  vom  26.  Mai 
erkaufen  zu  können  glaubte,  hat  der  ehemalige  Minister  Camp- 
hausen am  17.  August  in  der  ersten  Kammer,  getreu  spezifiziert. 

„Nun  haben  sich  aber  die  vier  Königreiche  zurückgehalten,  und  dns, 
was  der  Vertrug  vom  26.  Mai  ein  „Reich^*  nennen  zu  dürfen  glaubte,  ist 
in  das  Yerhältniss  eines,  jegliche  territoriale  Abrundungen  entbehrenden 
Bundesstaaten  zusammengeschrumpfb,  zu  dem  Preussen  ungefähr  drei  Vier- 
theile  der  Gesamtbevölkerung  liefert. 

Nimmt  man  Baden,  welches  gewissermassen  nur  ein  Auswuchs  des 
Bundesstaates  und  politisch  eine  reine  und  sehr  grosse  Last  für  Preussen 
ist,  aus,  so  können  die  26  Staaten,  die  ausser  Preussen  diesen  Bundesstaat 
bilden,  auch  ohne  dem  Bestehen  desselben,  nach  ihrer  territorialen  Lage 
sich  nicht  politisch  von  Preussen  trennen,  welches  allein  ihre  Sicherheit 
nach  aussen  und  ihren  Bestand  nach  innen  hin  verbürgt.  Sie  können 
ebensowenig,  und  die  Erfahrung  der  früheren  Kriege  ist  hier  massgebend, 
in  einem  ernsten  Kriege  Preussen  die  Gestellung  ihrer  Kontingente  ver- 
weigern. Die  Organisation  und  die  Stärke  dieser  Kontingente  sind  aber 
bereits  durch  die  frühere  Bundesmilitärverfassung  so  normiert,  dass  Preussen, 
durch  den  Abschluss  eines  besonderen  Bündnisses  nicht  ein  wesentliches 
Mehr  in  dieser  Beziehung  zu  erreichen  hoffen  darf. 


Handflchr.  d.  Geh.  Leg.  Bato  Kupfer  üb.  d.  deutoclie  Frage  i.  d.  J.  1849  u.  1860.  45 

Bei  jedem  gemeiiiBchafblichen  Verbände  für  die  Förderang  materieller 
Interessen  aber  sind  die  überwiegenden  Vortheile  anf  der  Seite  der  kleinen 
Staaten.  Der  einzige  wirkliche  Yortheil,  der  Prenssen  ans  einem  solchen 
Bündnisse  erwächst,  beschränkt  sich  also  darauf,  dass  letzteres  Preussen 
mehr  legale  Mittel  in  die  Hand  giebt,  um  zu  verhindem,  dass  jene  kleinen 
Staaten  nicht  der  Revolution  yerfallen,  und  so  im  Bereiche  seiner  Grenzen 
revolutionäre  Heerde  bilden.  Was  Preussen  schliesslich  im  Notfalle  auch 
auf  anderem  Wege  nach  der  alten  B«gel  zu  erreichen  yermOchte,  duss  man 
ohne  Weiteres  da  löscht,  wo  das  Feuer  des  Nachbarhauses  das  eigene  Wohn- 
haus zu  ergreifen  droht. 

Preussen  erreicht  also  eigentlich  bei  einem  Bündnisse  mit  jenen  Staaten 
kein  anderes  Resultat  als,  dass  während  jeder  einzelne  dieser  Staaten 
isoliert,  sich  unbedingt  dem  preussischen  Einflüsse  fügen  müsste,  diese 
Staaten  zusammen  in  der  Bundesverfassung,  Mittel  erhalten,  als  Körper 
häufig  sich  dem  preussischen  Einflüsse  entziehen  zu  können.  Die  Vortheile 
eines  solchen  Bündnisses  sind  also  ganz  entschieden,  ja  man  darf  sagen, 
ausschliesslich  auf  der  Seite  der  daran  theilnehmenden  kleinen  Staaten. 

Aus  dem  Gesagten  dürfte  folgen,  dass  das  Staatsinteresse  Preussen  ge- 
bietet, das  Bündniss  vom  26.  Mai  nur  mit  den  durchgreifendsten  Modi- 
fikationen schliesslich  anzunehmen. 

Wir  glauben  diese  Modifikationen,  die  das  preussische  Interesse  kate- 
gorisch gebietet,  hier  nicht  im  Einzelnen  ausführen,  sondern  nur  die 
wichtigsten  derselben  im  Allgemeinen  andeuten  zu  dürfen. 

Preussen  hat  gta  kein  Interesse  dabei,  ob  diese  Staaten,  die  sich  nun 
doch  einmal  nicht  von  der  preussischen  Politik  zu  trennen  vermögen,  den 
Schein  von  auswärtigen  Verbindungen  bewahren,  oder  nicht.  Mögen  selbige 
immer  das  aktive  und  passive  Gesandschafbsrecht,  wenn  ihre  Stände  ihnen 
das  Qeld  dazu  bewilligen  wollen,  behalten.  Aber  es  kann  jenen  Staaten 
keinerlei  Einwirkung  und  Kontrolle  auf  die  Führung  seiner  eigenen  äusseren 
Politik  gestatten. 

Preussen  kann  jenen  Staaten  einräumen,  dass  ihre  Kontingente,  je  nach 
deren  Stärke,  eigene  Bataillone,  Regimenter,  Brigaden  oder  Divisionen  bilden, 
die  von  ihren  eigenen  Offizieren  kommandiert  werden.  Es  braucht  ihnen 
för  die  Unterhaltung  seiner  Festungen  und  des  grossen  Generalstabes  der 
Armee  u.  s.  w  keine  Beiträge  abzufordern.  Aber  es  kann  jenen  Staaten 
nie  und  unter  keiner  Bedingung  einen  Einfluss  auf  die  Leitung  seiner  Militär- 
angelegenheiten einräumen. 

Preussen  braucht  in  den  meisten  Punkten  die  Autonomie  der  kleinen 
Staaten  in  ihrem  Innern  nicht  zu  beschränken.  Aber  es  darf  ihnen  auch 
keinerlei  Einwirkung  direkter  Natur  auf  seine  innere  od^  Handelspolitik 
gestatten. 

Preussen  kann  nach  seinem  politischen  Interesse  die  Wirkung  der 
Kammern  in  den  kleinen  Staaten  nicht  allein  gestatten,  sondern  selbst  ver- 
bürgen, aber  es  kann  zu  keiner  zentralen  Bundes -Volksrepräsentation  als 
bleibender  Institution  jemals  seine  Einwilligung  geben.  Das  Kammersystem 
bietet  ohnedies  schon  besondere  Schwierigkeiten  für  seine  Durchführung  in 
Preoasen  dar,  weil  dieses  selbst  noch  mehrere  nicht  ganz  mit  der  Monarchie 


46  Heinrich  von  Poschinger. 

moralisch  yerwachsene  Provinzen  hat,  deren  Vertreter  in  den  Kammern 
eine  prinzipiell  unprenssische  Opposition  bilden.  Es  kann  bei  Strafe  seine 
politische  Existenz  anfs  Spiel  zu  setzen,  nicht  eine  allgemeine  Bnndes- 
Yolksrepräsentation  annehmen,  wo  durch  den  Beitritt  der  Abgeordneten  der 
übrigen  Staaten  jene  eigene  prinzipielle  nnprenssische  Opposition  die  Mehr- 
heit werden  könnte. 

Allgemeine  Kegel  für  Prenssen  muss  sein,  im  Bündniss  nnr  das  Noth- 
wendigste  festzusetzen.  Denn,  was  nicht  schriftlich  festgesetzt  ist,  föllt  der 
Regnliemng  durch  das  Gewicht  seiner  Macht  anheim. 

Fassen  wir  das  Gesagte  zusammen,  so  kann  Preussen  nicht  darin  ein- 
willigen, mit  den  kleinen  Regierungen  zusammen  eine  gemeinsame  obere 
Bundes -Zentral -Regierung  zu  bilden.  Es  muss  vielmehr  darauf  bestehen, 
in  Betreff  aller  allgemeinen  Regierungsfragen,  völlig  freie  Hand  zu  bewahren, 
wie  es  seinerseits  den  kleinen  Staaten  ilusserlich  in  dieser  Beziehung  auch 
ihre  volle  Autonomie  belUsst.  Es  muss  die  allgemeinen  Beziehungen  des 
Bundes  auf  ein  gegenseitiges  Of-  und  Defensiv-Bündiiiss  mit  Feststellung  der 
respektiven  Truppenkontingente  beschränken.  Keine  förmliche  Bundes- 
Yorstandschaft  aber  auch  kein  Fürstenkollegium,  kein  Staatenhaus,  kein 
Yerwaltungs-Rath.  Alle  Jahre  versammeln  sich  die  Abgeordneten  der  einzelnen 
Staaten  während  etlicher  Monate,  um  sich  über  die  Bundesangelegenheiten 
zu  besprechen.  Am  besten  geschähe  dies  zu  Berlin  und  durch  die  dort 
akkreditierten  Gesandten  oder  Geschäftsträger  der  einzelnen  Staaten.  Durch 
diese  bei  ihr  akkreditierten  Gesandten  und  Geschäftsträger,  sowie  durch 
ihre  eigenen  bei  den  einzelnen  Bundesstaaten  akkreditierten  Agenten,  suchte 
Preussen  diese  Bundestaaten  zu  lenken.  So  bewahrte  das  preussische 
Staatsschiff  die  volle  Freiheit  seiner  Bewegung,  und  die  übrigen  Bundes- 
staaten blieben  ihm  angehängte,  seinen  Laut  theilende  Schaluppen. 

Dagegen  kann  Preussen  den  kleinen  Staaten  ihre  Vertretung  im  Aus- 
lande durch  seine  Gesandten  und  Konsuln  unentgeltlich  bewilligen,  ihnen 
die  Aufrechterhaltung  ihrer  Verfassungen  und  der  Ruhe  im  Innern  ver- 
bürgen; in  materieller  Beziehung  zu  gemeinsamen  Verbänden  aller  Art, 
welche  den  Angehörigen  der  kleinen  Staaten  alle  Vortheile  der  Angehörigen 
grosser  Staatskompleze  gewähren,  die  Hand  bieten.  Ja  in  der  Errichtung 
eines  Schiedsgerichts  für  die  Streitigkeiten  unter  den  Bundesgliedem  ein- 
willigen, obgleich  diese  Einrichtung  ihm  die  Hände  bände.  —  Alles  dies 
wären  eigentlich  ohne  Entschädigung  gemachte  Einräumungen  von  Preussen 
blos  für  den  Zweck  die  Lebensfähigkeit  der  kleinen  Staaten  zu  er- 
halten. 

Es  dürfte  also,  wenn  nicht,  was  unbedingt  das  dem  preussischen 
Interesse  am  meisten  Zusagende  erschiene,  die  Ersetzung  des  Bündnisses 
vom  26.  Mai  durch  ein  auf  geeigneteren  Grundlagen  entworfenes  neues  be- 
liebt würde,  mindestens  eine  radikale  Umgestaltung  der  Grundlagen  jenes 
Bündnisses  unerlässlich  werden.  Nur  auf  diesem  Wege  würde  ein  Herüber- 
ziehen Hannovers  und  Sachsens  in  das  Bündniss  zu  hoffen  sein,  deren  Er- 
werbung eigentlich  allein  dem  Bündniss  einen  politischen  Wert  für  Preussen 
^be.  Ein  Bündniss  mit  den  kleinen  Staaten  allein  legt  ihm,  wie  oben  ge- 
zeigt wurde,  nur  Opfer  auf  und  schwächt  den  Einfluss  Preussens  auf  die 


Handschr.  d.  Geh.  Leg.  Rats  Kupfer  üb.  d.  deutsche  Frage  i.  d.  J.  1849  u.  1850.   47 

emzelnen  kleinen  Staaten,  indem  es  sie  in  einem  Körper  vereint,  Preussen 
gegenüberstellt. 

Nor  auf  dem  Wege  einer  völligen  Umgestaltung  des  Bündnisses  vom 
36.  Mai  kann  Preussen  hoffen,  für  das  neue  Bündniss  das  Anerkenntniss  der 
europäischen  Mächte  zu  erhalten,  ohne  welche  selbiges  wenige  Dauer  ver- 
spricht, und  vielmehr  Preussen  nur  in  die  gefährlichsten  politischen  Ver- 
wickelungen zu  verstricken  droht. 

Die  Lage  ist  klar,  sobald  die  preussische  Regierung  den  reinpreussischen 
Standpunkt  in  der  Frage  unverrückt  festhält.  Sie  wird  dunkel,  und  alles 
verwickelt  sich,  sobald  Preussen  Doktrinen  einen  Einfluss  gestattet,  deren 
praktischer  Kern  die  Interessen  der  kleinen  Staaten  und  ihrer  Bewohner 
gind;  Interessen,  die  mit  denen  der  wahren  politischen  Stärke  Deutschlands 
eigentlich  im  Widerspruche  stehen.*^ 

Das  preussische  Kabinet  befolgte  auch  diesen  Rat  nicht^  es 
liess  das  System  vom  26.  Mai  1849  nicht  fallen^  es  geriet  damit 
in  eine  yerhängnisrolle  Sackgasse,  aus  der  es  nur  mit  geschwächtem 
Ansehen  und  durch  den  Oang  nach  Olmütz  sich  herausfand. 


48 


Kritische  Streifzflge  in  Bismarcks  Hemoiren. 

Von 

Heinrich  Ulmann. 

Nur  einige  schlichte  Bemerkungen  möchte  ich  den  folgenden 
Untersuchungen  Yorausschicken.  Ursprünglich  waren  sie,  heraus- 
gehoben aus  einer  grösseren  Anzahl,  bestimmt,  Stützen  einer  Oe- 
samtwürdigung,  die  ich  nun  bei  Seite  lasse,  zu  werden.  Ich  hoffe, 
dass  sie  jede  für  sich  und  alle  drei  mit  einander  helfen  werden, 
das  Verständnis  des  unwiderstehlich  anziehenden  Geisteswerkes  zu 
fordern,  im  Anschluss  an  die  von  verdienten  Fachgenossen  heraus- 
gearbeiteten Ergebnisse.  Mir  ist  die  für  Bismarcks  ganzes  Leben 
entscheidende  Aussprache  mit  König  Wilhelm  vom  22.  September 
1862  von  Anfang  an  als  ein  dauernd  für  sein  Bewusstsein  cen- 
traler Punkt  erschienen.  Sollte  sich  herausstellen,  dass  selbst 
hierbei  unrichtige  VorsteUungen  sich  dem  Erzähler  untergeschoben 
haben,  so  würde  mir  das  als  Wertmesser  für  die  Sicherheit  des 
ßecßchtnisses  von  grösster  Bedeutung  sein.  Die  andern  Fragen, 
die  ich  prüfe,  sind  schätzenswert  von  anderem  Gesichtspunkt  aus. 
Der  blendende  Farbenglanz  der  Erzählungen  aus  der  Frühzeit  be- 
sticht als  Beweis  ursprünglich -frischer  Erinnerungskraft.  Aus 
meiner  Untersuchung  über  „Olmütz"  dürfte  sich  aber  ergeben, 
wie  stark  sich  im  Erzähler  das  Bewusstsein  seiner  früheren  Auf- 
fassung der  Verhältnisse  verwischt  hatte.  Es  fehlt  ganz  der 
Pulsschlag  des  Junkers,  der  nicht  bloss  für  Bayern  die  praktische 
Weisheit  gepredigt  (I,  63):  Je  toller,  je  besser!  Der  partei- 
politische Gesichtspunkt  ist  durch  einen  einheitlich -staatsmänni- 
schen verdrängt. 

Wieder  eine  andere  Fehlerquelle,  neben  der,  auch  sonst  her- 
vorgehobenen, unerloschenen  Kampfstimmung  gegenüber  Gegnern 
und  früheren  Mitstreitern,  dürfte  die  Untersuchung  über  den 
Traum  E^aiser  Wilhelms  i.  J.  1881  biossiegen. 


EritiBche  Streifzüge  in  Bismareks  Memoiren.  49 

Hinsichtlich  derjeDigen  Klasse  der  Leser  der  Gedanken  und 
Erinnerungen^  die  in  jedem  noch  so  begründeten  Zweifel  an  der 
Glaubwürdigkeit  wenigstens  der  Erinnerungen  eine  Art  Pietät- 
losigkeit  verurteilen,  getröste  ich  mich  des  Vischerschen  Wortes: 
Das  Moralische  versteht  sich  immer  von  selbst. 

I.   Die  OlmütB-Bede. 

Wenn  man  etwa  zehn  Jahre  nach  1850  dem  kommenden 
Mann,  eben  dem  Ministerkandidaten  Bismarck,  in  weiten  Kreisen 
weder  Herz  noch  Verständnis  für  das  deutsche  Vaterland  zutrauen 
mochte,  so  hat  sicherlich  nichts  mehr  zu  dieser  festgewurzelten 
Anschauimg  Anlass  gegeben,  als  sein  Auftreten  in  der  Sitzung 
der  zweiten  preussischen  Kammer  vom  3.  Dezember  1850.  Da 
hielt  er  jene  berufene  Rede  für  die  nachgiebige  Politik  von 
Olmütz,  weil  „Krieg  ein  Krieg  sein  würde  mit  allen  Kontinental- 
mächten und  nicht  geführt  werden  könnte  ohne  Bündnis  mit  der 
Revolution^  d.  h.  mit  den  erbkaiserlichen  Gothaem  und  deren 
Anhang.  Die  Rede,  die  übrigens  mit  der  vielleicht  einzigen  par- 
lamentarischen Entgleisung  Bismarcks  begonnen  hatte,  zog  im 
Verlauf  die  Bestrebungen  der  Gegner  so  ins  Groteske,  dass  der 
nächste  Redner,  der  konservative  Abgeordnete  für  Greifswald- 
Grimmen',  es  als  seinem  innem  Gefühl  widerstrebend  nannte,  auf 
solchen  Scherz  ernsthaft  zu  antworten.  So  hatte  er,  um  nur  ein 
Beispiel  zu  nennen,  die  ünionsverfassung  als  eine  Mediatisierung 
Preussens  unter  die  Kammern  der  kleinen  Staaten  bezeichnet  und 
hinzugefügt,  „ein  Krieg  für  die  Union  von  Preussen  geführt 
könnte  mich  nur  lebhaft  an  jenen  Engländer  erinnern,  der  ein 
si^reiches  Gefecht  mit  einer  Schild  wache  bestand,  um  sich  in 
dem  Schilderhaus  hängen  zu  können,  ein  Recht,  welches  er  sich 
und  jedem  freien  Briten  vindizieriie."« 

Zunächst  auffallend  ist  in  den  Memoiren  (I,  68  ff.)  das  warme 
Eintreten  für  den  Kriegsminister  v.  Stockhausen,  dessen  Schuld  an 
der  Zersplitterung  der  preussischen  Cadres,  dessen  angebliche  Mut- 
losigkeit durchaus  in  Abrede  gestellt  wird.  Bekanntlich  hatte  sich 
gegen  ihn  der  heftigste  Angriff  gerichtet  (s.  Duncker:  Vier  Monate 


*  Professor  ürlichs.  S.  Stenograph.  Berichte  der  Verhandlungen  1860/61. 
1.  Band.    S.  69.    Bismarcks  Bede  ebendas.  66. 

•  S.  68.    Sp.  2. 

Hifltor.  VtortoUAhnclirift.  190S.  1.  4 


50  Heinrich  Ulmann. 

»nswärtiger  Politik  1851).  Jenes  ist  nun  merkwürdig  bei  der  all- 
g^emein  adEÜEdlenden  Schonungslosigkeit  der  Urteile  über  Personen. 
Der  Würdigung  Stockhausens  kann  man  im  ganzen  Werk  nur  etwa 
die  eines  anderen  Milit&rs,  des  Generals  Gustav  y.  Alvensleben, 
an  die  Seite  stellen.  Und  nun  ist  das  Auftreten  Bismarcks  in 
seiner  Erzählung  aufs  engste  an  seine  ältere  persönliche  Bezie- 
hung zu  Stockhausen  angeknüpft  Bei  ihm^  dem  Kriegsminister, 
Terschafft  er  sich^  als  er  im  November  1850  infolge  der  Mobil- 
machung vom  6.  November,  zu  seinem  Regiment  einberufen, 
Berlin  passierte,  zuerst  und  zwar  unter  Schwierigkeit  Zutritt 
Von  ihm  erhielt  er  die  Aufforderung,  in  Berlin  zu  bleiben,  um 
kraft  seiner  Eigenschaft  als  Abgeordneter  bei  der  bevorstehenden 
Eröfihung  des  Landtags  im  Sinne  des  Friedens  zu  wirken.  Was 
ihm  der  Minister,  zu  dem  er  in  erregter  kriegerischer  Stimmung 
gekommen  sei,  zur  Motivierung  jenes  Verlangens  gesagt,  hat  er 
ziemlich  ähnlich  schon  in  der  Reichstagsrede  vom  24.  Januar  1882 
vorgebracht^,  damals  um  parlamentarischen  Gegnern  zu  demon- 
strieren, wie  notwendig  die  Armeereorganisation  gewesen.  Durch 
die  Verzettelung  der  Stämme,  die  man  nach  dem  Südwesten 
Deutschlands  und  anderswohin  in  Friedensformation  geschickt,  sei 
die  schleunige  Vollziehung  der  Mobilisation  der  Truppen  er- 
schwert. Vorwärts  Berlin  werde  man  erst  in  14  Tagen  70000 
Mann  haben,  welche  nicht  einmal  hinreichen  würden  gegen  die 
schon  bereiten  österreichischen  Streitkräfte.  Man  werde  mit 
Preisgebung  von  Berlin  ah  zwei  Centren,  etwa  in  Danzig  und  in 
Westfalen,  mobilisieren  müssen.  Es  sei  vor  allem  nötig,  durch 
Vermeidung  des  Bruchs  Zeit  zu  gewinnen,  wenn  man  schlagen 
wollte.  Ein  andermal  werden  sechs  Wochen  als  die  nach  Stock- 
hausens Ansicht  nötige  Frist  zur  Gefechtsbereitschaft  bezeichnet 
(S.  76).  Im  Sinne  dieser  für  ihn  als  Landwehrlieutenant  über- 
zeugenden Ausführungen  des  Generals  habe  er,  B.,  wiederholt  mit 
dem  Führer  der  der  seinen  zunächst  stehenden  parlamentarischen 
Gruppe  des  rechten  Centrums,  dem  Justizrat  Geppert,  verhandelt 
und  in  derselben  üeberzeugung  am  3.  Dezember  gesprochen. 
Zum  Beweis  dienen  Auszüge  aus  der  Rede.  Und  dann  heisst  es 
nochmals:  Mein  leitender  Gedanke  bei  meiner  Rede  war, 
im  Sinne  der  üeberzeugung  des  Kriegsministers  für  den 


^  Politische  Reden,  her.  von  Horst  Kohl  IX,  234. 


Kritische  Strei&üge  in  Bismarcks  Memoiren.  51 

Aufschub  des  Kriegs  zu  wirken^  bis  wir  gerüstet  sein 
würden.  Es  ist  also  nicht  Eriegsunlust,  sondern  nur  reife  Er- 
wägung der  umstände^  sorgfältigere  Vorbereitung  zum  Losschlagen, 
die  er  beim  Eriegsminister  gefunden  haben  will,  vor  allem  aber 
ist  es  lediglich  der  militärische  Gesichtspunkt  unter  Nichtbeach- 
tung jeder  politischen  Rücksicht,  der  in  seiner  Darstellung  zum 
Ausdruck  kommt. 

Man  wird  vielleicht  schon  zweifeln,  ob  das  richtig,  wenn 
man  auch  nur  die  mitgeteilten  Proben  seiner  Rede  geniesst. 
Aber  diese  Differenz  mag  zunächst  beseitigt  erscheinen  durch  die 
ausdrückliche  Erklärung,  dass  er  jene  leitenden  Gedanken  nicht 
öffentlich  und  klar  habe  aussprechen,  sondern  nur  andeuten 
dürfen. 

Treten  wir  den  Dingen  nun  einmal  näher,  da  ergiebt  sich 
zunächst  mit  Bestimmtheit,  dass  die  erste  Einwirkung  auf  den 
schon  am  14.  November  in  Berlin  eintreffenden  Bismarck  gar 
nicht  von  dem  Kriegsminister,  sondern  von  dem  stellvertretenden 
Minister  des  Auswärtigen,  von  Manteuffel,  ausgegangen  war. 
Allerdings  hatte  er  gleich  nach  seiner  Ankunft  abends  10  Uhr 
Stockhausen  aufgesucht,  aber  nicht  getroffen,  sich  dann  sofort  zu 
Manteuffel  begeben,  der  ihm  empfohlen,  nicht  nach  seiner  Garni- 
son zu  reisen,  sondern  in  Berlin  zu  bleiben,  wo  die  „Kammer- 
menschen^  nötig  gebraucht  würden.^  Er  war  infolge  dessen  ge- 
blieben und  hatte  am  folgenden  Tag  von  allen  gut  unterrichteten 
Seiten  gehört,  dass  auf  Krieg  wahrscheinlich  gar  nicht,  für  den 
Augenblick  gewiss  nicht  zu  rechnen  sei.  In  Bismarcks  Ge- 
dächtnis hat  sich  anscheinend  sein  erster  vergeblicher  Versuch 
vorzukommen,  am  Abend  des  14ten,  vermischt  mit  einer  späteren 
Audienz.  Wann  die  letztere  war,  lässt  sich  nicht  auf  die  Stunde 
sagen.  Da  schon  am  16.  feststand,  dass  seine  Stelle  in  der 
Schwadron  einem  anderen  übertragen  würde,  muss  er  den  Befehl 
des  Kri^sministers  vorher  erhalten  haben.  ^  Nach  seiner  Angabe 
in  den  Memoiren  wäre  sein  Wirken  eben  durch  Stockhausen  zu- 
vörderst in  Anspruch  genommen  worden,  um  Justizrat  Geppert 
und  das  „zur  Unterstützung  der  Regierung  geneigte,  aber  für  die 


'  Bismarcks  Briefe  an  seine  Braut  und  Frau  vom  16.  Nov.  S.  212. 
'  Br.    an    seine  Frau   vom    16.  XI.    S.  218  f     Gedanken    nnd   Erinne- 
rungen 71. 


52  Heinrich  ülmann. 

energische  Wahmehmuug  der  nationalen  Aufgabe  Preussens  auch 
durch  sofortige  militärische  Bethätigung  eingenommene  rechte 
Centrum^'  zu  bearbeiten.  Er  sei  dabei  auf  die  ihm  selber  vor 
der  Unterredung  mit  Stockhausen  eigentümliche  Auffassung  ^  das 
natürliche  Erzeugnis  eines  verletzten  nationalen  oder  preussisch- 
militärischen  Ehrgefühls  gestossen^  in  erster  Linie  auf  parlamen- 
tarische Ansichten^  die  mit  dem  Programm  des  Kriegsministers 
nicht  übereinstimmten. 

Sein  Versuch  fällt  auf  den  17.  November.  Am  18.  schreibt 
er  seiner  Frau,  dass  er  gestern  mit  ungehofftem  Erfolg  das  Gen- 
trum bearbeitet  habe,  weil  er  durch  diplomatische  Mittei- 
lungen in  den  Stand  gesetzt  gewesen  sei,  dessen  volle  Unbe- 
kanntschaft mit  der  Sachlage  aufzuklären.  Also  keine  militärischen, 
sondern  politisch -diplomatische  Gesichtspunkte!  Nun  ist  aber 
bezeugt  \  dass  schon  am  16.  der  Geh.  Legationsrat  Knüpfer  namens 
des  Ministeriums  Geppert  zu  der  Ueberzeugung  gebracht  hatte, 
dass  der  Krieg  gegenwärtig,  wenn  irgend  thunlich,  vermieden 
werden  müsste,  dass  ManteujBTel  und  Stockhausen  zu  unterstützen 
wären  u.  s.  w.  u.  s.  w.  Geppert  sei  seiner  Partei  gewiss  und  hoffe 
auf  Majorität^  gegen  die  Gothaer;  nur  wünsche  er  in  der  hessi- 
schen Frage  die  Aufrechthaltung  und  Wahrung  der  formalen 
Rechtsformen  in  der  Yerfassungssache. 

Das  ergiebt  das  Resultat,  dass  schwerlich  die  Notwendigkeit, 
den  Krieg  im  Sinne  Stockhausens  zu  vermeiden,  den  Hauptinhalt 
der  schwierigen  Unterredungen  Bismarcks  mit  Geppert  gebildet 
haben  kann.  Wir  hören,  dass  die  konservativen  Parteigenossen 
Gepperts  Bedenken  hegten  wegen  Preisgebung  der  bisherigen  Stel- 
lung Preussens  in  der  hessischen  Frage,  wo,  wie  bekannt,  beider- 
seitige Truppen  einander  schon  gegenüberstanden.  Es  scheint  mir 
wenigstens  wahrscheinlicher,  dass  Bismarck,  der  in  seiner  Rede  am 
3ten  gerade  hinsichtlich  dieser  Sache  seinen  stärksten  Trumpf 
ausspielt:  „Die  preussische  Ehre  besteht  nach  meiner  Meinimg  nicht 
darin,  dass  Preussen  überall  in  Deutschland  den  Don  Quixote 
spiele   für   gekränkte   Kammer-Celebritäten,    welche   ihre   lokale 


^  Knüpf  er  an  ManteuiFel  17.  Nov.  bei  Poschinger,  Denkwürdigkeiten 
des  Ministers  von  Manteuffel  I,  823. 

*  Aehnlich  Bismarck  in  dem  Brief  an  seine  Frau  vom  18ten. 
S.  215. 


Kritische  Streifzüge  in  Bismarcks  Memoiren.  53 

Verfassimg  für  gefährdet  halten/^  dass  Bismarck  in  dieser  poli- 
tischen Frage  kitzlichster  Art  Geppert  in  Manteuffels  Sinn  be- 
arbeitet hat.  Denn  hier  war  eine  der  Stellen,  wo  Manteuffel  des 
Königs,  der  gesi^kt  war  durch  seinen  Bruder,  noch  nicht 
ganz  sicher  war.  Kam  es  darüber  zu  leidenschaftlicher  Aussprache 
und  zu  einer  Niederlage  Manteuffels  in  der  Kammer,  so  war 
alles  möglich.  Das  zu  vermeiden,  Manteuffel  und  Stockhausen  zu 
halten  gegen  Ladenberg,  den  zeitweiligen  Ministerpräsidenten,  der 
nach  dem  3.  Dezember  seinen  Abschied  nahm,  oder  gar  gegen 
die  Wiederkehr  des  von  der  Partei  Gerlach  bitterlich  gehassten 
Radowitz,  schien  Bismarck  Lebensfrage.  Diese  politische  An- 
schauung, nicht  die  militärische,  war  die  massgebende,  wie  zahl- 
reiche Aussprüche  seiner  Briefe  beweisen.  Zum  tieferen  Ver- 
ständnis möchte  ich  aus  ihnen  vorher  seine  allgemeinpolitischen 
Gesichtspunkte  herausschälen:  Krieg  im  gegenwärtigen  Augenblick 
und  um  die  durch  Radowitz  hervorgerufenen  Streitpunkte  würde 
Krieg  mit  allen  monarchischen  Staaten  sein  (18.  XI.  S.  214).  Da- 
bei ist  neben  Oesterreich  besonders  an  Russland  gedacht,  auf 
dessen  Entgegenkommen  man  nach  Bismarcks,  sehr  anfechtbarer, 
Meinung  würde  rechnen  können,  wenn  man  in  Holstein  und  hin- 
sichtlich der  parlamentarischen  XJnionsverfassung  sich  fügte  (22.  XI. 
S.  216).  Der  künftige  Realpolitiker  kündigt  sich  aber  an,  wenn 
er  in  dem  gleichen  Brief  es  für  unleidlich  hält,  dass  100000 
Baiem  und  Oesterreicher  sich  zwischen  Preussens  östlichen  und 
westlichen  Provinzen  aufstellten.  Es  handelt  sich  dabei  um  den 
Streit  über  die  hessischen  Etappenstrassen:  im  Fall  zu  grosser 
österreichischer  Impertinenz  in  dieser  Beziehung  trat  Bismarck 
auch  Gerlach  gegenüber  entschieden  für  die  Notwendigkeit  des 
Krieges  ein.^  Leider  hat  der  Realpolitiker  gerade  in  dieser  aus- 
schlaggebenden Frage  dem  Parteipolitiker  das  Feld  geräumt. 
Denn  am  3.  Dezember  ist  er  so  weit  gekommen,  zu  erklären^: 
„Wir  haben,  ich  will  versuchen  ganz  deutlich  zu  sein,  die  Be- 
nutzung der  Etappenstrassen  der  Länge  nach;  in  derselben  be- 
lastigt es  uns  durchaus  nicht,  wenn  diese  Strassen  der  Breite 
nach"  [also  etwa  wie  von  der  Armee  des  Fürsten  Taxis]  „von 


'  Gerlachs  Denkwürdigkeiten  1.  559,  8.  Briefe  an  s.  Frau  S.  216. 
'  StenograpHische  Berichte  über  die  Yerbandlangen  d.  2.  Kammer,  I. 
S.  57.     In  den  Gedanken  und  Erinnerungen  ausgelassen. 


54  Heinrich  Ulmann. 

irgend  jemandem  überschritten  werden/^  Damit  war  der  (bedanke 
der  Integritöt  der  Monarchie  innerhalb  ihrer  Interessensphäre 
weiter  zurückgedrängt,  als  es  dem  von  Parteileidenschaft  freien 
Bismarck  zu  einem  andern  Zeitpunkt  zulässig  erschienen  sein 
würde.  Freilich  stand  er  unter  dem  Bann  der  Gerlachschen 
Doktrin  über  das  Verhältnis  zu  Oesterreich.  Er  ist  in  seinen 
Briefen  während  dieser  ganzen  Zeit  (S.  212.  214)  und  bleibt 
auch  in  seiner  Rede  vom  3.  Dezember  überzeugt,  dass  Oester- 
reich, falls  Preussen  auf  seine  Unionsideen  verzichte,  sich  zu 
diesem  auf  den  Fuss  Yoller  gegenseitiger  Gleichberechtigung  in 
Deutschland  stellen  werde.  In  einem  Briefe  vom  18.  November 
bekennt  er  sich  zu  „den  Forderungen  unserer  Partei,  welche 
wir  augenblicklich  Hoffnung  haben,  friedlich  zu  erreichen.'^  Sie 
seien  in  Nr.  269  der  Neuen  Preussischen  Zeitung  aufgezählt.  In 
dieser  Nummer  vom  Tag  nach  Bismarcks  Brief,  die  er  abo 
vorher  gekannt,  vielleicht  mitredigiert  haben  muss,  ist  aber  ver- 
langt neben  anderen  höchst  wichtigen  Punkten,  Vereinbarung  in 
freien,  nicht  in  Wien  zu  haltenden  Konferenzen,  auf  dem  Boden 
vollster  Gleichberechtigung  zwischen  Oesterreich  und  Preussen 
und  ihrer  gleichmässigen  Bevorrechtung  in  Deutschland 
vor  den  minder  mächtigen  Staaten  u.  s.  w.  Erreiche  man  das 
nicht,  dann  muss  auch  unsere  Partei  mit  dem  Spruch  unserer 
Vorfahren  rufen  „Dat  walde  Gott  un  kold  Isen'^  Und  am 
3.  Dezember  hat  er  erklärt^:  „Ich  suche  die  preussische  Ehre 
darin,  dass  Preussen  sich  vor  allem  von  jeder  schmachvollen  Ver- 
bindimg  mit  der  Demokratie  entfernt  hält,  dass  Preussen  in  der 
vorliegenden,  wie  in  allen  Fragen  nicht  zugebe,  dass  in  Deutsch- 
land etwas  geschehe  ohne  Prcussens  Einwilligung,  dass  dasjenige^ 
was  Preussen  und  Oesterreich  nach  gemeinschaftlicher  unabhän- 
giger Erwägung  für  vernünftig  und  politisch  richtig  halten,  durch 
die  beiden  gleichberechtigten  Schutzmächte  Deutsch- 
lands gemeinschaftlich  ausgeführt  werde.'' 

Als  der  Redner  so  sprach,  muss  er  auffallenderweise  ^  nicht 
gcwusst  haben,  dass  Fürst  Schwarzenberg  in  Olmütz  wenige  Tage 
vorher  gerade  diesen  preussischen  Anspruch  auf  Parität  abgelehnt 


^  Stenogr.  Berichte  1.  57.     8.  Gedanken  und  Erinneningen  S.  73. 
'  Er  wusHte  auch  nichts  von  der  in  Olmütz  ausgemachten  Demobili- 
sierung unter  Prcussens  Vorangehen. 


Kritische  Streifzuge  in  Bismarcks  Memoiren.  55 

und  dass  Manteoffel  sich  dem  gefugt  hatte!  Noch  in  den  Me- 
moiren (76)  yerlegt  er  ^^die  auffallige  Beschränkung^'  der  preus- 
sischen  Ziele  in  die  Zeit  der  Dresdener  Konferenzen. 

Eine  neuerdings  angedeutete  Auffassung  nötigt,  hier  noch 
einmal  Halt  zu  machen.  Fester^  hat  darzuthun  gesucht,  dass 
Bismarck  in  seiner  Bede  Ton  konservatiTen  und  legitimistischen 
Schranken  der  Manteuffel  und  Gerlach  yöUig  frei  sich  gezeigt 
habe.  Nicht  den  Krieg  an  sich  habe  er  gescheut  (und  soweit 
stimme  ich  bei),  sondern  den  für  die  aus  der  ünionspolitik  er* 
wachsenen  Schwierigkeiten.  Wenn  Fester  aber  aus  den  Erörte- 
rungen des  Bedners,  dass  die  Integrität  des  Staats  nicht  bedroht 
und  Eroberungen  nach  der  Thronrede  nicht  beabsichtigt  seien  und 
femer  dem  Passus':  Ich  will  hier  nicht  erörtern,  inwiefern  dies 
zu  bedauern  ist  und  inwiefern  jemand  einen  Krieg  yielleicht  gern 
f&hren  könnte,  der  keinen  andern  Grund  hat,  als  dass  sein  König 
und  Kriegsherr  sagt:  dies  Land  gefällt  mir,  ich  will  es  besitzen^' 
den  Schluss  wagt,  dass  Bismarck  wie  im  Traum  dabei  firidericia- 
nische  Annexionspolitik  in  Bezug  auf  Hessen  Yorgeschwebt  habe, 
so  ist  das  irrtümlich.  Ich  brauche  auf  die  krassen  Widersprüche', 
die  eine  solche  Auffassung  in  den  Sinn  der  Rede  hineintrüge, 
nicht  näher  einzugehen.  Ich  denke  yielmehr  zu  zeigen,  wie  die 
Absicht  der  Unterstützung  der  yon  Manteuffel  und  Stockhausen 
zur  Zeit  allein  im  Ministerium  yerfochtenen  Ueberzeugungen 
legitimistischer  Politik  die  eigentliche  Seele  der  Handlimgen 
Bismarcks  gewesen  ist. 

Nur  flüchtig  werden  im  ersten  Briefe  an  seine  Frau  nach 
seiner  Ankunft  in  Berlin  die  Gefahren  der  Ueberrennung  Preussens 
durch  die  Oesterreicher,  wie  sie  für  die  nächsten  Wochen  nach 
der  Mobilmachung  bestanden,  berührt.  Alles  glaubt  an  Frieden, 
allerdings  haben  beim  König  und  Prinzen  von  Preussen  die 
Minister   schweren   Stand.      Aber   wahrscheinlich    ist   der   Krieg 


'  üeber  den  historiographischen  Charakter  der  Ged.  u.  Erinnerungen. 
Sybelfl  Zeitschrift  N.  F.  Band  49,  S.  60. 

*  Stenograph.  Berichte  I.  57.    In  Ged.  n.  Erinner,  ausgelassen. 

'  Er  erinnert  z.  B.  S.  59,  Sp.  1  an  seine  Warnung,  Preussen  nicht  in 
die  Rolle  Piemonts  in  Italien  zu  drängen  (s.  auch  Briefe  an  seine  Frau 
8.  218).  Die  Stelle  des  Briefes  S.  214  über  die  österr.-preussische  Gleich- 
herechtigung  auf  Kosten  der  kleinen  Staaten  ist  weiter  unten  so  erklärt, 
dass  sie  allein  die  Exekutivgewalt  in  Deutschland  haben. 


56  Heinrich  Ulmann. 

nicht,  man  scheine  in  Verlegenheit,  wie  man  die  Trappenmassen 
mit  gater  Manier  los  werde.  Man  spreche  yon  Verwendung  gegen 
Frankreich.^  Die  Friedenszuyersicht  könnte  aus  Rücksicht  auf 
die  Gemütsruhe  der  Frau  vielleicht  stark  zum  Ausdruck  gebracht 
sein.  Aber  Bismarck  verhehlt  im  Fortgang  keineswegs  die  Schwan- 
kungen der  Lage.  Es  ist  keinerlei  Grund  an  der  Wahrhaftigkeit 
der  Versicherungen  hinsichtlich  des  wahrscheinlichen  Friedens  zu 
zweifeln.  Der  Nachgiebigkeit  Oesterreichs  in  der  deutschen  Sache 
hält  sich  Bismarck  schon  im  ersten  Briefe  für  sicher.  Dann 
heisst  es':  ,,Die  Hessische  und  die  Holsteinische  Sache  haben 
übrigens  für  Preussen  und  namentlich  für  unsere  Partei  nicht  das 
Interesse,  dass  es  deshalb  lohnt,  Menschen  und  gar  Soldaten  zu 
opfern." 

Zwei  Tage*  darauf:  „Gotha,  die  Bürokratie,  ja  ...  der  Hof, 
alles  arbeitet  vereint  an  Manteuffels  Sturz,  aber  Gott  hat  mir 
gegründete  Hofihung  gegeben,  es  wird  ihnen  nicht  gelingen. 
Manteuffels  Sturz  heisst  in  diesem  Augenblick  Rückkehr  des 
Radowitz'schen  Prinzips,  vertreten  durch  Strohmänner,  die  er 
lenkt ^,  Krieg  mit  allen  monarchischen  Staaten,  im  Hintergrund 
revolutionäres  Kaisertum,  dessen  Mantel  jetzt,  nach  jahrelanger 
Vorbereitung  durch  Radowitz,  mehr  blendet  als  früher.  Bleibt 
Manteuffel,  so  ist  Aussicht  zu  einem  baldigen  ehrenvollen  Frieden^ 
(auf  dem  Fuss  der  Parität  nämlich).  Am  19.  November  wieder- 
holt er  die  letztere  Hofihung.  Auch  am  22.,  wo  er  seiner  Diffe- 
renz mit  Gerlach  wegen  der  Etappenstrassen  gedenkt,  zweifelt  er 
nicht  am  Frieden,  obwohl  er  dessen  Notwendigkeit  oft  heftig  ver- 
teidigen müsse. 

Am  24.:  ,yDer  Krieg  wäre  jetzt  ein  vollständiger  Unsinn,  der 
von  Haus  aus  die  Folge  haben  würde,  dass  unsere  Regienmg 
noch  zwei  Meilen  weit  links  rutschen  würde.''  Er  gedenkt  dann 
ähnlich  wie  in  der  Rede  des  vermeinten  Einverständnisses  über 
die  Zukunft  Deutschlands,  der  Gefahr,  dass  „um  solcher  Lappa- 


'  Brief  vom  16.  XI.  S.  212  f.  Vgl.  über  das  zuletzt  Gesagte:  Poschin- 
ger,  Manteuffels  Denkwürdigkeiten  I,  326  f.  ,,Die  Mobilisierung  wächst  hier 
zu  einem  Gespenst  heran.  Man  fürchtet  sich  vor  sich  selbst.*'  Prokesch 
16.  XI  an  Fürst  Schwarzenberg.    Aus  den  Briefen  des  Grafen  Prokesch  183. 

»  S.  212. 

»  S.  214. 

*  Ladenberg  dürfte  besonders  gemeint  sein. 


Kritische  Streifzüge  in  Bismarcks  Memoiren.  57 

lien  willen'^  (Beginn  der  Umkehr  in  der  EtappenfirageÜ)  „kon- 
servatiTe  Armeen^  die  einander  lieben  und  achten,  sich  zer- 
fleischen^'; dann,  ähnlich  wie  in  der  Rede,  der  Gefahr,  bei  einem 
Bruderkrieg  in  Abhängigkeit  vom  Ausland  zu  geraten  imd  der 
ferneren  der  Bundesgenossenschaft  mit  il  re  traditore  und  der 
Demokratie:  „Jeder  Demokrat  wird  seine  Wunden  dem  König  als 
eine  unbezahlte  Rechnimg  vorzeigen,  wenn  wir  mit  seiner  Hülfe 
gesiegt  haben  werden/'  Und  an  ein  Wort  anknüpfend,  das  Stock- 
hausen wohl  dem  Prinzen  von  Preussen  gesagt:  „ich  kenne  keine 
Ehre,  die  darin  besteht,  dass  man  den  Weg  der  Revolution  mit 
Worten  verdammt  und  mit  Thaten  gehe." 

Dann  kommen  die  Schwankungen,  veranlasst  durch  die  ge- 
wünschte Zusammenkunft  Manteuffels  mit  Schwarzenberg,  das 
Abschiedsgesuch  des  ersteren  und  am  27.^  neue  friedliche  Aspekten: 
„Manteuffels  Gesuch  ist  abgelehnt,  seine  Politik  oben  auf,  gebe 
Gott,  dass  es  dauert/'  —  Ich  denke,  alles  das  beweist,  dass  der 
Kampf  in  erster  Linie  geftlhrt  wurde  für  die  Existenz  des  Mini- 
steriums. Auch  hatte  B.  keinen  Ghnmd,  seiner  Frau  gegenüber  sich 
ähnliche  Zurückhaltungen  hinsichtlich  des  Zustandes  preussischer 
Wehrhaftigkeit  aufzulegen,  wie  er  sie,  seinen  Memoiren  zufolge, 
bei  seiner  Rede  geübt  haben  will.  Es  kann  daher  nicht  be- 
zweifelt werden,  dass  die  „Gedanken  und  Erinnerungen"  die  Ge- 
sinnung Bismarcks  in  der  Olmützepoche  höchst  unvollständig 
wiederspiegeln.  Sie  verhüllen  das  Ueberwiegen  des  parteipoliti- 
schen Gesichtskreises,  innerhalb  dessen  alles  Heil  von  dem  Ein- 
vernehmen der  konservativen  Ostmächte  abhängig  schien,  bis  zum 
völligen  Verschwinden.  Auch  Bismarck  hat  1850  die  Kraftprobe 
aus  politischen  Gründen  gescheut,  zu  der  er  sich  erst  entschlossen 
hat,  als  er  über  den  Grad  der  Neigung  Oesterreichs  zu  dualisti- 
scher Leitung  Deutschlands  seine  der  Parteidoktrin  entwachsenen, 
ganz  persönlichen  Erfahrungen  gemacht  hatte.  — 

Da  Bismarck  auch  in  seinen  vertraulichen  Ergiessungen 
nahezu  schweigt  über  die  militärische  Lage,  wird  sich  kaum 
sicher  feststellen  lassen,  wie  stark  in  der  That  in  seinem  Innern 
neben  massgebend  politischen  auch  militärisch -technische 
Erwägungen  damals  Platz  gegriffen  hatten.  Dennoch  ist  es  auch 
in  dieser  Beziehung  von  einigem  Interesse,  prüfend  zu  über- 


*  Brief  vom  27.  XI.  S.  221. 


58  Heinrich  Ulmann. 

schauen  y  wie  viel  sich  von  dem  Erfolg  der  damaligen  Rüstung, 
Ton  ihren  Hemmnissen  und  Förderungen  erkennen  lässt. 

Sachkundig  und  ehrliebend  nennt  Bismarck  den  Kriegs- 
minister Stockhausen.  Tadelnd  den  ihm  gemachten  Vorwurf  des 
Kleinmuts  nennt  er  ihn  vielmehr  einen  alten  schneidigen  Soldaten, 
dessen  moralischer  und  physischer  Tapferkeit  er  sicher  gewesen. 
Nur  der  falschen  Politik  mit  ihrer  unrichtigen  Verwendung  der 
militärischen  Mittel  schreibt  er  die  Unterlassungssünden  zu,  die 
durch  plötzliche  Leistungen  Stockhausens  nicht  wieder  hätten  gut 
gemacht  werden  können. 

Bismarck  ist  dabei  des  inzwischen  widerlegten  Glaubens,  dass 
Graf  Brandenburg  als  Opfer  der  ihm  aufgezwungenen  Friedens- 
politik sterbend  zusammengebrochen  sei.  Um  so  mehr  föllt  da- 
für alle  Schuld  auf  Radowitz,  der  nun  einmal  die  b^te  noire  der 
Partei  war.  Ich  komme  darauf  zurück.  Die  Schuld  an  der  mili- 
tärischen Un Vorbereitung  Preussens  trugt  er  nicht.*  Den  Sommer 
über,  als  die  Verhältnisse  sich  zuspitzten,  im  Herbst,  als  in 
Bregenz  drohende  Verabredungen  stattfanden,  als  in  Böhmen 
Truppenzusammenziehungen  erfolgten  u.  s.  w.,  hat  er  auf  Mobili- 
sierung des  Heeres  gedrungen. 

Stockhausen,  der  die  am  1.  Oktober  ausgedienten  Mann- 
schaften entlassen,  ja  angesichts  des  stark  rüstenden  Gegners 
Pferdeverkäufe  angeordnet  hatte,  hat  jene  bekanntlich  am  2.  No- 
vember verhindert.  Gerade  deshalb  haben  ihm  ja  die  Gegner 
vorgeworfen,  dass  er  dadurch  die  Radowitzsche  Politik  und  diesen 
selbst  habe  unmöglich  machen  wollen.^  Man  wird  vorsichtig  sein 
müssen  gegenüber  einer  solchen  Behauptung.  Aber  unzweifelhaft 
stimmte  er  ganz  im  Bann  der  Anschauung  der  äussersten  Rechten. 
Auch  hatte  er  schon  im  April  1850  erklärt,  dass  Preussen  nicht 
in  der  Lage  sei,  einen  Krieg  für  die  Radowitzschen  Ideen  zu  be- 
stehen.^ Wenn  der  Brief  vom  IG.  Januar  1851  (den  Poschinger 
in  den  Denkwürdigkeiten  des  Ministers  v.  Manteuffel  I,  408  un- 
begreiflicher Weise  dem  Prinzen  von  Preussen  zugeschrieben  hat) 


^  Wie  Bismarck  nach  Busch,  Tagebuchblätter  I,  138  ihm  Schuld  ge- 
geben hat. 

•  M.  Duncker:  Vier  Monate  S.  8  u.  12.  Vergl.  Gerlachs  Denkwürdig- 
keiten I,  515  8.  503. 

'  Aus  den  Briefen  des  Grafen  Prokesch  S.  133. 


Kritische  Streifzflge  in  Bismarcks  Memoiren.  59 

wirklich  von  seinem  Einsender  Stockhausen  ^  herrührt^  so  bietet 
er  mit  der  Vorstellung,  dass  die  ^^Reyclution^'  Krieg  wolle,  um 
die  königstreuen  Heere  sich  gegenseitig  zerfleischen  zu  lassen  und 
dann  leichter  die  Throne  umzustürzen,  höchst  charakteristisches 
Material  für  seine  ganze  Denkweise,     üebrigens  bietet  Bismarck 
in  einem  Brief  an  seine  Frau  vom  24.  November  gewisse  Paral- 
lelen dazu.    Ob  Stockhausen  so  weit  gegangen,  wie  Frau  von  Roon 
berichtet^,  an  jenem  2.  November  zu  erklären:  es  ist  auch  noch 
sehr  die  Frage,   ob  unsere  Armee  sich  gegen  die  Oesterreicher 
schlägt,  ist  nicht  zu  kontrolieren.    Aber  ihre  Erzählung  vom  Ver- 
halten  des  Prinzen  Yon  Preussen  bei   und  nach  jenem    Gonseil 
atimmt  durchaus  mit  dem  Bericht  des  beteiligten  Generaladjutanten 
V.  Bojen.'    Da  wird  es  doch  sehr  schwer,  an  anderes  als  partei- 
politische Verranntheit  zu  denken  bei  Stockhausens  Verhalten  in 
der  ofkgenannten  Sitzung  der  2ten  Kammer  am  3.  Dezember  1850. 
Unmittelbar   vor  ihm   hatte   der   konservative  Abgeordnete  Geh. 
Rat  Stiehl  dem  Minister  Manteuffel  entgegnet,  samt  dem  preussi- 
sehen  Volk  habe  er  nicht  an  Ej-ieg  geglaubt  wegen  dieser  oder 
jener  einzelnen  Frage,  sondern  deshalb,  „weil  es  dahin  gekommen, 
dass  Preussen  seine  welthistorische  Aufgabe  gefährdet  zu  sehen 
im   Begriff  stehe^.     Da  eröffiiete  der  Eriegsminister  seine  Bede 
mit  den  Worten,  dass  es  ihn  sehr  betrübe  in  diesem  Haus,  von 
welchem  er  gehofft,  dass  es   nur  Segnungen  des  Friedens   über 
dem  Lande  ausbreiten  würde,  den  wiederholten  Ruf  zum  Krieg 
gehört  zu  haben.  ^     Einen  solchen  Mann  durfte  mit  Fug  der  alte 
Natzmer^,  dereinst  militärischer  Mentor  des  Prinzen  von  Preussen, 
den   wahren   Friedensminister   nennen.      Stockhausen   hat   wenig 
Glauben  gefunden  für  seine  Behauptung  im  Herrenhaus,  dass  er 
aus  militärischer  Vernunft  für  den  Frieden  sei  (Duncker  a.  a.  0. 
S.  29).     Nur  Bismarck  will   durch  seine  für  ihn  überzeugenden 
Darlegungen    bestimmt    worden    sein    zu    seinem    Auftreten    am 
3.  Dezember. 

Nach  dem  früher  Dargelegten  kann  das  in  dem  angegebenen 
Grade  nicht  der   Fall  gewesen  sein.     Ich  glaube,  Bismarcks  Er- 


*  Wie  Stern,  Histor.  Zeitschr.  N.  F.  Bd.  61,  S.  76  darzuthun  versucht  hat. 
'  Denkwürdigkeiten  aus  dem  Leben  des  Grafen  Roon.  3.  Auff.  I,  242. 

'  Erinnerungen  des  .  .  .  von  Boyen.    Her.  von  Tümpling  89. 

*  Stenograph.  Berichte  S.  62. 

*  Unter  den  HohenzoUem  IV,  160. 


60  Heinrich  Ulmann. 

innenmg  hat  sich  hier  an  den  äusseren  Vorgang  der  Unterredung 
mit  Stockhausen  am  15.  oder  16.  November  geheftet.  Wenn  er 
jedoch  von  dem  Inhalt  derselben  sein  Verhalten  während  voller 
2 — 3  Wochen  abhängig  sein  lässt,  täuscht  er  sich  ebenso  über 
sich  selbst  wie  über  den  planmässig  fortgeschrittenen  Verlauf 
der  Mobilisierung.  Als  Bismarck  am  3.  Dezember  sprach,  konnte 
nicht  mehr,  wie  er  angeblich  nur  habe  andeuten  können,  die 
Gefahr  drohen,  dass  man  den  Oesterreichern  nicht  einmal  70000 
Mann  entgegenstellen  könnte.  Die  Waffenrüstung  war  nahezu 
vollendet,  trotz  aller  Hemmungen,  die  das  Geschäft  unter  einem 
Eriegsminister  wie  Stockhausen  erfahren  mochte. 

Hinsichtlich  solcher  Hemmungen  sei  hier  nur  auf  einen 
neuestens  bekannt  gewordenen  Vorgang  hingewiesen.  Das  unter 
General  v.  Schreckenstein  stehende  preussische  Korps  in  Baden 
hatte  am  1.  November  den  Befehl  zur  Konzentration  zwischen 
Murg  und  Neckar  und  am  7.  nach  erfolgter  Mobilmachung  den 
Befehl  zum  Rückmarsche  erhalten.  Aber  noch  am  20.  November* 
beklagte  sich  der  Prinz  von  Preussen,  seit  dem  13.  November 
Kommandeur  der  mobilen  Armee,  beim  Kriegsminister  über  die 
unglaubliche  Langsamkeit  der  Konzentration  Schreckensteins, 
dessen  persönliche  Schuld  er  jedoch  (entgegen  der  Ansicht  des 
Kriegsministers)  entschieden  verneinte.  Stockhausen  hat  auf  diesen 
Brief  des  Prinzen  erst  nach  vollen  14  Tagen,  am  4.  Dez.,  als 
der  Entschluss  zur  Abrüstung  fertig  war,  geantwortet  und  zwar 
mit  der  Behauptung,  dass  eine  Unterlassung  des  Prinzen,  die 
dieser  durchaus  in  Abrede  stellte,  die  Schuld  trage  an  der  Ver- 
spätung von  10  Tagen. 

Es  mag  mit  diesem  Hinweis  genug  sein,  dass  an  der  Maschine 
nicht  alles  so  klappte,  wie  es  Soldaten  in  höchster  Stellung  er- 
warteten. Die  Organisation  hatte  schwere  Mängel.  Durch  an- 
fechtbare militärisch -politische  Massnahmen  seit  18  Monaten 
konnten  sie  dem  sorgenvollen  Blick  anfänglich  bedrohlich  er- 
scheinen. Aber  bald  nach  Anfang  Dezember  mussten  sie  als  im 
wesentlichen  überwunden  gelten.   Das  berichtete  am  21.  November 


^  Dies  Schreiben  und  der  gesamte  Schriftwechsel  in:  Militärische 
Schriften  Kaiser  Wilhelms  des  Grossen.  11,  S.  1 18-— 128.  Hieraus  versteht 
sich  die  Erbitterung  beider  Männer,  s.  Poschinger:  Denkwürdigkeiten  des 
Ministers  y.  Manteufel  I  407. 


Kritisclie  Streifzüge  in  BismarckB  Memoiren.  61 

bereits  der  rassische  Oesandte  Baron  Budberg.  Und  wenn  er  und 
seine  Schätzung  der  fertigen  Kriegsstärke  auf  375000  Mann  mit 
865  Geschützen  verdächtig  sein  sollte,  so  bekrafkigt  seine  Aussage 
der  Prinz  Yon  Preossen  am  22.  November,  dass  man,  zwar  noch 
nicht  im  Moment,  aber  binnen  kurzem  gerüstet  sein  werde.  ^ 
Schon  eine  Woche  nach  dem  Mobilmachungsbefehl  schrieb  aus 
Liegnitz  der  Bregienmgspräsident  Westphalen  (der  nachherige 
Minister)  an  Manteuffel;  „in  wenig  Tagen  werden  die  Bataillone 
und  Schwadronen  der  Linie  und  Landwehr  in  der  vollen  Ej-iegs- 
si^ke  marschfertig  dastehen'^^  Man  darf  annehmen,  dass  es 
anderwärts  nicht  minder  glatt  verlaufen  ist  angesichts  der  schwung- 
haften Begeisterung,  mit  der  das  Volk  diesmal  dem  Ruf  seines 
Königs  gefolgt  war  nach  allgemeinem  Zugeständnis.  Und  dass 
im  ganzen  der  Plan  zur  Mobilmachung  ausreichend  war,  bestätigen 
noch  die  Urteile  einsichtsvoller  Männer,  wie  des  genannten  Natzmer, 
Moltkes  (Schriften  IV,  149),  des  Generaladjutanten  Boyen  u.  a. 
Letzterer  gerade,  der  Stockhausens  ,^abelhafber  Seelenruhe  oder 
Dummheit"  es  zum  Vorwurf  macht,  wenn  man  am  1.  November 
auf  allen  Punkten  der  Welt  kaum  100  000  Mann  zusammengehabt, 
rechnet  zuletzt  mit  einer  Kriegsstärke  von  500000  Mann.  Und 
darin  triffi  er  zusammen  mit  dem  ganz  der  Gegenpartei  angehörigen 
preussischen  Gesandten  in  Petersburg,  dem  General  von  Rochow.* 
Die  Regimentsgeschichten  ergeben,  soweit  ich  sie  benutzt^  habe, 
das  gleiche  Resultat.  Und  endlich  ist  nicht  zu  vergessen,  dass 
die  schwierigste  Aufgabe  der  Mobilmachung  für  nicht  wenige 
Heeresteile  erleichtert  war  dadurch,  dass  die  Landwehrregimenter 
schon  längst  in  Baden,  bei  Wetzlar  und  sonst  mit  im  Felde  ge- 
standen hatten.  Wenn  es  hierbei  Störungen  gab,  so  werden  sie 
wieder  dem  Ungeschick  Stockhausens  beigemessen,  der  zur  Unzeit 
bei  der  Bekleidimg  gespart  und  ganz  gleichzeitig  auch  das  (zu 


'  Härtens,  Becenil  des  trait^s  conclus  par  la  Russie  VTLI,  421  und 
Aus  meinem  Leben  von  Ernst  von  Eoburg  I,  605. 

*  14.  November,  Poschinger,  Denkwürdigkeiten  Manteuffels  I,  321. 

'  Erinnerungen  aus  d.  Leben  des  .  .  .  Bojen,  von  Tümpling  89.  —  Briefe 
des  Generals  v.  Bochow  an  einen  Staatsbeamten  538.  (Betrachtung  an- 
gestellt am  7.  Dezember  1850.) 

*  um  nur  eine  zu  nennen:  Die  Geschichte  des  Iten  Infanterieregiments 
von  Oelsnitz  S.  87. 


62  Heinrich  ülmann. 

Besatzungen   bestimmte)   zweite   Aufgebot   der   Landwehr   einbe- 
rufen hatte.  ^ 

Wer  also  beweisen  wollte^  wie  es  nach  Bismareks  Auffassung 
Stockhausen  bis  zuletzt  gethan  haben  müsste,  dass  Preussen  wegen 
gewisser  organisatorischer  Schäden  Ende  1850  nicht  widerstands- 
fähig hätte  sein  können,  würde  zu  viel  beweisen.  Er  würde  be- 
weisen, dass  Preussen  mit  seiner  allgemeinen  Wehrpflicht  und 
schwachen  Linienarmee,  die  nur  in  der  Landwehr  ihre  Kriegs- 
starke gleich  in  erster  Linie  hatte,  mit  seinem  Mangel  brauch- 
barer Landwehroffiziere  ^,  überhaupt  eines  ernsthaften  Kriegs  nicht 
fähig  gewesen  wäre.  Aber  das  war  gewiss  nicht  die  damalige  An- 
sicht Bismareks:  er  will  bloss  der  Thatsache  Rechnung  getragen 
haben,  dass  infolge  schwerer  Versäumnisse  Preussen  so  rasch 
nicht  seinen  schon  früher  gerüsteten  Gegnern  sich  gewachsen 
zeigen  könnte.  Es  ist  schwer  anzunehmen,  dass  ein  Mann  seiner 
gesellschaftlichen  Stellung  und  damaligen  Verknüpfung  in  die  sich 
abspielenden  „Intriguen''  die  Augen  so  yerschlossen  gehalten 
haben  sollte  gegen  das,  was  so  viel  andere  sahen:  die  kraftvoUe 
Entwickelimg  der  preussischen  Rüstung.  Seine  Beurteilung  Stock- 
hausens, sein  Auftreten  gegen  jede  kriegerische  Entschlüsse  for- 
dernde Adresse  der  2ten  Kammer,  scheint  mir  nur  erklärlich  aus 
zäh  der  Erinnerung  eingeprägter  poUtischer  Parteiüberzeugung, 
die  sich  ebenso  bei  Manteuffel,  Stockhausen,  Gerlach,  Wrangel, 
Rochow  findet.  Ln  Dezember  kann  er  die  militärische  Kraft 
Preussens  nicht  so  unterschätzt  haben,  dass  er  vor  einem  Waffen- 
gang mit  Oesterreich  und  den  süddeutschen  Königreichen  (die 
Sorge  Yor  einem  künftigen  Konflikt  mit  Russland,  der  wenn  über- 
haupt yor  dem  Frühjahr  nicht  zu  fürchten  war,  bleibt  für  das 
thema  probandum  aus  dem  Spiel)  Scheu  gehabt  hätte. 

Dies  Resultat  ergänzt  wenigstens  indlekt  das  unserer  Kon- 
frontation  des  Memoirenberichtes  mit  den  gleichzeitigen  Briefen. 

Bismarck  hat  damals  in  erster  Linie  aus  Unverständnis  der 
Politik  Oesterreichs,  aus  allzustarker  üeberschätzung  der  Allianz 
der  Ostmächtc,  aus  berserkerhaftem  Abscheu  gegen  die  mit  der 
,yRevolution"  (thatsächlich  den  zahmen  Gothaem)  verquickte  Sache 

^  Spätere  Aufzeichnung  des  Generals  HoUeben.  Beihefte  zum  Militär- 
wochenblatt. 1892,  S.  43. 

•  Die  preussische  Landwehr  in  ihrer  Entwickelung  von  1816  — 1869. 
Nach  amtlichen  Quellen.    1867,  S.  112. 


Kritische  Streifzüge  in  Bismarcks  Memoiren.  63 

deutsch- preussischer  Einheit  die  Sache  der  Ereuzzeitungspartei 
und  der  Minister  Manteuffel  und  Stockhausen  geführt  gegen  deren 
Kollegen  im  Ministerium^  gegen  eine  Wiederkehr  des  gefürchteten 
Radowitzschen  Einflusses  auf  den  schwankenden  König,  gegen 
den  zur  Abwehr  yermeinter  Unbill  entschlossenen  Kreis  des 
Prinzen  Yon  Preussen  und  was  mit  diesem  gleichfühlend  zu- 
sammenstand im  Volk.  Es  kann  hier  nicht  untersucht  werden, 
inwieweit  er  aus  allgemein  politischen  Gründen,  aus  psycholo- 
gischer Wertung  der  Handelnden  Recht  gehabt  hat:  er  hat 
diese  Seite  in  seinen  Erinnerungen  nicht  hervortreten  kssen. 

Die  Ansicht,  die  in  Bismarcks  Memoiren  über  die  Genesis 
des  Gangs  nach  Olmütz  entwickelt  wird,  trifft  eher  zu  für  die 
Zeit  der  Zusammenkunft  in  Warschau  und  dann  noch  für  die 
ersten  vierzehn  Tage  nach  der  Mobilmachung.  Für  die  entschei- 
dende Phase  selbst  ist  sie  historisch  nur  insofern  brauchbar,  als 
sie  Bismarcks  thätigen  Anteil  zeichnet,  bei  Leibe  aber  nicht  hin- 
sichtlich der  Anschauung,  aus  der  heraus  er  zugreifend  ge- 
wirkt hat. 

In  Anlehnimg  an  die  Olmützfrage  sei  des  Urteils  über 
Badowitz  gedacht.  Ihm  wird  in  den  Memoiren  der  Vorwurf  ge- 
macht, „als  geschickter  Garderobier  der  mittelalterlichen  Phan- 
tasie des  Königs^'  das  „tempus  utile'^  zur  Einrichtung  des  „Drei- 
königsbundes^^  mit  nebensächlichen  Formfragen  versäumt  zu  haben. 
Als  offen  noch  bis  heute  wird  die  Frage  bezeichnet,  ob  Radowitz 
„aus  katholisierenden  Gründen'^,  das  evangelische  Preussen  an 
Wahrnehmung  der  günstigen  Gelegenheit  habe  hindern  wollen, 
oder  ob  er  nur  gestrebt  habe,  seine  Stellung  beim  Könige  zu 
halten  (I,  64).  ^ 

Implicite  liegt  hier  auch  die  falsche  Vorstellung  vor,  als  ob 
Bismarck  in  jenen  Jahren  dem  hegemonischen  Gedanken  nicht 
ablehnend  gegenüber  gestanden  hätte.  Es  soll  hier  darauf  nicht 
naher  eingegangen  werden.  Aber  es  lässt  sich  zeigen,  dass  Bis- 
marcks Anschauung  von  dem  Manne  damals  eine  andere  ge- 
wesen ist.  Er  hatte  vor  und  nach  Olmütz  Radowitz  gerade  als 
den  Vertreter  derjenigen  Politik  leidenschaftlich  bekämpft,  die 
durch  Betonung  der  deutschen  Aufgabe  Preussens  den  Bruch  mit 


>  Das  urteil   über  Badowitz   berührt  sich  mit  dem  schon  1870  aus- 
gesprochenen in:  Tagebuchblätter  von  M.  Busch  I,  138. 


64  Heinrich  Ulmann. 

Oesterreich  notwendig  macheu  musste.  Hinsichtlich  seines  Ver- 
haltens bis  in  den  Dezember  1850  kann  auf  das  Ausgeführte  hin- 
gewiesen werden.  Aber  damit  nicht  genug.  Als  im  Frühjahr 
1851  bei  dem  für  Preussen  unbefriedigenden  Verlauf  der  Ver- 
handlungen über  die  Paritatsfrage  und  nach  der  Rückkehr  von 
Radowitz  von  seiner  Sendung  nach  England  der  Verdacht  in  der 
Manteuffel-Gerlachschen  Partei  aufkam^  dass  der  König  insgeheim 
wieder  von  Radowitz  beeinflusst  werde  und  sein  Wiedereintritt 
an  die  Spitze  der  Geschäfte  sich  vorbereite,  hat  sich  Bismarck 
zum  Vorkämpfer  der  Oesterreich  freundlichen  Politik  seiner  Partei- 
genossen gemacht.^  Es  war  die  Zeit  erbitterter  Kammerdebatten 
über  die  nach  Ansicht  der  Opposition  nutzlos  verwendeten  18  Mil- 
lionen zur  Mobilmachung,  sowie  die  angemeldeten  Nachforde- 
nmgen.  Bismarck  hatte  sich,  wie  er  selbst  erzählt^,  gerüstet,  die 
Gegner  mit  einer  grossen  Rede  über  die  Radowitzsche  Politik 
„mit  allen  möglichen  neuen,  mühsam  zusammengesuchten  Mate- 
rialien'^ zu  vernichten,  als  am  10.  April  der  Schluss  der  Debatte 
zu  seiner  Wut  ihn  mundtot  machte.  Aber  nur  für  den  Augen- 
blick. Aus  Gerlachs  Memoiren  wissen  wir  durch  eine  Einzeich- 
nung  vom  23.  April,  dass  ein  Artikel  der  Kreuzzeitung  über 
Prokesch  und  Radowitz  ein  Fragment  einer  ungehaltenen  Rede 
Bismarcks  sei.  Es  ist  ein  kleiner  Leitartikel  in  Nr.  92  vom 
20.  April  sichtlich  gemeint.  Hier  verrät  Bismarck  ein  Geheimnis, 
das  er  wohl  von  Gerlach  erfahren  haben  konnte.*  Demnach  trüge 
Radowitz'  Unfähigkeit  die  Schuld  an  der  Verschlimmerung  der 
Lage,  der  sich  Graf  Brandenburg  Ende  Oktober  1850  in  Warschau 
gegenüber  gesehen  hatte.  Radowitz  hätte  nämlich  am  25.  Oktober 
dem  österreichischen  Gesandten  Baron  Prokesch  in  dem  gleichen 
Augenblick,  wo  sich  Brandenburg  alle  Mühe  gab,  den  Kaiser 
Nikolaus  von  offener  Parteinahme  für  Oesterreich  abzuhalten, 
amtlich  erklärt,  dass  Preussen  mobilisiere.  Auf  diese  selbstver- 
ständlich nach  Warschau  weitergegebene  Meldung  erst  sei  die 
Abreise  des  Kaisers  von  Oesterreich,  die  beschleunigte  Mobil- 
machung und  der  Vormarsch  der  österreichisch-süddeutschen  Armeen, 
der  Zorn  des  Kaisers  Nikolaus  über  Preussen  eingetreten  u.  s.  w. 


^  Gerlach  I,  612.    Bismarcks  Briefe  an  seine  Braut  u.  Frau  S.  257. 
«  Briefe  S.  262.    Vergl.  Gerlach  I,  620. 
»  Gerlach,  Denkwürd.  I,  667.  601.  631. 


Kritische  Streifzüge  in  Biamarcks  Memoiren.  65 

Sicher  war  es  ein  bitterböser  Hieb  auf  Radowitz^  wenn  dieser 
bisher  unbelegbare^  im  Dunkeln  schleichende  diplomatische  Klatsch 
jetzt  öffentlich  gemacht  wurde.  In  den  Augen  der  Parteigenossen 
wenigstens  erschien  jetzt  Manteuffel  doppelt  gerechtfertigt,  inso- 
fern die  ganze  Verwicklung  sehr  einfach  auf  eine  ,^lunkerei" 
des  Ministers  von  Badowitz  zurückgef&hrt  wurde. 

König  Friedrich  Wilhelm  IV.,  der  längst  auf  die  Kreuzzeitung 
nicht  gut  zu  sprechen  war,  hat  sich  denn  auch  über  diesen  Artikel 
sehr  geärgert.  Es  wäre  eine  weltgeschichtliche  Ironie,  wenn 
Gerlachs  ^  Ansicht  richtig  wäre,  dass  Bismarcks  Rede,  deren  Bastard 
jener  anonyme  Artikel  war,  wenn  gehalten,  wahrscheinlich  seine 
Anstellung  in  Frankfurt,  über  die  gerade  damals  verhandelt 
wurde,  unmöglich  gemacht  haben  würde. 

H.    Bismarok  und  die  Abdanknngspläne  König  WilhelznB 

im  September  1862. 

Dass  die  endliche  Berufung  Bismarcks  ins  Ministerium  im 
September  1862  in  allererster  Linie  Roons  Verdienst  ist,  steht 
zweifellos  fest:  leidlich  gut  ist  man  auch  über  das  lange  Wider- 
streben des  Königs  und  die  Empfindungen,  aus  denen  es  heraus- 
wuchs, orientiert.  Dass  Bismarck  selbst  schon  seit  Sommer  1861 
„das  Werk  mit  Freuden  angreifen"  wollte,  mochte  der  Gegenzug 
freien  Sichselbstauslebens  immerhin  manchmal  seine  Augenblicks- 
stimmung beherrschen,  halte  ich  gleichfalls  für  ausgemacht. 

Dass  Roon  die  Situation  herbeigeführt,  in  der  der  König 
zum  Entschluss  kommen  musste,  ist  klar.  Aber  die  Einzelheiten 
sind  vielfach  dunkel,  wir  kennen  bei  weitem  nicht  alle  seine 
Schritte  und  die  wir  kennen,  sind  mit  nichten  völlig  abmessbar. 

Zwei  Fragen  sind  es  vor  allem,  die  durch  die  Memoiren 
Bismarcks  dabei  in  den  Vordergrund  gerückt  erscheinen.  Wie 
hat  sich  Bismarcks  Berufung  nach  Berlin  vollzogen,  und  sodann 
ist  es  zutreffend,  dass  Bismarck,  wie  er  erzählt,  erst  in  Babels- 
berg am  22.  September  durch  den  König  selbst  von  seiner  Ab- 
sicht zur  Abdikation  (mittelst  einer  bereits  fertigen  Urkunde) 
unterrichtet  worden  ist? 

Ich  möchte  zunächst  feststellen,  dass  durch  das  im  Wortlaut 


^  Denkwürdigkeiten  I,  620. 

Hitlor.  Vtorldjalmohrift.  190S.  1 


66  HeiDrich  Ulmann. 

wiedergegebene,  sicherlich  nach  dem  Original  verglichene  Tele- 
gramm der  Gedanken  und  Erinnerungen  vom  18.  September  eine 
frühere  telegraphische  Herbeibescheidung  ausgeschlossen  erscheint. 
Poschinger  hat  (Bismarck  und  die  Parlamentarier  II)  anscheinend 
zwei  Zeugnisse  beigebracht,  dass  bereits  am  15.  September  Bis- 
marck telegraphisch  herbeigerufen  €iei.  Doch  ist  es  einfach 
Willkür,  wenn  zuerst  S.  16  ein  angebliches  Telegramm  Blancken- 
burgs  Yom  15.  September  eingeführt  ist;  denn  Horst  Kohl  kennt 
an  der  von  Poschinger  zitierten  Stelle,  anscheinend  nach  münd- 
licher Erzählung  Bismarcks,  lediglich  ein  solches  vom  18ten. 
Bleibt  also  nur  die  von  Poschinger  rezipierte  Erzählung  eines 
Frankfurter  Ehepaares  L.  (a.  a.  0.  S.  18),  das  am  15.  September 
in  Avignon  an  der  Mittagstafel  dabei  gewesen  sein  will,  als  Bis- 
marck die  telegraphische  Aufforderung  des  Königs  zum  Kommen 
empfangen  habe.  Ich  weiss  nicht  recht,  ob  es  nach  allem,  was 
uns  mittlerweile  bekannt  geworden,  noch  erforderlich  ist  zu  be- 
weisen, dass  die  letzte  Angabe  unrichtig,  ja  unmöglich  sei.^  Für 
König  Wilhelm  blieb  das  Erscheinen  seines  Pariser  Gesandten  in 
jenen  Tagen  ein  unerwartetes  Ereignis.  Noch  am  19ten  hat  der 
König  seinem  Sohne  erklärt,  dass  er  nicht  geneigt  sei,  Bismarck 
ein  Ministerium  zu  übertragen.^  Obendrein  bestehen  chronolo- 
gische Schwierigkeiten,  ob  Bismarck  am  15ten  Mittags  noch  in 
Avignon  gewesen  sein  kann. 

Bismarck  hatte  bekanntlich  am  12.  in  Avignon  sich  ent- 
schlossen, der  XJngewissheit  durch  einen  Aufenthalt  in  Berlin  bei 
der  Durchreise  nach  Pommern  ein  Ende  zu  macheu,  wie  er  an 
seine  Frau,  an  Roon  und  endlich  an  seinen  Vorgesetzten  Graf 
Bemstorff  geschrieben  hat,  an  letzteren  mit  der  Formel:  ad  au- 
diendum  verbum  regis.  Es  ist  bis  heute  unbekannt,  ob  er  darauf 
die  Ermächtigung  zur  Reise  von  seinem  Chef  erhalten  hat.  Wenn 
an  den  Nachrichten  von  Telegrammen  vor  dem  18ten  überhaupt 
etwas  ist,  so  würden  sie  am  ehesten  mit  einer  Antwort  auf  sein 
soi-disant  Urlaubsgesuch  zusammenzubringen  sein.     Man   könnte 


^  Obwohl  noch  Sybel  II,  439  die  Citation  Bismarcks  dem  König  direkt 
zugeschrieben  hat.  Sybel  konnte  damals  nur  minderwertige  Ueberliefemng 
verwerten.  Er  hat  sogar  noch  die  Ankunft  um  6  Tage  zu  früh  (14.)  an- 
gesetzt.    S.  jetzt  Marcks,  Kaiser  Wilhelm  I.    4.  Aufl.  S.  217,  vergl.  420. 

•  Amtliche  Niederschrift  Max  Dunkers  am  19.  Septemb.  bei  Philipp- 
8on:  Das  Leben  Kaiser  Friedrichs  III.  S.  422,  vergl.  423 


Kritische  Streif züge  iu  Bismarcka  Memoiren.  67 

vielleicht  hierauf  die  allerdings  absichtlich  verschleiernden  Worte 
Roons  an  Perthes  vom  20.  September^  beziehen^  Bismarck  sei 
heute  eingetroffen;  ,^cht  berufen,  sondern  Urlaubs  halber".  Sie 
würden  allerdings  eher  dafmr  sprechen,  dass  er  an  Ort  und  Stelle 
sein  Urlaubsgesuch,  wenn  noch  erforderlich,  in  Erinnerung  bringen 
wollte. 

Bismarck  selbst  weiss  nur  von  dem  Telegramme  des  Onkels 
von  Moritz  Henning  (Blankenburg),  d.  i.  Roons,  das  am  18.  Sep- 
tember in  Berlin  aufgegeben  war  und  seine  unverzögerte  Abreise 
aus  Paris  zur  Folge  hatte.  Es  enthielt  ausser  der  auf  Verab- 
redung beruhenden  Unterschrift,  die  jede  Durchdringung  des  In- 
halts seitens  eines  dritten  immoglich  machen  sollte,  folgenden 
Inhalt:  Periculum  in  mora.  Depechez-vous.  Diese  Worte  ent- 
halten,  auch  nach  BiBmarcks  Erinnerung,  etwas  IndiyidueUes, 
kein  verabredetes  Stichwort.  Richtig  ist  allerdings,  dass  Roon 
jenes  lateinische  Sprichwort  leicht  in  die  Feder  kam.  Als  Jahrs 
^uvor  anlässlich  der  vom  König  für  erforderlich  gehaltenen 
Huldigung  das  liberale  Ministerium  in  die  Brüche  zu  gehen  drohte, 
hatte  Roon,  der  längst  in  Bismarck  seinen  Mann  erkannt,  am 
28.  Juni  1861  ihn  mit  der  gleichen  Phrase  zum  schleunigen  An- 
tritt seiner  Urlaubsreise  telegraphisch  angefeuert.^  Damals  ver- 
gebens, da  die  Erisis  bekanntlich  durch  ein  Kompromiss  beigelegt 
war,  ehe  Bismarck  am  9.  Juni  in  Lübeck  landete. 

War  die  Situation  1861  wie  1862  die  wesentlich  gleiche? 
Im  ersten  Fall  handelte  es  sich  imi  promptes  Auftreten  des  er- 
wünschten Nachfolgers  für  das  ins  Wanken  gebrachte  Ministerium 
der  neuen  Aera.  Auch  1862  bestand  eine  ministerielle  Erisis,  da 
Hohenlohe  besonders  aber  Heydt  und  Bemstorff  ihren  Abschied 
wünschten.  Aber  die  iLrisis  war  seit  langen  Monaten  permanent, 
da  Graf  Bemstorff  insbesondere  längst  an  Rückzug  auf  den 
Londoner  Botschafterposten  gedacht  hatte.  Wegen  dieser  An- 
gelegenheit kann  keine  Gefahr  im  Verzug  bestanden  haben,  auch 
nicht   in   dem    Sinn,   dass   Bemstorff  für   das  Auswärtige,   oder 


'  Denkwürdigkeiten  aus  dem  Leben  Roons.    3.  Aufl.    11,  107. 

'  Denkwürdigkeiten  Boons  ü,  50.  Ob  es  abgegangen,  scheint 
zweifelhaft,  da  Bismarck  am  2.  Juli  wohl  auf  einen  inhaltlich  überein- 
stimmenden Brief  Boons  vom  27.  Juni,  aber  nicht  auf  das  Telegramm  Bezug 
nimmt.     Ged.  u.  Erinner.  I,  241 — 246. 

6* 


68  Heinrich  Ulmann. 

Hohenlohe  für  das  Präsidium  etwa  durch  andere  als  Bismarck  er- 
setzt werden  könnte,  falls  dieser  nicht  rechtzeitig  zur  Stelle  wäre. 
Die  Gefahr  im  Verzug,  die  Roon  am  18.  September  1862 
f&rchtete,  betraf  nicht  die  Steuerleute,  sondern  den  Kapitän  des 
Staatsschiffs:  der  König  hatte  nachdrücklich  seine  Absicht  aus- 
gesprochen, lieber  abzudanken,  als  sein  eigenstes  Werk,  die  Militär- 
reorganisation, verstümmeln  zu  lassen.  Ich  brauche  nur  ganz  kurz 
an  Bekanntes  zu  erinnern.  Eine  Erklärung  Roons  in  der  zweiten 
Kammer  am  17.  September  über  eyentuelle  Möglichkeit  einer 
bloss  zweijährigen  Dienstzeit  hatte  zur  Vertagung  der  Sitzung 
imd  Rückverweisung  des  Militärbudgets  an  die  Kommission  ge- 
führt. Die  genannte  Konzession,  über  deren  Notwendigkeit  und 
gemeinsame  Vertretung  dem  König  gegenüber  Roon  mit  dem 
Finanzminister  yan  der  Hejdt  sich  verständigt  gehabt  hattet 
hatte  Roon  für  sich  preisgegeben,  als  er  am  Abend  desselben 
Tages  auf  den  entschiedenen  Widerstand  seines  Kriegsherrn  in 
einem  zur  Entscheidung  darüber  berufenen  Conseil  gestossen  war. 
Der  König  hatte  schroff  jede  Nachgiebigkeit  in  Sachen  der  drei- 
jährigen Dienstzeit  verweigert  und  den  bestimmten  Entschluss 
gezeigt,  abzudanken  und  als  Nachfolger  alsbald  den  Kronprinzen 
herbeizubescheiden.  Nur  der  energische  Einspruch  aUer  Minister 
hatte  ihn  zunächst  von  Ausführung  dieser  Absicht  zurück- 
gehalten.^ Der  durchaus  glaubwürdige  Bericht  eines  Teilnehmers 
des  ganzen  Auftritts',  dessen  Verstösse  in  Nebendingen  unwesent- 
lich, erhält  die  erwünschte  Bestätigung  durch  den  Umstand,  dass 
der  Kronprinz  wirklich,  wie  der  Bericht  angiebt,  in  der  Ferne 
weilte,  im  Süden,  wenn  auch,  technisch  ausgedrückt,  nicht  gerade 
in  Süddeutschland,  wohin  er  erst  reisen  sollte.     Das  beweist  das 

^  Mitteilung  Heydts  an  Max  Duncker.  Bericht  Dunckera  an  den 
Kronprinzen,  Berlin  22.  Sept.  1862.  Konzept  aus  Dunckers  Nachläse,  der 
mir  durch  zuvorkommende  Grüte  der  Besitzer,  durch  Herrn  Major  v.  Mühlen- 
fels,  Kommandeur  des  2.  schlesischen  Jägerbataillons  zugänglich  gemacht 
worden  ist. 

*  Letzteres  findet  indirekt  eine  Stütze  durch  die  Angabe  Heydts  in 
dem  eben  erwähnten  Dunckerschen  Bericht  vom  22.,  wonach  am  21.  ein 
Ministerialbericht  an  S.  M.  diese  Absicht  als  dem  monarchischen  Prinzip 
und  allen  königlichen  Pflichten  widersprechend  bezeichnet  hatte. 

'  Des  als  Protokollführer  anwesenden  Geh.  Rat  Hegel  in  seinen:  Er- 
innerungen (1890)  S.  18.  Ueber  die  entscheidende  Stellungnahme  des  Königs 
s.  auch:  Aus  dem  Loben  Theodor  v.  Bernhardts  IV,  331.  V,  29. 


Eriüsche  Streifzüge  in  Bismarcks  Memoiren.  69 

folgende^  bisher  unbekannte  Telegramm  an  den  Privatsekretär  des 
Kronprinzen,  den  in  Berlin  verbliebenen  Geheimrat  Duncker,  in 
Reinhardsbnmn  aufgegeben  am  18.  September  1862  12  Uhr 
55  Minuten  nachmittags:  ^uf  S.  M.  Befehl  komme  ich  heute 
Abend  nach  Berlin.     Erwarte  Sie  in  Jüterbock.     Kronprinz."^ 

Also  hatte  der  König  seine  Absicht,  seinen  Sohn  herbeizu- 
rufen, doch  noch  ausgeführt,  sei  es  noch  in  der  Nacht  nach  dem 
Conseil  oder  am  ISten  früh.  Es  ist  nicht  zu  bezweifeln,  dass 
diese  Unterbrechung  der  bereits  nach  dem  Süden  angetretenen 
Reise  zusammenhängt  mit  der  Absicht  Wilhelms,  die  Bürde  des 
Entschlusses  auf  seinen  Nachfolger  zu  legen.  Er  ist  bei  dieser 
Absicht  auch  an  den  folgenden  Tagen  geblieben.  Schon  um 
8  Uhr  früh  am  19.  September  hatte  er^  sich  genau  im  Sinne  des 
im  Conseil  yom  17.  Geäusserten  seinem  Sohne  gegenüber  unter 
Vorweisung  der  schon  ausgefertigten  Urkunde  ausgesprochen  und 
am  21.  noch  hatte  der  Ministerrat  eine  motivierte  Erklärung 
gegen  eine  solche  Entschliessung  abgegeben  (s.  Anmerk.  2  auf 
Yoriger  Seite).  Wir  stehen  also  einer  konstanten  Absicht  des 
Königs  gegenüber,  die,  am  17.  zuerst  verlautbart,  bis  zum  22.  bei 
den  Beteiligten  sich  geltend  macht. 

Die  unmittelbare  Folge  der  erregenden  Szene  im  Conseil  war 
der  „Umfall^^  Roons  und  die  Vereinbarung  der  seine  Konzession 
in  der  Landtags-Sitzung  vom  17.  nichtig  machenden  Erklärung 
in  der  Budgetkommission  yom  18.  September. 

Noch  ist  die  Zeit  nicht  gekommen,  in  der  es  vielleicht  mög- 
lich sein  wird,  Herz  und  Nieren  des  Kriegsministers  in  jenem 
zukunftsschwangeren  Augenblick  zu  durchschauen.  Roon  wird 
am  18.  sicherlich  gewusst  haben,  dass  der  Kronprinz  wirklich 
aus  Reinhardsbrunn  herbeibeschieden  war.  Er  selber  hatte,  kurze 
Zeit  freilich  nur,  erschüttert  durch  die  Energie  des  Widerstandes 
seinem  Herrn  zur  Nachgiebigkeit  geraten.^  Jetzt,  angesichts  der 
Gefahr,  den  Kriegsherrn  einzubüssen,  der  seiner  Welt-  und  Staats- 
anschauung   trotz    mancher    Verschiedenheiten    unendlich    näher 


^  Chi£fnert  mit  darübergeschriebener  AuflÖBong  im  Nachlass  Donckers. 

'  Amtliche  Niederschrift  Dunckers  am  19.  bei  Philippson:  Das  Leben 
Kaiser  Friedrichs  XU.  S.  422.  Ebendas.  die  Angabe,  dass  am  19  Hey  dt  u. 
Bemstorff  ihre  Entlassung  für  den  Fall  der  Unbeugsamkeit  des  Königs  er- 
beten hatten. 

*  Ausser  schon  Angefahrtem  s.  auch  Philippson  a.  a.  0.  S.  96 


70  Heinrich  Ulmann. 

stand  als  der  Thronfolger;  jetzt,  aus  dem  Abdankungsgedanken 
des  Königs  vielleicht  zwar  ein  augenblickliches  Verzagen,  zugleich 
aber  doch  die  verzweifelte  Entschlossenheit  des  aufs  äusserste 
gebrachten  überzeugungstreuen  Mannes  lesend  und  deutend ,  ent- 
schloss  er  sich  zum  Kampf  auf  jede  Gefahr.  Es  mochte  ihn 
stärken y  dass  er  unter  den  hohen  Militärs,  wie  General  Alvens- 
lebeu;  einflussreiche  Mitkämpfer  wusste,  dass  er  des  Beistandes 
der  Kreuzzeitungspartei  gewiss  war,  als  deren  Organ,  der  „Rund- 
schauer'^  Ludwig  von  Gerlach,  schon  über  den  unreinen  Ton  der 
ministeriellen  Posaune  öffentlich  geklagt  hatte.  ^  In  den  Mini- 
sterialssitzungen  hat  Roon  als  guter  Politiker  sich  zwar  zurück- 
gehalten: er  nahm  (wieder  nach  Heydts  Angabe)  eine  Mittel- 
stellung ein  zwischen  ihm  und  Bemstorff  und  den  konfliktsbereiten 
Ministem  Itzenplitz  uud  Jagow.  Er  ging  seine  eigenen  Wege, 
die  der  Umgebung  des  Kronprinzen  dunkel  blieben.  Ich  möchte 
für  gewiss  halten,  dass  er  nicht  mehr  allein  an  die  Heeres- 
reorganisation dachte,  sondern  jetzt  die  Entscheidung  herbeiführen 
wollte  im  Kampf  zwischen  Königtum  und  Parlamentarismus,  ähn- 
lich wie  sein  Gesinnungsgenosse  Hans  von  Kleist-Retzow,  der  den 
Minister  Heydt  aufsuchte  und  zu  diesem  politischen  Bekenntnis 
zu  nötigen  unternommen  hatte.'  Darum  ergriff  er  den  letzten 
Augenblick,  um  —  mit  Bismarck  zu  reden  —  ein  neues  Bataillon 
in  die  ministerielle  Schlachtordnung  einschwenken  zu  lassen.  Die 
drohende  Möglichkeit  der  Abdankung  König  Wilhelms  stellte  für 
Roon  das  periculum  in  mora  dar. 

Nur  —  das  ergiebt  sich  aus  dem  nachherigen  Gespräch  des 
Herrschers  mit  Bismarck  —  wenn  der  König  einen  Minister  von 
Krafk  und  unbedingter  Ergebenheit  fand,  war  Hoffnung,  ihn  zur 
Fortsetzung  des  Kampfes  festzuhalten.  Darum  erging  seitens  des 
streitbaren  Kriegsministers  jetzt  an  seinen  diplomatischen  Freund 
und  Gesinnungsgenossen  jener  Ruf,  den  sich  dieser  vielleicht 
jetzt  ebenso  wie  früher  einmal,  in  das  Kommando  übersetzt  haben 
mag:  „An  die  Pferde". 


^  Heydts  Eröffnung  an  Duncker  in  dessen  Bericht  vom  22.  September. 

*  Heydts  Mitteilung  an  Duncker  am  22.  in  dem  Bericht  desselben 
vom  gleichen  Tage.  Unter  diesen  Umständen  gewinnt  ein  Wort  Bismarcks 
Bedeutung  in  einem  Brief  an  seine  Frau,  wonach  am  Morgen  seiner  An- 
kunft in  Berlin  (20.  Sept.)  Hans  (Kleist)  bei  ihm  gewesen  ,,voller  politischer 
Anschläge*'.   Fürst  Bismarcks  Briefe  an  seine  Braut  und  Frau  S.  512. 


EriÜBche  Streifzüge  in  Bismarcks  Memoiren.  71 

Und  Bismarck  kam  sofort.  In  der  Nacht  vom  18.  zum  19. 
muss  er  abgereist  sein.  Am  20.  früh  traf  er  in  Berlin  ein,  er 
ging,  nach  2östündiger  Fahrt  noch  ungewaschen,  sofort  zu  Roon; 
am  gleichen  Tag  verbrachte  er  bei  ihm  die  Zeit  von  5  Uhr  nach- 
mittags bis  zum  Schlafengehen^  am  folgenden  Tag  sprach  er  ihn, 
nachdem  Roon  beim  König  gewesen,  nochmals.  Und  dieser  Bis- 
marck, dieser  unvergleichliche  Unterhändler,  der  sich  natürlich 
beim  ersten  Wiedersehen  sofort  von  Roon  hatte  sagen  lassen  „wie 
die  Dinge  liegen"^,  sollte  zwei  voUe  Tage  lang  im  Berliner  Ver- 
kehr, auch  vom  iLronprinzen  befohlen  und  empfangen,  nicht  heraus- 
gebracht oder  nicht  einmal  geargwöhnt  haben,  dass  die  Situa- 
tion, auf  die  er  längst  gerechnet,  umzuklappen  drohte  durch  die 
Resignation  des  Königs!  Dass  er  seiner  Frau  im  Laufe  des  21. 
lediglich  schreibt:  „ich  befinde  mich  hier  genau  in  derselben  Lage 
wie  im  Monat  Mai",  d.  h.  in  der  Schwebe,  ob  der  König  die  Ent- 
lassungsgesuche annehmen  wird,  fällt  nicht  schwer  ins  Grewicht. 
Denn  er  verschweigt  seiner  Frau  auch  seinen  Empfang  durch  den 
Kronprinzen.  —  Von  diesem,  dem  auch  er  sich  zugeknöpft  zeigte, 
wird  er  keinen  Einblick  in  die  grundstürzende  Umwälzung  der 
Verhältnisse  erhalten  haben.  Kann  man  sich  dagegen  vorstellen, 
dass  Roon  absichtlich  den  Freund  und  Mitkämpfer  im  Dunkeln 
gelassen  habe?  Er  hatte  ihm,  nach  meiner  Auffassung  wenigstens, 
ja  schon  durch  das  Telegramm  ein  wenig  den  Schleier  gelüftet. 
Sollte  er  die  Situation  vom  18.  bis  zum  20.  für  so  verändert  an- 
gesehen haben,  dass  er  meinen  konnte,  es  darauf  ankonmien 
lassen  zu  dürfen,  wie  Bismarck  den  König  fände?  Wir  kennen 
absolut  keine  Thatsachen,  die  eine  solche  Anschauung  begreiflich 
machen  könnten.  Oder  hat  er  im  Gegenteil  deshalb  Schweigen 
für  das  bessere  Teil  gehalten,  um  den  ersehnten  Retter,  der 
zwischendurch  wohl  wieder  Anwandlungen  von  Heimweh  nach 
ländlichem  Glück  hatte,  nicht  etwa  im  letzten  Augenblick  kopf- 
scheu zu  machen?  Man  braucht  sich  diese  Auslegung  nur  recht 
klar  zu  machen,  um  sie  sofort  als  doppelt  unmöglich  zu  ver- 
werfen. Oder  sollte  es  das  Amtsgeheimnis  gewesen  sein,  das 
Roon  den  Mund  verschlossen  hätte?  Hier  wird  man  nicht  von 
Unmöglichkeit  reden  dürfen,  aber  äusserst  unwahrscheinlich  deucht 
mir  angesichts  der  Sachlage  diese   Annahme.     Um  nur  eines  zu 


^  Bismarcks  Brief  an  seine  Frau  vom  21.  September  S.  512. 


72  Heinrich  Ulmann. 

sagen,  Roon  brauchte  gar  nicht  Vorgänge  aus  jener  Conseil- 
Sitzung  vom  17.  zu  enthüllen,  um  die  auch  ausserhalb  des  streng 
ministeriellen  Kreises  schon  durch  das  Zusammenprallen  Wilhelms 
mit  seinem  Sohne  bekannte  Kunde  yon  Abdankungsgelüsten  des 
Königs  bloss  thatsächlich  anzudeuten.  Er  konnte  doch  gar  nicht 
dem  auf  sein  Entbieten  gehorsam  herbeigeeilten  Genossen,  dem 
die  nur  allzugut  bekannte  Wartezeit  in  Berliner  Gasthöfen  schon 
langweilig  wurde,  Auskunft  verweigern  auf  die  Frage,  wo  denn 
die  Gefahr  im  Verzug  gewesen  sei,  da  doch  äusserlich  die  Lage 
der  vom  Mai  so  verzweifelt  gleiche! 

Und  wenn  man  sich  die  Antwort  auf  eine  solche  Frage 
konstruieren  dürfte,  so  würde  sie  etwa  haben  lauten  können: 
der  König  habe  geschwankt  zwischen  der  Abdankung  und  der 
Entscheidung  für  ein  neues  energisches  Ministerium  und  es  habe 
Gefahr  bestanden,  dass  durch  die  Wucht  des  auf  ihn  geübten 
Einflusses  und  beim  Mangel  der  Gegenwart  des  geeigneten  Kan- 
didaten der  mutlosere  Entschluss  gefasst  werden  könne. 

Bismarck  hat  dagegen  in  den  Gedanken  und  Erinnerungen 
jegliche  Kenntnis  etwaiger  königlicher  Abdankungsstimmungen 
direkt  in  Abrede  gestellt.  Er  geht  so  weit,  dass  er  die  von  Boon 
(wohl  am  21.)  ihm  hinterbrachten  Worte  des  Königs  nicht  ver- 
standen haben  will:  „Mit  dem  (Bismarck)  ist  es  auch  nichts,  er 
ist  ja  schon  bei  meinem  Sohn  gewesen",  eben  weil  er  (Bismarck) 
nicht  habe  ahnen  können,  dass  der  König  bei  ihm  Kenntnis  von 
Abdankungsgedanken  argwöhnisch  voraussetze.  Die  letztere  Ver- 
sion tritt  übrigens  erst  in  den  Gedanken  und  Erinnerungen  als 
schlagender  Beweis  absoluter  Ahnungslosigkeit  auf,  während  der 
nach  Bismarcks  älterer  Mitteilung,  i.  J.  1890  in  die  OeffentUch- 
keit^  gekommene  Parallel-Bericht  über  die  Babelsberger  Begeg- 
nung, dem  König  selbst  (am  22.  also)  die  Worte  leisen  Vorwurfs 
an  Bismarck  direkt  in  den  Mund  legt:  „Auch  Sie  sind  ja  bereits 
bei  ihm  (dem  Kronprinzen)  gewesen".  In  dieser  älteren  Form 
ist  also  diese  königliche  Kundgebung  in  keinerlei  Verbindung 
gebracht  mit  einem  Nichtwissen  Bismarcks  von  Plänen  der  Ab- 
dankimg.     Der   Besuch    Bismarcks    beim  Kronprinzen    erscheint 


^  Münchener  Allgem.  Zeit.  1890,  Oktober  7,  daraus  bei  Oncken,  Das 
Zeitalter  des  Kaisers  Wilhehn,  Band  II .  S.  762  und  jetzt  auch  bei  Penzier: 
Fürst  Bismarck  nach  seiner  Entlassung  I,  266. 


Kritische  Streifzüge  in  Bismarcks  Memoiren.  7S 

dem  König  hier  nur  als  Indicium  seines  Einverständnisses  mit 
den  Wünschen  der  Minister  und  des  Kronprinzen  auf  Nachgiebig- 
keit im  Streit  um  die  Militarreorganisation.  Ueberhaupt  steht 
diese  hier  im  Vordei^pund  des  königlichen  Bewusstseins  und  die 
Vertiefung  zu  einem  Gegensatz  zwischen  Prärogative  der  Krone 
und  Parlamentsherrschaft  wird  (abweichend  von  den  Gedanken 
und  Erinnerungen)  erst  durch  Bismarck  in  die  Diskussion  ge- 
bracht. In  der  Hauptsache  sind  natürlich  beide  Erzählungen  in 
üebereinstimmungy  in  der  üeberraschimg  Bismarcks  angesichts 
der  zur  Vollziehung  fertigen  Abdankimgsurkunde.  Und  das  ist 
auch  unzweifelhaft  der  zuverlässige  Kern  des  Ganzen.  Der  Ein- 
druck hat  imvergesslich  in  der  Seele  des  treuen  Dieners  gehaftet^ 
kein  Mensch  wird  wagen,  die  Thatsächlichkeit  in  Zweifel  zu 
ziehen. 

Aber  diese  Ueberraschung  brauchte  nur  der  unerwarteten 
Entschlossenheit  Wilhelms  gegolten  zu  haben ,  die  sich  in  der 
beim  ersten  Zusammentreffen  sofort  entgegengehaltenen  Urkunde 
ausdrückte.  Dass  Bismarck  von  einem  Schwanken  des  Königs,  von 
seiner  Disposition  zum  Verzicht  auf  die  Krone  vorher  nichts  geahnt, 
darüber  weiss  die  ältere  Version  von  1890  noch  nichts. 
Erst  die  Gedanken  und  Erinnerungen  bringen  diesen  Zug  in  das 
Gemälde.  Er  ist  da  unlösbar  hineingezeichnet  in  die  Erzählung  von 
der  Audienz  Bismarcks  beim  Kronprinzen  und  sichtlich  bestimmt, 
einen  etwaigen  Hintergedanken,  als  ob  dabei  eine  Annäherung  an 
den  Nachfolger  des  regierungsmüden  Königs  vorgeschwebt  habe, 
als  unmöglich  auszuschliessen.  In  der  That  hatte  ja  Bismarck 
völlig  korrekt  nur  der  Aufforderung^  genügt,  die  sich  nicht  ab- 
weisen liess.  Es  lässt  sich  die  durch  zahlreiche  andere  Stellen 
der  Memoiren  begründete  Vermutung  nicht  einfach  abweisen,  dass 
ihm  allmählig  die  Erinnerung  an  das,  was  Roon  ihm  über  könig- 
liche Abdankungspläne  erööhet  haben  wird,  geschwunden  sei. 
Und  da  mag  denn  aus  dem  Bewusstsein  völlig  reiner  Absichten 
heraus  in  ihm  die  VorsteUung  erwachsen  sein,  ganz  ahnungslos 
dem  Kronprinzen  und  noch  zwei  Tage  darauf  dem  König  gegen- 
übergetreten zu  sein. 


^  Der  Kronprinz  wird  schon  am  20.  zurückgereist  sein.  Nach 
einem  Aktenvermerk  hat  Doncker  am  21.  wieder  an  ihn  nachReinhards- 
hrunn  berichtet. 


74  Heinrich  Ulmann. 

m.    Sin  Traum  S^aiser  Wilhelzns. 

Nicht  geringe  Schwierigkeiten  bietet  dem  Leser  der  Ge- 
danken und  Erinnerungen  (11,  193)  ein  Briefchen  des  Kaisers  Yom 
18.  Dezember  1881  an  Bismarck  samt  der  Antwort  darauf  vom 
gleichen  Tag.  Es  geht  einem  wie  dem  unberufenen  Dritten,  der 
einen  Teil  eines  Zwiegesprachs  erhascht.  ,,Enfin,  ich  musste 
Ihnen  diese  Kuriosität  erzählen/'  so  schliesst  der  Kaiser.  Nun 
was  der  für  wichtig  genug  gehalten  hat,  um  auf  diesem  Wege 
dem  grossen  Ratgeber  mitgeteilt  zu  werden,  kann  auch  uns  nicht 
allzugering  dünken.  So  mag  ein  Versuch,  das  Dunkel  zu  lichten, 
gewagt  werden. 

Bismarck  hat  den  Brief  eingefügt  in  eine  Erzählung  über 
seine  Friktionen  mit  dem  Minister  des  Innern,  Grafen  Botho  von 
Eulenburg,  den  er  der  Teilnahme  an  einer  gegen  ihn  gerichteten 
klerikal -liberalen  Ministerkombination,  einem  von  ihm  so  be- 
zeichneten Ministerium  Gladstone,  für  schuldig  hielt.  Vor  wie 
nach  den  Briefen  ist  die  Rede  von  sehr  bekannten  Vor^^ngen 
des  Jahres  1878.  Die  Mitteilung  der  Briefe  jedoch  wird  moti- 
viert durch  den  Satz:  ,,Es  ist  bekannt,  unter  welchen  Umständen 
Graf  Eulenburg  im  Februar  1881  seinen  Abschied  nahm,  imd 
dass  er  im  August  desselben  Jahres  zum  Oberpräsidenten  in 
Kassel  ernannt  wurde.  An  seinen  Namen  knüpft  sich  folgender 
Briefwechsel  zwischen  Sr.  Majestät  und  mir.  Den  Gegenstand  meines 
darin  erwähnten  Vortrags  vom  17.  Dezember  1881  habe  ich  nicht  zu 
ermitteln  vermocht'^  In  dem  mitgeteilten  Traum  sah  sich  der 
alte  Kaiser  aufs  lebendigste  in  den  Reichstag  versetzt,  der  „nach 
den  jetzigen  Ferien"  (d.  h.  nach  dem  17.  Dezember)  zum  ersten 
Mal  wieder  tagte.  Graf  Eulenburg  tritt  während  der  Diskussion 
ein:  vor  ihm  bricht  die  weitere  Verhandlung  ab.  Aber  nachdem 
der  Präsident  die  Sitzung  aufgehoben,  erhebt  sich  Tumult  und 
Geschrei,  keinem  Mitglied  dürfe  ein  Orden  während  der  Session 
verliehen,  der  Name  des  Monarchen  dürfe  nicht  in  die  Diskussion 
gezogen  werden  (so  sind  die  Worte  wohl  zu  verstehen).  Als 
Eulenburg  folgenden  Tags  wieder  erscheint,  wird  er  mit  Lärm 
und  Zischen  empfangen.  Darüber  erwacht  der  Kaiser  aus  seinem 
Traum,  aber  nervös  so  erregt,  dass  er  zwei  Stunden  lang  „von 
YjÖ — yj7  Uhr*'  nicht  wieder  einschlafen  kann. 

Der  Briefsteller  fügt  die  Hoffnung  hinzu,  dass  der  Traum 


EriÜBclie  Streifzüge  in  Bismarcks  Memoiren.  75 

sich  nicht  realisieren  werde^  der,  weil  er  erst  nach  sechsstündigem 
Schlaf  eingetreten,  doch  keine  unmittelbare  Folge  ihrer  Unter- 
redung sein  könne. 

Man  wird  annehmen  dürfen,  dass  die  traumhaften  Vorstel- 
lungen des  Kaisers  sich  auf  mögliche  Folgen  von  Schritten  be- 
zogen, Yon  denen  für  die  Wiedereröffiiung  des  Reichstags  nach 
Neujahr  die  Rede  gewesen  war.  Solche  Schritte  sind  wohl  in 
Erwägung  genommen  worden,  nachdem  der  Minister  des  Innern 
Puttkamer  dem  Monarchen  Bericht  erstattet  hatte  über  die  Vor- 
gänge der  leidenschaftlichen  Sitzung  vom  15.  Dezember.  Da  hatte 
von  allen  Seiten  aufs  heftigste  wegen  der  geübten  Wahlbeein- 
flussungen angegriffen,  der  Minister  jene  bekannte  Erklärung  ab- 
gegeben über  die  Pflichten  der  Beamten  bei  den  Wahlen  und 
hinzugefügt,  dass  die  Beamten,  die  die  Regierung  bei  den  letzten 
Wahlen  mit  treuer  Hingebung  unterstützt  hätten,  des  Dankes  und 
der  Anerkennung  der  Regierung  und  auch  des  Dankes  ihres 
kaiserlichen  Herrn  sicher  seien.  Gerade  die  letzten  Worte 
hatten  selbst  dem  Führer  der  Nationalliberalen  zu  dem  Vorwurf 
Veranlassung  gegeben,  dass  damit  der  Versuch  gemacht  worden 
sei,  der  gefährdeten  Regierung  die  Person  des  Monarchen  als 
Schild  vorzuhalten. 

Und  nun  ist  das  bekanntlich  geschehen  durch  den  berühmten 
königlichen  Erlass  vom  4.  Januar  1882  über  das  monarchische 
Recht  in  Preussen  und  die  Pflicht  der  Beamten  zum  Schutz  des- 
selben gegen  Verdunkelimgsversuche  auch  bei  den  Wahlen.  Bleibt 
da  ein  Zweifel,  dass  sorgenvolle  Erwägungen  über  die  Ratsam- 
keit eines  solchen  Schritts  in  der  Nacht  vom  17.  zum  18.  De- 
zember das  Gemüt  des  Kaisers  ungewöhnlich  stark  aufgeregt 
hatten?  Auch  Bismarcks  Antwort  leitet  den  Traum  von  der 
Gesamtheit  der  Eindrücke  der  letzten  Tage,  den  mündlichen  Be- 
richten Puttkanuners,  den  Zeitungsartikeln,  seinem  eigenen 
Vortrag  ab.  Hinsichtlich  des  letzteren,  über  dessen  Gegenstand 
ja  Bismarck  selber  keine  Erinnenmg  bewahrt  hatte,  kann  man 
nur  unbestimmte  Vermutungen  hegen.  Ob  er  sich  auf  eine 
ostentative  Auszeichnung  Puttkammers  bezogen  hat  (der  in  der 
That  noch  vor  Neujahr  den  Stern  des  Komthurkreuzes  des  Hohen- 
zollemschen  Hausordens  erhielt),  oder  ob  es  vielleicht  zuerst  im 
Plan  Bismarcks  gelegen  hatte,  dass  der  König  statt  eines  Er- 
lasses an  das  Ministerium  durch  eine  Botschaft  an  den  Reichstag 


76  Heinrich  Ulmann. 

für  sein  Kronrecht  und  fQr  die  Verpflichtung  der  Beamten  per- 
sönlich eintreten  sollte ,  sei  dahingestellt.  Für  letzteres  könnte 
sprechen  y  dass  den  Monarchen  im  Traume  die  konstitutionelle 
Bedenklichkeit  beschäftigte,  die  das  Hineinziehen  des  Monarchen 
in  die  Debatte  verbietet. 

Wie  dem  auch  sei,  dass  der  Traum  in  seiner  natui^nrnssen 
Unklarheit  Zukunftserwägungen  widerspiegelte,  scheint  insoweit 
gewiss.  Aber  was  bedeutet  in  dieser  Beziehung  die  Persönlich- 
keit des  Grafen  (Botho)  Eulenburg?  Der  war  weder  Minister, 
noch  Mitglied  des  Bundesrats,  noch  des  Reichstags?  Und  so 
lange  er  Minister  gewesen,  war  er  ja  dem  Reichskanzler  zu  liberal 
gewesen,  zu  gefällig  gegen  die  Majoritätsströmung I 

Ich  glaube,  dass  dem  Fürsten  Bismarck  hier  bei  der  Ab- 
fassung seiner  Memoiren  ein  Irrtum  untergelaufen  ist,  wenn  er 
meint  —  offenbar  verführt  durch  den  Namen  Eulenburg  —  dass 
der  Briefwechsel  auf  seinen  vermeinten  Rivalen  (den  späteren 
Ministerpräsidenten  unter  Caprivi)  sich  bezöge.  Vielmehr  dürfte 
sich  die  traumhafte  Vorstellung  des  Kaisers  beziehen  auf  dessen 
Vorgänger  im  Ministerium  des  Innern,  den  1877  abgetretenen,  aber 
gerade  im  Sommer  1881  verstorbenen  Grafen  Friedrich  Eulen- 
burg. Lag  es  in  jenem  Moment,  wo  aufs  neue  unerquickliche 
Verfassungsfri^E^en  zu  unerhörten  Stürmen  im  Reichstag  Anlass 
gaben,  so  fern,  der  dem  kaiserlichen  Gedächtnis  festeingegrabenen 
Konfliktszeit  besorgt  sich  zu  erinnern?  Und  nun  hatte  ja  1863 
König  Wilhelm  mit  dem  treuen  Ratgeber,  dem  Grafen  Friedrich 
Eulenburg,  ähnliches  erleben  müssen,  wie  in  den  Dezembertagen 
von  1881.  Auch  1863  hatte  die  Beeinflussung  der  Beamten  zur 
Herbeiführung  gouvemementaler  Wahlen  die  Wut  der  Opposition 
aufs  äusserste  gegen  den  Minister  Eulenburg,  ähnlich  wie  jetzt 
gegen  Puttkamer,  gereizt  gehabt.  Die  Analogie  war  den  Mii- 
lebenden  in  die  Augen  gesprungen.  Auf  eine  Anklage  der 
Nationalzeitimg  vom  16.  Dezember  1881,  dass  ähnliche  Behaup- 
tungen wie  die  Puttkamers  am  15.  noch  nie  ein  Minister  gewagt, 
hatte  die  offiziöse  Norddeutsche  Allgemeine  Zeitung  alsbald^  er- 
innert an  den  Erlass  des  Ministers  Friedrich  Eulenburg  an  die 
Regierungspräsidenten  vom  24.  September  1863  über  die  Pflicht 
der  Beamten  bei  den  bevorstehenden  Wahlen,  der  in  der  That  zu 

^  Schon  am  19.  Dezember  in  der  Nationalzeitung  Nr.  595  besprochen. 


Kritische  Streifzüge  in  Bismarcks  Memoiren.  77 

stürmischen  Auseinandersetzungen  des  Ministers  mit  der  Opposi- 
tion im  Abgeordnetenhause  Anlass  gegeben  hatte.  Bismarck  er- 
wähnt unter  den  Elementen  der  kaiserlichen  Beunruhigung  ja 
auch  ausdrücklich  die  Zeitungsartikel. 

Kurz^  es  spricht  vieles  dafür,  dass  in  der  Seele  des  alten 
Kaisers  1881  frische  Sorgen  mit  alten  tiefschmerzlichen  Erinne- 
rungen sich  verbunden  hatten,  als  er  jener  ,,Kuriosität^  so  viel 
Gewicht  beimass,  um  sie  seinem  ersten  politischen  Ratgeber  um- 
gehend in  eigens  abgesandtem  Billet  anzuvertrauen. 

Und  dieser?  Hat  er  gleich  1881  die  Grundlage  des  seelischen 
Vorganges  in  Beziehungen  zu  Botho  Eulenburg  gesucht,  als  er  jenes 
Billet  erhielt  und  am  gleichen  Tag  mit  einer  ,,Ferienbetrachtung^ 
beantwortete?  Er  könnte  auf  diese,  nach  meiner  Anschauung  irrige, 
Auffassung  erst  verfallen  sein,  als  er  zur  Abfassung  von  Memoiren 
seine  Papiere  ordnen  liess  und  selbst  durchsah.  Wie  er  sich  da 
die  Rolle  des  Grafen  Botho  zurechtgelegt  hat,  kann  höchstens 
aus  seiner  in  unfreiwilliger  Zurückgezogenheit  verschärften  Miss- 
stimmung wider  diesen  mittlerweile  wieder  mit  in  die  erste 
Reihe  getretenen  ExkoUegen  erklärt  werden.  Dürfte  man  solche 
Träume  buchstäblich  fassen,  so  läge  sogar  eine  Art  Widerspruch 
zwischen  dem  Auftreten  des  Grafen  Botho  als  Mitglied  eines 
Ministeriums  „Gladstone'^  und  seinem  üblen  Empfang  seitens  einer 
Bismarck  abgeneigten  Reichstagsmehrheit.  Dies  fällt  alles  fort, 
wenn  man  in  dem  gespenstischen  Minister  des  Traums  den  Eon- 
fliktsminister  von  1863  sieht.  Und  es  spricht  manches  in  Bis- 
marcks Antwort,  die  allerdings  den  Namen  des  Ministers  gar 
nicht  erwähnt,  dafür,  dass  1881  auch  er  durch  die  kaiser- 
liche Schilderung  zurück  ins  Jahr  1863  im  Geist  geführt 
worden  war,  aus  dem  Reichstag  in  den  Landtag,  aber  in  eine 
nichts  weniger  als  unähnliche  Situation.  Seine  Antwort  beschränkt 
sich  nänüich  in  der  Sache  auf  die  Erinnerung,  dass  der  Reichs- 
tag, £alls  Erscheinungen  wie  die  im  Traum,  sich  verwirklichten, 
nur  selbst  sich  schade,  dass  aber  die  Gegenwart  Sr.  Majestät  da- 
bei unmöglich  sei.  Diese  ziemlich  unbedeutende  Erwägung  bildet 
nur,  fast  möchte  ich  meinen  aus  schuldiger  Höflichkeit,  den 
Schluss  für  die  in  klassische  Form  gegossene  Mitteilung  eines 
Bismarckschen  Traumes,  der  zeigen  soll,  dass  Gottvertrauen  aus 
scheinbar  unentrinnbaren  Gefahren  einen  Ausweg  findet.  Und 
dieser    Traum    ist    aus    der   Höhe   der   Eonfliktszeit   im 


78      Heinrich  Ulmann.    Kritische  Stxeifzüge  in  Bismarcks  Memoiren. 

Frühjahr  1863!  Man  muss  es  seihst  lesen,  wie  er  sich  im 
Traum  sieht  auf  abgrundbegrenztem,  schmalem  Pfad,  auf  scheuen- 
dem Pferd  weder  vorwärts  noch  rückwärts  könnend,  imd  wie  er 
da,  Gott  anrufend;  mit  der  Gerte  an  den  Felsen  schlägt,  der  ein- 
stürzt und  einen  Weg  zeigt  auf  Hügel  und  Waldland  wie  in 
Böhmen,  auf  preussische  Truppen  und  Fahnen.  Der  Traum  wird 
unterbrochen  durch  den  lebhaften  und  erfüllten  Wunsch,  das  Ge- 
schaute schleunig  seinem  Herrn  melden  zu  können.  Vielleicht 
ist  das  letzte  eine  zarte  adhortatio  mit  dem  Zweck,  auf  den  hinzu- 
weisen, der  schon  einmal  den  mutlos  gewordenen  Herrscher  durch 
Anfassen  an  der  Offiziersehre  au&urichten  verstanden  hatte.  Denn 
das,  das  Heer  und  seine  wehenden  Fahnen,  sind  die  Hauptsache 
bei  der  Erscheinung.  Die  sonstigen  Einzelheiten  des  gleich  (1863) 
wiedererzählten  Traumes  mögen  sich,  bis  1881,  verschoben  haben, 
z.  6.  die  Bezeichnung  des  Terrains  „wie  in  Böhmen'^  Doch  ist 
das  ja  keinesfalls  unerlässlich. 

Dass  für  Graf  Botho  eine  Situation  wie  die  im  Traume 
Wilhelms  völlig  unverständlich  bleiben  müsste,  ist  schon  gesagt. 
Inwiefern  jene  zusammenfallen  kann  mit  dem  Bilde,  das  in  der 
Seele  des  Herrschers  vom  Grafen  Friedrich  fortlebte,  ist  an- 
gedeutet. Es  wäre  wie  das  Tüpfelchen  über  dem  i,  wenn  sich 
Graf  Friedrich  während  des  Jahres  1863  in  einer  völlig  ent- 
sprechenden Lage  nachweisen  Hesse.  Welch'  bittere  E^ampfe  er 
gleich  seinen  Ministerkollegen  damals  bestanden,  ist  bekannt.  Aber 
einen  Vorgang,  dessen  Abbild  sein  Auftreten  im  Traume  sein 
könnte,  habe  ich  weder  aus  den  stenographischen  Berichten  noch 
sonst  nachzuweisen  vermocht. 

Misslich  bleibt  endlich  die  neugierige  Frage,  wie  Bismarck, 
dessen  Darstellung  in  dem  ganzen  Abschnitt  von  imfreundlicher 
Gesinnung  gegen  Botho  Eulenburg  durchtränkt  ist,  dazu  veran- 
lasst worden  sei,  jene  Traumerscheinung  bei  der  Abfassung  auf 
ihn  zu  beziehen.  Aber  warum  könnte  es  nicht  blosse  Flüchtig- 
keit einmal  gewesen  sein?     Interdum  dormitat  bonus  Homerus. 


79 


Kleine  Mitteilungen. 

Zur  Oermanla  des  PtolemSns  und  zur  Frage  nach  den 
Wohnsitzen  der  Cherusker  und  Hermunduren.  Das  Kapitel,  das 
Ptolemäus  in  seiner  Geographie  Deutschland  gewidmet  hat,  steUt  be- 
kanntlich dem  Forscher  ganz  besonders  schwierige  Aufgaben.  Die 
Versuche,  die  vielen  darin  enthaltenen  Rätsel  zu  lösen  und  den  reich- 
haltigen Stoff  nutzbar  zu  machen,  sind  daher  ausserordentlich  zahl- 
reich gewesen,  ohne  jedoch  im  allgemeinen  völlig  zu  befriedigen;  auf 
wie  schwankendem  Boden  wir  stehen,  zeigen  die  starken  Abweichungen 
in  den  gewonnenen  Resultaten.  Mit  einer  Reduktion  der  Ptolemäischen 
Gradeinteilung  auf  die  moderne  ist  wenig  gethan;  es  gilt  namentlich 
auch  die  durch  die  Benutzung  verschiedener  Quellen  entstandenen 
Fehler  und  Irrtümer  nachzuweisen.  Bekanntlich  ruht  die  Arbeit  des 
Ptolemäus  mit  wenigen  Ausnahmen  ganz  auf  der  duoQ^cDOig  xoü 
y{ttyyQa(pi,%oü  nlvanoq  des  Marinus  von  Tyrus,  der  zu  Anfang  des 
2.  Jahrh.  n.  Chr.  lebte.  Marinus  hatte  im  Laufe  der  Zeit  ein  ge- 
waltiges Material  zusammengebracht  und  von  seinem  Werke  immer 
wieder  neue,  berichtigte  und  ergänzte  Editionen  auch  mit  Karten  ver- 
öffentlicht; die  Karten  zur  letzten  Ausgabe  konnte  er  dagegen  nicht 
mehr  vollenden,  sondern  nur  die  textliche  Grundlage  dafür  fertig- 
stellen.^ Für  Deutschland  hat  Marinus  namentlich  die  Werke  des 
Plinios  und  Tacitus*,  sowie  Reiseberichte  römischer  Kauf  loute  benutzt. 
Letztere  konmien  namentlich  für  den  Osten  in  Betracht;  die  zahl- 
reichen hier  aufgeführten  noXuq  sind  ohne  Zweifel  zum  grössten  Teil 
Etappen  auf  den  grossen,  jene  Gegenden  durchziehenden  Handels- 
strassen, auf  denen  besonders  Bernstein  nach  dem  römischen  Reiche 
befördert  wurde.'     So    sehr    nun    der    Sammelfleiss    des   Marinus   zu 


^  Vgl.  Berg  er,  Geschichte  der  wissenschaftlichen  Erdkunde  der 
Griechen  IV  (1893)  S.  126. 

'  Vgl.  G.  Holz,  Beiträge  zur  Deutschen  Altertumskunde  I  (1894) 
8.  66  ff. 

'  Das  früher  so  beliebte  Verfahren,  ptolemäische  noUiq  mit  heutigen 
Ortschaften  auf  Grund  einer  blossen  Namensähnlichkeit  zu  identifizieren, 
moBs   auf  das   entschiedenste  zurückgewiesen  werden,   vgl.  Gnizs  in  den 


80  Ludwig  Schmidt. 

rühmen  ist,  so  verdient  doch  die  kritiklose  Art  der  Verarbeitong  des 
Stoffes  den  schärfsten  Tadel.  Berüchtigt  ist  der  Ort  Siatutanda, 
dessen  Ansetzung  ans  einer  missverständlichen  Benutzung  von  Tac. 
ann.  IV,  73  (ad  sua  tutanda)  sich  erklärt,  und  ähnliche  Schnitzer  sind 
sicher  noch  öfter  untergelaufen  (piusßovgyioi.  stammt  wohl  aus  dem 
tacei tischen  Osi  Buri).  Eine  besondere  Fehlerquelle  ist  durch  die 
Kontamination  älterer  und  jüngerer  Berichte  entstanden:  Völker  er- 
scheinen hier  noch  in  Wohnsitzen,  die  sie  zur  Zeit  des  Kompilators 
längst  aufgegeben  hatten.  Es  liegen  also  hier  ähnliche  Verhältnisse 
vor  wie  bei  den  späteren  Redaktionen  der  röm.  Weltkarte,  die  vielfach 
ältere  und  neuere  Elemente  durcheinander  gearbeitet  enthalten.  Die 
Benutzung  mehrerer  Quellen  tritt  besonders  deutlich  darin  hervor,  dass 
ein  und  derselbe  Stanun,  wenn  nur  sein  Name  in  den  Vorlagen  in 
etwas  verschiedener  Form  erschien,  mehrmals  an  ganz  verschiedenen 
Stellen  aufgeführt  wird  (z.B.  AaxuoßccQÖoi  und  Zovfjßot  AayyoßoQÖoi u.  a.). 

Das  was  Ptolemäus  über  Deutschland  bringt,  ist  ohne  Zweifel 
die  Beschreibung  einer  Karte:  diese  aber  ist,  wie  sich  schon  bei  ober- 
flächlicher Betrachtung  ergiebt,  auch  wenn  wir  die  Längen-  und 
Breitengrade  auf  das  richtige  Mass  reduzieren^,  wiederum  aus  zwei 
ganz  verschiedenen  Kartenbildem  zusammengesetzt  worden.  Ob  diese 
Kontamination  auf  Ptolemäus  oder  noch  auf  Marinus  zurückgeht,  muss 
dahingestellt  bleiben.  Während  die  Breiten  auf  der  westlichen  Hälfte 
zumeist  so  ziemlich  richtig  sind,  weichen  dieselben  für  den  Osten 
stark  von  der  Wirklichkeit  ab  (man  vergl.  die  Lage  der  Weichsel- 
quelle mit  den  Städten  am  Rhein).  Ptolemäus  muss  also  allem  An- 
schein nach  eine  Karte  des  westlichen  Deutschlands  (A)  mit  einer 
Karte  des  östlichen  Gebietes  (B),  welch  letztere  aber  in  einem  ganz 
verschiedenen  Massstab  angefertigt  war,  willkürlich  miteinander  ver- 
bunden haben.  Die  Beschaffenheit  dieser  beiden  Elemente  wird  durch 
die  beiden  nachstehenden  Kartenskizzen  veranschaulicht. 

Nach  A  war  der  Ursprung  der  Elbe  in  den  Sudeten,  d.  h.  im  Erz- 
gebirge und  dem  daran  anschliessenden  Eibsandsteingebirge;  nach  älterer 
Anschauung  war  die  Eibquelle  mit  dem  Austritt  des  Stromes  ans  dem 
die  Nordgrenze  Böhmens  bildenden  Gebirgswalle  identisch.  So  ist 
auch  die  mit  allen  möglichen  und  unmöglichen  Erklärungsversuchen 
bedachte    bekannte    Stelle    Tac.  Germ.  c.  41:    in    Hermunduris  Albis 

Prager  Studien  für  Geschichtswissenschaft  IV  (1898)  S.  6  ff.;  aber  noch  kürz- 
lich hat  es  E.  Dement,  Neue  Jahrbücher  f.  d.  klassische  Altertum  1901 
S.  61  fertig  gebracht,  Msgaomov  als  ,,unzweifelhaft^^  identisch  mit  Merseburg 
hinzustellen. 

^  Eine  gute  Skizze  des  Ptol.  Germaniens  nach  den  reduzierten  Maisen 
giebt  Dement  a.  a.  0.  S.  58. 


Kleine  Bütteilungen.  gl 

oritur  zn  deuten.  Die  früher  von  mir  (Hist.  Vierteljahrschrift  1900, 
S.  314)  vertretene,  von  A.  Eirchhoff  näher  begründete  Ansicht,  dass 
man  zur  Zeit  des  Tacitus  und  Ptolemäus  die  Quelle  der  thüringischen 
Saale  für  die  Elbquelle  gehalten  habe,  halte  ich  nicht  mehr  aufrecht. 
Allerdings  giebt  Tacitus  an  der  gedachten  Stelle  nur  einen  älteren 
Bericht  wieder:  als  er  die  Germania  schrieb,  hatten  die  Hermunduren 
das  Königreich  Sachsen  zum  grössten  Teile  aufgegeben.  Der  Melibocus 
kann  seiner  geographischen  Lage  nach  nur  der  Harz,  der  Semanus 
der  Thüringer  Wald,  die  Gabreta  der  Böhmer- Wald  sein,  wie  auch 
früher  angenommen  worden  ist.  Die  Ansetzung  der  Weserquelle  am 
Melibocus  ist  für  die  Annahme,  derselbe  sei  der  Thüringer  Wald  (so 
Devrient  S.  59),  nicht  beweisend.  Es  wäre  auch  auffallend,  wenn 
Ptolem&us  ein  Gebirge  wie  den  Harz  übergangen  hätte.  Durch  die 
falsche  Ansetzung  der  Streichungsrichtung  der  Sudeten  von  West 
nach  Ost,  statt  von  Südwest  nach  Nordost  ist  die  Lage  Böhmens 
bestinmit  worden. 

Die  in  einem  wesentlich  kleineren  Massstabe  angefertigte  Karte  B, 
die  aus  einer  späteren  Zeit  stanmite,  verzeichnete  richtig  den  Lauf 
der  Moldau  (damals  noch  für  den  der  Elbe  gehalten)  und  der  Elbe, 
die  am  Askiburgion,  den  heutigen  Sudeten,  entspringt.  Die  allzu- 
grosse  Längenausdehnung  der  Ostseeküste  in  B  ist  durch  die  doppelte 
Ansetzung  der  Oder  (Suebus  und  Viadua)  entstanden.  Durch  die 
Verbindung  beider  Karten,  die  Einzeichnung  von  B  in  das  Gradnetz 
von  A,  wobei  die  Moldauquelle  mit  dem  Austritt  der  Elbe  aus  dem 
sachsisch-böhmischen  Grenzgebirge  vereinigt  wurde,  ist  Böhmen  zwei- 
mal in  die  Karte  hineingekonmien:  Batjiiot  in  A  und  Batoxaifujci  in  B. 
Dass  diese  Namen  keine  Völkemamen,  sondern  missverstandene  Land- 
schaitsnamen  sind,  ist  längst  erwiesen:  Devrient  ignoriert  dies  völlig. 
Ebenso  ist  TBvgto%aiiuti,  =  Durenheim,  d.  h.  die  ehemalige  Heimat 
der  Hermunduren^,  auf  der  Karte  deutlich  das  heutige  Thüringen. 

Nach  Devrient*,  der  die  Karte  des  Ptolemäus  wesentlich  als 
Stütze  heranzieht,  ist  nun  die  Heimat  der  Cherusker,  die  nördlich 
vom  Melibocus  angesetzt  wird,  im  heutigen  Thüringen  zu  suchen;  die 
Markomannen  hatten  ursprünglich  das  Land  zwischen  Frankenwald 
und  Elbe  inne  und  zogen,  von  den  Hermunduren,  ihren  Ostnachbam, 
gedrängt,  unter  Marbod  nach  Böhmen.  In  den  bisherigen  Sitzen  der 
Markomannen  wurden  die  Hermunduren  durch  Domitius  Ahenobarbus 


'  Bojoheim  ist  das  ehemalige  Gebiet  der  Bojer,  und  in  derselben  Weise 
sind  auch  die  Namen  Rngiland,  Werenofeld  u.  a.  gebraucht. 

•  Neue  Jahrbb.  1900,  S.  617flF.;  1901,  S.  61  flF.  Vgl.  den  soeben  er- 
schienenen Aufisatz  el>enda  1901,  S.  418  ff. 

Histor  Viert«]j*hzschrift.  1908.  1  6 


82  Ludwig  Schmidt. 

angesiedelt.  Die  Hermunduren  breiteten  sich  von  hier  aus  in  Böhmen 
sowie  nach  dem  Main  und  der  Werra  zu  aus,  wo  sie  mit  den  Chatten 
zusammenstiessen.  Die  Ptolemäischen  Kalukonen,  Baiochaimen,  Teu- 
riochaimen  und  Turonen  seien  Teile  des  „unter  dem  Wellenschlag 
der  nordgermanischen  Wanderung  zerschellten  Hermundurenstammes^. 
Ich  glaube  indes,  dass  die  Forscher  durch  Devrients  Beweisführung 
sich  nicht  von  der  Irrigkeit  der  bisherigen  Annahme,  wonach  die 
Hermunduren  von  Alters  her  Thüringen  und  das  Königreich  Sachsen 
innegehabt  haben,  überzeugen  lassen  werden.  Eine  eingehende  Kritik 
einer  späteren  Darstellung  vorbehaltend,  will  ich  mich  hier  auf  die 
Betrachtung  einiger  besonders  wichtiger  Punkte  beschränken.  Dass 
Ptolemäus  nicht  als  Beweis  für  thüringische  Wohnsitze  der  Cherusker 
herangezogen  werden  kann,  haben  wir  oben  gesehen,  ebenso  dass  die 
Baiochaimai  und  Tcuriochaimai  keine  Völkerschaftsnamen  sind.  Was 
die  Sweben  Cäsars  betrifft,  so  können  diese  aus  rein  geographischen 
Gründen  nur  von  Thüringen  ausgegangen  sein;  sie  müssen  mit  den 
dort  ansässigen  Sweben,  den  späteren  Hermunduren,  in  engem  Zu- 
sammenhang gestanden  haben.  Denn  sie  waren  ein  mächtiges  Volk, 
das  sich  mehrere  andere  Stänune  unterworfen  hatte;  das  Gebiet  am 
unteren  Main  reicht  aber  für  die  Sitze  einer  zahlreichen  Volksmenge 
nicht  aus.  Vgl.  auch  die  trefflichen  Ausführungen  0.  Bremers  in 
Pauls  Grundriss  der  german.  Phüologie  m^  796,  934  ff.,  939.  Die 
Silva  Bacenis  Cäsars  ist  wahrscheinlich  ein  vom  Vogelsberg  bis  zum 
Harz  reichender  Waldgürtel.  Den  Namen,  der  wohl  nichts  anderes 
bedeutet  als  Buchenwald,  ohne  weiteres  auf  das  Gebiet  der  späteren 
Buchonia  zu  beschränken,  ist  nicht  angängig. 

Eine  vielerörterte  wichtige  QucUenstelle  ist  Strabo  VII,  p.  290, 
291,  wo  es  heisst:  Die  Sweben  wohnten  vom  Rhein  bis  zur  Elbe; 
einige  Stämme  derselben  sassen  aber  auch  jenseits  (niQccv)  der  Elbe, 
wie  die  Hermunduren  und  Langobarden:  jetzt  aber  sind  diese  (o-Srot) 
gänzlich  auf  das  jenseitige  Ufer  (elg  xi}v  TtsQctCav)  hinübergeflohen. 
Ich  kann  die  Worte  nicht  anders  als  in  der  Weise  verstehen,  dass 
die  Hermunduren  und  Langobarden  anfänglich  auch^  auf  der  rechten 
Seite  des  Stromes  sich  angesiedelt  hatten,  d.  h.  auf  beiden  Ufern 
wohnten,  später  aber  vöUig  auf  die  jenseitige,  d.  h.  von  Strabos 
Standpunkt  aus  die  rechte  Seite,  geflohen  waren.'  Es  ist  jedoch 
noch  sehr  zweifelhaft,  ob  oixoL  sich  auf  beide  erwähnte  Völker  be- 
zieht, oder  nur  auf  die  zuletztgenannten  Langobarden.  Aller  Wahr- 
scheinlichkeit   nach    liegt    der  Angabe  Strabos   ein  Bericht  über  den 


*  Dieses  xal  übersieht  Devrient  völlig. 

'  Vgl.  dazu  auch  P.  Meyer,  Straboniana,  Progr.  Grimma  1890  S.  27. 


Kleine  Mitteilungen.  83 

Feldzug  des  Tiberius  5  d.  CSbr.  zu  Oninde:  die  Langobarden  baben 
damals  nach  ihrer  Besiegung  das  Gebiet  des  nach  ihnen  benannten 
spAteren  Bardengaues  geräumt  und  sich  auf  das  rechte  Eibufer  ge- 
flüchtet, tun  der  römischen  Oberhoheit  sich  zu  entziehen.^  Auch  die 
Semnonen  haben  damals  die  bisher  von  ihnen  innegehabten  Sitze  in 
der  Altmark  verlassen  und  sich  vor  den  Römern  über  die  Elbe 
zurückgezogen;  von  den  Hermunduren  ist  das  Gleiche  nicht  anzu- 
nehmen, da  sie  wahrscheinlich  seit  Drusus  zu  den  Römern  hielten. 
Die  Stelle  Velleius  Paterculus  ü,  106  von  der  Elbe,  qui  Semnonum 
Hermundurorumque  fines  praeterfluit,  ist  von  linkselbischen  Sitzen  der 
Senmonen  und  Hermunduren  (vom  Gebiet  der  Langobarden  aus  orien- 
tiert) zu  verstehen  (vgl.  Bremer  a.  a.  0.  S.  927.  940). 

Nach  Devrient  sollen  damals  die  Markomannen  ihr  Gebiet  zwischen 
Frankenwald  und  Elbe,  gedrängt  von  den  Hermunduren,  aufgegeben 
haben;  die  letzteren  seien  von  L.  Domitius  Ahenobarbus,  Tiberius' 
Nachfolger,  in  dem  Besitz  des  bisherigen  Markomannenlandes  bestätigt 
worden  (Dio  55,  10  a).  Es  ist  nur  schade,  dass  die  Expedition  des 
Ahenobarbus  nachweislich  in  die  Zeit  zwischen  7  und  3  vor  Chr., 
etwa  ins  Jahr  6  gehört^;  es  kann  sich  bei  der  Notiz  Dios  offenbar 
nur  tun  die  Ansiedelung  eines  flüchtigen  Schwarmes,  nicht  des  ganzen 
Volkes  der  Hermunduren  handeln.  Bemerkt  sei  überdies,  dass  die 
Markomannen  in  dem  ihnen  von  Devrient  zugewiesenen  Gebiet  un- 
möglich gewohnt  haben  können:  dieses  war  vornehmlich  Gehirgaland, 
und  die  archäologischen  Fimde  zeigen  nicht  die  geringste  Spur  einer 
ehemals  dort  ansässigen  germanischen  Bevölkerung.' 

Ich  habe  mich  der  von  R.  Much  vertretenen  Theorie  angeschlossen, 
dass  die  Hermunduren  mit  den  späteren  Alamannen  identisch  sind; 
nach  Devrient  sind  jene  von  den  Semnonen  (die  nach  seiner  Ansicht 
die  Väter  der  Alamannen  sind)  vernichtet  worden.  Aus  den  von 
Holländer  (Zeitschrift  für  Geschichte  des  Oberrheins  26,  273  ff.)  an- 
geführten Quellenstellen  geht  aber  deutlich  hervor,  dass  die  von  den 
Alemannen  bedrängten  Völker,  denen  Caracalla  213  zu  Hilfe  zu 
konunen  vorgab,  nicht  freie  Hermunduren  gewesen  sein  können,  da 
sie  in  Rätien  innerhalb  des  Umes  angesessen  waren.  Die  Semnonen 
haben  ihre  Heimat  wohl  erst  im  Laufe  des  3.  Jahrhunderts  verlassen; 

*  Aber  sie  müssen  später  den  Bardengau  wieder  besetzt  haben,  wie 
soUte  sich  sonst  das  spätere  Auftreten  der  Bardi  im  Lüneburgischen  er- 
klären?   Der  abweichenden  Ansicht  Bremers  kann  ich  nicht  beistimmen. 

'  Vgl.  Abraham,  Zur  Geschichte  der  pannonischen  und  germanischen 
Kriege  unter  Augustus  (Berlin  1875)  S.  10.  Mommsen,  Römische  Ge- 
schichte V,  28. 

*  Vgl  Deichmüller  bei  R.Wnttke,  Sachs.  Volkskunde,  2.  Aufl.,  S.  42. 

6* 


sioher  stuen  sie  noch  um  177  dort,  da  es  heiB«t,  dose  die  QnftdeB 
^■.«.■la  tu  ihnen  flüchten  wollten.    Herrenloses  Land  ist  das  Senmoaen- 


ai I* 38 


gehiet  in  jener  Zeit  nicht  gewesen,  wie  Bremer  8.  930  meint;   Dio 
(71,  20)  wttrde  sonst  nicht  die  Worte  «^  Sifivowt  gebrandieii. 


Kleine  Mitteilungen. 


85 


Aus  dem  Vorkommen  der  Hermunduren  in  den  späteren  Ghoro- 
graphien  lassen  sich  durchaus  keine  sicheren  Schlüsse  ziehen.  Diese 
gehen  auf  Redak- 
tionen der  Weltkarte 
des  Augustus  zurück 
und  mischen ,  wie 
schon  bemerkt,  so 
häufig  Altes  und 
Neues  durcheinander 
—  man  liess  beim 
Bearbeiten  die  alten 
Ansetzungen  vielfach 
stehen,  ohne  sie  zu 
korrigieren  — ,  dass 
sie  als  alleinige 
Stütze  für  die  Be- 
stimmung der  Wohn- 
sitze germanischer 
Völker  nicht  in  Be- 
tracht kommen  kön- 
nen. Dies  gilt  auch 
Yon  der  Karte,  die 
Jordanes  benutzte;  dass  dieselbe  zum  grossen  Teil  den  Stand  des 
geographischen  Wissens  aus  der  Zeit  vor  Diocletian  überliefert,  hat 
Mommsen  (Einleitung  zu  seiner  Ausgabe  p.  XXXI  f.)  gezeigt  Die 
Ansetzung  der  Wandalen  südlich  von  den  Hermunduren,  östlich  von 
den  Markomannen  u.  s.  w.  (Get.  c.  22)  weist  offenbar  auf  den  Status 
vor  dem  Markomannenkrieg  hin,  auf  eine  Zeit,  als  die  Hermunduren 
noch  in  Sachsen,  die  Wandalen  in  Schlesien  sassen.  Jordanes  hat 
diese  Verhältnisse  einfach  auf  das  4.  Jahrhundert  übertragen.  Auf 
der  Tabula  Peutingeriana  sind  keine  Hermunduren  verzeichnet;  die 
neuesten  Ausgaben  lesen  alle  Bur  d.  h.  offenbar  Buri:  Devrients  Er- 
gänzung (Hermun)  Dur(i)  ist  also  unzulässig.^ 

Dresden.  L.  Schmidt. 


^  Etwas  ganz  Neues  ist  auch  D.'s  Ableitung  des  Thüringemamens 
(Thoringia)  von  dem  Gk>tte  Thor;  schade,  dass  dieser  bei  den  Deutschen 
Donar  faiess  und  nur  bei  den  Nordgermanen  Thor. 


86 


Kritiken. 

K«  I.  Nenmann.  Die  Grandherrschaft  der  Römischen  Republik,  die 
Bauernbefreiung  und  die  Entstebnng  der  seryianischen  Verfassimg. 
Rede  zur  Feier  des  Geburtstages  8r.  Majestät  des  Kaisers  am 
27.  Januar  1900  gehalten.  Strassburg.  I.  H.  Ed.  Heitz.  1900. 
38  S.  8<>. 
Die  Agrargeschichte  ist  der  Schlüssel  zum  Verstftndnis  der 
römischen  Geschichte.  Wie  im  alten  Griechenland  hat  es  auch  im 
alten  Rom  bis  in  die  Anftnge  der  Republik  Gnindherrschafb  und 
Hörigkeit  gegeben;  in  cliens,  früher  cluens  (von  cluere  hören),  hat 
sich  die  Bezeichnung  des  Hörigen  erhalten.  Die  Aufhebung  der 
Grundherrschaft  und  die  römische  Bauernbefreiung  fHUt  zusammen 
mit  der  Begründung  der  16  ländlichen  Tribus:  beides  erfolgte  457  y.  Chr. 
Die  servianische  Centurienverfassung  aber  ist  die  unmittelbar  darnach 
auch  noch  im  Jahre  457  erfolgende  Neuordnung  des  römischen 
Staates  und  Heeres.  Der  späteren  Zeit  gilt  als  servianisch  alles,  was 
mit  der  Begründung  des  patrizisch- plebejischen  Gesamtpopulus  der 
Republik  zusammenhängt,  der  an  die  Stelle  des  alten  Geschlechter- 
staates  tritt,  von  der  Schaffung  der  vier  servianischen  Tribus  der 
Stadt  bis  hin  zum  servianischen  Mauerbau.  Der  Servius  Tullius  der 
Legende  heisst  in  der  Geschichte  M.  Valerius,  der  Urheber  des  Provo- 
kationsgesetzes  von  456:  er  ist  der  wirkliche  Poplicola.  Die  Cen- 
turienordnung  ist  die  herrschende  politische  Ordnung  von  456 — 287, 
hat  aber  im  Jahre  312  durch  die  Censur  des  Appius  Claudius  eine 
durchgreifende  Wandlung  erfahren,  insofern  sie  jetzt  vom  Grund- 
eigentum gelöst  vnirde,  während  der  Tribusordnung  durch  den  Censor 
von  304  diese  Grundlage  in  der  Hauptsache  erhalten  blieb.  Die 
Folge  ist  bei  der  politischen  Schwerkraft  des  römischen  Grundeigentums 
eine  politische  Schwächung  der  Centurienordnung  und  eine  Hebung 
der  Tribusversanunlungen,  deren  Beschlüsse  den  leges  der  Centuriat- 
comitien  aber  erst  im  Jahre  287  gleichgestellt  wurden.  Der  erste, 
der  auf  die  Grundherrschaft  wieder  zurückgriff,  war  Ti.  Gracchus: 
er  schuf  die  Grundherrschaft  zum  Zweck  des  Bauemschutzes,  aber 
mit  dem   Staat  als  Ghnmdherm.     In  der  Eaiserzeit  endlich  hat  sich 


Kritiken.  87 

die   Gmndherrschait   in    der  Form    des   Kolonats   neubegründet.     Mit 
der  Hörigkeit  beginnt  und  endet  die  römische  Geschichte. 

Dies  der  Inhalt  der  hochinteressanten  Skizze,  die  im  zweiten 
Teil  über  das  gestellte  Thema  weit  hinausgreift.  Der  Schwerpunkt 
aber  ruht  auf  dem,  was  der  Titel  auch  hervorhebt,  der  Bauernbe- 
freiung und  der  Entstehung  der  seryianischen  Verfassung.  Die 
Hypothese,  dass  eine  Bauernbefreiung  bei  der  Begründung  der  16 
Iftndlichen  Tribus  stattgefunden  hat,  finde  ich  sehr  beachtenswert; 
den  Satz,  dass  die  Schaffung  der  ländlichen  Tribus  und  die  servianische 
Centurienordnung  zeitlich  und  ursächlich  zusammenhängen,  halte  ich 
för  gänzlich  unbewiesen.  Warum  kann  die  Centurienverfassung  nicht 
schon  bei  der  Begründung  der  vier  städtischen  Tribus  ins  Leben 
getreten  sein?  Dass  diese  vier  Tribus  aber  erst  im  Jahre  471 
geschaffen  worden  seien,  wie  der  Verf.  an  Ed.  Meyer  anknüpfend, 
jedoch  im  Gegensatz  zu  ihm,  anninmit,  glaube  ich  ihm  auch  nicht, 
üeberhaupt  ist  meiner  Ansicht  nach  der  von  N.  sofort  gemachte  Versuch, 
alles  auf  Zeit  und  Personen  festzulegen,  bei  dem  unsicheren  Stand 
der  älteren  üeberlieferung  zurückzuweisen.  Der  Verf.  hat  eine  Ent- 
wicklung von  Jahrhunderten  auf  20  Jahre  zusammengerückt  und  hat 
damit  dem  vorzüglichen  Grundgedanken,  von  dem  er  ausgegangen  ist, 
sehr  geschadet.  Die  Begründung  der  16  ländlichen  Tribus  (ob  sie 
nun  mit  einem  Schlag  oder  allmählich  vor  sich  gegangen  ist)  bedeutet 
eine  Epoche  in  der  Geschichte  der  Stadt  Rom.  Das  haben  schon 
Mommsen  und  Ed.  Meyer  gesehen,  das  betont  jetzt  wieder  Neumann, 
und  das  ist  auch  mir  bei  meinen  römischen  Städtestudien  schon  lange 
klar  geworden.  Meyer  hat  aber  einen  ganz  falschen  Schluss  daraus 
gezogen:  fOr  ihn  bezeichnet  „die  Schöpfung  der  Landtribus  die  üeber- 
windung  und  Durchbrechung  des  Stadtstaats".  Neumann  konmit  mit 
seinem  Gedanken  einer  gleichzeitigen  Bauernbefreiung  dem  wahren 
Sachverhalt  schon  ganz  nahe.  Die  Begründung  der  16  ländlichen 
Tribus  ist  gerade  der  Beginn  des  Stadtstaates,  aber  eines  römisch- 
bäuerlichen,  in  welchem  das  Land  (ager)  und  die  Landbewohner 
gleichberechtigt  zu  der  durch  das  Pomerium  abgegrenzten  Stadt  (urbs) 
hinzutraten.  Der  grosse  Fehler,  der  bei  der  Erforschung  altrömischer 
und  altitaUscher  Verhältnisse  immer  wieder  gemacht  wird,  besteht 
darin,  dass  unter  dem  Banne  des  alten  Glaubens  an  die  ähnliche 
Entwicklung  der  beiden  „klassischen  Völker^^  bewusst  oder  unbewusst 
die  einzelnen  Etappen  der  griechischen  Stadtentwicklung  zur  Erklärung 
der  altitalischen  herangezogen  werden,  die  Entstehung  der  Stadt  aus 
dem  Dorf  (jMöfMj),  womöglich  mit  ursprünglicher  Feldgemeinschaft 
(das  letztere  Märchen  auch  noch  bei  Neumann  S.  16),  der  Synoikismos, 
die  griechische  Polis   als  eine  das  Land  beherschende  Stadtgemeinde: 


88  Kntiken. 

lauter  Dinge,  von  denen  die  altitalisch-römische  Geschichte  nichts  weiss. 
Ich  komme  demn&chst  darauf  zurück. 

Giessen.  Ernst  Kornemann. 

H*  Brunner^  Grundzüge  der  deutschen  Rechtsgeschichto.  Lieipzig 
1901.     298  S. 

In  diesen  Grundzügon  bietet  Brunner  eine  neue  Bearbeitung 
seiner  „Quellen  und  Geschichte  des  deutschen  Rechtes^  aus  y.  Holtzen- 
dorffs  EncjklopUdio  der  Rechtswissenschaft.  Diese  „Gmndzüge^ 
sind  ganz  vortrefflich  geeignet  zur  Benutzung  neben  Vorlesungen. 
Klar  und  prägnant  schildert  der  Verfasser  die  Entwickelang  des 
deutschen  Rechts.  In  einem  grösseren  Teile  (212  8.)  wird  die  Ent- 
wickelung  bis  zur  Aufnahme  der  fremden  Rechte  vorgeführt;  allgemeine 
Rechtsgeschichte,  bes.  Rechtsbildung,  Staatsrecht,  Strafrecht,  Rechts- 
gang und  Privatrecht  erörtert.  Ein  zweites  Buch  behandelt  sodann 
die  Rechtsentwickelung  seit  der  Rezeption  auf  60  S.  Jedem  Para- 
graphen sind  vorzüglich  ausgewählte  Litteraturangaben  beigefügt,  die 
besonders  auch  die  neuesten  litterarischon  Erscheinungen  ftür  alle 
Spezialfragen  hervorheben. 

Es  ist  eine  Freude  für  den  Kenner,  zu  beobachten,  wie  in  der 
Formulierung  einzelner  Sätze  die  Resultate  neuester  Forschung  ihren 
scharfen  Ausdruck  finden,  üeberall  zeigt  sich  die  Meisterhand,  die 
aus  dem  Vollen  schöpft  Zu  bedauern  ist,  dass  die  Rechtsentwicke- 
lung der  neueren  Zeit  nicht  in  gleicher  Ausitihrlichkeit  wie  die  der 
älteren  Zeit  dargestellt  worden  ist. 

Im  Ganzen  ein  vortreffliches  Buch,  das  den  jungen  Juristen  und 
Historikern  nicht  warm  genug  empfohlen  werden  kann.  Meisterhaft 
hat  der  Verfasser  es  verstanden,  das  Wesentliche  scharf  hervorzuheben 
und  auf  knappem  Räume  die  Hauptgesichtspunkte  der  deutschen 
Rechtsentwickelung  zu  zeichnen.  Sicher  wird  die  Lektüre  des  Buches 
die  Anregung  zu  eingehendem  Studium  geben  und,  wie  der  Verfasser 
hofPt,  dazu  beitragen,  „dass  neben  dem  Studium  des  geltenden  Rechts 
das  des  vergangenen  nicht  ungebührlich  vernachlässigt  wird^S 

Jena.  Eduard  Rosenthal. 

Jacques  Flach^   Etüde    sur  les   Origines  et  les  Vicissitudes 
Historiques    de   l'Habitation    en   France,    in    der  „Enquete 
sur  les   Conditions  de   l'Habitation   en   France'^  t*  11.   4d.  A.    de 
Foville.     Paris,  Emest  Leroux,  1899.    97  S. 
Welcher  Art  seit  ürbeginn  bis  zur  Gegenwart  in  Frankreich  die 
Siedelung  war,  untorsucht  J.  Flach   in   einer  Studie,   die  als  Einlei- 
tung dem  zweiten  Bande  der  „Enquete  sur  les  Conditions  de  THabi- 


Kritiken.  89 

taÜon  en  France^^  vorangeht.  Die  Untersuchung  erweist  aufs  neue 
die  Meisterschaft  Flachs,  eine  lange  Entwicklung  in  ihren  Haupt- 
zügen zu  erfassen  und  darzustellen.  So  wird  der  Lokalforschung  die 
Richtung  gewiesen,  in  der  sie  zu  arbeiten,  der  Rahmen  geboten,  in 
den  sie  ihre  Resultate  einzuordnen  hat. 

Einzelsiedelung  und  Dorfsiedelung  waren,  so  führt  der  Verfasser 
aus,  jeweilig  in  Frankreich  verschieden  geartet  und  verbreitet. 
Denn  die  Ursachen,  durch  die  ihr  Entstehen  und  Vergehen  bestimmt 
werden,  waren  nicht  immerfort  dieselben,  sondern  sie  lösten  sich  ab 
und  wirkten  in  mannigfachem  Wechsel;  mit  ihnen  zugleich  aber 
mussten  sich  auch  die  Formen  menschlicher  Niederlassung  verändern. 
Gewiss  stellte  sich  die  Tradition  jeder  Umbildung  entgegen  und  hat 
oft  verhindert,  dass  jedem  aufkauchenden  Bedürfnis  sich  auch  inmier 
oder  sogleich  eine  entsprechende  Wohnungsweise  anpasste;  doch  darf 
man  ihre  Bedeutung  nicht  überschätzen. 

An  dieser  Ueberschätzung  dürfte  das  grossangelegte  Werk 
A.  Meitzens  über  „Siedelung  und  Agrarwesen  der  Westgermanen  und 
Ostgermanen^'  leiden,  da  in  ihm  die  Ansicht  vertreten  wird,  die  heute 
in  Frankreich  bestehenden  Siedelungsarten  seien  ihrem  Charakter  und 
ihrer  Verteilung  nach  durch  die  Kelten  und  durch  die  Germanen  der 
Völkerwanderung  endgültig  geschaffen  worden.  Doch  nicht  nur  über- 
sieht M.,  dass  das  Siedelungswesen  im  Laufe  der  Jahrhunderte  viele 
Wandlungen  durchgemacht  hat,  auch  seine  Darstellung  des  ursprüng- 
lichen, nach  seiner  Auffassung  grundlegenden  Zustandes  und  ebenso 
seine  Schilderung  der  jetzigen  Verhältnisse  sind  falsch,  so  dass  seine 
Theorie  jedes  Haltes  entbehrt.  Seine  Ansicht,  dass  der  Westen 
Frankreichs,  von  einigen  Strichen  abgesehen,  in  Einzelhöfen,  der 
Osten  in  Dörfern  bewohnt  sei,  und  dass  das  eine  System  von  den 
Kelten,  das  andere  von  den  Oermanen  herrühre,  ist  in  beiden  Punk- 
ten unrichtig:  nicht  nur  zerstreut  und  von  einander  getrennt  haben 
sich  die  Kelten  niedergelassen,  sondern  auch,  wie  nicht  zu  bestreiten, 
dorf weise  in  zusanamenhängenden  Gruppen;  die  behauptete  Zweiteilimg 
aber  entspricht  auch  nicht  der  Wirklichkeit.  In  der  That,  die  in 
den  Bänden  der  „Statistique  Generale  de  la  France^^  mitgeteilten 
Tabellen  belehren  uns,  dass  M.  für  den  Westen  Frankreichs  Zahl 
und  Verbreitung  zusanunenhängender  Dorfschaften  viel  zu  gering  an- 
geschlagen hat.^ 

Ebensowenig  befriedigt  die  von  d'Arbois  de  Jubainville  in  seinen 
„Recherches   sur  TOrigine   de  la  propriete  fonciere   et    des   noms    de 


'  In   einer   Besprechong   von   Flachs  Arbeit  hfilt  Meitzen   an   seiner 
Theorie  fest.    Deutsche  Lit.  Zeitg.  1900.   Nr.  28. 


90  Kritiken. 

lieuz  habites  en  France"  geäusserte  Ansicht  über  die  Herkunft  der 
Dorfschaften.  Sind  die  Dörfer  nach  Meitzen  durch  die  Germanen 
gegründet  worden,  so  lässt  sie  de  JubainviUe  aus  dem  römischen 
fundus  und  dem  darauf  gegründeten  Herrenhof  entstehen,  weil  sie  die 
Namen  ehemaliger  fundi  trügen.  De  Jubainville  verwechselt  die  Ent- 
stehung der  Dor&iamen  mit  der  Entstehung  der  Dörfer  selbst.  Auch 
wenn  die  vorgetragene  Theorie  der  Ortsnamenbildimg  lichtig  wftre 
und  nicht  den  aufgeführten  Einschränkungen  unterläge,  so  wäre  es 
doch  nicht  zulässig,  daraus  einen  Schluss  auf  die  Herkunft  der  Ort- 
schaften zu  ziehen.  Der  fundus  bildete  in  spätrömischer  Zeit  nicht 
mehr  eine  wirkliche,  sondern  nur  noch  eine  ideale,  zu  Steuerzweckoi 
künstlich  erhaltene  Einheit,  so  dass  kein  neues  Gebilde  aus  ihm  her- 
vorgehen konnte.  Auch  sind  in  Wirklichkeit  auf  der  Fläche  eines 
fundus  oft'mefhrere  Dorfschaften  entstanden  oder  von  Anbeginn  vor- 
bändet g^esen,  während  nach  de  Jubainville  sich  immer  nur  eine 
einzige,  aus  der  Villa  des  Herrn  hervorgegangene  Ortschaft  darauf 
hätte  bilden  dürfen.^ 

Nachdem  sich  derart  Flach  zuvor  gegen  die  Ansicht  gewendet  hat, 
dass  die  menschliche  Niederlassung  in  Frankreich  von  starrer  Stetig- 
keit gewesen  sei,  schildert  er  uns  die  Greschichte  dieser  Niederlassung. 
Er  teilt  sie  in  mehrere  Perioden. 

In  gallo-römischer  Zeit  finden  wir,  nach  der  Gunst  des  Terrains 
angelegt,  Städte,  Dörfer  und  Einzelhöfe.  Die  Einzelhöfe  verschwinden 
sodann  zum  allergrössten  Teil  infolge  der  eintretenden  Unsicherheit 
—  Anarchie  im  innem,  feindliche  Angriffe  von  aussen  — ,  die  zur 
Zeit  der  Völkerwanderung  und  später  im  10.  Jahrhundert  ihren 
Höhepunkt  erreicht.  Besser  erging  es  den  Städten  und  Dörfern,  die 
vielfach  erhalten  blieben  oder,  wenn  zerstört,  zum  Teil  neu  gegründet 
wurden.  Die  Häuser  möglichst  eng  zusammendrängend,  dienten  sie 
mehr  und  mehr  wehrhafter  Verteidigung;  zugleich  wurden  sie  geist- 
liche und  wirtschaftliche  Zentren  und  waren  also  dreifach,  militärisch, 
kirchlich  und  wirtschaftlich,  bedeutsam.  Die  wenigen  isolierten 
Wohnstätten,  die  damals  hie  und  da  errichtet  wurden,  tragen  das 
Gepräge  der  Zeit;  es  sind  Burgen  oder  durch  einen  Turm  geschützte 
Landhäuser. 

Als  die  Not  des  10.  Jahrhunderts  aufhörte  und  langsam  grössere 
Sicherheit  zurückkehrte,  da  trat  an  Stelle  des  militärischen  der  wirt- 
schaftliche Gesichtspunkt  und  entschied  über  den  Charakter  der  Neu- 


^  Vgl.  die  nachträglich  noch  zwischen  Flach  und  de  Jubainville  ge- 
führte KontroverBe.  Nouvelle  Rev.  EList.  de  Droit  Fran9ai8  et  ^tranger. 
1900.    S.  212—216.    386—388. 


Kritiken.  91 

anlagen.  Es  galt,  weite  unbebaute  Strecken  zu  kolonisieren.  Dem 
dienten  die  einzelstehenden  Höfe,  loges  und  grangiae,  einerseits,  die 
Yilles-neuYes-^aut;e^  andererseits.  Hinzu  gesellten  sich  noch  in  der 
Epoche,  da  die  Territorialstaaten  sich  bildeten,  zu  ihrer  Sicherung 
gegründet,  die  YiILeS'neuYeS'bastides,  in  ihrer  Anlage  auf  römisches 
Vorbild  zurückgreifend.  Infolge  der  Privilegien,  der  Bevölkerungs- 
zunahme imd  des  andauernden  Friedens  wurden  die  Neugründungen 
so  zahlreich,  und  so  viele  Weiler  und  Dörfer  schlössen  sich  an  Einzel- 
niederlassungen  an,  dass  im  14.  Jahrhundert  die  Zahl  der  französischen 
Ortschaften  auf  die  fabelhafte  Summe  von  1  700  000  berechnet  ward. 
Flach  teilt  sie  nach  ihrer  öffentlichen,  kirchlichen,  militärischen  und 
wirtschaftlichen  Stellung  in  verschiedene  Gruppen  ein. 

Der  hundertjährige  Krieg,  der  im  14.  Jahrhundert  ausbrach,  hatte 
dieselben  Folgen,  wie  die  Unruhen  des  frühen  Mittelalters.  Wiederum 
verschwanden  die  Einzelsiedelungen  mit  Ausnahme  weniger,  die  sich 
in  entlegenen  Gegenden  erhielten,  dasselbe  Los  traf  zum  Teil  die 
Stftdte  und  Dörfer;  befestigt  wurden  die  Ortschaften,  in  denen  sich 
die  dezimierte  Bevölkerung  zusammendrängte. 

Zugleich  mit  dem  Erstarken  der  königlichen  Autorität  und  mit 
den  Fortschritten  der  militärischen  Kunst  bildeten  sich  aufs  Neue  die 
offenen  Ortschaften,  dehnten  sich  die  Städte  aus  und  erstanden  zahl- 
reiche Meierhöfe,  deren  Gründung  durch  die  aufkommenden  freien 
Gutsverpachtimgen  verursacht  wurde.  Mehrmals,  durch  religiöse  Ver- 
folgungen und  die  Fronde,  wurde  die  gedeihliche  Entwicklung  unter- 
brochen. Die  ganze  Epoche  weist  eine  weit  grössere  Zunahme  der 
Städte  und  der  Einzelhöfe  auf,  als  der  Dorfschaften,  deren  Bewohner, 
unter  dem  schlechten  Zustande  der  Strassen  und  imter  vielfachen 
Bedrückungen  leidend,  nur  geringe  Expansionskraft  zeigten.  Seit  der 
grossen  Revolution  wächst,  durch  den  allgemeinen  Aufschwung  be- 
günstigt, die  Zahl  der  Städte  und  der  Streudörfer.  —  Dies  sind  die 
Hauptzüge  der  vielfach  anregenden,  inhaltsreichen  Arbeit,  deren 
Resultate  im  einzelnen  zu  vertiefen  und  hie  und  da  wohl  auch  zu 
modifizieren  Aufgabe  der  Lokalforschung  sein  wird.      F.  Kien  er. 

Adolf  Baehmailll.  Geschichte  Böhmens.  Erster  Band  (bis  1400). 
Gotha,  Fr.  Andreas  Perthes.  1899.  S.  911. 
Während  Beda  Dudik  und  neuerdings  Bretholz,  der  jenes  Arbeiten 
angenommen,  die  Landesgeschichte  Mährens  in  gross  angelegten  Werken 
bearbeitet  haben,  ist  seit  Palacky  eine  umfassende,  allen  wissenschaft- 
lichen Ansprüchen  genügende  Darstellung  der  böhmischen  (jeschichte 
nicht  wieder  unternommen  worden;  denn  L.  Schlesingers  Geschichte 
Böhmens  ist  populär  gehalten  und  W.  Tomek  beansprucht  mit  seinem 


92  Kritiken. 

Abriss  nicht  viel  mehr  als  ein  übersichtliches  Lehrbuch  anf  Grund 
der  neuesten  Forschungsergebnisse  zu  bieten.  Palackys  bedeutende 
Leistung  soll  nun  durch  Bachmanns  Geschichtswerk  ersetzt  werden. 
Der  erste  1899  erschienene  Band  reicht  bis  zum  Jahre  1400;  er  ist 
in  vier  grössere  Abschnitte  gegliedert:  1)  Böhmen  bis  zur  Aufrichtung 
des  Stammesherzogtums,  2)  Böhmen  unter  Herzögen  (900 — 1198), 
3)  das  Erbkönigreich  der  Pfemysliden  (1198—1306),  4)  Böhmen 
unter  Königen  aus  verschiedenen  Häusern  (1306  — 1400). 

Ob  die  Zeit  för  eine  neue  Gesamtdarstellung  gekommen  war^ 
mag  dahingestellt  bleiben.  Die  diplomatische  Grundlage  der  böhmischen 
Geschichte  ist  jedenfalls  so  lange  nicht  gesichert,  bis  Erbens  Regesten 
durch  eine  kritische  ürkimdenpublikation  ersetzt  sind;  die  Edition 
eines  vollständigen  Corpus  diplomaticum  ist  gerade  jetzt  in  Vor- 
bereitung. Die  Bereicherung  des  Quellenmaterials  und  die  Fülle  ge- 
lehrter Untersuchungen  bot  freilich  die  Gewähr,  im  einzelnen  weit 
über  Palackys  Ergebnisse  hinauszukonmien. 

In  Erfassung  und  künstlerischer  Gestaltung  des  Ganzen  dagegen 
hätte  B.  unzweifelhaft  weiter  gelangen  können.  Die  Entwicklungs- 
geschichte des  Landes  ist  nur  wenig  klarer  geworden;  und  auch  in 
Würdigung  der  leitenden  Persönlichkeiten,  welche  den  einzelnen  Ent- 
wicklungsphasen ihr  individuelles  Gepräge  gegeben,  bedürfen  B.s  Er- 
gebnisse, wie  mir  scheint,  mehrfach  der  Vertiefung  und  Berichtigung. 
Schon  bei  der  Charakteristik  des  ersten  Pfemysliden,  über  den  wir 
durch  die  Quellen  etwas  reichlicher  unterrichtet  sind,  könnte  der 
Widerspruch  einsetzen.  „Sage  und  Dichtung'^,  sagt  B.,  „haben  die 
Einzelheiten  seines  christlichen  Lebenswandels  in  reichem  Detail  be- 
handelt und  darüber  den  Fürsten  Wenzel  vergessen";  und  doch  bemht 
B.s  eigne  Darstellung  Herzog  Wenzels  fast  ganz  auf  der  Legende. 
In  ähnlich  einseitiger  Weise  hat  er  sich  bei  Schilderung  der  Regierung 
Boleslaws  I.  und  II.  durch  Kosmas  bestimmen  lassen,  dessen  IJnzuver* 
lässigkeit  doch  schon  Loserth  erwiesen.  Dass  derselbe  Boleslaw  II., 
welcher  den  Aufstand  der  Wenden  gegen  die  deutsch-christliche  Herr- 
schaft unterstützte,  Kirchengründungen  Ottos  I.  zerstörte,  im  Bunde 
mit  den  heidnischen  Liutizen  den  Kommandanten  einer  polnischen 
Stadt  „unter  Anrufung  heidnischer  Götter"  (M.  G.  SS.  HI,  771)  ent- 
haupten liess  u.  s.  w.,  sein  Volk  „mit  echt  kirchlichem  Sinn"  erftdlt 
haben  soll,  wird  man  B.  nicht  glauben  können,  selbst  wenn  er  sich 
auf  Kosmas  beruft.  Unverkennbar  herrschte  zu  Boleslaws  II.  Zeit 
eine  starke  heidnisch -reaktionäre  Strömung  am  Prager  Hof,  deren 
richtige  Würdigung  um  so  notwendiger  ist,  als  nur  auf  dem  Hinter- 
grunde der  kirchlich-politischen  Gegensätze  jener  Zeit  das  tragische 
Wirken   Bischof  Adalberts   verständlich  wird.      Wie   weit  B.s   Worte 


Kritiken.  93 

der  Eigenart  dieses  meriiiwürdigen  Bischofs  gerecht  werden,  würde 
ein  Vergleich  mit  Loserths  scharfsinniger  Untersuchung  über  das 
Hans  Slawnik  und  mit  Uhlirzs  Bemerkungen  (Hist.  Zeitschr.  85, 
8.  80 ff.)  lehren  können. 

Eine  aufsteigende  Entwicklung  fClhrt  von  den  kraftvollen  Pfe* 
mjBÜden  des  10.  Jahrhunderts  zu  Bfetislaw  I.  Mit  Bekämpfung  der 
selbständigen  patriarchalischen  Gewalten  des  alten  Volkslebens  dringt 
er  weiter  auf  der  von  seinen  Vorfahren  gewiesenen  Bahn  zur  Be- 
gründung absoluter  Staatsgewalt  und  erhebt  sich  durch  den  schon 
Yon  Mähren  und  Polen  aus  gewagten  Versuch  zur  Gründung  eines 
kirchlich  und  politisch  selbständigen  Slawenreichs  zu  welthistorischer 
Bedeutung.  Die  kirchlich -politischen  Ziele  des  böhmischen  „Achill*^ 
bildeten  von  jeher  ein  anziehendes  Problem  für  die  Historiker.  B.s 
Charakteristik  beschränkt  sich  im  wesentlichen  auf  die  folgenden 
Sätze:  „Ihm  galt  es  mit  kühnem  Wurf  für  sein  Böhmen  inmitten  der 
slavischen  Welt  die  Stellung  zu  gevirinnen,  die  Polen  nicht  zu  be- 
haupten vermocht  hatte.  Zuvor  galt  es  Bedingungen  und  Mittel  fär 
solches  Streben  zu  schaffen^  (vgl.  S.  215),  nämlich  Unabhängigkeit 
Yom  Reich  und  freies  einheitliches  Eirchenwesen.  Und  auf  Seite  217 
bemerkt  er  mit  eigentümlicher  Verdrehung  des  soeben  angedeuteten 
Verhältnisses:  ,^e  Klugheit  riet  Bfetislaw,  seine  Macht  auf  eine 
breitere  Grundlage  zu  stellen,  ehe  er  den  Abfall  vom  Reich  wagte. 
Daher  sein  Plan,  erst  das  zerrüttete  Polenreich  niederzuwerfen.^^  Mit 
Uebertragung  der  in  Gnesen  bestatteten  Adalbertsreliquien  nach  Prag 
bezweckte  Bfetislaw  gewiss  nicht  bloss  „die  Gemüter  zu  erheben  und 
XU  erschüttern  und  den  Boden  zu  schaffen  für  den  heiligen  Bund  (?), 
den  er  vor  den  Reliquien  St.  Adalberts  mit  seinem  Volke  in  Waffen 
schliessen  wollte";  er  beabsichtig^te  vielmehr  das  böhmische  Epis- 
kopat auch  zum  Mittelpunkt  Polens  zu  machen;  der  Prager  Bischof 
sollte  als  Metropolit  an  Stelle  des  Erzbischofs  von  Gnesen  treten. 
Dass  in  den  Beziehungen  Böhmens  zum  Reich  unter  Bfetislaw 
eine  entscheidende  Wendung  eintrat,  ist  von  B.  fast  ganz  ignoriert 
worden. 

Auch  von  der  Entwicklung  des  12.  Jahrhunderts  erhalten  wir 
teilweise  kein  recht  deutliches  Bild,  weil  die  leitenden  Gesichtspunkte 
nicht  genügend  hei;ausgearbeitet  worden  sind.  Der  Bedeutung  Bischof 
Heinrichs  von  Olmütz  z.  B.,  welcher  unter  Wladislaw  U.  die  Seele 
der  böhmischen  Politik  war,  wird  man  mit  allgemeinen  Wendungen, 
er  habe  „Geistesbildung*^  und  „staatsmännische  Klugheit",  „die  Vor- 
sage seines  berühmten  Vaters  und  keine  (?)  seiner  Schwächen  be- 
sessen", nicht  gerecht  Es  verdiente  vor  allem  ausgeführt  zu  werden, 
dass  erst  mit  Hilfe  des  ganz  von  den  religiösen  und  hierarchischen 


94  Kritiken. 

Idealen  seiner  Zeit  erftQlten  Olmützer  Bischofs  Böhmen  -  Mähren  der 
päpstlichen  Hierarchie,  sein  Klerus  der  Zucht  der  katholischen  Kirche 
unterworfen  wurde,  während  man  noch  zu  Gregors  YII.  Zeit  die  Ein- 
mischung päpstlicher  Legaten  in  Böhmens  kirchliche  Angelegenheiten 
als  anmassende  Neuerung  empfand.  Das  Hineinwachsen  des  Landes 
in  den  Organismus  der  katholischen  Kirche  war  naturgemäss  für  die 
ganze  Entwicklung  Böhmens,  auch  fEbr  das  Eindringen  deutscher  Kultur 
von  grösster  Bedeutung. 

Fast  noch  auffallender  ist  die  Vernachlässigung  des  Wesentlichen 
in  dem  Abschnitt,  der  die  zweite  Hälfte  der  Regierung  Wladislaws  H. 
behandelt.  Wie  sich  Bischof  Daniel  von  Prag,  durch  dessen  Wirk- 
samkeit der  Charakter  dieser  Regierungsperiode  bestunmt  wurde,  zum 
päpstlichen  Schisma  verhalten,  wird  nur  matt  skizziert.  Von  seiner 
Sendung  zum  Kanzler  Roland  (Nov.  1159)  und  zu  Papst  Victor  FV., 
von  der  Teilnahme  des  Bischofs  an  den  Synoden  von  Pavia  (Febr.  1160) 
und  Lodi  (Juni  1161),  seiner  Werbung  am  ungarischen  Hof  fOr  den 
kaiserlichen  Kandidaten  (März  1160)  hören  wir  nichts.  Das  zur 
Beseitigung  der  Kirchenspaltung  vom  Kaiser  berufene  Konzil  zu 
St.  Jean-de-Losne  an  der  Saonebrücke,  bei  dem  vielleicht  Wladislaw  IL 
persönlich  (cf.  Watterich  vitae  poni  H,  391;  M.  G.  XXII,  505), 
jedenfalls  aber  sein  Bruder  Theobald  und  Bischof  Daniel  zugegen 
waren,  wird  nicht  erwähnt;  ebensowenig  König  Wladislaws  Teilnahme 
an  dem  gegen  Heinrich  den  Löwen  gerichteten  Komplott  deutscher 
Fürsten,  obwohl  sie  höchst  bezeichnend  ist  für  die  veränderte  Stellung 
der  Pf  emysliden  zu  den  inneren  Parteiungen  und  Kämpfen  des  Reichs. 
Wenn  auch  die  angedeuteten  Thatsachen  nur  aus  vereinzelten  Notizen 
entlegener  Quellen  bekannt  sind,  so  verdienten  sie  doch  wegen  ihrer 
sachlichen  Bedeutung  ebenso  gut  oder  vielleicht  noch  mehr  erwähnt 
zu  werden,  als  die  böhmischen  Kriegsthaten  in  Italien,  die  wieder- 
holten, oft  ermüdenden  Kämpfe  mit  den  Thronprätendenten,  die  Be- 
ziehungen zu  Ungarn,  über  welche  uns  die  böhmischen  Quellen  aus- 
führlich unterrichten. 

Die  Darstellung  der  politischen  Entwicklung  Böhmens  unter 
Herzögen  ( — 1198)  ist  dreimal  durch  kleinere  Abschnitte  über  die 
inneren  Verhältnisse  des  Landes  unterbrochen.  Buch  3  bringt  ein 
verhältnismässig  kurzes  Kapitel  über  die  deutsche  Kolonisation  im 
13.  Jahrhundert.  Dass  die  Geschichte  der  deutschen  Einwanderung 
während  des  14.  Jahrhunderts  dem  folgenden  Bande  vorbehalten 
bleiben  soll,  während  die  politische  Geschichte  dieses  Zeitraums  bis 
zum  Jahre  1400  in  Breite  geschildert  wird,  ist  um  so  unverslAnd- 
lieber,  als  man  von  der  deutschen  Kolonisationsbewegung  ohne  Be- 
rücksichtigung des    14.  Jahrhunderts  ein  richtiges,   abgerundetes  Büd 


Kritiken.  95 

nicht  gewinnen  kann  nnd  gerade  die  Hussitenkriege  mit  voller  Scbftrfe 
den  Beginn  einer  neuen  Entwicklnngsphase  bezeichnen. 

Um  dem  Mangel  einer  übersichtlichen  Zusammenstellung  der 
Idtteratur^^  abzuhelfen,  hat  B.  zahli^iche  Litteraturhin weise  gegeben. 
In  einer  zusammenfassenden  Darstellung  brauchte  der  gelehrte  Apparat 
wohl  nicht  in  grossem  Umfange  gegeben  zu  werden.  Da  es  aber  einmal 
geschehen,  so  vermisst  man,  dass  manche  beachtenswerte  Abhandlung 
nnerw&hnt  geblieben,  das  Wichtige  vom  Unwichtigen  auch  in  den 
Quellenangaben  nicht  genügend  geschieden  ist.  Viele  Quellenzitate 
aus  Kosmas  und  seinen  Fortsetzen!  wären  entbehrlich  gewesen;  da- 
gegen fehlen  solche,  die  trotz  ihrer  Wichtigkeit  leicht  übersehen 
werden  können.  Bei  Darstellung  der  Krönung  Wratislaws  I.  z.  B.  ist 
auf  die  ganz  bekannte  Stelle  des  Kosmas  verwiesen,  dagegen  sind  die 
Berichte  der  Pegauer  und  Altenzeller  Annalen  (M.  G.  XYI,  41,  237) 
unerwähnt  gelassen.  Die  von  Stumpf  in  Miklosichs  slawischer  Biblio- 
thek (n,  301  ff.)  edierten  annales  Bohemici  sind  von  B.  nicht  zitiert 
und,  wie  es  scheint,  auch  nicht  verwertet  worden;  sie  überliefern  die 
älteste  uns  erhaltene  annalistische  Tradition  der  Böhmen  und  hätten 
daher  auch  viel  eher  verdient,  in  die  Mon.  Germ,  aufgenommen  zu 
werden,  als  die  Prager  Annalen  (M.  G.  m,  119 ff.),  die  nach  Köpke 
und  Tomek  nur  „ein  magerer  Auszug  aus  Kosmas  u.  a.  bekannten 
Quellen^*  sind. 

In  der  vielumstrittenen  Schreibweise  slawischer  Namen  zur  Einigung 
zu  gelangen,  scheint  schwer  erreichbar.  Nichtsdestoweniger  besteht 
ffJüT  den  Einzelnen  die  Pflicht,  möglichst  konsequent  zu  verfahren.  Es 
sollte  vermieden  werden,  für  einen  und  denselben  Laut  verschiedene 
Schreibweisen  anzuwenden,  z.  B.  „Mesko'^  (S.  196)  und  „SpitighnieV^ 
(S.  222),  „Sobieslaw"  (S.  295),  „Czechen"  und  „Casta"  (S.  310),  „Gdec" 
(S.  219).  Von  den  drei  neben  einander  stehenden  Namen  „Watizlaus, 
Casta,  Benesch"  (S.  310)  ist  der  erste  in  latinisierter  Form,  der 
zweite  in  cechischer,  der  dritte  (für  Benes)  in  deutscher  Schreibweise 
wiedergegeben.  „Bezprem"  (S.  196)  wird  auch  „Besprem"  (S.  214) 
geschrieben  u.  s.  w. 

Manche  dieser  minder  wesentlichen  Versehen  sind  wohl  aus  der 
schnellen  Entstehung  des  Werkes  zu  erklären.  Anerkennung  verdient 
der  grosse  Fleiss,  der  auf  die  Arbeit  verwendet  worden  ist. 

H.  Spangenberg. 

Jansen  Enikels  Werke,  herausgegeben  von  Philipp  Strauch. 
Vorwort,  Einleitung  S.  I  —  C.  Jansen  Enikels  Fürstenbuch 
S.  697 — 686.  —  Das  Landbuch  von  Oesterreich  und  Steier,  herausg. 
von   Dr.   Joseph    Lampel  S.  687 — 739.     Nebst   Glossaren  und 


96  Kritiken. 

Registern  S.  816.  (=  Monamenta  Grermaniae  Historica:  Scriptomm 
qui  vernacula  lingaa  osi  sunt  Tomi  JH.  Pars  11.)  Hannover  und 
Leipzig,  Hahn  1900. 
Nach  nnd  nach  treten  die  grossen  deutschen  Reimchroniken  des 
Mittelalters  ans  Licht:  1892  erschien  die  Kaiserchronik,  bearbeitet 
durch  Eduard  Schröder;  1893  schloss  mit  dem  zweiten  Halbband 
die  Veröffentlichung  des  Riesenwerkes  des  steirischen  Reimchronisten 
durch  Josef  SeemtÜler,  und  jetzt  liefert  Philipp  Strauch  zu  dem  1891 
publizierten  ersten  Bande,  der  die  Weltchronik  Jansen  Enikels  ent- 
hält, den  zweiten  mit  dem  Fürstenbuch.  Alle  diese  Ausgaben  haben 
ihre  langwierige  und  bisweilen  schmerzenreiche  Vorgeschichte,  die  sich 
gleichmässig  aus  dem  grossen  Umfange  der  Denkmäler  sowie  der 
Ueborlieferung  in  den  Handschriften  erklärt.  Denn  schon  das  blosse 
Sammeln  des  Materials  und  die  unentbehrlichen  mechanischen  Vor- 
arbeiten stellen  Anforderungen,  denen  die  Kraft  eines  Einzelnen  nicht 
zu  genügen  vermag.  Und  so  wächst  der  Apparat  fär  eine  wissen- 
schaftliche Edition  allmählig  heran,  wird  von  einer  Hand  an  die  andere 
gegeben,  bis  endlich  der  richtige  Mann  sich  findet,  der  mit  energischem 
Griff  die  Sache  abschliesst,  die  Untersuchungen  erledigt,  deren  eine 
philologisch  korrekte  Ausgabe  bedarf,  und  den  kritisch  gestalteten 
Text  vorlegt.  Ohne  Zweifel  gebührt  daran,  dass  diese  altdeutschen 
Reim  werke  uns  nunmehr  vorgelegt  werden,  dem  Unternehmen  der 
Monumenta  Germaniae  ein  sehr  wesentlicher  Anteil,  denn  nur  die  da 
verfügbaren  Mittel  ermöglichen  es,  Schwierigkeiten  zu  überwinden, 
denen  ein  auf  sich  gestellter  Forscher  sonst  erliegen  müsste.  Und 
mag  auch  der  Gewinn  an  gesicherten  Thatsachen,  den  alle  diese  Reim- 
chroniken mit  einander  erbringen,  nicht  so  gross  sein  als  ein  einziger 
Band  Scriptores  ihn  liefert,  so  ist  es  doch  nicht  gering  anzuschlagen, 
dass  wir  aus  ihnen  erkennen,  in  welcher  Weise  die  breiteren  Massen 
der  Deutschen  des  Mittelalters  die  welthistorische  Entwicklung  an- 
schauten. Zumal  die  Vertreter  der  deutschen  Philologie,  denen  ja 
diese  Reimwerke  noch  von  anderen  Gesichtspunkten  aus  wichtig  sind, 
haben  alle  Ursache,  das  Erscheinen  jedes  neuen  Bandes  dankbar  zu 
begrüssen  und  z.  B.  den  Wunsch  aufrichtig  zu  teilen,  den  Strauch  in 
seinem,  am  12.  September  1900  unterzeichneten  Vorworte  ausspricht, 
dass  jetzt  auch  die  Ausgabe  der  Weltchronik  des  Rudolf  von  Ems  (und 
ihrer  Verzweigungen)  nicht  mehr  lange  auf  sich  warten  lassen  möchte: 
dieses  Werk,  aus  dem  das  spätere  Mittelalter  zum  guten  Teil  seine 
historische  Kenntnis  schöpfte,  in  lesbarem  Druck  bekannt  zu  machen, 
scheint  mir  die  bedeutendste  unter  den  vielen,  bisher  unerledigten 
Ehrenpflichten,  die  das  Studium  der  altdeutschen  Litteratur  auferlegt 
Bei  der  Ausgabe    von  Jansen  Enikels  Werken   wird   die   Lücke  be- 


Kritiken.  97 

sonders  empfindlich,  weil  die  Weltchronik  dieses  österreichischen  Autors 
ein  später  Nachfahre  von  Rudolfs  Richtung  ist,  und  weil  seine  Arbeit 
gar  nicht  zutreffend  eingeschätzt  werden  kann,  so  lange  wir  die 
Schöpfung  seiaes  grösseren  Vor^mgers  nicht  aus  ihrem  echten  Bestände 
beurteilen  können. 

Schon  deshalb  möge  es  uns  gestattet  sein,  bei  der  Besprechung 
des  jetzt  von  Strauch  publizierten  „Fürstenbuches"  auch  die  Welt- 
chronik desselben  Verfassers  mit  einzubegreifen.  Aber  auch  darum, 
weil  die  ungefähr  30  000  Verse  der  Weltchronik  eine  sichere  Grund- 
lage für  die  Kritik  der  etwa  4000  Verse  des  Fürstenbuches  darbieten 
und  die  Eigentümlichkeiten  des  Autors,  seine  Sprache  und  Technik 
besser  beobachten  lassen. 

Strauch  beschreibt  zunächst  S.  HI. — XL  seiner  „Einleitung"  die 
38  Handschriften  der  Weltchronik  sehr  sorgsam,  untersucht  dann 
S.  XLVli — LX  ihr  gegenseitiges  Verhältnis  und  stellt  dieses  zuletzt 
durch  ein  Diagramm  dar.  Diesem  gemäss  zerfallen  sämtliche  für  die 
Textkritik  brauchbaren  Hss.  in  zwei  Klassen,  deren  jede  aus  einer 
selbständigen  Abschrift  des  Archetypus  herzuleiten  ist,  welcher  jedoch 
seinerseits  auch  nur  wieder  eine  mit  Fehlem  behaftete  Kopie  des 
Originals  war.  Die  erste  Klasse  A  wird  durch  zwei  Hss.,  eine  Mün- 
ebener  und  eine  Regensburger,  repräsentiert,  indes  zur  zweiten  Klasse 
B  alle  übrigen  Hss.  gehören,  zwischen  denen  nun  freilich  namhafte 
Unterschiede  der  Qualität  bestehen.  Es  ergiebt  sich,  dass  ausser  einer 
Gruppe  von  Bruchstücken  (3.  4)  insbesondere  ein  Leipziger  und 
ein  Berliner  Codex  den  Text  B  am  besten  wiedergeben.  Strauch  hatte, 
bevor  er  die  Wcltchronik  in  Druck  gab,  aus  seinen  Abschriften  und 
Kollationen  heraus,  die  Klasse  A  höher,  die  Klasse  B  niedriger  ein- 
geschätzt als  später  und  vornehmlich  alle  Plusverse  in  B  als  Zusätze 
angesehen  und  deshalb  unter  den  kritisch  bereinigten  Text  gestellt. 
Während  des  Druckes,  oder  doch  so  kurz  vorher,  dass  es  nicht  mehr 
möglich  war,  die  Druckeinrichtung  zu  ändern,  war  er  zu  anderer 
Meinung  gelangt,  hielt  eine  grössere  Anzahl  von  Plusversen  in  6 
für  echt  (also  in  A  für  ausgefallen)  und  liess  überhaupt  die  Möglich- 
keit häufiger  zu,  dass  B  gegen  A  das  Echte  enthalte.  Jene  Hss. 
9  ="  Leipziger  Stadtbibliothek  CX,  und  10  =  Berliner  Papierhs.  msc. 
germ.  fol.  927,  kommen  infolgedessen  bei  der  Herstellung  des  Arche- 
typus mehr  in  Betracht,  als  der  Text  von  Strauch  zu  erkennen  ge- 
stattet; man  muss  überall  die  gewiss  ungemein  sorgfältig  verzeichneten 
Lesarten  zu  rate  ziehen.  Dergleichen  begegnet  ziemlich  oft  dort,  wo 
ein  sehr  umfangreicher  Text  aus  einer  wüsten  Masse  von  Ueber- 
lieferungen  herausgeschält  werden  muss,  leicht  versagt  die  Schärfe 
des  Blickes  gegenüber  der  schier  unüberschaulichen  Fülle  der  Einzeln- 

Hittor.  VierteUahnobrift.  1902.  1.  7 


98  Kritiken. 

heiten:  so  hat  Eduard  Schröder  bei  der  Kaiserchronik  erst  ganz  zu- 
letzt die  Wichtigkeit  der  Pommersfeldener  Hs.  als  Ersatz  für  dia 
verlorene  Strassburger  recht  gewürdigt  und  war  nur  insofern  glück- 
licher  als  Strauch,  indem  er  die  notwendig  gewordenen  Umstelltingeo 
im  Vanantenapparat  noch  knapp  vor  der  Drucklegung  mit  grosser 
Mühe  zu  bewerkstelligen  vermochte.  Nun  darf  man  freilich  nicht 
glauben,  dass  mit  Ausnahme  der  Plusverse,  der  Text  von  Jansen  Enikels 
Weltchronik  ein  wesentlich  anderes  Antlitz  tragen  würde,  wenn  Strauch 
seine  jetzige  Bearbeitung  eher  Hss.  schon  während  des  Druckes  bitte 
durchsetzen  können,  so  tief  greifen  diese  Unterschiede  nicht  ein.  An 
einer  gewissen  Anzahl  von  Stellen  freilich  wird  der  vorliegende  Text 
noch  zu  bessern  sein,  und  zwar  glaube  ich,  gestützt  auf  meine  Be- 
schäftigung mit  dem  Werke,  hauptsächlich  in  zwei  Richtimgen:  einmal 
wird  man  dem  Archetypus  mehr  Fehler  zumuten  müssen,  als  von 
Strauch  geschehen  ist;  zweitens  scheint  mir  die  Hs.  9  noch  in  einer 
ziemlichen  Zahl  von  Fällen  mehr,  als  Strauch  ohne  dies  annimmt, 
dem  ältsten  und  besten  Texte  am  nächsten  zu  stehen.  Wenn  ich 
im  Folgenden  etliche  Stellen  dieser  Art  anführe,  so  möchte  ich  durch- 
aus nicht  den  Eindruck  hervorbringen,  als  ob  Strauchs  Text  besonders 
mangelhaft  und  verbesserungsbedürftig  wäre  —  im  Gegenteil,  ich 
halte  ihn  in  anbetracht  der  Schwierigkeiten  für  einen  sehr  guten  und 
finde  die  Sorgfalt  des  Herausgebers  ebenso  rühmenswert  wie  den  Seharf- 
sinn  von  Johannes  Franck  preiswürdig,  der  eine  Reihe  vortrefflicher 
Emendationen  beigesteuert  hat  —  ich  will  damit  nur  andeuten,  dasft 
ich  die  Arbeit  am  Enikel  noch  nicht  als  völlig  abgeschlossen  ansehe 
und  meinerseits  ein  dankbares,  wenn  gleich  geringes  Scherflein  zur 
Förderung  der  Textkritik  beitragen  möchte. 

Weltchronik  V.  3947  f.:  doch  han  ich  gehoert  sagen 
jsBmerlich  bi  minen  tagen;  Strauch  beanstandet  selbst  in  der  An- 
merkung jsemerlich  als  einen  Fehler  des  Archetypus  und  schlägt 
iemer  vor  mit  Hinweis  auf  die  Hs.  9:  ie  pey  mer  pey.  Doch 
glaube  ich,  wird  man  dieser  Hs.  noch  weiter  folgen  müssen  und  ent- 
weder lesen  iemer  ma?re  oder  ie  bi  maere.  —  4097  f.:  die  engel 
wuren  sicherlich  klar  und  dar  zuo  freudenrich  scheint  mir 
trotz  des  reichlichen  Auftretens  von  Flickworten  im  Reime  der  Aus- 
druck sicherlich  in  diesem  Zusammenhange  hier  ganz  besonders  un- 
passend und  ich  ersetze  ihn  durch  ein  leicht  verlesenes  süberlich. 
—  4238  diu  alt  sprach:  du  fürhtst  dir  ser  passt  nicht  und 
wird  (vgl.  4401)  in  ze  ser  zu  ändern  sein.  —  4243  und  truoc  in 
vür  ein  Isegelin,  1.  im  —  5975  ff.  ich  sag  iu  reht  waz  er 
(der  Becher)  wac:  drizic  marc  von  golde,  als  in  der  künic 
wolde  lese  ich  mit  dcss  Hs.  9,  10,  15  ez  statt  in  und  verstehe  dar- 


Kritiken.  99 

unter  das  Goldgewicbt;  auch  es  wäre  niclit  unmöglich.  —  7476  da 
solt  dn  hiut  besehen  bi!  ist  mir  trotz  der  Anmerkung  nicht  wohl 
yerst&ndlich ;  ich  schlage  vor,  statt  hiut  zu  lesen  bluot,  womit  der 
Inhalt  des  Werkes  ebenso  voraus  angedeutet  würde,  wie  es  gleich 
darnach  in  7483  ff.  geschieht.  —  An  der  schwierigen  Stelle  7799  ff. 
lese  ich:  daz  er  des  gewaltigen  gotes  kraft  wolt  fürhten 
unde  beten  an,  do  sprach  er  wider  den  heiligen  man;  die 
beiden  folgenden  Verse  wiederholen  dann  mit  einem  bei  Enikel  nicht 
seltenen  Ungeschick  und  suchen  die  selbstverschuldete  Undeutlichkeit 
aufzuklären.  —  8009  f.  ob  da  nicht  bloss  die  Striche  über  den  Vo- 
kalen weggefallen  sind  und  der  Reim  wirklich  gunst:  kunst  gelautet 
hat,  wie  ihn  die  Hss.  geben?  —  8268  ff.  bitet  ir  von  herzen  gründe 
die  almehtigen  gotheit,  da  nimmer  ze  ende  wirt  von  geseit 
wird  umschrieben  sein  für  diu  nimmer  z'ende  wirt  geseit.  — 
8704  so  lieht  was  sines  schines  dach  genügt  dach  (was  die 
AnuL  bezweifelt)  als  ein  ganz  verallgemeinernder  Tropus,  dem  hier 
vielleicht  sogar  wegen  der  Homer  des  Moses  ein  besonderer  Sinn 
unterzulegen  ist.  —  9233 ff.  und  fuort  si  nach  des  buoches  sag 
vierzic  jär  in  siner  klag  in  der  wüesten  als  man  sagt; 
Strauch  bezweifelt  selbst  die  Ursprünglichkeit  von  siner;  ich  schlage 
einer  v(^,  also  in  einer  klag  =  „in  einem  fort  klagend^^  was  dann 
zu  dem  nächsten  Verse  passt:  ze  allen  ziten  er  daz  klagt.  — 
9449  f.  ist  selbst  dem  leichtsinnigen  Enikel  nicht  zuzutrauen,  dass  er 
zwei  Verse  nebeneinander  stellte,  wie  er  gabz  durch  er  und  durch 
got  und  achtet  niht  gotes  gebot;  ich  lese  mit  10,  wo  der 
Passus  freilich  durch  Konjektur  berichtigt  sein  mag  und  niht  durch 
got.  —  10023  f.  sagt  David  zu  Goliath:  swie  groz  nü  si  din 
Stange,  ich  gib  mit  miner  slange  dir  vil  würf  an  dinen  nac; 
dass  slange  als  a^ta^  Xeyofutov  bedeuten  könne  ,vBchlinge",  glaube 
ich  nicht.  Vielmehr  denke  ich  an  klänge  von  klanc,  was  noch 
heute  im  Steirischen  „Schlinge"  bezeichnet  (gesprochen  klang)  und 
somit  ein  Wort  der  Volkssprache  wäre,  aus  der  Enikel  so  Vieles  ent- 
lehnt hat.  Selbst  das  mange  der  Hs.  9,  10  schiene  mir  als  eine 
im  Munde  Davids  begreifliche  Uebertreibung  brauchbar.  —  10036  in 
der  Antwort  Goliaths:  din  kempfen  möht  wol  rat  sin  vermutet 
Strauch  kempfens,  aber  dins  kempfen  behebt  die  Schwierigkeit 
besser.  —  10284  heisst  es,  da  Saul  mit  den  Juden  des  nachts  in  das 
Haus  Davids  eiadringt:  ez  was  do  vinster  unde  spät.  Aber  diese 
Formel  kommt  beim  Enikel  trotz  seines  Beichtums  an  zweigliedrigen 
Ausdrücken  nicht  vor,  spät  passt  auch  gar  nicht.  Ich  vermute:  ez 
was  do  vinster  als  ein  slät,  vielleicht  würde  sogar  unde  ein 
slät  genügen.  —  Die  Stelle  10865  f.  da  fuorte  der  beiden  künic 

7* 


100  Kritiken. 

zwar  ein  galdin  deck  so  liehtgevar,  daz  man  sie  niht  moht 
an  gesehen,  von  der  liehten  sannen  brehen  weder  deck  noch 
heim  schein  möchte  ich  so  emendieren:  —  gesehen:  an  der  liehten 
sunnen  brehen  beidiu  decke  und  heim  schein.  —  11397  Diu 
dritt  gab  was  guot  halte  ich  für  ein  blosses  Versehen  und  lese 
erst.  —  12141  f.  wie  ich  gesnid  einen  stein  an  meizel  und 
an  isengewat  wird  wohl  gemäss  den  Hss.  isenwat  genügen;  an 
meizels  und  an  isens  rät  wäre  zwar  ganz  korrekt,  streitet  jedoch 
wider  die  Uebcrlieferung.  —  12176  f.  mit  9:  daz  wirt  in  ein  spiL 
—  12197  ff.  daz  düht  ein  grozez  wunder  die  Hut  da  besunder, 
daz  die  stein  von  dem  bluot  gelicht  wurden  an  dem  tempel 
guot;  liehen  übersetzt  Strauch  im  Glossar  mit  „glätten,  polieren", 
versieht  diese  Bedeutung  jedoch  mit  einem  Fragezeichen,  weil  sie  nicht 
belegt  ist.  Es  scheint  mir,  dass  diese  Bedeutung  nicht  passt^  weil  es 
sich  darum  handelt,  die  Steine  für  den  Bau  durch  Sprengen  zuzurichten, 
nicht  aber  zu  polieren.  Ich  nehme  an,  dass  gelicht  aus  geticht 
verlesen  worden  ist;  das  gut  österreichische  Verbum  tichen  gewährt  just 
die  nötige  Bedeutung.  —  12588  steckt  vielleicht  in  der  Hs.  9  etwas 
von  dem  echten  Text,  der  dann  zu  lesen  wäre:  als  ich  side  ge- 
spinne,  so  wil  ich  sie  teilen  drät,  und  einen  wohlverständlichen 
Sinn  gäbe.  —  14221  ff.  daz  diu  küniginne  drät  sant  nach 
Paris  spät  daz  er  ir  rede  vernsBme  und  tougenlich  dar  quseme 
wird  wohl  aus  dem  zcowelich  der  Hs.  9  mit  Strauch  zo uweliche 
zu  entnehmen,  aber  auch  in  den  Text  zu  stellen  sein,  wohin  es  besser 
passt  als  tougenlich.  —  16577  ff.  wir  süln  ze  herberg  gän, 
und  sol  undcr  uns  ein  icslich  man  trabten  hin  bi  der  naht, 
ein  ieslicher  niunslaht,  und  süln  daz  legen  morgen  für  dem 
künig;  Strauch  hat  aus  den  Verderbnissen  der  Hss.  sein  niunslaht 
konjiziert,  das  „neunfaches  neunmal,  heisst,  das  mir  aber  ganz  un- 
verständlich ist:  wie  sollen  die  Leute  denn  das  anfangen,  dass  sie 
„neunfach^  nachdenken  über  eine  List,  um  Troja  zu  gewinnen?  Ich 
lese  niuwe  slaht  =  „etwas  neues"  durch  Nachdenken  ersinnen,  vgl 
dann  16494,  wo  der  Erfinder  der  ehernen  Rosse  sagt:  beert  niuwe 
wunder,  wie  ich  hint  betraht  hän.  —  17526  schliesst  die  Rede 
des  Königs  mit  den  Worten:  des  setz  ich  dir  min  wärheit, 
welchem  Versprechen  das  Volk  zustinmito:  daz  selb  gelobte  (Strauch: 
geloub,  Franck:  gelob)  ouch  gemein  daz  volc  groz  unde  klein. 
Damach  wird  auch  17592  ff.  zu  lesen  sein:  ich  gap  im  min  Sicher- 
heit, daz  im  iht  leides  solt  geschehen,  des  muostet  (Text: 
müezt)  ir  mir  alle  jehen.  —  17816f.  daz  lieze  er  im  war  sin 
=  das  verspräche  er  ihm  sicher.  —  186251.  mit  Hs.  9:  wan  ers 
des  morgens    tet.   —   22245  wird    es  statt  der    selb    was    siech 


Kritiken.  101 

Qiide  frum  heissen  müssen  der  selb  was  sieht  unde  frum,  wo- 
mit das  übliche  Lob  des  frommen  Kaisers  Titus  bezeichnet  wird,  der 
hier  in  der  Verwechselung  gemeint  ist.  —  Ebenso  glaube  ich,  dass 
22270  nur  Vranken  zu  Swäben  verschrieben  ist.  —  23069  ff.  werden 
kaum  sicher  herzustellen  sein.  Gerne  läse  ich:  ez  wsere  wiplich 
zuht  und  reht,  9  aber  scheint  eher  auf  unwiplich  und  unreht 
zu  weisen.  Man  könnte  allerdings  auch  das  weder-noch  in  Vers 
23069  schieben,  dann  käme  man  mit  den  Versen  der  Hs.  9  aus  und 
brauchte  keine  Lücke  anzunehmen.  —  23906  möchte  ich  Francks 
Vorschlag  nur  leise  verändern:  in  aft  dar  an  des  wibes  sin.  — 
27253  halte  ich  ze  urkünd  für  einen  deutlichen  Fehler  der  üeber- 
lieferuBg,  schon  mit  Rücksicht  auf  den  treffenden  Gebrauch  desselben 
Ausdrucks  27245,  weiss  aber  nicht  zu  bessern.  —  27509  ff.  Beiern 
ist  ein  diutsch  laut,  daz  ist  mir  wol  bekant.  daz  sint  giitig 
linte.  Strauch  bezweifelt  gütig  mit  Recht  (es  könnte  höchstens 
„wohlhabend,  vermögend"  bedeuten),  vermutet  geistig  und  weist  auch 
in  der  Anmerkung  auf  das  geytig  der  Hs.  9.  Ich  glaube,  dass 
giudec  zu  schreiben  ist  =  „prahlerisch",  zimial  der  nächst.e  Satz 
lautet:  swer  niht  hat  wan  der  hiute,  der  giudet  mer  dann 
ein  man,  der  tüsent  marc  geleisten  kan.  —  Die  Interpunktion 
möchte  ich  oftmals  anders  behandeln,  als  Strauch  gethan  hat,  weil 
ich  meine,  dass  Enikels  ganz  lockere  Redeweise  (wahrscheinlich  schrieb 
er  nicht  selbst,  sondern  diktierte)  es  häufig  zu  grösseren  Satzgebilden 
bringt,  die  sich  nicht  ganz  streng  logisch  in  ihre  Glieder  sondern 
lassen;  die  sachliche  Auffassung  wird  aber  dabei  nur  selten  verschoben. 
Wenigstens  ein  paar  Beispiele  will  ich  vorbringen.  731  ff.  setze  ich 
schon  733  Punkt,  nehme  737  dann  in  Klammer,  gebe  nach  738  Doppel- 
punkt, nach  742  Strichpunkt,  nach  743  Komma,  worauf  744  noch 
nicht  den  Satz  zu  schliessen  braucht,  sondern  erst  746.  Wo  Enikel 
Beden  halten  lässt,  da  wird  seine  Syntax  noch  mehr  einesteils  freier, 
andersteils  verschlungener  als  gewöhnlich,  insbesondere  gelingt  ihm 
eine  begründende  Argumentation  nur  durch  allerlei  Verschachtelungen, 
bei  denen  es  ohne  Anakoluthe  nicht  abgeht.  —  1041  ff.  möchte  ich 
nach  1043  Doppelpunkt  setzen,  nach  1046  Komma.  —  1139  setze 
ich  nach  warheit  Konuna,  nach  1140  Doppelpunkt,  so  dass  1141 
dann  als  der  Inhalt  der  Predigt  und  Lehre  erscheint,  wo  ich  denn 
allerdings  schreiben  möchte:  den  zwelven  wurden  ir  siben  ze  wiz, 
das  heisst:  den  zwöK  Stunden,  welche  für  alle  späteren  Menschen 
den  Tag  ausmachten,  gereichten  die  sieben  die  von  Adam  und  Eva  im 
Paradies  verbracht  wurden,  zum  Verderben;  eine  These,  die  oft  genug 
in  der  Predigtlitteratur  vorkommt.  —  3925  ff.  schreibe  ich:  daz  s wert 
er  bi  dem  heft  vie,  gegen  dem  kind  er  do  gie,   mit  mangem 


102  Kritiken. 

zäher  groz   im   wazzer  üz  sinon  ougen  vlöz.  —  Für  die  Inter- 
pretation des  Textes  hat  Strauch  mit  unermüdlichem  Fleiss  und  grrösster 
Mühe  ein  oft  sehr  entlegenes  Material  herheigebracht,  dem  ich  wenig 
beizufügen  weiss.     Nur  im  allgemeinen   hätte    es    mir   nützlicher  ge- 
schienen, wenn   lieber  die   Erklärung  in   der  Anmerkung   unmittelbar 
wäre  ausgesprochen   worden,    anstatt   eines  Verweises   auf    Ausgaben 
altdeutscher    Texte   (z.  B.    Haupt  zum  Erec,  Roethe  zu  Reinmar  von 
Zweter  u.  dgl.),  Bücher,  die  doch  von  den  historischen  Lesern  Enikels 
kaum   einer   nachsieht.     Ein  paar  mal  weiche  ich  von  Strauchs  Auf- 
fassung ab,  z.  B.  nehme  ich   4847    da   slief  er  (Jakob)  al   ein  das 
al    ein  =  „ganz   allein ^^   (auch  wegen  des  Folgenden),  indes  Strauch 
es  „durchaus'^  also   „fest"  Übersetzt.   —   9149   sagt   Moses:   tuot  ir 
des  niht,   ez  wirt  iu  sour,   über   die   sei  get   iu   ein  schonr; 
dieser   Passus    erinnert    an   die   litterarisch    wohlbekannte    Redensart: 
duck   dich,   Seele,   es   kommt  ein  Platzregen!  —   10432  ff.  lässt  Saul 
an  David  sagen:  du  solt  des  gar  an  angst  sin,  ich  hab  in  rebt 
alsam    min    kint,    oder    mich    mach    got   gowaltes    blint,    wo 
Strauchs  Deutung  von  gewaltes  als  absoluter  Genetiv:  ,4nit  gewalt, 
alsbald,    sogleich"  oder    g.  b.  =  ,,stockblind"  schwerlich    richtig   ist 
Bech  im   Glossar    hat    den   Ausdruck    durch    imperio    orbus   besser 
wiedergegeben ;  ich  fasse  gewaltes   blint  =  „unfähig  zu  herrschen*^ 
mit   der   ausserordentlichen    Erweiterung   und   Verallgemeinerung   des 
Begriffes  blint,  für  die  Strauch  selbst  reichliche  Beispiele  aus  Enikel 
gesammelt  hat.  —   12189  enzwei    geter    niht   anders    wä,   wan 
als   er  ist   gemälet    da,   bezeichnet   gemalet  nur  die  aufgerissene 
Zeichnung.    —    12222    uns    swuoren    all   unser   glider   bedeutet 
swern  nur  „wehe  thun,  schmerzen".  —  Auf  Strauchs  Amn.  sni  13317 
(vgl.  25183)  hätte  ich   in   meiner  Note  zu  „Engel   und  Waldbruder*' 
V.  251   (Wiener  Sitzungsberichte    143.  Band)    verweisen    sollen;    der 
Zug  ist  durch  die  Alexiuslegende  populär  geworden.  —  14610  besteht 
die  rein  zuht   des   Achilles   wohl   darin,   dass   er   zuerst,    vor   allen 
anderen  Dingen,  seinen  Besuch   auf  der  Burg  macht.  —   17134  von 
discr  kemnäte   heisst   wohl:    von  diesem  Platze  aus,  auf  der  Stelle, 
sofort.    —    17418    und    den   liuten   üz   der   siul  las   mit  sinem 
mund   bedeutet  las   „vorsprach".   —   18268    einen    stein    als   dri 
weck  nämen  si  in  dem  eck  üz,  wozu  das  Glossar  bemerkt:  „in  der 
Grösse  von  drei  Wecken".      Das   wäre   doch  zu   wenig  für   ein  Loch, 
durch  das  die  Baalspriester  kriechen  sollen.    Weck  ist  hier  ein  Aus- 
druck der  Zimmermannssprache  (Schmeller-Fronmiann  2,845):  „Keile 
aus    Eisen    oder    Holz   von    bestimmter   (ansehnlicher)   Grösse".     Vgl. 
übrigens    auch    wacke,    Schmeller    2,844  f.    —    18511  ff.    sollen    die 
Kräuter  wohl  eine  Art  Wiederherstellung  der  Jungfrauschaft  bewirken^ 


Kritiken.  103 

was  man  nach  etlichen  Rezepten,  die  ich  aus  Handschriften  gesammelt 
habe,  fEbr  sehr  wohl  möglich  hielt,  wenigstens  dem  Scheine  nach.  — 
Gemftss  19094  reht  als  des  menschen  ougen  was  sin  varb  und 
sin  gestalt  stellte  sich  Enikel  den  Wnnderstein  aus  dem  Paradies 
als  ougstein  =  agstein  vor.  —  Nach  21873  ff.  war  Kaiser  Aagostas 
ans  Blutschande  zwischen  Vater  und  Tochter  geboren,  worauf  es  heisst: 
daz  was  ketzerlichen  gar,  daz  er  was  vater  unde  en  von 
siner  tochter.  nieman  wsen,  daz  im  iht  geschsech  als  Augustin, 
oder  er  müez  ein  ketzer  sin.  Strauch  meint  in  der  Anmerkung 
(Octavius  ist  von  siner  tohter  Vater  und  Grossvater  zugleich  ge- 
worden): „will  Enikel  sagen,  so  unnatürliche  Vergehen  könnten  nicht 
auf  Vergebung  hoffen,  wie  diess  doch  beim  h.  Augustin  der  Fall  ge- 
wesen sei,  der  in  seiner  Jugend  das  ausschweifendste  Leben  geführt 
hatte ?'^  Das  halte  ich  für  unmöglich,  erstens,  weil  der  h.  Augustin 
durch  Enikel  anders  bezeichnet  und  erkennbar  gemacht  worden  wäre, 
als  hier  der  Fall  ist;  zweitens,  weil  meines  Wissens  keine  mittel- 
alterliche Tradition  die  Jugend  des  h.  Augustinus  mit  Blutschande 
belastet  hat.  Augustin  ist  meines  Erachtens  nur  eine  Beimform 
für  Augusto.  —  23025  —  23038  die  Blendung  des  Unglücklichen 
durch  ein  glühendes  Metallbecken  wird  auf  dieselbe  Weise  vollzogen, 
wie  sonst  Jongleurs  einen  Bären  zur  Abrichtung  zwingen;  vgl.  meine 
Miscellen  aus  Grazer  Handschriften  3,  67  (Jakob  von  Lausanne  Nr.  69). 
—  Zu  23087  ff.  ist  zu  bemerken,  dass  Kröten,  überhaupt  Ungeziefer, 
nach  dem  Glauben  des  Mittelalters,  durch  Zauber  hervorgebracht  werden 
können.  —  23431  vielleicht  beziehen  sich  die  72  Sprachen  auf  die 
Konzilien,  die  im  Lateran  abgehalten  wurden.  —  24329  daz  man 
in  (Vitellius)  solt  also  gesunt  lebendic  begraben,  daz  wart 
im  kunt;  die  letzte  Phrase  heisst  nur:  „das  geschah'\  —  24912  von 
dem  gesedel  unz  an  die  tür  wird  wohl  heissen:  „durchweg,  alle 
mit  einander".  —  25074  ez  muoz  wol  halbes  umb  in  sin  ist 
vielleicht  nur  verstellt  und  umb  in  halbes  kann  so  gefasst  werden 
wie  neuhd.  „um  seinethalben".  —  25191  schemlerinne  in  dem  hier 
geforderten  Sinne  belegt  die  Grazer  Hs.  Nr.  840  aus  dem  Anfange 
des  14.  Jhs.,  eine  Exempelsanunlung,  der  bisweilen  recht  wichtige 
deutsche  Erläuterungen  eingestreut  sind.  —  27317  minen  fuoz  und 
min  haut  betrachtet  der  König  von  Griechenland  zugleich  als  Busse 
für  sein  Vergehen.  —  28038  des  frümkeit  was  niht  gelich  heisst 
frümkeit  wohl  nur  „Tapferkeit,  Tüchtigkeit",  was  mit  dem  Vorher- 
gehenden noch  zu  vereinbaren  wäre.  —  S.  576  V.  83  die  zwen  und 
fünfzic  zimerman  sind  in  der  Erzählung  wohl  so  genannt,  weil  das 
Jahr  so  viele  Wochen  hat. 

Ganz  Weniges  ist  zum  Fürstenbuch  zu  bemerken,  dessen  sieben 


104  Kritiken. 

(genauer  neun)  Hss.  Strauch  S.  XL — XLVII  beschreibt,  S.  LX — LXIII 
behandelt  er  ihr  Verhältnis  und  ßndet  auch  hier  zwei  Klassen  A  nnd 
B,  die  abwechselnd  vorzuziehen    sind.     Die  Beschaffenheit   der  Ueber- 
lieferung   ist   im   ganzen   von   der  Art,    dass    ein  guter  Text  leichter 
gesichert  werden  kann  als  bei  der  Weltchronik.    V.  1109  möchte  ich 
mit  der    Hs.  9   der    gebür    umb    ein    einigez    ort    schreiben.   — 
1175  hei  wie  die  banier  bluoten  ist  der  Ausdruck,  obgleich  nicht 
unmöglich,    doch   seltsam;    etwa    gluoten    von    glüejen   in  der  Be- 
deutung „glänzen"?  —  1543  dar  nach  der  bäbst  da  gebot  durch 
der  kristenheit  not,   wan  si    in  sündon    waren  bi  den  selben 
jaren.     Ich   glaube,   dass   dieser  Passus    zu   Enikels  Zeit  ebenso   un- 
verständlich   war    wie    heute.      Was    hat    der    Papst    geboten?   daz 
kriuz(e)  und  das  muss  in  den  ersten  Vers  statt  da  gestellt  werden. 
Die  Auskunft,   welche  das  Glossar  zu  dieser  Stelle  giebt:   ,,prftgnant: 
ein  Gebot  erlassen",  reicht  nicht  aus,    weil  es  sich  hier  um  ein  ganz 
bestimmtes    Gebot,   den  Aufruf  zum  Kreuzzug,   handelt.      und  wenn 
crux  mittellateinisch  einfach  „expeditio  sacra  contra  Saracenos"  heisst 
(Du    Gange  2,  637),    so   kann    auch    mhd.    kriuze    diese   Bedeutung 
haben,   zumal  kriuzsere   schlechtweg  den  Kreuzfahrer  bezeichnet-.  — 
2174  er  denkt  sich  gar  ein  galle.     Die   von  Strauch  in  der  An- 
merkung angezogene   Stelle   aus   Konrad   von   Megenberg  scheint   mir 
nicht  zu  erlauben,   dass  dieser  Vers  bedeute:   „er  hält  sich   für  einen 
kühnen    waghalsigen    Gesellen",      galle    bedeutet  ja    an    sich    einen 
„bösen  menschen";  will  man  das  hier  annehmen,  dann  muss  man  mit 
Hs.  4  si  statt  sich  schreiben,  was  nicht  in  den  Zusammenhang  passt 
Es  soll  verwundert  das  rätselhafte  Verschwinden  der  Preussel  hervor- 
gehoben werden,  etwa:   er   dunkt    sich    (mich?)    gar   ein   trolle 
(Schmeller-Fronunann  2,  661).    Der  R«im  a:  o  wäre  bei  Enikel  nicht 
undenkbar    (Strauch,   Einl.  S.  LXXXVII),    übrigens   könnte  die  nicht 
minder  schwierige  vorangehende  Stelle  geschrieben  werden:  der  ver- 
swant  sam  ein  griuzel  (Kömchen)  tuot  in  einer  volle.  —  221M) 
schliesst  die  Geschichte,  wie  sich  Herzog  Friedrich   m.  die  Liste  der 
Erpressungen  an  den  Wiener  Bürgern    mitteilen   lässt:    (also    wurden 
si  geschriben)  der  Parauwer  hat  si  nahen  vertriben.    Was  ver- 
triben  hier  heissen  soll,    weiss  ich  nicht,    das  Glossar  schweigt;  ich 
vermute  verriben:  der  Parauer  hat  die  Leute  durch  seine  Schätzungen 
ruiniert  (vgl.  Schmeller-Frommann  2,  8).  —  2311  die  banier  waten 
vaste  —  vielleicht  wacten    von    wagen?  —    3943    ermuntert  der 
Babenberger    seinen    Gefangenen:    wan    ich    in    einem   jär    lieber 
geste  zwar  gewan,   edeler  fürste  rieh,   von  Kerntenlant  her 
üolrich.     Das  verstehe  ich    nicht,   besonders  zusammengehalten  mit 
der  Aufforderung  3939  ff.,  und  meine,  der  Passus  laut-et«  sachgem&sser 


Kritiken.  105 

wan  ich  in  einem  jär  nie  (Hs.  1,  3,  4)  lieber   geste   zwar  ge- 
wan  — . 

Die  wesentlichsten  Dienste  bei  der  Erklärung  des  Textes  leistet 
das  von  Strauch  S.  740 — 807  mit  mustergiltiger  Sorgfalt  ausgear- 
beitete Glossar,  das  uns  im  allgemeinen  für  den  Sprachgebrauch  der 
Zeit  und  Heimat  Enikels  erwünschte  Nachweise  liefert.  Spilen 
Weltchr.  1478  findet  sich  unter  zuo  spilen;  vielleicht  war  zu  schreiben: 
si  gie  da  si  ir  spindel  vant  und  spien  im  zuo  den  roc  zehant. 
—  vürsatz  ist  in  dem  Verse  Weltchr.  2289  wan  der  fürsatz 
(hiute)  si:  wir  werden  noch  sorgen  fri  schwerlich:  „Vorsatz, 
Absicht*^,  sondern:  „die  Erwartung,  was  man  zu  hoffen  hat^  (Strauchs 
Anm.  zur  Stelle  scheint  mir  unrichtig).  —  Zum  Fürstenb.  1836  sollte 
bei  dem  Rate  des  Herzogs  an  die  Wiener  Kaufleute  bezüglich  ihrer 
Schuldner:  so  mügen  si  dehein  wort  haben  weder  hie  noch 
dort  die  besondere  Bedeutung  von  wort  =  „Ausrede,  Ausflucht"  im 
Glossar  aufgenommen  werden. 

S.  LXX — C  der  Einleitung  legt  Strauch  äusserst  wertvolle  Unter- 
suchungen über  Enikel  und  sein  Werk  vor,  die  darnach  streben,  die 
persönliche  Stellung  des  Autors  sowohl  als  die  seiner  Dichtungen 
innerhalb  der  litterarischen  Entwicklung  präzis  zu  bestimmen  und 
endgiltig  zu  umschreiben.  Im  folgenden  lege  ich  einige  Beobachtungen 
nachträglich  vor,  die  das  von  Strauch  Gebotene  ergänzen  sollen.  Im 
7.  Abschnitt  der  Einleitung  wird  über  Namen,  Stand  und  Lebenszeit 
des  Dichters  gehandelt.  Strauch  geht  dabei  von  den  „Studien  über 
Jansen  Enikel"  aus,  die  er  schon  1884  in  der  Zeitschrift  für  deutsches 
Altertum  28,  35 — 64  veröffentlicht  hatte,  fasst  aber  jetzt  manches 
anders  als  früher.  So  hält  er  nunmehr  die  Namensform  Jans,  Jansen 
gewiss  mit  besserem  Recht  für  ein  Zeichen  slavischen  Ursprungs  als 
vorher  niederländischen  (vgl.  aber  Ühlirz,  Gesch.  d.  Stadt  Wien  11, 
1,  60):  es  hat  viel  fEb:  sich,  dass  die  Familie  des  Dichters  in  Böhmen 
zu  Hause  gewesen  sei.  In  der  Anm.  4  meint  Strauch,  dass  für  Enikels 
Abstammung  die  Charakteristik  der  Oesterreicher  in  seiner  Völker- 
beschreibung Weltchr.  27367  ff.  „nach  keiner  Seite  hin  beweiskräftig" 
sei,  „weil  Enikel  hier  nach  Vorlagen  arbeite".  Das  ist  vielleicht  nicht 
anwahrscheinlich,  aber  die  Vorlage  ist  bisher  noch  nicht  nachge- 
wiesen, und  jedesfalls  wird  man  doch  die  mit  dem  Vers  verknüpfte 
Ausdmcksweise  Enikels  im  einzelnen  FaUe  für  seine  Auffassung  ver- 
werten dürfen.  War  Enikel  selbst  noch  aus  Böhmen  (oder  seine 
Familie),  dann  hat  seine  Angabe  über  die  Treulosigkeit  der  Oester- 
reicher 27558  nichts  so  „sonderbares",  wie  Strauch  es  in  der  Anm. 
findet.  Kam  Enikels  Geschlecht  aus  Böhmen  und  hatte  er  dort  Be- 
ziehungen,  was  sicher  ist,  dann  erklärt  sich  leicht  seine  genaue  Be- 


106  Kritiken. 

kanntschaft  mit  den  Mcissnern  27475  ff.  Das  Lob  des  biertnnkenden 
Böhmen  und  ihrer  Wirtschaften  27583  ff.  klingt  sehr  nach  eigener 
Kenntnis  und  desgleichen,  dass  die  Polen  27595  ff.  als  Barbaren  be- 
schrieben werden  wie  die  Mohren  27617  ff.  lieber  die  Ungarn,  wo  sich  jeder 
einen  Grafen  nennt,  der  einen  engen  Rock  und  langes  Haar  trägt 
und  knapp  drei  Pferde  ernähren  kann,  urteilt  der  Kaufinann  Enikel 
ungefähr  so,  wie  heute  ein  cisleithanischer  Kaufmann  über  die  trans- 
leithanischen  Kreditverhältnisse.  Die  Völkerbeschreibung  enthält  noch 
eine  recht  beachtenswerte  Stelle  von  den  Russen  27561  ff.:  da  habent 
die  pfaffen  sunder  art:  so  si  zuo  der  messvart  Süllen  gen  und 
got  dienen,  sobegent  si  ez  anders  dann  ze  Wienen:  si  lesent 
anders  dann  die  pfaffen  (daz  selb  in  got  hat  beschaffen), 
si  begent  anders  die  wandelung  — .  Enikel  hat  also  selbst 
Grelegenheit  gehabt,  das  Messceremoniell  der  griechischen  Orthodoxie 
kennen  zu  lernen,  wahrscheinlich  bei  Reisen  als  Kaufmann  oder  in 
Wien  beim  Gottesdienst  inmitten  russischer  Kaufleute.  Der  Unter^ 
schied  vom  katholischen  Messritus  ist  in  der  That  sehr  auffällig,  be- 
stehen ja  schon  zwischen  der  lateinisch-katholischen  und  der  griechisch- 
katholischen Messe  solche  Differenzen,  dass  ohne  besondere  Schulung 
die  Ministranten  des  einen  Ritus  nicht  nach  dem  andern  dienen  können. 
(Ganz  anders  spricht  der  zweite  Anhang  S.  584  von  dem  Haarsohopf 
der  Baiem  als  wir  in  noch  hiut  tragen,  der  dem  polnischen 
ähnlich  ist). 

Sehr  richtig  führt  Strauch  S.  LXXI  Enikels  Voriiebe  für  Geschäft- 
liches und  Geldsachen  an  als  ein  Zeichen  seiner  Zugehörigkeit  zum 
Handelsstande:  die  vielen  Stellen,  wo  tüsent  marc  formelhaft  ge- 
braucht werden,  die  das  Glossar  verzeichnet,  beweisen  freilich  nichts, 
wohl  aber  diejenigen,  wo  kleinere  Beträge  als  Wert  oder  Kosten  einer 
Sache  gewissenhaft  angegeben  werden:  10  Mark  Weltchr.  3590,  28152; 
20  Mark  11552;  100  Mark  20439;  200  Mark  21343;  7100  Mark 
22730.  Dahin  gehören  auch  die  gezählten  Leinwandballen  bei  Delilas 
Hochzeit,  die  Bekanntschaft  mit  den  Bulgaren  25909  ff.  (der  Kriechen 
golt  11192,  12520,  14336,  14755  passend  und  unpassend  gebraucht), 
die  Vertrautheit  mit  den  bäurischen  Kaufleuten  27515  ff.,  aus  welcher 
Beziehung  er  auch  22237  f.  die  R^ichsunmittclbarkeit  von  Regensburg 
rasch  erfahren  konnte,  die  für  seine  Geschäfte  wichtig  war.  Für  die 
Wichtigkeit  der  miete,  des  Lohnes,  um  den  man  alles  haben  kann 
(wie  Strauch  gut  hervorhebt),  ist  Weltchr.  16629  ff.  die  klassisdie 
Stelle.  Die  Kenntnis  jüdischer  Lebensgewohnheiten  Weltchr.  5111, 
11799  lässt  sich  hier  nicht  anführen,  weil  Enikel  unmittelbar  aus 
der  jüdischen  Volksüberlieferung  zu  schöpfen  vermochte  (das  zeigen 
verschiedene  Anmerkungen  von  Strauch  und  Einleit.  S.  LXX)  tmd  weil 


Kritiken.  107 

Verkehr  uod  Austausch  mit  gebildeten  Juden  im  Mittelalter  gar  nicht 
selten  war  (das  lehren  evident  die  Predigten  Bertholds  von  Regens- 
bürg,  eines  Zeitgenossen  Enikels). 

War  Enikel  ein  Kaufmann,  dann  ist  es  auch  nicht  zu  verwundern, 
wenn  seine  Bildung  unvollkommen  und » ongleichmässig  ist,  die  ele- 
mentaren Schnitzer  in  der  Kenntnis  des  Lateins,  welche  Strauch 
S.  LXXnf.  aufzahlt,  verlieren  durchaus  ihr  Auffallendes.  Zu  ihn^i 
schickt  es  sich,  wenn  man  bei  Enikel  ein  gewisses,  ganz  laienhaftes  Inter- 
esse an  etymologischen  Spielereien  wahrnimmt,  das  gewiss  durch  seine 
Quellen,  z.  B.  Honorius,  mit  angeregt  wurde.  Das  spricht  sich  ganz 
offen  aus,  wenn  es  20184  heisst:  do  wart  daz  wazzer  nach  im 
da  genant  nach  Tjberio,  und  ein  paar  Verse  später:  ze  diutsch 
heizt  daz  wazzer  sus  diu  Tiver  nach  Tjberius;  sehr  bescheiden 
ist  der  Anklang  an  den  berc  Swerus  21076:  nach  dem  berg  sint 
si  Swaben  genant  21079,  weshalb  denn  ein  paar  Hss.  auch  Swebas 
schreiben;  Augustus  stiftete  Ougsburc  21919  ff.  und  nach  sinem 
namen  er  sie  hiez;  auch  bei  Constantinus  hat  sich  Enikel  einen 
etymologischen  Bezug  gedacht  (vielleicht  auf  die  Tugend  constantia), 
wenn  er  26146  sagt:  da  von  schribt  man  in  niht  umb  sus. 
Auf  diese  Zeugnisse  für  die  etymologischen  Neigungen  des  Dichters 
hin  wird  man  Spuren  davon  auch  an  Stellen  beobachten  können,  die 
sich  sonst  der  Achtsamkeit  entziehen.  So  ist  es  ziemlich  sicher,  dass 
Enikel,  der  von  dem  Sohne  Assurs  3489  sagt:  der  selb  wart  ge- 
nant Bei.  er  wart  ein  degen  harte  snel  und  wart  ein  guot 
urliugsman,  als  ich  von  im  gehoert  hän,  dabei  an  lat.  bellum 
dachte ,  denn  die  Ueberlieferung  der  gelehrten  kirchlichen  Litteratur 
bot  ihm  zu  dieser  Auslegung  keinen  Anlass.  Eine  Etymologie  von 
eritac  versucht  er  20298:  den  Roemern  was  er  wol  erkant. 
welichen  got  si  loben  solden,  ob  si  in  eren  wolden,  den 
rittern  wart  er  üz  genant  und  den  Hüten  wol  bokant,  die 
harnasch  geleisten  mohten  und  zuo  harnasch  tobten:  die 
muosten  loben  einen  got  mit  eren  gar  sunder  spot.  Herzog 
Boymunt  und  die  Boiarii  ==Beiern  hingen  auch  für  Enikel  zusammen 
2109öff.  vgl.  S.  583.  Wenn  der  durch  Friedrich  von  Antfurt 
herausgeforderte  Ritter  28338  erwidert:  so  biet  ich  einen  verzag- 
ten muot,  solt  ich  an  füem  und  ir  niht,  daz  wsBr  ein  zeg- 
lich  geschiht,  so  spielt  er  damit  auf  dessen  Namen  an.  Aus  dem 
überlieferten  Namen  Morphea  bildet  er  20775  daz  alt  wip  hiez 
Romphea,  mit  Anschluss  an  das  ihm  wahrscheinlich  aus  der  Vul- 
gata  bekannte  romphaea;  die  einfache  Kunst,  die  hier  geübt  wird, 
erinnert  an  Gottfrieds  Tantris  aus  Tristan.  In  der  Weise  scheint 
mir  auch  der  rätselhafte  Racvan  14803,  14819  zu  erklären.    Bathuel 


108  Kritiken. 

4554,  4657  hat  Enikel  vielleicht  mit  patruelis  zusammen  gebracht. 
Jedesfalls  treibt  er  wiederholt  eine  Art  Volksetymologie,  indem  er 
einen  ihm  von  seiner  Quelle  überlieferten,  unverständlichen  Namen 
an  einen  bekannteren  lehnt  und  diesem  gemäss  imiformt.  Das  zeigt 
sich  am  deutlichsten  in  dem  Papstkatalog  S.  428  fif.:  aus  Telesphorus 
wird  Celesperus  (celi  phera);  aus  Hyginus  Agnius  (agnus)  u.  s.  f. 
Manchesmal  wird  Verlesen  mit  gewirkt  haben.  So  wird  die  Um- 
wandlung von  Gapuam  zu  Capiam  (capere)  24277  zu  verstehen 
sein,  von  Boudcaisus  zu  Gaucasus  25571,  von  Pippin  zu  Pippinc 
25598,  von  Wilz  zu  Pils  25625,  von  Podewin  zu  Rodanus  S.  543. 
Vielleicht  steckt  auch  hinter  dem  dunklen  Ion  ==  Gnade  17029  ein 
Missverständnis  aus  lat.  merces  der  Vorlage.  So  mag  Enikel  auch, 
wenn  er  2995  Noe  sagen  liess:  Sem,  lieber  sun  min,  du  solt 
hiut  und  immer  sin  gewaltic  und  immer  fri,  dabei  an  den 
Ausdruck  sempervri  des  altdeutschen  Bechtslebens  gedacht  haben. 
Jedesfalls  haben  die  zumeist  durch  die  Autorität  des  ELieronymus  be- 
stimmten Auslegungen  hebräischer  Namen  mit  diesen  Deutungen  nichts 
zu  thun  (vgl.  aber  Lia  =  laborans  und  4614:  Lya  was  an  werk 
vil  kluoc).  Rahel  ist  22213  durch  Anlehnung  an  Raguel  Mas- 
culinum  geworden.  Wenn  es  4321  von  Esau  heisst:  dar  nach  über 
zwelf  jär  wart  ez  rüch  an  mäzen  gar  an  allem  sinem  libe, 
—  so  wird  der  nächste  Vers  zu  lesen  sein  da  von  ich  Esau 
schribe. 

Strauch  lässt  mit  Recht  S.  LXXIII  das  Fürstenbuch  nach  der 
Weltchronik  abgefasst  sein.  Unter  den  Gründen  scheint  mir  aber  der 
nicht  massgebend,  dass  Enikel  in  der  Weltchronik  „wiederholt  gegen 
Missbräuche  und  Anschauungen  der  Kirche  polemisiert,  während  er 
sich  im  Fürstenbuch  als  durchaus  strenggläubigen  Christen  zeigt.  Der 
umgekehrte  Fall  ist  jedesfalls  in  mittelalterlicher  Zeit  unwahrschein- 
licheres Ich  meine,  dass  es  im  Fürstenbuch  eben  am  Anlass  fehlte, 
solche  Meinungen  vorzutragen,  denn  Enikels  Polemik  in  der  Welt- 
chronik gegen  kirchliche  Schäden  deckt  sich  völlig  mit  der  Volks- 
ansicht seiner  Zeit,  und  man  konnte  im  Mittelalter  ein  sehr  guter 
Katholik  sein  und  doch  seine  Unzufriedenheit  mit  kirchlichen  Zuständen 
sehr  offen  äussern;  heute  liegen  diese  Dinge  wesentlich  anders.  Enikel 
hat  Weltchr.  28678  eine  ziemlich  geringschätzige  Meinung  über  den 
Wert  des  päpstlichen  Bannes:  dar  umb  gap  er  niht  ein  stro,  das 
war  jedoch  infolge  des  mit  dem  Banne  getriebenen  Missbrauches  all- 
gemeine Ansicht.     Eine  Volksmeinung   stellt    er   auch   28681  ff.  dar. 

Enikel  dichtete  nach  Strauch  S.  LXXDIf.  im  letzten  Viertel  des 
13.  Jahrhunderts,  die  Weltchronik  sei  nach  1277  verfasst.  Karl 
Uhlirz  hat  in  einer  Abhandlung  (Geschichte  der  Stadt  Wien  11  57  ff.\ 


Kritiken.  109 

die  Strauch  im  Vorwort  seiner  Ausgabe  bespricht,  die  ich  aber  noch 
nicht  habe  sehen  können^,  Einwände  erhoben  und  setzt  Weltchronik 
und  Fürstenbuch  vor  1276.  Ich  menge  mich  nicht  in  diese  Kontro- 
verse, will  aber  doch  die  bekannte  Stelle  am  Schluss  der  Weltchronik 
28945  ff.  über  den  Ausgang  Kaiser  Friedrich  U.  hervorheben,  sie  lautet: 
Dar  nach  der  kaiser  wart  verholn,  den  kristen  allen  vor 
verstoln,  wan  nieman  west  diu  maere  wa  er  hin  komen  wsere. 
ob  er  w8Br  tot  an  der  zit,  da  von  ist  warlich  noch  ein  strit 
in  weihischen  landen  über  al.  die  einen  jehent  mit  grozem 
schal,  daz  er  si  erstorben  und  in  ein  grap  verborgen;  so 
habent  sümlich  disen  strit,  er  leb  noch  in  der  werlt  wit. 
welhez  under  den  beiden  si,  des  mseres  bin  ich  worden  fri. 
Enikel  vermag  sich  nicht  zu  entscheiden  und  giebt  keiner  der  beiden 
Meinungen  recht:  Kaiser  Friedrich  sei  gestorben,  oder,  er  lebe  noch. 
In  dieser  Weise  konnte  er  sich  aber  doch  nur  äussern,  so  lange  es 
nach  menschlichem  Ermessen  eine  Möglichkeit  gab,  dass  Friedrich  IL. 
ein  sehr  hohes  Alter  erreicht  habe  und  noch  lebe.  Sobald  die  natür- 
liche Lebensgrenze  überschritten  war  und  nur  durch  ein  Wunder 
Friedrich  hätte  noch  am  Leben  sein  können,  müsste  Enikel  sich  doch 
anders  ausgedrückt  haben.  Demgemäss  bin  ich  geneigt,  einen  etwas 
früheren  Ansatz  der  Abfassungszeit  von  Enikels  Werken  für  wahr- 
scheinlicher zu  halten;  entscheiden  kann  aber  auch  mein  Argument 
die  Sache  nicht. 

Im  8.  Abschnitt  (S.  LXXVH  — XCVm)  erörtert  Strauch  die 
„Individualität  des  Dichters".  Den  wertvollen  Beobachtungen,  die 
hier  übersichtlich  zusammengestellt  sind,  möchte  ich  noch  einige  Be- 
merkungen beifügen.   Strauch  erklärt,  Enikels  Weltchronik  und  Fürsten- 


^  Das  ist  mir  inzwischen  möglich  g^orden.  Unter  den  von  ühlirz 
geltend  gemachten  Gründen  scheint  mir  der  wichtigste  der  (S.  62),  dass 
Jansen  Enikel,  „wenn  er  im  Jahre  1246  noch  ein  halbes  Kind  gewesen  wäre*\ 
schwerlich  mit  so  lebhafter  Teilnahme  und  so  eingehender  Kenntnis  die 
unmittelbar  vorhergehenden  Ereignisse  hätte  beschreiben  können.  —  Bei 
dieser  Gelegenheit  vermag  ich  das  Bedauern  nicht  zu  unterdrücken,  dass 
die  vom  Wiener  Altertumsverein  herausgegebene  Geschichte  der  Stadt  Wien, 
ein  an  sich  ungemein  kostspieliges  Prachtwerk,  in  der  kleinen  Auflage  von 
300  gezählten  Exemplaren  ans  Licht  getreten  ist.  Niemand  wird  künftig- 
hin irgendwie  ernstlich  etwas  über  die  Geschichte  von  Wien  erfahren  wollen, 
ohne  dieses  Werk  zu  befragen,  das  alle  vorangegangene  Litteratur  so- 
zusagen auslöscht:  und  schon  jetzt,  wo  es  noch  im  Erscheinen  begriffen 
ist,  wird  es  Forschem,  die  nicht  an  einer  grossen  Bibliothek  arbeiten  können, 
sowohl  wegen  des  Preises  (600  Mark)  als  wegen  der  geringen  Anzahl  der 
Abzüge  schwer  benutzbar.    Wie  wird  sich  das  erst  später  gestalten? 


110  Kritiken. 

buch  seien  keine  Geschichtsbücher  im  engeren  Sinne,  sondern  „6e- 
sehichtenbücher,  die  lediglich  unterhalten  wollen^'.  Das  wird  richtig 
sein,  aber  man  wird  doch  in  Betracht  ziehen  Inüssen,  wie  Enikel 
selbst  seine  Aufgabe  aufgefasst  hat.  Strauch  führt  den  Eingang  der 
Weltchronik  an,  wo  der  Autor  sein  Progranun  „ernst  genug**  ent- 
wickelt habe.  S.  LXIXf.  hat  Strauch  femer  alle  SteUen  beigebracht, 
wo  Enikel  an  seinen  Quellen  eine  Art  Kritik  übt;  aus  ihnen  allen 
(besonders  24353)  geht  hervor,  dass  Enikel  die  Wahrheit  sagen  will 
und,  wo  er  Zweifel  hegt,  die  Verantwortung  für  die  Richtigkeit  des 
Erzählten  auf  seine  Vordermänner  ablädt.  Trotzdem  komponiert  er 
und  es  zeigen  sich  Spuren  künstlerischer  Ueberlegung.  Freilich  yer- 
fährt  er  oft  sehr  ungeschickt,  in  seinen  Anmerkungen  hat  Straudi 
auf  viele  Stellen  der  Art  hingewiesen.  Z.  B.  erzählt  er  dieselbe 
Sache  zweimal  8743,  8841,  so  dass  grosse  Gruppen  von  Versen 
ganz  übereinstimmen.  Mit  der  Aehnlichkeit  der  Situation  kehren  oft 
ganze  Partien  der  Darstellung  wieder,  vgl.  S.  271  Anm.  1.  Dagegen 
verzichtet  er  ganz  auf  die  zeitliche  Folge  des  Berichtes,  wenn  er  Davids 
Tod  statt  11981  erst  13103  erwähnt.  Die  Erzählung  von  Sampson 
und  Delila  ist,  glaube  ich,  schon  vor  Enikel  selbständig  gestaltet 
und  von  ihm  bearbeitet  und  eingeschaltet  worden,  vgl.  13080,  13089  f. 
Die  Form  des  Briefes  schiebt  sich  bisweilen  in  die  Erzählung  7029  ff. 
(vgl.  12436  ff.)  12547,  vielleicht  haben,  wenigstens  mittelbar,  Ovids 
Heroiden  mit  eingewirkt.  Ganz  äusserliche  Aehnlichkeiten  führen  zu 
Uebergängen  22685  ff.  S.  590,  Fürstenb.  2697.  Die  poetischen  Mittel 
sind  sehr  beschränkt,  das  bezeugen  Stellen  wie  14946,  wo  es  an  jeder 
Motivierung  fehlt;  ganz  wirkungslose  Ausläufe  wie  13752,  18915; 
die  Art,  wie  ein  Effekt  verdorben  wird  12346.  Die  Komposition 
verfährt  schematisch,  wenn  stets  im  Rat  der  alte  Ritter  gegen  den 
jungen  gestellt  wird  11455,  13533,  19945,  Fürstenb.  405.  Zwischen 
Chams  harmloser  Rede  und  seiner  Bestrafung  waltet  bei  Enikels 
Bericht  2859  ff.  entschieden  ein  Miss  Verhältnis  ob.  Hie  und  da  merkt 
man  eine  poetische  Absicht,  wenn  z.  B.  Evilmerodachs  Regiment  kurz 
angesetzt  wird  18163:  dar  nach  lebt  er  unlange  zit,  gewisser- 
massen,  um  dem  Bedürfnis  nach  Gerechtigkeit  zu  wiUfahren.  Reali- 
stische Ausführung  11610  ff.  Die  Neigung,  novellistisch  zu  gestalten, 
weist  sich  schon  in  der  Erzählung  von  Noes  Sohn  und  seinem  Weibe 
in  der  Arche  (z.  B.  2469  ff.\  Bei  dieser  Neigung  zeigt  sich  Vorliebe 
für  gewisse  Typen  von  Geschichten,  weshalb  denn  Samson  und  Delila, 
Paris  und  Helena,  Achüles  und  Deidamia,  Pilatus  mannigfach  über- 
einstimmende Züge  (der  wildenaere  als  Schützer!)  aufweisen.  Diese 
Typen  gehören  der  Spielmannsepik  an,  das  Gefallen  an  diesen  Motiv- 
gruppen dauert  jedoch  aus  bis  zu  Wickrams  Romanen. 


Kritiken.  111 

Ungemein  reich  ist  der  Apparat  von  Formeln,  mittelst  dessen 
Enikel  seine  Darstellung  in  Scene  setzt.  Strauch  hat  nach  ver- 
schiedenen Gesichtspunkten  hin  das  Charakteristische  sauher  verzeichnet. 
Bei  der  Bedeutung  der  Formeln  für  Enikels  Stil  wäre  freilich  noch 
eine  hesondere  Arbeit  darüber  möglich,  die  vielleicht  einmal  ein 
jüngerer  Germanist  liefern  könnte.  Eine  sehr  grosse  Rollo  spielt  bei 
der  Auswahl  von  Formeln  natürlich  der  Beim,  oder  vielmehr  die 
Beimnot,  welche  den  Dichter  zwingt,  die  verschiedenen  Kreisen  von 
poetischer  Ueberlieferung  entstammenden  Formeln  auch  dort  zu  ver- 
wenden, wo  sie  nicht  gerade  passen.  Wenn  es  z.  B.  vom  ägyptischen 
Joseph  zum  ersten  male  4925  heisst:  eines  tages  er  lac  und 
slief:  ein  troum  im  in  sin  herz  lief,  so  freut  man  sich  über 
den  hübschen  Ausdruck,  der  jedesfalls  der  eigenen  Auffassung  des 
Dichters  entspricht,  zumal  er  ihn  13515  ausführt,  12068  ihn  auf  den 
„Gedanken^'  anwendet,  20795  das  Erwachen  der  Liebe  damit  be- 
zeichnet; sieht  man  aber  dann,  dass  einfach  jeder  Traum  durch  die 
Bindung  slief:  lief  erledigt  wird  (5319,  5535,  16955),  dann  ergiebt 
sich^  dass  der  Beimzwang  die  Bildlichkeit  zur  Formel  verflacht.  Wenn 
Glasfenster  dem  Zeitkostüm  angehören  (22734  fif,),  so  ist  es  doch  nur 
lose  Formel,  dass  jeder  palast:  verglast  ist.  Ebenso  verhält  es 
sich  bei  den  Vergleichen  mit  diep  (11202,  12424,  13556,  15160, 
22504),  müs  u.  dgl.  Die  ros  ertrinken  im  mos,  auch  wenn  gar 
keines  da  ist.  Am  leersten  sind  Angaben,  die  durch  die  Negation  er- 
gänzt werden:  si  gie  und  niht  lief  12287;  der  was  gesunt  und 
niht  siech  16576;  die  alten  unde  niht  die  jung  17566  u.  s.  w. 
Diese  Leerheit  gereimter  Formeln  steigert  sich  bisweilen  zur  vollen 
Sinnlosigkeit,  z.  B.  bei  den  vielen,  vielen  Erwähnungen  des  Bin  (aber 
auch  ausserhalb  des  Beimes:  Saul  —  was  so  schon  ze  velde 
körnen,  daz  im  in  diutschen  riehen  nieman  moht  geliehen 
10838),  und  in  Fällen  wie  16984,  19036,  19174,  23374,  23752, 
24234,  also  hauptsächlich  in  den  späteren  Teilen  des  Werkes. 

Dadurch  verlieren  natürlich  viele  Stellen,  an  denen  Enikel  das 
Erzählte  verlebendigt,  indem  er  es  mit  dem  Kostüm  seiner  Zeit  ver- 
sieht (vgl.  Strauch  S.  LXXVIIf.)  sehr  ihren  Wert,  weil  man  nicht 
weiss,  ob  sie  nicht  auch  schon  zu  einer  Ueberlieferung  von  Formeln 
gehören.  Und  doch  wäre  gerade  hier  manches  Interessante  zu  er- 
wähnen, z.  B.  3659:  Dar  nach  stuont  ez  unlanc,  daz  Abram 
ein  fenster  üf  dranc  und  sach  in  ein  gertelin;  Pharao  macht 
Joseph  5179  zum  marschalc  wie  in  Niederösterreich;  Machmet  ist 
selbstverständlich  inmier  der  Heiden  Gott  9587;  Paris  lässt  13838  ff. 
die  Schrift  auf  dem  Apfel  diurch  jemand  lesen,  weil  die  Anwesenden, 
als  vomehme  Leute  des  13.  Jhs.  das  nicht  können;  die  hosen,  welche 


112  Kritiken. 

Helena  dem  Paris  S.  303  Anm.  an  schuoht,  sind  von  Kerlingen 
wie  im  Fürstenbach  3104  einhalsberc  (vgl.  die  Stelle  im  Pantheon 
des  Gotfried  von  Viterbo,  Pars  XVII:  Tunc  idem  Carolas  Martellos 
perpetuo  decreto  constituit  illam  provinciam  Gaadinam  eo  nomine  non 
nominari,  sed  Francigenam  appellari;  in  lingua  vero  Theatonica  jassit 
eandem  provinciam  vocari  nomine  sao  Carlingam,  et  eos  homines 
nomine  suo  vocari  Carlingos,  sicut  Caesare  Caesarea  dicitor.  quod 
vocabalam  onmes  Theatonici  asqae  hodie  servavenint,  dicont  enim: 
vado  in  Carlingam,  venio  de  Carlinga,  homo  ille  Carlingas  est  [Kerlinc 
beim  Spervogel,  Minnesangs  Frühling  26,  15.  27,  1.  35]  et  lingaam 
habet  Carlingam);  16509  Achilles  began  venigen;  der  Prophet 
Habakuk  bringt,  vom  Engel  getragen,  dem  Daniel  in  der  Löwenhöhle 
das  Essen  17627:  (vgl.  17651,  17677)  einen  haven  vol  fleisch 
und  krüt,  brot  kssse  unde  win,  das  er  seinen  Schnittern  hatte 
bringen  wollen,  just  dasselbe  Essen,  welches  zu  Enikels  Zeit  und 
lange  darnach  österreichische  Bauern  bei  der  Emterobot  von  der  Herr- 
schaft zu  bekommen  hatten,  vgl.  z.  B.  in  den  von  Bischoff  und  mir 
herausgegebenen  Steirischen  und  Kämtischen  Taidingen  313,  13:  za 
dem  mall  gibt  man  in  zwai  essen,  kraut  und  prein,  und 
jedem  sein  stuckel  fleisch  in  den  kraut  und  zwai  laibel 
prot,  Käse  kommt  zu  Frühstück  und  Jause,  Wein  hat  man  nur  in 
dem  reicheren  Niederösterreich;  17881  ff.,  17991  ff.  schweben  Enikel 
nach  seinen  Ausdrücken  bei  der  Beschreibung  der  Gewaltthaten  Evil- 
merodachs  die  Zustände  seiner  Zeit  in  Oesterreich  vor,  vielleicht  noch 
das  Vorgehen  des  letzten  Babenbergers;  altman  und  teidinc  18658 ff. 
bei  der  Erzählung  von  Susanna  hören  wir  die  Dorfverfassung  des 
13.  Jhs.;  23747  ff.  lehrt  das  Urteil  von  Enikels  Zeitgenossen  über 
Zauberei,  das  Zaubern  an  missetat  ist  die  weisse  Magie;  24444 
die  Raine  zwischen  den  Weingärten  stanunen  aus  Niederösterreich; 
ländliche  Verhältnisse,  oder  wenigstens  kleinstädtische,  setzt  25925 
voraus:  des  abents  do  daz  vich  in  gie;  aus  Enikels  Zeit  heraus 
heisst  es  26400:  do  er  az  hüener  unde  visch  als  von  reht  ein 
künic  sol.  Selbstverständlich  fehlen  dem  Fürstenbuche  solche  naive 
Anachronismen. 

Den  schönen  Sanunlungen  von  Strauch  über  Enikels  Syntax  habe 
ich  nichts  beizufügen  (höchstens  zum  anb  xotvo^  die  Stelle  10948). 
S.  LXXXVI  analysiert  Strauch  den  Wortschatz  Enikels  und  verzeichnet 
die  Ausdrücke,  welche  der  bairisch- österreichischen  Mundart  „über- 
wiegendf'  angehören.  Meines  Erachtens  müsste  hier  noch  manches 
erwähnt  werden,  und  zwar  nicht  bloss  einzelne  Worte,  sondern  auch 
mundartliche  Bedeutungen  von  Worten,  die  sonst  anderwärts  vor- 
kommen.    Ich  habe  eine  ausführliche  Zusammenstellung  gemacht,  die 


Kritiken.  113 

aber  hier  fortbleiben  soll,  um  die  Besprechung  nicht  noch  mehr  anzu- 
schwellen. Nur  auf  zwei  Punkte  möchte  ich  die  Aufmerksamkeit 
lenken:  einmal,  dass  Enikels  Wortformen  gelegentlich  die  ganz  grobe 
Alltagsmundart  voraussetzen;  so  ist  gebütze  9999  (und  S.  592 
Anm.  1,  wo  aber  gebot  bleiben  muss)  besser  geh  ätze,  das  heutigem 
batz  entspricht;  25294  ist  ganz  ähnlich  gewehst  =  heutigem 
gwax;  24094  so  beginnet  der  after  lünden,  heisst:  „so  wird  er 
geröstet"  und  lünden  ist  ^  dem  steir.  starken  Verbum  linden, 
land,  gelunden,  das  wir  in  Partizipialform  (glundener  grias) 
noch  lebend  besitzen.  Zweitens  scheint  beachtenswert,  dass  mehrmals 
mundartliche  Worte  in  kleinen  Partien  besonders  häufig  begegnen, 
z.  B.  S.  341,  dann  S.  452  f.  (geriht,  kobel,  komet  =  Kunmiet, 
leiterboum);  das  hängt  mit  dem  Stoff  zusammen,  vielleicht  aber 
auch  mit  der  Vorlage.  Von  diesem  Punkte  aus  werden  auch  die 
mannigfachen  Bezüge  zwischen  der  Sprache  Enikels  und  Neithards  von 
Beuental  lehrreich. 

Strauch  hat  S.  XCV  ff.  mit  grosser  Umsicht  das  Verhältnis  Enikels 
zu  anderen  Dichtungen  besprochen,  vorher  schon  auf  das  Volkstümliche 
(und  Spielmannsmässige)  bei  seinem  Autor  aufmerksam  gemacht.  Diesel 
wird  auch  sichtbar  in  der  Verwandtschaft  von  Enikels  Ausdrücken 
bei  der  Teufelsbeschwörung  2545  ff.  mit  Beschwörungsformeln,  so  noch 
14003,  14813;  die  Einwirkung  des  Tobiassegens  ist  unzweifelhaft 
5942,  9927  f.,  10048.  Die  Verse  241  f.  im  Fürstenbuch  decken  sich 
wörtlich  mit  einer  Segensformel,  die  mir  in  Thomas  von  Haselbachs 
Traktat,  De  quinque  Sensibus  aus  Grazer  Hss.  bekannt  ist  (Schmeller 
hatte  sie  in  einem  Monacensis  gelesen),  auch  die  Predigten  desselben 
Autors  enthalten  sie.  Einfluss  des  Volksepos  darf  man  vielleicht 
noch  vermuten,  wenn  Weltchr.  11682  an  Etzel  in  der  Klage,  Fürstenb. 
3891  ff.  an  Wolfharts  Tod  in  den  Nibelungen  erinnern,  die  Anrufung 
des  Todes  15625.  Fürstenb.  449  gemahnt  an  Enitens  Rede  in  Hart- 
manns Erec,  die  Totenklagen  10999,  Fürstenb.  2081  sind  vielleicht 
mit  dieser  in  Oesterreich  beliebten  Gattung  zu  verknüpfen.  —  Ein 
neuntes  Kapitel:  „Verbreitung  und  Nachwirken"  schliesst  die  Einlei- 
tung.  — 

Meine  Adversarien  dürfen  den  Eindruck  nicht  verwischen,  dass 
die  Ausgabe  von  Jansen  Enikels  Werken  durch  Strauch  eine  sehr 
tüchtige  Leistung  ist,  die  nicht  bloss  für  unabsehbare  Zeit  der  Be- 
schäftigung mit  dem  Autor  zu  gründe  liegen  wird,  sondern  diese 
dauernde  Geltung  auch  verdient.  — 

Es  wäre  sehr  ungerecht,  wenn  ich  hier  nicht  auch  der  Ausgabe 
des  „Landbuches  von  Oesterreich  und  Wien",  durch  Joseph  Lampel 
gedenken   wollte,   welche  diesem  Bande  einverleibt  ist  und   den  Ein- 

Histor.  Yierteljahnohrift.    190S.  1.  8 


1 14  Kritiken. 

druck  macht,  das  sie  mit  ganz  ungemeiner  Sorgsamkeit  hergestellt 
wurde  und  unbedingte  Zuverlässigkeit  beanspruchen  darf.  Der  Inhalt 
des  Denkmales  sowohl  wie  die  darauf  gewandte  Arbeit  liegen  jedoch 
so  ganz  ausserhalb  meiner  Kompetenz,  dass  ich  es  einem  besser  Ge- 
rfisteten  überlassen  muss,  davon  zu  berichten. 

Graz.  Anton  E.  Schönbach. 

Florenz  Landmann.    Das  Predigtwesen  in  Westfalen  in  der 
letzten  Zeit  des  Mittelalters.     Ein  Beitrag  zur  Kirchen-  und 
Kulturgeschichte.     Münster  i.  W.    1900.     AschendorflTsche    Bach- 
handlung.  A.  u.  d.  T.:  Vorreformationsgeschichtliche  Forschungen.  I. 
herausgegeben  von  Heinrich  Finke.  XVI  u.  253  S.  8^.  Preis:  5.50  M. 
Die   „vorreformationsgeschichtlichen    Forschungen",    deren    ersten 
Band  die  vorliegende  Veröffentlichung  bildet,  wollen  nach  den  Worten 
des  Herausgebers  H.  Finke  drei  wesentliche  Lücken  in  der  bisher  der 
Vorgeschichte  der  Reformation  zugewandten  Forschungsarbeit  ausfüllen. 
Erstlich  werden    sie    „durch    gründliche   Erforschung   der    Provinzial- 
geschichte  in  die  Tiefen  der  spfttmittelalterlichen  Volksseele  zu  dringen 
suchen",    da    nicht    im    zentralen   leblosen   Staatsgebilde,   sondern   im 
Territorium    das  mittelalterliche  Volksleben  pulsierte.     Zweitens  gilt 
es  dem  Herausgeber,   das  religiös -geistige   Leben   der  Nachbarvölker 
Deutschlands,    namentlich   der  romanischen   Welt,    zu  studieren,    um 
so  die  Frage  zu  beantworten,   inwieweit  das  Christentum,   aber  auch 
die  humanistische  Bewegung  auf  die   einzelnen  Nationen  verschieden 
eingewirkt  hat.     Daran  soll  sich  endlich   eine  Erforschung  der  päpst- 
lichen Finanzverwaltung  schlicssen.    Die  Durchführung  dieser  Arbeiten 
wird   nach   der  Ansicht  Finkes  zwar  das  bisherige  Bild  der  Vorrefor- 
mationszeit nicht  vollständig  umgestalten,  aber  doch  eine  starke  Retouche 
nötig  machen;   „sie  würde  ein  Bild  schaffen  helfen,  dessen  Treue  man 
nicht  überall  bezweifeln  könnte".     Dem  Werke  Landmanns  soll  u.  A. 
eine  Behandlung  der  Reform  traktate   aus  dem  Anfange  des  15.  Jahr- 
hunderts,  eine  Darstellung  des  Wesens  der  Klosterreformen  und  eine 
solche  der  Entstehung  des  Gallikanismus  folgen. 

Mit  der  Behandlung  des  Predigtwesens  in  Westfalen  im  späteren 
Mittelalter  hat  Landmann  eine  dankbare  Aufgabe  gewählt.  Der  Ge- 
danke ist  zweifellos  richtig,  dass  die  Sammlung  und  Sichtung  des 
gesamten  innerhalb  eines  enger  begrenzten  deutschen  Gebietes  noch 
vorhandenen  Predigtstoffes  mancherlei  Aufschlüsse  über  den  Einfluss 
erwarten  lässt,  der  von  der  Kanzel  aus  auf  das  religiöse  Leben  am 
Vorabend  der  Reformation  ausgeübt  wurde.  Ausser  Frage  steht  auch 
wohl,  dass  eine  solchermassen  vertiefte  Erforschung  der  Geschichte 
der  mittelalterlichen  Predigt  uns  zugleich  auch  am  ehesten  eine  sichere 


Kritiken.  115 

Antwort    auf   die    Frage    nach    den    tieferen   Gründen    der   religiösen 
Umwftlzimg   des  16.  Jahrhunderts  wird  gehen  können. 

Im  ersten  Teile  seiner  Darstellung  sucht   der  Verf.  festzustellen, 
welches  die  Tiilger  des   westfälischen  Predigtwesens   am  Ausgang  des 
Mittelalters  waren,  sei  es,  dass  sie  seihst  auf  der  Kanzel  thätig  waren, 
sei   es,    dass    sie    sich  mit  Ahfassung  oder    dem  Ahschreihen   homile* 
tischer  Werke   heschäftigten.     Unter   den    für    diesen   Abschnitt    ver- 
wandten   Quellen    treten    die    zeitgenössischen    Berichte    weit    zurück 
hinter  dem  reichen  Bestände  von  gedruckten  und  ungedruckten  Predigten, 
welchen  der  Sammeleifer  des  Verfassers,  vorwiegend  aus  westfälischen 
Bibliotheken,  zusammengebracht  hat,  und  den  L.  auf  mindestens  10000 
ausführliche  Predigten  berechnet.      Wie   sich  erwarten  lässt,   gehören 
die  von  L.   nachgewiesenen   westfälischen  Prediger  aus   der  Zeit    von 
1378  bis   1517  —  über   70  Namen   werden   uns   von  dem  Verf.  ge- 
nannt  —    zum    weitaus  überwiegenden    Teile    dem   Ordensklerus   an. 
Von  Predigern  aus  dem  Minoriten-Orden   treten  Johann  von  Werden, 
Johann  von  Minden,  Johann  Brugmann  und  Dietrich  Coelde  besonders 
hervor,  von  den  Angehörigen  des  Dominikanerordens  Jakob  von  Soest 
und  Johann  Schwarten  (Nigri),  von  den  Augustinern  Gottschalk  Hollen. 
Von  weit  geringerer  Bedeutung  für  die  Volkspredigt  waren   offenbar 
die  Orden  der  Benediktiner,  Cisterzienser  und  Kartäuser,  und  auch  die 
eifrige  Predigtthätigkeit  der  Brüder  des  gemeinsamen  Lebens  und  der 
Windesheimer  Regulär -Kanoniker   hat    sich    doch    fast  ausschliesslich 
nur  an   die  Angehörigen  ihrer  Frater-  und  Schwesternhäuser  gewandt. 
Aus   dem  westfälischen  Weltklerus   des  15.  Jahrhunderts  hat  L.   nur 
einige   wenige  Prediger  namhaft  zu    machen    vermocht.      Der  zweite 
Teil  des  Buches,  welcher  die  Beschaffenheit  der  westfälischen  Predigt 
des  ausgehenden  Mittelalters  zum  Gegenstande  hat,  zeigt,  zu  welcher 
Zeit  und  Gelegenheit,  mit  welcher  Vorbereitung   imd   welchen   Hilfs- 
mitteln  gepredigt  wurde,   und  sucht  den    homiletischen   und  künstle- 
rischen   Wert   der  Predigten   festzustellen.     Im   dritten    Teile    endlich 
wird  die  religiöse,  sittliche  und  soziale  Wirksamkeit  der  westfälischen 
Prediger  imd  ihr  Zusammenhang  mit  den  Ideen,  Ereignissen  und  Zu- 
ständen ihrer  Zeit  und  Umgebung  geschildert  und  gezeigt,  was  sie  in 
religiöser  und  sozialer  Hinsicht    als  Ideal   anstrebten    oder  als  dessen 
Gegenteil  bekämpften.     Als  Ergebnis  seiner  Arbeit  stellt  L.  in  einem 
Schlusswort  Folgendes  fest:   Am  Vorabend  der  Reformation  begegnet 
man  in  Westfalen  nicht  einer  homiletischen  Oede,  sondern  einem  Bilde 
reichen,  ja   üppigen   Lebens.     In  der  Stadt   macht  sich   geradezu  ein 
üeberflnss  an  Predigten  bemerkbar,  auf  dem  Lande  „wurde  sicherlich 
immer  so  viel  geboten,  dass  die  Gläubigen  die  gewöhnlichen  Uebungen 
des  christlichen  Lebens  vornehmen  konnten".    Die  Form  der  Predigten 

8* 


116  Kritiken. 

ist  zweckmässig  und  ansprechend;  die  kirchliche  Lehre  wird  in  Uinen 
genau  und  korrekt  vorgetragen;  die  Auswüchse  im  Volksleben  werden 
ebenso  schonungslos  gcgcisselt  wie  die  Missstände  in  der  kirchlichen 
Disciplin  und  Verwaltung.  Wir  sehen  also  die  Predigt  in  Westfalen 
durchaus  auf  der  Höhe  der  Zeit.  Wenn  nun  aber,  so  schliesst  der 
Verf.  weiter,  dem  Volke  am  Ausgange  des  Mittelalters  nicht  Schlechteres 
geboten  wurde,  als  was  auch  nachher  noch  Jahrhunderte  hindurch 
dem  religiösen  Bedürfnisse  vieler  Tausende  in  Deutschland  genügt 
hat,  dann  konnte  sich  auch  damals  das  religiöse  Bedürfnis  des  Volkes 
zufrieden  geben,  und  die  Annahme  scheint  berechtigt,  dass  nicht 
eigentlich  religiöse  Gründe  das  Volk  zu  Luther  hingetrieben  haben. 
In  erster  Linie  wurde  vielmehr  der  Abfall  von  der  Kinrhe  durch  die 
gegen  den  Klerus,  die  Klöster  und  die  herrschenden  Geschlechter  be- 
stehende soziale  Spannung  herbeigeführt,  die  dann  unter  dem  Einflüsse 
Luthers  nach  der  religiösen  Seite  hin  sich  auslöste. 

Mit  grosser  Entschiedenheit  hat  L.  diese  seine  Ergebnisse  den 
abweichenden  Urteilen  über  die  Vorgeschichte  der  Reformation,  wie 
sie  von  Kawerau,  Kolde,  v.  Bezold  u.  a.  ausgesprochen  wurden,  gegen- 
übergestellt und  nicht  ohne  Selbstgefühl  auf  die  Notwendigkeit  hin- 
gewiesen, nun  auch  für  andere  deutsche  Landschaften,  so  wie  es 
durch  ihn  für  Westfalen  geschehen,  „durch  kritische  Sammlung  und 
Sichtung  der  Quellen  für  die  Geschichte  des  religiösen  Lebens  sichere 
und  uuifassende  Grundlagen  zu  gewinnen^S  Unter  diesen  Umständen 
muss  es  ohne  Umschweife  gesagt  werden,  dass  in  L.'s  Buch  diese 
kritische  Arbeit  nur  in  sehr  unzureichender  Weise  geleistet  worden 
ist,  und  dass  seine  Darstellung  des  westfälischen  Predigtwesens ,  bei 
aller  Anerkennung  des  Sammeleifers  L/s,  als  nichts  weniger  als  eine 
abschliessende  bezeichnet  werden  kann. 

Ein  grosser  methodologischer  Mangel  von  L.'s  Buch  liegt  schon 
darin,  dass  der  Verf.  im  1.  Teile  bei  der  Behandlung  der  Prediger 
mit  der  Anführung  von  ganz  knappen  biographischen  und  littcrar- 
geschichtlichen  Daten  sich  begnügt  und  hier  nirgends  den  Versuch 
einer  irgendwie  eingehenden  Schilderung  der  Eigenart  auch  nui*  der 
hervorragenderen  Kanzelredner  und  ihrer  Predigten  gemacht  hat. 
Ueber  den  Wert  oder  Unwert  der  von  L.  angeführten  Predigten  von 
weniger  bekannten  Verfassern  und  der  zahlreichen  anonymen  Predigt- 
werke, namentlich  über  die  Frage,  wieweit  diese  selbständige  Leistungen 
oder  nur  Bearbeitungen  älterer  Vorlagen  waren,  bleiben  wir  vollends 
im  Unklaren.  Nun  finden  sich  ja  in  den  beiden  folgenden  Teüen 
zahlreiche  Auszüge  aus  gednickten  und  ungedruckten  Predigtwerken 
des  15.  Jahrhunderts,  hier  aber  in  buntem  Durcheinander  unt«r  dem 
Gesichtspunkt   zusammengestellt,   durch   diese  Stellen  die  homiletische 


Kritiken.  117 

Theorie  und  Methode  und  die  praktische  Wirksamkeit  der  westfälischen 
Prediger  als  einer  geschlossenen  Masse,  aus  der  auch  hier  die  be- 
deutenderen Persönlichkeiten  fast  an  keinem  Punkte  hervortreten,  zu 
beleuchten.  Nicht  einmal  dazu  hat  sich  der  Verf.  herbeigelassen,  den 
Leser  mit  der  Disposition  und  den  leitenden  Gedanken  einer  Anzahl 
von  charakteristischen  Predigten  bekannt  zu  machen,  sondern  die  von 
ihm  gegebenen  Schilderungen  setzen  sich  mosaikartig  aus  einzelnen 
Sätzen  und  Gedankenreihen  zusammen,  die  den  verschiedenartigsten 
Predigtwerken  entnommen  sind.  Ein  solches  Verfahren  würde  auch 
in  dem  Falle  den  gewichtigsten  Bedenken  begegnen,  wenn  des  Ver- 
fassers Objektivität  hinsichtlich  der  von  ihm  behandelten  Fragen  ausser 
allem  Zweifel  stünde.  Umso  misslicher  ist  die  Sache  hier,  da  in 
Landmanns  Werk  die  Neigung,  die  Zustände  der  mittelalterlichen 
Kirche  und  namentlich  des  Predigtwesens  in  günstigem  Lichte  zu 
sehen  und  zu  schildern,  so  stark  hervortritt,  dass  grossen  Abschnitten 
seines  Buches  ein  durchaus  apologetischer  Charakter  aufgeprägt  ist. 
Greifen  wir  z.  B.  den  Abschnitt  heraus,  der  der  Behandlung  des 
Heiligenkults  in  der  westfälischen  Predigt  gewidmet  ist  (S.  170), 
so  finden  wir  hier  drei  Aeusserungen  zusammengestellt,  die  je  einer 
Predigt  dreier  verschiedener  Kanzelredner  entnommen  sind,  und  die 
Landmann  als  Beweis  für  die  kirchliche  Korrektheit  der  über  jenen 
Gegenstand  im  15.  Jahrhundert  in  Westfalen  von  der  Kanzel  vor- 
getragenen Lehren  gelten.  Wäre  es  angesichts  der  nun  doch  einmal 
offenkundigen  Auswüchse  der  Heiligen  Verehrung  im  Mittelalter  nicht 
angebracht  gewesen,  auf  grund  der  Tausende  von  erhaltenen  Predigten 
diesen  Gegensta,nd  eingehender  zu  betrachten  und  auch  den  vom  kirch- 
lichen Standpimkte  aus  anfechtbareu  Aeusserungen  über  die  Anrufung 
der  Heüigen,  namentlich  der  „sancti  privilegiati"  (vgl.  z.  B.  Hollen, 
Senn.  II,  29  G)  Beachtung  zu  schenken?  Nicht  einmal  den  von 
Zeitgenossen  (vgl.  Landmann  S.  154  Anm.  4)  und  u.  a.  auch  von 
einem  so  guten  Kenner  wie  Jostes  gegen  die  mittelalterliche  Predigt- 
art erhobenen  Vorwurf,  dass  sie  zu  sehr  in  den  Fesseln  der  schola- 
stischen Philosophie  liege  und  deshalb  zu  schulmässig  und  gelehrt 
sei,  lässt  L.  gelten.  An  diesem  Punkte  giebt  er  sein  eigentliches 
Beweismaterial,  die  gedruckten  und  ungedruckten  Predigten,  völlig 
preis  und  macht  den  Einwurf:  „Woher  weiss  man  denn,  dass  die 
Predigten  in  ebenso  gelehrter  und  schablonenhafter  Form  auf  der  Kanzel 
vorgetragen  wurden,  wie  sie  uns  überliefert  sind"  (S.  105)?  Wenn 
aber  nach  L.  ,4m  praktischen  Vortrag  alles  populärer  und  gemeinver- 
ständlicher dargestellt  wurde",  als  es  in  den  niedergeschriebenen  Predigt- 
werken geschah,  verlieren  dann  nicht  auch  die  Schlüsse,  die  L.  gerade 
aus  dem  Wortlaut  der  niedergeschriebenen  Predigten  auf  die  kirchliche 


118  Kritiken. 

KoiTektheit  der  westtälischen  Kauzelvorträge  gezogen  hat,  zugleich  ihre 
Beweiskraft?  Und  auch  mit  dem  Einwurf,  dass  auch  in  Niederschriften 
deutscher  Predigten  des  Mittelalters  jene  scholastische  Schablone  zu- 
tagetrete, findet  sich  L.  leichten  Herzens  ab:  diese  deutschen  Predigten 
sind  dann  eben  nicht  Nachschriften  des  mündlichen  Vortrags,  sondern 
„einfach  sklavische  Uebersetzungen  lateinischer  Vorlagen  su  irgend 
welchen  Zwecken^'  (S.  106).  Nun  sollte  man  aber  doch  glauben,  dass 
L.  wenigstens  denjenigen  Abschnitten  der  niedergeschriebenen  Predigten, 
in  denen  jene  von  ihm  vorausgesetzte  „Popularität  und  Gemeinver- 
ständlichkeit^^ so  recht  zu  Tage  tritt,  namentlich  den  reichlich  ein- 
gestreuten lustigen  Geschichten  und  Schwänken  und  derben  Spftssen 
und  Vergleichen,  eine  Beweiskraft  für  die  Beurteilung  der  westfälischen 
Kanzelvorträge  zugestehen  würde.  Aber  auch  hier  finden  wir  uns 
wieder  getäuscht.  Zunächst  freilich  weist  L.  alle  etwaigen  abschätzigen 
Urteile  über  jene  nun  einmal  doch  überlieferten  populären  Predigt- 
abschnitte damit  zurück,  dass  „das  Derb-Bealistische  hier  durch  das 
Streben  des  Predigers,  die  Volksseele  für  Höheres  in  Schwingung  zu 
setzen,  aus  der  Sphäre  des  Gemeinen  herausgehoben  und  veredelt  sei" 
(S.  156).^  Zur  weiteren  Sicherung  fügt  aber  L.  bei,  dass  in  den 
Sammlungen  deutscher  Predigten^  solche  derb-realistische  Ausführungen 
sich  nicht  fänden  (?),  und  dass  dies  darauf  schliessen  lasse,  dass 
jene  Ausführungen  „im  Vortrag  im  allgemeinen  wenigstens  vermieden 
wurden  und  nur  in  den  lateinischen  Hilfswerken  in  so  auffälliger  Form 
vorkamen^^  An  einem  dritten  Orte  dagegen  werden  jene  unterhaltenden 
Einlagen  zusammen  mit  den  „seltsamsten  Wundergeschichten  und 
Anekdoten"  als  Beweise  dafür  angeführt,  dass  die  westfälische  Predigt 
„in  der  Praxis  voll  des  mannigfaltigsten  Lebens,  nirgends  vertrocknet 
und  verknöchert  war",  und  dass  nur  „die  streng  scholastische  Methode 
und  Geistesbildung  die  Prediger  instandsetzte,  unter  der  Masse  ihres 
Erzählungs-  und  Anekdoten  Stoffes  Ordnung  zu  schaffen"  (S.  149  f.). 
Man  wird  zugestehen,  dass  auf  diese  Art  sich  alles  unschwer  beweisen 
und  widerlegen  lässt!  Alle  die  Stellen  von  L.'s  Werk,  die  einer 
Richtigstellung  bedürfen,  hier  vorzunehmen,  müssen  wir  leider  aas 
Kaumrücksichten    verzichten.      Nur    an    zwei    zu    besonderem   Wider- 


^  Von  dem  nicht  andere  als  gemein  zu  bezeichnenden  Rate  HoUens  zur 
Bekämpfung  des  Liebeszaubers  (vgl.  die  unglaublich  cjnische  Stelle  bei 
J.  Hansen,  Quellen  u.  Unters,  z.  Gesch.  des  Hexenwahns  S.  436)  gilt  dies 
sicher  nicht. 

•  Die  Reste  von  deutschen  Predigten  des  16.  Jahrhunderts  aus  West* 
falen  sind  nach  L.  S.  108  A.  2  und  S.  94  p^cradezu  verschwindende  gegen- 
über den  lateinischen  Texten! 


Kritiken.  119 

Spruche  herausfordernden  Punkten  möchten  wir  hier  nicht  vorübergehen. 
In  der  von  L.  gerühmten  Thätigkeit  der  westfälischen  Prediger,  „ihre 
Zeit  und  Umgebung  höher  zu  heben"  (S.  184)  nimmt  die  Behand- 
lung des  „Aberglaubens"  eine  bedeutsame  Stelle  ein.  L.  spricht  von 
dem  „genau  und  scharf  präcisierten  Standpunkt,  den  die  Prediger 
dem  abergläubischen  Treiben  ihrer  Zeit  gegenüber  einnehmen";  „sie 
stehen  nicht  etwa  ratlos  davor,  sondern  finden  sich  dabei  mit  ihrer 
Weltanschauung  durchaus  zurecht";  zwar  verfahren  sie  unklug,  inso- 
feme  sie  zu  leicht  jede  Teufelsgeschichte  glauben,  die  ihnen  berichtet 
wird,  aber  ,4n  der  Scheidung  des  reinen  Gottesdienstes  von  aber- 
gläubischen Grebr&uchen  sind  sie  völlig  sicher'^  Diese  Darstellung 
giebt  ja  zweifellos  recht  verschiedenartigen  Deutungen  Raum,  lässt 
aber  doch  kaum  vermuten,  dass  z.  B.  der  von  L.  als  hauptsächlicher 
Oegner  des  „Aberglaubens"  genannte  Augustiner  Hollen  dem  Dämonen-, 
Teufels-  und  Hexenglauben  als  Prediger  kräftigen  Vorschub  leistete, 
indem  er  von  der  Kanzel  die  inunerhin  noch  bestehenden  Zweifel  an 
der  Wirklichkeit  der  Unthaten  der  Hexen  imd  Zauberer,  namentlich 
des  Wettermachens,  des  Hexenflugs  und  der  Erregung  von  Krankheiten 
nachdrücklich  zurückwies  und  die  öfifentlichen  Gewalten  zu  ihrer  Aus- 
rottung aufrief  (Hollen,  praec.  fol.  XVHff.  Senn,  ü,  29;  ü,  48). 
Wie  wir  femer  nach  dem  früher  Gesagten  bestreiten  müssen,  dass  L. 
den  Beweis  für  die  angebliche  hohe  Blüte  des  Predigtwesens  in  West- 
falen am  Ende  des  Mittelalters  erbracht  hat,  so  können  wir  nament- 
lich seine  Aufstellungen  über  die  gewissenhafte  Ausübung  des  Predigt- 
amts seitens  des  Pfarrklerus  (S.  68,  114 f.,  219)  keineswegs  als 
gesichert  gelten  lassen.  Die  Verdienste  der  Bettelorden  um  die  Pflege 
der  Predigt  im  15.  Jahrhundert  sind  zweifellos  recht  bedeutend. 
Dagegen  stehen  den  überaus  spärlichen  Zeugnissen  über  die  Predigt- 
thätigkeit  des  städtischen  und  gar  des  ländlichen  Pfarrklerus  höchst 
abschätzige  zeitgenössische  Urteile  über  die  Predigten  der  westfälischen 
Weltgeistlichen  gegenüber,  mit  denen  der  Verf.  sich  doch  gar  zu  leicht 
abfindet  (vgl.  Landmann  S.  115  A.  2;  117  A.  3;  S.  162  A.  3.).  Auch 
der  Augustiner  Hollen  weiss  von  sehr  unerfreulichen  Predigten  des 
Weltklerus  zu  berichten,  in  denen  von  der  besten  Art  des  Bierbrauens 
und  des  Häuserbaus  gehandelt  wurde  (Serm.  I.  50).  Aber  auch  den 
Fall  gesetzt,  es  liesse  sich  efwa  an  der  Hand  noch  unerschlossener 
Quellen  in  der  That  eine  einigermassen  regelmässige  Ausübung  des 
Predigtamts  seitens  des  spätmittelalterlichen  Pfarrklerus  in  Westfalen 
darlegen,  so  wäre  damit  doch  noch  keineswegs  der  Nachweis  erbracht,  dass 
damit  dem  religiösen  Bedürfnisse  des  Volkes  in  befriedigender  Weise 
Bechnung  getragen  wurde.  Konnte  denn  angesichts  der  Unkirchlich- 
keit    und    ünsittlichkeit,    die    die    weitesten  Kreise    des  westfälischen 


120  Kritiken. 

Weltklerus,  aber  auch  der  Ordensgeistlichkeit  bei  den  Laien  verhasst 
und  verächtlich  machte  (vgl.  die  Nachweise  bei  Landmann  S.  194  ff., 
203  ff.,  femer  die  höchst  bezeichnende  Stelle  bei  Hollen  Serm.  II, 
100  F),  von  einer  irgendwie  gedeihlichen  Wirksamkeit  solcher  Seel- 
sorger überhaupt  die  Bede  sein?  In  schroffem  Widerspruche  mit  der 
vom  Verf.  gegebenen  Schilderung  der  Blüte  des  westfälischen  Predigt- 
wesens stehen  denn  auch  z.  B.  die  Thatsachen,  welche  die  von  Herzog 
Johann  IH.  von  Cleve  angeordnete  Kirchen  Visitation  bezüglich  der 
sittlichen  Beschaffenheit  und  der  amtlichen  Thätigkeit  des  katholischen 
Klerus  1533  feststellte  (vgl.  C.  A.  Cornelius,  Gesch.  des  Münsterisehen 
Aufruhrs  I.  216  ff.).  Wenn  damals  schon  mitten  in  der  Zeit  de« 
Kampfes  gegen  die  Reformation  im  Jülichischen  noch  so  zahlreiche 
Pfarrer  und  Kapläne  zur  Rechenschaft  gezogen  wurden,  weil  sie  „nicht 
ehrlich  lebten",  zum  Predigen  nicht  geschickt  waren,  über  die  kirch- 
lichen Grundlehren  nicht  Bescheid  wusston,  wenig  oder  keine  Bücher 
hatten  —  so  werden  die  Zustände  in  den  westfälischen  Ländern  des 
Herzogs  damals  und  am  Vorabend  der  Reformation  doch  kaum  viel 
günstiger  gewesen  sein! 

Wir  scheiden  von  dem  Buche  Landmanns  mit  dem  Ausdrucke 
des  Bedauerns,  dass  es  ihm  versagt  geblieben  ist,  den  von  ihm  ge- 
sammelten und  zum  Teil  recht  geschickt  verarbeiteten  Quellenstoff  zu 
einer  vorurteilslosen  Darstellung  des  westfälischen  Predigtwesens  im 
Mittelalter  zu  gestalten.  Möge  über  den  künftigen  Bänden  des  so 
dankenswerten  Unternehmens  der  „Vorreformationsgeschichtlichen  For- 
schungen" ein  günstigerer  Stern  walten! 

Giessen.  Herman  Haupt. 

Beinhold  Eoser.    König  Friedrich  der  Grosse.     Zweiter  Band, 
erste  Hälfte.    Friedrich  der  Grosse  im  siebenjährigen  Kriege  (Bib- 
liothek Deutscher  Geschichte,   herausgegeben   von  H.  von  Zwiedi- 
neck-Südenhorst.     Stuttgart  1900.     J.  G.  Cotta.) 
Sieben  Jahre  sind  seit  dem  Erscheinen  des  ersten,  abgeschlossenen 
Bandes  verflossen.     Der  erste  Teil  des  zweiten  Bandes  liegt  vor  uns. 
Die   gedrängte  Kürze,   in  der  darin  die   vielleicht  wichtigste  Periode 
der  Regierung  Friedrichs  H.    —    die   Zeit  des   siebenjährigen  Krieges 
—  behandelt  wird,  rechtfertigt  die  lange  Verzögerung.    Der  Forscher 
und  Darsteller  zeigt  sich  abermals  als  Meister,   der  sich  zugleich  die 
vollständige   Beherrschung    des  Stoffes    zu    eigen    gemacht  hat.     Was 
diesen  betrifft,  geben  jedoch  die  Quellen,  die  iiir  den  siebenjährigen 
Krieg  reichlich  fliessen,  zu  Deutungen  Anlass,  die  je  nach  dem  Stand- 
punkt, den  man  vertritt,  verschieden,  ja  oft  entgegengesetzt  sind. 

Wir  verweisen   hierbei   auf  die  vielumstrittene   Frage   des  Feld- 


Kritiken.  121 

zugsplanes  von  1756.  Kosers  Ausfühmngen  decken  sich  im  wesent- 
lichen mit  denen  Naudes:  Vordringen  his  Melnik  und  Beziehung  der 
Winterquartiere  hinter  der  Eger;  Annahme,  dass  sich  die  Österreicher 
in  Prag  verschanzen  würden  —  keine  Schlacht,  die  eisernen  Würfel 
sollten  erst  das  nächste  Jahr  fallen.  Die  Möglichkeit  ahcr,  den 
Winter  in  Böhmen  zu  verhringen,  ergah  sich  blos  dann,  wenn  Sachsen 
besetzt  würde;  die  im  Jahre  1744  gemachten  Erfahrungen  forderten 
hierzu  auf. 

Es  ist  indes  nicht  zu  leugnen,  dass  Friedrich  11.  in  der  That 
die  Absicht  hatte,  den  Österreichern  eine  Schlacht  zu  liefern;  er  hat 
es  selbst  ganz  ausdrücklich  ausgesprochen.^ 

Seite  16  beruft  sich  Koser  auf  ein  Schreiben  Friedrichs  an 
Schwerin,  worin  dieser  auf  das  künftige  Jahr  vertröstet  wird:  „Da 
würden  die  guten  Stösse  geftlhrt  werden.^^  Seite  37  hingegen  lesen 
wir:  „Der  Feldzug  war  beendet.  Hat  der  preussische  Aufmarsch  die 
kriegslustigen  Gegner  zu  Umkehr  und  glimpflichem  Vergleich  bringen 
sollen,  so  war  der  Zweck  verfehlt."  Hatte  also  Friedrich  H.  die  Ab- 
sicht, Österreich  noch  im  Jahre  1756  zum  Frieden  zu  zwingen,  wie 
Nande  behauptet,  oder  nicht?  Koser  spricht  sich  darüber  nicht  klar 
aus,  wie  aus  den  eben  citierten  Stellen  hervorgeht.  Dopsch  jedoch 
ist  bereits  mit  stichhaltigem  Beweise  der  Annahme  Naudes  entgegen- 
getreten. * 

Am  9.  September  rückten  preussische  Bataillone  in  Dresden  ein; 
eine  „Deklaration"  begründete  den  Einmarsch.  Diese  Erklärung 
wurde  in  Wien  als  ein  Manifest  gegen  die  Kaiserin  und  als  eine 
Herausforderung  angesehen.  Die  Sprache,  die  der  wiener  Hof  bei 
diesem  Anlass  führte,  bestimmte  Friedrich  H.,  die  von  ihm  selbst 
entworfene  ,J)arlegung  der  Ursachen"  zu  veröffentlichen,  welche  „S.  M. 
den  König  von  Preussen  bewogen  haben,  den  Anschlägen  des  Hofes 
zu  Wien  zuvorzukommen."  Wir  stehen  vor  der  Frage,  wer  der  eigent- 
liche Angreifer  war  —  Maria  Theresia  oder  Friedrich  H.?  Koser 
hilft  sich  darüber  (Seite  24)  in  folgender  Weise  hinweg:  „Enthüll- 
ungen über  die  Verschwörung  gegen  Preussen  unter  scharfer  Hervor- 
hebung des  Unterschiedes  zwischen  dem  wahren  und  dem  äusserlichen 
Angreifer:  ^ünter  Angriff  versteht  man  jeden  Akt,  der  dem  Sinn 
eines  Friedensvertrages  diametral  entgegengesetzt  ist.  Eine  Offensiv- 
Liga,    das    Aufreizen    und  Drängen    zum   Kriege    gegen    eine    andere 


'  Alfons  Dopsch:  Das  Treffen  bei  Lobositz  (1.  Oktober  1756).  Sein 
Ausgang  und  seine  Folgen.  (Graz  1892.  ,,Styria'^)  pag.  86,  wo  die  Aeusse- 
nmg  Friedrichs  wörtlich  angeführt  ist. 

•  Ibid.  87. 


1 22  Kritiken. 

Macht,  Pläne  zur  Überziehung  der  Staaten  eines  anderem  Fürsten, 
ein  plötzlicher  Einbruch:  alle  diese  verschiedenen  Dinge  sind  ebenso- 
yiel  Angriffe,  obgleich  nur  der  plötzliche  Einbruch  den  Fall  der  offenen 
Feindseligkeiten  darstellt.  Wer  diesen  Angriffen  zuvorkommt,  kann 
offene  Feindseligkeiten  begehen,  aber  er  ist  nicht  der  Angreifer/^ 

Es  ist  bekannt,  welcher  Ansicht  sich  Koser  zuneiget.  Uns  jedodi 
bestärkt  seine  neueste  Darstellung  nur  noch  mehr  in  der  Annahme, 
dass  zwei  Offensiven  aneinander  prallten,  da  Einer  dem  Anderen  zu- 
vorkommen wollte. 

Die  von  dem  Grafen  Schwerin  zum  Zweck  einer  Aussöhnung  er- 
betene Zusammenkunft  musste  Fürst  Piccolomini  auf  Befehl  Maria 
Theresias  ablehnen.  Mit  nichten  darf  daraus  zu  gunsten  Friedrichs 
gefolgert  werden.  Dieser  kannte  seine  Gegnerin  und  den  Staatskanzler, 
der  sie  beeinflusste,  zu  gut,  als  dass  er  sich  einen  anderen  Bescheid 
erwartet  hätte.  Sonst  wäre  jener  Auftrag  an  Schwerin  wohl  unter- 
blieben. Dass  er  erging,  war  blos  ein  Trick,  um  Friedrich  11.  als 
den  herausgeforderten  Teil  erscheinen  zu  lassen. 

Fälschlich  spricht  Friedrich  11.  von  einer  „Schlacht^  bei  Lobositi. 
Dopsch  bezeichnet  sie  mit  K«cht  als  Treffen.  Ebenso  wenig  haben 
wir  es  mit  einem  „Siege""  der  Preussen  zu  thun;  denn  die  Österreicher 
wurden  keineswegs  zurückgeworfen;  sie  behaupteten  nach  wie  vor 
die  Egerlinie.  Hingegen  war  Friedrich  II.  zur  Unthätigkeit  ver- 
dammt; er  musste  aus  Böhmen  zurückkehren  und  darauf  verzichten, 
dort  die  Winterquartiere  zu  beziehen.  Nur  der  Rückzug  Browns  war 
Ursache,  dass  Friedrich  11.  sich  den  Sieg  zuschrieb.^ 

Klar  und  anschaulich  ist  die  Darstellung  der  Schlachten,  die  im 
weiteren  Verlaufe  des  Krieges  erfolgten.  Plastischer  als  in  dem 
Werke  des  Grossen  Generalstabs,  dessen  jüngst  erschienener  zweiter 
Band  den  Feldzug  in  Böhmen  bis  Prag  behandelt,  tritt  bei  Koser  die 
Gestalt  des  Preussenkönigs  hervor.  Der  Feldherr  nicht  blos,  auch  der 
Staatsmann  wird  uns  in  seiner  Bedeutung  vorgeführt.  Und  diese 
liegt  darin,  dass  Friedrich  II.  der  eigentliche  Erreger  eines  preussischen 
Selbstbewusstseins  war.  Aber  auch  menschlich  näher  wird  uns  Fried- 
rich II.  gerückt,  so  dass  wir  darüber  vergessen,  dass  er  der  erbittertste 
Gegner  Maria  Theresias  war.  —  —    — 

Der  lange  und  von  beiden  Seiten  gleich  erbittert  geführte  Kampf 
ist  vorüber,  beruhigt  sind  die  Leidenschaften  und  unauflöslich  ist  die 
Freundschaft  der  einst  feindlichen  Brüder  —  zimi  Heile  Europas. 

Wien.  Hanns  Schütter. 


^  Vrgl.  darüber  Dopsch  226  und  Richard  Waddington:  La  guerre  de 

Sept  Ans  28. 


Kritiken.  123 

T«  Sehlichtiog^  General  der  Infanterie  z.  D.:  Moltke  und  Benedek, 
eine  Studie  über  Truppenfdhrung.  Berlin,  E.  S.  Mittler  und  Sohn, 
1900.    S^.    (V  und  154  S.) 

Durch  die  Arbeiten  von  Friec^ung  und  Schlichting  ist  neuerdings 
das  Interesse  für  die  Person  Benedeks  wieder  lebhaft  erwacht.  Die 
gewandte  Darstellungsweise  Friedjungs  hat  seinem  Werke  einen  grossen 
Leserkreis  verschafft.  Dass  die  Spezialwerke  vieles  von  dem,  was  dem 
Leser  der  Friedjungschen  Schriften  ganz  neu  erscheint,  schon  längst 
veröffentlicht  hatten,  ist  freilich  nur  dem  Spezialforscher  bekannt. 
Wer  liest  denn  sonst  die  detaillierten  Untersuchungen,  von  denen  im 
Laufe  der  letzten  35  Jahre  eine  grosse  Menge  erschienen  ist.  Weder 
der  Historiker,  noch  der  Militärschriftsteller  beherrscht  diese  überaus 
reiche  Litteratur,  ausgenonunen  wenn  er  selbst  Spezialforscher  auf 
diesem  Gebiete  ist.  Wenn  nun  aber  Schlichting  sich  die  schwierige 
Au%abe  stellt,  die  Strategie  Moltkes  und  Benedeks  zu  vergleichen, 
80  wird  er  hiermit  Spezialforscher  auf  diesem  Gebiete  und  muss  die 
einschlägige  Litteratur  gründlich  benutzen,  er  darf  sich  nicht  auf  die 
Friedjungschen  Resultate  in  der  Weise  beschränken,  wie  er  es  gethan 
hat.  Dabei  erklärt  Schlichting  wiederholt,  dass  Friedjung  in  mili- 
tärischen Dingen  ein  Laie  sei,  Schlichting  fühlt  sich  deshalb  berufen, 
ihn  öfters  zu  korrigieren.  Es  ist  wieder  einmal  die  alte  Erfahrung, 
die  wir  im  Laufe  der  letzten  zwanzig  Jahre  so  oft  gemacht  haben: 
der  Militärschriftsteller  spricht  ohne  weiteres  dem  Nicht -Militär  die 
Fähigkeit  ab,  militärische  Kritik  zu  üben  und  verlangt,  ihm  gegenüber 
als  Autorität  zu  gelten,  selbst  dann,  wenn  der  Laie  sich  auf  andere 
militärische  Autoritäten  berufen  kann.  Andererseits  ist  der  Militär- 
schriftsteller nur  zu  oft  geneigt,  die  historische  Kritik  zu  vernach- 
lässigen, er  stützt  sich  leicht  auf  eine  Grundlage,  die  falsch  ist. 
Wenn  Schlichting  zum  Beispiel  den  Erzherzog  Leopold  beurteilen  will, 
so  genügt  es  nicht,  „bei  dieser  Behauptung  nur  Friedjungs  Schilde- 
rungen" zu  folgen  (S.  93).  Nach  Ansicht  von  Schlichting  (S.  66)  ge- 
hörte der  Erzherzog  Leopold  vor  ein  Kriegsgericht,  denn  er  ganz  allein 
habe  die  verhängnisvollste  Wendung  des  ganzen  Krieges  durch  ein- 
fachen Ungehorsam  verschuldet.  Das  ist  eine  überaus  schwere  An- 
klage, die  man  nicht  ohne  eingehendere  Untersuchung  der  Vorgänge 
erheben  dürfte.  Dass  es  dem  Erzherzog  wie  eine  Demütigung  er- 
schien, im  Angesicht  des  Feindes  kampflos  zurückzuweichen,  erscheint 
Schlichting  ungereimt  (S.  66).  Ich  begreife  sehr  wohl,  dass  der  Erz- 
herzog nicht  ohne  weiteres  den  Kampfplatz  räumen  will.  Er  verfügte 
über  ein  ganz  intaktes  Armeekorps,  das  8.  österreichische.  Nicht  weit 
ab  standen  das  4.  und  das  6.  Das  4.  war  ebenfalls  noch  nicht  im 
Feuer  gewesen.     Das  6.  war  allerdings  am  Tage  vorher  bei  Nachod 


124  Kritiken. 

geschlagen  worden,  aber  es  war  doch  nicht  völlig  kampfunfähig. 
Diesen  drei  österreichischen  Korps  stand  Steinmetz  mit  dem  5.  prenssi- 
schen  Korps  und  einem  Viertel  des  6.  gegenüber,  die  1.  Garde-Kay al- 
lerie-Brigade  langte  dann  auch  noch  an.  Steinmetz  war  also  halb  so 
stark  wie  die  Oesterreicher,  wenn  sie  ihre  Kräfte  vereinigten,  unter 
diesen  umständen  ist  es  erklärlich,  dass  der  Erzherzog  nicht  an- 
gesichts der  Preussen  kampflos  abmarschieren  wollte.  Man  denke  an 
die  preussischen  Beispiele  von  Podol,  Dermbach,  Spicheren,  Wörth, 
Colombej-Nouilly!  Hier  haben  preussische  Generale  ähnlich  gehandelt^ 
wie  dort  der  Erzherzog.  Schlichting  leugnet  ganz  entschieden,  dass 
am  28.  Juni  die  Möglichkeit  vorhanden  war,  die  II.  preussische  Armee 
zu  schlagen,  sie  sei  an  dem  Tage  noch  gar  nicht  da  gewesen.  In 
voller  Stärke  war  sie  allerdings  noch  nicht  da,  sondern  nur  zur  Hälfte, 
aber  desto  leichter  war  sie  darum  anzugreifen.  Dass  Steinmetz  mit 
doppelter  Macht  angegriffen  werden  konnte,  erwähnte  ich  eben.  Gablenz 
aber  hätte  ebenfalls  verstärkt  werden  können.  Wurde  die  Garde  hei 
Trautenau,  Steinmetz  aber  bei  Skalitz  entscheidend  geschlagen,  so  blieb 
dem  Kronprinzen  nur  noch  das  am  27.  geschlagene  1.  Korps  (Bonin) 
und  das  6.  (Mutius),  das  aber  nicht  vollzählig  war.  Ich  pflichte  voll- 
ständig dem  General  Kuhn  bei,  der  später  zu  Benedek  sagte:  Freund, 
das  war  dein  Fehler,  dass  du  den  preussischen  Kronprinzen  nicht  am 
28.  Juni  angegriffen  hast  (S.  33).  Schlichting  spricht  freilich  von  der 
Prophetengabe,  die  die  Kuhnsche  Kritik  von  Benedek  verlangt,  wie 
habe  man  wissen  können,  dass  Friedrich  Karl  am  28.  nach  München- 
grätz  abirren  würde.  Nun  am  28.  stand  Glam  Gallas  bei  München- 
grätz,  Friedrich  Karl  griff  ihn  an  und  schlug  ihn.  Warum  nennt 
Schlichting  das  „abirren",  wenn  Friedrich  Karl  den  Feind  angreift, 
wo  er  ihn  findet?  Wenn  aber  die  preussische  I.  Armee  direkt  auf 
Gitschin  marschiert  wäre,  so  hätte  sie  doch  am  28.  noch  nicht  Benedek 
gefährlich  werden  können,  wenn  dieser  bei  Skalitz  und  südlich  von 
Trautenau  kämpfte.  Am  28.  hatte  sich  der  Raum  zwischen  der  L 
und  II.  preussischen  Armee  noch  nicht  so  weit  verengt-,  dass  die  innere 
Operationslinie  für  Benedek  zum  taktischen  Nachteil  werden  musste, 
sie  konnte  noch  zum  strategischen  Vorteil  dienen. 

Schlichting  hält  es  dagegen  für  möglich,  dass  Benedeks  Plan^ 
sich  gegen  Friedrich  Karl  zu  wenden,  am  28.  durchführbar  war.  Das 
gebe  ich  gern  zu,  ich  halte  nur  die  Kuhnsche  Idee  für  leichter  durch- 
führbar. Friedrich  Karl  konnte  der  Hauptarmee  Benedeks  mit  47,  Armee- 
korps entgegentreten,  der  Kronprinz  am  28.  nur  mit  zwei,  die  vier 
Meilen  weit  aus  einander  standen.  Im  übrigen  gilt  hier  dasselbe,  was 
ich  Histor.  Vierteljahrschrift  1900,  III.  Jahrgang  S.  447  von  den  ent- 
gegenstehenden Plänen  Moltkes  und  Falckensteins  sagte,  ein  jeder  Plan 


Kritiken.  125 

war  gut,  wenn  er  konsequent  durchgeführt  wurde.     In  der  Strategie 
ist   aber  ein  inkonsequentes  Hin-  und  Herschwanken,   ein  beständiges 
Aendem  des  Operationsentwurfes,  ein  Verfahren,  wie  es  Benedek  am 
27.,  28.  und  29.  Juni  geübt  hat,  fast  immer  schwer  bestraft  worden. 
Dass   die   Niederlagen,   welche   die   austrosächsiche   Iser- Armee   erlitt, 
Folgen   der  groben   Versäumnisse   waren,   welche   im   grossen  Haupt- 
quartier begangen  wurden,  erkennt  Schlichting  mit  Recht  an,  er  will 
aber  für  die  Fehler  nicht  Benedek,  sondern  den  Chef  der  Operations- 
Eanzlei,  General  Krismanic,  verantwortlich  machen.     Gewiss  kann  der 
Oberfeldherr  sich   nicht   um   alles   kümmern,   aber   er  muss   doch  die 
Ausführung  von  Befehlen   überwachen,    wenn   diese   so   wichtig  sind, 
dass   hiervon   der  Ausgang   des   ganzen   Feldzuges   abhängt.     Die  Art 
und  Weise   aber,    wie    die   Befehlsübermittelimg   gegenüber   der  Iser- 
armee  vernachlässigt  wurde,  ist  haarsträubend.     Schlichting  sagt  tref- 
fend, „dass  in  Friedenszeit  die  Todesstrafe  bei  Vergehungen  zur  An- 
wendung gelangt,    deren   unheilvolle  Wirkung   sich   im   Entferntesten 
nicht    so   weit   erstreckt,    als    diejenige    einer  solchen  Versäumnis  im 
Kriege"  (S.  43).     Aber  warum  stützt  sich  hier  Schlichting  wieder  nur 
auf  Friedjung?     Die  Vorgänge  sind  ja  doch  längst  bekannt,  das  öster- 
reichische und  das  sächsische  Generalstabswerk  haben  schon  1868  und 
1869    die   näheren  Angaben   gemacht.     Von   einem   genauen  Studium 
dieser   beiden  Werke   ist  leider  bei  Schlichting  nicht  viel  zu  merken. 
Da   zerbricht   er   sich   zum  Beispiel   den  Kopf,  was  Friedjung  meint, 
wenn   er  von   einem  Befehl   spricht,   den  das  Oberkommando  am  28. 
früh   5  Uhr    an    die   Iserarmee    erteilt    habe.     Hätte   Schlichting    die 
beiden  amtlichen  Werke  aufgeschlagen,  so  würde  er  den  betreffenden 
Befehl  gefunden  haben:   Oesterreichs  Kämpfe  UI,  124  und  im  sächsi- 
schen Generalstabswerk,  zweite  Auflage  (Dresden  1869),  S.  100.     Statt 
dessen  schreibt  Schlichting,  er  habe  „trotz  aller  Forschimg^'  nicht  finden 
können,  welcher  Befehl  gemeint  sei^  die  Tageszeitangabe  stimme  nicht, 
die  Absicht  sei  im  Hauptquartier  erst  am  28.  abends  11  Uhr  gefasst 
worden,  Friedjungs  Satz  führe  völlig  irre. 

Nein,  hier  hat  Friedjimg  völlig  Recht.  Man  sieht  aber  an  diesem 
Beispiel,  was  herauskommt,  wenn  die  Herren,  statt  mit  historischer 
Kritik  die  Quellen  eingehend  zu  untersuchen^  sich  einfach  auf  ihre 
militärische  Autorität  berufen. 

Dagegen  habe  ich  mit  Freuden  gelesen,  dass  Schlichting  den 
„hingebenden  und  denkenden  Gehorsam^^  der  austrosächsischen  Armee 
an  der  Iser  lobt.  Bekanntlich  hat  Benedek  die  Schuld  auf  den  Kron- 
prinzen von  Sachsen  und  den  Grafen  Clam-Gallas  gewälzt  und  der 
Volksmund  hat  dann  die  Sache  noch  schlimmer  gemacht.  Gewiss  war 
Clam-Gallas  kein  hervorragender  General,  aber  ungehorsam  ist  er  nicht 


126  Kritiken. 

gewesen,  im  Gegenteil,  er  hat  sich  an  Benedeks  Befehle  selbst  dann 
gehalten,  wenn  sie  der  Lage  nicht  entsprechend  waren.  Ich  habe  mich 
über  diese  Angelegenheit  bereits  vor  zehn  Jahren  geäussert,  als  ich 
meinem  Buche  über  die  Gefechte  von  Trantenau  den  Anhang  über 
Moderne  Sagenbildung  beifügte  (S.  224  —  232). 

Gegen  Gablenz  erhebt  Schlichting  eine  ganze  Reihe  von  Anklagen. 
Gablenz  hätte  das  Eipeler  Loch  schliessen  müssen.  Das  konnte  er  gar 
nicht,  denn  er  hatte  schlechterdings  gar  keine  Truppen  mehr  zur  Ver- 
fügung. Gablenz  hatte  die  Gefahr  sehr  richtig  erkannt,  er  hatte  die 
Brigade  Knebel  in  Reserve  gehalten,  aber  General  Knebel  hatte  gegen 
den  Befehl  von  Gablenz  den  Sturm  auf  den  Kapellenberg  untemonunen 
und  dadurch  den  Sieg  bei  Trautenau  entschieden.  Damit  war  aber 
die  letzte  Kraft  verbraucht,  Gablenz  hatte  keine  Brigade  mehr,  die  er 
gegen  Eipel  schicken  konnte.  Wie  das  alles  gekommen  ist^  habe  ich 
in  dem  genannten  Buche  ausführlich  geschildert.  Ebendaselbst  habe 
ich  weiter  erzählt,  wie  Gablonz  sich  bemüht  hat,  sich  bei  Praussnitz- 
Kaile  zu  sichern,  und  wie  auch  hier  Benedek  mit  unglücklicher  Hand 
eingegriffen  hat.  Die  Vorwürfe,  die  Schlichting  gegen  Gablenz  erhebt, 
sind  grösstenteils  ungerechtfertigt.  Ungerechtfertigt  ist  auch  die  Be- 
hauptung, Gablenz  hätte  bei  ausreichender  eigener  Umsieht  geordnet 
an  die  Elbe  zurückkommen  müssen  (Schlichting  S.  93).  Gablenz  hatte 
am  27.  gesiegt,  war  am  28.  geschlagen  worden,  sein  Korps  hatte  am 
27.  und  28.  schwer  gelitten,  war  an  beiden  Tagen  durch  grosse  Märsche 
sehr  angestrengt  worden,  die  Hitze  war  gross,  der  direkte  Rückzugsweg 
über  Praussnitz- Kaile  war  von  den  Preussen  abgeschnitten  worden, 
Gablenz  musste  einen  Umweg  machen^  und  trotzdem  langte  er  am  29. 
noch  vor  den  Preussen  bei  Königinhof  an.  Ist  das  nicht  eine  an- 
erkennenswerte Leistung? 

So  führt  der  Versuch,  Benedek  zu  „retten",  dahin,  dass  andere 
Generale  unverdient  herabgesetzt  werden.  Alles,  was  menschlich  Benedek 
entschuldigen  kann,  wollen  wir  gern  als  Milderungsgrund  anerkennen, 
aber  offenkundige  Fehler,  die  er  selbst  begangen,  anderen  aufbürden, 
das  verstösst  gegen  die  historische  Wahrheit  und  Gerechtigkeit.  Wenn 
Benedek  in  vielen  Fällen  darum  schuldlos  ist,  weil  in  der  öster- 
reichischen Armee  manche  verrotteten  ZustHnde  herrschten,  die  nicht 
mit  kurzer  Hand  zu  beseitigen  waren,  so  muss  dieselbe  Entschuldigung 
auch  für  seine  Untergenerale  gelten.  Die  Behandlung,  die  der  öster- 
reichische Staat  nach  1866  dem  imglücklichen  Feldherm  widerfiEihren 
Hess,  war  eine  unwürdige  und  unverdiente,  die  „Rettungen^'  aber,  die 
jetzt  vorsucht  werden,  fördern  die  historische  Kenntnis  nur  selten,  sie 
richten  eher  Verwirrung  an. 

Berlin.  Richard  Schmitt. 


127 


Nachrichten  nnd  Notizen  I. 

DieVaterunser-Erklärung  desHerzogsAlbrecht  vonPreussen 
▼om  Jahre  1530.    Um  einem  angelegentlichen  Wunsche  seiner  Gemahlin 
Dorothea  nachzukommen,  hatte  sich  Herzog  Albrecht  entschlossen,  ihr  zur 
täglichen:  üebnng  und  Erbauung  eine  Vaterunser -Erklärung  zu  schreiben. 
Der  WorÜaut  dieser  Gebetsbetrachtung  war  bisher,  wie  es  scheint,  nur  aus 
einer  in  dem  Königlichen  Staats- Archiv  in  Königsberg  aufbewahrten  Hand- 
schrift, einem  eigenhändigen  Konzept  des  Herzogs,  bekannt.    Auf  Grund 
dieses   Konsepts   hat   auch  Tschackert   in   seinem  Urkundenbuch   zur  Re- 
formationsgeschichte  des  Herzogtums  Preussen  (Bd.  H,  Nr.  694)  das  kleine 
Werk  kun  skizziert,  er  war  indessen  nicht  in  der  Lage,  nach  dieser  Hand- 
schrift die  Abfassungszeit  genau  zu  bestimmen,  und  musste  sich  damit  be- 
gnd^n,  aus  dem  Umstände,  dass  Albrecht  bereits  den  „Catechismum  Lutheri'^ 
erwähnt,  auf  eine  Entstehungszeit  „nach  1529^^  zu  schliessen.    Mehr  Licht 
bringt  nan  eine  Handschrift  der  Rostocker  Universitäts-Bibliothek  in  die 
Sache.     Das  dort  vorhandene  Manuskript  nämlich,  das  jedenfalls  aus  der 
Bttchersammlung    des    mecklenburgischen   Herzogs   Johann   Albrecht,    des 
Scliwie^rsohnes  Herzog  Albrechts  von  Preussen  stammt,  ist  oifenbar  die 
endgültige,  von  dem  herzoglichen  Verfasser  selbt  angefertigte  und  ffilr  die 
Oemi^ilin  bestimmte  Niederschrift,  und  enthält  als  solche  auch  die  voll- 
8tän<iige,  genau  datierte  Widmung,  deren  Schluss  lautet:  „Datis  Kunigs- 
piorgk  Simonis  und  Jude  das  ist  den  28.  octobris  Anno  1530.    E.  L.  gantz 
sngeeigender  Albrecht  marggraff  zu  Brandenpurgk  etc.  in  preussen  hertzog 
etc."     Im  ganzen  umfasst  das  mit  Goldrand  versehene  Rostocker  Exemplar 
48  beschriebene  und  3  leere  Blätter  in  klein  8»  (16  x  10  cm);  der  Einband 
ist  neu.     Auf  die  eigentliche  Vaterunser-Erklärung  kommen  29  Blätter  und 
1  Seite,   auf  die  Widmung  6  Blätter  und  1   Seite;    angefügt   sind   noch: 
1)  ,JEin  gar  ser  hübsche  betrachtimg  von  der  treieinigkeit  so  der  mensch 
amb  morgen  aufstehet";  2)  „Ein  bekentnus  und  gepete  so  ein  mensch  zu 
pette    wil   gehen";    8)   Die   mosaische   Segensformel;    4)    Ein    Gebet  beim 
Empfang  des  hl.  Abendmahls.  —  Sollte  die  bisher  noch  nicht  gedruckte 
Gebettf- Auslegung  Herzog  Albrechts,  die  mit  grosser  Innigkeit  und  in  echt 
erbaulicher  Tonart  geschrieben  ist,  einmal  eine  Veröffentlichung  verdienen, 
so  wäre  jedenfalls  das  Exemplu  der  Rostocker  Universitäts-Bibliothek  zu 
berficksichtigen.  Dr.  G.  Kohfeldt. 

Auf  S.  80  meiner  Schrift  „Deutschland,  König  Friedrich  Wilhelm  IV. 
und  die  Berliner  Märzrevolution"  (Halle  a/S.  1901)  verweise  ich  auf  eine 
SteUe  aus  den  Denkwürdigkeiten  Gerlachs  (I  130),  in  der  bemerkt  wird,  die 
eiorige  Möglichkeit  für  Preussen,  der  Revolution  zu  widerstehen,  habe  darin 


128  Nachrichten  und  Notizen  I. 

bestanden,  , jedwede  Eonzession  zu  vermeiden,  statt  Landtage  eine  Armee 
zu  versammeln,  den  Bund  aufzufordern,  sich  anzaechliesBen ,  dem  Prinzen 
von  Preussen  das  Kommando  am  Mittelrhein,  einem  Erzherzoge  das  einer 
Reserve  in  Franken  zu  geben'^;  Gerlach  fügt  hinzu,  er  habe  geraten,  dem 
Kommando  des  Prinzen  von  Preussen  das  8.  und  10.,  dem  des  Erzherzogs 
das  7.  und  9.  Armeekorps  zu  unterstellen.  Sowohl  aus  den  erwähnten 
Ziffern  der  Armeekorps,  wie  auch  aus  der  Bemerkung,  der  Bundestag  soll 
aufgefordert  werden,  sich  Preussen  anzuschliessen,  geht  hervor,  dass  Gerlach 
dabei  nicht  an  die  Armeekorps  des  preussischen,  sondern  des  Bundesheeres 
denkt.  Es  kann  also  nicht  im  geringsten  davon  die  Rede  sein,  dass  Gerlach, 
wie  ich  irrtümlich  behauptet  habe,  einen  österreichischen  Erzherzog  mit 
dem  Kommando  über  zwei  preussische  Armeekorps  betraut  wissen  wollte. 

F.  Rachfahl. 
Schaer,  Alfred,  Die  altdeutschen  Fechter  und  Spielleute.     Eün  Beitrag 
zur  deutschen  Culturgeschicht«.     Strassburger  Dissertation.     Strassburg, 
K.  I.  Trübner.     1901.  207  S.  8'\ 

Lange  Zeit  war  die  Forscherthätigkeit  der  Germanisten  fast  ausschliess- 
lich auf  die  sprachliche  und  litterargeschichtliche  Seite  ihres  Gebietes  ge- 
richtet. Die  Untersuchung  der  deutschen  Altertümer  dagegen  wurde  nur 
wenig  gepflegt  und,  obgleich  gerade  dazu  der  deutsche  Philologe  häufig 
vor  andern  berufen  sein  musste,  den  Vertretern  anderer  Disziplinen  über- 
lassen. Neuerdings  aber  ist  darin  ein  erfreulicher  Wandel  eingetreten: 
man  erkennt  mehr  und  mehr,  welche  kostbaren  Schätze  hier  noch  zu  heben 
sind;  und  namentlich  die  jüngeren  Kräfte  der  germanistischen  Wissenschaft 
fangen  an  mit  frischer  L^ntemehmungslust  das  dankbare  Feld  zu  bebauen. 
Als  einen  willkommenen  Beitrag  in  dieser  Richtung  begrüssen  wir  die 
vorliegende  Untersuchung  eines  jungen  Gelehrten  aus  der  Schule  dei 
Strassburger  Germanisten  Ernst  Martin  über  einen  den  Kulturhistoriker 
in  hohem  Mass  interessierenden  Gegenstand,  auf  den  wohl  da  und  dort 
vereinzelt  hingewiesen  worden  war,  ohne  dass  er  aber  bislang  eine  um- 
fassende wissenschaftliche  Behandlung  erfahren  hätte. 

Es  handelt  sich  um  die  eigenartigen  Zusammenhänge  und  Wechsel- 
beziehungen, die  zwischen  den  altdeutschen  Fechtern  und  Kämpen  einer- 
seits, den  Spielleuten,  fahrenden  Dichtem  und  Sängern  andrerseits  in 
ihren  Kunstausdrücken  wie  in  ihren  Lebensverhältnissen  bestehen.  Der 
Verfasser,  der  sich  mit  Umsicht  und  Sorgfalt  über  die  weitverzweigten 
Hilfsmittel  und  Quellenmaterialien  gut  unterrichtet  hat,  giebt  zunächst 
eine  kurze  Vorgeschichte  der  beiden  Berufsarten  und  einen  üeberblick  über 
ihre  historische  Entwicklung  bis  zum  Ausgang  des  Mittelalters,  beschreibt 
ihre  Lebensweise  und  ihre  Einrichtungen  und  erörtert  schliesslich  eingehend 
die  gegenseitigen  Beziehungen  der  beiden  Gruppen  nach  den  verschiedensten 
Seiten,  im  Hinblick  auf  ihre  Standes-  und  Lebensverhältnisse,  auf  ihre 
soziale  und  rechtliche  Stellung,  auf  ihre  Berufs-  und  Kunstsprache.  Zahl- 
reiche, meist  recht  gut  ausgewählte  litterarische  Belege  bilden  für  die  mit 
klarem  Urteil  vorgetragenen  Darstellungen  die  wissenschaftliche  Grundlage 
oder  Erläuterung. 

Die    vorliegende    geschickte  Verwertung   eines    an   sich    sprGden   und 


Nachrichten  und  Notizen  I.  129 

schwierigen  Stoffes  verpflichtet  den  Historiker  wie  den  Germanisten  zu  auf- 
richtiger Anerkennung.  Möge  der  Verfasser  daraus  die  Aufmunterung  ent- 
nehmen zu  rüstigem  Fortschreiten  auf  dem  betretenen  Oebiet. 

Karlsruhe.  Karl  Brunner. 

Statuts  d*Hotels-Dieu  et  de  L^proseries,  recueil  de  teztes  du 
XU*  au  XIV*  si^cle,  publik  par  L^on  le  Grand  Paris,  A.  Picard  et  fils, 
CoUection  de  textes  pour  servir  k  T^tude  et  k  Tenseignement  de  Thistoire, 
1901,  286  S.  —  Der  Archivar  aux  archives  nationales,  L.  le  Grand,  giebt 
im  Torli^enden  Bande  die  Statuten  der  Hotels -Dieu  und  der  L^proseries 
aus  dem  12.  bis  14.  Jahrhundert  zum  Teil  nach  vorhandenen  Editionen  zum 
Teil  erstmalig  auf  Grund  der  Manuskripte  heraus.  Wir  besitzen  jetzt  in 
dieser  Dokumentensammlung,  die  in  trefflicher  und  übersichtlicher  Weise 
publiziert  sind,  die  Quellen,  die  uns  einen  Einblick  in  die  Thätigkeit  der 
mittelalterlichen  Eärche  Frankreichs  für  die  Kranken-  und  Aussätzigenpflege, 
das  bedeutsamste  Stück  christlicher  Liebesthätigkeit,  gewinnen  lassen. 
In  der  beigegebenen  Einleitung  wird  die  Organisation  der  Kranken-  und 
Aussätzigenhäuser  behandelt.  Neben  der  Begel  Augustins,  die  die  (Grund- 
lage aller  dieser  Genossenschaften  war,  hatten  sie  besondere  Statuten.  Seit 
Anfang  des  11.  Jahrhunderts  wurden  diese  kodifiziert,  und  zwar  hatten  den 
Anstoss  die  Statuten  des  Johanniterhospitals  zu  Jerusalem  von  Raimund 
Ton  PuiB  gegeben.  Am  Anfang  des  14.  Jahrhunderts  hatten  die  meisten 
einflussreichen  Institute  ihre  definitive  Organisation  empfangen,  und  in  der 
Folgezeit  ging  die  Krackenpflegerorganisation  rasch  ihrer  Auflösung  ent- 
gegen. Während  die  Statuten  der  Krankenhäuser  sich  in  verschiedene 
Gruppen  sondern  und  auf  verschiedene  Quellen  zurückgehen,  sind  die 
Statuten  der  Aussätzigenhäuser,  deren  berühmtestes  St.  Lazare  in  Paris 
war,  viel  gleichartiger. 

Heidelberg.  Grützmacher. 

B.  Weissenborn.    Die  ElbzOlle  und  Eibstapelplätze  im  Mittelalter.    Halle 
a.  d.  S.    C.  A.  Kämmerer  &  Co.     1901.    246  S.    M.  3.60.    gr.  8^ 

Der  Verfasser  behandelt  zwei  Fragen:  „welche  Zölle  und  Stapelplätze 
sind  in  gewissen  Zeitrilumen  nachweisbar,  in  wessen  Besitz  befinden  sie 
sich  und  welche  Rolle  spielen  sie  in  der  Finanz-  und  Handelsgeschichte^S 
und  ^welche  Nachrichten  haben  wir  in  Betreff  der  Zollerhebung  und  Zoll- 
politik aus  dem  im  vorigen  behandelten  Gebietes  Er  erklärt  seine  Arbeit 
für  „die  erste  zusammenhängende  Darstellung  der  mittelalterlichen  ZoD- 
und  Stapelverhältnisse  an  der  Elbe  und  in  deren  nächster  Umgebung*\  so- 
dass „nunmehr  zollgeschichtliche  Untersuchungen  allgemeinem  Charakters 
auch  das  Eibgebiet  mit  in  Verwendung  ziehen  können*^  Das  wäre  allerdings 
eine  sehr  erfreuliche  Leistung,  denn  ein  dringendes  Bedürfnis  nach  einer 
derartigen  Arbeit  ist  seit  langer  Zeit  unbestreitbar.  Aber  das  vorliegende 
Buch  kann  als  eine  Befriedigung  desselben  nicht  angesehen  werden,  es  ist 
auch  weder  zusammenhängend  noch  Darstellung. 

Der  Verfasser  erschwert  die  Benutzung  seines  Buches  aufs  äusserste, 
denn  kein  einziger  der  120  Abschnitte  des  ersten  und  der  12  Abschnitte  des 
zweiten  Teils  ist  im  Inhaltsverzeichnis  mit  Seitenzahlen  versehen.  Das 
ginge  noch,  wenn  die  Kapitel  wenigstens  forüaufend  gezählt  wären.    Aber 

Hittor.  YicTtaljAbxvehrüt.  190S.  1.  9 


130  Nachrichten  und  Nottsen  I. 

da  mufls  man  z.  B.  über  die  Zollverhältnisse  in  Magdeburg  im  enteä  Teile 
heromsuchen  unter  den  Signaturen  A.  o.  2.  ß,  B.  1.  b.  ^,  B.  8.  b.  1,  B.  S.  b.  a, 
C.  b.  ß,  je  nachdem,  ob  eine  Nachricht  über  dieselben  aus  der  Zeit  tot  liOO, 
1300,  1400,  1500  oder  später  stammt.  Hieraus  ergiebt  sich  das  Weitere, 
dass  er  über  ein  ganz  äusserliches  Einteilungsschema  nicht  hinansgekommen 
ist.  Innerhalb  jedes  Jhs.  wird  für  den  ganzen  Elblauf  von  der  Quelle  bis 
zur  Mündung  ZoUst&tte  bei  Zollstätte  das  Material  dargeboten.  Eine  zu- 
sammenhängende Darstellung  ist  dadurch  von  selbst  ausgeschlossen.  Wert- 
volles und  Unwesentlichstes  mit  vielen  Druckfehlem  g^t  im  Text  bunt  dureh 
einander  und  wird  als  gleichwertig  erörtert.  Der  Nutzen  teztenÜaflieiider 
Anmerkungen  ist  unbekannt  und  der  Stil  mindestens  unbeholfen.  Manch- 
mal ist  der  Verfasser  nicht  in  der  Lage,  viel  zu  sagen,  so  für  das  15.  Jh. 
vom  Oberlauf  der  Elbe,  „wegen  des  Hussitenkrieges  und  der  mangelnden 
Publikation  ist  von  den  Zollverhältnissen  dieses  Jhs.  in  diesem  Teile  der 
Elbe  wenig  bekannt^  (S.  141).  Manchmal  durchbricht  eine  Vorliebe  für 
Freihandel  und  Wasserstrassen  etwas  überflüssig  die  trockene  Erörterung 
(S.  141.  246).  Die  Bezeichnung  des  toten  Erzbischofs  von  Magdeburg: 
„eine  so  hohe  Leiche^^  (S.  8)  ist  ungewöhnlich  und  der  „wilde  dentsehe 
Osten  zur  Zeit  der  Slavenkämpfe*^  (S.  7)  (er  war  übrigens  damals  garmcht 
deutsch)  erinnert  an  den  ungleich  bekanntem  „wilden  Westen^\ 

W.  hat  es  sich  gewiss  viel  Mühe  kosten  lassen,  aus  den  versehiedenen 
Publikationen  das  Material  zusammenzutragen.  Aber  er  ist  leider  selum 
bei  der  allerersten  Vorarbeit,  der  Sichtung  des  Materials  und  der  Eommen- 
tierung  der  von  ihm  gesammelten  Nachrichten  stehen  geblieben.  Als 
Materialsammlung  zu  einer  Oeschichte  der  mittelalterlichen  Zollverhältniise 
an  der  Elbe  mag  seine  Arbeit  brauchbar  sein  und  sie  leistet  auch  in  der 
Weise  Dienste,  dass  sie  aufmerksam  macht  auf  wichtige  Nachrichten  mr 
Geschichte  des  Elbhandels  und  dass  sie  die  zahlreichen  Zollstätten  an  der 
Elbe  und  die  Zeiten  ihrer  Benutzung  für  das  Mittelalter  zusammenstdli 

Kiel.  Daenell. 

Hans  Kaiser,  Collectarius  perpetuarum  formarum  Johannis 
de  Qejlnhusen,  Innsbruck  1900,  bietet  eine  Neuausgabe  dieses  von  einem 
ehemaligen  Registrator  der  Kanzlei  Karls  FV.  angelegten  Formelbuches.  Der 
Herausgeber  zeigt  sich  mit  der  heutigen  Editionstechnik  vertraut:  dem  bis 
auf  kleine  Versehen  imd  wenige  Druckfehler  zuverlässigen  Text  ist  die  beste, 
aber  unvollständige  Giessener  Hs.  zugpnindegelegt,  in  zweiter  Linie  werden 
Cod.  Vat.  8995  imd  für  die  in  der  Giessener  Hb.  jetzt  fehlenden  Teile  der 
Druck  Hoffinanns  (1787)  herangezogen.  Beigegeben  sind  eine  Konkordans- 
tabelle  der  beiden  Ausgaben  und  Verzeichnisse  der  Eingangsworte  und 
Eigennamen.  Leider  wird  die  Benützung  dadurch  erschwert,  dass  die 
für  jede  Ausgabe  eines  Formelbuches  unentbehrlichen  kritischen  Bemcv- 
kungen  über  Charakter  und  Ausstellungszeit  der  einzelnen  Formulare  zwei 
Jahre  zuvor  in  einer  eigenen  Schrift,  der  Dissertation  des  Herausgebers^ 
publiziert  worden  sind.  Die  dort  (Kaiser,  Der  Coli.  perp.  form,  des  Johann 
von  G^elnhausen  S.  10  Nr.  1)  als  zweifellos  hingestellte  Identität  Johanns 
von  Gelnhausen  mit  Johann  von  Gumpolcz  muss  K.  nach  den  Einwänden 
Burdachs  und  Tlulras  fallen  lassen  (Vorwort  VH  f.);  dadurch  erfahren 


Naehnchten  und  Notizen  I.  131 

Anaföhnmgen  über  Oelnhaosens  Lebensgang  (Kap.  1  der  ersten  SchriÜ) 
«ine  wesentliche  Modifikation.  Die  in  der  Diaeertation  sra  n^  8  und  944  ge- 
gebenen Erkl&ningen  werden  berichtigt.  Ueber  die  Persönlichkeit  und 
anderweitige  Th&tigkeit  G^elnhaosens  ist  jetzt  auch  zu  vergleichen  A.  Zycha, 
Dm  b^Ounische  Bergrecht  des  Mittelalters  (Berlin  1900)  S.  106. 

Wien.  J.  Lechner. 

August  Seraphim,  Eine  Schwester  des  grossen  Kurfürsten,  Luise  Clharlotte, 
Markgräfin  von  Brandenburg,  Herzogin  von  Kurland  (1617 — 1676).  Quellen 
und  Untersuchungen  zur  Geschichte  des  Hauses  Hohenzollem.  Heraus- 
gegeben von  Ernst  Bemer.  Zweite  Reihe:  Biographien  L  Berlin,  Ver- 
lag von  Alexander  Duncker  1901.  8^.  162  S. 
Eine  ergebene  Dulderin  ist  es,  deren  Biographie  die  zweite  Beihe  der 
neuen  Bemerschen  Publikation  erO&et,  keine  besonders  stark  ausgeprägte 
Individualität,  interessant  nur  um  der  allgemeinen  Verhältnisse  willen,  mit 
denen  ihr  Dasein  verknüpft  gewesen  ist.  Nach  dem  Tode  ihres  ersten 
Bräutigams,  des  Markgrafen  Ernst,  vermählte  sich  Luise  Charlotte  mit  dem 
Herzog  Jakob  von  Kurland:  eine  brandenburgische  Prinzessin  konnte  1646 
noch  keine  grossen  Ansprüche  machen,  auch  war  sie  damals  über  die  erste 
Jugendblüte  bereits  hinaus.  In  der  neuen  Heimat  wurde  sie  die  Gründerin 
einer  kleinen  reformierten  Gemeinde;  ihr  um  die  Aussöhnung  der  Evange- 
lischen bedachter  Gemahl  legte  ihrem  Bekenntnis  kein  Hindernis  in  den 
Weg.  Der  schwedisch -polnische  Krieg  brachte  dann  schweres  Herzeleid 
über  beide;  in  der  Nacht  von  9.  zum  10.  Oktober  1668  in  Mitau  aufgehoben, 
blieben  sie  bis  zum  Frülijahr  1660  die  Gefangenen  Karls  X.  Gustavs:  zur 
Strafe  für  den  Eifer,  mit  dem  Luise  Charlotte  die  Bemühungen  des  kaiser- 
lichen Gesandten,  Brandenburg  wieder  auf  Polens  Seite  zu  ziehen,  unter- 
stützt hatte.  Die  letzten  16  Jahre  waren  erfüllt  von  der  Sorge  um  die  Er- 
ziehung der  Söhne  und  die  Vermählung  der  Töchter,  wobei  sich  die  Leere 
der  herzoglichen  Kasse  arg  fühlbar  machte.  Der  Grosse  Kurfürst,  der  bei 
der  Verheiratung  der  älteren  Nichte  mit  dem  Prinzen  Friedrich  von  Hom- 
burg den  Vermittler  spielte,  hat  es  ungemein  peinlich  empfanden,  dass  sein 
Schwager  so  saumselig  in  der  Auszahlung  der  Mitgift  war:  ,J)iese8  mag 
der  Gebrauch  in  Churlandt  zwischen  den  Bauern  sein,*'  schreibt  er  einmal, 
„aber  in  Deutschland  Unter  den  fürstlichen  Persohnen  ist  es  nicht  Her- 
kommen noch  erheret."  Wie  herzlich  der  brave  Reiterführer  gleichwohl 
seine  „Engelsdicke"  geliebt  hat,  ist  bekannt;  auch  die  jüngere  Schwester 
Marie  Amalie  fand  in  Landgraf  Karl  von  Hessen  einen  treuen  (hatten;  ihr 
Glflck  hat  der  Mutter  noch  etwas  den  Lebensabend  verschönert. 

Fünf  Briefe  Luise  Charlottens  aus  Iwangorod,  wohin  sie  1669  verbannt 
,  teilt  Seraphim  im  Anhang  mit,  einige  charakteristische  Stellen  aus 
Korrespondenz  mit  dem  Bruder  im  Text.  Die  gemeinsame  religiöse 
Atmosphäre,  in  der  beide  aufgewachsen  sind,  ist  unverkennbar;  im  Tem- 
perament dagegen  lässt  diese  sanfte  Frau  schwerlich  die  Schwester  des 
Groaeen  Kurfürsten  erkennen.  Paul  Haake. 

F.  V.  Demelitsch  hat  in  den  Fontes  rerum  Austriacamm,  Diplomata 
Bd.  49  auB  dem  Geh.  Haus-,  Hof-  und  Staatsarchiv  zu  Wien:  „Akten- 
stücke z.  G.  der  Koalition  v.  J.  1814*'  publiziert,  deren  Vorwort  vom 

9» 


132  Nachrichten  und  Notizen  I. 

Juli  1899  ist.  Diese  an  eich  dankenswerte  Veröffentlichung  ist  durch  die 
nur  wenig  spätere  Arbeit  Foumiers:  Der  Eongress  von  Chatillon  (vergL 
Historische  Yierteljahrschrift  1900,  S.  588)  selbstverständlich  hinsichtlich 
der  Durchdringung  des  Gegenstandes,  aber  auch  an  Reichhaltigkeit  der 
Stoffsammlung  bedeutend  überholt.  Nur  hier  und  da  wird  sich  noch  eine 
Einzelheit  gewinnen  lassen.  So  ergiebt  Nr.  60  vom  9.  März  einen  neuen 
Gesichtspunkt  för  die  vorher  beliebte  Einschränkung  der  Vollmacht  der  in 
Chatillon  vereinten  Gesandten.  Das  auch  bei  Foumier  abgedruckte  Tage- 
buch Florets  ist  bei  Demelitsch  (S.  488  f.)  vermehrt  um  eine  nicht  un- 
interessante Eintragung  vom  9.  März  über  ein  Gespräch  mit  de  la  Beanardi^re, 
wobei  dieser  Oesterreich  argrwöhnisch  zu  machen  suchte  gegen  die  drohende 
Hegemonie  Preussens  über  Deutschland.  H.  U. 

Die  von  Richard  Fleischer  herausgegebene  Monatsschrift  Deutsche 
Revue,  welche  sich  immer  durch  die  Veröffentlichung  wichtigen  biogra- 
phischen Materials  von  Politikern  und  Staatsmännern  des  19.  Jahrhunderts 
ausgezeichnet  hat,  bringt  im  Januarheft  ihres  27.  Jahrganges  (1902)  ausser 
der  Fortsetzung  der  „Erinnerungen  aus  meinem  Berufsleben^*  des  General- 
obersten Freiherrn  v.  Loe  unter  anderen  auch  den  Anfang  der  ,^enk- 
Würdigkeiten  des  Generals  und  Admirals  Albrecht  von  Stosch^S  Briefe 
und  Tagebücher,  die  sehr  interessant  zu  werden  versprechen. 

Von  Otto  Hübners  rühmlichst  bekannten  Geographisch-statis- 
tischen Tabellen  aller  Länder  der  Erde  ist  kürzlich  die  50.  (Jubiläums-) 
Ausgabe  f^  das  Jahr  1901  erschienen.  Die  Herausgabe  besorgte  Prof.  von 
Juraschek.    Verlag  von  H.  Keller  in  Frankfurt  a.  M. 

Deutsches  Historisches  Institut  in  Rom.  Die  Eingrabe  der  Mar- 
burger Historiker  an  den  Reichskanzler,  die  von  zahlreichen  deutschen 
Historikern  unterstützt  worden  ist  (vgl.  Hist.  Viertelj.  1901.  S.  272 f.)  und 
die  ein  deutsches  historisches  Institut  an  Stelle  des  preussischen  wünschte, 
hat  nicht  vollen  Erfolg  erlangt.  In  der  That  stehen  gegenwärtig  der  Er- 
richtung eines  reichsdeutschen  Instituts  gewichtige  Bedenken  entgegen.  Doch 
soll  das  fortbestehende  preussische  Institut  mit  reicheren  materiellen  Mitteln 
ausgestattet  und  damit  in  die  Lage  gesetzt  werden,  grössere  Angaben  zu 
lösen.  Zum  Leiter  wurde,  nachdem  der  Marburger  v.  d.  Ropp  den  an  ihn 
ergangenen  Ruf  abgelehnt  hat,  Prof.  Alois  Schulte  aus  Breslau  bestinuni 

Personalien.  Ernennungen  und  Beförderungen.  Akcukmien  und 
Gesellschaften.  Der  o.  Prof.  der  Geschichte  in  Freiburg  Dove  wurde  als 
Nachfolger  Erdmannsdörffers  zum  Vorstand  der  Grossh.  Badischen  Historischen 
Kommission  gewählt.  —  Die  Gesellschaft  der  Wissenschaften  in  Göttingen 
wählte  bei  Gelegenheit  der  Feier  ihres  hundertfünfzigjährigen  Bestehens  den 
o.  Prof.  der  Rechtswissenschaft  in  Göttingen  Planck  zum  Ehrenmitglied 
und  ernannte  zu  auswärtigen  Mitgliedern:  den  Präfekten  der  Vatikanischen 
Bibliothek  P.  Ehrle  in  Rom,  Dr.  Imhoof-Blumer  in  Winterthur,  Prof 
Dr.  Wilma n  ns  in  Bonn.  Desgleichen  zu  korrespondierenden  Mitgliedern  der 
phil.-hist.  Klasse:  die  Prof.  Löschcke  und  v.  Bezold  in  Bonn,  Niese  in 
Marburg,  Robert  in  Halle,  J.  Wackernagel  in  Basel,  Windelband  in 
Strassburg,  Partsch  in  Breslau,  Berger  in  Leipzig,  Homolle,  Monod 


Nachrichten  und  Notizen  L  133 

und  Sorel  in  Paris,  R.  de  Hinojosa  in  Madrid,  Jonsson  in  Kopenhagen. 
—  Der  0.  Prof.  des  Staats-,  Völker-  und  Eirchenrechts  in  Bonn  Hüffer, 
wurde  von  der  Akademie  des  sciences  morales  et  politiques  zum  korr.  Mitglied 
gew&hlt.  Der  Gymnasialprofessor  Theodor  Knapp  ist  zum  Doktor  der 
Philosophie  in  Tübingen  honoris  causa  promoviert  worden. 

ünipersitäten.  Der  o.  Prof.  der  Geschichte  Prutz  in  Königsberg  wird 
mit  Schluss  des  Wintersemesters  wegen  eines  Augenübels  seine  Vorlesungen 
an^ben.  Der  a.  o.  Prof.  Seckel  in  Berlin  ist  zum  o.  Prof.  für  römisches 
Recht  ernannt  worden.  Der  a.  o.  Prof.  Giemen  in  Bonn  übernimmt  den  durch 
den  Rücktritt  Justis  erledigten  Lehrstuhl  für  Kunstgeschichte. 

Der  Privatdozent  für  alte  Geschichte  Lehmann  in  Berlin  ist  zum 
a.  o.  Prof.  ernannt  worden. 

Es  habilitierten  sich  in  Berlin  W.  von  Sommerfeld  für  Geschichte 
und  H.  Dade  für  Nationalökonomie,  in  Leipzig  E.  Friedrich  für  Geographie. 

Am  18.  Nov.  1901  starb  auf  Schloss  Trausnitz  bei  Landshut  im  Alter 
von  81  Jahren  der  Historiker  und  Kreis -Archivar  a.  D.  Edmund  Jörg, 
langjähriger  Herausgeber  der  Historisch -politischen  Blätter,  einer  der  be- 
kanntesten bayerischen  Ultramontanen,  die  geschichtswissenschafllich  und 
publizistisch  wirken. 

Am  20.  Nov.  1901  starb  im  77.  Lebensjahre  der  o.  Hon.  Prof.  des  Kirchen- 
ond  deutschen  Staatsrechts  Geh.  Legationsrat  Dr.  Karl  Ludwig  Aegidi 
in  Berlin,  dem  wir  eine  Reihe  von  wertvollen  staatsrechtlichen  Beiträgen 
zur  Geschichte  des  19.  Jahrhunderts  verdanken. 

Am  29.  Nov.  1901  starb  im  Alter  von  84  Jahren  der  o.  Prof.  des  deutschen 
Rechts  Geheimrat  Dr.  Gottfried  Heinrich  Gengier  in  Erlangen.  Er 
war  geboren  am  26.  Juli  1817  in  Bamberg  und  hatte  in  Würzburg  und 
Heidelberg  Rechtswissenschaft  studiert.  Im  Jahre  1848  habilitierte  er  sich 
in  Erlangen,  1847  wurde  er  dort  zum  a.  o.,  1861  zum  o.  Professor  der 
Rechte  ernannt.  Sein  Hauptarbeitsgebiet  war  die  städtische  Rechts-  und 
Verfaasungsgeschichte.  Wir  verdanken  ihm  die  Ausgabe  deutscher  Stadt- 
rechte des  Mittelalters  (1852)  und  den  Codex  iuris  municipalis  Germanici 
medii  aevi,  von  dem  leider  nur  der  1.  Band  (1868 — 67)  erschienen  ist.  Im 
Jahre  1882  veröfiTentlichte  er  sein  Werk  über  Deutsche  Stadtrechtsaltertümer 
and  noch  vor  wenig  Jahren  (1889 — 92)  eine  Reihe  scharfsinniger  Einzel- 
ontersuchungen  in  8  Heften  als  Beiträge  zur  Rechtsgeschichte  Bayerns. 

Am  6.  Dez.  1901  starb  im  88.  Lebensjahr  der  o.  Prof.  der  Geschichte 
in  Erlangen  Geheimrat  Dr.  Karl  von  Hegel.  Er  war  am  7.  Juni  1813  in 
Nürnberg  geboren  als  der  erste  Sohn  des  berühmten  Philosophen.  Auf  den 
CTniversitäten  Berlin  und  Heidelberg  studierte  er  Philosophie,  Phüologie, 
Fheologie  und  Geschichte.  Dann  war  er  eine  Zeit  lang  als  Hilfslehrer 
un  KöUnischen  G^ymnasium  in  Berlin  thätig,  bis  er  1841  einen  Ruf  als 
I.  o.  Prof.  der  Geschichte  nach  Rostock  erhielt.  Im  Jahre  1849  wurde  er 
nun  0.  Prof.  ernannt,  1866  nach  Erlangen  berufen,  wo  er  bis  an  sein  Lebens- 
snde  blieb,  während  der  letzten  Jahre  allerg^ngs  nicht  mehr  im  Lehr- 
unt.  Hegel  hat  neben  wertvollen  Arbeiten  über  Dante  und  florentiner 
beschichte,  neben  Beiträgen  zur  Geschichte  der  mecklenburgischen  Land- 
(tände  vornehmlich,  mit  grossem  Eifer  und  mit  grossem  Erfolge,  städte- 


134  Nachrichten  und  Notisen  I. 

geeehichÜiche  Forschungen  veröffentlicht.  Seine  (beschichte  der  St&dterap- 
verfassong  von  Italien  (1847  f.)  hat  grundlegende  Bedeutung.  Als  Leiter 
des  grossartigen  Unternehmens  der  Münchener  Historischen  Kommiüioa; 
der  Herausgabe  der  deutschen  Städtechroniken,  stand  er  im  Mittelpunkt 
der  städtegeschichtlichen  Studien  in  Deutschland.  In  seinen  vortrefflichoi 
Verfassungsgeschichten  von  Köln  und  von  Mainz  (1877,  1882)  hat  er  Wege 
gewiesen,  die  die  damals  irregeleitete  allgemeine  Städteforschnng  Ter- 
schmähte  und  die  erst  später  als  richtig  erkannt  wurden.  Noch  1891  erschieB 
das  grosse  zweibändige  Werk  „Städte  und  (bilden  der  germanischen  Yölkeif  ^ 
eine  erstaunlich  stoffreiche  Arbeit,  die  jedenfalls  das  Verdienst  beansprudiai 
darf,  die  fast  herrschende  Qildetheorie  gründlich  widerlegt  zu  haben.  Un- 
ermüdlich blieb  Hegel  auch  während  der  folgenden  Jahre  litteraiisck 
thätig.  1887  hatte  er  Briefe  von  und  an  6.  W.  I.  Hegel  veröffentlicht 
1900  erschienen  „Erinnerungen*^  die  manche  interessante  Beiträge  zur  Zeil- 
geschichte lieferten.  Aber  auch  Städteforschungen  trieb  Hegel  noch  in 
letzter  Zeit  eifrig.  Sein  Buch  „Entstehung  des  deutschen  StädteweaiDt» 
1898'*  zeigt  freilich  manche  Schwächen,  die  auf  das  hohe  Alter  def  Ver- 
fassers zurückzuführen  sind.  Noch  die  letzte  kurz  vor  seinem  Tode  in  te 
Festschrift  der  Universität  Erlangen  zur  Feier  des  80.  Greburtstogee  des 
bayr.  Prinzregenten  erschienene  Abhandlung  war  dem  deutschen  8iftdte- 
wesen  gewidmet.  In  Hegel  haben  die  deutschen  Geschichtsfoncfaer  ihm 
Nestor  verehrt. 

Entgegnung* 

Auf  die  Ausführungen  des  Herrn  Prof.  Rietschel  in  seinem  SchhM- 
wort,  Jg.  rV  dieser  Zeitschrift  S.  428,  erwidere  ich  das  folgende: 

1.  Die  Behauptungen  Rietschels  bezüglich  des  Ducangeschen  OloMart 
und  meiner  Verwendung  desselben  beruhen  in  aUen  Teilen  auf  UnwmhrheÜ 
Die  Ducangesche  Erklärung  —  es  handelt  sich  um  die  Bedeutung  des 
Hauban  —  ist  von  mir  von  Anfang  an  (s.  Mag.  und  Frat.  S.  12)  nur  tb 
die  eigene  Auffassung  von  Ducange  angeführt  worden.  Die  hieran  ge- 
knüpfte Behauptung  Rietschels  dagegen  (Hist.  Viert.  1901  S.  184)  —  die  be- 
treffende Urkunde  lasse  vollständig  offen,  ob  der  Hauban  in  Diensten  odff 
in  Naturalleistungen  bestand,  von  operae  sei  nicht  die  Rede  —  ist  voll- 
ständig unwahr.  Die  Leistungen  für  den  Hauban  werden  in  der  betreffenden 
Urkunde  wörtlich  als  Fronfuhren  (Quarra)  bezeichnet'  (vgl.  mein  (Jewerbe- 
recht  S.  78/79).  Wie  Rietschel  seine  Behauptungen  aufstellen  konnte,  iit 
mir  unerfindlich. 

2.  Es  ist  weiter  unwahr,  dass  ich  eine  von  R.  angegriffene  Behauptonf 
über  den  Gewerbekauf  unter  absichtlicher  Weglassung  der  entscheidendea 
Stelle  wiedergegeben  habe.  Die  angebliche,  mir  indess  von  R.  hei  miter- 
geschobene  Behauptung  —  weil  der  Gewerbekauf  an  einen  auaserhalb  des 
Handwerks  stehenden  Empfänger  zu  zahlen  ist,  soU  er  eine  hofrechtüdie 
Abgabe  sein  —  habe  ich  niemals  aufgestellt;  vielmehr  ging  meine  Be- 
hauptung Mag.  und  Frat.  S.  18/14  dahin,  dass  der  G^werbekauf,  den  ick 

'  Hierzu  treten  noch  die  Handdienste  der  Kleinbauern. 


136  Nachrichten  und  NoÜsen  L 

späteren  zünftlerischen  Meistergeld  als  einer  genossenschaftlichen  Oebühr 
unterscheidet.*^ 

Da  Herr  £.  als  sein  Problem  auf  S.  11  die  Erforschung  des  Charakters 
des  Gewerbekaufs  bezeichnet,  da  er  über  den  Gewerbekauf  nur  den  eben 
angefahrten  Passus  und  seine  Begründung  im  einzelnen  bringt  (S.  18 — 16), 
diese  Ausführungen  auf  S.  16  aber  mit  den  Worten  schliesst:  ^^Der  (bewerbe- 
kauf  ist,  wie  wir  nach  den  verschiedensten  Richtungen  gesehen  haben,  eine 
rein  grundherrliche  Abgabe",  so  musste  jeder  Leser  annehmen,  dass  die 
unter  Ziffer  1  bis  S  angeführten  Eigenheiten  zum  Beweise  des  gprundherr- 
liehen  Ursprungs  des  Gewerbekaufs  dienen  sollten.  Von  dieser  Annahme 
bin  auch  ich  in  meiner  Besprechung  Hist.  Vierteljahrschrifl  I  S.  120 
ausgegangen. 

Herr  E.  erhob  darauf  (ürsp.  d.  Zunftw.  S.  168  f)  gegen  mich  den  Vor- 
wurf, ihm  eine  Behauptung,  die  er  nie  aufgestellt  habe,  „untergeschoben^ 
zu  haben,  und  reproduzierte  zur  n&heren  Begründung  dieses  Vorwurfs  seinen 
oben  angeführten  Satz  über  den  Unterschied  Ton  Grewerbekauf  und 
Meistergeld,  aber  unter  Weglassung  der  entscheidenden  Worte 
„als  grundherrliche  Abgabe^S  Wer  also  nicht  noch  einmal  in  Eber- 
stadts  Mag.  und  Frat.  nachschlug,  musste  glauben,  E.  habe  thatsftchlich  an 
der  betreffenden  Stelle  nur  von  den  Unterschieden  von  Gewerbekauf  und 
Meistergeld,  nicht  aber  von  der  grundherrlichen  Natur  des  ersteren  gesproehen, 
und  konnte  mir  den  Vorwurf  der  Unterschiebung  einer  unrichtigen  Be- 
hauptung nicht  ersparen.  Dass  ein  Verfahren,  wie  das  E.*8che,  schSiftts 
Zurückweisung  verdient,  liegt  auf  der  Hand;  wenn  ich  in  meiner  Entgegnung 
von  einer  Verschiebung  des  Thatbestandes  gesprochen  habe,  so  habe  ich 
mich  noch  milde  ausgedrückt.  Gerade  zu  komisch  aber  wirkt  Herrn  E.*s  Be- 
hauptung, er  habe  den  Vorwurf  der  Weglassung  einer  entscheidenden  Stelle 
bereits  in  seinem  Urspr.  des  Zunftwesens  S.  168  f.  zurückgewiesen;  denn 
gerade  die  an  der  genannten  Stelle  aufgestellten  Behauptungen  veranlassten 
mich  ja  erst,  diesen  Vorwurf  zu  erheben. 

Nach  alledem  kann  ich  von  den  beiden  gegen  Herrn  E.  erhobenen 
Vorwürfen  nichts  zurücknehmen  und  nur  hinzufügen,  dass  die  Art,  wie 
Herr  £.  jetzt  den  Thatbestand  des  Streites  unter  Verschweignng  der  wich- 
tigsten streitigen  Punkte  darstellt,  den  ungünstigen  Eindruck  seiner  Arbeitt- 
und  Kampfweise  bei  mir  nur  verstärkt  hat. 

Tübingen,  d.  28.  Okt.  1901.  Siegfried  Bietschel. 


Nachrichten  und  Notizen  II.  137 


Nachricliten  nnd  Notizen  n. 

Neue  ArehiTlltteratnr« 

1.  Beinhold  Eoser,  Ueber  den  gegenwärtigen  Stand  der  archivalischen 
Forschung  in  Preussen  (Mitteilungen  der  K.  Preussischen  Archivverwaltung, 
Heft  1).    Leipzig,  S.  Hirzel,  1900.     40  S.    gr.  8^ 

2.  Max  Bär,  Geschichte  des  Königlichen  Staatsarchivs  zu  Hannover  (Mitt. 
d.  E.  Preuss.  Archiyverwaltung,  Heft  2).  Leipzig,  S.  Hirzel,  1900.  83  S. 
g.  8«. 

3.  Max  Bär,  üebersicht  über  die  Bestände  des  Eöniglichen  Staatsarchivs 
SU  Hannover  (Mitt.  d.  E.  Preuss.  Archiwerwaltung,  Heft  3).  Leipzig, 
S.  Hirzel,  1900.     VHI  und  129  S.    gr.  8«. 

4.  GeorgHille,  Üebersicht  über  die  Bestände  des  Eöniglichen  Staatsarchivs 
zu  Schleswig  (Mitt.  d.  E.  Preuss.  Archiwerwaltung,  Heft  4).  Leipzig, 
S.  Hirzel,  1900.    IV  und  64  S.     gr.  8®. 

6.  Inventare  des  Grossherzoglich  Badischen  Generallandes- 
archivs. Herausgegeben  von  der  Grossherzoglichen  Archivdirektion. 
L  Bd.  Earlsruhe,  Chr.  Fr.  Müller'sche  Hofbuchhandlung,  1901.  Vin 
und  820  S.     gr.  8<^ 

6.  PaulMitzschke,  Weg^weiser  durch  die  Historischen  Archive  Thüringens. 
Im  Namen  und  Auftrag  des  Thüringer  Archivtages  bearbeitet  und  her- 
ausgegeben.   Gotha,  F.  A.  Perthes,  1900.     XH  und  86  S.     S^. 

7.  EduardHeydenreich,  Die  Bedeutung  der  Stadtarchive,  ihre  Einrichtung 
und  Verwaltung.  Vortrag  gehalten  auf  Anregung  des  Thüringer  Archiv- 
tages auf  der  Hauptversammlung  des  Thüringer  Städteverbandes  in  Weimar 
am  30.  Juni  1900.     Erfurt,  Eejser'sche  Buchhandlung,  1901.     70  S.    8^ 

8.  Eduard  Heydenr eich.  Das  Archiv  der  Stadt  Mühlhausen  in  Thüringen. 
Der  Hauptversanmüung  des  Thüringer  Archivtages  am  12.  Mai  1891  dar- 
gebracht vom  Mühlhäuser  Geschichtsverein.  Mühlhausen  i.  Th.,  C.  Albrecht, 
1901.  n  und  66  S.  gr.  8.<»  Mit  1  Lichtdrucktafel,  1  lithogr.  Beig., 
1  Tondruck  uud  40  Holzschnitten. 

9.  Johann  Langer,  Das  E.  und  E.  Eriegs-Archiv  von  seiner  Gründung 
bis  zum  Jahre  1900.  2.  Auflage,  umgearbeitet  und  bis  auf  die  Gegen- 
wart ergänzt.    Wien,  E.  und  E.  Eriegs-  Archiv,  1900.    VI  und  206  S.    8^ 

In   archivalischen  Dingen   ist   während   des   letzten  Viertels   des 
19.  Jahrhunderts  ein  höchst  bemerkenswerter  Umschwung  zu  verzeichnen. 
Während   noch  vor  einem  Menschenalter   die  Archive  als  etwas  Schwer- 
HUtor.Yitrtf^alinclirift.  190S.  1.  10 


138  Nachrichten  und  Notizen  II. 

zugängliches,  fast  GeheimnisvolleH  galten  und  oft  von  ihren  Beamten  selbst 
80  behandelt  wurden,  versteht  es  sich  heute  —  last  möchte  man  schon  sagen, 
leider!  —  sogar  für  jede  halbwegs  anständig  sein  wollende  Dissertation  von 
selbst,  dass  sie  „auf  archivalischer  Grundlage  aufgebaut  ist/'  oder  wenig- 
stens „archivalisches  Material  mit  zuzieht/'  obwohl  andererseits  soviel  Ur- 
kunden, Rechnungen,  Akten,  Briefe  etc.  ediert  worden  sind  und  werden,  dass 
für  Anfängerarbeiten  Stoffe  genug  sich  aus  der  Verwertung  der  viel- 
fach brachliegenden  gedruckten  Quellen  ergeben  könnten.*  Vor  einem 
Menschenalter  hielt  die  Mehrzahl  der  deutschen  Archive,  wenn  sie  auch  ihre 
Schätze  selbst  zugänglich  machten,  von  ihren  Registranden  und  Repertorien 
die  Blicke  der  Benutzer  peinlich  fem;  nur  wenige  —  unter  den  grossen, 
vielbenutzten  deutschen  Archiven  vor  allem  das  Dresdner  —  waren  ver- 
trauensvoll und  einsichtig  genug,  dem  Benutzer  selbst  die  Möglichkeit  zn 
bieten,  die  Titel  der  Aktenbestände  zu  durchmustern  und  sich  auszusuchen, 
was  für  ihn  in  Betracht  kam.  Heute  ist  fast  überall  die  Benutzungserlaubnis 
nicht  mehr  an  umständliche  Genehmigungseinholung  bei  Ministerien  oder 
Oberpräsidien  geknüpft,  die  Zeitgrenzen  für  freie  Zugänglichkeit  sind  weiter 
in  die  neuste  Zeit  hinein  vorgerückt,  die  Registranden  nicht  bloss  ganz 
oder  doch  zum  Teil  zugänglich  geworden,  sondern  man  geht  noch  weiter: 
Handbücher,  Uebersichten,  genaue  luven tare  erscheinen  und  bestreben  sich, 
die  historischen  Fachgenossen  oder  alle  sonstigen  Interessenten  über  die 
Archivalien  eines  bestimmten  Gebietes  oder  bestimmter  Kategorien  zn  unter- 
richten, ihnen  die  Entstehung,  Einrichtung  und  Bestände  der  Archive  mehr 
oder  minder  eingehend  vorzuführen. 

Unter  diesen  Unternehmungen  ist,  schon  wegen  ihrer  Erstreckung  über 
den  grössten  Teil  Deutschlands,  von  allgemeinstem  Interesse  die  Serie  von 
kleinen  Einzelveröffentlichungen,  von  der  unter  dem  Namen  „Mitteilungen 
der  Kgl.  Preussischen  Archivverwaltung"  bisher  vier  Hefte  erschienen 
sind.  Der  Generaldirektor  der  Staatsarchive  selbst,  Reinhold  Eoser,  er- 
öffnet die  Reihe  mit  dem  ersten  Hefte:  „Ueber  den  gegenwärtigen 
Stand  der  archivalischen  Forschung  in  Preussen."  Er  führt  hierin 
einzeln  auf  die  Publikationen  aus  den  preussischen  Staatsarchiven,  die 
Urkunden  und  Aktenstücke  zur  Geschichte  des  grossen  Kurfürsten,  die 
Publikationen  der  Akademie  der  Wissenschaften  (Politische  Korrespondenx 
Friedrichs  des  Grossen,  Acta  Borussica,  Staatsschriften  etc.)  und  die  Pubb'- 
kationen  wissenschaftlicher  Vereinigungen  in  den  Provinzen;  er  behandelt 
die  in  jüngster  Zeit  besonders  eifrig  besprochene  und  betriebene  Erschliessung 
der  nicht  staatlichen  Archive  (Repertorisierung  ihrer  Bestände,  staatlicher 
Schutz  derselben)  und  macht  einige  Angaben  über  Umfang  und  Bedingungen 


^  Damit  soll  keineswegs  gesagt  sein,  dass  ein  Befähigter  nicht  auch  an 
archivalisch  zu  bearbeitende  Themen  herangehen  dürfe.  Aber  wie  oft  wächst 
die  Arbeit  schon  ganz  äusserlich  dem  Neuling  über  den  Kopf!  wie  oft  muss 
die  innerliche  Durchdringung  und  Verarbeitung  des  archivalischen  Rohmaterials 
darunter  leiden,  dass  schon  die  blosse  Zusammenbringung  desselben  zu  viel 
Arbeitszeit  und  -kraft  absorbiert,  Schvrierigkeiten,  die  bei  Arbeiten  auf  Grund 
gedruckten  Materials  guten  Teils  wegfallen! 


Nachrichten  und  Notizen  II.  139 

far  die  Benutzung  der  Staatsarchive  zu  Forschungszwecken.  Zusammen- 
stellungen über  die  amtliche  und  private  wissenschaftliche  Thätigkeit  der 
Archivbeamten  im  Jahre  1899  und  über  den  Personalbestand  der  Kgl. 
Prenssischen  Archiwerwaltung  beschliessen  das  Heft.  Sind  es  auch  meist 
nüchterne  Zusammenstellungen,  so  sprechen  sie  doch  beredter,  als  das  jede 
Lobesspende  vermöchte,  gerade  in  ihrer  Trockenheit  für  sich  selbst  und 
zeigen,  welche  Bedeutung  die  Archive  heute  im  wissenschaftlichen  Leben 
einnehmen  und  mit  Hecht  einzunehmen  berufen  sind. 

2.  Max  Bär  behandelt  die  Geschichte  des  Egl.  Staatsarchivs  zu 
Hannover.  Dasselbe  erwuchs  aus  dem  Calenbergischen  Archiv  (die 
Fürstentümer  Calenberg,  Göttingen,  Hannover,  Grubenhagen,  die  obere 
Grafschaft  Hoya  umfassend),  das  seit  1640  seinen  Sitz  in  Hannover  hatte, 
und  dem  Celleschen  Archiv  (Lüneburg -Celle,  Harburg,  Hoya,  Diepholz, 
Lauenburg),  das  seit  dem  16.  Jahrh.  in  Celle  sich  befand,  1714—22  nach 
Hannover  übergeführt  wiirde  und  mit  dem  Calenbergischen  Archive  dasselbe 
Gebäude,  seit  1765  auch  denselben  Vorstand  besass,  aber  erst  1775  mit  ihm 
vollständig  vereinigt  wurde  zum  Kurfürstlichen,  später  Egl.  Hannoverschen, 
seit  1866  Kgl.  Prenssischen  Staatsarchiv.  Wir  lernen  die  Schwierigkeiten 
kennen,  die  sich  der  Bildung  eines  geordneten  Archivs  entgegenstellten,  die 
unablässigen  Landesteilungen  und  Besitzverschiebungen,  die  mit  dem  Wechsel 
der  Residenzen  auch  einen  fortwährenden  Platzwechsel  der  Archive  oder 
einzelner  ihrer  Teile  bedingten,  wodurch  nicht  bloss  direkte  materielle  Ver- 
luste, Schäden  am  Bestände  verursacht,  sondern  auch  eine  systematische 
Ordnung  und  Repertorisierung  verhindert  wurde.  Bär  schildert  anschaulich 
diese  äusseren  Schicksale,  Wohnungsnöte,  Kriegsgefahren,  Umzüge  u.  s.  w., 
die  dienstliche  Thätigkeit  der  einzelnen  Beamten,  fär  die  leider  ihre  Archiv- 
thätigkeit  vielfach  nur  ein  Nebenamt  war;  unter  ihnen  sind  zahlreiche 
Träger  in  der  historischen  Wissenschaft  berühmter  und  bekannter  Namen, 
so  von  Meiern,  der  Herausgeber  der  Acta  pacis  Westfalicae,  Georg  Heinrich 
Pertz,  Karl  Ludwig  Grotefend  und  Hans  Sudendorf;  ein  Name  ist  auch  in 
nichthistorischen  Kreisen  bekannt,  der  Johann  Christian  Kestners,  des  Gemahls 
der  Charlotte  BuflF,  der  1773 — 1800  als  Registrator,  Sekretär,  Vicearchivar 
erspriesslich  wirkte.  Rühmend  gedenkt  Bär  der  Anregungen  Stüves,  der  im 
Gegensatz  zu  der  bisherigen  Geheimthuerei  als  hannoverscher  Märzminister 
für  stärkere  Betonung  des  wissenchaftlichen  Charakters  des  Staatsarchivs, 
fOr  die  Oeffnung  seiner  Schätze  *  zum  Besten  der  Landesgeschichte,  für  Be- 
lassung  lokaler  Archivalien  an  den  Orten  ihrer  Entstehung,  wo  sie  der 
heimischen  Forschung  am  förderlichsten  sein  könnten,  eintrat. 

8.  Bei  Bars  üebersicht  über  die  Bestände  des  Staatsarchivs 
Hannover  ist  eine  eingehende  Besprechung  und  Wiedergabe  seines  Inhalts 
selbstverständlich  hier  unmöglich.    Sehr  nützlich  zur  Orientierung  über  die 


*  Gustav  Stüve  gedenkt  zwar  in  seinem  Buche  „Johann  Karl  Bertram 
Stüve"  (Hannover  und  Leipzig  1900)  mehrfach  der  Bemühungen  seines  Oheims 
um  Oeffentlichkeit  nicht  nur  bei  den  ständischen  Verhandlungen  und  der 
Rechtspflege,  sondern  auch  in  der  Verwaltung  (so  H  69,  67),  ohne  aber  seine 
besonderen  Verdienste  um  das  Archivwesen  zu  erwähnen. 

10* 


140  Nachrichten  und  Notizen  Ü. 

Entstehung  und  Zusanunensetzung  der  einzelnen  Abteilungen  sind  die  ein- 
leitend vorausgeschickte  f^Historisch-topographische  Uebersicht  über  die  zum 
Sprengel  des  Egl.  Staatsarchivs  zu  Hannover  gehörigen  Landesteile^*  und 
die  ,,Uebersicht  über  die  Gliederung  der  Behörden  des  vormaligen  Kurfürsten- 
tums und  Königreichs  Hannover''.  Die  Bestände  selbst  gliedern  sich  in 
das  ürkundenarchiv  (Abteilungen  Calenberg,  Celle,  Bremen — Verden,  Hildes- 
heim) und  das  Aktenarchiv  (Abteilungen  Calenberg,  Celle,  Hannover,  Hildes- 
heim); angeschlossen  sind  dann  noch  Bemerkungen,  die  leider  besonders 
dürftig  ausgefallen  sind,  über  die  Kopialbücher,  Karten  und  Deposita.  Wie 
schon  aus  diesen  Abteilungen  ersichtlich,  herrscht  in  der  Anordnung  das 
Provenienzprinzip,  für  das  Koser  in  einigen  Vorbemerkungen  einisritt,  d.  L 
der  Grundsatz,  dass  die  Bestände  so  bei  einander  zu  bleiben  haben,  oder, 
wenn  sie  zersprengt  waren,  so  wieder  zu  vereinigen  sind,  wie  sie  organisch 
entstanden,  wie  die  einzelnen  Stücke  im  Geschäftsgänge  der  Verwaltung  zu 
den  Akten  gekommen  sind,  sodass  sich  in  der  Gliederung  des  Archivs  die 
Geschichte  der  einzelnen  Behörden,  der  Landesverwaltung  wiederspiegelt 
Uebersichten,  wie  die  über  Hannover,  desgl.  die  Hilles  über  Schleswig,  sollen 
ja  nicht  Kataloge  oder  Inventare  über  die  einzelnen  in  den  Urkunden  und 
Akten  behandelten  Gegenstände  und  Vorgänge  zum  bequemen  Nachschlagen 
für  alle  möglichen  Interessenten  sein,  denn  halbwegs  hierfür  brauchbare 
Kataloge  würden  Hunderte  von  Bänden  füllen!  sie  sollen  vielmehr  in  erster 
Linie  dienstliche  Hilfsmittel  für  die  Beamten  selbst  sein,  weiterhin  aber  auch 
dem  Benutzer  eine  Handhabe  zur  Keimtnisnahme  der  gesamten  Bestände  bieten 
und  anzeigen,  an  welchen  Stellen  er  für  sein  Arbeitsgebiet  nachzuforschen  hat. 
4.  Hillegiebt  eine  Uebersicht  über  dieBestände  desKgL  Staats- 
archivs zu  Schleswig,  das  erst  von  ihm  selbst  1871  gebildet  und  seitdem 
geleitet  worden  ist.  Es  handelt  sich  hierbei  nicht,  wie  bei  andern  Staats- 
archiven, um  eine  alte,  einheitliche  Sanmilung,  bei  der  nur  im  Laufe  der 
Zeiten  das  oder  jenes  hinzu-  oder  abgekommen  ist,  sondern  um  eine  völlige 
Neuschöpfung,  da  die  drei  heute  die  Provinz  bildenden  Herzogtümer 
Schleswig,  Holstein,  Lauenburg  kein  als  selbständige  Behörde  organisiertes 
Archiv  besassen,  denn  die  einzige  Archivbehörde  für  die  ganze  dänische 
Monarchie,  das  Geheimarchiv  zu  Kopenhagen,  nahm  auch  die  Akten  ans 
deutschen  Landesteilen  auf.  Es  ist  allmählich  aus  den  aufgeteilten  Beständen 
des  Wetzlarer  Reichskammergerichts,  abgegebenen  Akten  oberer  königlicher 
und  herzoglicher  Landesbehörden  und  einzelner  Distriktsbehörden  (Aemter, 
Klöster,  Güter,  Städte)  und  den  1874—1876  von  Dänemark  ausgelieferten 
Kopenhagener  Akten  entstanden.  Beträchtliche  Teile  auch  älterer  Akten 
sind  noch  bei  den  heutigen  Behörden;  selbst  solche,  die  aus  Kopenhagen 
eingingen,  sind  nicht  insgesamt  dem  Staatsarchiv  zugewachsen,  sondern  zum 
Teil  aus  praktischen  Gründen  oder  imi  den  Zusammenhang  der  Registraturen 
nicht  zu  stören,  imgeteilt  den  Verwaltungsbehörden  (besonders  der  Regierung 
in  Schleswig)  überlassen  worden.  So  weit  als  möglich  ist  auch  bei  der 
Neubildimg  dieses  Archivs  der  Provenienzgrundsatz  zur  Geltung  gebracht 
worden,  wenn  schon  bei  dem  wirren  Zustand,  in  welchem  viele  Aktengruppen 
ins  Archiv  gelangten,  eine  Rekonstruktion  der  ehemaligen  Registraturen 
schwierig  bez.  unmöglich  war. 


Nachrichten  und  Notizen  n.  141 

Diese  neuen  Veröffentlichungen  der  Kgl.  Preussischen  Archiwerwaltung 
werden  (wenn  sie  auch  in  Bezug  auf  ihre  praktische  Verwendbarkeit  als 
Nachschlagebuch  manchen  Historiker,  besonders  solche,  die  nicht  selbst 
grössere  archivalische  Erfahrung  besitzen,  enttäuschen  mögen)  von  allen 
Sachverständigen  willkonmien  geheissen  werden. 

5.  Wesentlich  anders  geartet  ist  die  amtliche  Publikation  des  Karls- 
ruher Archivs,  der  vom  Archivassessor  Dr.  Brunner  bearbeitete  erste 
Band  der  Inventare  des  Badischen  Generallandesarchivs.  Sie  hat 
als  Leser  weniger  die  Fachgenossen,  als  die  grosse  Schar  der  Archivbenutzer 
im  Auge.  Es  wird  uns  hier  kein  Abriss  der  Archivgeschichte  geboten,  weil 
diese  einen  eigenen  Band  der  künftigen  Veröffentlichungen  bilden  soll. 
Allerdings  ist  sie  zur  Orientierung  in  den  Beständen  nicht  so  wichtig  und 
notwendig,  wie  z.  B.  bei  Hannover,  dessen  Zusammensetzung  und  Gliederung 
wesentlich  erst  durch  sein  allmähliches  Entstehen  und  Zusammenkommen 
versi&ndlich  wird;  denn  das  Karlsruher  Archiv  ist  nicht  nach  dem  Pro- 
venienzsystem geordnet,  sondern  1801  bez.  1803  einer  Umordnung  nach  ein- 
heitlich durchgeführten,  sachlichen  und  topographischen  Rubriken  unter- 
zogen worden,  in  die  auch  die  später  hinzukommenden  Archive  eingearbeitet 
wurden.  So  wenig  diese  Sachlage  von  der  jetzigen  Direktion  gebilligt  wird, 
so  sehr  ist  es  andererseits  im  Interesse  der  praktischen  Benutzbarkeit  an- 
zuerkennen, dass  man  von  dem  Versuch  einer  Rekonstruktion  der  Sonder- 
archive der  einzelnen  alten  Behörden  oder  Gebiete  wegen  des  zu  grossen 
Umfangs  der  Arbeit  abgesehen  hat;  eine  solche  ist  ja  nur  bei  kleineren 
Archiven  oder,  falls  das  Prinzip  im  Allgemeinen  bereits  durchgeführt  ist, 
bei  einzelnen  Zugängen  zu  ermöglichen.  Nichts  ist  aber  unheilvoller  in 
einem  grösseren  Archive,  als  die  Auflösung  einer  alten  Ordnung,  die  —  so 
unvollkommen,  so  theoretisch  verwerflich  sie  auch  sein  mag  —  doch  immer 
eine  Ordnung  ist,  während  durch  eine  allgemeine,  umfassende  Umordnung 
günstigsten  Falls  lange,  schwierige  Interimszustände  herbeigeführt  werden, 
bis  die  neue  Ordnung  notdürftig  eingerichtet  ist.  Womöglich  bleibt  aber 
schliesslich  bei  eventuellem  Personenwechsel  die  Umbildung  viertelsfertig 
liegen,  statt  einer  ungenügenden  Ordnung  gäbe  es  dann  gar  keine  mehr, 
die  Umordnung  würde  zur  Unordnung.  Quieta  non  movere  ist  da  ein  sehr 
zu  beherzigender  Grundsatz;  die  Hauptsache  für  ein  Archiv  ist  ja  doch 
seine  möglichst  sichere,  vollständige  und  bequeme  Benutzbarkeit  ^    Band  I. 


*  Eine  Gruppe  von  Archivalien  sei  beispielsweise  hier  besprochen:  die 
Korrespondenzen  neuerer  Jahrhunderte.  Bei  der  Anwendung  des  Provenienz- 
prinzips auf  Briefschaften  muss  mit  besonderer  Vorsicht  verfahren  werden. 
Unrichtig  wäre  es  z.  B. ,  wenn  man  bei  der  Ordnung  und  Zusammen- 
stellung der  Korrespondenz  eines  Fürsten  alle  Schreiben  von  ihm,  die 
sich  sonstwo  in  Spezialakten,  zu  denen  sie  gehören,  finden  mögen,  aus 
diesem  ihrem  organischen  Zusammenhange  lösen  und  in  eine  grosse,  rein 
chronologisch  oder  bloss  alphabetisch  nach  Adressaten  geordnete  Samm- 
lung bringen  wollte.  Eine  derartige  Auslegung  des  Begriffes  Provenienz, 
die  schliesslich  —  folgerichtig  bis  zu  Ende  durchgedacht  und  in  allen 
ihren  Konsequenzen   ausgeführt   —  jedes  Schriftstück   in  das  Portefeuille 


142  Nachrichten  und  Notizen  II. 

liefert  die  Verzeichnißse  der  Urkunden,  Kopialbücher,  Anniversarien  und 
Handschriften.  Bei  den  Urkunden  sind  drei  Sondergruppen  ausgeschieden: 
I.  Die  ältesten  Urkunden  bis  1200,  darin  wieder  als  Unterabteilungen: 
A.  Eaiserurkunden ,  B.  Papsturkunden,  C.  Privaturkunden,  ü.  Das  Selekt 
der  Kaiser-  und  Eönigsurkunden  von  1200 — 1518.  III.  das  der  Papsturkunden 
von  1198—1302.  Bis  1518  sind  insgesamt  1845  Kaiser-  und  Königsurkunden 
und  bis  1302  364  Papsturkunden  vorhanden.  Von  den  älteren  Eönigsurkunden 
bis  gegen  das  Ende  des  13.  Jahrh.  sind  fast  alle  gedruckt  oder  wenigstens 
im  Regest  bekannt,  erst  seit  Eönig  Adolf,  wo  noch  keine  Neubearbeitung 
von  Böhmers  Regesten  vorliegt,  setzen  unveröffentlichte  Stücke  in  immer 
grösser  werdender  Zahl  ein  bis  mit  Wenzel,  Siegmunds  Urkunden  sind  da- 
gegen bis  auf  wenige  Stücke  (Nr.  646*,  735%  736,  744)  alle  bei  Altmann 
aufgenommen.  Auf  Verzeichnung  der  Privaturkunden  über  1200  hinaus 
wurde  mit  Recht  wegen  ihrer  grossen  Zahl  (1200 — 1803  sind  es  in  43  Unter- 
abteilungen ohne  die  Urkunden  des  Lehnsarchivs  circa  100000  Stück)  ver- 
zichtet; auch  sind  ja  gerade  von  ihnen  beträchtliche  Gruppen  in  lokalen 
oder  territorialen  Publikationen  veröffentlicht  oder  in  der  Veröffentlichung 
begriffen  (z.  6.  die  Regesten  der  Markgrafen  von  Baden  und  Haehberg,  der 
Pfalzgrafen  bei  Rhein,  der  Bischöfe  von  Eonstanz).  In  der  grossen  Abteilung 
der  Eopialbücher,  bei  der  eine  durchgehende  Neuzählung  stattfand,  sind, 
wie  dies  auch  anderwärts  (z.  B.  in  Dresden)  der  Fall  ist,  nicht  bloss  eigentliche 
Eopien  enthalten,  sondern  zahlreiche  Originalstücke  an  Urkunden  und  Akten, 
Protokollen,  Zeugenverhören  etc.,  besonders  Eonzepten  und  Eanzleimanualen, 
auch  historische  Bearbeitungen  (Eollektaneen,  Exzerpte  statistischer,  chroni- 
kalischer Art,  Indices  etc.)  Die  Ordnung  des  Inventars  ist  alphabetisch 
Grössere  Abteilungen  sind  in  Unterabteilungen  geschieden,  so  z.  B.  Baden 
in  Haus-  und  Familiensachen,  Landesangelegenheiten,  Lehnbücher,  Aus- 
wärtiges.    Innerhalb  der  Abteilungen  ist  vielfach  eine  bestimmte,  sachliche 


seines  Urhebers  zunickführen  müsste,  würde  ja  zu  ganz  unglaublichen 
Zuständen  führen.  Die  Schreiben  haben  \ielmehr  in  ihrem  sachlichen  Zu- 
sammenhang durchaus  zu  verbleiben  und  in  der  Eorrespondenzsammlung 
ist  lediglich  ein  Hinweis  auf  diese  ausserhalb  beruhenden  Stücke  zu  geben. 
Anders  ist  es  bei  ungeordneten  oder  nur  nach  äusserlichen  Gesichtspunkten 
provisorisch  zusammengefassten  Briefkonvoluten,  z.  B.  wenn  allerlei  Brief- 
schaften aus  je  einem  Jahre  zusammengepackt  sind  oder  in  einem  Packet 
Briefe  von  Kardinälen,  in  einem  andern  solche  von  kleineren  deutschen 
Fürsten,  in  einem  dritten  von  polnischen  Grossen,  u.  s.  w.  vereinigt  sind, 
ohne  Rücksicht  darauf,  dass  in  ihnen  Gegenstände  heterogensten  Charakters 
behandelt  werden.  In  diesen  Fällen  wird  es  kaum  Bedenken  begegnen,  so 
willkürlich  zusammengeballte  Massen  auseinander  zu  nehmen  und  nach 
einem  bestimmten  Prinzip  —  sei  es  nach  sachlichen  Rubriken,  wenn  sich 
das  ohne  Eünstelei  und  Zwang  durchführen  lässt,  sei  es  nach  den  Eorres- 
])ondenten  —  neu  zu  ordnen,  sofern  nur  durch  genügende  Vermerke  in  den 
bisherigen  Registranden  Sorge  getragen  ist,  dass  die  Schriftstücke  in  ihren 
neuen  Verzeichnissen  und  Lageorten  auch  für  jemanden,  der  sie  nach 
früherer  Zitierweise  sucht,  zu  finden  sind. 


Nachrichten  irnd  Notizen  II.  143 

oder  chronologische  Ordnung  nicht  ersichtlich.  An  die  Eopiale  schliesst 
sich  die  kleine  Abteilung  der  Anniversarien  und  Nekrologien  und  daran  die 
in  ihrem  Bestände  sich  vielfach  mit  den  Kopialen  berührende  Abteilung  der 
Handschriften  (eigentlich  Bearbeitungen  und  Aufzeichnungen  zum  Zwecke 
historischer  Ueberlieferung)  an,  die  in  Einzelhandschriften  (d.  h.  solche,  die 
sich  auf  einzelne  L&nder,  Orte,  Familien,  Personen  oder  bestinmite  Sach- 
rubriken  beziehen)  und  Sammelhandschriften  (darunter  besonders  die  Eollek- 
taneen  zahlreicher  Gelehrten  und  Beamten,  vor  allen  die  Eremer-Lamejsche 
Sammlung)  zerfallen.  Das  Register  (vorwiegend  Register  der  Eigennamen, 
in  das  aber  die  Sachstichworte  mit  eingereiht  sind)  macht  einen  sorgfältigen, 
zuverlässigen  Eindruck  und  erweist  sich,  soweit  sich  dies  durch  Stichproben 
feststellen  liess,  als  vollständig,  wenn  auch  darauf  verzichtet  ist,  z.  B.  alle 
Namen  der  bei  Lameys  reichhaltigem  Briefwechsel  aufgezählten  einzelnen 
Korrespondenten  aufzunehmen.  Dem  ersten  Bande  der  Badischen  Inventare 
darf  die  Anerkennung  nicht  versagt  werden,  dass  er  die  sehr  beti^htlichen 
Schwierigkeiten  der  Aufgabe  mit  Geschick  zu  überwinden  gewusst  hat;  mit 
Spannung  wird  daher  der  Fortführung  entgegengesehen  werden,  die  bei  ein- 
seinen Kategorien  noch  höhere  Anforderungen  an  den  Bearbeiter  stellen 
wird,  wenn  er  nicht  zu  viel  mit  Rücksicht  auf  den  umfang,  nicht  zu  wenig, 
um  nicht  unklar  zu  werden,  geben  soll;  jedenfalls  wird,  wenn  die  Akten 
auch  in  gleicher  oder  wenigstens  ähnlicher  Weise  verzeichnet  werden  sollen, 
auf  eine  stattliche  Bändereihe  noch  zu  rechnen  sein. 

6.  Schon  mancher  Archivar  und  Archivbenutzer  mag  beim  Gebrauch 
von  Burkhardts  Hand-  und  Adressbuch  der  deutschen  Archive  (1875,  zweite 
Auflage  1887)  den  Wimsch  gehabt  haben,  dass  bald  eine  neue  Bearbeitung 
den  praktischen  Bedürfnissen  der  Gegenwart  Rechnung  tragen  möge.  Dieser 
Wunsch  ist  jetzt  wenigstens  für  ein  Gebiet,  das  reich  an  Archiven  ist, 
erfüllt.  Mitzschkes  Wegweiser  verfolgt  rein  praktische  Zwecke:  in 
knapper  Form  soll  das  Wichtigste,  was  zur  vorläufigen  Kenntnisnahme 
gebraucht  wird,  zusammengestellt  werden :  kurze  Skizzierung  der  Geschichte 
und  der  Hauptteile  des  Archives,  Einrichtung,  Inhaltsübersicht,  Litteratur 
über  das  Archiv,  Beamtenbestand.  Bedauerlich  ist  es,  dass  eine  beträchtliche 
Zahl  von  Behörden  gar  keine  oder  nichtssagende  Antwort  auf  die  Frage- 
bogen erteilte;  für  das  Sachverständnis  mancher  Befragten  ist  charakte- 
ristisch der  Bescheid  des  Oberlandesgerichts  zu  Jena,  sein  Archiv  enthalte 
ausschliesslich  juristische  Akten!  Ausser  diesen  unverschuldeten  Lücken 
und  Mängeln  finden  sich  aber  manche  vermeidbare,  so  fehlen  z.  B.  voll- 
ständig das  Gemeindearchiv  zu  Lobeda,  das  Ephoral-  und  Kirchenarchiv 
zu  Jena,  das  Gemeinde-  und  Pfarrarchiv  zu  Kunitz  und  Laasan,  obwohl 
G.  Mentz  in  der  Zeitschrift  des  Vereins  für  Thüringische  Geschichte  XVm 
(N.  F.  X.)  622 — 627  ziemlich  ausführliche  Inventare  ihrer  zum  Teil  reich- 
haltigen Bestände  veröffentlicht  hat;  ob  die  Hungersche  Sammlung  in 
Jena  (wichtig  für  Jenas  Innungsgeschichte  des  17.  und  18.  Jahrhunderts) 
aufzunehmen  war,  ist  ja  fraglich,  da  nach  dem  Vorwort  nur  die  eigent- 
lichen historischen  Archive  (im  Gegensatz  zu  litterarischen  Sammlungen) 
berücksichtiget  werden  sollten.  Jene  obigen  waren  aber  sicher  aufzunehmen 
(da   nicht  bloss   geordnete   und   ordentlich   verwaltete   Archive  Aufnahme 


X44  Nachrichten  und  Notizen  n. 

fanden,  sondern  alle,  auch  solche,  die  kaum  mit  dem  Terminus  technicus 
„Archiv**,  sondern  nur  als  eine  Kammer  voll  alter  Papiere  zu  bezeichnen 
sind),  desgl.  das  Rittergutsarchiv  zu  Markvippach,  über  das  Zeitschr.  d. 
Ver.  f.  Thür.  Gesch.  XIX,  427—429  zu  vergleichen  war;  die  Mitteilungen 
darüber  lagen  schon  vor,  als  die  Redaktion  der  Einzelartikel  im  Februar 
1900  abgeschlossen  wurde.  Ueber  das  Gräflich  Werthemsche  Archiv  auf 
Beichlingen  sei  berichtigend  nachgetragen,  dass  es  nicht  erst  mit  dem  Ende 
des  17.  Jahrhunderts  beginnt,  sondern  bereits  für  die  erste  Hälfte,  besonders 
ffir  den  30jährigen  Krieg,  nicht  unwichtige  Akten  und  besonders  Korre- 
spondenzen des  kursächsischen  Geh.  Rats  Georg  von  Werthem  (vgl.  Allg. 
Deutsche  Biogr.  42,  122—124)  enthält.  Solche  kleine  Ergänzungen  werden 
jedenfalls  noch  gar  manche  zu  machen  sein ;  doch  auch  so  kommt  Mitzschkes 
geschickt  angeordnete  Zusammenstellung  einem  dringenden  Bedür&is  in 
sehr  brauchbarer  Weise  entgegen  und  es  wäre  zu  wünschen,  dass  ähnliche 
Arbeiten  auch  für  andere  Gebiete  geliefert  würden,  die  neben  der  Pub- 
likation ausführlicher  Inventarien  (wie  sie  in  Baden,  der  Rheinprovinz, 
Steiermark  etc.  veröffentlicht  werden)  ihre  gute  Berechtigung  haben. 

7.  Aehnlich,  wie  z.  B.  1882  Ermisch  auf  dem  sächsischen  Gemeinde- 
tage zu  Freiberg,  1892  Jung  auf  dem  nassauischen  Städtetag  zu  Diez,  hat 
Heydenreich  auf  der  Versammlung  zu  Weimar  1900  den  Vertretern  des 
Thüringer  Städteverbandes  die  Bedeutung  städtischer  Archive  ein- 
gehend dargelegt  und  neben  ihrem  historischen  Werte  besonders  auch  ihre 
praktische  Bedeutung  für  rechtliche  und  finanzielle  Fragen  hervorhebt,  die 
in  nichthistorischen  Kreisen  meist  viel  zu  wenig  erkannt  ist.  Indem  er  ihnen 
die  Vorteile  zeig^,  die  ihnen  erwachsen,  den  Ehrenpunkt  betont,  der  besonders 
für  eine  Stadt  mit  rühmlicher  historischer  Vergangenheit^  in  der  Pflege 
ihres  Archivwesens  besteht,  stellt  er  verschiedene  Angaben  über  deutsche 
Stadtarchive,  ihre  Einrichtung,  Unterbringung,  Etats,  wissenschafÜichen  Pub- 
likationen, Benutzungsordnung,  Interessierung  weiterer  Kreise  durch  regel- 
mässige Berichterstattung  zusammen  und  giebt  allgemeine  Winke  für  die 
Ordnung  und  Repertorisierung  von  Archiven.  Den  Schluss  bildet  eine 
üebersicht  über  archivalische  Litteratur,  die  aber  nicht  beansprucht,  voll- 
ständig zu  sein.  Das  Schriftchen,  obwohl  nicht  für  Fachgenossen  bestimmt, 
ist  durch  einige  Zusammenstellungen  auch  für  diese  brauchbar;  Kenntnis- 
nahme und  Beherzigung  ist  ihm  aber  besonders  seitens  der  Gemeinde- 
verwaltungen sowie  der  Privatarchivbesitzer  zu  wünschen,  dann  kann  es 
recht  nützlich  wirken. 

8.  Konnte  der  Schrift  über  die  Stadtarchive  gern  ein  freundliches 
Geleitswort  mitgegeben  werden,  so  ist  das  leider  bei  der  zweiten,  scheinbar 
viel  stattlicheren  Veröffentlichung  Heydenreichs  über  das  Mühlhäuser 
Archiv  in  geringerem  Masse  der  Fall.  Nach  dem  Titel  erwartet  man  — 
zumal  sie  den  thüringischen  Archivkollegen  gewidmet  ist  —  eine  wissen- 
schaftliche Arbeit  über  Geschichte,  Entwicklung,  Zustand,  Einteilung  des 


^  Gerade  manche  kleinere  Stadt  spielte  in  früheren  Jahrhunderten  eine 
weit  wichtigere  Rolle,  als  das  ihre  heutigen  bescheidenen  Verhältnisse  er- 
kennen lassen. 


Nachrichten  und  Notizen  n.  145 

Archivs,  eventuell  auch  eine  üebersicht  über  die  Bestände  oder  ein  Inventar. 
Der  erste  Teil  entspricht  auch  in  der  Hauptsache  einem  Abriss  der  Geschichte 
und  gegenwärtigen  Verhältnisse  des  Archivs;  alles  Folgende  aber  ist  fast 
ausschliesslich  eine  Beschreibung  der  Archivausstellung  oder  des  historischen 
Museums  in  den  Archivräumen,  stellt  jedoch  keinen  vollständigen,  plan- 
mäflsigen  Katalog  dar,  sondern  nur  eine  Art  belehrenden  Führers. 
Heydenreich  zählt  nicht  der  Reihe  nach  die  einzelnen  Nummern  auf  und 
erläutert  sie,  sondern  bespricht  bald  dies,  bald  jenes  Stück,  wie  man  es 
wohl  mündlich  macht,  wenn  man  Jemandem  in  1 — 2  Stunden  alles  Mögliche 
vorzeigt,  ein  paar  Paradepferde  (besonders  alte  oder  schön  aussehende 
Stücke)  zuerst,  dann,  wie  es  gerade  sich  darbietet,  noch  dies  und  das.  Er 
gruppiert  seinen  Stoff  in  zwölf  Abteilungen;  1.  Urkunden  und  Siegel  von 
Kaisern  und  Königen,  2.  von  Päpsten  und  ausserdeutschen  Kirchenfürsten, 
3.  von  weltlichen  Fürsten,  4.  von  deutschen  Kirchenfürsten  und  Klöstern, 
5.  von  deutschen  Stödten,  6.  Archivalien  über  Innungswesen,  deutsche 
Städtebilder,  7.  Notariatssignete,  8.  Klosterhandschrifken,  Chroniken,  9.  Hand- 
schriften berühmter  Männer,  10.  Abbildungen  von  Mühlhausen,  11.  Münzen, 
Medaillen,  12.  Vorgeschichtliche  Altertümer.  Wie  schon  diese  Gruppierung 
zeigt,  kamen  nicht  sachliche,  den  speziellen  Verhältnissen  der  Stadt  und 
ihres  Archivs  angepasste  Gesichtspunkte  bei  der  Anlegimg  des  Archiv- 
museums und  der  vorliegenden  Schrift  in  Betracht,  sondern  äusserliche, 
vorwiegend  hilfswissenschaftliche  Gründe  ohne  Rücksicht  auf  Inhalt  und 
innem  Wert.  Dadurch  wird  die  Benutzbarkeit  der  an  den  verschiedenen 
Stellen  verstreuten  ürkundenregesten,  die  trotz  ihrer  Knappheit  willkommen 
sind,  sehr  erschwert.  Ganz  eigentümlich  ist  aber  H.^s  Verfahren  bei  dem 
Bilderschmuck.  Zuerst  ist  man  freudig  erstaunt  über  dessen  Reichhaltigkeit, 
bei  genauerer  Prüfung  aber  ergeben  sich  die  meisten  Bilder  als  aus  andern 
Werken  und  Sammlungen  durch  fremdes  Entgegenkommen  entlehnt.  Doch 
auch  so  möchten  sie  mit  in  Kauf  genommen  werden;  es  wäre  ja  für  ge- 
bildete Laien  (für  welche  die  Schrift  trotz  der  Widmung  vorwiegend  bestimmt 
zu  sein  scheint)  ganz  nützlich,  wo  im  Text  von  einem  kaiserlichen  Thron- 
siegel, einem  landgräflichen  Reitersiegel,  einer  päpstlichen  Bleibulle  u.  a. 
die  Rede  ist,  Abbildungen  desselben  Stempels  (mag  das  Siegel  auch  einer 
andern  Urkunde  entnommen  sein)  daneben  zu  haben.  Welchen  Zweck  aber 
hat  es,  wenn  Siegel^  bloss  zu  Schauzwecken  beigegeben  werden,  ohne  dass 
eine  Beziehung  auf  Urkunden  des  Mühlhäuser  Archivs  stattfindet,  oder 
wenn  ans  Leists  graphisch  schöner,  textlich  ungenügender  (wie  in  den  Mitt. 
des  Instituts  f.  Oesterreichische  Geschichtsforschung  XVIH  635 — 640  gezeigt 
ist)  Publikation  allgemeine  Bemerkungen  über  Notariatssignete  und  nicht 
weniger  als  zehn  Zeichenbilder  selbst  entlehnt  sind,  gleichfalls  ohne  Bezug 
auf  Mühlhäuser  Notariatsinstrumente?  Es  thut  Ref.,  der  bei  seinem  eigenen 
Interesse  für  thüringisch -sächsische  Geschichte  Hejdenreichs  Bemühungen 


^  Gerade  bei  einem  Buche  für  Nichtheraldiker  und  Nichtsphragistiker 
war  es  übrigens  doppelt  notwendig,  die  Begriffe  Siegel  und  Wappen  richtig 
auseinander  zu  halten  und  nicht,  wie  auf  S.  31,  die  Städtewappen  direkt 
als  Städtesi^^l  zu  bezeichnen. 


146  Nachrichten  und  Notizen  II. 

zur  Hebung  des  historischen  Sinnes  in  der  alten  Reichsstadt  mit  grösster 
Freude  begrüsst  und  ihm  besten  Erfolg  wünscht,  leid,  über  diese  in  lobens- 
werter Absicht  unternommene  Arbeit  nicht  günstiger  urteilen  zu  können. 
Heydenreich  wollte  zweien  Herren  dienen:  der  Wissenschaft  durch  die 
Archivgeschichte  und  Mitteilung  von  Kegesten,  und  den  breiteren  Schichten 
des  Volkes,  die  für  geschichtliche  Dinge  heute  erfreulicher  Weise  mehr 
Sinn  haben  als  früher,  durch  geschichtlichen  und  hilfswissenschafÜichen 
Anschauungsunterricht;  die  Interessen  beider  Kreise  sind  aber  sehr  schwer 
vereinbar. 

9.  Langer,  K.  und  K.  Kriegsarchiv.  Die  Schaffung  einer  dauernden 
militärischen  Zentralstelle  am  Hoflager,  des  beständigen  Kriegsrats,  später 
Hofkriegsrats  1536,  ermöglichte  die  Bildung  einer  militärischen  Akten- 
sammlung; doch  erst  die  1705 — 1708  erfolgte  Unterordnung  des  gesamten 
habsburgischen  Kriegswesens  unter  den  Wiener  Hofkriegsrat  veranlasste 
den  Prinzen  Eugen  1711  zur  Anstellung  eines  Archivars  behufs  Ordnung 
und  Verzeichnung  der  nicht  mehr  kurrenten  Akten  und  damit  zur  Ein- 
richtung des  Hofkriegsrätlichen  Archivs.  Unter  Lacy  1766  und  Hadick  1776 
als  Hofkriegsratspräsidenten  wurde  der  militärische  Charakter  des  Archivs 
durch  Ausscheidung  heterogener  Bestandteile  schärfer  zum  Ausdruck  ge- 
bracht, und  auf  Josephs  H.  persönliche  Anregung  hin  seit  1779  der  Anfang 
gemacht  mit  der  kriegswissenschaftlichen  Thätigkeit  durch  Bearbeitung  des 
Erbfolgekrieges  1740 — 1748  und  anderer  Feldzüge.  Doch  waren  diese 
Studien  nicht  zur  Veröffentlichung,  sondern  für  den  Kaiser  selbst  bestimmt. 
Neben  dem  Hofkriegsrätlichen  oder  Hofkriegskanzlei- Archiv,  dessen  Leiter 
ein  archivalisch  gebildeter  Beamter  war  und  das  fernerhin  die  Akten  über 
Administration,  Jurisdiktion  und  Personalien  behielt,  erstand  1801  auf 
Veranlassung  des  Erzherzogs  Karl  für  die  reinmilitärischen  Schriften  das 
Kriegsarchiv  unter  Leitung  eines  höheren  Offiziers.  1818  wurde  die  kriegs- 
geschichtliche Abteilung  einer  besonderen  Abteilung  des  Generalquartier- 
meisterstabs zugewiesen;  erst  1876  wurde  sie  wieder  mit  dem  Kriegsarchiv 
vereint.  Bis  1876  bestanden  drei  Abteilungen:  1.  die  Registratur-  oder 
Schriftenabteilung,  die  die  Urkunden  und  Akten  enthält,  2.  die  topographische 
oder  Kartenabteilung,  im  wesentlichen  eine  Schöpfung  Josephs  H.  („um 
Länder  gut  zu  regieren,  müsse  man  sie  erst  genau  kennen^^),  der  1766 — 1786 
die  gesamten  eis-  und  transleithanischen  Länder  und  die  Niederlande  militär- 
ökonomisch aufnehmen  Hess.  Die  topographische  Abteilimg  umfasste  die 
Wirkungskreise  des  heutigen  Wiener  Militärgeographischen  Instituts  und 
des  Landesbeschreibungsbureaus  und  diente  zugleich  als  Kartendepositorium 
der  Armee.  3.  Die  Kriegsbibliothek  erwuchs  seit  1776  zu  einer  reichhaltigen 
Sammlung  von  Militärlitteratur,  Austriacis  und  den  wichtigsten  Werken 
anderer  einschlägiger  Gebiete;  beachtenswert  ist  eine  stattliche  Reihe  von 
Zeitungen  seit  dem  Anfange  des  19.  Jahrhunderts.  Seit  1876  traten  ver- 
schiedene Reformen  zur  Hebung  des  wissenschaftlichen  Charakters  und  der 
Leistungsfähigkeit  des  Archivs  und  zugleich  eine  Neuorganisation  in 
vier  Abteilungen  ins  Leben:  1.  Kriegsgeschichtliche  Abteilung  (mit  ihren 
rühmlichen  Werken  über  die  Feldzüge  des  Prinzen  Eugen  21  Bände, 
Erbfolgekrieg  4  Bände,  Schriften  Montecuculie  4  Bände,  Mitt.  des  K.  K. 


Nachrichten  und  Notizen  II.  147 

Kriegs- Archivs  22  Jahrgänge  und  zahlreichen  Monographien),  2.  Schriften- 
abteilung (die  neue  Repertorien,  Nachschlagelisten  u.  a.  anlegte) ,  3.  Karten- 
abteilung  (die  nicht  mehr  Kartendepot  und  Yerteilungsstelle  für  die  Armee  ist, 
sondern  eine  nach  bibliothekswissenschaftlichen  Grundsätzen  angelegte  Samm- 
lang von  Karten  aller  Zeiten  und  Länder,  Schlachtplänen  u.  s.  w.),  4.  Bibliotheks- 
abteilung  (die  nun  nach  sachlicher  Einteilung  neu  geordnet  und  katalogisiert 
wurde  und  deren  Katalog  in  zwei  Bänden  1896  erschien).  Mit  Freude  ver- 
folgt man  bei  Langer  ^  die  seit  zwei  Jahrhunderten  fast  stetig  aufsteigende 
Entwicklung  des  unter  der  verdienstvollen  Leitung  des  Feldmarschall- 
Lieutenants  von  Wetzer  so  geachtet  dastehenden  Instituts.  Bei  den  für  den 
Historiker  wichtigsten  Leistungen  des  Archivs,  den  kriegsgeschichtlichen 
Publikationen,  ist  anzuerkennen,  dass  es  nicht  bloss  Arbeiten  von  Militärs 
für  Militärs  sind,  sondern  dass  neben  dem  reinmilitärischen  auch  der  historische 
Standpimkt  thunlichst  zur  Geltung  kommt.  Wetzer  war  nicht  der  Meinung, 
dass  ein  Ofßzier  durch  seine  Befehligung  zu  einer  wissenschaftlichen  Arbeit 
auch  gleich  die  Befähigung  mit  zukommandiert  erhielte;  er  ordnete  deshalb 
für  die  anzustellenden  Offiziere  einen  zweijährigen  Kursus  im  Institut  für 
Oesterreichische  Geschichtsforschung  an,  um  an  dieser  bewährtesten  Pflege- 
stätte des  Geschichtsstudiums  und  seiner  Hilfsdisziplinen  sich  die  für  archi- 
valische  Forschungen  unentbehrliche  historisch -kritische  Vorbildung  zu 
erwerben.  Nicht  angenehm  berührt  bei  Langer  vielfach  die  Anwendung 
unschöner  Fremdwörter,  die  allerdings  zum  Teil  nicht  ihm,  sondern  dem 
amtlichen  Sprachgebrauch  zur  Last  fällt,  der  sich  schwer  entschliessen 
kann,  mit  veralteten  Bezeichnungen  aufzuräumen  (ich  will  nur  S.  101  Ubi- 
cationen,  S.  124  Manipulationsoffizier  erwähnen).  Neben  der  Geschichte 
und  Organisation  des  Archivs  würde  man  gern  die  Abschnitte  über  die 
Bestände  der  vier  Abteilungen  („das  Materiale^^)  etwas  eingehender  gehalten 
wünschen,  besonders  bei  der  Schriften  abteilung,  um,  wenn  auch  kein  Inventar, 
80  doch  einen  gewissen  Ersatz  desselben  zu  erhalten;  vielleicht  entschliesst 
sich  die  Archivleitung  zur  Herausgabe  von  Uebersichten  nach  preussischem 
oder  Inventarien  nach  badischem  Muster. 

Dresden.  W.  Lippert. 

Mälanges  de  litt^rature  et  d'histoire  religieuses,  publies  il 
Toccasion  du  jubil^  ^piscopal  de  Mgr.  de  Cabridres,  dveque  de  Mont- 
pellier.   Paris.     1899.    Bd.  H.     455  Seiten. 

Monseigneur  de  Cabrieres  muss  sich  eines  ungewöhnlichen  Ansehens 
erfreuen,  dass  man  sich  gedrungen  fühlte,  sein  Jubiläum  durch  eine,  2  starke 
Bände  in  Anspruch  nehmende,  Festschrift  zu  feiern.  Die  Mitarbeiter  des 
vorliegenden  Bandes  sind  meist  Weltgeistliche,  aber  auch  ein  Karthäuser 
und  ein  Jesuit  und  sogar  ein  französischer  Militär  haben  ihn  füllen  helfen. 
Inhalt  und  Wert  der  Aufsätze  entsprechen  dem  Titel  Mdlanges.    Der  Stand- 

*  Das  Werk  ist  eine  Neubearbeitung  des  1878  erschienenen  Buches 
des  Majors  Rechberger  von  Rechcron;  bereits  1871  gab  G.  Wolf  in  seiner 
„Gesch.  der  K.  K.  Archive  in  Wien"  S.  160  folg.  einen  kurzen  Abriss  über 
das  Archiv  des  Reichskriegsministeriums ,  der  aber  mangels  genügender 
Vorarbeiten  nur  knapp  und  ungenügend  ausfallen  konnte. 


148  Nachrichten  und  Notizen  II. 

punkt  der  Mehrzahl  der  Autoren  wird  uns  wiedergegeben  in  dem  Satze 
S.  307 :  la  plus  haute  mission  de  Thistorien  est  d'^crire  ou  de  recneillir  les 
vies  des  hommes  qui  ont  illustr^  ou  simplement  ^difi^  TEglise  —  man 
beachte  das  grosse  £  —  par  leur  saintet^,  und  in  der  Bemerkung  S.  816: 
TEglise,  apte  ä  enseigner  les  barbares,  n'est  pas  inapte  k  enseigner  leurs 
fils  civilis^  —  les  universitäs  en  gardant  pour  chanceliers  les  äydqnes 
n'euBsent  rien  perdu  de  leur  vraie  science.  —  Der  umfänglichste  der  Auf- 
sätze clause  Teccl^sastiques  Languedoriens  ist  zugleich  der  wenigst  belang- 
reiche. Von  aUgemeinem  Interesse  sind  die  Forschungen  und  Urkunden 
zur  Einföhrung  der  Jesuiten  in  die  Hugenottenstadt  Montpellier  S.  2X1 — 271, 
der  urkundliche  Bericht  über  die  ünthaten  der  Camisards  in  Satnrargnes 
(1702)  S.  867  ff.,  der  Aufsatz  über  die  Verhandlungen  des  MarschaUs  Villare 
mit  den  Ständen  von  Languedoc  1704  über  den  von  Ludwig  XIV.  geforderten 
don  gratuit  und  die  capitation  S.  351  ff.  und  vor  allem  die  Notiz  Dom 
Mongels  über  die  litterarische  Thätigkeit  des  Earthäusers  Dionys  Bockel. 
Dom  Mongel  teilt  ein  von  Dionys  selbst  1466  angelegtes  Verzeichnis  der 
Werke  mit  und  kündigt  an,  dass  die  von  der  Grande-Chartreuse  veranstaltete 
Gesamtausgabe  „dieses  letzten  grossen  mittelalterlichen  Schriftstellers^,  der 
in  der  2.  Hälfte  des  16.  Jahrhunderts  so  eifrig  studiert  wurde,  nicht  weniger 
als  50  starke  Quartbände  umfassen  wird;  11  erst  sind  seit  1896  erschienen, 
darunter  leider  noch  nicht  die  für  die  Kulturgeschichte  so  wichtigen  oeuvres 
de  circonstance  oder  sozialethischen  Schriften,  die  Mongel  etwas  zu  sehr 
hinter  den  oeuvres  de  fonds,  den  Schriften  zu  dem  gesamten  Cyclus  der 
scholastischen  Wissenschaften,  in  denen  Dionys  keinerlei  Originalität  an 
den  Tag  legt,  zurücktreten  lässt. 

Leipzig.  H.  Böhmer. 

Für  die  Freunde  der  badischen  Geschichte  hat  K.  Brunn  er  einen 
kleinen  Wegweiser  (die  Pflege  der  Heimatgeschichte  in  Baden)  veröffent- 
licht, der  sie  ebenso  mit  den  wissenschaftlichen  Anstalten,  Sanmilungen 
und  Vereinen  wie  mit  den  wichtigsten  Erzeugnissen  der  badischen 
Historiographie  vertraut  machen  soll.  Keine  erschöpfende  Bibliographie 
ist  beabsichtiget,  sondern  nur  die  Hervorhebung  der  hauptsächlichsten 
Hilfsmittel,  bei  deren  schier  übergrosser  Zahl  sich  der  Verfasser  manche 
Beschränkung  auferlegen  musste.  Er  fürchtet,  seine  Auswahl  und  die 
Würdigung  einzelner  Werke  möchte  ein  persönliches  Gtepi^ge  nicht  ver- 
leugnen: eben  die  Ruhe  und  Sicherheit  des  Urteils  verdient  Anerkennung, 
während  ich  einzelne  Abschnitte  wie  z.  B.  denjenigen  über  Recht  und 
Verfassung  (S.  88 f.,  86)  etwas  umfangreicher  gewünscht  hätte.  Es  fällt 
auf,  dass  der  Abdruck  der  badischen  Verfassungsurkunde  vom  Jahre 
1818  in  K.  Bindings  Sammlung,  der  zugleich  alle  Veränderungen  bis 
zum  Jahre  1888  erkennen  lässt,  nicht  erwähnt  ist.  Auch  der  Beitrag  von 
G.  Meyer  in  der  Heidelberger  Festschrift  vom  Jahre  1896,  die  Arbeiten 
von  C.  Stroebe  über  die  gesetzgeberische  Entwicklung  der  badischen  Ge- 
meindeverfassung (1894)  und  Fr.  Wielandt  über  das  Staatsrecht  des  Gross- 
herzogtums Baden  (1894)  hätten  vielleicht  verzeichnet  werden  können.  Der 
vorzüglichste  Wert  der  Schrift  aber  dürfte  in  der  Beigabe  der  sorgfältigen 
Uebersichten  über  Darstellungen  mehr  lokalhistorischen  Charakters  zu  er- 


Nachrichten  und  Notizen  n.  149 

blicken  sein.  Man  freut  sich  des  Taktes  bei  Anordnung  und  Auswahl  der 
einschlägigen  Litteratur.  Gerade  diese  Paragraphen  werden  sicher  Vielen 
zugute  kommen  und  dann  werden  auch  Fragen  unmöglich  sein  wie  die 
jenes  „Chronikers^*,  der  sich  einmal  im  Karlsruher  Generallandesarchiv  nach 
der  Urkunde  über  die  Einfuhrung  des  Christentums  in  Emmendingen  er- 
kundigte (Die  Pflege  der  Heimatsgeschichte  in  Baden.  Im  Auftrage  des 
Earkroher  Altertumsvereins  herausgegeben.  Karlsruhe,  Reiff  1901.  YIII, 
153  S.    8^. 

Friedenau  bei  Berlin.  A.  Werminghoff. 

Haase,   Gurt,    Die  Königskrönungen  in   Oberitalien    und    die   „eiseme^^ 
Krone.    (Strassburg,  Schlesier  und  Schweikhardt,  1901,  143  S.) 

Haase  setzt  es  sich  zur  Aufgabe,  unter  Benützung  der  neueren  kunst- 
historischen Forschungen  die  Schicksale  der  sogenannten  eisernen  Krone 
und  die  Entwickelung  der  sich  daran  knüpfenden  Tradition  zu  verfolgen. 

Zu  diesem  Zwecke  prüft  er  zunächst  die  Geschichte  der  Königskrönimgen 
in  Oberitalien  und  gelangt,  grossenteils  in  Uebereinstimmung  mit  der  bis- 
herigen Forschung,  zu  dem  Resultat,  dass  bis  zum  Interregnum  Krönungen 
nur  bei  Gregenkönigen  und  solchen,  die  sich  ihnen  gegenüberstellen,  sowie 
gelegentlich  als  sogenannte  Festkrönungen  nachweisbar  sind;  erst  Hein- 
richs yn.  Beispiel  macht  die  Krönung  bis  auf  Karl  V.  zur  Regel.  Dabei 
gelangt  nicht  die  heute  sogenannte  eiserne  Krone  zur  Anwendung.  Der 
Krönungsort  ist  anfangs  Pavia,  später  ordnungsmässig  Mailand;  in  Monza 
hat,  abgesehen  von  der  als  Festkrönung  zu  betrachtenden  Krönung  Fried- 
richs I.  im  Jahre  1158,  nur  eine  wirkliche  Krönung  stattgefunden,  diejenige 
des  Staufers  Konrad  1128.  Gleichwohl  bildet  sich  hier  eine  Tradition,  die 
Monza  als  rechtmässigen  Krönungsort  bezeichnet  und  ausserhalb  Monzas 
mit  der  Sage  von  einer  bei  der  Krönung  zu  verwendenden  eisernen  Krone 
verknüpft  wird.  Zuerst  bringt  diese  Theorie,  worauf  Haase  durch  Kroeners 
kurz  vorher  erschienene  Dissertation,  „Wahl  imd  Krönung  der  deutschen 
Kaiser  und  Könige  in  Italien^'  au&ierksam  gemacht  worden  ist.  Rolandin 
von  Padua,  nach  ihm  Tolomeo  von  Lucca.  Haase  untersucht  ihre  Berichte 
und  weist  geschickt  nach,  dass  Tolomeo  aus  der  damals  blühenden  Karls- 
sage geschöpft  habe,  wobei  er  an  die  bekannte  Erzählimg  vom  eisernen 
Karl  denkt,  die  Tolomeo  die  nächste  Anregimg  gegeben  haben  könnte ;  weniger 
glücklich  ist  der  Versuch,  auch  für  Rolandin  dieselbe  Quelle  in  Anspruch 
zu  nehmen.  In  Monza  selbst  ist,  wie  die  Schatzinventare  erweisen,  diese 
Sage  noch  bis  zur  Mitte  des  14.  Jahrhimderts  unbekannt  oder  zum  min- 
desten nicht  mit  der  heute  als  der  eisernen  bezeichneten  Krone  in  Yer- 
bindimg  gebracht.  Dies  geschieht  erst  etwa  seit  der  Krönung  Sigismimds 
(1431),  mit  dem  Erfolg,  dass  die  Krone  unter  Karl  V.  zum  ersten  und  letzten 
Male  zur  Anwendung  kommt  (1530) ;  seitdem  ist  sie  nur  noch  von  Napoleon  I. 
und  Kaiser  Ferdinand  von  Oesterreich  benützt  worden.  Seiner  ursprüng- 
lichen Bestimmung  nach  ist  das  Kleinod  überhaupt  keine  Krone,  was 
schon  sein  geringer  umfang  ausschliesst,  sondern  ein  im  9.  Jahrhundert 
verfertigter,  über  dem  Gewände  getragener  Armreif,  ähnlich  den  beiden 
1730  zu  Kasan  gefundenen.  Wann  es  nach  Monza  kam,  ist  ungewiss.  Be- 
kanntlich wird   die  Krone  im  Innern    durch    einen  Eisenreif  zusammen- 


150  Nachrichten  und  Notizen  11. 

gehalten,  der  aus  einem  Nagel  vom  Kreuze  Chriäti  geschmiedet  sein  solL 
DaH  Mittelalter  kennt  diese  Sage  noch  nicht;  sie  ist  erst  in  der  2.  Hälfte 
des  16.  Jahrhunderts  aufgekommen  und  wird  seit  Muratori  von  der  Wissen- 
schaft, trotz  des  entgenstehenden  Entscheides  der  Rituskongregation  (1717), 
nicht  anerkannt.  — 

Die  Arbeit,  welche  in  geschickter  Weise  neben  den  Resultaten  der 
älteren  historischen  Forschung  die  Ergebnisse  der  neueren  kunsthistorischen 
Untersuchungen  von  Bock  und  Barbier  de  Montault  zu  verwerten  weiss  und 
da  und  dort  aus  Eigenem  unsere  Kenntnis  bereichert,  zeugt  von  der  sorg- 
fältigen und  gewissenhaften  Schulung  des  Bresslauschen  Seminars,  aus 
welchem  H.  hervorgangen  ist. 

In  einem  Anhang  behandelt  H.  drei  mit  seinem  Thema  in  loserem  Zu- 
sammenhang stehende  Fragen :  den  dies  consecrationis  in  Karls  m.  Urkunden 
Böhmer-Mühlbacher  Nr.  1667,  1670,  1684,  1694,  die  Entstehung  von  Ottos  in. 
angeblicher  Urkunde  für  Monza  St.  1298,  von  der  er  nachweist,  dass  Zucchi 
(Breve   historia   della   corona  ferrea,   1613)   sie   unter  Zuhilfenahme   einer 
Stelle  von  Morigias  Monzaer  Chronik  fälschte,  endlich  den  MG.  LL.  ü.  ab- 
gedruckten Mailänder  Ordo  coronationis ,  den  er  unter  glücklicher  Polemik 
gegen  Meinhold  (Forschungen  zur  Geschichte  der  lombardischen  Krönung 
der  deutschen  Kaiser  und  Könige,  Diss.  Halle  1883)  mit  Pertz  wieder  Hein- 
rich VU.  zuweist.  S.  Hellmann. 
Analecta   Argentinensia.     Vatikanische   Akten  und  Regesten  zur  Ge- 
schichte  des   Bistums    Strassburg   im  XIV.  Jahrhundert  (Johann  XXII, 
1316 — 1334)    und    Beiträge    zur    Reichs-    und    Bistumsgeschichte    von 
Dr.    Ernst     Hau  vi  11  er.      I.    Band.      Strassburg,    van    Hauten    1900. 
CLXXXn,  369  S. 

Als  erste  Frucht  der  Nachforschungen,  die  Hauviller  im  Vatikanischen 
Archiv  zur  elsüssischen  Geschichte  angestellt  hat,  erhalten  wir  einen  aus 
Darstellung  und  Quellenabdruck  bestehenden  Band,  der  dem  Zeitalter 
Johanns  XXII.  und  des  Gegenpapstes  Nikolaus  gewidmet  ist.  Von  Wert 
sind  die  mannigfachen  neuen  Aufschlüsse,  die  aus  dem  gesammelten  Material 
heraus  zur  Lebensgeschichte  der  Bischöfe  Johann  von  Dürbheim  und  Berthold 
von  Buchegg  gegeben  werden;  das  Gleiche  gilt  von  den  im  grossen  und 
ganzen  zutreffenden  Ausführungen  über  die  innere  Geschichte  des  Bistums, 
wie  denn  schliesslich  auch  für  die  allgemeine  Geschichte  manch  frucht- 
bringendes Kömlein  abfällt.  Der  eigentliche  Hauptteil  der  Arbeit,  der 
328  grösstenteils  unbekannte  Urkunden  in  Abdruck  oder  in  Auszug  bringt, 
steht  dagegen  nicht  auf  der  Höhe:  über  seine  Mängel  habe  ich  mich  in 
der  Zeitschrift  für  die  Geschichte  des  Oberrheins  N.  F.  16,  Heft  3  aus- 
gesprochen. 

Strassburg  i.  E.  Hans  Kaiser. 

Brunner,  Georg,  Geschieht«  der  Reformation  des  Klosters  und  Stiftlandes 
Waldsassen.  Erlangen  1901,  in  Kommission  bei  Fritz  Junge.  214  S. 
gr.  8.     Mit  einer  Karte. 

„Es  ist  zugleich  eine  Geschichte  des  Cistercionäerordens ,  seiner  Blüte 
und  seines  Verfalls,  die  sich  uns  mit  der  Waldsassens  auflhut.^*  Dieses 
Wort  Döberls  gilt  auch  für  die  Reformationszeit,  die  hier  auf  Grund  aus- 


Nachrichten  and  Notizen  IT.  151 

giebiger  Stadien  im  Königlichen  Reichsarchive  zn  München,  im  Königlichen 
Kreisarchive  za  Amberg  and  im  Stadtarchive  zu  Eger  zur  Darstellung  ge- 
langt. Aus  dem  ersten  Kapitel,  das  die  vorreformatorische  Zeit  behandelt, 
ist  von  besonderem  Interesse  §  4,  wo  der  Verfasser  ausführt,  wie  die  reiche 
und  mächtige  Cistercienserabtei,  die  über  400  Jahre  als  ein  unmittelbarer 
Reichsfltaat  geglänzt  und  137  Jahre  lang  den  Zankapfel  zwischen  der  Pfalz 
und  Böhmen  gebildet  hatte,  im  Kampfe  um  ihre  Selbständigkeit  der  ziel- 
bewussten  Politik  des  pfälzischen  Hauses  erliegt.  Nicht  wenig  trug  dazu 
die  Haltung  der  Mönche  bei.  Die  ehemalige  strenge  Ordensdisziplin  war 
verfallen.  „Die  alten  Mönchsgelübde  der  Armut,  der  Keuschheit  und  des  Ge- 
horsams hatten  ihre  Bedeutung  fast  gänzlich  verloren.  Ueppigkeit,  Wohl- 
leben und  Verschwendung,  Sittenlosigkeit  und  Ungehorsam  waren  an  ihre 
Stelle  getreten''  (S.  38).  Nicht  besser  als  im  Kloster  waren  die  sittlichen 
Zustände  im  eigentlichen  Stiftslande.  Nachdem  im  2.  Kapitel  (S.  48—87) 
die  Einführung  des  lutherischen  Bekenntnisses  vom  Jahre  1556  geschildert 
worden  ist,  wird  im  3.  Kapital  in  vielseitigen  Mitteilungen  über  die  drei 
Visitationen  von  1557,  1579  und  1583  wertvolles  Material  über  den  Einfluss 
der  Reformation  auf  die  kirchlichen,  sittlichen,  geistigen  und  sozialen  Zu- 
stände des  Stiftlandes  dargeboten.  Auch  hier  befinden  sich  wertvolle  Beiträge 
zur  Geschichte  der  Pfalz.  Der  Text  ist  fesselnd  geschrieben.  Die  Belege  für 
die  Darstellung  werden  in  15  zum  Teil  umfangreichen  Beilagen  abgedruckt. 

Leipzig.  Georg  Müller. 

11   monte   dei   Paschi   di    Siena,    Sommario    die  Notizie   storiche  e 
statistische  4^    VI  u.  264  S.  Siena  1900. 

Ursprünglich  für  die  Pariser  Weltausstellung  bestimmt,  giebt  das  vor- 
nehm und  reich  ausgestattete  Werk  einen  historisch-statistischen  Ueberblick 
über  eine  Reihe  von  Sieneser  Kreditinstituten,  den  Monte  Pio,  den  Monte 
dei  Paschi,  die  Cassa  di  Risparmio,  den  Credito  Fondiario,  und  den  Credito 
agricolo,  die,  alle  aus  einem  Stamm  erwachsen,  sich  im  Laufe  von  mehr 
als  vier  Jahrhunderten  zu  ebenso  umfassender  wie  gedeihlicher  Wirksamkeit 
entfaltet  haben.  Ist  der  Monte  Pio,  das  städtische  Leihamt,  das  älteste 
dieser  Institute,  kommt  in  ihm  der  ursprüngliche  Zweck  aller  dieser  Grün- 
dungen, billigen  Kredit  zu  verschaffen,  am  reinsten  und  deutlichsten  zum 
Ausdruck,  so  verdient  doch  der  Monte  dei  Paschi  unsre  besondere  Beachtung; 
nicht  sowohl  weil  seine  Entwickelung  an  Macht  und  Bedeutung  die  der 
anderen  Banken  bei  weitem  überstrahlt,  sondern  vor  allem  weil  hier 
eines  der  schwierigsten  Probleme  der  modernen  Kreditwirtschaft  in  fast 
mustergiltiger  Weise,  wenn  auch  in  relativ  kleinem  Massstabe,  gelöst  erscheint. 
Denn  wenn  wir  sehen,  dass  hier  auch  die  schlimmsten  ökonomischen  Krisen, 
die  der  italienische  Staat  in  den  letzten  Jahrhunderten  durchzumachen  hatte, 
relativ  leicht  und  schnell  überwunden  wurden,  wenn  der  Gewinn  des  Instituts 
nur  in  der  Differenz  zwischen  den  den  Obligationären  zu  zahlenden  Passiv- 
zinsen und  den  Aktivzinsen  bestand,  die  es  selber  seinen  Schuldnern  ab- 
nahm, wenn  diese  Differenz  im  allgemeinen  %yo  nicht  überstieg,  wenn 
endlich  der  Gewinn  zum  kleineren  Teil  zur  Bildung  eines  Stammkapitals  und 
Reservefonds,  zum  grösseren  Teil  zu  wohlthätigen  Stiftungen  und  zur  Unter- 
stützung gemeinnütziger  Unternehmungen  verwandt  wurde  —  so  scheint  mir 


152  Nachrichten  und  Notizen  n. 

hier  eine  Organisation  des  öffentlichen  Kredits  gegeben,  die  in  anbetracht 
des  Femseins  jedes  spekulativen  Moments  gerade  in  der  Krise,  die  wir 
momentan  durchzumachen  haben,  besonderer  Beachtung  wert  ist.  Auch  die 
eigentümliche  Sicherstellung  des  Gläubigerkapitals  durch  die  Einkünfte  der 
Staatsdomänen  —  daher  Monte  dei  Paschi  — ,  die  erst  später  durch  hypothe- 
karische Sicherheit  abgelöst  wird,  verdiente  wohl  aus  der  Feder  eines  sach- 
verstöndigen  Nationalökonomen  eine  genauere  Schilderung,  als  sie  hier  ge- 
geben werden  kann.  A.  Doren. 

Die  Danziger  Yerfassimgskämpfe  unter  polnischer  Herrschaft  behandelt 
eine  sehr  gute  Arbeit  von  Salka  Goldmann,  die  als  zweites  Heft  des 
7.  Bandes  der  „Leipziger  Studien"  erschienen  ist  (Leipzig  1901).  Der  Wert 
dieser  Schrift  ruht  vor  allem  in  der  breiten  Unterlage,  auf  der  sich  die 
Darstellung  aufbaut,  und  in  der  anschaulichen  Schilderung  des  Einflusses, 
den  die  allgemeinen  politischen  und  wirtschaftlichen  Verhältnisse  auf  die 
Verfassungsentwicklung  in  Danzig  ausgeübt  haben.  Den  Kern  aller  inneren 
Kämpfe  bildete  das  Streben  der  Bürgerschaft  nach  Teilnahme  am  Regiment, 
das  in  den  Händen  eines  Patriziats  lag.  Dieses  Drängen  der  dritten  Ord- 
nung blieb  bedeutungslos,  solange  die  Stadt  sich  hoher  wirtschaftlicher 
Blüte  erfreute,  solange  der  aristokratische  Bat  sich  die  Förderung  der 
kommerziellen  Interessen  in  erster  Linie  angelegen  sein  liess  und  mit  Hufe 
seines  Reichtums  die  Einmischung  der  geldarmen  Polenkönige  zu  verhüten 
wusste.  In  der  zweiten  Hälfte  des  17.  Jahrhunderts  begann,  wesentlich 
infolge  der  Verschiebungen  im  europäischen  Staatensystem,  der  Rückgang 
des  Handels,  und  im  18.  Jahrhundert  büsste  Danzig  sein  Prestige  als  Ge- 
treideezportplatz  ein.  Die  Bürgerschaft  machte  den  Rat  für  diese  Wandlung 
verantwortlich,  der  den  Schwerpunkt  seiner  Wirksamkeit  mehr  in  bureau- 
kratisch-juristischer  als  in  kommerzieller  Thätigkeit  sah  und  zweifellos 
nicht  mehr  jene  Ueberlegenheit  an  staatsmännischer  Einsicht  und  prak- 
tischer Erfahrung  besass,  die  in  früherer  Zeit  seiner  Alleinherrschaft  ein 
gewisses  Recht  verliehen  hatte.  Die  schweren  Geldopfer,  welche  die  Be- 
lagerung Danzigs  durch  die  Russen  173S/S4  der  Stadt  auferlegte,  raubten 
dem  Rat  den  letzten  Rest  von  Popularität;  seine  Rolle  war  ausgespielt,  als 
kurz  danach  der  finanziell  unabhängiger  dastehende  August  HI.  von  Polen 
mit  der  Opposition  in  der  Stadt  gemeinsame  Sache  machte.        I  mm  ich. 

Hermann  Klaje,  Der  Einfall  des  kais.  General -Wachtmeisters  Joachim 
Ernst  V.  Krockow  in  Hinterpommem  vom  Jahre  1643.  Greifs wald  1901. 
Gegenüber  der  Anschauung,  die  Meinardus  in  seiner  Ausgabe  der 
Protokolle  und  Relationen  des  brandenburgischen  Geheimen  Rats  aus- 
gesprochen hat,  zeigt  Klaje  auf  Grund  umfänglicher  archivalischer  Studien, 
besonders  eines  wichtigen  Fundes  im  k.  k.  Kriegsarchiv  in  Wien,  dass  der 
Zug  Krockows  keine  Probe  auf  das  Wohlverhalten  des  brandenburgischen 
Kurfürsten,  keine  Warnung  vor  engerer  Verbindung  mit  Schweden  sein 
sollte,  dass  vielmehr  strategische  Ziele  allein  die  Entschliessungen  des 
Wiener  Kabinets  beherrschten.  Es  galt,  das  schwedische  Hauptheer  unter 
Torstenson  aus  den  kaiserlichen  Erblanden  wegzuziehen  und  den  Schwer- 
punkt des  Krieges  nach  Pommern  zu  verlegen.    Ersteres  wurde  auch  er^ 


Nachrichten  nnd  Notizen  II.  153 

reicht.  Den  Brandenburger  wollte  der  Kaiser  dadurch  von  Schweden  ab 
und  zu  sich  herüberziehen,  dass  er  Pommern,  angeblich  für  ihn,  eroberte. 
Wenn  es  der  Kurfürst  dann  wirklich  von  ihm  verlangen  wollte,  mochte  er 
sich  die  kaiserliche  Gnade  verdienen.  —  Die  militärische  und  lokalgeschicht- 
liche Seite  und  die  Schicksale  des  Zuges  werden  sehr  ausführlich  behandelt. 
Die  Schrift  bildet  einen  angemessenen  ersten  Ergänzungsband  der  Pommer- 
schen  Jahrbücher.  Warum  aber  ist  im  Text  auf  die  hinten  abgedruckten 
Beilagen  nicht  verwiesen?  Hans  Schulz. 

In  den  „Beiträgen  zur  Geschichte  der  Universität  Erlangen'^ 
die  auch  als  Sonderabdruck  aus  der  Festschrift  der  Universität  Erlangen 
zur  Feier  des  80.  Geburtstages  Sr.  Königlichen  Hoheit  des  Prinzregenteu 
Luitpold  von  Bayern  (Erlangen  und  Leipzig,  A.  Deichert'sche  Verlagsbuch- 
handlung Nachf.  Georg  Böhme  1901.  gr.  8^  26  S.)  erschienen  sind,  hat 
Richard  Fester  drei  kleine  Studien  vereinigt.  Die  erste  „Das  Porträt 
des  Stifters'^  bezieht  sich  auf  ein  in  Heliogravüre  beigegebenes  Pastell  des 
Markgrafen  Friedrich  von  Bayreuth,  vielleicht  ein  Werk  Pavonas,  welches 
die  Universität  vermutlich  1817  als  Vermächtnis  von  seiner  ihn  überleben- 
den zweiten  Gemahlin  Sophie  Caroline  Marie  von  Braunschweig -Wolfen- 
büttel erhielt.  Sodann  berichtet  er  über  „Die  Bibliothek  der  Markgräfin 
Wilhelmine",  Friedrichs  erster  Gemahlin,  welche  1769  in  den  Besitz  der 
Universität  gelangte,  und  knüpft  daran  interessante  Bemerkungen  über  das 
durch  sie  repräsentierte  Bildimgsideal  der  Aufklärungszeit  In  dem  Schluss- 
artikel „Die  Universität  beim  Tode  Friedrichs  des  Grossen"  frischt  Fester 
die  Erinnerung  an  die  Gedächtnisrede  des  Theologen  Hufnagel  wieder  auf, 
welche  die  deutsche  Litteratur  gegen  die  Voryrürfe  der  Abhandlung  de  la 
littärature  allemande  in  Schutz  nimmt,  aber  auch  von  feinem  Verständnis 
für  die  Persönlichkeit  des  Königs  zeugt.  Paul  Haake. 

R.  Erauel:  Prinz  Heinrich  von  Preussen  in  Paris  während  der  Jahre  1784 
und  1788  bis  1789.    Berlin,  1901,  Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  72  S. 

Es  ist  bekannt,  dass  Friedrich  der  Grosse  seinem  jüngeren  Bruder  Hein- 
rich grosses  Vertrauen  schenkte  und  ihm  nicht  bloss  militärische,  sondern 
auch  diplomatische  Aufgaben  übertrug.  So  wirkte  Prinz  Heinrich  im  Sinne 
der  preussischen  Politik,  als  er  Petersburg  besuchte.  Weniger  war  bisher 
Über  seine  Thätigkeit  in  Paris  bekannt.  Der  kaiserlich  deutsche  Gesandte 
s.  D.  Krauel  hat  auf  Grund  von  ungedruckten  Materialien  eine  treffliche 
Darstellung  der  beiden  Reisen  gegeben,  welche  Prinz  Heinrich  nach  Paris 
unternommen.  Die  Briefe  des  Prinzen  an  den  König  und  an  den  Prinzen 
Ferdinand  und  die  Berichte  des  österreichischen  Gesandten  Grafen  Marcy 
sind  eingehend  benutzt  worden.  Wir  sehen  hieraus,  dass  die  politische 
RoUe,  welche  Prinz  Heinrich  1784  in  Paris  spielte,  recht  unbedeutend  war, 
der  Hauptzweck  der  Reise  war,  Paris  kennen  zu  lernen,  für  welches  der 
Prinz  eine  grosse  Vorliebe  fasste.  Seiner  Bildung,  seinen  politischen  wie 
schöngeistigen  Anschauungen  folgend  verehrte  Prinz  Heinrich  die  Franzosen 
noch  weit  mehr,  als  sein  königlicher  Bruder.  Wie  Friedrich  aber,  so  ver- 
stand es  auch  Heinrich^  das  nützliche  mit  dem  angenehmen  zu  verbinden. 
So  knüpfte  er  auf  Wunsch  des  Königs  auch  politische  Verhandlungen  an, 

Hittor.  Tierta^fthrtchrift.  1908.  1.  11 


154  Nachrichten  und  Notizen  II. 

die  80  geheim  gehalten  blieben,  dass  selbst  der  preussische  Gesandte  in 
Paris  nicht  eingeweiht  wurde. 

Gänzlich  unpolitisch  war  dagegen  die  zweite  Reise,  die  der  Prinz  1788 
bis  1789  unternahm.  Sein  Einfluss  am  Berliner  Hofe  war  vOllig  gebrochen, 
damals  herrschten  die  WöUner  und  BischofiFwerder.  So  konnte  der  Prinz 
ganz  sich  seinen  privaten  Neigungen  hingeben.  Froh,  auf  einige  Monate 
dem  Vaterlande,  dessen  äussere  wie  innere  Politik  er  missbilligte,  entronnen 
zu  sein,  fühlte  er  sich  glücklich  in  der  Pariser  Gesellschaft,  liess  sich  durch 
ihren  Glanz  blenden  und  ahnte  nicht,  dass  sie  unmittelbar  vor  dem  Zu- 
sammenbruche stand. 

Berlin.  Richard  Schmitt. 

Kurz  nach  dem  Erscheinen  dieses  Büchleins  ist  F.  X.  Kraus  auf 
italienischem  Boden,  wo  er  Erholung  suchte,  mitten  aus  eifrigster  Thätig- 
keit  und  leider  vor  der  Vollendung  grosser  Pläne  von  einem  frühzeitigen 
Tode  ereilt  worden.  Die  Schrift  über  Cavour  sollte  eine  Episode  seines 
Schaffens  sein  —  nun  liegt  sie  mit  den  geistesverwandten  Aufsätzen  über 
Pellegrino  Rossi  (Beil.  z.  Allg.  Ztg.)  vor  uns  als  sein  Testament.  Der  Mass- 
stab würde  zu  kurz  ausfallen,  wenn  man  diese  Schrift  lediglich  als  einen 
Beitrag  zur  Geschichte  des  19.  Jahrhunderts  betrachten  wollte,  obwohl  sie 
das  Werden  der  italienischen  Einheitsbewegung  und  die  Wirksamkeit 
Cavours  mit  voller  Beherrschung  des  ganzen  Stoffes  in  grossen,  sichern 
Linien  zeichnet.  Denn  die  Arbeit  des  Heimgegangenen  erschöpfte  sich  nicht 
in  seiner  wissenschaftlichen  Thätigkeit,  sondern  warf  sich  immer  stärker 
auf  die  religiösen  Probleme  unserer  Zeit.  Von  seinem  „Dante^*  bis  zu  diesen 
letzten  litterarischen  Leistungen  ist  alles,  was  aus  seiner  Feder  floss,  ein 
Bekenntnis  seines  Innern  geworden,  das  in  inmier  stärkere  Konflikte  mit 
den  heute  im  Katholizismus  vorherrschenden  Tendenzen  geriet.  In  Dante 
glaubte  er  den  wahren  Gehalt  der  katholischen  Kirche  verkörpert  zu  sehen, 
in  den  berühmten  „Kirchenpolitischen  Briefen^^  der  Allg.  Zeitung  kämpfte 
er  —  wenn  auch  längere  Zeit  anonym  —  für  den  „religiösen  Katholizismus^' 
gegen  den  Ultramontanismus  und  im  „Cavour^^  erkennt  er  gerade  im  Namen 
dieses  religiösen  Katholizismus  die  geschichtlichen  Thatsachen  und  die  Ab- 
sichten Cavours  an  —  er  ist  weit  davon  entfernt,  gegen  den  Untergang 
der  weltlichen  Herrschaft  des  Papsttums  Einspruch  zu  erheben.  Wie  einst 
Döllinger  hat  er  sich  zu  einer  vorurteilsfreien  Würdigung  der  Vergangen- 
heit durchgearbeitet.  —  Viele  sahen  dem  von  Kraus  geführten  Kampfe  nur 
mit  Achselzucken  zu;  das  Vertrauen  auf  den  Charakter  des  Streiters  war 
erschüttert,  seit  er  sich  einmal  in  früheren  Jahren  (1887)  mit  seinem  Lehr- 
buch der  Kirchengeschichte  einem  römischen  Machtspruch  unterworfen  hatte. 
Und  selbst  wo  man  sein  Streben  und  seinen  Mut  anerkannte,  regten  sich 
die  stärksten  Zweifel,  ob  der  „Idealkatholizismus^^  irgendwelche  Znkonfl 
haben  könnte.  Kraus  bleibt  dennoch  eine  bedeutsame  Erscheinung,  wenn 
er  auch  nicht  zum  siegreichen  Führer,  zum  Märtyrer  grosser  Ueber- 
zeugungen  geboren  war.  Seine  Gedanken  werden  weiter  wirken  und  Stärkeren 
vielleicht  die  Wege  zeigen.  Dafür  wird  auch  diese  letzte  Gabe,  das  Büch- 
lein über  Cavour,  wirken.  Walter  Goetz. 


Nachrichten  und  Notizen  II.  155 

Nautik  U8  1901,  Jahrbuch  für  Deutschlands  Seeinteressen  (Nautikus-Schriften 
Band  VI),  BerUn  1901,  E.  8.  Mittler  u.  Sohn.    461  S.    8^ 

In  dem  vorliegenden  dritten  Jahrgange  dieses  Werks  nimmt  zunächst 
die  Behandlung  der  kriegsmaritimen  Fachwissenschaft  erheblich  breitem 
Raum  ein  wie  im  vorhergehenden  Bande.  Im  zweiten,  dem  wirtschaftlichen 
und  technischen  Teil  des  Buches  finden  an  erster  Stelle  die  neuesten  Fort- 
schritte der  deutschen  Handelsmarine  S.  213  ff.  eingehende  Würdigung, 
wozu  im  dritten  Teile  reiches  statistisches  Material  S.  424  ff.  u.  S.  430  ge- 
boten wird.  Ebenso  wird  die  im  zweiten  Teil  gegebene  Darstellung  der 
deutschen  Ostseerhederei  S.  265  ff.  im  dritten  ergänzt  durch  mannigfache 
statistische  Nachweise  S.  424  ff.,  besonders  S.  430,  431  ff.  über  Betriebsver- 
hältnisse in  einer  grossen  Anzahl  deutscher  Rhedereien  sowie  über  den 
Seeschiffsverkehr  in  den  wichtigen  deutschen  Hafenplätzen  im  Jahre  1900. 

Die  Aufsätze  historischer  Natur  über  die  koloniale  und  maritime  Ver- 
gangenheit anderer  Nationen  treten  in  diesem  Bande  mehr  zurück.  Der 
Blüte  und  dem  Verfall  der  spanischen  Seemacht  ist  S.  183  ff.  ein  Artikel 
gewidmet,  in  welchem  jedoch  dem  Verfall  und  seinen  Gründen  allzu  geringe 
Beachtung  geschenkt  wird.  Ein  anderer  Aufsatz  behandelt  Frankreichs 
Blütezeit  als  See-  und  Kolonialmacht  S.  164  ff.  Eine  Studie  S.  71  ff.  über 
überseeische  Expeditionen  seit  der  französischen  Expedition  nach  Aegypten 
1798  ist  recht  interessant  auch  durch  die  beigegebene  tabellarische  Ueber- 
sicht,  während  eine  Betrachtung  des  Erstarkens  der  Völker  zur  See  S.  114  ff. 
in  die  grossen  weltpolitischen  Fragen  der  Gregenwart,  die  mit  dem  Streben 
nach  Seegewalt  und  wirtschaftlich -kommerzieller  Expansion  zusammen- 
hängen, einführt. 

Auch  dieser  neue  Band  des  Jahrbuchs  dürfte  durchaus  geeignet  sein,  seinen 
grossen  Zweck  zu  erfüllen,  das  in  weiten  Kreisen  unseres  Volks  rege  gewor- 
dene Interesse  an  den  maritimen  Fragen  weiter  zu  beleben  und  zu  vertiefen. 

Säel.  Daenell. 

Der  seit  1877  bestehende  „Historisch -antiquarische  Verein  in  Ob- 
walden*'  giebt  seit  1901  „Obwaldner  Geschichtsblätter**  (Verlag  von 
Schulthess  &  Co.,  Zürich)  heraus.  Aus  dem  kürzlich  erschienenen  ersten 
Heft  heben  wir  den  umfangreichen  Aufsatz  von  F.  Niderberger  über  „Die 
Entwickelung  der  Gerichtsverfassung  in  Obwalden"  hervor. 

Am  2.  Mai  1901  fand  in  Stuttgart  die  10.  Sitzung  der  Wfirttem- 
bergisehen  Kommission  fQr  Landesgeschichte  statt.  Wir  entnehmen 
dem  Bericht  derselben  über  den  Stand  der  Arbeiten  Folgendes:  Von  dem 
Briefwechsel  des  Herzogs  Christoph  (Ernst)  ist  Bd.  2  erschienen, 
Bd.  3  wird  hauptsächlich  den  Reichstag  von  1555  behandeln,  von  Bd.  4  ab 
soll  statt  der  bisherigen  Ausführlichkeit  eine  kürzere  Behandlung  einsetzen. 
Vom  Heilbronner  ürkundenbuch  ist  Bd.  I  (E.  Knupfer)  in  Druck, 
Bd.  n  (v.  Bauch)  wird  in  Arbeit  genommen.  Von  den  geschicht- 
lichen Liedern  und  Sprüchen  Württembergs  ist  Heft  H  im  Druck 
vollendet.  Archivassessor  Dr.  Wintterlin  hat  den  I.  Teil  der  Geschichte 
der  Behördenorganisation  in  Württemberg,  welcher  die  Zeit  bis 
zum  30 jährigen  Kriege  umfasst,   fertiggestellt.     Privatdozent  Dr.  Käser  in 

11* 


156  Nachrichten  und  Notia^n  11. 

Wien  ist  auf  seinen  Wunsch  des  AuilragH,  die  Akten  des  Schwäbischen 
Bundes  zu  bearbeiten,  enthoben  worden. 

Am  16.  und  16.  November  1901  fand  in  Karlsruhe  die  20.  Plenar- 
sitzung der  Badischen  Historischen  KommiHsiom  statt,  lieber  den 
Stand  der  Arbeiten  wird  berichtet:  Von  den  Begesten  der  Bischöfe 
von  Konstanz  (Cartellieri)  wurde  Bd.  II  Lfrg.  4  ausgegeben,  Lfg.  6  (Schluss) 
wird  im  nächsten  Jahre  folgen.  Von  den  Regesten  der  Markgrafen 
von  Baden  und  Hachberg  ist  Bd.  II  Lfrg.  1 — 2  erschienen  und  Bd.  m 
Lfrg.  1—2  von  Prof.  Dr.  Witte  im  Manuskript  fertiggestellt.  Die  Regesten 
der  Pfalzgrafen  am  Rhein  werden  unter  Leitung  des  Prof.  Dr.  Wille 
vqn  Dr.  Sillib  weitergeführt.  Von  der  unter  Leitung  des  Prof.  Dr.  SchrGder 
stehenden  Herausgabe  der  Oberrheinischen  Stadtrechtc  wird  aus  der 
Abteilung  der  fränkischen  Stadtrechte  Heft  6,  bearbeitet  von  Dr.  Koehne, 
voraussichtlich  1902  erscheinen  und  aus  der  Abteilung  der  elsässischen 
Stadtrechte  Schlettstadt,  bearbeitet  von  Dr.  Gdnj,  denmächst  ausgegeben 
werden.  Von  der  Politischen  Korrespondenz  Karl  Friedrichs  von 
Baden  ist  der  (Schluss-)Bd.  V  (Archivrat  Obser)  erschienen  und  ein  Nach- 
tragsband in  Aussicht  genommen.  Mit  der  Herausgabe  der  Korrespon* 
denz  des  Fürstabtes  Martin  Gerbert  von  St.  Blasien  waren  Archiv- 
direktor Dr.  Weech  und  Archivassessor  Dr.  Brunner  beschäftigt.  Von  der 
2.  Aufl.  des  Topographischen  Wörterbuchs  hofil  Archivrat  Dr.  Krieger 
übers  Jahr  den  1.  Halbband  druckfertig  vorzulegen.  Von  der  Wirtschafts- 
geschichte des  Schwarzwaldes  hofft  Prof.  Dr.  Gothein  den  IL  Bd. 
gleichfalls  in  Jahresfrist  fertigzustellen.  Vom  Oberbadischen  Ge- 
schlcchterbuch  (Kindler  von  Knobloch)  ist  Bd.  11  Lfrg.  3  erschienen, 
Lfrg.  4  ist  unter  der  Presse.  Der  Druck  des  5.  Bandes  der  Badischen 
Biographien  (v.  Weech  und  Ejieger)  soll  im  Laufe  dieses  Jahres  be- 
ginnen. Von  den  Siegeln  der  Badischen  Städte  ist  Heft  H  in  Druck. 
Die  Arbeiten  an  der  Ordnung  und  Verzeichnung  der  Archive  von 
Gemeinden,  Pfarreien  und  Grundherrschaften  u.  s.  w.  nähern  sich 
dem  Abschluss.  Das  Neujahrsblatt  tür  1901  enthielt:  „Baden  zwischen 
Neckar  und  Main  1803—1806'*  von  Dr.  P.  Albert,  und  bringt  für  1902: 
„Ausgewählte  Gedichte  des  badischen  Dichters  Samuel  Friedrich  Sauter*', 
bearb.  von  Dr.  £.  Kilian.  Von  den  vom  Statistischen  Landesamt  be- 
arbeiteten Grundkarten  sind  bereits  2  Sektionen  erschienen  und  der  Ab- 
schluss des  ganzen  Kartenwerkes  ist  für  1903  zu  erwarten.  Mit  der 
Bearbeitung  des  alphabetischen  Wort-  und  Sachregisters  zu  Bd.  1 — 39  der 
Zeitschrift  für  die  Geschichte  des  Oberrheins  ist  Dr.  F.  Frank- 
hauser  und  Dr.  0.  Roller  beauftragt  worden.  —  Steatsminister  a.  D.  Dr.  Nokk 
wurde  wegen  seiner  Verdienste  um  die  Kommission  zum  Ehrenpräsidenten 
ernannt. 

Am  14.  Dezember  1901  fand  in  Leipzig  die  6.  Jahresversammlung 
der  Königlich  Sächsischen  Kommission  fftr  Geschichte  statt.  Der  Stand 
der  wissenschaftlichen  Unternehmungen  ist  der  folgende:  Im  Druck  be- 
finden sich  das  Lehnbuch  Friedrichs  des  Strengen  von  1349  (Lippert  und 
Beschorner),  Bd.  I  der  Akten  und  Briefe  Herzog  Georgs  (Gefs),  Bd.  U  der 
Politischen  Korrespondenz  des  Herzogs  und  Kurfürsten  Moritz  (Brandenbmg) 


Nachrichten  und  Notizen  II.  157 

und  die  Dresdener  BUderhandschrift  des  Sachsenspiegels  (v.  Amira),  deren 
erster  Teil  in  den  letzten  Tagen  des  Jahres  1901  zur  Ausgabe  gelangt  ist. 
Mit  der  Drucklegung  des  Briefwechsels  der  Kurfürstin  Maria  Antonia  mit 
der  Kaiserin  Maria  Theresia  (Lippert)  und  der  Hauptwerke  der  sächsischen 
Bildnerei  und  Malerei  des  15.  und  16.  Jahrhunderts  (£.  Flechsig  in  Braun- 
Bchweig)  soll  demnächst  begonnen  werden.  Die  Vorlegung  des  Manuskriptes 
erwartet  man  im  laufenden  Jahr  von  den  Akten  zur  Geschichte  des  Bauern- 
krieges (0.  Merx),  der  Instruktion  eines  Vorwerksverwalters  des  Kurfürsten 
August  von  1670  (Wuttke  und  Ermisch),  der  Geschichte  des  Heilbronner 
Bundes  1633  (Joh.  Kretzschmar) ,  der  Briefe  König  Augusts  des  Starken 
(P.  Haake)  und  der  Beschreibung  der  Bistümer  Teil  I  Meissen  (Becker  in 
Waidenburg).  Von  der  Geschichte  des  geistigen  Lebens  der  Stadt  Leipzig 
ist  noch  keine  Abteilung  dem  Abschluss  nahe,  doch  will  Dr.  Armin  Tille 
im  Laufe  des  Jahres  als  Vorstudie  für  die  Sozial-  und  Wirtschaftsgeschichte 
eine  Arbeit  über  die  wirtschaftliche  Stellung  Leipzigs  in  Deutschland  bis 
gegen  Ausgang  des  16.  Jahrhunderts  einreichen.  Als  besondere  Veröffent- 
lichung ist  die  Herausgabe  eines  Tagebuches  des  Jakob  Thomasius,  des 
Vaters  des  bekannten  Christian  Thomasius,  beschlossen  worden.  Die  Be- 
arbeitung der  Ständeakten  vornehmlich  des  16.  Jahrhunderts  wurde 
Dr.  W.  Görlitz  übertragen.  Die  Ausgabe  der  Grundkarten  hofft  man  im 
Jahre  1902  zum  Abschluss  zu  bringen. 

Die  7«  Yersammlimg  Dentscher  Historiker,  die  unter  dem  Vor- 
sitz Dietrich  Schäfers  im  Frühjahr  1902  zu  Heidelberg  stattfinden  sollte, 
ist  mit  Rücksicht  auf  den  im  April  d.  J.  in  Rom  geplanten  Internationalen 
Historikertag  auf  das  nächste  Jahr  verschoben  worden.  Die  Versammlung 
Deutscher  Historiker  soll  Mitte  April  1903  gehalten  werden,  der  Beginn 
ward  auf  den  14.  April  festgesetzt. 

Die  Rubenow-Stiftung  in  Greifs wald  stellt  folgende  Preisanf gaben : 
1.  Ernst  Moritz  Arndt  in  den  Jahren  1806  — 1815.  Es  wird  ge- 
wünscht nähere  Aufklärung  der  äusseren  Lebensumstände  des  Mannes,  ins- 
besondere seiner  Beziehungen  zu  bestimmten  politischen  Kreisen,  z.  B. 
während  seines  Berliner  Aufenthalts  Anfang  1810,  sowie  seiner  patriotischen 
Schriftstellerei  nach  Plan  und  Wirkung  während  der  französischen  Herrschaft 
in  Deutschland.  Vorausgesetzt  wird  Aufspürung  und  Verwertung  neuer 
Materialien.  2.  Eine  kritische  Ausgabe  der  deutschen  Pomerania 
im  Anschluss  an  die  Edition  der  Pommerschen  Chroniken  Kantzows  von 
G.  GaebeL  (Stettin  1897/98.)  3.  Entwicklung  der  Landwirtschaft 
in  Pommern  nach  der  Bauernbefreiung.  Es  sind  die  wirtschaftlichen 
Folgen  der  verschiedenen  Massregeln  der  Bauernbefreiung  von  1811  bis 
1857,  insbesondere  der  veränderten  Grrundbesitzverteilung,  für  die  landwirt- 
schaftliche Produktion,  Verschuldung,  Arbeiterfrage  etc.  in  der  Provinz 
Pommern  an  einer  genügenden  Anzahl  einzelner  Güter  und  Bauernhöfe  ein- 
gehend zu  untersuchen  und  dabei  namentlich  die  Wirkungen  für  die  bäuer- 
lichen Wirtschaften  einer-  und  die  grossen  Güter  andererseits  auseinander- 
zuhalten. Die  vorhergegangene  Entwicklung  auf  den  Domänen  soll  wenigstens 
einleitungsweise  behandelt  und  die  ganze  Untersuchung  zeitlich  so  weit 
ausgedehnt  werden,  dass  auch  die  Wirkungen  der  letzten  Massregeln  von 


158  Nachrichten  und  Notizen  II. 

1850—1857  erkenntlich  werden,  also  ungefähr  bis  zum  Ende  der  sechziger 
Jahre,  bis  zum  Beginn  der  modernen  Agrarkrisis.  Die  Lehren,  welche  sich 
für  letztere  etwa  aus  der  betrachteten  Entwicklung  ergeben,  würden  dann 
den  naturgemässen  Schluss  bilden.  —  Die  Bewerbungsschriften  sind  in 
deutscher  Sprache  abzufassen.  Sie  dürfen  den  Namen  des  Verfassers  nicht 
enthalten,  sondern  sind  mit  einem  Wahlspruche  zu  versehen.  Der  Name 
des  Verfassers  ist  in  einem  versiegelten  Zettel  zu  verzeichnen,  der  aussen 
denselben  Wahlspruch  trägt.  Die  Einsendung  der  Bewerbungsschriften 
muss  spätestens  bis  zum  1.  März  1906  an  uns  geschehen.  Die  Zuerkennung 
der  Preise  erfolgt  am  17.  Oktober  1906.  Als  Preise  für  jede  der  drei  Auf- 
gaben sind  1800  M.  festgesetzt. 

Der  Hugo-Preis  für  die  beste  in  französischer  Sprache  auf  dem  Grebiet 
der  Geschichte  der  Medizin  erschienene  Schrift  der  letzten  fünf  Jahre  ist 
von  der  Medizinischen  Akademie  in  Paris  Frl.  Dr.  Melanie  Lipinska 
aus  Warschau  für  ihre  Geschichte  der  Aerztinnen  seit  dem  Altertum  bis 
auf  unsere  Tage  verliehen  worden. 

F.  X.  Er  aus  hat  testamentarisch  sein  BaarvermGgen  für  die  Gründung  eines 
Lehrstuhls  für  christliche  Archäologie  an  der  Universität  Freiburg  i.  B.  bestinunt. 

Personalien«  Emennnngen  nnd  Beförderungen.  Ak^utemkn  und 
Gesellschaften,  Die  Kaiserl.  Akademie  der  Wissenschaften  in  St.  Petersburg 
wählte  den  o.  Professor  der  Staatswissenschaften  Dr.  Gustav  Schmoller 
in  Berlin  zum  Ehrenmitglied.  —  Die  EOnigl.  Akademie  der  Wissenschaften 
in  München  ernannte  den  o.  Professor  der  Germanistik  in  Erlangen 
Dr.  Emil  Elias  Steinmeyer  zum  Mitgliede  der  Zentraldirektion  der 
Monumenta  Germaniae  Historica. 

Universitäten,  Der  o.  Professor  des  Deutschen  Rechts  und  der  Rechts- 
geschichte Karl  Gareis  in  Königsberg  hat  einen  Ruf  nach  München  ange- 
nommen. —  Der  Regierungsassessor  Dr.  Anton  Dyroff  wurde  zum  o.  Pro- 
fessor des  bayrischen  Staatrechts  und  des  Kirchenrechts  an  der  üniversit&t 
München  ernannt.  —  Der  o.  Professor  der  Nationalökonomie  an  der  Technischen 
Hochschule   in  Karlsruhe   Dr.  W.  Tröltsch  wurde  nach  Marburg  berufen. 

Museen  und  Sammlungen.  Der  Heraldiker  Privatdozent  Dr.  Ganz  wurde 
zum  Konservator  der  öffentlichen  Kunstsammlungen  in  Zürich  und  der  Direktor 
der  herzoglichen  Kunstsammlungen  auf  der  Veste  Koburg  Dr.  K.  Eötschau 
zum  Direktor  des  kgl.  Museums  und  der  kgl.  Gewehrgalerie  in  Dresden  ernannt. 
Todesfälle.  Im  November  1901  starb  in  Berlin  Prof.  Dr.  Fritz  Abra- 
ham, einer  der  Begründer  der  Jahresberichte  für  Geschichtswissenschaften. 
Auf  seine  Anregung  hin  trat  1877  die  Berliner  Historische  Gesellschaft 
diesem  Unternehmen  näher.  Für  die  ersten  3  Jahrgänge  redigierte  er 
die  Abteilung  ,, Altertum"  und  war  auch  als  Mitarbeiter  beteiligt.  Prof. 
Abraham  war  1841  zu  Berlin  geboren  und  wirkte  seit  1880  als  Oberlehrer 
am  Falk-Realgymnasium. 

Am  25.  Dezember  1901  starb  in  Brunn  der  mährische  Landesarchivar 
i.  P.  Vincenz  Brandl  im  67.  Lebensjahr.  Als  Geschichtsforscher  und  Ge- 
schichtschreiber des  Landes  Mähren  hat  er  sich  grofse  Verdienste  erworben. 
Wertvoll  sind  besonders  die  von  ihm  bearbeiteten  fünf  Bände  (Bd.  8 — 12) 
des  Codex  diplomaticus  Moraviae. 


Nachrichten  und  Notizen  IF.  159 

Am  29.  Dezember  1901  starb  der  katholische  Theolog  und  Archäologe 
der  o.  Professor  der  Kirchengeschichte  in  Freiburg  i.  B.,  Franz  Xaver 
Kraus,  im  62.  Lebensjahre.  Er  war  am  18.  September  1840  in  Trier  ge- 
boren, hatte  in  Freiburg,  Bonn  und  Paris  studiert,  empfing  1864  die  Priester- 
weihe xmd  wurde  1868  Benefiziat  in  Pfalzel  bei  Trier.  Im  Jahre  1872 
wurde  er  als  ao.  Professor  der  Geschichte  und  christlichen  Archäologie  an 
die  neubegtündete  Universität  Strassburg  berufen  und  1878  siedelte  er  als 
0.  Professor  der  Kirchengeschichte  nach  Freiburg  über.  In  den  letzten 
Jahren  widmete  er  sich  fast  ausschliesslich  kimstgeschichtlichen  und  ar- 
chäologischen Studien,  wir  erinnern  nur  an  sein  Buch  über  Dante  (1897) 
und  an  seine  Geschichte  der  christlichen  Kirnst,  ein  gross  angelegtes  Werk, 
dessen  erster  Teil  1895  erschien,  und  das  nun  leider  ein  Torso  geblieben 
ist.  Unter  den  katholischen  Gelehrten,  die  einen  inneren  Fortschritt  des 
Katholizismus  anstrebten,  nahm  er  eine  führende  Stellung  ein.  Wir  ver- 
weisen auf  die  Bemerkungen  oben  S.  154. 

Am  11.  Januar  starb  im  Alter  von  71  Jahren  der  frühere  Professor 
der  Religionsgeschichte  und  Religionsphilosophie  an  der  Universität  Leiden 
Dr.  Cornelius  Petrus  Tiele,  einer  der  bedeutendsten  Vertreter  der  ver- 
gleichenden Religionswissenschaft. 

Am  11.  Januar  starb  der  o.  Professor  der  klassischen  Archäologie 
Dr.  Adam  Flasch  in  Erlangen. 

Erklftnmg« 

Es  scheint  mir  zwecklos,  meinerseits  nochmals  die  Anschauungen 
sachlich  zu  widerlegen,  die  Bachmann  in  dieser  Zeitschrift  Jahrgang  1901, 
S.  453  ff.,  gegen  meine  Auffassung  der  Haltung  Kaiser  Friedrichs  m. 
in  der  Wahlsache  seines  Sohnes  Maximilian  entwickelt  hat.  Deshalb 
verzichte  ich  im  Speziellen  auch  auf  Beleuchtung  neuer  Missverständ- 
nisse, wie  der  S.  468^  mit  ausdrücklichem  Vorwurf  gegen  mich,  aufgestellten 
Theorie  von  der  Sinnesänderung  des  Kaisers  hinsichtlich  des  Innsbrucker 
Ratschlags. 

Aber  ein  Zweifaches  muss  ich  um  meiner  selbst  willen  hervorheben: 
Einmal  hat  Bachmann  das  bevorstehende  Erscheinen  seines  Angriffs  in  der 
Historischen  Zeitschrift,  86.  Bd.,  S.  568  unter  anderem  damit  begründet, 
dass  ich  neues  seit  1890  zum  Vorschein  gekommenes  Material  durchweg 
unbeachtet  gelassen  habe.  Ich  stelle  hiermit  fest,  dass  Bachmann  in  seinem 
neuesten  Aufsatz  keinerlei  Quellen  herangezogen  hat,  die  mir  unbekannt 
wären  oder  die  von  mir  nicht  bei  meiner  Untersuchung  nach  Gebühr  ge- 
würdigt worden  wären. 

Sodann  hat  Bachmann  (S.  453)  ohne  weiteres  unterstellt,  dass  meine 
Auffassung  Maximilians  überhaupt  aus  politischer,  gerade  herausgesagt, 
bomssischer  Parteisucht  hergeflossen  sei.  Nicht  für  meine  wissenschaft- 
lichen Freunde  in  und  ausser  Oesterreich,  wohl  aber  für  alle,  die  meinem 
historischen  Schaffen  femer  stehen,  erkläre  ich  diesen  mir  unerwartetsten 
aller  Vorwürfe  für  gänzlich  grundlos. 

Gieifswald.  Heinrich  Ulmann. 


160  Nachrichten  und  Notizen  II. 

Erwidemng. 

Nicht  nm  alte  oder  „neue  MiBsyerständnisse^*  handelt  es  sich  bei  der 
in  Frage  stehenden  Diskussion,  sondern  um  Versehen  und  Irrtümer ,  die, 
wie  ich  nachgewiesen  zu  haben  glaube,  Ulmann  sich  zu  Schulden  kommen  liess. 

Im  übrigen  machte  ich  1.  bereits  in  dieser  Zeitschrift  1901,  Heft  4, 
S.  456,  darauf  aufmerksam,  dass  es  gelte,  „das  in  der  Eorrespondenz  des 
Kurfürsten  Albrecht  Achilles  mm  vorliegende  neue  Material  zuerst,  was 
Ulmann  xmterlassen  hat,  in  seiner  Gesamtheit  zu  verwerten^^  Auf  unbenutzte 
wenn  auch  wohl  Ulmann  nicht  unbekannte  Quellen  ist  ebendort  S.  460—461, 
464  ff.,  471  ff.  (die  Konzepte  Markgraf  Albrechts  für  den  Frankfurter  Reichs- 
tag 1486),  473  (Instruktion  desselben  für  seine  am  Reichstage  zurück- 
bleibenden Räte),  476,  477,  478,  479,  480  (Maximilians  Korrespondenz  mit 
S.  Prueschenk)  hingewiesen.  2.  Was  die,  gewiss  unwillkürliche,  Haltung 
Ulmanns  zu  der  Art  und  Bethätigung  K.  Maximilians  I.  betrifft,  so  achrieb 
A.  Huber  darüber  (Gtesch.  Oest.  m,  846  Anm.)  im  Jahre  1888:  „Ueber  den 
Feldzug  Maximilians  nach  Italien  —  1496  —  u.  s.  w.  s.  Ulmann  I,  404 — 521, 
der  freilich  in  seiner  Beurteilung  des  Königs  hier  fast  noch  schwarzgalliger 
ist  als  gewöhnlich.^*  Und  ich  selbst  bemerkte  diesbezüglich  schon  1886: 
„So  sehr  hochangesehene  Männer  in  den  letzten  Jahren  und  teilweiae  früher 
jene  fast  traditionelle  Animosität  einer  Klasse  deutsch -preussischer  und 
kirchlich -evangelischer  Geschichtschreiber  gegen  die  Habsburger  nndOester- 
reich  in  Wort  und  That  verurteilt  haben,  so  sehr  die  heutigen  politischen 
Verhältnisse,  der  hocherfreuliche  Anschluss  beider  Kaiserreiche  in  ihrer 
äusseren  Politik,  darnach  waren,  auch  dem  eifrigsten  deutschen  Parteimann 
ruhige  Objektivität  und  Beurteilung  österreichischer  Herrscher  gewinnen  zu 
lassen:  jene  unschöne  und  sicher  auch  unnützliche  Heulmeierei  gegen 
Gestenreich  selbst  bei  Beurteilung  von  Personen  und  Verhältnissen,  die  der 
Zeit  vor  der  unseligen  religiösen  und  politischen  Spaltung  des  alten  Reiches 
angehören,  will  nicht  aussterben.  Der  Verfasser  (es  ist  die  Rede  von  Ul- 
manns „Maximilian  I.^*,  Bd.  1)  ist  von  dieser  Einseitigkeit  so  wenig  frei 
in  der  einen  wie  in  der  anderen  Richtung."  Mitt.  d.  Ver.  f.  Geech.  der 
Deutschen  in  Böhmen  XXIV,  Litt. -Beil.  S.  4,  wo  auch  die  weitere  Be- 
gründung nicht  fehlt. 

Prag.  A.  Bachmann. 


161 


Der  Feldzüg  der  Engländer  nnd  Rnssen  in  Holland 
im  Herbst  1799  nnd  die  Stellung  Prenssens. 

Von 

Hermann  Hfiffer. 

Wie  kein  anderer  zuvor  hat  der  Krieg  des  Jahres  1799 
die  Völker  Europas  zu  den  Waffen  gerufen.  Vom  Texel  längs 
des  Rheines  über  den  Kamm  der  höchsten  Gebirge  reichte  die 
Linie  der  Kämpfenden  bis  in  die  südliche  Spitze  Italiens.  Zwei 
Begebenheiten  treten  dabei  gesondert^  wie  Episoden  eines  grofsen 
Dramas  herror:  Der  Untergang  der  neapolitanischen  Republik 
und  der  Feldzug  der  Russen  und  Engländer  gegen  die  batavische. 
Auf  die  grossen  Entscheidungen  in  der  Schweiz  und  in  Ober- 
italien hatten  beide  nur  mittelbaren  EinflusS;  aber  sie  gewinnen 
ein  selbständiges  und  durch  den  Boden,  auf  dem  sie  sich  ab- 
spielten, eigentümliches  Interesse.  Die  Schicksale  Neapels  haben 
in  Italien  wie  in  anderen  Ländern  immer  neue  Forscher  und 
Erzähler  angezogen;  das  Unternehmen  gegen  die  batarische 
Republik  fand  in  Deutschland  noch  keine  eingehende  Darstellung. 
Schon  darin  könnten  die  folgenden  Blätter  ihre  Berechtigung 
suchen.  Man  wird  es  auch,  wie  ich  hoffe,  nicht  als  einen  Fehler 
betrachten,  dass  die  Verhandlungen,  welche  die  Stellung  Preussens 
zu  jenen  Vorzügen  bestimmten,  mit  einiger  Vollständigkeit  mit- 
geteilt werden«  Wenn  sie  ohne  den  gewünschten  Erfolg  blieben, 
so  liegt  gerade  darin  ein  Ergebnis  von  grosser  Bedeutung.  Die 
Wege  Preussens  werden  dadurch  auch  für  die  folgenden  Jahre 
Yorgezeichnet;  es  sind  die  Wege,  welche  dann  zu  der  Katastrophe 
von  1806  und  1807  führten. 


Schon  im  Herbst  1798,  bei  der  ersten  Aussicht,  Russland 
für  die  Koalition  zu  gewinnen,  tritt  in  den  englischen  Depeschen 
der    Oedanke    an   die   Be&eiung   Hollands    in   den   Vordergrund. 

Hittor.  Yiorteljalinohrift.  190S.  2.  12 


162  Hermann  Hüffer. 

Durch  ihre  Lage,  ihren  Handel,  ihre  Kolonien  waren  die  unter 
der  Leitung  der  Oranier  vereinigten  Provinzen  seit  dem  unver- 
gleichlichen Aufschwung  im  17.  Jahrhundert  für  England  von 
vorwiegender  Bedeutung;  man  wollte  sie  weder  fremdem  Einfluss 
überlassen  noch  in  einer  gefahrlichen  Nebenbuhlerschaft  erstarken 
sehen.  Eifrig  hatte  England  in  dem  grossen  Streite  zwischen 
den  Oraniem  und  der  Volkspartei  in  den  achtziger  Jahren  die 
Sache  des  verwandten,  durch  viele  Beziehungen  befreundeten 
Hauses  gefördert;  das  bewaffnete  Einschreiten  Friedrich  Wilhelms  IL 
hatte  dabei  den  Ausschlag  gegeben,  die  Stellung  des  Erbstatt- 
halters Wilhelms  V.  befestigt  und  zur  Freude  der  Engländer  den 
französischen  Einfluss  zurückgedrängt.  Aber  die  unterlegene 
Partei  besass  noch  zahlreiche  Anhänger  in  Holland  und  ausser- 
halb der  Grenzen.  Viele  —  man  sagte  42  000  —  „Patrioten" 
hatten  sich  nach  Frankreich  gewendet,  darunter  der  Major  Daendels 
und  der  spätere  Admiral  de  Winter.  Sie  blieben  mit  ihren 
Gesinnungsgenossen  in  der  Heimat  in  lebhaftem  Verkehr;  und  von 
der  revolutionären  Regierung  begünstigt,  schlössen  sie  sich,  als 
der  Krieg  im  Herbst  1794  der  holländischen  Grenze  näher  kam, 
den  französischen  Heeren  an,  um  mit  ihnen  zu  Anfang  des 
nächsten  Jahres  als  Befreier  in  das  Vaterland  einzuziehen.  Der 
grossen  Mehrheit  der  Bevölkerung  gegenüber  auf  den  Schutz  der 
Franzosen  angewiesen,  mussten  sie  willenlos  jedem  Belieben  der 
fremden  Unterdrücker  sich  fügen;  und  es  war  vor  allem  der 
innere  Gegensatz  der  Parteien,  der  den  Franzosen  die  Eroberung 
erleichterte  und  in  den  vier  nächsten  Jahren  das  Scheinbild  der 
batavischen  Republik  in  derselben  Weise  wie  die  cisalpinische 
und  helvetische  der  grossen  Mutterrepublik  überantwortete.^ 

Während  dieser  Zeit  war  der  Sitz  des  oranischen  Hauses 
nach  England  verlegt.  Am  18.  Januar  1795  beim  Herannahen 
der  Franzosen  hatte  der  Erbstatthalter  Wilhelm  V.  von  den 
fremden  Gesandten  im  Haag  Abschied  genommen  und  sich  dann 
in  einem  Fischerboot  über  die  sturmbewegte  See  nach  England 
begeben.  Seine  Gemahlin  mit  der  Erbprinzessin  war  ihm  einige 
Tage  vorangegangen.^     Bei  dem  verwandten  Eönigshause  —  Wil- 

^  Vgl.  H.  HüflFer,  Diplomatische  Verhandlungen  ans  der  Zeit  der  fran- 
zösischen Revolution  IT,  66  ff.,  313  ff.,  Bonn  1878. 

*  F.  De  Bas,  Prins  Frederik  der  Nederlanden  en  zijn  Tijd.  Met  Por- 
tretten, Platen,  Kaarten  en  Plans,  2  Bände,  Schiedam  1887,  1891,  I,  420.  — 


Der  Feldzug  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1799  u.  die  Stellung  Preussens.  163 

heim  V.  war  durch  seine  Mutter  Enkel  Georgs  U.  —  wurden 
die  Vertriebenen  freundlich  aufgenommen  und  erhielten  zunächst 
in  Kew,  dann  in  Hampton  Court  eine  fürstliche  Wohnung,  wo 
sie  auch  mit  einer  Art  von  Hofstaat  und  einigen  für  die  nächsten 
Bedür&isse  ausreichenden  Beamten  sich  umgeben  konnten.  Wenn 
schon  die  plötzliche  Flucht  über  das  Meer  an  das  erinnert,  was 
yier  Jahre  später  in  Neapel  geschah,  so  zeigt  auch  das  Verhältnis 
des  fürstlichen  Paares  eine  auffallende  Aehnlichkeit  mit  dem 
Verhältnis  zwischen  Ferdinand  und  Karoline  von  Neapel.  Der 
Statthalter,  in  Geschäften  wenig  erfahren,  trägen  Geistes,  konnte 
im  Genüsse  hauptstädtischer  Freuden  den  Verlust  seiner  Herr- 
schaft verschmerzen.  Beinahe  wörtlich  wie  die  Königin  von 
Neapel  schreibt  auch  Friederike  Wilhelmine  von  ihrem  Gemahle: 
ffier  Philosoph  Wilhelm  ergötzt  sich  nach  Herzenslust  und  tanzt 
viel."'  Erst  am  15.  Mai  1795  raffte  er  sich  auf  zu  einer  öflFent- 
lichen  Verwahrung  seiner  Rechte  und  einem  Protest  gegen  die 
batavische  Regierung. 

Ganz  im  Gegenteil  zeigt  sich  seine  Gemahlin,  die  Schwester 
Friedrich  Wilhelms  H.,  lebhaft,  ehrgeizig,  von  rascher  Auffassung; 
es  sind  Briefe  und  Denkschriften  von  ihr  vorhanden,  die  eine 
seltene  Schärfe  des  Ausdruckes  wie  des  Verstandes  bezeugen.^ 
Eine  nie  rastende,  an  Vielgeschäftigkeit  grenzende  Thätigkeit  war 
ihr  Bedürfnis,  und  bei  der  Unbesonnenheit,  mit  der  sie  ihren 
Gefühlen  Worte  lieh,  konnte  es  nicht  fehlen,  dafs  sie  mancherlei, 
oft  recht  nachteilige  Gegensätze  hervorrief.  Man  begreift  danach, 
dass  sie  den  schwachen  Gemahl  beherrschte  und  die  Seele  alles 
dessen  war,  was  von  Seiten  des  oranischen  Hauses  unternommen 
wurde,  um  seine  Rückkehr  nach  Holland  und  die  Wiedererwerbung 
seiner  politischen  Stellung  herbeizuführen.  Zwei  Strömungen 
kamen  von  Anfang  an  in  Hampton  Court  zum  Ausdruck.  Der 
Erbstatthalter  und  seine  Gemahlin  setzten  alle  Hoffiiung  auf 
England,  in  welchem  sie  den  unversöhnlichen,  mächtigen  Gegner 

Der  Verfasser,  Oberst  und  Vorstand  des  Königlichen  Haasarchivs  im  Haag, 
hat  aus  den  Schätzen  des  ihm  unterstellten  Archivs  ein  reiches  Material  zu 
einer  lebendigen  Darstellung  der  batavischen  Revolution  und  des  englisch- 
russischen Kriegszuges  verwerten  können. 

1  De  Bas  a.  a.  0.  I,  501,  540. 

•  Man  vgl.  z.  B.   die    Denkschrift   vom    23.  Juli   1797  bei  De  Bas  H, 

93,  659  ff. 

12* 


164  Hermann  HüflFer. 

der  französischen  Revolution  und  ihrer  Schöpfungen^  insbesondere 
der  batavischen  Republik^  erkannten.  Das  Verhältnis  zu  Schwager 
und  Bruder  war  mehr  und  mehr  gespannt^  seitdem  Preussen  am 
Kriege  gegen  die  Revolution  nur  so  lässigen  Anteil  nahm,  vor 
allem  den  Verpflichtungen  des  Haager  Vertrags  nur  unvollkommen 
nachkam,  sogar  im  Herbst  1794  die  Maaslinie  und  die  Grenze 
von  Holland  dem  Anfall  der  französischen  Scharen  preisgab. 
Umsonst  bestürmte  die  Erbstatthalterin  den  preussischen  Ge- 
sandten Grafen  Keller;  um  der  lästigen  Bedrängung  sich  zu  ent- 
ledigen, liefs  man  sogar  den  Gesandten  sich  eine  Zeitlang  aus 
dem  Haag  entfernen^.  Auch  nach  der  Katastrophe  in  Holland 
bezeigte  der  König  seiner  unglücklichen  Schwester  nicht  die  ge- 
ringste Teilnahme. 

Anders  war  das  Verhältnis  zum  Erbprinzen  Wilhelm  Friedrich. 
Der  Prinz  hatte  sich  im  Oktober  1791  mit  der  Prinzessin  Friede- 
rike Luise  Wilhelmine  von  Preussen,  der  Lieblingstochter  des 
Königs,  vermählt  und  stets  zu  seinem  Onkel,  und  Schwiegervater 
sowie  zu  dem  Thronfolger  freundliche  Beziehungen  aufrecht  er- 
halten. Er  setzte  auch  jetzt  seine  Hoffnungen  vor  allem  auf 
Preussen  und  im  Sinne  der  Baseler  Verhandlungen  auf  eine 
preussische  Vermittlung;  ja  er  wäre  nicht  abgeneigt  gewesen,  mit 
den  französischen  Machthabern  anzuknüpfen,  was  seiner  Mutter  und 
seinem  Bruder,  dem  Prinzen  Friedrich,  als  eine  Thorheit  erschien. 

Bald  nach  der  Ankunft  in  Hampton  Court  hatte  die  Erb- 
statthalterin  ihrem  Bruder  in  Berlin  die  bedrängte  Lage  geschildert; 
ebenso  hatte  die  Erbprinzessin  ihren  Vater  heimlich  um  Gewährung 
einer  Zuflucht  ersucht.  Der  Schwester  antwortete  der  König 
nicht,  lud  aber  Tochter  und  Schwiegersohn  dringend  ein,  sich  in 
Berlin  niederzulassen  —  zum  grossen  Verdruss  der  Erbstatthalterin, 
die  zum  erstenmal  auch  über  die  Schwiegertochter  sich  bitter 
beklagt.  Der  Erbprinz  reiste  infolgedessen  im  September  über 
Braunschweig  nach  Berlin,  liess  im  April  des  folgenden  Jahres 
auch  seine  Familie  nachkommen  und  nahm  für  eine  Reihe  von 
Jahren  in  der  preussischen  Hauptstadt  einen  Aufenthalt,  der  nur 
durch  einzelne  Reisen  nach  England  unterbrochen  wurde.* 

Prinz  Friedrich  hatte  sich  unterdessen  mit  Bevollmächtigung 
seines  Vaters  nach  Hannover  begeben,  wo  er,  unterstützt  von  dem 

»  De  Bas  I,  299.  *  De  Bas  I,  519 f.,  520,  531,  536,  643;  ü,  98. 


Der  Feldzug  d.  Engländern.  Russen  im  Herbst  1 799  u.  die  Stellung  Preussens.  1 65 

englischen  General  Dundas  und  beraten  von  einem  Vertrauten 
seiner  Mutter,  dem  Obersten  Stamford,  für  eiuen  möglichen  Ein- 
fall in  die  batavische  Republik  ein  Truppencorps  sammeln  sollte. 
Es  hatte  sich  bereits  eine  beträchtliche  Zahl  von  Emigranten 
zusammengefunden,  gegen  1200  Soldaten  und  600  Offiziere.  Aber 
schon  auf  der  Reise  musste  der  Prinz  von  dem  Herzog  Yon 
Braunschweig  erfahren,  der  König  könne  ein  Unternehmen,  das 
er  für  nutzlos,  gefährlich  und  mit  den  Bestimmungen  des 
Baseler  Friedens  für  unvereinbar  halte,  nicht  dulden.  Am 
4.  August  kam  dieser  Entschluss  in  einer  Kabinettsordre  zum 
Ausdruck  und  am  15.  August  wurde  in  Osnabrück  öffentlich 
verkündet,  dass  alle  holländischen  Emigranten,  Offiziere  und 
Soldaten  die  Stadt  binnen  zwei  Stunden  zu  verlassen  hätten.^ 
Der  Prinz  musste  das  Corps  weiter  rückwärss,  südlich  von  Bremen 
an  die  Hunte  verlegen  und,  als  auch  die  englischen  Truppen  im 
Herbst  Hannover  verliessen,  ganz  auflösen.  Missmutig  kehrte  er 
im  Oktober  nach  England  zurück  und  trat  im  nächsten  Frühjahr 
als  Generalmajor  in  österreichische  Dienste,  wo  ihm  eine  ebenso 
rühmliche  als  kurze  Laufbahn  beschieden  war.^ 

Nach  der  Auflösung  der  Truppen  in  Hannover  gab  der 
Erbstatthalter  zunächst  den  Gedanken  an  kriegerische  Unter- 
nehmungen auf.  Er  wäre  vielleicht  nicht  abgeneigt  gewesen, 
seinen  Söhnen  alle  seine  Rechte  abzutreten,  hätte  ihn  nicht  seine 
Gemahlin  fort  und  fort  an  die  Pflichten  seiner  Stellung  erinnert. 
Der  englische  Hof  bot  bereitwillig  Geldunterstützungen,  während 
man  zugleich  der  batavischen  Republik  am  15.  September  1795 
den  Krieg  erklärte  und  mit  Vergnügen  die  Gelegenheit  ergriff, 
ihre  Seemacht,  ihren  Handel  und  ihre  Kolonien  zu  schädigen. 
Als  die  Präliminarien  von  Leoben  wieder  einige  Aussicht  auf 
geordnete  Verhältnisse  boten,  wurde  Prinz  Friedrich  angewiesen, 
seinen  Einfluss  in  Wien  zu  Gunsten  der  oranischen  Ansprüche 
geltend  zu  machen.  Der  Erbstatthalter  selbst  wandte  sich  an  den 
Deutschen  Kaiser  und  den  König  von  England.  Aber  die  zwischen 
England  und  Frankreich  im  Sommer  angeknüpften  Verhandlungen 
scheiterten  nicht  zum  wenigsten  an  der  Weigerung  der  Engländer, 

1  De  Bas  I,  622,  627,  629,  680  f.  Hardenberg  berichtet  am  13.  August 
aus  Basel,  dass  Barth^lemy  sich  über  die  feindlichen  Massnahmen  der 
Oranier  in  Osnabrück  und  Hannover  beklagt  habe. 

*  De  Bas  I,  631,  636,  643. 


166  Hermann  HufTer. 

die  holländischen  Kolonien  zurückzugeben ^  und  in  dem  Frieden 
von  Campo  Formio  waren  die  oranischen  Interessen  so  wenig 
berücksichtigt^  dass  der  Erbstatthalter  in  London  dagegen  pro- 
testierte. Gleichzeitig  ersuchte  er  den  König  von  England  und 
als  Graf  von  Nassau  den  Deutschen  Kaiser,  seine  Vertreter  in 
Kastatt  zu  unterstützen.^ 

Der  Erbprinz  suchte  mittlerweile  sein  Verhältnis  zu  dem 
preussischen  Hofe,  zu  den  Schwiegereltern  und  dem  Schwager  zu 
festigen.  Friedrich  Wilhelm  II.  zeigte  sich  fortdauernd  gnädig 
gesinnt,  erstattete  die  Reisekosten^  als  die  Erbprinzessin  im  April 
1796  Yon  England  nach  Berlin  gekommen  war,  gewährte  eine 
Wohnung  in  Berlin  oder  für  den  Sommer  das  Schloss  zu  Schön- 
hausen, machte  zuweilen  Geldgeschenke,  die  zum  Ankauf  von 
Gütern  in  Schlesien  oder  Polen  verwendet  wurden^;  aber  zu  einem 
wirksamen  Schritt  für  die  Wiedereinsetzung  der  Oranier  Hess  sich 
die  preussische  Politik  nicht  bewegen. 

Man  darf  nicht  sagen,  Friedrich  Wilhelm  II.  habe  für  das 
oranische  Haus  gar  kein  Interesse  gezeigt.  Freilich  in  dem 
Baseler  Frieden  war  es  nicht  erwähnt;  Preussen  liess  sich  sogar 
zur  Verpflichtung  herbei,  gegen  die  vereinigten  Provinzen  nichts 
Feindseliges  zu  unternehmen.  Aber  damals  lag  die  Entwicklung 
der  Verhältnisse  noch  im  Ungewissen,  und  als  mit  der  Gründung 
der  batavischen  Republik  die  Ausschliessung  des  oranischen  Hauses 
ausgesprochen  war,  verweigerte  Preussen  dem  neuen  Staatswesen 
die  Anerkennung,  bis  die  Entschädigung  der  Oranier  erfolgt  sei.^ 
Deutlich  genug  erkennt  man  in  den  Verhandlungen  der  nächsten 
Jahre  die  Wünsche  des  preussischen  Hofes,  aber  zugleich  den 
Mangel  an  Thatkraft,  um  sie  zur  Ausführung  zu  bringen.  Der 
wenig  rühmliche  geheime  Vertrag,  welchen  Preussen  am  5.  August 
1796  mit  Frankreich  abschloss,  zieht  auch  das  Loos  der  Oranier 
in  Betracht,  verspricht  aber  nur  eine  von  dem  französischen  Ge- 
sandten Caillard  schon  am  20.  April  vorgeschlagene  Entschädigung 

»  De  Bas  I,  646;  II,  73,  94  f.,  104. 

*  De  Bas  I,  642;  II,  27,  99. 

'  Der  König  an  Sandoz  9.  September  1790;  vgl.  Diplomatische  Yer- 
handlnngen  I,  314.  lieber  eine  Verwendung  Hardenbergs  zu  Gunsten  der 
Oranier  in  Basel  vgl.  seinen  „Pr^cis  des  demandes  du  ministre  d'etat  baron 
de  Hardenberg  a  Bäle  aupres  da  Gouvernement  Fran9aiB  en  faveur  de  la 
Maison  d'Orange  et  des  r^ponses  de  celui-ci",  De  Bas  T,  634  f. 


DerFelilzngd.  Engländer  u.  Rnssen  imHerbst  1799  u.  die  Stellung Preussens.  1  (57 

von  sehr  zweifelhafter  Sicherheit.  Im  Eingänge  der  geheimen 
Artikel  wird  hervorgehoben,  wie  der  König  —  er  fühlt,  wie  es 
scheint,  das  Bedürfnis,  sich  zu  rechtfertigen  —  alle  Gründe  und 
freundschaftlichen  Vorstellungen  erschöpft  habe,  um  das  Haus 
Oranien  in  seine  Aemter  und  Würden  unter  billigen  Verände- 
rungen (sous  des  modifications  equitables)  wieder  einzusetzen; 
nur  weil  die  französische  Republik  unter  den  jetzigen  Verhält- 
nissen die  Ausführung  des  Wunsches  für  ganz  unmöglich  erkläre, 
sei  er  geneigt,  im  Verein  mit  Frankreich  ein  Abkommen  zwischen 
dem  Prinzen  von  Oranien  und  der  batavischen  Regierung  zu 
vermitteln.  Demgemäss  sollte  der  Prinz  für  seinen  gesamten 
Ghrundbesitz  eine  Geldentschädigung  und  vermittelst  der  Säkula- 
risationen Würzburg  und  Bamberg  mit  der  kurfürstlichen  Würde 
erhalten.  Nach  dem  Abschluss  der  Präliminarien  von  Leoben 
musste  die  Angelegenheit  noch  einmal  zur  Sprache  kommen; 
Frankreich  verlangte  jetzt  die  unbedingte  Anerkennung  der  bata- 
vischen Republik  und  machte  doch  zugleich  die  Entschädigung 
Oraniens  von  unbestimmten,  willkürlichen  Bedingungen  abhängig. 
In  scharfen  Ausdrücken  rügt  das  Ministerium  diese  Wortbrüchig- 
keit, aber  statt  den  Franzosen  ernstlich  entgegenzutreten,  thut 
man  ihnen  den  Willen.  Der  Legationssekretär  Bielefeld  wird  als 
preussischer  Vertreter  in  den  Haag  geschickt,  so  dafs  wenigstens 
thatsächlich  die  neue  Republik  nunmehr  anerkannt  war.^ 

In  Hampton  Court  wurde  dieser  Schritt  durch  den  preussischen 
Geschäftsträger  BaUan  angezeigt  mit  dem  für  einen  Staat  wie 
Preussen,  man  könnte  sagen,  schmachvollen  Zusätze,  die  Sendung 
sei  nur  unter  dem  Drucke  Frankreichs  erfolgt.  Die  Erbstatt- 
halterin  wurde  durch  das  Benehmen  des  Bruders,  von  dem  sie 
seit  ihrer  Ankunft  in  England  noch  keinen  Brief  erhalten  hatte, 
auf  das  peinlichste  berührt;  in  bitteren  Worten  äussert  sie  sich 
am  9.  Juli  1797  dem  Prinzen  Friedrich  gegenüber.^  Der  andere 
Sohn,  der  Erbprinz,  setzte  dagegen  noch  immer  seine  Hoffiiungen 
auf  Preussen;  sie  mochten  sich  noch  steigern,  als  nach  dem  Tode 
Friedrich  Wilhelms  H.  ein  jugendlicher  Nachfolger  den  Thron 
bestieg.  Aber  es  blieb  beim  alten;  Förderung  der  Privatangelegen- 
heiten —  mehr  war  nicht  zu  erreichen,  geigte  sich  doch  Friedrich 
Wilhelm  HL  noch  weniger  als   sein  Vater  geneigt,   in   die  poli- 

1  Diplomatische  Verhandlungen  I,  303,  310,  322,  366. 
*  De  Bas  II,  81  f.,  656. 


168  Hermann  Hüffer. 

tischen  Verwicklungen  thatkräftig  anf  die  Ge&hr  eines  Krieges 
einzugreifen.  Auf  dem  Rastatter  Kongress  hatte  der  Prinz  von 
Oranien  als  deutscher  Reichsfürst  einen  Vertreter,  den  Professor 
Tollius,  einen  geschickten,  thätigen  Mann,  früheren  Erzieher  des 
Erbprinzen.  Tollius  stand  im  freundlichen  Verkehr  mit  den 
preussischen  Gesandten,  welche  angewiesen  waren,  die  Entschädi- 
gung der  Oranier  durch  Bamberg  und  Würzburg  zu  betreiben. 
Aber  allem,  was  für  diesen  und  ähnliche  Zwecke  geschah,  fehlte 
es  zu  sehr  an  Nachdruck,  um '  erfolgreich  zu  sein.  Bessere  Hoff- 
nungen schienen  sich  erst  zu  eröffnen,  als  der  Kongress  sich 
auflöste,  und  mit  der  Bildung  einer  neuen  Koalition  zugleich  die 
Frage  hervortrat:  Wird  Preussen  sich  anschliessen?  Wird  es  zu 
Gunsten  der  Oranier  sein  Schwert  in  die  Wagschale  werfen? 

U. 

Man  weiss,  wie  eifrig  die  yerbündeten  Mächte,  besonders 
Russland,  sich  bemühten,  Preussen  gegen  die  immer  drohender 
anwachsende  Macht  Frankreichs  zu  den  Waffen  zu  rufen.  Immer 
vergebens;  auch  die  ausserordentliche  Gesandtschaft  des  Fürsten 
Repnin  und  die  Berliner  Verhandlungen  im  Mai  1798  waren  ohne 
Ergebnis  verlaufen.  Der  ständige  Gesandte  Russlands,  Graf  Nikita 
Panin,  jung,  ehrgeizig,  überaus  befähigt,  Personen  und  Verhält- 
nisse zu  benutzen,  dabei  voU  glühenden  Hasses  gegen  die  Revo- 
lution,  setzte  aber  seine  Bemühungen  fort.  Der  Bündnisvertrag 
zwischen  England  und  Russland  vom  29.  Dezember  war  wesent- 
lich auf  den  Beitritt  Preussens  berechnet,  und  Lord  Grenville 
hatte  sich  —  angeregt  durch  eine  Denkschrift,  die  von  dem 
Herzog  von  Braunschweig  dem  Erbstatthalter  und  durch  ihn  dem 
englischen  Ministerium  mitgeteilt  war^  —  entschlossen,  durch 
seinen  Bruder,  Sir  Thomas  Grenville,  noch  einen  Versuch  in  Berlin 
zu  machen.     Mitte  Januar  trat  Panin  in  Berlin  mit  bestimmten 


^  Graf  Simon  Woronzow,  der  ruBsische  Gesandte  in  London,  an  Panin, 
22.  Januar  1799;  MaiepiajiBi  am  zusHeonHcaHiji  rpa<{)a  Hhkbtbi  nerpoBH^a 
naHHHa(1770 — 1837)  HSAasie  A.  EpHKHepa.  Materialien  zur  Lebensbeschreibung 
des  Grafen  Nikita  Petrowitsch  Panin  (1770 — 1887).  Herausgegeben  von 
A.  Brückner,  IV,  267,  Petersburg  1890.  Diese  wichtige  Veröffentlichung 
bildet  die  willkommene  Ergänzung  zu  dem,  was  sich  dem  Archiv  des 
Fürsten  Woronzow  und  dem  Preussischen  Geheimen  Staats -Archiv  ent- 
nehmen lässt. 


Der  Feldzug  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1799  n.  die  Stellung  Prenssens.  169 

Antragen  hervor;  er  bot  die  Hülfe  von  45000  Russen^  wenn  der 
König  die  Befreiung  Hollands  übernehmen  wolle.  ^  Panin  war 
voll  der  besten  Hoffnungen;  alles ^  schreibt  er^  sei  für  den  Krieg 
mit  Ausnahme  des  Generals  Köckritz  und  des  jakobinisch  ge- 
sinnten Ministers  Struensee.  Auch  der  Herzog  von  Braunschweig^ 
der  am  17.  Januar  in  Berlin  eintraf^  sprach  sich  in  diesem  Süme 
aus;  vor  allem  war  es  Haugwitz,  der  nach  den  Ereignissen^  die 
vorangegangen  waren  und  bevorstanden ,  die  neutrale  Stellung 
Preussens  nicht  mehr  für  eine  ausreichende  Schutzwehr  hielt. 
Schon  am  15.  Januar  hatte  er  die  Gefahren  der  Lage^  die  Not- 
wendigkeit einer  Entscheidung  mit  klarem  Ueberblick  auseinander- 
gesetzt. Er  preist  zwar  die  Vorteile,  die  aus  dem  Baseler  Frieden 
und  der  preussischen  Neutralität  hervorgegangen  seien;  wenn  aber 
die  Demarkationslinie  zeitweilig  Norddeutschland  gegen  die  An- 
griffspläne der  Franzosen  geschützt  habe,  so  erscheine  die  Lage 
jetzt  verändert.  Preussen  habe  das  Schicksal  Hollands  von  dem 
künftigen  Frieden  abhängen  lassen.  Offenbar  hege  jetzt  das 
Direktorium  die  Absicht,  Holland  mit  Frankreich  zu  vereinigen; 
dazu  habe  Preussen  seine  Zustimmung  nicht  gegeben,  es  werde 
sich,  wenn  jener  Plan  gelänge,  in  seinen  Grundfesten  erschüttert 
finden.  Die  Scheide,  die  Maas,  der  Waal,  die  Yssel  und  sogar 
der  Rhein,  die  natürlichen  Bollwerke  Deutschlands,  beständen 
nicht  mehr.  Der  Zeitpunkt,  sich  mit  England  und  Russland  zum 
Schutze  Europas  zu  vereinigen,  sei  erschienen;  für  den  Fall,  dass 
Oesterreich  sich  mit  Frankreich  verständige,  sei  jene  Verbindung 
nur  um  so  nötiger.^ 

Anders  war  freilich  die  Stimmung  in  der  nächsten  Umgebung 
des  Königs,  besonders  unter  den  Generalen.  Panin  hatte  die  Lage 
doch  zu  günstig  aufgefasst.  Eine  Denkschrift,  gleichfalls  aus  dem 
Januar  1799,  spricht  die  Ansicht  aus,  Oesterreich  sei  der  natür- 
liche Feind  Preussens,  Russland  unzuverlässig,  England  für  den 
Handel  gefährlich;  Frankreichs  Untergang  dürfe  man  nicht  einmal 
wünschen,  weil  man  alsdann  gegen  den  Uebermut  Russlands  und 
Englands  jedes  Rückhaltes  entbehre.^     Die  Denkschrift  ist  gewiss 


^  Panin  an  Finckenstein,  20.  Januar;  Brückner  a.  a.  0.  lY,  24. 

•  Bailleu,  Preussen  und  Frankreich  von  1796—1807,  Leipzig  1881, 1,  265  ff. 

»  Sybel,  Geschichte  der  Revolutionszeit,  V,  261,  Stuttgart  1879.  —  Die 
Denkschrift  entstammt  dem  Nachlass  Friedrich  Wilhelms  IQ.,  in  dem  sie  jetzt 
als  ein  besonderes  Aktenstack  aufbewahrt  wird.   Gütige  Mitteilung  P.  Bailleus. 


170  Hermann  Hüifer. 

nicht  allein  auf  Köckritzens  Einfiuss  zurückzufüliren,  sondern  Tor 
allem  auf  die  eigentlichen  Wünsche  des  Königs^  der  sich  am 
27.  Januar  in  ihrem  Sinne  entschied.  Er  meint,  die  Nation 
würde  einen  auswärtigen  Krieg  rmr  mit  Widerwillen  unternehmen, 
und,  wenn  er  dazu  seine  Einwilligung  gäbe,  dieses  nur  der  Furcht 
Yor  Russland  zuschreiben.  Am  besten  sei  es,  die  damals  an- 
gekündigte Verhandlung  mit  Thomas  Grrenville  nicht  gleich 
abzubrechen,  aber  durch  diplomatische  Kunst  soviel  als  möglich 
in  die  Länge  zu  ziehen;  vielleicht  würden  die  Franzosen  HoUand 
freiwillig  herausgeben,  um  sich  nicht  einen  neuen  Feind  in 
Preussen  auf  den  Hals  zu  ziehen.^  Mit  dem  grössten  Bedauern 
erfuhr  der  russische  Gesandte,  dass  von  Preussen  vorerst  nichts 
zu  erlangen  sei;  am  meisten  beklagt  er  sich  über  den  Herzog 
von  Braunschweig,  der  —  es  scheint,  unter  dem  Eindruck  der 
Ereignisse  in  Neapel  —  von  der  guten  Sache  abgefallen  sei.  Um 
endlich,  wie  es  ihm  aufgetragen  war,  eine  baldige  bestimmte 
Antwort  zu  erhalten,  bat  er  um  eine  formliche  Audienz;  aber  sie 
wurde  ihm  —  er  meinte:  ein  unerhörter  Fall  —  zweimal,  am 
30.  Januar  und  2.  Februar,  abgeschlagen.  In  einer  Gesellschaft 
bemerkte  ihm  der  König,  er  sehe  noch  nicht  klar  genug,  müsse 
erst  überlegen  und  die  Entschlüsse  Oesterreichs  erwarten. - 

'  Sybel  a.  a.  0.  S.  262.  Die  Aufzeichnung^  ist  jedoch  nicht  von  Haug- 
witzens  sondern  yon  Köckritzens  Hand;  sie  ist  nicht  unterzeichnet  und 
nicht  datiert,  findet  sich  aber  zwischen  einigen  vom  28.  Januar  datierten 
Stücken.  Ein  besonderes  Aktenheft  über  die  Verhandlung  mit  Thomas 
Grenville  giebt  es  nicht.     Gütige  Mitteilung  Paul  Bailleus. 

•  Panin  an  Besborodko,  29.  Januar,  Panin  an  Paul,  7.  Februar, 
Brückner  IV,  31  ff.,  46 ff.  Panin  an  Finckenstein,  28.  Januar:  Bitte  um  eine 
Audienz.  Der  König  an  die  Minister,  30.  Januar:  er  schlägt  die  Audienz 
ab,  will  die  Sache  erst  überlegen.  Panin  am  31.  Jan.  beklagt  sich;  in  Peters- 
burg schlage  man  niemals  eine  Audienz  ab;  er  bittet  abermals.  Fincken- 
stein^ 31.  Januar,  möchte  den  König  bitten,  die  Audienz  zu  gewähren. 
Alvensleben  erklärt  sich  für  die  Verweigerung,  auch  in  Petersburg  habe 
man  Tauenzien  und  Groeben  öfters  eine  Audienz  abgeschlagen.  Der  König 
am  2.  Februar  verweigert  abermals.  Der  Geheime  Kat  Renfner  verfasst  am 
9.  Februar  eine  Denkschrift  über  Verweigerung  von  Audienzen  in  Peters- 
burg. —  Die  in  dieser  Anmerkung  und  den  folgenden  bezeichneten  Akten- 
stücke sind,  sofern  sie  nicht  von  Bailleu  bereits  veröffentlicht  wurden,  dem 
Preussischen  Geheimen  Staats-Archiv  entnommen,  nämlich  der  Korrespondenz 
Berlin- Wien,  Berlin-Paris,  Berlin-Petersburg  und  den  Actes  de  la  Nägrociation 
de  Berlin  avec  les  deux  cours  Imperiales  1798—99,  Rep.  XI,  89  (Frankreich). 


Der  Feldzug  d.  Engländern.  Russen  im  Herbst  1 799  u.  die  Stellung Prenssens.  171 

Freilich  wenn  der  König  auf  eine  gutwillige  Räumung  Hol- 
lands hoffte^  so  war  das  Direktorium  dazu  am  wenigsten  geneigt. 
Man  dachte  im  Gegenteil  noch  immer,  Preussen  ganz  auf  die 
Seite  Frankreichs  zu  ziehen,  und  liefs  es,  besonders  im  Februar, 
als  GrenvUle  unterdessen  in  Berlin  angekommen  war,  nicht  an 
Mahnungen  fehlen.  In  einer  Unterredung  mit  dem  preussischen 
Gesandten  Sandoz-RoUin  am  15.  Februar  setzte  Rewbel  den  Vorteil 
auseinander,  dass  Preussen  von  Frankreich  als  eine  gleichberech- 
tigte Macht  ersten  Ranges  angesehen  werde,  während  es  bei  der 
Koalition  nur  als  ein  untergeordnetes  Staatswesen  gelte.  Auch 
die  Möglichkeit  eines  Friedens  mit  Oesterreich  trat  wieder  in  den 
Vordergrund  nebst  der  Mahnung,  Preussen  möge  sich  freimütig 
gegen  den  Kaiser  erklären.^  Dazwischen  wurde  wohl  von  Talley- 
rand  den  Verhandlungen  mit  dem  Wiener  Hofe  jede  Bedeutung 
abgesprochen,  so  dass  Sandoz  nicht  mehr  wusste,  was  er  eigent- 
lich glauben  solle.*  In  Berlin  war  freilich  der  französische  Ge- 
sandte Si^yes  keineswegs  der  Mann,  freundliche  Beziehungen  zu 
verstärken;  aber  die  üngewissheit  der  Lage,  insbesondere  der 
Tod  des  Kurfürsten  Karl  Theodor  von  Pfalz-Baiem  am  16.  Februar 
1799  und  der  Gedanke,  dass  Oesterreich  die  alten  Pläne,  etwa 
mit  Hülfe  Russlands,  wieder  aufnehmen  könne,  liess  für  Preussen 
das  Verhältnis  zu  Frankreich  wieder  wertvoll  erscheinen.  Der 
Gesandte  der  batavischen  Republik,  Bourdeaux,  berichtet  aus 
Berlin  gerade  am  23.  Februar,  Siejes  sei  an  den  beiden  letzten 
Hofti^en  von  dem  Könige  imd  der  Königin  durch  auffallende 
Freundlichkeit  ausgezeichnet  worden.  Im  März,  also  nach  Aus- 
bruch des  Krieges,  meldet  er,  Haugwitz  und  Sieyes,  obgleich  seit 
längerer  Zeit  veruneinigt,  hätten  wieder  eine  lange,  freundliche 
Unterredung  miteinander  gehabt.^  Damals  wurden  die  geheimen 
Artikel  von  Campo  Formio  mitgeteilt,  deren  Inhalt  nicht  gerade 
die  freundlichen  Gesinnungen  Frankreichs,  aber  doch  am  ent- 
schiedensten den  Gegensatz  zwischen  Oesterreich  und  Preussen 
hervortreten  liess. 

Alles  dies  konnte  den  König  nicht  im  entferntesten  be- 
stimmen, sich  etwa  mit  Frankreich  gegen   die  Koalition  zu  ver- 


»  Sandoz,  16.,  22.,  28.  Februar,  Bailleu  I,  274  f 
«  Sandoz,  19.  Februar,  Pr.  St.-A. 

•  G.  W.  Vreede,  Geschiedenis  der  Diplomatie  van  de  bataafsche  Re- 
pubUek  U,  1.  mifke,  S.  42,  43,  Utrecht  1864. 


172  Hermann  Hüffer. 

einigen;  aber  es  bestärkte  den  Entschluss,  sich  nach  keiner  Seite 
zu  binden.  Grenville  fand  demgemäss^  als  er  nach  einer  langen^ 
gefahrlichen  Reise  am  17.  Februar  in  Berlin  eintraf;  für  seine 
Anträge  nicht  mehr  Gehör  als  Panin.  ^  Zunächst  beschränkte  er 
sich  auf  die  Erklärung^  dass  England  mit  den  Absichten  des 
Zaren  durchaus  einverstanden  sei,  und  Preussen  bei  der  Befreiung 
Hollands  durch  Hülfsgelder  unterstützen  werde;  ihre  Höhe  wollte 
er  noch  nicht  bestimmen.  Erst  am  22.  Februar  wurde  er  dem 
König  vorgestellt  und  erst  am  7.  März  erhielten  der  russische 
Antrag  vom  20.  Januar  und  die  Vorschläge  Grenvilles  eine  Be- 
antwortung. In  einer  ausführlichen  Note  müssen  die  Minister 
auseinandersetzen^  der  König  werde  fortfahren,  durch  den  Schutz 
Norddeutschlands  der  Flut  der  Revolution  einen  Damm  entgegeu- 
zuwerfen,  könne  sich  jedoch  zu  einem  AngrifiFskriege  nicht  ent- 
schliessen.  Nur  bei  neuen  üebergrifiFen  der  Franzosen  werde  er 
die  Defensive  in  eine  OfiFensive  verwandeln.  Immerhin  könne 
man  schon  jetzt  über  diesen  Fall  sich  besprechen^  die  Leistungen 
und  Gegenleistungen  und  die  gemeinschaftlichen  Gesichtspunkte 
feststellen;  nur  müsse  man  dabei  von  dem  Grundsatz  ausgehen, 
die  Ruhe  im  Norden  Europas  möglichst  lange  zu  erhalten.^ 
Grenville  wollte  darauf  abbrechen  und  sich  beschränken,  die 
preussische  Antwort  in  London  zur  Kenntnis  zu  bringen;  Panin 
bat  in  einer  Note  vom  10.  März,  Preussen  möge  doch  die  Fälle 
angeben,  in  welchen  es  zum  Kriege  sich  entschliessen  würde.' 
Am  11.  März  fand  dann  zwischen  Haugwitz,  dem  russischen  und 
englischen  Gesandten  eine  neue  Konferenz  statt.  Vier  Stunden 
wogte  das  Gespräch  hin  und  her;  Panin  knüpfte  an  die  preussische 
Note,  die  er  vorlas,  seine  Widerlegung.     Aber  vergebens;   Haug* 


*  Grenvilles  Beglaubigung  ist  schon  vom  ü.  Dezember  datiert;  sie  wird 
von  Finckenstein  am  20.  Februar  dem  Eabinettsministerium  überschickt  mit 
dem  Bemerken,  Grenville  komme  ohne  caractäre  public  nur  mit  einer  com- 
mission  extraordinaire.     Pr.  St.-A. 

•  Panin  an  Paul,  24.  Februar,  Brückner  IV,  76  ff.  —  Finckenstein  be- 
richtet ausführlich  am  25.  Februar  über  seine  Unterredung  mit  Grenville, 
welcher  Anschluss  Preussens  an  England  und  Russland  und  eine  Unter- 
nehmung gegen  Holland  vorschlägt;  Alvensleben  will  nicht  einmal  darüber 
verhandeln.  Pr.  St.-A.  —  Die  preussischen  Minister  an  Panin  am  7.  Mars, 
Brückner  IV,  86  ff. 

'  Finckenstein  an  das  Eabinettsministerium,  7.  März;  das  Kabinetts- 
ministerium an  den  König,  10.  März.    Pr.  St.-A. 


DerFelding  d.  Russen  n.  Engländer  im  Herbst  1 799  u.  die  Stellung  Preussens.  173 

witz  wollte  die  Fälle,  ia  denen  der  König  zu  den  Waffen  greifen 
würde,  nicht  bestimmen.  Er  verlor  sich,  wie  Panin  behauptet, 
in  ein  Labyrinth  absurder  Ausflüchte.  Eine  blos  eventuelle 
Offensive  war  zudem  den  beiden  Gesandten  wenig  genehm.  Panin 
erbot  sich  jedoch,  den  Entwurf  einer  Konvention  anzunehmen 
und  nach  Petersburg  zu  schicken.^ 

Thugut,  wenn  er  auch  dem  Beitritt  Preussens  nur  bedingten 
Wert  beilegte,  wollte  doch  und  konnte  schon  um  Russlands 
willen  diesen  Verhandlungen  nicht  ganz  fem  bleiben.  .  Da  Fürst 
Reuss,  der  langjährige  Gesandte,  am  12.  Februar  plötzlich  aus 
dem  Leben  geschieden  und  der  Geschäftsträger  Josef  von  Hudelist 
so  wichtigen  Angelegenheiten  nicht  gewachsen  war,  traf  der  Graf 
Franz  Dietrichstein  am  19.  März  in  ausserordentlicher  Sendung 
in  Berlin  ein.  Aber  schon  die  Wahl  des  Gesandten  zeugte  nicht 
gerade  von  dem  Wunsche,  sich  zu  einigen,  und  über  seine  Thätig- 
keit  ist  wenig  zu  sagen.  Immerhin  mochte  seine  Ankunft  zu 
neuen  Versuchen  anregen,  (rrenville  hatte  sich  am  18.  März 
bereit  erklärt,  auch  über  den  eventuellen  Beitritt  Preussens  zu 
unterhandeln,  und  Haugwitz  schlug  dem  König  eine  Erklärung 
vor,  dass  man  in  fünf  Fällen  die  Offensive  ergreifen  würde,  wenn 
nämlich  die  Franzosen  gegen  Hannover,  gegen  die  Mündungen 
der  Elbe,  gegen  Hamburg,  gegen  die  fränkischen  Herzogtümer 
und  gegen  Sachsen  vorgingen.  In  einer  Konferenz  am  26.  März 
wurde  darüber  verhandelt,  und  das  Kabinettsministerium  —  d.  h. 
die  drei  Minister  des  Auswärtigen,  Finckenstein,  Alvensleben  und 
Haugwitz  —  erbitten  dann  vom  König  eine  Anweisung  über  die 
Zahl  der  aufzustellenden  Truppen  und  die  Höhe  der  dafür  zu 
fordernden  Subsidien.  Aber  schon  dies  war  der  Sorge  und  dem 
Argwohn  des  Königs  jetzt  zu  viel.  Am  30.  März  erklärt  er  den 
Ministem  sehr  bestimmt,  er  könne  nur  seiner  defensiven  Stellung 
gegen  die  Bewilligung  hinreichender  Subsidien  eine  grössere  Aus- 
dehnung geben.  ^  Demgemäss  machte  Finckenstein  in  einer  Kon- 
ferenz am  2.  April  das  Anerbieten,  die  preussische  Armee  an  der 
Demarkationslinie  solle  um  35000  Mann  vermehrt  werden;   zum 


»  Panin  an  Paul,  11.  März,  Brückner  lY,  89.  Der  Bericht  und  die 
preussische  Note  vom  7.  März  sind  auch  einer  Depesche  Cobenzls  an 
Thugut  vom  25.  März  beigelegt.     Wiener  St.-A. 

*  Die  Minister  am  27.  März  an  den  König;  der  König  an  die  Minister 
am  30.  März.     Pr.  St.-A. 


174  Hennann  Hüifer. 

Entgelt  verlangte  er  für  die  Vorbereitung  130000  Pfand,  für  die 
Unterhaltung  monatlich  80000  Pfund  und  im  Kriegsfalle  fOr 
eine  Erhöhung  auf  100000  Mann  monatlich  200000  Pfund. 
Aber  wieder  war  das  Hindernis,  dass  Orenville  über  eine  blosse 
Defensive  nicht  verhandeln  wollte,  und  nicht  mehr  erreichte  man 
in  einer  Konferenz  am  6.  April,  an  welcher  zum  erstenmal  auch 
Dietrichstein  teilnahm,  freilich  nur  um  eine  Verbalnote  zu  ver- 
lesen, welche  eine  rasche  Entscheidung  Preussens  forderte.  Als 
er  sich  entfernt  hatte,  wiederholte  Grenville  auf  Grund  neuer 
Anweisungen,  dass  er  Subsidieu  für  eine  blosse  Defensive  nicht 
bewilligen  könnte;  Panin  schloss  sich  dieser  Erklärung  an,  und 
dadurch  war  auch  die  Stellung  Preussens  entschieden.  Dietrich- 
stein erhielt  am  15.  April  die  bestimmte  Antwort,  der  König 
würde  aus  der  Neutralitat  vorerst  nicht  herausgehen,  am  27.  April 
hatte  er  seine  Abschiedsaudienz,  und  die  Unterhandlung  schien 
beendigt.  ^ 

Beinahe  hätte  sie  eine  der  beabsichtigten  ganz  entg^en- 
gesetzte  Wirkung  zur  Folge  gehabt.  Der  Bericht  Panins  vom 
11.  März  hatte  den  Zorn  Pauls  aufs  heftigste  erregt.  Seit  zwei 
Monaten  stockte  alles,  weil  er  nicht  wusste,  wie  Preussen  sich 
stellen  würde.  Dazu  kam  die  Sorge,  Preussen  möge  Baiem,  das 
ihm  damals  so  verhasst  war,  in  die  Demarkationslinie  einbegreifen. 
Am  22.  März  musste  Besborodko  den  preussischen  Gesandten, 
General  von  Groeben,  auffordern,  unverzüglich  durch  Kurier  in 
Berlin  das  preussische  Ultimatum  zu  erfragen.  Der  russische 
Kanzler,  schon  seit  Monaten  leidend,  geriet  bei  der  Heftigkeit 
seines  Herrn,  bei  der  drohenden  Gefahr  eines  ernsten  Zwistes  mit 
Preussen  in  solche  Aufregung,  dass  er  in  der  Nacht  von  einem 
Schlaganfall  gerührt  wurde,  der  am  17.  April  seinem  Leben  ein 
Ziel  setzte.^  Aber  in  Berlin  blieb  man  gerade  im  Gegenteil  bei 
dem  Bestreben,  die  Verhandlung  in  die  Länge  zu  ziehen.  Erst 
am  G.  April,  nicht  durch  Kurier,  sondern  durch  die  gewöhnliche 
Post  wurde  erwidert,  dass  der  König  vor  allem  Nachrichten  aus 

^  Die  Minister  an  den  König,  7.  April;  der  König  an  die  Minister, 
18.  April;  Verbalnote  an  Dietrichstein,  15.  April;  der  König  an  die  Minister, 
17.  April:  Dietrichstein  soll  am  27.  April  Audienz  und  eine  Dose  im 
Werte  von  1200  Thalem  erhalten.    Pr.  St.-A. 

'  Kotschubey  an  Woronzow,  19./30.  April  1799,  Archiv  des  Fürsten 
Woronzow  X\'T]J,  202,  Moskau  1880. 


Der  Feldzugd.  Engländern.  Russen  im  Herbst  1799  n.  die  Stellung  Preussens.  1 75 

London  erwarten  müsse;  das  Gerücht  von  einer  Ausdehnung  der 
Demarkationslinie  sei  eine  Fabel.  ^ 

Man  hätte  doch  wohl  in  einem  anderen  Tone  geschrieben, 
wäre  man  mit  dem  ganzen  Ernst  der  Lage  bekannt  gewesen. 
Paul  in  seinem  rücksichtslosen  Eifer  war  nahe  daran,  g^g^u 
Preussen  feindlich  vorzugehen.  Ein  Korps  von  48  000  Mann 
unter  dem  General  Lascy  wurde  in  Lithauen  gegen  die  preussische 
Grenze  vorgeschoben;  eine  russische  Flotte  unter  dem  Admiral 
Kruse  sollte  an  der  preussischen  und  pommerschen  Küste  kreuzen 
und  gelegentlich  auf  der  Rhede  von  Danzig  sich  einstellen. 
Groeben,  und  was  noch  mehr  zu  verwundern  ist,  sein  Sekretär 
Scholz,  der  Überbringer  der  Depesche,  hatten  den  preussischen 
Ministem  von  diesen  Gefahren  keine  Ahnung  gegeben.  Erst  als 
der  englische  Gesandte  Sir  Charles  Whitworth  in  grosser  Auf- 
regung einen  Kurier  nach  Berlin  abgehen  liess,  erfuhr  Haugwitz 
von  Grenville,  was  die  Annäherung  der  Truppen  und  manches 
andere  zu  bedeuten  habe.  Bedenklich  erschien  es  nun  auch,  dass 
die  Deutsche  Petersburger  Zeitung,  ein  halboffizielles  Blatt,  am 
2.  April  einen  Artikel  brachte,  demgemäss  die  russische  Flotte, 
„bei  vorfallenden  Trennungen"  ihren  Sammelplatz  vor  Danzig 
nehmen  solle.  In  Berlin  wurde  man  unruhig;  am  30.  April 
schicken  die  Minister  im  Auftrage  des  Königs  den  erwähnten 
Artikel  an  Panin;  sie  heben  den  sonderbaren  Ausdruck  hervor 
und  bemerken,  es  widerspreche  dem  völkerrechtlichen  Brauch,  dass 
man  dem  Admiral  Kruse  ohne  vorgängige  Anzeige  eine  der 
preussischen  Souveränetät  unterstehende  Rhede  als  Sammelplatz 
anweise;  vermutlich  sei  die  Anzeige  nur  vergessen  und  werde 
bald  nachgeholt  werden. 

Man  muss  dem  russischen  Gesandten  das  Zeugnis  geben, 
dass  er  mit  richtigem  Verständnis  nichts  unterliess,  dem  drohen- 
den Zerwürfnis  vorzubeugen.  Er  war,  wohl  infolge  der  Ver- 
wirrung, die  Besborodkos  Krankheit  hervorrief,  lange  Zeit  ohne 
Nachricht.  Sobald  er  aber  durch  Grenville  von  dem,  was  in 
Petersburg  vorging,  Kenntnis  erhielt,  richtete  er  an  den  Vize- 
kanzler Kotschubey  die  dringende  Mahnung,  man  möge  nicht 
durch  den  Bruch  mit  Preussen  dem  gemeinsamen  Feinde  einen 
neuen  Bundesgenossen  zuführen;  und  als  dann  die  Besorgnis  der 


*  Vgl.  Diplomatische  Verhandlungen  lU,  267. 


176  Hermann  Haffer. 

preussischen  Minister  durch  jenen  Artikel  der  Petersburger  Zeitung 
und  feindselige  Massnahmen  des  Zaren  gegen  Hamburg  sich 
steigerte ;  wagte  Panin  am  28.  April  ^  auch  dem  Zaren  die  ein- 
dringlichsten Vorstellungen  zu  machen.  Der  junge  König,  schreibt 
er,  sei  nicht  aus  bösem  Willen,  sondern  nur  infolge  seiner 
Schwäche  und  Unentschlossenheit  der  Koalition  nicht  beigetreten 
und  wünsche  nichts  sehnlicher  als  ein  gutes  Einvernehmen  mit 
Russland  und  England;  mit  Ausnahme  von  Siey^s  und  Struensee, 
gebe  es  in  Berlin  keinen  Menschen,  der  nicht  einen  Bruch  mit 
Russland  als  ein  Unglück  betrachte.  Der  König  erhöhe  seine 
Streitmacht  und  könne  mit  Hülfe  der  Verbündeten  230  000  Mami 
aufstellen.  Haugwitz,  der  mit  Eifer  für  die  gute  Sache  thatig 
sei,  halte  den  Augenblick  fclr  nahe,  dass  Preussen  sich  am  Kriege 
beteilige,  aber  Zwang  und  Drohungen  würden  das  gerade  Gegen- 
teil bewirken  und  nur  dem  Direktorium  zu  gute  kommen. 

Panin  hat  sich  später  gerühmt,  er  habe  durch  diese  Depesche 
einen  Krieg  verhütet.  Zu  statten  kam  ihm,  da(s  auch  die  erste 
Aufwallung  des  Zaren  sich  gelegt  hatte.  Auf  die  preussische 
Mitteilung  vom  6.  April  hatte  er  in  unfreundlichem  Tone  dem 
Gesandten  von  Groeben  erklären  lassen,  Russland  nehme  von 
der  preussischen  Antwort  Akt,  werde  aber  jeden  Schritt,  der  eine 
Hinneigung  zu  Frankreich  verrate  oder  die  Franzosen  begünstige, 
als  eine  Verletzimg  der  Neutralität  und  eine  Feindseligkeit  be- 
trachten. ^  Kotschubej  schreibt  jedoch  zu  derselben  Zeit  an 
Woronzow,  der  Sturm  habe  sich  gelegt,  und  als  einige  Tage 
später  die  Depesche  Panins  anlangte,  antwortete  Paul  am  10.  Mai 
in  ungewöhnlich  gnädigen  Ausdrücken.  Panin,  schreibt  er,  könne 
in  Berlin  versichern,  dass  die  Ansammlung  der  Truppen  nicht  in 
feindlicher  Absicht  geschehen  sei;  zum  Teil  seien  sie  schon 
zurückgezogen,  Kruse  werde  in  Bomholm  Stellung  nehmen,  um 
von  da  den  Verkehr  zwischen  Hamburg  und  Frankreich  zu  über- 
wachen.    Selbst  dem  sonst  so  verhassten  Haugwitz  soll  Panin  in 

*  Groeben,  30.  April,  Pr.  St.-A.:  „Kotachubey  a  re9u  l'ordre  de  me 
r^pondre  verbalement :  qu'on  s'entiendrait  au  sens  litt^ral  de  la  r^ponse 
donn^e  que  chaque  d^marche  qui  montrerait  de  la  pr^dilection  ou  favori- 
serait  les  Fran9ai8  serait  regard^e  comme  une  violation  de  la  neutralit^ 
annonc^e  et  que  dans  ce  cas  on  se  verrait  oblig^  d'en  agir  comme  on 
agirait  vis -ä- vis  de  ceux,  qui  prendraient  part  ä.  la  cause  des  Fran9ai8 
contre  la  bonne.**     Vgl.  auch  Paul  an  Panin,  27.  April,  Brückner  IV,  172 f. 


Der  Feldzag  d.  Engländer  u.  Rassen  im  Herbst  1 799  u.  die  Stellang  Prenssene.  177 

Pauls  Auftrage  aussprechen,  wie  sehr  sein  gegenwärtiges  Be- 
nehmen ihm  das  Wohlgefallen  und  die  Zuneigung  des  Zaren  er- 
worben habe;  Paul  hoffe,  dass  die  kluge  und  löbliche  Denkungsart 
eines  so  weisen  Ministers  auch  auf  die  Gesinnung  des  Königs 
mehr  und  mehr  Einfluss  gewinnen  werde.  Zum  Schluss  wird 
Panin,  dessen  Eifer  und  Klugheit  niemals  glänzender  als  bei 
dieser  Verhandlung  hervorgetreten  seien,  zu  verdoppelten  An- 
strengungen ermuntert.  Bald  darauf  suchte  der  Zar  durch  be- 
sondere Handschreiben  an  den  Herzog  von  Braunschweig  und 
den  Landgrafen  von  Hessen  die  Mitwirkung  dieser  Fürsten  zu 
gewinnen.  ^ 

m. 

Auf  das  Treiben  der  in  Berlin  so  zahlreich  versammelten 
Diplomaten,  nicht  weniger  auf  die  Stimmung  in  den  Kreisen  des 
Hofes  und  der  einflussreichen  Staatsmänner  werfen  ein  scharfes 
Licht  die  Aufzeichnungen  des  holländischen  Generals  Kinkel,  eines 
militärischen  Diplomaten,  der  in  dieser  doppelten  Eigenschaft  seit 
dem  Anfange  des  Revolutionskrieges  öfters  genannt  wird.  Schon 
im  Sommer  1794  war  er  als  Bevollmächtigter  des  Erbstatthalters 
bei  den  Verhandlungen  zwischen  Haugwitz,  Malmesbury  und  den 
verbündeten  Generalen  in  Maastricht  und  während  des  Feldzuges 
im  preussischen  Hauptquartier  thätig  gewesen;  nach  der  Er- 
oberung Hollands  durch  die  Franzosen  verweilte  er  als  Agent 
des  englischen  Ministeriums  meistens  in  Deutschland.  Zu  Anfang 
1799,  als  auf  die  Entscheidung  des  Berliner  Hofes  alles  ankam, 
wurde  er  mit  einer  Sendung  nach  Berlin  betraut,  um  über  die 
Lage  zu  berichten  und  dem  Erbprinzen  von  Oranien  mit  seinem 
Rate  beizustehen.*  Auf  der  Durchreise  in  Braunschweig  sprach 
er  den  Herzog,  über  den  er  nicht  günstig  urteilt.  Er  meint, 
umsonst  habe  die  Natur  alle  Gaben  an  ihn  verschwendet,  da  sie 


^  Panin  an  Eotschabey,  15.  April,  an  Paul,  28.  April,  3.  Mai;  die 
preussischen  Minister  an  Panin,  SO.  April,  Panin  an  die  Minister,  3.  Mai; 
Paol  an  Panin,  10.  Mai;  Panin,  3.  Juni  an  den  Landgrafen  von  Hessen 
and  den  Herzog  von  Braanschweig:  Brückner  IV,  162  ff.,  173ff.,  186 ff.,  180, 
182,  193  ff.,  226,  260. 

*  Das  Tagebach  Kinkels  vom  2.  März  bis  zum  26.  Oktober  1799  be- 
findet sich  in  4  Heften  —  etwa  40  Folio-Bogen  —  im  Haager  Staatsarchiv. 
Ich  denke  die  wichtigeren  Teile  in  meiner  Quellensammlang  für  das  Zeit- 
alter der  fransöflischen  Revolution  zu  veröffentlichen. 

Histor.  Viertoljahnehrift  1908.  8.  13 


178  Hermann  Hüffer. 

ihn   zugleich  jeder   Energie   beraubt    habe.     Am    8.   Iförz    kam 
Kinkel  nach  Berlin.     Pi*inz  Georg   yon  Hessen ,   der  Oheim   der 
Königin^   gab    eine  Schilderung  von  dem  Charakter  des  Königs 
und  seiner  Umgebung,  die  nicht  ermutigte;  seine  nächsten  Ver- 
wandten  durften    über  Politik  nicht   mit   ihm   reden.     Mit  Ver- 
gnügen bemerkte  Kinkel,  dass  Siey^s  wieder  mit  äusserster  Kälte 
behandelt  wurde,  und  dass  ein  Bündnis  mit  Frankreich  nicht  ssu 
befürchten  sei.     Aber  nicht  weniger  heftig  war  die  Erbitterung 
gegen   Oesterreich.      Am   20.   März,   bei   einem   Mittagessen    im 
Hause  des  Ministers  Schulenburg,  hörte  Kinkel  von  der  Niedei> 
läge   des    Generals  Auffenberg   in   Graubünden.     „Es  war   merk- 
würdig^', schreibt  er,  „zu  sehen,  wie  das  Gefühl  gegen  Oesterreich 
sichtbar   das   andere  überwoir,   dass  aus  jenen  Niederlagen  auch 
für  PreuBsen   eine  Gefahr   he;vorginge«     Die  Königin  hatte  ge- 
äussert:  „Nach  den  Oesterreichem  wird  die  Reihe  an  uns  kommen.^ 
„Ich   muss   sagen'',   fährt   Kinkel   fort,    „dass   alle   vernünftigen 
Leute   dieser   letzteren  Auffassung   zustinmiten,  aber    ohne   sich 
enthalten  zu  können,  heimlich  schadenfroh  zu  lachen.     So  macht 
man  der  B^yolution  gutes  Spiel!"     Im  April,  als  das  Glück  sich 
den    Oesterreichem   zuwandte,    äusserte    Schulenburg:    Bei    dem 
ersten   Kanonenschuss  Preussens   würde   Frankreich  von  Oester- 
reich den  Frieden  erkaufen  für  Bedingungen,  die  Oesterreich  vor- 
teilhaft,   Preussen   aber  verderblich    wären;   deshalb    müsse   der 
König  neutral  bleiben,  beiden  Mächten  die  Grenzen  setzen,  sollen, 
dass  Oesterreich  höchstens  in  Italien  noch  etwas  erhielte.    Wandte 
sich  Kinkel    dann    an  Dietrichstein,   so    zeigte  sich,    dass  dieser 
gegen  Preussen   gerade  so  gesinnt  war,    wie  Schulenburg  gegen 
Oesterreich.  „Er  will  Preussen   das  Messer  an  die  Kehle  setzen'', 
bemerkt  Kinkel,  „und  der  eigentliche  Zweck  seiner  Reise  scheint 
zu   sein,    Grenville   auszuhorchen  und  den  Beitritt  Preussens  zur 
Koalition    zu    verhindern."      Ueber    Haugwitz    heisst    es:    Alle 
Stimmen  sind  einig,  dass  er  den  Krieg  will,  den  der  König  nicht 
will.     Und  wenn  Kinkel  anfangs  noch  den  Verdacht  hegte,   der 
Minister  spiele  ein  falsches  Spiel,  so  überzeugte  er  sich  bald  von 
dem    Gegenteil.     In    einer   Unterredung    vom   21.   April   suchte 
Haugwitz  noch  das  von  Preussen  angebotene  Defensivbündnis  zu 
rechtfertigen,  welches  möglicherweise  in  die  Offensive  übergehen 
könne;  als  aber  fiankel  ihm  zeigte,  dass  ein  Bündnis  unter  solchen 
Bedingungen   wertlos  sei,   stimmte  er  selbst  beinahe  zu,  zuckte 


Der  FeldsQg  d.  En^^änder  u.  Bussen  im  Herbst  1 799  n.  die  Stellung Prenssens.  1 79 

die  Achseln  and  bedauerte^  dass  er  nicht  mehr  habe  thun  können. 
Uehrigena  sei  das  letzte  Wort  Preussens  noch  nicht  gesprochen, 
wenn  England  gegen  einen  Geniestreich  des  wahnwitzigen  Paul 
and  einen  plötzlichen  Friedensschlass  Oesterreichs  (Garantien 
gebe.^ 

Solche  Aeuaserongen  genügten ,  um  eine  neue  Verhandlung 
anzuregen;  zudem  waren  Grenville  auf  den  Bericht,  den  er  Anfang 
April  nach  London  gesandt  hatte,  neue  Anweisungen  zugekommen. 
Noch  Yor  Ende  des  Monats  trat  er  mit  seinen  Anträgen  hervor, 
und  Panin  achloss  sich  ihm  an,  als  er  den  richtigen  Zeitpunkt 
für  gekommen  hielt.  Die  Gesandten  beriefen  sich  zunächst  wie- 
der auf  die  Vertrage  von  1788,  in  denen  Preussen  fQr  die  da- 
malige Verfassung  Hollands  Garantie  geleistet  hatte.  Deshalb, 
meinten  sie,  sei  der  König  nicht  allein  berechtigt^  sondern  sogar 
verpflichtet,  die  Franzosen  zur  Räumung  Hollands  aufzufordern 
und  ihnen,  wenn  sie  sich  weigerten,  den  Krieg  zu  erklären.  Ob- 
gleich England  den  Russen  bereits  Subsidien  versprochen  hatte, 
bot  Grenville  jetzt  auch  Preussen  noch  eine  Million  Pfund 
Sterling  für  das  laufende  Jahr;  er  beantr^e  eine  gegenseitige 
Gkunntie  der  Besitzungen,  Wiedereinsetzung  des  Erbstatthalters 
und  Bestimmung  des  Zeitpunktes,  an  welchem  Preussen  zu  den 
Waffen  greifen  würde.  Panin  überreichte  dann  Anfang  Mai 
einen  Vertragsentwurf,  demgemäss  60000  Preussen  innerhalb 
zweier  Monate  nach  Holland  aufbrechen  sollten.'  Die  Lage  war 
damals  in  Folge  der  kriegerischen  Ereignisse  der  Art,  dass,  wenn 
Preussen  der  Koalition  beitrat,  ein  günstiger  Erfolg  ausser  Zweifel 
stand.  Es  schien  so  naheliegend,  dass  der  König  fQr  seine  Ver- 
wandten, für  so  wichtige  Interessen  seines  Staates  nunmehr  ein- 
trete! Kinkel  beriet  schon  mit  dem  Erbprinzen,  wie  die  Gegen- 
revolution in  Holland  sich  am  leichtesten  durchführen  lasse;  er 
besprach  die  Proklamationen,  die  man  veröffentlichen  und  die 
Verfassung,  die  man  dem  Lande  geben  werde.  Auch  die  drei 
Minister  des  Auswärtigen,  Finckenstein,  Alvensleben  und  Haugwitz 
reichten  dem  Könige  am  3.  Mai  eine  Denkschrift  ein  und  wurden 
auf  Gh-und  derselben  ermächtigt,  in  Unterhandlungen  einzutreten. 
Als  Haugwitz  am  4.  Mai  dem  Könige  die  englischen  Anträge 
mündlich  empfahl,  erhielt  er  den  Auftrag,  sich  schriftlich  darüber 

1  Kinkels  Tagebnch  vom  3.,  8.,  18.,  20.,  27.  März,  11.,  21.  April. 

'  Panin  an  Paul,  8.,  16.  Mai,  Brückner  lY,  189  f.,  196  ff. 

1»» 


180  Uermann  Hüffer. 

zu  äussern.  Schon  am  folgenden  Tage  setzt  er  in  warmen 
Worten  auseinander ,  dass  man  durchaus  zu  einer  festen  Ent- 
schliessung  kommen  und  eine  bestinmite  Antwort  geben  müsse; 
er  schildert  die  Gefahren  der  Lage,  welche  die  Besetzung  Hollands 
durch  französische  Truppen  mit  sich  führe^  und  rät^  den  günstigen 
Zeitpunkt  nicht  zu  versäumen.  Freilich  alles  nur  bedii^.  Der 
König  sollte  seine  Truppen  an  der  Demarkationslinie  yersammeln, 
aber  erst^  wenn  ihm  der  richtige  Zeitpunkt  gekommen  schiene, 
gegen  Holland  vorgehen  lassen  und  nach  der  Erobenuig  des 
Landes  zu  keinem  weiteren  Schritt  verpflichtet  sein,  Russland 
sollte  durch  Truppen,  die  durch  Böhmen  gegen  den  Rhein  ziehen 
würden,  das  preussische  Unternehmen  unterstützen,  England  die 
Fortsetzung  der  Subsidien,  falls  sie  nötig  würden,  auch  für  das 
folgende  Jahr  versprechen. 

Es  ist  zweifelhaft,  ob  England  imter  solchen  Bedingungen 
zu  der  Zahlung  von  Hülfsgeldem  sich  bequemt  hätte;  aber  fftr 
den  bedenklichen  Sinn  des  Königs  war  Haugwitz  schon  zu  weit 
gegangen.  Friedrich  Wilhelm  forderte  auch  von  seinem  Kabinetts- 
sekretär Lombard,  der  eben  um  diese  Zeit  zu  steigendem  Ansehen 
gelangte,  und  von  dem  einflussreichen  General  Rüchel  Gutachtra 
über  die  Lage.  Beide,  die  den  eigentlichen  Wunsch  ihres  Herrn 
wohl  ahnten,  sprachen  nicht  für  den  Krieg.  Lombard  stellt 
unter  heftigen  Klagen  über  die  Eroberungssucht  des  französische 
Kolosses  alles  der  eigenen  Entscheidung  des  Königs  anheim. 
Rüchel,  der  insbesondere  die  Unzuverlässigkeit  einer  Verbindung 
mit  Oesterreich  hervorhebt,  empflehlt  in  dem  sonderbaren  Kauder- 
welsch, das  man  in  seinen  Denkschriften  gewohnt  ist,  eine 
Politik  des  „Friedens,  Ueberraschens,  Entscheidens*^,  wobei  man 
dann  zunächst  die  Hände  in  den  Schoss  legte.  So  entschied  auch 
Friedrich  Wilhelm.  Durch  Köckritz  und  persönlich  in  einer 
Unterredung  in  Charlottenburg  am  12.  Mai  gab  er  Haugwitz  den 
Auftrag,  den  Engländern  jede  Hoffiiung  auf  ein  unmittelbares 
Eingreifen  Preussens  zu  nehmen;  er  behalte  sich  vor,  nach  2^it 
und  Umständen  zu  handeln,  ohne  auf  irgend  eine  Art  gebunden 
zu  sein.  Nur  über  eine  Garantie  der  beiderseitigen  Besitzungen 
und  die  Bedingungen  des  künftigen  Friedens,  der  die  Unabhängig- 
keit Hollands  festsetzen  müsse,  wollte  er  allenfalls  eine  Verab- 
redung treffen;  femer  den  Engländern  nicht  alle  Hoffnung  nehmen, 
dass  er  die  Defensive  einmal  zu  Gunsten  Hollands  in  eine  Offen- 


DerFeldzngd.  Engländern.  Rnssen  im  Herbst  1799  u.  die  Stellung  Prenssens.  181 

sive    verwandeln    könnte.^     Mit    dem    äussersten    Bedauern   gab 
Hangwitz   den   beiden    Gesandten   am    14.  Mai    von    dieser   Ent- 
scheidung Kenntnis.     Verlegenheit  und  Demütigung  malten  sich, 
wie  Panin    schreibt,    auf  seinem  Gesichte;    war  es  doch  ein  un- 
zweifelhaftes Geständnis  seiner  Yollkommenen  Nichtigkeit.^    Auch 
an   seiner  Mittagstafel,   wo   er  an  diesem  Tage  eine  Gesellschaft 
yersammelt   hatte,   schien  er  untröstlich;   Hardenberg  meinte,  es 
bleibe   ihm   nichts  übrig,   als  seinen  Abschied  zu  nehmen.     Aber 
dagegen  berief  sich  Haugwitz  auf  seine  patriotischen  Gesinnungen ; 
ein  anderer,    sagte  er,  würde   das  Schlechte  thun,  er  könne  nur 
das  Gute    nicht   durchsetzen.^     Zwei  Tage  später  hatte  er  selbst 
dazu    wieder   Hoffiiung.     Der   Minister   Alvensleben,    bis    dahin 
einem   Vorgehen   gegen  Frankreich    am    wenigsten  geneigt,   war 
jetzt  anderer  Ansicht  und  brachte  sie  am  13.  Mai  in  einer  aus- 
führlichen  Denkschrift   zum  Ausdruck.     Er  berief  sich  auf  den 
5.  Artikel  des  Baseler  Friedens,  der  den  Franzosen  nur  den  mili- 
tärischen,   nicht    den   Civilbesitz   der    linksrheinischen    Provinzen 
zugestanden  habe,  und  wies  auf  die  Uebergriffe  und  Gewaltthätig- 
keiten  hin,  die  schon   in  früheren  Jahren  so  bittere  Klagen  ver- 
anlasst hatten.^     Jetzt,   meinte  er,    sei  die  Zeit  gekommen,   dem 
Direktorium  zu  erklären,  dass  das  „Depot"  nicht  länger  in  ihren 
Händen    bleiben    dürfe.      Der    König    möge    innerhalb    vierzehn 
Tagen    den    realen  Besitz   der  Provinzen  zurückfordern  und   für 
den    angerichteten   Schaden  innerhalb   acht  Wochen  Ersatz  ver- 
langen, femer  eine  Armee  zusammenziehen,   um  nötigenfalls  mit 
Gewalt  diesen  Anspruch  geltend  zu  machen;  die  Hülfe  der  Koa- 
lition   werde  dabei   nicht  fehlen.     Alle  drei  Minister  hatten  sich 
dann  am  18.  Mai  zu  einer  erneuten  Eingabe  vereinigt,  imd  man 
mochte  hoffen,  dass  gerade  der  Hinweis  auf  die  treuen,  so  schwerer 
Bedrückung    preisgegebenen    Unterthanen     in     den     rheinischen 
Provinzen  zu   dem  Herzen   des  Königs  den  Weg  finden    würde. 
Aber  wieder  umsonst,   Alvensleben  erhielt   am  18.  die  Antwort, 
der  König   müsse   der  Neutralität   vor   dem  Kriege   den  Vorzug 


>  Die  im  Text  erwähnten  Aktenstücke  bei  Bailleu  1 ,  288—299,  vgl 
auch  H.  Hüffer,  Die  Eabinetsregierung  in  Preussen  und  J.  W.  Lombard, 
Leipzig  1891,  S.  96  ff. 

«'Panin  an  Paul,  16.  Mai,  Brückner  IV,  196 ff. 

'  Kinkels  Tagebuch,  14.  Mai. 

*  Vgl.  Diplomatische  Verhandlungen  I,  314  f. 


182  Hennann  Hüffer. 

geben;  weil  sie  den  andern  Weg  nicht  amwchlifwae,  wogegen, 
wenn  man  sie  einmal  Terlassen  habe^  der  Bückweg  onmoglich 
sei;  und  an  Haugwitz  erging  der  trockene  Bescheid,  der  König 
finde  keinen  Grund,  seine  frühere  Ansicht  zu  ändern.^  JE^'ürwahi^, 
ruft  Kinkel  aus,  „man  begreift  nicht,  wie  drei  Minister  des  Aus- 
wärtigen so  etwas  einstecken  können!^' 

Aber  auch  dem  König  war  bei  seiner  Weigerung  nicht  wohl 
zu  Mute.  Er  musste  bemerken,  dass  die  öffentliche  Meinung, 
die  meisten  Personen  in  seiner  Umgebung,  alle  Minister  die  Zeit 
für  Preussen  gekommen  hielten.  Die  Fortschritte  der  Oester- 
reicher  in  der  Schweiz  und  in  Italien  legten  den  Gedanken  nahe, 
der  deutsche  Nebenbuhler  könne  sich  bei  dem  Frieden  mit  Frank- 
reich ohne  Bücksicht  auf  das  vereinsamte  Preussen  grosse  Vor- 
teile ausbedingen;  Torzubeugen  war  nur  möglich,  wenn  Preussei 
an  der  Koalition  und  dem  Kriege  sich  beteiligte.  Dieser  Gedanke 
war  es,  der,  wie  Kinkel  gewiss  mit  Becht  behauptet,  in  Berlin 
einen  Umschwung  der  Stimmung  herrorrief.  Dazu  kam  das 
Schreiben  Pauls  vom  10.  Mai,  von  dessen  Inhalt  Panin  am  21. 
dem  Grafen  Haugwitz  Kenntnis  gab;  der  Minister  dankte,  wie 
Panin  schreibt,  mit  Thranen  in  den  Augen  für  die  Lobsprüche, 
die  der  2^  ihm  erteilte.  Wichtiger  war  ftlr  ihn  und  gewiss 
auch  für  den  König,  dass  man  nun  der  Besorgnisse,  die  ygh 
Seiten  Busslands  gedroht  hatten,  ledig  war,  dass  der  Zar  den  et- 
neuten  Wunsch  aussprach,  sich  mit  Preussen  zu  einigen,  und  sich 
bereit  erklarte,  ausser  dem  für  die  Schweiz  bestimmten  Hülftheer 
von  45000  Mann  die  gleiche  Truppenzahl  für  ein  Unternehmen 
Preussens  gegen  Holland  zu  bewilligen.  Der  König,  im  Begril^ 
eine  Beise  in  die  westlichen  Provinzen  anzutreten,  gelangte  zwar 
noch  nicht  zu  einer  Entscheidung,  entschloss  sich  aber,  auf  der 
Beise  in  Minden  mit  dem  Herzog  von  Braunschweig  noch  einmal 
die  Sache  zu  überlegen.  Vielleicht  hat  er  niemals  einer  kriege- 
rischen Wendung  näher  gestanden.  Einem  von  Panin  gehegten 
Wunsche  kam  er  zuvor,  indem  er  am  23.,  dem  Tage  vor  seiner 
Abreise,  Haugwitz  auffordern  liess,  ihm  nach  Minden  zu  folgen. 
Gross  war  die  Erwartung  in  Berlin.  Als  günstiges  Zeichen  galt 
schon,   dass  der  König  mit  dem  Herzog  von  Braunschweig  sich 


*  Baillea  I.  S   XLIXf.  und  399— 303.    Denkschrift  der  Miniitier  vom 
IS   Mai;  der  König  an  die  Minister,  31.  Mai.     Pr.  St.-A. 

*  Kinkels  Tagebuch.  33.  Mai. 


DerFel(lzagd.EngIändern.Rn88enimHerbBtl799u.  die  Stellung  Prenssens.  183 

besprechen  wollte^  und  noch  bedeutsamer  erschien  die  Berufung 
des  Grafen  Haugwitz.  ^^Es  war  klar^',  schreibt  Kinkel  am  24.  Mai, 
^dass  der  König  und  seine  Ratgeber  wenigstens  zweifelten,  und 
dass  dieser  Fürst  seinen  Minister  nicht  kommen  Hess,  um  Er- 
örterungen zu  vermeiden/'  ,,Haugwitz",  setzt  Kinkel  hinzu, 
^«schöpfte  die  grössten  Hoffiiungen^;  wir  haben  ihn  wie  eine 
Kanone  mit  Energie  geladen,  und  er  scheint  selbst  zu  fühlen, 
dass  er  seinen  Platz  nicht  würde  behaupten  können,  wenn  diese 
letzte  Anstrengung  wieder  fehlschlüge.  Er  schickt  eine  Estaffette, 
um  den  Herzog  vorzubereiten.''  Drei  Tage  später  nach  einem 
Mittagessen  bei  Hardenberg  machte  Haugwitz  sich  auf  den  Weg, 
von  Hardenberg,  der  gleich&Us  von  Berlin  abreiste,  während 
einiger  Stationen  begleitet.  „Das  giebt  Gelegenheit",  meint 
Kinkel,  „ihn  zu  bearbeiten,  dass  er  sich  als  Mann  zeigen  müsse; 
seine  Gesinnungen  sind  gut,  aber  sein  Kleinmut  geht  bis  zum 
Aeussersten."  Man  begreift,  dass  unter  solchen  Verhältnissen  der 
Erbprinz  von  Oranien  eine  Reise  nach  Polen  wieder  aufgab.  PriD;^ 
Geoi^  von  Hessen  versicherte,  der  König  sei  für  den  Krieg,  und 
sobald  der  Herzog  sähe,  dass  er  nicht  allein  die  Verantwortung 
trage,  werde  er  mit  ihm  übereinstimmen.  Auch  Schulenburg  und 
der  alte  Moellendor£F  hielten  mit  ihrer  Ansicht  nicht  mehr  zurück. 
Die  Regimenter,  sagte  der  Marschall,  seien  schon  bestimmt*,  der 
König  behalte  nur  die  Ernennung  der  Anführer  noch  in  petto, 
um  Eifersucht  und  Kabalen  zu  vermeiden.  Selbst  der  „Erz- 
jakobiner Struensee",  schreibt  Kinkel,  „nähert  sich  jetzt  der 
Kriegspartei.  Er  hat  gesagt,  der  Krieg  werde  einen  oder  zwei 
Feldzüge  erfordern;  er  sehe  nicht,  warum  Preussen  nicht  die 
Hülfsmittel  finden  solle.  Die  öffentliche  Meinung  ist  immer  ent- 
schiedener für  den  Krieg.  Die  Umstimmung  ist  dadurch  herbei- 
geführt, dass  man  nicht  mehr  die  Seite  anschlägt:  Einigt  euch 
mit  Oesterreich!  Jetzt  gilt  es  die  Revolution  zu  bekämpfen,  die 
Stimme  im  Kapitel  Europas  zu  führen,  Oesterreichs  Anschwellung 
zu  hindern;  jeder  österreichische  Sieg  verstärkt  diese  Argumente." 
In  Wesel,  hörte  man,  solle  neben  Haugwitz  und  dem  Herzog 
auch  der  Landgraf  von  Hessen  sich  einfinden  und  dann  an  das 
Werk  die  letzte  Hand  gelegt  werden.  * 

'  Vgl.  anch  die  Aensserongen  Haugwitzens   in  Ottos  Depesche  vom 
29.  Mai  bei  Baillea  I,  501. 

«  Kinkel*»  Tagebuch  vom  24.,  27.,  29.  Mai,   3.,  6.  Juni.     Wie  vor- 


184  Hermann  fiüffer. 

Aoch  in  Paris  hatte  sich  infolge  des  Aufsehens ^  das  die 
englisch-russische  Unterhandlung  erregte,  das  Gerücht  yerbreitety 
der  König  sei  der  Koalition  beigetreten.  Sieyes,  der  am  23.  Mai 
Berlin  verliess,  um  seinen  Platz  im  Direktorium  einzunehmen, 
wollte  oder  sollte  zwar  von  dem  Konige  das  Versprechen  erhalten 
haben,  Preussen  werde  aus  der  Neutralität  nicht  heraustreten, 
aber  er  kam  sich  in  der  Berliner  Gesellschaft  wie  ein  Geachteter 
Tor.  Am  Abend  vor  der  Abreise  des  Königs  erhielt  er  auf 
einem  Ballfest  in  wenig  förmlicher  Weise  seine  Abschiedsaudienz, 
und  auch  darin,  obgleich  die  Ursache  in  der  Eile  des  Königs  wie 
des  Gesandten  lag,  wollte  man  ein  Zeichen  der  Kälte  und  un- 
freundlicher Stimmimg  gegen  Frankreich  bemerken.  Auch 
Thomas  Grenville  hatte  hoffnungsvoll  nach  London  geschrieben.* 
Nur  der  russische  Gesandte  liess  seine  Bedenken  nicht  &hren. 
Ebenso  klug  als  eifrig  hatte  er  in  Berlin  imd  wo  sich  sonst  Gre- 
legenheit  bot,  für  die  neuen  Anträge  des  Zaren  gewirkt.  Am 
25.  Mai  giebt  er  seinem  Herrn  Ton  dem  Erfolge  Kenntnis,  aber 
mit  dem  Zusätze:  „Ich  würde  eine  wesentliche  Pflicht  versäumen, 
wenn  ich  Eurer  Majestät  verhehlte,  dass  trotz  dieser  schmeichel- 
haften Anzeichen  die  Lage  der  Dinge  sich  nicht  verbessert  hat 
Immer  ist  es  ein  König,  schwach,  ohne  Charakter  und  ohne 
Urteil,  wenn  Sie,  Sire,  mir  diesen  Ausdruck  gestatten,  immer 
sind  es  Leute  ohne  Einsicht,  ohne  Grundsätze  und  ohne  Geschäfts- 
kenntnis, die  ihn  umgeben  und  einen  undurchdringlichen  Wall 
um  ihn  bilden.  Und  der  Fürst,  dessen  Rat  die  Frage  entscheiden 
soll,  ist  ebenso  zaghaft  vor  einem  königlichen  Adjudanten  ds 
furchtbar  vor  dem  Feinde.  Auf  dem  Schlachtfelde  bringt  ihn 
nichts  aus  der  Fassung,  bei  Hofe  lässt  ein  blosser  Wink  ihn 
schweigen."  „Gott  weiss,  ob  etwas  dabei  herauskommt"  heisst 
es  etwas  später  in  einem  Briefe  an  Woronzow.* 

Bald  genug  wurden  diese  Besorgnisse  zur  Wahrheit.  Am 
2.  Juni  fand  in  Petershagen  bei  Minden  die  Konferenz  zwischen 


trefflich  Kinkel  unterrichtet  war,  zeigt  die  Yergleichung  seiner  An&eich- 
nungen  mit  den  Berichten  Panins. 

*  Sandoz  2.  Juni,  Pr.  St.-A.;  Panin  an  Paul,  25.  Mai,  Brückner  IV, 
217 f.;  Kinkel,  27.  Mai,  10.  Juni;  Woronzow  an  Panin,  4.,  8.  Juni,  Brückner 
IV,  311  ff. 

'  Panin  an  Paul,  25.  Mai,  Brückner  lY,  217;  Panin  an  Woronzow, 
8.  Juni,  Woronzows  Archiv  XI,  79. 


Der  Feldzag  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1799  a.  die  Stellang  Preassens.  185 

dem  Könige  y  dem  Herzog  von  Braiinschweig,  Haugwitz  und 
Kockritz  statt.  Die  eingehendste  Mitteilung  über  ihren  Verlauf 
▼erdankt  man  einem  bairischen  Diplomaten,  dem  Grafen  Bray, 
der  fänf  Jahre  später  seiner  Regierung  über  den  eben  damals 
erfolgten  Rücktritt  des  Grafen  Haugwitz  Bericht  erstattet.  Da- 
nach vertrat  Haugwitz  mit  grosser  Wärme  seine  Ansichten;  der 
Herzog  unterstützte  ihn,  freilich  nicht  so  kräftig,  wie  er  ver- 
Bprochen  hatte,  sondern  nur  schwach,  mehr  durch  Gebärden  als 
durch  Worte.  Endlich  rief  der  König  in  grosser  Aufregung: 
,,Nun  gut,  da  Sie  sie  es  beide  wollen,  werde  ich  Krieg  führen!", 
and  entliess  sie.  Aber  er  hatte  seitdem  keinen  Augenblick  Ruhe, 
and  als  Haugwitz  ihn  am  andern  Morgen  fragte,  ob  er  die  ent- 
sprechenden Befehle  ausfertigen  solle,  sagte  ihm  der  König,  er 
möge  sie  yerschieben.  Nun  soll  Lombard,  der  gerade  bei  ihm 
war,  ihm  zugeredet  haben,  er  brauche  nichts  zu  thun,  was  seiner 
Vernunft  und  seinem  Gewissen  widerstrebe.  Noch  sei  nichts  ent- 
schieden; er  könne  ja  Zeit  gewinnen  und  mit  Haugwitz  und  dem 
Herzog  abermals  die  Sache  in  Ueberlegung  nehmen.  „Was 
wollen  Sie,  dass  ich  thue?",  antwortete  der  König,  „wie  kann 
ich  in  meinem  Alter  und  noch  neu  in  den  Geschäften  zwei  so 
▼ollendeten,  erfahrenen  Staatsmännern  entgegen  treten  7^'  Lombard 
entgegnete,  da  der  König  alles  leiten  müsse,  sei  es  doch  ganz  un- 
möglich, einen  Krieg,  den  er  nicht  billige,  gut  zu  fuhren;  es  sei 
besser,  durch  einen  weisen  Widerruf  dem  Unglück  zuvorzukommen. 
Der  König  atmete  auf  und  erwiderte,  er  werde  noch  keine  Ent- 
scheidung treffen,  sondern  dem  Grafen  Haugwitz  in  Kassel  seine 
Absichten  zu  erkennen  geben.^ 

Einer  inneren  Wahrscheinlichkeit  entbehrt  diese  Erzählung 
nicht.  Auch  Haugwitz  schreibt  am  2.  und  3.  Juni  seinen  Kollegen, 
er  habe  am  ersten  Tage  die  Ermächtigung  erhalten,  mit  Panin 
and  Grenville  zu  unterhandeln;  der  König  verlange  nur,  dass  die 
Russen  die  Stellung  der  Oesterreicher  vor  dem  Frieden  von 
Gampo  Formio  wieder  besetzt  hätten,  eine  Bedingung,  welche  die 
Minister  selbst  in  einem  Bericht  vom  22.  Mai  schon  vorgeschlagen 
hatten.  Als  Haugwitz  am  3.  Jimi  die  von  ihm  formulierte  Er- 
mächtigung mit  einer  Denkschrift  dem  Könige  vorlegte,  war  der 
Herzog  von  Braunschweig  einverstanden;  auch  der  König  las  sie 

'  Vgl.  Denkschrift  Brays  aus  Berlin  vom  17.  Oktober  1804  bei  Bailleu 
ü,  682. 


186  Hermanu  Hüffer. 

sogleich,  liess  aber  wenig  später  den  Minister  wissen,   er  wolle 
sich   Torher  des  Beistandes  von  Hessen  und  Sachsen  versicheni; 
Hangwitz  möge  ihn  nach  Kassel  begleiten.     Alles,  schliesst  der 
Brief,  liege  daher  noch  sehr  im  Ungewissen.^    In  der  Hauptsache 
werden  also  die  Angaben  Brays  bestätigt;  dagegen  scheint  er  den 
Einfiuss  Lombards  zu  überschätzen.     Ein  Vertrauter  des  Herzogs 
giebt   dem    russischen  Gesandten  am  7.  Juni  von  der  Konferenz 
eine  erste  Nachricht.     Haugwitz,   heisst  es  darin,  habe  sich  wie 
ein  Held  benommen  und  deshalb  in  Gegenwart  des  Herzogs  arge 
Vorwürfe  hören  müssen,  wodurch  dieser  natürlich  nicht  ermutigt 
worden  sei.     Oleichwohl  habe  er  nach   seiner  Versicherung  dem 
König  starke  Dinge  gesagt.    Auch  mit  Köckritz  sei  man  diesmal 
nicht   eben  imzufrieden  gewesen.     Nur  der  König  sei  persönlich 
ganz  unerschütterlich  geblieben;  vielleicht  werde  er  noch  handeln, 
aber  nicht  schnell  genug.    Für  Holland  hoffe  er,  ohne  den  Degen 
zu   ziehen,   durch  Unterhandlungen   mit  dem  Direktorium   etwas 
zu  gewinnen,  und  durchaus  bestehe  er  auf  der  Torgängigen  An- 
kunft der  Russen  am  Rheine.'    Von  einer  Sinnesänderung  unter 
dem  Eingreifen  Lombards  ist  in  diesem  Briefe  keine  Rede.    Dazu 
kommt,   dass  Lombard  von  Panin   ausdrücklich  der  Kriegspartei 
zugezählt  wird   und  dass  er  selbst  später  in  einer  ausführlichen 
Rechtfertigungsschrift)  an  die  Königin  Luise   sich  zum  Verdienst 
anrechnet,    in    Petershagen    mit    Haugwitz   für    den    Krieg    ge- 
sprochen  zu    haben.'     Sicher   ist,    dass    der   Herzog    missmutig 
nach   Braunschweig   zurückkehrte,    und    dass    die  Konferenz,  an 
die  so  grosse  Hoffiiungen  geknüpft  wurden,  zu  keinem  Ergebnis 
fahrte. 

Selbst  darüber  blieb  man  in  Berlin  länger  als  billig  im 
Dunkeln;  es  scheint,  dass  Haugwitz,  in  allen  Hoffnungen  getäuscht, 
sich  schwer  entschliessen  konnte,  offen  zu  reden.  Am  10.  Juni 
beklagte  sich  Finckenstein  nicht  ohne  Orund,  dass  Haugwitz  ihn 


^  Haugwitz  an  die  Minister,  2.  Juni,  an  Finckenstein,  3.  Juni.   Pr.  Si-A. 

*  Vgl.  das  Schreiben  eines  ungenannten,  wahrscheinlich  OallatinB, 
aus  welchem  Panin  einen  Auszug  giebt  in  seinem  Berichte  an  Paul  vom 
11.  Juni,  Brückner  IV,  280. 

'  Vgl.  Lombards  Schreiben  an  die  Königin  Luise  aus  Eolbeig  yom 
26.  Oktober  1806,  d.  h.  kurz  nachdem  er  aus  der  Haft  entlassen  war,  bei 
Bogdan  Krieger:  „Königin  Luise  und  der  geheime  Kabinetsrat  Lombard", 
Deutsche  Revue,  August  1901,  S.  206—210. 


DerFeldzugd.  Engländern.  Russen  im  Herbst  1799  a.  die  Stellung  Preossens.  187 

länger  als  eine  Woche  im  Ungewissen  lasse.^  In  Kassel  wurde 
nichts  entschieden;  die  sorgenyolle  Miene  des  Königs  fiel  sogar 
im  Theater  auf.  Panin^  erbittert,  dass  auch  er  keine  Auskunft 
erhielt;  konnte  dem  Schweigen  des  Ministers  und  jenem  ver- 
traulichen Schreiben  aus  Braunschweig  entnehmen,  dass  man  zu- 
nächst nicht  zum  Abschluss  gelangen  würde.  In  dieser  Ueber- 
zeugung  gab  er  einer  Anweisung  Folge,  die  er  schon  im  Januar 
beim  Beginn  und  mehrmals  im  Laufe  der  Verhandlungen  für 
einen  solchen  Fall  erhalten  hatte;  er  beschloss  seinen  Wohnsitz 
nach  Karlsbad  zu  verlegen  und  gab  am  17.  Jimi  Finckenstein  da- 
von Kenntnis,  nicht  in  diplomatischer  Umhüllung,  sondern  in 
Ausdrücken,  die  über  den  wahren  Grund  seiner  Abreise  keinen 
Zweifel  liessen.  Gerade  an  diesem  Tage  trafen  aber  die  lange 
erwarteten  Nachrichten  des  Grafen  Haugwitz  ein;  es  waren  zwei 
Briefe  an  Finckenstein,  am  14.  Juni  in  Meiningen  auf  dem  Wege 
von  Kassel  nach  Franken  zu  Papier  gebracht,  der  eine  vertraulich, 
der  andere  für  die  offizielle  Verhandlung  bestimmt.  Die  beiden 
Gesandten  wurden  gleich  auf  den  18.  Juni  von  Finckenstein  zu 
einer  Konferenz  eingeladen,  und  aus  dem  Schreiben,  das  zur  Ver- 
lesung kam,  erhielten  sie  nun  zum  erstenmal  von  den  Absichten 
Friedrich  Wilhelms  III.  genaue  Kenntnis.  Die  wichtigste  Ver- 
änderung seit  der  Konferenz  vom  2.  Juni  bestand  darin,  dass  der 
König  jetzt  jedenfalls  eine  Verhandlung  mit  dem  Direktorium 
anknüpfen  wollte.  Erst  wenn  sie  fruchtlos  bliebe,  wollte  er  zu 
einer  Sommation  und  allenfalls  zur  Gewalt  schreiten;  für  den 
Zeitpunkt  steUte  er  die  schon  erwähnte  Bedingung,  dass  die 
Bussen  diejenigen  Stellungen  am  Rheine  wiedereingenommen 
hätten,  welche  die  Oesterreicher  bis  zum  Frieden  von  Campo 
Formio  besetzt  hielten.  Nach  diesem  Wortlaut  hätte  man,  ob- 
gleich es  bei  der  Erörterung  in  Zweifel  gezogen  wurde,  die 
Wiedereinnahme  von  Mainz  und  Ehrenbreitstein  verlangen 
können;  dazu  kam  noch  die  Forderung,  die  russischen  Truppen 
dürften,  da  Preussen  bis  zum  Bruche  als  neutral  gelte,  auf  ihrem 
Marsch  nach  dem  Rheine  das  preussische  Gebiet  und  die  Demar- 
kationslinie nicht  berühren.  Mit  Recht  wendeten  die  Gesandten 
ein,    eine  Verhandlung  mit  dem  Direktorium  werde  nur  frucht- 


^  Kinkels  Tagebuch,  10.  Juni;  Panin  an  Paul,  7.  Juni;  Panin  an  Kot- 
«chubey,  18.  Juni,  an  PauL  18.  Juni,  Brückner  IV,  227,  2S6f ,  246f . 


188  Hermann  Hüffer. 

losen  Zeitverlust  herbeiführen;  die  zweite  Forderung  sei  unerfüllbar 
und  setze  den  Zeitpunkt  der  preussischen  Aktion  ganz  und  gar 
ins  Ungewisse.  Bei  der  Erörterung  des  dritten  Punktes  bat 
Panin  die  Konferenz  zu  schliessen;  er  fürchtete,  ^^diesem  absurden 
Ansinnen'^  gegenüber  sein  kaltes  Blut  nicht  bewahren  zu  können. 
Am  nächsten  Tage  bei  der  Fortsetzung  der  Konferenz  verwarfen 
die  beiden  Gesandten  bestimmt  die  preussischen  Antrage;  eine 
Verhandlung  mit  dem  Direktorium,  erklarten  sie,  schliesse  f&r 
England  und  Russland  jede  Vereinbarung  aus.  Drei  Tage  später 
befand  sich  Panin  auf  dem  Wege  nach  Karlsbad;  den  Kollegien- 
rat Sievers  liess  er  als  Geschäftsträger  zurück;  nur  für  den  Fall, 
dass  Haugwitz  neue  Eröffnungen  zu  machen  habe,  stellte  er  seine 
Rückkehr  in  Aussicht.^ 

Daran  war  aber  zunächst  nicht  zu  denken.  Am  17.  Juni 
hatte  Haugwitz  ein  paar  nichtssagende  Worte  an  Panin  gerichtet; 
er  begleitete  den  König  auch  nach  Ansbach.  Hier  stellte  sich 
am  Tage  ihrer  Ankunft,  am  18.  Juni,  der  neue  Kurfürst  Max 
Josef  von  Baiem  mit  seinem  Minister  Montgelas  ein.  Mit  dem 
Zaren  versöhnt,  war  er  vor  kurzem  der  Koalition  beigetreten  und 
hätte  nichts  mehr  gewünscht,  als  in  dem  König  von  Preussen 
einen  Schicksalsgefährten  und  zugleich  einen  Bürgen  für  den 
guten  Ausgang  zu  finden.  Die  Aeusserungen  des  Königs  waren 
nicht  ungünstig,  hielten  sich  aber  von  bindenden  Zusagen  fem'; 
und  nicht  einmal  soviel  erlangte  der  Markgraf  von  Baden,  der 
dem  Könige  die  Rolle  eines  mächtigen,  nach  beiden  Seiten  Halt 
gebietenden  Friedensvermittlers  zugedacht  hatte.  Bei  einer  Zu- 
sammenkunft in  Wilhelmsbad  am  27.  Juni  kam  es  zwischen  den 
beiden  Fürsten  nicht  einmal  zu  einer  deutlichen  Aussprache.^ 
Und  so  gelangte  Friedrich  Wilhelm  nach  so  vielen  Konferenzen 
unschlüssig  wie  er  abgereist  war,  am  4.  Juli  wieder  nach  Berlin. 

*  Protokoll  der  Konferenz  vom  18.  Juni;  Panin  an  Paul,  18.  Juni, 
Brückner  lY,  239,  246;  Finckenstein  an  Haugwitz,  17.,  20.  Juni,  Fincken- 
stein  an  den  König,  26.  Juni.    Pr.  St.-A. 

*  Denkwürdigkeiten  des  bayerischen  Staatsministers  Maximilian  Grafen 
von  Montgelas,  Stuttgart  1887,  S.  48 f.;  die  sehr  unklare  Fassung  verlegt  aber 
offenbar  Vorgänge  aus  Petershagen  nach  Ansbach;  vgl.  auch  Du  Moulin 
Eckart,  Baiem  unter  dem  Ministerium  Montgelas,   München  1895,  S.  160. 

'  Obser,  Politische  Correspondenz  Karl  Friedrichs  von  Baden,  HI, 
256 f.,  HlOf ,  Heidelberg  1893.  —  Talleyrand  bemerkt  in  einem  Rapport  sur  la 
Situation  extärieure  de  la  rdpublique  aus  dem  Juni  1799:  „LeRoi  de  FruBse, 


Der  Feldzag  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1 799  u.  die  Stellung  Preussens.  1 89 

IV. 

Die  Kriegsereignisse  hatten  unterdessen  ihren  Lauf  ge- 
nommen^ alle  Gründe,  welche  Preussen  schon  einige  Monate 
früher  zum  Vorgehen  drangten,  erhielten  verstärktes  Gewicht,  die 
öffentliche  Meinung  sprach  sich  immer  entschiedener  aus.  Haug- 
witz  hatte  während  der  Reise  sich  fort  und  fort  bemüht,  den 
König  zu  einem  Entschlüsse  zu  bringen.  Wenigstens  nicht  ganz 
ohne  Erfolg;  er  erhielt  jetzt  die  Erlaubnis,  mit  Grenville  eine 
neue  Unterhandlung  anzuknüpfen.  In  einer  Zusammenkunft  am 
7.  Juli  kam  man  einander  näher;  Haugwitz  gab  dem  Herzog  von 
Braunschweig  Schuld,  in  Petershagen  durch  übergrosse  Bedenklich- 
keiten die  Einigung  erschwert  zu  haben,  und  versprach,  fiir  den  fol- 
genden Tag  einen  Entwurf  auszuarbeiten.  In  den  sieben  Artikeln 
dieses  Entwurfes  war  die  Verhandlung  mit  dem  Direktorium  nicht 
mehr  erwähnt;  man  ging  von  dem  Grundsatz  aus,  dass  Preussen 
zu  den  Waffen  greifen  werde,  sobald  die  russische  Hilfsarmee  am 
Rhein  eine  Stellung  eingenommen  habe,  welche  der  linken  Flanke 
der  preussischen  Truppen  Deckung  gewähre.  Dieser  Zeitpunkt 
sollte  jetzt  mit  der  Einschliessung,  nicht  erst  mit  der  Einnahme 
von  Mainz  und  Ehrenbreitstein  gekommen  sein  (Artikel  3). 
Grenville  wollte  dagegen  die  Ankunft  der  Russen  im  ober- 
rheinischen Kreise  als  genügend  erklären,  auch  die  von  Haugwitz 
(Art.  4)  geforderte  Million  Pfund  nicht  auf  einmal  sondern 
nur  ratenweise,  der  preussischen  Truppenzahl  entsprechend,  be- 
willigen. Der  preussische  Minister  nahm  demgemäss  eine  Um- 
arbeitung seines  Entwurfes  vor,  und  am  10.  Juli  gelangt/C  man 
zur  Einigung.  Es  fragte  sich  nur,  ob  auch  der  König  genehmigen 
werde.  Haugwitz  begleitete  die  Vorlegung  des  Entwurfes  mit 
einer  Denkschrift,  in  welcher  er  noch  einmal,  jetzt  zum  letzten- 
male,  die  Gründe  für  einen  festen  und  ungesäumten  Entschluss 
zusammenfasst.  Er  hebt  die  Gefahren  hervor,  wenn  die  Koalition 
Frankreich   besiege    oder  Frieden   schliesse   und  sich  dann  gegen 


^ecteur  de  Brandebourg,  le  landgrave  de  Hesse  -  Cassel ,  le  margrave  de 
Baden,  en  vertu  des  trait^s  particuliers  qui  les  lient  ä  la  France,  ne  cessent 
point  d'etre  regard^s  par  eile  comme  puissances  pacifiäes  et  neutres  .... 
n  est  connu  que  les  Cours  coalis^es  ont  accumul^  leurs  efforts  pour  en- 
trainer  la  Prusse  dans  leur  Systeme;  mais  on  a  re9u  Tassarance  la  plus 
positive  et  dont  on  ne  peut  pas  douter,  qu^elle  persäv^rera  dans  le  sien'^ 
(Pallain,  Le  minist^re  de  Talleyrand  sous  le  directoire,  Paris  1891,  S.  430  f.) 


190  Hermann  Hüffer. 

Preussen  wende.  Frankreich  selbst  habe  durch  den  Frieden  Ton 
Campo  Formio  den  Baseler  Frieden  und  die  Uebereinkunft  vom 
5.  August  1796  gebrochen;  der  Konig  habe  das  Recht,  seine 
linksrheinischen  Provinzen  zurückzufordern ,  ja  er  sei  durch  die 
(Garantie  der  hollandischen  Verfassung  im  Jahre  1788  yerpflichtet, 
die  Befreiung  dieses  Landes  zu  verlangen;  60000  Preussen  in 
Verbindung  mit  etwa  30000  Hessen^  Hannoveranern  und  Sachsen 
würden  nach  allen  Seiten  den  Ausschlag  geben.  Selten  hat  ein 
Minister  bessere  Gründe  in  kraftigerer  Sprache  dargelegt;  er  über- 
zeugte auch  den  König,  und  Grenville  kann  in  freudiger  Erregung 
am  12.  seinem  russischen  Kollegen  in  Karlsbad  das  glückliche 
Ergebnis  melden.  Nachdem  er  Tag  für  Tag  den  Verlauf  der  Ver- 
handlungen aufgezeichnet  hat,  schliesst  er  mit  den  Worten:  ,^ommen 
Sie  zurück,  mein  lieber  Graf,  und  zwar  so  schnell  wie  möglich.  Der 
König  billigt  die  Skizze  des  Entwurfes  in  der  zweiten  Bearbei- 
tung, und  Graf  Haugwitz  mit  den  beiden  andern  Ministem 
schreibt  Ihnen  einen  förmlichen  Brief.''  Dieser  Brief  sprach  demi 
auch  aufs  neue  die  Hofihung  einer  Einigung  aus;  Panin  werde 
nach  der  Mitteilung  Grenvilles  ermessen,  ob  er  seine  Bückkehr 
nach  Berlin  beschleunigen  könne.  ^ 

Zum  erstenmal  glaubte  nun  auch  Panin  auf  sicherem  Boden 
zu  stehen.  Noch  aus  Karlsbad  giebt  er  am  16.  Juli  dem  Zaren 
Nachricht  und  in  eiliger  Fahrt  —  in  drei  Tagen  und  drei  Nächten 
hatte  er  sich  nur  drei  Stunden  Ruhe  gegönnt  —  gelangte  er  am 
20.  Juli  mittags  nach  Berlin.' 

Aber  wie  wenig  entsprach  das,  was  er  hier  fand,  seinen 
Erwartungen.  Der  König  war,  sobald  er  dem  Entwurf  seine 
Zustimmung  gegeben  hatte,  wieder  in  Sorgen  und  Zweifel  ver- 
fallen. Ein  Schreiben  des  Herzogs  von  Braunschweig  an  Zastrow, 
das  zu  einem  festen  Entschlüsse  mahnte,  konnte  ihn  nicht  be- 
ruhigen.' Am  17.  Juli  musste  Lombard  ein  Schreiben  an  Haug- 
witz entwerfen,  in  welchem  der  König  die  Gründe  des  Mimsters 
in  ihrer  Bedeutung  anerkennt,  seinen  Gesinnungen  volle  Gerechtig- 


*  Grenville  an  Panin  7. — 12.  Juli;  die  preussischen  Minister  an  Panin 
12.  Juli;  Panin  an  die  Minister  16.  Juli;  Panin  an  Paul,  16.  Juli,  Brückner 
IV,  329  ff.,  842—844. 

'  Panin  an  seine  Gemahlin,  22.  Juli,  Brückner  lY,  849. 

^  Kinkels  Tagebuch,  16.  Juli;  vgl.  auch  Panin  an  Paul,  12.  August, 
Brückner  IV,  878. 


Der  Feldzng  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1 799  u.  die  Stellung  Preussens.  191 

keit  widerfahren  lässt^  aber  zuletzt  doch  erklärt^  er  könne  sich 
nicht  entschliessen^  die  Rohe  seines  Volkes  durch  einen  Krieg 
auf  das  Spiel  zu  setzen.  Deshalb  wende  er  sich  einem  System 
zu,  das  ihm  wenigstens  den  Vorteil  biete  ^  die  Ereignisse  abzu- 
warten und  erst  dann  zur  Gewalt  zu  greifen,  wenn  es  ihm  selbst 
erforderlich  scheine.  Lombard  hatte  die  ganze  Kunst  seiner  Feder 
aufgeboten,  um  dem  Grafen  persönlich  die  Unannehmlichkeit  der 
abschlägigen  Antwort  zu  yersüssen.  Er  suchte  auch  in  einem 
PriTatbriefe  den  Minister  von  der  unveränderten  Freundschaft 
seines  Herrn  zu  überzeugen.^  Aber  die  Lage  wurde  dadurch 
nicht  verändert  Als  die  Minister  eine  schriftliche  Vollmacht  für 
die  Verhandlungen  erbaten,  antwortete  der  König  sehr  bestimmt, 
er  werde  nicht  zum  Kriege  greifen,  bis  die  Mittel  der  Verhand- 
lung erschöpft  seien;  die  üble  Lage  der  Republik  lasse  hoffen, 
dass  das  Direktorium  zur  Zurückgabe  der  linksrheinischen  Pro- 
vinzen und  zur  Räumung  HoUands  sich  gutwillig  verstehen  werde.' 
Für  den  russischen  Gesandten,  der,  ohne  sich  Rast  zu  gönnen, 
(^ieh  nach  seiner  Anktuift  sich  an  Haugwitz  wandte,  war  es 
wenig  ermunternd,  dass  er  erst  f&r  den  Abend  des  folgenden 
Tages  mit  Grenville  zu  einer  vertraulichen  Zusammenkunft  ein- 
geladen wurde.  Hier  musste  nun  Haugwitz,  so  schwer  es  ihm 
sein  mochte,  von  dem  Willen  des  Königs  Kenntnis  geben;  man 
be£and  sich  also  auf  dem  Standpunkte,  auf  dem  einen  Monat 
früher  die  Verhandlungen  abgebrochen  waren.  „Es  giebt  keinen 
Ausdruck^,  meldet  Panin,  „um  die  Ueberraschung  und  Entrüstimg 
zu  schildern,  die  ich  und  Herr  Grenville  empfanden,  als  wir  sahen, 
dass  alle  vorläufigen  Abmachungen  wieder  zurückgezogen  wurden.^^ 
Beide  beriefen  sie  sich  auf  die  Einwilligung  des  Königs,  auf  das 
Schreiben  der  Minister  an  Panin;  für  alles  Unheil  machten  sie 
Preassen  verantwortlich,  in  Ausdrücken,  welche  sich  nicht  mehr 
in  den  Grenzen  diplomatischer  Gelassenheit  hielten.  Panin  ver« 
langte  eine  Audienz  beim  Könige  und  eine  förmliche  Konferenz. 
Aber  der  einen  entzog  sich  der  König  durch  eine  Unpässlichkeit, 


'  Der  König  an  Hangwitz,  17.  Juli;  Lombard  an  Hangwitz,  17.  Jnli, 
Bailleu  I,  816  ff. 

'  Bailleu  1,  LU,  nach  einer  Au£Keichnung  im  Nachlasee  Alvenslebens; 
der  König  an  Haugwitz,  21.  Juli,  Pr.  St.-A.;  bei  Bailleu  I,  819,  ist  der 
kahng  des  Briefes,  den  Panin  in  seinem  Schreiben  an  Paul  vom  24.  Juli 
ftoi  dem  (Gedächtnis  mitteilt,  nicht  abgedruckt. 


192  Hermann  Hüffer. 

und  die  andere  fand  erst  auf  erneuerte  Mahnung  am  24.  Juli 
statt.  Das  Ergebnis  lässt  sich* denken:  Wiederholung  der  Klagen 
und  Beschwerden,  denen  Haugwitz  nur  die  Willensausserung  des 
Königs  entgegensetzen  konnte.  Die  Gesandten  erklärten  auf  dieser 
Grundlage  jede  Vereinbarung  für  unmöglich;  Panin  setzte  hinzu, 
Ehre  und  Wahrheitsliebe  erlaubten  ihm  nicht  mehr,  das  Benehmen 
des  preussischen  Hofes  in  seinen  Berichten  zu  entschuldigen;  wolle 
man  den  ungünstigen  Eindruck  verwischen,  so  möge  es  durch 
eine  Instruktion  für  Groeben  oder  durch  einen  eigenhändigen  Brief 
des  Königs  geschehen.  Auch  am  folgenden  Tage  in  der  Abschieds- 
audienz verhehlte  er  nicht,  dass  das  Vertrauen  des  Za,ren  zu  dem 
Könige  einen  bedenklichen  Stoss  erleiden  würde.  Noch  am  Abend 
wandte  er  der  preussischen  Hauptstadt  den  Rücken;  die  Ve^ 
handlung  war  unfreundlicher  als  jemals,  und  jetzt  für  immer 
abgebrochen.  ^ 

Wenn  aber  Friedrich  Wilhelm  III.  auf  einen  Krieg  und 
gewaltsame  Mittel  gegen  Frankreich  sich  nicht  einlassen  wollte, 
so  war  er  doch  noch  weniger  geneigt,  sich  mit  England  oder 
Russland  zu  veruneinigen.  Niemals  ist  ein  Fürst  aufrichtiger 
von  dem  Wunsche  beseelt  gewesen,  sich  mit  seinen  Nachbarn  got 
zu  stellen  und  die  Segnungen  des  Friedens  seinem  eigenen  und 
den  befreundeten  Staaten  zu  erhalten.  Gleich  am  25.  Juli  sprach  er 
in  eigenhändigen  Schreiben  an  den  König  von  England  und  an  den 
Zaren  die  Hoffaung  aus,  durch  Verhandlungen  mit  dem  Direktorimn 
die  Räumung  Hollands  herbeizuführen;  sollte  die  preussische  Fo^ 
derung  in  Paris  keine  Berücksichtigung  finden,  so  werde  er 
bezüglich  weiterer  Massregeln  sich  mit  England  und  Russland 
ins  Einvernehmen  setzen.^    Aber    der   Unmut  des  Zaren,  schon 

*  Panin  an  Paul,  24.  Juli,  Brückner  IV,  863. 

*  Das  Schreiben  an  den  König  von  England  im  Pr.  St.-A.;  der  Inhftlt 
ist  auch  erkennbar  aus  dem  Briefe  Haugwitzens  an  das  Ministerium  vom 
8.  August.  Haugwitz  schreibt,  der  König  habe  dem  Könige  von  England 
von  den  Verhandlungen  mit  dem  Direktorium  Kenntnis  gegeben  und  in  dem 
autographen  Briefe  erklärt:  „Que  les  ouvertures  auzquelles  son  ministöre 
allait  se  porter  envers  lui  [le  Directoire],  ^claircirait  incessamment  Ift 
chose;  mais  quel  qu^en  puisse  ^tre  Tissue,  c^^tait  le  concert  avec  S.  M. 
Britannique  qu'EUe  d^sirait  avant  tout,  en  cas  de  refus,  pour  continoer  i 
s'entendre  avec  eile  sur  les  grands  intär^ts  de  rEtirope  et  concerter  oe  que 
sa  Position  lui  perscrirait  ult^rieurement,  en  cas  de  sncc^s,  pour  consnlter 
les  voeux  de  S.  M.  Britannique  et  pour  remplir  sa  juste  attente  non  seule- 
ment  sur  la  chose  meme,  mais  sur  son  mode  et  ses  d^tails.^^    Pr.  8i-A. 


Der  Feldzag  d.  Engländern.  Rnssen  im  Herbst  1 799  n.  die  Stellung  Prenssens.  193 

lange  gereizt ,  kam  jetzt  zum  üeberfliessen.  Er  beschloss,  nicht 
bloss  den  Gesandten  ^  sondern  die  Gesandtschaft  von  Berlin 
«bznbemfen;  und  am  5,  August  erging  an  Sievers  der  Befehl, 
mit  den  Archiven  und  dem  gesamten  Personal  nach  Russland 
zurückzukehren.  Panin,  der  in  Karlsbad  und  Teplitz  seine  neue 
Bestimmung  erwartete^  wurde  an  Eotschubeys  Stelle  am  19.  August 
zum  Vizekanzler  ernannt '  Den  eigenhändigen  Brief  des  Königs 
würdigte  Paul  nicht  einmal  einer  Antwort,  und  hätte  man  auf 
eine  Yermittelung  Oroebens  sich  Hoffuungen  gemacht,  so  wären 
sie  dadurch  yereitelt  worden,  dass  der  Gesandte,  im  Begriff, 
einen  Urlaub  anzutreten,  erkrankte  und  am  5.  September  nicht 
Mos  von  seinem  Posten,  sondern  aus  dem  Leben  abgerufen 
wurde.  Der  Geschäftsträger  Wegelin  blieb  für  längere  Zeit  der 
einzige  diplomatische  Vertreter  zwischen  den  beiden  Höfen.' 
Auch  Thomas  Grenyille  zeigte  am  27.  August  dem  Ministerium 
an^  nach  der  ebenso  verderblichen  wie  unerwarteten  Erklärung, 
Preussen  werde  mit  dem  Direktorium  in  Unterhandlung  treten, 
sei  seine  Mission  beendigt;  der  Geschäftsträger  Garlike  werde  die 
Geschäfte  weiter  führen.  Garlike  hatte  dann  am  14.  September  einen 
Brief  des  Königs  Ton  England  vom  27.  August  zu  überreichen, 
der  in  kurzen  Worten  das  Bedauern  ausspricht,  dass  der  König 
Ton  Preussen  auf  die  englischen  Wünsche  nicht  eingegangen  sei.* 
Konnte  die  Verhandlung  mit  dem  Direktorium  für  so  üble 
Erfahrungen  entschädigen?  Schon  am  20.  Juli  hatte  Haugwitz 
mit  Berufung  auf  die  Bestimmungen  von  Basel  und  Campo 
Formio  dem  französischen  Geschäftsträger  Otto  den  Wunsch  aus- 
gesprochen, dass  die  linksrheinischen  Provinzen  zurückgegeben 
würden,  und  dass  femer  Holland  durch  den  Abzug  der  Franzosen 
die  alte  Unabhängigkeit  wiedererhalte.  Nur  dann  sei  ein  wünschens- 
wertes Verhältnis  zwischen  Preussen  und  Frankreich  möglich, 
wenn  der  König  nicht  femer  genötigt  wäre,  sich  der  Republik 
gegenüber  beständig  in  Verteidigungszustand  zu  halten.  Otto 
nahm,  um  Haugwitz  auszuforschen,  den  Schein  an,  als  ob  man 
die  preussischen  Wünsche  in  Erwägung  ziehen  könne,  und  brachte 
den  Minister  weiter  zu  der  Erklärung,  dass  man,  wenn  Holland 
geräumt  und  in  die  Demarkationslinie  einbegriffen  würde,  bei  der 

^  Panin    an  Eotschubej,    18.  August;    Panin  an  Paul,   2.   September, 
Brückner  IV,  381,  386. 

•  Berichte  Wegelins vom27.  August,  3.,  6.  September.  Pr.  St.-A.       *  Pr.  St.-A. 

mttor.  Yierte^ahnohrift.  190S.  8.  14 


194  Hermazm  Hüffer. 

Stimmung  der  Beyölkerung   die  Wiedereinsetzung  des  Erbstatt- 
halters    schwerlich    würde    hindern    können.      Aber    wenn    Otto 
wirklich  daran  gedacht  hatte,   man  könne  auf  die   prenssischen 
Absichten    eingehen,    so   würden    ihn    doch   Unterredungen   mit 
Zastrow  und  mit  dem   den  Franzosen   seit  lange  freundlich  ge* 
sinnten  Minister  Struensee  auf  andere  Gedanken  gebracht  habea4 
Beide  wiederholten  zwar  den  Wunsch  des  Königs,  dass  Holland 
bald  oder  wenigstens  im  Frieden  seine  Unabhängigkeit  zorück- 
erlange;   aber  Zastrow   erklärte   offen,   der   König  lege   auf  die 
linksrheinischen  Provinzen  keinen  Wert,  er  würde  sie  gera  gegen 
eine  Abrundung  seiner  westfälischen  Besitzungen  in  Zütphen  und 
Over-Yssel    yertauschen.      Der    Minister    behauptete    sogar,    aus 
eigensten  Aeusserungen  des  Königs  zu  wissen,  dass  demselben  an 
der  Wiedereinsetzung  des  Erbstatthalters  nichts  gelegen  sei^  und 
dass   er  zu  einem  Kriege   mit  Frankreich   durchaus   keine  Lust 
habe.^    Es  lässt  sich  denken,  wie  Ottos  Berichte  in  Paris  wirkten. 
Wochen  vergingen,   ohne  dass  mit  dem   prenssischen  Gesandten 
die  Sache  auch  nur  zur  Sprache  kam;  denn  man  hatte  Sandes 
zwar  von  der  Unterredung  zwischen  Otto  und  Haugwitz  Kenntnis 
gegeben,  aber  mit  der  Weisung,  zu  warten,  bis  das  Direktorium 
die  Sache  anrege.'     In  Berlin  erklärte  Otto  am  22.  August  dem 
ungeduldig   wartenden  Grafen   Haugwitz,    das  Direktorium   habe 
mit  grösstem  Interesse  von  ihrer  Unterredung  Kenntnis  genommen; 
die  Angelegenheit  sei  so  wichtig,   dass  es  nicht  sofort  eine  Ant- 
wort geben  könne;  sie  solle  aber  in  acht  Tagen  eintreffen.'    Und 
was  enthielt  diese,  es  scheint,  vom  14.  August  datierte  Antwort, 
als  sie  endlich  am  26.  August  nach  Berlin  gelangte?    Das  Direk- 
torium liess  erklären,  es  sei  mit  seiner  Würde  nicht  vereinbar  — 
und  man  muss  diesen  Grund  als   berechtigt  anerkennen  — ,  die 
batavische   Republik  in  einem   Augenblick,   wo  sie  von  Bussen 
und  Engländern  bedroht  werde,  zu  verlassen.    Die  Büc^abe  der 
prenssischen   Provinzen   war   nicht    einmal    erwähnt.     Haugwito. 
verhehlte   nicht   seinen  Unwillen;   in  starken  Ausdrücken  rät  er 
dem  Könige,  den  Herzog  von  Braunschweig  mit  einer  ausreichen- 
den Heeresmacht   über  den  Rhein  vorgehen  zu  lassen,   um  skk 
selbst   Recht   zu   verschaffen.     Im   Besitz   der   prenssischen  Pro- 

^  Otto  an  Talleyrand,  20.,  24.  Juli,  18.  August,  Bailleu  I,  502,  504f. 
•  Erlass  an  Sandoz,  22.  Juli,  Bailleu  I,  319 f.  und  Fr.  St.-A. 
'  Haugwitz  an  das  Ministerium,  22.  August,  Fr.  St.-A. 


Der  Feldzug  d.  Es gl&nder  u.  Knssen  im  Herbst  1 7 99  n .  die  Stellung Prenssens .  1 95 

Tinzen  könne  man  dann  den  Engländern  bei  ihrem  voraussichtlich 
glücklichen  Unternehmen  gegen  Holland  die  Hand  reichen;  einzig 
dieser  Weg  entspreche  der  Würde  des  Staates  und  den  dem 
Konige  von  England  gegebenen  Yerheissungen.^  Unzweifelhaft 
wäre  der  Herzog  von  Braunschweig  mit  diesem  Plane  einver- 
standen gewesen^  denn  in  einer  ausfiihrlichen  Denkschrift  weiss 
er  gerade  die  persönlichen  Einwendungen  des  Königs  gegen  ein 
militärisches  Vorgehen  mit  den  triftigsten  Gründen  zu  wider- 
l^en.*  Aber  alles  war  vergebens.  Gleich  nach  der  Unterredung 
mit  Haugwitz  erhielt  Otto  von  Zastrow  die  beruhigende  Mitteilung^ 
man  denke  nicht  daran^  das  Jülicher  Land  mit  Gewalt  in  Besitz 
zu  nehmen;  der  König  förchte  nur,  die  preussischen  Provinzen 
konnten  von  Russen  und  Engländern  den  Franzosen  abgenommen 
und  dann  als  erobertes  Land  betrachtet  werden;  er  wünsche  des- 
halb eine  Vereinbarung,  dass  die  Provinzen  nötigenfalls  von  einer 
bestimmten  Truppenzahl  besetzt  werden  könnten.  Demgemäss 
entischied  der  König,  man  könne  ohne  gewaltsames  Vorgehen  und 
ohne  weitere  Verständigung  mit  den  Engländern  die  Unterhand- 
lungen mit  dem  Direktorium  in  Berlin  und  in  Paris  fortsetzen 
ein  erstes  Hindernis  sei  noch  kein  Grund  zum  Bruche.  Die 
Verhandlung  biete  den  erwünschten  Anlass,  das  Ergebnis  des 
englisch-russischen  Unternehmens  abzuwarten;  allenfalls  könne 
man    ein   Truppenkommando   an    den   Rhein   beordern,    um   für 

I 

mögliche  Fälle  gerüstet  zu  sein.  In  der  That  erhielt  der  Herzog 
von  Braimschweig  am  31.  August  den  Befehl,  ein  Corps  von 
10  000  Mann  unter  dem  General  Schiaden  in  Bewegung  zu  setzen. 
Davon  machte  Haugwitz  dem  französischen  Geschäftsträger  An- 
zeige, aber  mit  dem  ausdrücklichen  Bemerken,  dass  dabei  an  kein& 
Art  von  Feindseligkeit  gedacht  werde.* 

Alles  hing  also  in  der  That  von  den  Erfolgen  der  Russen 
und  Englander  ab.  (Fortsetzung  folgt.) 

^  Haugwitz  an  den  König,  28.  August,  Otto  an  Talleyrand,  27.  August, 
Bailleu  I,  331,  507. 

'  Denkschrifb  des  Herzogs  von  Braunschweig  vom  25.  August  1799 
aufl  dem  Archiv  zu  Weimar.  Herzog  Karl  August  macht  dazu  die  Be- 
merkung, dasd  diä  in  der  Denkschrifb  widerlegten  Ghründe  gegdir  den  KHeg 
„ipinsmma  verba^^  des  Königs  enthielten;  Bailleu  I,  322 ff.  Vgl.  auch  Panin 
an  Paul  aus  Teplitz,  12.,  18.  August,  Brückner  IV,  373,  376. 

'  Der  König  an  Haugwitz,  29.  August;  Haugwitz  an  das  Ministerium, 
1.  September,  Bailleu  I,  333,  335. 

U* 


196 


Zur  Beurteilung  König  Friedrich  Wilhelms  IV. 
und  der  Berliner  Märzrevolution. 

Von 

Felix  Rachfahl. 

Als  ich  vor  einigen  Monaten  mein  Buch  ^Deutschland,  König 
Friedrich  Wilhelm  IV.  und  die  Berliner  Märzrevolution"*  heraus- 
gab,  war  ich  darauf  gefasst,  dass  die  darin  vorgetragenen  Auf- 
ÜEkSsungen  und  Behauptungen  auf  Widerspruch  stossen  könnten. 
Ich  gab  mich  der  Hoffiiung  hin,  dass  sich  an  die  Schrift  eine 
Diskussion  knüpfen  werde,  die  zu  einer  endgültigen  Lösung  des 
ihr  zugrunde  liegenden  Problemes  beitragen  könnte.  Es  war 
meine  Absicht,  abzuwarten,  welche  Beurteilung  sie  von  mass- 
gebender Seite  finden  würde,  um  dann  gleichsam  in  einem  Schluss- 
worte das  Für  und  Wider  bezüglich  meiner  Ansichten  zu  erörtern 
und  also  gewissermassen  das  Fazit  aus  der  Diskussion  zu  ziehen. 
Wenn  ich  diesem  Vorhaben  untreu  werde  und  mich  schon  jetzt 
von  neuem  mit  demselben  Gegenstände  litterarisch  beschäftige^ 
so  hat  mich  dazu  der  Umstand  bewogen,  dass  mein  Bnch  einen 
Angriff  erfahren  hat,  dem  ich  seiner  Schärfe  halber  mit  sofortiger 
Antwort  zu  dienen  mich  verpflichtet  halte.  Es  handelt  sich  um  eine 
ziemlich  eingehende  Besprechung,  die  Georg  Kaufmann  im  Litte- 
rarischen Centralblatte  veröffentlicht  hat.^  Kaufmann  ist  der 
Verfasser  einer  zusammenfassenden  Geschichte  Deutschlands  im 
19.  Jahrhundert;  es  könnte  somit  den  Anschein  haben,  als  ob  er 
besonders  kompetent  sei,  ein  Urteil  über  eine  Monographie  zur 
deutschen  Geschichte  in  diesem  Zeiträume  zu  fällen.  Die  Haltung, 
die  Kaufmann  meiner  Schrifk  gegenüber  einnimmt,  ist  eine  fast 
durchweg  ablehnende;  es  bleibt  nicht  viel  von  ihr,  zumal  im 
ersten  Hauptteile,  bestehen,  was  vor  seinen  Augen  Gnade  fände, 
und  zwar  meines  Erachtens  zu  Unrecht,  sodass  ich  schon  deshalb 

^  Halle  a.  S.,  Niemeyer,  1901. 

*  Litt.  Centralblatt  1902,  Nr.  10,  Spalte  321—825. 


Zur  Beurteilmig  König  Friedrich  Wilhelms  IV.  u.  der  Berl.  Märzrevolution.    197 

einer  Entgegnung  mich  nicht  enthalten  zu  dürfen  glaube.  Da 
Kaufinann  die  Ergebnisse  meiner  Untersuchungen  zum  weitaus 
grössten  Teile  bezweifelt  oder  geradezu  zurückweist^  so  wäre  es 
mir  freilich  lieber  gewesen,  wenn  er  sich  im  Litterarischen 
Centralblatte  auf  eine  kürzere  Darlegung  seines  Standpunktes 
beschrankt  und  daf&r  (was  sich  im  Litterarischen  Centralblatte 
schon  aus  Mangel  an  Raum  verbot)  an  anderem  Orte  seine  Ein- 
wendungen gegen  meine  Untersuchungen  in  zusammenhängender 
Ausführung  und  unter  eingehender  Begründung  vorgebracht  hätte. 
So  begnügt  er  sich  damit,  eine  Reihe  einzelner  Punkte  heraus- 
zugreifen, gegen  die  er  polemisiert,  und  nicht  immer  mit  ge- 
höriger Motivierung,  indem  er  etwa  einfach  bemerkt,  hier  scheine 
ihm  meine  Beweisführung  nicht  überzeugend,  das  sei  eine  schwache 
Stelle  meiner  Schrift  u.  s.  w.  Ohne  Zweifel  würde  eine  Auseinander- 
setzung meinerseits  mit  den  Ausstellungen,  die  er  macht,  viel  frucht- 
barer sein,  wenn  er,  anstatt  allgemeinhin  zu  bemerken,  meine  Argumen- 
tation sei  hie  und  da  lückenhaft  imd  imgenügend,  in  jedem  einzelnen 
Falle  bestimmt  angegeben  hätte,  inwiefern  meine  Beweisführung  im- 
▼oUständig  oder  unrichtig  ist.  Es  ist  wohl  zuzugeben,  dass  dies  in 
der  genannten  Wochenschrift  nicht  gut  möglich  war;  andererseits 
können  Kaufinanns  Einwürfe,  insofern  sie  der  näheren  Begründung 
noch  entbehren,  vorderhand  keinen  anderen  Anspruch  auf  Geltung 
erheben,  als  lediglich  auf  die  subjektiver  Eindrücke  und  Meinungs- 
äusserungen. 

Lisoweit  die  Ausführungen  Kaufinanns  hinlänglich  substan- 
tiiert sind,  sollen  sie  im  Folgenden  Erwiderung  finden.  Wie  die 
von  ihm  angegriffene  Schrift  in  zwei  Hauptteile  zerfällt,  von 
denen  der  eine  der  deutschen  Politik  Friedrich  Wilhelms  IV.  von 
1840  bis  zum  18.  März  1848,  der  andere  der  quellenkritischen 
Erörterung  der  Berliner  Märzrevolution  gewidmet  ist,  so  auch 
zerfällt  Kaufmanns  Kritik  in  zwei  entsprechende  Abschnitte;  ich 
schliesse  mich  in  meiner  Replik  derselben  Einteilung  an. 

L 

Li  dem  ersten  Hauptteile  meines  Buches  erörterte  ich  den 
Stand  der  deutschen  Frage  beim  Regierungsantritte  Friedrich 
Wilhelms  IV.,  sowie  das  Problem,  ob  und  unter  welchen  Be- 
dingungen Oesterreich  und  Preussen  beim  Charakter  ihres  Staats- 
wesens   das   Einlenken   in    die   Bahnen   der   nationalen   und  der 


198  Felix  Bachffthl. 

damit  aufs  engste  zusammenhängenden  Verf^ssungsbewegong 
möglich  war;  mit  diesem  Passus  meiner  Schrift,  der  für  m^ine 
Auffassung  von  grundlegender  Bedeutung  ist,  setzt  sich  Kaufmann 
nicht  auseinander.  Ich  stellte  des  weiteren  die  deutsche  Politik 
Friedrich  Wilhelms  IV.  von  1840  bis  zum  März  des  Jahres  1848 
dar.  Ich  untjemahm  es  dabei  nachzuweisen,  dass  die  harten 
Urteile  ungerecht  seien,  die  bisher  über  den  König  in  diesem 
Punkte   traditipneller   Gewöhnung   zufolge   gefallt  worden   sind.^ 


^  In  den  über  den  Stand  der  Litteratur  orientierenden  Vorbemerkungen 
auf  S.  4  meines  Buches  hatte  ich  gesagt,  dass  sich  das  Problem  des 
Verhaltens  des  Königs  gegenüber  der  Märzrevolution  von  dem  Pro- 
bleme der  Gesamtbeorteilnng  Friedrich  Wilhelms  IV.  und  seiner  Politik 
nicht  trennen  lasse  (ich  hatte  dabei  natürlich  des  Königs  deutsche  Politik 
im  Auge),  und  verwies  für  die  Politik  des  Königs  bis  1B48  auf  die 
Auffassung,  die  Ranke  in  seinem  Artikel  in  der  Allgemeinen  Biogi^bie 
über  Friedrich  Wilhelm  IV.  niedergelegt  hat.  Dazu  bemerkt  Kaufmann, 
dieser  Artikel  enthalte  nur  Beiträge  zur  Kenntnis  der  Erziehungsgeschichte 
des  Königs  und  des  Vereinigten  Landtages:  ,,alles  andere  ist  jedoch  nor 
kurz  oder  gar  nicht  behandelt,  sodass  man  von  der  Begründung  eines  Urteili 
i^ber  des  Königs  Begierung  nicht  wohl  sprechen  kann/*  Wie  Kaofinann 
selbst  angiebt,  behandelt  Bänke  in  seiner  Abhandlung  den  Vereinigten 
Landtag  und  im  Zusammenhange  damit  in  grofser  Ausführlichkeit  (S.  W. 
Bd.  51  u.  52,  S.  425 — 463)  die  gesamte  Entwicklung  der  Verfassungsfrage 
im  Zeiträume  von  1840 — 1848.  Gerade  die  Verfassungsfrage  aber  war  die 
wichtigste  Aufgabe,  vor  die  sich  der  Preussische  Staat  damals  geteilt  sah, 
und  von  deren  Lösung  auch  die  der  deutschen  Frage  abhing.  Der  Haupt- 
vorwurf, den  man  gegen  die  Regierung  König  Friedrich  Wilhelms  IV.  vor 
1848  richtet,  besteht  darin,  dass  er  es  unterlassen  habe,  solange  es  noch 
ging,  freiwillig  in  die  Bahnen  des  Konstitutionalismus  und  Liberalismus 
einzulenken,  da  er  dadurch  den  Ausbruch  der  Revolution  verhindert  haben 
würde.  Dem  gegenüber  erörtert  Ranke  gründlich  und  unbefangen  die 
Stellung  des  Königs  zur  Verfassungsfrage;  er  weist  auf  die  gxofsen 
Schwierigkeiten  hin,  die  sich  ihrer  Lösung  im  Innern  und  von  aussen  her 
entgegenstellten,  sodass  die  Verzögerung  keineswegs  unbedingt  auf  die 
Rechnung  der  Schwäche  und  des  Mangels  an  gutem  Willen  beim  Könige 
zu  setzen  ist.  In  diesem  Sinne  und  bei  der  zentralen  Stellung  der  Ver- 
fasBungsfrage  innerhalb  der  preussischen  Politik  dieses  Zeitraumes  darf 
man  sehr  wohl  behaupten,  dass  Ranke  für  die  Regierung  des  Königs  von 
1840—1848  eine  mildere  und  mehr  anerkennende  Auffassung  begründet  hat 
—  Kaufmann  rügt  es  bei  dieser  Gelegenheit,  dass  ich  mir  nicht  die  Auf- 
gabe gestellt  habe,  „die  urteile,  die  Ranke  hier  und  sonst  über  den  l^önig 
fällt,  im  Zusammenhange  zu  prüfen  und  mit  den  urteilen  der  bestunter- 
richteten Zeugen  zu  vergleichen'',  dass  ich  fernerhin  die  Thatsache  der 
romantischen  Grundanschauungen  des  Königs  in  meiner  Darstellung  zu  sehr 


Zur  Benrieilimg  König  Friedrich  Wilhelms  IV.  u.  der  Berl.  Märzrevolntion.    199 

Es  fehlte  dem  Könige;  so  fährte  ich  aus,  keineswegs  an  gutem 
Willen;  er  war  von  dem  Gedanken  der  deutschen  Einheit  auf- 
richtig begeistert  und  suchte  Oesterreich  zu  einer  Bundesreform 
zu  bewegen.  Die  durch  die  politische  Notwendigkeit  diktierte 
Ablehnende  H^tung  Oesterreichs,  die  Lage  der  internationalen 
Machtrerhältnisee;  sowie  die  Schwierigkeiten  bei  der  Regelung 
der  Yerfassungsfrage  in  Preussen  banden  dem  Könige  in  den 
ersten  Jahren  seiner  Regierung  die  Hände.  Erst  die  Einwirkungen 
der  Februarrevolution  auf  Deutschland  gewährten  dem  Herrscher 
^e  Möglichkeit^  Oesterreich  die  Zustimmung  zur  Mitwirkung  bei 
einer  Bundesreform  abzutrotzen;  er  ging  noch  darüber  hinaus, 
indem  er  das  Projekt  einer  Bundesreform  auf  konstitutioneller 
Grundlage  in  Gemeinschaft  mit  den  Bundesfürsten,  aber  ohne 
Teilnahme  Oesterreichs,  d.  h.  die  Errichtung  eines  Deutschen 
Bundesstaates  unter  preussischer  Hegemonie  und  mit  Ausschliessung 
Oesterreichs,  acceptierte  und  betrieb:  Es  sind  also  einerseits  die 
gegen  Friedrich  Wilhelm  IV.  erhobenen  Anklagen  wegen  Ver- 
«cUepptmg  der  Bnndesreform  vmgerechtfertigt,  wie  man  andewt^ 
eeitfi  die  antiösterreichische  Tendenz  der  Wendung  seiner  deutschen 
Politik  um  die  Mitte  des  März  1848  xmterschätzt  hat.^ 

Eine    systematische  Widerlegung    oder    Bekämpfung    dieser 

zurücktreten  lasse.  Zu  einer  solchen  Prüfunf^  hatte  ich  durchaus  keine 
Veranlassung.  Auf  Urteile  Rankes  bezog  ich  mich  in  meiner  Darstellung 
nur,  wenn  sie  mit  den  Ergebnissen  meiner  Untersuchungen  übereinstimmten ; 
im  übrigen  war  es  einfach  mein  Bestreben,  die  Bemühungen  Friedrich 
Wilhelms  IV.  in  der  deutschen  und  in  der  Verfassungsfrage  in  that- 
sächlicher  Darlegung  zu  schildern.  Selbst  an  dem  von  Kaufmann  geforderten 
Vergleiche  mit  den  Urteilen  bestunterrichteter  Zeugen  habe  ich  es  nicht 
f^en  lassen ;  indem  ich  das  Urteil  Rankes  übernahm,  dass  sich  hinter  den 
deutschen  Fl&sen  Friedrich  Wilhelms  IV.  trotz  ihrer  romantischen  Färbung 
höchst  reale,  gegen  Oesterreich  gerichtete  Machttendenzen  verbargen, 
motivierte  ich  (S.  292 — 301)  meinen  Anschluss  an  die  Auffassung  Rankes 
auf  das  eingehendste  durch  eine  ausführliche  Analyse  seiner  Korrespondenz 
mit  Dahlmann,  sowie  durch  den  Vergleich  mit  dem  Urteile  eines  Zeugen, 
der  unzweifelhaft  zu  den  „bestunterrichteten**  gehörte,  nämlich  des  Feld- 
marschallB  v.  MantenfiTel,  des  ehemaligen  Adjutanten  des  Königs.  Möge 
doch  Kaufinuin  erst  das  Zeugnis  Manteuffels  entkräfben! 

^  Auf  S.  58  ff.  habe  ich  allerdings  ausdrücklich  darauf  aufmerksam 
gemacht,  daas  die  deutsche  Politik  Friedrich  Wilhelms  IV.  vot  1848  an 
einem  schweren  Fehler  krankte,  nämlich  an  einer  ungenügenden  Einsicht 
in  die  Unmöglichkeit  für  Oesterreich,  auf  eine  ernstliche  Bundesreform  ein- 
zugehen. 


200  Felix  RachfahU 

Auffassung  hat  Kaufioiaun  nicht  gegeben.  Er  befasst  sich  näher 
nur  mit  drei  Punkten,  einmal  mit  meinen  Darlegungen  betreffend 
die  Stellung  des  Königs  in  der  Verfassungsfrage,  sodann  mit 
meinen  Ausführungen  über  die  Haltung  des  Bundestages  in  der 
ersten  Hälfte  des  März,  sowie  endlich  mit  meinen  Angaben  über 
die  Motive,  die  den  König  zur  Unterzeichnung  des  Patentes  yom 
18.  März  1848  bestimmten.^ 

Was  den  ersten  dieser  drei  Punkte  betrifft^  so  lesen  wir  bei 
Kaufmann:  ,,S.  24  [sc.  meines  Buches]  wird  der  König  vor  die 
Wahl  gestellt,  entweder  in  seiner  Weise  zu  experimentieren,  oder 
sich  kopfüber  in  den  Strudel  der  Volkssouveränität  und  der  kon- 
stitutionellen Doktrin  hineinzustürzen:  allein  zwischen  diesen 
beiden  Extremen  lagen  doch  viele  Wege.  Wenn  der  König  den 
Bodelschwingh  und  Arnim  gefolgt  wäre,  oder  selbst  wenn  er 
Hansemanns  Programm  zum  Ziel  genommen  hätte,  so  wäre  er 
dem  Strudel  der  Volkssouveränität  noch  sehr  fem  geblieben.'' 
Zunächst  hat  Kaufmann  meine  Ausführungen  auf  S.  24  miss- 
verstanden. Ich  sage  daselbst:  „War  es  dem  Könige  möglich, 
sich  einfach  den  populären  Tendenzen  zu  fügen?  Krankten  auch 
seine  eigenen  Lösungsversuche  [sc.  des  Yerfassungsproblemes]  an 
einer  romantischen  üeberschätzimg  seines  ständischen  Staatsideales, 
so  wird  man  doch  nicht  verkennen  dürfen,  dass  hier  ein  gewisses 
Experimentieren  geboten  war,  wenn  man  sich  nicht  kopfQber  in 
den  Strudel  der  Volkssouveränität  und  der  konstitutionellen 
Doktrin  hineinstürzen  wollte,  und  davor  den  preussischen  Staat 
zu  behüten,  um  nicht  sein  Selbst  zu  vernichten,  war  die  wohl- 


*  Im  allgemeinen  bemerkt  Kaufmann  nur  noch,  es  werde  bei  mir 
nicht  deutlich,  ,,da88  der  König  vielfach  einander  entgegengesetzte  Plftiie 
gleichzeitig  im  Herzen  trug  und  deshalb  überhaupt  nicht  zur  Aasfühniiig 
schritt  oder  angefangene  Aktionen  durch  andere  Massregeln  kreuzte  und 
lähmte*\  Diese  Charakteristik  trifft  weder  für  die  deutsche  noch  auch  fOr 
die  Verfassungspolitik  Friedrich  Wilhelms  IV.  bis  1848  zu,  —  zum  minde- 
sten nicht  in  dem  Grade,  dass  die  genannten  von  Kaufmann  dem  Könige 
zugeschriebenen  Eigenschaften  für  die  Erfolglosigkeit  der  preussischen 
Politik  auf  dem  Gebiete  der  deutschen  und  der  Verfassungsfrage  ent- 
scheidend gewesen  wären.  Was  den  schon  oben  (S.  198  Anm.  1)  erwähnten 
Vorwurf  Kaufmanns  betrifft,  auch  die  romantischen  Anschauungen  des 
Königs  träten  in  meiner  Darstellung  „zu  sehr  zurück**,  so  vergleiche  man 
meine  Kritik  und  Analyse  der  romantischen  Pläne  Friedrich  Wilhelms  IT. 
S.  ly,  21  und  292  ff. 


Zur  Beurteilung  König  Friedrich  Wilhelms  IV.  n.  der  Berl.  Märzrevolution.    201 

▼erstandene  Pflicht  der  Krone «  Ich  habe  den  König  also  durch- 
aus nicht  vor  die  Wahl  gestellt^  in  seiner  Weise  zu  experimen- 
tieren  oder  sich  in  den  Strudel  der  Yolkssouveränität  zu  stürzen; 
ich  habe  yielmehr  nur  „ein  gewisses  Experimentieren"  für  not- 
wendig erklärt  und  ausdrücklich  hervorgehoben;  dass  des  Königs 
eigene  Versuche  zur  Lösung  des  Yerfassungsproblemes  (d.  h.  das 
Experimentieren  in  seiner  Weise)  unzulänglich  waren,  und  zwar 
wegen  ihres  romantisch-ständischen  Grundcharakters.  Allerdings 
lagen  zwischen  den  Extremen  der  Yolkssouverilnität  und  des 
sföndischen  Staatsideales  ,, viele  Wege";  aber  sie  mussten  erst 
gefunden  werden.  Arnim  und  Hansemann  kommen  für  die  Zeit, 
▼on  der  ich  hier  spreche,  nämlich  für  die  Jahre  vor  1848,  gar 
nicht  in  Betracht;  Bodelschwingh  hat,  soviel  wir  wissen,  erst  seit 
dem  Oktober  1847  das  konstitutionelle  Prinzip  beim  Könige  ver- 
treten, und  er  stand  (vgl.  Deutschland  u.  s.  w.  S.  85)  unter  dem 
Einflüsse  der  konstitutionellen  Doktrin,  der  sich  der  Monarch 
nicht  beugen  wollte.  Dass  das  Programm  der  liberalen  Bewegung 
damals  in  der  Forderung  der  konstitutionellen  Doktrin  gipfelte, 
und  dass  die  Grundlage  dieser  letzteren  hinwiederum  die  Theorie 
der  Yolkssouveränität,  dass  also  die  Yolkssouveränität  das  Ferment 
der  liberalen  Ideen  war,  wird  jedermann  zugeben,  der  mit  der 
Geschichte  der  politischen  Theorien  einigermassen  vertraut  ist. 
Dass  selbst  die  Gemässigten  im  Frankfurter  Parlamente,  die  An- 
hanger Preussens  imd  die  Erbkaiserpartei,  in  der  nationalen 
Souveränität  den  Rechtsgrund  ihrer  politischen  Stellung  und  An- 
sprüche erblickten,  hat  Lenz  in  überzeugender  Weise  dargelegt.^ 
Der  moderne  deutsche  Yerfassimgsstaat  ist  ein  Kompromiss 
zwischen  den  Ansprüchen  des  Konstitutionalismus  und  der  histo- 
risch überkommenen  Monarchie,  und  zwar  im  Sinne  einer  Aus- 
merzung der  Theorie  der  Yolkssouveränität  und  der  auf  sie  auf- 
gebauten konstitutionellen  Doktrin  im  engeren  Sinne.  Alsbald 
mit  der  Rezeption  des  Konstitutionalismus  setzten  diese  Kom- 
promissversuche in  Preussen  ein,  und  ich  habe  gezeigt  (S.  86flF 
und  304),  wie  gerade  Friedrich  Wilhelm  lY.  im  Gegensatze  zu 
Bodelschwingh  in  dieser  Richtung  thätig  war,  diejenige  Lösung 
anbahnend  und  vorbereitend,  die  das  Yerfassimgsproblem  in 
Preussen  später  thatsächlich  gefunden  hat. 


1  Lenz  „1848^    Preuss.  Jahrbücher,  Jahig.  1898.  Bd.  91.  S.  641. 


202  Felix  Rach£ahl. 

Die  Yerpflanzimg  der  revolutionären  Bewegung  aus  Frank- 
reich nach  Deutschland  gab  Friedrich  Wilhelm  lY.  die  Gelegen- 
heit, Yon  neuem  dem  österreichischen  Hofe  seine  Reformplane 
vorzulegen  und  nunmehr  auf  deren  Genehmigung  mit  allem  Nach- 
drucke zu  bestehen.  Ich  hatte  diese  Phase  der  deutscheu  PoUtik 
des  Königs  (DeutscUand  u.  s.  w.  S.  6ö)  mit  den  Worten  gekenn- 
zeichnet: ;J)er  König  war  fest  entschlossen,  sich  jetzt  nicht 
wieder  wie  1848  durch  ausweichende  Zusicherungen  hinhält» 
und  die  Angelegenheit  verschleppen  zu  lassen.^'  Kaufmann  be- 
merkt dazu:  y,Für  diese  Festigkeit  fehlt  es  aber  an  jeder  Bfli^ 
schaff  Der  beste  Beweis  für  die  ^estigkeit^,  welche  die 
preussische  Politik  damals  in  Wien  entwickelte,  ist  der  schnelle 
und  durchschlagende  Erfolg,  den  Radowitz  damals  in  der  Hof- 
burg erzielte;  er  trat  mit  solcher  Entschiedenheit  auf,  dass  der 
durch  die  Bewegungen  im  Kaiserstaate  eingeschüchterte,  seine 
Stellung  am  Hofe  erschüttert  fühlende  Metternich  die  preussischen 
Forderungen  durchweg  bewilligte;  die  österreichisch-preussische 
Konvention  vom  10.  März  ist  das  Ergebnis  der  durch  Radowiti 
erzielten  österreichisch-preussischen  Verständigung;  es  wurde  in 
ihr  festgesetzt,  dass  Oesterreich  und  Preussen  gemeinsam  einen 
Kongress  der  deutschen  Fürsten  nach  Dresden  zur  Beratung  einer 
Bundesreform  einberufen  sollten.  Freilich  als  dieses  Abkommen 
in  Wien  geschlossen  war,  da  bereute  man  es  in  Berlin  bereite^ 
sich  überhaupt  erst  mit  Oesterreich  eingelassen  zu  haben;  mm 
war  bereits  zum  Plane  der  Errichtung  eines  deutschen  Bundes- 
staates ohne  Mitwirkung  Oesterreichs,  d.  h.  zur  Hinausdrangnng 
Oesterreichs  aus  Deutschland,  übergegangen.  Die  Anregung  za 
dieser  neuen  Wendung  der  deutschen  Politik  Preussens  war  von 
dem  preussischen  Bundestagsgesandten  in  Frankfurt,  dem  Grafen 
Dönhoff,  ausgegangen.  Mit  meiner  Schilderung  des  Auftretois 
des  Grafen  Dönhoff  imd  unter  seinem  Einflüsse  des  Bundesti^;e8 
ist  Kaufinann  aUerdings  keineswegs  einverstenden.  Hatte  ieh 
behauptet,  dass  sich  Dönhoff  zum  Vertreter  der  nationalen  Ten- 
denzen aufwarf,  imd  dass  es  ihm  gelang,  sowohl  seine  Kollegen 
vom  Bundestage  als  auch  das  Berliner  Kabinet  auf  dieser  Bahn 
mit  sich  „fortzureissen^  so  macht  Kaufinann  dagegen  geltend, 
Dönhoff  habe  „teilweise  ohne  Instruktion  und  üebereinstimmung 
mit  seiner  Regierung*^  gehandelt,  die  Furcht  vor  der  Revolution 
sei  ganz  allein  die  Ursache  der  liberalen  Bundesbeschlüsse  in  den 


Zur  Beurteilung  König  Friedrich  Wilhehns  IV.  n.  der  Berl.  Märzrevolution .    20S 

eraten  Tagen  des  März.  Allerdings  hat  Dönhoff  seine  Rationale 
Aktionqpolitik^^  ohne  Instmktion  seitens  seiner  Begierung  nnter- 
]K>nunen,  doch  nicht  schlechthin  ^^ohne  üebereinstimmung^'  mit 
«einer  Begierung.  &  ist  nicht  nur  in  seinem  Treiben  durch 
aie  durchaus  nicht  gestört  worden;  man  hat  ihn  vielmehr  ruhig 
gewahren  lassen  und  schliesslich  eben  dieselbe  Politik  ein- 
geschlagen;  zu  der  er  unablässig  und  stürmisch  mahnte  und 
4wigt€.  Gewiss  ist  es  richtig,  dass  die  Furcht  Tor  der  revolu- 
tionären Bewegung  die  Bundestagsmitglieder  bestimmte,  den  An- 
tragen Dönhoffis  Gehör  zu  geben,  und  dass  er  von  dem  Streben  be- 
«eelt  war,  der  Revolution  den  Yorsprung  abzugewinnen:  ab^ 
besteht  wohl  die  Wahrscheinlichkeit,  dass  der  Bundestag  die- 
selben Beschlüsse  gdfasst  hätte,  wenn  damals  der  österreichische 
Pcasidialgesandte  anwesend  war  und  die  Leitung  der  Bundestags- 
▼erhandlungen  fahrte,  oder  wenn  der  seine  Stelle  vertretende 
prenssische  Bevollmächtigte  nickt  ein  Dönhoff,  sondern  etwa  ein 
Allgehöriger  des  Gerlachschen  Kreises  war?  Sehr  wohl  darf  man 
daher  von  einer  „nationalen  Aktionspolitik^'  des  Bundestages 
sprechen,  „deren  Träger  der  Graf  Dönhoff  war'^ 

In  dem  Patente  vom  18.  März,  durch  das  Preussens  Wen- 
dimg zum  Konstitutionalismus  und  seine  Bereitwilligkeit,  an  die 
Spitze  der  nationalen  Bew^ung  zu  treten,  öffentlich  kund  gethan 
wurden,  gipfelte  di^  deutsche  Politik  Preussens  in  den  Märztagen. 
Welches  nun  sind  die  Motive,  aus  denen  diese  bedeutsame  Kund- 
gebung der  preussischen  Krone  hervorgegangen  ist?  Ich  fasse 
das  Patent  vom  18.  März  „im  wesentlichen'^  auf  als  einen  „Akt 
der  Aggressive  gegen  Oesterreich''  im  Bingen  um  die  Yorherr- 
sehaft  in  Deutschland.  Kaufinann  fasst  es  lediglich  unter  dem 
Qesichtspunkte  auf,  dass  man  dadurch  in  Berlin  dem  Radikalis- 
mus den  Vorrang  abzugewinnen  trachtete:  unter  dem  Einflüsse 
der  erwarteten  Emeute  sei  das  Patent  verfasst,  dem  Könige  vor- 
gelegt und  eilig  verkündigt  worden.  Kaufmann  leugnet  nicht, 
dass  die  „deutschen  Reformpläne  und  der  Wunsch,  von  Oester- 
reich  nicht  überflügelt  zu  werden,  in  allen  diesen  Jahren^  den 


'  £b  ist  durchaus  unrichtig,  dass  vor  dem  15.  März  [,,in  allen  diesen 
Jahren"],  Preussen  den  Wunsch  hegte,  in  der  Bundesreform  nicht  von 
Oesterreich  überflügelt  zu  werden.  Man  konnte  diesen  Wunsch  gar  nicht 
hegen;  denn  von  Oesterreich  war  eine  solche  Politik  überhaupt  nicht,  sei 
ee  EU  erwarten,  sei  es  zu  befürchten. 


210  Felix  Hachfahl. 

ftuffassty  entsprungen  dem  Verlangen^  die  augenblickliche  Notlage 
Oesterreichs  auszunutzen,  um  den  Bau  des  deutschen  Einheits- 
staates ohne  Beteiligung  Oesterreichs  auszuführen:  und  darin 
sollte  man  nicht  einen^,  Akt  der  Aggressive  g^en  Oesterreich^  zu 
erblicken  haben? 

Dass  das  Patent  vom  18.  März  von  Friedrich  Wilhelm  IV. 
und  den  massgebenden  Ministem,  Bodelschwingh  und  Canitz,  als 
wesentliches  Moment  einer  nationalen  Aktionspolitik  intentionieit 
worden  ist,  kann  niemandem  entgehen,  der  seinen  Wortlaa^ 
sowie  die  politische  Korrespondenz  kennt,  die  seinem  Erlasse 
Yoraufgeht.  So  hat  man  es  in  der  That  alsbald  allgemein  auf- 
gefasst;  man  hat  nur  an  der  Aufrichtigkeit  der  Gesinnung  ge- 
zweifelt, die  die  preussische  Regierung  darin  an  den  Tag  legte^ 
und  es  als  ein  Produkt  der  Angst  vor  dem  revolutionären  Schrecken 
erklart,  und  diese  letztere  Meinung  ist,  wie  aus  Kaufrnanns  Aus- 
führungen erhellt,  bis  zum  heutigen  Tage  noch  nicht  beseitigt 
Und  doch  ist  an  der  Aufrichtigkeit  der  Gesinnungen  des  Königi 
und  seiner  Staatsmänner  kein  Zweifel  erlaubt,  wohl  aber  an  des 
Herrschers  unbeugsamer  Starrheit  und  an  seinem  Wagemut 
Damit  komme  ich  zu  dem  Punkte,  an  dem  ich  mich  mit  Kauf- 
mann mehr  berühre,  als  er  es  erkannt  und  ausgesprochen  hat 
Es  ist  der  Mangel  an  Thatkraft  bei  Friedrich  Wilhelm  lY.,  der 
in  den  entscheidenden  Märztagen  Preussen  das  Spiel  um  die  Vor- 
herrschaft in  Deutschland  verlieren  liess.  Man  nahm  in  der 
deutschen  Frage  eine  Haltung  gegen  Oesterreich  ein,  die  man  in 
Wien  als  Aggressive  empfinden  musste  und  auch  sehr  woU 
empfand;  dabei  gab  man  sich  allerdings  dem  Wahne  hin,  Oester- 
reich würde  im  Drange  seiner  Nöte  nicht  umhin  können,  die 
Herstellung  des  Einheitsstaates  zu  dulden,  und  würde  sich  auf 
diese  Weise  aus  Deutschland  ausschliessen  lassen,  ohne  dass  et 
zum  Kampfe  zu  kommen  brauche.  Als  dieser  Glaube  zusammen- 
brach, als  es  sich  herausstellte,  dass  ohne  Kampf  doch  nichts  su 
erreichen  war,  da  scheute  man  sich  in  Preussen,  die  erforderlichen 
kriegerischen  Konsequenzen  aus  der  bisherigen  antiösterreichischen 
Tendenz  seiner  Politik  zu  ziehen.  Gewiss  schien  Friedrich 
Wilhelm  IV.  „ein  Konflikt  Preussens  mit  Oesterreich  als  das 
grösste  aller  üebeF.  Aber  damit  sagt  Kaufrnann  nichts,  als  was 
auch  ich  vollkommen  anerkenne  und  ausdrücklich  (z.  B.  Deutsch- 
land u.  s.  w.  S.  299  in  noch  schärferer  Formulierung)  betont  habe, 


Zur  Beurteilung  König  Friedrich  Wilhelms  lY.  n.  der  Berl.  MärzreTolntion.    21 1 

und  es  enthalt  auch  diese  Ansicht  nichts ,  was  mit  meiner  Dar- 
stellnng  der  deutschen  Politik  Friedrich  Wilhelms  IV.  unverein- 
bar wäre.  Denn  das  eben  war  der  innere  Widerspruch,  an  dem 
diese  letztere  krankte:  dem  brennenden  Wunsche,  Oesterreich  aus 
Deatschland  zu  verdiungen  und  die  preussische  Hegemonie  in 
Deutschland  zu  statuieren,  entsprach  doch  nicht  der  feste  Wille, 
dieses  Ziel  um  jeden  Preis,  selbst  um  den  Preis  eines  deutschen 
Bruderkrieges,  zu  erreichen.  Man  hoffte,  durch  Benutzung  der 
Berolution  und  der  durch  sie  geschaffenen  Lage  der  Dinge,  durch 
die  üebereinstimmung  mit  den  Fürsten  und  mit  dem  Volke  den 
eroehnten  Bundesstaat  schaffen  imd  so  den  Waffengang  mit  Oester- 
reich yermeiden  zu  können;  im  GFegenteile  glaubte  man  es  zu 
W^e  bringen  zu  können,  dass  der  neue  Einheitsstaat  mit  Oester- 
reich in  Freundschaft  und  im  Bundesverhaltnisse  (im  Sinne  eines 
weiteren  Bundes)  verbleibe.  Bundesstaat  und  Staatenbund  sollten 
einander  nicht  aufheben,  sondern  jener  in  diesem  bestehen^:  das 
war  f&r  jene  Zeit  eine  Utopie. 

Diesen  Grundirrtum  der  deutschenPolitikFriedrichWUhelmsIV. 
habe  ich  keineswegs  verkannt;  zu  wiederholten  Malen  habe  ich 
Tielmehr  darauf  hingewiesen.  Darauf  kam  es  mir  freilich  zugleich 
an,  den  bisherigen  Ansichten  gegenüber  nachzuweisen,  dass  die 
dentsehe  Politik  Friedrich  Wilhelms  IV.  keineswegs  in  Wahrheit 
so  Österreich-freundlich  und  Oesterreich  gegenüber  entsagungsvoll 
war,  wie  man  für  gewöhnlich  annehmen  zu  dürfen  glaubt,  sondern 
dasB  ihr  eine  stark  antiösterreichische  Tendenz  anhaftete,  der  sich 
freilich  erst  im  März  des  Jahres  1848  die  Möglichkeit  zu  offenem 
Hervortreten  bot.  Ich  wollte  fernerhin  zeigen,  wie  Friedrich 
Wilhelms  IV.  deutsche  Politik  alsbald  diese  Gelegenheit  benutzte, 
welehes  im  einzelnen  ihre  Aeusserungen  waren,  und  woran  sie 
aehliesslich  scheiterte.  Nicht  eine  Rettung  oder  Rechtfertigung 
des  Königs  habe  ich  versucht,  sondern  eine  unbefangene,  durch 
persönliche  und  politische  Vorurteile  nicht  getrübte  Erörterung 
und  Darl^^ong  seiner  deutschen  Politik,  ihres  Verhältnisses  zur 
Berliner  Märzrevolution,  sowie  der  Ursachen,  die  zu  ihrem  Zu- 
sammenbruche führten.  Unzweifelhaft  trägt  der  König  daran  die 
Schuld;    aber   man   hat   diese  Schuld  teils  übertrieben,   teils  an 

^  Darauf  laufen  des  Königs  Pläne  im  Frühjahre  1848,  denen  zufolge 
Oesterreich  die  rOmisch-deutsche  Kaiserkrone,  Preussen  das  Reichsfeldherrn- 
unt  znfiallen  sollte,  offensichtlich  hinaus.  Vgl.  Deutschland  u.  i.  w.  S.  292  ff. 

16* 


212  Felix  Bachfahl. 

Stellen  gesucht,  wo  sie  nicht  yorhanden  ist;  dabei  hat  man  den 
Punkt  übersehen,  dem,  wie  ich  meine,  die  entscheidende  Bedeu- 
tung beikommt,  nämlich  den  aus  des  Königs  Mangel  an  Energie 
und  Konsequenz  entsprungenen  Verzicht  auf  das  Projekt  des 
Fürstenkongresses  zu  Potsdam.  Preussen  hatte  —  selbst  nach 
dem  unseligen  Ausgange  der  Berliner  Erhebung  —  sehr  wohl 
die  Macht  gehabt,  die  deutschen  Fürsten  an  die  Erfüllung  ihrer 
in  der  ersten  Hälfte  des  März  gemachten  Erbietungen  zu  mahnen; 
wenn  sie  sich  diesem  (Gebote  nicht  fügten,  wenn  sie  bei  Oester- 
reich  einen  Rückhalt  suchten,  den  ihnen  der  Kaiserstaat  damals 
kaum  emsÜich  gewähren  konnte,  so  kam  es  darauf  an,  sie  zu 
zwingen,  ihnen  mit  dem  Schwerte  zu  drohen.  Das  wäre  eine 
Politik  im  grossen  Stile  gewesen,  und  dazu  luden  die  Macht- 
verhältnisse ein;  dadurch  hätte  selbst  die  Schmach  der  Märatage 
getilgt  werden  können.  Aber  was  die  deutschen  Fürsten  ihm 
nicht  gutwillig  boten,  mit  Gewalt  zu  fordern,  das  war  nicht 
Friedrich  Wilhelms  IV.  Art.  Ah  der  erste  Schrecken  vor  der 
Revolution  und  die  erste  Furcht  vor  der  Qefahr  einer  französischen 
Invasion  vorüber  waren,  zogen  sie  ihre  Erbietungen  zurück,  und 
Friedrich  Wilhelm  IV.  wollte  nicht  die  preussische  Macht  in  die 
Wagschale  werfen,  um  sie  zu  nötigen,  daran  festzuhalten;  er  lien 
vielmehr  die  Dinge  ihren  Lauf  gehen.  Er  war  eben,  um  lüodt 
Manteuffel  zu  sprechen,  nicht  der  Mann,  den  Knoten  zu  durch- 
hauen, sondern  er  wollte  ihn  behutsam  lösen:  darüber  ent- 
schlüpfte ihm  die  Gelegenheit.  Er  war  kein  Friedrich  der  Grosse, 
der  unter  solchen  Verhältnissen  unbedenklich  zugegriffen  hätte; 
man  sieht  aus  diesem  Falle  so  recht  deutlich,  welche  Bedeutung 
der  Persönlichkeit  für  die  historische  Entwicklung  zukommt 

Die  geltenden  Vorstellungen  von  der  deutschen  Politik 
Friedrich  Wilhelms  IV.  bis  zum  Frühjahre  1848  zu  präzisiere 
und  richtigzustellen,  dabei  des  Königs  Verhalten  zu  prüfen  und 
zu  untersuchen,  worin  seine  eigentliche  Verfehlimg  bestand,  war 
der  Zweck  meines  Buches.  Die  Ergebnisse,  zu  denen  ich  gelangt 
bin,  sind  durch  Kaufmanns  Kritik,  die  der  Tiefe  des  Problems 
durchaus  nicht  gerecht  wird,  in  keiner  Weise  erschüttert  worden. 
Vollständig  hat  er  die  Frage  ignoriert,  von  der  alles  abhängt: 
wann  war  die  europäische  Machtkonstellation  derart,  dass  ein 
Vorstoss  Preussens  zur  Erlangung  der  Vorherrschaft  in  Deutsch- 
land möglich  und  von  Aussicht  auf  Erfolg  begleitet  war?    Und 


Zur  Betuteiluiig  König  Friedrich  Wilhelms  IV .  u.  der  Berl.  Märzrevolation.    213 

Tor  allem  ist  es  Eaufinann  nicht  geglückt,  meine  Behauptung 
zu  widerlegen ;  dass  das  Patent  Friedrich  Wilhelms  IV.  yom 
18.  März  nicht  sowohl  im  wesentlichen  als  eine  Konzession  an 
die  Revolution,  wie  yielmehr  als  ein  Glied  seiner  deutschen 
Politik  mit  antiösterreichischer  Tendenz  aufzufassen  ist. 

n. 

Hat  sich  Kaufmaim  dem  ersten  Teile  meiner  Schrift  gegenüber, 
insoweit  er  sich  damit  beschäftigt,  ganz  ablehnend  verhalten,  so 
giebt  er  bei  dem  zweiten  zu,  dass  ich  da  „manchen  Irrtum  meiner 
Yor^nger  beleuchtet^'  habe;  immerhin  sieht  er  sich  veranlasst, 
auch  hier  eine  Reihe  von  Ausstellungen  zu  machen.  Da  er  sich 
freilich  vielfach  damit  begnügt,  einfach  Zustimmung  oder  Wider- 
spruch zu  registrieren,  ohne  dafür  eine  nähere  Begründung  zu  geben, 
80  habe  ich  den  Eindruck  gewonnen,  dass  sein  Urteil  nicht  frei  von 
Willkür  ist.  Wir  wollen  auf  diejenigen  seiner  Einwendungen, 
f&r  die  er  Belege  beibringt,  des  Näheren  eingehen;  es  sind  ihrer 
nicht  aUzuviele,  und  insoweit  es  sich  nicht  um  Missverständnisse 
handelt,  zum  Teile  von  untergeordneter  Bedeutung. 

Kaufmann  stimmt  meinem  Versuche,  die  Chronologie  der 
Vorgänge  am  Morgen  des  19.  März  genau  festzustellen,  „in  der 
Hauptsache  bei,''  ist  aber  „nicht  immer  mit  der  Art  meiner  Be- 
weisführung einverstanden".  So  hält  er  meine  Behauptung 
(S.  191,  Anm.  1),  dass  nur  mit  der  Deputation  11  über  die  Er- 
richtung einer  Bürgerwehr  verhandelt  worden  sei,  für  „unsicher", 
indem  er  erklärt:  „Unsere  Berichte  reichen  doch  in  keiner  Weise 
aus,  zu  sagen,  dass  dieser  damals  besonders  wichtige  Gegenstand 
von  den  anderen  Deputationen  nicht  erwähnt  sei."  Wir  wollen 
keineswegs  bestreiten,  dass  das  wohl  möglich  ist;  aber  dazu 
reichen  unsere  Berichte  aus,  um  festzustellen  (worauf  es  mir  in 
meiner  Argumentation  ankonmit),  dass  nur  bei  der  zweiten  Depu- 
tation die  Frage  der  Bürgerbewaffiiung  der  Hauptgegenstand  der 
Verhandlungen  war,  „imd  zwar  in  der  Weise"  (wie  ich  S.  191, 
Anm.  1  hervorhob),  dass  sich  nur  an  diese  Deputation  dem  ganzen 
Zusammenhange  nach  die  Konferenz  des  Königs  mit  den  Generälen 
Neomann,  Natzmer  und  Krauseneck  geschlossen  haben  kann,  da 
für  deren  Stattfinden  sonst  ein  passender  Zeitpunkt  nicht  zu  er- 
mitteln wäre.  Was  eben  diese  Konferenz  selbst  anbelangt,  so 
bezweifelt    Kau&iann,   dass   der  Bericht,   den  wir   dem  General 


214  Fe^z  Rachfahl. 

Yon  Natzmer  darüber  in  seinen  Denkwürdigkeiten  verdanken,  ^ 
jedem  Punkte  richtiger  sein^  müsse^  als  der  Bericht,  den  der 
General  Mutius  auf  Grund  einer  Mitteilung  desselben  Natzmers 
an  Perthes  erstattet  hat,  und  den  wir  aus  den  Perthes'schen  Auf- 
zeichnungen kennen.  Kaufioiann  stellt  die  Frage:  „Ist  es  denn 
unmöglich,  dass  Natzmer  in  dem  Gesprach  sich  über  einen  Punkt 
glücklicher  imd  genauer  äusserte,  als  es  ihm  in  seiner  schrift- 
lichen Aufzeichnung  gelang?^;  er  verweist  zugleich  darauf,  dass 
ich  selbst  (S.  202  Anm.)  festgestellt  habe,  dass  Natzmers  Auf- 
zeichnungen nicht  immer  ganz  genau  sind.  Allerdings  habe  ich 
an  dieser  Stelle  (S.  202  Anm.  1)  gezeigt,  dass  die  Relation 
Natzmers  für  die  Stunde  von  9^^  bis  10 V,  Uhr  als  Quelle  un- 
brauchbar ist,  und  zwar  höchst  wahrscheinlich  deshalb,  weil 
er  in  dieser  Zeit  abwesend  war.  Für  die  erwähnte  Konferem 
jedoch,  die  vor  97,  Uhr  stattfand,  ist  Natzmer  unsere  einzige 
Quelle,  und  zwar  erzählt  er  hier  als  Augenzeuge  und  Teilnehmer. 
Nach  allen  Regeln  methodischer  Quellenforschung  werden  wir 
aber  dem  unmittelbaren  schriftlichen  Berichte  eines  Augenzeugen 
höheren  Glauben  beizumessen  haben,  als  einer  schwer  kontrollie^ 
baren  mündlichen  Aeusserung,  die  eben  derselbe  gethan  haben 
soll,  und  die  erst  noch  einige  Zwischeninstanzen  (Mutius  und 
Perthes)  passiert  hat.  Jedermann  weiss,  wie  sehr  durch  solche 
Uebertragung  von  Mund  zu  Mund  Bemerkungen  entsteUt  in 
werden  pflegen.  Dazu  kommt  hier,  dass  innere  Momente  gegen 
die  Glaubwürdigkeit  der  Mutius-Perthesschen  Version  sprechen. 
In  ihr  wird  Natzmer  als  ein  unbedingter  Gegner  des  Abzuges 
der  Truppen  aus  den  Stellungen  vor  den  Barrikaden  hingestellt^ 
während  er  nach  seinen  eigenen  Denkwürdigkeiten  für  bedingten 
Rückzug  eingetreten  ist.  Wenn  man  erwägt,  wie  sehr  später  der 
Abmarsch  der  Truppen  getadelt,  und  welch  heftige  Vorwürfe 
allen  denen,  die  dazu  rieten,  gemacht  worden  sind,  so  erscheint 
es  ganz  undenkbar,  dass  sich  Natzmer  selbst  als  Befürworier 
dieser  Massregel  ausgegeben  haben  sollte,  wenn  er  ihr  thai- 
sächlich  auf  das  entschiedenste  widersprochen  hätte.  Die  Mutine- 
Perthessche  Version  verfolgt  fernerhin  den  Zweck,  Bodelschwingb 
zu  verdächtigen,  indem  sie  ihn  als  den  intellektuellen  Urheber 
jenes  Rückzugsbefehls  hinstellt.  Natzmer  hat  diesen  Vorwarf 
gegen  Bodelschwingb  sonst  nie  erhoben;  auch  Kaufinann  ist  nicht 
der  Ansicht,  dass  der  Rückzugsbefehl  das  Werk  Bodelschwinglie 


Zur  Beurteilung  König  Friedrich  Wilhelms  IV .  n.  der  Berl.  Märzrevolution.    215 

ist:  abo  mosste  auch  ihm  eine  Nachricht  verdächtig  erscheinen, 
die  darauf  hinauslanft,  die  Schuld  daran  Bodelschwingh  aufzu- 
bürden. Man  wird  mir  beipflichten,  wenn  ich  der  Ansicht  Aus- 
druck gebe,  dass  Kaufmann  bei  diesem  Widerspruche  gegen  meine 
Beweisführung  unmethodisch  zu  Werke  gegangen  ist. 

Eine  Reihe  Ton  Einwendungen  erhebt  Eaufinann  gegen 
meine  Ausfährungen  betreffend  das  Verhalten  des  Generals  von 
Prittwitz;  er  bemüht  sich  hier  nach  Möglichkeit,  die  Sjbelsche 
Auffassung  zu  retten.  Gerade  hier  lässt  es  sich  freilich  darthun, 
dass  seine  Kritik  auf  schwachen  Füssen  steht  und  sogar  auf 
groben  Missyerstandnissen  beruht.  Kaufmann  notiert  zunächst 
meine  „Widerlegung'*  von  Onckens  Hypothese,  Prittwitz  habe  dem 
Konige  die  militärische  Lage  ungünstiger  dargestellt,  um  eine 
Art  von  militärischer  Diktatur  zu  politisch-reaktionären  Zwecken 
herau&ubeschwören.  Allerdings  habe  ich  mich  gegen  diese  An- 
sicht Onckens  ausgesprochen,  indem  ich  den  Nachweis  zu  er- 
bringen versuchte,  dass  Prittwitz'  nächstes  und  quellenmässig 
allein  feststellbares  Motiv  darin  bestand,  den  König  zu  be- 
stimmen, behufs  leichterer  Bekämpfung  der  Revolution  mit  der 
Armee  Berlin  zu  verlassen  und  die  Einschliessung  der  Hauptstadt 
zu  gestatten.  Ich  muss  auch  heute  noch  dabei  verharren,  dass 
diese  rein  militärische  Intention  das  einzig  quellenmässig  nach- 
weisbare Motiv  ist,  das  Prittwitz  zu  seiner  pessimistischen 
Schilderung  des  Standes  des  Strassenkampfes  bewog.  Möglich  ist 
es  allerdings,  dass  dabei  auch  politische  Gesichtspunkte  für  Pritt- 
witz und  seine  Gesinnungsgenossen  massgebend  waren,  indem  sie 
ein  möglichst  scharfes  Vorgehen  gegen  die  Stadt  auch  deshalb 
wünschten,  um  jede  Aniuiherung  der  Krone  an  die  populäre  Be- 
w^ung  von  vornherein  zu  vereiteln  und  unmöglich  zu  machen. 
um  nicht  dem  Schicksale  der  ünpopularität  zu  verfallen,  die  ihm 
für  seine  deutschen  Pläne  gefährlich  erschien,  wollte  der  König 
den  Konflikt  mit  seinen  Bürgern,  wenn  es  irgend  anging,  gütlich 
beigelegt,  die  schärfsten  Massregeln  vermieden  sehen.  Für  Pritt- 
witz und  seine  Freunde  existierte  diese  Erwägung  nicht;  sie  miss- 
billigten die  neue  Wendung  der  Politik  des  Königs  nach  der 
liberalen  Seite  hin  und  konnten  sich  wohl  auch  der  Einsicht 
nicht  verschliessen,  dass  eine  Verschärfung  des  Konfliktes 
zwischen  der  Krone  und  der  Hauptstadt  dem  neuen  Kurse  der 
Regierung  henmiend  entgegentreten,  vielleicht  sogar  Einhalt  ge- 


216  Felix  Rachfahl. 

bieten  würde.  So  sprechen  manche  Anzeichen  gewiss  dafür,  daai 
beim  Verhalten  des  Generals  von  Prittwitz  aoch  politische  Rück- 
sichten im  Spiele  waren;  es  fehlt  uns  aber  an  positiven  QueUen* 
Zeugnissen,  um  diese  Vermutung  zur  Gewissheit  zu  erhebend 

Wenngleich  Kaufmann  meine  Abweichung  Ton  Oncken  bil- 
ligt, so  findet  er  doch  das  Motiv  militärischer  Natur,  das  ich 
Prittwitz  unterstelle,  für  noch  bei  weitem  unwahrscheinlicher,  als 
die  Annahme  Onckens.  Auf  eine  Widerlegung  meiner  auf  diesen 
Punkt  bezüglichen  Argumentation  (S.  171  ff.)  lasst  er  sich  jedoch 
nicht  ein,  sondern  er  begnügt  sich  meine  These  damit  abzuthnn, 
dass  er  ihren  Ausgangspunkt  bestreitet ,  dass  nämlich  Prittwiii 
absichtlich  dem  Könige  den  Stand  des  Kampfes  allzu  ungünstig 
geschildert  habe.  Von  einer  eigentlichen  Widerlegung  ist  freilich 
auch  hier  nicht  einmal  die  Rede.  Kaufmann  erklärt  einfach,  ihm 
„scheine  dafür  der  Beweis  nicht  erbracht  Durch  Quellenzeugnisse 
aus  den  verschiedensten  Lagern  habe  ich  (S.  164  bis  167)  dargelegt^ 
dass  das  Gutachten,  das  Prittwitz  in  der  Nacht  vom  18.  zum 
19.  März  dem  Könige  erstattete,  der  thatsächlichen  Lage  der 
Dinge  nicht  entsprach.  Im  Schlosse  war  man  der  Ansicht,  dses 
die  Truppen  vollständig  gesiegt  hätten  ^  und  selbst  der  von  Pritt- 
witz inspirierte  Oberst  v.  Schulz  sagt  in  seiner  Darstellung  der 
Märztage  ausdrücklich,  „man''  (d.  h.  Prittwitz)  sei  nirgends  anf 
wirklich  hartnäckigen  Widerstand  gestossen  und  habe  die  Tapfe^ 
keit  der  Gegner  nicht  eben  hoch  angeschlagen.  Man  würde  nun 
erwarten,  dass  Kaufmann  es  unternehmen  würde,  im  einzelnen 
darzuthun,  dass  die  von  mir  beigebrachten  Zeugnisse  nicht  glaub- 
würdig seien,  oder  dass  in  ihnen  die  vom  Militär  errungenen  Er- 
folge und  die  müitärische  Schwäche  der  Insurgenten  übertrieben 
würden.  Nichts  von  allem  dem;  er  beschränkt  sich  wiederum  da^ 
auf,  zu  dekretieren:  „Was  R.  dafür  (S.  164 — 167)  sagt,  reicht 
durchaus  nicht  hin;  auch  haben  wir  keinen  Grund,  Prittwitz  eine 
so   grobe   Intrigue  zuzutrauen.^'     Es  ist  überflüssig,   darauf  anf- 


^  Vgl.  auch  Deutschland  S.  174  f.,  wo  ich  die  Möglichkeit  der  Elziateni 
politischer  Motive  für  Prittwitz  und  seine  Gesinnungsgenossen  gleichfiüli 
offen  liess. 

'  Vgl.  die  f^Deutechland**  usw.  173  Anm.  1  verzeichnete  Aeussenuig 
des  Grafen  Alvenslehen,  eines  Gesinnungsgenossen  von  Prittwitz,  duich 
dessen  Vermittlung  dieser  letztere  zum  Kommando  unter  Yerdr&ngang 
Pfnels  gelangt  war. 


Zur  Beurteilung  König  Friedrich  Wilhelms  IV.  u .  der  Berl.  Märzrevolution.    217 

merksam  zn  machen^  dass  ein  so  allgemeines  psychologisches 
Argument  nicht  geeignet  ist,  ein  Ergebnis  zu  entkräften,  das  auf 
Grund  eingehender  Prüfung  des  Quellenmaterials  festgestellt 
worden  ist.  Prittwitz  und  seine  Gesinnungsgenossen  betrachteten 
die  Anwesenheit  des  Königs  in  der  Stadt  als  das  grösste  Uebel 
und  seine  Entfernung,  sowie  die  Einschliessung  Berlins  als  die 
richtigste  Methode  zur  Niederwerfung  des  Aufstandes.  In  der 
That  konnten  sich,  falls  sich  der  Strassenkampf  unerwarteterweise 
in  die  Länge  zog  (und  man  konnte  immerhin  mit  dieser  freilich 
■ehr  schwachen  Möglichkeit  rechnen),  die  Chancen  des  Militärs 
Torschlimmem.  Man  braucht  also  noch  nicht  einmal  von  einer 
iggroben  Intrigue"  zu  reden,  wenn  sich  Prittwitz  Mühe  gab,  den 
Konig  aus  Berlin  zu  entfernen,  und  so  steht  die  Sache  auch 
keineswegs,  dass  man  „keinen  Grund''  hätte,  Prittwitz  eine  der- 
ixtige  Handlungsweise  „zuzutrauen''.  Prittwitz  war  ein  heftiger, 
leidenschaftlicher  Mann,  eigenwillig  und  zu  Eigenmächtigkeit  ge- 
neigt, der  in  zorniger  Aufwallung  weder  Grenzen  noch  auch 
Bücksichten  kannte;  seine  Bemühungen,  die  Schuld  zu  verdecken, 
die  ihm  an  der  Katastrophe  des  19.  März  zukommt,  werfen  auf 
■einen  Charakter  kein  günstiges  Licht. 

Dass  Prittwitz  es  ist,  durch  dessen  falsche  Massregeln  der 
Konig  in  die  Gewalt  der  Revolution  geriet  und  die  widerwärtigen 
Szenen  herbeigeführt  wurden,  die  sich  am  Nachmittage  des  19.  März 
im  Schlosshofe  abspielten,  kann  auch  Kaufmann  nicht  in  Abrede 
■teilen;  wenn  er  aber  im  Anschlüsse  an  dieses  Zugeständnis  bemerkt, 
ich  hätte  „Prittwitz  beschuldigt,  dies  gethan  zu  haben,  um  den 
König  zu  zwingen,  Berlin  zu  verlassen",  und  dagegen  einwendet, 
diese  Anklage  gegen  Prittwitz  gehe  „wieder  viel  zu  weit,  und  ich 
■igomentiere  mit  unbegründeten  Vermutungen,"  so  polemisiert 
Kaufmann  gegen  Behauptungen,  die  ich  niemals  angestellt  habe. 
leh  habe  einen  derartigen  Vorwurf  gegen  Prittwitz  nie  aus- 
gesprochen; es  ist  mir  auch  nie  in  den  Sinn  gekommen,  eine 
■olch  ungeheuerliche  Anklage  gegen  Prittwitz  zu  erheben,  für  die 
■ich  nicht  der  geringste  Anhaltspunkt  bietet.  Die  Auseinander- 
■etzongen  auf  S.  248  meines  Buches,  auf  die  sich  Kaufmann  hier 
kruft,  beziehen  sich  nicht  auf  diejenigen  Handlungen  des  Generals 
Ton  Prittwitz,  die  den  König  in  die  Gewalt  der  Insurgenten 
gaben,  sondern  auf  die  „Erlaubnis",  Berlin  zu  verlassen,  die  er  am 
80.  März  den  Regimentskommandeuren  erteilte.    Es  beweist  dieeer 


218  ^'olix  Rachfahl. 

Passus  in  seiner  Rezension  eben  nur  von  neuem,  wie  wenig  genau 
Kaufinann  mein  Buch  gelesen  hat. 

Zwar  nicht  zur  „Stütze^^  der  von  mir  niemals  ausge- 
sprochenen Beschuldigung,  Prittwitz  habe  den  Konig  absichtlieh 
den  Insurgenten  preisgegeben,  um  ihn  zur  Abreise  aus  Berlin  zu 
nötigen,  wohl  aber  als  Ausgangspunkt  für  meine  AufiFassung  des 
Verhaltens  von  Prittwitz  habe  ich  eine  Aeusserung  G^rlachs  aus 
dem  Jahre  1852  (I,  729)  herangezogen,  auf  die  Qncken  zuerst 
aufmerksam  gemacht  hat.  Des  besseren  Verständnisses  halber 
will  ich  diese  Aeusserung  hier  einfügen;  sie  lautet: 

„Wenn   ich    auch   sehr  betrübt  bin  über  die  Stimmung  des 
Königs,  so  befestigt  mich  in  meiner  Unterwerfung  doch  die  klare 
Anschauung,  dass  Prittwitz  und  Brandenburg  durch   ihre  innen 
und  daher  auch  äussere  Opposition  gegen  die  Person  des  Königi 
nicht  allein  innerlich  in  Sünde,  sondern  auch  äusserlich  in  grobe 
Fehler  gefallen  sind.     Prittwitz  hätte  den  Skandal  des  19.  Man, 
den  er  jetzt  stark  mitverschuldet  hat,  ohne  diese  Opposition  Ton 
uns  abgewandt;  er  hatte  hinreichende  Eigenschaften  hierzu:  Auf 
dieser  Opposition   sprach   er   von  Mangel   an  Truppen,    7on  der 
Möglichkeit,  die  Stadt  verlassen  zu  müssen;  aus  derselben  Oppo- 
sition gehorchte  er  Bodelschwingh,  liess  die  Truppen  sich  unter 
der  Hand   verkrümeln,   schickte   die   auswärtigen    Truppen  nach 
ihren  Kantonnements   und   gab   den  anderen  die  Erlaubnis  nach 
den  Umständen  ebenfalls  fortzugehen.^ 

Kaufmaim  greift  die  Beweiskraft  dieser  Stelle  an.  Er  m^t, 
sie  sei  „zu  allgemein  und  femer  eine  Reflektion  aus  dem  Jakre 
1852,  also  ein  Produkt  der  mannigfaltigen  Einflüsse  von  yo^ 
würfen  und  Entschuldigungen,  die  unter  den  beteiligten  Kreises 
über  diesen  Abmarsch  gewechselt  waren.  Wäre  sie  aber  aach 
älter,  gelänge  es  aus  den  Märztagen  selbst  eine  ähnliche  Be- 
schuldigung nachzuweisen,  so  würde  es  ein  Akt  der  Willkftr 
bleiben,  wollte  man  sie  nun  ohne  weiteres  zum  Eckstein  to 
Kritik  machen.  Mit  gleichem  Recht  könnte  man  sie  zu  dem 
S^latsch  werfen,  dem  wir  so  manche  sicher  auftretende  Nachricht 
zuweisen  müssen.^' 

In  allen  seinen  Punkten  lässt  sich  dieses  Raisonnement 
widerlegen.  Die  Aeusserung  Gerlachs  ist  zimächst  durchanfl 
nicht  „zu  allgemein.^'  Sie  spricht  Beschuldigungen  gegen  Pritt- 
witz   in    ganz    genau     bezeichneten    Punkten    aus,     und    iwv 


Zur  Beorteilang  König  Friedrich  Wilhelms  IV.  u.  der  Berl.  Märzrevolution.    219 

handelt  es  sich  dabei  um  B^ebenheiten,  deren  Thatsächlicfakeit 
ansaer  Zweifel  steht:  Prittwitz  sprach  vom  Mangel  an  Truppen 
und  Yon  der  Möglichkeit,  die  Stadt  verlassen  zu  müssen;  er  hat 
den  durch  Bodelschwingh  erhaltenen  Befehl,  nachdem  er  zuerst 
entgegengesetzte  Ordres  erlassen  hatte,  schliesslich  vollzogen;  er 
liess  die  Truppen  „sich  unter  der  Hand  verkrümeln/^  sodass  dann 
das  Schloss  nicht  mehr  verteidigungsfähig  und  der  Monarch  den 
Insulten  des  Pöbels  blossgestellt  ward :  er  schickte  die  auswärtigen 
Truppen  noch  am  19.  März  nach  ihren  Kantonnements  und  gab 
am  folgenden  Tage  den  ihm  aus  dem  Schlosse  zugegangenen 
Weisungen  zum  Trotze  den  übrigen  Truppen  die  ,,Erlaubnis'', 
nach  den  Umständen  gleichfalls  wegzugehen.  Alle  diese  Fakta 
sind  über  jede  Anfechtung  erhaben;  es  ist  schlechterdings  nicht 
zu  bereifen,  wie  man  gerade  diese  Angaben  Gerlachs  „zu  all- 
gemein^ nennen  kann;  sie  sind  doch  wahrlich  zur  Genüge  spezi- 
fiziert. Wenn  sie  nun  auch  aus  dem  Jahre  1852  stammen,  so 
handelt  es  sich  doch  bei  ihnen  keineswegs  um  eine  blosse  „Re- 
flektion^,  sondern  sie  sind,  wenngleich  in  kurz  gedrängter,  aber 
um  so  wuchtiger  wirkender  Fassung  vorgetragen,  so  positiver 
Natur  und  so  substantiiert,  wie  man  nur  irgendwie  wünschen 
mochte.  Sie  sind  auch  kein  „Produkt^'  des  Hin-  und  Herredens 
in  den  beteiligten  Kreisen  über  die  Märzrevolution,  sondern  tragen 
den  Stempel  vollkommenster  Orientierung  und  absoluter  üeber- 
zeugung  des  Gewährsmannes  von  ihrer  Richtigkeit;  reiflich  war 
dieser  mit  seinem  Gewissen  zu  Rate  gegangen,  bis  er  endlich  zu 
,yklarer  Anschauung^'  gelangt  war. 

Wir  dürfen  eine  Nachricht  zum  „Klatsche^  nur  dann  werfen, 
wenn  ihr  Autor  entweder  eine  unglaubwürdige  oder  scharfer 
Beobachtung  unfähige  Person  ist,  wenn  es  sich  zeigen  lässt, 
dass  er  den  Ereignissen  allzufem  steht,  als  dass  er  etwas 
Sicheres  wissen  könnte,  dass  er  die  Wahrheit  nicht  sagen 
konnte,  durfte  oder  wollte,  wenn  die  Mitteilung  selbst  äussere 
oder  innere  Kriterien  der  Unwahrscheinlichkeit,  ja  sogar  der 
Unmöglichkeit  in  sich  trägt.  Keine  dieser  Voraussetzungen 
trifft  für  Gerlach  und  seine  Angabe  zu;  unsere  ganze  historische 
Methode  wäre  keinen  Heller  wert,  wenn  wir  hier  Gerlach  nicht 
Glauben  schenken  dürften.  Wenn  wir  weiterhin  erwägen,  dass 
Gerlach  im  März  1848  selbst  zu  den  Gesinnungsgenossen  von 
Prittwitz  gehörte,  dass  er  damals  dessen  Handlungsweise  bis  zu 


220  Felix  Räch  fahl. 

einem    gewissen  Grade    billigte  und  teil  daran  hatte,    so  werden 
wir  die  Unbefangenheit  und  Gerechtigkeit  seines  späteren  urteilt 
über  Prittwitz  um  so  höher  anschlagen  müssen.     Der  eigentliche 
Reiz  der  Aufzeichnungen  Gerlachs  besteht  in  ihrer  Intimität,  in 
der   Abwesenheit  jeder  Pose,    in   ihrer  rücksichtslosen   Offenheit 
und  Wahrhaftigkeit.     Als  Gerlach  1852   die  Stelle  niederachrieb, 
die  uns  hier  beschäftigt,  bestanden   kirchenpolitische  Differenzen 
zwischen   ihm   und  dem  Könige.     Es   kostete   ihm  keine  geringe 
Selbstüberwindung,  seine  Meinung  der  des  Königs  unterzuordnen; 
da  führte  er  sich  selbst  an  dem   Beispiele  Ton  Prittwitz  zu  Ge- 
müte,  wohin  er  gelangen  könnte,  wenn  er  seine  Opposition  gegen 
den  König  nicht  von  innen  heraus  überwinde:  innerlich  in  Sünde 
und  äusserlich   zu   groben  Fehlem.     Sich  selbst  zum  warnenden 
Exempel  frischte  er  das  Gedächtnis  an  die  Fronde  seines  Freundes 
Prittwitz  auf,  auf  dessen  Seite  er  damals  gestanden  hatte.    Wo  ei 
sich  um  eine  so  ernste  Gewissensfrage  für  ihn  handelte,  sollte  er 
fälschlich     oder     leichtfertig ,     ohne     sich     einer    Yollkommenen 
Kenntnis  der  Sachlage  bewusst  zu  sein,  ein  so  schwerwiegendes 
Urteil  über  den  dereinstigen  Gesinnungsgenossen  gefällt  habra? 
Mochten   andere   Leute  für  ^^Klatsch^'  empfänglich  sein.   Gerlach 
war  es   sicher  nicht;  er  brauchte  es  auch  nicht:   denn  alle  jene 
Szenen  hatten  sich  vor  seinen  Augen  abgespielt;  er  war  von  den 
geheimsten  Intentionen  sowohl  des  Königs  wie  auch  jener  Rich- 
tung in  den  Kreisen  der  hohen  Militärs  unterrichtet,  zu  der  Pritt- 
witz imd  er  selber  gehörten.     Er  brauchte  bei  seinen  Informa- 
tionen und  bei  der  geistigen  Selbständigkeit ,  die  ihm  unzweifel- 
haffc   zu    eigen    war,   den    von  Kaufmann  bezeichneten   „mannig- 
faltigen Einflüssen  von  Vorwürfen  und  Entschuldigungen'^  durch- 
aus nicht  zu  unterliegen,  und  dass  selbst  der  Zeitraum  von  vier 
Jahren y    der    seit    den  Ereignissen  yerflossen  war,  (xerlachs  Ge- 
dächtnis nicht  getrübt  hatte,   das  beweist  der  Umstand,   dass  er 
sich  aller  Einzelheiten,  in  denen  die  Opposition  des  Generals  Ton 
Prittwitz  am  18.  und  19.  März  zum  Ausdrucke  gelangt  war,  aaf 
das   genaueste   erinnerte.      Bei   vorurteilsloser   und    sachkundiger 
Betrachtung  des  Quellenmaterials  wird  man  sich  der  Erkeuntus 
nicht  yerschliessen  können,  dass  die  Aeusserung  Gerlachs  in  allen 
ihren  Bestandteilen   dem   Thatbestande   durchaus  entspricht,  und 
dass    auch   das  Motiy  zutrifft,  das   Gerlach  Prittwitz  zuschreibt; 
die  Art   und  Weise   aber,   wie  Kaufinann  mit  den  Quellen  am- 


Zur  Beorteilong  König  Friedrich  Wilhelms  lY .  u.  der  Berl.  Märzrevoliition.    22 1 

springt^  ist  vom  Standpunkte  methodischer  Forschung  aus  schwer- 
lich zu  billigen. 

Zum  Schlüsse  auch  dieses  Abschnittes  müssen  wir  auf  die 
Beurteilung  König  Friedrich  Wilhelms  IV.  zurückkommen,  und 
zwar  hier  in  Bezug  auf  seine  persönliche  Haltung  an  den  Tagen 
des  18.  und  19.  März.  Abermals  dekretiert  hier  Kaufmann:  ^^die 
Kritik,  die  R.  an  den  Zeitgenossen  Roons  und  anderer  übt, 
welche  den  König  in  grosser  Aufregung  und  Fassungslosigkeit 
zeigen,  gehört  zu  den  schwachen  Stellen  seiner  Arbeit'^  Es  kann 
sich  dabei  nur  um  meine  Ausführungen  S.  145  bis  152,  sowie 
S.  236  Anm.  2  handeln,  die  Kaufmann  beanstandet.  Ich  hatte 
dort  die  Perthesschen  Aufzeichnungen,  deren  Urheber  Roon  u.  a. 
sind,  auf  ihre  Stichhaltigkeit  hin  geprüft  und  die  darin  ent- 
haltenen Mitteilungen  über  des  Königs  vollständige  Rat-  und 
Hülflosigkeit,  über  seine  erbärmliche  und  charakterlose  Haltimg, 
dass  er  aus  memmenhafter  Verzagtheit  in  den  Gang  des  Kampfes 
störend  eingegriffen  habe  u.  s.  w.,  in  das  Reich  des  Klatsches  ver- 
wiesen. Wenn  Kaufmann  gerade  diese  Partieen  zu  den  „schwachen 
Stellen  meiner  Arbeit'^  rechnet,  so  darf  ich  darauf  hinweisen,  dass 
es  Kritiker  giebt,  die  hier  meine  Argumentation  als  einleuchtend 
anerkannt  haben.  Uebrigens  habe  ich  mich  nur  gegen  die  an- 
gedeuteten Uebertreibungen  der  Legende  gewandt,  die  den 
schlimmen  Ausgang  der  Märzrevolution  der  persönlichen  Schwäche 
des  Monarchen  zuschieben  und  der  politischen  Natur  seiner  Be- 
w^gründe  nicht  gerecht  werden.  Niemals  habe  ich  geleugnet, 
dass  des  Königs  sowohl  politisches  wie  auch  persönliches  Ver- 
halten in  den  kritischen  Märztagen  keineswegs  einwandsfrei  war. 
Ich  habe  selbst  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  der  Befehl  zum 
bedingungslosen  Abmärsche  der  Truppen  aus  den  Stellungen  vor 
den  Barrikaden  höchst  wahrscheinlich  des  Königs  eigenstes  Werk 
war,  „entsprungen  aus  nervöser  Gereiztheit  und  momentanem 
Mangel  an  Ueberlegung^^  Auf  die  Halbheit  und  die  Inkonsequenz 
der  deutschen  Politik  Friedrich  Wilhelms  IV.  in  jenen  Tagen 
haben  wir  bereits  oben  hingewiesen;  dazu  kam  noch  ein  anderes: 
um  für  die  populäre  Bewegung  bündnisfähig  zu  werden,  musste 
man  den  Sprung  in  das  Lager  des  Konstitutionalismus  wagen; 
Friedrich  Wilhelm  that  das  nicht,  ohne  ein  gewisses  Widerstreben 
im  Grunde  des  Herzens  zu  fühlen.  Wenn  der  König  eben 
damals    so    gedrückt   und   bekümmert  aussah,    so  war   das  ohne 


222  Felix  Bachfahl. 

Zweifel  die  Wirkung  des  inneren  Widerstreites,  der  sich  in  seiner 
Seele  zwischen  seinem  deutschen  Ehrgeize  und  seinem  Abschea 
vor  der  Revolution,  sowie  vor  dem  KonstitutionalismuB  abspielt«^ 
von  welch  beiden  er  die  erstere  als  Bundesgenossin  benutzen,  den 
zweiten  als  das  neue  Ghiindgesetz   seines  Staatswesens  annehmen 
musste,  und  gewiss  um  nichts  leichter  wurde  ihm  der  Entschlusi 
zum  Bruche  der  soeben  erst  abgeschlossenen  Wiener  Eonyentioii 
vom  10.  März.    Indem  er  sein  Abkommen  mit  der  populären  Be- 
wegung  schloss,   wollte   er  sich  doch  weder  von  ihr  allzu  weit 
fortreissen  lassen,  noch  auch  die  altpreussisch  gesinnten  Elemente 
sich  allzusehr  entfremden.     Es  war  sein  Bestreben,  die  Steliong 
der  Krone    über  den  Parteien  zu  behaupten,   und  so  machte  er 
Konzessionen  nach  hüben  und  drüben,  die  sich  gegenseitig  per»- 
lysierten    und    am    Scheitern    seines    Unternehmens    nicht    ohne 
Schuld   waren.     Dahin   gehört   es,   wenn  er  einem  entschiedenen 
Gegner  der  neuen  Tendenzen,  dem  Grafen  Alvensleben,  die  Nadi- 
folge   Bodelschwinghs   anbot.     An   sich   war  es  ja  ganz  löblich, 
wenn   er  darnach  trachtete,   auf  diese  Art  und  Weise  der  foit- 
schreitenden  Bewegung    ein   Gegengewicht    zu   bieten;    zuniclut 
aber   kam   es  doch  darauf  an,  erst  die  konstitutionellen  Einrich- 
tungen zu  schaffen,  deren  Einführung  sich  als  notwendig  zeigte,  nnd 
dazu  war  ein  Mann  von  der  Richtung  Alvenslebens  unbrauchbar, 
wenngleich  dieser  später,   wenn  sie  erst  einmal  bestanden,  sehr 
wohl  als  leitender  Minister  am  Platze  sein  konnte.    Auf  demselbeD 
Blatte   steht,   worauf  Delbrück   mit   vollem   Rechte   aufinerkssm 
gemacht   hat^,   die  Ersetzung  Pfiiels   im  Truppenkommando  anf 
Vorschlag  desselben  Alyenslebens  durch  Prittwitz.     Durch  diesen 
Wechsel  im  Oberbefehle  ist  im  letzten  Grunde  der   ui^lficUicIie 
Ausgang    des    Kampfes    gegen    die    Berliner   Erhebung    bewiritt 
worden,   und  daran  fällt  die  Schuld  dem  Könige    zu.     Prittwiti 
wird  dadurch  allerdings  in  dem,  was  er  verfehlt  hat,  durchaus 
nicht  entlastet;   der  König  konnte  sich  auch,   wie  anzuerkennen 
ist,  von  einem  preussischen  Generale  dessen  nicht  versehen,  daie 
er  seine  Intentionen  in  solch  unbotmässiger  Weise  kreuzen  und 
zu  nichte    machen    würde.     Immerhin  ist  es  für   die   Autoritil> 
die  der  König  in  seiner   nächsten  Umgebung    besass,    charakte- 
ristisch, dass  ein  General  unter  Rückhalt  bei  des  Königs  eigenem 


*  PreuBB.  Jahrbb.  Bd.  107. 


Zur  Benrteüung  König  Friedrich  Wilhelms  lY .  u.  der  Berl.  M&nreToiution.    223 

Bruder  ein  derartiges  Spiel  wagte.  Irgend  ein  zwingender  Grund 
f&r  die  Entfernung  Pfuels  Tom  Kommando  li^  nicht  vor;  der 
Konig  hatte  vielmehr  alles  daran  setzen  müssen,  einen  Mann  in 
dieser  verantwortungSTollen  Stellung  zu  halten,  der  bisher  seine 
An^be,  das  Schloss  und  die  Person  des  Monarchen  zu  bewachen, 
taktvoll  und  erfolgreich  durchgefOhrt  hatte,  ohne  irgendwelche 
tadelnswerte  Schwäche  und  Nachgiebigkeit  zu  zeigen.  Aber  Pfüel 
war  dem  Kreise  des  Prinzen  von  Preussen  nicht  schneidig  genug 
und  als  Liberaler  verdächtig;  dass  der  König,  von  dieser  Seite 
gedrangt,  Pfuel  fallen  liess  und  Prittwitz  mit  seiner  Nachfolge 
betraute,  war  einmal  eine  unmotivierte  Nachgiebigkeit  und  gerade 
in  diesem  Momente  doppelt  gefährlich,  da  alles  davon  abhing, 
dass  des  Königs  Politik  durch  eine  verständnisvolle  Mitwirkung 
seitens  der  militärischen  Oberleitung  sekundiert  würde.  Man 
sieht:  wie  hinsichtlich  der  deutschen  Politik  Friedrich  Wilhelms  lY., 
so  bin  ich  auch  in  der  Frage  seines  Verhaltens  am  18,  und 
19.  März  weit  davon  entfernt,  als  Apologet  des  Königs  auf- 
zutreten; nur  ist  die  Schuldfrage  auch  hier  eine  viel  tiefere  und 
kompliziertere,  als  sie  in  der  traditionellen  Auffassung  mit  ihren 
grotesken  Uebertreibungen  erscheint,  und  der  Versuch  Kaufmanns, 
diese  gegen  meine  Kritik  zu  retten,  ist  als  entschieden  missglückt 
zu  bezeichnen.^ 


^  Auch  Kaufmann  muss  trotz  seines  Widerspruchs  gegen  meine  £[ritik 
der  Perthesschen  Mitteilungen  schliesslich  zugeben,  dass  der  König  „äusser- 
lich  die  Haltung  bewahrte  und  manche  G^ch&fte  ruhig  besorgte'*;  d.  h.  er 
erkennt  indirekt  die  Berechtigung  meiner  £[ritik  an.  Er  meint  freilich, 
wir  wfissten  (gegenüber  meiner  Behauptung,  der  König  habe  am  19.  die 
wichtigsten  Begierungsgeschäfte,  wie  die  Bildung  eines  neuen  Ministeriums 
in  stundenlanger  Beratung  erledigt)  „von  seiner  Th&tigkeit  hierbei  nichts 
weiter,  als  dass  er  die  Yorschlftge  Arnims  genehmigte*^  Der  Genehmigung 
der  Yorschlftge  Arnims  ging  jedoch  eine  Konferenz  von  der  Dauer  von 
c.  ly.  Stunden  vorauf,  in  der  Arnim  seinen  Vortrag  hielt.  Wenn  ein 
Regent  den  Vortrag  seines  leitenden  Ministers,  und  zwar  in  der  Frage  der 
Kabinetsbildung,  anhört,  so  erledigt  er  doch  gewiss  Regierungsgeschäfte. 
Dafls  Friedrich  Wilhelm  IV.  um  Mittemacht  des  18.  und  19.  März  den  Vor- 
trag von  Prittwitz  entgegennahm,  ohne  sich  auf  die  Vorschläge  des  Generals 
(nämlich  Berlin  zu  verlassen)  zu  äussern,  beweist  doch  gleichfalls  nichts 
gegen  unsere  Kritik  der  Boonschen  „Zeugnisse**.  Ausdrücklich  wird  in 
Prittwitz*  eigenem  Berichte  (bei  Nobiling)  erwähnt,  dass  ihn  der  Monarch 
in  überaus  freundlicher  tmd  gnädiger  Weise  entliess ;  das  spricht  doch  nicht 
gerade  für  die  absolute  Verzweiflung  und  die  jämmerlichen  Thiftnenergüsse, 


224  Felix  Rachfkhl. 

Auf  der  ganzen  Linie  habe  ich  somit  den  Angriff  Eaufmaniu 
zurückgewiesen.  Er  erörtert  nicht,  wie  ich  zeigte,  meine  Auf- 
fassung im  Zusammenhange,  sondern  er  greift  eine  Reihe  Ton 
Punkten  heraus,  indem  er  das  Ganze  als  solches  unberücksichtigt 
lässt.  Viele  seiner  Einwendungen  sind  wenig  substantiiert;  wo 
er  auf  das  Nähere  eingeht,  sind  sie  nicht  haltbar,  und  er  ist 
jedenfalls  nicht  imstande  gewesen,  meine  Oesamtaufhssung  oder 
meine  Beweisführung  im  einzelnen  umzustossen.  Es  wäre  thörichiy 
wenn  ich  der  Ansicht  wäre,  dass  meine  Schrift  keinerlei  Angrifi- 
punkte  bietet.  Sie  ist  im  wesentlichen  nicht  Darstellung,  Bondera 
Untersuchung;  sie  will  die  bisherige  Auf&ssung,  sowie  eine  Beilie 
von  Quellenzeugnissen  prüfen,  die  man  bisher  unbeanstandet  gdten 
Hess.  Indem  sie  daher  hauptsächlich  negativ-kritisch  zu  Werke 
geht,  mag  es  der  Fall  sein,  dass,  um  mich  dieses  Ausdmckei 
einmal  zu  bedienen,  bei  der  BeurteUung  des  Königs  und  seiner 


die  dem  Könige  von  Roon  u.  a.  gerade  für  diese  Nacht  zugeschrieboB 
werden.  Dass  der  König  dem  Generale  auf  seine  Yorschl&ge  keinen  B^ 
scheid  erteilte  und  ihn  von  seiner  Absicht,  eine  Proklamation  an  die  Beriiner 
Bürgerschaft  zu  erlassen,  nicht  in  Kenntnis  setzte,  geschah  wohl  eben  daher, 
dass  er  bereits  mit  seinem  Entschlüsse  im  Reinen  war  und  jede  Diskunoo 
darüber  als  unnütz  und  zwecklos  vermeiden  wollte.  Ein  „willkürlicher 
Eingriff^^  in  die  Wirkungssphäre  des  Kommandierenden  ist  darin  nicht  fo 
erblicken;  auch  stand  die  Proklamation  durchaus  nicht  im  Widerspräche 
mit  dem  Befehle,  den  der  König  Prittwitz  erteilte,  einen  bestimmten  Bayon 
der  innern  Stadt  zu  halten  und  darüber  hinaus  keine  Eroberungen  zu  Ter- 
suchen.  Wie  Prittwitz  in  der  Ausführung  der  militärischen  Massregehi, 
die  zur  Vollziehung  dieser  Weisung  erforderlich  waren,  irgendwie  aus  des 
Erlasse  der  Proklamation  Schwierigkeiten  erwachsen  konnten,  ist  nidit 
einzusehen.  Eine  Kritik  der  Proklamation  durch  den  Oeneral  anter  den 
Verwände,  dass  er  dadurch  in  seinen  militärischen  Operationen  gehenunt 
würde,  war  eben  bereits  eine  Auflehnung  gegen  die  Entschliessungen  dei 
Monarchen,  und  es  begann  damit  die  Auflösung  der  Ordnung.  —  Et  sei 
bei  dieser  Gelegenheit  erwähnt,  da€s  ich  die  Nobilingschen  Exzerpte  aoi 
dem  Prittwitzschen  Buche  aus  ihrer  Anführung  bei  Sybel  (Yortrilge  und 
Abh.  S.  245)  kenne.  Eine  Heranziehung  ungedruckten  Materials  lag  nicht 
in  meiner  Absicht,  da  ich  das  gedruckt  vorliegende  Material  für  am- 
reichend  erachtete,  um  bei  methodischer  Forschung  zu  neuen  und  iradit- 
baren  Ergebnissen  zu  gelangen.  Niemand  wird  leugnen  wollen,  dass  flidi 
auch  auf  Grund  der  bekaimten  Quellen  Fortschritte  in  der  Behandlung 
eines  Problems  erzielen  lassen.  Hinsichtlich  der  Nobilingschen  Exzerpte 
habe  ich  übrigens  zu  einem  Forscher,  wie  Sybel,  das  Vertrauen,  dass  er 
das  Wichtigste  erkannt  und  mitgeteilt  hat. 


Zur  Beurteilung  König  Friedrich  Wilhelms  IV.  u.  der  Berl.  Märzrevolntion.    225 

Politik  die  entlastenden  Gesichtspunkte  yielleicht  schärfer  hervor- 
treten^ als  es  eigentlich  in  meiner  Absicht  gelegen  hat.  Aber 
anch  die  entgegengesetzten  Momente  sind  in  meiner  Schrift  zum 
Ausdrucke  gelangt-,  um  keinen  Zweifel  über  meine  wahre  Auf- 
fassung bestehen  zu  lassen  ^  habe  ich  sie  hier  noch  einmal  zum 
Schlüsse  der  beiden  Abschnitte,  in  die  meine  Erörterungen  zer- 
fallen,  scharf  und  bestimmt  zusammengefasst.  Es  ist  weiterhin 
zu  erwägen,  dass  das  Material  nicht  überall  so  lückenlos  vorliegt, 
dass  man  der  ergänzenden  Hypothesen  entbehren  könnte,  und 
wenn  die  Quellen  verschiedener  Auslegung  fähig  sind,  können 
Meinungsverschiedenheiten  entstehen,  in  denen  Irrtümer  oder  Fehl- 
griffe leicht  möglich  sind.  Durch  Kaufmanns  Besprechung  bin  ich 
freilich  auf  solche  nicht  aufmerksam  gemacht  worden;  ich  finde 
überhaupt  nicht,  dass  sie  zur  Klärung  und  Förderung  der  Frage 
beigetragen  hat.  Gevnss  bedarf,  um  mit  Kaufmann  zu  sprechen, 
„gerade  das  19.  Jahrhundert  der  Arbeiter".  Aber  gerade  bei  der 
Arbeit  über  das  19.  Jahrhundert  muss  man  es  vermeiden,  immer 
wieder  die  alten  Pfade  zu  wandeln  und  zu  Dogmen  gewordene 
Ansichten  zu  reproduzieren;  es  gilt  hier  vielmehr,  sich  von 
politischen  und  anderen  Traditionen  zu  befreien,  vorurteilslos  und 
methodisch  die  Quellen  prüfend,  nach  unbefangener,  rein  histo- 
rischer Auffassung  zu  streben. 

Nachschrift  zu  S.  217. 

In  den  vorstehenden  Ausführungen  habe  ich  des  Umstandes 
gedacht,  dass  Kaufmann  mir  fälschlich  die  Behauptung  unterstellt, 
Prittwitz  habe  den  König  am  19.  März  absichtlich  in  die  Hände 
der  Revolution  gegeben,  um  ihn  zur  Abreise  aus  Berlin  zu  zwingen. 
Ich  hatte  inzwischen  diesen  Irrtum  der  Kaufmännischen  Besprechung 
zum  Gegenstande  einer  sachlichen  Berichtigung  in  Nr.  12  des 
Litterarischen  Centralblattes  vom  22.  März  gemacht.  Kaufinann 
hat  dieser  Richtigstellung  noch  in  derselben  Nummer  eine  Er- 
widerung folgen  lassen,  die  ich  hier  wiedergeben  und  analysieren 
vrill.  Die  Erklärung  Kaufmanns  beginnt  mit  einem  Zitate  aus 
meiner  Schrift;,  das  wohl  als  Beleg  dafür  dienen  soll,  dass  ich  die 
eben  gekennzeichnete  Behauptung  in  der  That  ausgesprochen  habe, 
und  lautet  folgendermassen: 

>S.  248  [sc.  meines  Buches]  „was  war  es  denn,  was  Prittwitz 
erreichen   wollte,  indem  er  die  Stadt  vom  Militär  gänzlich  ent- 

Hiitor.  TierteUfthnchrift.  190S.  t.  16 


226  Felix  lUchfahl. 

blösste?  Nichts  anderes  als  das,  was  Prittwitz  schon  durch  die 
pessimistische  Färbung  seines  Ghitachtens  zu  bewirken  gehofft 
hatte,  die  Abreise  des  Königs/^ 

Also:  Prittwitz  ist  nach  Rachfahl  durch  diese  Tendenz  be- 
stimmt worden,  den  Rückzugsbefehl  des  Königs  in  einer  Weise 
auszuführen,  die  den  König  schliesslich  in  die  Oewalt  der  Re- 
volution gab.  Wenn  R.  die  Befehle  des  Generals,  welche  am  19. 
das  Schloss  preisgaben,  S.  231,  aus  Grimm  „über  dee  Königs 
ganzes  Verhalten'^  herleitet,  oder  S.  239  aus  Opposition  gegen 
den  König,  dagegen  die  vorhergehende  pessimistische  Färbung 
seines  Berichtes,  sowie  die  folgenden  Befehle  aus  jener  Tendenz: 
so  sind  das  Spaltungen  der  Motive,  die  weder  hinreichend  be- 
gründet, noch  hinreichend  erheblich  sind,  um  sie  in  meiner  Be- 
zension  besonders  hervorzuheben.  Ich  trage  dies  indessen  gern 
nach;  aber  haben  die  Befehle  vom  20.  März  nicht  dazu  beige- 
tragen, den  König  in  die  Gewalt  der  Revolution  zu  geben?« 

Jedermann,  der  die  von  Kaufmann  selbst  zitierten  Sätze  auf 
S.  248  meiner  Schrift  mit  einiger  Aufmerksamkeit  liest,  wird 
daraus  entnehmen,  dass  ich  dem  Generale  v.  Prittwitz  in  zwei 
bestimmten  Fällen  das  Motiv  zuschreibe,  den  König  zum  Verlassen 
der  Stadt  bewegen  zu  woUen,  nämlich  bei  seinem  Gutachten,  das 
er  um  Mittemacht  des  18./19.  März  über  den  Stand  des  Kampfee 
abgab  und  am  Morgen  des  19.  wiederholte,  sowie  bei  der  von 
ihm  am  20.  den  Truppen  zum  Ausmarsche  aus  Berlin  erteilten 
Erlaubnis.  Von  denjenigen  Massregeln,  durch  die  Prittwitz  am 
die  Mittagszeit  des  19.  das  Schloss  in  die  Hände  der  Insurgenten 
fallen  liess^,  habe  ich  auf  S.  248  meiner  Schrift,  wie  aus  dem 

*  Diese  MassregelB  beziehen  sich,  um  das  hier  kurz  zu  wiederiiolen, 
auf  die  Art  und  Weise,  wie  Prittwitz  den  Befehl  ausführte,  dass  die  Truppen 
die  Strassen  und  Plätze  der  Stadt  zu  verlassen  hätten,  indem  er  nämlich 
die  dabei  zugleich  erteilte  Anordnung  übersah  und  nicht  vollzog,  dass  dis 
Schloss  und  die  benachbarten  Paläste  und  öffentlichen  Gebäude  mit  ge- 
nügender Besatzung  zu  yersehen  seien.  Das  vrar  ein  Akt  des  UngehonamB, 
zu  dem  Prittwitz  dadurch  geführt  wurde,  dass  er  in  seinem  Grimme  über 
des  Königs  ganzes  Verhalten  und  in  der  oppositionellen  Stimmung,  die  ihn 
durchdrang,  den  Befehlen  des  Königs  nicht  mehr  die  gebührende  Aufineri[- 
samkeit  und  Beachtung  schenkte.  Er  hat  auch  nicht  den  geringsten  Ver- 
such gemacht,  dem  Befehle  des  Königs  betr.  die  Besetzmig  des  Schlosses 
u.  s.  w.  nachzukommen;  von  dieser  Schuld  vermag  ihn  nichts  zu  reinigen. 
Ygl.  meine  Ausführungen  in  „Deutschland  u.  s.  w."  S.  263  f. 


Zar  Beorteilimg  König  Friedrich  Wilhelms  IV.  u.  der  Berl.  MärzreTolution.    227 

Ton  Kaufoiann  angefahrten  Passus  zu  ersehen  ist,  überhaupt  nicht 
gesprochen.  Trotzdem  liest  Kaufmann  (wie  das  Wörtchen  ^^also'^ 
zeigt^  mit  dem  er  seine  Entgegnung  beginnt)  aus  eben  diesem 
Passus^  den  er  selbst  wiedergiebt,  von  neuem  heraus,  dass  ich 
gerade  hier,  d.  h.  in  dem  zitierten  Passus,  die  Behauptung  aus- 
gesprochen habe,  Prittwitz  habe  den  König  in  die  Hände  der 
Berolution  fiedlen  lassen,  um  ihn  zur  Abreise  aus  Berlin  zu  zwingen. 
Ich  habe  dagegen  protestiert,  an  der  bezeichneten  Stelle  eine 
derartige  Anschuldigung  gegen  Prittwitz  erhoben  zu  haben; 
Kaufmann  antwortet  auf  diesen  Protest,  indem  er  eben  jene  Sätze 
abdruckt,  die  diese  Anklage  seiner  Ansicht  nach  enthalten  sollen, 
aber  in  Wirklichkeit  gar  nicht  enthalten,  und  bleibt  doch  dabei, 
dass  darin  die  von  mir  abgeleugnete  Behauptung  Torkommeü 

Im  Grunde  genommen  giebt  aber  Kaufmann  selbst  zu,  dass  ich 
in  jenem  Passus  auf  S.  248  meiner  Schritt  die  Tendenz  des  Generals, 
den  König  zur  Abreise  aus  Berlin  zu  bestimmen,  durchaus  nicht 
oof  diejenigen  seiner  Handlimgen  beziehe,  die  dazu  beitrugen,  den 
König  am  Nachmittag  des  19.  in  die  Gewalt  der  Insurgenten  zu 
bringen.  Fahrt  er  doch  fort:  „Wenn  R.  die  Befehle  des  Generals, 
welche  am  19.  das  Schloss  preisgaben,  S.  231  aus  Grimm  „über 
des  Königs  Verhalten^  herleitet,  oder  S.  239  aus  Opposition  gegen 
den  König,  dagegen  die  vorhergehende  pessimistische  Färbung 
seines  Berichtes,  sowie  die  folgenden  Befehle  [sc.  vom  20.  März| 
aus  jener  Tendenz:  so  sind  das  Spaltungen  der  Motive,  die  weder 
hinreichend  begründet  noch  hinreichend  erheblich  sind,  um  sie  in 
meiner  Rezension  besonders  hervorzuheben.^'  Er  giebt  also  hier 
zu,  dass  ich  die  Motive,  die  Prittwitz  bei  der  pessimistischen 
Färbung  seines  Gutachtens  und  bei  den  Befehlen  vom  20.  leiteten, 
nicht  auch  auf  diejenigen  Befehle  erstrecke,  die  am  19.  das  Schloss 
preisgaben:  d.  h.  er  hebt  in  dem  zweiten  Satze  seiner  Erklärung 
das  auf,  was  er  in  dem  ersten  behauptet  hatte.  Freilich  meint 
er,  ich  hätte  mir  dadurch  „Spaltungen  der  Motive"  zu  Schulden 
kommen  lassen.  Wenn  man  konstatiert,  dass  Jemand  von  drei 
Handlungen,  die  wir  nach  ihrer  chronologischen  Reihenfolge  a, 
b,  c  nennen  wollen,  für  a  und  c  ein  bestimmtes  Motiv,  für  h 
jedoch  eben  dasselbe  nicht  gehabt  hat,  so  macht  man  sich 
also  einer  „Spaltung  der  Motive'^  schuldig.  An  sich  ist  nun 
eine  solche  „Spaltung  der  Motive"  „weder  hinreichend  begründet 
noch    auch    hinreichend    erheblich",    um    in    einer   Rezension   be- 


228  FeJix  Rachfahl. 

sonders  erwähnt  zu  werden;  aber  Kaufmann  ist  konziliant,  in- 
dem er  bemerkt:  ,Jch  trage  dies  indessen  gern  nach.^  Bei 
Kaufmann  erscheint  hier  die  Sachlage  in  falschem  Lichte.  Er 
erklärt,  es  handele  sich  hier  um  etwas,  was  ich  gesagt  hatte,  wu 
aber  weder  begründet  noch  auch  erheblich  genug  sei,  um  in 
einer  Rezension  angeführt  zu  werden;  in  Wirklichkeit  handelt  ei 
sich  darum,  dass  er  mich  behaupten  lässt,  was  ich  nie  gräussert 
habe.  Nicht  war  es  hier  Kaufmanns  Aufgabe,  „etwas  nachzutragen^, 
sondern  einen  thatsächlichen  Irrtum  richtig  zu  stellen. 

Wenn  Kaufmann  zum  Schlüsse  seiner  Replik  die  Frage  stellt, 
ob  nicht  auch  die  Befehle  vom  20.  März  dazu  beitrugen,  den 
König  in  die  Gewalt  der  Reyolution  zu  geben,  so  muss  man 
daraiif  mit  einem  glatten  „Nein"  antworten.  Die  Reyolution  hatte 
sich  am  19.  bereits  ausgetobt  Das  Bürgertum  war  zur  Yemnnft 
zurückgekehrt  und  hatte  sich  Ton  den  Radikalen  getrennt.  Die 
neu  gebildete  Bürgerwehr  hatte  schon  am  Nachmittage  des  19. 
den  Schutz  des  Schlosses  und  des  Königs  übernommen  und  erwiei 
sich  dafür  nach  Gerlachs  Zeugnisse  als  durchaus  brauchbar  und 
als  zuverlässig.^  Die  Befehle,  die  Prittwitz  am  20.  März  gab^ 
haben  in  keinem  Punkte  dazu  beigetragen,  den  König  in  die 
Gewalt  der  Revolution  fallen  zu  lassen;  für  seine  personhche 
Sicherheit  war  gesorgt.  Er  hätte  Berlin  verlassen  können,  wenn 
er  gewollt  hätte;  aber  aus  politischen  Erwägungen  wollte  er  in 
Berlin  bleiben.  Indem  Prittwitz  das  Militär  aus  Berlin  entfernte 
oder  sich  entfernen  liess,  rechnete  er  darauf,  dass  der  König  dem 
Schutze  der  Bürgerwehr  allein  nicht  vertrauen  und  daher  Berlin 
verlassen  würde;  sein  und  seiner  Gesinnungsgenossen  Hofhung 
bestand  ohne  Zweifel  darin,  dass  der  König,  aus  Berlin  entfernt 
und  unter  dem  Einflüsse  des  Militärs  stehend,  seine  Zustimmung 
zur  Erneuerung  des  Kampfes  durch  Angriff  auf  die  Stadt  tos 
aussen  geben  würde.  Friedrich  Wilhelm  wollte  jedoch  jetzt^  irie 
früher,  aus  politischen  Gründen  von  einer  Fortsetzung  des  Kampf« 
nichts  wissen,  und  so  blieb  er  aus  freien  Stücken  in  Berlin;  das» 
das  sein  eigener  freier  Entschluss  sei,  hat  er  ja  selbst  in  d^r 
bekannten  Rede  vom  25.  März  zu  Potsdam  ausdrücklich  betont 

Auf  meine  sachliche  Berichtigung  hin  hätte  Kaufmaim,  wenn 
er  darauf  überhaupt  erwidern  wollte,  mit  dem  strikten  Nachweiie 

*  Vgl.  ebendaselbst  S.  245  und  251. 


Zur  Beorteilimg  EOnig  Friedrich  Wilhelms  lY.  n.  der  Berl.  Märzrevolution.    229 

antworten  müssen,  dass  sich  die  von  mir  abgeleugnete  Aeassenmg 
doch  in  meiner  Schrift  finde.  Ich  konstatiere,  dass  ihm  das  nicht 
gelungen  ist;  es  bleibt  dabei,  dass  er  mir  eine  Behauptung 
unterstellt  hat,  die  keineswegs  so  wenig  „erheblich^  ist,  wie 
er  meint.  Denn  hatte  ich  den  General  von  Prittwitz  beschul- 
digt^ er  habe  den  König  absichtlich  in  die  Hände  der  Insurgenten 
fallen  lassen,  so  wäre  das  eine  Anklage,  bezüglich  deren  ich  es 
dem  urteil  der  Leser  überlassen  muss,  ob  sie  wirklich  so  wenig 
„erheblich**  ist. 

Halle  a.  S.,  25.  März  1902. 


230 


Kleine  Mitteilnngen. 

Zam   ereten   Strassburger  Stadtrecht.     Die  vielfach  in- 

gestellten  Erörterungen  über  die  Entstehnngszeit  des  fOr  die  Er 
kenntnis  der  älteren  städtischen  Zustände  sehr  wichtigen  Bechtsdenk- 
mals  haben  zu  einem  allseitig  anerkannten  Ergebnis  nicht  geführt. 
Das  lag  ganz  augenscheinlich  am  Mangel  der  äusseren,  ans  dem 
Handschrifbenbefund  sich  ergebenden  Merkmale  für  die  Zeitbe- 
stimmung. Die  geringfügigen  Anhaltspunkte,  welche  der  Inlialt 
bot,  waren  eben  mancherlei  Deutung  fähig.  Wohl  schien  es  fiber 
allen  Zweifel  erhaben,  dass  altertümliche  Verhältnisse,  wie  sie 
das  erste  Strassburger  Stadtrecht  darstellt,  auf  das  12.  Jahrhun- 
dert, wenn  nicht  gar  höher,  verweisen;  aber  in  welchem  Abschnitt 
des  12.  Jahrhunderts  die  Aufzeichnung  erfolgte,  darüber  gingen  und 
gehen  die  Ansichten  auseinander.  (Gegen  Rietschel,  D.  Zschr.  f. 
Oesch.-wiss.  N.  F.  1,  24  ff.,  jetzt  wieder  Hegel,  N.  A.  25,  694ff.). 
So  dürfte  es  doch  nicht  unangebracht  gewesen  sein,  wenn  ich  die 
Frage  nach  der  Überlieferungsform  wiederum  in  Erörterung  zog 
(Hist.  Vierteljahrschr.  1899,  S.  72  ff.).  Der  rezipierte  Text  warder 
Edition  Grandidiers  entnommen,  eines  Geschichtsforschers,  dessen  Un- 
zuverlässigkeit  anerkannt  ist  (ZGORh.  N.  F.  12,  459  ff.;  13,  543 £; 
14,  1  ff.).  Unter  Berücksichtigimg  der  übrigen,  ausschliesslich  im 
Druck  vorliegenden  Texte  gelangte  ich  zu  dem  Ergebnis,  dass  das 
ci*ste  Strassburger  Stadtrecht  kaum  noch  als  originales  Rechtsdenk- 
mal aus  dem  12.  Jahrhundert  angesehen  werden  dürfe.  Was  uns 
heute  davon  vorliegt^,  ist  jüngeren  Datums.  In  wie  weit  der  vor- 
handene Text  auf  ältere  Aufzeichnungen  zurückgeht,  bedarf  noch 
weiterer  Untersuchungen. 

Die  Ausführungen  haben  Widerspruch  von  verschiedenen  Seitra 
hervorgerufen  (Bloch,  ZGORh.  N.  F.  14,  271  ff.;  Keutgen,  Bist 
Vierteljahrschr.  1900,  S.  78  ff.;  femer  die  Notizen  Hisi  Zschr.  82, 
542  f.;  83,  364;  84,  542;  N.  A.  24,  761;  25,  238,  848).  Der 
Frage  eine  nochmalige,  eingehendere  Untersuchung  zu  widmen,  ist 
augenblicklich  nicht  der  geeignete  Zeitpunkt.  In  einer  Entgegnung 
auf  die  Ausführungen  Keutgens  teilt  Bloch  soeben  mit  (ZGORh.  N. 
F.  B.  16,  Heft  3,  S.  464  ff.),  dass  Herr  Archivassistent  Dr.  Kaiser  im 
Strassburger  Bezirksarchiv  handschriftliche  Ueberlieferungen   vom  An- 


Kleine  Mitteilungen.  231 

fang  des  Stadtrechts  in  Abschriften  des  16.  und  17.  Jahrhunderts 
entdeckt  habe.  Es  ist  wahrscheinlich  genug,  dass  zwei  derselben  auf 
den  gleichen  Kodex  zurückgehen,  den  Grandidier  benutzt  haben  will. 
Die  Angaben  des  letzteren  über  die  Herkunft  seines  Textes  gewinnen 
dadurch  an  Glaubwürdigkeit.  Der  Einfluss  des  Fundes  auf  die  Text- 
gestaltung bleibt  abzuwarten.  Auf  einen  Umstand  muss  ich  jedoch 
schon  jetzt  hinweisen. 

Ein  ungenannter  Referent  in  der  Hist.  Zschr.  84,  542,  hatte 
das  Stadtrecht  und  seinen  Text  bei  Grandidier  bereits  als  gerettet 
angesehen.  So  liegt  die  Sache  doch  nicht.  Ich  war  seiner  Zeit  da* 
▼on  ausgegangen,  dass  der  lateinische  Text  (jrandidiers  (LG.)  nicht, 
wie  bisher  angenommen  wurde,  eine  ältere  Recension  darbietet  als 
der  von  Schilter  mitgeteilte  (LS.).  Grandidier  hat  Worte  seiner  Vor- 
lage, die  auf  jüngeren  Ursprung  deuten,  in  Anmerkimgen  versteckt 
oder  weggelassen.  Das  giebt  Bloch  schliesslich  zu  (ZGORh.  N.  P. 
14,  292),  während  es  Keutgen  in  Abrede  stellt.  Der  Eingang  des 
Stadtrechts,  auf  den  ich  schon  früher  hinwies,  lautet: 

LS.  (S.  715)  LG.  (S.  42) 

Ad  formam  aliarum   dvitatum  Ad  formam   aliarum   civitatum 

in  eo  honore  condita  est  hec  ci-  in  eo  honore  condita  est  Argen- 
yitas,  et  ut  libera  sit,  ita  quod  tina,  ut  (in  Note  libera  civitas 
omnis  homo  .  .  .  (pacem  in  ea  sit,  eo  quod)  omnis  homo  .  .  . 
habeat)  (pacem  in  ea  habeat). 

Die  auf  die  Freiheit  Strassburgs  bezüglichen  Worte  stehen  ge- 
nau so,  wie  sie  nach  meiner  Auffassung  der  zweideutigen  Ausdrucks- 
weise Grandidiers  in  seiner  Vorlage  gelautet  haben  müssen,  in  dem 
neu  gefundenen  Textl  Ein  „verhängnisvoller  Irrtum^^  war  es  dem- 
nach wohl  nicht,  wenn  ich  den  „Bann^'  zu  brechen  suchte,  den  die 
zurechtgemachte  Ausgabe  Grandidiers  um  die  Interpretation  des  Stadt- 
rechts gelegt  hatte.  Scheidet  man  die  obige  und  andere  für  die 
späte  Abfassungszeit  beweisende  Stellen  im  Anschluss  an  Grandidier 
als  Interpolationen  aus,  so  kann  man  allerdings  das  übrige  gleich 
ihm  recht  hoch  hinaufrücken.  Ein  solches  Verfahren  halte  ich  aber 
nicht  für  zulässig,  ehe  die  Beziehungen  des  Stadtrechts  zu  den  Ur- 
kunden aus  der  Zeit  des  grossen  Kampfes  zwischen  Stadt  und  Bischof 
(nach  1260)  unbefangen  geprüft  sind.  Selbst  dann  jedoch,  wenn  man 
mit  Bloch  einen  Redaktor  aus  dem  Ende  des  12.  Jahrhunderts  von 
einem  jüngeren  Interpolator  scheiden  wollte  (wozu  schwerlich  ge- 
nügender Anhalt  vorliegt),  bliebe  inuner  noch  die  Thatsache  bestehen, 
dass  nicht  der  ursprüngliche  Text  uns  vorliegt,  sondern  eine  mehr 
oder  weniger  entstellte  Fassung. 

Zürich.  G.  Caro. 


232  Richard  Fester. 

Zu  Bismarcks  Olmfitzrede.  H.  Ulmann  hat  in  einer  Studie 
über  Bismarcks  Rede  vom  3.  Dezember  1850  in  dieser  Zeitschrifk 
(S.  55)  meine  Deutung  des  in  den  „Gedanken  und  Erinnerungen^  weg- 
gelassenen Annexion spassus  verworfen,  weil  sie  in  den  Sinn  der  Rede 
„krasse  Widersprüche^  hineintrage.  So  ungern  ich  sonst  schon 
einmal  Gesagtes,  wenn  auch  in  anderer  Form  wiederhole,  scheint  ei 
mir  doch  in  diesem  Falle  unerlässlich ,  eine  offenbare  Missdeutong 
meiner  nur  „angedeuteten  Auffassung*^  nicht  unwidersprochen  zu  lassen. 

Friedrich  der  Grosse  bezeichnet  in  seinem  politischen  Testamente 
von  1752  u.  a.  Westpreussen  als  eine  fOr  Preussen  wünschenswerte 
Erwerbung.  Würde  ich  nun  sagen,  er  hat  1752  nach  Westpreussen 
gestrebt,  so  wäre  das  ungenau  und  würde  in  seine  Politik  krane 
Widersprüche  hineintragen.  Die  Annexionslust  im  allgemeinen  aber 
wird  nach  jenem  Zeugnisse  niemand  hinweg  disputieren  können. 
Ebenso  falsch  wäre  es,  aus  dem  Annezionspassus  der  Olmütxrede 
schliessen  zu  wollen,  dass  Bismarck  1850  an  die  Annexion  Kmhessens 
gedacht  habe.  Er  hatte  sich  damals  nur  im  aUg^emeinen  über  eine 
Revision  der  Karte  des  Deutschen  Bundes  Gedanken  gemacht,  sonst 
würde  ihm  jener  Satz  überhaupt  nicht  über  die  Lippen  gekommen 
sein.  Ich  sagte,  „Bismarck  hätte  sich  an  Stelle  Friedrich  Wilhelms  IV.  * 
nicht  so  weit  vorgewagt,  es  sei  denn,  um  einen  Vorwand  zur  Annexion 
Kurhessens  zu  haben*\  aber  ich  hatte  schon  vorher  ausdrücklich  be- 
merkt, dass  er  1850  nicht  kriegslustig  war.  ülmann  giebt  meinen 
Worten  eine  Deutung,  als  ob  es  mir  lediglich  um  die  Beleuchtung  der 
Situation  des  3.  Dezember  1850,  um  einen  Kommentar  zu  einem 
Bismarckregest  zu  thun  gewesen  sei,  während  ich  in  Wahrheit  die 
Frage  aufwarf,  wann  sich  Bismarck  zum  ersten  Male  theoretisch  mit 
der  Abrundimg  des  preussischen  Staatsgrebiets  durch  Annexionen  be- 
schäftigt hat.  Es  wäre  wunderbar,  wenn  sich  in  den  Briefen  an  seine 
Frau  und  an  seine  politischen  Freunde  gerade  aus  der  Epoche  von 
Olmütz  etwas  darüber  fände.  Noch  sass  er  ja  nicht  an  dem  längeren 
Hebelarme,  um  so  wertvoller  also  sind  jene  beiläufigen  Worte,  weil 
sie  eben  nur  Bismarck,  kein  Legitimist  wie  Gerlach  oder  Mantenffd 
sprechen  konnte.  Ulmann  nenne  mir  doch  den  Parteipolitiker  Gerladi- 
scher  Richtung,  der  1850  an  wünschenswerte  Annexionen  auch  nur 
zu  denken  gewagt  hätte.  Alles  was  auch  nur  von  Feme  einer  poli- 
tischen Revolution  ähnlich  sah,  war  diesen  in  antin apoleonischen  An- 
schauTmgen  aufgewachsenen  Legitimisten  ein  GräueL  Niemals  ist  der 
preussische  Staat  von  einer  robusten,  territorialpolitischen  Begehrlichkeit 
entfernter  gewesen  als  unter  Friedrich  Wilhelm  IV.  Die  Annexions- 
initiative ist  auch  später  ganz  auf  Seiten  Bismarcks  gewesen.  Die 
Wiederbelebung    des   kriegerischen   Geistes   in   Preussen   kam   ihm  zu 


Kleine  Mitteilungen.  233 

Hilfe,  aber  doch  auch  erst,  nachdem  für  König  und  Vaterland  Blut 
geflossen  war.  1850  stand  er  auch  mit  seinen  stillen  Gedanken  über 
das  Wünschenswerte  ganz  allein.  Zu  den  Annexionen  der  Napoleonischen 
Aera  ist  der  Anstoss  von  aussen  gekommen.  Das  Direktorium,  der 
erste  Konsul  und  das  Kaiserreich  sorgten  für  die  Sättigung  ihrer  Tra- 
banten, unter  denen  doch  auch  die  entschlossenen  folgerichtigen  An- 
nexionspolitiker wie  Montgelas  und  der  Badener  Reitzenstein  sehr  dünn 
ges&t  waren.  Zu  der  Veränderung  von  1866  hat  ein  Wille  gehört, 
der  nicht  erst  in  Frankfurt  am  Bundestage,  sondern  schon  früher  er- 
wacht war,  der  sich  trotz  konservativer  Parteidoktrin  weder  vor  Hölle 
noch  Teufel  fürchtete,  der,  wenn  Preussens  Machtstellung  in  Frage 
kam,   keine  Skrupel  und  Zweifel  hineinreden  Hess. 

Damit  ist  selbstverständlich  nicht  gesagt,  dass  Bismarck  auch  1850 
nicht  noch  sehr  viel  zu  lernen  gehabt  hätte.  Die  Notwendigkeit  einer 
kriegerischen  Lösung  des  deutschen  Dualismus  hat  er  erst  in  Frank- 
furt eingesehen,  wohlverstanden  auch  diese  zunächst  nur  im  allgemeinen. 
Den  casus  belli  nötigenfalls  zu  schaffen,  konnte  ihm  ja  erst  in  den 
Sinn  kommen,  als  er  die  Macht  dazu  besass.  Was  1850  an  Bismarck 
noch  parteipolitisch  war,  hatte  ich  gleichfalls  „angedeutete^  als  ich 
von  seiner  junkerlichen  Beurteilung  des  Kampfes  der  Kurhessen  um 
ihr  Recht  sprach,  obwohl  doch  auch  darin  der  Unterschied  zwischen 
ihm  und  seinen  Parteigenossen  gar  nicht  zu  verkennen  ist.  Denn 
wer  hätte  sonst  sich  über  alle  nichtpreussischen  Interessen  so  souverän 
hinweggesetzt.  Von  einer  Verwandlung  des  Parteipolitikers  in  den 
über  den  Parteien  stehenden  Staatsmann  wird  man  bei  ihm  nur  bis 
zu  einem  gewissen  Grade  reden  dürfen.  Epoche  machend  war  in 
seinem  Leben  einzig  und  allein  die  Verwandlung  des  Preussen  in  den 
Deutschen,  der  grosse  Sprung  von  Friedrich  dem  Grossen  zu  dem 
Reichskanzler,  von  dem  preussischen  Helden  zum  Nationalhelden. 

Was  ülmann  über  Bismarcks  Verhältnis  zu  dem  Kriegsminister 
V.  Stockhausen  beibringt,  berührt  also  den  Kern  meiner  Ausführungen 
in  keiner  Weise.  Li  der  Rede  vom  3.  Dezember  war  der  Annexions- 
passus gewiss  überflüssig;  er  erscheint  darin  wie  eine  übermütige 
Arabeske,  die  der  Zeitgenosse  übersehen  konnte,  während  sie  dem  späterGe- 
borenen  als  ein  Vorzeichen  konunender  Dinge  von  unschätzbarem  Werte 
ist  Ob  ülmanns  übrige  Bemerkungen  zutreffen,  will  ich  nicht  unter- 
suchen, doch  möchte  ich  nicht  veischweigen,  dass  sie  mir  wenig  Ein- 
druck machten,  weil  die  Erklärung  der  Olmützrede  in  erster  Linie  darin 
zu  suchen  ist,  dass  Bismark  am  3.  Dezember  von  dem  Abrüstungs- 
paragraphen von  Olmütz  keine  Ahnung  hatte.  Mochte  er  mit  Man- 
teuffel  für  den  Rückzug  sein,  den  schwachen,  ja  feigen  Rückzug  hätte 
er  nie  gebilligt  und  am  wenigsten  öffentlich  verteidigt 


234  Richard  Fester.     Kleiue  Mitteilungen. 

Und   da   nus   der  Verteidigung  nun  doch  einmal  ein  Angriff  ge- 
worden   ist,    möchte    ich    zum    Schlüsse    gegen    die    ,^emoireiikritik" 
Protest  erheben.    Welchem  Goetheforscher  möchte  es  wohl  einfallen,  u 
Goethes    „Memoiren^    Kritik    zu    üben.      Es    mag  ja    bequemer    sein, 
kurzweg  von  Bismarcks  ,,Memoiren^^   zu  reden,   aber  da  er  sein  Ver- 
mächtnis selbst  „Gedanken  und  Erinnerungen^  genannt  hat,   so  kriti- 
siere man  seine   Erinnerungen,  ohne  die   Gedanken   zu  übersehen,  so 
wie    der    Leser    „von    Dichtung    und   Wahrheit^^    durch    des   Dichten 
Lande  seinen  Einzug  in  das  Land  der  Wahrheit  hält.      Friedrich  der 
Grosse   war  Staatsmann  und  Historiker.     Sein  Testamentsvollstrecker 
ist    lediglich    Politiker    gewesen.     Litterarische   Absichten,    Friedrichs 
Wunsch,  mit  Cäsar  auch  als  Geschichtschreiber  zu  wetteifern,  dürfen 
wir    bei  Bismarck    nicht    suchen.     Wäre   er  bis   zu   seinem    Tode  im 
Amte  geblieben,  so  wäre  die  Welt  heute  um  ein  Werk  ärmer,  das  in 
keine    der    geläufigen    Kategorien  hineinpasst.     Die   Kritik    der  JSr 
innerungen^  ist  unentbehrlich,  insofern  man   ermitteln    will,   wie  viel 
oder  wie  wenig  darin  dem  wirklichen  Verlaufe  der  Dinge  entspridii 
Niu*  darf  man  nie  dabei   vergessen,   dass  die   Erinnerung   einen  Ge- 
danken weckt,  dass  der  Gedanke,  um  konkret  zu  wirken,  der  ErinneniBg 
bedarf.  Bichard  Fester. 


f 


235 


Eritikeii. 

h«  Seignobos:  La  methode  historiqae  appliquee  aux 
Sciences  sociales  (Bibliotheque  generale  des  sciences  sociales). 
Paris,  Felix  Alcan.  1901.  IT  und  322  Seiten  in  Oktav. 
Der  bekannte  Historiker  an  der  Pariser  Universität,  der  mit 
b.  y.  Langlois  zusammen  im  Jahre  1898  eine  „Introduction  aux 
tades  bistoriques^  veröffentlicbt  bat,  stellt  in  dem  vorliegenden 
nche  dar,  wie  die  bistoriscbe  Arbeitsweise  bei  den  Sozial  wissen- 
^haften  zur  Anwendung  kommt  und  im  einzelnen  zu  handhaben  ist. 
'nter  „Sozialwissenschaften"  versteht  er  nach  einer  neuerdings  auf- 
ommenden  Einschränkung  des  Begriffes  und  Sprachgebrauches:  Sta- 
stik  nebst  Bevölkerungskunde,  Volkswirtschaftslehre,  Lehre  der  na- 
onalökonomischen  Systeme  und  entsprechenden  systematischen  Ver- 
liebe, also  vorwiegend  die  Erscheinungen  des  Gesellschaftslebens  von 
irer  materiellen  Seite.  Um  so  lebhafter  ist  hervorzuheben,  dass  ihm 
igtorische  Erkenntnis  auch  auf  diesen  Gebieten  durchaus  als  psycho- 
3gi8che  Erkenntnis  gilt,  ihm  historische  Methode  gilt  als  methode 
'interpretation  psychologique  par  analogie,  und  dass  er  in  der  be- 
nssten  Durchführung  dieser  Grundanschauung  überall  die  Theorien 
nd  ihre  Konsequenzen  abweist,  welche  an  Stelle  des  einheitlichen 
'aktors  aller  sozialen  Bethätigungen  und  Zustände,  nämlich  der 
sychophysischen  Einheit  des  Menschenwesens,  abstrakte  Wesenheiten 
der  einzelne  Bedingungen  des  menschlichen  Thuns  setzen.  Mehr  und 
lehr  dringt  gerade  in  Frankreich  neuerdings  die  Reaktion  gegen  den 
iologischen  und  ökonomischen  Materialismus  bei  den  Theoretikern 
or,  und  es  ist  höchst  verdienstlich,  dass  Scignobos  nun  auch  einmal 
ie  Unzulänglichkeit  jener  Doktrinen  speziell  auf  den  ihnen  nächst- 
egenden  Gebieten  im  Detail  der  praktischen  Forschung  darlegt, 
enn  er  sich  auch  auf  tiefer  dringende  prinzipielle  Auseinander^ 
»tsungen  nicht  einlässt.  Er  ist  kein  Freund  solcher  Ausoinander- 
)tiungen,  wie  ich  schon  in  meiner  Besprechung  der  vorhin  erwähnten 
[ntroduction"  (Historische  Vierteljahrschrift  1899,  Heft  1,  S.  78  ff.) 
smerkt  habe;  die  philosophische  Begründung  und  Formulierung  der 
randbegriffe  ist  nicht  seine  Sache,  er  neigt  zu  einem  gewissen  skep- 
schen    Realismus,    der    sich  gegen  die  Synthese  kehrt;    seine  starke 


236  Kritiken. 

Seite  ist  die  Analyse  der  historischen  Prozesse  und  Forschangsarb^t 
Er  wendet  sich  daher  auch  (S.  214  f.)  gegen  die  vorschnelle  Zu. 
sammenfassung  der  sozialen  Forschung  in  Gestalt  allgemeiner  Sozio- 
logie, Nationalökonomie  u.  s.  w.  und  dringt  auf  den  konkreten  Anf- 
hau  der  einzelnen  Teile  von  unten  auf;  er  betont  immer  wieder,  das 
eine  soziale  Gemeinschaft  nicht  ohne  weiteres  als  ein  einheitlicfaes 
Ganzes  aufgefasst  werden  dürfe,  sondern  ans  verschiedenen  Gmppei 
bestehe  und  diese  wiederum  aus  Einzelpersonen,  deren  Wesen  und 
Aktionen  nicht  unbedingt  solidarisch  seien  und  daher  in  ihren  Ver- 
schiedenheiten möglichst  berücksichtigt  werden  müssen.  Aber  w&hrend 
ihn  diese  und  ähnliche  analytische  Erwägungen  in  dem  frühem 
Werke  nahe  dazu  führten,  die  Erkenntnis  einer  Solidarität,  eines  Zu- 
sammenhanges historischer  Entwickelungen  überhaupt  in  Zweifel  n 
ziehen,  hat  er  sich  jetzt  entschiedener  auf  die  synthetischen  Momesto 
besonnen  (s.  S.  144  ff.,  246  ff.;  vgl.  z.  B.  S.  254  mit  S.  246  der 
Introduction). 

Auch  seine  Methodik  zeiget  einen  stark  skeptischen  Zug,  md 
dieser  ist  in  dem  vorliegenden  Buche  noch  schärfer  ausgeprtlgt  ah  ii 
der  „Introduction^S  Der  Widerspruch  gegen  die  so  viel&ch  fiblidts 
üeberschätzung  der  statistischen  Daten,  als  seien  sie  der  Inbegrif 
objektiver  Zeugnisse,  hat  Seignobos  offenbar  zu  weit  geführt,  so  be- 
rechtigt dieser  Widerspruch  an  sich  ist  und  so  beherzigenswert  die 
Anweisungen  sind,  die  er  zur  Kritik  der  statistischen  Zeugnisse  giebt 
Er  behauptet  im  allgemeinen  geradezu,  dass  die  Beobachtungen  der 
Thatsachen  in  den  historischen  Berichten,  auf  denen  unsere  Kenntnii 
vorwiegend  beruhe,  immer  schlechte  Beobachtungen  seien  (S.  29: 
Un  document,  meme  le  meilleur,  n'est  que  le  demier  terme  d'nse 
Serie  d'operations  intellectuelles  a  partir  d'une  Observation  mal  &ite, 
S.  83:  Les  conditions  d'une  Observation  correcte  ne  sont  jamais  ret- 
lisees  par  les  auteurs  de  documents,  S.  163:  le  document  est  u 
proces-verbal  mal  fait,  c'est-a-dire  sans  methode  u.  s.  w.).  Das  ond 
keine  gelegentlich  hingeworfenen  Worte,  sondern  S.  fusst  daranf  all 
Ausgangspunkt  der  Kritik,  und  es  ist  begreifllich,  dass  er  von  da 
aus  zu  der  Ansicht  kommt,  die  Kritik  habe  lediglich  negative  Besolr 
täte  (S.  30,  63,  78:  Les  seuls  r^sultats  fermes  sont  negati£s,  ili 
avertissent  qu'on  ne  peut  rien  tirer  du  document,  ils  d^tmisent  de 
pseudo- documents,  ils  empechent  de  puiser  a  une  source  contaminde» 
mais  ils  foumissent  rien;  tous  les  resultats  positifs  restent  relatift 
u.  s.  w.).  Wozu  dann  alle  Mühe  und  Arbeit,  wenn  man  nirgendi 
zu  gesicherten  positiven  Resultaten  gelangen  kann?  und  welchen 
wissenschaftlichen  Wert  hätte  dann  die  Geschichte  überhaupt?  Zu 
solchen    Fragen    muss    diese   Skepsis  Freunde    wie  Yerftchter    unserer 


Kritiken.  237 

Wissenschaft  veranlassen,  jene  entmutigend,  diesen  Wasser  auf  ihre 
Mühlen  führend.^ 

Doch  ist  leicht  zu  zeigen,  dass,  wie  alle  Skepsis,  so  auch  diese 
teils  auf  üebertreibung,  teils  auf  Uebersehen  von  Thatsachen  beruht, 
üebertrieben  ist  die  Behauptung,  selbst  die  besten  Berichte  gingen 
von  schlechten  Beobachtungen  aus,  wenn  das  auch  für  viele  zutrifft: 
es  hat  doch  zu  allen  Zeiten  EListoriker  gegeben,  welche  mit  dem 
Bewnsstsein  der  Verantwortung  die  Begebenheiten  beobachteten,  sich 
fortlanfende  Notizen  machten,  Materialien  sammelten  u.  s.  w.  Aller- 
dings kann  der  Forscher  späterer  Zeit  selber  diese  Beobachtungen 
nicht  direkt  machen  und  ist  insofern  in  nicht  so  günstiger  Lage 
gegenüber  seinem  Material  wie  der  Naturforscher,  aber  auch  das 
übertreibt  Seignobos  zu  gunsten  des  letzteren,  als  ob  alle  natur- 
wissenschaftlichen Beobachtungen  unfehlbar  und  absolut  objektiv  seien, 
und  er  übersieht  zugleich  den  Vorzug  des  historischen  Forschers,  auf 
Grund  der  psychischen  Analogie  die  von  anderen  beobachteten  That- 
sachen unmittelbar  in  sich  reproduzieren  und  begreifen  zu  können, 
obwohl  doch,  wie  gesagt,  diese  Eigenart  der  Geschichtserkenntnis  an 
sich  von  S.  nicht  verkannt  ist.  Vielleicht  rühren  diese  unzutreffenden 
AufjBtellungen  zum  Teil  daher,  dass  S.  die  Begriffe  „psychologisch" 
und  „subjektiv"  ohne  weiteres  identifiziert.  Viel  gewichtiger  ist  in- 
dess,  dass  S.  bei  seinem  skeptischen  Gesammturteil  über  die  Kritik 
zweierlei  völlig  ausser  Acht  lässt:  erstens  die  Bedeutung,  welche  die 
üebereinstinmiung  von  einander  unabhängiger  Nachrichten  hat,  und 
zweitens  die  Bedeutung  der  ganzen  mächtigen  Quellengattung  der 
„Ueberreste". 

Merkwürdig  genug,  er  hat  S.  87  ff.  sehr  schön  auseinandergesetzt, 
dass  und  wie  man  durch  übereinstimmende  Beobachtungen,  die  uns 
von  gegeneinander  unabhängigen  Beobachtern  mitgeteilt  werden,  zu 
sicheren  Schlüssen  kommt,  aber  er  bringt  bei  seinen  Gesamturteilen 
durchaus  nicht  in  Anschlag,  welche  ungeheuere  Menge  kritisch  ge- 
sicherter positiver  Resultate  wir  dadurch  gewinnen,  als  ob  er  diese 
seine  Auseinandersetzung  ganz  vergessen  hätte.  Noch  auffallender  ist 
die  Vernachlässigung  jener  unmittelbaren  Ueberreste  und  Zeugnisse, 
die  wir  von  den  Begebenheiten  selbst  haben:  S.  erwähnt  ihre  Existenz 
(8.  4);    er  bemerkt  (S.   175)   sehr  richtig,   dass   diese  „objektiv"  stu- 

*  In  der  That  beruft  sich  bereits  A.  Fouilläe,  La  r^forme  de  Tenseigne- 
ment  par  la  philosophie,  Paris  1901,  S.  23/24,  darauf,  da  er  die  Minder- 
wertigkeit historischer  Erkenntnis  nachweisen  will:  a  quoi  aboutit  le 
savant  livre  de  deuz  excellents  historiens,  mm.  Langlois  et  Seignobos  (In- 
troduction  u.  8.  w.)?  ä  cette  conclusion,  que  les  questions  pos^es  par 
rhistoire  restent  insolubles  par  les  proc^däs  historiques! 


238  Kritiken. 

diert  werden  können,  aber  er  rechnet  dazu  im  Bereiche  der  SouaI- 
wissenschafben  nur  die  Gegenstände,  welche  für  die  Geschichte  der 
Technik  in  Betracht  konunen,  und  redet  nicht  weiter  davon.  Idi 
habe  schon  in  meiner  oben  erwähnten  Rezension  der  ,^trodnctioB'* 
auf  diese  grosse  Lücke  in  der  Methodik  S.s  hingewiesen,  die  um  so 
anflUliiLder  ist,  da  ich  in  meinem  „Lehrbuch  der  historischen  Methode", 
das  S.  se^  wsid  kennt,  die  Arten,  den  Charakter  und  die  Bedeatong 
dieser  Quellengatto^g  ausführlichst  behandelt  habe.  Auch  für  die 
Geschichte  der  Sozialwissemduiften  im  Sinne  S.s  kommen  die  üebe^ 
reste  weitgehend  in  Betracht.  Oder  liill  S.  nicht  gelten  lassen,  dis 
z.  B.  die  nationalökonomischen  Systeme,  wdfihe  nach  ihm  ja  eiset 
Teil  der  sozialen  Wissenschaften  ausmachen,  ein  IMhendes  objektivei 
Material  für  die  direkte  Kenntnis  der  betreffenden  Doktriaen  dtf- 
stellcn,  das  der  Forscher  aller  späteren  Zeiten  studieren  kann,  gam 
wie  der  Naturforscher  eines  seiner  Objekte?  Ist  nicht  aus  MfinKi 
und  Gewichten  der  Vergangenheit  durch  Wägen,  Messen  und  Ve^ 
gleichen  unmittelbare  objektive  Auskunft  über  die  wirtschafUichei 
Thatsachen  früherer  Münz-  und  Gewichtsverhältnisse  zu  gewinnen? 
Geben  nicht  unzählige  Urkunden  über  Kauf,  Tausch,  Schenkung  toi 
Grundstücken,  Quittungen,  Schuldverschreibungen  u.  dgl.  onmittelbtn 
Kunde,  abgesehen  von  dem  einzelnen  Geschäft,  über  die  allgemeii 
Formen,  in  welchen  sich  diese  wirtschaftlichen  Akte  einst 
objektiv  vollzogen  haben?  u.  s.  w.  Auch  schriftliche  Dokumente  halM 
eben  bei  einer  derartigen  Verwertung  als  „Ueberreste"  nicht  dtt 
subjektiven  Charakter  der  Schriftstücke,  aus  denen  wir  Berichte  vm 
Beobachtungen  entnehmen;  das  übersieht  S.  durchaus,  indem  er  8. 175 
sagt:  on  ne  fait  guere  Thistoire  sociale  qu'  avec  des  docnmentli 
tigures  ou  ecrits,  qui  ont  pour  caractere  fondamental  d'etre  subjecfife 
.  .  ce  sont  les  interpretations  qu'  un  auteur  a  donnees  de  chosee  ei- 
terieures. 

Man  sieht,  wie  S.  zu  seiner  Skepsis  kommt:  das  wichtiglti 
kritische  Hilfsmittel  zur  Erlangung  gesicherter  Thatsachen ,  die  n- 
abhängige  Uebereinstimmung  berichteter  Beobachtungen ,  l&sst  er  atf 
der  Wagschale  fort,  und  die  Quellengattung,  welche  uns  objektiftt 
unmittelbares  Material  zur  Beobachtung  bietet,  die  „Uebeneet^i 
ignoriert  er  grösstenteils. 

Wenn  ich  diese  Ausstellungen  eingehender  begründet  habe,  mii0 
ich  um  so  mehr  betonen,  dass  S.  in  der  Analyse  der  einzelnen  Fink' 
tionen  sozialgeschichtlicher  Forschung  Vorzügliches  leistet,  nameotlkk 
in  der  Zergliederung  der  Zusammenfassung  (Gonstruction)  und  Qid' 
nung  (Groupement)  der  Thatsachen.  Auch  über  das  Verhältnis  dv 
allgemeinen  Geschichte  zu  der  der  sozialen  Wissenschaften  handelt  9 


Kntiken.  239 

ntrefflich.  Mit  Recht  hebt  er  hervor,  dass  letztere  ohne  methodisek 
ftorische  Durchbildnng  nicht  erfolgreich  zu  betreiben  sind;  jeder, 
r  sich  mit  ihnen  beschäftigt,  wird  ans  diesem  Buche  viel  lernen 
Snnen. 

Greifswald.  Ernst  Bern  heim. 

■dwig  Woltmann,  Dr.  med.  et  phil.,  Der  historische  Materia- 
lismus. Darstellung  und  Kritik  der  marxistischen  Weltanschauung. 
Düsseldorf,  H.  Michels  1900. 
Die  Absicht  dieses  Buches  ist,  die  Vereinbarkeit  der  wichtigsten 
•danken  von  Immanuel  Kant  und  Karl  Marx  in  den  Fragen  der 
nnalphilosophie  nachzuweisen;  ein  Gedanke,  der  in  mehr  oder  minder 
■ter  Gestalt  schon  bei  einer  Beihe  von  Vertretern  der  sogenannten 
•okantischen  Schule  aufgetaucht  ist.  Freilich  geht  das  niemals  ab, 
hBit  entweder  dem  einen  oder  dem  andern  der  von  grundverschiedenen 
Voraussetzungen  ausgehenden  Denker  Gewalt  anzuthun.  W.  giebt  zu- 
Idist  eine  Uebersicht  der  philosophischen  Hauptlehren  von  Kant, 
lihte,  Schelling,  Hegel  und  Feuerbach;  er  polemisiert  dabei  gelegen t- 
■h  mit  Recht  gegen  die  geringschätzige  Behandlung  und  miss- 
■rstftndliche  Auslegung  dieser  Lehren  durch  die  Marxisten,  die  schon 
■  Marx  selbst,  besonders  aber  bei  £ngels  und  den  jüngeren  An- 
bgem  der  Schule  sich  zeigt.  Andererseits  bahnt  er  sich  den 
jRig  zur  Lösung  seiner  Aufgabe,  indem  er  (S.  69  Anm.)  die  „mora- 
llriie  Metaphysik*'  Kants  als  „durchaus  sophistisch  und  alles  eher 
b  kiitisch^'  verwirft;  ein  ebenso  bequemes  wie  unzulässiges  Ver- 
ftren,  denn  es  wird  damit  aus  Kants  Weltanschauung  ein  fCb*  diese 
IMist  wesentliches  Stück  herausgebrochen,  natürlich  mit  der  Be- 
Itaiptang,  dass  das  Uebrigbleibende  der  eigentliche  und  wahre  Kant 
ri.  Dagegen  will  er  das  teleologische  Element  der  kantischen  Lehre 
JMibehalten  und  sucht  unter  Berufung  auf  den  Darwinismus  dar- 
HAun,  dass  auch  die  moderne  Naturwissenschaft  ohne  Teleologie 
idit  aoskonmien  könne. 

Verdienstlicher    ist    der    zweite    Abschnitt    des    Buches,    der    es 
imimmt,    eine   Entwickelungsgeschichte    des  Marxismus   zu  geben. 
betont   mit  Recht,   dass   eine  chronologische   Sonderung  der  ein- 
m   Aussprüche    und   Darlegungen    von    Marx    und    Engels    vor- 
len  werden  muss,   bevor  man  ihre  Grundgedanken  darstellen 
dass  sie  erst  allmählich  zur  festen  Formulierung  der  ihnen  an- 
nur  unklar  vorschwebenden  Anschauungen  fortgeschritten  .  sind, 
will  hier  nicht  erörtern,  ob  W.  bei  der  Darstellung  dieser  inneren 
twickelung  der  marxischen  Lehren  inmier  das  Rechte  getroffen  hat; 
W  Versuch,   den   er  macht,  ist  jedenfalls   verdienstlich.     Er  unter- 


240  Kritiken. 

sucht  auch  den  Anteil  von  Engels  an  der  Theorie  und  findet,  dus 
Marx  der  wesentlich  gebende,  Engels  der  wesentlich  empfangende  T«l 
gewesen  sei;  später  sei  Engels  in  manchen  Einzelheiten  von  Marx  ab- 
gewichen, habe  vor  allen  Dingen  in  seinen  letzten  Briefen  die  Not- 
wendigkeit eines  weiteren  Ausbaues  der  Theorie  zugegeben.  Es 
findet  sich  in  allen  diesen  Ausführungen  manches  Gate;  doch  tritt, 
noch  stärker  als  früher  Kant  gegenüber,  das  Bestreben  herYor,  die 
nach  W.s  Meinung  unhaltbaren  Teile  des  Systems  als  anweeentlich 
erscheinen  zu  lassen.  Der  Sinn  des  historischen  Materialismus  als 
einer  eigenartigen  Theorie  der  Geschichte  und  des  sozialen  Lebens 
überhaupt  ist  ohne  jeden  Zweifel  der,  dass  alle  Veränderungen  im 
Zusammenleben  der  Menschen  im  letzten  Grunde  auf  das  Wachsei 
der  „Produktivkräfte^^  zurückzuführen  sind.  Eine  historische  £^ 
scheinung  ist  für  Marx  erst  dann  erklärt,  wenn  sie  auf  eine  Ver 
änderung  des  Wirtschaftslebens  und  speziell  der  Technik  des  Prodv- 
zierens  und  Austauschens  der  Güter  zurückgeführt  ist.  Die  Oiga- 
nisation  der  Gesellschaft,  das  Recht,  die  Religion,  die  Kunst  und  die 
Wissenschaft  erscheinen  vom  jeweiligen  Stande  der  „Produktivkrlftfl^ 
eindeutig  abhängig.  In  der  konsequenten  Durchführung  dieses  SatM 
besteht  die  Eigenart,  und  besteht  der  Reiz  dieser  Theorie;  sie  e^ 
scheint  so  einheitlich,  fassbar  und  leicht  zu  handhaben,  dass  sie  anck 
dem  ungeschultesten  Verstände  einleuchtend  zu  machen  ist  Wd 
das  Wachstum  der  „Produktivkräfte^^  gesetzmässig  vor  sich  geht  ud 
annähernd  berechenbar  ist,  nur  deshalb  ist  fQr  Marx  auch  die  Zu- 
kunft der  Gesellschaft  und  der  Kultur  annähernd  berechenbar.  Auf 
diesem  Grundsatze  des  Marxismus  beruht  die  Vorstellung,  dass  si^ 
das  unausbleibliche  Kommen  einer  sozialistischen  Gesellschaft  vbA 
Kultur  wissenschaftlich  beweisen  lasse.  W.  hält,  wie  seine  Kritik  d« 
Marxismus  zeigt,  gerade  diesen  Satz  für  falsch;  er  glaubt  an  eitf 
selbständige  Entwicklung  der  geistigen  Faktoren,  wie  sie  auch  Engds 
in  seinen  letzten  Briefen  zugesteht.  Beide  glauben,  den  Marxisnai 
als  Ganzes  trotzdem  aufrecht  erhalten  zu  können.  Sie  sehen  mMt 
dass  sie  damit  dem  Systeme  von  Marx  die  Klanuner  zerbrechen,  die 
es  allein  zusammenhält.  Und  das  ist  der  Grundfehler  dieses  Budiai, 
wie  mancher  mit  ähnlicher  Tendenz.  Für  die  Anhänger  des  revidierte! 
Marxismus  im  Sinne  des  alten  Engels,  im  Sinne  etwa  Bernsteins  and 
auch  W.s,  reduziert  sich  der  „historische  Materialismus^^  auf  die  Be- 
hauptung, dass  wirtschaftliche  und  speziell  technische  Faktoren  in  dff 
Geschichte  einen  bald  grösseren,  bald  geringeren  Einfluss  ausgdM 
haben,  dass  sie,  in  steter  Wechselwirkung  mit  anderen  Faktoren,  Ä 
Entwickelung  der  Menschheit  mit  bestinunt  haben,  dass  diese  ohM 
ihre    Kenntnis     nicht     voll    verständlich     ist.       Giebt     es     überhaupt 


Kritiken.  241 

jemaDden,  der  das  bestreitet?  Arbeiten  nicht  auch  in  der  von  den 
Marxist-en  mit  souveräner  Verachtung  behandelten  „bürgerliehen 
Wissenschaft''  viele  Köpfe  und  Federn  gerade  an  der  Klarstellung  des 
Masses  von  Einfiuss,  der  den  wirtschaftlichen  Faktoren  in  den  ein- 
zelnen Zeiten  zukomme?  Denn  höchstens  noch  um  den  Grad  dieses 
Einflusses  könnte  es  sich  zwischen  ihnen  und  den  Marxisten  handeln, 
oder  um  die  Zahl  und  Art  der  sonst  mitwirkenden  Faktoren.  Aber 
beides  begründet  keinen  prinzipiellen  Gegensatz  der  Auffassung.  Wenn 
es  überhaupt  andere  selbständige  Faktoren  giebt,  so  lässt  sich  ans 
den  „Produktivkräften"  allein  weder  die  Geschichte  verstehen,  noch 
die  Zukunft  deuten.  Wer  nicht  an  diese  alleinige  Wirksamkeit  des 
einen  Faktors  glaubt,  sondern  die  jedesmal  wirksamen  Kräfte  em- 
pirisch festgestellt  sehen  will,  der  steht  auf  dem  Boden  der  ver- 
achteten „bürgerlichen  Wissenschaft",  der  hat  auch  nicht  einen 
Schatten  von  Becht,  sich  als  Vertreter  einer  besonderen  „materia- 
listischen" Theorie  hinzustellen.  Und  wenn  Marx  selbst,  wie  jetzt  so 
manche  seiner  Jünger  behaupten,  nicht  diese  alleinige  Wirksamkeit 
der  „Produktivkräfte"  gelehrt  hätte,  so  wäre  er  gar  nicht  der  Be- 
gründer einer  neuen  Auffassung  gewesen,  sondern  nur  einer  von  den 
vielen,  die  wirtschaftlichen  Einflüssen  eine  besonders  grosse  Wirksam- 
keit in  der  Geschichte  beigemessen  haben  und  noch  beimessen.  In 
dieser  von  W.  als  unwesentlich  ausgeschalteten  Lehre  liegt  die 
Originalität  von  Marx,  liegt  seine  „Entdeckung'S 

Wenn  man  Kant  seine  Morallehre  und  Marx  seinen  „Materia- 
lismus" fortschneidet,  dann  mag  es  ja  immerhin  möglich  sein,  sie  zu 
versöhnen;  aber  es  ist  ein  untergeschobener  Marx,  der  hier  einem 
verstümmelten  Kant  die  Hand  reicht. 

Wenn  W.  den  wahren  Marxismus  hätte  kritisch  behandeln 
wollen,  dann  hätte  er  —  wozu  er  einmal  einen  Ansatz  macht  (S.  420) 
—  den  mysteriösen  Begriff  der  „Produktivkräfte"  zergliedern  müssen. 
Dann  würde  er  gefunden  haben,  dass  schon  der  ganze  Mensch  — 
sein  Körper  und  sein  Geist  —  darin  steckt.  Denn  der  menschliche 
Arm,  der  Axt  und  Hammer  schwingt,  der  menschliche  Geist,  der  neue 
Arbeitsmethoden  ersinnt,  neue  Bedürfnisse  erkennt,  und  innerhalb 
eines  Betriebes  die  vielen  Willen  auf  ein  einheitliches  Ziel  lenkt  — 
das  sind  ebenso  gewaltige  „Produktivkräfte"  wie  der  Zugstier,  der 
Dampf  und  die  Elektrizität;  ja  diese  werden  erst  „produktive  Kräfte", 
wenn  sie  vom  menschlichen  Geiste  benutzt  werden.  Sobald  man  er- 
kennt, dass  die  Beschaffenheit  der  „Produktivkraft",  die  wir  den 
menschlichen  Geist  nennen,  von  der  Beschaffenheit  der  geistigen  und 
f  materiellen  Kultur  seiner  Zeit  niemals  zu  trennen  ist,  —  hat  man 
das    dialektische  Kunststück  des   Marxismus   durchschaut.      Von  dem 

Histor.  YierteljAhnGlurift.  1903.  8  17 


242  Kritiken. 

Anwachsen  der  ,^rodaktiykräfbe^^  ist  alles  andere  Geschehen  abhftngig, 
auch  das  geistige  Leben;  dieser  Beg^riff  selbst  aber  nmspannt  schon 
die  treibenden  Kräfte  des  geistigen  und  alles  kulturellen  Lebens  mit 
Daher  sieht  die  marxistische  Geschichtsauffassung  so  einfach  aus,  weil 
sie  an  die  Stelle  eines  schwer  entwirrbaren  Knäuels  der  ye^ 
schiedensten  Ursachen  einen  scheinbar  einfachen,  unter  der  einfarbigen 
Hülle  den  ganzen  bunten  Reichtum  verbergenden  Begriff  setzt,  und 
diesem  eine  inmianente,  aus  sich  selbst  begreifliche,  unaufhaltsame 
und  gesetzmässig  fortschreitende  Entwickelung  andichtet.  Wenn  man 
aber  einer  komplizierten  Sache  einen  einfachen  Namen  giebt,  hat  man 
sie  noch  lange  nicht  verstanden,  viel  weniger  erklärt.  Marx  ist  im 
Grunde  ein  scholastischer  Denker;  Begriffe  sind  ihm  alles;  die  hand- 
habt er  mit  Meisterschaft,  spaltet  sie,  setzt  sie  einander  entgegen, 
lässt  sie  ineinander  umschlagen,  wie  er  es  bei  Hegel  gelernt  hat; 
mit  ihnen  glaubt  er  die  Welt  umspannen,  aus  ihnen  einen  durch- 
sichtigen, verstandesmässig  fassbaren  Zusanmienhang  der  Dinge  er- 
rechnen zu  können,  und  daran  setzt  er  seinen  ganzen  ungewöhnlichen 
Scharfsinn.  Aber  die  Dinge  und  Menschen  ftlgen  sich  dem  Begriffe 
nicht;  sie  bleiben  in  ihrer  individuellen  Lebendigkeit  und  Bestimmt- 
heit solcher  blossen  Begriffsmechanik  unfassbar.  Darum  ist  es  auch 
Marx  stets  verborgen  geblieben,  wie  stark  sein  scheinbar  rein  ver- 
standesmässig konstruiertes  Weltbild  von  seiner  eigenen  individuellen 
Natur,  von  seinen  Wünschen,  von  seiner  Vorstellung  dessen,  was  sein 
solle,  was  recht,  gut  und  menschenwürdig  sei,  beeinflusst  gewesen  ist 
Dass  dies  der  Fall  war,  erkennt  auch  W.  im  Anschlüsse  an  frühere 
Kritiker  der  marxischen  Lehren   an. 

Im  letzten  Teile  seines  Buches,  der  „systematiachen  Kritik  des 
Marxismus^  entwickelte  W.  seine  eigene  Geschichtsphilosophie,  die  er 
trotz  einzelner  Abweichungen  als  übereinstimmend  mit  den  eigentlichen 
Grundgedanken  von  Marx  und  Kant  nachzuweisen  sucht.  Auf  diese 
Seite  der  Arbeit  kann  hier  nicht  näher  eingegangen  werden;  auch 
hat  W.  seine  eigenen  Meinungen  schon  in  anderen  ausführlicheren 
Arbeiten  niedergelegt  Nur  das  sei  nochmals  betont,  dass  seine  Ge- 
schichtsphilosophie („der  psjcho-technische  Parallelismus^^  S.  406)  in 
Wahrheit  mit  dem  Marxismus  ganz  unvereinbar  ist,  da  sie  die  Selbst'- 
ständigkeit  der  ideellen  Triebkräfte  im  Menschen  gegenüber  den  ökono- 
mischen Verhältnissen  voraussetzt.  W.  selbst  sagt  zwar  (S.  384): 
„An  diesem  Punkte  scheiden  sich  freilich  die  unvereinbaren  Wege  des 
Idealisten  und  Materialisten^^;  aber  trotzdem  sucht  er  sie  rastlos 
weiter  zu  vereinigen. 

Wenn  W.   auch   in  diesem  Buche   weder  seine  eigentliche  These 
bewiesen    noch   den    entscheidenden   Punkt   für    das  Verständnis  und 


Kritiken.  243 

die  Kritik  des  historischen  Materialismus  gefunden  hat,  so  hat  er 
doch  manche  Anregung  gegeben,  und  besonders  dafür  gebührt  ihm 
Dank,  dass  er  die  Anhänger  des  Marxismus  wieder  und  wieder  auf 
die  Fehler  hinweist,  die  aus  ihrer  groben  Unkenntnis  der  Philosophie 
erwachsen.  Ob  das  etwas  nützen  wird,  ist  freilich  eine  andere  Frage. 
Leipzig.  Erich  Brandenburg. 

Leo  Bloch.  Die  ständischen  und  sozialen  Kämpfe  in  der  römischen 
Bepublik.  Aus  Natur  und  Geisteswelt,  22.  Bändchen.  Leipzig, 
B.  G.  Teubner  1900.  156  S.  kl.  8^. 
Das  flott  geschriebene  Büchlein  ist  aus  einer  Anzahl  von  Vor- 
trägen hervorgegangen,  die  im  Jahre  1898  vor  jungen  Handelsangestellten 
im  kaufinännischen  Verein  zu  Zürich  gehalten  wurden.  Obwohl  es 
wie  die  Vorträge  für  den  Gebrauch  des  Laien  im  weitesten  Sinn  des 
Wortes  bestimmt  ist,  hat  der  Verf.  doch  nicht  ausschliesslich  die 
Vulgata  zur  Darstellung  gebracht,  sondern  mehrfach  seinen  ab- 
weichenden persönlichen  Standpunkt,  „welcher  vielfach  die  Mitte  zu 
halten  sucht  zwischen  dem  neuesten  Skeptizismus  und  eben  jener 
Vulgata^,  vertreten.  Die  wissenschaftliche  Begründung  der  neuen 
Aufstellimgen  soll  denmächst  folgen;  so  lange  wird  man  mit  einem 
abschliessenden  urteil  noch  zurückhalten  müssen.  Das  aber  glaube 
ich  schon  jetzt  aussprechen  zu  dürfen:  der  Verf.  wird  bei  seinem 
einseitig  demokratischen  Standpimkt  der  aristokratisch-bäuerlichen 
Entwicklung  des  römischen  Staates  nie  ganz  gerecht  werden  können. 
Sr  redet  sich  z.  B.  ein,  dass  mit  dem  Sieg  der  Plebs  in  Rom  die 
Demokratie  geschaffen  worden  sei,  und  dass  diese  die  römische  Gross- 
machtspolitik  eingeleitet  habe,  obwohl  er  S.  2  ganz  richtig  festgestellt 
hat,  dass  die  Römer  überhaupt  keine  Grossmachtspolitik  getrieben, 
sondern  ,4hre  Weltmacht,  wie  widerspruchsvoll  es  auch  klingen  mag, 
wider  Willen  enimgen^^  haben.  Ausserdem  ist  nicht,  wie  der  Verf. 
S.  64  sich  ausdrückt,  „die  Grossmachtspolitik  im  Altertume  eine 
nahezu  notwendige  Begleiterscheinung  der  Demokratie^.  Eher  das 
Gegenteil  ist  der  Fall.  Die  gracchische  Agrarpolitik  bezeichnet  Bl. 
als  rückschrittlich,  während  er  andererseits  die  dadurch  eingeleitete 
kolonisatorische  Arbeit  und  die  daraus  folgende  Dezentralisation  als 
einen  Fortschritt  preist.  Das  eine  ist  ohne  das  andere,  zumal  bei 
einem  Bauemvolk,  nicht  denkbar.  Wenn  man  fragt,  was  die  Gracchen 
und  ihre  Nachfolger,  statt  Agrarpolitik  zu  treiben,  hätten  thun  sollen, 
so  hören  wir  (S.  100):  sie  hätten  „nach  der  höheren,  die  neuen 
Mittel  ausnutzenden  Kulturform  streben,  eine  neue  Gesellschaftsordnung 
auf  die  Mannigfaltigkeit  der  produktiven  und  rezeptiven  Fähigkeiten 
hin    begründen^    sollen!     Dementsprechend    wird    S.   110    den    ihnen 

17* 


244  Kritiken. 

Nahestehenden  vorgeworfen:  .,Wie  überhaupt  ein  Weltreich  ohne 
Freizügigkeit  sich  zu  seiner  Kultur  höhe  (!)  entwickeln  sollte,  dar- 
nach fragte  man  auf  dieser  Seite  schon  gamicht/^  Dass  man  eine 
„höhere  Kulturform",  eine  „neue  Gesellschaftsordnung",  „seine  Kultur- 
hohe"  nicht  von  heute  auf  morgen  erreicht,  weiss  der  Verf.  aber  sehr 
wohl;  doch  sagt  er,  wie  das  mehrfach  bei  ihm  zu  beobachten  ist,  die 
höhere  Weisheit  erst  an  einer  späteren  Stelle,  wo  dann  in  der  Regel 
die  früher  gescholtenen  in  einem  viel  besseren  Lichte  erscheinen,  so 
wenn  es  S.  155  heifst:  „Was  die  grossen  (!)  Tribunen  zu  früh  an- 
gestrebt hatten  und  trotz  aller  krampfhaften  Anstrengungen  nicht 
hatten  durchsetzen  können,  ging  nunmehr,  da  es  reif  war  (in  der 
Kaiserzeit),  wie  von  selbst  in  Erfüllung."  Die  besten  YolksfÜhrer  vor 
Sulla  sind  noch  die,  welche  schon  die  monarchische  Idee  in  ihren 
ursprünglichen  Plan  aufgenonmien  hatten,  und  das  war  nicht  nur 
C.  Gracchus,  sondern  auch  Marius,  Satuminus,  Livius  Drusus!  Sülls 
hat  „diese  rein  zerstörende  Demokratie"  beseitigt,  ein  „Glück  für  die 
menschliche  Kultur  im  allgemeinen  und  für  die  Demokratie  im  be- 
sonderen" (S.  136).  Tot  war  indessen  nach  Sulla  „die  wahre  Demokratie, 
die  soziale",  noch  nicht  (S.  144).  Die  Hauptführer  dieser  sozialen 
Demokratie  aber,  die  vor  allem  bei  dem  Landproletariat  Rückhalt 
suchte,  waren  Servilius  Rullus  und  Catilina,  ihr  Hauptgegner  war 
Cicero,  „der  Vertreter  des  Ordnungskartells".  Das  einzig  Ueble  an 
Rullus  und  Catilina  war,  „dass  sie  die  Sozialreform  für  vereinbar  mit 
einem  republikanischen  Weltreich  hielten"!  Ich  stehe  auf  dem  Stand- 
punkt Poehlmanns  (Antiker  Konununismus  und  Sozialismus  IE  S.  524  A.  1), 
dass  man  sich  hüten  müsse,  „an  Stelle  der  antiken  Catilinalegende 
nur  eine  moderne  zu  setzen".  Auch  die  Lobpreisung  „der  monarchischen 
Lösung",  wovon  das  Schlusskapitel  handelt,  schiesst  weit  über  das 
Ziel  hinaus.  Das  römische  Reich  wäre  wohl  nicht,  oder  wenigstens 
nicht  so  schnell  untergegangen,  wenn  die  Kaiser,  wie  S.  155  behauptet 
wird,  „Italien  zur  Gesundung"  geführt  hätten,  und  der  Gedanke  der 
menschlichen  Brüderlichkeit  hat  nicht  in  der  Kaiserzeit  zuerst  seinen 
Ausdruck  gefunden,  sicher  nicht  zuerst  „in  dem  schliesslich  den  ganzen 
Erdkreis  umspannenden  Bürgerrecht  und  in  der  ebenso  umfassenden 
römischen  Religion,  die  schon  lange  vor  Constantin  dem  Grossen 
das  Christentum  gewesen  ist."  Mit  diesem  Satz,  in  dem  eigent- 
lich jedes  Wort  falsch  ist,  schliesst  die  Arbeit. 

Als  der  Modernsten  einer  hält  sich  der  Verf.  möglichst  fem  von 
der  „Personalgeschichte",  wie  er  im  Vorwort  sagt,  und  stellt  „nur  das 
allgemein  Interessante,  d.  h.  die  Sozialgeschichte"  dar.  Wo  er  sich 
ausnahmsweise  oder  andeutungsweise  auf  jenes  Gebiet  wagt,  strauchelt 
er  tüchtig.      Sulla   ist  nichts  als  eine  soldatische   Natur,   er  rangiert 


Kritiken.  245 

auf  einer  Stufe  mit  Pompejus.  Marius  ist  im  Anfang  seiner  Laufbahn 
ein  „besonnener  Politiker"  (S.  123),  nachher  aber  wird  er  immer  dümmer 
nnd  eitler,  in  seinem  6.  Konsulat  endlich  erbringt  er  „den  Nachweis 
gänzlicher  politischer  Unfähigkeit"  (S.  134).  Motiviert  wird  dieser 
Umschlag  mit  einem  jener  mehrfach  begegnenden  phrasenhaften  and 
absolut  nichtssagenden  Sätze:  „Es  scheint,  als  hätte  der  starke  Dnft 
der  Kriegslorbem  seinen  nüchternen  Verstand  umnebelt"  (S.  123). 
Phrasen  gehören  auch  nicht  in  ein  populär  geschriebenes  Bnch. 
Giessen.  Ernst  Kornemann. 

Charles  Diehl^  Justinien  et  la  civilisation  bjzantine  an 
yp  siecle.  Monuments  de  Tart  byzantin  publies  sous  les  au- 
spices  du  ministere  de  Tinstruction  publique  et  des  beaux-arts. 
Paris,  E.  Leroux  1901.  XL,  696  S.  8®  mit  8  Tafebi  und  209  Ab- 
bildungen im  Texte. 
Zu  meiner  kurzen  Anzeige  dieses  vorzüglichen  Buches  in  der 
Deutschen  Litteraturzeitung  1901,  Sp.  2975  möchte  ich  einiges,  das 
sich  dort  nicht  ausf[lhren  liefs,  an  dieser  Stelle  nachtragen.  Der  Typus 
Justinians  und  Theodoras,  wie  ihn  Diehl  in  seinem  Buche  geradezu 
meisterhaft  geprägt  hat,  wird  wohl  dauernd  in  Geltung  bleiben.  Nicht 
80  —  soweit  meine  Erfahrungen  reichen  —  das  Gesamtbild  der  byz. 
Zivilisation,  das  Diehl  gleichzeitig  entworfen  hat.  Für  Diehl  ist  die 
byz.  Zivilisation  im  Wesen  doch  noch  eine  römische;  am  deutlichsten 
tritt  das  hervor  in  der  Stellung,  die  er  bei  Schilderung  der  religiösen 
Streitigkeiten  einnimmt:  Er  steht  auf  römischem  Standpunkt.  Darin 
dürfte  eine  von  seinen  Studien  über  das  byz.  Afrika  und  das  Exarchat 
von  Ravenna  her  gewohnheitsmassig  gewordene  Art  der  Anschauung 
zur  Geltung  kommen.  Dort  war  das  gewiss  am  Platze.  Sobald  aber 
Diehl  auf  das  Zentrum  der  byz.  Macht,  auf  Konstantinopel  selbst 
überging,  musste  er  vollständig  umsatteln.  Die  byz.  Zivilisation  der 
Zeit  Justinians  ist  eine  durch  und  durch  orientalische.  Der  Umschwung 
vollzieht  sich  seit  Diokletian  und  früher,  die  beiden  Jahrhunderte, 
denen  man  den  Namen  nach  Konstantin  und  Theodosius  geben  kann, 
das  4.  und  5.  führen  im  Osten  ein  vollständiges  Verblassen  der  römischen 
Tünche  mit  sich;  das  was  darunter  hervortritt,  ist  nicht  so  sehr  der 
griechische  Hellenismus,  als  eine  viel  ältere  Schicht,  die  voralexandri- 
nische,  mit  ihren,  den  Hauptteilen  des  Orients,  Kleinasien,  Syrien  und 
Aegypten,  eigenen  Völkercharakteren.  Gerade  im  Zeitalter  Justinians 
ist  diese  Wandlung  vollzogen  und  eine  neue  Einheit,  die  byzantinische 
voll  ins  Leben  getreten.  Wenn  ich  diese  Zivilisation  zu  schildern 
hfitte  —  auf  meinem  beschränkten  Gebiete,  dem  der  bildenden  Kimst, 
wird  das  über  kurz  oder  lang  geschehen  müssen,  —  dann  würde  ich 


246  Kritiken. 

von  den  vorgriechischen  Verhältnissen  des  Orients  ausgehen,  die  helle- 
nistische   und  römische   Zeit  als   eine   Torühergehende  behandeln  und 
die    Wurzeln    jener    eigentümlichen    Kulturerscheinung,    die    wir  die 
byzantinische   nennen,    in   dem   Wiedererstarken   der   alten   nationalen 
Individualitäten  snchen.    Und  ich  meine  fast,  der  Leser  des  Diebischen 
Buches  muss  das   deutlich   empfinden,  wenn  er  sich  die  Männer  und 
Frauen  ansieht,  die  in  dem  grossen  Drama  handelnd  auftreten;  es  sind 
Kleinasiaten,  Syrer  imd  Aegypter,  an  ihrer  Spitze  Theodora.     Ein  gut 
Teil  des  Wankelmutes  im  Charakter  Justinians  erklärt  sich  eben  daraus, 
dass  Justinian  selbst   kein   vollwertiger   Orientale  ist,   zwischen  B/om. 
und  dem  Orient  hin  und  her  laviert.     Mit  seiner  religiösen  Haltung  hat 
er   die    besten  Kräfte  seiner  Macht  ausgemerzt  und  die   eigentlichen 
Träger  des  Staates,  an  dessen  Spitze  er  gestellt  war,  vernichtet.    Was 
die  Hugenotten -Kriege   für  Frankreich,    der  dreissigjährige  Krieg  f&r 
Deutschland  waren,  das  bedeuten  die  Religionswirren  auch  f&r  Byxanz. 
Es  heisst  m.  E.  das,  was  Justinian  und  dem  Reiche  Not  tat,  vollständig 
verkennen,  wenn  man  davon  spricht,  die  römische  Kirche  sei  beleidigt 
und  erniedrigt  und  die  Häresien  des  Orients,  voran  der  Monophysitis- 
mus  nicht  ausgetilgt  worden.    Jemand,  der  sich  in  die  Volksseele  des 
Orients  hineindenkt  und  der  byz.  Zivilisation  gerecht  werden  will,  musi 
bedauern,  dass  Justinian  eine  Zeit  lang  auf  den  römischen  Papst  hörte 
und  nicht  von  vornherein  die  richtige  Einsicht  Theodoras,  die  zeitlebens 
auf  Seite    der  Monophysiten    stand,    mit  aller  Entschiedenheit  ange- 
nommen hat.     Diehl  misst  mit  ungleichem  Mass:   Rom  findet  ihn  als 
Streiter  für  sich,  der  Orient  als  Gegner.     Das  dürfte  in  einem  Buche, 
das  dem  Wesen  der  byz.  Zivilisation  gerecht  werden  will,  nicht  sein. 
In   der    Missachtung,    besser    Unkenntnis    der    durchschlagenden   Be- 
deutung des  orientalischen  Elementes  im  altbyzantinischen  Wesen  steht 
Diehl  nicht  allein.     Man    lese    Krumbachers    Einleitung   zur    zweiten 
Auflage   seiner  Litteraturgeschichte:   er    geht  so   gut  wie  ahnungslos 
an   diesem   wichtigsten    Phänomen    vorüber,    die    Byzantiner  sind  fttr 
ihn  Griechen  —  weil   sie  griechisch  sprechen?     Dann   ist  das  öste^ 
reichische  Parlament  reichsdeutsch.     Die  Byzantiner  brauchen,  als  640 
die    orientalischen    Kemprovinzen,    Syrien  und  Aegypten  ausschieden, 
zwei   volle   Jahrhunderte  um   sich   auf  ihr  Griechentum   zu   besinnen. 
Doch  davon  an  anderer  Stelle.     Hier  möchte  ich  nur  meine,  auf  Orond 
des    Studiums   der  bildenden   Kunst   gewonnene   Erkenntnis  vertreten, 
dass  gerade  das  Zeitalter  Justinians  am  deutlichsten  den  orientalischen 
Kern   der   altbyzantinischen    Zivilisation    widerspiegelt      Diehl   möge 
daher  verzeihen,  wenn  ich  an  seinem  Standard  work  in  dieser  Richtung 
Kritik  übe. 

Graz.  Josef  StrzygowskL 


Kritiken.  247 

Dr.   Raimund    Friedr.   Kalndl,    Studien    zu  den  ungarischen 
Geschiclitsqu eilen.      Archiv    für   österr.    Geschichte.      Bd.    81 
(1894),  82  (1895),  84—85  (1898),  88  (1899)  und  89  (1900). 
Auch   im   Sonder- Abdruck  (Wien,   Gerold)   erschienen. 
Im  Anschluss  an  seine  1893  erschienenen  „Beiträge  zur  älteren 
ungarischen   Geschichte",    in    denen    sich   Prof.   Kaindl    über  die 
Einführung  des  Christentums  und  über  die  Anfänge   der  christlichen 
Organisation  in  Ungarn  verbreitete,   zog  er  neuestens  eine  Reihe  von 
quellenkritischen    Fragen    heran.     In    Studie  I — 11    besprach    er    das 
Verhältnis    der   Hartvici    Vita   S.   Stephani    zu    der  Vita  maior  und 
Vita  minor.     Im  Gegensatz  zu  anderen  neueren  Forschem  hält  er  an 
der  Autorschaft  Hartwichs  fest  und  setzt  die  Entstehung  seiner  Vita 
in  den  Anfang  des  XIL  Jahrhunderts,    ursprünglich  hatte  Hartwichs 
Legende  keine  Berührung  mit  den   zwei  andern  Vitae,  von  welchen 
übrigens  die  Vita  maior  älter  sein  dürfte,  als   das  Opus  Hartwichs. 
—  In  Studie  HL  behandelt  Kaindl  die  ungar.-polnische  Chronik, 
welche   ein  Kleriker  slavischer  Abkimft  ca.   1200   in  Gran  verfasste; 
gegen  Ende   des  XIY.   Jahrhunderts  wurde    sie   in  Polen  mit  polen- 
freundlichen  Nachrichten  interpoliert     Im  Anhang  bespricht  der  Ver- 
^BLSser    die    von    Ketrzyriski   besorgte  Ausgabe    eines  Auszuges    dieser 
Chronik.  —  In  Studie  FV  erklärt  er  die  Stiftungsurkunde  Stefans  I. 
für  Martinsberg  (Pannonhalma)  für  eine  bald  nach  Stefan  angefertigte, 
echte  Kopie;  nur  das  Datum  (1002)  und  die  Notiz  unter  der  Datums- 
zeile sei  interpoliert.  —  In  Studie  V  verfolgt  er  die  Schicksale  der 
sog.  Annales  Albenses  (od.  Posonienses),  deren  älteste  Teile  zwischen 
997 — 1127  in  Stuhlweissenburg  entstanden.    Selbe  wurden  im  Kloster 
Sz^plak  bei  Kaschau  bis  1177  und  im  Kloster  Jdszo  bis  12ü3  fort- 
gesetzt.    Eine  Hd.   der  Annalen  gelangte  ins  Kloster  Taxen  (?)  und 
von  dort  in  den  Besitz  des  Pressburger  Kapitels.    Als  Gesamtbezeich- 
nnng  schlägt  Kaindl  die  Benennung:  „Annales  veteres  Hungarici^^ 
vor.      Diese  Annalen    haben    selbständigen  Wert,    beruhen    nicht  auf 
der    sogenannten    nationalen   Grundchronik   und    enthalten    auch    das 
erste    (beigegebene)  Königsverzeichnis    nach  Begierungsjahren.   —   In 
Studie  VI  verfolgt  Kaindl  die  Spuren  der  schon  im  XI.  Jahrhundert 
begonnenen  und  bis  Ladislaus  L  herabgeführten  Graner  Aufzeich- 
nungen. —  In  Studie  VH  beginnt  er  die  systematische  Untersuchung 
jener  15  alten  ungarischen  Chroniken,  welche  sämtlich  auf  der 
Ofher  Minoriten-Chronik  beruhen.     Er  weist  nach,   dass   der  Grund- 
stock dieser  Chroniken  kein  einheitlicher  gewesen  sein  kann  und  dass 
der  Mönch  Alberich  von  Trois-Fontaines  und  die  genannten  Chroniken 
bis    zum   Ende    des  XL   Jahrhunderts    aus    einer    gemeinsamen    alten 
ungarischen    Quelle    schöpften,    die    wir    nicht    mehr    besitzen.      Der 


248  Kritiken. 

Inhalt  dieser  älteren,  um  1235  schon  vorhandenen,  als  Gesta  Hnnga- 
rorum  (vetera)  bezeichneten  Aufzeichnungen  mag  Nachrichten,  über 
den  ürspnmg,  die  Urheimat  und  Wanderung  der  Magyaren,  ihre 
Niederlassung  in  Pannonien  und  die  Königsgeschichte  bis  Ende  des 
XI.  Jahrhunderts  umfasst  haben.  Ausser  Albench  und  den  Mönch 
Richard  schöpften  um  1275  auch  Keza  und  der  anonyme  Notar  ans 
diesen  Gesta.  —  Um  das  Jahr  1300  entstand  dann  die  Nationale 
Grundchronik  des  Ofener  Minoritenklosters,  welche  gleich&Us 
die  Gesta,  femer  Kezas  Hunnengeschichte  ausschrieb  und  auch  ein 
chronologisches  Königs  Verzeichnis  benutzte,  von  der  Zeit  Ladislaus  IV. 
angefangen  aber  selbständige  Nachrichten  enthält.  Dieser  Grand- 
chronik entsprossen  nun  eine  Reihe  Redaktionen,  welche  fast  samtiidi 
mit  dem  Jahre  1333  abbrechen.  —  In  Studie  Vni  würdigt  Kaindl 
die  Gesta  vetera  einer  noch  eingehenderen  Untersuchung.  Sie  ent- 
standen zur  Zeit  Colomannus  oder  bald  darauf  und  zwar  in  Grao, 
und  benützten  ausser  den  oben  erwähnten  Graner  Au&eichnungen 
Regino  und  bis  1046  die  Annales  Altahenses;  im  übrigen  schöpfte 
der  Verfasser  aus  der  Ueberlieferung.  Ihr  Wert  ist  ein  geringer.  — 
Studie  IX  ist  den  Gesta  Hungarorum  des  Anonymus  ge- 
widmet, dem  Kaindl  auch  die  Benutzung  einiger  noch  nicht  nach- 
gewiesener Quellen  nachweist.  Den  Notar  hält  er  för  einen  Zeit- 
genossen Bela  des  IV.,  die  Entstehung  der  Chronik  setzt  er  ums  Jahr 
1275  an;  über  ihren  Wert  urteilt  er  milder,  als  Rössler  und  Dümmler 
es  gethan.  Von  Wichtigkeit  seien  die  Mitteilungen  über  Siebenbüi^ 
und  die  Angaben  über  Besitz-  und  Familienverhältnisse.  —  Studie 
X  hat  die  Gesta  Hungarorum  von  Keza  zum  Vorwurf,  der  seiner 
ungarischen  Chronik  die  erste  ausführlichere  Hunnengeschichte  voran- 
stellte. Nach  Nachweis  seiner  Quellen  betont  Kaindl,  dass  der  Haupt- 
wert Kezas  auf  der  Benützung  der  alten  Gesta  Hungarorum  vetera 
beruhe;  für  die  Zeiten  Ladislaus  IV.  ist  er  zwar  Zeitgenosse,  bietet 
aber  auffälliger  Weise  wenig  Wertvolles.  Studie  XI  handelt  gleidi 
Studie  Vn,  doch  eingehender  über  die  Ofner  Minoritenchronik, 
welche  ca.  1300  aufgezeichnet  und  bis  1342  fortgeführt  wurde.  So- 
dann untersucht  Kaindl  das  Verhältnis  der  erwähnten  15  Chroniken 
unter  einander  und  zu  ihrer  gemeinsamen  Vorlage  und  stellt  die 
gewonnenen  Resultate  in  Stanmibaumform  übersichtlich  zusanmien. 
In  Nr.  Xn  beschäftigt  sich  Kaindl  mit  einigen  kleineren  Geschichti- 
quellen,  deren  Spuren  in  diesen  Chroniken  (so  auch  bei  Muglin  und 
in  der  sog.  Bilderchronik)  nachweisbar  sind.  Mit  einer  Betrachtimg 
der  Chronik  des  Johannes  von  Kükkülö  und  der  letzten  AuslSnfef 
der  wenigstens  teilweise  auf  der  Grundchronik  beruhenden  übrigen 
Quellen  schliessen  die  „Studien".    Rühmend  darf  hervorgehoben  werdeoi 


Kritiken.  249 

dass  Prof.  Kaindl  den  schwer  zugänglichen  und  spröden  Stoff  völlig 
beherrscht  und  dass  ihm  Ton  der  neueren  ungarischen  Fachlitterator 
nur  wenig  entging.  Die  Beweisführung  ist  klar  und  streng  kritisch, 
die  gewonnenen  Resultate  zumeist  überzeugend  und  auch  wo  sie  zum 
Widerspruch  reizen,  beherzigenswert.  Sonder  Zweifel  hat  sich  Prof. 
Kaindl  um  die  Aufklärung  der  alten  ungarischen  Geschichtsquellen 
wirkliche  Verdienste  erworben.  Baummangels  halber  wird  der  Unter- 
zeichnete einige  Bemerkungen  dem  Verfasser  brieflich  übermitteln. 
Budapest.  Ludw.  Mangold. 

Prof.  Dr.  Wiegand,  Kais.  Archivdirektor,  Zur  Geschichte  der  Hoh- 
königsbiu-g.  Eine  historische  Denkschrift  mit  ausgewählten  urkimd- 
lichen  Beilagen.  Als  Manuskript  gedruckt.  Strassburg,  Heitz 
u.  Mündel,  1901.  XV  und  115  S.  gr.  4®. 
Die  vorliegende  Arbeit  ist  durch  die  elsass-lothringische  Regierung 
veranlasst  worden.  Sie  giebt  in  95  Nummern  ausser  3  Quellenaus- 
zügen über  100  meist  ungedruckte  Urkunden  aus  elsässischen,  schwei- 
zerischen, österreichischen  und  französischen  Archiven  teils  vollständig, 
teils  im  Regest;  die  bei  weitem  grösste  Zahl  stammt  aus  den  Bezirks- 
archiven zu  Kolmar  und  Strassburg  und  aus  dem  Statthaltereiarchiv  zu 
Innsbruck.  Die  ersten  32  Nunmiem  reichen  vom  Jahre  774  bis  zum 
Jahre  1521,  in  dem  die  Verwaltung  der  kurz  vorher  in  unmittelbaren 
kaiserlichen  Besitz  übergegangenen  Burg  neu  geregelt  wurde;  sie  sind 
im  wesentlichen  für  die  äusseren  Schicksale  und  Besitzverhältnisse 
wichtig.  Dann  beginnen  die  Inventare,  die  Baubesichtigungsprotokolle, 
die  Baurechnungen  und  die  Korrespondenz  über  die  Erhaltungs-  und 
Ausbesserungsarbeiten,  welche  über  die  Raum  Verteilung  und  die  Aus- 
möblierung, über  die  Armierung  und  die  Garnison,  die  Wassergewinnung 
und  die  Befestigung  reichlichen  Aufschluss  geben.  Sodann  folgen 
einige  Urkunden  über  die  Einnahme  und  Zerstörung  der  Burg  durch 
die  Schweden  (1633)  und  über  den  Uebergang  der  Herrschaft  gleichen 
Namens  an  Henri  de  Boug  (1770).  Den  Beschluss  macht  ein  Ab- 
druck aus  den  auf  der  Strassburger  Landesbibliothek  befindlichen 
handschriftlichen  Notizen  PfefQngers  über  die  Hohkönigsburg  aus  der 
Zeit  um  1800. 

Dem  Abdruck  der  Urkunden  geht  in  Form  einer  kurzen  Ein- 
leitung die  eigentliche  Denkschrift  voraus,  die  als  Vorarbeit  für  eine 
umfassendere  Geschichte  der  Burg  anzusehen  ist,  für  die  Wiegand^ 
wie  verlautet,  inzwischen  noch  sehr  bedeutendes  Urkundenmaterial  zu 
finden  das  Glück  gehabt  hat.  Sie  baut  sich  streng  sachlich  auf  den 
Akten  auf.  Für  die  ältere  Zeit  bis  zur  Belehnung  der  Grafen  von 
Thierstein  mit  der  Burg  bleibt  bei  dem  bisher  vorhandenen  dürftigen 


250  Kritiken. 

Nachrichtenmaterial  noch  manches  dunkel;   auch   wird   durch  die  im 
Mittelalter    unzweifelhaft    beträchtliche    Häufigkeit    des    BurgnameBi 
„Königsbergs^    (naturlich   in   verschiedenen  dialektischen   Formen)  die 
Einsicht   erschwert.     Wenn   nicht   alles   täuscht,   so  beziehen  sich  die 
die  Rathsamhauseu  und  die  Hohenstein  betreffenden  Urkunden  (No.  5 
von  1267,  No.  6  von  1276,  No.  11  von  1398,  No.  12  von  1417  mid 
No.  13  von  1442)  überhaupt  nicht  auf  die  Hohkönigsburg.     Darüber 
werden  wohl  Wiegands  weitere  Forschungen  Klarheit   bringen.    Der 
in  den  Urkunden  No.  4  von  1250  und  No.  7  von  1316,  auch  Seite  IV 
und  y   neben   St.  Pilt   erwähnte   Ort  heisst  nicht   EnSheim,    sondan 
Enzheim;  gemeint  ist  das  Dorf  dieses  Namens  unweit  Strassburg;  in 
No.  30  von  1521   ist  statt  „Schloss  und  Stadtgemeinde^  jedesmal  n 
lesen  „Schloss  und  Stadt  Gemünd^^;   der  Zusatz  ,4m  Westlich"^  leigt, 
dass   Saargemünd    gemeint    ist.     Im   übrigen  fasst  Wiegand   das  ge- 
samte Ergebnis  der  Akten  in  knapper  inhaltreicher  Darstellung  n- 
sammen   und  hebt   absichtsvoller  Herabsetzung  gegenüber   namentlidh 
hervor,  dass,  wie  ein  Bericht  der  vorderösterreichischen  Regierung  be- 
tont,  die  Burg   „nit   ain   gemain   siecht  haus,   sonnder  ain   treiflidH 
ortsloss,  daran  Kn  Majestät  unnd  den  vordem  erblannden  vil  gelegen", 
gewesen  ist,   und   dass   sie   als   ein  Besitztum   dreier   grosser  Königi' 
geschlechter,  der  Hohenstaufen,  der  Habsburger  und  der  HohenzoUen, 
ein   Anrecht    auf   besondere    Berücksichtigung    seitens    des    deutsdioi 
Volkes    hat.     Ob    allerdings    für   die   Wiederherstellung  die  Angäbet 
der  Urkimden   bis  ins  Einzelne  hinreichen,  ist  fraglich;   darum  ist  n 
wünschen,   dass   der   leitende  Baumeister  sich  nicht   zu   Ängstlich  be- 
mühe, das  Kleinste  aus  den  Akten  heraus-  oder  in  sie  hineinzuleso, 
sondern   dass   er  aus  dem  Geist  der  Zeit  heraus,   der  die  Anlage  dar 
Hauptsache   nach  angehört,   auf  jenem  weitschauenden,   hochragendei 
Felskegel  ein  möglichst  bedeutendes  Bauwerk  schaffe. 

Strassburg,  August  1901.  E.  v.  Borries. 

j 
Guido  Bonolis:    La    giurisdizione    della    Mercanzia    in   Firenze  ad    t 
secolo  XIV.     Saggio    storico-giuridico.     Firenze    (Seeber)   1901;     ; 
131   S. 

Vor  einiger  Zeit  habe  ich  in  diesen  Blättern  darauf  hingewieses, 
wie  notwendig  es  sei,  einmal  im  Zusammenhang  die  Erscheinung  der 
italienischen  Zimftbünde  in  den  mittelalterlichen  Städten  als  eigeor 
tümlicher  Formen  ihres  politisch -wirtschaftlichen  Lebens  zu  unter 
suchen  und  dem  merkwürdigen  Parallelismus  derselben  mit  genuur 
bekannten  Institutionen  der  germanischen  Kultur,  den  Kaufinannt- 
gilden,  nachzugehen.  —  Ohne  an  die  letztgenannte  Aufgabe  heran- 
zutreten,  hat   Bonolis   in   einer  kleinen  Schrift  über  die  JorisdiktioB 


Kritiken.  251 

der  Mercanzia  in  Florenz,  die  als  erster  Teil  einer  grösseren  dieser 
Institation  gewidmeten  Abhandlung  erscheint,  einleitend  diese  Zunft- 
bünde  kurz  dargestellt,  um  sich  so  das  Gesichtsfeld  für  die  florentiner 
Mercanzia  abzustecken,  die,  wenn  auch  mit  dem  gleichen  Namen  be- 
zeichnet  wie  jene  Zunftvereine,  dennoch  von  diesen  wesentlich  ver- 
achiedenen  Charakters  ist.  Gern  hätte  man  diesem  ersten  Kapitel 
etwas  grössere  Ausdehnung  und  mehr  Vertiefung  in  die  Kausalität 
der  Entwickelung  gewünscht;  weder  ist  bei  der  Aufzählung  der  Zunft- 
blinde  Vollzähligkeit  auch  nur  auf  Grund  des  gedruckten  Materials 
erreicht  —  auf  die  überaus  charakteristischen  Formen  der  Mercadanzia 
bi  Parma,  der  societas  paraticorum  in  Novara,  der  societas  mercatorum 
in  Como,  der  consules  utriusque  mercanzie  in  Siena,  der  mercanzia 
in  Born,  der  societas  Santi  Stephani  in  Vercellae,  hätte  wenigstens 
mit  einem  Worte  hingewiesen  werden  sollen  — ,  noch  ist  auf  die  von 
Qoldschmidt  angeregte  Frage  eingegangen,  ob  es  sich  bei  diesen  Er- 
■eheinungen  nicht  um  üeberbleibsel  alter  Gesamtgilden  germanischen 
Ursprungs  handelt.  —  Auf  sein  eigentliches  Thema  übergehend  hebt 
dann  der  Verfasser  im  Anschluss  an  die  Forschungen  des  Referenten 
ndt  Recht  die  tiefe  Kluft  hervor,  die  die  berühmte  Florentiner  Mer- 
eanada  von  allen  diesen  Institutionen  scheidet:  Dort  ein  Bund  von 
mehr  oder  minder  selbständigen  Einzelkorporationen,  die  den  grössten 
Teil  ihrer  Souveränität  an  diesen  abtreten,  hier  —  das  hätte  vielleicht 
noch  schärfer  betont  werden  können  —  weniger  ein  Bund  der  Kor- 
porationen, mit  eignem  korporativen  Leben,  eigner  Rechtspersönlich- 
keit, als  eine  genossenschaftliche  Behörde,  die,  je  länger  je  mehr  eine 
gegenüber  den  Zünften,  aus  denen  sie  hervorgeht,  selbständige  Stellung 
erhält:  ein  unterschied,  den  man  etwa  mit  dem  zwischen  Staaten- 
bund und  Bimdesstaat  in  Parallele  setzen  könnte.  —  Man  kennt  ja 
Mit  Lastigs  Untersuchungen  die  Anfänge  der  Florentiner  Mercanzia; 
ihr  Hervorgehen  aus  dem  Bestreben  der  Zünfte  gegenüber  dem  über- 
wuchernden handelsfeindlichen  Unwesen  der  Repressalien  einen  wirk- 
sameren Schutz  zu  schaffen,  als  ihn  die  einzelne  Handelszunft,  als  ihn 
die  allgemein -staatlichen  Organe  zu  bieten  vermochten;  dann  die 
Verleihung  staatlicher  Exekutive,  die  dem  Bund  der  Zünfte  fast  un- 
mittelbar nach  seiner  Begründung  zu  teil  wurde.  Bonolis  Verdienst 
ist  es  nun,  nicht  nur  diese  Anfänge  in  helleres  Licht  gesetzt,  sondern 
anch  die  glückliche  und  energische  Weiterentwickelung  der  Institution 
im  14.  Jahrhundert  an  der  Hand  des  überaus  reichlich  fliessenden 
ürkundenmaterials  zuerst  eingehend  dargestellt  zu  haben;  zunächst 
allerdings  nur,  soweit  ihre  Jurisdiktion  in  Betracht  konmit.  Schälen 
wir  die  Grundzüge  der  Entwickelung  aus  der  Fülle  des  umrankenden 
Beiwerks   heraus,  so   ergiebt  sich   eine  langsame  Konsolidierung  aller 


252  Kritiken. 

Verhältnisse:  Verstärkung  der  Exekutive;  Ausdehnung  der  Kompeten 
in   sachlicher  Hinsicht   durch  Einbeziehung  aUer  auf  den  interlokalea 
Handel    bezüglichen    Streitfragen,    vor    allem    des  Konkursrechts,  da 
Rechts    der  SozictUten    und    der    kaufmännischen  Angestellten   in  den 
Wirkungskreis  des   Gerichts;   in   personaler  Beziehung   durch  Ausdeh- 
nung seiner  Gewalt  über  die  20  Zünfte  des  kaufmännischen  und  ge- 
werblichen Lebens;   femer  die  Ausbildung  handelsrechtlicher  NomuB; 
endlich  verstärkte  Polizeigewalt  über  Wege  und  Zölle,  über  Fuhrleuti 
und    Münzer:    überall    in    siegreicher  Konkurrenz   mit  den  staatlidin 
und  zünftlerischen  Organen.  —  Nicht  auf  gerade  ansteigendem  Wege  siii 
diese  Resultate  erreicht  worden:  vielmehr  können  wir  ein  mehrfacfatt 
Auf  und   Ab   beobachten,    einen   ersten  Höhepunkt  ihrer  Macht  fäm 
die    Zünfte   schon   um    1318,   worauf  dann  aber  sofort  eine  rückströ- 
mende,   restriktive  Bewegung    einsetzt    —    Parallel    mit    dieser  Ent- 
wickelung  geht  die  Umwandlung  der  Mercanzia  aus  einem  vorwiegen! 
genossenschaftlichen,  mit  staatlicher  Autorität  ausgestatteten  zu  eiim 
rein   staatlichen   Organ:   ein  Vorgang,  der  erst  in  der  monarchisdMt 
Zeit  seine  Vollendung  findet  und  erst  in  den  späteren  Teilen  von  Bj 
Arbeit   seine   schärfere  Beleuchtung   erhalten   kann.     Im   einzelnen  iit 
die  Bereicherung  unserer  Kenntnisse,  da  das  von  B.  benatzte  Materiil 
bisher  nur  zum  kleinsten  Teile  bekannt  war,  eine  überaus  reiche;  dii 
Florentinische  Rechts-  und  Verfassungsgeschichte  werden  daraus  ebei- 
soviel  Belehrung   schöpfen  können,  wie  die  allgemeine  Geschichte  da 
Handelsrechts.     Eine   ausgiebigere  Heranziehung  der   einzelnen  Zimft- 
urkimden,  sowie  der  Ratsprovisionen  und  Stadtstatuten  wäre  daneba 
allerdings  zu  wünschen  gewesen.    So  ist  Referent  an  manchen  Punkts 
zu   etwas  abweichenden  Resultaten   gekommen,   deren  Begründung  u 
dieser  Stelle  aber  den  Rahmen  einer  Kritik  weit  überschreiten  wflrdBi 
Auch    gegen    den    zum  Abschluss    der  Arbeit    gewählten  Termin  voi 
1394  lassen  sich  Bedenken  geltend  machen:  wenn,  wie  der  Ver&nff 
richtig  betont,  das  damals  neu  erlassene  Statut  der  Mercanzia  kehici- 
wegs  eine  neue  Periode  des  Instituts  inauguriert,  sondern  nur  die  fli 
Laufe  von  76  Jahren  neu  hinzugekonmienen  verstreuten  und  unübv* 
sichtlichen  Gesetze  zu  geordneter  Einheit  sanmielt,  so  ist  es  wenig  ge- 
eignet,  einer  entwickelungsgeschichtlichen  Periode  zum  Abschluss  n 
dienen:   wenigstens   bis  zum   Jahre   1434   hätte   die  Darstellung  fort- 
geführt werden  sollen.   —  Indes  können  uns  diese  Ausstellungen  nidik 
abhalten,   das   Büchlein   als  wertvolle   Bereicherung  unserer  bisher  M 
spärlichen   Kenntnisse   des   wirtschaftlichen   und  rechtlichen  Lebens  ii 
den  italienischen  Städten  des  Mittelalters  willkonmien  zn  heisaen  vad 
der  Weiterführung  dieser  Studien  mit  Spannung  entgegenzusehen. 
Berlin.  Alfred  Doren. 


Kritiken.  253 

Umsisehes  Urkundenbuch,  herausgegeben  vom  Verein  für  hansische 
Geschichte,  Bd.  V  (1392— 1414J  bearbeitet  von  K.  Kunze,  639  S. 
M.  21.80,  Bd.  Vm  (1451—1463)  bearbeitet  von  W.  Stein,  XH 
u.  857  S.  M.  29.40.  Leipzig,  Duncker  u.  Humblot.  1899.  4^ 
Von  den  letzterschienenen  zwei  Bänden  des  Hansischen  Urkunden- 
achs bringt  der  fünfte  mit  1130  Nummern  (dem  Jahre  1400  sind 
9ch  29  nicht  datierbare  Dokumente  aus  dem  Ende  des  14.  und  Anfang 
98  15.  Jahrh.  angehängt),  welche  die  Jahre  1392  — 1414  umfassen, 
ir  zum  kleinem  Teile  bisher  ungedrucktes  Material,  der  achte  da- 
fgeUy  welcher  1262  Nummern  für  den  Zeitraum  von  1451  bis  Mitte 
i63  darbietet,  ganz  überwiegend  bislang  weder  durch  wörtlichen  Ab- 
nck  noch  auch  durch  Regest  bekanntes  Material  zur  hansischen  Ge- 
hichte.  Beide  Bearbeiter  haben  sich  durch  die  wachsende  Fülle  des 
boffs  genötigt  gesehen,  die  Herübemahme  von  Stücken  aus  den  Hanse- 
sessen mehr  und  mehr  zu  beschränken  auf  die  Registrierung  nur 
>ch  von  Verträgen,  während  Privilegien  selbstredend  nach  wie  vor 
)llinlialtlich  im  Urkundenbuche  zum  Abdrucke  konmien.  In  mannig- 
tchen  grossen  Vorbemerkungen,  Anmerkungen  und  Zusätzen  zu  einer 
eihe  wichtiger  Urkunden  und  Akten  hat  namentlich  Stein  ausserdem 
Üutemdes  Material  der  verschiedensten  Art  bezw.  bestimmte  Gruppen 
IT  üeberlieferung,  überdies  auch  reichliche  Litteraturnachweise  hinzu- 
»f&gt. 

Auch  diese  Bände  zeigen,  dass  der  erreichbare  urkundliche  Stoff 
IT  hansischen  Geschichte  von  den  Bearbeitern  mit  Gründlichkeit  und 
ritischem  Geschick  zusammengetragen  ist.  Aber  jener  Reiz,  den  der 
Benutzer  etwa  des  von  K.  Höhlbaum  bearbeiteten  dritten  Bandes  des 
rkundenbuchs  empfindet,  eignet  nicht  in  gleichem  Masse  jedem  dieser 
aiden  Bände.  Höhlbaum  hat  durch  eine  Fülle  feiner  Hinweise  und 
uregender  Mitteilungen  aus  Stoffgebieten,  die  teils  unmittelbar,  be- 
Miders  aber  mittelbar  der  Vertiefung  des  Verständnisses  der  hansischen 
feschichte  dienen  und  ihre  Probleme  der  Lösung  entgegenzuführen 
ostimmt  sind,  seiner  Publikation  eine  besonders  intime  Färbung  zu 
erleihen  gewusst.  Diesem  Vorbilde  eifert  W.  Stein  auch  durchaus 
nd  mit  Erfolg  nach,  während  K.  Kunze  sich  wie  übrigens  schon  im 
.  Bande  des  Urkundenbuchs  in  diesen  Richtungen  leider  Beschränkungen 
oÜBrlegt  hat.  So  hätte  er  z.  B.,  wie  es  jener  gethan  hat,  bei 
ichtigen  Urkunden  auf  die  vorhandene  Litteratur  in  ausgiebigerer 
7mse  Bezug  nehmen  sollen.  Mit  Recht  hat  femer  Stein  die 
oUftndisch-seeländische  Üeberlieferung  in  ähnlicher  Weise  eingehend 
erangezogen  wie  die  Üeberlieferung  der  flandrischen  Leden,  mit  der 
asselbe  zum  Teil  auch  sonst  schon  für  die  hansischen  Publikationen 
eschehen  ist.     Aber  nicht  erst  seit  1441,  seit  dem  wendisch-hollän- 


254  Kritiken. 

dischen  Kriege  scheint  jenes  gerechtfertigt  und  notwendig,  sonden 
bereits  seit  den  60er  und  70er  Jahren  des  14.  Jahrh.,  seitdem  die 
Holländer  die  ersten  nachhaltigen  Versuche  machen,  längs  den  grossen 
Linien  des  hansischen  Verkehrs  und  an  seinen  Hauptstfttten  sich  ein- 
zunisten. Bei  dem  Stande  der  hoUändisch-seeländischen  üeberliefenmg 
handelt  es  sich  leider  nur  um  dürftige  Spuren,  die  lange  Jahrzehnte 
hindurch  die  Fingerzeige  zum  Verständnis  für  das  Emporkommen  dieeer 
gefllhrlichsten  und  rücksichtslosesten  Konkurrenten  der  Hanse  zu  geben 
vermögen.  Hoffentlich  schenkt  Kunze  den  Zeugnissen  für  die  Am- 
breitung  des  holländisch-seeländischen  Verkehrs  in  hansischen  Handels- 
gebieten in  den  von  ihm  noch  zu  bearbeitenden  zwei  Bänden  des  ü^ 
kundenbuchs  bis  1450  mehr  Berücksichtigung  wie  bisher. 

Bei  dem  so  reichen  und  vielseitigen  Inhalt  der  beiden  Bande 
kann  hier  nur  auf  einige  Gruppen  hingewiesen  werden.  Die  Buhe 
im  Verhältnisse  der  Hanse  zu  Flandern  erklärt  sich  aus  dem  den 
fünften  Band  einleitenden  Friedensschlüsse  Flanderns  mit  der  Hanse, 
der  1392  die  hansische  Stellung  in  Flandern  wiederherstellt  und  4h 
hansischen  Wünsche  befriedigt.  Etwa  gleichzeitig  wurde  das  Ve^ 
hältnis  der  Hanse  zu  Nowgorod  durch  einen  Vertrag  geregelt,  dar 
als  „Nieburs  Kreuzküssung*^  während  des  15.  Jahrh.  die  Grundlage 
ihrer  Handelsbeziehungen  nach  dieser  Seite  hin  gebildet  hat.  Ihre  Be* 
Ziehungen  zu  England  und  den  skandinavischen  Völkern  erscheinen  für 
Jahrzehnte  durchaus  bedingt  durch  die  Errungenschaften  der  70er  Jahie, 
doch  bietet  der  fünfte  Band  sowohl  für  die  hansisch -englischen  wie 
für  die  hansisch  -  flandrischen  Verhältnisse  wertvolle  Beitrage,  die  mr 
mentlich  auch  die  inneren  Verhältnisse  dos  hansischen  Kontors  n 
Brügge  beleuchten.  Vornehmlich  aber  treten  vier  Stoffgruppen  dunh 
eine  üeberlieferung  von  bemerkenswerter  Reichhaltigkeit  hervor.  Sie 
betreffen  die  Regelung  der  hansischen  Stellung  in  Antwerpen  imd 
Mecheln,  den  hansischen  Dünahandel,  der  sich  um  das  Verh&ltnit 
Rigas  zum  deutschen  Kontor  in  Polocz  gruppiert,  femer  den  Krakvi- 
Thomer  Stapelstreit  und  die  Landfriedensbedürfnisse  der  Städte  ii 
engem  und  weitem  Rahmen,  die  seit  den  Angriffen  des  niederdeutscfaen 
Fürstentums  auf  Lüneburg  und  Dortmund  1388/89  in  der  Lünebiii]ger 
Säte  1392  und  dem  in  manchen  Richtungen  bedeutsamen  Bünd- 
nisse der  wendischen  Städte  vom  Februar  1399  wichtige  Erschei- 
nungen zeigen. 

In  kurzen  Zügen  entwirft  Stein  als  Einführung  in  die  von  ilm 
bearbeitete  Abteilung  des  Urkundenbuchs  ein  Bild  von  der  politiischei 
Stellung  der  Hanse  in  ihren  verschiedenen  Handelsgebieten  ums  Jahr 
1450.  Dies  Jahr  bedeutet  zwar  keinen  Abschnitt  in  der  hansischen 
Geschichte,  doch  tritt  während  des  voraufgegangenen  und  des  folgen- 


Kritiken.  255 

den  Jahrzehnts  eine  Anzahl  wichtiger  Ereignisse  ein,  deren  Wirkungen 
teils  allerdings  nur  vorühergehend,  teils  jedoch  dauernd  die  Gestaltung 
der    hansischen  Geschichte  beeinflusst  haben.     Wenn  der  fünfte  Band 
noch  die  Zeit,  und  zwar  den  letzten  Abschnitt  derselben,  umfasst,  wo 
Ton  der  Hanse  innerhalb  ihres  Verkehrsgebiets  noch  neue  Privilegien 
erworben   oder  Erweiterungen   älterer  durchgesetzt  werden,    so  führt 
uns   der   achte   Band  schon  mitten  in   eine   Zeit,    wo   die   Hanse   im 
wesentlichen  nur  noch  um  die  Erhaltung  ihrer  Errungenschaften,  um 
die  Verlängerung  der  Giltigkeit  ihrer  Freibriefe,  um  den  Frieden  auf 
den  alten  Grundlagen  des  Verkehrs  kämpft.     Nur  in  West-  und  Süd- 
westeuropa,  also  jenseits  ihrer  eigentlichen  Verkehrszone,  gelingt  es 
der  Hanse,   auch  nach  Mitte  des  15.  Jahrh.  Privilegien  zu  erwerben. 
Ein   reiches   Material  findet  sich  in  diesem   Bande   vereinigt   für  die 
Greschichte    der   hansisch -niederländischen  Beziehungen,    die   mit  dem 
Abbrache  der  hansischen  Beziehungen  zu  Brügge  1451  und  der  Ver- 
legung des   hansischen  Stapels  nach  Utrecht  zusammenhängen.     Gute 
Einblicke  in  den  Ostseehandel  gewähren  die  Dokumente,  die  über  das 
Treiben    der  Danziger  Auslieger  während    des   Ejiegs    zwischen   dem 
Orden  und  Polen  Auskunft  geben.     (Wertvolle  Ergänzungen  zu  jenen 
Zeugnissen  enthalten  die  von  Stein  in  den  Hans.  G.  Bll.  Jg.  1898  ver- 
öffentlichten Handelsbriefe  aus  Riga  und  Königsberg  1458  und  1461.) 
Der  Kampf  um   den  Markt   zwischen   dem   schonischen   und   dem  seit 
Ausgang   des  14.  Jahrh.  als  Handelsartikel  in  Aufnahme  kommenden 
flämisch -holländischen   Tonnenhering  erfährt   durch   eine  Reihe   inter- 
essanter Nummern   Beleuchtung    und    zeigt    erste    Spuren    bereits    in 
einigen    Dokumenten    des    fünften  Bandes.     Des   weiteren    bietet   der 
achte  Band  eine  Reihe  wichtiger  Ergänzungen  zu  dem  in  den  Hanse- 
rezessen  gedruckten  Material,  die  sich  durch  wertvolle  neue  Funde  in 
Terschiedenen  hansestädtischen  Archiven  ergaben.    Andrerseits  versagten 
jedoch  gerade  für  diesen  Zeitraum  Archive,  die  sonst  reiche  Beisteuern 
xnr  hansischen  Ueberlieferung  bieten,  Reval  und  Kampen.     Durch  die 
Lücke,   die   das  Archiv   der   erstgenannten   Stadt  für  diese   Zeit  hat, 
wird  die  Ueberlieferung  über  den  Handelsverkehr  der  Hanse  mit  Russ- 
land in  empfindlicher  Weise  unterbrochen. 

Einzelne  kleine  üngenauigkeiten  und  Unterlassungen  sind  bei  so 
überreichen  Stoffinengen  unvermeidlich.  Doch  haben  beide  Bearbeiter 
so  gründlich  und  peinlich  ihre  Aufgabe  gelöst,  dass  etwas  Wichtigeres 
kaum  zu  berichtigen  oder  hinzuzufügen  ist.  Die  Anordnung  der 
Register,  deren  jeder  Band  ein  Orts-  und  Personen-  sowie  ein 
Sachregister  enthält,  entspricht  den  im  vierten  Bande  befolgten  Grund- 
sätzen. 

Kiel.  Daenell. 


256  Kritiken 

Nikolaus  Paulus,  Johann  Tetzel  der  Ablassprediger.     Mainz, 
Verlag  von  iVanz  Kirchheim.     1899.     VH!  u.   187  S.     8®. 

Tetzels  Verhängnis  war  die  schmähliche  Doppelrolle,  zn  der  er 
sich  nach  dem  Auftreten  Luthers  ebenso  unerwartet  wie  unbedingt 
verurteilt  sah.  Von  protestantischer  Polemik  als  typischer  Vertreter 
eines  entarteten  Vulgärkatholizismus  mit  ehrlicher  Verachtung  und 
dem  Fluche  der  Lächerlichkeit  belegt,  von  katholischer  Seite  kaltblittig 
abgeschüttelt  und  als  Sündenbock  preisgegeben  musste  er  eine  lange, 
ziemlich  angesehene  und  einträgliche  Wirksamkeit  plötzlich  gegen  eine 
heillos  exponierte  Stellung  eintauschen,  die  ihm  nicht  nur  in  ihrer 
inneren  Unmöglichkeit  die  Lebenskraft  brach,  sondern  auch  nach  seinem 
Tode  noch  fortwirkte  in  den  zahlreichen  missgünstigen,  oft  schwank- 
haften Sagenbildungen,  welche  sich  ihm  anhefteten  und  in  beides 
Lagern  unbesehen  geglaubt  wurden.  Nur  langsam  konnte  unter  soldien 
legendarischen  Uebermalungen  das  echte  geschichtliche  Bild  des  Abli» 
Predigers  wieder  hervortreten.  Die  dahin  zielenden  Bemühungen  mit 
sachkundiger  Umsicht  zusammengefasst  und  durch  selbständige  Quellen- 
forschung beträchtlich  gefördert  zu  haben,  ist  das  Verdienst  des  vor- 
liegenden Buches,  mit  dessen  Erscheinen  die  seitherige  Tetzellitterator 
für  abgethan  gelten  darf.  Nach  den  dreisten  Geschichtsverdrehungn 
des  Gröne'schen  Pamphlets  (1852  und  1862)  einerseits  und  der  stof- 
reichen,  doch  unzulänglich  verarbeiteten  Darstellung  des  Kirchenrtil 
Kömer  (1880)  mit  ihrem  unerquicklichen  Aufgebot  an  Salbung  anda^ 
seits  wirkt  die  durchweg  leidenschaftslose  Kritik,  die  knappe  xaA 
nüchterne  Sachlichkeit  des  Paulus'schen  Buches  belehrend  und  erholend 
zugleich.  Allerdings  darf  der  ruhige  und  würdige  Ton  der  Unt«^ 
suchung  nicht  darüber  hinwegtäuschen,  dass  die  letzte  Absicht  andi 
dieses  Schriftstellers  eine  apologetische  ist:  es  handelt  sich  um  eioB 
Rettung  Tetzels.  Aber  so  erfolgreich  Paulus  alle  Ueberlieferungeo, 
die  seinen  Helden  in  ungünstigem  Lichte  zeigen,  mit  eindringlidim 
Scharfsinn  zu  beseitigen  oder  doch  zu  entwerten  weiss,  die  Absidit 
als  solche  ist  ihm  nicht  vollkommen  geglückt  und  hat  ihn  hie  und 
da  in  allzu  künstliche  Beweisführungen  verleitet. 

Drei  Anklagen  sind  von  altersher  gegen  Tetzel  erhoben  wordwi: 
dass  er  einen  unsittlichen  Wandel  geführt  habe,  dass  er  wissenschaft- 
lich ein  Ignorant  gewesen  sei  und  den  Ablass  keineswegs  korrekt 
gepredigt,  sondern  lediglich  zu  gewissenloser  Ausbeutung  benutzt  habe. 
Was  die  erste  Anklage  angeht,  so  hat  Paulus  die  berüchtigte  Ehe- 
bruchsanekdote endgiltig  beseitigt  (S.  62 — 69),  niemand  wird  mehr 
auf  sie  zurückkommen  dürfen.  Aber  das  belastende  Schreiben  des 
Miltitz  an  Pfeffinger,  dessen  Glaubwürdigkeit  er  zwar  weit  v<nr' 
sichtiger,    aber   nicht   wesentlich   erfolgreicher   als   Gröne   anzufechten 


Kritiken.  257 

«ncht  (8.  71  ff.),  vermag  er  nicht  zu  entkräften,  denn  als  Miltitz  diesen 
Brief  schrieb,  war  er  noch  ein  Vermittler  ohne  zweideutige  Absichten 
und  genoss  das  volle  Vertrauen  des  päpstlichen  Hofes  (vgl.  z.  B.  Kömer 
S.  124).  Und  ergänzend  tritt  das  Zeugnis  des  Katholiken  Johann  Hass 
aur  Seite  (S.  16  f.,  166),  von  dessen  entschiedener  Geringschätzung 
auch  der  sittlichen  Führung  Tetzels  sich  nichts  abdingen  lässt.  Dass 
<üe  theologische  Gelehrsamkeit  des  geistlichen  Geschäftsmannes  hinter 
dem  damaligen  Durchschnittsmass  nicht  gerade  zurückbleiben  mochte, 
beweist  sein  —  allerdings  wohl  nicht  an  der  Universität  (S.  55)  er- 
worbener —  Doktortitel  und  seine  nicht  ganz  unverächtliche  litterarische 
Thatigkeit,  die  selten  unbefangen  gewürdigt  worden  ist.  Seine  erste 
Thesenreihe  gegen  Luther  ist  zwar  nicht  von  ihm  selbst,  sondern  von 
Wimpina  verfasst  worden,  und  es  geht  kaum  an,  diesen  Vorgang,  wie 
es  Paulus  (S.  51  f.)  thut,  durch  einen  Hinweis  auf  bekannte  aka- 
demische Gepflogenheiten  der  Zeit  zu  rechtfertigen,  denn  die  Lage 
Tetzels,  der  als  der  Angegriffene  für  sich  selbst  einzustehen  hatte, 
kann  mit  der  eines  Bewerbers  um  einen  akademischen  Grad  füglich 
nicht  verglichen  werden;  und  wenn  er  die  Thesen  an  der  Universität 
Frankfurt  verteidigt  und  damit  allerdings  die  Verantwortung  für  sie 
tlbemonmien  hat  (S.  52),  so  ist  damit  doch  noch  nicht  erwiesen,  dass 
er  sich  selbst  ihre  sachgemässe  Abfassung  zutrauen  durfte.  Dagegen 
röhrt  die  „Vorlegung"  des  Lutherischen  Sermons  von  Ablass  imd  Gnade 
sowie  die  zweite  Thesenreihe  (S.  53  ff.)  allem  Anschein  nach  von  Tetzel 
selbst  her,  und  beide  sind  nicht  imgeschickt  abgefasst,  „ziemlich  ge- 
lehrt," wie  man  mit  Johann  Hass  urteilen  darf.  Dass  Luther  übrigens 
erklärt  habe,  er  halte  „das  mehrer  teyl"  der  50  Thesen  „vor  warheyt" 
{8.  55),  beruht  auf  einem  gründlichen  Missverständnis:  Paulus  hat  den 
ironischen  Vorbehalt,  den  Luther  seiner  scheinbaren  Zustimmung  bei- 
fügt (Weim.  Ausg.  I,  393,  Z.  18 — 20),  leider  ganz  übersehen. 

Hinsichtlich  des  dritten  Vorwurfs  muss  auch  Paulus  einräumen, 
dass  Tetzel  „bei  seiner  Thatigkeit  als  Ablasskommissar  die  Geldfrage 
allzu  sehr  in  den  Vordergrund  stellte"  (S.  120),  ein  merkwürdig  milder 
Ausdruck  angesichts  des  schwerwiegenden  Zeugnisses  des  Pimaer  Do- 
minikaners Johann  Lindner,  das  auch  Paulus  nicht  antastet,  so  sehr 
er  auch  ähnliche  Anschuldigungen  sonst  unschädlich  zu  machen  bemüht 
ist  (S.  76 ff.).  Die  unvermeidliche  Folgenmg,  dass  eine  Predigt,  die 
unter  dem  Gesichtspunkt  des  Geldgewinns  betrieben  wurde,  in  Schwä- 
chung des  religiösen  Verantwortlichkeitsgefühls  und  skrupellose  Ueber- 
redungskunst  ausarten  musste,  wagt  Paulus  gleichwohl  nicht  zu  ziehen. 
Er  gesteht  wohl  Missbräuche  und  Auswüchse  des  Ablasswesens  zu, 
aber  die  wenigen  Worte,  die  er  dafür  hat  (S.  116  ff.),  geben  auch 
uicht   von  ferne   ein   zureichendes  Bild   von  der  Erbitterung,   mit  der 

Hiator.  Vierteljahnchiift.  1902.  8.  18 


258  Kritikeo. 

man  diese  verderbliche  Einrichtnag  schon  im  15.  Jahrhundert  betraditei 
hatte;  and  mögen  die  anstössigen  Nachreden,  zu  denen  Tetzels  Bedtn 
und  Gebahren  reichlich  Anlass  gab,  sich  immerhin  vielfach  als  haltlot 
oder    übertrieben    erweisen    lassen    (vgl.    namentlich    die    Nachwuse 
S.  11—13.  19—22.  40—42.  56—62.  124.  181—184.),    die  innei« 
Wahrheit,  welche  ihnen  zu  Grunde  liegt,  ist  damit  jeden&Us  nkU 
aus  der  Welt  zu  schaffen.    Wie  sehr  aber  gerade  Tetzels  Propaganda 
da^EU  beigetragen  hat,  die  Ablässe  vollends  in  Verruf  zu  bringen,  iii 
selbst  von  guten  Katholiken  wie  Hass  und  Lindner,   Heraog  George 
Emser,   Cochläus  u.  a.   sattsam  bezeugt.     Dass  Tetzel  in   der  Fraot 
seines  Ablassgeschäfts   die   Richtlinien   seiner  Instruktionen    und  dsr 
offiziellen  Ablasslehre  überschritten  hat,  kann  hiemach  schlechterdin^ 
nidit  bestritten^  aber  auch  nicht  mit  Hilfe  der  in  seinen  Schriften  vor* 
getragenen  Sätze  widerlegt  werden,  denn  in  diesen  Schriften  bewegt 
er  sich  eben  in  der  Defensive  und  deckt  sich  natürlich  mit  der  kirck- 
Uchen  Theorie.     Wie  einwandfrei  er  sich  dabei  im  ganzen  yerhält,  ist 
namentlich    auch   auf  protestantischer    Seite,    von    Dieckhoff,    betont 
worden,  und  diesem  Gelehrten  haben  wir  weiterhin  den  grundlegesdfli 
Nachweis  zu  verdanken,    dafs  es   sich  in  Luthers  Ablassbekämpfaiy 
nicht  bloss  um  einzelne,  wenn  auch  noch  so  verbreitete  Missbrftachi 
handelte,  sondern  um  den  Wert  oder  Unwert  einer  für  das  christUeh* 
Leben  ausserordentlich  folgenreichen  kirchlichen  Institution,   insofect 
diese  dergleichen  unerträgliche  Missbräche  nicht  nur  zuliess,  sondeia 
geradezu  herausforderte.     Die  Auseinandersetzung   mit  den  diesbezQg- 
lichen  Teilen  des  Paulus'schen  Buches,  welche  wesentlich  gegen  Dieck- 
hoff, Hamack  und  Brieger  gerichtet  sind,  muss  den  Dogmenhistoriken 
überlassen  werden,  es  darf  aber  auch  an  dieser  Stelle  nicht  unerwfthii 
bleiben,   was  die  betreffenden  Abschnitte  auch  für  jeden  anderen  Be- 
trachter   der  Beformationsgeschichte  besonders  lesenswert  macht:  sie 
lassen  nämlich  —  allerdings  den  Absichten  des  Verfassers  entgegen 
—  lehrreicher  als  die  sonst  bekannten  Darstellungen   erkennen,  wi» 
reich    die    römische  Ablasslehre    an  Fallstricken  ist  und  wie  nahen 
unmöglich  es  dem  theologisch  und  dialektisch  ungeschulten  Verstand« 
sein  musste,  sie  nicht  misszuverstehen  (vgl.  z.  B.  S.  94.  96.  99.  113. 
125  f.  134—137.  148.  151  f.  159.  161—165.).    Die  von  Dieckhoff  fest- 
gestellte Erkenntnis,  dass  der  Grundschaden  der  römischen  Ablasslehre  ii 
der  laxen  Auffassung  der  Busse,  in  dem  Zurückweichen  der  'contritio' 
hinter  die  'attritio'  zu  suchen  ist,  lässt  sich  durch  so  spitzainnige  doktri- 
näre Vermittelungen,  wie  sie  Paulus  vorbringt,  weder  erschüttern  aocb 
verdecken.     Sollten  sich  indessen  auch  etliche  Protestanten  finden^  die 
hiemach  ihre  Ueberzeugung  zu  berichtigen  vermöchten  in  dem  Simia» 
dass  Luther  zwar  ein  Recht  gehabt  habe,    die   Ausschreitungen  dar 


Kritiken.  259 

A.blassprediger,  nicht  aber  die  römische  Ablasslehre  als  solche  zu  be« 
kimpfen,  so  würde  Panltis  dämm  doch  nicht  die  Genugthnong  erleben, 
die  er  zu  erwarten  scheint,  wenn  er  S.  106  die  Worte  Dieckho& 
anfthrt,  es  stände  „mit  dem  Recht  der  Reformation  sehr  schlimm^', 
fidle  es  nicht  gelänge,  ,Jiuther8  Recht  im  Ablassstreit*^  zu  erweisen. 
Panfais  giebt  nämlich  diese  Worte  im  Sperrdruck  und  möchte  im  Hin- 
blick auf  sie  vermutlich  fOr  sich  die  Leistung  in  Anspruch  nehmen,. 
nü  dem  „Recht  Luthers  im  Ablassstreit*'  auch  das  „Recht  der  Re- 
Bosmation'^  widerlegt  zu  haben.  Dies  ktOme  Vertrauen  in  die  zwingende 
Eraft  scholastischer  Beweisführungen  wird  allerdings  nur  derjenige  ver- 
ileken  und  teilen  können,  der  mit  dem  Herzen  ohnedies  auf  römischer 
Stalte  steht.  Die  protestantische  Forschung  indessen  ist  heute  über 
Ue  lediglich  dogmengeschichtliche  Beurteilung  der  Reformation,  wie 
de  noch  Dieckhoff  vertrat,  längst  hinausgeschritten:  der  Ablassstreit 
st  ihr  nur  insofern  der  entscheidende  Ausgangspunkt  der  Reförmations- 
Mtweg^ung,  als  die  in  sich  geschlossene  Logik  der  Ereignisse,  welche 
tnr  Aufrichtung  einer  evangelischen  Kirche  führten,  mit  ihm  recht 
ngentlich  einsetzt,  aber  weder  war  gerade  dieser  Ausgangspunkt  der 
nnzig  denkmögliche,  noch  lässt  sich  an  ihm  das  Ganze  der  reforma- 
Borischen  Tendenzen  erschöpfend  dariegen.  So  verfehlt  denn  Paulus 
nit  seiner  vermeintlichen  Widerlegung  Dieckho£&  zweimal  das  Ziel: 
inr  dttrfen  nicht  nur  mit  Dieckhoff  nach  wie  vor  daran  festhalten, 
iaes  Luther  im  Ablassstreit  die  Wahrheit  für  sich  hatte,  wir  dürfen 
Mute  über  Dieckhoff  hinaus  dem  auch  noch  ausdrücklich  hinzufügen: 
»  stünde  übrigens  schlimm  um  das  Recht  der  Reformation,  wenn 
Uesee  von  dem  Recht  Luthers  im  Ablassstreit  ausschliesslich  oder 
loch  nur  überwiegend  abhängig  gedacht  werden  müsste. 

Kiel.  Arnold  £.  Berger. 

K0d.  Keuss,   L'Alsace   au  dix-septieme  siecle  au  point  de  vue  geo- 

graphique,  historique,  administratif,  economique,  social,  intellectuel 

et  religieuz.     Tome   deuxieme.     Paris.     Librairie  Emile  BouiUon^ 

editeur.     1898.     XU  und  638  Seiten. 

Der  zweite  Band  des  gross  angelegten  Werkes   von  Reuss  zer- 

lllt  in  drei  Bücher:   6.  Buch,  die  elsässische  Gesellschaft;   7.  Buch, 

tie    geistige  Thätigkeit   im  Ilsass;    8.  Buch,  die  religiöse  Lage  im 

Slsass.     Die  ausführliche  Besprechung  des  ersten  Teils  in  dieser  Zeit- 

chrift  (1899,  S.  126 — 132)  macht  eine  ins  Einzelne  gehende  Kritik 

es  zweiten  Bandes  überflüssig.     Die  in  jener  Anzeige  ausgesprochene 

Erwartung,    dass   der    zweite   Teil  weniger  Anlass  zu  Ausstellungen 

eben  werde,  hat  sich  erfüllt:  es  liegt  hier  eine  ausgezeichnete  Dar- 

beiiimg  der  Sitten-,  Litteratur-,  Kunst-,  Schul-  und  Kirehengeschichte 

18* 


260  Kritiken. 

vor,  die  auf  keiner  Seite  ermüdend  wirkt ,  sondern  durch  eine  auf 
ausserordentlicher  Beherrschung  der  gedruckten  Quellen  beruhende 
Kenntnis  der  Thatsachen  stets  wieder  aufs  neue  fesselt.  Allerdings 
hat  man  bisweilen  wohl  den  Eindruck  einer  mehr  ftusserlichen  An- 
einanderreihung der  Thatsachen  —  Reuss  gebraucht  in  der  Vorrede 
des  ersten  Bandes  (S.  ü)  von  seiner  Arbeit  einmal  den  Ausdruck 
^'uxta-position  des  materiaux^;  doch  bemüht  er  sich  in  kurzen,  den 
einzelnen  Abschnitten  angehängten  Schlussbemerkungen,  die  Summe 
aus  den  Thatsachen  zu  ziehen  und  macht  dabei  gelegentlich  recht 
feine  Bemerkungen.  So  wenn  er  S.  368  als  ein  Merkmal  des  höheren 
Unterrichts  im  17.  Jahrhundert  eine  stärkere  Betonung  des  Beligiösen 
und  Konfessionellen  hervorhebt  und  dies  dann  näher  ausführt,  indem 
er  sagt,  dass  es  sich  nicht  eigentlich  um  das  religiöse  Element 
handelt,  das  die  Seele  erhebt  und  reinigt,  sondern  um  das  dogmatische, 
das  den  Sauerteig  des  konfessionellen  Hasses  nährt,  das  die  Geister 
verbittert  und  trennt  und  die  Neigung  zu  den  schlunmsten  Gewalt- 
thaten  fördert. 

So  zuverlässig  nun  auch  Reuss  in  der  Anfuhrung  der  einzelnen 
Thatsachen  ist,  so  wenig  liegt  ihm  scheinbar  daran,  in  Staats-  und 
kirchenrechtlichen  Sachen  ganz  genau  zu  sein.  Treten  staatsrechtlich« 
bezw.  rechtsgeschichtliche  Irrtümer  mehr  im  ersten  Bande  hervor,  so 
kirchenrechtliche  im  zweiten.  So  heisst  es  U,  S.  397/8,  die  geistliche 
Verwaltung  der  Strassburger  Diözese  sei  in  der  Begel  einem  „coad- 
juteur  d'origine  bourgeoise^^  anvertraut  gewesen.  Koa^utoren,  die 
meist  mit  der  Aussicht  auf  die  Nachfolge  im  Bistum  ernannt  wurden, 
konnten  jedoch  vor  der  französischen  Revolution  in  Strassburg  durchaus 
nicht  bürgerlichen  Ursprungs  sein.  Die  von  Reuss  in  der  Anmerkung 
genannten  Männer  waren  mit  Ausnahme  des  Prinzen  Rohan  sämÜich 
nicht  Koadjutoren,  sondern  Weihbischöfe,  französisch  suffragants.  — 
Die  Seite  398  Anm.  3  angeführte  angebliche  Bulle  des  Papstes  HadrianL, 
durch  die  die  Einteilung  des  Bistums  in  Archidiakonate  bestätigt 
werden  sollte,  ist  gefälscht,  was  Reuss  leicht  aus  dem  ersten  Band 
des  Strassburger  ürkundenbuchs  (erschienen  1879)  hätte  ersehen 
können.  Die  Einteilung  in  Archidiakonate  ist  überhaupt  —  nicht 
nur  in  Strassburg  —  viel  späteren  Ursprungs.  Reuss  ist  hier,  wie 
aus  der  von  Grandidier  übernommenen  Datierungsänderung  der  Bulle 
(4.  April  774  statt  19.  April  773)  hervorgeht,  diesem  gefolgt;  audi 
hier  hat  wieder  einmal  der  übergrosse  Respekt  vor  Grandidiers  For 
schungsergebnissen,  wie  so  oft  in  der  elsässischen  Geschichtsschreibung, 
schädlich  gewirkt.  —  Ueberhaupt  leidet  die  Schilderung  der  Strass- 
burger Diözesanhierarchie  an  einer  gewissen  Unklarheit.  Nachdem 
bei  Gelegenheit  der  Einteilung  der  Diözese  der  Propst,   der  Decbant, 


Kritiken.  261 

der  Kustos  u.  s.  w.  des  Hohen  Stifts  genannt  sind,  beginnt  ein  nener 
Abschnitt:  „A  cote  de  l'eveqne  se  trouvait  le  Grand -Chapitre^^,  und 
man  erf&hrt  mit  keinem  Worte,  dass  jene  Würdenträger  zu  diesem 
gehören.  —  Es  folgt  sodann  S.  398/9  die  Einteilung  der  Strassburger 
Domherrn  in  12  eigentliche  Kapitulare  und  12  nicht  stimmfähige 
Expektanten,  die  übrigens,  was  hätte  erwähnt  werden  müssen,  erst 
1650  erfolgte.  Die  letzteren  12  werden  von  Reuss  domiciliaires 
statt  domicellaires  genannt;  das  Wort  hängt  nicht  mit  domiciünm, 
sondern  mit  domicellus  «=  dominicellus  (französisch  damoisean,  Junker) 
zusammen.  Allerdings  fand  Reuss  den  Fehler  schon  bei  dem  Heraus- 
geber des  Memoires,  auf  das  er  sich  bezieht  (S.  400'),  und  auch  bei 
Grandidier  in  seinen  Essais  sur  la  cath^drale  de  Strasbourg  (S.  133 
und  314),  bei  dem  dieser  Fehler  wohl  wirklich  nur  Druckfehler  ist, 
da  er  über  diesen  Gegenstand  als  Mitglied  der  Münstergeistlichkeit 
natürlich  ausgezeichnet  Bescheid  wusste. 

Doch  wenn  diese  Einzelnheiten  dem  Werke  im  ganzen  wenig 
Eintrag  thun,  so  muss  doch  ein  anderer  Punkt  noch  etwas  näher  be- 
leuchtet werden.  Der  Verfasser  hebt  es  als  ein  besonderes  Verdienst 
Ludwigs  XIV.  hervor,  dass  er  sich  nicht  der  Schule  bemächtigt  habe, 
um  zu  französieren.  Es  ist  ihm  von  verschiedenen  Seiten  dargelegt 
worden,  dass  es  ein  sehr  erheblicher  Anachronismus  ist,  erstens  im 
17.  Jahrhundert  einen  Nationalitätensinn  zu  suchen,  der  jener  Zeit 
völlig  fremd  ist,  und  femer  dem  Staate  damals  eine  Sorge  für  das 
Schulwesen  überhaupt  zuzumuten.  Das  ist  freilich  ganz  richtig;  und 
dennoch  kann  man  mit  Sicherheit  behaupten,  dass  die  umsichtige 
Verwaltung  Ludwigs  XIV.  die  Schulen  mit  im  Auge  gehabt  hat,  als 
sie  so  energisch  die  religiöse  Bekehrung  des  Elsasses  in  die  Hand 
nahm  und  dafür  zu  sorgen  sich  bemühte,  dass  überall  in  die  geist- 
lichen Stellen  kämen  „eccl^siastiques  .  .  .  bien  intentdonnes  pour  le 
Service  du  Roy,  afin  d'inspirer  aux  peuples,  qui  sont  sous  leur  con- 
duite,  les  devoirs  d'amour,  de  fidelite  et  d'obeissance,  qu'ils  sont  obliges 
de  rendre  a  Sa  Majest6  et  qui  sont  inseparables  de  ceux,  qu'ils  doi- 
vent  a  Dieu".     (S.  459/60.) 

Und  schliesslich  möchte  ich  noch  auf  einen  Widerspruch  hin- 
weisen. Wenn  der  Verfasser  S.  190  nach  Bünger  (Matthias  Ber- 
negger.  1893.  S.  10,  Anm.),  jedenfalls  als  voUgiltigen  Beleg  für  einen 
thatsächlichen  Zustand,  eine  Aeussemng  Bemeggers,  in  der  Strass- 
burg  1625  eine  halbfranzösische  Stadt  genannt  wird,  anführt,  so  ent- 
behrt das  bei  der  politischen  Stellung  des  Verfassers  nicht  einer  ge- 
wissen Bedeutung.  Dass  diese  Aeusserung  Bemeggers  nicht  den 
Thatsachen  entsprechen  kann,  sondern  eine  nur  auf  einer  vorüber- 
gehenden  Stimmung  beruhende  üebertreibung  ist,    geht  aus   spätem 


262  Kritiken. 

AusfELhnmgen  von  Reuss  selbst  hervor.  S.  479  erz&hlt  er,  dass  nack 
der  1576  erfolgten  Schliessung  des  von  Ealvin  1538  b6grftiidiU& 
französischen  Gottesdienstes,  erst  anfangs  des  17.  JahrhnndertB  wieAv 
eine  fi»nzösische  ,,hom4lie  dominicale^^  eingerichtet  wnrde,  die  ,,coMMiti 
oansa^  1622  einging,  dass  dann  1661  ein  französischer  AugutoMc, 
der  zum  Luthertum  übergetreten  war,  ermächtigt  wurde,  franiHwiA 
zn  predigra,  dass  aber  auch  das  nicht  lange  dauerte,  Boodem  das 
erst  1680  dauernd  ein  französischer  lutherischer  Gottesdieiist  «ih 
gerichtet  wurde.  Andererseits  -erfahren  wir  S.  499,  dass  gegen  die 
Mitte  des  17.  Jahrhunderts  nur  noch  etwa  dmssig  kalvimfltiiohB 
Familien  —  jedenfalls  französischer  Zunge  —  in  Strassburg  wann, 
«ond  vorher  müssen  es,  wenigstens  seit  dem  Jahre  1576,  noA  wmigs 
gewesen  sein.  Da  nun  Franzosen  anderer  Konfession  erst  recht  muM 
in  der  Stadt  gewesen  sein  körnten,  so  hat  sich  die  Zahl  der  fimniösisbk 
sprechenden  Einwohner  Strassburgs  vor  1680  wohl  kaum  jemals  Ute 
«xnige  Hundert  erhoben. 

Trotz  dieser  Ausstellungen  im  Einzelnen,  deren  sich  wokl  nodi 
manche  machen  Hessen,  xmd  trotz  der  namentlich  im  ersten  Bande 
bisweilen  deutlich  hervortretenden  politischen  Stellungnahme  des  Tw- 
&88ers  ist  man  berechtigt  und  verpflichtet,  das  Beuassche  Weik  sh 
eine  der  bedeutendsten  Leistungen  der  elsässischen  und  der  landsehift- 
Hohen  Geschichtschreibung  überhaupt  zu  bezeichnen. 

Strassburg,  August  1901.  K  v.  Borries. 

Srlcil    Leo,    Die    Schlacht   bei   Nördlingen   im   Jahre   1684. 

Mit  1   Karte.     Hallesche  Abhandlungen  zur   Neueren  Geschickte. 

Heft  XXXIX.  Halle,  Max  Niemejer  1900.  96  S.  gr.  8. 
Trotz  ihrer  Wichtigkeit  hat  die  Schlacht  bei  Nördlingen  «it 
spSt  Bearbeiter  gefunden.  Nach  den  wissenschaftlich  nicht  voll- 
wertigen Monographieen  von  Fraas  imd  Fuchs  widmete  Ihr  G.  Drojm 
in  seinem  „Bernhard  von  Weimar^  eine  ausführliche  Darstefimg. 
<3^egen  Drojsens  Quellenbeurteilung  wandte  sich  in  scharfer  Won 
die  Schlachtbeschreibung  von  W.  Struck,  imd  mit  ihm  ftthrt  wiedor 
die  vorliegende  Arbeit  Leos,  die  als  eine  Verteidigung  seines  Lehren 
Drojsen  anzusehen  ist,  eine  erbitterte  Polemik.  Als  Kern  änr 
Differenz  kann  man  das  verschiedene  Mass  ven  Glaubwtb^digksit  he- 
zeidinen,  das  beide  dem  ausführlichen  Berichte  des  FeldmactohaUs 
Hom  zugestehen.  Strucks  Darstellung  ist  eine  Eatlastaig  Homg,  dift 
Leos  eine  Rettung  Bernhards  von  Weimar.  Struck  spricht  ein  wif 
hartes  Urteil  über  die  von  Weinitz  herausgegebenen  Av&eichKiBgn 
des  Spaniers  Diego  aus,  Leo  tflfteH  und  deutelt  misatranisch  a&  jeden 
Worte  Homs  herum.     Strucks  Bearbeitung  ist  kurz,  knapp,  xa  an« 


Kritikern.  263 

Polgwsigen    mitunter    allzu    bestmont;    Leo    ergeht    sich    mehr    in 
hifiliaglieher   Breite    und    wiederholt   bigweilen    (45  Note  2,  ^  etc.), 
wir  sehom  aus  Strack  wissen.    Kritik  und  Auffindung  der  Quellen 
Leo  nacih  der  Vorlage  Strucks  wesentlich  erleichtert;  seine  Unter- 
sadra&g  ist  jedoch  durchaus  sdibstftndig,  sachgemftss  insd  yerstftndig. 
Seiff   richtig   weist   er   auf  die   Aehnlichkeit   zwischen   den  Entsatz- 
▼ersochem  roa  Begensburg  und  Nördlingen  bin,  «nd  mit  Recht  betont 
«r  tdie  Wichtigkeit  des  von  Struck  ganz  "filbergaaigenen  Kriegsrats  Ton 
Oieagen;  ebenso  macht  er  (51)  die  Erzähltmg  Griesheims  dem  Leser 
walirsckdiitich  «nd  glaubhaft  «nd  erörtert  gewisse  bedeutsame  Fragen 
wie    die,   warum  der  in  Aussicht   genommene  Vormarsch  gegen  die 
flyinier  i^&ter  yon  den  Protestanten  unterlassen  wurde.    Struck  hatte 
ü   einem  Exkurs   bewiesen,    dass   unter   der  Homschen   rtttselhafben 
Beseichmuig  ^yArasberg'^  der  Obrengipfel  und  obere  Kampf  zu  ver^ 
«tehen    sei;   als  Ergänzung   dazu  hebt  Leo  scharfsinnig  die  geringe 
JL«8dehnung  des  Ländle- Plateaus  und  die  dort  für  Bernhards  Flügel 
Mi  «gering  ausfallende  Frontausdehnung  hervor.     Er  hat  femer  sehr 
wahrsdieinlich   mit   seiner  Annahme  recht,   dass  am  Abende  des  5. 
keine    g^rOssere   kaiserliche    Truppenmacht   nach   Süden   hin   auf  der 
Wad9it    srtand;    darüber    stimmen    die    katholischen   Berichte   überein, 
und  Strucks  Kritik  erscheint  hier  gar  m  spitzfindig:  Hom,  der  nicht 
eimial   genau  wusste,  ob  Oberstleutnant  Oehm  tot  oder  verwundet 
war^  soll  bei  seinem  Hin-  und  Hersprengen  sorgf&ltig  auf  die   am 
Wege    hemmliegenden    feindlichen    Kürassiere    oder    Dragoner    acht 
gegeben  hd[>en?    Leo  weist  fiom  femer  eine  ^nze  Reihe  absichtlicher 
Amriassvngen,  Widerspruche  und  ütildarheiten  nach^  der  FeldmarschaTl 
stellt  manchmal,  z.  B.  mit  «einer  Behatq>tung  dass  er  am  Abend  des 
6.  die  gesamte  kaiseriioke  Reiterei  vor  «ich  zu  sehem  geglaubt  habe, 
staike  ^nmntungen  im  ^ie  Gutmütigkeit  des  Lesiers,  und  Leos  Unter- 
MKtong  mtzi^  dem  Berichte  4es  «chwedisdien  Feldherm  doch  ^nen 
MM>liche&    Teil   des   Vertrauens^  das  ibm  ibisher   entgegengebracht 
iNude.     Besonnen  noad  einkuc^tend  tKnd  schliesslich  auch   des  Ver- 
tes«rs  AmAhrungen  über  <dfte  Folgen  der  Schlacht,  wii&imgleich  man 
tmter  den  £i*wag«ngen  Bernhards  die  vermisst,  dass  der  Verinst  des 
Vertruiens  der  oberdeutGPchen  protestantischen  Stidte  weniger  schlimm 
ab  «ine  verloreme   Schlacht  sein  musffte.     Von  einzehnen   anfälligen 
StaÜMi    und   Versehen  der  Schrift   werden   folgende    angeführt:    Die 
Ang«ibe  der  Daten  nach  dem  alton  Kaleider  ist  veraltet  und  ganz 
ungewütmlich.     Einmal  (S.  ä)  wiid  die  kürzlich  in  Schweden  erfolgte 
VeröitetlBlehnng   der  &iefe  Bemhaids   aussetzt  bedeutsam    genannt, 
dann  (6)  erfahren  wir,  dass  nur  d>er  vom  19.  Angust  wichtig,  aber 
(7)  grösstenteils  schon   1634  g^ednuskt  worden  ist.     Kann  man,  wie 


264  Kritiken. 

es  der  Verfasser  (26)  thnt,  den  Bewohnern  Südenropas  wirklich  so 
ganz  allgemein  einen  „charakteristischen  Mangel  an  Sorgfalt  und 
Gewissenhaftigkeit^^  Torwerfen?  Zu  Leos  ebenda  gegebener  Beurteilong 
Diegos  bemerke  ich:  Hom  war  Soldat,  Diego  Hofinann;  Homs  LrrtSmer 
sind  daher  auch  nie  so  grob  wie  die  des  Spaniers,  dessen  Bescbreibaiig 
durchaus  panegyrisch  und  sehr  tendenziös  ausgefallen  ist.  WShrend 
Hom  verschweigt  und  eigenes  Unrecht  gern  auf  firemde  Schultn 
abwälzt,  erscheint  Diego  den  vielen  militlLrischen  Einzelheiten  seiner 
Gewährsmänner  gegenüber  völlig  ratlos  und  gerät  in  arge  EonfosioxL 
Andererseits  treten  viele  seiner  Nachrichten  so  bestimmt  und  genau  an^ 
dass  man  an  ihrer  Wahrheit  gar  nicht  zweifeln,  die  Notizen  aber 
dennoch  nur  benutzen  kann,  wenn  anderen  zuverlässigen  Quellen  sicher 
zu  entnehmen  ist,  was  er  meint  Leo  behauptet,  ein  allgemeines 
Urteil  über  Diegos  Glaubwürdigkeit  lasse  sich  nicht  fUlen,  jade 
einzelne  Partie  seiner  langen  Relation  müsse  för  sich  betrachtet  werden; 
dem  ist  entgegenzuhalten,  dass  dann  die  Gefahr,  sich  trotz  „ziemliiA 
feinen  Instinkts^*  zu  irren,  sehr  nahe  liegt.  Auch  Leo  ist  ihr  niclit 
entgangen,  denn  er  glaubt  (74),  noch  dazu  wo  es  sich  um  einen 
Ausfall  aus  Nördlingen  handelt,  Diego  mehr  als  den  zuverlässigei 
Nördlinger  Tagebüchern.  Wenn  er  femer  (28,  70)  von  n^mg 
wichtigen,  nebensächlichen  Episoden*^,  von  ,4ächerlich  geringfügigen 
Differenzen^'  zwischen  Drojsen  und  Struck  spricht,  so  möchte  dock 
betont  werden,  dass  in  dem  Verlaufe  einer  Schlacht  alle  Vorgänge 
annähernd  von  gleicher  Wichtigkeit  sind  und  dann  auch  mit  gleich« 
Gewissenhaftigkeit  untersucht  werden  müssen.  Die  „entsetzlichste 
Verschiebung  der  Himmelsrichtungen^'  (30)  ist  auf  fast  allen  Karten 
jener  Zeit  üblich.  Da  die  Truppen  Bernhards  Mitte  Mai  „in  ziemlidi 
traurigem  Zustande''  waren  (33),  so  können  sie  sich  bis  Ende  deft 
folgenden  Monats  schwerlich  in  „ein  Eemvolk  voller  Courage"  (34) 
verwandelt  haben.  General  Hofkirchen  machte  in  Augsburg  gewiv 
von  selber  Halt  (37),  von  einem  Befehle  Homs  ist  in  dessen  BericUe 
keine  Bede.  Die  Nördlinger  hätte  man  thatsächlich  von  einem  Anf- 
bruche  der  Protestanten  gegen  die  Spanier  (53)  rechtzeitig  vorher 
verständigen  können;  wenn  der  Vormarsch  doch  unterblieb,  so  wer 
wohl  die  Furcht,  zwischen  zwei  Feuer  zu  geraten,  daran  schuld.  An 
eine  Verfolgung  der  kaiserlichen  Beiter  durch  Bernhard  „bis  weit  in 
die  Ebene  hinein"  (62),  wie  sie  Diego  fOr  den  Abend  des  5.  angiebt, 
ist  ebensowenig  zu  glauben  wie  an  den  von  einer  schlechten  Quelle 
für  dieselbe  Zeit  gemeldeten  (67)  angeblichen  Zwist  zwischen  Bemludi 
und  Hom.  Die  Antwort  auf  die  Frage  (64)*,  warum  Bernhard  des 
Häselberg  angegriffen  habe,  ergiebt  sich  aus  der  Sachlage;  selbst  Hon 
würde  damals  an  seiner  Stelle  kaum  anders  gehandelt  haben.    Vitztom 


Kriidken.  265 

liat  sich  unmöglich  in  fOnfstündigem  nächtlichen  Kampfe  um  den 
Häselberg  abgemüht  (70),  sonst  wüssten  wir  aus  den  Quellen  mehr 
darüber,  auch  schreibt  Hom  ausdrücklich,  dass  die  Schweden  vor  dem 
Mittemachtskampfe  einen  vergeblichen  Versuch  auf  den  Berg  gemacht 
h&tten.  Nicht  Gallas  (79)  sondern  Piccolomini  führte  die  kaiserliche 
Kavallerie  am  6.  gegen  die  vordere  Schanze  des  Allbuch.  Ganz  un- 
militftrisch  sind  die  Annahmen,  dass  Witzleben  (76)  mit  dem  Leib- 
regimente  Homs  dessen  Person  habe  decken  wollen  und  dass  die  Spanier 
(78)  in  der  vordersten  Schanze  eine  Mine  gelegt  haben  sollen.  Wie- 
viel Zeit  hätten  sie  wohl  dazu  gebraucht?  Für  Griesheims  militärisches 
Verständnis  ist  es  bezeichnend,  dass  er  die  Ziffer  1000  fiir  die  Opfer 
der  Explosion  anführt  (ähnlich  nebenbei  Struck  45  über  das  Schar- 
mützel bei  Aalen.)  Bei  90:  „die  Beiterei  entbehrte  die  Unterstützung 
der  Infanterie'^  erinnere  ich  daran,  dass  umgekehrt  die  Infanterie  fCLr 
verloren  galt,  wenn  sich  die  Reiter  zur  Flucht  wandten.  Ob  die 
nördliche  Schanze  von  Toralto  oder  Leslie  besetzt  war,  steht  fELr  mich 
noch  nicht  fest;  Leo  setzt  (85)  in  Homs  Bericht  eigenmächtig 
„Toralto^  statt  ,Jjeslie''  ein.  Obgleich  nun  der  wirkliche  Sachverhalt 
aus  der  Note  hervorgeht,  so  empfiehlt  sich  eine  Nachahmung  dieses 
Brauchs  doch  wohl  kaum.  Wie  es  scheint,  ist  eine  erschöpfende 
Behandlung  unseres  Themas  bei  dem  gegenwärtigen  Stande  unserer 
Quellenkenntnis  noch  nicht  möglich;  wir  wissen  über  Namen,  Stärke- 
liffer,  Aufstellung  und  Verwendung  der  am  Kampfe  beteiligten 
Regimenter  sehr  wenig,  und  jedem  Bearbeiter  dieser  Zeit  drängen 
sich  vorläufig  noch  schwer  zu  beantwortende  Fragen  auf:  Warum 
trennten  sich  Hom  und  Bernhard  in  Augsburg?  Warum  warfen  sie 
sich  nach  Ferdinands  Abmarsch  nach  Osten  nicht  vereinigt  auf  die 
Spanier  oder  Ligisten?  Ein  Zweifel,  dass  diese  beiden  sich  ver- 
einigen würden  (Struck  43),  war  doch  im  Ernste  ausgeschlossen. 
Warum  nimmt  die  evangelische  Armee  bei  ihrem  ersten  Entsatz- 
versuche vom  14.  August  keine  Lebensmittel  mit?  Warum  besetzten 
die  Kaiserlichen  die  wichtige  vordere  Allbuch-Schanze  mit  zwei 
Rekmtenregimentem,  die  noch  kein  Pulver  gerochen  hatten?  Warum 
beginnt  Bernhard  am  6.  den  Kampf  erst  gegen  acht  ühr  und  auch 
dann  nur  mit  Reiterangriffen  und  Geschützfeuer?  Hatte  er  etwa  seine 
besten  oder  alle  seine  Fusstruppen  unter  Vitztum  und  Thum  dem 
rechten  Flügel  zu  Hülfe  geschickt  etc.?  üebrigens  haben  weder  Stmck 
noch  Leo  das  vorhandene  Material  ganz  herangezogen.  Schreiber 
nennt  für  das  Münchener  Archiv  noch  drei  und  für  das  Bamberger 
zwei  Aktenfaszikel  mit  Korrespondenzen  und  einer  „Relation"  über 
den  Verlauf  der  Schlacht.  Ein  Flugschriftenband  der  Breslauer  Stadt- 
bibliothek   enthält   neben    einzelnen  bisher  nicht  benutzten   Zeitungs- 


266  EritUran. 

machrichtea  ans  den  Tagen  Tor  mnd  nach  «der  Sdüadit  awei  xinbekaiarti 
ScfaildeniBgen  des  Kampfes;  beide  bringen  braudUimre  £mxelheiten, 
besonders  die  eine,  die  als  Seitenstftck  zn  Walmerodes  und  Viadien 
Beriditen  noch  am  Tage  der  ScfalacAit  Terftisst  worde.  Von  demaettMa 
Hofkriegasdcretlr  Johann  Friedrich  Yisdier  banden  sich  im  fOnÜiflli 
Hatzfeldtschen  Archive  vier  z.  T.  recht  interessante  Schreiben  ans  dei 
letaten  Augosttagen  nnd  zwei  Briefe  Pater  Lamonuins  und  dsi 
Obersten  Martin  Maadmilian  yon  der  Ooltt,  die  über  Stftrice  «ad 
Terloste  der  Schweden  Auskonft  geben. 

Bkvslaxi.  J.  Krebs. 


267 


Nachricliten  und  Notizen  I 

Der  histoTische  Atlas  der  österreichischen  Alpenl&nder  nn-d 
ieOr  und  karten  frage  ist  ein  sehr  beachtenswerter  AnlMtz  betitelt,  den 
^iannoni  in  den  Viert^ahrsheften  för  den  geographischen  Unterricht  I 
.  17 — 30  veröffentlicfate.  Die  „GivinG&artenbewegung''  ging  bekanntlich 
Ott  der  Voraassetenng  aus,  dass  die  Ortsgemeindefloren  im  wesentlichen 
b  stabil  SU  gelten  haben  und  daes  daher  die  heutigen  Ortsgrenzen  ohne 
«tores  fOr  historische  Karten  zu  verwenden  seien.  Diese  Voraussetzung 
it  als  irrig  und  damit  die  ganze  Grundkartenbewegung  als  ungesund  er- 
iesen  worden.  Sehr  richtig  sagt  Giannoni :  „wo  man  yon  einer  Yerwertong 
er  Qemeindegrenzen  absehen  muss,  fällt  jede  Berechtigung  eigener  Grund- 
arten weg."  Vereinzelte  Versuche,  die  wissenschaftliche  Bedeutung  der 
Irandkarten  zu  retten,  missglückten  durchaus. '  Von  welch  naiven  und 
Bwissenschaftlichen  Chnndanschauungen  die  ganze  Bewegung  ausgegangen 
mr,  das  z^gen  wiederum  besonders  schlagend  jene  Bemerkungen  Giannonis, 
le  den  Wechsel  und  die  Verschiedenartigkeit  des  Gemeindebegriffes  betreffen. 
ber  G.  hebt  gleich  seinem  Lehrer  E.  Richter  (vgl.  Eist.  Vierte^j.  1901 
.  986  f.)  mit  Nachdruck  hervor,  dass  überhaupt  die  -Grundkarten  als 
rbeitakarten  wenig  brauchbar  seien.  „Wenden  wir  die  Grundkartenfi«ge 
if  Osterreich  an  und  teilen  sie  in  die  zwei  verschiedenen  Fragen,  die  unter 
iawm  Schlagworte  behandelt  werden,  in  die  historische  nach  der  Ver- 
endung  der  modernen  Ortsgemeindegrenzen  und  in  die  geographische, 
le  Frage,  ob  im  Falle  einer  solchen  spezielle  Grundkarten  zweck- 
enlich  sind,  so  müssen  beide  Fragen  verneint  werden."  G.  S. 

Von  C  appellis  Dizionario  di  Abbreviatnre  (vgl.  Bist.  Vieit.  1^99  p.  660) 
fe  bei  J.  J.  Weber  in  Leipzig  eine  deutsche  Ausgabe  1901  erschienen: 
exicon  abbreviaturarum.  Wörterbuch  lateinischer  und  itaUeixischer 
bkftrznngen.  Preis  JC  7,50.  Die  wertlosen  Auifühmngen  über  Monogramme 
)d  die  vier  beigegebenen  Sehrifttafeln  der  italienischen  Ausgabe  sind  fert- 
damen,  dafür  bringt  das  deutsche  Budi  einen  Nachtrag  zum  Lezioon 
»fareviaturarum  —  übrigens  nicht  faksimiliert  —  und  eine  Bibliogn^hie. 

^  Zu  diesen  im  Lager  der  „Grundkartenforscher*^  unternommenen  Ver- 
teilen muss  ich  auch  den  Vortrag  rechnen,  den  der  Metzer  Archivdirektor 
r.  Wolfram  am  8i.  Sept.  1901  gehalten  hat,  der  im  „Eorreapondenzblatt 
SS  Gesammtvereins  der  deutschen  Geschichts-  und  Alteitumsvereine  1902" 
■cldeDen  und  mir  soeben  zugegangen  ist  Auf  die  allerdings  nur  im 
NM  überaus  enecgisohen  Ausführungen  werde  ich  m  angemessener  Weise 
rfiekkomman. 


272  Nachrichten  und  Notiien  I. 

gäbe  mit  mustergültiger  Sorgfalt  gelöst  hat.  Aufs  peinlichste  scheidet  er 
die  Eigentümlichkeiten  im  Sprachgebrauch  des  Godagnellns  von  den  Schreib- 
fehlem. Nur  äusserst  selten  lassen  sich  geg^n  die  Yerbesseningen  Eis- 
wände  erheben,  wie  etwa  S.  68  Z.  18  legumina  fOjr  legnaniina  nicht  imbe- 
dingt erforderlich  sein  mag.  Besonders  dankenswert  ist  die  auf  Herstellmig 
der  Ortsnamen  verwandte  Sorgfalt,  und  die  Erläuterung  der  Ortsnamen  im 
Index  hilft  einem  Mangel  ab,  der  bei  Benutzung  italienischer  Quellen  in 
der  Folioausgabe  der  M.  G.  sich  empfindlich  fühlbar  macht.  Den  Annaiso 
▼orangestellt  ist  eine  von  ihnen  in  der  Handschrift  getrennt  überliefexte 
Relation  über  einen  Bürgerzwist  zu  Piacenza  im  Jahre  10^,  die  Pertz  ndt 
Unrecht  in  den  Text  der  Annalen  eingefügt  hatte.  Holder -Egger  betrachtet 
die  Erzählung  als  Erfindung  des  Codagnellus,  deren  echter  Kern  nicht  mehr 
zu  erkennen  sei. 

Zürich.  G.  Caro. 

Die    Zürcher   Stadtbücher   des    14.    imd    15.   Jahrhunderts.     Auf  Xer- 
anlassung  der  Antiquarischen  Oesellschafb  zu  Zürich  herausgegeben  mil 
geschichtlichen  Anmerkungen  von  H.  Zeller-Werdmüller.    H.  Leipzig, 
S.  Hirzel  1901.     VI  und  427  S. 
Dieser  zweite  Band  bringt  die  Stadtbücher  HI,  Beschlüsse  des  Grossen, 
und  Va,  Beschlüsse  des  Kleinen  Rates,  die  sich  beide  über  den  Zeitranm 
von    1412—1428   erstrecken.     Ein    durchgreifender   sachlicher   Unterschied 
im  Inhalt  besteht  zwischen  den  beiden  Büchern  nicht:  innere  und  aussen 
Angelegenheiten    fielen    in   beider   Behörden   Wirkungskreis.      Wohl  aber 
nehmen  die  politischen  Fragen  in  den  Beschlüssen  des  Grossen  Rates  eines 
viel  ausgedehnteren  Raum  ein  als  in  denen  des  Kleinen:   Beziehungen  n 
König  und  Reich,  die  Beteiligung  an  dem  Kriege  gegen  den  geächtetes 
Herzog  Friedrich  IV  von  Oesterreich,  die  zur  Eroberung  des  Aargaus  duidi 
die  Eidgenossen   führte,   die  Züge   zum  Schutz   des  Eschenthals  und  der 
benachbarten  Thäler  gegen  Savoyen  und  Mailand  (vgl.  Schulte,  G.  d.  mittel- 
alterlichen Handels  I,  S.  474  fif.)  spielen  eine   grosse  Rolle,  und  auch  die 
Hussitenkriege  kommen  zur  Sprache.    Im  übrigen  enthält  auch  dieser  Band 
eine  schier  unerschöpfliche  Fülle  von  Beiträgen  zur  Beleuchtung  der  Te^ 
schiedensten  Seiten    des   städtischen   und  kantonalen  Lebens:    AbnmdoBg 
und  Festigung  des  Gebietes  der  Stadt,  Münzordnungen  und  MünzvertrSge, 
Markt-  und  Preisordnungen,  Aufsicht  über  die  Zünfte  und  über  den  ehrbaren 
Lebenswandel  der  Bürger  —  um  nur  einige  zu  nennen.    Vielleicht  findei 
sich  nach  Vollendung  des  Werkes  eine  Gelegenheit  näher  auf  das  Allel 
einzugehen.     Was  dem  allgemeinen  Charakter  der  Publikation  betrifft,  to 
verweise  ich  auf  meine  Anzeige  des  I.  Bandes  in  dieser  Vierte\jahrschrifti 
Bd.  IV,  S.  268  f.    Eine  ausführlichere  Analyse  des  Inhalts  hat  auch  diesnttl 
G.  Meyer  von  Knonau  geliefert  in  den  Gott.  Gel.  Anzeigen,  1901,  S.  687— 6W. 
Jena.  F.  Keutgen. 

Den  4.  Band  der  vom  „Verein  für  Geschichte  der  Deutschen  in  Böhmen'^ 
herausgegebeneu  „Städte-  und  Urkundenbücher  aus  Böhmen^^  bildet  dai 
Urkuudenbuch    der    Stadt    Budweis    in    Böhmen,     bearbeitet   tos 


Nachrichten  und  Notizen  I.  273 

Karl  EOpl.  Dieser  Band  soll  das  Material  bis  zum  Jahre  1419  in  sich 
fassen,  doch  ist  vorläufig  nur  die  erste  Hälfte,  reichend  bis  zum  Jahre  1390 
erschienen.  Der  Bearbeiter  bietet  gedruckte  und  ungedruckte  Urkunden  in 
gleich  genauer  Wiedergabe,  verzeichnet  alle  in  Budweis  ausgestellten 
Königsurkunden  Karls  IV.,  alle  ihm  bekannt  gewordenen  Personen  mit  dem 
Prädikat  „von  Budweis",  ob  sie  nun  als  Schreiber  von  Handschriften, 
Kanzleibeamte,  Urkundenzeugen,  als  (immatrikulierte  Hörer  der  Prager 
Universität  oder  in  sonst  welcher  Eigenschaft  handschriftlich  oder  in  Druck- 
werken genannt  erscheinen.  Dadurch  erklärt  sich  die  verhältnismässig 
grosse  Zahl  von  543  Nummern  in  diesem  Halbbande.  Die  Bearbeitung  der 
Urkunden  ist  zuverlässig,  die  Beschreibung  derselben  und  insbesondere  der 
Siegel  sehr  genau.  Ein  Endurteil  über  das  Werk  ist  wohl  erst  nach  dem 
Erscheinen  der  zweiten  Hälfte,  die  auch  die  Vorrede  und  die  Indices  ent- 
halten wird,  möglich.  Bretholz. 

Heinrich  Werner,  Dr.  phil..  Die  Flugschrift  „onus  ecclesiae"  (1619)  mit 
einem  Anhang  über  sozial-  und  kirchenpolitische  Prophetien.  Ein  Bei- 
trag zur  Sitten-  und  Kulturgeschichte  des  ausgehenden  Mittelalters. 
8^  Giessen,  J.  Ricker  1901.  106  S. 
Eine  der  merkwürdigsten  kirchenpolitischen  Schriften  der  vorreforma- 
torischen  Zeit  findet  in  dieser  dankenswerten  Studie  ihre  erste  eingehende 
Würdigung.  Der  lateinische  Traktat  ^Onus  ecclesiae'  ist  gegen  die  Mitte 
des  Jahres  1519  entstanden.  Der  erste  rechtmässige,  vom  Verfasser  ver- 
anstaltete Druck  ist  1531  in  Augsburg  erschienen,  drei  andere  waren  diesem 
vorausgegangen:  2  in  Landshut  1524  (vom  Herausgeber  mit  lutherfeind- 
lichen Interpolationen  versehen)  und  einer  in  Köln  1531.  Eine  spätere 
Ausgabe  von  1620  beruht  auf  dem  rechtmässigen  Druck  von  1531.  Nach 
dieser  bibliographischen  Darlegung  wird  die  Autorschaft  des  Bischofs 
Berthold  von  Chiemsee  durch  einleuchtende  Erwägungen  gestützt  (S.  11 — 13), 
dann  folgt  eine  kritische  Analyse  des  Inhalts  (S.  13 — 50)  und  der  Nachweis 
der  von  Berthold  benutzten  Quellen  (S.  51 — 59):  Gerson,  Thomas,  Augustini 
Pico,  das  ius  canonicum,  Luthers  'Resolutiones' ;  die  Offenbarungen  der 
hh.  Brigitta,  Hildegard  und  Katharina,  Vincentius  Ferrerius,  Methodius 
nebst  Aytingers  Kommentar  (1496),  und  der  1516  in  Venedig  erschienene 
Sanunelband  'Abbas  Joachim  magnus  propheta'.  Die  zusammenfassende 
Beurteilung  von  Bertholds  Schrift  (S.  59—69)  gipfelt  in  dem  Nachweis, 
dass  die  aus  den  Elementen  mittelalterlicher  Prophetie  erbaute,  ihrer 
Stimmung  nach  mystisch  •  quietistische ,  ihrer  Orientierung  nach  durchaus 
eschatologisch- fatalistische  Geschichtsphilosophie  des  Autors  seine  kirchen- 
politischen Ausfühnmgen  durchweg  bestimmt,  insofern  sie  einerseits  die 
schonungslose  Schärfe  ihres  Tons  als  die  eines  abstrakten  Doktrinarismus 
erklärt,  anderseits  ihre  lediglich  anklagende  und  protestierende,  aber 
nirgends  zu  positiv  aufbauenden  Gedanken  hinlenkende  Haltung  verschuldet. 
Berthold  ist  „weder  Refonnator  noch  Prophet,  weil  er  die  Zeichen  der  Zeit 
nicht  versteht:  anstatt  mit  historisch  geschultem  Thatsachensinn  in  die  Zu- 
kunft zu  schauen,  malt  er  sich  die  Vergangenheit  phantastisch  aus  und 
rekonstruiert    aus   ihr  ein  bereits  unfruchtbar  gewordenes  Ideal"   (S.  63). 

Histor.  Yiertaljahrschrift  190S.  2.  19 


274  Nachrichten  und  Notizen  I. 

Unter  einem  ähnlichen  Gesichtspunkt  betrachtet  der  ,,Anhang^^  (S.  70—106) 
die  wichti^ten  sozial-  und  kirchenpolitischen  Prophetien  des  ausgehenden 
Mittelalters:  die  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmund,  Lichtenbergen 
Praktik,  Grünpeck's  'Spiegel',  den  'Oberrheinischen  Revolutionär'  und 
'Teutscher  Nation  Notdurft'.  Dieser  Anhang  enthält  eine  Reihe  treffender 
Bemerkungen,  doch  wurde  auf  die  lehrreiche  Analogie,  die  zwischen  der 
sozialpolitischen  Litteratur  des  ausgehenden  Mittelalters  und  der  der  Auf- 
klärung besteht,  schon  andernorts  mehrfach  hingewiesen,  und  die  Auffassung 
des  Verfassers  ist  weniger  neu,  als  er  selbst  anzunehmen  scheint.  Im 
übrigen  könnte  man  an  seiner  fleissigen,  klaren  und  sachkundigen  Arbeit 
grössere  Freude  haben,  wenn  sie  nicht  durch  zahlreiche  ärgerliche  Druck- 
fehler sowie  durch  Nachlässigkeiten  des  Ausdrucks  entstellt  wäre,  die  die 
Grenzen  des  Erlaubten  nicht  selten  überschreiten;  der  nachstehende  Sati 
ist  leider  nicht  das  einzige  Beispiel  dieser  Art:  „Nicht  weniger  mit- 
bestimmend auf  (!)  denselben  Charakter  der  Prophetie  sind  die  beeonderen 
Zeitumstände,  aus  der(!)  sie  erwächst.^* 

Kiel.  A.  E.  Berger. 

Postina,  Alois,  Der  Karmelit  Eberhard  Billick.  Ein  Lebensbild  aus  dem 
16.  Jahrhundert.  Freiburg  i.  B.,  Herdersche  Yerlagshandlung  1901.  HI 
und  244  S.     gr.  8.     M.  3,40. 

Der  unermüdliche  Dr.  Nikolaus  Paulus  hat  die  Entstehung  der  Schzift 
angeregt,  die  auf  gründlichen  Studien  im  Provinzialarchiv  der  niede^ 
deutschen  Karmelitenprovinz ,  jetzt  im  Frankfurter  Stadtarchiv,  im  Kölner 
Stadtarchiv,  das  Billicks  handschriftliche  Reden  und  Predigten  aufbewiht, 
im  Staatsarchiv  zu  Düsseldorf,  im  Vatikanischen  Archiv  und  im  Kloitcr 
S.  Maria  in  Traspontina  in  Rom  beruht.  Die  vielseitig^  Thätigkeit  Billicb, 
der  als  Provinzial  der  niederdeutschen  Karmelitenprovinz,  als  Professor  ai 
der  Kölner  Hochschule,  als  Gegner  des  Kölner  Kurfürsten  und  Elnbiscbofii 
Hermann  von  Wied,  als  Vertreter  katholischer  Anschauung  auf  den 
Religionsgesprächen  zu  Regensburg  1545  und  Augsburg  1547/8,  wie  auf  den 
Konzil  zu  Trient  in  die  Bewegung  der  Zeit  eingriff,  erfährt  in  der  MV- 
giebigen  Darstellung  eine  eingehende  Beleuchtung.  Das  VerseichniB  der 
Schriften  weist  5  Nummern,  der  Anhang  219  Stücke  Briefe  und  Begesten  vd. 
Leipzig.  Georg  Müller. 

Hegler,  Alfred,  Sebastian  Francks  Lateinische  Paiaphrate  der 
deutschen  Theologie  und  seine  holländisch  erhaltenen  Traktate.  Tfibingcn, 
G.  Schnürlen,  1901.     122  S.  3.20  .^ 

Hegler,  dem  wir  schon  die  schöne  Abhandlung  „Geist  und  Schrift  bei 
Sebastian  Franck"  (1892)  und  den  Artikel  in  der  3.  Auflage  der  Beaten^- 
clopädie  für  Theologie  und  Kirche  VI,  142  -  60  verdanken,  hat  einen  nen» 
sehr  wertvollen  Beitrag  zur  Kenntnis  des  bedeutenden,  wenn  auch  nicÜ 
originalen  Mannes  geliefert.  Aus  der  einzigen  bekannten  Es.  der  Bibliothek 
der  Vereenigten  Doopsgezinden  Gemeente  zu  Amsterdam  verOffentlicbt  er 
unter  Abdruck  charakteristischer  Proben  den  Inhalt  einer  Paraphiaie  der 
„deutschen  Theologie",  in  der  Franck  dieses  Schriftchen  in  humamitiste 


Nachrichten  und  Notizen  I.  275 

Latein  übertragen  hat,  alles  in  die  Breite  ziehend  und  die  einfachsten 
Gredanken  mit  einem  Wust  von  Sentenzen,  Sprichwörtern,  klassischen  Reminis- 
cenzen  behängend.  Sehr  gehaltvoll  und  durch  Klarheit  und  edles  Mass  im 
Ausdrucke  ausgezeichnet  ist  die  Einleitung,  in  der  H.  über  die  Verbreitung 
und  Beurteilung,  die  der  Traktat  im  Reformationszeitalter  gefunden  hat, 
sofern  sich  darin  die  ganze  Geschichte  der  Mystik  im  16.  Jhrh.  spiegelt, 
ferner  über  die  von  der  Mystik  der  Reformation  geleistete  Vorarbeit  und 
die  Ueberwindung  dieser  eigentümlichen  religiösen  Stinmiung  durch  Luthers 
Theologie  handelt.  Während  Francks  Paraphrase  nur  handschriftlich  be- 
fchränkte  Verbreitung  fand,  erschien  eine  andere  lateinische  Uebersetzung 
von  dem  geistesverwandten  Castellio  im  Druck:  Basel,  Januar  1557;  sie 
rückte  die  „deutsche  Theologie^*  in  den  Gesichtskreis  der  französischen 
Reformatoren  imd  veranlasste  sie  (Farel,  Calvin,  Beza)  zu  charakteristisch- 
absprechenden  Urteilen.  In  die  letzten  Lebensjahre  Francks  fallen  auch  die 
nur  in  sehr  seltenen  holländischen  Drucken  erhaltenen  Traktate,  über 
die  bisher  nur  wenige  dunkle  Bemerkungen  durchgesickert  waren  und  über 
die  nun  H.  zum  ersten  Male  ausführlich  berichtet:  Vom  Reiche  Gottes 
(1611  und  1617),  dazu  das  Pendant:  Von  der  Welt,  des  Teufels  Reich,  dazu 
der  Anhang:  eine  Beschreibung  des  Pöbels,  und  dazu  wieder  das  Gegen- 
stück: Von  der  Gemeinschaft  der  Heiligen  (1618).  Es  ist  anzunehmen,  dafs 
der  Tod  Franck  an  der  Drucklegung  dieser  Schriften  hinderte  und  dass 
sie  aus  seinem  Nachlass  nach  Holland  gekommen  sind.  H.  spricht  hier 
(S.  118 f.)  die  beachtenswerte  Vermutung  aus,  dass  Franck  zuletzt  selbst 
nach  Holland  übergesiedelt  und  dort  gestorben  sein  könnte. 

Zwickau  i/8.  Otto  Giemen. 

Li  den  „Neujahrsblättern  der  Badischen  Historischen  Kom- 
mission'' für  das  Jahr  1900  (Heidelberg,  C.  Winters  Universitätsbuch- 
bftndlung)  schildert  Konrad  Beyerle  auf  84  S.  gr.  8^  die  vom  7.  September 
bis  1.  Oktober  1683  unternommene  Belagerung  von  Konstanz  durch 
den  schwedischen  Feldmarschall  Hom  auf  Grund  z.  T.  entlegener  ge- 
druckter Quellen,  wie  nach  den  Akten  des  Konstanzer  Stadtarchives  und 
der  im  Gr.  Generallandesarchive  zu  Karlsruhe  verwahrten  Protokolle  des 
Konstanzer  Domkapitels.  Drei  Wochen  lang  verteidigten  sich  die  Bürger 
mit  den  kaiserlichen  Regimentern  Waldburg,  Mercy  und  Ems  tapfer  und  mit 
^Brfolg  gegen  die  fünfmal  stärkeren  Feinde.  Gegen  Ende  der  Belagerung 
▼ersuchte  französische  und  eidgenössische  Vermittelung,  die  beinahe  zum 
Eingreifen  der  Schweiz  in  den  Kampf  und  zum  Zusammenstosse  zwischen 
den  katholischen  und  protestantischen  Kantonen  geführt  hätte,  die  Stadt 
Tergeblich  vom  Reiche  loszureissen.  Der  Verfasser  führt  in  einer  gewandt 
und  mit  Fachkenntnis  geschriebenen  Einleitung  geschickt  in  die  Verhältnisse 
der  Stadt  am  Anfange  des  17.  Jahrhunderts  ein  und  weiss  den  Leser  sowohl 
in  der  Vorgeschichte  der  Belagerung,  wie  in  der  Beschreibung  ihres  eigent- 
lichen Verlaufs  durch  Klarheit  und  verständige  Behandlung  des  Stoffes 
dauernd  zu  fesseln.  Unparteiisch  stellt  er  neben  seinen  Ausspruch,  dass 
^die  schwedischen  Horden  alles  Katholische  verwüsteten^^  die  Aeusserung 
des  Salemer  Mönchs  Bflrster,  wonach  der  katholische  Freund  ärger  als  der 


.nM 


276  Nachrichten  und  Notuen  I. 

Feind  hauste.  Mitunter  stören  einige  stüistische  und  grammatikalische 
Flüchtigkeiten  oder  speziell  süddeutsche  Wendungen  (Fatierung,  Vesenu.  a.); 
,,Schäfifenberg**  heisst  richtiger  (Johann  Ernst  Ton)  Scherffenberg,  zu  „Pappen- 
heim" hätte  Heinrich  Ludwig  hinzugefügt  werden  sollen.  Warum  der  Ver- 
fasser den  Obersten  Waldburg -Wolfegg,  der  seine  Schuldigkeit  doch  bii 
zum  letzten  Tage  der  Einschliessung  gethan  hat,  „wenig  fähige*  nennt,  ist 
nicht  ersichtlich,*  und  zwei  seiner  Behauptungen  müssen  unbedingt  in  da« 
Gebiet  der  Fabel  erwiesen  werden:  Dass  General  Hom  in  die  hölzernen 
Wasserleitungsröhren,  die  einer  Anzahl  öffentlicher  Brunnen  in  Konstanz 
das  Wasser  aus  dem  Thurgau  zuführten ,  Gift  habe  einmischen  lassen  nnd 
dass  38  Bürger  der  Stadt  den  Auftrag  gehabt  hätten,  die  Soldaten  zur 
Tapferkeit  anzuspornen.  Unbenutzt  geblieben  sind  einige  Notizen  bei 
Hallwich,  Wallensteins  Ende,  besonders  II,  622  der  Auszug  aus  einem 
Briefe  Mercys  über  den  Sturmlauf  der  Schweden  am  18.  September. 
Breslau.  J.  Krebs. 

Otto  Schmid,  Musik  am  sächsischen  Hofe.  Das  sächsische  Königshaiu  io 
selbstschöpferischer,  musikalischer  Bethätigung.  Leipzig,  Breitkopf  k 
Härtel  1900.     IV,  81  S.     gr.  8^ 

Den  Veröfifentlichungen ,  die  Georg  Thouret  unter  dem  Gesamtnamen 
„Musik  am  preussischen  Hofe^'  herausgegeben  hat,  lässt  der  Verlag  von 
Breitkopf  &  Härtel  anerkennenswerterweise  eine  neue  Reihe  „Musik  am 
sächsischen  Hofe^'  folgen.  Den  erschienenen  drei  Heften  musikalischer 
Publikationen,  von  denen  das  dritte  Kompositionen  sächsischer  Fürsten  und 
Fürstinnen  enthält,  hat  der  Herausgeber  ein  besonderes,  darstellendes  Bei- 
heft zugesellt.  Schmid  giebt  hierin  einen  warm  gehaltenen  Ueberblick  über 
die  Stellung  der  Wettiner  zur  Musik,  besonders  über  die  von  ihnen  ge- 
fT^rderten  Richtungen  und  ihre  eigene  musikalische  Bethätigung.  Aus  dem 
Mittelalter  erwähnt  er  nur  die  bekannte  Approbation  einer  vom  Markgrafen 
Heinrich  dem  Erlauchten  komponierten  Messe  durch  Papst  Innocenz  IT. 
1254.  In  der  Reformationszeit  setzt  er  mit  Moritz  ein,  ohne  die  Verdienste 
der  Ernestiner  zu  berücksichtigen,  und  durcheilt  rasch  die  Jahrhunderte, 
nur  einzelne  Personen  etwas  eingehender  würdigend,  so  die  KurfÜrstin 
Maria  Antonia.  Die  Wandlung  in  den  musikalischen  Neigungen,  die  Auf- 
einanderfolge der  von  der  Reformation  ins  Leben  gerufenen,  von  protestan- 
tischem Geiste  getragenen  Musik  des  16.  und  17.  Jahrhunderts,  der  mnii- 
kalischen  Renaissance  des  17.  und  18.  Jahrhunderts  mit  ihrer  Vorhemchifk 
der  italienischen  Oper  u.  s.  w.,  die  Zusammenhänge  dieser  reinmusikaliBcheD 
Erscheinungen  mit  den  allgemeinen  kulturellen  Verhältnissen  werden  in 
gedrängter,  klarer  Weise  hervorgehoben. 

Dresden.  W.  Lippert 

Otto  Varenius,  Gustav  Adolfs  schwedischer  Nationalstaat.     Autorisierte 

Übersetzung  von  Fritz  Arnheim.     Leipzig  1901. 

In  den  kurzen,  inhaltschweren  Sätzen  einer  Gedächtnisrede  feiert  der 

Verf.  Gustav  Adolfs  Einfluss  auf  die  innere  Entwickelung  Schwedens.    Aim- 

bau  des  überkommenen  Regierungsystems,  Sanmilung  aller  arbeitstflchtigfln 


Nachrichten  und  Notizen.  I.  277 

Kräfte,  Ausbildung  der  Werkzeuge,  das  begonnene  Werk  in  seinem  Sinne 
weiterzufahren ,  das  sind  die  Grundlinien  seines  Handelns.  Er  schuf  den 
beständig  Terjüngten  Adel  zum  Beamtenstand  um,  der  Rat  wurde  zu  einer 
festen  Behörde,  das  Land  administrativ  eingeteilt,  ein  über  lokale  Interessen 
erhabener  Gerichtshof  gebildet.  Die  Möglichkeit  einer  individuellen  Ent- 
wickelung  seiner  Unterthanen  förderte  er  durch  Errichtung  von  Gymnasien 
mit  unentgeltlichem  Unterrichte  und  durch  die  grossartigen  Zuwendungen, 
die  er  aus  seinem  Privatvermögen  der  Universität  Upsala  machte.  Materiell 
suchte  er  sein  Land  durch  Anlage  und  Bevorzugung  der  Städte,  Begünstigung 
des  Bergbaus,  Besserung  der  Land-  und  Wasserstrassen  zu  fördern.  Wie 
weit  dies  gelang,  zeigt  der  Umstand,  dass  sein  Heer  die  gesamte  Aus- 
rüstung aus  dem  eigenen  Lande  bezog.  Sein  Heerwesen  war  die  Weiter- 
bildung des  altschwedischen  Grundsatzes  der  allgemeinen  Verpflichtung  zur 
Landesverteidigung.  Der  Reichstag  wurde  eine  gesetzliche  Institution, 
ständige  Fühlung  des  Könige  mit  Vertretern  seines  Volkes  vereinigte  die 
von  allen  Seiten  herlaufenden  Fäden  in  einem  Punkte.  Dass  die  Opfer,  die 
vom  Volke  verlangt  wurden,  bisweilen  gross  waren,  lässt  die  Opferwilligkeit 
in  schönstem  Liebte  erscheinen.  Mit  diesem  Volke  hinter  sich  konnte 
Gustav  Adolf  handeln,  als  er  die  Notwendigkeit  erkannte,  Schweden 
das  Recht  zu  sichern,  über  seine  Geschicke  selbst  zu  bestimmen. 

Hans  Schulz. 

Grossherzog  Friedrich  von  Baden:  Reden  und  Kundgebungen  1852 — 96. 
Herausgeg.  von  Dr.  Rudolf  Krone.  Freiburg  i.  B.  Waetzel  1901. 
Es  sind  keine  bisher  unbekannten  Dokumente,  die  uns  in  dieser  Samm- 
lung dargeboten  werden,  und  nur  wenige  von  ihnen  haben  eine  allgemeine 
geschichtliche  Bedeutung,  wie  die  Osterproklamation  von  1860,  die  der 
Stimmung  des  badischen  Landes  gegenüber  dem  von  der  Regierung  mit  der 
Kurie  vereinbarten  Konkordat  Rechnung  trug,  oder  die  Schlusserklärung  auf 
dem  Frankfurter  Fürstenkongress  (1.  Sept.  1863).  Aber  aus  allen  diesen 
Reden,  Schreiben  und  Trinksprüchen  tritt  uns,  soweit  es  in  solchen  offiziellen 
tär  die  Oeffentlichkeit  bestimmten  Kundgebimgen  möglich  ist,  die  tüchtige 
und  liebenswürdige  Persönlichkeit  eines  Fürsten  entgegen,  der  stets  für  die 
nationalen  Wünsche  des  deutschen  Volkes  und  die  besonderen  Interessen 
des  eigenen  Landes  ein  offenes  Auge  gehabt  hat.  Grossherzog  Friedrich 
hat  an  der  Begründung  und  dem  Ausbau  des  deutschen  Reiches  sowohl  wie 
an  der  Entwickelung  des  badischen  Verfassungslebens  einen  so  bedeutenden 
Anteil  gehabt,  dass  man  Ymr  wünschen  kann,  es  möchte  bald  aus  den  noch 
unbekannten  Zeugnissen  seines  Wirkens  mehr  ans  Tageslicht  kommen;  vor- 
läufig aber  müssen  wir  dem  Herausgeber  für  die  fleissige  Sammlung  wenig- 
stens dieser  öffentlichen  Aeusserungen  des  greisen  Fürsten  dankbar  sein. 

E.  Brandenburg. 

Yenaminlimgeii.  Ende  April  sollte  in  Rom  ein  Internationaler 
Historiker-Kongress  stattfinden.  Uns  ist  zwar  niemals  unmittelbare 
Nachricht  über  dies  Unternehmen  zugekommen,  doch  scheinen  die  Vor- 
bereitongen  nicht  eben  mit  Sachkenntnis   und  Umsicht   getroffen   worden 


278  Nachrichten  und  Notixen  L 

za  sein.  Jetzt  verlautet,  dass  die  Abhaltung  des  Kongresses  ▼erschoben,  ji 
überhaupt  in  Frage  gestellt  sei.  Die  deutschen  Historiker  werden  dai 
kaum  besonders  tief  beklagen,  sie  werden  sich  hoffentlich  in  Zoknnft  nicht 
mehr  durch  solche  pomphaft  inszenierten  internationalen  Veranstaltungen  ii 
der  Abhaltung  der  eigenen  wissenschaftlichen  Zusammenkünfte  stören  lassen. 

Personalien.    Emennungen  und  Bef5rdemiigeii.     Universüäten  %mi 

technische  Hochschulen.  Der  o.  Prof.  der  Naüonalökonomik  a.  d.  Tech- 
nischen Hochschule  in  Karlsruhe  Dr.  W.  Troeltsch  wurde  als  o.  Prot 
nach  Marburg  berufen.  —  In  Tübingen  wird  eine  ao.  Professur  für  alte 
Geschichte  errichtet.  —  Der  Privatdozent  Sommer  in  Leipzig  wurde  all 
o.  Prof.  für  vergleichende  Sprachwissenschaft  nach  Basel  bemfen.  —  Der 
ao.  Prof.  Dr.  Hranilovics  in  Agram  wurde  zum  o.  Prof.  der  Greographie 
ernannt. 

Das  Ordinariat  für  neuere  Geschichte  in  Leipzig,  seit  E.  Marks*  Fortgang 
verwaist,  bleibt  zunächst  unbesetzt.  Der  a.  o.  Professor  Erich  Branden- 
burg wiu-de  zum  etatsmässigen  Extraordinarius  ernannt,  mit  der  aUseitiges 
Vertretung  der  Professur  und  mit  der  Leitung  der  3.  Abteilung  des  histo- 
rischen Seminars  (für  neuere  politische  Geschichte)  betraut.  —  Der  ao.  Prof 
Hassert  für  Geographie  in  Tübingen  wurde  als  Prof.  an  die  Handels- 
hochschule nach  Frankfurt  a.  M.  berufen ;  zu  seinem  Nachfolger  in  Tübingen 
wurde  der  Privatdozent  Sapper  in  Leipzig  ernannt. 

Zu  ao.  Professoren  wurden  ernannt  die  Privatdozenten  H.  Bloch 
in  Strassburg  für  elsässische  Geschichte,  L.  Wenger  in  Graz  (RGmiscli« 
Recht),  P.  Betz  (Französische  Litteratur)  und  K.  Brun  (Kunstgeschichte) 
in  Zürich,  Gottl  (Volkswirtschaftslehre)  und  A.  Cartellieri  (Mittelalter- 
liche Geschichte)  in  Heidelberg,  E.  Kornemann  (Alte  Geschichte)  in  GiesKn. 

Es  habilitirtcn  sich:  Dr.  L.  Justi  für  neuere  Kunstgeschichte  und 
Dr.  M.  Huber  für  Staatsrecht,  Völkerrecht  und  Wirtschaftspolitik  in  Berlin, 
Dr.  Robert  Holtzmann  für  mittlere  und  neuere  Geschichte  in  Strassbnxg 
und  Dr.  A.  Werminghoff  für  mittelalterliche  Geschichte  in  Greifswald. 

TodesfäUe.  Am  6.  Febr.  starb  in  Neustadt  a.  d.  Hardt  im  Alter  von 
40  Jahren  der  Gjmnasialprofessor  Dr.  Alfred  Köberlin,  der  sich  als  No- 
mismatiker  und  als  Kulturhistoriker  einen  Namen  gemacht  hatte. 

Am  8.  Febr.  starb  in  Meiningen  im  Alter  von  62  Jahren  der  Kirchen- 
rat D.  Wilhelm  Germann,  auch  als  Historiker  bekannt. 

Am  5.  März  starb  in  Wien  im  Alter  von  Sl  Jahren  der  Privatdoxent 
für  byzantinische  Geschichte  und  Litteratur  Dr.  Thomas  Wehofer. 

Cesare  Paoli, 

der  am  20.  Januar  d.  J.  im  62.  Lebensjahre  verstorben  ist,  hat  nicht  nnr 
in  seinem  Vaterlande  in  den  Kreisen  der  ernsten  Geschichtsforscher  dei 
grössten  Ansehens  genossen,  sondern  seinen  Namen  weit  über  die  Grenzen 
Italiens  hinaus  bekannt  gemacht.  Ein  Florentiner  Kind,  geboren  am 
16.  November  1840,  trat  er  schon  1869  in  den  toscanischen  Archivdienst  und 
erwarb  sich  unter  der  einsichtigen  Leitung  Francesco  Bonainis,  der  die 
Archive  Toscana's  zu  Musteranstalten  für  ganz  Europa  auszubilden  wusste, 
nicht  bloss  eine  gründliche  praktische  Schulung,  sondern  auch  umfassende, 


Nachrichten  und  Notizen  I.  279 

auf  den  ernstesten  wissenschaftlichen  Studien  ruhende  Kenntnisse  auf  allen 
Gebieten  der  historischen  Hilfswissenschaften  und  in  der  mittelalterlichen 
Greschichte  Italiens.  1865  ward  er  an  das  Staatsarchiv  zu  Siena  versetzt, 
kehrte  aber  schon  1870  in  die  Arnostadt  zurück,  der  er  bis  zu  seinem  Tode 
treu  geblieben  ist.  Wer  immer  in  den  siebziger  und  achtziger  Jahren  in 
den  reichen  Schätzen  des  Florentiner  Archivs  Belehrung  gesucht  hat,  wird 
sich  des  liebenswürdigen  und  zuvorkommenden  Mannes,  an  dessen  vielseitige 
Gelehrsamkeit  man  selten,  an  dessen  Freundlichkeit  und  Gefälligkeit  man 
niemals  vergeblich  appellierte,  in  aufrichtigster  Dankbarkeit  erinnern. 
1887  wurde  ihm  die  Professur  für  historische  Hilfswissenschaften  am  Istituto 
di  studi  superiori  übertragen,  einer  der  wenigen  Lehrstühle,  die  für  diese 
Disziplinen  in  Italien  bestehen,  und  nun  erst  war  es  ihm  vergönnt,  seine 
ganze  Kraft  der  akademischen  Thätigkeit  und  der  wissenschaftlichen  Arbeit 
zn  widmen.  Er  war  ein  ausgezeichneter  Lehrer,  dem  die  Verehrung  und 
Liebe  seiner  zahlreichen  Schüler  alle  Zeit  gesichert  war;  und  es  ist  sein 
Verdienst,  wenn  die  mit  der  Florentiner  Hochschule  verbundene  Scuola  di 
paleografia  der  Mittelpunkt  dieser  Studien  für  ganz  Italien  geworden  ist. 
Auch  die  Thätigkeit  Paolis  für  die  Deputazione  Toscana  sugli  studi  di  storia 
patria,  deren  Mitglied  er  seit  1878,  deren  Sekretär  er  seit  1888  war  und  in 
deren  Auftrage  er  seit  diesem  Jahre  das  Archivio  storico  Italiano  redigierte, 
war  sehr  erfolgreich.  Dem  Archivio  wusste  er  die  ihm  von  seinem  Begründer 
G.  Vieusseux  erworbene,  von  dessen  Nachfolgern  aufrecht  erhaltene  führende 
Stellung  unter  den  italienischen  Fachzeitschriften  zu  bewahren.  An  den 
Arbeiten  der  Deputazione  hat  er  sich  selbst  durch  die  musterhafte  Edition 
des  Libro  di  Montaperti  (1889)  beteiligt,  der  eine  sorgfältige  Untersuchung 
Über  die  einen  wichtigen  Wendepunkt  der  Florentiner  Geschichte  bildende 
Schlacht  vom  Jahre  1260  schon  1869  vorangegangen  war.  Um  andere 
Publikationen  der  Deputazione,  wie  namentlich  diejenigen  von  Santini  und 
Paaqoi  hat  Paoli  sich  durch  Rat  und  Beistand  wesentliche  Verdienste 
erworben. 

Auch  im  übrigen  beschäftigten  sich  die  zahlreichen  kleineren  Abhand- 
lungen Paolis,  beginnend  mit  einer  Jugendschrift  über  die  Signorie  des 
Herzogs  von  Athen  in  Florenz,  vorzugsweise  mit  der  Geschichte  des  Heimat- 
landes und  der  Vaterstadt,  daneben  dann  in  immer  zunehmendem  Masse 
mit  Fragen  aus  dem  Gebiete  der  Chronologie,  der  Palaeographie  und  der 
Diplomatik.  Sein  Hauptwerk  aber  ist  das  auch  in  Deutschland  durch  die  ge- 
schickte Uebersetzung  Karl  Lohmeyers  weit  verbreitete  Programma  scolastico 
di  Paleografia  Latina  e  di  Diplomatica,  dessen  zweite  Bearbeitung  er  im 
Jahre  1899  vollendete  und  von  dessen  erstem  Bande  er  in  seinen  letzten 
Lebensjahren  eine  Neuauflage  vorbereitete.  Man  kann  nicht  sagen,  dass 
das  Werk  die  Wissenschaft  selbst  durch  neue  und  grundlegende  Ent- 
deckungen wesentlich  gefördert  hätte;  fehlt  es  ihm  auch  nicht  an  eigenen 
Beobachtungen,  so  sind  doch  seine  hauptsächlichen  Vorzüge  vielmehr  Klar- 
heit und  Präcision  der  Darstellung,  eingehende  Berücksichtigung  auch  der  aus- 
ländischen Litteratur  (die  freilich  mehr  in  der  Diplomatik  als  in  der 
Palaeographie  hervortritt)  und  ein  ausgesprochenes  pädagogisches  Talent, 
das  Wichtiges  und  minder  Wichtiges  sicher  und  bestimmt  zu  scheiden  weiss. 


280  Nachrichten  und  Notizen  I. 

So  wird  das  Werk  in  der  Reihe  unserer  hilf^wi^senschaftlichen  Lehrbücher 
seinen  Platz  ehrenvoll  behaupten. 

Als  ich  Paoli  vor  zwei  Jahren  in  Florenz  zum  letzten  Male  sah,  wir 
er  nicht  mehr  der  kräftige,  blühende  Mann,  den  ich  früher  gekannt  hatte. 
Er  hatte  sich  langsam  und  schwer  von  einem  ersten  Schlaganfalle  erholt; 
seine  Augen  hatten  ihren  strahlenden  Glanz  verloren,  sein  Gredächtnis  hatte 
gelitten,  die  sonst  so  lebendige  Sprache  war  schwerfWig  und  schleppend 
geworden.  Er  selbst  erkannte  die  Schwere  der  Gefahr,  die  ihn  bedrohte, 
noch  nicht;  aber  die  Anfälle  wiederholten  sich  immer  häufiger,  er  moiite 
der  Arbeit,  die  sein  Lebensatem  war,  entsagen,  und  so  war  der  Tod  der 
ihn  am  20.  Januar  ereilte,  eine  Erlösung  für  ihn  selbst,  wie  schwer  aeii 
Verlust  die  italienische  Wissenschaft  auch  getroffen  hat. 

H.  Bresslau. 

Paul  Sclieffer -  Boichont« 

Am  17.  Januar  starb  in  Berlin  Paul  Scheffer-Boichorst.  Indem  ich  die 
Feder  ansetze,  um  zu  seinem  Andenken  diese  Zeilen  zu  schreiben,  ist  mir'i, 
als  stünde  der  Verstorbene  selbst  mit  dem  durchdringend  forschenden  Blick 
und  dem  feinen  sarkastischen  Lächeln  hinter  meinem  Stuhle  und  schaute 
mir  über  die  Schulter  auf  das  Blatt,  und  ich  fühle  diesem  Richter  gegen- 
über die  ganze  Schwere  der  Aufgabe.  Nicht  nach  seinem  Lobe,  nur  nach 
Wahrheit  darf  ich  streben. 

In  Elberfeld  ist  Scheffer-Boichorst  am  26.  Mai  1843  als  Spross  einer 
alten  westfälischen,  katholischen  Familie  geboren.  In  der  ehemals  schlanken 
Erscheinung  mit  dem  aristokratisch  feinen  Kopfe,  der  kühn  vorspringenden 
Stirn,  der  schmalen,  steil  abwärts  gerichteten  Nase  und  dem  von  reichem, 
wohlgepflegtem  Barte  umgebenen  strengen  und  ausdrucksvoUen  Munde  hätte 
man  nicht  eben  den  Westfalen  erkannt.  Aber  wie  mannigfach  er  sich 
auch  den  Verhältnissen  der  Kindheit  in  Glauben  und  Denken  entfiremdet 
hat,  Anhänglichkeit  an  die  engere  Heimat  hat  er  sich  stets  bewahrt,  and 
westfälische  Art  war  es  gerade,  die  in  der  Eigenständigkeit  seines  Weseni 
hervortrat.  Seine  reichen  geistigen  KiUfte  sammelte  er  früh  in  einer  be- 
stimmten Richtung,  da  wollte  er  Meister  sein.  Auf  benachbarten  Gebieten 
traf  sein  kluges  Urteil  wohl  auch  das  Richtige,  aber  er  zeigte  da  stets  den 
Mut  des  Nichtwissens;  nie  hätte  er  eine  fremde  Meinung  als  eigene  nach- 
gesprochen. So  ist  er  auch  niemals  ausserhalb  der  Schranken  seines  Berufet 
öffentlich  hervorgetreten.  Persönliche  Schicksale  haben  stark  auf  seine 
Entwickelung  gewirkt.  Als  einsames  Kind,  früh  dem  Eltemhause  fem,  iit 
er  aufgewachsen,  und  die  Wohlthaten  eines  innigen  Familienlebens  hat  er 
auch  als  Mann  nie  kennen  gelernt,  denn  un vermählt  und  ohne  sich  je 
einem  geschlossenen  Verwandtenkreise  eingefügt  zu  haben,  ist  er  gestorben. 
So  blieb  er  auf  sich  gestellt  und  war  damit  zufrieden;  um  so  unbehinderter 
konnte  er  die  Eigenart  seines  Wesens  entfalten,  und  in  einer  demokratisch 
abschleifenden  Zeit  gewann  nun  jeder,  der  mit  ihm  zusammentraf,  gar  bald 
den  herzerfreuenden  Eindruck  einer  Persönlichkeit,  in  der  keine  Spur  von 
Phrase  lebte,  bei  der  jedes  Wort  und  jede  Handlung  echt,  ursprünglich, 
durch  und  durch  individuell  waren.     „Streben  nach  dem  Wahren  und  Hast 


Nachrichten  und  Notizen  I.  281 

ge^n  Falsches*^  —  die  Worte  Dantes  bezeichnen  auch  das  Leitmotiv  von 
Scheffers  Leben,  sie  erschienen  ihm  als  die  höchste  sittliche  Forderung, 
und  unerbittlich  gegen  sich  und  andere,  hat  er  damit  Ernst  gemacht.  Das 
Terlieh  seinem  Auftreten  oftmals  Schärfe  und  erweckte  ihm  manche  Gegner- 
schaft, aber  es  sicherte  ihm  ein  stets  unabhängiges,  unbestechliches  Urteil, 
erwarb  ihm  die  Achtung  weiter  Kreise  und  schuf  ihm  einen  starken  sitt- 
lichen Einfluss  auf  die  studierende  Jugend.  Mit  dem  alles  beherrschenden 
Wahrheitsdrang  verband  sich  ein  gutes  Stück  Eünstlertum.  Nicht  die 
Wissenschaft  allein  war  es,  die  ihn  später  Jahr  für  Jahr  nach  Italien  lockte, 
ea  waren  auch  „die  heiteren  Kreise  südlichen  Empfindens'*,  in  denen  er  sich 
wohl  fühlte,  nach  denen  er  sich  im  Norden  sehnte.  Neben  Dante  stand  ihm 
Groethe  als  der  am  meisten  geliebte  Dichter.  Wenn  er  auch  dem  eigenen  künst- 
lerischen Dilettantismus  nur  ganz  im  Stillen  oder  zum  Scherze  Raum  gab  — 
aich  etwa  in  einem  dichterischen  Ergüsse  an  seinen  Hauswirt  erfolgreich  gegen 
eine  Steigerung  des  Mietspreises  sträubte,  —  künstlerische  Phantasie  xmd 
kfinstlerischer  Geschmack  spielen  in  seinem  Leben  doch  eine  bedeutsame 
Bolle,  Hinneigung  zu  feinfühligen  Naturen,  Widersinn  gegen  krause  und 
Terworrene  Schriftstellerei,  Ablehnung  jeglichen  Philistertums  und  jeglicher 
Pedanterie,  Empfindlichkeit  gegen  Taktverletzungen.  Als  kleiner  Knabe, 
•o  erzählte  er  wohl,  bekam  er  einst  einen  schönen  Sammetanzug  geschenkt. 
Als  seine  Hand  über  dessen  Fläche  glitt,  fiel  er  in  Ohnmacht;  es  war  un- 
echter Sammet,  dessen  Berührung  er  auch  später  nie  zu  ertragen  vermochte. 
Mftn  könnte  dem  kleinen  Vorfall  fast  eine  symbolische  Bedeutung  unter- 
legen. Wo  er  im  Leben  auf  Halbheit,  Unechtheit,  Unehrlichkeit  zu  stossen 
meinte,  da  ertrug  er  es  nicht,  konventionell  freundschaftliche  Beziehungen 
weiter  zu  unterhalten,  da  zog  er  mit  vollster  Rücksichtslosigkeit  seine 
Folgerungen.  Ich  glaube,  dass  er  sich  gelegentlich  getäuscht,  wie  bei  Dino 
Compagni  den  echten  Kern  verkannt  hat,  aber  verdient  nicht  das  Streben 
nach  offenen,  ehrlichen  Verhältnissen  auch  da  Achtung?  Der  Anteil,  den 
er  am  Ergehen  seiner  Freunde  nahm,  war  um  so  herzlicher.  Mochte  er 
einmal  über  die  Liebe  spötteln  und  sich  selbst  unbeständig  nennen,  —  er 
wäre  sehr  ernst  geworden,  wenn  man  dasselbe  auch  von  seiner  Freundschaft 
hätte  sagen  wollen.  Denn  mit  kühlem  Verstände  vereinigte  er  ein  warmes 
Hers,  die  schlichte,  liebenswürdige  Art  seines  Verkehrs  gewann  ihm  ehrliche 
Freunde,  denen  auch  er  treu  und  zuverlässig  war,  und  sass  man  des  Abends 
beim  Glase  zusammen,  so  gaben  sein  glücklicher  Humor  und  sein  treffender 
Witz  der  Unterhaltung  erst  die  rechte  Würze. 

Das  sind  nur  einige,  wie  mir  scheint,  die  wesentlichsten  Charakterzüge 
des  Menschen  Scheffer-Boichorst;  in  seinem  Wirken  als  Forscher  und  Lehrer 
spiegeln  sie  sich  deutlich  wieder.  Julius  Ficker  in  Innsbruck,  der  nun  den 
Schüler  überlebt,  war  es,  der  den  Erkenntnisdrang  des  jungen  Studenten 
zuerst  imd  damit  für  inuner  auf  das  Grebiet  der  mittelalterlichen  Geschichte 
lenkte.  Der  Einfluss  dieses  grossen  westfälischen  Landsmannes,  des  bahn- 
brechenden, tiefdringenden,  leidenschaftslosen  Forschers  war  für  Scheffer 
▼on  der  nachhaltigsten  Wirkung  und  blieb  auch  massgebend,  als  er  in 
Gottingen  unter  Waitz  seine  Studien  fortsetzte  und  sie  in  Berlin  zum  Ab- 
schluss  brachte.    Was  ihn  selbst  zum  Historiker  so  hervorragend  befähig^ 


286  Nachrichten  und  Notizen  L 

Interessen    hinaus  ins   Vertrauen    gezogen  wurde  und  ratend    und  helfend 
eintrat.     Und  wie  schlicht  und  menschlich,  wie  frei  von  allem  Professoren- 
dunkel  wusste  er  sich  in  dem  jugendlichen  Kreise  zu  geben!    Gewiss  war 
er  zu  klarblickend,  um  sich  seines  Wertes  nicht  toU  bewnsst  zu  sein,  aber 
nichts  war  ihm  widerwärtiger  als  Schmeichelei,  und  den  Weihrauch  schätzte 
er  nur ,  wenn  er  einmal  auf  seinen  italienischen  Reisen  wieder  eine  Kirche 
betrat.     Ks  schien  ihm  selbstverständlich,  dass  seine  Schüler  ihn  in  ihren 
Arbeiten  sachlich  angriffen  und  berichtigten,  wo  sich  etwa  Gelegenheit  bot 
So  mochte  er  ruhig  als   Gleicher  und  Mitstrebender  mit   ihnen  verkehren, 
seine  geistige  Ueberlegenheit  und  sein  feines  Taktgef&hl  sicherten  ihm  doch 
immer  das    nötige  Ansehen.     Viele  von  denen,    die  ihm  als  Schüler  nahe 
traten,  durften  im  späteren  Leben,  auch  wenn  sie  iftumlich  von  ihm  getrennt 
waren,   wahrhaft  freundschaftliche  Beziehungen  zu  ihm  aufrecht  erhalten. 
Der  Kreis   der  Anregungen  zu  eigener  Produktion,  die  er  gab,  umspannte 
nahezu  das  gesamte  Gebiet  der  europäischen  Geschichte  des  Mittelalten, 
politische  Darstellungen,  verfassungsgeschichtliche  Abhandlungen  und  quelloi- 
kritische  Untersuchungen  gingen  in  buntem  Wechsel  aus   seinem  Seminar 
hervor,  unter  ihnen  kaum  eine,  die  nicht  in  irgend  einer  Weise  die  Forschung 
i^-irklich  gefördert  hätt«.     Der  Individualität  der  fähigeren  Schüler  liess  er 
völlig  freien  Spielraum,  nur  mit  gelegentlichen  Winken  und  litterariachen 
Hinweisen  ihre  Arbeit  begleitend,  und  soweit  sein  Vorbild  nicht  unwillkä^ 
lieh   wirkte,  dachte  er  nicht  daran,  sie  nach  seinem  (leiste  umzu|brmen. 
Manche  von  denen,  die  so  unter  seiner  Leitung  einen  tiefen  Einblick  in  die 
wahre  Wissenschaft  thun  durften,  haben  sich  später  im  Drange  ihrer  prak- 
tischen Lehrthätigkeit  mit  der   gewonnenen  Anregung   begnügen  müsaen, 
und  sie  ist  für  ihren  Unterricht  gewiss  nicht  ohne  Frucht  geblieben.  Andere 
konnten  auf  der  gewiesenen  Bahn  weiterschreiten,  und  mochten  ihre  fernem 
Leistungen  ungleichwertig  sein,  es  war  für  den  einstigen  Lehrer  vielleicht 
doch  ein  beruhigender  Gedanke,  dass  kein  einziger  von  ihnen  sich  zu  einem 
öden  Vielschreiber  entwickelt  hat. 

Auch  auf  Scheffers  eigenes  Schaffen  gewann  seine  Art,  die  Semina^ 
Übungen  zu  leiten,  Einfluss.  Die  Form  kurzer,  zu  einem  kleinen  Kunst- 
werk abgerundeter  Untersuchungen,  von  denen  fast  jede  als  ein  metho- 
disches Muster  angehenden  Historikern  nicht  warm  genug  zur  Lekt&e 
empfohlen  werden  kann,  wurde  nun  immer  charakteristischer  fOr  seine 
Forschungen.  Mit  der  Zeit  wuchs  auch  seine  Abneigung  gegen  jede  übo- 
fliissigo  Schreiberei  und  allzu  vieles  Lesen,  gefördert  durch  die  Rücklicht 
auf  sein  wiederholt  krankes  Auge,  von  früh  auf  das  einzige,  über  deeeen 
Sehkraft  er  gebot.  Nur  die  unentbehrlichsten  Belege  pflegte  er  sich  anfin- 
zeichnen,  die  Hauptarbeit  aber,  bis  zur  sauberen  Niederschrift  für  den 
Drucker,  im  Kopfe  zu  machen.  Sein  merkwürdiger  Spürsinn  verhalf  ihm 
dazu,  dass  er  kaum  etwas  Ueberflüssiges  las,  aber  nichts  Notwendige! 
übersah.  Selbst  bei  seinen  einsamen  Mahlzeiten,  oder  wenn  er  einmal  kzaoh 
im  Bette  lag,  konnte  man  ihn  finden,  wie  er  an  der  Hand  einer  ürknnden- 
abschrift  über  seine  Probleme  nachsann.  So  zeigen  die  nun  folgenden 
Untersuchungen  die  Eigenart  seiner  historischen  Forschung  und  Kamt 
vieUeicht  am  schärfsten  ausgeprägt.   Wie  er  auch  früher  schon  seine  Meiflte^ 


Nachrichten  und  Notizen  I.  287 

Bchafb  als  Kritiker  in  lehrreichen  Anzeigen  bewährt  ):atte,  so  bilden  auch 
in  seinen  Untersuchungen  die  polemischen  Abschnitte  den  nicht  am  wenigsten 
reizyollen  Teil.  Scheflfer  fahrte  eine  schneidige,  schart'  geschliffene  Waffe, 
gelegentlich  glaubt  man  den  Einfluss  der  Lektüre  Lessings  zu  spüren;  die 
Gegner,  die  er  vor  seine  Klinge  forderte,  waren  nicht  zu  beneiden,  von 
Beiner  sachlich  unangreifbaren  Stellung  aus  wusste  er  sie  mit  den  glänzend 
gehandhabten  Mitteln  feinster  Ironie  und  beissenden  Spottes  zu  vernichten. 
Aus  der  langen  Reihe  verdienstvoller  Abhandlungen,  von  denen  die 
meisten  in  den  Mitteilungen  des  Instituts  für  österreichische  Geschichts- 
forschung erschienen  sind,  hebe  ich  nur  wenige  bedeutendere  hervor.  Der 
Katholik,  der  sich  zwar  seiner  Kirche  entfremdet  hatte  und  Priesterhochmut 
in  jeglicher  Form  verabscheute,  der  sich  aber  zu  der  kirchlichen  Lehre  des 
Protestantismus  doch  noch  weniger  hingezogen  fühlte,  besass  ein  feines 
Yerstlindnis  für  die  kirchenpolitischen  Kämpfe,  welche  das  Mittelalter  be- 
wegten, und  bewährte  auch  hier  seinen  unparteiischen  Wahrheitssinn. 
Seinen  Standpunkt,  der  demjenigen  Döllingers  nahe  kommt,  kann  ujan  nicht 
feiner  kennzeichnen,  als  er  selbst  es  gethan  hat,  indem  er  der  Hoffnung 
Ansdrack  gab,  „dass  eine  Gemütsstimmung,  wie  die  der  Magdeburger  Cen- 
tnriatoren,  allseitig  überwunden  werde,  zugleich  aber  auch  die  entgegen- 
gesetzte, die  in  der  römischen  Kirchenannalistik  herrscht".  Fast  in  allen 
diesen  kirchenpolitischen  Forschungen  behandelte  er  ebenso  wichtige,  wie 
Terwickelte  Probleme,  über  die  viel  hin  und  her  gestritten  war,  Fragen 
nach  Echtheit  oder  Fälschung,  die  bald  positiv,  bald  negativ  beantwortet 
waren,  so  dass  man  an  einer  allseitig  anerkannten  Lösung  fast  verzweifelte. 
Da  hat  er  allenthalben  Entscheidung  oder  doch  wesentliche  Klärung  gebracht. 
In  der  umfangreichsten  Studie,  die  unter  dem  Titel  „Die  Neuordnung  der 
Papstwahl  durch  Nikolaus  IL"  1879  in  Buchform  erschien,  schloss  er  die 
Kontroverse  über  die  beiden  Fassungen,  in  denen  die  für  die  Anfänge  des 
Investiturstreites  so  bedeutsame  Papstwahlordnung  vorlag,  endgültig  zu 
Gunsten  der  päpstlichen.  Wenn  es  dann  auch  nicht  in  seiner  Absicht  lag, 
die  verwickelte  Frage  der  karolingischen  Schenkungen  an  die  römischen 
Päpste  zu  einer  allseitigen  Lösung  zu  führen,  so  gewann  er  doch  durch 
•eine  Kritik  jener  bedeutsamen  Stelle  in  der  Lebensbeschreibung  Hadrians  I. 
festen  Grund  für  alle  weiteren  Forschungen.  Die  Schenkung  der  Gräfin 
Mathilde  von  Tuszien  an  den  heil.  Stuhl  vom  Jahre  1102  erwies  er  als 
glaubwürdig,  dagegen  die  bereits  von  französischen  Forschem  preisgegebene 
pragmatische  Sanktion  Ludwigs  des  Heiligen  von  1269  ebenso  unzweifelhaft 
als  eine  Fälschung  des  15.  Jahrhunderts  nicht  ohne  ein  leises  Bedauern,  dass 
er  diese  Grundlage  der  gallikanischen  Freiheit  beseitigen  musste.  Im 
Anschluss  an  neuere,  sich  widersprechende  Forschungen  über  die  konstan- 
tinische Schenkung  bildete  er  sich  eine  eigene  Meinung  über  die  Ent- 
stehungszeit und  den  ursprünglichen  Zweck  dieser  Fälschung  und  setzte  sie 
mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  in  die  60er  Jahre  des  8.  Jahrhunderts,  den 
Pontifikat  Pauls  I.  Mit  zwei  überaus  feinsinnigen  Untersuchungen  zur 
Geschichte  der  päpstlichen  Territorial-  und  Finanzpolitik  schloss  er  1893 
diese  Beihe  von  Forschungen  einstweilen  ab.  Wer  immer  sich  ein  Urteil 
über  den  Charakter  und  die  politischen  Grundsätze  Gregors  VE.  verschaffen 


288  Nachrichten  und  Notizen  I. 

will,  dem  wird  der  zwingende  Nachweis  wertvoll  sein,  dass  dieser  leiden- 
schaftliche Papst  ,,in  m assloser  Leichtgläubigkeit  und  hastiger  Begierde^ 
seine  Ansprüche  auf  Sachsen  als  Eigentum  der  Kirche  lediglich  auf  falsch 
verstandene  Angaben  stützte,  die  ihm  zugetragen  waren,  dass  er  aber  die 
Zinspflicht  Galliens  auf  eine  ihm  vorliegende  falsche  Urkunde  Karls  dei 
Grossen  gründete,  aus  der  er  für  seine  Zwecke  völlig  Anderes  herauslas,  ab 
wirklich  ihr  Inhalt  besagte.  Und  auch  die  weitere  hier  festgestellte  Thai- 
sache,  dass  Papst  Hadrian  IV.  willens  war,  auf  Grund  der  konstantinischen 
Schenkung  Irland  dem  Könige  von  England  als  Lehen  zu  übertragen,  ist 
interessant  genug. 

Aus  dem  Rahmen  der  hier  genannten  und  der  zahlreichen  anderen 
Untersuchungen,  die  in  den  achtziger  Jahren  entstanden,  fällt  der  Auftatz 
„Zur  Geschichte  der  Syrer  im  Abendlande"  (1886)  als  die  einzige  rein  kultur- 
historische Arbeit  Scheffers  und  die  einzige,  die  in  das  Altertum  zurück- 
greift, heraus.  Auch  die  Mosaikarbeit  aus  vielen  Hunderten  gesammelter 
Quellenstellen  ist  sonst  nicht  seine  Art.  Es  ist,  als  habe  er  nur  zeigen 
wollen,  dass  er  sich  auch  darauf  verstehe;  denn  auch  hier  stützt  sich  die 
Verwertung  der  Belege  auf  feinsinnige  sprachliche  und  kulturhistoiisdie 
Kritik,  und  namentlich  für  die  Handelsgeschichte  ist  der  Aufsatz  höchst 
wertvoll. 

Im  Jahre  1890  nahm  Scheffer  von  dem  geliebten  Strassburg  Abschied, 
um  einem  Rufe  nach  Berlin  zu  folgen.  Es  ist  wohl  keine  Frage,  dass  für 
sein  Wohlbefinden  der  Wechsel  nicht  glücklich  war.  Seine  Art  pzBste 
schlecht  zu  dem  hastenden  Treiben  der  Grossstadt,  seine  Gemütsstimmung 
nicht  sonderlich  zu  dem  Charakter  ihrer  Bewohner;  so  oft  es  ihm  seine 
Berufspflichten  gestatteten,  flog  er  davon  nach  dem  heiteren  Süden.  Aber 
es  wäre  doch  verkehrt,  wollte  man  die  Berliner  Zeit  in  einen  Gegensatz  txa 
Strassburger  bringen  oder  gar  von  einem  Nachlassen  seiner  Bedeutong  and 
seines  Einflusses  reden.  Was  seine  Lehrthätigkeit  etwa  an  Intimität  verlor, 
gewann  sie  an  mächtiger  Ausdehnung,  und  er  verstand  es,  selbst  unter  den 
ungünstigsten  Grossstadtverhältnissen  den  viel  zahlreicheren  Schülerkreifl  in 
gewohnter  Weise  um  sich  zu  vereinigen.  Und  wenn  die  gehäufteren  Be- 
rufsgeschäfte und  weiten  Entfernungen  vielleicht  einen  grösseren  Teil  seiner 
freien  Zeit  in  Anspruch  nahmen,  so  blieb  seine  Produktion  noch  immer 
reich  genug  und  trat  eben  damals  in  eine  neue  Phase. 

Schon  während  der  Strassburger  Zeit  hatte  manche  Veröffentlidinng 
gezeigt,  dass  Scheffer  die  einst  zurückgestellte  Regestenarbeit  nebenher 
wieder  aufnahm  und  an  der  Vervollständigung  seines  Materials  arbeitete. 
Jetzt  in  Berlin  dachte  er  alles  Ernstes  an  die  Fertigstellung,  aber  was  er 
vor  mehr  als  zwanzig  Jahren  geleistet  und  erstrebt  hatte,  genügte  ihm  non 
begreiflicherweise  nicht  mehr.  Seitdem  hatten  sich  in  der  Urkundenlehre 
bedeutsame  Wandlungen  vollzogen,  deren  Ergebnisse  auf  die  Regesten  an- 
gewandt werden  mussten.  Andererseits  schien  es  jetzt  nicht  mehr  aus- 
reichend, nur  das  gedruckte  Material  heranzuziehen,  um  so  weniger,  alfl 
Scheffer  allenthalben  auf  Spuren  unedierter  Urkunden  stiess.  Die  speaelle 
Urkundenforschung  der  Stauferzeit  trat  so  für  seine  letzten  Berliner  Jahre 
in  den  Mittelpunkt   seiner  Thätigkeit.     Sein    Spürsinn  zeitigte   auch  hier 


Nachrichten  und  Notizen  I.  289 

Überraschende  Ergebnisse.  Erw&gt  man,  dass  die  europäischen  Archive 
durch  zahlreiche  Reisen  der  Gelehrten  in  dieser  Hinsicht  för  nahezn  aus- 
geschöpft galten,  so  ist  die  Zahl  von  mindestens  anderthalbhundert  un- 
gedruckten staufischen  Eönigsurkunden,  die  er  —  wenn  auch  unter  thäiiger 
Beihilfe  seiner  Freunde  —  zum  Teil  aus  den  entlegensten  Archiven,  auf 
Grund  von  Hinweisen  in  den  obskursten  italienischen  Druckwerken  im 
Laufe  weniger  Jahre  zusammenbrachte  und  mustergültig  veröfiPentlichte, 
gewiss  erstaunlich  zu  nennen.  Nur  ungern  druckte  er  Urkunden  ab,  an  die 
sich  nicht  wenigstens  die  eine  oder  andere  lehrreiche  Bemerkung  anknüpfen 
liess,  denn  antiquarisches  Interesse  hat  ihm  jederzeit  femgelegen;  viele  aber 
der  neuen  Funde  gaben  Stoff  zu  eingehenderen  historischen  und  diploma- 
tischen Untersuchungen,  und  Scheffer,  der  noch  1887  schreiben  konnte:  ,Jch 
bin  kein  Diplomatiker,  weder  von  Erziehung  noch  durch  Neigung*  \  erwarb 
■ich  auch  auf  diesem  Gebiete  immer  vollendetere  Meisterschaft.  Aeltere 
und  neue  Untersuchungen  dieser  Ari;  vereinig^  er  in  seinem  Buche  „Zur 
Geschichte  des  12.  und  18.  Jahrhunderts**,  das  er  1897  seinen  Strassburger 
Freunden  zur  Feier  des  25jährigen  Bestehens  ihrer  Universität  darbrachte. 
In  der  Urkumdenforschung  bewegte  er  sich  auf  den  Bahnen,  die  sein  Lehrer 
Julius  Ficker  gewiesen  hatte;  wie  dieser  überliess  er  die  äussere  Kritik, 
wenn  er  sie  auch  nicht  ganz  vernachlässigte,  meist  doch  den  speziellen 
Diplomatikem.  Schon  mit  den  Mitteln  der  inneren  Kritik  erzielte  er  in 
der  Begel  sichere  Resultate,  und  ich  wüsste  nicht,  dass  er  sich  hier  in 
■einem  Urteil  über  echt  oder  unecht  jemals  getäuscht  hätte.  Ablehnung 
alles  mechanischen  Verfahrens,  sorgsamste  Erwägung  der  Verhältnisse  des 
Einzelfedles,  Nachweis  der  Echtheit  auf  Grund  einer  Singularität,  die  bisher 
gerade  das  Verdikt  der  Fälschung  zu  rechtfertigen  schien.  Ausschälung 
eines  echten  Kernes  selbst  aus  gefälschten  Stücken,  strenge  Scheidung 
swischen  echten  Dokumenten  und  Stilübungen,  das  dürften  die  charakte- 
ristischen Vorzüge  dieser  urkundlich enUntersuchungen  sein.  Aber  nur  selten 
begnügt  sich  Scheffer  mit  einem  methodisch  interessanten  diplomatischen 
Ergebnis,  meist  zieht  er  aus  den  kritischen  Feststellungen  bedeutsame 
Folgerungen  für  die  deutsche  und  italienische  Verfassungsg^chichte  oder 
geht  wohl  gar  in  die  politische  Darstellung  eines  Abschnittes  der  Reichs- 
oder  Lokalgeschichte  über,  und  gerade  dies  beständige  Ineinandergreifen 
Ton  diplomatischer  Ejritik,  verfassungsrechtlichen  Kenntnissen  und  politischen 
Erwägungen  ist  ebenso  fesselnd  wie  ergebnisreich  und  verleiht  den  Studien 
Tiel  höhere  Allgemeinbedeutung,  als  den  meisten  gewöhnlichen  Urkunden- 
forschungen. Wenn  er  so  den  zeitlichen  Umfang  seiner  Arbeiten  einstweilen 
beschränkte,  so  verdient  doch  hervorgehoben  zu  werden,  dass  er  das  Gebiet 
der  Geschichte  Kaiser  Friedrichs  II.  sich  erst  jetzt  produktiv  erobert  hat. 
Es  liegt  zum  Teil  in  der  Natur  der  behandelten  Stoffe,  dass  die  Anmut  der 
Form  gegen  frühere  Arbeiten  mehr  zurücktrat;  offenbar  ging  aber  auch 
Scheffers  bewusstes  Streben  immer  mehr  dahin,  für  den  Inhalt  den  knapp- 
sten Aasdruck  zu  finden  und  seine  Untersuchungen  in  einen  eng  begrenzten 
Baum  znsammenzupressen.  So  mochte  er  etwa,  gleichsam  nur  im  Vorbei- 
gehen, in  einem  Zusätze  von  wenigen  Seiten  die  Spuren  eines  völlig  vergessenen) 
idtgenOssiflchen,    bestonterrichteten   Geschichtschreibers  Friedrichs  H.  auf- 

mnor.  YiartoljAhnoluift.  1902.  2.  20 


390  Nachrichten  und  NoÜien  L 

decken,  ein  Stoff,  ans  dem  andere  ein  kleines  Bach  gemacht  hfttten.    Die 

letzten  Schriften  lesen  sich  daher  schwerer  und  stellen  an  die  beständige 
Aufmerksamkeit  höhere  Anforderungen. 

Seit  einigen  Jahren  begannen  seine  körperlichen  Kräfte  zu  sinken;  das 
schwere  Leberleiden,  das  ihn  dann  in  kurzer  Zeit  dahingerafft  hat,  mochte 
sich   im   stillen   vorbereiten.    Darunter  litt  dann   gelegentlich    auch   seine 
geistige  Frische  und  Spannkraft.    In  seiner  Produktion  freilich  spürt  man 
von  irgendwelchem  Nachlassen  nicht  das  mindeste.    Gerade  die  letzten  in 
den   Sitzungsberichten   der   Berliner  Akademie,   der  er  wie  Heinrich   von 
Treitschke  leider  nur  kurze  Zeit  angehören  sollte,  veröffentlichten  Unter- 
suchungen zur  Geschichte  Friedrichs  11.  zeigen  ihn  auf  der  vollen  wissen- 
schaftlichen und  künstlerischen  Höhe.    Durch  einen  vorzeitigen  Tod  ist  er 
nun  jäh  aus  seinem  Schaffen  gerissen.    Hätte  er  einen  tüchtigen  jüngeren 
Mitarbeiter  gefunden,  der  die  mehr  mechanische  Arbeit  auf  sich  genommen 
hätte,  so  würde  er  sein  Regestenwerk  wohl  in  einigen  Jahren  zum  Abschluii 
gebracht  haben.    Nun  ist  es  unvollendet  geblieben,  ein  anderer  muss  die 
letzten  Ergänzungen  hinzuthun  und  die   endgültige  Redaktion  übernehmen, 
aber  der  Weg  ist  geebnet,  die  Hauptschwierigkeiten  sind  bewältigt,  und 
noch  in  seinen  letzten  Verfügungen  hat  Scheffer  der  Regeeta  Imperii  und 
ihrer  Fortführung  gedacht.     Und  auch   sein  eigenes  Lebenswerk,  so  reich 
seine  Produktion  gewesen  ist,  war  noch  unvollendet.    Er  selbst  sprach  die 
Absicht  aus,  seine  kirchengeschichtlichen  Studien  wieder  vorzunehmen,  -* 
er  hätte  sich  nicht  mit  der  Sammlung  seiner  früheren  Aufsätze  begnügt, 
noch  um  manche  schöne  Frucht  hätte  er  sie  bereichert. 

Die  deutsche  Geschichtswissenschaft  drängt  seit  einer  Reihe  von  Jahren 
auf  neue  Bahnen,  es  geht  durch  sie  ein  Zug  nach  Zusammenfassung  und 
Darstellung.  Ich  bin  von  einer  ablehnenden  Haltung  dieser  Entwickelong 
gegenüber  weit  entfernt,  aber  reife  Frucht  kann  sie  doch  nur  dann  zeitigen, 
wenn  es  nie  an  Gelehrten  fehlt,  die  mit  scharfer  Kritik  die  Fundamente 
der  mehr  oder  weniger  kunstvollen  Gebäude  auf  ihre  Haltbarkeit  prüfen. 
Scheffer  gehörte  zu  diesen  Historikern  der  nun  schon  älteren  Greneration, 
und  er  stand  an  ihrer  Spitze.  Der  Tod  hat  während  des  letzten  Jahrzehnti 
bedenkliche  Lücken  in  ihren  Kreis  gerissen,  und  der  Nachwuchs  genfigt 
nicht  immer,  sie  befriedigend  auszufüllen.  Völlig  ratlos  aber  fraget  man, 
wo  sich  ein  hinlänglicher  Ersatz  für  Scheffer -Boichorst  als  Forscher  md 
Lehrer  finden  werde?  Uns,  seinen  Schülern,  bedeutet  sein  HiTigomg  freiUcli 
noch  mehr,  als  nur  den  wissenschaftlichen  Verlust,  und  wir  wollen  in  treoer 
Brust  die  dankbare  Erinnerung  an  alles  das  bewahren,  was  er  als  gamer 
Mensch  für  unser  Leben  gewesen  ist. 

Bonn.  K.  Hampe. 


Nachrichten  nnd  Notizen  11.  291 


Nachricliten  und  Notizen  n. 

Zur  Franelgeug-Lltteratur. 

1.  Paul  Sabatier,  Fratris  Francisci  Bariholi  de  Assisio  Tractatus  de 
IndulgenÜa  S.  Mariae  de  Portiiincula.  Nnnc  primum  integre  edidit  P.  S. 
Paris  1900.  CLXXXIV  u.  204  S.  (—  CoUection  d'ätudes  et  de  docu- 
ments  sur  Thistoire  religieuse  et  litt^raire  du  Moyen  äge  T.  n.) 

2.  Ders.,  Regula  antiqua  fratrum  et  sororum  de  Paenitentia  seu  tertii  Or- 
dinis  Sancti  Francisci.  Nunc  primum  edidit  P.  S.  Paris  1901  (30  S.). 
(Opnscules  de  critique  historique,  fasc.  I.) 

S.    Ders.,  Description  du  Manuscrit  Franciscain  de  Liegnitz  (Antiqua  Le- 

genda  S.  Francisci).    Paris  1901  (83  S.).    (Opusc.  de  crit.  bist.,  fasc.  n.) 
I.    A.  Bar  ine,  Saint  Fran9ois  d'Assise  et  la  L%ende  des  trois  Compagnons. 

Paris,  Hachette  1901.     (264  S.) 
S.    Gamurrini,  Alcuni  versi  volgari  di  S.  Francesco  d'Assisi,  scoperti  e 

pubblicati  per  la  prima  volta.    Cortona  1901.    (18  S.) 
S.    £.  lienipp,  Fr^re  £lie  de  Cortone.     £tude  Biograpbique.    (Collection 

d*&tudes  et  de  documents  sur  lliistoire  religieuse  et  litteraire  du  Moyen- 

ftge  T.  m.)  Paris  1901. 
1.  Der  Ablass,  den  der  h.  Franz  fdr  die  Portiunculakircbe  bei  Assisi  vom 
PiqMte  erhalten  haben  soll  (vollkommener  Nachlass  aller  seit  der  Taufe 
begangenen  Sünden  für  jeden,  der  am  2.  August  die  Kirche  besucht,  dort 
beichtet  und  kommuniziert),  ist  ein  so  auffallend  grosses  Zugeständnis,  dass 
bei  dem  Mangel  einer  einwandfreien  Beglaubigung  alle  kritisch  prüfenden 
Betnu^hter  früher  stets  zur  Verwerfung  desselben  gelangt  sind.  Auch  Sa- 
batier  verwies  ihn  1894  in  der  Vie  de  S.  Fran9ois  in  das  Reich  der  Fabel. 
iber  bei  erneuten  Studien  über  die  Frage  glaubte  Sabatier  doch  einen 
irahren  Kern  in  der  Ueberlieferung  zu  finden;  schon  1896  sprach  er  diese 
Heinuxig  in  der  Bevne  historique  aus  und  in  dem  vorliegenden  Bande  hat 
ar  sie  nochmals  mit  breiter  Untersuchung  des  Für  und  Wider  begründet, 
»hne  —  nach  einer  Bemerkung  der  Einleitung  —  die  Frage  endgiltig  ent- 
icheiden  zu  wollen.  Der  stärkste  Grund  gegen  den  Ablass  war  das  Schweigen 
klier  Quellen  der  ersten  Jahrzehnte ;  da  jetzt  das  49.  Kap.  der  rekonstruier- 
en Legenda  trium  Sociorum  von  dem  Ablass  berichtet,  so  hält  Sabatier 
lieeen  Einwand  für  beseitigt.  Ob  sich  jedoch  daraus  nicht  viel  mehr  ein 
bedenken  gegen  dieses  Kapitel  der  Leg.  tr.  Soc.  ergiebt?  Denn  es  bleibt 
roiz  mancherlei  Erklärungsversuchen  rätselhaft,  warum  das  Speculum  Per- 
Mitionis,  Thomas  von  Celano  in  seinen  beiden  Lebensbeschreibungen  und 

Hlitor.  Timrto^Abnehzift.  190».  2.  21 


292  Nachrichten  und  Notizen  IL 

Bonaventura  kein  Wort  von  dem  Abläse  sagen.  Das  Speculum  Perf.  spricht 
wiederholt  ausführlich  von  der  Portiuncula  —  ein  so  ausserordentlicheB 
Ereignis  zur  Erhöhung  der  Kirche  hätte  erwähnt  werden  müssen.  Die 
Vermutung,  dass  Thomas  von  Celano  auf  Befehl  Gregors  IX.  über  den  Ab- 
lass  geschwiegen  habe,  ist  eine  doch  kaum  zu  belegende  Vermutung. 
Aber  es  ist  zuzugeben,  dass  Sabatier  die  scheinbar  entschiedene  Frage 
wieder  in  Fluss  gebracht  hat  und  dass  die  Franzforschung  um  eine  neue 
Schwierigkeit  reicher  ist.  Auch  sie  wird  nur  zu  lösen  sein,  wenn  auf  die 
strittigen  Quellenfragen  erst  ein  volleres  Licht  gefallen  ist. 

Der  Traktat  des  Franciscus  Bartholus  über  den  Portiuncnlaablass  ist 
nicht  allzuwichtig,  denn  er  stammt  aus  einer  Zeit,  in  der  die  Legende  den 
geschichtlichen  Kern  oder  die  älteste,  sehr  viel  einfachere  Ueberlieferong 
der  Fabel  schon  ganz  überwuchert  hatte.  Der  Wert  des  SabatierschäB 
Buches  ruht  in  den  Untersuchungen  über  alle  Zeugnisse,  die  sich  zu  Gunsten 
des  Ablasses  anführen  lassen,  und  in  der  Feststellung  des  Entwicklungs- 
ganges der  üeberlieferung.  Sabatier  versteht  es  unübertrefiFlich,  eine  gprosse 
Menge  von  Material  zusammenzutragen  und  es  doch  durch  übersichtliche 
Gruppierung,  durch  klar  abgegrenzte  Untersuchungen  höchst  anschaulich 
und  verwendbar  zu  machen.  Dieses  Buch  ist  aber  nicht  nur  eine  voll- 
kommene Durchforschung  der  Ablassfrage,  sondern  es  bringt  auch  noch 
vieles  andere  zur  Franzforschung  überhaupt:  Auskunft  über  wichtige  Hand- 
schriften, Untersuchungen  über  Briefe  und  noch  unbekannte  kleinere  Auf- 
zeichnungen des  h.  Franz  und  über  Fra  Mariano  von  Florenz  und  seine 
Werke.  Das  Register  ist  hier  wie  beim  Speculum  Perfectionis  in  seiner 
Ausführlichkeit  und  Zuverlässigkeit  ein  arbeitersparender  treuer  Ratgeber. 

2.  Von  einer  Sammlung  kleiner  kritischer  Abhandlungen  zur  Franziskaner- 
geschichte legt  Sabatier  kurz  nacheinander  die  ersten  zwei  Hefte  vor. 
Das  erste  giebt  eine  Tertiarierregel  wieder,  die  der  unermüdliche  Sucher 
und  Finder  in  Capistrano  in  den  Abruzzen  aufgespürt  hat.  Dem  Text  der 
Regel  schickt  er  eine  kurze  Einleitung  voraus;  sie  erläutert,  dass  die  vor- 
liegende Regel  weit  älter  sein  müsse  als  die  bisher  bekannte  älteste  von 
1289.  Sabatier  glaubt  in  ihr  nicht  die  von  Franz  selber  herrührende  Regel 
sehen  zu  können,  setzt  aber  ihre  Entstehung  in  die  Zeit  von  1228 — 1234. 
Da  ich  in  der  Ztschr.  f.  Kirchengesch.  XXTIT  S.  97 — 107  meine  Bedenken 
gegen  diese  Schlüsse  Sabatiers  und  gegen  den  Wert  des  Fundes  ausfuhzlicher 
begründet  habe,  so  begnüge  ich  mich  hier  mit  dem  blossen  Hinweis  daraof. 

3.  Das  zweite  Heft  der  Opuscules  beschreibt  eingehend  das  wichtige 
Manuskript  der  Legenda  antiqua  in  der  Petro-Paulinischen  Kirchenbiblio- 
thek zu  Liegnitz.  Zu  der  Beschreibung  des  Inhalts  fügt  Sabatier  bei  jedem 
Kapitel  die  mutmassliche  oder  sichere  Quelle  hinzu,  aus  der  der  Kompilaior 
der  Handschrift  schöpfte.  Es  geht  daraus  hervor,  dass  diese  Legendi 
antiqua  fast  das  gesamte  Speculum  Perfectionis  und  grosse  Teile  der  Actoi 
S.  Francisci  in  valle  Reatina  enthält,  femer  Bruchstücke  aus  andern  QuelleUf 
mancherlei  selbständige  Bestandteile  und  die  auf  Franz  zurückgeführte 
Schriften.  Die  genaue  Beschreibung  dieser  Handschrift  giebt  mit  den  von 
Sabatier  beigefügten  Bemerkungen  für  jeden,  der  sich  mit  der  Quellen- 
frage beschäftigt,  die  wertvollsten  Hinweise. 


Nachrichten  und  Notizen  ü.  293 

4.  Das  Bnch  ist  für  ein  weiteres  Publikum  bestimmt.  In  starker  An- 
lehnung an  Sabatiers  Anschauungen  giebt  der  Verf.  eine  Lebensbeschreibung 
des  Heiligen  und  dann  eine  Uebersetzung  der  (alten)  Legenda  trium  so- 
ciorum.  Dass  es  seit  drei  Jahren  eine  zweite  Fassung  dieser  Legenda  giebt, 
dass  sich  ein  Streit  über  die  Echtheit  der  alten  wie  der  neuen  Fassung 
erhoben  hat,  ist  dem  Verf.  dieses  Buches  vollkommen  unbekannt.  Und 
80  gehört  diese  Schrift  zu  den  Popularisierungen,  wie  sie  nicht  sein 
sollen. 

5.  In  einem  Franciskanerkodex  der  Nationalbibliothek  zu  Neapel  fand 
G.  neben  der  Regel  von  1223,  Kommentaren  über  dieselbe,  verschiednen 
Ordenskonstitutionen  und  einschlägigen  päpstlichen  Bullen  drei  Strophen 
in  altitalienisch  zum  Preise  des  Gehorsams,  der  Armut  und  der  Keuschheit, 
denen  lateinische  Kommentare  beigegeben  sind.  Obwohl  in  diesen  Kom- 
mentaren und  auch  sonst  nicht  das  geringste  von  der  Autorschaft  des 
h.  Franz  gesagt  wird,  schreibt  G.  diese  Verse  mit  naiver  Gewissheit  dem 
Heiligen  zu.  Zum  Beweise  dafür  zieht  er  die  —  von  Wadding  zusanmien- 
gestellten!  —  Collationes  monasticae  herbei  und  eine  Bemerkung  des  Spe- 
culum  Perfectionis,  dass  Franz  ausser  dem  Sonnengesang  auch  noch  andres 
gedichtet  habe.  Und  da  die  „umbro-toscanische*^  Sprache  der  Verse  ins 
13.  Jahrhundert  gehöre  und  da  man  dieselben  eines  Kommentars  für  würdig 
gehalten  habe  (?),  so  sei  Franz  „unzweifelhaft^^  der  Verfasser.  Wie  ein  jedes 
Kruzifix  aus  dem  Anfang  des  14.  Jahrhunderts  in  den  Gedanken  italie- 
nischer Eärchendiener  von  Giotto  sein  muss,  so  soll  auch  jedes  Verslein 
irgend  eines  dichtenden  Minderbruders  von  Franz  von  Assisi  sein! 

6.  Auf  Veranlassung  Paul  Sabatiers  ist  dieses  französisch  geschriebene 
Buch  des  deutschen  Gelehrten,  der  sich  schon  früher  durch  Forschungen 
auf  diesem  Gebiete  verdient  gemacht  hat,  entstanden.  Die  letzte  Mono- 
graphie über  Elias  ist  1874  von  Rjbka  geschrieben  worden;  sie  verfolgte 
das  Ziel,  Elias  gegenüber  den  Vorwürfen  der  späteren,  ihm  feindlichen 
Ueberliefenmg  zu  retten.  Aber  Rjbkas  Arbeit,  so  gut  sie  angelegt  war,  ent- 
behrte einer  sicheren  quellenkritischen  Unterlage.  Lempp  stellt  sich  ganz 
auf  den  von  Sabatier  geschaffenen  Boden:  so  viel  heute  die  Einsicht  in 
die  Quellen  klarer  und  das  zur  Verfügrung  stehende  Material  reicher  ist, 
so  weit  ist  er  von  Anfang  an  über  Rjbka  hinausgekommen.  Aber  auf 
YollBtändig  sicherem  Grunde  steht  auch  Lempp  noch  nicht;  so  lange  der 
Streit  um  den  Wert  des  Speculum  Perfectionis,  der  Legenda  trium  Sociorum 
nnd  der  beiden  Lebensbeschreibungen  des  Thomas  von  Celano  noch  nicht 
%a  klaren  Ergebnissen  gekommen  ist,  scheint  es  mir  doch  gewagt,  eine 
Darstellung  über  Franz  von  Assisi  oder  über  irgend  einen  seiner  Jünger  zu 
unternehmen.  Lempp  hat  sich  den  Anschauungen  Sabatiers  über  die 
Echtheit  und  die  Abfassung  des  Speculum  Perfectionis  durch  Bruder  Leo 
im  Jahre  1227  angeschlossen  —  der  Vorbehalt,  den  er  anfangs  einmal 
gegen  Sabatier  macht  (S.  16  A.  2),  tritt  in  seiner  Darstellung  nicht  hervor 
—  und  so  fasst  er  das  Verhältnis  des  Bruder  Elias  zu  Franz  genau  so  auf 
wie  Sabatier:  Elias  ist  der  Führer  jener  Richtung  des  Ordens,  die  gegen 
Franzens  Ideale  im  Bunde  mit  der  Kurie  ankämpfte,  obwohl  das  persön- 
liche Verhältnis  zwischen  Franz  und  Elias  immer  bestehen  blieb.    Die  erste 

Ol  * 


294  Nachrichten  und  Noiisen  11. 

Vita  dcR  Thomas  von  Celano  wird  infolgedessen  als  eine  zn  Gunsten  des 
Elias  gefärbte  Quelle  abgelehnt. 

Mit  dieser  Anschauung  ist  in  der  Quellenfrage  von  vomherein  ein  ge- 
bundner  Standpunkt  eingenommen,  während  man  doch  zunächst  ein  jedes 
Kapitel   des   Speculum   Perfectionis   auf    seinen    Quellenwert    untersudien 
müsste.     Aber  selbst  bei  weitgehender  Annahme  des  Speculum  Perf.  könnte 
man  doch  vielleicht  zu  etwas  anderen,  gemässigteren  Ergebnissen  über  die 
Konflikte  in  den  letzten  Lebensjahren  Franzens   kommen.     Ueberzengend 
ist  mir  in  diesem  Punkte  die  Beweisführung  Sabatiers  und  Lempps  noch 
nicht;  je  mehr  man  den  Gegensatz  zwischen  Franz  und  Elias  zuspitzt,  um 
80  rätselhafter  werden   eine    ganze   Reihe   von   beglaubigten    Thatsachen. 
Z.  B.  die  Deutung  des  Briefes,  den  Franz  an  Elias  schrieb,  erscheint  mir  bd 
Sabatier  und  Lempp  etwas  gewaltsam;  ich  habe  vielmehr  den  Eindruck, 
dass  er  ein  inniges  Verhältnis  zvnschen  Franz  und  Elias  wiedergiebt,  was 
ich  in  der  Zeitschrift  für  Kirchengeschichte  XXll  S.  516  ff.  weiter  ausge- 
filhrt  habe.     Wenn  man  diesen  Brief  zusammenhält  mit  den  Aensserangea 
des  Elias  —  den  einzigen,  die  wir  von  ihm  haben  —  wo  er  sich  als  Sünder 
bezeichnet,  so  könnte  man  den  Kernpunkt  des  Konfliktes  im  Innern  des 
Elias  suchen,  in  einer  zugleich  bedeutenden  und  unausgeglichenen  Nater, 
deren  Disharmonien  besonders  stark  hervortraten,  seitdem  ihr   der  treae 
Führer  fehlte.    Franz  und  Elias  waren  in  ihrem  Wesen  verschieden  —  in 
dieser    Hinsicht    ist   die   von    Lempp  (S.  155    und    z.  T.   S.  157)   gegebene 
Charakteristik  des   Elias  sehr  richtig  —  nur  dass  man  doch  auch  andre 
Folgerungen   für   die    so   schwankend   überlieferten    Ereignisse   der   Jahre 
1220 — 1226  daraus  ziehen  könnte.     Denn  es  bleibt  eben  doch  —  wie  Lempp 
selber  sagt  —  bestehen,    dass   Franz   sich   den  angeblichen  Gegner  zam 
Freunde  wählte  und  bis  zum  Schluss  behielt.     Sieht  man  aber  auch  tob 
dem  bisher  noch  nicht  endgiltig  geklärten  Verhältnis  zwischen  Franz  und 
Elias  ab,  so  bleiben  noch  genug  andre  Bedenken  übrig.     Elias  soll,  unter- 
stützt oder  getrieben  vom  Kardinal  Hugolin,  geholfen  haben,    den  Orden 
von  den  Wegen  des  Heiligen  abzuführen;  er  soll  deshalb  von  den  treuesten 
Jüngern  nach  Franzens  Tode  bekämpft  worden  sein  —  und  trotzdem  steht 
er  später  noch  in  hohem  Vertrauen  bei  den  Klarissen,  die   das  Erbe  dei 
Heiligen  doch  gewiss  treu  hüteten?    Vgl.  Lempp  S.  108  ff.     Femer  liegen 
mehrfache  Zeugnisse  vor,  dass  Elias  später  noch  im  strengen  Sinne  Franzens 
gehandelt  hat  und  gerade  dadurch  den  Gelehrten  und  Klerikern  des  Ordeni 
missfällig  wurde:  er  bevorzugte  die  Laienbrüder  im  Orden  und  gab  dadurefa 
zu  erkennen,  dass  er  weder  die  Gelehrsamkeit  —  obwohl  er  selbst  ein  be- 
rühmter Gelehrter  war  —  noch  den  geistlichen  Stand  als  besonders  wesent- 
lich für  den  Orden  ansah.    Auch  stellte  Lempp  fest,  dass  Elias  als  Gtoeral- 
minister  nicht  auf  päpstliche  Privilegien  ausging  —  hütete  er  nicht  auch 
damit  das  Andenken  des  Meisters?   Er  bekämpfte  die  Ketzer  nicht  so,  wie 
die  Kurie  es  wünschte,  obwohl  er  doch  sonst  der  Mann  der  Kurie  war? 
Nicht  als  Gegner  der  Observanten  und  als  Vertreter  einer  laxeren  Richtung 
im  Orden   ist  Elias    abgesetzt   worden;   nur   sein    immer   stärker   hervor- 
tretender Eigenwille  hat  die  Ordensmitglieder  —  gleichviel  welcher  Rich- 
tung —  gegen   ihn    aufgebracht;   aber   seine   Verdienste   um   den   Orden 


Nachrichten  und  Notizen  n.  295 

waren  im  besten  Sinne  dennoch  nicht  gering.  Als  später  zum  ersten  Mal 
ein  Mitglied  der  Obserrantenpartei,  Johannes  von  Parma,  Generalminister 
geworden  war,  nahm  gerade  dieser  sich  des  abgesetzten  und  exkommuni- 
zierten Elias  an  und  suchte  ihn  mit  dem  Orden  wieder  auszusöhnen.  Ent- 
weder ist  keine  Einheit  in  dem  Elias  von  1220 — 1226  und  dem  von 
1232—1239,  oder  er  kann  in  jener  ersten  Periode  nicht  der  Führer  einer 
Franz  absichtlich  entgegenarbeitenden  Richtung  im  Orden  gewesen  sein. 
Nur  späte  Quellen  stehen  zur  Lösung  dieser  Zweifel  zur  Verfügung;  man 
muss  bedenken,  wie  leicht  es  später  war,  alle  Vorwürfe  auf  den  gefallenen 
Elias  zu  häufen. 

Lempp  hat  auf  diese  Schwierigkeiten  teilweise  selber  hingewiesen  — 
etwas  stärker  als  Sabatier  —  und  er  ist  bei  seinen  gründlichen  Unter- 
suchungen weit  davon  entfernt,  vorschnell  Ergebnisse  zu  ziehen.  Ich  will 
Lempp  auch  keineswegs  tadeln  —  jede  breit  und  ernsthaft  begründete 
Meinungsäusserung  ist  auf  diesem  Gebiete  gerade  jetzt  ein  Fortschritt. 
Aber  das  Lebensbild  des  Elias  hat  unter  Lempps  Händen  schliesslich  doch 
dne  Bestinmitheit  bekommen,  die  mir  nach  dem  heutigen  Stand  der  Quellen- 
forschung in  mancher  Hinsicht  anfechtbar  erscheint.  Der  Charakter  des 
Elias  iflt  ein  sehr  schwieriges  seelisches  Problem  —  vielleicht  werden  wir 
ihn  auch  dann  noch  nicht  völlig  zu  erklären  vermögen,  wenn  vrir  mit 
einem  ganz  gesicherten  Quellenbestand  zu  arbeiten  haben.  Aber  die  nächste, 
notwendigste  Aufgabe  ist  doch  die  Klärung  der  Quellenfrage. 

Lempp  hat  alles  über  Elias  vorhandene  Material  zusammengestellt;  in 
einer  Einleitung  und  in  einem  eingeflochtenen  Exkurs  bespricht  er  die 
Quellen  und  als  Anhang  giebt  er  den  Brief  des  h.  Franz  an  Elias,  den 
Abschnitt  aus  dem  Speculum  Vitae  über  Elias,  und  acht  verschiedne,  Elias 
betreffende  Urkunden  von  1228 — 1253,  die  zwar  alle  schon  gedruckt  sind, 
aber  doch  hier  zum  ersten  Male  leicht  zugänglich  gemacht  werden.  Und  so 
bedeutet  Lempps  Buch  in  jedem  Fall  eine  sehr  erfreuliche  Förderung  der 
Fianzforschung.  Walter  Goetz. 

C.  Weichardt,  Das  Schloss  des  Tiberius  und  andre  Eömerbauten 
auf  Gapri.  Verlag  von  E.  F.  Köhler,  Leipzig.  Preis  10  M. 
Wenn  schon  jeder  Besucher  Capris,  der  dem  Leben  und  der  Kunst  der 
Alten  nicht  fem  steht,  geneigt  ist,  sich  vergangene  Zeiten  in  der  Phantasie 
wieder  heraufzuführen,  so  ist  es  um  so  begreiflicher,  dass  ein  Architekt, 
dem  der  Zufall  eine  längere  Mussezeit  auf  dieser  herrlichen  Insel  vergönnt, 
sich  in  Träume  des  einstigen,  architektonisch  belebten  und  geschmückten 
Landschafbsbüdes  versenkt  und  die  dürftigen,  erhaltenen  Spuren  zum  Aus- 
gangspunkte seiner  Nachschöpfungen  macht.  Namentlich  versteht  sich  das 
bei  dem  Verfasser,  W.,  der  ausführliche,  langjährige  Studien  in  Pompeji 
gemacht  hat.  Offenbar  hat  es  ihn  gereizt,  die  kleinen  Verhältnisse  der 
Campanischen  Landstadt,  deren  Architektur  häufig  nur  durch  Bemalung 
das  andentet,  was  in  echtem  Materiale  wiederzugeben,  in  plastischen  Formen 
dnrchzufähren  die  unzulänglichen  Mittel  verboten,  zu  übersetzen  in  den 
durch  Nichts  eingeengten  Luxus  eines  Cäsarenhofes,  das  Bürgerhaus  zu 
ftogecn  in  die  Riesenverhältiiisse  einer  Kaiserburg.    So  will  er  denn  „ein 


296  Nachrichten  und  Notizen  IL 

Bild  der  Insel  im  Altertum,  nicht  eigentliche  Rekonstruktionen**  bieten, 
,,ein  Bild  schaffen,  das  sich  zu  dem  einstigen,  wirklichen  Palast  ungefähr 
verhält,  wie  ein  historischer  Roman  zur  wirklichen  Historie".  Unter  Ab- 
lehnung einer  rein  wissenschaftlich  archäologischen  Kritik  wird  also  die 
Fixierung  eines  künstlerisch  und  architektonisch  geläuterten  Phantasiebildes 
angestrebt,  in  engem  Anschlüsse  an  das  Terrain,  wobei  zuweilen  freilich 
(bes.  Fig.  14)  den  Träumereien  wol  zuweit  nachgegeben  wird.  —  Um  im 
Bilde  des  „historischen  Romans**  zu  bleiben,  so  wird  bei  einem  so  gearteten 
Werke  die  künstlerische  Ausgestaltung  des  Stoffes  mindestens  ebensoviel 
Aufmerksamkeit  beanspruchen,  wie  das  gelehrte  Element,  zumal  dies  nicht 
in  Begründungen  und  Anmerkungen  hervortritt,  sondern  nur  in  der  An- 
lehnung an  analoge  antike  Architekturschöpfungen  und  pompeianisehe 
Wandgemälde  beruht,  aus  denen  die  Berechtigung  des  Wiederaufbaues 
abzuleiten  gesucht  wird. 

Dies  tritt  denn  auch  in  der  äusseren  Erscheinung  des  reich  ausgestat- 
teten Werkes  hervor.  Von  den  63  Seiten  sind  28  ausschliesslicb,  10  weitere 
überwiegend  bildlicher  Darstellung  eingeräumt.  17  Bilder,  z.  T.  18:28  cm 
gross  ausgeführt,  geben,  mit  für  Schönheit  geschultem  Blicke  ausgewählt, 
eine  Vorstellung  von  der  Insel  von  heute,  10  weitere  suchen  durch  Re- 
konstruktionszeichnungen das  Einst  zurückzuzaubem. 

Im  Stile  der  Glanzzeit  der  Insel  sind  in  Anregung  campanischer  Vor- 
bilder die  zahlreichen  Titelköpfe  und  Leisten  vom  Autor  entworfen,  ?on 
Schülern  der  Kunstakademie  in  Leipzig  ausgeführt,  in  Autotypien  von  Prof. 
Aarland  und  Meisenbach,  Riffart  u.  Co.  wiedergegeben.  Namentlich  er- 
weisen sich  die  breiten  Leisten,  welche  die  Seiten  teilen,  als  vorteilhaft,  dt 
das  Auge  durch  die  langen  Zeilen  des  Querfoliowerkes  ermüdet  werden 
würde.  —  Der  Stil  des  Buches  ist  ein  gehobener,  der  ebensowohl  der  Land- 
schaft, wie  der  sie  einst  belebenden  Menschen  gedenkt,  namentlich  des 
Haupthelden,  des  Tiberius.  Drei  Abbildungen  aus  verschiedenen  Lebens- 
altern sind  beigegeben.  Es  hätte  vielleicht  erwähnt  werden  können,  dass 
die  erste  von  der  aus  Vei  stammenden,  jetzt  im  Museo  Chiaramonti  im 
Vatikan  befindlichen  Statue,  die  zweite  von  der  im  Theater  von  Cervetri 
gefundenen  frgmt.  Eolossalstatue  des  Lateran,  die  dritte  von  dem  auf 
weissem  und  rotem  Alabastertorso  aufgesetzten  Kopfe  im  capitolinischen 
Museum  genommen  ist.  Die  Ergänzungen  (namentlich  der  zweiten)  sind 
nicht  hinlänglich  ersichtlich.  —  Weim  W.  die  Skylla  und  Charybdis  „be- 
kanntlich** auf  Capri  sucht,  so  dürfte  er  ebenso  auf  Widerspruch  stossen, 
wie  mit  „dem  molus**  des  kleinen  Hafens. 

Wissenschaftliche  Beachtung  beansprucht  der  mit  Eintragung  der  er- 
haltenen monumentalen  Ueberreste  in  ausreichendem  Massstabe  gezeichnete 
Plan  der  Insel  und  die  Grundrisse  S.  54,  die  das  thatsächlich  Erhaltene  und 
das  Rekonstruierte  durch  Farbenwechsel  scheiden.  Zur  Erläuterung  werden 
auch  frühere  Zeichnungen  (des  Alvino  von  1835)  herangezogen,  die  noch 
mehr  des  Erhaltenen  darbieten,  um  für  das  eigentliche  „Schloss  des  Tiberiiu** 
die  „Villa  lovis**  eine  festere  architektonische  Grundlage  zu  schaffen.  Eine 
Nachkontrolle  war  dem  Ref.  noch  nicht  möglich;  übrigens  sind  die  Masse 
der  Säulen  u.  dgl.  nicht  ausschliesslich  nach  eigenen  Messungen  W.s  gegeben. 


Nachrichten  und  Notizen  II.  297 

Hinsichtlich  der  Datierung  dieser  und  anderer  Bauten  der  Insel  neigt  W. 
zu  der  wol  durch  die  Erkenntnis,  dass  die  sog.  domus  Tiberiana  in  Rom 
auf  Augustus   zurückzuführen   sei,    gewonnenen   Meinung,    dass   sie   dem 
Augustus  bereits  zuzuschreiben   seien.    Wenn  er  dem  Tiberius  Bauunlust 
zuschreibt,  so  muss  doch  daran  erinnert  werden,  dass  dieser  noch  unter  der 
Regierung  des  Augustus  den  Castortempel  (6  n.  Chr.)  wiederherstellte,  dann 
das  gewaltige  Erbe  des  grGssten  Bauherrn  Roms  antrat,    den  Tempel  der 
Ceres,  des  Liber  und  der  Libera  zu  Ende  führte,  den  Concordientempel  neu 
erbaute,  aber  auch  selbständig  schuf,  so  den  Augustustempel  am  Palatin, 
den  16  n.  Chr.  errichteten  und  zwei  weitere  zu  Ehren  des  Drusus  und  Ger- 
manicus  auf  dem  Forum  Augustum  stehende  Triumphbögen  (Tac.  ann.  II,  64). 
Dass  er  aber  auch  neue,  in  seinem  Charakter  und  seiner  Politik  begründete 
Baugedanken   besass,   zeig^   die  grossartige,   eigenartige  Anlage  des  Prä- 
torianerlagers  in  Rom.    Da  wir  weiter  durch  Sueton  erfahren,  dass  Tiberius 
die  Einweihung  des  Capitolium  in  Capua  und  des  Augustustempels  in  Nola 
als  Yorwand  für  seine  Reise  nach  Campanien  nahm,  so  ist  doch  wol  auf 
eine  dort  entfaltete  Bauthätigkeit  des  Kaisers  zu  schliessen.    Besonders  be- 
fremdlich wirkt  es  daher,  dass  W.  einerseits  nachzuweisen  sucht,  dass  die 
Villa  lovis  mit  ihren  erschwerten  Zugängen  —  und  für  eine  absichtliche 
Erschwerung   des  Zuganges  spricht  in  der  That  die  von  Sueton  60  vor- 
getragene Anekdote,  auf  die  sich  W.  hätte  beziehen  können  —  und  ihren 
schon    aus    den   Grundmauern    erschlossenen   abgeschiedenen   Wohn-   und 
Gartenanlagen  des  Kaisers   ganz  zu  dessen,   namentlich  im  zunehmenden 
Alter    sich    steigerndem   Misstrauen    und   Einsamkeitsbedürfnisse    stimme, 
andrerseits  aber  ihm  die  Bauherrlichkeit  ab-,  dem  Augustus  sie  zuspricht, 
der   doch   gerade   seiner  Zug^nglichkeit  halber   bekannt  war.     Dass  sich 
allgemeine  Aehnlichkeiten  mit  dem  Grundrisse  des  seiner  Anlage  nach  dem 
Augustus  angehörigen  palatinischen  Palastes  zeigen,  ist  nur  natürlich,  da 
das  römische  Haus  seit  der  Verbindung  des  alten  Atriumhauses  mit  dem 
hellenischen  Hofhause  auch  für  den  Palast  den  Typus  abgegeben  hat  und 
die  Zeit  zwischen  der  Entstehung  beider  Bauten  nicht  beträchtlich,  Tiberius 
durchaus  in  Augusteischen  Baugewohnheiten  aufgewachsen  ist.    Das  „modi- 
cos  privatis  aedificationibus*^   des  Tacitus  (ann.  VI,  46)  bliebe  dabei  noch 
immer  gewahrt,   wenn   dieser  Lieblingspalast   des  Herrschers  nur  %  <^^b 
Augusteischen  Palatinbaues  in  den  Abmessungen  zeigte.    Doch  genug  der 
abgelehnten  „wissenschaftlichen  Kritik^M     Wem  die  Erinnerung  an  Capri 
lieb   ist,   dem  wird   das   künstlerisch  reiche  Werk  W.s  gewiss  eine  will- 
kommene Gabe  sein.  A.  Schneider. 


Von  Karl  Biedermanns  populärem  Abriss  der  „deutschen  Volks-  und 
Kulturgeschichte  von  der  Urzeit  bis  zum  Schlüsse  des  neunzehnten  Jahr- 
hunderts** (Wiesbaden,  J.  F.  Bergmann)  ist  kürzlich  (1901)  eine  4.  Auflage 
erschienen,  die  der  bis  zu  seinem  Ende  unermüdlich  thätige  Verfasser  noch 
selbst  vorbereitet  hatte.  Sie  ist  bis  auf  die  unmittelbarste  Gegenwart 
(Herbst  1900)  geführt.  G.  B. 


298  Nachrichten  und  Notizen  11. 

G.  V.  d.  Osten,  Geschichte  des  Landes  Wursten.  L  Teil:  Bis  zu  den  Eroberungs- 
kriegen. Hrsg.  im  Auftrage  des  Bundes  der  Männer  vom  MorgensteziL 
Bremerhaven,  Verlag  von  G.  Schipper.    1900. 

Die  mit  unverkennbarem  Heimatsstolz  geschriebene  Geschichte  des 
Landes  Wursten  von  G.  v.  d.  Osten  fiihrt  uns  in  das  eigenartige  Leben  einer 
der  Bauemrepubliken  an  der  unteren  Weser  und  Elbe.  Unterstützt  besonders 
durch  die  genaue  Kenntnis  des  Landes  schildert  der  Verfasser,  wie  das  Land 
Wursten  allmählig  bis  zur  Errichtung  des  Seedeiches  gegen  1100  der  ^wild^ 
szee^^  abgerungen  wurde.  Die  Darstellung  der  politischen  Geschichte,  deren 
Quellen  erst  spät  fliessen,  setzt  etwa  ein  Jahrhundert  nachher  ein,  sie 
zeichnet  das  Bild  des  trotzigen  Friesenstanunes,  der  dank  gegenseitig  sich 
bekämpfender  dynastischer  Bestrebungen  bis  zum  Ende  des  Mittelalters  eine 
thats'ächliche  Unabhängigkeit  sich  bewahrt.  Interessant  im  einzelnen  sind 
frühe  Beziehungen  zur  Hanse,  mit  der  die  Wurster  als  Seefahrer  und  See- 
räuber, vor  allem  aber  durch  Ausübung  des  Strandrechts  in  Berühmng 
kamen.  Das  vierte  Kapitel  behandelt  einzelne  Seiten  des  wirtschaftliche 
und  verfassungsrechtlichen  Lebens,  f^  dessen  Erforschung  in  den  £lb>  und 
Wesermarschen  überhaupt  noch  ein  reiches  Feld  brach  liegt.  Als  Anlagen 
sind  einige  Bauerschaftsordnungen  etc.  abgedruckt,  der  Anhang  enthält  eine 
Abhandlung  über  Wurster  Flurnamen.  E.  Reib  stein. 

G.  Salvemini:  Studi  storici.  Florenz,  Bemardo  Seeber,  1901.  168  S. 
gr.  8^ 

Der  Verfasser  dieser  Studien  hat  sich  bereits  durch  eine  Anzahl  grösserer 
und  kleinerer  Schriften  eine  geachtete  Stellung  unter  den  jüngeren  italie- 
nischen Verfassungshistorikem  errungen:  ich  wüsste  kaum  einen  zu  nennen, 
der  die  Vorzüge  der  italienischen  Schule:  einfache  Sachlichkeit  der  An- 
ordnung, Klarheit  und  Präzision  des  Ausdrucks,  mit  den  Errungenschaften 
deutscher  Forschung  und  Methode:  vertieftem  Eindringen  in  den  inneren 
Zusammenhang  der  Erscheinungen,  Kenntnis  und  Beherrschung  der 
Forschung  anderer  Länder  —  in  gleicher  Weise  vereinigte.  In  einem 
Bändchen  von  geringem  Umfange  hat  er  jetzt  vier  kürzere  Aufsätze  ver- 
einigt, die,  jeder  für  sich  ein  kleines  Kunstwerk,  eine  ganze  Reihe  zum 
Teil  neuer  und  bedeutsamer  Forschungsergebnisse  bringen.  Der  erste  giebt, 
gestützt  vor  allem  auf  einige  von  Zdekauer  publizierte  Urkunden,  ein 
überaus  lebendiges  Bild  von  den  Schicksalen  einer  toskanischen  Land- 
gemeinde^ im  13.  Jahrhundert:  er  schildert  zunächst  den  AllTna.yilig  sich 
vollziehenden  Uebergang  der  Bewohner  von  der  Hörigkeit  zum  Zinsbanem- 
tum,  von  da  zur  Freiheit;  die  Umwandlung  der  ungemessenen  Dienste  in 
gemessene  Zinsen,  bewirkt  durch  den  Fortschritt  zu  intensiver  Kultur, 
durch  die  rasche  Zunahme  der  Bevölkerung;  die  fortschreitende  Gemeinde- 
bildung und  Verselbständigung  in  Gericht  und  Verwaltung;  das  Sinken 
der  Grundrenten  —  ganz  wie  in  Deutschland  —  durch  das  Fixieren  der 
Zinse  und  die  Entwertung  des  Geldes.  Von  kurzer  Daner  war  allerdings  die 
neugewonnene  Freiheit   der   toskanischen  Bauern:   bald   tauschen   sie  die 

^  Des  Kastells  Tintinnano. 


Nachrichten  und  Notizen,  n.  299 

milde  Hörigkeit  des  Feudalismus  gegen  das  strenge,  unbarmherzige  Regiment 
des  Stadtstaates  ein:  harte  Steuern,  ungleiches  Recht,  Ausbeutung  des 
Bodens;  Ausschluss  der  Landbewohner  von  der  aktiven  Teilnahme  an  der 
Staatsverwaltung;  Kollektiwerantwortlichkeit  der  Kommunen  für  alle  Ver- 
gehen und  für  ausfallende  Steuern;  als  Folge  von  all  dem  wirtschaftliche 
und  staatliche  Misäre.  Daran  wurde  durch  den  Uebergang  des  Kastells 
an  die  Salimbeni,  ein  sienesisches  Bankiersgeschlecht,  nur  wenig  geändert: 
der  Niedergang  des  toskanischen  Bauernstandes  war  nicht  mehr  aufzuhalten. 
—  Der  zweite  Aufsatz  behandelt  die  zahlreichen  Konflikte  zwischen  Staat 
und  Kirche  in  den  italienischen  Kommunen  des  13.  Jahrhunderts.  Er 
weist  nach,  dass  keineswegs  eine  antireligiöse  oder  antikirchliche  Gesinnung 
diese  Kämpfe  verursacht  habe.  Ob  es  sich  nun  um  die  Verteidigung  der 
Kommunal- Autonomie  gegen  Bischöfe  und  Aebte  als  Stadtherren,  oder  um 
den  Gerichtsstand  geistlicher  Personen,  oder  um  die  materielle  Ausdehnung 
der  geistlichen  Gerichtsbarkeit  handelte;  ob  das  Vorgehen  gegen  die  Schein- 
kleiiker,  die  sich  dem  bürgerlichen  Gericht  entzogen,  oder  gegen  das 
Wachstum  des  kirchlichen  exemten  Besitzes  oder  gegen  die  Steuerimmunität 
der  Kleriker  den  unmittelbaren  Anlass  zum  Konflikte  bot  —  im  Grunde 
handelte  es  sich  immer  um  das  gleiche  Motiv:  den  Gegensatz  des  auto- 
nomen, zum  Bewusstsein  seiner  selbst  gekommenen  modernen  Staates  gegen 
die  kirchliche  über  dem  Staate  stehen  wollende  und  deshalb  an  sich  staats- 
feindliche Autorität.  An  einer  Reihe  lebensvoller  Detailschilderungen  wird 
das  dann  von  dem  Verfasser  im  einzelnen  klargelegt.  —  In  einem  dritten, 
schon  früher  einmal  publizierten  Aufsatz  lässt  er  die  verschiedenen  Ansichten 
über  den  Untergang  des  Templerordens  von  Dante,  ViUani  und  Dino 
Compagni  bis  zu  den  Neusten  (Schottmüller,  Prutz,  Lea,  Gmelin,  Langlois) 
Beme  passieren,  um  sich  am  Schlüsse  zu  der  Meinung  Lea-Gmelins  zu 
bekennen:  dass  zwar  moralisch  der  Orden  ebenso  korrumpiert  gewesen  sei, 
wie  die  meisten  Bitterorden  seiner  Zeit,  dass  die  Beschuldigung  der  Häresie 
aber  wissentlich  falsch  war  —  ein  politischer  Akt,  bei  dem  Philipp  der 
Schöne  und  sein  Kanzler  Wilhelm  von  Nogaret  die  treibenden  Kräfte, 
Clemens  V.  ein  schwaches,  willenloses  Werkzeug  war,  die  öffentliche 
Meinung  den  hingerissenen,  mitwirkenden  Chor  bildete.  —  Ein  letzter 
kürzerer  Artikel  lenkt  endlich  die  Aufinerksamkeit  auf  den  halbvergessenen 
politischen  Denker  Bartolo  da  Sassoferrato,  der  in  der  ersten  Hälfte  des 
14.  Jahrhunderts  im  Anschluss  an  Aristoteles  zum  ersten  Mal  im  Mittel- 
alter eine  realistische  Theorie  der  politischen  Formen  gab,  die  er  aus  den 
ihn  unmittelbar  umgebenden  Verhältnissen  der  Staatenwelt  des  mittelalter- 
lichen Italiens  abstrahierte.  Sehr  interessant  ist  dabei  der  Nachweis  des 
engen  Zusammenhanges  zwischen  den  Aufstellungen  des  mittelalterlichen 
Philosophen  und  denen  Montesquieus ,  Rousseaus,  Tocquevilles ,  ohne  dass 
indes  eine  direkte  Beeinflussung  sich  erweisen  Hesse.  Mit  den  staatsrecht- 
lichen Erörterungen,  die  den  Schluss  dieses  Aufsatzes  bilden,  wird  man  sich 
allerdings  schwerlich  befreunden  können;  doch  würde  ein  näheres  Eingehen 
auf  dieselben  nicht  im  Rahmen  dieser  Besprechung  liegen. 

Berlin.  Alfred  Doren. 


300  Nachrichten  und  Notizen  IL 

Va  tikanis  che  Urkunden  und  Rege  sten  zur  Geschichte  Lothringern. 
Gesammelt  und  bearbeitet  von  Heinrich  Velbert  Sauerland.    Erste  Ab- 
teilung.   (Quellen  zur  Lothr.  Gesch.   Band  L)   Metz,  Scriba.   Xu,  441  8. 
Die  Kommission  zur  Herausgabe  Lothringischer  G^schichtsquellen  leitet 
die  Reihe  ihrer  Veröffentlichungen  mit  dem  vorliegenden  stattlichen  Bande 
ein,  der  die  Zeit  von  Bonifaz  VHL  bis  Benedikt  XHI.  umfasst.    Ihre  und 
des  Bearbeiters  Absicht  geht  dahin,  alle  jenen  Zeitraum  betreffenden  Nach- 
richten über  Personen  und  Rechtssubjekte  Dentschlothringens,  dessen  Grenien 
sich  im  allgemeinen  mit  denen  des  alten  Bistums  Metz  decken,  der  Forschnng 
zugänglich  zu  machen.    Dass  im  Interesse  der  Abrundung  des  Stoffes  ein- 
zelne Stücke  mitgeteilt  sind\  die  streng  genommen  über  diese  Schranken 
hinausgehen,  ist  durchaus  zu  billigen,  auch  kann  man  mit  der  hier  vorge- 
nommenen Scheidung  zwischen  wesentlichen  und  minder  wichtigen  Materialien, 
die  in  völliger  Wiedergabe  oder  Regest  ihren  Ausdruck  findet,  sich  einverstan- 
den erklären,    lieber  einige  Einzelheiten  vgl.  Historische  Zeitschrift,  Band  88, 
Heft  3.    Das  von  Fr.  Grimme  bearbeitete  Register  ist  eine  tüchtige  Leistung. 
Strassburg  i.  £.  Hans  Kaiser. 

Das  Handlungsbuch  von  Hermann  u.  Johann  Wittenberg,  henuu- 
gegeben  von  C.  Mo  11  wo.  Leipzig,  Dyksche  Buchhandlung  1901.  LXXIX 
+  103  S. 

Das  hier  abgedruckte  Handlungsbuch  umfasst  die  Thätigkeit  des  Her- 
mann Wittenberg,  der  Anfang  1338  starb,  und  seines  Sohnes  (vgl.  daia 
S.  TU)  Johann,  des  bekannten  lübischen  Bürgermeisters,  der  1863  in  Lübeck 
enthauptet  wurde.  Das  Handlungsbuch  gewährt  also  einen  Einblick  in 
über  dreissig  Jahre  der  Geschäftsführung  und  Geschäftsformen  einer  an- 
gesehenen hansischen  Kaufmannsfamilie.  Der  Zeit  nach  ist  es  übeihanpt 
das  älteste  der  bis  jetzt  bekannt  gewordenen  Handlungsbücher  Deutsdi- 
lands.  Hinzugefügt  sind  vom  Herausgeber  drei  Privatbriefe  in  Angelegen- 
heiten Johann  Wittenbergs;  Beiträge  zur  Familien-  und  Besitzgeschichte  der 
Wittenborgs  für  die  Jahre  1310 — 1400  aus  dem  reichen  Material  der  Lü- 
becker Stadtbücher,  119  Eintragungen;  fünf  Testamente  Wittenborgscber 
Familienmitglieder,  darunter  auch  das  des  Bürgermeisters  Johann  und  seiner 
Wittwe,  sowie  noch  einige  andere  Dokumente.  Ohne  weiteres  wird  die 
Wissenschaft  dem  Herausgeber  Dank  wissen  für  die  endlich  erfolgte  Ve^ 
öffentlichung  dieses  in  mancher  Hinsicht  auch  neue  Aufschlüsse  über  dss 
Erwerbsleben  eines  Hansischen  Kaufmanns  bietenden  Handlungsbncliei. 
Auf  dieses  Neue  hinzuweisen  bezw.  es  auszuführen  nimmt  der  Heraoi- 
geber  Gelegenheit  in  der  vorausgeschickten  Einleitung.  Dass  dieselbe  ausser- 
dem dem  biographischen  Detail  eingehende  Aufinerksamkeit  widmet  und 
Neues  besonders  zur  Geschichte  Johann  Wittenborgs  bietet,  versteht  sieb 
von  selbst.  Aber  dem  ungeheuerlichen  Erklärungsversuch  für  sein  tragisches 
Ende,  den  M.  in  längerer  Erörterung  S.  XV  ff.  vorträgt,  kann  ich  nicht  bei- 
stimmen. Die  paar  Stück  Tuch,  die  er  angeblich  laut  seines  Handlnngs- 
buches  in  Uebertretung  der  hansischen  Handelssperre  gegen  Flandern  (1368) 
gekauft  hat,  werden  doch  im  übrigen  durch  das  Handlungsbuch  selbst  *^ 
völlig  erlaubte  Käufe  erwiesen!   Die  von  Mantels  s.  Z.  geäusserte  Yermutasg 


Nachrichten  nnd  Notizen  IT.  301 

über  die  Gründe  seiner  Hinrichtung  dürfte,  allerdings  wohl  in  etwas  modi- 
fizierter Form,  doch  das  Richtige  getroffen  haben. 

Zwischen  dem  Geschäfte  Hermanns  und  seines  Sohnes  besteht  nach 
dem  Handlungsbuche  ein  grosser  Unterschied.  Erst  unter  Johann  hat  es 
bedeutende  Ausdehnung  gewonnen.  Wie  M.  hervorhebt,  giebt  das  Buch 
nur  von  den  Geschäften  Kunde,  die  auf  Kredit  abgeschlossen  waren,  nicht 
von  den  gegen  volle  Barzahlung  gemachten.  Doch  dürfte  diese  letztere 
Form  überhaupt  selten  gewesen  sein.  Malz,  Getreide,  Pelzwerk  und  Wachs 
des  Ostens  im  Umsatz  gegen  das  Tuch  des  Westens  waren  die  Hauptartikel, 
mit  denen  er  auch  en  gros  handelte.  Ihn  darum  „im  vollsten  Umfange  de« 
Begriffs"  als  Grosshändler  zu  bezeichnen,  wie  M.  thut,  ist  nicht  angängig. 
Sein  Geschäftsbetrieb  ist  doch  nicht  unähnlich  denjenigen  des  Vicko  von 
Geldersen  oder  des  Johann  Tölner,  d.  h.  eine  Mischung  von  Gross-  und 
Kleinhandel,  wie  sie  von  Below  treffend  als  typisch  für  den  mittelalterlichen 
Handel  charakterisiert  hat.  Allerdings  scheint  der  grosshändlerische  Zug  l>ei 
Wittenborg  stärker  zu  sein.  Gerade  in  Lübeck  mögen  Kauf  leute  von  diesem 
Typus  am  zahlreichsten  innerhalb  der  Hansestädte  anzutreffen  gewesen  sein. 
Längere  wichtige  Ausführungen  widmet  M.  der  Zurückweisung  der 
Ansichten  Paulis  u.  A.  über  die  Natur  des  Handels  jener  Zeit.  Wie  er 
darlegt,  fuhrt  das  HandlungsVjuch  der  Wittenborgs  fast  in  allen  Punkten 
XU  gänzlich  andern  Schlüssen  sowohl  hinsichtlich  der  Bedeutung  und  Ver- 
breitung des  Speditions-  und  Kommissionshandels  wie  der  Inanspruchnahme 
des  Kredits.  M.  beschäftigt  sich  des  weitem  in  dem  Kapitel:  Gesell- 
schaften und  S€ndeve  eingehend  in  kritischer  Sichtung  der  Ausführungen 
Früherer,  namentlich  Rehmers  mit  der  Frage:  Wie  ein  Grosskaufmann 
sein  Geschäft  betrieb.  Er  giebt  hier  eine  scharfsinnige  Untersuchung  über 
HandelsgeseUschaft,  Arten  und  Einrichtung  derselben,  sowie  über  Charakter 
nnd  Bedeutung  der  Sendeve,  in  der  er  die  deutschrechtliche  Wurzel  des 
Kommissionsgeschäft»  erblickt.  Mit  der  aus  Pauli  geschöpften  Angalie, 
dass  hansische  Verbote  der  Vergesellschaftung  mit  Nichthansen  erst  seit 
1426  bekannt  seien«  ist  er  im  Iixtum  'vgl.  bereits  zu  1405  Hanserezesse  ed. 
Koppmann  V  n.  235  §  8.  d.  woza  zu  1402  das.  n.  89  §  3,  99  §  7  und  die 
Ordonnanz  de«  grossen  Han&etag«  von  1418  das.  VI  n.  657  §  32;. 

Hinsichtlich  der  Ifängel  im  Sachregister  verweise  ich  auf  die  vielen 
Berichtigungen,  die  E.  Koppmann  in  seiner  Besprechung  dieses  Buches  in 
den  Hans.  6.  BIL  Jg.  IdOO  f?.  189  giebt. 

Bedmaem  inii»s  ich  ichlie»lich  die  grosse  UnViequemlichkeit,  die  der 
Hg.  fOr  den  Benutzer  dadurch  (reschaffen  hat,  dai»s  er  die  Anmerkungen 
jedem  Handlum^bnche  hinten  angfrhängt  hat.  Da  dieselben  durchjschnittlich 
ganz  korz  sind,  so  hätten  «ie  ohne  Schaden  für  den  T«xt  unter  dies^^m 
immer  nnr  ein  kleinec  Plätzchen  eingenommen,  während  »m  ^ich  empfohlen 
hätte,  die  aa%el&sten  Dauen  am  Bande  direkt  neben  dem  Text  zo  vermerken. 

Daenell. 


Egbert  Delpj.  I>ie  I>!vez;de  von  der  heiligen  Ursola  in  der  Kölner  Maler* 
schale.     K^ln   ISKfl      8*     Mit  Vf  IHufftr. 
Es  iat    kein    fmdiakbarer  Stof .   den  sdb  der  Verfasser  za  seiner  fai- 


302  Nachrichten  und  Notizen  11. 

storischen  und  ikonographiachen  Darstellung  erwählt  hat    Denn  die  ürsula- 
legende  ist  eine  der  phantasievollsten  Erzählungen  des  ganzen  christlichen 
Legendenschatzes    und    nicht   nur    in   ihrem   ürsprungsorte  Köln,    sondern 
namentlich  gegen  Ende  des  Mittelalters  weithin  in  germanischen  und  ro- 
manischen Ländern   populär   geworden.    Aber   sie   gewinnt   noch   ein  be- 
sonderes  historisches  Interesse    dadurch,    dass   ihre  Entwicklung  einen  ty- 
pischen Fall  von  Legendenbildung  darstellt  und  femer  dadurch,   dass  sie 
ein   Lieblingsthema    für   Darstellungen    in    der    altkölnischen  Malerschule 
bildete  und   auch  Anlass   zu  hervorragenden  Meisterwerken   der  altnieder- 
ländischen und  venezianischen  Kunst  wurde.    Der  Verfasser  giebt  im  eisten 
Kapitel  auf  Grund  der  verhältnismässig  reichen  Litteratur  eine  klare  Ueber- 
sicht   über   die   einzelnen  Etappen   dieser  Legendenbildung   von  ihrem  hi- 
storischen Kern  —  der   Lapidarinschrifb   in    der    Ursulakirche   in    Köln  — 
bis  zu  ihrer  endgiltigen  Festlegung  im  12.  Jahrhundert.     Dann  beginnt  6r 
im   zweiten  Kapitel    die   ältesten   künstlerischen  Darstellungen   in    chrono- 
logischer Folge  abzuhandeln.    Aber  seltsamerweise  verläAst  er  dann  wieder 
die  chronologische  Reihenfolge,  um  in  den  nächsten  drei  Kapiteln  die  Summe 
der  erhaltenen  Bilder  nach  dem  Inhalt  in:  historische  Einzeldarstellungen, 
Repräsentations-  und   cyklische  Darstellungen  zu  ordnen.     Dadurch  ist  er 
gezwungen,  den  gleichen  Weg  durch  die  Geschichte  der  kölnischen  Malerei 
dreimal   zu  nehmen.     Das  war  gewiss  nicht  praktisch,   aber  der  Verfasser 
hat   sich  wenigstens  vor  naheliegenden  Wiederholungen  gehütet  und  die 
wiederholten  Spaziergänge  durch  die  Geschichte  der  kölnischen  Malerschule 
benutzt,   eingehende   Kenntnisse   und   allerhand   feine    Beobachtungen   auf 
diesem  Gebiete  darzulegen.    Durch  die  sorgföltige  Zusammenstellung  aller 
dieser  auf  die  ürsulalegende  bezüglichen  Bilder  wird  es  durchans  klar,  dase 
die   Kölner  Malerschule   im   ganzen  Verlaufe   ihrer  Entwicklung   zur  Ver- 
herrlichung dieser  Lokaltradition  immer  neue  Kräfte  eingesetzt  und  glück- 
liche Lösungen  gefunden  hat.     Und  so  wird  man  dem  Verfasser  gern  zu- 
geben, dass  diese  Darstellungen  ein  Spiegelbild  und  in  nuce  eine  Geschichte 
der  älteren  kölnischen  Malerei  darbieten.  —  Das  granze  Buch  liest  sich  auch 
gut  und  wirkt  durch  die  Begeisterung  des  Verfassers  für  seinen  Stoff.   Indes 
darf  auch  nicht  verschwiegen  werden,  dass  man  recht  oft  durch  allerhand 
Kleinigkeiten  chokiert  wird.    So  stören  die  Sätze  ohne  Zeitwort  (z.  B.  p.  170 
imten  gleich  zwei),  femer  die  geradezu  verschwenderisch  gebrauchten  Aas- 
rufzeichen, die  überschwenglichen  Superlative  auch  bei  harmlosen  AnläsaeB 
imd   gewaltsame  Wortbildungen,   wie  z.  B.   das   fürchterliche  Adverb  „un- 
severinermässig".    Ein    irreführender   Dmckfehler   ist  1478  statt  1378  auf 
p.  40.    Das  sind  nur  Aeusserlichkeiten;  schwerer  ins  Gewicht  f&llt  die  ein- 
seitige Vorliebe  des  Verfassers  für  seinen  Stoff.     Die  kölnische  Malerei  er- 
scheint bei  ihm  wie  ein  Idyll,  in  das  dann  der  niederländische  Realismus 
wie  ein  zerstörender  Nordwind  hineinfuhr.     Aber  in  Wirklichkeit  war  doch 
dieser  Gang  der  Dinge   ein   gesunder  und  der  niederländische  Realismus 
nur  die  Offenbarung   dessen,   wonach  auch  Stephan  Lochner  sichtlich  ge- 
rungen   hat.    In    dem  Exkurs    über  den  Ursulaschrein   MemUngs   scheini 
mir  keiner  von  den  Punkten,   welche  beweisen  sollen,   dass  Memling  den 
GjkluB  der  van  Schejven  in  der  Ursulakirche  in  EBibi  studiert  hat,  izgend- 


Nachrichten  und  Notizen  II.  303 

wie  stichhaltig,  und  über  Jan  nnd  Jürgen  van  Scheyven  selbst  bleibt  die 
üngewissheit,  ob  sie  Stifter  oder  Maler  waren,  und  der  Verfasser  hat  nur 
einen  weiteren  Schritt  ins  Ungewisse  gethan,  als  er  sie  noch  zu  Dichtem 
der  auf  den  Bildern  stehenden  Verse  machte. 

Mit  solchen  wenig  begründeten  Vermutungen  ist  nichts  anzufangen. 
Ueberhaupt  bietet  das  Buch  keine  wesentlichen  Forschungsergebnisse,  und 
wo  der  Verfasser  Probleme  berührt  —  wie  in  der  Zuweisung  des  Ante- 
pendium  im  Kölner  Kunstgewerbemuseum  an  Meister  Wjnrich  oder  in  der 
Charakteristik  Meister  Wilhelms  und  Wynrichs  —  bleiben  seine  Aus- 
f&hnmgen  zu  subjektiv.  Der  Wert  des  Buches  liegt  in  der  sorgfältigen 
Aufstellong  des  Bildermaterials  und  in  den  eingehenden  ikonographischen 
Erklärungen.  Wer  sich  über  Ursula  und  ihre  Verherrlichung  durch  die 
Kölner  Malerschule  orientieren  will,  findet  hier  den  bequemsten  Aufschluss. 
und  man  möchte  noch  ein  solches  Buch  wünschen  mit  dem  Nachweis  über 
die  Bolle  der  .Ursula  in  der  Kunst  des  übrigen  Deutschlands  und  der 
anderen  Länder  und  zwar  nicht  nur  in  der  Malerei,  sondern  auch  in  der 
Skulptur  und  Goldschmiedekunst  und  in  den  Miniaturen  und  Stichen.  Da 
würden  Memling  und  Carpaccio  und  Grünewald  den  Ehrenpreis  erhalten 
nnd  neben  vielen  anderen  Werke  wie  die  kostbaren  Reliquiarien  der  Pinnosa 
und  der  Ursula  in  Notre  Dame  in  Tongres  zur  Sprache  kommen. 

F.  Becker. 

Das  8.  Heft  der  von  Ad.  Bachmann  herausgegebenen  Prager  Studien 
auB  dem  Gebiete  der  Geschichtswissenschaft  bringt  die  erste  Hälfte  einer 
Abhandlung  des  Duppauer  Gjmnasialprofessors  P.  Simon  Binder  über 
J^ie  Hegemonie  der  Prager  im  Hussitenkriege^^  (^^^gt  Rohli6ek  und  Sievers 
1W)1 ,  163  S.).  Der  Verfasser  setzt  mit  dem  Tode  K.  Wenzels  (16.  Aug. 
1419)  ein  und  schildert  ziendich  eingehend,  doch  nicht  erschöpfend  die 
innere  nnd  äassere  Entwicklimg  der  gemässigten  hussitischen  Partei  in  Prag, 
ihr  Verhältnis  zu  den  anderen  Parteien,  besonders  den  Taboriten,  und  die 
kriegerischen  Ereignisse  bis  Mitte  Juni  1421  (im  Inhaltsverzeichnis  ist  irre- 
fOhrend  der  10.  Januar  1422  angegeben).  Er  stützt  sich  dabei  in  der 
Haupteache  auf  die  von  Palacky  und  Höfler  veröffentlichten  Quellen,  vor 
9ilen  auf  Lorenz  von  Bfezowa.  Da  aber  diese  Quellen  zum  grossen  Teil 
auch  schon  in  Palackys  Böhmischer  Geschichte  verwertet  sind,  so  macht 
•eine  Schrift  als  Ganzes  genommen  den  Eindruck  einer  blossen  Umarbeitung 
des  Palack^schen  Buches  (IE,  2  S.  47 — 221)  unter  dem  im  Titel  angedeu- 
teten Gesichtsponkte.  Doch  wäre  es  unbillig,  darüber  zu  verkennen,  dass 
er  vielfach  mit  Erfolg  bemüht  gewesen  ist,  Palack^s  Darstellung  auf  Grund 
■einer  eigenen  Quellenstudien  zu  erweitem  und  zu  berichtigen. 

H.  Herre. 

Ilwof,  Franz,    Der  Protestantismus  in  Steiermark,    Kärnten   und   Krain 
vom  XVL  Jahrhundert  bis  in  die  Gegenwart.     Graz  1900.    Druck  und 
Vorlag  ,J[ieykam".    m  und  300  S.    gr.  8«. 
Die  vorstehende  Darstellung  beruht  wesentlich  auf  den  gründlichen  und 
vielseitigen  Stadien  zur  Greschichte  der  Refonnationszeit,  als  deren  Haupt- 
vertreter J.  Loserth,  G.  Lösche  und  die  Mitarbeiter  an  dem  Jahrbuch  der 


304  Nachrichten  und  Notizen  IL 

Gesellschaft  für  die  Geschichte  des  Protestantismus  genannt  seien.  Ein- 
gehend ist  das  XVI.  Jahrhundert  behandelt,  beinahe  %  des  Buches  sind 
ihm  gewidmet  in  den  4  Abschnitten:  I.  Reformation  1520 — 1578,  ü.  Gegen- 
reformation unter  Karl  II ,  III.  die  Regentschaft  der  Erzherzöge  Ernst  und 
Maximilian  1590 — 1595  und  IV.  Gegenreformation  imter  Ferdinand  n.  1595 
bis  1629.  Die  folgenden  3  Jahrhunderte  sind  in  den  3  Kapiteln  vertreten: 
Verfolgung  der  Kryptoprotestanten  1629-1781,  Duldung  1781—1848  und 
Gleichberechtigung  seit  1848.  In  dem  Vorwort  erklärt  der  Verfasser,  um 
jedem  Missverständnisse  von  vornherein  zu  begegnen,  dass  der  Stoff  fSr 
diese  Schrift  zum  grössten  Teile  gesammelt  und  ihre  Abfassung  im  Zuge 
war,  ehe  die  sogenannte  „Los  von  Rom -Bewegung"  in  den  österreichischen 
Ländern  begonnen  hatte  und  dass  diese  auf  die  Entstehung  der  Schrift 
nicht  den  geringsten  Einfluss  gehabt  hat. 

Leipzig.  Georg  Müller. 

Freiin    Karoline    von    Freystedt,    Erinnerungen    aus    dem    Hofleben. 

Herausgeg.  von  Karl  Obser.     Heidelberg  1902.    Carl  Winter.     Pr.  6  Mk. 

8^     XVI  u.  234  S. 
Das  Buch  enthält  Aufzeichnungen  einer  ehemaligen  Hofdame  der  Mark- 
gräfin Amalie  von  Baden,  der  Schwiegertochter  des  Markgrafen  Karl  Friedrich, 
die  im  Jahre  1774  den  Erbprinzen  von  Baden  heiratete  und  im  Jahre  1882 
starb.     Im  Vordergrunde  der  Erzählimg  steht  die  Markgräfin  Amalie  und 
ihre  nächste  Familie,  aber  da  die  Heldin  keine  Rolle  im  öffentlichen  Leben 
gespielt  hat,  so  bringt  das  Buch  für  die  Kenntnis  der  Zeitgeschichte  nichti 
Neues   von  Belang.     Wer   sich   indessen   für   die  Interna   eines   mittleren 
deutschen  Hofes  gegen  Ende  des   18.  Jahrhunderts  und  zu  Beginn  des  19. 
interessiert,  dem  kann  es  lebhaft  empfohlen  werden.     Es  giebt  eine  an- 
ziehende Schilderung  des  badischen  Hofes,  der  bei  seinen  weitverrweigten 
verwandtschaftlichen  Beziehungen  —  die  Markgräfin    war   die  Schwieger- 
mutter der  Monarchen  von  Russland,  Schweden,  Bayern  und  einer  Napoleo- 
nischen    Prinzessin  —  eine    gewisse   europäische  Wichtigkeit    besaas.     Die 
vornehmsten  Persönlichkeiten  am  Karlsruher  Hofe,   insbesondere    der  alte 
Markgraf  Karl   Friedrich,    sein  Enkel  und   Nachfolger   Grossherzog  Kari, 
König   Gustav   von    Schweden,    werden    anschaulich    charakterisiert,    aber 
immer  sind  es  nur  die  alltäglichen  Beziehungen,  in  denen   sie  auftreten; 
über  die  Empfindungen,  die  die  besprochenen  Personen  den  grossen  Zeit- 
ereignissen gegenüber  hegten,  erfährt  man  so  gut  wie  nichts. 

G.  Roloff. 

Alfredo  Poggiolini,  Anmiiratori   e  Giudici  della  Rivoluzione  Francese 
(Thiers,  Michelet,  Blanc,  Sybel,  Taine,  Tocqueville,  Sorel).    Firenze  1901. 
Lire  3,50. 
Der  Verfasser  giebt  von  den  bekannten  Werken  der  sieben  Historiker, 
welche    er   behandelt   und   von    denen    er   die    drei    zuerst  Genannten  als 
Bewunderer,   Sybel  und  Taine  als  Verurteiler,  Tocqueville  und  Sorel  als 
ruhige  Beobachter  kennzeichnet,  eingehende  Referate,  welche  von  au88e^ 
ordentlich    fleissigem    Studium    und    einem    erfreulichen    Blicke    fSr   das 
Wesentliche   zeugen.    In   ihnen  liegt  der  Hauptwert  der  Schrift.    In  den 


Nachrichten  und  Notizen  ü.  305 

geannden  und  gemässigten  aber  nicht  immer  sehr  tiefen  eigenen  Bemerkungen 
des  Verfassers  (S.  182—213)  würden  wir  gern  etwas  mehr  über  die  persön- 
lichen Verhältnisse,  die  Ideenkreise  und  die  Zwecke  der  sieben  Historiker 
hören.  Ihre  Auffassung  von  der  Revolution  ist  doch  von  diesen  Dingen 
ganz  wesentlich  beeinflusst  worden.  —  Der  Verfasser  kommt  zu  dem  Schlüsse 
(S.  212  f.),  dass  es  zwar  nicht  angängig  sei,  mit  Bonfadini  zu  sagen,  die 
französische  Revolution  sei  „der  Sache  der  Freiheit  verderblich"  gewesen, 
aber  er  billigt  doch  folgenden  Ausspruch  Mazzinis:  „der  Fortschritt  der 
Völker  beruht  heutzutage  darauf,  dass  sie  sich  von  Frankreich  emanzipieren ; 
der  Fortachritt  Frankreichs  darauf,  dass  es  sich  vom  18.  Jahrhundert  und 
seiner  ersten  Revolution  emanzipiert.^^  —  In  manchem  kann  man  dem  Ver- 
fasser nicht  beipflichten,  so  z.  B.  wenn  er  Sybel  zu  den  einseitigen  Ver- 
urteilem  der  Revolution  rechnet  (s.  o.)  und  wenn  er  den  naiven  Glauben 
hat,  „die  Apotheose  der  Revolution  sei  auf  immer  abgethan'^  (S.  207). 
Freiburg  i.  B.  Adalbert  Wahl. 

Wilhelm  Wendland,  Dr.  phil..  Versuche  einer  allgemeinen  Volks- 
bewaffnung in  Süddeutschland  während  der  Jahre  1791  bis 
1794.  (Historische  Studien  veröffentlicht  von  E.  Ehering,  Dr.  phil.  Heft 
XXIV.)  Berlin,  E.  Ehering,  1801.  VIII,  224  Seiten. 
In  der  Hauptsache  beschränkt  sich  der  Verf.  dieser  von  Max  Lehmann 
angeregten  trefflichen  Arbeit  darauf,  die  Volksbewaffnungsversuche,  die  man 
am  Oberrhein,  in  Baden  und  im  österreichischen  Breisgau,  zur  Begegnung 
der  firanzösischen  Kriegsgefahr  machte,  vornehmlich  nach  den  Akten  des 
Badischen  General-Landes-Archives  darzustellen.  Die  voraufgeschickte  Ein- 
leitung („üeberblick  über  die  Geschichte  der  allgemeinen  Wehrpflicht  in 
Deutschland  bis  gegen  das  Ende  des  18.  Jahrhunderts^^,  S.  1 — 21)  vermag 
freilich  nicht  viel  mehr  zu  geben  als  eine  Zusammenstellung  vereinzelter 
Notizen;  man  möchte  die  Volksbewaffnung  in  feste  Beziehung  gesetzt  sehen 
SU  den  grossen  kriegsgeschichtlichen  Wandlungen,  den  Fragen  der  Waffen- 
technik und  der  nötigen  Ausbildung  der  Mannschaften;  femer  vermisst 
man  Angaben  darüber,  in  welchem  Masse  die  gesetzlichen  Vorschriften  der 
forstlichen  Landesordnungen  der  späteren  Jahrhunderte  wirkliche  An- 
wendung in  der  Praxis  gefunden  haben;  wie  z.  B.  im  16.  Jahrhundert 
neben  dem  wichtigsten  Teile,  dem  Soldheer,  auch  das  Lehnsaufgebot  einer- 
seits und  das  Landesaufgebot  anderseits  noch  zu  kriegerischen  Zwecken 
verwandt  werden,  hat  G.  Paetel,  die  Organisation  des  hessischen  Heeres 
unter  Philipp  d.  Grossmütigen  (Berlin  1897)  gezeigt.  Auch  in  der  mit 
grossem  Fleiss  und  umsichtigem  Urteil,  zuweilen  etwas  breit,  gegebenen  Be- 
handlung des  eigentlichen  Themas  würde  man  ein  tieferes  Eingehen  auf 
die  militärische  Leistungsfähigkeit  des  bewaffneten  badischen  Landvolkes 
gern  gesehen  haben;  wir  leben  statt  dessen  mehr  in  der  Sphäre  der  akten- 
mässigen  Vorbereitungen  und  Verhandlungen.  Interessant  ist  es  zu  sehen, 
wie  die  Ideen  der  Volksbewaffnung,  die  auch  die  militärisch -politische 
Widerstandskraft  der  Territorien  zweiten  und  dritten  Ranges  eventuell  hätten 
verstärken  können,  einen  entschiedenen  Gegner  an  der  Militärmacht  Preussen 
finden;    hier   hätte   man  es  vorgezogen,   den  wehrlosen  Territorien  durch 


306  Nachrichten  und  Notizen  ü. 

die  Verteidigung  gegen  Frankreich  nnentbehrlich  zu  werden  und,  indem 
man  ihnen  durch  den  Verpflegungsantrag  die  Kosten  aufbürdete,  auf  Kosten 
des  Reiches,  also  hauptsächlich  der  Kleinen,  grosse  Politik  zu  machen;  für 
diese  schon  in  Rankes  Hardenberg  I,  134—150  behandelten  Dinge,  überhaupt 
für  die  Vorgeschichte  des  Baseler  Friedens  erhalten  wir  sehr  dankenswerte 
Ergänzungen  durch  das  Buch  Ws.  Die  vielen  Anläufe  zur  Volksbewaffinung 
werden  von  ihm  etwas  optimistisch  beurteilt;  so  S.  194:  „es  war  ein  letztes 
gewaltiges  (!)  Aufflammen  des  Gedankens  der  allgemeinen  Wehrpflicht.^ 
Wir  sehen  eigentlich  eher,  dass  das  absolute  Fürstentum  in  der  Not  sich 
ent-schliesst,  aus  Gebrauch  gekommene  oberliche  Anforderungen  wieder  antzbar 
zu  machen,  allerdings  mit  vorsichtigem  Appell  an  die  populären  Tendenzen, 
aber  mit  der  notgedrungenen  Beschränkung  auf  die  allernächsten  Interessen 
eines  kleinen  Territoriums,  auf  die  blosse  Defension  im  Falle  der  Gefahr. 
Es  lag  nicht  allein  an  der  innem  Abneigung  der  Berufssoldaten,  dass  diese 
„zukunftsreiche  Bewegung^ ^  ohne  einen  andauernden  Erfolg  geblieben  ist, 
sondern  mehr  noch  an  den  politischen  Voraussetzungen,  an  die  trotz  alles 
löblichen  Enthusiasmus  die  militärische  Leistung  dauernd  gebunden  sein 
musste. 

Berlin.  Hermann  Oncken. 

Die    interessante    Untersuchung   von   Alexander  v.  Brandt    in   den 
Landwirtschaftlichen  Jahrbüchern  XXIX,  101  ff.  ist  nimmehr  unter  dem  Titel 
Droit    et    coutumes    des   populations   rurales   de   la    France  eo 
mati^re  successorale  auch  in  französischer  Uebersetzung  von  Engine 
R^gnier  erschienen  (Paris,  Librairie  de  la  soci^tä  du  recneil  g^n^ral  des 
lois  et  des  arrets,  1901,  IV  u.  XVI  u.  871  S.  und  zwei  Karten;  8»;  7,60  Fr.). 
Brandt  giebt  einen  historischen  Ueberblick  über  Grundbesitz  und  Erbrecht 
in  Frankreich  vor  und  nach  der  Revolution,  in  dem  er  zeigt,  wie  ursprüng- 
lich im  ganzen  Norden  (und  an  der  Küste  des  mittelländischen  Meeres)  das 
Prinzip  der  Teilung  der  Landgüter  unter  alle  Söhne,  im  Süden  (und  in  der 
Bretagne)  dagegen  das  der  ungeteilten  Uebertragung  an  einen  der  Söhne 
vorgeherrscht   habe,   wie    dann   die    Aufhebung    der   die  Landbevölkerong 
schwer  bedrückenden  übermässigen  Steuerbelastung  zur  Zeit  der  Revolution 
den  kleinen  Grundbesitz  vermehrte,  der  Code  Napoleon  aber,  der  die  Teilung 
des   liegenden  Besitzes   ujiter   die   gleichberechtigten  Erben  allgemein  an- 
ordnete, zwar  gleichfalls  den  Grossen  schaden  wollte,  thatsächlich  jedoch 
sich   gegen    die  Mittleren   und  Kleinen    richtete,    denen    durch  die  immer 
schlimmer  werdende  Zerstückelung  schliesslich  die  Lebensfähigkeit  geraubt 
wurde.    In  ausführlicher  Darlegimg  über  die  sechs  Teile,  in  die  v.  Brandt 
Frankreich    nach   wirtschaftlichen    Gesichtspunkten    zerlegt,    wird    das  im 
einzelnen    verfolgt.      Das    allgemeine    Interesse,    das    diese    Darlegungen 
haben,  zeigt  sich  am  markantesten  darin,  dass  vnr  nach  ihnen  in  dem  £ib- 
teilungsgesetz  des  Code  Napoleon  den  hauptsächlichsten  Grund  für  die  Ent- 
völkerung des  Landes  in  Frankreich,  für  die  ausserordentlich  geringe  Zu- 
nahme der  französischen  Bevölkerung  überhaupt  zu  sehen  haben;  dieBaoen 
beugen  der  Zerstückelung  ihrer  Güter  durch  die  Beschränkung  ihrer  Nach- 
konmien  zumeist  auf  einen  Sohn  vor.  Georges  Blondel,  der  die  firanzOnsche 


Nachrichten  und  Notizen  IT.  307 

Ausgabe  mit  einer  Einleitung  versehen  hat,  schliesst  sich  diesen  Aus- 
fuhrungen und  den  daraus  entspringenden  Mahnungen,  die  auf  eine  Aende- 
rong  der  Bestimmungen  des  Code  Napoleon  in  der  durch  das  Gesetz  vom 
30.  November  1894  bereits  eingeschlagenen  Richtung  abzielen,  durchaus  an. 
„Die  deutsche  Verwaltung*^,  sagt  er,  „hat  uns  eine  Lehre  gegeben,  als  sie 
bei  der  Besitzergreifung  von  Elsass- Lothringen  sofort  unser  Erbgesetz 
modifizierte.  Das  Gesetz  der  Teilung  herrscht  nirgends  mehr  so  absolut 
als  bei  uns.^*  Blondel  ist  ein  begeisterter  Agrarier  und  hofft  von  einem 
Aufschwung  der  Landwirtschaft  nach  Abänderung  des  Code  Napoleon  zu- 
gleich einen  Aufschwung  der  französischen  Industrie,  des  Anteils  Frank- 
reichs am  Weltmarkt,  des  nationalen  Lebens  in  jeder  Hinsicht.  Man  wird 
gut  thun,  diese  Erörterungen  immerhin  mit  einiger  Reserve  aufzunehmen. 
Ebenso  möchte  ich  bezweifeln,  dass  hinsichtlich  der  Bestimmungen  des 
Code  Napoleon  über  die  Landvnrtschaft  durch  die,  manches  Richtige  ja 
gewiss  enthaltenden  Brandtschen  Ausführungen  das  letzte  Wort  gesprochen 
sei.  Auch  ist  die  Anschauung,  dass  die  Beseitigung  des  übermässigen 
Steuerdrucks  in  Frankreich  das  Verdienst  der  grossen  Revolution  sei,  nach 
den  Untersuchungen  von  A.  Wahl  in  seinen  Studien  zur  Vorgeschichte  der 
französischen  Revolution  unhaltbar:  diese  Beseitigung  war  schon  vor  dem 
Ausbruch  der  Revolution  gesichert.  R.  Holtzmann. 

Zeitflchriften.  Die  bekannte  Zeitschrift  für  wissenschaftliche  Philo- 
sophie, die  vor  16  Jahren  Richard  Avenarius  begründet  hat  und  die  zuletzt 
Paul  Barth  (in  Verbindung  mit  Ernst  Mach  und  Alois  Riehl)  redigierte, 
erscheint  in  Neuer  Folge  als  „Vierteljahrschrift  für  wissenschaft- 
liche Philosophie  und  Sociologie"  (Leipzig,  0.  R.  Reisland).  Damit 
ist  die  Richtung  zum  Ausdruck  gelangt,  die  der  Herausgeber  Barth  seinen 
wissenschaftlichen  Neigungen  gemüss  der  Zeitschrift  schon  während  der 
letzten  Jahre  mehr  und  mehr  gegeben  hat.  Das  erste  Heft,  dem  Barth  ein 
Geleitswort  mitgab,  bringt  neben  anderem  den  für  Historiker  beachtens- 
werten Aufsatz  von  Steinmetz:  Der  erbliche  Rassen-  und  Volkscharakter. 

Deutsche  Arbeit  heisst  eine  neue  Zeitschrift  für  das  geistige  Leben 
der  Deutschen  in  Böhmen,  herausgegeben  im  Auftrage  der  Gesellschaft  zur 
Förderung  deutscher  Wissenschaft,  Kunst  und  Litteratur  in  Böhmen.  Aus 
dem  uns  vorliegenden  4.  Heft  des  1.  Jahrgangs  eitleren  wir  einen  Aufsatz 
von  0.  Weber  „Benedek  und  der  Krieg  von  1866"  und  die  Rede,  die 
Frhr.  v.  Wieser  bei  der  Einführung  in  das  Rektorat  der  dt.  Universität 
gehalten  hat  „Über  die  gesellschaftlichen  Gewalten^S 

Eine  neue  Monatsschrift  für  das  soziale  und  geistige  Leben  der  Völker 
„Politisch-anthropologische  Revue",  herausgeg.  von  L.  Woltmann 
und  Hans  Buhmann  (Eisenach,  Thüringische  Verlags-Anstalt),  verfolgt  auch 
historische  Ziele,  „nämlich  die  soziale  und  geistige  Geschichte  des  Menschen- 
geschlechts vom  Standpunkt  der  organischen  Naturgeschichte  zu  erforschen, 
und  zu  diesem  Zwecke  die  biologischen  und  anthropologischen  Grundlagen 
in  der  Entwickelung  der  wirtschaftlichen,  politischen  und  juristischen  Ver- 
hältnisse,   wie    auch  der  Moral,    Philosophie,    Kunst    und  Religion    nach- 


zuweisen*^ 


HUtor.  Yierta^jalixiohrin.  190i.  8. 


22 


308  Nachrichten  und  Notizen  11. 

Im  Herbst  vorigen  Jahres  ist  in  AnknQpfung  an  einen  älteren,  aber 
seit  Jahren  unthätigen  Verein  ein  ,,6eBchicht8yerein  für  Waldeck 
und  Pyrmont'^  mit  dem  Sitze  in  Arolsen  ins  Leben  gemfen.  Der  erste 
Band  der  von  demselben  herausgegebenen  ««Geschichtsblätter^*  (EommissionB- 
Verlag  der  WeigeF  sehen  Hof  buchdruckerei  in  Mengeringhausen)  enthält: 
+  Prof.  Bosch,  Geschichte  des  Klosters  Arolsen;  Freih.  v.  Hadeln,  Die 
Fürstlichen  Sammlungen  im  Residenzschlosse  zu  Arolsen;  Prof.  Victor 
Schultze,  Die  „christliche  Unterweisung^^  der  Gräfin  Anna  Katharina  zu 
Waldeck  v.  J.  1655;  Die  waldeckischen  Archive,  mitgeteilt  aus  dem  Kgl. 
Staatsarchiv  in  Marburg;  Kleinere  Mitteilungen.  Landesgeschichtliche 
Litteratur. 

Zu  den  bereits  in  Frankreich  bestehenden  Zeitschriften,  die  sich  vor- 
wiegend oder  ausschliesslich  mit  der  neueren  Geschichte  beschäftigen 
(Revue  d'histoire  diplomatique,  La  r^volution  fran^aise  .  .  .)  hat  sich  seit 
einigen  Jahren  eine  neue  gesellt  —  ein  charakteristisches  Symptom  dafür, 
wie  sehr  in  Frankreich  (noch  mehr  als  bei  uns)  das  historische  Interesse 
allmählig  von  der  neueren  Geschichte  aufgesogen  wird:  Revue  d'histoire 
moderne  et  contemporaine.  T.  I — IH.  Paris,  Georges  Bellais  1899 — 1902. 
(Bd.  in  noch  im  Erscheinen.)  Repertoire  m^thodique  de  l'histoire 
moderne  et  contemporaine  de  la  France  r^dig^  sous  la  direction  de 
G.  Briere  et  P.  Caron  et  publitS  par  la  Revue  d*histoire  moderne  et  con- 
temporaine.   P— n«  Ann^e  (1898—1899).    Paris,  Georges  Bellais  1899—1901. 

Die  neue  Zeitschrift,  auf  deren  Mitarbeiterliste  man  vorwiegend  jüngeren 
aufstrebenden  Talenten  begegnet,  verdient  die  Aufmerksamkeit  auch  der 
deutschen  Fachkreise.  Beschränkt  sie  sich  auch  im  wesentlichen  wie  die 
französische  Forschung  überhaupt  auf  französische  Geschichte,  so  hat  sie 
sich  im  übrigen  doch  ihre  Aufgabe  sachlich  wie  chronologisch  erheblich 
weiter  gesteckt  als  die  eben  genannten  Zeitschriften.  Bourilly  behandelt 
die  politischen  Ideen  Commines'  (Bd.  1),  Haus  er  die  Stellung  der  unteren 
Klassen  zur  reformatorischen  Bewegung  des  16.  Jahrhunderts  (Bd.  1), 
Lichtenberger  die  Arbeiterfrage  im  18.  Jahrh.  in  ihrem  Zusammenhange 
mit  der  Philosophie  des  Zeitalters  (Bd.  3),  Sagnac  den  bäuerlichen  Grund- 
besitz in  derselben  Epoche  (Bd.  3).  Die  Stellung  eines  Intendanten  in  der 
ersten  Hälfte  des  17.  Jahrh.  bringt  ein  lehrreicher  Artikel  von  Gh.  Schmidt 
an  dem  Beispiel  Sublet  de  Noyers*  zur  Anschauung  (Bd.  2).  Demselben 
Verf.  verdanken  wir  wertvolle  Mitteilungen  aus  den  Briefen  des  Baseler 
Kanzlers  Peter  Ochs,  der  1701  in  einer  Angelegenheit  seiner  Vaterstadt 
nach  Paris  kam  und  dessen  Urteile  über  Verhältnisse  und  Menschen  von 
scharfer  Beobachtung  und  richtigem  Urteil  zeugen  (Bd.  3).  ^  Hingewiesen 
sei  schliesslich  noch  auf  zwei  sehr  brauchbare  Aufsätze  von  Caron  (Bd.  2) 
und  Driault  (Bd.  3),   von  denen  der  eine  in  bibliographischer  Uebersicht 

^  Von  allgemeinerem  Interesse  ist  u.  a.  seine  Bemerkung  vom  8.  Mai 
1791  über  den  fortdauernden  Einfluss  der  vom  alten  Reg^e  überkonmienen 
Beamten  und  der  unbedeutenden  Rolle  des  Ministers,  während  die  Ent- 
scheidung (le  pouvoir  effectif)  in  den  Händen  von  ungefähr  20  iiervor- 
ragenden  und  fleissigen  Gliedern  der  National -Versammlung  liege. 


Nachrichten  und  Notizen  11.  309 

den  augenblicklichen  Stand  und  die  Lücken  unserer  Kenntnis  der  Kriegs- 
geschichte von  1792—1816  darlegt,  der  andere  in  ähnlicher  Weise  die  aus- 
wärtige Politik  Napoleons  behandelt. 

Was    der   neuen   Zeitschrift    ihren    Eingang   gerade    auch    in    unsere 

Bibliotheken  und  historischen  Institute  sichern  wird,  ist  ihre  Verbindung 

mit  einer  trefflichen  Bibliographie  zur  französischen  Geschichte, 

die  sie  ihren  Lesern  offenbar  nach  dem  Vorgang  dieser  Zeitschrift  und  der 

Masslowschen  Bibliographie  als  Beigabe  liefert.     Dass  dies  nicht  heftweise 

sondern  in  jährlicher  Zusammenfassung  geschieht  und  dass  die  Bibliographie 

separat  zu  haben  ist  (10  fr.,   Preis  des  Jahrgangs  mit  der  Bibliographie 

20  fr.),  dürfte  manchem  Forscher  nicht  unwillkommen  sein.     Die  Einteilung 

ist  klar  und  übersichtlich.    Neben  der  französischen  ist  speziell  die  deutsche 

Litteratur  in  einer  Vollständigkeit  herangezogen,   die  die  weitestgehenden 

Ansprüche  befriedigt.    In  der  Zeitschriftenliste  des  Jahrgangs  1899  zählte 

ich  allein  58  deutsche  Zeitschriften  (darunter  so  wenig  die  Nationalzeitung, 

die  Beilage  der  Allgemeinen  (Münchener)  und  der  Leipziger  Zeitung  wie 

die  sozialistischen  Monatshefte  vergessen).     Was  diese  Bibliographie  ganz 

besonders  wertvoll  macht,  ist  der  Umstand,  dass  sie  den  Titelangaben,  wo 

es  im  Interesse  des  Benutzers  wünschenswert  erscheint,  erläuternde  (nicht 

etwa  kritische)  Bemerkungen  beifügt.    Dies  geschieht  besonders  häufig  bei 

Zeitschriftenaufsätzen ,  deren  Titel  ja  so  oft  unbestimmt  und  dunkel  sind. 

Auf  diese  Weise  wird  dem  Benutzer  viel  vergebliche  Mühe  erspart  und  die 

Arbeit  des  Bibliographen  für  ihn  erst   recht  nutzbar   gemacht.     Nur  ein 

Beispiel  für  viele.    Jahrgang  1899,   1149  heisst  es:  £d.  Dowden,  un  pri- 

sonnier  soub  Napoleon.    Diese  Angabe  würde  ein  toter  Ballast  bleiben,  mit 

dem  niemand  etwas  anfangen  könnte,  fehlte  der  erläuternde  Zusatz:  „Rdcit 

^erit  en  1822  par  nn  lieutenant  de  marine  anglaise,  fait  prisonnier  en  1804^^ 

Die  gleiche  gesunde  Ausführlichkeit   zeigt   sich   auch   in   dem  Umstände, 

dass  dem  Autorenregister  ein  Register   der  in  den  Titeln  vorkommenden 

Personennamen  und  ein  entsprechendes  Ortsregister  beigegeben  ist. 

Alles  in  allem:  wir  begrüssen  die  neue  Zeitschrift  und  ganz  besonders 
die  ihr  beigegebene  Bibliographie  als  eine  sehr  willkommene  Erscheinung. 

G.  Buchholz. 

Personalien«  Ernennungen  und  Beförderungen.  Universitäten.  Zum 
Nachfolger  von  H.  Prutz  wurde  als  ord.  Professor  der  neueren  Geschichte 
in  Königsberg  der  ao.  Professor  Otto  Krauske  aus  Göttingen  berufen;  als 
o.  Prof.  der  Geschichte  nach  Göttingen  der  ao.  Prof  der  histor.  Hilfs- 
wisaenschaften  in  Marburg  K.  Brandi.  Der  ao.  Prof  der  österr.  Geschichte 
H.  v.  Voltelini  in  Linsbruck  wurde  zum  Ordinarius  befördert.  Der  o.  Prof 
der  Kirchengeschichte  A.  Ehrhard  übersiedelt  als  Nachfolger  F.  X.  Kraus' 
von  Wien  nach  Freiburg  i.  B.  Prof  Röthe  in  Göttingen  geht  als  Nach- 
folger Weinholds  nach  Berlin,  der  Germanist  K.  Burdach  in  Halle  an  die 
Berliner  Akademie  der  Wissenschaften.  Der  ao.  Prof  der  deutschen  Rechts- 
geschichte in  Graz  Puntschart  ward  zum  Ordinarius  ernannt. 

Als  Ordinarien  der  neu  errichteten  juristischen  Fakultät  der  Akademie 
Münster  wurden  berufen:  Sa  vigny- Göttingen  für  Staats- und  Verwaltungs- 
recht; Jacobi-Breslau  für  deutsches  Recht,  Handelsrecht  und  Zivilprozess ; 

22* 


310  Nachrichten  and  Notizen  n. 

Erm an -Lausanne    für   römisches  und  bürgerliches  Recht;    Erückmann 
Greifswald  für  deutsches,  römisches  und  bürgerliches  Recht  und  Schreuer- 
Prag  für  deutsches  Recht  und  Strafrecht. 

Zum  o.  Professor  der  Nationalökonomie  an  der  Technischen  Hochschule 
in  Karlsruhe  ist  der  Wiener  Privatdozent  Frhr.  ▼.  Zwiedineck-Süden- 
horst  bestellt  worden. 

Der  ao.  Professor  Kornemann  in  Giessen  wurde  auf  den  neu  errich- 
teten ausserordentlichen  Lehrstuhl  für  alte  Geschichte  in  Tübingen,  der 
Privatdozent  H.  Bulle  in  München  als  ao.  Prof.  der  Archäologie  nach  Er- 
langen berufen. 

Es  habilitierten  sich:  Dr.  Jansen  und  Dr.  G.  Beckmann  in  München 
far  Geschichte,  Dr.  J.  Le ebner  in  Wien  für  Geschichte  des  Mittelalters, 
Dr.  0.  Wulff  in  Berlin  für  Kunstgeschichte,  Dr.  J.  Wolf  in  Bonn  für 
Musikgeschichte  und  Dr.  Rubizjnski  in  Lemberg  für  Geschichte  der 
Philosophie. 

Todesfälle.  Am  14.  März  starb  in  Tübingen  im  Alter  von  56  Jahren 
der  Gjmnasialprofessor  Dr.  Oskar  Treuber,  ein  bekannter  Forscher  auf 
dem  Gebiet  der  Lykischen  Geschichte. 

Am  15.  März  starb  in  Hampstead  Sir  Richard  Temple  im  Alter  von 
74  Jahren. 

In  EUosterwalde  bei  Ottobeuren  starb  kürzlich  der  bekannte  Kirchen- 
historiker Dr.  jur.  Wilhelm  Martens. 

Professor  Lektor  Karl  Konstantin  Tigerstedt  ist  am  5.  März  zu 
Abo  gestorben.  Er  war  am  7.  Mai  1822  geboren,  wurde  1846  Dozent  an 
der  Universität  zu  Helsingfors,  bekam  1858  eine  Stellung  als  Lektor  am 
Gymnasium,  nachmals  Lyceum,  zu  Abo.  Als  Forscher  beschäftigte  sich  T. 
hauptsächlich  mit  der  Geschichte  Finnlands  in  der  Zeit  der  Königin  Kri- 
stina, welche  er  durch  akademische  Dissertationen  und  Aktenpublikationen 
beleuchtete.  In  den  Programmen  des  Lyceums  zu  Abo  (1876 — 87)  gab  er 
Beiträge  zur  Geschichte  der  Provinz  Kexholm  in  der  Zeit  der  schwedischen 
Grossmachtstellung  heraus.  In  der  Revue  Finek  Tidskrift  (1877 — 88)  schrieb 
er  mehrere  bemerkenswerte  Aufsätze  über  den  bekannten  Göran  Magnus 
Sprengtporten.  M.  G.  S. 

Erwiderung. 
S.  579  ff.  des  letzten  Jahrgangs  hat  Archivar  Trefflz  den  zweiten  Band 
meiner  Ausgabe  des  ,,Briefwechsels  des  Herzogs  Christoph  von  Wirtembeig** 
einer  Kritik  unterworfen,  die  in  vielen  Punkten  zum  Widerspruch  reizi 
Hier  möchte  ich  nur  Einen  herausgreifen,  nämlich  die  Stellang,  welche  Tr. 
zu  meinem  Urteil  über  den  von  Brandi  herausgegebenen  4.  Band  des 
Dmffelschen  Werkes  einnimmt. 

1)  Tr.  erklärt,  er  habe  gefunden,  dass  mein  Urteil  „in  einer  Keihe  von 
Fällen  unbegründet*'  sei.    Ich  bitte  hierfür  Belege  beizubringen.  * 

2)  Tr.  ist  der  Ansicht,  dass  ich  mich  zu  meinem  Urteil  habe  „hinreissen 


*  Ich  bemerke,  dass  die  drei  Nummern,  Druffel  18,  19,  456,  für  welche 
Brandi  das  Prädikat  „fehlerhaft"  zurückgewiesen  hat,  etwa  14  teilweise 
sehr  grobe  Fehler  enthalten;  leider  darf  ich  sie  hier  nicht  spedfizieren. 


Nachrichten  und  Notizen  ü.  311 

lassen^*.  Darauf  erwidere  ich,  dass  ich  das  Buch  seit  seinem  Erscheinen 
fast  täglich  benütze,  dass  ich  hunderte  von  Stücken  in  yerschiedenen 
Archiven  und  aus  verschiedenen  Gebieten  nachgeprüft  und  überall  die 
gleiche  Arbeitsweise  gefunden  habe.  Wie  diese  ist,  sollen  ein  paar  Bei- 
spiele zeigen;  sie  sind  nicht  schlechter  als  zahllose  andere  und  ich  verwahre 
mich  gegen  den  Vorwurf,  einer  Edition  von  solchem  Umfang  durch  Auf- 
zählung einzelner,  da  und  dort  sich  findender  Fehler  entgegengetreten  zu  sein. 

I.  Die  Annäherung  zwischen  Eurf.  Moriz  und  den  Neutralen  des  Jahres 
1552  gehört  zum  wichtigsten  in  den  Monaten  nach  dem  Passauer  Vertrag. 
Anfang  April  1553  fand  eine  Zusammenkunft  beider  in  Neuschloss  statt, 
und  wir  haben  darüber  zwei  gut  geschriebene  Aktenstücke,  welche  bei 
Dr.  rV,  93  wiedergegeben  sind.  Das  eine  zählt  die  Irrungen  auf,  in  welche 
man  vermittelnd  eingreifen  will.  Punkt  4  redet  von  „misverstand  und 
irrung^^  zwischen  Hessen  und  Nassau;  bei  den  folgenden  Punkten  werden 
ohne  neues  Substantiv  die  Parteien  einfach  mit  „item  zwischen^^  .  .  .  aufge- 
zählt; ganz  willkürlich  sagt  Dr.  IV.  einmal  „Verhältnis**,  dann  „Spannung** 
und  endlich  ganz  falsch  „Befürchtungen* ' ;  denn  auch  hier  handelt  es  sich 
Tielmehr  um  einen  Streit;  der  Punkt  lautet:  item  zwischen  etlichen  stiften 
und  grafen  in  Westphalen;  diese  Grafen  werden  in  Dr.  IV.  ohne  jede  Spur 
von  Anlass  in  „Städte**  verwandelt.  Punkt  5  lautet:  item  zwischen  herzog 
Hainrichen  von  Braunschweig  und  dem  landgrafen,  auch  herzog  Hans 
Fridrichen  von  Sachsen;  Dr.  IV.  sagt  nur:  Hessen  und  Braunschweig,  ändert 
ohne  jeden  Grund  die  Reihenfolge  und  lässt  Sachsen  ganz  weg. 

Das  zweite  Stück  trägt  die  Aufschrift:  abschied  der  chur-  und  fursten, 
80  zum  Neuenschloss  selbst  personlich  beisamen  gewesen  seien.  Das  ist 
deutlich.  Dr.  IV.  sagt  aber  statt  dessen:  „Hz.  Moriz'  Bericht.  Gemeinsame 
Beschlüsse**,  woraus  niemand  sieht,  dass  es  sich  um  den  offiziellen  Abschied 
handelt.  Was  berechtigt  zu  dieser  willkürlichen  Aenderung?  Weshalb 
wird  das  Stück  am  Schluss  völlig  falsch  für  eine  „protokollar.  Aufzeich- 
nung** ausgegeben?  Beim  9.  Punkt  wird  ohne  jeden  Grund  nach  der  Er- 
klärung des  Eurf.  Moriz  weggelassen:  „weitere  Irrungen  zwischen  Stiften 
und  Grafen  in  Westphalen  kenne  er  nicht.  Trier  und  Jülich  sollen  sich 
erkundigen,  und  wenn  die  Parteien  es  zulassen,  gütliche  Unterhandlung 
vornehmen.**  Dies  ist  nicht  weniger  wichtig  als  alles  andere.  Das  Auf- 
fallendste ist  der  Schluss;  hier  ist  die  Jahreszahl  ganz  schön  und  deutlich 
ausgeschrieben:  im  funfzehenhundertunddreiundfünfzigstenjam.  Dr.  IV.  sagt 
„1552  [!]*'.  Nun  hat  dieses  !  üblicherweise  den  Zweck,  dem  Benutzer  zu 
sagen,  dass  die  Vorlage  trotz  aller  Bedenken  wirklich  so  schreibe;  kann 
also  vernünftigerweise  nur  angesichts  der  Vorlage  gesetzt  werden.  In  un- 
serem Falle  dagegen  kann  es  sich  nur  um  einen  groben  Missbrauch  dieses 
Editionsmittels  handeln. 

n.  Dr.  IV,  551  giebt  ein  sehr  wichtiges,  bisher  nicht  gedrucktes  Pro- 
tokoll über  die  ersten  Beratungen  des  Fürstenrates  auf  dem  Reichstag  von 
1565.    Die  Vorlage  habe  ich  nicht  gesehen^;  sie  scheint  schlecht  geschrieben 


^  Ich  wähle  absichtlich  ein  solches  Stück,  um  zu  zeigen,  dass  sich 
wenigstens  einige  der  gröbsten  Fehler  vermeiden  lassen. 


312  Nachrichten  und  Notizen  n. 

zu  sein,  weshalb  der  Text  von  Dr.  lY.  zu  zahllosen  Bedenken  Anlass  giebt. 
Umsomehr  Grund  zur  Sorgfalt  für  den  Herausgeber.  Allein  schon  die 
Daten,  Febr.  20  und  22,  sind  falsch.  Im  ersten  Votum  Salzburgs  ist  von 
dem  ,,auf  Invokavit  nach  Frankfurt  anberaumten  Tag'*  die  Rede;  eine 
geringe  Kenntnis  jener  Zeit  genügt,  um  mit  Bestimmtheit  sagen  zu  können, 
dass  es  sich  um  den  in  Frankfurt  im  Nov.  1554  festgesetzten  Kreistag 
handelt,  welcher  an  Invokavit  stattfinden  sollte.  —  Ganz  neu  ist  der  Ab- 
stimmungsmodus  bei  Dr.  IV.  In  der  ersten  Umfrage  stellt  Oesterreich  zu- 
nächst den  Antrag,  durch  Ausschuss  zu  verhandeln,  ob  man  vorgehen  solle; 
nachher  erscheint  Oesterreich  noch  einmal,  um  sein  placet  zu  eben  diesem 
Antrag  auszusprechen,  in  ein  und  derselben  Umfrage,  an  einem  Platze,  wo 
Oesterreich  gar  nichts  zu  sagen  hat.  Offenbar  ist  das  augsburgische  Placet 
zum  österreichischen  Antrag  als  neues  österreichisches  Votmn  aufgefasst 
worden.  In  der  zweiten  Umfrage  hat  Wirtemberg  die  Ehre,  zweimal  zu 
stimmen,  macht  aber  schlechten  Gebrauch  davon;  denn  es  stimmt  in  ein 
und  derselben  Umfrage  ganz  entgegengesetzt,  zudem  an  ganz  ungehöriger 
Stelle,  dazu  zwischen  zwei  Weltlichen,  sodass  deren  drei  nebeneinander 
sind;  und  es  wird  doch  alternierend  abgestimmt.  Alles  das  genügt  nicht, 
um  den  Herausgeber  zu  einer  Note  zu  veranlassen,  vielweniger  zu  der  Er- 
kenntnis, dass  er  hier  offenbar  Wirtemberg  das  zweite  Mal  mit  Würzbuig 
verwechselt  hat.  —  Schliesslich  folgt  ein  Stück  Protokoll,  das  vom  Heraus- 
geber als  das  des  4.  März  bezeichnet  wird.  Man  müht  sich  ab,  um  damit 
zurecht  zu  kommen;  allein  die  Präsenzliste  stimmt  nicht,  der  Inhalt  der 
Beratungen  noch  viel  weniger,  die  ganze  Situation  ist  nicht  die  des  März; 
da  geht  ein  Licht  auf:  es  ist  das  Protokoll  des  7.  Februar,  das  fälschlich 
in  den  März  verpflanzt  ist.  —  Nur  bei  völliger  Unkenntnis  eines  Reichstages 
überhaupt  und  des  Reichstages  von  1555  im  besonderen  ist  es  möglich, 
ein  solches  Stück  in  so  ganz  unbrauchbarer  Weise  herauszugeben. 

m.  Dr.  IV,  598  giebt  den  Entwurf  des  Fürstenrates  zum  Religions- 
frieden im  Wortlaut;  das  Stück  ist  nur  einmal,  1631,  schlecht  gedruckt, 
und  doch  ist  es  für  die  Verhandlungen  in  Augsburg  von  grösster  Wich- 
tigkeit. Der  Entwurf  hat  bis  zu  seinem  Austausch  mit  dem  kurfl.  Rate 
am  24.  April  5  innerhalb  des  Fürstenrates  ausgetauschte  Vorentwürfe  hinter 
sich,  erst  der  6.  wird  den  Kff.  übergeben;  von  diesen  sechs  Entwürfen 
kennt  Dr.  IV.  nur  zwei;  gedruckt  wird  nicht  etwa  der  letzte,  zum  Austausch 
gelangte,  sondern  der  Entwurf  des  5.  April,  dieser  aber  dann  irrtümlich 
als  „Schlussredaktion"  bezeichnet.  Bei  einem  der  Entwürfe  wird  behauptet, 
er  sei  vom  Kardl.  Augsburg  an  Kg.  Ferdinand  geschickt  worden,  die  doch 
zunächst  beide  in  Augsburg  beisammen  sind;  offenbar  sind  wieder  einmal 
Kaiser  und  König  verwechselt,  was  ein  Lieblingsfehler  des  Buches  ist.  Nach 
einer  solchen  Einleitung  ist  es  nicht  verwunderlich,  wenn  auch  der  Ent- 
wurf selbst  mit  ungefähr  13  zum  Teil  sehr  schweren  Fehlem  zum  Abdruck 
gelangt;  es  sind  folgende:  1)  §  1  Z.  6;  als  uf  jungst  zu  Passau  anno  52 
gehaltenen  tagen,  statt:  als  auch  auf  jungst  zu  P.  anno  52  gehaltenem  tage. 

2)  §  8  Z.  8  fehlt  nach  bestellen:  oder  zu  versehen  und  zu  bestellen  gestatten. 

3)  §  10  Z.  3  lehenschaften  und  kirchensatz  statt  lehenschaften  oder  kirchensats. 

4)  Ebenda  Z.  14  ist  zu  lesen:  so  mögen  dieselben  stand,  solche  Unrichtigkeit 


Nachrichten  und  Notizen  11.  313 

zu  furkommen.  6)  Z.  15:  um  die  kirchliche  Einheit  ihres  Gebietes  trotz  §  10 
zu  wahren,  werden  die  Stände  unt.  and.  auf  den  Weg  der  transaction  ver- 
wiesen; Dr.  rV  macht  daraus:  translation,  was  etwas  ganz  anderes  ist. 
6)  §  12  Abs.  3  Z.  1 :  Jurisdiction  und  was  der  von  rechtswegen  anhängig  ist, 
statt:  Jurisdiction  und  chrisam,  auch  was  denen  ...  7)  Ebenda  Z.  4  fiF. 
dergleichen  auch  die  klöster,  pfarren,  spital,  andere  pfründen,  heiigen  und 
sonst  gestiften  geistlichen  gefeilen,  statt:  dergleichen  auch  der  klöster, 
pfarren,  spital,  anderer  pfründen  heiigen  .  .  .  gefellen.  8)  Abs.  4  Z.  1  auch 
statt  aber.  9)  S.  640  Z.  1  f .  ist  völlig  sinnlos;  und  die  hauptsach  (das  ist 
umb  eigentumb,  wem  solche  Jurisdiction)  anders  nit  dan  sampt  und  neben 
der  strittigen  religion  .  .  .  ausgetragen  werden;  statt:  und  die  hauptsach 
(das  ist  umb  das  eigentumb,  wem  solche  Jurisdiction  von  rechtz  wegen  ge- 
büre  und  wie  weit  sich  die  erstrecke)  sampt  und  neben  der  strittigen  re- 
ligion .  .  .  ausgetragen  werden.  10)  Ebenda  Z.  6  f.:  streit  oder  irrung  statt: 
streit,  irrung  oder  gebrechen.  11)  §  16  Z.  3:  schütz  und  schirm  statt:  schütz 
oder  schirm.  12)  S.  641  Z.  8  irer  religionen  wegen,  statt :  irer  religion  wegen. 
13)  §  17  Z.  4:  die  Bischöfe  verwahren  ihr  Gewissen,  wollen  aber  in  dem 
andern  kai.  mt.  und  uns  kein  mas  oder  Ordnung  gegeben  haben,  (sondern 
dem  kais.  und  kgl.  Befehl  gehorchen).  In  Wirklichkeit  heisst  es :  sie  wollen 
aber  in  demselben  kai.  mt.  und  uns  .  .  .  (gehorchen).  —  In  diesen  Ab- 
weichungen stimmen  die  Passauer,  die  Mainzer  und  mehrere  wirtembergiscbe 
Abschriften  des  Entwurfs  überein.  Ich  weise  darauf  hin,  dass  der  13.  Fehler 
allein  genügt,  um  den  ganzen  Inhalt  des  Religionsfriedens  über  den  Haufen 
zu  werfen;  dass  auch  der  2.,  5.,  6.,  7.  und  9.  Fehler  den  Sinn  wesentlich 
beeinflussen.  Und  nun  stelle  man  sich  vor,  ein  solcher  Abdruck  soll  die 
Grundlage  bilden  für  Verhandlungen,  in  welchen  man  sich  Tage  lang  um 
kleine  Worte,  wie  um  die  Setzung  von  „oder"  statt  „und* ,  und  um  die 
Verstärkung  der  Präposition  „samt^^  zu  „samt  und  mit"  herumgestritteu 
hat.  Eine  solche  Edition  soll  am  Ende  des  19.  Jahrhunderts  (1896)  noch 
einen  wissenschaftlichen  Wert  beanspruchen  können?  Ich  wiederhole:  die 
soeben  gezeigte  Arbeitsweise  zieht  sich  durch  das  ganze  Buch  und  ich 
habe  nie  eine  Aktenbüschel  gefunden,  die  wesentlich  anders  behandelt 
wäre.  Ueberall  reiht  sich  Fehler  an  Fehler;  manchmal  sind  sie  leicht  zu 
erkennen,  so  wenn  z.  B.  (nr.  688)  zu  einem  Konvent  der  Protestanten  auch 
die  Stadt  Straubing  (!)  eingeladen  wird;  die  meisten  aber,  besonders  die 
vielen  Datierungsfehler,  sind  ohne  Zurückgreifen  in  die  Archive  nicht  mit 
Sicherheit  zu  verbessern.  Eben  deswegen  ist  das  Buch  nicht  bloss  wertlos, 
sondern  eine  schwere  Schädigung  unserer  Wissenschaft.  ^ 

Tübingen.  Viktor  Ernst. 

Antwort  des  Beferenten. 

Auf  Vorstehendes  entgegnet  Ref.  in  Kürze,  darin  dem  Wunsche  der 
Redaktion  nachkommend,  folgendes: 

E.s  Urteil  über  Dr.  IV.  vnirde  in  der  Besprechung  im  vorigen  Jahr- 
gang S.  680  wiedergegeben.    Zur  Vergleichung  beider  Werke  seien  einige 


'  Vgl.  jetzt  auch  Württembergische  Vierteljahrshefte  N.  F.  XI,  S.  249  tf. 


314  Nachrichten  und  Notizen  II. 

Nummern  her&uBgegriSen^  wobei  aber  aundrücklich  hervorgehoben   werden 
soll,  dasB  diese  Liste  sich  noch  vermehren  läset. 

1)  E.  3  =  Dr.  8,  1.  Teil.  E.  bemerkt  dazu:  fehlerhafter  Auszug  bei  Dr. 
Das  dort  Gegebene  genügt  aber  recht  wohl,  ja  es  ist  insofern  besser  als 
es  grösstenteils  wörtlich  wiedergegeben  ist. 

2)  E.  19  =  Dr.  18.  E.  sagt:  vgl.  Dr.  18;  dieser  ist  mit  Ausnahme 
eines  Wortes  vollkommen  genügend,  er  bietet  sogar  mehr  als  E. 

3)  E.  21  »  Dr.  19.  E.  bezeichnet  Dr.  als  fehlerhaft.  Ref.  kann  Brandi 
nur  beistimmen,  wenn  er  sich  dagegen  verwahrt.  Der  Lapsus  mit  „Kai. 
Mt.^^  konnte  doch  keinem  denkenden  Benutzer  entgehen,  sonst  liest  £. 
noch  (wohl  richtiger)  thetlichs  statt  schetlichs,  was  aber  sachlich  wenig 
ausmacht;  dagegen  hat  Dr.  noch  einen  Satz  mehr.  Jedenfalls  genügt  das 
nicht,  um  einen  nochmaligen  Abdruck  in  aller  Breite  zu  rechtfertigen. 

4)  E.  31  =  Dr.  25.  E.,  der  nach  dem  Concept  arbeitet,  sagt  nur:  vgl. 
Dr.  26.    Die  Dr.sche  Wiedergabe  nach  dem  Originale  ist  genügend. 

5)  E.  41  =  Dr.  37.  Letzterer  erhält  das  Prädikat  „fehlerhaft"',  dem 
Ref.  erscheint  der  Auszug  als  hinlänglich. 

6)  E.  317  =  Dr.  239;  E.  386  =  Dr.  300;  E.  730  =  Dr.  467.  E.  sagt 
dazu:  vgl.  Dr.  oder  Auszug  bei  Dr.;  die  Nrn.  sind  aber  ganz  genügend  u.  s.  w. 

Was  die  von  E.  oben  angeführten  Beispiele  anlangt,  so  hätten  die  Ver- 
besserungen zu  1)  einfach  ruhig  abgedruckt  werden  sollen,  Ref.  vermag 
nicht  einzusehen,  warum  das  mit  solchem  Lärm  und  grossem  Geschrei 
gerade  geschehen  musste!  Bei  2)  und  3)  übersieht  E.  in  seinem  Eifer, 
dem  Gegner  etwas  am  Zeuge  zu  flicken,  dass  Brandi  selbst  schon  (vgl. 
Vorrede  S.  VIII)  implicite  dessen  Verbesserungsfahigkeit  anerkannt  hat 
Brandi  wird  sich  also  gewiss  nur  freuen,  wenn  das  geschieht;  die  AusfäUe 
hätte  E.  sich  biUig  sparen  können. 

Zum  Schluss  verweist  Ref.  noch  auf  die  neueste  Besprechung  hin, 
welche  E.s  Buch  und  sein  Vorgehen  gegen  Dr.  gefunden  haben.  Sie  steht 
in  den  G.  G.  A.  Jahrg.  1902,  nr.  1  und  entstammt  der  Feder  des  Münchner 
Privatdozenten  Dr.  Goetz.  Ref.  möchte  es  bezweifeln,  ob  E.  nach  der 
Lektüre  dieser  eingehenden  und  sachlichen  Rezension  noch  immer  von  der 
Ueberzeugung  durchdrungen  sein  wird,  dass  sein  Werk  so  turmhoch  über 
dem  steht,  was  Dr.-Br.,  letzterer  unter  erschwerten  Umständen,  geleistet 
haben;  jedenfalls  vermag  er  E.s  Ansicht,  dass  deren  „Buch  nicht  bloss 
wertlos,  sondern  eine  schwere  Schädigung  unserer  Wissenschaft"'  sei,  nicht 
zu  teilen. 

Weimar.  Treffti. 


315 


Politisclie  Geschichte  und  Sprachgeschichte 

von 

Otto  Bremer. 

Unter  dem  Titel  ^^Ethnographie  und  Dialektwissenschaft'^  hat 
Ferdinand  Wrede  in  der  Hist.  Zeitschrift  88^  22  ff.  einen  Aufsatz 
veröffentlicht;  in  welchem  er  Stellung  nimmt  zu  der  in  meiner 
^^Ethnographie  der  germanischen  Stämme^^  gelegentlich  gestreiften 
Frage;  wie  weit  die  gegenwärtige  Ausbreitung  mundartlicher  Er- 
scheinungen ältere  politische  Grenzen  wiederspiegelt.  Nach  Wredes 
Ausführungen  könnte  es  scheinen  ^  als  hätte  ich  mich  bei  der 
Beurteilung  der  älteren  ethnographischen  Verhältnisse  wesentlich 
durch  diesen  Gesichtspunkt  leiten  lassen:  in  Wirklichkeit  betrifft 
Wredes  Polemik  noch  nicht  drei  von  den  XTT,  216  Seiten  meines 
Buches^  und  zwar  ausschliesslich  Einzelheiten^  welche  meine  Dar- 
stellung in  keiner  Weise  beeinfiusst  haben;  wie  ich  denn  überhaupt 
stets  die  Sprache  nur  zur  Ergänzung  der  historischen  Zeugnisse 
herbeigezogen  habe.'    Die  Beschränkung  Wredes  auf  jene  wenigen 

»  S.  871  6  Zeilen,  S.  872  11  Zeilen,  S.  896/897  4  Zeilen,  %  von  S.  898 
und  7  Zeilen  von  S.  899,  S.  916  die  ersten  6  Zeilen,  S.  925  2  Zeilen,  S.  926 
und  y,  von  S.  927  —  ich  citiere  nach  den  Seiten  von  Panls  Grundriss, 
nicht  nach  denen  der  Sonderansgabe  meiner  Ethnographie.  Anf  Grund  einer 
Kritik  dieser  8  Seiten  glaubt  Wrede  sich  herausnehmen  zu  dürfen,  ja  es 
als  die  Pflicht  des  Mitarbeiters  an  Wenkers  Sprachatlas  hinstellen  zu  sollen, 
vor  meiner  Ethnographie  „speciell  fOr  die  Historiker  eine  Warnungstafel 
zu  errichten"!  —  Zu  der  Kritik  R.  Muchs,  Dt.  Littztg.  1902,  482  ff.,  Stellung 
zu  nehmen,  habe  ich  keinen  Anlass:  eine  Anzeige,  die  sich  lediglich  auf 
das  Herausgreifen  von  drei  Hypothesen  beschränkt,  ist  keine  Kritik  eines 
Buches,  welches  Much  selbst  (Deutsche  Stammeskunde,  S.  6)  als  „die  einzig 
neuere,  den  ganzen  Stoff  systematisch  behandelnde  Arbeit**  bezeichnet  hat. 
'  Das  gUt  auch  fOr  die  ethnographische  Stellung,  die  ich  den  Lango* 
barden  zuweise.  Wrede  S.  83  f:  „Es  ist  interessant  und  führt  zu  neuen 
üeberraachungen,  hierüber  bei  Bremer  nachzuschlagen."  n^^^^&g^  °^fti^  Bremer 
nach  dem  Gkunde  jener  Gruppierung,  dann  liegt  er  in  der  den  Schwaben- 
Alemannen,  Thüringern,  Baiem,  Langobarden  gemeinsamen  hochdeutschen 
Hirtor.  Yierte^alineliiift  IMS.  8.  23 


316  Otto  Bremer. 

Einzelheiten  ist  um  so  mehr  zu  bedauern^  als  ich  meine  Aoffassung 
sowohl  der  heutigen  wie  der  älteren  Mundarten  als  Ergebnisse  der 
früheren  politischen  Verhältnisse  in  meinem  Buche  eingehender  dar- 
gelegt und  begründet  habe.^ 

I. 

Ich  will  vorerst  auf  die  von  Wrede  gegen  mich  ins  Feld 
geführten  mundartlichen  Einzelfälle  näher  eingehen  und  will  mich 
bemühen^  diese  rein  sprachlichen  Dinge  in  einer  auch  für  Histo- 
riker verständlichen  Weise  darzustellen. 

1.  Ich  glaube  in  meinem  Buche  nachgewiesen  zu  haben,  dass 
Westfalen  zu  Beginn  unserer  Zeitrechnung  von  istraiwischen 
Stämmen  bewohnt  war,  d.  h.  von  Stämmen,  die,  soweit  sie  ihre 
politische  Selbständigkeit  bewahrten,  nachmals  unter  dem  Namen 
der  Franken  auftreten.  Diejenigen,  welche  in  Westfalen  sitzen 
blieben,  sind  von  den  Sachsen  unterworfen  worden.  Ich  habe 
zum   Schluss   der   Behandlung   dieses    Gegenstandes    S.  872    die 

Lantverschiebmig/*  Diese  unrichtige  Angabe  erklärt  sich  folgendermassen: 
Wrede  hat  in  meinem  Buche  unter  ,  J/angobarden**  nachgeBchlagen  und  bei 
mir  auf  S.  949  gefanden :  ,,Über  die  Zugehörigkeit  der  Langobarden  su  den 
swebischen  Stämmen  s.  oben  §  217/'  In  §  217  ist  allerdings  von  der  Laut- 
verschiebung die  Rede.  Aber  217  ist  ein  Druckfehler  für  214.  l^tte  Wrede 
sich  nicht  damit  begnügt  eine  Einzelheit  ,,nachzu8chlagen",  sondern  meine 
Darstellung  im  Zusammenhang  gelesen ,  so  würde  es  ihm  schwerlich  ent- 
gangen sein,  dass  ich  vorher  in  §  214  die  ethnographische  SteUnng  der 
Langobarden  nicht  auf  Grund  der  Lautverschiebung  bestünmt  habe  sondefn 
auf  Grund  der  Zeugnisse  des  Strabon,  Tacitus  und  Ptolemaios.  Wenn  Wrede 
a.  a.  0.  sagt,  ,,dass  Müllenhoff*'  die  Zugehörigkeit  der  Langobarden  zu 
den  Ingwäonen  ,,schon  vor  mehr  als  fCUifzig  Jahren  erkannt  haV^  so  be- 
merke ich:  Müllenhoff  hat,  was  er  1844  ,,erkannt*'  hat,  ULngst  zurückge- 
nommen und  zählte  bereits  1847  die  Langobarden  wahrscheinlich  zu  den 
Herminonen,  wie  Wrede  in  dem  Register  zu  Müllenhoffs  Deutscher  Altertomft- 
künde  IV  leicht  hätte  nachschlagen  können  —  fireilich  bei  Brückner,  den 
er  allein  nachgeschlagen,  steht  nur  das  Citat  von  1844.  —  Ebenso  ist  es 
falsch,  wenn  Wrede  S.  24  es  so  darstellt,  als  hätte  ich  eine  besondere 
Gruppe  Moselfranken  auf  Grund  der  Mundart  konstruiert.  Bei  mir  steht 
auf  S.  908:  „Es  ist  geboten  unter  diesem  Namen  diejenigen  fifänkischen 
Stämme  zusammenzufassen,  welche  . . .  zwar  mit  den  ripwarisohen  Franken 
von  Alters  her  auft  engste  zusammengehören  und  zum  Teil  von  ihnen  am- 
gegangen  sind,  aber  dennoch  nicht  an  der  Konstituierung  der  ripwarischen 
civitas  beteiligt  waren.*^  Erst  dann,  also  in  zweiter  Instanz  reditfeiÜge 
ich  die  Sonderstellung  der  Moselfranken  auch  durch  ihre  Si^racke. 

»  Vgl.  S.  749f.,  763,  811f.,  816,  821  f.,  828—880,  887,  840—848,  861—866, 
871  f.,  876,  887,  890f,  894,  896—901,  908f,  916—918,  926—927  und  944. 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  317 

Frage  aufgeworfen^  ob  sich  yielleicht  in  den  westfälischen  Mund- 
arten noch  Spuren  von  Eigentümlichkeiten  finden^  die  in  jenem 
Sinne  als  frankisch  anzusprechen  wären.  Die  Fragestellung  an 
sich  ist,  auch  wenn  die  Antwort  negativ  ausfallen  sollte,  gewiss 
berechtigt;  denn  wir  kennen  ähnliche  Fälle.  So  sind  z.  B.  die 
niederdeutschen  Wörter  Süden  und  Gos  (Gans)  Reste  einer  anglo- 
friesischen  Mundart,  die  früher  in  Niederdeutschland  heimisch 
war^;  oder  die  pfälzische  Mundart  weist  Eigentümlichkeiten  auf, 
welche  auf  die  Alamannen,  also  auf  die  Zeit  vor  dem  Jahre  506 
zurückweisen.  So  habe  ich  denn  zwei  Eigentümlichkeiten  west- 
fälischer Mundarten  namhaft  gemacht,  die  vielleicht  als  fränkisch 
in  jenem  Sinne  aufgefjBiSst  werden  können.  Die  Diphthongierung 
von  i  und  ü  za  ei  und  ou  vor  Vokal  und  ebenso  6-  für  unbe- 
tontes iv-  findet  sich  sonst  im  Niederdeutschen  nicht  ausser  in 
West&len,  und  beide  Eigentümlichkeiten  kommen  in  fränkischen 
Mundarten  vor,  die  erste  allgemein,  die  zweite  nur  strichweise. 
Es  folgt  daraus  zwar  nicht  die  Notwendigkeit,  wohl  aber  die 
Möglichkeit  einer  ErMärung  in  meinem  Sinne. 

Der  erste  FaU,  bemerkt  Wrede  S.  28,  finde  sich  auch  im 
Alamannischen.  Ich  füge  hinzu,  auch  im  Friesischen,  Nieder- 
hessischen und  Thüringischen  und  (für  die  Zeit  vor  der  neuhoch- 
deutschen Diphthongierung)  im  Hochdeutschen  überhaupt.  Die 
Diphthoniriemnir  vor  Vokal  ist  also  den  Franken  und  den  hoch- 
de;tsch^StZien  gemeinsam.  Die  Annahme  liegt  müie,  dass 
diese  letztere  Diphthongierung  in  Westfalen  nicht  von  der  frän- 
kisch-hochdeutschen zu  trennen  ist,  und  da  eine  alamannische 
Urbevölkerung  Westfalens  nicht  in  Frage  kommt,  auf  jene  frän- 
kische zurückzuführen  ist.  Wrede  hält  diese  Annahme  nicht  für 
unmöglich:  „es  bleibt  sehr  die  Frage,  ob  solche  westfälischen 
Ä,  ou  mit  den  frunkischen  überhaupt  etwas  zu  thun  haben'^  Er 
weiss  dag^en  nur  einzuwenden:  a)  die  Erscheinung  komme  auch 
im  Alamannischen  vor;  b)  sie  sei  „im  Niederdeutschen  recht  jung 
und  noch  nicht  einmal  mittelniederdeutsch'^  —  Wrede  scheint 
nicht  viele  mndd.  Texte  gelesen  zu  haben:  ei  und  ou  ist  bekannt- 
lich zur  Genüge  belegt';  c)  „endlich  ist  das  Problem  überhaupt 
noch  nicht  spruchreif^! 

^  Bei  mir  S.  866. 

'  In  Lübbens  lOttelndd.  Gramm,  steht  aUerdings  nichts   von  diesen 
Diphthongen. 

23* 


318  Otto  Bremer. 

Zum  zweiten  Fall  sagt  Wrede  a.  a.  0.:  y,6remer  yerschweigt, 
dass  es  sich  um  das  w-  im  Fragepronomen  handelt,  das  bekanni- 
lich  auf  altes  hw-  zurückgeht/'  Wredes  Hypothese ,  dass  der  in 
Frage  stehende  Übergang  von  tr  zu  6  an  altes  hw  gebunden  sei, 
habe  ich  in  meinen  Wrede  wohlbekannten  ,,6eiträgen  zur  Geo- 
graphie der  deutschen  Mundarten^'  S.  45  abgelehnt,  unter  Berufung 
auf  Wachholder.^    Wrede  „verschweigt*'  das. 

2.  Ich  habe  S.  895  ff.  den  historischen  Belegen  für  die  Be- 
teiligung Yon  Niederfranken  an  der  Kolonisation  von  Nordost- 
deutschland mundartliche  Belege  hinzugefügt,  zunächst  für  Meck- 
lenburg-Vorpommern. Hier  „weist  die  für  Ostniederdeutschland 
charakteristische  Pluralendung  des  Verbums  auf  -n  (gegenüber 
sächsischem  -t),  die  Erhaltung  des  n  in  uns,  das  sporadische 
j-  <  g-  und  der  früher  weiter  verbreitete  Lautwandel  des  inter- 
Yokalischen  d  zu  j  auf  jene  sporadischen  niederländischen  Ele- 
mente hin."  —  Wrede  wendet  S.  29  ein: 

a)  Die  Pluralendung  auf  -n  sei  auch  hochdeutsch  und  deshalb 
bleibe  meine  ZurückfÜhrung  „gerade  auf  niederfninkische  Kolo- 
nisten nichts  als  eine  petitio  principii".  In  Mecklenburg -Vor- 
pommern wird  plattdeutsch  gesprochen,  und  von  hochdeutschen 
Kolonisten  wissen  wir  nichts.  Ich  glaube  Wrede  recht  zu  yer- 
stehen:  wenn  etwa  in  den  Indianersprachen  eine  Pluralendung 
auf  -n  vorkäme,  so  würde  es  an  sich  auch  möglich  sein,  dass 
die  Mecklenburger  diese  Endung  Ton  den  Indianern  hätten,  ge- 
setzt, dass  wir  über  die  Geschichte  gar  nichts  wüssten.  Es  ist 
richtig,  wenn  sich  in  zwei  Sprachen  oder  Mundarten  die  gleiche 
Erscheinung  findet,  so  können  wir,  wenn  wir  ausschliesslich  diese 
Einzelheit  für  sich  betrachten,  keinerlei  historische  Folgerungen 
ziehen.  Die  Endimg  auf  -n  ist  hochdeutsch,  niederländisch  und 
z.  T.  plattdeutsch.  Ich  erkläre  sie  für  Mecklenburg -Vorpommern 
als  niederländischer  Herkunft',  weil  wir  historische  Zeugnisse  für 
niederländische   Kolonisten  haben   und   weil   es   sich   um   nieder- 


^  Ich  füge  das  Wort  wM  (got.  toaüa)  hinzu. 

'  So  will  ich  es  der  Kürze  halber  bezeichnen.  In  Wirklichkeit  geht 
im  Altmecklenborgischen  -et  neben  -en  her,  und  der  Sieg  letzterer  Endung 
würde  sich  auch  innersprachlich  erklären  lassen.  Wenn  ich  glaube,  dass 
die  niederländischen  Kolonisten  einen  Anteil  an  dem  Durchdringen  dieser 
Endung  haben,  so  geschieht  das  aus  der  Erwägung,  dass  das  -n  eine  Eigen- 
tümlichkeit der  niederdeutschen  Mundarten  des  kolonisierten  Ostens  ist. 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  319 

deutsche  Sprache  handelt.  Gesetzt  ^  es  würde  hier  hochdeutsch 
gesprochen,  so  würde  ich  zweifellos  jene  Endung  für  hochdeutschen 
Ursprungs  halten.  An  sich  besagt  die  Endung  nichts,  darin  hat 
Wrede  ganz  recht. 

b)  ,,Direkt  bestreite  ich  ihm  die  niederfränkische  Herkunft 
des  n  im  mecklenburgischen  u.  s.  w.  uns,  wo  die  kartographische 
Kombination  weiterer  Paradigmen  yielmehr  auf  schriftdeutschen 
EinfluBS  deutet'',  weil  nämlich  die  andern  Wörter  mit  ns,  welche 
Wenkers  Sprachatlas  verzeichnet,  Ausfall  des  n  aufweisen. 
Die  „weiteren  Paradigmen"  sind  die  Wörter  Gänse  und  unser,  von 
denen  letzteres  wie  uns  behandelt  wird.  Das  ist  die  ganze  „karto- 
graphische Kombination''!  Wredes  Deutung  auf  schriffcdeutschen 
Einfluss  verbieten  die  Wrede  offenbar  nicht  gegenwärtigen  mittel- 
niederdeutschen Belege  uns,  unse.^ 

c)  „Das  sporadische  j  statt  g  kann  von  dem  südlicheren,  in 
der  Mark  Brandenburg  herrschenden,  kaum  getrennt  werden  und 
ist  dann  ganz  anders  zu  erklären."  Wie,  das  sagt  Wrede  leider 
nicht.*  Ich  habe  S.  898  auch  das  brandenburgische  j-  als  nieder- 
rheinisch erklärt. 

d)  „Eher,  aber  auch  nicht  zwingend,  ist  bei  dem  intervoka- 
lischen  j  statt  d  an  den  Niederrhein  zu  denken." 

Und  da  behauptet  Wrede  S.  27  leichthin:  „Auch  nicht  ein 
einziges"  meiner  dialektischen  Kriterien  „hält  unbefangener  Be- 
urteilung Stand!  Die  Anklage  ist  schwer,  der  Beweis  um  so 
leichter". 

3.  Noch  leichter  hat  sich  Wrede  den  Beweis  seiner  schweren 
Anklage  gemacht  für  meine  13  niederfränkischen  Kriterien  der 
brandenburger  Mundart.  Wredes  Beweis  S.  30  lautet:  „nun  folgt 
wieder  eine  ganze  Liste  angeblicher  Kriterien,  die  samt  und  son- 
ders von  gleichem  Gewicht  sind  wie  die  oben  fiir  die  Küsten- 
mundarten charakterisierten,  die  vielmehr  auf  ganz  andere  Deu- 
tung hinweisen',  ohne  dass  ich  hier  mit  ihrer  Aufzählung  ermüden 

*  Vgl.  z.  B.  Nerger,  Grammatik  des  meklenb.  Dialektes,  §  67. 144. 146; 
Tümpel,  Niederdeutsche  Studien,  S.  96 ff.  —  Übrigens  hat  Wrede  selbst 
(Anz.  f.  deutsches  Alt.  18,  406)  für  die  Erhaltung  von  ns  in  dem  Worte 
G^mse  „die  zahlreichen  holländischen  Colonisten*'  herbeigezogen. 

'  Doch  vgl.  die  folgende  Note. 

*  „Vgl.  z.  B.  Zeitschr.  f.  deutsch.  Altert.  43,  341''.  —  Daselbst  ist  von 
meinen  Kriterien  auch  nicht  ein  einziges  behandelt.  Dafür  aber  erklärt 
Wrede  hier  das  brandenburgische  (übrigens  auch  niederrheinische)  det  (das) 


320  ^*^o  Bremer. 

will.  Was  Bremer  dort  „über  die  Herkunft  dieser  Flaminger^ 
j^instweilen"  ausführt,  ist  vom  Standpunkte  unserer  heutigen 
nüchternen  Forschung  einfach  unerträglich."  Weshalb,  darüber 
schweigt  sich  Wrede  völlig  aus.  Und  nun  folgt  „ein  kleines 
Gegenmanöver^'  Wredes:  im  nördlichen  Niederdeutschen  ist  -e 
abgefallen,  im  südlichen  erhalten;  Abfall  des  -e  findet  sich  auch 
am  Niederrhein  —  „also  vice  versa!''  Weiss  denn  Wrede  wirklich 
weder,  dass  jener  ndd.  Abfall  des  -e  eine  ganz  moderne  Erschei- 
nung ist,  noch,  dass  die  niederländischen  Mundarten  —  freilich, 
darüber  sagt  Wenkers  Sprachatlas  nichts  aus  —  zum  Teil  das  -e 
erhalten  haben? 

4.  Das  ist  alles,  was  Wrede  gegen  meine  dialektischen  Kri- 
terien anzuführen  weiss,  dass  „auch  nicht  ein  einziges"  Stand 
halte.'     Für   die   von    ihm   nicht  besprochenen   begnügt  er   sich 

willkürlich  via  Anhalt  aus  dem  Friesischen!  Offenbar  meint  Wrede, 
auch  meine  13  Kriterien  seien  aus  dem  Friesischen  zn  deuten.  Der  Ber- 
liner Tonfall,  MO  für  germ.  au,  j-  far  g-^  Schwund  des  intervokaliscben  g 
und  6,  Erhaltung  des  n  vor  s,  ng  für  nd  friesisch !  —  Übrigens  ist  Wredes 
Erklärung  des  brandenburgischen  det  aus  dem  Friesischen  eine  Master- 
leistung. Der  Sachverhalt  ist  der:  Im  Fries,  erscheint  jedes  kurze  a  in 
geschlossener  Silbe  normalerweise  als  e:  nicht  nur  det  (das),  sondern  auch 
gles  (Glas),  gref  (Grab),  sek  (Sack)  u.  s.  w.  In  der  Mark  Brandenburg  er- 
scheint e  für  a  nur  in  dem  einen  Worte  det,  sonst  ist  stets  a  erhalten. 
Das  Gleiche  gilt  für  den  Niederrhein.  Daraus  folgt,  dass  das  brandenbg. 
det  vom  Niederrhein  stammt  und  nicht  aus  Friesland.  Wredes  FehUchlofls 
ist  entweder  ein  methodischer,  oder  er  beruht  auf  seiner  Unkenntnis  der 
friesischen  Mundart:  die  Karte  des  Sprachatlas  war  zur  Zeit  vielleicht  noch 
nicht  fertig  gestellt,  und  Wredes  mundartliche  Kenntnisse  reichen  über  das 
Material  des  Sprachatlas  nicht  hinaus. 

^  Im  übrigen  giebt  er  nur  noch  S.  31  „ein  Beispiel*^  für  meine  Un- 
kenntnis „dialektgeographischer  Thatsachen'S  Ich  habe  S.  916  gesagt:  „Die 
niederhessische  Mundart  hebt  sich  von  den  nassauisch -wetteranisch- ober- 
hessischen Mundarten  scharf  ab,  besonders  durch^^  —  es  folgen  6  bezeich- 
nende Merkmale.  Meine  Angabe  ist  durchaus  richtig.  Es  besteht  in  der 
That  ein  derartiger  scharf  ausgeprägter  Gegensatz.  Wrede,  dessen  Gesichts- 
kreis auf  Wenkers  Sprachatlas  beschränkt  ist,  kann  sich  unter  „scharf  ab- 
heben^^  nichts  anderes  vorstellen  als  eine  haarscharfe  Atlas-Linie.  Obgleich 
ich  selbst  in  meinen  „Beiträgen  zur  Geographie  der  deutschen  Mundarten'* 
S.  60  f.  und  196  f.  die  betreffenden  Linien  zum  Teil  dargestellt  habe,  belehrt 
er  mich,  dass  die  Linien  für  jene  Merkmale  nach  den  Sprachatlas-Karten 
nicht  genau  zusammenfallen,  sondern  einen  breiten  Grenzgürtel  bilden.  Als 
ob  die  scharf  ausgeprägte  Gegensätzlichkeit  der  gesamten  hetsiseh- 
nassauischen  und  der  niederhessischen  Mundarten  liegend  etwas  damit  sa 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  321 

mit  der  Schlussbemerkung:  ^^Man  wird  es  mir  hiernach  erlassen; 
nun  auch  jene  Fälle  bei  Bremer  noch  zu  beleuchten." 

Wrede  hat  sich  den  Beweis  seiner  schweren  Anklage  in  der 
That  unerlaubt  leicht  gemacht. 

n. 

Ich  wende  mich  nun  zu  der  Hauptfrage:  Wie  weit  darf  die 
heutige  Mundart  als  eine  historische  Quelle  gelten?  In  dieser 
Beziehung  sind  die  Meinungsäusserungen  Wredes  widerspruchs- 
Toll  genug:  S.  42  erkennt  er  einen  ^^Zusammenhang  zwischen 
<Te8chichte  und  Sprachforschung"  an,  S.  43  bezeichnet  er  die 
Karten  des  Sprachatlas  als  ^^historische  Quellen  par  excellence"  und 
glaubt  sich  bezw.  dem  Sprachatlas  ;,das  Verdienst  zuschreiben  zu 
dürfen,  auf  den  engen  Zusammenhang  von  Geschichts-  und  Sprach- 
forschung immer  wieder  hingewiesen  zu  haben".  Dagegen  er- 
kennt er  S.  26  „die  Dialektergebnisse  als  völkerkundliche  Fund- 
grube" nicht  an,  will  er  S.  28  „die  Unzulänglichkeit  des  angeb- 
lichen Quellenwertes  der  modernen  Dialekte  für  alte  Ethnographie 
biossiegen",  spricht  er  S.  30  von  dem  „vermeintlichen  Wert  solcher 
Dialectica"  und  warnt  S.  33  davor,  bei  mundartlichen  Lauterschei- 
nungen,  auch  bei  älteren,  „mit  ethnographischen  oder  stamm- 
heiÜichen  Gründen  zu  operieren".^  In  pru:i:  Meine  „dialekt- 
eÜmographischen  Kombinationen"  halten  „unbefangener  Beurteilung 
nicht  Stand"  (S.  27);  meine  Zurückführung  des  mecklenburgischen 
und  vorpommerschen  -n  gerade  auf  niederfränkische  Kolonisten 
bleibt  nichts  als  eine  petitio  principii"  (S.  29);  meine  Herleitung 
des  ndd.  ns  aus  den  Niederlanden  „bestreitet  er  direkt"  (S.  29),  während 
er  deine  Herleitung  von  „den  zahlreichen  holländischen  Colonisten" 
(oben  S.  319  Note  1)  wohl  schwerlich  bestreiten  wird;  was  ich 
über  die  Herkunft  der  Fläminger  ausführe,  „ist  vom  Standpunkte 
unserer  heutigen  nüchternen  Forschung  einfach  unerträglich"  (S.  30) ; 
meine  „ethnographischen  Ergebnisse  der  modernen  Mundarten- 
forschung^'  beweisen  eine  ,^nt£remdung'^  der  Sprachwissenschaft 


than  hätte,  ob  die  Qrenae  zwischen  beiden  durch  eine  einzige  Linie  oder 
durch  einen  Übergangfgtreifen  gebildet  wird! 

*  Mit  den  Worten  Ethnographie  und  Stamm  verbinden  sich  bei  Wrede 
die  aken  romantischen  Vorstellungen.  In  Wirklichkeit  sind  die  altgerma- 
niflohen  Stftmme  nichts  anderes  als  politische  Verbände,  Staaten,  gerade  se 
gut  wie  die  modernen  Staaten. 


322  Otto  Bremer. 

Yon  der  Oeschichtsforschung  (S.  43).  Und  Wrede?:  ^Gewiss  habe 
ich  selbst  gelegentlich  in  den  Atlasberichten  z.  B.  von  mittelbar 
friesischen  Besiedlem  Anhalts  ^  von  dem  einst  niederdeutschen 
Charakter  der  Niederlausitz^  von  niederländischen  Eolonistensporen 
in  Preussen  gesprochen:  imd  doch  sind  das  lediglich  Ausnahmen^ 
die  nur  die  Regel  bestätigen^,  die  Regel  nämlich,  dass  die 
Dialekte  des  Ostens  nicht  in  erster  Linie  alte  Erbstücke  dea 
Westens,  sondern  neue  Grössen  sind"  (S.  30f.).  Da  haben  wir 
also  den  Schlüssel  gefanden:  was  bei  mir  prinzipiell  zu  verwerfen 
ist^  das  sind  bei  Wrede  ,4ediglich  Ausnahmen,  die  nur  die  R^el 
bestätigen".  Solche  famosen  Ausnahmen  hat  Wrede  nicht  gerade 
selten  angenommen.  Ich  citiere  mit  Vergnügen  aus  einem  Auf- 
satze Wredes  in  der  Zeitschr.  f.  deutsches  Altert.  43  (1899),  333  ff. 
folgende  Ausnahmen:  „vielfache  Ingwäonismen  innerhalb  des 
Dänischen  bis  heute"  (S.  338);  „Spuren  dieser  Dialektbesonder- 
heit'^,  die  auf  ein  „Mischungsverhältnis  zwischen  Sachsen  und 
Ingwäonen"  hinweisen,  „sind  noch  heute  vorhanden"  (S.  340);  es 
„verraten  die  Dialektkarten  noch  Einzelreste  des  sonst  hier  ab- 
gestorbenen Sprachcharakters,  des  Nd.  sowol  als  auch  speciell  des 
Ingwäonischen"  (ebd.);  „von  den  untern  Saalegegenden  sind  dann 
solche  Erscheinungen  mit  der  Golonisation  über  die  Elbe  ge- 
zogen, und  besonders  die  alte  Mittelmark  zeigt  sie  noch  heute 
viel  häufiger,  als  jene  jetzt  hd.  Teile  der  Provinz  Sachsen  und 
Anhalts"  (S.  341);  „so  ist  mir  auch  für  das  zumeist  rechtselbische 
(und  berlinische)  det  die  Erklärung  aus  jener  Besiedlung  und 
mittelbar  damit  aus  dem  Fries,  die  plausibelste"  (ebd.)';  das 
,/echtssaalische  Anhalt"  „hat  Reste  des  alten  Südostsächsischen 
bewahrt"  (S.  343);  „die  heutige  Grenze"  der  Diminutiva  „entspricht 
sehr   schön   noch   der   alten   Gbiugrenze   bei    Spruner"  (S.  346).^ 

»  Von  mir  geaperrt. 

»  Vgl.  hierzu  S.  819  Note  3. 

*  Ans  Wredes  Berichten  über  die  Karten  des  Sprachatlas  im  Anzeiger 
f.  dentsches  Alt.  citiere  ich  femer:  Für  die  Erhaltung  des  n  in  Gänse  „werden 
ausserdem  die  zahlreichen  holländischen  Colonisten  in  der  Mark  Branden- 
burg und  in  Ost-  und  Westpreussen  zu  berücksichtigen  sein'^  (18,  406). 
„Gutturalisiemng  und  Vocalisierung  des  l  werden  sich  hier  als  Nach- 
würkungen  ursprünglichen  Slaventums  erklären*^  (19,  100).  „Wenn  die  firflher 
wendischen  Gegenden  der  Lausitz  denselben  Aspirationswechsel  kennen, 
nicht  aber  das  gutturale  ?,  und  wenn  .  .  .,  so  wird  der  historische  Schluss 
daraus  berechtigt  sein,  dass  wir  es  im  Slavenwinkel  mit  den  Nachkommen 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  323 

Also  in  praxi  verfährt  Wrede  genau  so  wie  ich.  Doch  mit  einem 
kleinen  Unterschiede.    Während  ich  die  Sprache  zur  Ergänzung 

nicht  eines,  sondern  zweier  slavischer  Stämme  zu  thun  haben,  welche  von 
Alters  her  durch  die  noch  heute  vorhandene  Grenze  zwischen  Hannover 
und  Altmark  geschieden  waren'*  (19,  106).  „Die  zahlreichen  palatalisierten 
-njt-  Ostlicher  in  Schlesien  werden  eine  Nachwürkung  des  früheren  Slaven- 
tums  daselbst  sein,  ebenso  wie  die  .  .  .  überlieferten  -^j  in  Mecklenburg*^ 
(19,  108).  „Wenkers  Beobachtung,  dass  .  .  .  und  dass  die  nordfriesischen 
Dialekte  z.  T.  denselben  Lautwandel  ü  >  ü  aufweisen ,  gibt  für  die  Ur- 
geschichte jener  braunschweigischen  Nachbarorte  einen  interessanten  Finger- 
zeig" (20,  211).  „Diese  ganze  Westgrenze"  der  Pluralendung  auf  -t  „von 
Isselburg  bis  Eckenhagen  stimmt  ausgezeichnet  zu  der  alten  Scheide  zwischen 
westfälischen  und  niederrheinischen  Gauen"  (22,  334).  Durch  die  Überein- 
stimmung zweier  Sprachlinien  „wird  meine  Vermutung  bestätigt,  dass  es 
mit  dieser  Grenze  eine  uralte  Bewantnis  habe.  Sie  wird  demnächst  von 
Prof.  K  Wenck  auf  ihre  historischen  Gründe  zurückgeführt  werden,  die  auf 
die  Zeit  Karls  d.  Gr.  hinweisen"  (24,  116).  „Die  restierenden  e-  an  der 
mittleren  Spree  werden  dereinst  für  den  Nachweis  des  ursprünglich  nd. 
Charakters  der  Niederlausitz  wichtig  sein"  (ebd.).  —  In  einem  Aufsatze 
Zeitschr.  f.  dt.  Alt.  37,  288 ff.  sagt  Wrede:  „Diese  rhfr.-alem.  Grenze 
stimmt  bis  zur  Mündung  der  Lauter  in  den  BJiein  genau  zur  alten  Gau- 
grenze" (^S.  296).  „Sie  sprechen  eben  bei  dieser  ^inen  Erscheinung  für 
überwiegen  der  &.  Elemente,  wie  die  oben  benutzten  Kriterien  für  solche» 
der  alemannischen"  (S.  296  f.).  „Dieser  Zusammenfall  der  einzelnen  Para- 
digmenlinien beweist,  dass  hier  eine  scharfe  und  alte  Grenze  vorliegt.  Und 
diese  h&.-thür.  Dialectgrenze  stimmt  wenigstens  vom  Schnitt  mit  der  Werra 
an  mit  der  alten  ost&.-thür.  Gaugrenze  überein.  Westlich  von  der  Werra 
sind  übereinstimmend  nach  der  Gau-  und  nach  der  heutigen  Diminutivkarte 
Salzungen,  Breitungen  thüringisch  und  Fladungen,  Wasungen,  Schmalkalden 
fränkisch"  (S.  298).  „Vergleicht  man  mit  dieser  enk-Linie  die  Grenze  zwi- 
schen den  bair.  und  fränk.  Gauen  bei  Spruner-Menke,  so  wird  ihre  Be- 
deutung durch  schöne  Übereinstimmungen  bestätigt:  die  enÄ:-Grenze  zieht 
heute  gerade  so  zwischen  .  .  .,  wie  die  politische  Grenze  damals"  (S.  301). 
Die  Linie  der  dentalen  Fortis  ist  „von  der  Lechmündung  bis  etwa  zur 
Tauberquelle  ziemlich  fest,  .  .  .,  übereinstimmend  mit  der  alten  Gau- 
geographie"  (S.  803).  —  In  seiner  und  Wenkers  Streitschrift  „Der  Sprach- 
atlas des  Deutschen  Beichs"  sagt  Wrede  S.  61  f.:  „Diese  Abhängigkeit  der 
Sprachgeschichte  von  der  Besiedlungsgeschichte  schimmert  selbst  heute  im 
alten  deutschen  Westen  .  .  .  vielfach  noch  durch.  Ein  kleines,  aus  der 
Kftrte  heraus  besonders  lehrreiches  Beispiel  darf  ich  .  .  .  erwähnen.  Die 
dialektische  Ausbreitung  des  pf  .  ,  .  ist  im  Westen  ziemlich  gleichmässig. 
Immerhin  giebt  es  Ausweichungen  .  .  .  Die  Erklärung  hierfür  fand  sich" 
in  den  Spruner-Menkeschen  Gaukarten.  , innerhalb  der  Grenzzone,  in 
welcher  heute  p  und  pf  nebeneinander  herrschen ,  lag  von  den  alten  Orten 
bei  Spruner-Menke  nur  ein  einziger  .  .  .    Alle  die  andern  heute  innerhalb 


324  Otto  Bremer. 

der  historlBchen  Zeugnisse  herbeiziehe;  schlägt  Wrede  den  ent- 
gegengesetzten Weg  ein. 

In  der  That  liegen  absolut  unbezweifelbare  Beispiele  für  den 
historischen  Quellen  wert  der  heutigen  Mundarten  in  Hülle  und 
Fülle  vor.  Wenn  in  Pennsylvania  pfälzisch  gesprochen  wird,  wenn 
es  bei  Cleve  eine  kleine  pfälzische  Sprachinsel  giebt^  im  Kulmer 
Lande  ein  schwäbische,  so  wird  die  gegebene  ethnographische 
Schlussfolgerung  durch  historische  Zeugnisse  bestätigt.  Wenn  im 
Oberharz  eine  Mundart  gesprochen  wird,  die  der  erzgebirgischen 
gleicht,  so  halten  wir  auch  ohne  historische  Zeugnisse  den  Be- 
weis für  die  Herkunft  jener  Bergleute  aus  dem  Erzgebirge  für 
erbracht.  Wenn  im  Weichseldelta  eine  holländische  Mundart  ge- 
sprochen wird,  so  wird  niemand  ernstlich  ihre  Zurückführung  auf 
holländische  Kolonisten  als  eine  petitio  principii  ansehen.  Wenn 
die  Siebenbürger  Sachsen  eine  Sprache  sprechen,  wie  sie  an  der 
Mosel  gesprochen  wird,  so  ist  damit  die  Herkunft  des  Grund- 
stockes dieses  Volksstammes  bewiesen.  Wenn  die  meissnische 
Mundart  als  eine  Abart  der  thüringischen  bezeichnet  werden  darf, 
die  vogtländische  aber  der  des  bayrischen  Oberfrankens  gleicht, 
so  darf  und  muss  der  Historiker  schliessen,  dass  die  Hauptmasse 
der  Kolonisten  hier  vom  oberen  Main,  dort  aus  Thüringen  ge- 
kommen ist.  Wenn  in  der  Lausitz  eine  Sprache  gesprochen  wird, 
welche  mit  dem  Czechischen,  Polnischen  u.  s.  w.  eng  verwandt  ist, 
80  folgert  der  Ethnograph,  dass  diese  Leute  zur  slawischen  Völker- 
gruppe  gehören.  Nicht  anders  liegt  der  Fall  für  den  Rückschluss 
auf  eine  ältere  Zeit.  Die  Mundart  der  Pfalz  hält  etwa  die  Mitte 
zwischen  der  schwäbischen  und  der  in  der  Bheinprovinz  gespro- 
chenen, d.  h.  teilt  eine  Reihe  von  Eigentümlichkeiten  mit  dieser, 
andere  mit  jener.  Wir  müssen  schliessen,  dass  die  Pfälzer  teils 
alamannischer,  teils  fränkischer  Herkunft  sind.  Wir  schliessen 
hiermit  auf  eine  Zeit  vor  ly^  Jahrtausenden.  Und  bis  auf  2  Jahr- 
tausende schliessen  wir,  wenn  wir  aus  der  noch  heute  unverkenn- 


jener  Mischzone  liegenden  Ortschaften  fehlen  auf  jener  Karte  noch  .  .  . 
Für  die  alten  Orte  würden  daher  die  Linien  der  einzelnen  j?/"- Paradigmen 
zu  einer  einheitlichen  Grenze  zusammenfallen,  für  die  jüngeren  Orte  diver- 
gieren sie:  und  so  erklärt  sich  eine  heutige  auffällige  Unregelmftsngkeit 
aufs  schönste  aus  der  Besiedlungsgeschichte  ihres  Gebietes.  Solohe  und 
ähnliche  Resultate  sind  allerorten  zu  erhoffen,  wo  diese  Beeiedlmigs- 
geschichte  Hand  in  Hand  geht  mit  Sprachstatistik." 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  325 

baren  näheren  Verwandtschaft  der  friesischen  Mundarten  mit  den 
englischen  die  Folgerung  ziehen,  dass  einmal  die  Friesen  mit  den 
Angelsachsen  eine  politische  Gruppe  gebildet  haben.  Auf  einen 
Zeitraum,  der  mehr  als  4  Jahrtausende  zurückliegt,  schliessen 
wir,  wenn  wir  auf  Grund  der  Vergleichung  der  indogermanischen 
Sprachen  die  praehistorische  Existenz  eines  indogermanischen 
Yolksstammes  behaupten. 

Die  Differenz  zwischen  dem  Wrede  von  1901  einerseits  und 
dem  Wrede  bis  1899  und  mir  andrerseits  betrifft  erstens  das  Alter 
und  zweitens  die  Grenzen  der  Mundarten.  Wrede  erkennt  an, 
dass  „die  politische  Grenze  unbestreitbar  ein  dialektbildendes 
Moment  ist^  (S.  36).  Nur  meint  er  jetzt,  wenn  sich  bei  fort- 
währender Verschiebung  der  politischen  Grenzen  immer  entspre- 
chend neue  Dialektgrenzen  bilden,  dass  dann  die  älteren  politischen 
Grenzen,  die  vor  einem  Jahrtausend  oder  gar  vor  zwei  Jahr- 
tausenden bestanden  haben,  aus  der  heutigen  Mundart  nicht  mehr 
erkennbar  sind,  es  sei  eben,  dass  jene  Grenzen  bis  in  die  Neuzeit 
fortbestanden  haben.  „Von  urgeschichtlichen  und  ethnologischen 
Reflexen  in  den  heutigen  Mundartenlinien  darf  im  allgemeinen' 
nicht  mehr  die  Rede  sein,  sie  dürfen  wohl  als  territorial-  und 
lokalpolitische,  aber  nicht  ohne  weiteres  als  stammesgeschichtliche 
Quellen  gelten'*  (S.  38).*  „Gerade  die  empirischen  Arbeiten  der 
Neuzeit,  voran  die  Dialektgeographie,  zeigen  immer  deutlicher, 
wie  von  hier  aus  ein  Aufsteigen  zu  den  Problemen  ältester  Ethno- 
graphie gar  nicht  oder  doch  nur  in  etlichen  grösste  Vor- 
sicht erfordernden  Fällen'  möglich  ist''  (S.  43). 

Lassen  wir  jene  von  Wrede  zugegebenen  Ausnahmen,  „die 
nur  die  Regel  bestätigen",  auf  sich  beruhen,  und  fragen  wir: 
Spiegeln   die   modernen  Mundarten   lediglich   jüngere  territorial- 


>  Von  mir  gesperrt. 

'  Vgl.  aach  die  folgenden  Aussprüche :  „Lokal-  and  Territorialgeschichte 
erklären  uns  in  zahlreichen  Fällen  sprachliche  Eigenheiten  und  sprachliche 
Grenzen"  (8.  42).  „Und  so  wird  auch  der  Historiker,  vorweg  der  Territorial- 
historiker, in  den  Kaarten  des  Sprachatlas  eine  Fundgrube  erblicken  dürfen, 
indem  politische,  administrative,  kirchliche  und  sonstige  Verschiebungen 
auf  der  Landkarte  oft  einen  mundartlichen  Reflex  gefunden  haben.  Diesen 
Zusammenhang  zwischen  Geschichte  und  Sprachforschung  herzustellen,  sehe 
ich  als  eins  der  schönsten  Ziele  des  Sprachatlas  an^'  (ebd.).  „Sind  die 
Eartenblätter  des  ^rachaÜas  auch  keine  ethnologischen,  so  sind  sie  doch 
historische  Quellen  par  excellence"  (S.  43). 


326  Otto  Bremer. 

historische  Verhältnisse  wieder  oder  daneben  auch  ältere  stammes- 
geschichtliche? Und  wird  das  letztere  zugegeben ,  dann  fragen 
wir  weiter:  Sind  auch  die  Grenzen  jener  älteren  politischen  Bil- 
dungen noch  heute  von  den  Mimdarten  bewahrt? 

Über  diese  beiden  Fragen  entscheidet  allein  der  That- 
bestand.  Und  nur  wer  diesen  nicht  kennt ^  kann  diese  Fragen 
verneinend  beantworten.  Wie  weit  es  der  Forschung  gelingen 
mag,  aus  Wenkers  Sprachatlas  den  Thatbestand  unserer  Mund- 
arten zu  ermitteln,  bleibe  dahingestellt.  Auf  alle  Fälle  reprodu- 
ziert der  Sprachatlas  doch  nur  einen  kleinen  Teil  der  mimdart- 
lichen  Eigentümlichkeiten.  Man  vergegenwärtige  sich  einmal, 
wir  würden  von  einer  Sprache  nur  einen  Text  kennen  von  dem 
Umfange  des  Materials  des  Sprachatlas,  also  nur  eine  einzige 
Druckseite.  Mag  dieser  Text  auch  noch  so  geschickt  für  die 
Zwecke  des  Sprachforschers  zusammengestellt  sein,  er  vermag 
auch  nicht  annähernd  ein  Bild  von  dem  Reichtum  der  Sprache 
zu  geben.  Die  einzelnen  Karten  des  Sprachatlas  können  aber  ein 
Bild  der  gesprochenen  Sprache  nicht  einmal  fQr  die  einzelnen 
dargestellten  Wörter  geben.  Es  sind,  um  mit  Wredes  eigenen 
Worten  zu  sprechen^,  „nicht  Karten  mit  den  definitiven  Dialekt- 
formen, sondern  mit  den  Originalwiedergaben  der  Formulare,  und 
erst  eine  besondere  philologische  Thätigkeit  muss  hieraus  die  ge- 
naue Dialektform  zu  abstrahieren  suchen.  Eine  unrichtige  Inter- 
pretation kann  die  grösste  Verwirrung  anrichten* Aus 

den  Karten  unseres  Sprachatlas  müssen  die  Karten  eines  Sprach- 
atlas an  sich  erst  abgeleitet  werden".*  Wie  will  man  sich  also 
vermessen,  unmittelbar  aus  diesen  provisorischen  Karten,  die 
lediglich  das  in  den  Fragebogen  niedergelegte  Material,  nicht  die 
gesprochene  Dialektform  reproduzieren,  den  Bestand  der  Mund- 
arten   abzulesen?      Der  Sprachatlas    wird,    sollte    er   einmal    der 

*  Wenker  und  Wrede,  Der  Sprachatlas  des  dentschen  Reichs,  S.  37. 

*  Keiner  hat  wie  Wrede  dnrch  seine  phantasievollen  Interpretationen 
den  Sprachatlas  diskreditiert. 

*  Vgl.  auch  Wredes  Ausspruch  Anzeiger  f  deutsches  Altert.  24,  264, 
dass  „bei  Wenker  jede  einzelne  Schreibung  Ort  för  Ort  notiert  wird  und 
seine  Linien  öfters  nur  als  technische  Abkürzungsmittel  zu  gelten  haben, 
die  bei  höherer  Verarbeitung  hier  und  da  modificiert  werden,  ja  ganz  ver- 
schwinden können.  Bei  Wenker  also  vorläufig  nichts  weiter  als  karto- 
graphische Darstellung  des  Fragebogeninhalts^^  nicht  eine  „wissenschaftlich- 
kritische  Sichtung". 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  327 

Forschung  zugänglicl:  gemacht  werden^,  zweifellos  für  die  Mund- 
artengeographie  im  einzelnen  von  unschätzbarem  Werte  sein.  Aber 
seine  Karten,  die  einstweilen  noch  kein  Bild  des  mundartlichen 
Thatbestandes  geben,  kann  der  Historiker  weder  für  Territorial- 
geschichte noch  für  sonstige  politische  Geographie  verwerten;  er 
muss  warten,  bis  diese  Karten  zu  einem  definitiven  Sprachatlas 
kritisch  verarbeitet  sind,  und  erst  dieser  künftige,  nicht  Wenkers 
bisheriger  Sprachatlas  wird  einen  historischen  Quellenwert  besitzen. 

Wenn  wir  den  mundartlichen  Thatbestand  ermitteln  wollen, 
so  dürfen  wir  vorläufig  mit  Wenkers  Sprachatlas  nicht  operieren. 
Glücklicherweise  macht  die  Erforschung  unserer  Mundarten  immer 
weitere  Fortschritte,  und  ist  gleich  unsere  Kenntnis  für  einzelne 
Landschaften  noch  gänzlich  unzureichend,  wir  vermögen  doch 
den  Gesamtbestand  der  deutschen  Mundarten  einigermassen  zu 
überschauen.  Auch  wenn  jener  künftige  Sprachatlas  je  einmal 
vorliegen  sollte,  wird  der  Forscher  in  demselben  nur  eine,  wenn 
auch  noch  so  wichtige  Quelle  sehen;  er  wird  im  übrigen  mit  der 
reichen  wissenschaftlichen  Dialektlitteratur  arbeiten,  und  nie  wird 
er  auf  die  eigene  Beobachtung  der  lebenden  Rede  verzichten 
können,  an  der  der  Sprachforscher  in  erster  Linie  sowohl  Schu- 
lung gewinnen  muss  —  die  philologische  Methode  allein  reicht 
hierfür  nicht  aus  —  als  auch  Verständnis  für  das  Leben  der 
Sprache,  für  die  Erfassung  der  Sprachgeschichte  als  eines  Aus- 
schnittes aus  der  Geschichte  der  Menschheit. 

Wrede  weiss  von  alledem  nichts.  Er  redet  und  urteilt  über 
mundartliche  Dinge,  ohne  die  Mimdarten  selbst  zu  kennen.  Seine 
Kenntnisse  sind  beschränkt  auf  das  Material  des  Sprachatlas. 
Ich  wüsste  keinen  deutschen  Sprachforscher,  der  über  unsere 
Mundarten  schreibt,  zu  nennen,  dem  in  gleichem  Masse  jede  An- 
schauung der  lebendigen  gesprochenen  Bede  und  jedes  Verständ- 
nis für  sprachliche  Entwicklungsgeschichte  abginge.  Wrede  ar- 
beitet ausschliosslich  mit  dem  philologisch  bebrillten  Auge,  nicht 
mit  dem  Ohr.  Als  fassbar  erscheint  ihm  nur  das,  was  er  schwarz 
auf  weiss  hat,  was  buchstabengemäss  beglaubigt  ist.  Die  „dia- 
lektischen Unterschiede  in  der  Sprechmodulation,  in  Tonfall  und 
Tempo  der  Bede,  im  eigenartigen  Singen'^  (S.  36),  die  selbst  der 
einfache  Mann  aus  dem  Volke   heraushört,   existieren   für   seine 


*  Vgl.  Paal  a.  Braunes  Beitr.  z.  Gesch.  d.  deutschen  Spr.  u.  Lit.  21,  61. 


328  Otto  Bremer. 

„Dialektwissenschafk"  nicht.  Das,  urteilt  er,  meint  das  Volk  nur 
so  „herauszufühlen".  Und  wenn  sogar  Sprachforscher  das  Gleiche 
beobachtet  haben  wie  das  Volk  und  demgemass  mit  Verschieden- 
heit  der  „Artikulationsbasis",  mit  „konstitutiven  Sprachfaktoren", 
„accentueller  Gliederung,  Silbentrennung  und  ähnlichen  BegriflFen" 
operieren,  so  sind  das  für  Wrede  „gelehrte  Begriffe",  zu  denen  die 
Wissenschaft  „vor  dem  empirischen  Thatsachenbestand"  „flüchtet", 
das  ist  für  ihn  „gelehrte  Doktrin",  das  sind  ihm  „schwer  fassbare 
und  in  frühere  Zeit  nicht  verfolgbare  Momente"  (ebd.). 

Und  doch  sind  diese  für  Wrede  „schwer  fassbaren"  Dinge 
die  wichtigsten  für  den  besonderen  Charakter  der  einzelnen  Mund- 
arten und  Mundartengruppen,  wichtiger  als  jede  lautliche  Einzel- 
heit, sie  gehören  zum  „empirischen  Thatsachenbestand"  in  aller- 
erster Reihe.  ^  Das  wird  jeder  bestätigen,  der  die  grossen  land- 
schaftlichen Verschiedenheiten  der  lebenden  Sprache  mit  eigenem 
Ohr  beobachtet  hat.  Wie  käme  es  denn  sonst,  dass  man  einen 
Schwaben,  einen  Österreicher,  einen  Ostpreussen  an  seiner  Sprache 
sofort  erkennt,  selbst  wenn  er  keine  Mundart,  wenn  er  das  so- 
genannte dialektfreie  Hochdeutsch  spricht?  Gesetzt,  unsere  ge- 
samten Mundarten  wären  einer  deutschen  xoct^  gewichen,  wir 
würden  dennoch  am  Tonfall,  an  der  Silbentrennung,  an  der  Arti- 
kulationsbasis „und  ähnlichen  gelehrten  Begriffen"  die  charakte- 
ristischen Unterschiede  der  einstigen  Mundarten  erkennen.  Nähert 
man  sich  von  Neuvorpommem  der  uckermärkischen  Grenze,  so 
hört  man  von  Stralsund  bis  Borkeniriede  dieselben  Laute;  von 
Ferdinandshof,  der  nächsten  Eisenbahnstation,  ab  fühlt  man  sich 
plötzlich  in  eine  andere  Sprachwelt  versetzt,  und  dies  neue  Laut- 
system  verfolgt  einen  bis  Berlin.     Den  veränderten  Lauten  ent- 


^  Schon  1868  hat  Scherer,  Zur  Geschichte  der  dentschen  Sprache,  S.  25, 
an  die  Philologen  ,,die  Forderung*^  gestellt,  ,,nicht  an  einem  wüsten  Gerolle 
von  Lautbeobachtungen  sich  genügen  zu  lassen,  sondern  einheitliche  Ge- 
sichtspunkte aufzusuchen,  unter  welchen  die  Fülle  der  Erscheinungen  sich 
vereinigen  und  sich  auf  eine  geringe  Anzahl  von  Grundneigungen  der  Ar- 
ticulation  zurückfahren  lassen.  Eben  diese  Grundneigungen  auf  dem  ge- 
sammten  Gebiete  der  vocalischen  und  consonantischen  Aiticulation  machen 
das  aus,  was  ich  den  sprachlichen  Normabsustand  der  Organe  genannt 
habe/*  Ebd.  S.  23:  „der  sprachliche  oder  active  Normalstand  der  Organe'*^ 
„ist  für  alle  Sprachen,  ja  für  jeden  besonderen  Dialekt  einer  Sprache  ver- 
schieden." Vgl.  auch  KauflFmann,  Ztschr.  f.  dt.  Philol.  28,  640:  „Dieser 
Normalstand  bildet  die  Einheit  der  Sprachgenossenschaft.  ^* 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  329 

spricht  ein  anderer  Menschenschlag  mit  anderem  Temperament^ 
anderem  Humor.  Wir  haben  also  eine  ethnographische  Grenz- 
scheide überschritten.  Fragt  man  aber  nach  dem  grammatischen 
Bau  der  Sprache,  vergleicht  man  etwa  zwei  entsprechende  mund- 
artliche Texte,  so  wird  man  zu  seinem  Erstaunen  nur  eine  gering- 
fügige Diflferenz  wahrnehmen.  Wer  also  lediglich  mit  Buchstaben 
statt  mit  Lauten  arbeitet,  wird  gar  nicht  in  der  Lage  sein,  jene 
fundamentale  Verschiedenheit  zwischen  der  mecklenburgisch -vor- 
pommerschen  Mundart  und  den  nördlichen  Mundarten  der  Mark 
Brandenburg  wahrzunehmen,  obgleich  in  Wirklichkeit  fast  jeder 
einzebie  Laut  um  eine  merkliche  Nuance  anders  klingt.  Ich  ver- 
kenne nicht,  dass  es  zumeist  wohl  auch  möglich  sein  wird,  bei 
einem  reichen  Material  auf  Grrund  schriftlicher  Texte  zu  einem 
dem  mundartlichen  Thatbestand  entsprechenden  Ergebnis  zu  ge- 
langen. Eine  völlige  Sicherheit  wird  aber  nie  auf  diesem  Wege 
erreicht^,  und  bei  einer  Charakteristik  der  mundartlichen  Typen 
wird  gerade  das  Wichtigste,  das  Entscheidende  ausfallen  müssen. 
Der  gegebene  Weg  für  einen  Mundartenforscher  ist  der,  zunächst 
jene  grundlegenden  landschaftlichen  Unterschiede  festzustellen  und 
die  Mundarten  auf  Grund  ihres  lautlichen  Gesamtcharakters  zu 
gruppieren  (so  wie  es  jeder  Laie  thut),  imd  dann  erst  zu  fragen, 
worin  bestehen  die  Unterschiede  im  einzelnen?  Bisher  liegen 
nur  sehr  bescheidene  Anfänge  für  eine  Charakteristik  der  grossen 
deutschen  Mundartengmppen  vor.  Aber  von  jeher  erkannt 
hat  man  gleichwohl  jene  Typen  einer  bairischen,  thüringischen, 
niederländischen  u.  s.  w.  Sprechweise.  Es  ist  dem  Wenkerschen 
Sprachatlas  oder  vielmehr  seiner  Interpretation  vorbehalten  ge- 
blieben, unter  Negierung  des  Selbstgehörten,  auf  Grund  des 
schriftlich  Fixierten  die  Existenz  solcher  grossen,  mit  eigener  In- 
dividualität ausgestatteten  Mundarten  zu  leugnen.  Ich  wiU  im 
folgenden  den  Beweis  führen,  dass  unsere  alte  Anschauung,  wie 
ich  sie  in  meiner  Ethnographie  vertreten  habe,  zu  Recht  besteht. 
Ich  will  die  Frage  beantworten:  Weist  der  gegenwärtige 
mundartliche  Thatbestand  lediglich  auf  jüngere  territorialhisto- 
rische  Verhältnisse  zurück,  oder  spiegelt  er  auch  die  ältere  Stammes- 
geschichte wieder?  Den  Nachweis  für  den  ersten  Teil  dieser  Frage 
hat,  auch  hinsichtlich  der  Grenzbestimmung,  Carl  Haag  geführt 


»  Vgl.  z.  B.  unten  8.  843,  Note  2. 


330  Otto  Bremer. 

in  seiner  bahnbrechenden  Arbeit  ^^Die  Mundarten  des  oberen 
Neckar-  und  Donaulandes'^  ^  Es  handelt  sich  also  lediglich  um 
den  zweiten  Teil  der  Frage. 

Die  altgermanischen  Stämme^  aus  denen  das  deutsche  Volk 
erwachsen  ist,  sind  erstens  die  Friesen,  zweitens  die  Sachsen, 
drittens  die  Franken  und  viertens  die  zu  Beginn  unserer  Zeit- 
rechnung unter  dem  Namen  Sweben  (Erminen)  zusammengefassten 
und  Ton  einem  einzigen  swebischen  ürvolk  (den  Semnen)  aus- 
gegangenen Thüringer,  Alamannen  und  Baiem.  Die  schwierige 
Frage,  ob  sich  jene  ursprüngliche,  in  eine  vorchristliche  Zeit 
zurückreichende  Stammeseinheit  der  Sweben  noch  aus  den  heu- 
tigen Mundarten  erkennen  lässt,  bleibe  hier  unerörtert.*  Ich 
rechne  nur  mit  den  seit  Beginn  unserer  Zeitrechnung  historisch 
bekannten  sechs  Völkern. 

1.  Die  Friesen. 

Die  Friesen  sprechen  noch  heutigen  Tages  eine  Sprache,  die 
sie  aufs  schärfste  von  den  andern  Stämmen  scheidet.  Belege 
brauche  ich  nicht  zu  geben,  denn  es  handelt  sich  um  eine  be- 
kannte und  von  niemand  bestrittene  Thatsache.  Ich  will  nur 
bemerken,  da^s  der  Unterschied  zwischen  den  friesischen  Mund- 
arten und  den  benachbarten  niedersächsischen  und  holländischen 
so  gross  ist,  dass  der  Friese  von  seinem  Nachbar  absolut  nicht 
verstanden  wird.  Der  Abstand  ist  grösser  als  der  jeder  deutschen 
Mmidart  von  einer  anderen,  so  gross,  dass  wir  nicht  von  einem 
friesischen  Dialekt,  sondern  von  einer  eigenen  friesischen  Sprache 
sprechen.  Es  ist  also  nicht  nur  die  Existenz  eines  besonderen 
Friesenvolkes,  das  seine  politische  Selbständigkeit  seit  länger  als 
einem  Jahrtausend  eingebüsst  hat,  noch  heute  aus  der  Sprache 
erweisbar  ^,  sondern  sogar  die  Sonderstellung  dieses  Volkes  gegen- 

'  Progr.  Reutlingen  1898.  Vgl.  auch  Haags  Aufsätze  ,,Ueber  Mund- 
artengeographie*^  Alemannia  29,  2  ff.  und  ,,yerkelir8-  und  Schriftsprache  auf 
dem  Boden  der  örtlichen  Mundart^^  Die  neueren  Sprachen  9,  267  ff.  und  381  ff. 

*  Doch  vgl.  unten  S.  389  f 

*  Man  wende  nicht  in  Wredes  Sinne  (S.  37  f.)  ein,  dass  die  friesischen 
Territorien  noch  im  ganzen  Mittelalter  fortbestanden  haben.  Das,  worauf 
es  hier  ankommt,  ist  die  relative  Einheit  sämtlicher,  noch  so  stark  unter 
einander  differierenden  friesischen  Mundarten  gegenüber  sämtlichen  deutschen 
Mundarten,  und  diese  Spracheinheit  reflektiert  politische  Verhältnisse  aus 
einer  Zeit  vor  689. 


PoliÜBche  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  331 

über  sämtlichen  anderen  deutschen  Stämmen  ^  und  des  weiteren 
lehrt  eine  Oegenüberstellung  der  friesischen  Mundarten  mit  den 
deutschen  einerseits  und  mit  den  englischen  andererseits^  dass  zwischen 
Friesen  und  Engländern  eine  uralte  verwandtschaftliche  Beziehung 
besteht.  Die  Sprachgeschichte  weist  also  auf  eine  ältere  Zeit 
zurück  als  unsere  historischen  Quellen. 

Diese  sprachgeschichtliche  Thatsache  ist  für  den  Historiker 
Yon  Wichtigkeit^  weil  sie  beweist^  dass  der  Name  Inguiaeyones, 
der  für  die  Nordseevölker  zu  Beginn  unserer  Zeitrechnung  über- 
liefert ist,  eine  ethnographische  Bedeutung  gehabt  hat,  was  aus 
unseren  historischen  Quellen  nicht  unmittelbar  hervorgeht.  Wenn 
aber  Inguiaevones  ein  historischer  Name  ist,  so  liegt  der  wei- 
tere Schluss  nicht  fem,  dass  auch  die  mit  jenem  zusammen  ge- 
nannten Namen  Istraevones  und  Herminones  alte,  in  vorchrist- 
liche Zeit  zurückreichende  Volksstämme  bedeuten. 

Die  alte  Grenze  der  Friesen  gegen  ihre  südlichen  Nachbarn 
hat  die  heutige  Sprache  bekanntlich  nicht  bewahrt;  denn  das 
Friesische  ist  grösstenteils  ausgestorben,  die  Mehrzahl  der  Friesen 
hat  die  holländische  oder  niederdeutsche  Sprache  angenommen. 
Ob  es  möglich  ist,  aus  der  Verbreitung  von  Frisonismen  der 
gegenwärtigen  holländischen  imd  niederdeutschen  Mundarten  auf 
dem  alten  Friesenboden  noch  die  alte  Stammesgrenze  zu  bestim- 
men, sei  dahingestellt.  Wenker  hat  in  dem  Einleitungsheft  zu 
seinem  Sprachatlas  fiir  Nordfriesland  ein  solches  noch  Norder- 
dithmarschen  mit  umfassendes  Gebiet  abgegrenzt,  innerhalb  dessen 
die  niederdeutsche  Sprache  friesische  Eigentümlichkeiten  aufweist. 
Ähnlich  haben  andere  für  Nordholland  nördlich  von  Amsterdam 
auf  friesische  Spuren  in  den  dortigen  Mundarten  hingewiesen. 

2.  Die  Sachsen. 

Die  Sachsen  haben  gleichfalls  seit  länger  als  einem  Jahr- 
tausend ihre  politische  Selbständigkeit  aufgeben  müssen.  Das 
Stammesherzogtum  Sachsen  hat  dann  von  880 — 919  bestanden. 
Seit  1180  ist  diese  politische  Einheit  endgültig  verloren  gegangen. 
Die  Sprache  der  Nachkommen  dieser  Sachsen  unterscheidet  sich 
von  der  ihrer  südlichen  und  westlichen  Nachbarn  noch  heute 
ebenso  scharf  wie  im  9.  Jahrhundert.  Wie  gross  auch  die  Unter- 
schiede zwischen  den  einzelnen  plattdeutschen  Mundarten  sind, 
sie  bilden  noch  heute  eine  relative  Spracheinheit  gegenüber  den 

Hitlox.  YlOTt^^ahnchrift.  1909.  S.  24 


332  Otto  Bremer. 

anderen  deutschen  Mundarten,  und  erst  östlich  der  alten  Slawen- 
grenze nimmt  das  Plattdeutsche  eine  abweichende  Färbung  an. 
Am  grössten  ist  der  Abstand  gegen  das  südliche  Thüringische, 
Hessische  und  Siegerländische.  Es  ist  nicht  etwa  die  hochdeutsche 
Lautverschiebung  allein,  welche  hier  eine  schroffe  Sprachgrenze 
errichtet  hat,  eine  Sprachgrenze,  welche  —  von  modernen  Ver- 
kehrsbeziehungen abgesehen  —  eine  Verständigung  hinüber  und 
herüber  ausschliesst \  sondern  der  gesamte  Bau  der  Sprache,  die 
Aussprache  fast  jedes  einzelnen  Lautes,  der  Wortschatz  weicht  so 
stark  von  der  hochdeutschen  Sprache  ab,  dass  wir  auch  hier, 
ähnlich  wie  beim  Friesischen,  von  einer  niederdeutschen  Sprache, 
nicht  Mimdart,  im  Gegensatz  zur  hochdeutschen  sprechen.  Auch 
hier  handelt  es  sich  um  bekannte  Dinge,  die  besonderer  Belege 
nicht  bedürfen,  und  auch  diejenigen  Leser,  welche  nie  plattdeutsch 
haben  sprechen  hören,  werden  aus  der  Lektüre  eines  Groth  oder 
Reuter  den  Eindruck  gewonnen  haben,  dass  das  Plattdeutsche  von 
dem  ihnen  bekannten  Hochdeutsch  ungleich  stärker  abweicht  als 
etwa  die  Mundart  eines  Hebel  oder  Grübel  oder  Holtei. 

Erheblich  geringer  sind  die  Abweichungen  der  Sprache  der 
Sachsen  von  den  rheinischen  und  niederländischen  Mundarten. 
Das  gilt  in  gleicher  Weise  für  die  Sprache  des  flehen  Mittel- 
alters wie  für  die  Sprache  der  Gegenwart.  Verhältnismässig  am 
grössten  ist  der  Unterschied  gegen  das  Kölnische,  weil  dieses 
die  hochdeutsche  Lautverschiebung  grösstenteils  mitgemacht  hat. 
Weiter  nach  Norden  zu  aber,  von  Essen  bis  zur  Zuider  See, 
handelt  es  sich  um  geringere  mundartliche  DiflFerenzen,  derart, 
dass  es  eines  Beweises  für  die  relative  Einheit  der  Mundarten 
des  alten  Sachsenlandes  gegenüber  den  niederländischen  Mund- 
arten bedarf. 

Bevor  ich  diesen  Beweis  antrete,  frage  ich:  Darf  der  Histo- 
riker politische  Rückschlüsse  aus  der  Thatsache  ziehen,  dass  die 
Sprache  der  Sachsen  von  der  südlichen  Sprache  so  ausserordent- 
lich stark  abweicht,  von  der  westlichen  in  ungleich  geringerem 
Maasse?  Die  niederländische  Kolonisation  der  Weser-  und  Eib- 
marschen, die  Verkehrsbeziehungen  der  Hansa,  die  etwa  eine  An- 
näherung  der   beiden   niederdeutschen    Sprachen    bewirkt   haben 


*  So  z.  B.  können  sich  im  südlichen  Westfalen  die  Hilchenbacber  nicht 
mit  dem  nördlichen  Nachbardorf  verständigen. 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  333 

könnten,  müssen  ausser  Betracht  bleiben;  denn  jene  sprachliche 
Differenz  gilt  bereits  für  das  9.  Jahrhundert,  muss  also  aus  den 
Verhältnissen,  wie  sie  vor  dem  9.  Jahrhundert  bestanden,  erklärt 
werden.  Eine  Möglichkeit  der  Erklärung  würde  sein,  dass  die 
Sachsen  seit  altgermanischer  Zeit  den  fränkischen,  insbesondere 
den  niederfmnkischen  Stämmen  näher  gestanden  haben  als  den 
swebischen  Stämmen,  derart  etwa,  um  es  konkreter  auszudrücken, 
dass  es  ursprünglich  neben  einem  swebischen  (hochdeutschen) 
Stamme  einen  anderen  (niederdeutschen)  gegeben  hätte,  der  sich 
später  in  Franken  und  Sachsen  geteilt  hätte.  Eine  andere  Möglich- 
keit der  Erklärung  würde  sein,  dass  die  Deportationen  von  Sachsen 
durch  Karl  d.  Gr.  und  andererseits  die  Ansiedelungen  von  Franken 
im  Sachsenlande  durch  denselben  einen  so  bedeutenden  Teil  der 
Bevölkerung  betroffen  hätten,  dass  die  Besonderheiten  der  beiden 
Sprachen  bis  zu  einem  gewissen  Grade  ausgeglichen  worden  wären. 
Es  sind  auch  noch  andere  Möglichkeiten  denkbar.  Kurz:  eine 
positive  historische  Schlussfolgerung  ist,  gesetzt  dass  andere 
Quellen  fehlen,  allein  auf  Grund  der  Formel,  dass  ein  Dialekt  A 
dem  Dialekt  B  näher  steht  als  dem  Dialekt  C,  nicht  mögUch, 
und  zwar  deshalb  nicht,  weil  an  sich  in  dieser  Formel  ebenso- 
wohl die  älteren  politischen  Verhältnisse  zwischen  den  Sprach- 
stämmen A,  B  und  C  unmittelbar  zum  Ausdruck  kommen  können 
als  auch  jüngere  Mischungen  (etwa  Unterwerfung  des  Stammes 
B  durch  A  oder  freiwilliger  Zusammenschluss  der  Stämme  A  und 
B).^    Ich  habe  in  meiner  Ethnographie  eine  historische  Erklärung 


*  Man  könnte  einwerfen,  mit  welchem  Rechte  ich  dann  oben 
S.  331  anB  der  näheren  Verwandtschaft  des  Friesischen  mit  dem  Englischen 
(A  -\-  B)  eine  einstige  politische  Einheit  der  Friesen  und  Angelsachsen  ge- 
folgert habe,  während  doch  der  sprachliche  Abstand  gegen  die  deutschen 
Mundarten  (C)  sich  auch  durch  eine  jüngere  politische  Verbindung  jener 
Nordseevölker  erklären  Hesse.  Der  Einwand  würde  richtig  sein,  wenn  nicht 
die  letztere  Annahme  durch  die  historischen  Verhältnisse  ausgeschlossen 
wäre.  Wir  kennen  seit  Beginn  unserer  Zeitrechnung  die  Friesen  als  ein 
Volk  für  sich  und  es  fehlt  jeder  historische  Anhalt  für  die  Annahme  von 
näheren  Beziehungen  derselben  zu  den  räumlich  weit  entfernten  Angeln 
und  Sachsen  in  Schleswig-Holstein.  Folglich  muss  jener  durch  die  Sprache 
geforderte  Zusammenhang  in  einer  vorgeschichtlichen  Zeit  bestanden  haben. 
Welcher  Art  dieser  Zusammenhang  gewesen,  ob  etwa  die  Friesen  von  den 
Angeln  unterworfen  wurden  oder  umgekehrt,  oder  ob  etwa  beide  Stämme 
sich  zu  einem  vereint  haben,  oder  ob  es  ein  einziges  anglo&iesisches  Urvolk 

24* 


334  Otto  Bremer. 

für  jene  merkwürdige  Thatsache  gegeben  dnrch  den  Nachweis 
S.  866  S.y  dass  die  eingeborene  Beyölkerung  des  yon  den  Sachsen 
beherrschten  Landes  grösstenteils  istraiwischer  Herkunft  war,  also 
eines  Stammes  mit  den  Franken,  sowie  durch  den  ferneren  Nach- 
weis S.  861  ff.,  dass  die  Sprache  der  Sachsen  ein  Mischprodukt 
ans  istraiwischen  (deutschen)  und  ingwiaiwischen  (anglofriesischen) 
Elementen  ist. 

So  erklärt  sich  der  yerhältnismässig  geringe  Abstand  der 
sächsischen  yon  der  niederfränkischen  Sprache.  Immerhin  aber 
besteht  selbst  dem  Niederländischen  gegenüber  ein  so  grosser 
Abstand,  dass  zwischen  einem  Niederländer  und  einem  Nieder- 
sachsen nur  zur  Not  eine  kümmerliche  Verständigung  in  der 
Muttersprache  möglich  ist,  und  beide  es  yorziehen,  sich  in  hoch- 
deutscher Sprache  zu  unterhalten.  Die  beiden  Mundartengruppen, 
um  die  es  sich  handelt,  sind  noch  nicht  annähernd  in  dem  Masse 
erforscht^  dass  wir  im  stände  wären,  sämtliche  wichtigeren  unter- 
scheidenden Merkmale  namhaft  zu  machen.  Man  begnügt  sich 
gewöhnlich  mit  der  Berufung  auf  die  yerschiedene  Behandlung 
des  germ.  ö  und  der  Endung  des  Plur.  Praes.  Fast  sämtliche 
Unterschiede  zwischen  dem  Niedersächsischen  und  Niederfranki- 
sehen  sind  derart,  dass  die  Sachsen  den  altgermanischen  Laut- 
bestand yerhältnismässig  treu  bewahrt,  die  Franken  ihn  stärker 
yerändert  haben.  Aus  diesem  Grunde  bespreche  ich  diese  Unter- 
schiede richtiger  in  dem  folgenden  Abschnitt  unter  „Franken'' 
und  nenne  an  dieser  Stelle  nur  zwei  charakteristische  Unter- 
schiede: 1.  Seit  Beginn  unserer  Überlieferung  bis  auf  den  heu- 
tigen Tag  lassen  die  Sachsen  den  Plural  Lid.  Praes.  nach  anglo- 
friesischer  Weise  auf  Dental  endigen  (altsächs. -tf, -rf, -<,  heute -^); 
die  Franken  hielten  ursprünglich  mit  den  übrigen  deutschen 
Stämmen  die  1.,  2.  und  3.  Pers.  PI.  durch  besondere  Endungen 
auseinander,  um  dann  dafür  die  eine  Endung  -n  einzusetzen. 
2.  Das  Pronomen  der  dritten  Person  hat  in  den  obliquen  Kasus 
seit  ältester  Zeit  im  Sächsischen  Formen  ohne  h  (altsächs.  imo, 


gegeben  hat,  von  dem  ein  Teil  ausgewandert,  mn  sich  zu  einem  neuen 
Volke  der  Friesen  zu  konstituieren,  darüber  lässt  sich  wiederum  an  und 
for  sich  nichts  ausmachen.  Die  letztere  Möglichkeit  wird  wegen  der  (wenn 
auch  durch  die  Chauker  Yermittelten)  räumlichen  Trennung  der  beiden 
Völker  zu  einer  an  Oewiasheit  grenzenden  Wahrscheinlichkeit. 


Politische  Greschichte  und  Sprachgeschichte.  335 

heute  ew),  im  Niederländischen  Ä-Formen  (mndld.  him  u.  ä.,  heute 
hem,  hom,  hum).^ 

Die  ehemalige  politische  Grenze  der  Sachsen  lebt  grössten- 
teils in  den  heutigen  Mundartengrenzen  fort.  Lassen  wir  den 
Osten  einstweilen  ausser  Spiel  und  yerfolgen  die  niederdeutsche 
Sprachgrenze  yom  Harz  ab  westlich,  so  deckt  sich  dieselbe  bis 
zur  niederländisch/deutschen  Reichsgrenze  fast  Ort  für  Ort  mit 
der  historisch  bekannten  Grenze.  Es  yerschlägt  nichts,  dass  im 
einzelnen  kleinere,  nur  wenige  Ortschaften  betreffende  Verschie- 
bungen stattgefunden  haben  —  so  scheinen  die  jetzt  ndd.  Dörfer 
südlich  Yon  Münden  ursprünglich  nicht  sächsisch  gewesen  zu 
sein,  wie  umgekehrt  Ihringshausen  und  Vellmar  nördlich  yon 
Kassel  ursprünglich  sächsisch  waren,  jetzt  aber  hochdeutsch  sind  — , 
das  Wesentliche  bleibt,  dass  die  Grenze  in  ihrem  Gesamtyerlauf 
erhalten  ist.  Diese  Thatsache  ist  auch  Wrede  nicht  unbekannt 
geblieben.  Aber  er  legt  sie  sich  in  seiner  Weise  zurecht.  „Die 
Scheide  zwischen  den  niederrheinischen  und  sächsischen  Gauen 
taucht  stückweise  immer  wieder  unter  anderer  Benennung  auf 
und  ist  yielfach  noch  heute  die  rheinisch-westfälische:  daher  ist 
sie  auch  sprachlich  bestehen  geblieben.'^  „Immer  also  ist  nicht 
die  alte  „Stammesgrenze''  als  solche  der  Grund  für  die  heutige 
Mundartenlinie,  sondern  ihr  Fortbestehen  unter  irgendwelchem 
Titel  über  die  Epoche  der  alten  Herzogtümer  hinaus  bis  in  die 
neue  Zeit''  (S.  38  f.).  Also  deshalb  habe  die  Sprache  die  alte 
sachsisch/fränkische  Stammesgrenze  am  Ostrande  der  Rheinpro- 
vinz bewahrt,  weil  zufällig  die  späteren  kleinen  Territorien  diese 
Grenze  innegehalten  haben.  Das  ist  nun  freilich  eine  yon  den 
sorglosen  Behauptungen  Wredes,  die  nicht  wahr  ist:  die  Ostgrenze 
des  Herzogtums  Berg  umfasst  yom  14.  bis  19.  Jahrhundert  noch 
einen  Streifen  westfälischen  Sprachgebietes,  wie  die  heutige  Rhein- 
provinz,  fällt  also  keineswegs  mit  jener  Stammesgrenze  zusammen. 
Aber  selbst  gesetzt,  es  wäre  wahr:  die  Hauptsache  bleibt  doch, 
dass  jene  Stammesgrenze  in  ihrem   ganzen  Verlauf  erhalten  ist. 


^  DiejeDigen  ndld.  Mundarten,  welche  anlautendes  h  haben  schwinden 
lassen,  haben  natürlich  em,  am,  um.  Da  letztere  Formen  eben  genau  auf 
jene  Mundarten  beschränkt  sind,  ist  die  Annahme,  dass  wir  es  mit  ur- 
sprünglich j^-losen  Formen  zu  thun  hätten,  ausgeschlossen,  zumal  das 
Mndld.  nur  die  ^-Formen  kennt.  —  imo  in  der  Psalmenübersetzung  erklärt 
sieh  aus  der  südlicheren  Heimat  dieses  Denkmals. 


33i>  Otto  Bremer. 

Wrede,  der  immer  nur  eine  Einzelheit  ins  Auge  fasst,  ohne  die 
grösseren  Zusammenhänge  zu  sehen ,  hat  das  Problem  gar  nicht 
erkannt.  Nicht  darum  handelt  es  sich;  dass  auf  eine  kürzere 
Strecke  eine  Sprachgrenze  einer  älteren  politischen  entspricht, 
sondern  darum,  dass  wir  eine  Mundartengruppe  haben,  deren 
Grenzen  in  ihrem  ganzen  Verlauf  (yon  der  Nord-  und  der  Ost- 
grenze selbstverständlich  abgesehen)  denen  des  sächsischen 
Stammes  entsprechen,  dass  innerhalb  dieser  Grenzen  z.  B.  der 
Westfale  östlich  von  Barmen  eine  Mundart  spricht,  die  der 
25  Meilen  entfernten  Göttingischen  ungleich  ähnlicher  ist  als 
etwa  der  kaum  2  Meilen  entfernten  rheinischen  westlich  von 
Elberfeld,  dass  wir  in  Deutschland  nicht  zahllose  kleinere  (etwa 
den  Territorien  entsprechende)  Sprachscheiden  haben,  sondern 
wenige  grosse,  umfassende,  und  dass  diese  Sprachscheiden  keinen 
anderen  älteren  politischen  oder  kirchlichen  Grenzen  entsprechen 
als  denen  der  altgermanischen  Stämme,  aus  denen  das  deutsche 
Volk  erwachsen  ist.  Wenn  vom  Harz  bis  zum  Münsterlande 
eine  scharfe  Sprachscheide  den  Norden  von  dem  Süden  und 
Westen  trennt  und  diese  Sprachscheide  sich  mit  der  alten  säch- 
sischen Stammesgrenze  deckt,  dann  ist  es  keine  Hypothese,  son- 
dern eine  Thatsache,  dass  die  Sachsen  bis  auf  den  heutigen  Tag 
ihre  sprachliche  Eigenart  innerhalb  der  alten  Grenzen  bewahrt 
haben,  und  der  Historiker  muss  mit  der  Sprachgrenze  rechnen. 

Der  Historiker  muss  aus  diesem  Grunde  auch  die  nieder- 
ländischen Landschafben  östlich  der  Zuider  See  den  Sachsen  und 
nicht  den  Franken  zuweisen,  obgleich  das  alte  Lothringen  noch 
Twenthe  und  Drenthe  mit  umfasst  hat.  Denn  die  Sprachgrenze 
zieht  sich  vom  Nordosten  der  Rheinprovinz  ungefähr  längs  der 
Ijssel  zur  Zuider  See  fort.  In  diesem  Falle  erweisen  sich  unsere 
historischen  Zeugnisse  als  nicht  ausreichend,  es  entscheidet  die 
Sprache. 

Über  den  Osten  kann  ich  mich  kurz  fassen.  Die  Ostgrenze 
der  Sachsen  gegen  die  Slawen  ist  deshalb  als  Sprachgrenze  nicht 
erhalten,  weil  die  Sachsen,  im  Verein  mit  Niederfranken,  das 
Ostland  besiedelt  haben.  Die  heutige  niederdeutsche  Sprach- 
grenze entspricht  nicht  mehr  der  alten  Südgrenze  der  nieder- 
deutschen Kolonisten,  weil  hier  in  neuerer  Zeit  die  niederdeutsche 
Mundart  immer  mehr  vor  dem  Hochdeutschen  zurückweicht. 
Spuren,  die  auf  früher  gesprochenes  Niederdeutsch  zurückweisen, 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  337 

finden  sich  freilich  noch,  so  dass  der  Versuch  vielleicht  nicht 
aussichtslos  ist,  auf  Grund  der  Mundart  jene  ältere  Grenze  wenig- 
stens annähernd  zu  bestimmen.  Die  Aussprache  des  anlautenden 
g  wie  j  und  die  Erhaltung  des  anlautenden  ndd.  pl  dürften  als 
Führer  dienen.  Ich  schätze,  dass  jene  Grenze  etwa  von  Halle 
nach  Torgau  lief.  Auch  zwischen  Harz  und  Saale  hat  sich  die 
sächsische  Südgrenze  beträchtlich  zu  Gunsten  des  Hochdeutschen 
verschoben.  Aber  in  West-  und  Ostpreussen  existiert  heute  eine 
hochdeutsche,  schlesische  Sprachinsel  von  grösserer  Ausdehnung^, 
deren  Grenzen  der  schlesischen  Besiedelung  ziemlich  genau  zu 
entsprechen  scheinen. 

Von  einer  Abgrenzung  des  sächsischen  gegen  das  nieder- 
fränkische Kolonisationsgebiet  sehe  ich  ab,  teils  weil  ich  zu  sehr 
auf  mundartliche  Einzelheiten  eingehen  müsste,  teils  weil  ich  mich 
auf  den  Nachweis  des  Fortlebens  der  sechs  deutschen  Stämme 
in  den  heutigen  Mundarten  beschränken  will. 

3.  Die  Franken. 

Wenn  von  einer  fränkischen  Spracheinheit  von  der  Rhein- 
mündung bis  zum  Fichtelgebirge  keine  Rede  sein  kann,  vielmehr 
die  Mundarten  südlich  der  Mainlinie  den  oberdeutschen  näher 
stehen  als  die  niederländischen,  so  hat  das  seine  guten  historischen 
Gründe.  Das  alte  Stammland  der  Franken  umfasste  nach  Süden 
zu  nur  etwa  die  Rheinprovinz.  Auf  die  südlicheren  Landschaften 
wurde  der  Frankenname  erst  ausgedehnt,  nachdem  Chlodwig  im 
Jahre  506  die  Alamannen  zur  Abtretung  jener  Gebiete  gezwungen 
hatte.  Mit  der  unterworfenen  alamannischen  Bevölkerung,  der 
sich  in  Ostfranken  thüringische  und  bairische  Elemente  zugesellt 
hatten,  mischten  sich  nun  die  fränkischen  Eroberer,  und  es  fand 
ein  sprachlicher  Ausgleich  statt,  so  dass  sich  von  den  für  die 
Sprache  der  Franken  charakteristischen  Eigentümlichkeiten  nur 
ein  bescheidener  Teil  erhielt.  Wollen  wir  also  die  sprachliche 
Eigenart  der  Franken  feststellen,  so  müssen  wir  uns  auf  die 
Niederlande  und  die  Rheinprovinz  beschränken.  Eine  solche 
sprachliche  Eigenart  existiert  nun,  ungeachtet  der  beträchtlichen 
Unterschiede,    welche    zwischen    den   niederrheinischen   und   den 


*  Vgl.  Stohrmann,  Das  Mitteldeutsche  in  Ostpreussen  I,  Progr.,  Deutsch- 
Krone  1896. 


340  Otto  Bremer. 

7.  Auslautendes  h  (z.  B.  in  Weih,  Korb)  ist  frank,  und  sächs. 
zu  f  geworden,  hd.  aber  zu  b  (p). 

8.  Anlautendes  j  (z.  B.  in  ffuty  gross)  ist  im  Frank,  (und 
grossenteils  im  Sachs.)  als  velare  oder  palatale  Spirans  erhalten, 
hd.  aber  zu  g  geworden. 

9.  Anlautendes  wr  (z.  B.  in  wringen)  ist  hd.  seit  Beginn 
unserer  Überlieferung  zu  r  geworden. 

10.  Die  Neuerung  ist  auf  Seiten  der  Franken  und  Sachsen 
hinsichtlich  der  bereits  zu  Beginn  unserer  Überlieferung  vor- 
handenen Monophthongierung  von  ei  und  axi  zu  e  und  ö  (z.  B.  in 
Stein,  Aiige),^ 

Die  Sprachgrenze  der  Franken  ist  im  Osten  wie  im  Westen 
erhalten.  Über  die  Orenze  gegen  die  Sachsen  s.  oben  S.  335  £ 
Im  Westen  hatte  die  Sprachgrenze  im  frühen  Mittelalter  etwa 
das  Aussehen  der  heutigen  deutsch/polnischen  Sprachgrenze,  d.  h. 
es  schied  nicht  eine  scharfe  Linie,  sondern  es  bestand  ein  Grenz- 
gürtel mit  gemischt  germanischer  und  romanischer  Bevölkerung, 
und  jenseits  dieses  Gürtels  gab  es  hüben  wie  drüben  kleinere 
Sprachinseln.  Die  geographische  Arrondierung  beider  Sprach- 
gebiete hat  zu  der  heutigen  Sprachgrenze  geführt,  welche  ab 
ungefähre  Durchschnittslinie  auch  für  die  ältere  Zeit  zu  Recht 
besteht.  Hier  haben  wir  ein  besonders  schlagendes  Beispiel  fBr 
das  hohe  Alter  von  modernen  Sprachgrenzen.  Flandern  bezw. 
Westflandem  ist  vom  8.  bis  16.  Jahrh.  von  dem  übrigen  nieder- 
ländischen Sprachgebiet  getrennt  gewesen  —  auch  die  kirchliche 
Einteilung  respektierte  die  Scheide-Grenze  — ,  und  ebenso  wenig 
haben  die  späteren  politischen  Grenzen  auf  die  Sprachgrenze  Rück- 
sicht genommen:  und  doch  hat  die  alte  Sprachgrenze  alle  poh- 
tischen  Grenzverschiebungen  seit  länger  als  einem  Jahrtausend 
überlebt.  Von  einer  Südgrenze  des  Fränkischen  kann  nach  dem 
oben  S.  337  Gesagten  keine  Rede  sein.  Südlich  der  Eifel  be- 
ginnen bereits  hochdeutsche  Spracheigentümlichkeiten  und  je 
weiter  nach  Süden  und  Osten,  um  so  mehr  verschwindet  die 
fränkische  Sprache  vor  der  hochdeutschen. 

Auch  innerhalb  des  Frankenlandes  sind  die  Grenzen  der 
salischen  und  rip warischen  Franken,  die  Südgrenze  der  letzteren 
sowie   die   erst   seit   dem    10.  Jahrh.   gebildete    Grenze    zwischen 

^  Es  thut  nichts  zur  Sache,  dass  die  Monophthonge  sporadisch  auch 
in  oberdeutschen  Mundarten  vorkommen,  wo  sie  jüngeren  Datums  sind. 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  341 

Rhein-  und  Ostfranken  heute  noch  als  Sprachgrenzen  bewahrt, 
und  es  giebt  eine  niederländische  (salische),  eine  ripwarische,  eine 
rheinfränkische  und  eine  ostfränkische  Mundartengruppe. 

Die  niederländisch/rip warische  Sprachgrenze  läuft  yon  Duisburg 
nördlich  yon  Krefeld  und  südlich  von  Venlo  westwärts,  um  sich, 
nachdem  sie  die  belgische  Grenze  westlich  von  Weert  erreicht  hat, 
nach  Südwesten  zu  wenden  und  Diest  und  Tienen  auf  die  ripwa- 
rische, Leuven  auf  die  niederländische  Seite  zu  weisen.  Diese 
Grenze  ist  streckenweise  eine  scharfe,  westlich  der  Maas  nur  an- 
nähernd bestimmbar.  Ich  nenne  die  folgenden  spezifisch  nieder- 
ländischen Eigentümlichkeiten: 

1.  Das  Fehlen  des  Umlauts  des  ä. 

2.  Die  seit  Beginn  unserer  Überlieferung  bezeugte  Diphthon- 
gierung des  germ.  ö  zu  wo  (z.  B.  in  Biwh,  Ftiss,  zu),  welche 
heute  ü  ergeben  hat,  im  Gegensatz  zum  sächs.  ö,  eo,  auy  au  und 
zum  ripw.  ö.  Ebenso  erscheint  der  Umlaut  des  ö  (z.  B.  in  Bücher, 
süss)  in  Ndld.  als  ü  (l).^ 

3.  Germ,  eo  (z.  B.  in  giessen,  lieb)  erscheint  in  Ndld.  schon 
seit  Beginn  unserer  Überlieferung  als  ie,  heute  ie  oder  l  ge- 
sprochen, im  Gegensatz  zum  sächs.  e  oder  ei  (altsächs.  io,  ia)  und 
ripw.  c.^ 

4.  Ebenso  erscheint  umgelautetes  germ.  ai  (z.  B.  in  rein,  heil) 
in  Ndld.  schon  seit  Beginn  unserer  Überlieferung  als  ie,  heute 
ie  oder  I  gesprochen. 

5.  Germ,  ü  (z.  B.  in  Haus,  saufen)  ist  im  Ndld.  zu  ü  *  (l)  ge- 
worden oder  zu  ui,  eu,  ÖU  diphthongiert,  während  ü  im  Sächs. 
und  Ripw.  erhalten  oder  zu  tu,  ou  diphthongiert  ist. 

6.  Germ,  au  (z.  B.  in  Äuge  und  hoch)  ist  im  Ndld.  (und  Sächs.) 
zu  ö  geworden,  ripw.  aber,  wie  im  Hochdeutschen,  je  nach  den 
folgenden  Konsonanten  diphthongisch  oder  monophthongisch  be- 
handelt. 


^  Wenn  das  ripw.  ö  und  e  sekundär  aus  älterem  uo  und  ie  entstanden 
ist,  dann  würden  beide  Fälle  zu  den  oben  S.  338  f.  besprochenen  Eigentüm- 
lichkeiten gehören,  welche  den  fränk.  und  hochdeutschen  Mundarten  im 
Gegensatz  zu  den  sächsischen  gemeinsam  sind. 

'  Diese  Aussprache  des  Buchstaben  u  gilt  bereits  für  das  Mittelalter 
(vgl.  Franck,  Mndld.  Gramm.,  §  6,  2  und  Pauls  Grdr.»  I  826)  imd  beruht, 
ebenso  wie  das  ü  des  Elsass  und  der  Westschweiz,  wahrscheinlich  auf  der 
Aussprache  der  unterworfenen  gallischen  Urbevölkerung. 


342  Otto  Bremer. 

7.  Ndld.  (und  zum  Teil  sächsisch)  ist  die  Aussprache  des 
anlautenden  g  als  ch  (z.  B.  in  gut,  gross)  gegenüber  ripw.  j. 

8.  Ndld.  (und  zum  Teil  sächsisch)  heisst  es  ook  auch,  ik  ich, 
mij  mich,  dij  dich,  ebenso  „euch''  mit  yokalischem  Auslaut,  ripw. 
hingegen  atichy  ich,  mich,  dich,  euch.^ 

9.  Ndld.  (und  sächs.)  hi  „er''  entspricht  ripw.  her  oder  er. 
Für  die  sprachlichen  Unterschiede  zwischen  rhein-  und  ost- 
fränkisch verweise  ich  auf  Heilig,  Gramm,  d.  ostfrk.  Mundart  des 
Taubergrundes,  S.  150 — 154.  Die  heutige  Sprachgrenze  weicht 
am  Neckar  yon  der  auf  unseren  historischen  Karten  angegebenem 
politischen  Grenze  bemerkenswert  ab  und  folgt  yielmehr  dem 
Laufe  der  Brettach.* 

4.  Die  Thüringer. 

Über  die  Sprachgrenze  der  Thüringer  sowohl  geographisdi 
als  hinsichtlich  ihrer  sprachlichen  Charakteristika  yerweise  idi 
auf  Hertel,  Thüringer  Sprachschatz,  S.  8 — 22.  Ich  bemerke  nur, 
dass  die  Nordgrenze  yom  Harz  bis  zur  Werra  und  ebenso  die 
Wesi^renze  eine  ganz  scharfe  ist  und  sich  fast  Ort  für  Ort,  mit 
nur  ganz  geringfügigen  Abweichungen,  mit  der  historischen  Grenze 
deckt.  Nach  Osten  zu,  längs  der  Saale,  geht  die  thüringische 
Mundart  allmählich,  ohne  dass  eine  Sprachscheide  existiert,  in 
die  nahe  verwandte  osterländische  und  meissnische  Mundairt  über 
—  sehr  begreiflich;  denn  vorzugsweise  Thüringer  sind  es  gewesen, 
die  das  Land  östlich  der  Saale  kolonisiert  haben.  Nur  im  Vogt- 
lande  und  östlicher  im  Erzgebirge  sind  die  Kolonisten  nach 
Ausweis  der  Sprache  Ostfeinken  gewesen.'  Die  vogtlandisck/ 
thüringische  Sprachgrenze  ist  keine  so  feste,  wie  man  nach  der 
Karte  bei  Hertel  meinen  möchte.  Der  ganze  Streifen  zwischen 
Ziegenrück-Saalfeld  und  Gera-Weida  vermittelt  ostfränkische  und 
thüringische  Sprechweise. 

5.  Die  Alamannen. 

Nach  dem  oben  S.  337  AusgefUirten  sind  die  alamannisch^ 
Spracheigentümlichkeiten  nicht  auf  das  alamannische  Herzogtum 
beschränkt,    sondern    erstrecken    sich   zum    Teil  bis   zum    Main. 

'  Den  Vokalismufl  berücksichtige  ich  bei  diesen  Angaben  nicht. 

'  Vgl.  H.  Halm,  Skizzen  aus  dem  Frankenland,  Hall  1SS4,  S.  86  u.  89. 

'  Vgl.  Gerbet,  Mimdart  des  Yogtlandes,  S.  12  ff. 


Politiflche  Greschichte  und  Sprachgeschichte.  343 

Gleichwohl  ist  die  politische  Grenze  des  Jahres  506  eine  scharfe 
Sprachgrenze  geworden,  die  in  ihrem  ganzen  Verlauf  yon  Dinkels- 
bühl bis  zur  Nordgrenze  des  Elsass  ziemlich  getreu  erhalten  ist 
und  nur  an  einzelnen  Stellen,  so  besonders  am  Neckar,  sich  heute 
etwas  verschoben  hat  oder  verwischt  ist.  Die  Sprachgrenze  lauft 
von  dem  schwäb.  Dinkelsbühl  zwischen  Wildenstein  und  Deuf- 
stetten,  Stimpfach  und  JagstzeU,  Ober-Sontheim  und  Bühlerthann, 
Fischbach  und  Geifertshofen,  Unter-Roth  und  Sulzbach  ^  hindurch, 
dann  nördlich  von  Murrhardt,  Rietenau  und  Mundeisheim,  west- 
lich des  Neckar  nördlich  von  Bissingen  und  östlich  imd  südlich 
von  Calw  zur  Homisgrinde  und  über  Baden-Baden  zur  Nordgrenze 
des  Elsass.  Über  die  Beschaffenheit  dieser  Sprachgrenze  als 
einer  wirklichen  Stammesgrenze,  die  noch  heute  als  solche  ge- 
fühlt wird,  hat  sich  ein  Kenner  des  Landes  und  der  Menschen, 
Halm,  so  unzweideutig  ausgesprochen,  dass  ich  nur  auf  seine 
Worte  verweisen  kann,  die  ich  in  meiner  Ethnographie  S.  807 
wiedergegeben  habe.  Die  alamannische  Nordgrenze  lässt  sich  an 
der  Hand  von  H.  Fischers  Schwäb.  Sprachatlas  ziemlich  genau 
ermitteln.  Wenn  man  sich  die  Linien  sämtlicher  Karten  auf  ein 
Blatt  einträgt,  so  ergeben  sich  wohl  streckenweise,  so  von  Calw 
bis  zum  Neckar,  Grenzstreifen;  anderwärts  aber  fallen  die  Linien 
so  massenhaft  genau  zusammen,  dass  der  Beweis  einer  scharfen 
Sprachscheide  geliefert  ist.* 

Hinsichtlich  der  sprachlichen  Charakteristika,  die  das  Ala- 
mannische vom  Rheinfi^nkischen  scheiden,  verweise  ich  auf  Halm, 
auf  Kauffmanns  Gesch.  d.  schwäb.  Mundart  S.  33 f.  und  auf  Fischers 
Sprachatlas. 

Für  die  Unterschiede  gegen  das  Bairische  verweise  ich  auf 
Kauffinann  S.  36  und  auf  die  24  Falle,  die  ich  im  Arch.  f.  d.  Stud. 
d.  neueren  Sprachen  103,  S.  172  f.  angeführt  habe.  Die  LechUnie 
ist  nicht,  wie  Wrede  S.  38  f.  sagt,  „an  der  Begrenzung  dieser  oder 


»  Vgl.  für  dieflen  Teil  Halm  a.  a.  0.,  S.  28  und  86—38. 

'  Wie  wenig  verlässlich  diese  Karten  unter  umständen  sein  können, 
wenn  es  darauf  ankommt,  für  einen  bestimmten  Grenzort  zu  ermittehi,  ob 
er  dies-  oder  jenseits  der  Sprachgrenze  liege,  dafür  ein  Beispiel.  Stimpfach, 
welches  nach  den  Angaben  Hahns  zweifellos  ostfränkisch  und  nicht  schwäbisch 
spricht,  wird  nur  von  6  unter  23  Linien  Fischers  dem  Frank,  zugeteilt, 
von  17  dem  Schwäbischen.  Geifertshofen,  das  schwäbisch  spricht,  wird  von 
10  unter  23  Linien  dem  Schwäbischen  zugeteilt,  von  13  dem  FiAnkischen. 


344  Otto  Bremer. 

jener  grammatischen  Einzelheit  noch  erkennbar'',  sondern  sie  ist 
in  voller  Schärfe  noch  heute  vorhanden.  Ich  zahle  nach  Fischers 
Sprachatlas,  dem  Lech  von  seiner  Mündung  ab  flussaufwärts 
folgend,  zwischen  Mündling  und  Bertholdsheim  nicht  weniger 
als  17  Sprachlinien,  weiter  längs  des  Lechs  bis  Augsburg  und 
östlich  von  Augsburg*  mehr  als  20,  die  genau  zusammenfallen. 
Südlich  von  Augsburg  teilt  sich  diese  Sammellinie:  dem  Lech 
folgen  bis  Schongau  13  bis  20  Linien;  westlich  von  Mittelstetten 
zähle  ich  9,  östlich  12;  östlich  von  Wessobrunn  20;  zwischen 
Hohen-Peissenberg  und  Uffing  15,  westlich  von  Hohen-Peissenbeig 
mindestens  20;  westlich  von  Bichlbachle  12,  zwischen  Bichlbachle 
und  Ober -Ammergau  21.^  Man  muss  auf  Grund  dieses  That- 
bestandes  schliessen,  dass  die  Sprachgrenze  von  der  Lechmündung 
bis  Augsburg  eine  haarscharfe  Linie  ist^,  dass  aber  von  Augs- 
burg bis  zur  tirolischen  Grenze  ein  Übergangsstreifen  existiert, 
innerhalb  dessen  schwäbische  und  bairische  Sprechweise  gemischt 
sind.  Diese  Übergangszone  reicht  vom  Lech  bis  einschliesslich 
Mittelstetten,  Türkenfeld,  Ammer  See,  Hohen-Peissenberg  und 
Bichlbachle.  Mitten  durch  diese  Zone  hindurch  läuft  die  Grenze 
bei  Spruner-Menke. 

Die  Sprachgrenze  in  den  Vogesen  ist,  von  kleineren  neueren 
Verschiebungen  abgesehen,  dieselbe  geblieben  wie  zu  der  Zeit, 
als  die  Alamannen  zuerst  das  Elsass  besiedelt  haben. 

6.  Baiern. 

Über  die  Sprachgrenze  gegen  die  Alamannen  habe  ich  eben 
gehandelt.  Für  die  Grenze  gegen  Ostfranken  ist  zu  beachten, 
dass  ähnlich  wie  in  Rhein-  und  dem  westlichen  Ostfranken  ein 
Teil  der  Bevölkerung  alamannischer  Herkimft  ist,  so  in  dem  öst- 
lichen Ostfranken  ein  Teil  der  Bevölkerung  bairischer  Herkunft 
ist.     Gleichwohl  giebt  es  auch  hier  eine  ausgesprochene  Sprach- 

^  Diese  Zahlen  sind  deshalb  nicht  zuverlässig,  weil  ich  auf  meiner 
Karte  keinen  Platz  mehr  für  weitere  Linien  hatte  und  etliche  Linien  daher 
nicht  mitgezählt  habe.  Die  Zahlen  sind  nur  als  Minimalzahlen  richtig. 
Ich  schätze,  dass  die  Zahlen  bis  15  richtig  sein  werden,  während  diejenigen 
über  20  zum  Teil  etwa  bis  25  zu  erhöhen  sein  mögen.  Es  kommt  an  dieser 
Stelle  ja  nicht  auf  die  absoluten  Zahlen  an.  Deshalb  glaubte  ich  von  der 
zeitraubenden  Arbeit,  eine  neue  Karte  anzufertigen,  absehen  au  dürfen. 

■  Selbstverständlich  nur  nach  Massgabe  der  bei  Fischer  verzeichneten 
Ortschafben. 


Politische  Geschichte  und  Sprachgeschichte.  34& 

scheide,  entsprechend  der  früheren  politischen  Grenze.  Ich  befinde 
mich  hier  in  erfreulicher  Übereinstimmung  mit  Wrede,  Zeitschr. 
f.  dt.  Alt.  37,  301  f.  Hingegen  beruht  es  auf  Unkenntnis,  wenn 
Wrede  jetzt  S.  39  Anm.  1  sagt:  „Andere  Stücke  der  alten  Baiern- 
grenze  zeigen  heute  kaum  noch  einen  dialektischen  Wiederschein; 
Nürnberg  z.  B.,  das  im  Mittelalter  bairisch  sprach,  spricht  heute 
fränkisch."  Schon  die  Lektüre  von  Grübel  und  von  Frommanns 
grammatischer  Skizze  kann  keinen  Mundartenkenner  über  den 
bairischen  Charakter  der  Nürnberger  Mundart  im  Zweifel  lassen. 
Im  übrigen  verweise  ich  auf  das  Urteil  des  gegenwärtig  besten 
Kenners  der  Nürnberger  Mundart,  auf  das  Urteil  des  Nümbergers 
A.  Gebhardt,  der  seine  Mundart  als  bairisch  bezeichnet  und  die 
Sprachgrenze  gegen  das  Ostfränkische  westlich  von  Nürnberg  zieht. 
Der  Beweis  für  die  bairische  Spracheinheit  ist  bisher  im 
einzelnen  noch  nicht  geliefert.  Aber  an  der  Existenz  einer  solchen 
wird  niemand  zweifeln,  der  Leute  aus  verschiedenen  Landschaften 
bairischen  Sprachgebietes  hat  sprechen  hören.  Die  Entfernung 
von  Wien  bis  zum  Voralbergtünnel  beträgt  rund  60  Meilen:  der 
Gesamtcharakter  der  Sprache  bleibt  im  westlichen  Tirol  der  gleiche 
wie  in  Wien.  Sobald  man  aber  Vorarlberg  betritt,  ertönen  völlig^ 
neue  Laute.  Diese  Wahrnehmung  eines  Kenners  von  Land  und 
Leuten  wird  wohl  mancher  meiner  Leser  bestätigen;  es  bedarf 
dazu  keinerlei  grammatischer  Kenntnis.  Obgleich  Osterreich  seit 
länger  als  einem  halben  Jahrtausend  von  Bayern  politisch  ge- 
trennt ist,  giebt  es  zwischen  beiden  Ländern  keine  Sprachscheide  ^ 
die  Volkssprache  ist  hüben  und  drüben  die  gleiche. 


Ich  fasse  zusammen:  Die  altgermanischen  Stämme,  aus  denen 
sich  das  deutsche  Volk  zusammensetzt,  haben  ihre  sprachliche 
Eigenart  innerhalb  der  alten  Grenzen  im  wesentlichen  bis  auf 
den  heutigen  Tag  bewahrt,  obgleich  sie  ihre  politische  Selbst- 
ständigkeit seit  länger  als  einem  Jahrtausend  eingebüsst  haben. 
Je  länger  und  je  fester  ein  politischer  Verband  besteht,  um  so 
mehr  verschmelzen  die  dialektischen  Verschiedenheiten  innerhalb 
desselben  zu  einer  sprachlichen  Einheit.  Das  ist  zu  allen  Zeiten 
so  gewesen.  Zerfällt  dann  ein  solcher  politischer  Verband,  um 
Neubildungen  Platz  zu  machen,  so  bedarf  es  um  so  längerer  Zeit, 
die  ursprünglichen  Sprachgrenzen  zu  verwischen,  je  ausgeprägter 
sich  jene  alte  Spracheinheit  ausgebildet  hat.    Für  die  Frage  nach 


346         Otto  Bremer,  Politische  Geschichte  and  Sprachgeschichte. 

dem  Verhältnis  der  Spracheinheit  zu  den  Mundarten  genügt  nicht 
die  eine  Formel  ,^überall  zuerst  Vielheit  und  Buntheit,  erst  nach- 
träglich Ausgleich  und  Einheit'*  (Wrede  S.  40),  sondern  wie  für 
die  politische  Geschichte,   so   gilt   auch   für   die  Geschichte   der 
Sprachen  der  Satz,  dass  auf  die  Einheit  wieder  eine  Vielheit  folgt, 
auf  diese  wieder  eine  Einheit  und  so  fort.     Ich  erinnere   an  die 
römische  Welt.     Die   Provinzialsprachen   sind   einer   (wenn   auch 
mundartlich    gefärbten)    lateinischen    Einheitssprache    gewichen. 
Als  das  staatliche  Band  sich  löste,  differenzierte  sich  dies  Latein 
zu  yerschiedenen  Mundarten  und  Sprachen.     Auf  die  Neubildung 
der  einzelnen  romanischen  Staaten  folgte  die  Tendenz  einer  mund- 
artlichen Nivellierung  innerhalb   eines  jeden   dieser  Staaten  und 
zu   einer  neuen   französischen,   portugiesischen  u.  s.  w.   Einheits- 
sprache.    Ebenso  hat  sich  in  früherer  Zeit  die  indogermanische 
Einheitssprache   in   zahlreiche   Mundarten    aufgelöst,    aus    denen 
selbständige  Sprachen  erwuchsen,  nachdem  entsprechende  Staaten- 
gründungen  stattgefunden  hatten.  Auch  die  urgermanische  Sprache, 
welche,  wie  wir  wissen,    eine  ziemlich  einheitliche  gewesen  ist^ 
werden  wir  in  diesem  Sinne  zu  verstehen  haben.     Ihre  mundart- 
liche Differenzierung  beginnt  mit  der  Gründung  der  einzelnen  ger- 
manischen  Völker.  In  England  sind  die  spracUichen  Eigenheiten  der 
Stämme  der  Sachsen,  Juten  und  Angeln,  wie  sie  vor  1000  Jahren 
bestanden  haben,  längst  verwischt.     In  Deutschland,  dessen  poli- 
tische Entwicklung  eine  weniger  einheitliche   gewesen   ist,   sind 
die   alten  politischen  Grenzen  der  Sachsen,  Franken,  Thüiing^, 
Alamannen  und  Baiem  heute  noch   an   der  Sprache   erkennbar. 
Aber  in  der  Gegenwart  vollzieht  sich  unaufhaltsam   der  Prozess 
einer  sprachlichen  Nivellierung:  die  alten  Mundartengrenzen  werden 
immer  mehr  verwischt,  die  jüngere  Generation  nähert  ihre  Mund- 
art mehr  und  mehr   der  ideellen  deutschen  Einheitssprache  an, 
die  Tage  der  Mundart  sind  gezählt. 


347 


Der  Feldzng  der  Engländer  nnd  Rassen  in  Holland 
im  Herbst  1799  nnd  die  Stellnng  Prenssens. 

Von 

Hermann  Httffer. 

V. 

Während  man  in  Berlin  unterhandelte,  hatte  man  in  Peters- 
burg und  London  gehandelt.  In  dem  Vertrage  mit  England  yom 
29.  Dezember  1798  hatte  Paul  ein  Hilfscorps  yon  45000  Mann 
für  den  Fall  yersprochen,  dass  Preussen  die  Franzosen  in  Holland 
oder  Belgien  angreifen  woUe.  Infolgedessen  wurden  dann  in 
Berlin  die  Verhandlungen  angeknüpft,  über  welche  die  vorher- 
gehenden Abschnitte  Auskunft  geben.  Der  Eifer  Pauls  war  aber 
so  gross,  dass  er  selbst  für  den  Fall,  dass  Preussen  nicht  zu 
gewinnen  sei,  der  Sendung  des  Hilfscorps  sich  nicht  abgeneigt 
zeigte.  ^  Mit  Vergnügen  übersendet  Lord  Grenyille  am  15.  März  die 
Ratifikation.  Als  er  dann  aus  Berlin  die  Nachricht  erhielt,  Preussen 
wolle  nur  über  einen  eyentueUen  Verteidigungskrieg  unterhandeln, 
schrieb  er  unter  dem  ersten  Eindruck  an  Whitworth,  yon  Preussen 
sei  nichts  zu  erwarten;  man  müsse  den  Plan  gegen  Holland  auf- 
geben und  den  Vertrag  yom  29.  Dezember  den  veränderten 
Umständen  anpassen,  in  der  Weise,  dass  das  Hilfscorps  in  die 
Schweiz  ziehe.*  Auch  damit  war  Paul  einverstanden.  Am  26.  März 
meldet  Whitworth,  der  Kaiser  sei  durch  die  Ablehnung  von  Seiten 
Preussens  mehr  verletzt  als  überrascht,  und  sein  Eifer  nicht  ge- 
mindert. Nachdem  der  englische  Gesandte  am  19.  April  die 
Ratifikation   des   vorläufigen   Vertrages    erhalten    hatte,    machte 

^  Artikel  IX  des  Vertrages  bei  Martens,  Becueil  des  trait^s,  VII,  318. 
Göttingen  1801.  —  Der  Vertrag  wurde  im  Herbst  1799  von  der  Begierong 
dem  englischen  Parlament  mitgeteilt  nnd  in  der  Oazette  de  Lejde  vom 
6.  November  abgedrackt;  vgl.  auch  Sir  Charles  Whitworth,  der  englische 
Gesandte  in  Petersburg,  an  Lord  Grenville,  26.  Februar,  Becord  Office  London. 

•  Grenville  an  Whitworth,  22.,  27.  März,  R.  0.  L. 

Hiitor.  Viorte^ahrtohrift.  1908.  8.  26 


348  Hermann  HOfifer. 

er  schon  am  20.  Kotschubey  und  Rostoptschin,  welche  nach 
Besborodkos  Tode  die  Geschäfte  ausschliesslich  leiteten,  davon 
Mitteilung;  sie  fand  die  freundlichste  Aufnahme,  und  bald  wurde 
man  darüber  einig,  dass  das  russische  Hilfscorps  in  der  Schweiz 
zu  verwenden  sei. 

Nicht  lange  und  es  kam  noch  ein  neuer  Vertrag  hinzu. 
Am  24.  April  hatte  Thomas  Ghrenville  seinem  Bruder  von  dem 
Abbruch  der  Berliner  Verhandlungen  Nachricht  gegeben.  Gleich- 
zeitig übersendet  er  eine  Denkschrift  des  Erbprinzen  von  Oranien, 
welche  in  lebhaften  Farben  die  Zustande  Hollands  schildert.  Der 
Druck  der  Franzosen  sei  unerträglich;  alle  Parteien  sehnten  sich, 
das  Joch  abzuschütteln,  Heer  und  Flotte,  selbst  Mitglieder  der 
B^gierung  seien  dem  rechtmässigen  Herrscher  zugethan.  Jetzt,  da 
die  Aufständischen  in  Belgien  sich  noch  hielten,  und  Holland  in- 
folge der  österreichisch-russischen  Siege  von  französischen  Trappen 
entblösst  sei,  solle  man  den  günstigen  Augenblick  benutzen. 
Fremde  Truppen  brauchten  nur  an  der  Ghrenze  sich  zu  zeigen, 
um  den  Aufstand  zum  Ausbruch  zu  bringen;  der  Erfolg  sei  un- 
zweifelhaft, wenn  nur  etwa  3000  Englander  in  Friesland  Unter- 
stützung leisteten.  Wie  jene  vereitelte  Ho&ung,  so  sind  auch 
diese  Vorstellungen  auf  das  englische  Ministerium  offenbar  nicht 
ohne  Einfluss  geblieben.  Zwei  Tage  nachdem  sie  eingetrofiiBn 
waren,  am  3.  Mai,  schreibt  Lord  Orenville  an  Whitworth,  der 
rasche  Fortschritt  der  österreichisch-russischen  Armee  habe  das 
Direktorium  bewogen,  aus  den  Niederlanden  einen  grossen  Teil 
der  dort  aufgestellten  Streitkiäfte  wegzuziehen;  Whitworth  soU 
den  Vorschlag  machen,  dass  eine  Anzahl  russischer  Truppen,  und 
zwar  nicht  weniger  als  20000  und  nicht  mehr  als  45  000 ,  nach 
Holland  geführt  werde.  Dabei  hält  er  aber  fest  an  dem  Plane 
gegen  die  Schweiz.  Thugut  wünsche  zwar,  dass  die  schon  früher 
bewilligten  45000  Russen  statt  in  der  Schweiz  am  Rheine  operieren 
möchten,  aber  darauf  könne  man  nicht  eingehen.'  Daneben  be- 
auftragte er  den  General  Stamford,  der  als  Vertreter  des  Erbstatt- 
halters und  als  Vertrauensmann  der  englischen  Regierung  in  Berlin 
verweilte,  einen  Plan  für  das  Unternehmen  auszuarbeiten,  liess 
auch  einen  besonderen  Bevollmächtigten,  den  Kapitän  Popham, 
nach  Petersburg  abgehen,  um  den  Angriffsplan,  die  Beihilfe  Eng- 


1  Grenville  an  Whitworth,  8.,  1   Mai,  R.  0.  L. 


Der  Feldzug  d.  Engländern.  Rnssen  im  Herbst  1799  u.  die  StellnngPrenssens.  349 

lands  und  das  für  die  Seefahrt  Erforderliche  zu  besprechen.^  Wie 
enge  dieser  und  die  folgenden  Schritte  mit  den  Berliner  Verhand- 
lungen zusammenhängen,  tritt  in  dem  Schriftwechsel  augenscheinlich 
hervor.  Als  Thomas  GrenviUe  am  28.  April  wieder  in  Aussicht 
stellt,  dass  in  zwei  Monaten  etwa  60000  Preußsen  gegen  Holland 
ausrücken  würden,  ermässigt  Grenyille  sogleich  am  7.  Mai  seine 
Bitte  auf  die  Absendung  yon  höchstens  20000  Russen,  erhöht  sie 
aber  am  23.  Mai  wieder  auf  40 — 45000  Mann,  als  ihm  Tags 
vorher  die  Nachricht  zugekommen  ist,  Haugwitz  habe  den  König 
nicht  für  seine  Ansicht  gewinnen  können.* 

In  Petersburg  herrschte  noch  immer  die  beste  Stimmung. 
Bereits  am  3.  Juni  kann  Whitwortb  melden,  dass  der  Zar  die 
neuen  Vorschläge  in  der  Hauptsache  annehme.  Am  13.  Juni 
berichtet  er:  er  hoffe  20000  Mann  für  die  Unternehmung  gegen 
HoDand  zu  erhalten;  mehr  sei  nach  dem  von  Stamford  aus- 
gearbeiteten Plane  nicht  erforderlich;  17000  habe  der  Kaiser 
bereits  bewilligt.  Schon  am  23.  Juni  übersendet  er  den  Tags 
vorher  unterzeichneten  Vertrag.  Russland  verpflichtete  sich, 
17  593  Mann  zu  stellen;  da  man  30000  Mann  für  erforderlich 
hielt^  sollte  England  13  000  oder,  wenn  die  kleine  Zahl  ausreiche, 

»  Vgl.  Panin  an  Panl,  16.  März,  Brückner  IV,  204.  Der  Plan  wird 
am  16.  Mai  durch  einen  englischen  Enrier  von  Berlin  nach  Petersburg 
geechickt.  Panin  berichtet  zu  gleicher  Zeit  unter  den  höchsten  Lobsprüchen 
für  den  Charakter  und  die  Fähigkeiten  des  holländischen  Generals:  Stam- 
ford wolle  trotz  seines  Alters  die  Reise  nach  Petersburg  nicht  scheuen; 
Panin  hat  sich  erlaubt,  ihm  einen  Pass  auszustellen;  als  diplomatische 
Persönlichkeit  scheine  er  nicht  wie  ein  Privatmann  der  in  dem  Reskript 
vom  26.  April  (6.  Mai)  geforderten  besonderen,  vom  Zaren  unterzeichneten 
Erlaubnis  zu  bedürfen.  Stamford  scheint  an  der  Grenze  doch  noch  aller- 
hand Aufenthalt  gehabt  zu  haben,  so  dass  er  erst  drei  Wochen  nach  Popham 
in  Petersburg  anlangte;  vgl.  Whitworth  an  Simon  Woronzow,  23.  Juni, 
Woronzows  Archiv  29,  382,  Moskau  1883 

'  Vgl.  oben  S.  180  f.  Der  Zusammenhang  der  Berliner  und  Lon- 
doner Vorgänge  wird  überzeugend  nachgewiesen  von  G.  J.  W.  Eoolemans 
Beynen,  Engelands  bedoelingen  bij  het  werkdadig  optreden  op  het  vaste- 
land  gedurende  den  tweeden  coalitie-orlog,  Leiden  1898;  derselbe,  Nieuwe 
gegevens  betreffende  de  bedoelingen  van  Engeland  enz.,  Leiden  1899.  (Over- 
gedrukt  uit  de  Handelingen  en  Mededeelingen  van  de  Maatschapp^j  der 
Nederl.  letterkunde  te  Leiden,  1897—1898,  1898—1899).  Dort  werden  die 
bezüglichen  Depeschen  aus  dem  Record  OfQce  im  Auszuge  mitgeteilt,  am 
Schlüsse  der  Nieuwe  gegevens  auch  die  Denkschrift  des  Prinzen  von  Oranien 
vom  24.  April. 

26  • 


350  Hermann  Hüffer. 

8000  Mann  hinzufügen  (Artikel  1).  Sobald  die  russischen  Trappen 
in  Reval  versammelt  und  zur  Abfahrt  bereit  sind^  zahlt  England 
als  Vergütung  für  die  Ausrüstung  44000  Pfund  und  nach  drei 
Monaten  dieselbe  Summe,  ausserdem  für  den  Unterhalt  monatlich 
44000  Pfund  (Art  4),  liefert  auch  die  Schiffe  zur  Ueberfahrt  mit 
Ausnahme  von  sechs  russischen  Linienschiffen^  für  welche  nach 
dem  3.  Zusatzartikel  eine  besondere  Vergütung  geleistet  wird.^ 

Der  Zar  war  auf  die  englischen  Vorschläge  bereitwillig  ein- 
gegangen. Nur  die  Mitwirkung  eines  englischen  Corps,  schreibt 
Whitworth,  habe  er  zugestehen  müssen,  denn  Paul  wolle  nur  als 
Hilfsmacht  auftreten  und  die  Wohlfahrt  sowie  den  Ruf  seiner 
Truppen  nicht  aufs  Spiel  setzen,  wenn  sie  nicht  durch  eine  hin- 
reichende Zahl  britischer  Truppen  unterstützt  würden.*  Diese 
Forderung  war  aber  den  Absichten  des  englischen  Kabinetts  nicht 
entgegen.  Es  lag  schon  in  den  Verhältnissen,  und  Thomas  Gben- 
yille  macht  es  einmal  von  Berlin  eindringlich  geltend,  dass  man 
eine  fremde  Macht  nicht  nach  Belieben  in  Holland  dürfe  schalten 
lassen.'  Schon  in  dem  Schreiben  vom  7.  Mai  nimmt  Lord  Gren- 
ville  für  den  Fall,  dass  die  Russen  in  Friesland  einfielen,  eine 
englische  Landung  auf  Walcheren  in  Aussicht.  Als  dann  Ende 
Mai  eine  Mitwirlnmg  Preussens  wieder  in  Frage  kam,  wollte 
England  um  so  weniger  zurückbleiben.  Man  sah  sich  bereits 
nach  einem  Oberbefehlshaber  um,  und  die  Wahl  fiel  auf  Sir 
Ralph  Abercromby,  einen  der  ausgezeichnetsten  Offiziere  der  eng- 
lischen Armee.  Am  8.  Juni  schreibt  ihm  der  Kriegsminister 
Dimdas:  wenn  auch  auf  Preussen  kein  Verlass  sei,  so  bestehe 
doch  nach  den  neuesten  Nachrichten  die  Möglichkeit,  dass  es 
Frankreich  zur  Räumung  Hollands  auffordern,  andernfalls  Gewalt 
brauchen  werde;  für  diesen  Fall  müsse  England  bereit  sein, 
Walcheren  zu  besetzen;  Dundas  hat  mit  dem  Herzog  von  York 
über  Truppen  disponiert.  Wenn  Abercromby  das  Unternehmen 
befehligen  wolle,  möge  er  sogleich  nach  London  kommen.^  Zur 
selben   Zeit   richtet   der   Herzog   von  York   an  Abercromby   ein 


'  MartenB,  Becueil  des  traitäs  VlI,  323. 

'  Whitworth  an  Grenville,  23.  Juni,  R.  0.  L.;  vgl.  auch  Koolemans 
Beynen,  Engeland»  bedoelingen  S.  42  f. 

*  Thomas  Grenville,  21.  Mai,  Eoolemans  Beynen,  Nieuwe  gegevens  S.  9. 

*  Lieutenant-Qeneral   Sir   Ralph   Abercromby   K.  B.  (1798—1801),   a 
memoir  by  his  son  James  Lord  Dunfermline,  Edinburgh  1861,  S.  144. 


DerFeldzng  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1 799  u.  die  Stellung  Preussens.  35 1 

Schreiben  über  Formierung  des  Stabes.  Schon  die  Art,  wie  der 
erate  Artikel  des  Vertrages  vom  22,  Juni  die  geringe  Stärke  des 
englischen  Hülfscorps  feststellt,  lässt  aber  erkennen,  wie  schwer 
es  wurde,  damals  in  England  eine  Heeresmacht  aufzubringen.  Die 
englischen  Truppen  hatten  in  den  belgischen  Feldzügen  von 
1793 — 94  schwer  gelitten,  waren  dann  teils  in  den  Kolonien,  teils 
in  Irland  noch  immer  unentbehrlich.  In  dieser  Verl^enheit  griff 
man  zu  einem  aussergewöhnlichen  Mittel.  Am  10.  Jimi  wurde 
im  Unterhause  eine  Bill  eingebracht,  dergemäss  die  nur  in  Eng- 
land zu  verwendenden  Milizen  um  20000  Mann  vermindert,  das 
stehende  Heer  durch  freiwillig  Uebertretende  um  die  gleiche  Zahl 
vermehrt  werden  sollte.  Der  Erfolg  übertraf  alle  Erwartungen; 
die  öffentliche  Meinung  und  das  Parlament  waren  zu  jeder  Förde- 
rung bereit.  Geldmittel  wurden  reichlich  bewilligt;  die  Meldungen 
für  das  stehende  Heer  erreichten  bald  die  Zahl  von  15  712.  So 
griff  der  Gedanke  Platz,  dass  man  noch  vor  der  Ankunft  der 
Russen  selbständig  vorgehen  könne.  Er  tritt  deutlich  hervor  in 
der  Depesche  vom  15.  Juli,  in  welcher  Lord  Grenville  freudig 
und  hofihungsvoll  die  Anzeige  des  Vertrages  vom  22.  Juni  be- 
antwortet. Der  König,  heisst  es,  sei  nicht  in  Zweifel,  dass  man 
20—25000  Mann  Infanterie  und  6000  Mann  Kavallerie  für  die 
Unternehmung  liefern  könne.  Das  Vertrauen  zu  seinem  Ver- 
bündeten sei  so  gross,  dass  er  seine  Truppen  ohne  Bedenken  der 
Gefahr  des  ersten  Angriffs  aussetze.  10000  Mann  könnten  schon 
in  den  ersten  Tagen  des  August  absegeln.^ 

Mit  der  veränderten  Stellung  Englands  verband  sich  eine 
Veränderung  des  Oberbefehls.  Freilich,  man  muss  sich  fragen,  ob 
sie  dem  Unternehmen  zum  Vorteil  gereichte.  Der  Herzog  von 
York  hatte  seine  Begabung  während  der  belgischen  Feldzüge 
nicht  in  glänzendem  Lichte  gezeigt;  in  dem  Briefe  an  Abercromby 
vom  8.  Juni  denkt  er  offenbar  noch  nicht  daran,  den  Oberbefehl 
in  Holland  zu  übernehmen,  der  zudem  bei  der  geringen  Truppen- 
macht, die  England  anfangs  zu  stellen  beabsichtigte,  dem  Range 
eines  Feldmarschalls  nicht  entsprach.  Beim  Abschluss  des  Ver- 
trages in  Petersburg  war  man,  wie  Whitworth  schrieb,  von  der 
Ansicht  ausgegangen,  dass   der  älteste   General  des   verbündeten 


^    Grenville   an  Whitworth,    2.   Jtdi,    12.   Juli,    Eoolemans    Beynen, 
Nieuwe  gegevens  S.  9f ;  Grenville  an  Whitworth,  16.  Juli,  R.  0.  L. 


352  Hermann  HOffer. 

Heeres  den  Oberbefehl  übernehmen  würde,  und  Paul  hatte  den 
Wunsch  geäussert,  dass  kein  älterer  dem  von  ihm  bestimmten 
russischen  General  Herman  vorgesetzt  werde,  es  sei  denn  ein 
Prinz  von  Geblüt.  Jetzt,  da  England  als  hauptbeteiligte  Macht 
auftrat,  wollte  es  auch  die  Leitung  in  der  Hand  behalten.  Die 
Verwendung  Georgs  UL  für  seinen  Lieblingssohn  msLg  hinzu- 
gekommen sein;  so  benutzte  man  den  Ausweg,  den  auch  Whit- 
worth  schon  angedeutet  hatte.  Am  15.  Juli  antwortet  Lord 
Grenville,  der  Befehl  über  die  erste  englische  Diyision  sei  Aber- 
cromby  übertragen;  nach  Ankunft  der  Russen  solle  der  Herzog 
von  York  den  Oberbefehl  über  das  Ganze  führen.  Da  England 
die  meisten  Truppen  stelle  und  für  das  ganze  Unternehmen 
Zahlung  leiste,  werde  man  dagegen  keine  Beschwerde  erheben.^ 

Auch  der  Angriffsplan  tritt  jetzt  in  neuer  imd  fester  Form 
hervor.  In  früheren  Entwürfen,  insbesondere  denen  des  Generals 
Stamford  und  des  Kapitäns  Popham,  war  man  davon  ausgegangen, 
dass  die  russischen  Truppen  in  Friesland  einfallen  und  durch  eine 
Landung  der  Engländer  in  Seeland  bei  Walcheren  unterstützt 
werden  sollten.  Noch  am  22.  Juni  zeichnet  Lord  Grenville  infolge 
einer  Unterredung  mit  dem  vormab'gen  (Jreffier  Fagel  dieselben 
Grundzüge  für  die  Erbstatthalterin  auf.^  Jetzt,  am  15.  Juli,  schreibt 
er,  es  sei  vorteilhafter,  die  Kräfte  zu  konzentrieren.  Seeland  sei 
von  dem  Sitze  der  batavi sehen  Regienmg  zu  weit  entfernt;  der 
englische  Einfall  werde  sich  besser  gegen  die  Mündungen  der 
Maas,  d.  h.  gegen  die  Insel  Voome,  gegen  Goeree,  Brielle  und 
Hellevoetsluis  richten.  Wenn  dann  die  beiden  russischen  Divi- 
sionen Ende  August  oder  Anfang  September  im  Kanal  anlangten, 
würden  sie  ohne  Mühe  sich  ausschiffen;  man  könne  den  Aufstand 
der  oranischen  Partei  in  Ameland  unterstützen,  hoffentlich  noch 
vor  dem  Winter  die  rechtmässige  Regierung  in  Holland  herstellen 
und  auch  ohne  preussische  Hülfe  in  Flandern  eindringen.* 

Dabei  mag  dem  Minister  der  schmerzliche  Gedanke  gekommen 
sein,  wie  viel  kostbare  Zeit  man  durch  die  Verhandlungen  in 
Berlin  und  durch   die  späte  Vorbereitung  des  russisch-englischen 

*  Koolemanfl,  Nieuwe  gegevens  S.  16;  Whitworth  meldet  am  3.  August 
die  Zustimmung  des  Zaren. 

*  Fagel  an  die  Erbstatthalterin,  26.  Juni,  Koolemans,  Engelands  be- 
doelingen  S.  20. 

'  Grenville  an  Whitworth,  16.  Juli,  Kolemans,  Nieuwe  gegevens  S.  10 f. 


Der  Feldzag  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1 799  n.  die  Stellung  Preussens.  353 

Zuges  bereits  verloren  habe^  und  wie  dringend  notwendig  es  sei, 
jetzt  so  rasch  als  irgend  möglich  vorzugehen.  Dieser  Gedanke 
wurde  noch  verstärkt,  als  man  am  31.  Juli  vorläufig,  und  ver- 
mutlich in  den  nächsten  Tagen  noch  bestimmter,  aus  Berlin  die 
Nachricht  erhielt,  Friedrich  Wilhelm  IQ.  habe  die  gehegten  Er- 
wartungen nochmals  vereitelt  und  stehe  mm  im  Begriff,  mit  dem 
französischen  Direktorium  über  die  Räumung  Hollands  zu  unter- 
handeln. Nichts  war  dem  englischen  Ministerium  weniger  genehm. 
Denn  kam  die  Verhandlung  in  Gang,  so  musste  man  sich  auf 
den  Widerstand  Preussens  gegen  den  Einmarsch  fremder  Truppen 
gefasst  halten,  und  von  einer  freiwilligen  Räumung  liess  sich 
wenigstens  unmittelbar  die  Herstellung  der  Oranier  nicht  erwarten. 
So  antwortet  denn  auch  Grenville  am  6.  August  dem  Bruder, 
infolge  seiner  Depesche  habe  man  alle  Kräfte  angestrengt,  um 
den  Plänen  der  Preussen  zuvorzukommen.^  Dadurch  erklärt 
sich  die  auffallende,  oft  und  besonders  von  Napoleon  bitter  ge- 
tadelte Massnahme,  dass  man  nicht  mit  gesammelten  Kräften, 
sondern  ohne  die  Russen  zu  erwarten,  vorging,  nicht  einmal  die 
englischen  Divisionen  zu  gleicher  Zeit  sich  einschiffen  liess,  wobei 
allerdings  in  Anschlag  zu  bringen  ist,  dass  es  auch  an  Transport- 
schiffen fehlte,  da  infolge  des  Vertrages  vom  22.  Juni  die  Ueber- 
fahrt  der  russischen  Truppen  von  den  Engländern  zu  bewerk- 
stelligen war.  Schon  am  3.  August  erhält  Abercromby  eine 
vorläufige  Anweisung  flir  den  Angriff  der  Maasmündungen,  und 
am  10.  August,  da,  wie  Grenville  schreibt,  Nachrichten  vom  Fest- 
lande die  ungesäumte  Abfahrt  dringend  notwendig  machten, 
erfolgt  eine  zweite  endgültige  Instruktion.  Der  Einschiffung  un- 
mittelbar vorausgehend  sollte  sie  erst  auf  der  See  eröflhet  werden.* 
Als  der  vorteilhafteste  Angriffspunkt  werden  auch  hier  Voome 
und  Goeree  bezeichnet.  Sollte  dies  imausführbar  oder  zu  gefährlich 
erscheinen,  so  soll  man  versuchen,  sich  des  Helder  und  des  Texel 
zu  bemächtigen,  „mit  der  Wahrscheinlichkeit,  dadurch  die  Ver- 
fügung über  die  batavische  Flotte  zu  erhalten''  (with  the  proba- 
bility  of  obtaining  the  disposal  of  the  Dutch  fieet).  Gelingt  die 
Besetzung  von  Voome  und  des  Helder,  so  wird  man,  heisst  es 
weiter,  auch  leicht  die  Einfahrt  in  die  Ems  gewinnen   und  die 

^  Koolemans,  Nieuwe  gegevens  S.  13. 

'  Donfermline  S.  149,  155.    Eine  besondere  Instruktion  vom  5.  August 
bespricht  die  Proklamationen  und  politischen  Massregeln. 


354  Hermann  Hüffer. 

Provinzen  Groningen  und  Friesland  besetzen.  Schliesslicli  bleibt 
es  jedoch  Abercromby  und  dem  Admiral  überlassen,  die  Aus- 
führung dieser  Pläne  zu  bestimmen  oder  einen  anderen  Plan  zu 
befolgen.  Die  Regierung  wird  zufrieden  sein,  wenn  die  Operationen 
die  Richtung  erhalten,  die  am  meisten  dem  Dienste  des  Königs 
und  dem  Geiste  der  Instruktionen  entspricht.  Man  sieht,  den 
Befehlshabern  wird  beinahe  freie  Wahl  gelassen.  Merkwürdig  ist, 
dass  hier  zum  erstenmale  in  einer  englischen  Instruktion  die 
batavische  Flotte  erwähnt  wird.  Dieser  Umstand  sowie  der  Inhalt 
der  früheren  Instruktionen  widerlegt  den  oft  erhobenen  Vorwurf 
das  ganze  Unternehmen  sei  von  Anfang  an  auf  dieses  Ziel  be- 
rechnet gewesen.  Andererseits  lässt  gerade  das  Hervortreten 
dieses  Gesichtspunktes  deutlich  genug  erkennen,  dass  er  in  den 
letzten  Tagen  der  Entscheidung  in  vorzüglichem  Masse  in  Betracht 
kam.  Und  wer  weiss,  was  schon  früher  besprochen  wurde?  Man 
sagt  eben  nicht  alles,  was  man  denkt,  in  amtlichen  Aktenstücken. 
Mittlerweile  hatten  in  Russland  schon  seit  dem  13.  Juni,  als 
der  Wille  des  Zaren  bestimmt  hervortrat,  die  Rüstungen  b^onnen. 
Truppen  und  Schiffe  sammelten  sich  bei  Reval;  aber  es  dauerte 
bis  zum  31.  Juli,  ehe  die  erste  Division  unter  Segel  ging, 
welcher  erst  am  17.  August  die  zweite  folgte.  Auch  die  Oranier 
konnten  bei  solchen  Yor^^gen  nicht  unberücksichtigt  und  nicht 
müssig  bleiben.  In  der  That  traten  Pitt,  Grenville  und  Woronzow 
mit  dem  Erbstatthalter  und  noch  mehr  mit  seiner  Gemahlin  in 
Verhandlung,  ohne  dass  bei  den  Unterredimgen,  mit  denen  meisten- 
teils Fagel  beauftragt  wurde,  ein  bedeutendes  Ergebnis  sich  ge- 
winnen liess.^  Mehr  und  mehr  tritt  der  Erbprinz  in  Berlin  in 
den  Vordergrund.  Es  war  ihm,  wie  wir  gesehen  haben,  nicht 
möglich,  den  König  zu  einem  wirksamen  Eingreifen  zu  bewegen, 
aber  er  hörte  nicht  auf,  mit  den  Freunden  seines  Hauses  und 
nahestehenden  Diplomaten  zu  besprechen,  wie  die  Absichten 
der  Mächte  durch  die  eigenen  Mittel  der  oranischen  Partei  sich 
fordern  liessen.  Am  19.  Dezember  1798,  als  die  Vereinbarung 
zwischen  England  und  Russland  in  Aussicht  stand,  hatte  er  von 
seinem  Vater  Vollmacht  erhalten,  für  den  Fall  einer  Landung  in 
Holland  vorläufige  Anordnungen  zu  treffen;  zugleich  wurde  ihm 
der  Auftrag  gegeben,  in  Deutschland  ein  Korps  zur  Unterstützung 


»  De  Bas  a.  a.  0.  n,  183. 


Der  Feldzng  d.  Rnssen  u.  Engländer  im  Herbst  1 799  a.  die  Stellung PrenssenB.  355 

der  Engländer  und  Russen  anzuwerben.  Es  lässt  sich  denken, 
und  wir  ersehen  aus  Kinkels  Tagebuch,  mit  wie  grossem  Interesse 
der  Prinz  die  Verhandlungen  der  Koalition  mit  Preussen  verfolgte; 
seine  Denkschrift  vom  24.  April  blieb,  wie  erwähnt,  auf  die  Ent- 
schliessungen  Grenvilles  nicht  ohne  Einfluss.  Im  Mai,  als  die 
Hoffnung  auf  den  Beitritt  des  Königs  der  Erfüllung  nahe  schien, 
zog  der  Prinz  mit  Bentinck,  Kinkel  und  dem  Baron  Rheede  die 
Mittel  zur  Befreiung  Hollands  in  eifrige  Beratuug.  Wenn  nach 
seiner  Ansicht  eine  Insurrektion  im  Innern  Hollands  vorangehen 
sollte,  damit  der  Staat  später  auf  eigenen  Füssen  stände,  so  hielten 
seine  Ratgeber  eine  ungesäumte  Unterstützung  durch  fremde  Truppen 
für  unumgänglich.  Auch  die  neue  Verfassung  des  Landes  kam 
schon  in  Frage;  der  Erbprinz  entwarf  sogar  einen  Plan,  den  er 
am  24.  Mai  seinen  Eltern  mitteilt.  Wenn  die  Niederlande  die- 
selbe Ausdehnung  wie  früher  erhalten,  so  soll  das  alte  Regiment 
gemäss  der  Utrechter  Union  von  1579  wieder  eintreten,  nur  dass 
Finanzen,  Heer  und  Flotte  unter  eine  gemeinsame  Verwaltung 
und  Leitung  gestellt  werden,  Flotte  und  Heer  imter  den  Erb- 
statthalter. Die  Beschlüsse  der  Generalstaaten  sollen  für  alle 
bindend  sein;  auch  die  mögliche  Vereinigung  Belgiens  mit  Holland 
wurde  in  Aussicht  genommen.  Daneben  imterliess  man  nicht, 
besonders  nach  dem  Vertrage  vom  22.  Juni,  den  Gesinnungs- 
genossen in  Holland  von  der  Wendung  der  Dinge  Kenutnis  zu 
geben.  Ein  Herr  van  de  PoU  sollte  Amsterdam,  ein  Baron  van 
Heeckeren  die  Grafschaft  Zütphen,  in  der  er  grossen  Einfluss 
besass,  für  die  Oranier  gewinnen,  des  Prinzen  Adjutant  Robert 
Fagel,  der  Bruder  des  Greffiers,  trat  mit  mehreren  oranisch  ge- 
sinnten Kapitänen  in  Texel  in  Verbindung.^  Zugleich  nahm  man 
die  Entwürfe  des  Jahres  1795  wieder  auf.  Am  22.  Mai  ersuchte 
der  Erbprinz  seinen  königlichen  Schwager,  er  möge  in  seinen 
westfälischen  Besitzungen  den  Aufenthalt  von  HoUändem  gestatten, 
welche  sich  dem  batavischen  Kriegsdienste  zu  entziehen  wünschten. 
General  Bentinck  und  andere  Offiziere  erhielten  den  Auftrag,  sich 
nach  Lingen  zu  begeben,  um  zur  Befreiung  der  östlichen  Pro- 
vinzen mitzuwirken,  deren  Bevölkerung,  wie  man  glaubte,  den 
Oraniem  vor  allem  ergeben  sei.     Man  rechnete  dabei  noch  auf 


'    Koolemans  Beynen,   Nieuwe  gegevens    S.  6;   De  Bas  U,  171,  668, 
173,  176,  673,  691—693,  174f. 


356  Hermann  Hüffer. 

die  Mitwirkung  Preussens  und  einer  russisch-englischen  Expedition. 
Der  Erbprinz  selbst  dachte  die  Führung  zu  übernehmen;  er  ging 
auch  von  diesem  Plane  nicht  ab,  als  Friedrich  Wilhelm  III.  im 
Juli  die  bereits  so  lebhaften  Hoflhungen  wieder  vereitelte.  Als 
der  Erbprinz  dieser  Wendimg  entsprechend  seine  Entlassung  aus 
dem  preussischen  Heere  verlangte,  erhielt  er  sie  mit  der  spöttischen 
Bemerkung,  er  treibe  die  Bescheidenheit  zu  weit,  da  er  ja  nur 
einen  titulären  Rang  einnehme.  Immerhin  war  es  ein  Zugeständnis 
von  Seiten  Preussens,  dass  der  Erbprinz,  nachdem  er  Berlin  am 
29.  Juli  verlassen  hatte  und  am  1.  August  in  Lingen  eingetroffen 
war,  sich  ungestört  dort  aufhalten  konnte.  Zahlreiche  Offiziere 
imd  einige  Hundert  treue  Anhänger  hatte  er  dort  vorgefunden, 
die  sich  fort  und  fort  vermehrten  und  zu  den  englisch -russischen 
Streitkräften  eine  nicht  imwesentliche  Ergänzung  bilden  konnten.* 

VI. 

Was  hatte  man  in  Batavien  so  beträchtlichen  Mitteln  des 
Angriffs  entgegenzusetzen? 

An  Zeit  zur  Vorbereitung  hatte  es  nicht  gefehlt;  denn  es 
war  nicht  möglich  gewesen,  für  die  Pläne  der  Verbündeten  das 
Geheimnis  zu  bewahren.  Schon  am  26.  Januar  macht  Talleyrand 
dem  französischen  Gesandten  im  Haag,  Lombard  de  Langres,  die 
Mitteilung,  dass  die  Engländer  eine  Invasion  gegen  die  batavische 
Republik,  wahrscheinlich  zunächst  gegen  Walcheren  im  Schilde 
führten.^  Die  batavische  Republik  besass  damals  in  Paris  eine 
vorzügliche  Vertretung  in  Jan  Rüdiger  van  Schimmelpenninck. 
Scharfsinnig,  thatkräftig  und  mutvoll,  wusste  er  sich  bei  den 
französischen  Machthabem  Achtung  zu  verschaffen  und  nicht 
selten  von  seinem  bedrängten  Vaterlande  drohendes  Unheil  ab- 
zuwenden.^ Auch  er  warnt  in  einem  Briefe  an  den  General 
Daendels  vom  15.  März  vor  den  Anschlägen  der  Engländer.*    Am 

^  De  Bas  11,  174 f.,  184,  185. 

*  G.  W.  Vreede,  Geschiedenis  der  Diplomatie  van  de  bataafsche  Re- 
publiek  n,  1.  Abteilung,  Utrecht  1864,  S.  25  und  Beilage  I. 

'  Vgl.  über  ihn:  Rutger  Jan  Schimmelpenninck  en  eenige  gebeurte- 
nifisen  van  zijnen  tijd,  beschreven  door  zijnen  zoon  G.  Graaf  Schimmel- 
penninck.    s'Gravenhage  und  Amsterdam,  1845. 

*  J.  Mendels,  Hermann  Willem  Daendels,  vöör  zijne  benoeming  tot 
Gouverneur-General  van  Ost-Indi6  (1762 — 1807).  Met  bijlagen.  s'Graven- 
hage 1890,  Beilagen  S.  99. 


Der  Feldzugd.  Engländern.  Rnssen  im  Herbst  1799  n.  die  StellnngPrenssens.  357 

11.  Mai  schreibt  Lafayette^  der  sich  damals  als  Verbannter  in 
Holland  aufhielt,  einem  Freunde,  englische  Truppen  ständen  zum 
Angriff  bereit,  und  der  Zar  lasse  35000  Russen  sich  einschiffen.^ 
Es  ergingen  denn  auch  von  Zeit  zu  Zeit  Erlasse  der  Regierung, 
in  denen  auf  die  bevorstehende  Gefahr  hingewiesen  und  Mass- 
regeln zur  Abwehr  anbefohlen  wurden.*  Am  24.  April  setzt  das 
batavische  Direktorium  dem  gesetzgebenden  Körper  die  Not- 
wendigkeit Yon  Rüstungen  auseinander.  Es  fordert  Geldmittel 
zur  Verstärkung  der  festen  Plätze  und  zur  Vermehrung  der 
regulären  Truppen,  die  man  auf  Eriegsfuss  setzen  will;  daneben 
wird  eine  allgemeine  Volksbewafl&iimg  eindringlich  empfohlen.' 
Aber  der  Erfolg  blieb  hinter  den  Erwartungen  oder  wenigstens 
den  Anforderungen  zurück.  Das  Haupthindernis  war  die  in  der  Be- 
TÖlkerung  immer  tiefer  greifende  Unzufriedenheit.  Welches  Ueber- 
mass  von  Unheil  war  seit  dem  Einfall  der  Franzosen  über  das 
Land  gekommen!  Die  Macht  lag  in  den  Händen  der  Fremden,  ein 
Gewaltakt  folgte  dem  anderen,  die  Finanzen  waren  zerrüttet,  der 
Handel  lag  danieder  und,  was  am  meisten  schmerzte,  der  Stolz 
des  Landes,  die  Hauptquelle  seines  Reichtums,  die  Kolonien  waren 
ein  Raub  der  Engländer,  ohne  dass  zur  Wiedererwerbung  etwas 
geschehen  konnte.  Dagegen  musste  man  nach  dem  erzwungenen 
Bündnisvertrage  vom  12.  April  1798  25000  Franzosen  besolden, 
die  zudem  bei  den  Wechselfällen  des  Krieges  nicht  einmal  in 
dem  Lande,  das  sie  schützen  sollten,  geblieben  waren.  Selbst  die 
Berichte  der  französischen  Gesandten  sind  denn  auch  voll  von 
Klagen  über  die  Unzufriedenheit,  die  Abneigung  der  Bevölkerung 
und  den  wachsenden  Einfluss  der  Gegner.  Neun  Zehntel  der 
Einwohner,  heisst  es  einmal,  seien  oranisch  gesinnt,  25000  Fran- 
zosen erforderlich,  um  das  Volk  in  Augenblicken  der  Gefahr  im 
Zaume  zu  halten.*  Dem  französischen  Direktorium  war  diese 
Stimmimg  nicht  unbekannt,  und  die  Pariser  Blätter  hörten  nicht 
auf,  Volk  und  Regierung  zu  verdächtigen  und  des  geheimen  Ein- 

'  M^moires,  Correspondance  de  Lafajette  V,  44,  Paris  und  Leipzig,  1838. 

«  Erlaßse  vom  7.  Mai,  26.  Juni,  17.  Juli,  Vreede  n,  1,  37  f. 

'  Gazette  de  Leyde,  80.  April,  Supplement.  Das  Gesetz  kam  nur  zu- 
stande durch  den  Druck,  den  der  französische  Gesandte  auf  die  Repräsen- 
tanten ausübte;  vgl.  Lombard  de  Langres,  20.  April,  an  das  Direktorium, 
L.  Sciout,  Le  directoire  IV,  447,  Paris  1897. 

*  Zeugnisse  aus  französischen  Berichten  bei  Sciout  IV,  442  ff. ;  vgl.  auch 
Florent  Gujot  an  Reinhard,  15.  Oktober  1799,  Mendels,  Beilagen  S.  182. 


358  Hermann  Hüffer. 

yerstandnisses  mit  dem  Feinde  zu  beschuldigen.  Man  behauptete^ 
das  batavische  Direktorium  habe  den  König  von  Preossen  durch 
zwei  Abgeordnete  ersucht;  Holland  mit  25000  Mann  zu  besetzen, 
und  der  Eonig  habe  die  Rückberufung  der  Oranier  zur  Bedingung 
gemacht.  Talleyrand  hielt  die  Sache  für  wichtig  genug,  um 
Schimmelpenninck  am  4.  Juli  zu  einer  öffentlichen  Widerl^ung 
aufzufordern,  die  auch  zwei  Tage  später  erfolgte.  Die  fortgesetzten 
Angriffe  der  Pariser  Tagesblätter  veranlassten  das  batavische 
Direktorium ;  den  Gesandten  zu  beaufbragen,  in  einer  besonderen 
Note  gegen  die  Leichtfertigkeit  solcher  Verleumdungen  zu  pro- 
testieren; diese  Note,  vom  21.  Juli  datiert,  lässt  imter  allen  Ver- 
sicherungen der  Treue  imd  AnMnglichkeit  die  innere  Erbitterung 
hervortreten.  Das  Direktorium,  heisst  es,  werde  seinen  Agenten 
in  Holland  zu  Gemüte  führen,  dass  die  batavische  Republik  keine 
Eroberung  sei,  dass  man  die  französischen  Truppen  nicht  als 
Sieger  und  Unterdrücker,  sondern  als  Brüder  und  Freunde  auf- 
genommen habe;  es  werde  seine  Agenten  fühlen  lassen,  was  sie 
bisher  nicht  genug  gefühlt  hätten:  dass  der  Handel  für  Holland 
dasselbe  sei,  was  der  Ackerbau  für  Frankreich.  Der  Präsident 
des  batavischen  Direktoriums  schickt  diese  Note  am  31.  Juli  zur 
Kenntnisnahme  dem  gesetzgebenden  Körper,  der  am  2.  August 
seine  volle  Befriedigung  ausspricht.^ 

Eine  solche  Stimmung  war  um  so  gefährlicher,  als  um  eben 
diese  Zeit  in  Belgien  ein  erbitterter  Aufstand  ausgebrochen  war, 
der  nur  durch  die  schärfsten  imd  grausamsten  Mittel  unterdrückt 
werden  konnte.  Ein  Beweis,  wie  ernst  man  in  Paris  die  Lage 
ansah,  lag  darin,  dass  man  Anfang  Juli  an  Stelle  Lombards  de 
Langres  einen  der  berufensten  imd  rücksichtslosesten  Revolations- 
männer,  Fouch^,  als  Botschafter  nach  Batavien  sandte,  wo  er, 
wie  im  Okteber  des  vorigen  Jahres  in  Mailand,  mit  dem  General 
Brune  zusammentraf.'  Nötigenfalls  würde  es  den  beiden  Männern 
nicht  an  Befähigung  gefehlt  haben,  wie  in  Mailand  so  jetzt  im 
Haag  die  Wünsche  des  Direktoriums  durch  einen  Staatsstreich 
zur  Geltimg  zu  bringen.  Aber  Fouche,  der  sich  am  14.  Juli  bei 
dem  batavischen  Direktorium  eingeführt  hatte,  wurde  schon  nadi 
vierzehn  Tagen  als  Polizeiminister  nach  Paris  zurückberufen,  und 

^  Gazette  de  Leyde  vom  6.  August,  2.  Supplement. 
'  Diplomatische  Verhandlungen  lU,  346;  vgl.  auch  M^moires  de  Barras 
publi^s  par  George  Duruy  ü,  380,  Paris  1896. 


Der  Feldzag  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1 799  u.  die  Stellung  Preussens.  359 

an  seiner  Stelle  Florent  Guyot  in  den  Haag  geschickt.  In  einer 
überlangen^  historisch  aufgeputzten  Rede  am  31.  Juli  zählt  er  die 
Unbilden  auf^  die  England  seit  dem  16.  Jahrhundert  den  Bataviem 
zugefugt  habe.  ,^ber^',  schliesst  er,  „vergebens  hat  es  jetzt  dem 
Herrscher  des  Nordens  sich  zugesellt;  die  Söldner  und  Sklaven 
werden  verschwinden  vor  den  freien  Männern,  die  entschlossen 
sind,  ihren  letzten  Blutstropfen  f^  das  Vaterland  zu  vergiessen.^^^ 
Es  war  um  diese  Zeit  an  dem  bevorstehenden  Einfall  nicht 
mehr  zu  zweifeln.  Die  Gazette  de  Leyde  enthält  schon  am 
2.  August  eine  aus  London  vom  19.  Juli  datierte  genaue  Angabe 
über  ein  englisches  Korps,  das  in  zwei  Divisionen  unter  Aber- 
cromby  und  Pulteney  zur  Einschi£Pung  bereit  stehe,  sich  dem- 
nächst mit  16000  Russen  vereinigen  und  die  Siärke  von 
40000  Mann  erhalten  werde.  An  einheimischen  Streitkräften  be- 
sass  man  demgegenüber  imgefähr  25  000  Mann  reguläre  Truppen : 
die  erste  Division  unter  Daendels  11908  Mann  in  Nord-Holland 
vom  Helder  bis  nach  Amsterdam  aufgestellt,  die  zweite  Division 
unter  dem  General  Dumonceau  11653  Mann  in  den  östlichen 
Provinzen  bei  Groningen,  Amheim,  Nymwegen;  dazu  kamen  noch 
einzelne  besonders  befehligte  Truppenteile  in  der  Stärke  von 
1721  Mann.'  Eine  allgemeine  Yolksbewaffiiimg  hatte  man  schon 
in  den  Verfassungsentwürfen  von  1795  ins  Auge  gefasst;  sie 
war  am  6.  Mai  1796  durch  den  gesetzgebenden  Körper  beschlossen 
und  am  11.  November  endgültig  festgestellt  worden.  Man  hoffte 
25000  bis  30000  Mann  unter  Waffen  zu  bringen.  Aber  mit 
der  Ausrüstung  ging  es  langsam,  und  die  Gesinnung  der  Einge- 
reihten war  zweifelhaft. 


^  Vgl.  die  Antrittsreden  Fouch^s  und  Florent  Gayots  in  der  Gazette 
de  Leyde  vom  19.  Jnli,  6.  August  (Supplement)  und  9.  August.  Ueber  die 
Massregeln,  durch  welche  die  Gazette  de  Leyde,  eine  wichtige  Quelle  filr 
die  Zeitgeschichte,  in  den  Dienst  der  französischen  Interessen  gezwungen 
wurde,  vgl.  die  merkwürdigen  Berichte  Lombards  de  Langres  bei  Sciout, 
Le  directoire  IV,  446  f 

'  Vgl.  die  offizielle  Liste  des  Agent  van  Orlog  Pijman  Yom  4.  Juli 
bei  Eoolemans  Beynen,  Erijgsgeschiedkundige  studie  over  de  verdediging 
der  bataafsche  Bepubliek  in  1799  (Sonderabdruck  aus  De  militaire  Spec- 
tator,  1891—1895)  S.  143,  597f.  Durch  die  Güte  des  Verfassers  mir  zuge- 
kommen. Andere  Zahlen  bei  Miliutin,  Geschichte  des  Krieges  Russlands 
mit  Frankreich  im  Jahre  1799,  übersetzt  von  Chr.  Schmitt,  München  1858, 
V,  8,  261,  267  f. 


360  Hermann  Hüffer. 

Die  Flotte  war  noch  immer  bedeutend  genug,  um  die  Sorge 
und  den  Neid  der  Englander  zu  erregen,  obwohl  sie  nach  der 
unglücklichen  Schlacht  bei  Kamperduin  (11.  Oktober  1797)  sich 
nicht  mehr  in  die  offene  See  hinauswagte.  Der  grossere  Teil, 
darunter  10  Linienschiffe,  lag  am  Texel,  andere  wurden  in  yer- 
schiedenen  Häfen  der  Westküste  von  den  Engländern  und  dem 
Geschwader  des  russischen  Admirals  Makarow  überwacht.*  Die 
Bemannimg  wurde  auf  14000  Mann  geschätzt,  war  aber  der 
neuen  Ordnung  der  Dinge  am  wenigsten  geneigt  und  durch  die 
Unglücksfälle  der  letzten  Jahre  verstimmt,  dem  oranischen  Hause 
so  sehr  wie  jemals  ergeben. 

Den  eigentlichen  Kern  der  militärischen  Gewalt  bildeten  also 
die  französischen  Truppen  unter  dem  General  Guillaume  Marie 
Anne  Brune,  der  im  Jahre  1799  den  Oberbefehl  erhalten  hatte. 
Nicht  ein  Jahr  war  vergangen  seit  er  durch  raschen  üeberbll 
die  Bemische  Aristokratie  gestürzt  und  die  helvetische  Bepublik 
proklamiert  hatte.  Dann  fiel  ihm  die  Aufgabe  zu,  die  Cisalpiner 
unter  das  schwere  Joch  eines  Bündnisvertrages  zu  beugen.  Dabei 
hatte  er  mehr  durch  ein  politisches  Intriguenspiel  als  durch  eine 
militärische  Befähigung  sich  hervorgethan  und  seine  Taschen  ge- 
füllt, ohne  jedoch  durch  Rohheit  und  Rücksichtslosigkeit  zu  ver- 
letzen.' Bei  dem  Feste  des  21.  Januar  zeigte  er  sich  zum  ersten 
Male  öffentlich.  Von  dem  batavischen  Direktorium  freundlich 
empfangen,  machte  er  in  der  Gesellschaft  guten  Eindruck  durch 
seine  männliche,  soldatische  Gestalt,  wenn  man  auch  hervor- 
ragende Eigenschaften  an  ihm  nicht  wahrnahm.  In  der  Erfüllung 
der  Dienstpflichten  eher  lässig  als  strenge,  mit  Land  und  Leuten 
ganz  imbekannt,  konnte  er  auf  die  innere  Entwicklung  keinen 
durchgreifenden  Einfluss  ausüben;  in  einem  Briefe  an  Talleyrand 
vom  19.  Juni  klagt  er,  dass  man  Frankreich  die  schuldige  Ach- 
tung weigere.'  Begreiflicherweise  lag  es  in  seinen  Wünschen 
imd  im  Interesse  der  Franzosen,  dass  er,  wenn  der  feindliche 
Einfall  wirklich  erfolge,  sowohl  die  batavischen  als  die  französi- 
schen Truppen  befehlige.  Lombard  de  Langres  schreibt  bereits 
am  9.  Juni,  er  bemühe  sich  in  diesem  Sinne,  imd  obgleich  manche 


^  Koolemans  Beynen  a.  a.  0.  S.  199;  Miliutin  V,  8,  269. 
*  Diplomatische  Verhandlimgen  ü,  181  ff.,  337. 
3  De  Bas  n,  190;  Mendels,  Beilagen  S.  95. 


DerFeldzngd.  Engländern.  Rnssen  im  Herbst  1799  n.  die  Stellung  Prenssens.  361 

Gegensätze  laut  wurden,  stellte  das  batavische  Direktorium  am 
9.  Juli  bei  dem  gesetzgebenden  Körper  den  Antrag,  Brune  mit 
dem  Oberbefehl  zu  betrauen.  Am  13.  giebt  der  gesetzgebende 
Körper  seine  Zustimmung,  weil  die  Vorbereitungen  der  Engländer 
im  Kanal  Einheit  des  Oberbefehls  nötig  machten,  und  am  27. 
yersichert  Brune  in  einer  Proklamation  an  die  französische  und 
batavische  Armee,  dass  die  von  England  besoldeten  Barbaren- 
horden niemals  den  geheiligten  Boden  Bataviens,  einer  der  wunder- 
barsten Schöpfungen  der  Freiheit,  verwüsten  würden.^ 

Die  Stärke  der  französischen  Truppen  betrug  in  dieser  Zeit 
der  Erwartung  etwa  17  000  Mann;  gegen  6000  waren  im  Laufe 
des  Jahres  aus  Frankreich  angelangt,  meistens  junge  Konskri- 
bierte,  in  den  Departements  zusammengerafiFt,  nicht  eben  guten 
WUlens.  Aber  die  übrigen  11 000  Mann,  seit  Jahren  in  Holland 
auf  Kosten  des  Landes  bekleidet  und  verpflegt,  bildeten  einen 
trefflichen  Kern,  der  auch  den  Konskribierten  die  Festigkeit  be- 
wahrter Krieger  verlieh.« 

vn. 

Bald  genug  wurden  die  Befürchtungen  zur  Wirklichkeit. 
Am  13.  August  ging  die  erste  Abteilung  der  englischen  Truppen, 
12  000  Mann  auf  180  Transportschiffen,  unter  dem  Befehl  Aber- 
crombys  in  See,  begleitet  von  einer  Flotte  unter  dem  Yiceadmiral 
Mitchell 

Als  man  am  folgenden  Tag  die  versiegelten  Instruktionen 
öf&iete,  scheint  ein  Kriegsrat  am  Morgen  noch  fttr  die  Landung 
in  Yoome  und  Goeree  sich  entschieden  zu  haben.  Aber  Mit- 
teilungen, die  ein  Offizier  des  Admirals  Duncan  überbrachte, 
liessen  das  Unternehmen  als  gefahrlich  erscheinen;  denn  eine 
Landung    auf  Yoome    konnte    durch    die   Flotte    nicht   gedeckt 

^  Mendels,  Beilagen  S.  96;  Fouch^  an  Talleyrand,  16.  Juli,  Mendels, 
Beilagen  S.  116;  Gazette  de  Lejde,  2.  August. 

'  Vgl.  die  offizielle  Liste  des  Agent  van  Orlog  Pijman  f^r  das  Direk- 
torium vom  3.  Juli  und  das  Schreiben  des  G^eraladjudanten  Dardenne 
an  Florent  Guyot  nach  dem  Angriff  vom  10.  September,  bei  Eoolemans 
Beynen,  Verdedig^ng  der  bataafsche  Republiek  S.  71  f.  Zu  hoch  oder  zu 
tief  gegriffene  Angaben  des  französischen  Eriegsministers  Dubois  Cranc^, 
Mac  Carthys,  Jominis,  Dumas^  und  anderer  französischer  Schriftsteller  findet 
man  zusammengestellt  bei  Miliutin  V,  8  und  Beilage  2,  S.  269  ff.  Nach 
Sciout,  Le  Directoire  lY,  447  erweisen  die  Listen  für  den  21.  März 
11868  Mann. 


362  Hermann  Hüffer. 

werden^  uDd  die  Besitznahme  von  Hellevoetsluis  würde  das  Opfer 
mehrerer  LinienschiflFe  erfordert  haben.     So  richtete  Abercromby 
im  Einverständnis  mit  Mitchell  schon  am  Nachnuttag  seinen  Plan 
auf  den  Helder  und  die  Wegnahme  der  batayischen  Flotte.     Ja, 
man  thut  ihm  schwerlich  Unrecht  durch  die  Annahme,  dass  sein 
Wunsch  schon  lange  kein  anderer  gewesen  sei.     Bereits  im  Juni 
spricht  er  sich  einmal  in  diesem  Sinne  aus,  und  ein  Brief,  den  er 
am  13.  August  an  den  General  Goote  richtete,  lässt  deutlich  er- 
kennen,   dass  er   schon  bei  der  Abfahrt  so  gut  wie  entschlossen 
war.    In  dem,  was  Mitchell  am  14.  in  sein  Tagebuch  einzeichnet 
und  Abercromby  an  Dundas  berichtet,  tritt  denn  auch  die  wahre 
Gesimmng  unverhohlen  hervor.^     In   Anbetracht  der   Schwierig- 
keiten  des   Unternehmens   gegen   Voome  und  Hellevoetsluis  halt 
er  sich  durch  die  Instruktion  für  ermächtigt,  den  Angriff  gegen 
den  Helder  zu  richten.     Früher  sei  in  Betracht  gekommen,  dass 
man  den  anrückenden  Preussen  von  Voome  aus  die  Hand  reichen 
wolle;  dieser  Grund  habe  jetzt  keine  Geltung    mehr.     Der  Hafen 
von   Nieuwe   Diep    auf  dem  Texel   werde   die  Möglichkeit   einer 
leichten  Verbindung  mit  England  eröfl&ien,  und  vor  allem  komme 
es  darauf  an,  die  batavische  Flotte  zu  zerstören  oder  untangUch 
zu  machen.     Denn  im  Falle  die  Expedition  misslinge,   so   bleibe 
doch  immer  der  Vorteil,  dass    man   diese  Flotte    nicht  weiter  zu 
beobachten   brauche  und   die  englische  Nordseeflotte   anderweitig 
verwenden  könne.^ 

Geraden  Weges  steuerte  man  demnach  dem  Helder  zu.  Aber 
ein  heftiger  Sturm  trieb  die  Schiffe  auseinander;  erst  am  19. 
konnte  man  sich  mit  dem  Geschwader  des  Admirals  Duncan  ver- 
einigen, der  in  Verbindung  mit  den  russischen  Schiffen  unter 
Makarow  schon  seit  längerer  Zeit  die  holländische  Küste  über- 
wachte. Zwei  Tage  später,  bei  günstigem  Wetter,  näherte  man 
sich  dem  Helder,  und  für  den  folgenden  Morgen  wurden  die 
Vorbereitungen  zur  Landung  getroffen.  Schon  im  Voraus  schickte 
Duncan  an  den  Vice-Admiral  Story,  der  die  batavische  Flotte  am 
Helder  befehligte,  einen  Parlamentär  mit  der  Aufforderung,  sich 
seinem  rechtmässigen  Herrn,  dem  Prinzen  von  Oranien  anzu- 
schliessen^;  20000  Mann  seien  bereits  ausgeschifft,  viele  andere 

»  Dimfermline  a.  a.  0.  S.  163.  •  Dunfennline  S.  148,  168f 

"  „Souverain  lägitime^^  heisBt  es  in  dem  französischen  Origrinal;  der 
Ausdruck   erregte   grossen  Anstoss   nicht  bloss  bei  den  Gegnern,    sondern 


Der  Feldzngd.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1799  u.  die  Stellung  Preussens.  363 

würden  bald  folgen.  Jedes  holländische  Schiff,  das  der  Auf- 
fordemng  nachkomme,  werde  als  befreundet  und  verbündet  ange- 
sehen werden  imd  könne  die  holländische  Flagge  führen.  Eine 
ähnliche  Aufforderung,  begleitet  von  einer  Proklamation  des  Erb- 
statthalters, richtete  Abercromby  an  den  Befehlshaber  der  bata- 
vischen  Truppen  auf  dem  Helder.  ^ 

Story  und  an  Daendels  Stelle  Oberst  Gilquin,  der  Komman- 
dant des  Forts  auf  dem  Helder,  antworteten  ablehnend.  „Ich 
würde",  schreibt  Story,  „die  Achtimg  Lord  Duncans  und  jedes 
Ehrenmannes  verlieren,  wenn  ich  Ihrem  Vorschlage  folgte";  er 
versprach  nur,  von  Duncans  Schreiben  seiner  Regierung  Kenntnis 
zu  geben.  Das  batavische  Direktorium  beauftragt  Story  sogleich 
mit  einer  neuen  Antwort,  welche  die  frühere  Ablehnung  wieder- 
holt imd  mit  Recht  darüber  Klage  führt,  dass  der  englische  Par- 
lamentär einem  batavischen  Offizier,  der  ihm  auf  dem  Wege  be- 
gegnet war,  aufwieglerische  Proklamationen  in  holländischer  und 
englischer  Sprache  in  die  Hand  gedrückt  habe.^ 

Nicht  leicht  konnte  eine  prahlerische  Behauptung  gründ- 
licher widerlegt  werden  als  die  voreilige  Angabe  Duncans,  es 
seien  bereits  20  000  Mann  ausgeschifft.  Denn  als  die  Engländer 
am  Morgen  des  22.  sich  zur  Landung  anschickten,  erhob  sich 
ein  Sturm,  der  sie  nötigte,  die  hohe  See  zu  suchen.  Erst  am 
26.,  als  der  Wind  sich  legte,  konnte  man  sich  aufs  neue  der 
Küste  nähern. 

Wäre  die  Landung  der  Engländer  am  22.  gelungen,  so  hätten 
sie  beinahe  ohne  Widerstand  zu  finden,  weit  in  Nord -Holland 
eindringen  können;  denn  die  feindlichen  Kräfte  waren,  da  der 
Angriffspunkt  zweifelhaft  blieb,  nicht  vereinigt  und  zum  Teil  in 
weiter  Feme.  Nur  Daendels  mit  dem  Hauptquartier  in  Alkmaar 
stand  in  Nord-HoUand,   die  Franzosen  meistens  in  Seeland,   Du- 

auch  bei  den  Freunden  der  Oranier.  Aergerlich  schreibt  auch  die  Erbstatt- 
halterin  an  den  Erbprinzen  über  Duncans  Proklamation:  „cette  pi^ce 
n'avait  pas  6t4  donn^  k  Duncan  d'ici,  et  eile  ^tait  de  mauvais  goüt.  Vous 
ferez  bien  de  saisir  toutes  les  occasions  de  dire  et  de  montrer  que  Nous  ne 
yisons  pas  ä  la  Souverainetä/* 

^  Gazette  de  Leyde,  27.  Au^st,  2.  Supplement;  Mendels,  Beilagen  S.  119. 

'  Das  Schreiben  Duncans  vom  20.,  die  Antwort  Storys  vom  22.,  des 
Direktoriums  vom  28.  in  der  Gazette  de  Leyde  vom  27.  August,  1.  Supple- 
ment. Die  Proklamation  des  Prinzen  von  Oranien  vom  28.  Juli  im  Auszug 
bei  Vreede  IL  1,  34f 

Histor.  Vierteljahnchrifl.  190S.  8.  26 


364  Hermann  Hüffer. 

monceaa,  weil   auch  diese  Proyinz  bedroht  schien,   in   FrieslandL 
Aber  das  Erscheinen  der  Englander  hatte  seit  dem  22.   die  Auf- 
merksamkeit auf  den  Helder  gelenkt;   freilich   noch  immer  nicht 
in  ausreichenden  Masse.     Der  gesetzgebende  Körper  ermahnte  in 
einer   hochtonenden  Proklamation   am   23.  August   zu   mutvoller 
Ausdauer.     Besonders    richtet    sie    sich    gegen    die    Verbreiter 
falscher   Gerüchte ,   g^S^^  ^^  Feinde  der  Verfassung ,   die  heim- 
lichen Anhanger  des  Statthalters;  die  bisher  gezeigte  Milde  müsse 
jetzt   der  Strenge   weichen.     Das   gesamte  Bürgerkorps  wird  zur 
Verfügung  des  Direktoriums  gesteUt,  die  Verhaftung  Verdachtiger 
gestattet y  die  Emigration  mit  Strafen  bedroht;  Emigranten ^  mit 
den  Waffen  in  der  Hand  ergriffen ,  sollen  mit  dem  Tode  bestraft 
werden.^     Das  ganze  Aktenstück  zeugt  von  dem  Misstrauen  und 
der  Unsicherheit  der  regierenden  Partei  imd  hatte,  wie  es  scheint^ 
nur   geringen   Erfolg.     Vergeblich   blieben   auch    die  dringenden 
Bitten  Daendels',  ihm  Verstärkungen  zu  schicken  und  die  gesamte 
Kriegsmacht   zu   vereinigen';   immerhin   führte   er   den   grössten 
Teil   seiner   Division   an   den    Helder   und    besetzte   das    an   der 
Spitze  befindliche  Fort  mit  drei  Bataillonen. 

Oleichwohl  ging  die  Landung  der  Englander  gedeckt  durch 
das  Feuer  der  SchifBsgeschütze  in  der  Frühe  des  27.  rasch  und 
glücklieh  von  statten;  nur  die  hochgehende  Brandung  war  ein 
Hindernis.  7000  Engländer  unter  Pulteney  drangen  in  die  Dünen 
ein.  Hier  warf  sich  Daendels  ihnen  entgegen;  aber  die  Englander 
hielten  stand,  imd  gegen  Abend  musste  er  den  Rückzug  antreten. 
Das  hitzige  Gefecht,  das  nach  dem  Dorfe  Galantsoog  genannt 
wird,  kostete  ihn  1500,  seine  Gegner  nur  gegen  500  Mann.'  Tags 
darauf  besetzten  die  Englander  den  Helder;  in  dem  Fort  fanden 
sie  100  vernagelte  Kanonen;  die  Besatzimg  hatte  nur  unter  dem 
Schutze  der  Nacht  mit  grossen  Gefahren  die  Sümpfe  an  der  Ost- 
seite des  Helder  durchwaten  imd  sich  mit  Daendels  weiter  rück- 
wärts   an   der  Zjrpe   vereinigen  können.     Daendels  selbst  erklart 


'  Gazette  de  Leyde  Tom  27.  August,  Supplement. 

*  Vgl.  Daendels  an  Pijman  aus  Schermerhorn ,  30.  August,  Mendeli 
S.  121  f. 

*  Vgl.  Miliutin  V,  268.  In  einem  angeblich  of&dellen  Bericht  der 
Gazette  de  Leyde  vom  10.  September  Supplement,  werden  die  Verluste  der 
Engländer  auf  1800,  die  der  Batavier  auf  950  Verwundete  und  187  Tote 
angegeben. 


DerFeldzagd.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1 799  u.  dieStellnngPreussens.  365 

es  für  einen  grossen  Fehler  der  Engländer,  dass  sie  ihn  vier 
Tage  unbehelligt  Hessen;  aber  auch  so  hielt  er  seine  Lage  für 
gefährlich;  am  30.  August  führte  er  seine  Truppen  auf  Alkmaar 
zurück.^ 

Der  Hauptvorteil  der  Engländer  bestand  aber  zunächst  darin, 
dass  sie  vom  Helder  ^us  den  Weg  durch  die  Meerenge  am 
Texel,  das  Mars-Diep,  beherrschten;  die  holländische  Flotte 
musste  sich  rückwärts  in  das  enge  Fahrwasser  des  Vlieter  zurück- 
ziehen. Vergebens  hatte  Daendels  wiederholt  darauf  gedrungen, 
dass  man  in  dem  Zugang  zum  Mars-Diep  Schiffe  versenken  und 
ihn  dadurch  unfahrbar  machen  solle.* 

Vizeadmiral  Mitchell  —  Duncan  war  nach  England  abgegangen 
—  konnte  am  28.  mit  seinem  Geschwader  einlaufen;  tags  darauf 
erbeutete  er  in  dem  Hafen  von  Nieuwe  Diep  ein  Arsenal,  auf 
der  Werft  3  Linienschiffe  und  5  Fregatten;  um  7  Uhr  morgens 
am  30.  lag  er  vor  dem  Vlieter  mit  11  Linienschiffen  den  8  Linieh- 
schiffen  und  einigen  Fregatten  Storys  gegenüber.  Mittlerweile 
hatten  die  Proklamationen  des  Prinzen  von  Oranien  und  Duncans 
ihre  Wirkung  gethan;  die  Mannschaften  von  jeher  den  Oraniem 
zugethan,  hielten  mit  ihrem  Verlangen  nicht  mehr  zurück;  als 
sie  von  den  Türmen  des  Helder  und  Texel  die  oranischen  Farben 
wehen  sahen,  weigerten  sie  sich,  dagegen  zu  kämpfen.  Um  Zeit 
zu  gewinnen,  schickte  Story  zwei  Kapitäne  an  Mitchell  mit  der 
Bitte,  Halt  zu  machen,  damit  er  Anweisungen  von  seiner 
Regierung  erwarten  könne;  gleichzeitig  gab  er  Befehl,  sich  zum 
Kampfe  zu  bereiten.  Aber  jetzt  brach  der  Aufstand  offen  aus: 
die  Matrosen  des  Admiralschiffes  entluden  unter  meuterischem 
Geschrei  die  Geschütze,  warfen  die  Ladung  ins  Meer,  und  Story, 
der  die  übrigen  Kapitäne  zu  sich  berufen  hatte,  hörte,  dass  es 
auf  ihren  Schiffen  nicht  besser  stände.  Unterdessen  kamen  die 
Parlamentäre  zurück,  begleitet  von  zwei  englischen  Offizieren. 
Mitchell  liess  fordern,  dass  man  die  oranische  Flagge  aufziehe, 
und  bewilligte  nur  eine  Stunde  Bedenkzeit.  Widerstand  war  un- 
möglich; nach   einstimmigem   Beschluss   der  Kapitäne  antwortete 


^  Daendels  an  Pijman,  30.  August,  an  Brune  aus  Schermerhom 
29.  August,  Mendels,  Beilagen  S.  121  f,  138f 

'  Daendels  an  Brune,  25.  und  26.  August,  Mendels,  Beilagen  S.  132  f; 
Daendels  an  Spoors,  Agent  van  Marine,  26.  August,  Mendels  S.  256; 
vgl.  Miliutin  V,  22,  269. 

26* 


366  Hermann  Hüffer. 

Story:  er  erkenne  keinen  Souverän  als  das  batavische  Volk,  aber 
die  Verräter,  die  er  das  Unglück  gehabt  habe,  zu  befehligen, 
weigerten  sich  zu  kämpfen;  er  überlasse  dem  englischen  Admiral 
die  Flotte  und  erkläre  sich  mit  allen  seinen  Offizieren  kriegs- 
gefangen.^  Die  beiden  Engländer  Hessen  darauf  die  oranische 
Flagge  aufziehen,  und  Mitchell,  mit  grossem  Jubel  emr 
pfangen,  begrüsste  die  Meuterer  als  Verbündete.  Aber  wie 
gross  waren  Erstaunen  und  Verdruss,  als  bald  darauf  die  hollan- 
dischen Seeleute  genötigt  wurden,  ans  Land  zu  gehen,  wo  man 
sie  den  englischen  Truppen  anzureihen  suchte;  die  erbeuteten 
Schiflfe  wurden  von  englischen  Matrosen  besetzt. 

Unbeschreiblich  waren  Freude  und  Jubel  in  London  über 
den  ersten  glücklichen  Erfolg,  vor  allem  über  die  Wegnahme 
der  Flotte.  Man  zweifelte  nicht  mehr  an  dem  günstigen  Ausgang, 
aber  schon  der  eine  grosse  Gewinn,  meinte  man,  sei  für  das 
Unternehmen,  auch  wenn  es  nichts  anderes  eintrüge,  ein  hin- 
reichender Lohn.  Aufdringliche  Qlückwünsche,  auch  die  Fla^^n 
der  erbeuteten  batavischen  Schiffe  wurden  dem  Erbstatthalter 
dargebracht;  die  Strassen  Londons  prangten  im  Schmuck  orani- 
scher  Farben.  Wandte  man  aber  den  Blick  auf  Holland,  so 
konnte  nichts  der  Sache  der  Oranier  sich  nachteiliger  erweisen, 
als  die  Befleckung  der  nationalen  Ehre  imd  die  Vergewaltigung, 
welche  das  kostbarste  Besitztum  des  Landes  dem  englischen 
Neider  überlieferte.  Der  Eindruck  blieb,  wenn  auch  spatere 
Förmlichkeiten  ein  Anrecht  Wilhelms  V.  scheinbar   anerkannten. 

Immerhin  mochte  Abercromby  hoffen,  was  der  Flotte  gegenüber 
gelungen  sei,  möge  auch  bei  dem  Landheere  sich  erreichen  lassen. 
Er  schickte  am  31.  August  den  General  Don  als  Parlamentär  an 
Daendels  mit  dem  Ersuchen  um  Pässe  nach  dem  Haag,  wo  Don 
einen  besonderen  Auftrag  an  das  Direktorium  auszurichten  habe. 
Vermutlich  war  es  nicht  weniger  auf  eine  Verhandlung  mit 
Daendels  abgesehen.  Aber  auch  von  anderer  Seite  hielt  man 
diesen  Oeneral  des  Abfalls  von  der  Sache,  die  er  verteidigen 
sollte,  für  fähig.  Die  üblen  Nachrichten  von  der  Flotte  hatten 
das  Direktorium  imd  den  gesetzgebenden  Körper  in  die  äusserste 

'  Bericht  des  Admirals  Story  an  seine  Regierung  vom  31.  Aogiui, 
Gazette  de  Lejde,  13.  September;  dazu  die  Mitteilungen  des  Ejipit&ns 
Winthrop  und  das  Schreiben  Mitchells  mit  der  Antwort  Storys,  beide  vom 
30.  ebendort;  vgl.  auch  De  Bas  ü,  206  f 


DerFeldzngd.  Engländern.  Russen  im  Herbst  1 799  u.  die  Stellung  Prenssens.  367 

Bestürzung  versetzt;  man  fürchtete;  Daendels  könne  dem  bösen 
Beispiele  folgen.  In  dem  Rückzug  von  der  Zjpe  nach  Alkmaar 
witterte  man  Verrat;  die  albernsten  Gerüchte  gelangten  in  Umlauf: 
Daendels  wolle  Nord-Holland  dem  Feinde  preisgeben,  Amsterdam 
plündern  und  der  Schätze  der  Bank  sich  bemächtigen.  Es  kam 
so  weit,  dass  man  Verteidigungsmassregeln  gegen  seine  Truppen 
anordnete,  und  dass  das  Direktorium  in  Verabredung  mit  dem 
französischen  Gesandten  Florent  Guyot  für  Brune  eine  Vollmacht 
ausstellte,  Daendels  nötigenfalls  abzusetzen  und  zu  verhaften.^  In 
der  That  war  die  Stimmung  in  Amsterdam  drohend  genug;  Brune 
sah  sich  veranlasst,  einen  besonderen  Aufruf  an  den  Magistrat 
zu  richten.  „Halten  Sie  die  Emigranten  im  Zaum'',  mahnt  er, 
„widerstehen  Sie  den  Orangisten,  dann  werde  ich  die  Engländer 
auf  mich  nehmen'';  auch  dem  Direktorium  schrieb  er,  es  gebe 
offenbar  eine  Partei,  welche  Aufruhr  anstiften  und  durch  Plün- 
derungen Erbitterung  erregen  wolle.  Mit  Daendels'  Rückzuge 
war  er  unzufrieden;  schleunigst  begab  er  sich  am  1.  September 
von  Haarlem  nach  Alkmaar;  dahin  sollten  auch  die  französischen 
Truppen  und  die  batavischen  unter  Dumonceau  in  Eilmärschen 
aufbrechen.  Von  der  Grundlosigkeit  des  Verdachtes  gegen  den 
batavischen  General  konnte  er  sich  leicht  überzeugen.  Daendels 
hatte  den  Brief  Abercrombys,  ohne  ihn  zu  beantworten,  an  Brune 
geschickt;  dieser  brachte  ihn  zur  Kenntnis  des  Direktoriums,  und 
Daendels  erhielt  den  Befehl,  die  englischen  Abgesandten  sogleich 
aus  Alkmaar  auszuweisen.' 

Abercromby  hatte  nach  Daendels'  Rückzuge  eine  feste  Stel- 
lung an  der  Zype  eingenommen;  er  verweilte  darin,  obgleich 
schon   am  28.  August   eine  zweite  Division  von  5000  Mann  bei 


'  Vgl.  Mendels  S.  269  f.  und  Florent  Gnyot  an  den  französischen 
Minister  Reinhard  2.  September,  Beilagen  S.  171  f.  Der  Rückzug  wie 
überhaupt  die  Beurteilung  des  Generals  Daendels  erregte  in  späterer  Zeit 
heftige  litterarische  Gegensätze,  besonders  in  den  Jahren  1864  und  1855, 
zwischen  dem  General  Enoop  und  J.  W.  van  Sypestein  im  Nieuwe  Spectator 
und  Militaire  Spectator.  Man  vgl.  darüber  Mendels  S.  261,  264 f.,  der 
auch  ungedruckte  Aufzeichnungen  Enoops  benutzen  konnte. 

'  Der  Aufruf  Brunes  an  den  Magistrat  von  Amsterdam,  sein  Schreiben 
an  das  Direktorium  vom  1.  September  und  der  Brief  Abercrombys  an 
Daendels  vom  31.  August  in  der  Gazette  de  Leyde  vom  6.  September, 
Supplement;  vgl.  auch  Vreede  IT.  1,  82. 


368  Hermazm  Hüffer. 

ihm    eingetroffen  war.^     Von  jeher   hatte   er   dem  unternehmen 
einen  üblen  Ausgang  vorhergesagt  und  nur  mit  grossen  Bedenken 
die  Führung  übernommen.     Eine  solche  Stimmung  des  Generals 
konnte  bei  aller  militärischen  Tüchtigkeit  für  seine  Bewegungen 
nicht   ohne  Nachteil   bleiben.     Auch    die    Gelegenheit,    nach   der 
Wegnahme   der  Flotte  in  die  Zuidersee  einzulaufen  und  Amster- 
dam zu  bedrohen,   war  von  den  Engländern   nicht    so,    wie   es 
geschehen    konnte,    benutzt    worden.     Mitchell    begnügte    sich, 
einige    wenig    bedeutende    Ortschaften    in    Holland,    Medemblik, 
Enkhuizen,  und  an  der  friesischen  Küste  Stavoren  und  Lemmer 
zu   besetzen.     So    blieb  dem  Gegner  Zeit,  alle  Vorkehrungen  zu 
treffen.     Am  8.  September  waren  7000  Franzosen  und  das  Korps 
Dumonceau    in   ungefähr  gleicher  Stärke  in  Alkmaar  angelangt, 
so  dass  mit  Einschluss  der  Division  Daendels'  ungefähr  21 000  Mann 
dort  vereinigt  waren.     Ungesäumt,  ehe  die  Engländer  neue  Ver- 
stärkungen empfingen,   befahl   Brune   den  Vormarsch  gegen  die 
Zype,   welche  Abercromby   mit   ungefähr    17  000   Mann    besetzt 
hielt.   Die  Stellimg  war  einem  Feinde,  der  von  Süden  kam,  schwer 
zugänglich   imd  jetzt   von    den   Engländern   durch    Graben    und 
Schanzen  noch  stärker  befestigt.    Drei  Kolonnen  unter  Vandamme, 
Dumonceau  imd  Daendels   gingen  in    der  Frühe  des   10.  gegen 
die  englischen  Linien  vor,  die  von  der  Nordsee  bis  zur  Zuidersee 
sich  erstreckten.     Nach  einigen  Erfolgen  hielt  ein  breiter  Kanal 
die  Anstürmenden  auf.     Alle  weiteren  Bemühungen  blieben  ver- 
geblich; um  6  Uhr  musste  der  Rückzug  angetreten  werden;  der 
Verlust  betrug  gegen  1000  Mann.     Im  Korps  Daendels  war  — 
wie    es    scheint,    von    Böswilligen   —  ein    panischer    Schrecken 
hervorgerufen;   bis   nach  Haarlem   eilten  die  Flüchtigen   zurück; 
nur  die  strengsten  Strafen  —  ein  Sergeant  wurde  erschossen  — 
konnten   die   Ordnung    wiederherstellen.     Die  Engländer,    in  ge- 
deckter Stellung,  nur  mit  Qeschützen  gegen  Infanterie  kämpfend, 
berechneten  ihren  Verlust  auf  187  Mann,  darunter  37  Tote.* 


*  Miliutiii  V,  28,  270. 

'  Brune  am  11.  und  12.  und  der  Generaladjutant  Dardenne  am 
10.  September  an  das  Direktorium,  Gazette  de  Leyde  17.  September, 
Supplement,  und  12.,  Supplement;  Daendels  an  Brune  am  10.  und  11^ 
Mendels,  Beilagen  S.  144 ff.;  Abercromby  an  Dundas  am  11.  September, 
Gazette  de  Leyde,  1.  Oktober. 


Der  Feldzugd.  Engländern.  Russen  im  Herbst  1799u.  die  Stellung  Prenssens.  369 

vm. 

Abercromby  nutzte  auch  die  Vorteile  dieses  Tages  nicht 
aus;  er  wollte  vorerst  die  Ankunft  des  Herzogs  von  York  und 
der  Russen  erwarten.  Immerhin  konnte  aber  die  Lage  der  bata- 
vischen  Republik  als  bedroht  erscheinen.  Das  Eintreffen  bedeu- 
tender feindlicher  Streitkräfte  stand  in  sicherer  Aussicht;  die 
Treue  der  eigenen  Truppen  war  zweifelhaft,  unter  der  Bevöl- 
kerung die  oranische  Partei  noch  immer  beträchtlich.  Der 
französische  Verbündete  war  zugleich  der  Unterdrücker  des  Landes. 
Brunes  Anmassungen  steigerten  sich  —  nach  der  Uebergabe  der 
Flotte  hatte  er  den  Marineminister  Spoors  „wie  einen  Hund  be- 
handelt'* — ,  und  in  Paris  blieb  die  Stimmung  gereizt  und  miss- 
trauisch.  Nach  der  Landung  der  Engländer  erneuerte  zwar 
Florent  Guyot  im  Namen  seiner  Regierung  das  Versprechen 
wirksamsten  Beistandes^;  aber  die  Nachricht  von  dem  Verlust 
der  Flotte  rief  zu  Paris  im  gesetzgebenden  Körper  einen  Sturm 
des  Unwillens  hervor.  Man  erschöpfte  sich  in  heftigen  Reden 
gegen  Story.  „Ich  begreife  nicht",  rief  der  Abgeordnete  Briot, 
„warum  ein  Admiral,  der  eine  Lunte  imd  ein  Fass  Pulver  be- 
sass,  sich  nicht  lieber  in  die  Luft  sprengte!"  Auch  den  bata- 
vischen  Landtruppen  wurde  Ungeschick  und  Feigheit  imd  die 
Schuld  an  den  Unglücksfällen  zugeschrieben.  Schimmelpenninck 
meint,  die  Gerüchte  von  Einverleibung  tauchen  wieder  auf;  wenn 
der  Krieg  nicht  bald  eine  günstige  Wendung  nehme,  werde  auch 
die  politische  Existenz  der  batavischen  Republik  bald  zu  Ende 
gehen. 

Während  man  aber  die  Anstrengungen  der  Holländer  miss- 
achtete und  imaufhörlich  zu  neuen  Rüstungen  drängte,  blieben 
die  eigenen  Leistungen  weit  hinter  dem,  was  der  Verbündete 
erwarten  und  sogar  fordern  konnte,  zurück.  Lafayette,  damals 
in  Utrecht,  schreibt  am  16.  September  seiner  Frau,  es  sei  ein 
grosser  Uebelstand,  dass  die  Truppen,  welche  die  braven  Bataver 
bezahlen  müssten,  nicht  im  Laude  wären.*  Von  den  25000  Mann, 
deren  Unterhaltung  nach  dem  Vertrag  vom  12.  April  1798  den 


^  Gazette  de  Leyde,  30.  August,  Supplement.  Man  vgl.  auch  das  Hilfe- 
gesuch des  stellvertretenden  Gesandten  in  Paris  van  Grasveld  vom  28.  August, 
Vreede  H.  1,  Beüage  Vü. 

•  Lafayette,  M^moires  V,  82. 


370  Hermann  Hüffer. 

Holländern  zur  Last  fiel,  war  der  grösste  Teil  zur  Unterdrückung 
der  belgischen  Unruhen  und  für  den  Krieg  am  Rhein  verwendet 
—  allerdings  bot  der  Artikel  10  des  Vertrages  eine  gewisse 
Rechtfertigung  —  und  konnte  nur  langsam  herangezogen  werden; 
ja  die  Nachricht  von  den  Unglücksfällen  in  Italien  machte  es 
zweifelhaft,  ob  Frankreich  dem  bedrängten  Bmidesgenossen  nur 
einige  Hülfe  leisten  könne.^ 

Ratlos  und  machtlos  stand  das  batavische  Direktorium  in- 
mitten der  inneren  und  äusseren  Bedrängnisse,  von  Franzosen 
und  Engländern  bedroht  und  beiden  beinahe  in  gleichem  Masse 
abgeneigt.  In  den  Reden  und  Proklamationen  jener  Tage  fehlt 
es  zwar  nicht  an  Ausdrücken  todesmutiger  batayischer  Begeisterung. 
Aber  ein  nahe  beteiligter  Zeuge  verzeichnet  in  seinen  Erinne- 
rungen, er  habe  niemals  deutlicher  bemerkt,  wie  wenig  man  aus 
den  offiziellen  Erlassen  auf  die  wirklichen  Oesinnungen  einer 
Regierung  schliessen  dürfe.  Die  Direktoren  mit  Ausnahme  eines 
einzigen  hätten  nichts  Besseres  gewünscht,  als  unter  der  Huid 
mit  den  Verbündeten  zu  kapitulieren.  Dieser  Zeuge  war  der 
Prediger  der  wallonischen  Gemeinde  im  Haag,  Daniel  Delprat, 
ein  kluger,  wohldenkender  Mann,  der  wegen  seiner  Fertigkeit^ 
sich  französisch  auszudrücken  im  Herbst  1798  von  dem  Minister 
des  Aeussem  van  der  6oes  ohne  feste  Anstellung  oder  Besoldung 
als  Vertrauensperson  in  das  Ministerium  berufen  war.  Seine  Auf- 
zeichnungen bieten  eine  überaus  interessante  Charakteristik  der 
Direktoren  und  der  Minister.  Durchgängig  erscheinen  sie  als 
rechtliche,  verständige  Männer,  aber  ohne  hervorragende  Ge- 
schäftskenntnis und  kaum  befähigt,  imter  so  schwierigen  Ver- 
hältnissen eine  andere  als  eine  duldende  oder  höchstens  abwehrende 
Rolle  zu  übernehmen.  Als  den  begabtesten  nennt  Delprat  seinen 
Freimd  Maarten  van  der  Goes;  ohne  „ein  Adler  zu  sein,  war  er 
doch  von  Natur  für  sein  Amt  begabt  und  mit  dem  Qeschäfts- 
betriebe  vertraut;  er  allein  konnte  einen  Posten  ausfüllen,  der 
Formen  und  einen  Ton  erforderte,  den  man  nicht  leicht  bei 
anderen  gefunden  hätte."  Er  war  auch  beinahe  der  einzige,  der 
bei  den  ersten  Unglücksfällen  Mut  und  Fassung  nicht  verlor, 
und   nicht    wie    seine    Kollegen    für    den  Fall    einer    schleunigen 


*  Gazette  de  Leyde,  24.  September;  Vreede  IT.  1,  64,  69,  68. 


Der  Feldzug  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1799  u.  die  Stellung  Preussens.  371 

Flucht  das  wertvollste  Gerät  schon  einpacken  liess.^  In  früherer 
Zeit  ein  Gegner  der  Oranier,  war  er  jetzt  der  Fremdherrschaft 
nicht  weniger  abhold.  So  kam  er  in  dieser  Notlage^  als  die  Ent- 
scheidung noch  ausstand  und  Engländer  wie  Franzosen  sich  in 
ihren  Verschanzungen  hielten,  auf  den  Gedanken,  oh  es  nicht 
möglich  sei,  heide  Teile  für  eine  Neutralitätserklärung  zu  ge- 
winnen und  dadurch  das  Land  von  fremder  Gewalt  wie  Yon  den 
Schrecken  des  Krieges  zu  befreien.  In  einer  ausführlichen  Denk- 
schrift befürwortet  er  den  Entwurf  einer  Vereinbarung  zwischen 
den  französischen  und  englischen  Generalen  und  der  batayischen 
Regierung.  Demgemäss  sollten  die  französischen  Truppen  die 
Linie  der  Maas  besetzen,  der  Helder,  der  Texel  und  die  benach- 
barten Inseln  in  der  Gewalt  der  Engländer  bleiben,  das  dazwischen- 
liegende Gebiet  für  neutral  erklärt  werden.  Um  die  Ruhe  zu 
Terbürgen,  sollten  Anhänger  des  Statthalters  denFranzosen,  Anhänger 
der  gegenwärtigen  Regierung  den  Engländern  als  Geiseln  dienen, 
in  den  einzelnen  Gemeinden  Mitglieder  früherer  Behörden  an  der 
Verwaltung  teilnehmen.  Der  Friede  würde  dann  definitiv  über 
das  Schicksal  des  Landes  entscheiden.  Van  der  Goes  sucht  nach- 
zuweisen, dass  sowohl  Engländer  wie  Franzosen  sich  in  gefähr- 
licher Lage  befänden,  also  durch  die  Neutralitöt  nur  gewinnen 
konnten.  Aber  er  musste  fühlen,  dass  es  schwer  sein  würde, 
die  kriegführenden  Mächte,  besonders  die  Koalition  zur  Annahme 
seiner  Vorschläge  zu  y ermögen;  dazu  bedurfte  man  fremden  Bei- 
standes. Diesen  hoffte  der  Minister  in  Preussen  zu  finden. 
Preussen  hatte  die  batavische  Republik  wenigstens  thatsächlich 
anerkannt,  es  hatte  sich  stets  geweigert,  der  Koalition  beizutreten, 
und  nach  allen  seinen  Interessen  musste  es  wünschen,  die  Unab- 
hängigkeit Hollands  wiederhergestellt  zu  sehen.  Im  Einvertändnis 
mit  zwei  Mitgliedern  des  Direktoriums  wandte  sich  deshalb  van 
der  Goes  —  bezeichnend  genug  —  an  den  vormaligen  Staats- 
sekretär Baron  Johann  Hendrik  MoUerus  mit  dem  Ersuchen,  eine 
Sendung  nach  Berlin  zu  übernehmen  und  die  Fürsprache  sowie 
den  Beistand  des  Königs  zu  erwirken.  Mollerus  erwiderte,  ein 
Mitglied  der  früheren  Regierung  könne  auf  eine  solche  Sendung 

^  Journal  concemant  les  ^v^nemente  politiques  de  notre  patrie  depuis 
1798 — 1807  redig^  par  Daniel  Delprat,  medegedeeld  door  Mr.  D.  H.  Delprat 
[den  Enkel]  in  den  Bijdragen  en  Mededeelingen  van  het  historisch  genoot- 
Bchap  te  Utrecht,  dertende  deel,  's  Orayenhage  1892,  S.  174 — 842. 


372  HfnEAiLB  Hafer. 

ohne  Genehmigung  des  ErbsUtthalten  oder  wenigstens  ohne 
Buckspnche  mit  dem  Erbprinzen  nicht  wohl  eingehen.  Einige 
Tige  später,  am  11.  September ^  als  gerade  der  Angriff  auf  die 
Stellang  der  Englander  misalongen  war.  eridirte  er  sich  nach 
dem  Wunsche  des  Ministers  bereit,  den  Erbprinzen  in  Lingen  auf- 
zusachen,  trat  alsbald  die  Reise  an  und  setzte  sie,  da  er  den 
Erbprinzen  am  14.  September  in  Lingen  nicht  mehr  antraf  nach 
dem  Helder  fort.  Er  fand  dort  freundliche  Aufnahme;  als  er 
aber  den  Plan  des  Ministers  am  IS.  September  vorlegte,  erwiderte 
der  Erbprinz,  seine  Stellung  liesse  nicht  zu,  etwas  ohne  Geneh- 
migung seines  Vaters  zu  thun.  Darauf  unternahm  MoUerus  sogv 
eine  Reise  nach  En^and.  Aber  zu  spat:  als  er  nach  einer  be- 
schwerlichen Fahrt  dort  anlangte,  war  der  Zweck  seiner  Sendung 
durch  die  kriegerischen  Ereignisse  bereits  überholt.^ 

Die  Sendung  nach  Berlin  wurde  am  8.  September  einem 
Herrn  Wilhelm  Quejsen  aus  Zwolle,  Tormaligem  Xationalrepn- 
sentanten,  angetragen.  Er  sollte  den  König  um  seine  Yennittlung 
bei  den  kriegführenden  Mächten  angehen,  damit  Batayien  die 
Neutralitat  erlange  und  Tor  TöUigem  Ruin  bewahrt  werde.  Daf&r 
wurden  Preussen  alle  Vorteile  Tersprochen,  die  die  batavische 
Bepublik,  besonders  in  Beziehung  auf  den  Handel,  gewähren  könne.' 
Quejsen  als  brarer  Hausrater  bat  jedoch,  ihn  zu  entschuldigen, 
da  er  den  Bitten  seiner  Ehegenossin,  die  ihrer  Niederkunft  ent- 
gegensehe, sich  nicht  entziehen  könne.'  Statt  seiner  wurde  nun 
sein  Landsmann  Vos  Tan  Steenwijk  mit  der  Sendung  betraut. 
Verkleidet,  unter  dem  strengsten  Geheinmis  —  nicht  einmal  der 
batavische  Gesandte  in  Berlin,  Bourdeaux,  und  der  erste  Beamte 
des  auswärtigen  Amtes  im  Haag,  Tinne,  waren  eingeweiht  —  kam 
er  nach  sechstägiger  Reise  am  23.  September  nach  Berlin.  Dt 
er  Haugwitz,   der   auf  seinen  Gütern  in  Schlesien   weilte,   nicht 

'  Vreede  II.  1,  70 — 84,  93 f.;  Denkschrift  von  van  der  Goes  Tom  Sep- 
tember nnd  Promemoria  vom  Dezember  1799,  Vreede  Ü.  1,  Beilage  XYII 
nnd  X;  Promemoria  von  Johann  Hendrik  Mollems  an  den  Erbprinzen  vom 
20.  September  bei  De  Bas  II,  704  (Beilage  Vni);  von  De  Bas  wird  es  aber 
8.  675,  wie  auch  S.  671  die  Sendung  an  den  Erbprinzen,  dem  damals  ervt 
nennzehnjährigen  Sohne  Hendrik  MeUo  Mollems  zugeschrieben.  Der  Vater, 
nach  der  Rückkehr  der  Oranier  zu  den  höchsten  Staatswürden  erhoben, 
starb  83-jährig  am  22.  Juni  1S34  zu  Utrecht. 

•  Vreede  H.  1,  86  f. 

'  Queysen  an  van  der  Goes  aus  Z wolle  9.  September,  Vreede  U.  1,  86. 


DerFeldnigd.  Englftnderu.  Russen  im  Herbst  1799  u.  die  StellongPreussens.  373 

antraf,  entwarf  er  zunächst  eine  Denkschrifb  für  den  König.  Van 
der  Goes  riet^  als  er  davon  Kenntnis  erhielt^  am  1.  Oktober  von 
offiziellen  Schritten  ab,  da  Yos  gar  keinen  offiziellen  Charakter 
besitze.  Er  solle  nur,  wie  es  eben  angehe,  den  König  günstig 
zu  stimmen  suchen.  Die  Hoffiiung  auf  guten  Erfolg  wurde  ver- 
stärkt durch  eine  Wiener  Depesche  des  Barons  von  Haefben  vom 
11.  September:  man  wisse  zuverlässig,  dass  Preussen  in  Paris  die 
Räumung  Hollands  und  seiner  linksrheinischen  Provinzen  verlangt 
habe.^  Am  28.  September  muss  Vos  aber  berichten,  Haugwitz 
habe  tags  vorher  in  einem  zweistündigen  Gespräche  erklärt,  der 
König  könne  für  die  batavische  Republik  nichts  Wirksames  thun, 
wenn  nicht  das  oranische  Haus  wieder  eingesetzt  würde.  Und 
während  van  der  Goes  noch  in  wiederholten,  freilich  verspätet 
eintreffenden  Schreiben  den  Eifer  des  Abgesandten  anzufeuern 
suchte,  erfuhr  er,  Yos  habe  die  preussische  Hauptstadt  bereits 
wieder  verlassen.  Am  1.  Oktober  hatte  Haugwitz  ihn  zu  sich 
beschieden  und  ihm  mitgeteilt,  der  französische  Geschäftsträger 
habe  von  seiner  Anwesenheit  Kenntnis  erhalten;  es  sei  am  vor- 
teilhaftesten für  ihn  und  die  Republik,  seinen  Aufenthalt  in  Berlin 
soviel  als  möglich  abzukürzen.  „Infolge  dieser  Insinuation^', 
schliesst  Yos  seinen  Bericht,  „werde  ich  übermorgen  am  3.  Oktober 
Berlin  verlassen.^'  Man  sieht,  dass  auch  nach  dieser  Seite  der 
König  zu  einem  entscheidenden  Schritt  sich  nicht  bewegen  liess.' 


*  Vgl.  Yreede  ü.  1,  89.  Baron  von  Haeften,  der  langjährige  Gesandte 
des  Erbstatthalters,  war  anch  im  Aoftrage  der  batavischen  Republik  in 
einer  halboffiziellen  Stellung  in  Wien  verblieben.  Seine  letzte  Depesche  im 
Haager  Staatsarchiv  ist  vom  22.  Februar  1800.  Der  preussische  Gesandte 
C^raf  Keller  berichtet  am  22.  März:  „Le  Sieur  de  Haeften,  ministre  tolär^ 
mais  non  re9u  de  la  B^publique  Batave  ä.  Vienne,  oü  avant  la  demi^re 
r^volution  il  fut  longtemps  accr^ditä  par  Tancien  gouvemement,  mourut  ici 
avant-hier  matin  äg^  de  75  ans.  II  commen9a  sa  carri^re  diplomatique 
comme  Envoy^  Eztraordinaire  de  Portugal,  passa  ensuite  dans  la  m§me 
qualit^  en  SuMe,  apr^s  quoi  il  fut  Ambassadeur  k  la  Porte.  L'envoj^  de 
Saxe  dans  la  maison  duquel  le  Sieur  de  Haeften  occupait  un  ^tage  a  ^t^ 
la  veille  de  sa  mort  nomm^  par  lui  son  ex^cuteur  testamentaire  et  tuteur 
de  ses  enfants.  Le  comte  de  Schönfeld  et  la  l^gation  Danoise  ont  mis 
conjointement  les  scell^s  chez  le  defunt.^^    Pr.  St.-A. 

'  Yreede  H.  1,  86  ff.  und  Beilage  X.  Man  vgl.  das  Journal  Delprats 
a.  a.  0.  S.  190;  dass  Delprat  in  diese  geheimsten  Angelegenheiten  eingeweiht 
war,  ist  ein  Beweis,  wie  xmbedingtes  Vertrauen  man  ihm  schenkte.  —  In 
ganz  ähnlicher  Lage  wie  das  batavische  befand  sich  das  helvetische  Direk- 


374  Hermann  Hüffer. 

Die  Verhandlung  mit  Frankreich  war  seit  einem  Monat  um 
keinen  Schritt  weiter  gerücki  Otto  hatte  von  Taliejrand  unter 
dem  26.  August  den  Auftrag  erhalten^  die  Rafunnng  Hollands 
bei  der  bevorstehenden  Invasion  als  unmöglich  hinznstelleiiy 
Zastrow  durch  Freund  Schaftsversicherungen  und  glanzende  Yet- 
sprechungen  hinzuhalten^  aber  nichts  genau  zu  bestinmien  und 
nichts  schriftlich  zu  geben.  Mit  Befriedigung  kann  Otto  am 
4.  September  antworten,  es  seien  nunmehr,  den  Wünschen  des 
Direktoriums  gemäss,  schon  fünf  Dekaden  ohne  irgend  eine  Ent- 
scheidung vergangen.  ^  Wenn  Haugwitz  gerade  jetzt  die  iÜLninuig 
der  linksrheinischen  preussischen  Provinzen  forderte  und  von  dem 
Anmarsch  der  preussischen  Truppen  Meldung  machte,  so  war  Otto 
durch  die  Mitteilungen  Eöckritzens  und  Zastrows,  vielleicht  andi 
Lombards  versichert,  dass  der  König  nur  im  äussersten  Falle  bei 
der  Annäherung  der  Engländer  und  Russen  Ernst  machen  wfirda* 
In  Paris  beklagte  sich  Siey^s  Sandoz  gegenüber,  dass  Preuasco 
gerade  in  so  bedrängten  Zeiten  die  Republik  mit  derartige 
Forderungen  behellige;  bezüglich  Cleves  habe  man  bisher  nodi 
gar  keine  offizielle  Forderung  erhalten.'  Am  13.  September 
machte  dann  Sandoz  die  preussischen  Wünsche  zum  (Jegensluii 
einer  offiziellen  Note.  Aber  Reinhard,  der  neue  Minister,  wieda^ 
holte,  man  könne  Batavien  in  der  Gefahr  nicht  verlassen  xopi, 
was  Cleve  angehe,  hätten  gerade  die  Drohungen  Preussens  d« 
Direktorium  Nachgiebigkeit  unmöglich  gemacht.  Umsonst  schln 
Sandoz  den  Ausweg  vor,  die  französischen  Truppen  möcht« 
sofort  Cleve  räumen,  der  Einzug  solle  dann  erst  nach  einiger  Zeit 
erfolgen,  also  jeder  Schein  des  Zwanges  vermieden  werden.*  Di» 
französische  Antwort,  welche  vom  17.  September  datiert,  aber  ^ 


torium ,  als  im  Sommer  FranzoeeD ,  Oesterreicher  und  Rnssen  untUUlg  v 
der  Limmat  sich  gegenüberstanden.  Merkwürdig,  dass  gerade  wie  im  Ht^ 
auch  in  Bern  der  Versuch  gemacht  wurde,  die  in  dem  Bflndnisvertnge  *• 
18.  August  1798  so  ungern  aufgegebene  Neutralität  wieder  zu  eriiog» 
Freilich  mit  demselben  Ergebnis  wie  in  Holland;  denn  das  fnsaßBi^ 
Direktorium  war  wenig  geneigt,  ja  nicht  einmal  im  stände,  den  Wüaifk» 
der  helvetischen  Regierung  zu  willfahren. 

*  Vgl.  Bailleu  I,  606.  509. 

*  Otto,    4.  September,   Bailleu  I,    608;   vgl.   auch   den   Bericht  «■ 
20.  September  über  die  Unterredung  mit  Lombard. 

^  Sandoz,  8.  September,  Bailleu  I,  386. 

*  Sandoz,  22.  September,  Bailleu  I,  388. 


Peldzngd.  Engländern.  Russen  im  Herbst  1799  u.  die  StellungPrenssens.  375 

icheint  durch  Sandoz'  Schuld,  erst  am  22.  September  über- 
Bn  wurde,  lautete  demgemäss  durchaus   ablehnend.     Es  klang 

Hohn,  wenn  über  Cleve  bemerkt  wurde,  die  Republik  werde 
Gebiet,  das  ihre  Heere  kraft  eines  feierlichen  und  geheiligten 
träges  besetzt  hätten,  mit  allen  Mitteln,  die  in  ihrer  Macht 
iden,  verteidigen;  sollten  aber  die  Kriegsereignisse  eine  wirk- 
e  Gefahr  für  die  linksrheinischen  Provinzen  herbeiführen,  so 
de  das  Direktorium  nicht  säumen,  die  Dazwischenkunft  des 
kigs    anzurufen,   um  das   bedrohte   Gebiet  in  Verbindung   mit 

preussischen  Truppen  gegen  jeden  AngrifiF  zu  sichern.  ^    Natür- 

konnte  eine  solche  Antwort  das  preussische  Ministerium  nicht 
iedigen.  Aber  was  blieb  zu  thun?  Die  Kriegsereignisse  in 
land  hatten  bereits  eine  Wendung  genommen,  welche  die  Grund- 
»  und  den  Ausgangspunkt  der  preussischen  Verhandlung  zer- 
te.  Infolgedessen  schreiben  die  Minister  dem  Könige  am 
)ktober:   da  die  preussischen  Truppen  den   Rhein   bei  Wesel 

in  dem  Falle  überschreiten  sollten,  dass  die  englisch-russische 
nee  bis  auf  dieselbe  Linie  vorgerückt  sei,  und  da  dieser  Fall 
it  eingetreten,  auch  bei  der  vorgeschrittenen  Jahreszeit  nicht 
Bud  wahrscheinlich  sei,  so  bleibe  nichts  übrig,  als  Zeit  zu 
rimien  imd  den  Schein  zu  vermeiden,  als  wiche  man  vor  den 
bistischen  Gründen  der  französischen  Regierung  zurück. '  Dem- 
Biss  wird  am  selbigen  Tage  Sandoz  beauftragt,  scheinbar  in 
r  kraftigen  Worten  die  preussischen  Ansprüche  zu  erneuern: 

Bestimmungen  in  Artikel  5  des  Baseler  Friedens,  heisst  es, 
im  nur  Gültigkeit  für  die  Dauer  des  Krieges,  der  durch  den 
•den  von  Campo  Formio  beendigt  ist.  Da  dieser  Friede  durch 
i  9.  der  geheimen  Artikel  die  Rückgabe  der  linksrheinischen 
yrinzen  an  Preussen  aussprach  und  dadurch  die  geheimen 
ükel  von  Basel  und  den  Vertrag  vom  5.  August  1796  unmög- 
k  machte,  hört  für  Preussen  jede  Verbindlichkeit  auf.  Nichts 
ht  im  Wege,  eine  Restitution  zu  fordern,  in  welcher  die  fran- 
piche  Republik,  wie  sie  Oesterreich  gegenüber  erklärte,  gar 
be  Schwierigkeit  findet.  Sandoz  soll  also  die  preussischen 
tdenmgen  in  Bezug  auf  Cleve  und  auf  Holland  erneuern,  jeden- 
ll  auf  der  Uebertragung  des  Civilbesitzes  bestehen.  Aber  wenn 
r  die  preussische  Theorie  noch  einmal  in  grosser  Bestimmtheit 


^  Note  vom  17.  September,  Bailleu  I,  389.  *  Baillea  I,  889  f. 


376  Hermann  Hüffer. 

hervortrat;  so  wurde  sie  auch  deutlich  genug  als  blosse  Theorie 
bezeichnet,  denn  Sandoz  erhielt  die  Anweisung,  weitere  Vor- 
stellungen nicht  mehr  schriftlich,  sondern  nur  mündlich  zu  machen.^ 
Es  war  in  der  That  yorauszusehen^  dass  die  Franzosen  nicht  anders 
als  im  äussersten  Notfall  ein  noch  immer  so  ei^iebiges  Gebiet 
wie  Holland  räumen  und  in  Cleye,  das  bereits  dem  Departement 
der  Roer  eingeordnet  war,  preussische  Verwaltung  wieder  ein- 
fahren würden.  Sandoz*  Vorstellungen  und  eine  am  20.  Oktober 
von  ihm  eingereichte  Note,  in  welcher  er  —  wie  er  behauptet, 
auf  den  Rat  Reinhards  —  nochmals  wenigstens  den  Civilbesitz 
verlangte,  fanden  denn  auch  eine  durchaus  ablehnende  Antwort', 
und  die  Ereignisse  in  Holland  gestalteten  sich  bald  derart,  dass 
selbst  Haugwitz  in  einem  Bericht  vom  28.  Oktober  sich  dahin 
aussprechen  musste,  es  bleibe  jetzt  nichts  übrig,  als  zur  einfachen 
Neutralität  zurückzukehren.' 

IX. 
Dass  für  die  Politik  des  Berliner  Hofes  kein  anderer  Ausweg 
offen  war,  ergiebt  sich,  wenn  man  auf  den  Verlauf  der  Ereignisse 
seit  dem  10.  September  einen  Blick  wirft.  Abercromby  hatte, 
wie  erwähnt,  auch  nach  dem  glücklichen  Treffen  seine  Ver- 
schanzungen an  der  Zjpe  nicht  verlassen.  In  den  nächsten  Tagen 
traf  in  verschiedenen  Abteilungen  der  Rest  der  englischen  Truppen 
am  Helder  ein,  am  12.  September  der  Herzog  von  York.  Er  fend 
hier  bereits  den  Erbprinzen  von  Oranien,  welchen  Abercromby 
gleich  nach  der  Landung  eingeladen  hatte,  sich  nach  dem  Helder 
zu  begeben.  Ohne  den  Fortgang  der  Ereignisse  in  den  östlichen 
Provinzen  abzuwarten,  war  der  Erbprinz  auf  einer  Fregatte,  die 
man  ihm  nach  Emden  entgegen  geschickt  hatte,  am  7.  September 
am  Helder  angelangt.  Von  den  englischen  Generalen  wurde  er 
mit  allen  Ehren  empfangen;  man  liess  ihn  sogar  die  geraubten, 
nunmehr  mit  englischen  Matrosen  bemannten  Schiffe  in  Besitz 
nehmen,  und  er  versuchte  dann,  aus  holländischen  Seeleuten  und 
Ueberläufem  ein  eigenes  Korps  zu  bilden.  Aber  auf  die  kriege- 
rischen Ereignisse  hatte  er  keinen  Einfluss,  und  auch  bei  der 
Bevölkenmg  traten  die  Wirkungen  nicht   hervor,   die  man   sich 

^  Das  Ministerium  an  Sandoz,  4.  Oktober,  Pr.  St.-A.;  vgl.  Baülen  I,  840. 
'  Sandoz,    17.,    24.    Oktober;    Note    Reinhards    vom    8.    November, 
Bailleu  I,  842  f.,  349. 
»  Bailleu  I,  348  f. 


Der  Feldzag  d.  Engländern.  Russen  im  Herbst  1799  n.  die  Stellung  Prenssens.  377 

von  seiner  Anwesenheit  versprochen  hatte.  Es  war  ihm  nicht 
gegeben,  durch  sein  persönliches  Erscheinen  Eindruck  zu  machen. 
Abercromby  nennt  ihn,  wohl  im  Aerger  mit  einiger  Uebertreibung, 
den  wenigst  anziehenden,  schwächsten  Prinzen  von  Europa;  nur 
ein  einziger  Mann  aus  Hoom  habe  sich  ihm  angeschlossen,  vom 
Lande  kenne  er  so  wenig,  als  Ware  er  in  Schweden  geboren.» 
Um  so  wichtiger  war  die  Ankunft  der  Russen  am  13.  imd 
14.  September,  8800  Mann  unter  Scherebzow,  6700  Mann  unter 
Essen,  unter  dem  gemeinsamen  Oberbefehl  des  Generals  Herman. 
Die  AusschiflFung  erforderte  aber  drei  Tage;  am  18.  September 
waren  nicht  viel  mehr  als  33000  Engländer  und  Russen  an  der 
Zype  vereinigt.*  Alle  Verhältnisse,  insbesondere  die  vorgerückte 
Jahreszeit,  die  durch  herbstliche  Stürme  und  anhaltende  Regen- 
güsse sich  ankündigte,  geboten,  nicht  zu  säumen;  so  wurde  der 
Angriff  gleich  auf  den  folgenden  Tag  festgesetzt.  Man  stand 
23  000  Republikanern  gegenüber,  die  in  der  Gegend  vor  Alkmaar 
eine  durch  Dämme  imd  Schanzen  befestigte  Stellung  eingenommen 
hatten.  Links  in  den  Dünen  und  bei  der  kleinen  Stadt  Bergen 
gegen  10  000  Franzosen,  zu  ihrer  Rechten  das  Korps  Dumonceaus, 
noch  weiter  östlich  gegen  die  Zuidersee  die  Division  Daendels'. 
Die  Ueberzahl  war  auf  Seiten  der  Verbündeten,  aber  sie  ging 
beinahe  verloren,  weil  man  10000  Engländer  unter  Abercromby 
auf  dem  äussersten  linken  Flügel  zu  einem  Umgehungsversuch 
nutzlos  verwendete.  Den  Hauptangriff  sollten  8000  Russen  imd 
2000  Engländer  unter  Herman  gegen  Bergen  richten  und  im 
Centrum  von  dem  Herzog  von  York  unterstützt  werden.  Aber 
die  Russen  brachen  —  man  weiss  nicht,  aus  welcher  Ver- 
anlassung —  zwei  Stunden  vor  der  bestimmten  Zeit  und  vor 
den   Engländern    schon   um    drei  Uhr  morgens  auf,   trieben   die 


'  De  Bas  U,  213 f.;  Abercromby  an  Dnndas,  26.  Oktober,  Dnniennline 
a.  a.  0.  S.  201  ff. 

*  Milintin  Y,  276,  278  f.  stellt  die  verschiedenen  Angaben  über  die 
Stärke  der  Verbündeten  aus  Mac  Carthj,  Jomini,  Mathieu  Dumas  und  den 
russischen  Ausweisen  zusammen  und  berechnet  die  Gesamtstärke  auf 
28  000  Engländer,  15  600  Bussen,  3000  englische  Marinetruppen,  im  Ganzen 
46  500  Mann,  zu  denen  noch  3000  holländische  Matrosen  kommen,  die  aber 
im  Feldzug  nicht  verwendet  wurden.  Man  begreift  nicht,  warum  in  diesem 
Falle  am  19.  September  nur  33  000  Mann  zum  Angriff  verwendet  wurden. 
Allerdings  soll  der  Herzog  von  York  später  behauptet  haben,  es  hätten 
15  000  Mann  an  der  Schlacht  nicht  teilgenommen. 


378  Hermann  Hüffer. 

überraschten  Franzosen  aus  den  Dörfern  Kamp  und  Groet  und 
drangen  im  wilden  Ansturm  über  Schorl  gegen  Bergen  vor.  Eine 
vor  der  Stadt  aufgestellte  Brigade  des  Generals  Gouvion  wurde 
geworfen,  und  Bergen  um  8  Ubr  besetzt,  unterdessen  hatte  sich 
der  Herzog  von  York  mit  dem  Korps  des  Generals  Dundas  gegen 
das  feindliche  Centrum  unter  Dumonceau  in  Bewegung  gesetzt^ 
das  verschanzte  Dorf  Warmenhuisen  genommen,  700  Mann  mit 
3  Geschützen  zu  Gefangenen  gemacht  und  wollte  nun,  behutsam 
und  methodisch  vorgehend,  nach  rechts  sich  über  Schorldamm 
gegen  Bergen  wenden.  Aber  bis  eine  Brücke  über  den  grossen 
Kanal  von  Alkmaar  sich  schlagen  Hess,  war  es  10  Uhr  geworden, 
und  um  diese  Zeit  das  Unglück  auf  dem  rechten  Flügel  bereits 
geschehen.  Die  Russen  fanden  sich,  als  sie  aus  Beiden  weiter 
vorgehen  wollten,  den  gesammelten  französischen  Truppen  unter 
Vandamme  und  Rostolant  gegenüber.  Brune  führte  auch  seine 
Reserven  heran  und  ging  nun  selbst  zum  AngriflF  vor.  Ein  furcht- 
bares Geschützfeuer  richtete  sich  gegen  die  in  den  Strassen  des 
Städtchens  zusammengedrängten  Russen,  die  durch  lange  An- 
strengung geschwächt,  der  Wege  unkundig,  Fassung  und  Haltung 
völlig  verloren.  Herman  selbst,  der  die  Ordnimg  wieder  herzu- 
stellen suchte,  wurde  mit  mehreren  Stabsoffizieren  gefangen,  der 
Nächstkommandierende,  General  Scherebzow,  tödlich  verwundet. 
Unter  schweren  Verlusten,  rasch  wie  sie  gekommen,  eilten  die 
Russen  in  ihre  frühere  Stellung  zurück.  Bei  der  Nachricht  von 
diesen  Vorgängen  konnte  der  Herzog  von  York  seine  Vorteile 
nicht  mehr  verfolgen.  Auch  Pulteney,  der  gegen  Daendels  auf 
dem  linken  Flügel  nicht  ohne  Glück  gefochten  hatte,  und  Aber- 
cromby,  der  ohne  Widerstand  an  der  Zuidersee  nach  Hoom  und 
etwas  weiter  gelangt  war,  mussten  den  Rückzug  antreten.  Gegen 
vier  Uhr  nachmittags  standen  die  beiden  Heere  in  derselben 
Stellung  wie  am  Morgen  sich  gegenüber.  Die  Verbündeten  hatten 
gegen  4000  —  die  Russen  allein  gegen  3000  — ,  ihre  Gegner 
etwa  1000  Mann  weniger  verloren.^ 

Aber  die  Bedeutung  der  Schlacht  lag  nicht  in  den  Ziffern 
der  Verluste;  weit  schwerer  fielen  für  die  Verbündeten  andere 
Nachteile  ins  Gewicht.     Man  befand  sich   auf  einem  Gebiet,   das 

^  Brune  an  das  Direktorium,  19.  September  und  Daendels  an  Bnine, 
20.  September,  Gazette  de  Leyde,  27.  September  und  Supplement;  MUintin 
V,  45,  282  ff. 


Der  Feldzug  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1799  u.  die  Stellung  Preussens.  379 

nach  seiner  eigentümlichen  Beschaffenheit  von  Dämmen  und 
Kanälen  durchzogen,  die  Verteidigung  gegen  den  Angriff  in  un- 
verhältnismässigen Vorteil  setzte.  Das  hatten,  wie  die  Franzosen 
am  10.  September,  so  jetzt  die  Verbündeten  erfahren  und  mussten 
es  auch  fernerhin  erwarten.  Die  Hoffnung,  durch  einen  grossen 
Schlag  eine  rasche  Entscheidung  herbeizufUhren,  war  vereitelt. 
Die  Schwierigkeiten  des  Unternehmens  traten  jetzt  in  voller 
Deutlichkeit  hervor.  Unwetter  und  grundlose  Wege  erschwerten 
jeden  Schritt.  Die  Gesundheit  der  Soldaten  begann  zu  leiden, 
und  wie  es  gewöhnlich  nach  solchen  Unfällen  zu  geschehen  pflegt: 
man  beschuldigte  sich  gegenseitig.  Die  Engländer  klagten,  und 
gewiss  mit  Recht,  dass  die  Russen  zu  früh  und  ohne  Vorsicht 
und  Ordnung  vorgegangen  seien,  die  Russen,  dass  die  Engländer 
sie  nicht  unterstützt  hätten.^  Natürlich  wurde  die  militärisch 
unentschiedene  Schlacht  in  Batavien  als  ein  grosser  Sieg  gefeiert. 
Mut  imd  Begeisterung  der  Republikaner  belebten  sich  in  dem 
Masse,  wie  die  Hoffnungen  ihrer  Gegner  sich  herabstimmten;  an 
eine  wirksame  Erhebung  der  oranischen  Partei  war  nicht  mehr 
zu  denken.  Schwache  Versuche  in  Geldern  und  Overyssel  wurden 
leicht  unterdrückt*;  selbst  in  den  von  den  Engländern  besetzten 
Orten  in  Holland  und  an  der  Zuidersee  gelang  es  nur  mit  Mühe, 
eine  oranische  Verwaltung  einzurichten.  Dagegen  sind  die  Zeitungen 
jener  Tage  erfüllt  mit  Belobigungen  republikanischer  Opferwillig- 
keit, und  es  Hess  sich  voraussehen,  dass  dem  Heere  Brunes  Ver- 
stärkungen und  Proviant  in  reichem  Masse  zugeführt  würden. 
Gerade  dieser  Umstand  musste  aber  trotz  aller  Ungunst  der  Ver- 
hältnisse die  Verbündeten  zu  einem  neuen  Angriff  mahnen,  der 
nur  wegen  eines  Unwetters  am  29.  September  und  1.  Oktober 
verschoben  wurde  und  am  2.  Oktober  die  zweite  Schlacht  bei 
Bergen  zur  Folge  hatte. 

Diesmal  sollte  Abercromby  auf  dem  rechten  Flügel  von  dem 


^  Bielefeld  schreibt  am  23.  September,  der  russische  General  Herman 
beklage  sich  bitter ,  dass  er  von  den  Engländern  im  Stiche  gelassen  sei. 
(Interzept  im  Haager  Staatsarchiv.) 

*  Vgl.  De  Bas  11,  212  f.  Ein  beklagenswertes  Nachspiel  erhielten  diese 
Vorgänge  durch  die  Hinrichtung  des  Fräuleins  Judith  van  Dorth,  die  nach 
längerer  Haft  am  22.  November  auf  Veranlassung  eines  französischen  Be- 
fehlshabers vor  ein  sogenanntes  Kriegsgericht  gestellt  imd  wenige  Stunden 
später  erschossen  wurde. 

HUtor.  Viertoljahnchrift.  liH)2.  S.  27 


380  Hermann  Hüffer. 

Dorfe   Petten    gegen    das   Städtchen    Torgehen^    das   die    Russen, 
welche  jetzt  unter  dem  General  Essen  das  Centrum  bildeten,  von 
der  anderen  Seite  bedrohen  würden.  7000  Engländer  unter  Pulteney 
sollten  unterdessen  die  batayischen  Divisionen  beschäftigen;   man 
ho£Pte;   wenn  der  Angriff  Ton  Erfolg  war^   die  Hauptmacht  des 
Feindes  von  der  Rückzugslinie  nach  Haarlem  abzuschneiden.    Den 
Russen  gelang  es  in  der  That^  Franzosen  und  Batavier   aas  den 
Torgeschobenen    Stellungen    am    Vormittag    gegen    Koedyk    und 
Bergen  zurückzuwerfen;  dann  befahl  der  Herzog^  der  von  einem 
Angriff  in  der  Front  zu   grosse   Verluste   besorgte  ^   den   Seiten- 
angriff   der    Engländer    zu    erwarten.      Abercromby,    durch    den 
langen^  schwierigen  Weg  und  feindlichen  Widerstand  aufgehalten, 
konnte  jedoch   erst  gegen  3  Uhr  auf  den  Höhen  bei  Bergen  er- 
scheinen und  wagte,  da  die  Geschütze  noch  fehlten,  vorerst  nicht 
hinabzusteigen.     Durch   das   Zögern    der  Gegner   ermutigt,    ging 
nun  Brune   zum  Angriff  über,    und   es  kam,   ehe   der  Tag    sich 
neigte,    noch   zu    einer   Reihe   von    Gefechten   mit   wechselndem 
Erfolg.    Die  Republikaner  hatten  im  Wesentlichen  ihre  Stellungen 
behauptet  und  gegen  2000  Mann,   d.  h.  nicht  viel  mehr   als   die 
Verbündeten,  verloren.     Aber  Brune  fühlte  sich  gefährdet.     „Die 
Ermüdung    der   Soldaten",    schreibt   er   am   4.   Oktober    an    den 
Kriegsminister  nach  Paris,  „und  eine  gewisse  Herabstimmung  des 
militärischen  Geistes,   die  ich  bisher  nicht  bemerkt  hatte,  liessen 
mich,  wenn  der  an  Zahl  überlegene  Feind  uns  am  nächsten  Tage 
angriffe,  ein  wirkliches  Unglück  befürchten.     Ich  befahl  deshalb, 
dass   im  Falle  eines   erneuten   kräftigen  Angriffes,   der  Rückzug 
langsam  und  in  guter  Ordnung  nach  Bewerwick  angetreten  würde."* 
Der  Rückzug  war  in  der  That  noch  vor  Tagesanbruch    erfolgt; 
die  Russen  konnten  zum  zweitenmal  in  Bergen  einziehen,  und  der 
Herzog  sein  Hauptquartier  nach  Alkmaar   verlegen.     Ait)   Nach- 
mittag   des    4.  Oktober   hielt   der   Erbprinz    seinen    Einzug.      Er 
übernahm   sogar  die   obrigkeitliche   Gewalt   und    verstärkte   seine 
kleine  Schar  durch  Ueberläufer.     Am   folgenden  Sonntag   mnsste 
der  Gottesdienst  wieder  in  den  vorrevolutionären  Formen  abgehalten 
werden.     In  dem  von  der  Republik  verpönten  Talar  sprach   der 
Prediger  eine  Danksagung  för  die  Rückkehr  des  Prinzen.* 

^  Miliutin  V,  298,  Beilage  47;  vgl.  auch  die  Berichte  in  der  Gkizette 
de  Leyde,  8.  Oktober,  Supplement. 
•  De  Bas  ü,  286. 


Der  Feldzug  d.  Engländer  u.  Russen  im  Herbst  1799  u.  die  Stellung  Preussens.  381 

Aber  es  war  deutlich  genug,  dass  die  Schlacht  keine  Ent- 
scheidung gebracht  habe,  und  dass  der  Feind  noch  unbezwungen 
in  der  neuen  festen  Stellung  sich  von  Tag  zu  Tag  verstarken 
würde,  während  die  eigenen  Kräfte  zusammenschmolzen.  Nur  ein 
entscheidender  Erfolg  konnte  den  Weg  in  eine  bevölkerte,  an 
Hilfsmitteln  reiche  Gegend  eröffnen  und  den  Mut  der  oranischen 
Partei  wieder  beleben.  Der  Versuch  musste  gemacht  werden. 
Am  6.  Oktober  gegen  sieben  Uhr  morgens  setzten  sich  mehrere 
Kolonnen  gegen  die  der  feindlichen  Stellung  vorliegenden  Dörfer 
Bakum,  Limmen  und  Akersloot  in  Bewegung.  In  den  Dünen  die 
Engländer  unter  Abercromby,  zu  ihrer  Linken,  aber  in  beträcht- 
licher Entfernung,  die  Russen  gegen  Bakum,  das  Abercromby 
von  den  Dünen  aus  bedrohen  sollte,  während  zwei  englische 
Brigaden  etwas  mehr  östlich  gegen  Limmen  und  Akersloot  vor- 
gingen. In  seinem  Bericht  sagt  der  Herzog,  man  habe  nur  eine 
Rekognoszierung  vornehmen  wollen.*  Dasselbe  schreibt  auch  der 
Erbprinz  seinem  Vater,  als  die  angenehme  Nachricht  eingelaufen  war, 
dass  Akersloot  und  Limmen  ohne  grossen  Widerstand  genommen 
seien.  Es  war  am  Sonntag  vormittag,  der  Erbprinz  kehrte  gerade 
aus  der  Kirche  zurück.  Aber  bald  trat  eine  Wendung  ein.  Die 
russische  Vorhut  unter  dem  General  Sedmorazki  hatte  mit  grosser 
Tapferkeit  sich  des  Dorfes  Bakum  bemächtigt.  Im  Gefühle  des 
Sieges  Hessen  sich  die  Truppen  zu  demselben  Fehler  verleiten, 
der  am  19.  September  so  verderblich  geworden  war;  vereinzelt, 
ohne  Rückhalt  setzten  sie  den  weichenden  Franzosen  nach  bis 
nach  Castricum  und  bis  auf  die  andere  Seite  des  Dorfes.  Hier 
sahen  sie  sich  bald  von  weit  überlegenen  Kräften  angegriffen;  in 
blutigem  Kampfe,  nachdem  das  Dorf  nochmals  genommen  und 
verloren  war,  mussten  sie  mit  grossem  Verlust  sich  zurückziehen. 
Verstärkungen,  die  der  weit  zurückgebliebene  General  Essen  ver- 
spätet absandte,  gaben  keinen  Halt,  erst  als  die  Hauptmacht  der 
Russen  Bakum  erreicht  hatte,  konnte  dort  eine  neue  Stellung 
gewonnen  werden.  Vergebens  hatte  Essen  mehrmals  von  den 
Engländern  Unterstützung  erbeten;  erst  am  Nachmittag  und  gegen 
Abend  griff  Abercromby,  der  selbst  ein  Gefecht  in  den  Dünen  zu 
bestehen  hatte,  in  den  Kampf  bei  Bakum  ein,  und  die  Franzosen 


*  Der  Herzog  von  York  an  den  Kriegsminister  Dundas,  7.   Oktober, 
Gazette  de  Leyde,  1.  November. 

27  • 


382  Hermann  Hüffer. 

gingen  nach  Castricum  zurück.^    Drei  Dörfer  waren  in  den  Händen 
der  Verbündeten   geblieben;   aber  wie  tener  war   der  Vorteil   er- 
kauft!    Die    Russen    hatten    gegen    1100,    die    Engländer    gegen 
1400  Mann  verloren,  und  wenn  auch   die  Republikaner  mehr  als 
2000  Mann    einbüssten,  so  konnten   sie  doch   in  eine   gesicherte 
Stellung    zurückkehren    und    in    aller    Ruhe    Verstärkungen    und 
Proviant  ei-warten.     Jeder  Tag  war  ihnen   ein  Gewinn,  während 
er  Russen   und   Engländer   dem  Verderben    näher  brachte.     Man 
zählte  nicht  mehr  20  000  Mann   unter  WaflPen;    wie    die    Reihen 
sich  lichteten,  so  füUten  sich  die  Spitäler;  Lebensmittel  waren  in 
dem   ausgesogenen  Lande   nicht  zu   finden   und   vom   Helder  nur 
verspätet  und  unzureichend  herbeizuschaffen.     Schon  am  6.  Oktober 
hatte  der  Herzog  in  einem  Bericht  über  die  Schlacht  vom  2.  Oktober 
beifügen  müssen,  dass  die  gänzliche  Erschöpfung  der  Truppen  ihn 
gehindert  habe,  die  emmgenen  Vorteile  auszunutzen.    Jetzt  wurde 
er  bedenklich;  am  Mittagstisch  hatte  er  noch  dem  Erbprinzen  die 
Absicht    kundgegeben,   einen  neuen  Versuch  zu  wagen;   aber  am 
Abend  berief  er  die  Generale  Abercromby,  Pulteney  und  Dundas 
zu  einem  Kriegsrat.    Man  hatte  von  den  Gefangenen  erfahren,  dass 
die  Republikaner  6000  Mann  Verstärkungen  erwarteten;  jede  Hoff- 
nung auf  eine  Erhebung  der  oranischen  Partei  war  geschwunden. 
York  hatte  noch  am  6.  Oktober  einen  letzten  Versuch  gemacht;  den 
General  Don  als  Parlamentär  an  Daendels   und  mit  einer  Prokla- 
mation   des    Erbprinzen    an    das    Direktorium    zu    senden;    aber 
Daendels  hatte  den  General  gar  nicht  angehört,  sondern  als  Kriegs- 
gefangenen   behandelt    und    in    Brunes    Hauptquartier    geschickt 
Wohl  bei  dieser  Gelegenheit  hatte  man  auch  Genaueres  über  den 
Sieg  Massenas  bei  Zürich,  die  Flucht  der  Oesterreicher  und  Kor- 
sakows   über  den  Rhein  und  die  Rückkehr  des  Erzherzogs  Karl 
an    die    Schweizer    Grenze    erfahren,    wodurch    die    französischen 
Truppen    am  Niederrhein    und    in  Belgien   freie  Hand    erhielten. 
Einstimmig  erklärten  die  Befragten,  vor  allem  Abercromby,  den 
Rückzug  an  die  Zype  für  unerlässlich.     Schweigend  hatte   York 
zugehört;    er  entliess   die    Generale,    behielt  nur  den   Erbprinzen 
imd  die  Obersten  Ansti-uther  und  Hope  zurück  und  erklärte  dann, 
es  bleibe  nichts  übrig,  als  dem  Rate,  den  man  vernommen,    sich 
zu  fügen.     Gleich  am  folgenden  Tage,  aber  im  tiefsten  Geheimnis, 


1  Miliutin  V,  60 ff.;  De  Bas  U,  238 ff. 


Der  Feldzug  d.  Engländern.  Russen  im  Herbst  1799u.  die  Stellung  Preussens.  383 

wurde  der  Rückzug  Torbereitet  und  in  der  Nacht  vom  7.  auf  den 
8.  Oktober  angetreten,  trotz  aller  Hindemisse  so  rasch,  dass  den 
verfolgenden  Reitern  nur  etwa  200  Gefangene  in  die  Hände  fielen.  ^ 
Am  9.  hatte  das  Heer  die  früheren  Stellungen  an  der  Zype 
wieder  bezogen;  gleichzeitig  kehrte  auch  Mitchell  aus  der  Zuider- 
see  an  den  Helder  zurück.  Vierhundert  Weiber  und  Kinder,  die  in 
Alkmaar  und  der  Umgegend  zurückgeblieben  waren,  Hess  Brune 
am  12.  Oktober  den  englischen  Vorposten  übergeben.* 

Der  Rückzug  erfolgte,  wie  der  Herzog  am  9.  Oktober 
schreibt,  unter  dem  Vorbehalt,  an  der  Zype  weitere  Anweisungen 
des  Königs  einzuholen.  Aber  die  Lage  war  für  die  verbündeten 
Truppen  so  bedenklich  geworden,  dass  man  die  Befehle  aus  London 
nicht  erst  abwartete.  Die  Hoffnung  auf  die  Fortsetzung  des  Feld- 
zuges war  aufgegeben,  und  nur  darauf  kam  es  an,  dass  der  Feind 
die  ohnehin  so  schwierige  Einschiffung  nicht  gefährde  und  die 
auf  dem  Lande  am  längsten  verbleibenden  Truppenteile  nicht  mit 
Uebermacht  anfalle.  Dons  Verhaftung  bot  Gelegenheit,  eine  Unter- 
handlung anzuknüpfen.  Das  erste  offizielle  Aktenstück,  das  darüber 
bekannt  wurde,  ist  ein  Brief  des  Herzogs  vom  15.  Oktober  an 
Brune  aus  dem  Hauptquartier  von  Schagerbrug.  Der  Brief  Brunes^ 
heisst  es,  sei  ihm  erst  gestern  am  späten  Abend  zugekommen;  er 
habe  deshalb  den  Generalmajor  Knox,  auf  den  er  schon  in  seinem 
Briefe  vom  gestrigen  Tage  hingedeutet  habe,  nicht  eher  nacK 
Alkmaar  abschicken  können;  dieser  Offizier  besitze  die  nötigen 
Vollmachten  zum  Unterhandeln.  Im  Auftrage  des  Herzogs  schreibt 
am  selben  Tage  der  Sekretär  H.  Taylor,  Knox  werde  Brune  aus- 
einandersetzen, dass  in  der  gut  gewählten  Stellung  der  Verbündeten 
es  nur  von  ihnen  abhänge,  eine  bessere  Jahreszeit  zu  erwarten 
oder  sich  langsam  zurückzuziehen  und  einige  der  vorteilhaftesten 
Punkte  besetzt  zu  halten.  Ln  letzteren  Falle  müsse  man  zum 
Bedauern  des  Herzogs  von  den  wirksamsten  Mitteln  Gebrauch 
machen,  durch  Aufreissen  der  Dämme  NordhoUand  unter  Wasser 
setzen,  die  Schiffahrt  auf  der  Zuidersee  unmöglich  machen  und 
den  Hafen  von  Nieuwe  Diep  zerstören.  Aber  dem  Herzog  und 
gewiss  auch  Brune  würden  solche  Massregeln  widerstreben;  er 
schlage  deshalb  einen  Waffenstillstand  bis  Ende  November  vor. 
Die   Linie   der  Vorposten   sollte   dieselbe   bleiben.^    Brune   läset 

>  De  Bas  II,  246.  «  Müiutin  V,  801. 

■  Gazette  de  Leyde,  17.  Dezember,  Supplement. 


384  Hermann  Hüffer. 

noch  am  15.  Oktober  durch  seinen  Sekretär  Vevry  antworten, 
die  Stellung  der  Verbündeten  sei  so  übel,  dass  für  den  freien 
Abzug  entsprechende  Vorteile  bewilligt  werden  müssten.  Er 
fordert  Rückgabe  der  batavischen  Flotte  oder  ein  Aequivalent, 
Befreiung  von  15  000  französischen  und  batavischen  BÜegs- 
gefangenen,  Herstellung  des  Forts  auf  dem  Helder  nnd  Räumung 
des  Gebiets  bis  zum  20.  November,  ohne  dass  die  Schiffahrt  ge- 
schädigt würde.  ^ 

Der  eigentliche  Verlauf  der  Verhandlungen  schwebt  noch 
immer  im  Dunkeln.  Pijman,  der  damalige  Kriegsminister,  be- 
hauptet, alles  Wesentliche  sei  bereits  vor  dem  15.  Oktober  zwischen 
den  Parteien  verabredet  worden,  die  spätere  Unterhan dlimg  und 
der  Briefwechsel  seien  nur  zum  Scheine  geführt.  Nach  Pijmans 
Erzählung  war  man  schon  in  der  Nacht  auf  den  14.  Oktober 
soweit  gekommen,  dass  der  Abschluss  als  unzweifelhaft  erschien. 
Unmittelbar  darauf,  am  15.  Oktober,  schickte  Brune  einen  Ver- 
trauten nach  Paris,  der  von  dem  Inhalt  vollkommen  unterrichtet 
war  und  bei  der  Durchreise  durch  den  Haag  dem  Kriegsminister 
in  tiefem  Geheimnis  mitteilen  durfte,  die  Kapitulation  würde  in 
wenigen  Tagen  bekannt  werden.^  Die  Kapitulation,  welche  am 
18.  Oktober  von  dem  Brigadegeneral  Rostolant  imd  Knox  unter- 
zeichnet imd  von  York,  Mitchell  und  Brune  bestätigt  wurde,  hielt 
zwischen  den  beiderseitigen  Anerbietimgen  die  Mitte.  Von  der 
Rückgabe  der  Flotte  war  nicht  mehr  die  Rede;  die  Räumungsfirist 
war  bis  zum  30.  November  ausgedehnt;  dagegen  sollten  8000 
französische  und  batavische  Kriegsgefangene,  welche  schon  vor 
dem  gegenwärtigen  Feldzug  sich  in  England  befanden,  nach  Aus- 
wahl der  beiden  Republiken  und  in  dem  Verhältnis,  das  sie 
bestimmen  würden,  frei  werden,  ausserdem  der  1797  bei  Kamperduin 
gefangene  Admiral  de  Winter,  der  im  November  1798  auf  Ehren- 
wort zurückgekehrt,  aber  noch  nicht  ausgewechselt  war.® 

Der  Abschluss  der  Kapitulation  erweckte  in  Holland  und 
Frankreich  zuerst  die  lautesten  Aeusserungen  der  Freude.  Brune 
erhielt  einen  goldenen  Degen,  zudem,   wie  es  heisst,   eine  Tonne 

^  Gazette  de  Leyde,  20.  Dezember,  Supplement. 

*  Pijman,  Bijdragen  tot  de  Geschiedenis  van  het  Vaderland,  Utrecht 
1826,  S.  92-95;  Yreede  ü,  1,  107  f. 

'  De  Bas  11,  153,  248.  Die  Konvention  in  der  Gazette  de  Leyde, 
22.  Oktober,  Supplement;  auch  bei  Miliutin  V,  302. 


DerFeldzugd.  Engländeru.  Russen  imHerbst  1799  u.  die  Stellung  Preussens.  385 

Goldes.^  Aber  Schimmelpenninck  schreibt  schon  am  28.  Oktober, 
die  Mitglieder  der  Regierung  seien  mit  den  Bedingungen  der 
Kapitulation  nicht  sehr  zufrieden;  am  meisten  tadelte  man,  dass 
die  abziehenden  feindlichen  Truppen  nicht  yerpflichtet  worden 
seien,  während  des  Krieges  nicht  auf  dem  Festlande  zu  dienen.* 
Das  batavische  Direktorium  fühlte  sich  besonders  dadurch  ge- 
kränkt, dass  es  bei  den  Verhandlungen  Ton  Brune  gar  nicht  zu 
Rate  gezogen  war.  Desforgues,  der  neue  französische  Gesandte, 
hatte  am  17.  Oktober  im  Auftrage  Brunes  nur  mitgeteilt,  der 
General  stehe  in  Unterhandlung;  er  fordere  die  Freiheit  Ton 
15  000  Gefangenen  und  die  Rückgabe  der  Flotte.  Dass  diese 
Rückgabe  nicht  erlangt  wurde,  empfand  man  besonders  schmerz- 
lich und  machte  es  Brune  später  vielfach  zum  Vorwurf.  Selbst 
der  Argwohn,  dass  er  in  geheimen  Artikeln  sich  persönliche 
Vorteile  ausbedungen  habe,  kam  zum  Ausdruck.*  Freudig  begrüsste 
man,  dass  8000  Kriegsgefangene  befreit  werden  sollten;  aber  auch 
dies  Gefühl  wurde  nur  zu  sehr  verbittert.  Schon  im  September, 
als  Brune  die  bei  Bergen  erbeuteten  Fahnen  zum  Aerger  der  von 
ihm  belobten  Bataver  nach  Paris  schickte  und  auch  die  Kriegs- 
gefangenen dahin  senden  wollte,  hatte  Schimmelpenninck  nicht 
ohne  Grund  geltend  gemacht,  nach  allen  Regeln  des  Völkerrechts 
gehöre  das,  was  von  Hilfstruppen  erbeutet  werde,  dem  Staate, 
der  sie  unterhalte  und  besolde.^  Er  mochte  glauben,  dass  dieser 
Grundsatz  erst  recht  Anwendung  finden  müsse,   wenn  neben  den 

*  Vreede  n.  1, 105;  De  Bae  n,  254.  Bielefeld  bemerkt  am  28.  November: 
f^Brune  ist  heute  nach  Paris  gereist,  um  sich  mit  den  französischen  Kon- 
suln ins  Verhältnis  zu  setzen,  aber  man  hofft,  ihn  los  zu  werden  und  an 
Desforgues'  Stelle  Bourgoing  zu  erhalten.  Talleyrands  Rückkehr  in  das 
Ministerium  hört  man  nicht  mit  Vergnügen.  Man  fürchtet  seine  Geldgier. 
Brune  hat  sich  sehr  in  Holland  bereichert.  Für  seinen  Sieg  hatte  ihm  der 
gesetzgebende  Körper  eine  Vergütung  (r^compense)  bewilligt,  er  erklärte 
öffentlich,  er  würde  nur  ein  Ehrengeschenk  (cadeau  honorifique)  annehmen, 
forderte  aber  heimlich  eine  Million  Livres;  man  begnügte  sich,  ihm 
200  000  Gulden  in  holländischen  Papieren  zu  geben ,  die  ein  Ejipital  von 
80  000  repräsentieren.'*  (Interzept  im  Haager  Staatsarchiv).  —  üeber  die 
gesteigerten  Anmassungen  Brunes,  seine  Streitigkeiten  mit  der  batavischen 
Regierung  vgl.  Miot,  M^moires  I,  237  ff.,  Paris  1873. 

*  Schimmelpenninck  an  van  der  Goes,  Vreede  H.  1,  106. 

*  Erinnerungen  des  Generals  Krayenhoff,  Vreede  H.  1,  109. 

*  Schimmelpenninck  an  Reinhard,  27.  September,  Vreede  H.  1,  110. 
Die  festliche  üeberreichung  der  Fahnen  in  Paris  schildert  ein  Bericht  in 
der  Gazette  de  Leyde  vom  8.  Oktober,  Supplement. 


386      Hennann  Hüffer,  Der  Feldzug  der  Engländer  und  Russen  etc. 

Hilfstmppen    auch    die    eigenen  Krieger  des  Staates    den   Erfolg 
herbeigeführt  hätten.     Aber  mit  einigem  Verdruss  musste  er  sieh 
Ton    Reinhard    am     13.  November    belehren    lassen,    das    in    der 
Kapitulation  ausgesprochene  Verhältnis  könne  nnr  darin  bestehen, 
dass   die  Zahl    der   in  England    zurückgehaltenen  Franzosen    mit 
der  der  Bataver  verglichen  werde.    Die  ersteren  schätzte  Schimmel- 
penninck  auf  30000,  die  anderen  auf  8000;  den  Batavern   wären 
demnach    wenig  mehr  als   2000  zu  gute  gekommen,    und    sogar 
diese    Zahl    wurde    noch    verkürzt.      Schimmelpenninck    vernahm 
wenige    Tage    später   von    dem    englischen    Kommissär    in   Paris, 
Knox,  dass  nur  1500  Bataver  die  Freiheit  erhalten  sollten.^ 

Um  diese  Zeit  waren  die  übrigen  Punkte  der  Kapitulation 
der  Ausführung  nahe.  Die  EinschiflFimg  der  Weiber,  Kranken 
und  Verwundeten  und  des  für  den  Erbprinzen  geworbenen  Korps 
begann  schon  am  14.  Oktober;  der  Herzog  von  York  blieb  bis 
zum  31.  Am  20.  November  konnte  Pulteney,  dem  die  Leitung 
übertragen  war,  mitteilen,  dass  Tags  vorher  die  letzten  eng- 
lischen und  russischen  Truppen  sich  eingeschiflPt  hätten.'  Der 
Erbprinz  war  am  21.  Oktober  nach  England  abgegangen;  er 
weilte  dort  vorerst  bis  zum  März  1800  und  auch  in  den  folgenden 
Jahren,  sofern  nicht  häusliche  und  politische  Angelegenheiten  ihn 
nach  Berlin  beriefen.  Seine  Thätigkeit  galt  besonders  der  Aus- 
bildung seines  Korps,  das  allmählich  bis  auf  5000  Mann  verstärkt 
und  von  England  besoldet  wurde.'  Nach  einem  Vertrage,  unter- 
zeichnet von  dem  Erbstatthalter  und  Lord  Grenville  am  11.  März 
1800,  wurde  auch  die  vom  Texel  weggeführte  Flotte  für  die 
Dauer  des  gegenwärtigen  Krieges  in  englischen  Sold  genommen; 
nach  der  Wiederherstellung  der  rechtmässigen  Regierung  durfte 
sie  zurückverlangt  werden.*  Durch  den  Tod  seines  Vaters  wurde 
der  Erbprinz  am  9.  April  1806  das  Haupt  des  oranischen  Hauses. 
Aber  es  dauerte  noch  sieben  Jahre,  bis  er  unter  dem  Jubel  des 
Volkes  in  das  Land  wieder  einzog,  das  vierzehn  Jahre  früher  die 
Waffen  seiner  Verbündeten  ihm  nicht  wiedergewinnen  konnten. 

*  Schimmelpennincks  Depeschen  an  van  der  Goes  vom  lö.  und 
18.  November,  Vreede  U,  1,  112. 

*  Gazette  de  Leyde  17.  Dezember,  Supplement:  „Lettre  . . .  adress^e  par 
le  Lieutenant-G^n^ral  Sir  James  Pulteney  au  Lieutenant-Colonel  Alexandre 
Hope,  Adjndant-Genäral-Adjoint  de  l'Armöe  en  Hollande,  et  adress^e  par  lui, 
d'ajjres  les  ordres  du  commandant  en  chef  Duc  d'York,  au  Secr^taire-d'fitat 
Dundas.^'  «  De  Bas  II,  269.  *  De  Bas  II,  261  f.,  706 f. 


387 


Kleine  Mitteilnngen. 

Städtische  Erbleihe  zur  Karolingerzeit. 

In  dem  unlängst  erschienenen  Bande  der  Zeitschrift  der  Savigny- 
Stiftung  für  Bechtsgeschichte ,  Germanistische  Abteilung  (B.  22, 
S.  181  ff.),  behandelt  Bietschel  mit  gewohnter  Gründlichkeit  und  Ge- 
lehrsamkeit die  Frage  nach  Entstehung  der  freien  und  der  städtischen 
Erbleihe.  Sein  Ergebnis,  die  Ablehnung  des  hofrechtlichen  Ursprungs, 
kann  Anspruch  auf  allgemeine  Zustimmung  erheben.  Da  indessen  die 
Frage  wohl  noch  nicht  ganz  erledigt  ist,  möchte  ich  vorläufig  nur 
auf  Quellenzeugnisse  hinweisen,  die  wegen  ihres  hohen  Alters  auch 
für  die  Betrachtung  städtischer  Grundbesitzverhältnisse  herangezogen 
zu  werden  verdienen. 

Eine  Formel  (Formulae  Turonenses  uro.  42,  M.  G.  Form. 
S.  158),  die  in  einer  Handschrift  des  9.  Jahrhunderts  überliefert 
ist  (vgl.  ibid.  131  f.),  führt  die  Ueberschrift  „vinditio  de  area  vel 
de  casa  infra  civitate".  Der  Verkäufer  veräussert  „casa  mea 
cum  ipsa  area,  ubi  posita  est,  infra  civitatem  vel  burgum  iUum'S 
Das  Haus  war  aus  Holz  gezimmert,  Angabe  des  ümfangs  und  der 
Nachbarhäuser-  oder  Grundstücke  wird  erfordert.  Der  Käufer  zahlt 
den  Preis  und  empfängt  „ipsam  casam  vel  aream  .  .  .  perpetualiter  ad 
possidendum,  ita  ut  ab  hodiema  die,  quicquid  exinde  facere  volueris, 
liberam  et  firmissimam  in  omnibus  habeas  potestatem'^  So  weit  gleicht 
die  Formel  dem  Bechtsinhalt  nach  der  „vinditio  de  area  infra  civi- 
tate" bei  Marculf  1.  2  uro.  20  (M.  G.  Form.  S.  90).  Dass  der  Ver- 
käufer in  der  form.  Turon.  das  Objekt  selbst  erst  erworben  zu  haben 
scheint,  darf  als  ein  zufalliger  Nebenumstand  angesehen  werden.  Ein 
sehr  wesentlicher  Unterschied  besteht  aber  darin,  dass  in  der  form. 
Turon.  nicht  das  Eigentumsrecht  an  der  area  übertragen  wird,  wie 
das  bei  Marculf  der  Fall  ist.  Der  Verkäufer  giebt  nicht  „area  iuris 
mei  infra  muros  civitatis  illius",  sondern  es  folgt  auf  die  oben  ange- 
führten Worte  „casa"  bis  „burgum  illum",  „in  ratione  illius",  und  das 
Becht  des  Eigentümers  der  area  wird  durch  die  an  den  Schluss  der 
Formel  gesetzte  Klausel  „scüvo  iu/re  ipsius  terrae"  vorbehalten.  Dem 
Verkäufer  gehörte  also  nur  das  Haus,  nicht  aber  zugleich  der  Boden; 
auf  letzteren  besass  er  nur    ein   dingliches  Becht,   das  er  jedoch  ver- 


388  G.  Caro. 

äussern    konnte,    und    das    sein    Standesverhältnis    nicht    beeinflusste. 
Als  Käufer  erscheint  ein   (yir)  magnificus. 

Das  freie  Erbleiherecht,  nach  dem  die  area  vergabt  gewesen  sein  muss, 
ist  von  Brunner  (Forsch,  z.  Gesch.  d.  deutschen  und  franz.  Rechts  S.  661  ff.) 
als  Erbpacht  bezeichnet  und  auf  römischen  Ursprung  zurückgeführt  worden. 
Es  findet  sich  noch  in  einer  der  formulae  Turonenses  (nro.  8)  und 
mehrfach  in  den  formulae  Andecavenses  (M.  G.  Form.  S.  4  ff.)  in  An- 
wendung auf  ländliche  Grundstücke.  Als  Eigentümer  des  Bodens 
erscheinen  geistliche  oder  weltliche  Grundherren;  dass  der  Pächter 
einen  Zins  entrichtete,  ist  höchst  wahrscheinlich  (Brunner  S.  662,  664). 
Demnach  hat  in  der  KarolLngerzeit  ein  auf  städtische  Grundstücke 
bezügliches  freies  Leiherecht  bestanden,  das  aber  freilich  seiner  Geltung 
nach  lokal  beschränkt  gewesen  sein  könnte.  Rechtsformen  römischen 
Ursprungs,  die  an  der  Loire  üblich  waren,  brauchen  deswegen  noch 
nicht  in  deutschen  Landen,  am  Rhein,  Anwendung  gefunden  zu  haben. 

Immerhin  bliebe  beachtenswert,  dass  eine  wesentliche  Eigentümlich- 
keit der  städischen  Leihe,  die  Trennung  der  Besitzrechte  am  Hause  und 
am  Boden,  eben  doch  schon  in  Form.  Turon.  nro.  42  erkennbar  ist. 
Das  ius  terrae  erstreckt  sich  offenbar  auf  die  area,  nicht  auf  die  casa; 
nur  der  Boden  ist  geliehen,  nicht  das  Haus.  Auch  bei  der  Formel 
Marculf  1.  2  nro.  20  erscheint  es  auffällig,  dass  nicht  mit  der  area 
zugleich  die  casa  verkauft  wird,  da  doch  das  Grundstück  in  der  Stadt 
nur  durch  das  auf  ihm  errichtete  Gebäude  wirtschaftliche  Nutzbarkeit 
erhält.  Es  ist  kaum  anzunehmen,  dass  Marculf  die  area  als  unbebaut 
voraussetzte.  Durch  den  betreffenden  Kauf  geht  eben  nur  das  Eigen- 
tum am  Boden  in  andere  Hand  über,  das  Rechtsverhältnis  des  Hauses 
bleibt  davon  unberührt. 

Urkunden  der  Karolingerzeit  aus  einer  deutschen  Stadt  kennen 
bereits  eine  Trennung  der  Besitzrechte  an  area  und  casa.  Das 
Kloster  Fulda  hat  in  Mainz  mehrfach  Grundstücke  mit  darauf 
errichteten  Gebäuden  durch  Kauf  oder  Tradition  erworben  (Dronke, 
Cod.  dipl.  Fuld.  nro.  18.  758,  43.  773,  90.  788);  aber  auch 
Grundstücke  ohne  Haus  sind  an  Fulda  vergabt  worden,  sogar 
mehrere  gleichzeitig  von  demselben  Tradenten  (ibid.  nro.  27.  765, 
86.  788,  IGO.  800).  Ebenso  wurde  in  Mainz  an  Kloster  Lorsch 
tradiert:  area  mit  casa  (Cod.  Laur.  nro.  1985,  1993)  und  area  ohne 
casa  (ibid.  nro.  1979,  1984).  Es  liegen  endlich  Verfügungen  über 
das  Haus  allein  vor.  Atacho  tradierte  an  Lorsch  „in  Maguntia  civi- 
tate  casam  1  et  9  mancipia"  (ibid.  nro.  1418).  Ata  vergabte  an 
Fulda  „quicquid  iure  proprietatis  mihi  contingit  in  Mogontia  civitate, 
id  est  aedificium  una  cum  casa  (?)"  und  fünf  Unfreie  (Cod.  dipl. 
Fuld.  nro.  210.  803).     Verschiedenes  Besitzrecht  an  Haus  und  Boden 


Kleine  Mitteilungen.  389 

ergiebt  sich  ganz  einwandsfrei  aus  der  Urkunde  ibid.  nro.  478.  828. 
Irmina  tradiert  an  Fulda  einen  Weinberg  „in  terminis  Avarinesheim" 
und  zusammen  mit  ihrem  Sohne  Theotfidd  „partes  nostras  aedificii 
huius,  quod  constructum  est  super  illam  ariolam  s.  Bonifatii,  quam 
in  Maguntia  civitate  per  beneficium  Hrabani  abbatis  habemus".  Der 
Weinberg  fällt  sofort  ans  Kloster,  das  Haus  erst  nach  dem  Tode  der 
Tradenten,  die  es  auf  Lebenszeit  als  benefici\mi  behalten. 

Rietschel  (1.  c.  S.  212)  hat  gerade  für  Mainz  eine  freie  Erbleihe 
aus  dem  Jahre  1056  nachgewiesen.  In  der  Urkunde  (Guden,  Cod. 
dipl.  1,  370,  nro.  136)  handelt  es  sich  allerdings  um  landwirtschaft- 
lich nutzbaren  Boden,  eine  Wiese  ausserhalb  der  Stadtmauern  und  ein 
dabei  liegendes  s\mipfiges  Stück  Land.  Der  Empfänger  erhält  „ius 
hereditarium"  auf  die  Objekte;  gegen  jährliche  Entrichtung  des  Zinses 
gehen  sie  auf  seine  Nachkommen  über.  Schon  im  9.  Jahrhundert 
waren  Precarien  sehr  häufig,  welche  den  Uebergang  des  geliehenen 
Guts  auf  die  gesamte  Nachkonmienschaft  des  Tradenten  zugestanden 
(vgl.  meine  Studien  zu  den  älteren  S.  Galler  Urkunden,  Jahrb.  f. 
Schweiz.  Gesch.  26,  224  f.).  Die  vorhandenen  Zeugnisse  stehen  also 
mit  der  von  Rietschel  angenommenen  Entwicklung  der  freien  Erb- 
leihe aus  der  Precarie  in  Einklang.  Das  ius  hereditari\mi  wird  in 
anderer  Form  beurkundet  wie  das  Precariengeschäft,  unterscheidet  sich 
aber  seinem  Inhalt  nach  nicht  wesentlich  von  demselben. 

Ln  Lorscher  Codex  (M.  G.  SS.  21,  342  f.  =  Cod.  Laur.  1,  5  nro.  2 
und  nro.  1976)  findet  sich  ein  Verzeichnis  der  dem  Kloster  in  der 
Stadt  Mainz  gehörigen  aree,  das  nicht  gerade  aus  der  Karolingerzeit 
stammen  muss,  weil  es  unter  die  Urkunden  aus  dieser  Epoche  gesetzt 
ist,  das  jedoch  gewiss  vom  Kompilator  des  Codex  im  12.  Jahrhundert 
schon  als  sehr  alt  angesehen  wurde.  Die  hier  nach  der  Lage  an 
Strassen  und  Plätzen  aufgezählten  45  aree  waren  sicher  bebaut.  Die 
Besitzer  der  Häuser  entrichteten  den  Zins,  dessen  Betrag  jeweils  an- 
gegeben ist.  Ln  Hinblick  auf  die  Fuldenser  Urkunde  von  828  liesse 
sich  wohl  annehmen,  dass  die  aree  (erblich)  zu  beneficium  vergabt 
waren.  Areal-  und  Precarienzins  würden  identisch  sein.  Die  Precarie 
hat  sich  überhaupt  auf  deutschem  Boden  sehr  entwicklungsfähig  ge- 
zeigt. Auch  Veräusserungen  des  Leiheguts  durch  den  (erblichen) 
Inhaber  konnte  in  ihren  Rahmen  eingefügt  werden  (vgl.  die  Urkk. 
bei  Wartmann,  U.  B.  S.  Gallen  B.  2  u.  3,  nro.  710.  897,  759.  909, 
780.  920,  810.  965).  Das  städtische  Zinseigen  und  Zinslehen  lassen 
sich  gleichmässig  aus  der  Precarie  ableiten.  Lnmerhin  bleibt  die 
Frage  offen,  ob  wirklich  zur  Karolingerzeit  in  Mainz  die  Verleihung 
von  aree  zu  beneficium  die  ausschliesslich  gebräuchliche  war.  Ich 
möchte  die  Möglichkeit  nicht  ganz  von  der  Hand  weisen,  dass  in  den 


390  Eduard  Heydenreich. 

Römerstädten  Deutschlands  ein  besonderes  Leiherecht  für  Grundstücke 
sich  erhalten  hat,  welches  später  wegen  seiner  Eignung  für  städtische 
Verhältnisse  auf  die  neu  gegründeten  Städte  übertragen  wurde.  Die 
städtische  Emphyteuse  (Burg-,  Weichbildrecht)  und  die  Erbpacht  der 
Formel  von  Tours  sehen  doch  einander  sehr  ähnlich. 

Zürich.  G.  Caro. 

Eine  Urkunde  fttr  Fulda  vom  30.  August  834.     Die  ür 

künde  vom  30.  August  834,  durch  welche  Graf  Gunthramm 
dem  Kloster  Fulda  Güter  in  villula  Hova  (Hof heim)  schenkt*,  ist  in 
zwei  Ausfertigungen  des  ältesten  Fuldaer  Cartulars  erhalten,  welches 
als  eines  der  kostbarsten  Archivalien  Deutschlands  im  Königlich 
Preussischen  Staatsarchiv  zu  Marburg  aufbewahrt  wird.*  Der  Wort- 
laut beider  Ausfertigungen  ist  völlig  verschieden,  nur  der  Inhalt  der 
Schenkung  ist  der  gleiche.'  Die  Neuausfertigung,  welche  in  jenem 
Fuldaer  Cartular  unter  der  Nummer  110  eingetragen  ist,  gewährt  ein 
besonderes  diplomatisches  Interesse,  weil  sie  in  Anschluss  an  das  For- 
mular der  Königsurkunde  gearbeitet  ist.  Dies  wird  schon  durch  die 
Invokation  erwiesen,  welche  mit  der  Ludwigs  des  Frommen  identisch 
ist.*  Wie  das  Faksimile  dieser  Neuausfertigung  zeigt,  welches  ich 
meiner  Schrift  über  jenes  Fuldaer  Cai-tular  beigegeben  habe,  befinden 
sich  rechts  unter  der  letzten  Zeile  hruodolfus  indignus  presbiter  et 
monachus*  iussu  domni  habani  [für  hrabani]  abbatis  sui  scripsit  der 
Urkunde  tironische  Noten.  In  der  alten  römischen  Weise  ist  nur 
das  letzte  Zeichen  geschrieben.  Es  gehört  zu  den  häufigsten 
tironischen  Noten  und  ist  von  Kopp^  und  Schmitz®  mit  scripsit,  von 
Sickel'  mit    scripsi    aufgelöst.     Es    ist    femer   ganz   gewiss,    dass  ein 


1  Schannat,  Corp.  trad.  Fuld.  No.  407.  412;  Dronke,  Corp.  dipl. 
Fuld.  No.  487;  Scriba,  Regesten  zur  Landes-  und  Ortsgeschichte  des 
Grossherz.  Hessen  I,  S.  14,  No.  161;  meine  Schrift,  „Das  älteste  Fuldaer 
Cartnlar  im  Staatsarchiv  zu  Marburg*'  1899,  S.  59. 

*  Herr  Prof.  Traube  hat  die  Freundlichkeit  gehabt,  mir  mitzuteüen, 
dass  das  Fuldaer  Cartular  nicht  das  umfangreichste  Denkmal  angelsächsischer 
Schrift  auf  deutschem  Boden  ist. 

^  Vgl.  meine  Schrift  ,,Das  älteste  Fuldaer  Cartular  im  Staatsarchiv  zu 
Marburg*'  1899,  S.  .^0. 

*  Weiteres  über  das  hier  einschlagende  Formelwesen  in  meiner 
Schrift  „Das  älteste  Fuldaer  Cartular  im  Staatsarchiv  zu  Marburg**  1899, 
S.  61,  52. 

<*  Kopp,  Tachygr.  vet.  U.  p.  329. 
®  Schmitz,  Commentarii  not.  Tiron.  VI,  No.  97. 

'  Sickel,  Kaiserurkunden  in  Abbildungen,  Lieferung  L  Tafel  13, 
Text  S.  10. 


Kleine  Mitteilungen.  391 

karolingischer  Eigenname  in  tironischen  Noten  nur  syllabatim  ge- 
schrieben werden  konnte.  Denn  für  die  Fülle  fränkischer  Namen  gab 
es  in  dem  überlieferten  Schatz  der  Noten  keine  entsprechenden  Wort- 
bilder. Man  setzte  daher  diese  Namen  aus  den  in  einigen  Kapiteln 
der  tironischen  corpora  vorkommenden  Silbenbildem  zusammen,  die 
ihrerseits  auf  alter  Ueberlieferung  oder  auf  einer  eben  für  diesen 
Zweck  vorgenommenen  Neuschöpfong  und  Interpolation  beruhten.  Nach 
Traube  sind  die  vier  ersten  Zeichen  jener  Eintragimg  als  El-ti-ri- 
cus  zu  lesen. ^  In  Pipers  Ausgabe  der  Confratemitätsbücher  begegnet 
ein  späterer  Fuldaer  Altirich.  Dieser  Name  Alti-rich  bleibt  in  den 
oberdeutschen  Dialekten,  dem  alemannischen  und  bayrischen,  unum- 
gelautet.  Mit  der  Urkunde  aber  vom  30.  August  834  sind  wir  auf 
mitteldeutschem  (rheinfränkischem?)  Boden,  —  und  hier  wirkt  die 
Lautgruppe  It  nicht  umlauthenmaend  wie  im  Oberdeutschen;  hier 
haben  wir  im  9.  Jahrhundert  die  Form  Eltiricus,  wie  Herr  Univ.- 
Prof.  Dr.  Edward  Schröder  in  Marburg  die  Güte  gehabt  hat  mit- 
zuteilen, durchaus  zu  erwarten.  Bei  Tatian  und  Otfried  heisst  latein. 
„tenet"  „er  heltit",  in  bayrischer  und  alemannischer  Quelle  heisst  es 
„er  haltit".  Das  ist  die  genaue  Parallele.  Jener  Eltiricus  war  also 
der,  welcher  die  vom  Schreiber  Hruodolfus  geschriebene  Original- 
urkunde in  das  Cartular  eintrug. 

Mühlhausen  in  Thüringen.  Eduard  Heydenreich. 


'  üeber  jene  Silbenstenographie  vgl.  Kopp,  Palaeogr.  erit.  I,  1817; 
Schmitz,  Verhandlgn.  der  Wiener  Philologenversammlg. ,  Leipzig  1880, 
S.  63  und  Beiträge  zur  latein.  Sprach-  und  Litteraturkunde,  Leipzig  1877, 
S.  218;  Wattenbach,  Jahresber.  der  Geschichtswissenschaft  X  (2.  Abtlg.), 
290  und  Xm  (4.  Abtlg.)  84,  XV  (4.  Abtlg.)  77;  Havet,  Oeuvres  11 ,  Paris 
1896;  Cipolla  in  M^langes  Julien  Havet,  Paris  1895,  p.  87. 


392 


Kritiken. 

Lübeck,  Konrad,  Reichseinteilung  und  kirchliche  Hierarchie 
des  Orients  bis  zum  Ausgange  des  4.  Jahrhunderts.     Ein 
Beitrag  zur  Rechts-  und  Verfassungsgeschichte  der  Kirche.     Mün- 
ster i.  W.  1901.    Heinrich  Schöningh  (239  S.).    5,60  M.  (Kirchen- 
geschichtliche  Studien,  herausgeg.  von  Knöpfler,  Schrörs,  Sdralek. 
V4). 
Die   erst  in  neuerer  Zeit  in  umfassender  Weise   geübte  Verwer- 
tung   der    Anschauungen,    Sitten    und   Einrichtungen    des    griechisch- 
römischen  Altertums  für  das  Verständnis  der  ersten  Jahrhundert«  des 
Christentums  und  der  Kirche  ist  ohne  Zweifel   in  mancher  Beziehung 
gewinnreich  gewesen  und  kann  nicht  entbehrt  werden,  hat  aber  auch 
mehrfach  eine  so  einseitige  Anwendung  erfahren,   dass  die    geschicht- 
liche Wirklichkeit  dadurch  nur  verdunkelt  wurde. 

Der  Verf.  des  vorliegenden  Buches  geht  in  der  Frage  der  Ent- 
stehung und  schliesslichen  Gestaltung  der  altkirchlichen  Organisation 
im  Orient  denselben  Weg  und  zwar  bis  zum  äussersten  Piuikte.  Diese 
ganze  Entwicklung  sieht  er  von  dem  erfolgreichen  Streben  beherrscht, 
den  kirchlichen  Organismus  konform  dem  politischen  zu  gestalten. 
Schon  in  apostolischer  Zeit  tritt  diese  Tendenz  hervor.  Die  Apostel 
„betrachteten  instinktiv  die  Reichsverwaltung  der  Römer  als  das  selbst- 
verständliche Fundament  für  die  kirchliche  Organisation.  Weltliche 
Provinzen  bildeten  nämlich  in  ihren  Augen  auch  ein  kirchliches  Ganzes, 
weltliche  Hauptstädte  genossen  nach  ihrer  Handlungsweise  auch  einen 
kirchlichen  Vorrang"  (S.  12).  Als  Belege  dafür  sollen  dienen  die 
Adressen  des  1.  Petrusbriefes  und  des  Galaterbriefes,  als  ob  e^  sich 
hier  um  etwas  anderes  handeln  könnte  als  um  eine  allgemeine  be- 
queme Ausdrucksweise,  die  sich  die  Aufzählung  einzelner  Ortsnamen 
spart!  Ja  es  soll  damals,  also  im  1.  Jahrhimdert,  schon  das  Institut 
der  Oberbischöfe  bestanden  haben.  Es  ist  aber  nicht  angängig,  mit 
dem  Verf.  Titus  als  Oberbischof  von  Kreta  zu  bezeichnen,  er  ist  viel- 
mehr nur  ein  von  Paulus  delegierter  Apostel,  der  vorübergehend  auf 
der  Insel  bestimmte  Funktionen  in  Vertretung  des  Paulus  auszuüben 
beauftragt  ist.  Wenn  femer  Philippus  als  „Oberbischof  der  Provinz 
Phiygien"  aufgeführt  wird,   so  kennt  ihn  in  dieser  Eigenschaft  keine 


Kritiken.  393 

ältere  Quelle,  auch  nicht  Eusebius,  auf  den  sich  Lübeck  beruft.  Mit 
derselben  Willkür  wird  dann  Kolossä  sofort  als  untergeordnetes  Bis- 
tum und  Epaphras  als  subordinierter  Bischof  angeschlossen,  während 
Kol.  4,  13  dieser  Epaphras  im  Gegenteil  als  einer  gerühmt  wird,  der 
um  die  Gemeinden  von  Hierapolis  (dem  angeblichen  Sitze  des  Ober- 
bischofs von  Phrygien!)  und  Laodicea  sich  verdient  gemacht  habe,  so 
dass  Theodor  Zahn  in  ihm  wahrscheinlich  nicht  mit  Unrecht  den  Mis- 
sionar jenes  Gebietes  sieht.  Sogar  die  „Residenz  des  Oberbischofs" 
soll  sich  nach  dem  Verf.  aus  der  hl.  Schrift  erschliessen  lassen.  Dort- 
hin nämlich  „hauptsächlich"  richteten  die  Apostel  ihre  Schriften;  so 
schreibe  Paulus  an  die  Gemeinden  in  Hom,  Korinth,  Thessalonich,  d.  h. 
an  Metropolen.  Aber  Paulus  schrieb  auch  nach  Philippi  und  Kolossä, 
die  keine  Metropolen  waren,  und  wieviele  in  demselben  Kreise  liegende 
Briefe  mögen  verloren  gegangen  sein.  Dieser  in  keiner  Weise  zu  be- 
gründenden Hypothese  stehen  andererseits  grundsätzliche  Schwierig- 
keiten entgegen:  der  eschatologische  Charakter  der  apostolischen  Ge- 
meinden, der  den  Gedanken  an  eine  feste,  praktische  Ansiedelung  in 
der  Welt  nicht  aufkommen  liess,  und  die  geringere  oder  grössere  reli- 
giöse Spannung  zu  dieser  Welt.  Der  ganze  Unterbau  bricht  vor  der 
geschichtlichen  Betrachtung  rettungslos  zusammen. 

Das  gilt  nicht  minder  von  einer  ergänzenden,  noch  kühneren  Kon- 
struktion. Gegenüber  der  hierarchischen,  planmässigen  Organisation 
des  Kaiserkultus  durch  das  ganze  Reich  hindurch  soll  die  Kirche  be- 
wusst  und  unbewusst  ihre  Verfassung  an  den  Centren  des  Kaiserkultus 
verstärkt  und  damit  ihre  eigene  Zentralisation  gefördert  haben.  So 
brachte  Paulus,  der  in  Ephesus  die  Bedeutung  dieses  Kultus  kennen 
gelernt  hatte,  hier  den  Timotheus  als  Oberbischof  der  Provinz  Asia 
unter.  Auch  die  sieben  Gemeinden,  an  welche  die  Sendschreiben  der 
Apokalypse  ergehen,  sind  als  besondere  Stätten  des  Kaiserkultus  aus- 
gewählt. In  Anlehnung  an  die  politische  und  die  religiöse  Organisation 
des  Staates  konnte  dann  die  kirchliche  Verfassung  eine  so  musterhafte 
Ausprägung  gewinnen,  dass  Maximus  Daja  umgekehrt  den  Kaiserkultus 
nach  dem  Vorbilde  der  Hierarchie  neugestaltete,  um  ihn  wirkungs- 
fähiger  zu  machen,  ein  glänzendes  Zeugnis  „für  die  Trefflichkeit  und 
Brauchbarkeit  der  christlichen  Organisation".  Die  Folge  davon  war 
nun  nicht  etwa,  dass  das  Christentum  diese  Organisation  „aus  Aerger 
und  Ingrimm  verliess",  sondern  „dass  es  sich  nunmehr  nur  noch  enger 
und  rascher  an  die  Institutionen  des  neuorganisierten  Reiches  anschloss". 
Das  alles  wird  uns  zu  glauben  zugemutet.  Richtig  ist,  dass,  wie  Zahn 
vor  Jahren  in  einem  Vortrage  ausgeführt  hat,  das  Christent\mi  der 
ersten  Jahrhunderte  ein  vorwaltend  grossstädtisches,  besser  städtisches 
Gepräge  hat.      Das  beruht  aber  nicht  auf  umfassenden  Verfassungs- 


394  Kritiken. 

planen,  sondern  folgt  aus  den  Verkehrswegen,  auf  denen  die  Mission 
naturgemäss  ging. 

Eine    grosse   Bedeutung   wird    in    dieser  Frage    mit   Recht    dem 
Konzil  von  Nicäa  (325)  beigelegt.    Da  für  den  Verf.  die  Konformitftt 
politischer  und  kirchlicher  Organisation  schon  vorher  feststand,  so  sind 
ihm  für  die  Interpretation  die  Wege  vorgezeichnet.      Kan.  4,  der  die 
Bestätigung  der  Bischofs  wähl   dem  Metropoliten   übertragt,   stellt   för 
Lübeck   nur   schon   Bestehendes   fest.      Zweifellos    ist   aber    Sohm   im 
Recht,  welcher  darin  die  Verleihung  einer  neuen  Gerechtsame  findet, 
wenigstens  in  der  Verallgemeinerung.    Es  beruht  überhaupt  auf  einem 
grossen   Missverständnisse   der  Kanones,    wenn  man   ihnen  jede   neu- 
ordnende  Tendenz  abstreitet  (ygh  z.  B.  Kan.  5.  8.   17.   19.   20).     Die 
Unterschriften  des  Konzils  von  Nicäa   werden  scharfsinnig  für  die  Be- 
gründung der  Hypothese  verwertet,  aber  sie   leisten  thatsächlich  nicht, 
was  sie  leisten  sollen,   auch  wenn    die  Diskreditierung   des  Veroneser 
Pro vinzial Verzeichnisses    v.  J.  297    gerechtfertigt    wäre.      Auch    muss 
der  Verf.  selbst   in  Nordafrika  und  Spanien  Ausnahmen   zugeben;   er 
hätte  auch  Italien   hinzufügen  können.     Der  Satz,   „dass   thatsftchlich 
allseitige  und  ausnahmslose  Identität   zwischen   kirchlichen   und  weit* 
liehen  Eparchien  zur  Zeit  der  nicäischen  Synode  herrschte   und  jeder 
weltlichen  Provinz  eine  hierarchische  entsprach"  (S.  91),  ist  nicht  be- 
wiesen.     Gleichheiten    und   Ungleichheiten    liegen    offensichtlich    noch 
durcheinander;  erst  eine  spätere  Entwicklung  hat,  und  zwar  wesentlich 
unter  staatlichem  Drucke,  die  Konformität  durchgefEQirt.     Denn  es  lag 
im  Interesse  des  Staates,  den  kirchlichen  Organismus  in  seinen  eigenen 
Organismus  hineinzuziehen.      Es  kann  nicht   zugegeben  werden,   dass 
die  Kirche   unter   dem   tiefen  Eindrucke   der   von   ihr   als    vortrefflich 
erkannten  Reichseinteilung   sich   beeilt   habe,   „sich  von  jetzt    an   nur 
noch  enger  an  den  Staat  anzuschliessen  und  all  dessen  bewährte  Or- 
ganisationen   auf   ihr    Gebiet    herüberzunehmen"  (S.  167).       Wo   war 
denn    der   einheitliche  Wille,    der   diese    grossen,    durch    verschiedene 
Interessen    geschiedenen,  ja   oft    in   Gegensatz   stehenden    Gebiete   zu- 
sammenschliessen  konnte?     Wir  hören  nirgends  von  festen  allgemeinen 
Abmachungen,  sondern  nur  von  kleinen  Korrekturen. 

Konsequent  muss  der  Verf.  zu  einer  Auffassung  des  vielgedeuteten 
6.  Kanons  der  Synode  von  Nicäa  gelangen,  die  mir  nicht  minder  un- 
annehmbar scheint.  Darin  soll  die  Obermetropolitangewalt  im  Sinne 
des  späteren  Patriarchats  bereits  vorausgesetzt  sein.  Ohne  Zweifel 
handelt  es  sich  hier  um  eine  höhere  Machtstellung  einzelner  Metro- 
politen, aber  diese  auf  die  Linie  des  ausgebildeten  Patriarchats  zu 
erheben,  ist  auch  den  grössten  Anstrengungen  des  Verf.  nicht  ge- 
lungen.    Zu  diesem  Punkte  ist  die  Entwicklung  erst  gegen  Ausgang 


Kritiken.  395 

des  4.  Jahrhunderts  gelangt.  Dafür  ist  das  Konzil  von  Konstantinopel 
(381),  sei  es  bestätigend,  sei  es  anordnend,  bedeutsam  gewesen. 

Richtig  ist,  wenn  Lübke  betont,  dass  bei  der  Ordnung  des  Stuhles 
von  Konstantinopel  auf  dem  zweiten  ökumenischen  Konzil  auch  der 
Gegensatz  gegen  das  übermächtig  gewordene  Alexandrien  mitgewirkt 
hat,  aber  es  ist  wiederum  eine  Uebertreibung,  wenn  dies  als  der 
Hauptzweck  angegeben  wird.  Dass  „Neu-Rom",  die  kaiserliche  Haupt- 
stadt, aus  sich  heraus  einen  Obermetropoliten  fordern  musste,  war 
selbstverständlich. 

Der  Grundfehler  der  Vorstellungen  imd  Ausführungen  des  Verf. 
liegt  m.  E.  hauptsächlich  darin,  dass  er  die  Dinge  vorwiegend  von 
aussen  betrachtet  und  dabei  übersieht,  dass  auch  die  Verfassungsformen 
durch  religiöse  und  kir^'.hliche  Stinmiungen  bedingt  sind.  Die  Organi- 
sation wird  zu  sehr  losgelöst  von  der  Gemeinschaft  angeschaut,  welche 
sie  sich  geschaffen  hat.  Diese  Abstraktion  von  der  geschichtlichen 
Wirklichkeit  tritt  am  schärfsten  in  der  Beurteilung  der  apostolischen 
Zeit  hervor  und  ist  daher  gerade  hier  von  verhängnisvoller  Wirkung. 
Aber  es  würde  unbillig  sein,  nur  den  Widerspruch  hervortreten  zu 
lassen.  Man  kann  aus  dem  fleissigen,  mit  grosser  Hingabe  an  den 
Gegenstand  gearbeiteten  Buche  viel  lernen;  es  zeigt  nicht  nur  über- 
sehene Probleme  an,  sondern  erreicht  auch  f[ir  die  nachnicanische  Zeit 
in  manchen  Einzelheiten  eine  wirkliche  Förderung  unseres  Wissens. 
In  den  Schlussabschnitten  gelingt  es  dem  Verf.  auch,  sich  aus  dem 
Schema  mehr  zu  befreien  und  eine  lebendige  Auffassimg  der  Geschichte 
wirken  zu  lassen.  Es  muss  auch  anerkannt  werden,  dass  das  Impri- 
matur auf  dem  Titelblatte  in  dem  Buche  sich  nicht  geltend  macht, 
obwohl  Rom  mit  einer  gewissen  Vorsicht  behandelt  wird.  Für  die  in 
Aussicht  gestellte  Fortsetzung  möchte  ich  den  Wunsch  aussprechen, 
dass  die  Belastung  mit  Litteratur  in  einem  verständigeren  Masse  ge- 
halten werde;  der  Verf.  schleppt  zu  viel  Nutzloses  mit. 

Greifswald.  Victor  Schnitze. 

8.  Hellmann,  Die  Grafen  von  Savoyen  und  das  Reich  bis  zum  Ende 
der  Staufischen  Periode.  Innsbruck,  Wagner,  1900.  227  S.  5  JL, 
Mehr  als  der  Titel  vermuten  lässt,  eine  Geschichte  der  ersten 
Grafen  von  Savoyen  bietet  die  vorliegende  Arbeit.  Nur  wenn  auch 
das  Werden  des  savojischen  Staates  und  die  Entwickelung  der  all- 
gemeinen politischen  Lage,  Faktoren,  die  durchweg  die  Beziehungen 
der  Grafen  zum  Reich  bestimmt  haben,  berücksichtigt  wurden,  liess 
sich  die  Aufgabe,  welche  das  Thema  sich  stellt,  lösen.  Soweit  er- 
forderlich, werden  zugleich  die  inneren  Verhältnisse  des  Territoriums, 
die  nicht  ohne  Einfluss  waren,  herangezogen.     So  deckt  sich  der  In- 

Hiitor.  Vierteljahnchrifl.  190S.  S.  28 


396  Kritiken. 

halt  dieses  Buches  vielfach  mit  den  „Studi  Storici  snl  Contado  di 
Savoia"  von  de  Gerbaix  Sonnaz,  zu  deren  Resultaten  der  Verf.  viel- 
leicht häufiger,  als  es  geschehen,  hätte  Stellung  nehmen  sollen.  Be- 
dauerlich aber  ist,  dass  er  sich  mit  der  gleichzeitig  erschienenen 
Arbeit  von  F.  Labruzzi:  La  Monarchia  di  Savoia  dalle  origini  all' 
anno  1103,  nicht  mehr  hat  auseinandersetzen  können.  Labmzzi  ent- 
wickelt über  die  Entstehung  Savoyens  mit  Scharfsinn  und  Geschick 
neue  Ansichten  und  vindiziert  den  Grafen  eine  italienische  Herkunft, 
während  Hellmann  den  Ausgangspunkt  ihrer  Macht  in  die  burgnn- 
dische  Maurienne  verlegt. 

Am  Ende  des  11.  Jahrhunderts  besassen  die  Grafen  ein  ge- 
schlossenes Gebiet,  dessen  Rücken  der  Alpengrat  vom  Mont  Cenis  bis 
zum  Grossen  Bernhard  bildete,  und  das  nördlich  in  das  Bugej  und 
Chablais,  südlich  in  die  Thäler  von  Aosta  und  Susa  auslief.  Fest  im 
Sattel  der  Alpen  sitzend,  durch  das  Erstgeburtsrecht  fortan  den  Be- 
stand des  Territoriums  und  die  Einheit  der  Unternehmungen  sichernd, 
sind  sie  mm  bestrebt,  ihr  Land  nach  Nord  und  Süd  zu  erweitem. 
Insbesondere  lockte  sie  die  piemontesische  Ebene,  zunächst  Turin,  einst 
der  Stanunsitz  der  Arduinenser,  deren  Hinterlassenschaft  die  Savojer 
beanspruchten,  jetzt  aber  eine  selbständige  Kommune,  die  im  Bunde 
mit  den  geborenen  Feinden  der  Grafen,  dem  kleinen  Adel  der  (regend, 
dem  Lombardenbund  und  dem  Dauphin  von  Vienne  hartnäckig  ihre 
Unabhängigkeit  verteidigte.  Dagegen  unterhielten  die  Savoyer  tradi- 
tionelle Beziehungen  zu  den  Herren  von  Montferrat  und  wnssten  je 
nach  der  augenblicklichen  Lage  noch  andere  Bundesgenossen  hinzn- 
zuwerben;  am  bedeutsamsten  war  ihre  1224  mit  Asti  und  1225  mit 
Genua  geschlossene  mächtige  Koalition,  deren  sich  übrigens  Turin  er- 
wehrt hat.  —  Da  der  Wunsch  nach  Gebietserweiterung  ihrer  Politik 
Ziel  und  Richtung  wies,  so  war  das  Verhältnis,  in  welchem  sie  zum 
Reich  standen,  nicht  ein  für  allemal  gegeben,  sondern  variierte.  Trotz 
ihres  formell  zu  Recht  bestehenden  Lehnsverhältnisses  waren  sie  doch  dem 
Reiche  meistens  feind,  da,  gestützt  auf  die  kleinen  Lehensleute  und 
die  savoyischen  Bischöfe,  das  Streben  der  deutschen  Könige  dahin 
ging,  in  der  oberen  Poebene  das  Reichsgebiet  zu  erweitem,  die  Alpen- 
pässe zu  gewinnen  und  überhaupt  die  Macht  der  Grafen  zu  brechen. 
Nur  selten  führte  eine  dem  Könige  anderwärts  drohende  Gefahr  oder 
der  gemeinsame  Gegensatz  zum  Lombardenbunde  die  beiden  Gegner 
zusammen,  wie  dies  1226  und  die  folgenden  Jahre  der  Fall  war,  wo 
Thomas  I.  sogar  das  oberitalische  Generallegatenamt,  allerdings  mehr 
zu  seinem,  als  des  Reiches  Vorteil,  versah. 

Die  nach  dem  Tode  Thomas'  I.  (1233)  zum  erstenmale  wieder 
vorgenommene   Teilung   des   Gebietes   ermöglichte   den  Savoyem,   mit 


Kritiken.  397 

grösserer  Beweglichk^t  und  an  mehreren  Punkten  zugleich  vor- 
zugehen, ohne  dass,  bei  dem  stark  ausgeprägten  Familiensinne  des 
Hauses  und  der  Oberlehnshwrschaft,  die  der  Erstgeborene  sich  wahrte^ 
die  Einheit  der  Leitung  gelitten  hätte.  Das  burgundische  Gebiet  und 
die  Thäler  von  Susa  und  Aosta  behielt  der  Aelteste  der  Bruder 
Amadeus  lY.;  über  die  übrigen  Teile  des  italienischen  Besitzes  gebot 
Thomas;  den  Nordabhang  der  Alpen  aber  empfing  Aimo  imd*  nach 
seinem  Tode  Peter,  der,  mit  Agnes  von  Faucigny  vermählt,  die  ganze 
Schweiz  zu  erobern  suchte.  Sehr  energisch  griffen  sie  in  die  Welt- 
politik ein;  sie  thaten  dies,  nicht,  um  einer  der  Grossmächte  in  die 
Hände  zu  arbeiten,  sondern  weil  sie  einsahen,  dass  sie  so  ihrem 
eigenen  Interesse  am  besten  dienten.  Sie  sind  die  vielgewandten 
Herren  eines  dominierenden  Grenzlandes,  die  zu  allen  Höfen  Be- 
ziehungen haben,  geschickte  Diplomaten,  die  es  verstehen,  durch  ihre 
Persönlichkeit  zu  wirken,  berechnende  Realpolitiker,  die  skrupellos 
von  der  einen  zur  anderen  Seite  überschwenken,  manchmal  sogar 
sich  teilen  und  verschiedenen  Parteien  angehören,  doch  auch  da  noch 
einträchtigen  Sinnes,  nie  das  gemeinsame  Ziel,  die  Erweiterung  ihres 
Territoriums  und  die  Macht  ihrer  Dynastie,  aus  dem  Auge  verlierend. 
Zunächst  stand  das  savojische  Haus  zum  Reich,  bis  die  Herr- 
schaftsgelüste Friedrichs  H.  in  Piemont  und  das  geringe  Wohlwollen, 
das  er  Thomas'  flandrischen  Plänen  entgegenbrachte,  zum  Bruche 
führten.  Als  dann  Friedrich  daran  dachte,  zum  Konzil  nach  Lyon  zu 
ziehen,  und  daher  die  westlichen  Alpenpässe  sich  sichern  wollte,  ge- 
wann er  den  Amadeus  durch  lockende  Heiratsaussichten  und  den 
Thomas  durch  freigebige  Belehnungen  und  Uebertragung  des  Vikariats 
von  Pavia  aufwärts.  Nach  des  Kaisers  Tode  fiel  es  den  beiden 
leicht,  sich  wieder  mit  der  Kurie  auszusöhnen,  weil  ihr  Bruder  Peter 
aus  Rücksicht  auf  seinen  Schwiegervater  treu  dem  Papste  anhing, 
und  zwei  weitere  Brüder,  Philipp  imd  Bonifaz,  Erzbischöfe  von  Lyon 
und  von  Canterbury  waren.  Während  sie  mit  Kaiser  und  Papst 
Verbindungen  knüpften  und  lösten,  unterhielten  sie  zugleich  nicht 
minder  rege  imd  wechselvolle  Beziehungen  zu  den  Grafen  der  Pro- 
vence sowie  den  Königen  von  England  und  von  Frankreich,  ihren 
Verwandten.  Am  englischen  Hofe  spielten  die  Grafen  eine  grosse 
Rolle  und  beteiligten  sich,  Amadeus  sogar  als  Vassall  des  Königs  an 
den  gegen  Frankreich  gerichteten  Unternehmungen,  wie  dies  bereits 
im  verflossenen  Jahrhundert  ihr  Vorfahre  Humbert  HI.  gethan  hatte. 
Als  in  den  fünfziger  Jahren  Thomas  mit  verstärkter  Energie,  aber 
entschiedenem  Misserfolg  einen  Krieg  gegen  Turin  imd  Asti  begann, 
da  wurde  die  drohende  Niederlage  nur  durch  den  Papst  und  noch 
mehr    durch    die    Könige   von   England   imd    Frankreich   abgewendet, 

28* 


398  Kritiken. 

welche  reiche  Subsidien  gewährten  und  die  in  ihren  Ländern  an- 
gelegten Kapitalien  der  Astigianer  beschlagnahmten.  Endlich  er- 
reichte die  savojische  Politik  ihr  in  jahrhundertelangem  Ringen  tradi- 
tionell gewordenes  Ziel:  im  Jahre  1280  fiel  Turin,  das  in  dem  all- 
mählich ringsum  sich  schliessenden  Gebiete  der  Grafen  wie  in  einer 
Falle  sass.  Damit  war  die  feste  Stellung  am  Ostabhange  der  Alpen 
gewonnen.  —  Nachdem  A.  Schulte  in  überzeugender  Weise  dargelegt 
hat,  dass  die  Bodenbildung  und  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  auf 
die  Entstehung  der  Schweiz  einen  hervorragenden  Einfloss  hatten, 
war  es  hinwiederum  interessant  zu  sehen,  in  welchem  Masse  an  der 
Schöpfung  des  westlich  angrenzenden  Passstaates  die  politischen 
Momente  mitgewirkt  haben.  F.  Kiener. 

Georg    Caro,    Genua    und    die   Mächte    am   Mittelmeer    1257 
bis    1311.     Ein  Beitrag    zur  Geschichte    des   XITT.   Jahrhunderts. 
Bd.  n.     Halle  a.  d.  S.,  Niemeyer,  1899.    XI  und  471  S. 
Soviel  ich  sehe,  ist  der  Verf.  von  der  Kritik  durch  schnelle  Be- 
sprechung   des    vorliegenden  Werkes    nicht    eben    verwöhnt    worden. 
Auch   diese  Anzeige   kommt  verspätet.     Einen  Teil   der  Schuld  daran 
trägt  vielleicht  das  Buch  selbst,  denn  nicht  immer  verfügt  man  über 
das  Mass  von  Geduld  und  geistiger  Frische,  das  zu  seiner  Lesung  er- 
forderlich   ist.     Das    darf   nicht  ungerecht  machen   gegen   seine  Vor- 
züge, denn  es  bleibt  immer  eine  tüchtige  imd  achtungswerte  Leistung. 
Der   zweite  Band,   den  ich  hier  allein  anzuzeigen  habe,   führt  uns  in 
die    Zeit   der  höchsten  Blüte   genuesischer  Macht  um   die  Wende  des 
14.   Jahrhunderts.     Durch    die  Ueberlegenheit    seiner  Flotte   und   den 
Bund  mit  den  tuszischen  Gegnern  Pisas  demütigte  Genua  seine  Rivalin 
im  Westen.     Es   ist   ein   Ringen   voll  dramatischer  Momente;   freilich 
heftet    sich    das    rein    menschliche   Interesse    dank   Dantes   Göttlicher 
Komödie  vorwiegend  an  zwei  Persönlichkeiten  in  dem  feindlichen  pisa- 
nischen  Lager,   an   den   Grafen  ügolino,  dessen  Politik  hier  in  neuer 
Beleuchtung  erscheint^  und  an  den  Grafen  Guido  von  Montefeltro,  der 
Pisa   noch   einmal  vor   dem   gänzlichen   Untergang  rettet.     Noch   ehe 
diese  Kämpfe   ihren   Abschluss    erreicht  haben,  gerät  Genua  mit  der 
gefährlicheren   östlichen   Rivalin,   mit  Venedig,  in  kriegerischen  Kon- 
flikt.    Noch  einmal  entfaltet  es  seine  ganze  imposante  Seemacht,  ver- 
nichtet   die    feindliche   Flotte   und   erringt   einen   ehrenvollen  Frieden. 
Immerhin    entspricht    das   Ergebnis    beider  Feldzüge    nicht    ganz    den 
kriegerischen    Erfolgen.      Durch    die    innere    Parteizerklüftung     wird 
immer  stärker  auch  die  äussere  Politik  beeinflusst.   Innerhalb  der  leitenden 
ghibellinischen  Partei  beginnt  bereits  die  Spaltung.     Seit  dem  Beginn 
des    neuen   Jahrhunderts   treten   diese   inneren  Gegensätze   inouner  be- 


Kritiken.  399 

herrschender  hervor.  Ein  friedlicher  Ausgleich  ist  nicht  abzusehen, 
und  doch  hat  die  Stadt  Ruhe  dringend  nötig.  So  wächst  das  Be- 
dürfnis nach  einem  monarchischen  Regiment.  Noch  scheitert  der  Ver- 
such eines  einheimischen  Adligen,  des  Opicinus  Spinula,  sich,  auf  den 
Popolo  gestützt,  zur  Herrschaft  über  Genua  emporzuschwingen.  Da 
man  aber  eines  Gegengewichtes  gegen  die  Parteiungen  bedarf,  so  be- 
ginnen von  jetzt  ab  die  Uebertragungen  der  Signorie  an  fremde 
Herrscher,  zuerst  1311  an  König  Heinrich  Vll.  Damit  begiebt  sich 
die  Stadt  zum  erstenmale  ihrer  politischen  Unabhängigkeit  und  mit 
diesem  Moment  bricht  der  Verf.  seine  Darstellung  ab. 

Die  Einteilung  in  drei  Abschnitte  ergiebt  sich  durch  den  Stoff 
von  selbst,  um  diese  Hauptereignisse  aber  gruppiert  sich  ein  reicher 
Kranz  von  Unternehmungen  und  Beziehungen  von  sekundärer  Be- 
deutung, lun  nur  die  bemerkenswertesten  hervorzuheben:  die  Haltung 
der  Genuesen  in  den  aragonesisch-sizilianisch-neapolitanischen  Kämpfen 
die  nicht  uninteressante  Einmischung  des  Papstes  Bonifazius  Vlll.  in 
die  genuesischen  Parteiverhältnisse,  der  Anteil  Genuas  an  den  Ereig- 
nissen ,  die  zum  Verlust  der  letzten  christlichen  Besitzungen  im 
heiligen  Lande  führten,  seine  Beziehungen  zu  dem  griechischen  Kaiser 
Andronikus  und  der  katalanischen  Kompagnie,  sein  Gegensatz  zu  dem 
Markgrafen  Wilhelm  von  Montferrat  und  sein  Eingreifen  in  die  Erb- 
folge nach  dessen  Tode,  üeber  diese  und  andere  Dinge  verdankt 
man  dem  Verf.  vielfältige  imd  zuverlässige  Belehrung,  imd  der  Ge- 
schichtsforscher des  13.  Jahrhunderts,  wo  er  die  Mittelmeerpolitik 
Genuas  streift,  wird  um  so  lieber  und  muss  um  so  notwendiger  zu 
dem  Buche  Caros  greifen,  als  ein  reiches  ungedrucktes  Material  aus 
den  Archiven  und  Bibliotheken  Genuas,  das  in  den  Beilagen  kurz 
verzeichnet  wird,  verarbeitet  ist,  für  dessen  sorgsame  Benutzung  dem 
Verf.  besonderer  Dank  gebührt.  Ein  gutes  Orts-  und  Personen- 
verzeichnis  hebt   den  Wert  des   Buches   als   eines  Nachschlagewerkes. 

In  diesem  letzten  Worte  ist  die  Stärke,  aber  auch  die  Schwäche 
der  Arbeit  angedeutet:  ein  lesbares  Buch  ist  nicht  entstanden.  Ver- 
schuldet haben  das  vor  allem  die  folgenden  Mängel:  Es  kann  doch 
als  sehr  fraglich  erscheinen,  ob  Grundsätze,  deren  Anwendung  auf  die 
Jahrbücher  der  deutschen  Geschichte  man  zur  Not  dulden  mag,  auch 
für  einen  Stoff  wie  den  vorliegenden  angebracht  sind.  Nach  ihnen 
aber  ist  hier  verfahren.  Streng  chronologisch,  mit  der  ganzen  bunten 
Mannigfaltigkeit  des  wirklichen  Geschehens  werden  uns  die  Ereignisse 
vorgeführt.  Es  fehlt  an  jeder  feineren  künstlerischen  Komposition,  die 
historischen  Zusammenhänge  sind  unnötig  zerrissen.  So  erfahren  wir 
z.  B.  von  den  gewiss  nicht  unwichtigen  Beziehungen  Genuas  zu  Mont- 
ferrat  auf  S.    117 ff.,    134 ff.,    158   und    348 ff.     Mühsam   muss   man 


400  Kritiken. 

sich   die   fortlaufende  Entwickelung  klar  machen.  —  Sodann  fehlt  es 
an    einer    klaren    Scheidung    zwischen   Bedeutendem   und   Nebensäch- 
lichem.   Je  massenhafter  von  Jahr  zu  Jahr  die  historische  Produktion 
wird,   um   so    dringender  muss  die  Kritik  von  jedem  ernsthaften  Gre- 
schichtschreiber  verlangen,  dass  er   sein  Werk  nicht  mit  überflüssigem 
Ballast  beschwert.     Das  vorliegende  Buch  hätte  nur  gewonnen,  wenn 
es  etwa  um  die  Hälfte  seines  Umfanges  gekürzt  wäre.    Mochten  anch 
den  gleichzeitigen  genuesischen  Chronisten  die  geringfügigsten  kriege- 
rischen Vorfälle   der  Aufzeichnung  würdig    erscheinen,    so    haben   sie 
darum  doch  für  uns  kaum  noch  Interesse,  ebensowenig,  wie  etwa  die 
wechselnden  Kleinkämpfe  des  jüngsten  Burenkrieges  für  unsere  Nach- 
kommen   nach    sechs    Jahrhimderten.     Und   wenn  wir    ans    einer  zn- 
fällig   erhaltenen   Urkunde   über  irgendwelche  bedeutungslosen  Ueber- 
griffe  und  Repressalien  Näheres  erfahren,  so  mag  man  ja  ein  Begest 
davon    veröffentlichen,   da  die  Vorgänge  in  anderem   Zusammenhange 
oder   auf  Grund  neuer  Funde  möglicherweise  einmal  eine  vorher  nicht 
zu    übersehende  Bedeutung   gewinnen    könnten;    aber   die  Darstellung 
der   politischen    Geschichte    sollte   man    nicht   damit   belasten.      Gkm 
stinmit   der  Leser   dem  Verf.   zu,    wenn  er  S.  30  über  Strei&üge  der 
Korsaren    urteUt:    „So    mannigfach    die    Ereignisse    sein    mögen,   im 
Ganzen   ist  das  Bild   von  entsetzlicher  Eintönigkeit'',   aber  unwillkür- 
lich bezieht  man  dies  Urteil  auf  die  vorliegende  Erzählung  der  kriege- 
rischen Ereignisse  selbst,   in   der    die  Hauptzüge   allzusehr  durch  un- 
bedeutenden Kleinkram  verwischt  sind.     Eher  erträgt  man  das  Detail 
bei  der  Schilderung  der  Verfassungskämpfe  im  letzten  Abschnitte  des 
Buches,  weil    hier   auch    unwichtigere  Einzelheiten   im  Hinblick   auf 
ähnliche  städtische  Ent Wickelungen  allgemeinere  Bedeutung  gewinnen. 
Nur    sind    solche    Parallelen    allzu    selten    gezogen,    die    Darstellung 
erweckt  dadurch  zu  sehr  den  Eindruck  des  Zufälligen  und  bleibt  ge- 
legentlich wohl   auch  an  der  Oberfläche. 

Allenthalben  in  Oberitalien  drängt  die  Entwickelung  seit  dem 
Sturze  des  Imperiums  mit  unerbittlicher  Notwendigkeit  zur  Signorie. 
Eine  Annäherung  an  dies  Ziel  darf  man  nicht  vom  rein  republika- 
nischen Standpunkt  aus  schlechthin  als  einen  Verfall  bezeichnen,  auch 
für  Genua  nicht,  wenn  auch  ein  aristokratisches  Regiment  für  eine 
grosse  Handelsstadt  in  der  Regel  die  wünschenswerteste  Herrschafts- 
form darstellen  mag.  Dass  Genua  in  der  That  seit  dem  Beginn  des 
14.  Jahrhunderts  mehr  und  mehr  an  Bedeutung  hinter  Venedig  zu- 
rücktritt, liegt  gewiss  in  erster  Linie  an  handelspolitischen  Wand- 
lungen, so  z.  B.,  worauf  Sieveking  hinweist,  an  dem  Rückgang  der 
Beziehungen  zu  Frankreich  infolge  des  Verfalls  der  Gbampagner- 
messen     und     der     Zerstörungen     im     englisch-französischen     Kriege, 


Kritiken.  401 

während  gleichzeitig  die  süddeutschen  Stftdte  emporkommen  und  ihrer 
Lage  nach  naturgemäss  meist  Venedig  bevorzugen. 

Im  Hinblick  aber  auf  die  sich  widerstreitenden  Interessen  der 
inneren  Parteien  und  die  politische  Gestaltung  des  Hinterlandes  war 
Genua  um  das  Jahr  1300  nur  vor  die  Frage  gestellt,  ob  es  wie  die 
meisten  östlichen  Städte  Oberitaliens  auf  der  Grundlage  der  Demo- 
kratie eine  einheimische  Tyrannis  entwickeln  würde,  der  es  gelingen 
mochte,  die  Stadt  auch  nach  der  Landseite  hin  zu  sichern,  oder  ob 
es  nach  dem  Vorgang  der  westlichen  Städte  sich  bei  leidlicher 
Wahrung  der  kommunalen  Freiheit  der  wesentlich  militärischen  Ober- 
herrschaft eines  fremden  Machthabers  anheimgeben  würde.  Das  erste 
Ziel  wurde  offenbar  von  Opicinus  Spinula  ins  Auge  gefasst,  und 
selbst  wenn  in  der  That  „persönlicher  Ehrgeiz  imd  Machtbegier^^  seine 
leitenden  Motive  waren,  so  wird  man  doch  fragen  dürfen,  ob  sein 
Streben,  Montferrat  unter  seinen  Einfluss  zu  bringen  und  in  Genua 
die  Alleinherrschaft  zu  erlangen,  wirklich  ganz  und  gar  gegen  das 
Interesse  seiner  Vaterstadt  lief,  oder  ob  nicht  ein  Gelingen  seines 
Planes  Genua  die  andere  Alternative,  die  Fremdherrschaft,  erspart  hätte. 
Dass  diese  schon  mit  der  üebertragung  der  Signorie  an  Heinrich  VIL 
einsetzt,  kann  man  eigentlich  nicht  sagen,  und  über  die  Opportunität 
eines  Einschnittes  an  dieser  Stelle  lässt  sich  streiten;  sie  ist  mehr  ein 
reaktionärer  Versuch,  die  alten  Rechte  des  Imperiums  herzustellen, 
tmd  bleibt  eine  kurze,  romantische  Episode;  aber  sie  lässt  allerdings 
das  Bedürfnis  nach  einer  dauernden  Oberherrschaft  über  die  Stadt 
klar  hervortreten,  und  wenn  der  Verf.  aus  praktischen  Gründen  dies 
Ereignis  als  Abschluss  seines  Werkes  gewählt  hat,  so  möchte  ich  dar- 
über nicht  mit  ihm  rechten. 

Falls  er  aber  die  Absicht  haben  sollte,  die  Geschichte  Genuas 
über  diesen  Zeitpunkt  hinaus  auch  femer  zum  Gegenstand  seiner 
Studien  zu  machen,  so  wird  man  ihm  den  Wunsch  aussprechen 
dürfen,  er  möge  von  der  einseitig  politischen  Behandlung,  die  er  sich 
bisher  zur  Aufgabe  gestellt  hat,  abgehen.  Soweit  sind  wir  nachgerade 
doch  alle  von  der  Bedeutung  wirtschaftlicher  und  sozialer  Vorgänge 
für  die  Beurteilung  der  Politik  überzeugt,  dass  ims  die  Geschichte 
schon  eines  gewöhnlichen  Staates,  die  diesen  Dingen  nicht  gebührende 
Beachtung  schenkt,  nicht  voll  befriedigen  kann;  um  wieviel  mehr  die 
einer  Handelsstadt,  bei  deren  politischen  Massnahmen  doch  immer  in 
erster  Linie  gefragt  werden  muss:  sind  sie  darauf  berechnet,  dem 
wirtschaftlichen  Interesse  zu  dienen?  Die  sozialen  Zustände  hat  der 
Verf.  denn  auch  ursprünglich  in  den  Kreis  seiner  Betrachtung  ziehen 
wollen,  aber  er  hat  den  Plan  vorläufig  fallen  gelassen,  weil  sich  fttr 
eine   zusanmienfassende  Behandlung    ,^m  Rahmen  dieser  Arbeit    kein 


402 

Baum  mehr^  bc't.  Am  liebsten  wfiide  mmn  es  sehen,  wenn  in  eineai 
etwiigen  künftigen  Werke  nicht  ein  besonderer  Platx  dafÜbr  reserriert, 
sondern  die  gmnie  pcliüsehe  Auf£usnng,  mehr  als  es  sonst  der  Fall 
war.  davon  dnrrhtrinkt  würde.  Wenn  der  Yerfl  sich  za  einer 
solchen  Erweitening  seiner  Aufgabe  entschlösse,  so  würde  das  Gesamt* 
bild  lebensToUer  nnd  fesselnder  weiden,  und  er  könnte  sicher  sein,  der 
rei:en  Anteilnahme  weiter  Kreise  zu  begegnen,  wihrend  für  die  bisherige 
Behandlungsweise  die  Zahl  der  Interessenten  immerhin  nur  gering  ist 
Bonn.  K.  Hampe. 

Lonis  Stoair,   Docteur  en   droit   et   Doctenr  es   lettres,    Professeor 
d*histoire  a  ITnirersite  de  Dijon,  Les  origines  de  rannexion 
de   la  Haate-Alsace   a   la  Bourgogne   en  1469.     Etüde  snr 
les  terres  engagees  par  rAatriche  en  Alsace  depnis  le  14®  sieele, 
specialement    la    seigneurie    de    Florimont.      Paris,    Ldbrairie   do 
Recaeil   general   des   lois  et   des   arrets.      Larose,   editenr,    1901. 
—  XXV,  111  und   197  Seiten. 
Die  vorliegende  Arbeit  behandelt  die  Vorgeschichte  der  von  1469 
bis    1474   dauernden  Vereinigung  der  habsbnrgischen  Besitzungen  im 
Elsass    mit    dem   Herzogtum   Burgund.     Indem    der  Verfasser  dieses 
vorübergehende  Vordringen  in  das  Rheinthal  unter  den  Gesichtspunkt 
des    schon    im    Mittelalter    wirksamen    Strebens    der    kapetingischeo 
Herrscher  nach  Ausbreitung  ihrer  Herrschaft  im  Osten  stellt,  zeigt  er 
einerseits,  wie  die  dem  genannten  Hause  entstammenden  bm^gandischeD 
Herzöge    sofort    nach   Erwerbung   der   Freigrafschaft   (1385)    bestrebt 
sind,  im  Oberelsass  Fuss  zu  ÜEissen,  andererseits,  wie  die  Habsbnrger 
durch   ihren   chronischen  Geldmangel  zu  weitgebenden  Verpfandungen 
in  den  Gegenden  zwischen  Rhein,  Jura  und  Vogesen  gezwungen  und 
allmählich    gegen    ihren    dortigen  Besitz    gleichgiltiger    werden.     Die 
im  Jahre   1393   geschlossene  Ehe   zwischen  Leopold   FV.  dem  Dicken 
—  Stouff  nennt  irrtümlicherweise  Leopold  le  Süperbe  —  und  Katha- 
rina, der  Tochter  Philipps  des  Kühnen,  verschaffte  dem  Hanse  Bur- 
gund Einlass  im  Elsass,  indem  diese  zunächst  fOr  ihren  znr  Yormnnd- 
schaftlichen  Regienmg  nach  Oesterreich   berufenen  Gemahl   die   ober- 
rheinischen Gebiete  bis  zu  dessen  Tode  (1411)  verwaltete,  sodann  in 
den  Genuss  der  fOr  die  Zahlung  ihres  Wittums  verpfändeten  Herrschaftien 
eintrat,  und  indem  schliesslich,  da  Katharina  1426  ohne  Nachkommen 
starb,  das  Haus  Burgund  ein  Recht  auf  die  Herrschaften  erhielt,  die  für 
die  niemals  ausgezahlte  Morgengabe  bis   zu   der  voraussichtlich  auch 
nie  erfolgenden  Rückzahlung  der  Mitgift  Katharinens  verpfändet  waren. 
Das   Ergebnis   eines  Jahrzehnte  dauernden   kleinen   Krieges,   die 
imunterbrochene  Beunruhigung  dieser  Besitzungen  durch  die  Schweicer 


Kritiken.  403 

und  die  unverbesserliche  Verschwendungssucht  der  österreichischen 
Fürsten  veranlasste  endlich  Erzherzog  Sigismund  im  Vertrage  von 
St.  Omer  1469  den  ganzen  vorderösterreichischen  Besitz  Karl  dem 
Kühnen  von  Burgund  zu  verpfänden  und  ihm  sogar  das  Recht  ein- 
zuräumen, die  zu  diesem  Gebiete  gehörigen,  von  Oesterreich  anderweit 
verpfändeten  Herrschaften  einzulösen.  Von  diesem  Rechte  machte  Karl 
der  Kühne  sofort  nach  dem  Vertrag  in  weitgehender  und  wohlüberleg- 
ter Weise  Gebrauch,  was  die  durch  die  Einlösung  geschädigten  Pfand- 
gläubiger in  die  Arme  der  Habsburger  zurücktrieb  und  den  schnellen 
Sturz  der  burgundischen  Herrschaft  am  Oberrhein  herbeiführte. 

Dies  ist  der  grössere  Rahmen,  in  dem  Stouff  auf  Grund  eines 
reichen  Aktenmaterials  eine  Darstellung  der  Zustände  und  Schicksale 
der  Herrschaft  Florimont  (Blumenberg)  giebt,  die  den  Kern  seines 
Buches  ausmacht.  Das  kleine  Territoriiun,  dem  der  Verfasser,  der 
Liebe  und  Sorgfalt  seiner  Schilderung  nach  zu  schliessen,  durch  die 
Geburt  angehört,  liegt  in  den  nordwestlichen  Vorbergen  des  Schweizer 
Jura  und  bildet,  abgesehen  von  einer  Ortschaft  (Pfetterhausen),  einen 
Teil  des  von  dem  Departement  Haut-Rhin  nach  1871  bei  Frankreich 
verbliebenen  Gebietes,  des  heutigen  Territoire  de  Beifort.  Es  gehörte 
ursprünglich  zur  Grafschaft  Pfirt  und  kam  mit  dieser  1324  in  die 
Hände  der  Habsburger,  die  es  40  Jahre  später  verpfändeten  imd 
kaum  jemals  wieder  in  die  Hand  bekamen.  Ausführlich  und  klar 
werden  die  Verhältnisse  der  Herrschaft  dargestellt,  ihre  Ausdehnung 
genau  umschrieben,  die  Gliederung  der  Bevölkerung  angegeben,  die 
Rechte  der  Herzöge  von  Oesterreich  in  der  Herrschaft  aufgezählt  und 
deren  Bedeutung  festgestellt,  sodann  vor  allem  die  Natur  des  Pfand- 
Schaftsverhältnisses,  wie  es  insonderheit  von  etwa  1390  bis  1457 
\mter  den  Grafen  von  Thierstein,  deren  Name  augenblicklich  wegen 
ihrer  Beziehungen  zur  Hochkönigsburg  viel  genannt  wird,  bestand, 
mit  allen  sich  daraus  ergebenden  Konsequenzen  scharfsinnig  und  ge- 
wandt erörtert 

Im  Anhang  sind  auf  162  Seiten  64  Urkunden  aus  den  Archiven 
zu  Paris,  Kolmar,  Dijon,  Besan9on,  Florimont  u.  s.  w.  abgedruckt, 
diejenigen  in  deutscher  Sprache  im  ganzen  korrekter,  als  es  sonst  in 
französischen  Werken  üblich  ist.  Das  Register  ist  leider  imübersichtlich 
imd  in  der  Erklärung  der  Ortsnamen  oft  unvollständig  und  ungenau. 
Abgesehen  von  diesem  Mangel  ist  in  der  geschmackvoll  und  durch- 
sichtig geschriebenen  Arbeit  der  Zweck,  an  einem  Beispiel  die  Be- 
deutung und  den  Charakter  einer  der  wichtigsten  Institutionen  des 
späteren  Mittelalters  —  ,4e  triomphe  de  la  feodalit^"  nennt  sie  der 
Verfasser  —  darzulegen,  vollkommen  erreicht. 

Strassburg.  E.  v.  Borries. 


404  Kritiken. 

Hessische  Landtagsakten  Bd.  I  (1508—1521)  hrsg.  von  Hans 
Glagau  (Veröffentlichungen  der  histor.  Kommission  für  Hessea 
und  Waldeck).  Marburg  1901,  Elwerts  Verlag.  (XV,  593  S.)  14  M. 
Wie  in  anderen  deutschen  Staaten,  so  hat  sich  vor  wenigen 
Jahren  auch  fOr  Hessen  und  Waldeck  eine  historische  Kommission 
gebildet,  welche  den  Zweck  verfolgt,  Quellen  und  Darstellnngen  der 
Geschichte  beider  L&nder  in  einer  den  Forderungen  der  WissenBchaft 
entsprechenden  Weise  herauszugeben.  Der  Bericht,  welcher  al^jahi^ 
lieh  erstattet  zu  werden  pflegt,  weist  eine  stattliche  Fülle  von  wissen- 
schaftlichen Unternehmungen  auf,  welche  bereits  in  Angriff  genommen 
sind  oder  der  Inangriffnahme  harren.  Irren  wir  nicht,  so  ist  der 
vorliegende  Band  die  erste  Frucht  dieser  Bestrebungen,  und  fügen 
wir  gleich  hinzu,  eine  reiche  Frodit,  zu  deren  Vollendung  Kommission 
und  Herausgeber  gleichmässig  beglückwünscht  werden  können;  denn 
Glagau  hat  es  in  trefflicher  Weise  verstanden,  die  ihm  gestellte  Auf- 
gabe zu  lösen.  Gewiss  mit  Recht  hat  er  davon  abgesehen,  mit  der 
älteren  Zeit  zu  beginnen,  für  welche,  wie  anderw&rts  auch,  ein  nur 
überaus  spärlicher  und  unzusammenh&ngender  Quellenstoff  vorliegt; 
diese  Periode  soll  in  darstellender  Form  in  einem  Einleitungsbande 
später  behandelt  werden.  Glagau  setzt  vielmehr  da  ein,  wo  nach 
seiner  Angabe  eine  zusammenhängende  Reihe  von  Landtagsakten  vor- 
handen ist,  und  das  ist  die  Zeit  vom  Ende  der  Regierung  Landgraf 
Wilhelms  d.  M.  ab;  das  zweite  Testament  dieses  Fürsten  vom 
29.  Januar  1508,  welches  die  Ursache  der  Irrungen  and  K&mpfe 
der  Folgezeit  gewesen  ist,  bildet  den  gegebenen  Ausgangspunkt.  Es 
ist  ein  charakteristischer  und  überaus  interessanter  Kampf,  welcher 
sich  damals  zwischen  der  Witwe  des  Landgrafen,  Anna  von  Hessen, 
einer  mecklenburgischen  Prinzessin,  und  den  Ständen  des  Landes  ab- 
gespielt hat,  wichtig  auch  insofern  für  die  allgemeine  Beichsgeschichte, 
als  die  Wettiner  beider  Linien,  Emestiner  wie  Albertiner,  aufis  tieftte 
in  denselben  hineingezogen  und  verwickelt  worden  sind;  andererseits 
hat  auch  Kaiser  Maximilian  wiederholt  in  den  Streit  eingegriffen  und 
die  Gelegenheit  benutzt,  diesem  Hause,  dessen  Nebenbuhlerschaft  er 
fiirchteto,  Schaden  zuzufügen.  Die  unter  den  Wettinem  herrschende 
Zwietracht,  welche  bei  diesem  Kampf  deutlich  zu  Tage  trat,  ist  von 
ganz  erheblichem  Gewichte  für  dessen  Ausgang  gewesen;  mit  infolge 
derselben  verloren  die  sächsischen  Fürsten  die  Vormundschaft  über 
den  jungen  Philipp,  allerdings  konmit  hinzu,  dass  speziell  die 
emestinische  Politik  sich  als  ungewöhnlich  schwächlich  und  den 
Gegnern  keineswegs  gewachsen  zeigte.  Der  Kampf  endete  bekanntlich 
mit  dem  Siege  Annas,  der  „Frau  Venus^\  wie  sie  am  kaiserlichen 
Hofe     wohl     genannt    worden     ist:     es     gelang     der     skrupellosen, 


Kritiken.  405 

«nergischen  Frau,  ihren  Gegnern  die  Vormundschaft  zu  entwinden 
und  sich  in  der  Herrschaft  zu  behaupten.  Die  Sickingische  Fehde 
bedeutete  dann  allerdings  nochmals  eine  höchst  gefährliche  Krisis  f[ir 
Hessen,  dennoch  überdauerten  die  Landgräfin  und  ihr  inzwischen  für 
mündig  erklärter  Sohn  auch  diesen  schweren  Sturm  leidlich.  —  Für 
diese  ganze  Zeit  nun,  also  für  die  Jahre  1508 — 1521,  hat  Glagau 
ein  reichhaltiges  und  interessantes  Material  yerfassungsgeschichtlichen, 
wie  politischen  Charakters  zusammengebracht;  abgesehen  von  zahl- 
reichen, in  den  Noten  angeführten  Aktanstücken  enthält  der  Band 
über  230,  zum  Teil  sehr  umfangreiche  Nnmmem,  welche  den 
Archiven  von  Darmstadt,  Dresden,  Marburg,  Schwerin,  Weimar  und 
Wien  entstammen.  Dabei  hat  sich  der  Herausgeber  noch  Reserve 
auferlegt,  mancherlei  (vgl.  S.  124,  Note  2)  ist  absichtlich  unberück- 
sichtigt geblieben.  In  zweckentsprechender  Weise  sind  die  Akten- 
stücke in  13  grössere  Gruppen  gegliedert,  deren  jede  mit  einer  Ein- 
leitung versehen  ist,  welche  den  Sachverhalt  in  knapper  Form  dar- 
bietet, natürlich  berühren  sich  diese  Partien  aufs  engste  mit  des- 
selben Verfassers  Schrift  über  Anna  von  Hessen,  welche  als  Vorarbeit 
im  Jahre  1899  erschienen  ist.  Die  dortigen  Resultate  Glagaus  finden 
durch  die  neue  Publikation  ihre  Bestätigung;  Anna  von  Hessen  ist 
thatsächlich  als  eine  glückliche  nnd  kraftvolle  Vorkämpferin  landes- 
herrlicher Macht  zu  betrachten.  Die  Wiedergabe  der  Texte  ist,  soweit 
Ref.  das  kontrollieren  konnte,  zuverlässig,  mit  Sorgfalt  wird  ver- 
merkt, wenn  ein  Aktenstück  bereits  anderweit  gedruckt  oder  verwertet 
ist,  ein  allerdings  seltener  Fall;  denn  Glagau  befindet  sich  in  der  an- 
genehmen Lage,  so  gut  wie  noch  nicht  benutztes  Material  veröffent- 
lichen zu  können.  Bezüglich  der  undatierten  Stücke  verfährt  der 
Herausgeber  mit  Umsicht,  man  wird  mit  seinen  Ansetzungen  ein- 
verstanden sein  können.  Weit  sparsamer  hätte  in  den  Texten  von 
den  Ausrufern  Gebrauch  gemacht  werden  müssen,  sie  finden  sich  in 
schwerer  Menge,  vielfach  oft  recht  überflüssigerweise;  Ref.  hat  häufig 
vergeblich  zu  ergründen  gesucht,  was  es  mit  dem  Anbringen  eines 
solchen  für  eine  Bewandnis  haben  solle.  Von  besonders  wichtigen 
Stücken  sei  die  kulturhistorisch  hochinteressante,  freilich  sehr 
tendenziöse  Klageschrift  Landgraf  Wilhelms  gegen  seine  Räte  aus  dem 
Jahre  1508  (No.  2)  hervorgehoben,  femer  die  grosse  Rede  der  Land- 
gräfin-Witwe auf  dem  Landtage  zu  Felsberg  1514  (No.  65),  „ein  fein 
berechnetes  politisches  Meisterstück^,  wie  sie  mit  Recht  genannt 
worden  ist;  übrigens  hat  sie  auch  schon  Ronunel  gekannt  imd  teil- 
weise verwertet.  Nicht  minder  bedeutsam  ist  No.  164;  obgleich  diese 
Rede  nach  dem  Vermerk  des  Kanzlers  Feige  schliesslich  in  Berka  nicht 
gehalten    worden    ist,    so    verdient   sie    doch   ihre   Aufnahme   in   die 


406  Kritiken. 

Publikation  durch  die  Wichtigkeit  ihres  Inhalts  vollauf.  Endlich  ent- 
hält die  im  Anhange  gegebene  No.  227a  ein  nicht  uninteressantes, 
politisches  Lied  gegen  die  Landgräfin  Anna  und  ihre  Räte  Balthasar 
Schrautenbach  und  Hermann  Riedesel  aus  dem  Jahre  1519,  das  eine 
willkommene  Ergänzung  zu  den  beiden  in  von  Lilienkrons  historischen 
Volksliedern  abgedruckten  Stücken  bildet,  welche  vom  hessisdien 
Kriege  handeln.  Dagegen  hat  Ref.  ungern  den  Abdruck  jenes  wich- 
tigen Vertrags  yermisst,  welcher  am  24.  März  1501  zwischen  Ebrz- 
bischof  Hermann  von  Köln  und  den  Wettinem  über  die  Teilung  der 
Vormundschaft  zu  Nürnberg  insgeheim  geschlossen  wurde.  Obschon 
derselbe  allerdings  ausserhalb  des  in  diesem  Bande  behandelten  Zeit- 
raumes fällt,  so  steht  er  doch  sachlich  mit  dem  Inhalte  in  engem 
Zusammenhange;  im  Hinblick  auf  seine  Wichtigkeit  und  Neuheit 
(vgl.  Anna  von  Hessen  S.  19)  wäre  ein  wörtlicher  Abdruck  vielleicht 
im  Anhang  angebracht  gewesen.  Zu  sonstigen  Ausstellungen  hat  Ref. 
keine  Veranlassung  gefunden;  ein  gut  und  sorgsam  gearbeitetes 
Register  beschliesst  das  Ganze,  zahlreiche  Stichproben  ergaben  seine 
Zuverlässigkeit  imd  Genauigkeit. 

Vergleicht  man  Glagaus  Publikation  mit  dem,  was  sich  über  die 
fragliche  Zeit  bei  Rommel  findet,  auf  den  man  in  der  Hauptsache  bis- 
her angewiesen  war,  so  wird  man  gewahr,  welch  bedeutenden  Fort- 
schritt die  vorliegende  Arbeit  bedeutet,  und  wie  lebhafter  Dank  dem 
Herausgeber  fOr  seine  tüchtige  und  solide  Leistung  gebührt  Hoffent- 
lich reihen  sich  bald  die  weiteren  Bände  der  Landtagsakten  dieser 
ersten  schönen  Probe  an,  gewiss  werden  sie  noch  manchen  wertvollen 
Beitrag  zur  hessischen  Landes-,  wie  zur  Reichsgeschichte  bringen. 

Weimar.  Trefftz. 

Michael    Maria   Babenlechner^    Der   Bauernkrieg    in    Steier- 
mark   (1525).     Eine    historische    Studie.    IV    und   56    S.     Frei- 
burg i.  B.    1901.     A.   u.   d.  T.r  Erläuterungen   und  Ergänzungen 
zu  Janssens  Geschichte  des  deutschen  Volkes.    Herausgegeben  von 
Ludw.  Pastor.     H.  5. 
Für  die  Geschichte   des  Bauernkrieges  in  Steiermark  waren  wir 
bisher    auf   die    in    verschiedenen    Zeitschriften    gedruckten,    übrigens 
spärlichen   Quellen    angewiesen;   eine   Darstellung    derselben    besassen 
wir  nicht.     Rabenlechner  hat  versucht,  diese  Lücke  in  der  Litteratur 
auszufüllen.     Aber  man  kann  nicht  sagen,  dass  ihm  das  in  dankens- 
werter Weise  geglückt  ist. 

Einmal  lassen  sich  auf  Grund  jenes  gedruckten  Quellenmaterials 
die  zahlreichen  Probleme,  die  die  Forschung  über  den  Bauernkrieg  zu 
Tage   gefördert  hat  und  noch  zu  Tage  fördert,  nicht  lösen;  um  auch 


Kritiken.  407 

nur  ganz  geringen  Ansprüchen  zu  genügen,  hätte  sich  Rabenlechner 
an  die  Hebung  von  gewiss  noch  vorhandenen  archiyalischen  Schätzen 
machen  und  diese  in  die  Darstellung  verarbeiten  müssen.  Und  so- 
dann ist  R.  als  ein,  wie  man  nicht  leugnen  kann,  sehr  gelehriger 
Schüler  Janssens  nicht  der  Mann,  tiefer  eindringende  kritische  Studien 
über  jene  Bewegung  anzustellen:  alle  Erscheinungen  jener  Epoche 
sieht  er  in  dem  ultramontan-demokratisch  gefärbten  Dämmerlichte, 
in  dem  natürlich  nur  gewisse  Konturen  sichtbar  werden.  Luther  und 
die  Prädikanten  wollten  die  Vernichtung  der  geistlichen  Fürsten  und 
Herren  in  Deutschland  und  eine  nötigenfalls  auch  gewaltsame  Um- 
gestaltung der  bestehenden  sozialen  Verhältnisse  —  so  lesen  wir 
unter  anderem:  es  ist  für  B.  selbstverständlich,  als  ob  das  noch  nie- 
mand geleugnet  hätte,  dass  dem  Landmanne  infolge  der  aufreizenden 
Predigt  „mit  wenigen  Ausnahmen"  die  Umkehrung  aller  Ordnung  und 
die  Vernichtung  aller  Herrschaft  vorschwebte.  Nur  schade,  dass 
wieder  Rabenlechner  das  nicht  nachweisen  kann! 

Es  sei  mir  gestattet,  kurz  die  Bewegung  in  Steiermark  so  zu 
schildern,  wie  sie  mir  erscheint;  ich  räume  dabei  ein,  dass  mir  viel- 
fach Analogieschlüsse  aushelfen  müssen,  deren  Richtigkeit  erst  archi- 
valische  Forschung  ergeben  kann. 

Es  kann  keinem  Zweifel  unterliegen,  dass  die  Bauemerhebung  in 
Steiermark  nur  im  Zusammenhang  mit  der  im  Erzstift  Salzburg  zu 
verstehen  ist.  Nach  dem,  was  ich  in  Südwestdeutschland  beobachtet 
habe  —  ich  hoffe,  es  demnächst  zu  erweisen  — ,  ist  es  sicher,  dass 
der  Anlass  zu  der  Erhebung  das  Bestreben  war,  die  der  Grenze  nahe 
liegenden  Klöster  vor  den  Salzburgem  zu  schützen:  es  erheben  sich  zu- 
nächst die  Grenzorte,  Aussee  und  Schladming.  Immer  ist  es  zuerst  dieses 
Bewusstsein,  eigene  Rechte  gegen  Uebergriffe  der  Nachbarn  wahren 
zu  müssen,  das  zu  Zusamimenrottungen  führt.  Gewaltthätigkeiten  ge- 
hören erst  einer  späteren  Phase  an,  die  gewöhnlich  mit  dem  Augen- 
blick der  Gefahr  von  aussen  eintritt  oder  dann,  wenn  dem  Volke 
klar  wird,  dass  man  in  den  politisch- führenden  Kreisen  nicht  daran 
denkt,  die  brennenden  Fragen  der  Zeit  in  seinem  Sinne  zu  lösen,  wenn 
das  conservative  Element  sich  bemüht,  die  Klöster  zu  erhalten,  und 
sich  sträubt,  diese  oder  jene  Abgaben  und  Lasten  zu  mildem  oder 
abzuschaffen.  Denn  das  ist  das  Agens,  der  Wunsch,  diese  Fragen 
bei  dieser  Gelegenheit  befriedigend  zu  erledigen;  er  ist  der  Antrieb 
zur  Haufenbildung.  Aber  erst,  wenn  der  einzelne  vor  die  Alternative 
gezwungen  ist,  ob  Gehorsam  gegen  die  Obrigkeit  oder  Reform  auf 
eigene  Faust,  ist  den  radikalen  Elementen  die  Führerrolle  gesichert. 
So  wird  auch  hier  in  Steiermark  nicht  sofort  mit  der  Plünderung 
der  drei  Klöster,   um   die  sich  die  Bauern  scharen,  begonnen  worden 


408  Kritiken. 

sein,  —  wie  R.  behauptet,  allerdings  im  Anarlilnaii  an  die  Quellen; 
wahrscheinlich,  dass  hier  bald  nach  Beginn  die  Klöster  inventarisiert 
wurden:  —  sondern  das  wird  erst  spiter  der  FaU  gewesen  adn, 
ohne  dass  man  sich  den  zeitlichen  Abstand  gross  zu  denken 
braucht.  Denn  die  Thatsache,  dass  Ferdinand  sehr  bald  Truppen  in 
das  Land  senden  konnte,  deren  Bestimmung  sehr  deutlich  war,  und 
dass  diese  Trappen  zum  Teil  aus  den  veriiassten  Hussaren  und 
Böhmen  bestanden,  leitete  schnell  die  zweite  Epoche  ein.  Es  kommt 
zu  Zusammenstössen,  bei  denen  auch  hier  wieder  die  deutschen 
Knechte  versagen,  da  ihre  Sympathien  viel  mehr  auf  Seiten  der 
Gegner  als  auf  der  ihrer  Führer  sind;  dabei  ist  bemerkenswert, 
dass  die  Steiermärker  sich  sehr  schnell  beruhigen  lassen;  die  eigent* 
liehen  Feinde  sind  die  Salzburger,  mit  denen  wohl  vereinselte  steirische 
Bergknappen  verbunden  sind.  Von  diesen  geht  denn  auch  der  ent- 
scheidende Schlag  aus:  am  3.  Juli  wird  das  Aufgebot  des  Adels  und 
der  Knechte  in  Schladming  überfidlen,  die  Einheimischen  werden  ge- 
schont, die  Fremden  müssen  über  die  Klinge  springen.  Wie  die  Er- 
hebung schliesslich  ausl&ufl,  bietet  wenig  Interesse;  ihr  Schicksal  ist 
mit  dem  der  Salzburger  aufs  engste  verknüpfL 

Es  kann  nach  alledem  zweifelhaft  sein,  ob  man  von  einem 
Bauernkrieg  in  Steiermark  überhaupt  sprechen  kann.  Wer  die  Ge- 
schichte jener  Wochen  des  Jahres  1525  schreiben  wollte,  hat  jeden- 
falls darauf  sein  Augenmerk  zu  richten,  ob  und  inwieweit  Steier- 
m&rker  an  den  kriegerischen  Ereignissen  überhaupt  beteiligt  waren. 
und  dann,  um  darauf  noch  hinzuweisen,  muss  er  es  sich  zur  Auf- 
gabe machen,  die  politischen  und  wirtschaftlichen  Veriiältnisse  dieses 
Landes  so  klar  zu  legen,  dass  man  weitgehende  Beschwerden  der 
Bauern  verstehen  kann:  vorerst  kennen  wir  solche  nicht;  Rabenlechner 
behauptet  es  zwar;  aber  seine  Beweisstücke  datieren  aus  dem  dritten 
Viertel  des  15.  Jahrhunderts! 

Berlin.  W.  Stolxe. 

Bernhard  Duhr^    Die  Jesuiten    an    den    deutschen  Fürsten- 

hüfen  des  16.  Jahrhunderts.    Auf  Gund  ungedruckter  Quellen. 

Freiburg   i.  B.  1901,  Herder'sche   Buchhandlung.    IX  und  155  8. 

8®.      (A.   u.   d.    T.   Erläuterungen   und    Ergänzungen    zu   Janssens 

Geschichte  des  deutschen  Volkes.    Herausgegeben  von  Pastor,  11.  Bd. 

4.  Heft. 

Der  Veif.  untern inmit  den  dankenswerten  Versuch,  „beglaubigte 

Einzelheiten  über  die  Wirklichkeit  des  Einflusses  der  Jesuiten  an  den 

katholischen    Fürstenhöfen    in    Deutschland    und    über    die    Art   und 

Weise,    wie    derselbe    geltend   gemacht   wurde^\    aus    „vertraulichen^ 


Kritiken.  409 

Quellen,  nämlich  den  Briefen,  die  „den  zerstreuten  üeberresten  der 
früheren  Ordensarchive  entnommen  sind^^,  und  die  somit  „die  grösste 
Gewähr  für  die  Wahrheit  bieten",  zusammenzustellen.  Wir  haben  im 
Ganzen  sechs  Abschnitte,  von  denen  der  erste  die  uns  jüngst  noch 
Yon  Gothein  vorgetragenen  Ansichten  des  hl.  Ignatius  und  seines 
Ordens  über  die  Hofbeichtväter  zusammenstellt,  die  folgenden  sich 
über  die  Wirksamkeit  der  Jesuiten  an  den  Höfen  von  Wien,  Graz, 
Innsbruck  und  München  verbreiten;  in  einem  kurzen  Schlusskapitel 
wird  betont,  dass  auch  hier  Doktrin  und  Praxis  oft  in  Widerstreit 
gerieten,  „die  Stellung  der  Jesuiten  als  Beichtväter  eine  sehr  ex- 
ponierte und  gefährdete,  viele  Hofbeichtväter  den  Schwierigkeiten  ihrer 
Stellung  nicht  gewachsen  waren,"  ^,andere  sich  zu  sehr  an  den  Glanz 
der  Höfe  und  die  Gunst  der  Fürsten  gewöhnten  und  allmählich  auf 
dem  glatten  Boden  ausglitten,  so  dass  sie  mehr  auf  ihre  Fürsten  als 
auf  ihre  Oberen  schauten,  mehr  auf  höfische  Gewohnheiten  als  auf 
strenge  Ordenszucht  hielten,  ja  im  Widerstreit  zuweilen  sogar  mehr 
für  die  wirklichen  oder  vermeintlichen  Vorrechte  ihrer  Fürsten,  als 
für  die  Freiheiten  der  Kirche  und  den  Orden  sich  einsetzten."  Wir 
können  die  Wahrheit  dessen,  soweit  uns  Quellen  aus  Grazer,  Wiener, 
Münchner  xmd  Innsbrucker  Archiven  vorliegen,  nur  vollinhaltlich  be- 
stätigen. Die  eigentliche  politische  Thätigkeit  jenes  Ordens,  von  dem 
der  Stifter  wollte,  dass  er  kein  politischer  sein  sollte,  tritt  freilich 
später  und  in  seinen  Erfolgen  deutlicher  in  Deutschland  erst  im 
17.  Jahrhundert  als  im  16.  in  die  Erscheinung.  Doch  auch  da  ist 
der  Orden  von  Anfang  an  ein  politischer,  so  sehr  sich  auch  einige 
Mitglieder  gegen  eine  politische  Thätigkeit  sträuben.  Politik  Hess 
sich  im  16.  Jahrhundert  nun  einmal  von  Religion  nicht  völlig 
scheiden.  Die  Auszüge,  die  der  Verfasser  aus  bisher  un- 
bekannten Quellen  bietet,  sind  eine  wertvolle  Ergänzimg  zu  den  zahl- 
reichen Materialien,  die  in  jüngster  Zeit  zum  Teil  von  mir  selbst  über 
die  Geschichte  der  Gegenreformation  beigebracht  worden  sind.  Da 
mir  hier  zu  wenig  Kaum  geboten  ist,  um  auf  alle  Abschnitte  genauer 
einzugehen,  will  ich  bei  dem  dritten:  „Graz"  etwas  näher  verweilen. 
Wer  mein  Buch  über  die  Gegenreformation  gelesen  hat,  wird  in  den 
meisten  Punkten,  die  hier  besprochen  werden,  eine  Bestätigung  meiner 
dort  vorgetragenen  Sätze  finden:  dass  die  Jesuiten  das  treibende 
Element  am  Grazer  Hofe  waren,  dass  sie  bei  vielen  Gelegenheiten 
über  die  Schnur  hieben  und  daher  hier  und  da  von  ihren  Ordens- 
oberen Verweise  erhielten,  dass  das  Zentrum  des  Angriffs  in  München 
lag  xmd  die  Erzherzogin  Maria  das  Hauptverdienst  an  der  Durch- 
führung der  „katholischen  Reformation*'  habe.  In  nebensächlichen 
Punkten  weicht  er  von  meiner  Darstellung  ab.     S.   59  sagt  er:  „die 


410  Kritiken. 

Korrespondenzen  des  Jahres  1581  zeigen  des  Näheren,  daas  die  katho- 
lische Reformation  wesentlich  auf  dem  Betreiben  des  Papstes  und  des 
Nuntius  beruhte.^'  Das  mag  für  dieses  und  die  unmittelbar  folgenden 
Jahre  ganz  zutreffen,  es  gab  aber  Zeiten,  wo  die  Gegenreformation 
schon  im  Gange  war,  ein  Nuntius  aber,  der  den  Spiritus  rector  hStte 
abgeben  können,  noch  nicht  in  Graz  weilte.  Ich  glaube,  in  dem 
Kapitel  meines  Buches  ,J)er  erste  Sturm  gegen  die  Jesuiten^  hin- 
reichendes Material  zur  Beantwortung  dieser  Frage  zusammengestellt 
zu  haben.  Nun  fehlt  es  aber  auch  in  dem  vorliegenden  Buche  nicht 
an  Stellen,  die  meine  Angaben  durchaus  bestätigen.  Ich  will  hierin 
nur  einen  Fall  zum  Jahre  1572  vorlegen:  ,Jn  ausführlicher  nnd  nach 
seiner  Art  breiter  Weise  ermuntert  P.  Maggio  den  Erzherxog  stand- 
haft zu  bleiben  und  den  Forderungen  der  Häretiker  Widerstand  in 
leisten.  Die  zur  Schau  getragene  Liebe  der  Häretiker  gegen  den 
Fürsten  sei  nur  Schein  .  .  .  Dass  die  Jesuiten  in  Graz  aber  auch 
später  nicht  im  Hintertreffen  standen,  findet  auch  hier  seine  Be- 
stätigung imd  zwar  sogar  aus  Briefen  Bljssems.  Ich  gebe  zu,  dass 
Bljssem,  getreu  seinen  Ordensstatuten,  sich  oft  gegen  eine  Thätigkmt 
in  politischen  Dingen  ausspricht.  Aber  gerade  in  dem  Briefe  (S.  61), 
den  er  an  den  General  schreibt  und  wo  diese  Stelle  vorkommt,  liest 
man:  „Bei  dem  Erzherzog  glaube  ich  erreicht  zu  haben,  dass  er 
dem  Nuntius  und  den  katholischen  Räten  folgen  wird.  Er  hat  dies 
ernstlich  versprochen.^  „Die  Hauptschwierigkeit  liegt  darin,  ob,  wann 
und  in  welcher  Anzahl  er  eine  Besatzung  auf  die  Burg  nnd  in  die 
Stadt  legen  soll.  Thut  er  es  nicht,  wird  er  seine  rebellischen  (man 
sieht,  woher  der  Vorwurf  illoyalen  Benehmens  der  Unterthanen 
stanmit)  Unterthanen  nicht  zum  Gehorsam  zurückführen  etc.  .  .  .  .^ 
Auch  am  20.  März  1584  schreibt  Blyssem:  „Ich  enthalte  mich  tob 
allen  politischen  und  militärischen  Ratschlägen'^  (S.  65),  die  er  aber 
doch  am  17.  November  1583,  als  eine  etwas  mildere  Strömung  gegen 
die  Protestanten  platzgreifen  will,  gern  erteilt.  Von  der  bissigen  Art 
einzelner  Jesuiten  zu  predigen,  hatte  ich  oft  genug  Gelegenheit  xn 
sprechen.  Hier  findet  man  einen  neuen  —  wohl  den  sichersten  Beleg 
in  einem  Brief  Bljssems  an  den  Ordensgeneral,  „worin  jener  sich  be- 
klagt, dass  der  Grazer  Prediger  P.  Job.  Beinel  zu  lang  und  zu  heftig 
predige.  In  Bezug  auf  den  ersteren  Fehler  hat  er  sich  gebessert, 
aber  von  den  beissenden  Angriffen  lässt  er  noch  nicht  ab. 
Ew.  Paternität  möge  ihn  ermahnen,  dass  er  grössere  Bescheidenheit 
und  den  Geist  der  Sanftmut  an  den  Tag  lege,  und  wenn  er  von 
den  Häretikern  spricht,  möge  er  dieselben  nicht  so  hart 
und  zornig  durchhecheln,  sondern  in  christlicher  Erbarmung  be- 
lehren. .  .  .     Seine    bissige   und   weitläufige   Art   zu   predigen    stosse 


Kritiken.  411 

nicht  allein  die  Lutheraner,  sondern  auch  die  Katholiken  ab/^  Reinel 
erhielt  Weisungen  aus  München:  „Nur  keine  Nachsicht  gegen  die 
Bürger  von  Graz,  nur  nicht  schläfrig  sein  etc.  Hinweg  mit  dem 
Kleinmut,  muss  ja  nicht  alles  mit  einem  Ruck  abgestellt  sein.  Thut 
doch  Eure  Pflicht  als  getreuer  Seelsorger  und  Beichtvater.  Nur  soll's 
nicht  aussehen,  als  wollten  wir  dort  alles  regieren,  wo  anderen  die 
Verantwortung  zukommt".  (S.  mein  Ref.  u.  Gegenref.  S.  406  ff.)  Es 
war  mir  eine  grosse  Genugthuung,  gegen  einige  völlig  ungerecht- 
fertigte Vorwürfe  meine  Darstellung  des  Sachverhalts  hier  nach  dieser 
Seite  aus  Quellen,  die  die  „grösste  Gewahr"  für  die  Wahrheit 
bieten,  bestätigt  zu  sehen.  Noch  viele  Punkte  des  Buches  böten  An- 
lass  zu  längeren  Auseinandersetzungen,  wir  müssen  indes,  da  wir  den 
uns  zur  Verfügung  gestellten  Raum  ohnedies  schon  überschritten, 
schliessen,  können  hierbei  aber  nicht  umhin,  den  ruhigen  und  mass- 
vollen Ton  zu  loben,  von  dem  das  Buch  erfüllt  ist.  Der  Verf.  hat 
nicht  unterlassen,  selbst  die  Schattenseiten  im  Wirken  einzelner 
Jesuiten,  vor  allem  die  unglaubliche  Unverträglichkeit,  ja  den  Hass 
einiger  gegen  andere  ausführlich  zu  schildern. 

Graz.  J.  Loserth. 

Hermann  Freiherr  YOn  Egloffstein^  Baiems  Friedenspolitik  von 
1645    bis    1647.     Ein  Beitrag    zur  Geschichte   der  westfälischen 
Friedensverhandlungen.      Leipzig,    S.    Hirzel,    1898.      VDI    und 
192  S.     8«. 
Einer  Anregung  Felix   Stieves    verdankt    die    vorliegende  Arbeit 
ihre  Entstehung.     Sie  ist  die  Frucht  mehrjähriger,  eindringlicher  Be- 
schäftigung mit  einer  überaus  schwierigen  Materie,  die,  trotzdem  sie 
neuerdings    von   verschiedenen   Seiten    in  den   Kreis    exakter  quellen- 
mässiger  Forschung  gezogen  wurde,  doch  noch  in  vielen  Punkten  der 
Aufklärung  bedarf.     Die  Politik   des  Kaisers   und  mehr  noch  die  der 
hervorragenden    Reichsfürsten    in    den    letzten    Jahren    des    dreissig- 
jährigen  Krieges  ist  für  die  weitere  äussere  und  innere  Entwickelung 
Deutschlands   von    entscheidender   Bedeutung    geworden.      Und    jener 
Politik    auf   ihren    vielverschlungenen   Pfaden    nachgehen,    heisst    den 
SchltLssel  suchen  zum  Verständnis  des  auf  den  Ergebnissen  der  west- 
fälischen   Friedensverhandlungen    und    ihrer   Präliminarien    ruhenden 
deutschen  Staatenlebens  bis  zum  Ausgang  des  alten  Reichs. 

Die  Politik  der  Reichsfürsten,  soweit  sie  massgebenden  Einfluss 
dem  Kaiser  wie  dem  Ausland  gegenüber  gewann  und  als  eine  dritte 
nicht  zu  verachtende  Grossmacht  zwischen  diesen  beiden  Faktoren  sich 
geltend  machte,  ist  vornehmlich  vertreten  durch  die  Kurfürsten 
Maximilian    von    Bayern    und    Johann    Philipp    von    Mainz. 

Hiitor.  Vierteljahnchrift.  1902.  8.  29 


412  Kritiken. 

Letzterer  griff  allerdings  erst  gegen  Ende  des  Krieges  in  den  Gang 
der  Ereignisse  und  Verhandlungen  ein,  aber  auch  da  noch  mit  so 
nachhaltigem  Erfolg,  dass  ihm,  wie  neuerdings  die  Untersuchangen 
von  Wild  und  Mentz  dargethan,  ein  HauptTerdienst  um  das  endliche 
Zustandekommen  des  Friedens  gebührt.  Korforst  Maximilian  dagegen 
steht  von  Anfang  an  im  Vordergrund  des  gewaltigen  Kriegsdramas, 
das  er  in  allen  seinen  Akten  als  eine  der  Hauptpersonen  mit  voll- 
thätigem  Anteil  durchführt.  Die  Behandlung  seiner  Friedenspolitik 
in  den  Jahren  1645  bis  1647,  die  von  Egloffstein  unternimmt, 
giebt  nur  einen  Ausschnitt  aus  dem  reichen  Bild,  das  seine  gewaltige 
militärische  und  diplomatische  Thatigkeit  in  den  langen  Kriegsjahren 
darstellt,  eine  Thatigkeit,  die  Bayern  und  sein  Fürstenhaos  vorüber- 
gehend zu  europäischer  Machtstellung  mehr  als  irgendwann  vorher 
oder  nachher  erhob. 

Die  allgemeine  Charakteristik  Maximilians  ist  im  Sinn  des 
gründlichsten  Kenners  der  Personen  und  Verhältnisse  des  dreissig- 
jährigen  Krieges,  Felix  Stieves,  gegeben.  Die  eigenartige  SteUnng, 
die  der  Kurfürst  in  den  letzten  Kriegsjahren  Frankreich  wie  dem 
Kaiser  gegenüber  einnahm,  und  die  v.  £.  in  seiner  scharfsinnigen,  auf 
sorgfältiger  Quellenforschung  gegründeten  Studie  eingehend  klar  legt, 
ergänzt  das  schon  früher  gezeichnete  Bild  des  bedeutenden  Mannes 
nach  manchen  Seiten  in  willkonmiener  Weise. 

Für  die  Reichsgeschichte  allerdings  sind  die  positiven  Er- 
gebnisse der  Untersuchung  äusserst  gering,  und  der  Gewinn  des 
Nachweises,  dass  Maximilian  „vergeblich  acht  Jahre  hindurch  in 
rastloser  Thatigkeit  und  mit  eiserner  Ausdauer  für  den  Frieden  ge- 
arbeitet", steht  gewiss  in  keinem  Verhältnis  zu  der  aufgewandten 
Forschungsarbeit.  Trotzdem  hat  die  gründliche  Erörterung  der 
Friedensbestrebungen  des  Kurfürsten,  der  interessanten  diplomatischen 
Wechselbeziehungen  zwischjen  ihm  und  Frankreich  bei  der  Eigenart 
der  ganzen  Kriegslage  und  der  durch  die  Absage  Maxinailians  an  den 
Kaiser  geschaffenen  politischen  Situation  ihren  Wert.  Dieser  liegt 
m.  E.  vornehmlich  darin,  dass  die  dem  Bajemfürsten  so  oft  zuteil 
gewordene  ungerechte  Beurteilimg  seiner  Stellungnahme  zur  Ab- 
tretung des  Elsass  an  Frankreich  endgiltig  einer  objektiven  Wür- 
digung des  Anteils  Maximilians  an  diesem  Vorgang  gewichen  ist,  die 
die  von  ihm  gemachten  Zugeständnisse  nicht  als  Schwachheit  oder 
Verrat  an  der  Sache  des  Vaterlandes  darstellen,  wohl  aber  als  Kon- 
sequenz einer  zielbewussten  Friedenspolitik,  die  auch  vor  schweren 
Opfern  nicht  zurückschreckte.  Die  Absicht  des  Kurfürsten,  die  Gefahr  des 
ferneren  französischen  üebergewichts  für  Deutschland  abzuBchwachen 
durch  rechtzeitige  Befriedigung  der  Wünsche  Frankreichs  zum  Zweck  oiner 


Kritdken.  413 

Ausscheidung  aus  dem  Krieg,  verdient  auch  trotz  des  Misserfolges 
volle  Anerkennung.  Das  £ndurteil  v.  Egloffsteins  freilich,  das  dahin- 
geht, Maximilians  Versuch,  zwischen  den  Grossmächten  eine  selb- 
ständige Stellung  einzunehmen,  indem  er  sich  von  Oesterreich  los- 
sagte, habe  nur  dazu  geführt,  dass  er  den  Zwecken  der  Gegner  des- 
selben dienstbar  wurde,  ist  nicht  ohne  weiteres  zutreffend.  In  dieser 
Hinsicht  bietet  eine  grösstenteils  auf  neues  Quellenmaterial  aus  dem 
Münchener  Geh.  Staatsarchiv  gegründete  Untersuchung  Riezlers  über 
„Bayern  und  Frankreich  während  des  Waffenstillstandes  von  1647^^ 
(Sitzungs-Berichte  der  philos.-philoL  und  der  bist.  Klasse  der  k.  bayr. 
Akademie  der  Wissensch.  zu  München,  1898.  IL  S.  493  ff.)  dankens- 
werte Ergänzung  und  Berichtigung.  B.  traut  Maximilian  zuviel  Ein- 
sicht zu,  um  nicht  die  Gefahr  einer  solch  isolierten  Stellung  zu 
durchschauen  und  ihr  rechtzeitig  vorzubeugen. 

Karlsruhe.  Karl  Brunner. 

A.  Moll^  Die  Anfänge  der  Bauernbefreiung  in  Steiermark 
unter  Maria  Theresia  und  Joseph  11.  (Forsch,  zur  Verfass.- 
u.  Verwaltungsgesch.  der  Steiermark.  V,  1),  Graz,  Styria  1901. 
Diese  auf  reichem  Aktenmaterial  beruhende,  äusserst  fleissige 
Arbeit  macht  zum  erstenmal  den  Versuch,  die  Auflösung  der  Unter- 
thänigkeitsverfassung  nach  den  von  Grünberg  fübr  Böhmen  aufgestellten 
Gesichtspunkten  auch  in  einem  der  sog.  Erbländer  zu  verfolgen.  Zu 
bedauern  ist  jedoch  dabei,  dass  die  Darstellung  sich  nicht  auf  eine 
hinreichend  klare  Schilderung  des  von  der  Beform  betroffenen  Zu- 
standes  gründet.  Man  erfährt  nirgends  exakt,  welche  Verfassung  in 
Steiermark  eigentlich  herrschte  (vielleicht  weil  Meli  darüber  in  seinen 
anderen  mir  nicht  vorliegenden  Schriften  gehandelt  hat?),  ob  eine 
gnts-  oder  eine  gnmdherrliche.  Besonders  die  zerstreuten  Angaben 
über  den  geringen  Umfang  der  herrschaftlichen  Eigenbetriebe  scheinen 
mehr  auf  den  letzteren  Typus  hinzudeuten.  Die  Verhältnisse  werden 
vielleicht  den  von  Hausmann  in  Bayern  geschilderten  einigermassen 
geglichen  haben,  wo  die  Fronen  ebenfalls  sehr  hoch  waren  und  doch 
keine  landwirtschaftliche  Produktion  für  den  Verkauf  stattfand.  Frei- 
lich wird  man  in  Steiermark  wohl  an  herrschaftliche  Vieh-  und  Forst- 
wirtschaft, besonders  aber  an  den  Betrieb  von  Eisenwerken  und  dar- 
aus entspringende  Transportdienste  denken  müssen.  Uebrigens  dürfte 
das  Land  überhaupt  keine  völlige  Einheit  gebildet  haben,  denn 
Obersteiermark  zeigt  mit  wenig  Bobot  und  überwiegend  erblichem  Be- 
aitzrecht  ein  viel  günstigeres  Bild  als  der  südliche  an  die  Slaven* 
grenze  stossende  Landesteil. 

Immerhin  steht  um  1740  überall  auf  den  Dominien  der  Herr- 

29* 


414  KritikeD. 

scbaft  das  Obereigentum  am  Banemland  zu,  der  Bauer  ist  entweder 
Pächter  oder  Emphjteat  oder  sitzt  zu  Freistift,  wobei  auch  hier  der 
tiefgreifende  steuerrechtliche  Unterschied  zwischen  Rustikalisten  und 
Dominikalisten  nicht  fehlt.  Ebenso  hat  jeder  Patrimonialherr  min- 
destens die  niedere  Jurisdiktion  —  ob  nur  über  seine  Gnindholdea 
oder  in  einem  rftumlich  begrenzten,  nicht  notwendig  von  ihm  auch 
grundherrlich  ausschliesslich  beherrschten  Bezirk,  hören  wir  nicht  niher. 
Der  Bauer  ist  femer  persönlich  unfrei,  ohne  dass  auf  diesem  Verhältnis 
grosser  Nachdruck  zu  liegen  scheint  Er  schuldet  der  Herrschaft  ft&r  sein 
Land  Güten,  und  ist  Tor  allem  zu  starken  Fronen  verpflichtet  —  ob  grund- 
oder  gerichtsherrlicher  Art  oder  beides  zusammen,  wird  nicht  gesagt 

Die  Umgestaltung  dieser  seit  dem  16.  Jahrhundert  ausgebildeten 
und  bis  1740  völlig  imerschütterten  Verfassung  verläuft  nun  im 
Ganzen  genau  wie  in  Böhmen,  also  konservativ  unter  Maria  Theresia, 
radikal  unter  Joseph  IT.,  fast  stets  aber  von  den  Ständen,  d.  h.  eben 
den  Inhabern  der  Dominien,  bekämpft.  Die  Einleitung  bildet  die 
Vcrwaltungsreform,  den  Ausgangspunkt  das  steuerpolitische  Interesse 
(in  relativer  Abschwächung,  wie  in  Schlesien)  und  die  populatio- 
n istischen  Theorien.  Immer  handelt  es  sich  nur  um  üebertragung 
schon  anderwärts  getroffener  Massregeln,  keine  der  Beformen  hat 
ihren  Ursprung  unmittelbar  in  Steiermark  selbst.  Im  Vordergrund 
steht  die  Robot.  Maria  Theresia  vermag  aber,  wegen  der  Unmög- 
lichkeit, einen  festen  Massstab  der  Leistungsfähigkeit  zu  finden,  nur 
eine  Fixierung  der  Mazimalhöhe  auf  drei  Tage  wöchentlich  1778  zu 
erreichen.  Die  von  ihr  noch  1780  angeordnete  Probe  mit  dem 
Raabsohcn  System  führt  dann  unter  Joseph  U.  auf  den  Kameral- 
giltem  '/u  dessen  allgemeiner  Anwendung;  auf  den  Privatdominien 
zieht  sie  zahlreiche  freie  Reluitionsverträge  nach  sich.  Die  letzte  Ent- 
scheidung bringt  Josephs  allgemeine  Urbarialregulierung.  Auch  die 
Umwandlung  des  Besitzrechts  von  unerblichem  Freistift  in  £m- 
phyteuse  beginnt  noch  unter  Maria  Theresia,  allein  sie  beschränkt 
sich  nur  auf  die  Bef5rderung  freiwilliger  Verträge.  Darüber  geht 
dann  auch  Joseph  11.  hier,  abweichend  von  Böhmen,  nicht  hinaus. 
Dagegen  dehnt  er  die  Aufhebung  der  Leibeigenschaft  auch  auf  Steier- 
mark aus  und  betritt  damit  schliesslich  das  von  Maria  Theresia  fast 
un1>erührte  Gebiet  der  persönlichen  Abhängigkeit;  im  Zusanmienhang 
damit  ergehen  seine  Patente  über  den  Unterthansschutz  und  die  Be- 
seitigung  der  Zwangsrechte. 

Diese  ganze  Umgestaltung,  welche  nach  ihrem  Abschluss  für  einen 
Augenblick  hier  so  wenig  von  der  alten  Verfassung  übrig  Hess,  wie 
in  Böhmen,  schildert  Meli  in  allen  Einzelheiten  aufs  gewissenhafteste. 
Aber  da  er  den  Leser  mit  dem  eigentlichen  wirtschaftlichen  Sinn  der 


Kritiken.  416 

alten  Einrichtung  nur  unzureichend  bekannt  gemacht  hat,  vermag  er 
ihm  auch  die  ganze  Tragweite  der  Ereignisse  nicht  recht  zum  Be- 
wusstsein  zu  bringen. 

Strassburg.  Th.  Ludwig. 

Theodor  Bitterauf^  Die  Kurbajerische  Politik  im  Sieben- 
jährigen Kriege.  München  1901.  BecVsche  Verlagsbuchhand- 
lung. 222  S. 
In  den  weltgeschichtlichen  Kämpfen  des  Siebenjährigen  Krieges 
hat  Bayern  nur  eine  durchaus  untergeordnete  Bolle  gespielt.  Die 
Kläglichkeit  des  souveränen  Territorialfärstentums  in  einer  Epoche 
der  Grossmächte  zeigt  sich  eben  auch  an  Bayerns  Haltung.  Der  Kur- 
fürst ist  viel  zu  schwach,  um  eine  selbständige  Stellung  einnehmen 
zu  können.  Die  Furcht  vor  einem  Risiko  und  das  lebhafte  Subsidien- 
bedürfiiis  oder  wenigstens  der  dringende  Wunsch  nach  fremder  finan- 
zieller Hülfe  halten  sich  die  Wage.  So  möchte  Bayern  am  liebsten 
neutral  bleiben.  Da  es  dann  aber,  ohne  entsprechende  Leistungen, 
keine  genügenden  Subsidien  erhalten  kann,  so  verschreibt  es  sich  mit 
heimlicher  Sorge  an  Frankreich  und  Oesterreich,  nicht  ohne  mimosen- 
haft in  sich  zusammenzusinken  und  in  der  eingenonmienen  Stellung 
wankend  zu  werden,  wenn  die  Gegner  erhebliche  Erfolge  erringen 
oder  ein  preussischer  Freischarenführer  das  Land  einmal  anzapft. 
Eine  ausführliche  Darstellimg  der  kurbayerischen  Politik  hat  also  zu- 
nächst eine  überwiegend  landesgeschichtliche  Bedeutung,  erringt  aber 
grösseres  Interesse  dadurch,  dass  wir  hier  gleichsam  ein  fortlaufendes 
Echo  der  grossen  Begebenheiten  mitanhören.  Nach  beiden  Richtungen 
hin  hat  der  Verf.  seinen  Stoff  geschickt  behandelt.  Er  hilft  dem  Leser 
mit  liebenswürdiger  Gewandtheit  über  die  sachliche  Oede  der  erzählten 
Vorgänge  hinweg  und  hat  aus  seinem  archivalischen  Material  manch 
hübschen  Beitrag  zur  Erkenntnis  der  Stimmxmgen  in  Bayern  bei- 
gebracht. Nicht  iminteressant  ist  z.  B.,  wie  sich  der  Sieger  von  Ross- 
bach und  Leuthen  halb  widerwillige  Anerkennung  auch  in  Bayern 
erringt  und  allmählich  an  Popularität  gewinnt.  Reizend  ist  die  mit- 
geteilte Anekdote,  die  immerhin  für  die  Auffassimg  von  Friedrich  in 
Sachsen  und  Bayern  spricht,  wie  Friedrich  den  sächsischen  Kanzel- 
redner Dietrich  in  Dresden  zu  Beginn  des  Siebenjährigen  Krieges  ab- 
trumpft. Um  sich  die  protestantischen  Gefühle  zu  gewinnen,  besucht 
der  König  zweimal  die  Kirche,  wird  daselbst  von  Dietrich  mit  den 
Worten  begrüsst:  „Halber  Gott,  grosser  Friedrich",  worauf  Friedrich 
schlagfertig  antwortet:  „Ganzer  Narr,  kleiner  Dietrich".  Wenn  der 
Verf.  freilich,  wohl  in  dem  Gefühl  der  Geringwertigkeit  des  Stoffes, 
sich  bemüht,  grössere  Gesichtspunkte  hineinzubringen,  so  ist  das  ebenso 


416  Kritiken. 

begreiflich  als  sachlich  in  nnserm  Fmlle  bedenklich.  Nach  dem  llberini 
kläglichen  Subsidiens^hacher,  den  der  Verf.  spiter  selbst  vor  uns  auf- 
rollt, wird  man  doch  zweifeln,  ob  wirklich  bei  dem  Schwanken  1754 
zwischen  Paris  und  Wien  so  hohe  Gegens&tze  in  Mfinchen  sich  entg^en- 
standen,  wie  sie  der  Verf.  (S.  20)  zeichnet:  y^Es  war  im  Oninde  der 
Widerstreit  zwischen  den  Mächten  des  konservatiTen  Beharrens  mA 
des  rüstigen  Yorwärtsstrebens,  zwischen  dem  enghendgen  SichTerschliessen 
gegen  alle  Neaerungen  und  dem  bereitwilligen  Sichleitenlassen  Ton  der 
Stimme  der  Intelligenz,  zwischen  der  ängstlichen  Sehen  Yor  gewalt- 
samen Schritten  nnd  dem  übermütigen  Spott  selbstbewusster  Auf- 
klärer, die  dem  alten  Schlendrian  am  jeden  Preis  abhelfen  waUten.*^ 
Der  Verf.  erklärt  es  femer  auf  Grund  seines  Materials  flür  einen  po- 
litischen Fehler,  dass  Friedrich  1756  Sachsen  besetzt  und  sich  dadnrdi 
die  Sympathien  in  Bayern  verscherzt  habe,  ohne  sn  bedenken,  da» 
für  den  König,  im  Falle  es  wirklich  Krieg  gab,  der  Besits  Sachsens 
von  erheblichster,  die  Stinunung  in  Bayern  von  riemlich  nebensäch- 
licher Bedeutung  sein  mnsste.  Ebenso  habe  Friedrich  unklug  gehan- 
delt, so  wenig  gethan  zu  haben,  um  die  ReichsflLrsten  f&r  sich  günstig 
zu  stimmen,  und  deshalb  deren  Zustinmiang  za  der  Beichsacht  tarn 
Teil  selbst  verschuldet  Und  doch  hebt  der  Verf.  wenige  Seiten  später 
selbst  und  mit  sehr  viel  grösserem  Recht  die  viel  massiveren  Orfinde 
hervor,  die  es  diesen  Kleinen  wünschenswert  erscheinen  liessen,  hier 
an  dem  österreichischen  Strange  mitzuziehen.  Auch  Kaunits  wird 
wiederholt  imrichtig  auf  Grund  des  sachlich  eben  unbedeutenden  Ma- 
terials beurteilt:  So  wenn  B.  glaubt,  dass  der  östeireichische  Hof 
über  die  Westminsterkonvention  bestürzt  gewesen  sei,  deren  Ahsohloss 
Kaunitz  vielmehr  als  das  grösste  Glück  für  Oesterreich  angesehen  hat, 
oder  wenn  B.  den  österreichischen  Staatskanzler  ernstlich  an  eine  Ge- 
fährdung der  katholischen  Religion  glauben  liess,  wo  in  Wahrheit  der 
schlaue  Fuchs  nur,  so  gut  wie  Friedrich  die  protestantischen,  so  er 
die  katholischen  Sympathien  für  seine  Zwecke  aufzurufen  -bestrebt 
war.  Doch  treten  solche  Ueberschätzungen  des  eigenen  Materials  und 
der  Stellung  Bayerns  räumlich  nicht  allzustark  in  der  Arbeit  hervor, 
die  nirgends  den  wohlthuenden  Eindruck  des  Fleisses,  der  Sorg&lt 
und  der  Freude  am  Stoff  verleugnet. 

Bonn.  Georg  Küntzel. 

A«  Aulard^  Histoire   Politique  de  la  Revolution  Fran9aise. 
Origines  et  Developpement  de  la  Democratie  et  de  la  B^publiqus 
(1789—1804).     Paris  1901.     Xu  u.  805  S.     Frcs.  12. 
Aulard    ist   zweifellos   der   bedeutendste   derjenigen   französischen 

Historiker  der  Revolution,  welche  seit  etwa  zwanzig  Jahren,   radikal 


Kritiken.  417 

nnd  zum  Teil  sozialistisch  angehaucht,  wie  sie  sind,  ihre  Aufgabe 
darin  suchen,  nicht  nur  die  Errungenschaften  der  Bevolution  samt 
und  sonders  zu  preisen,  sondern  auch  ihren  ganzen  Verlauf  zu  recht- 
fertigen einschliesslich  der  Schreckensherrschaft.  Diese  Schule  ragt 
hervor  hauptsächlich  durch  Fleiss,  der  sich  vor  allem  im  Akten- 
sammeln  kund  thut:  und  gerade  hierin  ist  Aulard  facile  princeps. 
£ine  erstaunliche  Menge  urkundlichen  Materials  hat  er  beigebracht 
und  in  zahlreichen  bekannten  Werken  imd  beinahe  zahllosen  Aufsätzen 
(vor  allem  in  der  Zeitschrift  jener  Schule,  der  seit  1887  von  ihm 
herausgegebenen  „Revolution  Fran9aise'^)  verwertet,  meist  mit  schönem 
Erfolge.  In  dem  vorliegenden  Werke,  das  Aulard  selbst  als  resume 
seiner  früheren  Schriften  bezeichnet,  treten  neue  Forschungsresultate 
durchaus  zurück  gegenüber  dem  Versuch,  eine  zusammenhängende  Dar- 
stellung der  politischen  Entwickelung  der  Bevolution  zu  geben,  die 
indes  nur  von  einem  Gesichtspunkte  aus  imtemonunen  wird,  den  der 
Untertitel  (Origines  etc.)  angiebt.  Denn  den  Anforderungen,  die  man 
an  eine  „Politische  Geschichte^^  ohne  Einschränkung  des  Themas  stellen 
dürfte,  wird  nicht  entsprochen.  Dazu  fehlt  allzusehr  die  ernstere  Be- 
schäftigung mit  allem,  was  nicht  Demokratie  und  Bepublik  ist.  — 
Vieles  ist  an  dem  Buche  durchaus  zu  loben.  Erfreulicherweise  wird 
ein  breiter  Baum  der  Behandlung  der  kirchlichen  Angelegenheiten  vor- 
behalten. Was  an  neuen  Besultaten  sich  findet,  ist  meist  wohl  be- 
gründet, trotz  der  fast  unglaublichen  Einseitigkeit  der  Litteratur- 
benützung  (Tocqueville  wird  nicht  erwähnt;  von  nicht  französischen 
Werken  finde  ich  nur  eines  citiert,  auch  Jellineks  „Menschenrechte^^ 
nicht,  deren  Lektüre  wir  Aulard  dringend  empfehlen  möchten).  Hier 
nnd  da  mangelt  die  Quellenkritik,  so  wenn  er  von  einer  früheren 
Arbeit  abweichend  für  die  Moral  der  Zeit  des  Direktoriums  eine  Lanze 
bricht:  die  Argpimente,  die  er  S.  684  benützt,  sind  doch  allzu  schwach! 
Optimistische  Polizeiberichte  können  nicht  ins  Gewicht  fallen  gegenüber 
der  Einstimmigkeit  von  Memoiren  und  Beiseberichten,  welche  für  solche 
Dinge  unsere  besten  Quellen  sind.  Im  ersten  Teil  der  Arbeit  folgt  er 
zu  oft  der  radikalen  Zeitung  „B^volutions  de  Paris"  (für  deren  Ton 
8.  z.  B.  S.  172.  174.  185.  205.  261/2),  im  letzten  Teil  Boederer. 
Doch  genug  von  den  neuen  Thatsachen.  Was  für  Aulard  selbst 
und  seine  Leser  an  diesem  Werke  das  Wesentliche  bleiben  wird,  das 
ist  einerseits  seine  „Methode"  (seine  Fragestellung),  vor  allem  aber 
andererseits  die  Urteile  über  Erscheinungen  und  Personen,  über 
deren   Ursprung  Aulards  kühler,   objektiv  sein  sollender   Ton^   nicht 

*  Mit  Bezug  auf  Bänke  möchte  man  ihm,  wie  übrigens  auch  dem  einen 
oder  andern  deutschen  Historiker  zurufen:  „Wie  er  sich  räuspert  und  wie 
er  spuckt"! 


418  Kritiken. 

t&uschen  kann.  Für  die  —  echt  demokrmtisGlie  —  Fragestellung  nnr 
ein  Beispiel:  oft  kehrt  die  manchmal  groasen  Fleiss  erfordernde  Unter- 
suchung wieder  üher  die  Aeussemngen  ^dea  Yolkesf^,  tot  allem  clei 
Volkes  von  Paris  üher  diese  oder  jene  Erscheinmig  (a.  B.  8.  81.  231)l 
Und  diese  Untersuchung  wird  geführt,  als  ob  das  Volk  eine  Akadwnie 
TOD  Gelehrten  wäre,  und  nicht  eine  verwilderte,  hungernde,  snm  Tal 
bezahlte  Rotte,  deren  Worte  neben  ihren  Thaten  nichts  bedentea 
(Nebenbei  bemerkt:  alle  revolutions freundlichen  Bewegungen  dci 
Volkes  sind  ,,spontan^,  alle  anderen  das  Resultat  ron  Verhetnmg.) 
Was  die  Urteile  angeht,  so  sei  vorausgeschickt,  dass  Aulaid  sidi 
durchaus  als  Kämpfer  für  die  Sache  der  Demokratie  ansieht  Die 
Revolution  ist  für  ihn  noch  im  Gange  (S.  Vll).  Alles  demnach,  wis 
,,revolutionär^  und  „demokratisch*^  ist,  vor  allem  immer  das  allge- 
meine Wahlrecht,  ist  schlechthin  gut  Alles  andere  —  Königtum, 
Adel,  Geistlichkeit,  Bourgeoisie  —  vom  Uebel.  Von  diesem  Stand- 
punkt aus,  aber  auch  nur  von  diesem,  erscheinen  seine  sonst  nn- 
begreif lieben  Urteile  erklärlich.  Sie  sind  sehr  sahireich.  Ludwig  XVL 
wird  wegen  der  Verhandlungen,  durch  die  er  sich  xu  retten  sodite, 
als  ,/ourbe^^^  bezeichnet  (S.  116,  allerdings  indirekt).  Es  ist  kittr 
nicht  der  Ort,  auf  den  „Verrat^  des  Königs  einzugehen;  aber  so  vid 
ist  klar,  dass  ein  Historiker,  der  nicht  die  tiefe  Tragik  der  Lage  dss 
Unglücklichen  einsieht  und  ein  Schimpfwort  auf  ihn  anwendet,  weil 
er  sich  zu  wehren  suchte,  sich  dadurch  selbst  richtet.  —  Zur  Schreckens- 
herrschaft —  einem  durchaus  diskutabeln  System  —  wird  die  rero- 
lutionäre  Regierung  gezwungen  (S.  359).  Was  in  Wirklichkeit  nur 
ein  Mittel  der  Demagogen  war,  um  selbst  die  Herrschaft  zu  behalteD, 
wird  hier  zur  patriotischen  Notwendigkeit  Hierzu  ist  zu  bemerken: 
wäre  der  Schrecken  „auf  die  Tagesordnung  gesetzte  worden  wirkHch, 
um  das  Vaterland  zu  retten  —  was  nicht  der  Fall  war  —  so  müsst» 
das  gesunde  Urteil  dieses  System  dennoch  yerdanmien,  weil  es  Hand- 
lungen giebt,  zu  denen  auch  die  Politik  unter  keinen  Umständet 
greifen  darf.  Das  kann  mit  Bestimmtheit  behauptet  werden,  trotiden 
das  Verhältnis  von  Politik  und  Moral  theoretisch  noch  ungelöst  ist 
Zu  solchen  Handlungen  gehören  in  erster  Linie  Meuchelmord  und 
Justizmord  von  vielen  Tausenden.  —  Die  seit  der  Verfassung  des 
Jahres  III  bestehende  „republique  bourgeoise^  wird  getadelt,  weil  sie 
Frankreich  an  Napoleon  auslieferte  (S.  140.  572):  seil,  die  demo- 
kratische Republik  hätte  das  nicht  gethan.  Einen  Beweis  hierfOr 
sucht  man  vergebens,  ebenso  wie  in  diesem  Zusanmienhang  eine  Er- 
wähnung  der  Tyrannis  Robespierres.   —  Bei   solchen,   stark  yermehr- 

*  So  schon  Santhonax  in  der  Ztschr.  Rev.  Fran9.  12,  962. 


Kritiken.  419 

baren,  verkehrten  und  vielfach  empörenden  Urteilen,  die  man  weg- 
wünschte, fehlt  auf  der  andern  Seite  manches,  was  wir  schmerzlich 
vermissen.  Von  dem  Gegensatz  Bourgeoisie  —  Demokratie  ist  Aulard 
so  sehr  erfüllt,  dass  er  uns  von  den  entscheidenden  Gegensätzen 
innerhalb  der  „bürgerlichen"  Partei  viel  zu  wenig  sagt.  Wir  dächten 
fem  er,  folgende  Betrachtung  sei  zum  Verständnis  der  politischen  Ge- 
schichte der  französischen  Revolution  unerlässlich.  Das  Wesentliche 
der  „Principien  von  1789"  wurde  schon  1792  endgültig  oder  doch 
auf  lange  Jahre  wieder  aufgegeben.  Von  der  Gleichheit  konnte,  als 
nur  der  Demagog  noch  seines  Lebens  sicher  war,  überhaupt  keine 
Bede  mehr  sein.  Uebrigens  ist  ja  die  Gleichheit  der  weitaus  geringere 
Teil  jener  Errungenschaften.  Was  die  so  viel  wichtigere  „Freiheit" 
angeht,  so  war  zweierlei  durchgesetzt  worden:  eine  weitgehende  Be- 
freiung des  Individuums  vom  Staat,  und  eine  stärkere  Mitwirkung 
des  Individuums  am  Staat  \md  an  der  Gemeinde.  1792  nun  wurde, 
wie  schon  Tocqueville  imd  Taine  abschliessend  nachwiesen,  die  Mit- 
wirkung an  der  Verwaltung  in  Kreis  und  Gemeinde,  welche  noch  die 
Monarchie  1787  gewährt  hatte,  gänzlich  beseitigt  (auf  drei  Menschen- 
alter); die  Teilnahme  an  der  Regierung  durch  die  Volksvertretung 
vmrde  für  alle,  welche  sich  nicht  der  herrschenden  Partei  anschlössen, 
absolut  illusorich  (bis  1815);  die  Befreiung  vom  Staat  schliesslich 
wurde  in  ihren  wichtigsten  Teilen  rückgängig  gemacht,  und  eine 
Unterwerfung  des  Individuums  \mter  den  Staat  mit  Gut  und  Blut 
eingeführt^,  wie  sie  Frankreich  seit  Richelieu  nicht  mehr  gekannt. 
Mit  diesen  Mitteln  des  früheren  Ancien  Regime,  einer  grossartigen 
Erhöhimg  der  Kraft  des  Staates,  im  Gegensatz  zu  den  „Principien 
von  1789"  hat  die  Revolution  ihre  gewaltigen,  für  inmier  denkwürdigen 
Erfolge  nach  Aussen  erzielt.  Statt  dessen  sieht  Aulard  im  Jahre  1792 
überall  nur  Weiterentwickelung  oder  höchstens  zeitweilige  Aufhebung 
jener  Principien,  wie  sie  die  Erklärung  der  Rechte  vom  Jahre  1789* 
enthält.  Eine  zeitweilige  Auf  hebimg  kann  er  wenigstens  nicht  umhin 
in  den  Morden  der  Schreckensherrschaft  zu  sehn,  die  er,  wie  schon  in 
einer  früheren  Arbeit  (s.  Baüleus  Besprechung,  Eist.  Ztschr.  71,  527) 
die  Septembermorde,  mit  sinnloser  Verlasterung  „dignes  de  Fancien 
regime"  nennt  (S.  363).  Aber  diese  zeitweilige  Aufhebung  geschah, 
wir  wiederholen  es,  aus  Patriotismus  und  —  widerwillig.  ,Jje  gou- 
vemement  essaye  de  faire  prevaloir  une  politique  humaine  et  mod^ree, 


*  Die  Erklärung  der  Rechte  vom  Jahre  1796  enthält  zum  erstenmal 
Pflichten  des  Bürgers. 

*  Diese  Entwickelung  ist  noch  nicht  beendet;  denn  (S.  47)  diese  Rechte 
enthalten  implicite  auch  sozialistische  Forderungen  —  eine  merkwürdige 
Verkennung,  da  sie  so  energisch  die  Heiligkeit  des  Eigentums  betonen. 


420  Kritiken. 

mais  avec  des  paroles  parfois  violentes"  (S.  359).  Mit  diesem  Sati, 
für  den  natürlich  nicht  der  geringste  Beweis  erbracht  wird,  seien  die 
Mitteilungen  aus  dem  Buche  des  offiziellen  Veriierrlichers  der  Revo- 
lution beendet:  sie  dürften  dem  Leser  genügen.  —  Alles  in  allem  ein 
Werk,  welches,  wie  das  Janssens  und  wie  Hoensbroiehs  ^JPapsttnm", 
mit  vielfach  wissenschaftlichen  Mitteln  einem  in  der  Hauptsache  nicht 
wissenschaftlichen  Zwecke  dient. 

Freiburg  i.  B.  Adalbert  Wahl. 

Paul  MautOUChet^  Le  Conventionnel  Philippeaox.  (Bibl.  d'Hist 
moderne  et  contemporaine).  Paris.  Soci^t^  nouveUe  de  Librairie 
et  d'Edition.  1900.  8®  XLH  und  408  S. 
Mit  grossem  Fleiss  und  aller  Sorgfalt  geschrieben,  behandelt  diese 
Biographie,  die  Aulard  gewidmet  ist,  das  Leben  eines  bisher  wenig 
beachteten  Konventsmitgliedes,  des  zugleich  mit  Danton  hingerichteten 
Philippeauz.  Seine  Jugendzeit  liegt  so  sehr  im  Dunkel,  dass  es  dem 
Verf.  erst  in  einem  Nachtrag  (S.  363)  unter  Berichtigimg  sema 
früheren  Angabe  (S.  4)  gelingt,  Jahr  und  Tag  der  €lebtirt  dieses 
Mannes  zu  ermitteln  (5.  März  1756).  So  sehr  es  auch  alle  An- 
erkennung verdient,  die  Thätigkeit  dieses  zweifellos  ehrlichen  und 
durchaus  edlen  Menschen  bis  in  alle  Einzelheiten  aufgedeckt  zu  haben, 
so  erscheint  doch  der  Gewinn  für  die  Revolutionsgeschichte  etwas 
dürftig  in  Anbetracht  der  aufgewendeten  Arbeit.  Philippeanx  ist  kein 
St«m  erster  Grösse;  seine  Wirksamkeit  in  den  ersten  Revolntions- 
jähren,  die  er  zimieist  fem  von  dem  Mittelpunkt  des  politischen  Lebens, 
in  Le  Maus  verlebte,  erhebt  sich  kaum  über  die  jener  vei^gessenoi 
Klub-Advokaten  der  Provinzialstftdte.  Nur  kurz  ist  seine  eigentlidie 
politische  Laufbahn:  sie  beginnt  mit  der  Eröffiiung  des  Konvents  und 
findet  ihren  Abschluss  im  Sturze  Dantons;  sie  umfasst  also  kaum 
anderthalb  Jahre. 

Im  Konvent  zeigt  sich  Philippeaux  anfangs  bestrebt,  den  Parteien 
gegenüber  neutral  zu  bleiben  und  die  Versanmilung,  die  von  Yorn- 
herein  in  inneren  Fehden  aufzugehen  schien,  inmier  wieder  zu  va> 
nünftigerer  Arbeit  zurückzurufen.  Der  Kampf  auf  Leben  und  Tod 
zwischen  den  Jakobinern  und  der  Gironde,  den  der  schwache  Mann 
trotz  des  besten  Willens  nicht  zu  verhindern  vermochte,  zwang  auch 
ihn,  Partei  zu  nehmen.  So  schloss  er  sich  denn,  nach  anflü[i^cher 
Zuneigung  zu  den  Girondisten,  der  Bergpartei  an,  ohne  damit  aber 
zu  Bobespierre  in  ein  freundschaftlicheres  Verh&ltnis  zu  konunen. 
Entscheidend  für  sein  Schicksal  wurde  seine  Sendung  als  Konvents- 
konunissär  auf  den  Kriegsschauplatz  in  der  Vendee  (Ende  Juni  bis 
Mitte   Oktober   1793).     Hier  trat  er  mutvoll   gegen  die   entsetzliche 


Kritikeii.  421 

Wirtschafb  der  ganz  unfähigen  Jakobinergenerale  (Rossignol,  Ronsin) 
auf.  Daneben  scheute  er  sieb  nicht,  fär  die  früher  adligen  Generale, 
wie  Canclaux  und  Aubert-Dubayet,  die  der  Konvent  ja  selber  ab- 
geschickt hatte,  mannhaft  einzutreten,  da  er  ihre  militärische  Tüchtig- 
keit kennen  gelernt  hatte.  Das  genügte,  ihn  selber  zum  Aristokraten 
zu  stempeln.  Zum  Verhängnis  wurde  ihm,  dass  er  auch  nach  seiner 
Rückkehr  in  den  Konvent  nicht  schwieg  und  besonders,  dass  er  es 
wagte,  dem  Wohlfahrtsausschuss,  der  das  alles  geschehen  liess,  die 
Schuld  an  den  Niederlagen  der  Revolutionsarmee  und  damit  an  der 
Yerlängenmg  des  grauenhaften  Krieges  aufzubürden  und  ihn  für  das 
Treiben  seiner  Kreaturen  verantwortlich  zu  machen.  Damit  hatte  er 
indirekt  Robespierre  selbst  angegriffen  und  sich  dessen  persönliche 
Feindschaft  zugezogen,  der  nun  nur  noch  auf  eine  Gelegenheit  wartete, 
ihn  aufs  Schaffet  zu  bringen.  Auch  der  Sturz  der  Hebertisten  (März 
1794)  brachte  keine  Versöhnung  mit  Robespierre,  obwohl  Philippeaox 
gerade  von  Hebert  und  Ronsin  als  bezahlter  Verläumder  der  guten 
Patrioten  am  heftigsten  angegriffen  worden  war.  Robespierre  konnte 
ihm  die  freimütige  Sprache  dem  Wohlfahrtsausschuss  gegenüber  nie 
verzeihen;  und  so  musste  denn  der  Sturz  Dantons  die  ersehnte  Gelegen- 
heit bringen,  auch  den  unbequemen  Mahner  in  den  Tod  zu  schicken 
(5.  April  1794). 

Philippeaux  wird  gewöhnlich  als  Dantonist  bezeichnet.  Dieser 
Ausdruck  setzt  das  Vorhandensein  einer  Partei  unter  der  Führung 
Dantons  voraus.  Man  müsste  also  annehmen,  dass  die  Thätigkeit  von 
Danton,  Camille  Desmoulius,  Fahre  d'Eglantine,  Philippeaux  u.  a., 
die  alle  in  Opposition  zu  Robespierre  standen  und  gemeinsam  fielen, 
planmässig  geleitet  war,  wie  das  zumeist  auch  behauptet  wird,  üeber 
diese  Frage  aber,  ob  hinter  den  unermüdlichen  Angriffen  von  Phi- 
lippeaux, die  sich  aber  nur  gegen  die  militärischen  Missgriffe  des 
Wohlfahrtsausschusses  richteten,  ein  mit  Danton  und  seiner  Gruppe 
verabredeter  Plan  zu  suchen  ist,  ob,  kurz  gesagt,  Philippeaux  wirklich 
Dantonist  war,  grade  Über  diese  so  wichtige  Frage  lässt  uns  die 
Biographie  im  Stich.  Nach  einigen  Andeutungen  in  der  Einleitung 
(p.  IX  f.)  scheint  auch  Mautouchet  eine  besondere  Partei  Dantons 
nicht  anzunehmen  und  die  freundschaftlichen  Beziehungen  von  Phi- 
lippeaux zu  Danton,  die  von  vornherein  zu  erkennen  sind,  für  nicht- 
politisch zu  halten,  doch  ist  er  später  auf  diese  Frage  gar  nicht 
wieder  zurückgekommen.  Er  behandelt  das  Vorgehen  Robespierres 
gegen  Philippeaux  ganz  für  sich  allein.  Kaum  erfahren  wir,  dass 
auch  Danton  und  die  anderen  gleichzeitig  verfolgt  und  gerichtet 
wurden.  Damit  kommen  wir  auf  den  Grundfehler  in  der  Anlage  des 
Werkes,    der    darin    besteht,    dass    die   persönlichen  Beziehungen  des 


422  Kritiken. 

Mannes  zu  den  Parteihäaptern  kamn  obenhin  gestreift  werden.  Gerade 
da  Philippeaux  im  Grunde  nur  der  persönlichen  Bache  Bobespierres 
zum  Opfer  fiel,  hätte  auch  seine  Stellung  zu  ihm  und  den  anderen 
Revolutionsmännem  mehr  herausgearbeitet  werden  müssen.  In  dem 
Schlussurteil  aber,  in  dem  der  Verf.  den  ehrlichen  und  furchtlosoi 
Charakter  seines  Helden  kennzeichnet,  wird  ihm  jeder  Leser  des 
Buches  zustimmen  (S.  340)  und  auch  gerne  die  Worte  Aulards  unter- 
schreiben (Etudes  et  le^ons  sur  la  B^v.-fran^.  1'*  s^rie  p.  280):  ^S'il 
y  eut  un  honnete  honmie  dans  la  B^Tolution,  ce  fut  Philippeaux*^. 
Nidda  i.  H.  Chr.  Waas. 

Freiherr  Yon  der  Osten-Sacken  und  Ton  Rhein.     Der  Feld- 
zug von  1812.    Mit  einer  Uebersichtskarte  des  Kriegsschauplatzes 
und  5  Skizzen.     Berlin,  Yossische  Buchhandlung.      1901. 
Niemals  wird   aus   dem  Gedächtnis  der  europäischen  Völker  der 
Zug  Napoleons  gegen  Russland  verschwinden.     Jedes  Jahr  bringt  die 
eine   oder  andere   neue   Darstellung,   eine   Betrachtung  von   der,    von 
jener   Seite.     Die   Massenhaftigkeit  der  verwendeten  Streitmittel,  die 
ünverzagtheit  des  Vaterlandsverteidigers,  das  Entsetzliche  des  Gottes- 
gerichts,  das   alles  spricht  mächtig  zu  den  Gemütern  und  zur  Phan- 
tasie   der   Völker.      Und   noch   ein   Weiteres   ahnt   die   Volksseele  bei 
diesen   blutigen,   mit  herrischem   Willen   herbeigeführten   Ereignissen: 
Mit   Verblendung    und    argem   Frevelmute    umhiUlen    die    Götter   das 
Haupt  des   übermächtig   und   übermütig   Gewordenen,   wenn   die  Zeit 
seines  Verderbens  gekommen  ist. 

Allen  diesen  Gesichtspunkten  sucht  die  vorliegende  Arbeit  geredit 
zu  werden.  Sie  will  namentlich  auch  ein  gleichmässig  verteiltes  Licht 
auf  beide  Seiten,  auf  die  russische  und  auf  die  französische,  fiallen 
lassen.  —  Der  Verfasser  teilt  seinen  Stoff  in  18  nebeneinanderstehende 
Kapitel  oder  Abschnitte  von  der  Einleitung  bis  zum  Rückblick.  Ein 
derartiger  Längenschnitt  durch  den  gesamten  Stoff  ist  natürlich  eine 
Hauptsache,  aber  gerade  hier  erscheint  eine  innere  Gruppierung  durch 
Querschnitte  durchaus  geboten;  gerade  bei  diesem  Stoff  ist  es  not- 
wendig, Einleitung,  Krisis,  Zusammenbruch  deutlich  in  der  Anordnung 
hervortreten  zu  lassen  und  zu  scheiden  von  dem  Nebensächlichen^ 
dessen  gleichwertige  Behandlung  verwirrend  wirkt.  Kurz:  der  Mass- 
stab für  die  Darstellung  darf  gerade  hier  kein  gleichmässiger  sein.  — 
Einmal  dabei,  will  ich  mit  meinen  Ausstellungen  sofort  auch  zu  Ende 
kommen.  Einzelne  Perioden  und  Sätze  lassen  straffen  Gedankengang 
imd  klaren,  durchsichtigen  Ausdruck  vermissen;  es  trifft  das  oftmals 
gerade  bei  solchen  Sätzen  zu,  die  bestimmt  sind,  einen  besonderen 
Eindruck    auf   den   Leser   zu   machen.      Wo   eigenes   Urteil   wie   hier, 


Kritiken.  423 

meist  recht  zutreffend,  sich  geltend  macht,  wo  eine  Beseitigung  oder 
Berichtigung  seitheriger  Auffassung  angestrebt  ist,  da  darf  Quellen- 
angabe in  Fussnoten  nicht  fehlen. 

Im  Vorwort  ist  versprochen,  dass  auf  die  inneren  Verhältnisse 
der  beiden  Armeen  näher  eingegangen  werden  soll.  Im  2.  und  3.  Ab- 
schnitt geschieht  das  in  dankenswerter  und  erschöpfender  Weise. 
S.  20  ist  besonders  darauf  hingewiesen,  wie  Napoleon  seine  Truppen- 
führer systematisch  zur  Unselbständigkeit  erzogen  hat.  Mit  ausser- 
ordentlichem Fleiss  sind  überall  die  Stärkeverhältnisse  auf  beiden 
Seiten,  soweit  das  irgend  möglich  ist,  nachgewiesen.  So  detailliert 
ist  das  meines  Wissens  noch  nirgends  geschehen.  AUzuviele  Zahlen 
stören  und  verwirren  den  Text;  deshalb  ist  es  zu  loben,  dass  für 
Stärkenachweise  zumeist  die  Fussnote  gewählt  ist.  Der  Text  enthält 
ohnehin  noch  zu  viel  taktisches  Detail,  so  dass  das,  worauf  es  an- 
kommt, oftmals  nur  durch  einen  dichten  Schleier  von  wirbelig  machen- 
den Einzelereignissen  zu  erkennen  ist.  Vortrefflich  ist  dargestellt,  wie 
auf  der  russischen  Seite  die  Not  des  Augenblicks  es  gewesen  ist,  die 
den  Plan  schuf,  nach  welchem  der  Feind  zu  verderben  war  durch  die 
Weite  des  Baums.  Weder  Phull,  noch  Clausewitz  oder  sonst  ein 
Busse  oder  Preusse  hatte  einen  Plan  aufgestellt  für  das  Zurückweichen 
ins  Weite;  das  wuchs  erst  aus  dem  Zwang  heraus,  den  Napoleon 
hervorrief  durch  seine  Vorstösse  ins  innere  Land  hinein.  Jetzt  erst 
erhielt  der  vaterländische  Krieg  in  Bussland  seinen  eigentlichen 
Charakter  durch  Ausnutzung  des  Baumes,  Vereinigung  der  beiden 
russischen  Westarmeen,  Aufflammen  des  Nationalkriegs,  Heranziehung 
der  Donauarmee  in  die  rechte  Flanke  und  in  den  Bücken  der  Fran- 
zosen. Trotz  aller  Verluste,  trotz  des  Umfallens  von  fast  einem  Dritt- 
teil der  Armee  steigern  sich  die  Selbsttäuschungen  Napoleons,  welche 
von  da  ab  fortgehen  im  Kabinet  wie  im  Felde,  bis  sie  bei  Ligny  und 
Waterloo  ihren  Höhepunkt  erreichen.  —  „Die  Tage  von  Smolensk 
bezeichnen  auf  russischer  Seite  die  Krisis  des  ganzen  Feldzugs^^ 
Bichtig:  von  da  ab  wurden  die  Stärkeverhältnisse  mehr  und  mehr 
gleich,  bis  endlich  die  Bussen  in  der  Ueberzahl  standen  und  alle 
Vorteile  voraus  hatten.  Wie  endlich  nur  die  Scheu  vor  dem  Namen 
Napoleon  die  Trümmer  der  französischen  Armee  rettete,  das  ist  vor- 
trefflich gezeichnet.  Ganz  besonders  interessant  ist  auch  (S.  275  ff.) 
der  Nachweis  der  russischen  Verlust«  während  des  verderblichen 
Winterfeldzugs.  Dadurch  ist  wiederum  der  Nachweis  geliefert,  dass 
es  von  Preussen  zu  Anfang  des  Jahres  1813  eine  Kühnheit  ohne 
Gleichen  war,  seine  Streitkräfte  mit  denen  des  geschwächten  Bussland 
zu  vereinigen;  wer  damals  Bussland  rettete,  war  Preussen. 

In  dem  letzten  seiner  Kapitel,  im  Bückblick,  kommt  der  Verfasser 


424  Kritiken. 

zu  dem  Resultat,  das8  die  Natur  des  EjriegascbauplatKes  einen  danen- 
den  Erfolg  sehr  erschwerte,  dass  aber  der  Aasschlag  gegeben  wnrde 
von  anderen  verhängnisvollen  Umstftnden,  die  in  der  französisdien 
Armee  und  in  Napoleon  selbst  lagen.  80  ist  wiederum  ¥om  Verfasser 
das  völkerpsychologische  Moment  in  den  Yordergnind  gestellt,  das 
gerade  diesem  Feldzug  seine  besondere  Bedeutung  für  alle  Zeiten  giebt 
So  zutreffend  wie  hier  sind  die  inneren  Verhältnisse  der  beiden 
Armeen  noch  selten  gekennzeichnet  worden,  und  darin  liegt  der  be- 
sondere Reiz  und  Wert  des  vorliegenden  Buches. 

Albert  Pfister. 

Otto  Pfülf^  S.  J.  Hermann  von  Mallinkrodt  Die  Geschichte 
seines  Lebens.  Zweite,  inhaltlich  bereicherte  Auflage.  Mit  y.  Mal- 
linkrodts  Bildnis  in  Lichtdruck  und  zehn  anderen  Abbildungea. 
Freiburg  L  B.,  Herder'sche  Verlagshandlung,  1901.  Xu  u.  571  S.  8*. 
In  dem  Vorwort  heisst  es:  „Der  Hauptgesichtspunkt  bei  Herstellung 
dieser  Neu-Auflage  musste  dahin  gehen,  auf  kürzerem  Baume,  unter 
Beiseitelassung  des  Nebensächlichen,  den  wesentlichen  Inhalt  des  ur- 
sprünglichen Werkes  zusammenzufassen.  Dies  hat  nicht  abgehalten, 
neben  formellen  Verbesserungen  auch  vieles  Neue  in  das  Werk  aa&u- 
nehmen.  Teils  Druckschriften,  die  seit  dem  ersten  Erscheinen  de»- 
selben  hervorgetreten,  teils  Briefe  und  Aufzeichnungen,  die  sai- 
dem  verfügbar  geworden  sind,  haben  schätzenswerte  Zusätze  ergeben.^ 
Weiter  wird  daran  erinnert,  „dass  als  Hauptquelle  dieses  W^es 
Mallinkrodts  vertraute  Briefe  gedient  haben,  und  mit  Vorliebe  auch 
da  zu  Grunde  gelegt  wurden,  wo  dies  nicht  durch  besondere  Zeichea 
kenntlich  gemacht  ist''.  Dazu  habe  er  Winke  und  Mitteilungen  von 
den  Freunden  und  Fraktionsgenossen  empfangen,  und  als  „Siegel 
der  Bestätigung  für  das,  was  das  Werk  enthält'^,  druckt  Pfülf  ein« 
Brief  August  Reichenspergers  vom  12.  Dezember  1892  ab,  der  ihm 
für  den  Empfang  der  ersten  Auflage  dankt,  und  ihm  zunächst  seina 
Bewunderung  ausdrückt,  dass  es  ihm  möglich  geworden  sei,  den  ler- 
streuten,  mitunter  nur  in  der  Erinnerung  Einzelner  aufbewahrten  Stoff 
zu  sammeln.  Reichensperger  fährt  dann  fort:  „Nicht  weniger  bewun- 
dere ich  die  Beherrschung  desselben,  die  Art,  wie  Sie  die  Bitnatioüen, 
die  Vorgänge  zeichnen,  worin  Ihr  Held  sich  bewegte,  zumeist  in  die- 
selbe eingreifend,  endlich  die  Charakterisierung  der  neben  ihm  hervor- 
tretenden Personen.  Die  Biographie  gestaltet  sich  zu  einer  förmlichen 
Geschichte  einer  bedeutungsschweren  Periode  unseres  parlamentarischen 
Lebens  und  zwar  zufolge  ihrer  Form  zu  einer  recht  spannenden  und 
ansprechenden  zugleich.^^  Reichensperger  versichert  dann,  dass  er  dies 
Urteil  „in  altgewohnter  richterlicher  Parteilosigkeit  spreche^^  nioht  be- 


Kritiken.  425 

stochen  durch  das  Lob,  das  ihm  in  dem  Buche  gespendet  sei.  Das 
wird  man  dem  tüchtigen  Manne  gern  glauben,  aber  stark  beeinfiusst 
ist  er  sicher  gewesen  durch  die  Freude,  in  dieser  Biographie  eine 
Waffe  für  die  Partei  zu  gewinnen.  Denn  das  ist  sie,  aber  als  histo- 
rische Darstellung  ist  das  Buch  nicht  hoch  zu  werten. 

Es  fehlt  einmal  jede  ruhige  Erwägung  der  Verhältnisse.  Was 
der  Held  und  seine  Freunde  thun  und  sagen,  ist  immer  gross  und 
gerecht,  auch  wenn  sie  so  handgreifliche  Unwahrheiten  behaupten  wie 
Mallinkrodt,  als  er  sagte,  dass  Staat  und  Kirche  bis  zu  der  Behaup- 
tung, dass  die  Dogmatisierung  der  Lehre  von  der  Unfehlbarkeit  den 
Frieden  der  Staaten  gefährde,  Jahrhunderte  hindurch  mit  einander  in 
Frieden  gelebt  hätten. 

Je  schroffer  die  Wendungen  waren,  zu  denen  sich  Mallinkrodt 
bei  seinen  Angriffen  auf  Preussens  Politik  im  Jahre  1866,  bei  seinen 
Klagen  über  die  angebliche  Zurücksetzung  der  Katholiken  und  endlich 
in  den  Debatten  des  Kulturkampfs  verstieg,  je  grösser  ist  der  Beifall 
Pfülfs.  Aber  damit  kann  man  sich  abfinden,  man  weiss,  dass  hier  eine 
extreme  Parteischrift  vorliegt.  Womit  man  sich  aber  nicht  abfinden 
kann,  das  ist  die  Unfähigkeit  des  Verfassers,  das  historisch  Bedeut- 
same von  dem  Alltäglichen  und  Unwesentlichen  zu  sondern.  Das  Be- 
streben, das  der  Verf.  in  der  Vorrede  ankündigt,  ist  hinter  dem  Ziele 
weit  zurückgeblieben.  Femer  fehlt  es  in  hohem  Grade  an  der  Kunst, 
die  Situation  zu  schildern,  die  Umrisse  des  Kreises  zu  ziehen,  in  dem 
sein  Held  auftritt  Auch  die  Biographie  von  Mallinkrodts  Freunde 
und  Kampfgenossen  August  Beichensperger,  die  Pastor  geschrieben 
hat,  leidet  an  solchem  Ungeschick,  aber  doch  nicht  in  so  hohem  Grade. 
Dieser  Mangel  ist  sehr  zu  bedauern.  Denn  die  Entwicklung  der  ka- 
tholischen Fraktion  zu  dem  nun  seit  Jahrzehnten  imter  den  politischen 
Parteien  des  deutschen  Reichs  durch  straffe  Organisation  und  grosse 
Erfolge  einen  so  hervorragenden  Platz  einnehmenden  Zentrum  und  die 
Erkenntnis  seines  Wesens  ist  eins  der  wichtigsten  Probleme  der  deutschen 
Geschichte  der  letzten  50  Jahre.  Fast  möchte  ich  sagen,  es  ist 
wieder  ein  interessantes  Problem,  wie  es  kommt,  dass  diese  Bio- 
graphien nicht  gelingen  wollen.  Es  lie^  doch  wohl  nicht  bloss  an 
dem  Ungeschick  der  Verfasser,  sondern  zum  Teil  auch  daran,  dass  die 
Vorkämpfer  der  Zentrumspolitik  nicht  ausschliesslich  und  nicht  vor- 
zugsweise in  dem  Boden  des  nationalen  Staats  wurzeln,  sondern  zu- 
nächst und  in  letzter  Listanz  entscheidend  von  den  Literessen  der 
internationalen  römischen  Kirche  bestinunt  werden.  Das  aber  wagen 
die  Biographien  nicht  oder  doch  nicht  hinreichend  zu  betonen,  unter 
diesem  Gesichtspunkte  wagen  sie  die  Aktionen  ihrer  Helden  nicht  zu- 
sanunenzufassen.    Sie  sind  vielmehr  bemüht,  die  Dinge  so  darzustellen, 


426  Kritiken. 

als  erwachse  dem  Manne  daraus  kein  Konflikt  mit  seinem  Patriotismus, 
wenn  er  die  Ansprüche  der  internationalen  Edrche  als  höchstes  Gebot 
betrachtet.  Bei  Männern,  die  in  der  Erfüllung  der  bürgerlichen 
Pflichten  so  eifrig  und  erfolgreich  waren  wie  Beichensperger  und 
Mallinkrodt,  ist  es  auch  leicht,  den  Konflikt,  der  ihnen  aus  dieser 
Stellung  erwuchs,  zu  verhüllen  —  aber  der  Anteil  Reichenspergers  an 
dem  berüchtigten  Pamphlet  De  la  Prusse  et  de  sa  domination  von 
1842,  Jarckes  üebertritt  in  die  Dienste  Oesterreichs  und  sein  weiteres 
Verhalten,  die  Stellung  Mallinkrodts  und  Reichenspergers  in  der  Krisis 
von  1866  und  mancher  ihrer  Fraktionsgenossen  sogar  in  der  Krisis 
von  1870,  sowie  ähnliche  Thatsachen  zeigen,  dass  jener  Konflikt 
oft  sehr  gross  war.  Der  Historiker  weiss,  wie  mannigfaltige  Gegen- 
sätze der  Mensch  in  sich  vereinen  und  praktisch  überwinden  kann. 
Er  wird  auch  um  dieses  Gegensatzes  willen  die  Aufrichtigkeit  des 
Patriotismus  eines  Mallinkrodt  nicht  in  Zweifel  ziehen  —  aber 
der  Biograph  darf  den  Gegensatz  nicht  verschweigen,  nicht  zurück- 
drängen. 

Mallinkrodt  war  der  geborene  Parlamentsredner,  der  glückliche, 
aber  auch  in  der  Wahl  der  Argumente  und  in  der  Formolienmg  der 
Fragen  nie  verlegene  Debatter,  und  in  seinen  kirchlichen  üeberzeugungen 
hatte  er  einen  allezeit  bereiten  Massstab,  an  dem  er  sich  zu  orientieren, 
und  zugleich  einen  Hafen,  in  dem  er  auszuruhen  vermochte.  Er  war 
kein  grosser  Politiker,  aber  ein  geschickter,  und  er  fiand  Aufgaben, 
in  denen  er  seine  Gaben  voll  entfalten  konnte.  Wer  unbefangen  ist, 
wird  an  ihm  seine  Freude  haben,  auch  wenn  man  seine  Ansichten 
nicht  teilt  —  aber  die  vorliegende  Biographie  ist  nicht  dazu  angethani 
uns  diese  Freude  zu  bereiten.  Am  wenigsten  durch  ihre  Ueber- 
schwenglichkeit.  Historisch  wertvoll  ist  sie  nur  durch  das  Material, 
das  sie  bietet,  das  eine  Ergänzung  bildet  zu  dem  ähnlichen,  aber  weit 
reicheren  Material,  das  Pastor  in  der  Biographie  Reichenspergers  ver- 
einigt hat. 

Die  nachlässige  Art  der  Arbeit  mag  der  üeberblick  über  die 
politische  Lage  Ende  April  1859  kennzeichnen,  der  S.  175  f.  steht: 
„Am  20.  April  hatte  Erzherzog  Albrecht  Berlin  wieder  verlassen,  er 
war  gekommen,  um  Preussens  Bundesgenossenschaft  anzurufen; 
22.  April  wurde  das  französisch-russische  Schutz-  imd  Trutz- 
bündnis bekannt.  England,  ganz  im  Dienste  der  russisch-französischen 
Intrigue,  machte  noch  einmal  letzte  vergebliche  Vermittelungsversuche.** 
Dies  russisch-französische  Schutz-  und  Trutzbündnis,  das  am 
22.  April  bekannt  geworden  sein  soll,  hat  nie  bestanden.  Es  liefen 
wohl  Gerüchte  der  Art  um,  ähnlich  auch  über  ein  Bündnis  zwischen 
Belgien  und  Holland  (vgl.  das  „Preussische  Wochenblatt"  1859,  April  23). 


Kritiken.  427 

Vermutlich  hat  Mallinkrodt  in  einem  Briefe  ein  solches  Gerücht 
als  Thatsache  erwähnt  und  sein  Biograph  schreibt  das  heute  als 
historische  Nachricht  nieder. 

Ebenso  falsch  ist  die  Charakteristik  Englands  als  Werkzeug  der 
russisch-französischen  Intrigue.  Auch  hier  mag  eine  Aeusserung  Mallin- 
krodts  zu  Grunde  liegen,  wie  denn  seine  Gruppe  in  den  Gegnern 
Oesterreichs  nur  Bosheit  und  Gewalt  sah.  „Oesterreich  —  sagte  Mallin- 
krodt bei  den  Verhandlungen  über  die  40-Millionen- Anleihe,  die  das 
Ministerium  für  die  notwendigen  Rüstungen  forderte  —  verteidigt  seinen 
Hausfrieden  gegen  die  Agitation,  seinen  Territorialbesitz  gegen  die 
Vergrösserungssucht  seiner  Nachbarn,  es  verteidigt  die  Verträge,  auf 
denen  der  gesamte  völkerrechtliche  Besitzstand  Europas  ruht  und  die 
besiegelt  sind  durch  die  Abführung  Kaiser  Napoleons  nach  Helena, 
gegen  den  neuerwachten  Bonapartismus.  Es  verteidigt  das  historische 
Recht  gegen  falsche,  in  ihren  Konsequenzen  unhaltbare  Prätensionen 
des  Nationalitätsprinzips.  Es  verteidigt  endlich  das  Recht  der  Obrig- 
keit von  Gottes  Gnaden  gegen  die  nackte  Revolution.^^  Mit  so  leiden- 
schaftlichem Pathos  verwirrte  Mallinkrodt  die  Thatsachen,  die  einen 
betonend,  die  anderen  bei  Seite  lassend,  und  da  Oesterreich  und  seinen 
Freunden  die  Vermittelungsversuche  Englands  und  Russlands  unbequem 
waren,  so  lag  es  ihnen  nahe,  sie  als  Intriguen  zu  bezeichnen:  aber 
was  ist  das  für  eine  Geschieht  Schreibung,  wenn  auf  Grund  solcher 
Aeusserungen  die  Stellung  der  Grossmächte  jener  Tage  charakterisiert 
wird!  Der  wirkliche  Biograph  muss  solche  Stellen  erwägen,  wenn  er 
untersucht,  wie  weit  Mallinkrodt  trotz  seiner  äusserlich  ruhigen  Sprech- 
weise doch  zu  den  durch  Pathos  und  Rhetorik  wirkenden  Rednern  zu 
zählen  ist  —  aber  niemals  solche  Aeusserungen  als  Quelle  historischer 
Kunde  behandeln. 

So  liegt  denn  der  wissenschaftliche  Wert  des  Buches  nur  in  dem 
Material,  das  es  mitteilt. 

Breslau.  G.  Kaufmann. 


Histor.  Vierteljahnchiift.  1902.  3.  30 


428 


Nachrichten  nnd  Notizen  I. 

Die  ,,Tale  Uniyersity^^  in  den  Vereinigten  Staaten  hat  zur  Feier  der 
200jährigen  Wiederkehr  des  Gründangstages  „Bicentennial  Publications^ 
yeranstaltet,  welche  weiteren  Kreisen  Kunde  geben  sollen,  in  welchem  Geiste 
die  Studien  auf  diesem  Institute  geleitet  werden.  Die  (}abe  des  Vertreteri 
des  Lehrfachs  der  Geschichte  ist  der  yorliegende  Band:  Eduard  Gaylord 
Bourne,  Essays  in  Historical  Criticism.  New  York:  Charles  ScribDer's 
sons.  London:  Eduard  Arnold  1901.  XU,  299.  Der  Band  enth&lt  18  Essays 
folgenden  Inhalts:  1.  The  legend  of  Marcus  Whitman.  2.  The  autorship  of 
the  Federalist.  8.  Mr.  Paul  Leicester  Ford  on  the  autorship  of  the  Federalisi 
4.  The  Federalist  abroad.  5.  Madison's  Studies  in  the  Histoiy  of  Fedend 
govemment.  6.  Prince  Heniy  the  navigator.  7.  The  demarcation  Line  of 
Pope  Alezander  VI.  8.  Seneca  and  the  discovery  of  America.  9.  The 
proposed  absorption  of  Mexico  in   1847—1848.     10.   Leopold  von  Bänke. 

11.  Ranke  and  the  beginning  of  the  seminary  method  in  teaching  History. 

12.  Francis  Parkman.  18.  James  Anthony  Fronde.  Dem  Leser  f&llt  zunächst 
ausser)  ich  die  Verschiedenheit  auf,  nicht  nur  in  Bezug  auf  die  bunte 
Mannigfaltigkeit  des  Inhalts,  sondern  auch  in  Bezug  auf  Umfang  und  Cha- 
rakter der  Essays.  Der  erste  umfasst  108  Seiten,  also  mehr  als  y,  des 
Gesamtinhalts ;  die  übrigen  sind  höchstens  80  Seiten  lang.  Nur  die  ersten 
vier  tragen,  dem  Titel  des  Bandes  entsprechend,  allenfalls  den  Charakter 
kritischer  Untersuchungen;  die  übrigen  erzählen  nur.  Der  10^  und  18^  Essay 
sind  bereits  früher  veröffentlichte  Gelegenheitsschrifben.  Doch  aber  finden 
wir,  dass  ein  einheitlicher  Geist  durch  das  Ganze  weht  und  diesen  Geist 
begrüssen  wir  mit  Freuden:  es  ist  der  Geist  deutscher  WissenschafUich- 
keit.  ßoume  erscheint  als  Lehrer  und  Vertreter  der  kritischen  Methode 
Rankes;  darum  hat  er  den  100jährigen  Geburtstag  des  deutschen  Meisters 
feierlich  zu  begehen,  den  Essay  über  Ranke  geschrieben.  In  Bankescher 
Art  zerstört  er  die  Legende,  welche  dem  Dr.  Marcus  Whitman,  einem  ein- 
fachen Missionar,  den  unverdienten  Nachruhm  des  Retters  des  Gebietes 
von  Oregon  für  die  Vereinigten  Staaten  geschaffen  hat.  Mit  Rankeschen 
Mitteln  gelingt  es  ihm  als  bisher  unbekannten  Autor  des  Föderalisten 
Madison  zu  entdecken.  So  bedeutet  das  Jubiläum  des  alten  amerikanischen 
Instituts  zugleich  einen  schönen  Triumph  deutschen  Geistes.  Die  Ergebnisse 
im  einzelnen  vermögen  grösseres  Interesse  für  uns  nicht  zu  erwecken.  Der 
Essay  über  die  seminaristische  Methode  bringt  nicht  Beobachtungen  ans 
der  Praxis  unseres  Unterrichts,  sondern  schöpft  auch  aus  Büchern.  Für 
den   Fortgang   der   Studien   auf  der  Tale  University  bliebe  nur  noch  su 


NachrichteD  und  Notizen  I.  429 

wünschen,  dass  neben  Rankescher  Methode  auch  Rankesche  Geschichts- 
auffassung verstanden  werden  möchte.  Möchte  Boume,  der  sich  uns  hier 
nur  als  Kritiker  und  Erzähler  von  Thatsachen  vorstellt,  sich  auch  auf 
diesem  höheren  Gebiete  als  Führer  bewähren.  F.  Salomon. 

Hans  Spangenberg,  Beiträge  zur  älteren  Verfassungs-  und  Verwaltungs- 
geschichte des  Fürstentums  Osnabrück.    Osnabrück  1900  (Sonderabdruck 
aus  Band  XXV  der  Mitteilungen  des  Vereins  für  Geschichte  imd  Landes- 
kunde zu  Osnabrück).     8^     143  S. 
Eine  von  gründlicher  Beherrschung  des  gedruckten  und  vor  allem  auch 
des  archivalischen  Materials,  von  verfassungsgeschichtlichem  wie  historischem 
Sinn  und  achtbarem  Gestaltungsvermögen  zeugende  Arbeit,  die  uns  einen 
trefflichen  Einblick  in  das  Verfassungsrecht  des  Bistums  Osnabrück  bis  ins 
15.  Jahrhundert  hinein  vermittelt.     Nach  einander  werden  der  wichtigste 
Stiftsstand,    das    Domkapitel,    femer   die  Ministerialität   und    Ritterschaft, 
endlich  das  Drostenamt  und  vor  allem  der  sehr  interessante  „geschworene 
Rat"  des  Bischofs  erörtert,  durchweg  mit  gutem  Verständnis.     Nur  in  dem 
über  die  Ministerialität  Gesagten   halte  ich  manches    für  entschieden  un- 
richtig, so  das  über  die  Bedeutung  von  milites  (S.  86  f.,  69)  oder  feodum 
(S.  40  f.)  Vorgetragene.    Solche  Untersuchungen  des  Sprachgebrauchs  lassen 
sich  eben  nicht  mit  dem  dürftigen  Quellenmaterial  eines  kleineren  Terri- 
toriums machen.    Auch  die  Annahme,  dass  Kinder  von  Ministerialen  dadurch, 
dass  sie  dem  ireien  Stand  der  Mutter  folgten,  ihre  Erbgüter  dem  Dienstherm 
des  Vaters  entfremden  konnten  (S.  49),  ist  nicht  begründet.     Eine  dankenswerte 
Beigabe  sind  die  siebzehn  im  Anhang  gedruckten  Urkunden  von  1349  bis  1456. 
Tübingen.  S.  Rietschel. 

Urkundenbuch  der  Stadt  und  Landschaft  Zürich,   herausgegeben 
von   einer   Kommission    der   antiquarischen    Gesellschaft  in  Zürich,    be- 
arbeitet  von   Dr.    J.  Escher   und   Dr.    P.  Schweizer.     V.  Band.    Mit 
zwei  Faksimile-Tafeln.     1277—1288.     Zürich  (Fäsi  &  Beer)  1900  u.  1901. 
4*».     398  S. 
Ueber  den  vierten  Band  des  bedeutenden,  mit  tadelloser  Regelmässig- 
keit fortgeführten  Werkes  hatte  ich  Gelegenheit,  in  der  Deutschen  Zeitschr. 
für  Gesch.-Wiss.  1897/98,  Monatsblatt  3/4  S.  79,  und  in  der  Histor.  Viertel- 
jahrschrift   2    (1899)    S.  250,    Bericht   zu   erstatten.     An   der  äusseren  Ein- 
richtung, die  sich  bewährt  hatte,  ist  seitdem  nichts  geändert  worden.     Das 
Register  verdanken  wir  wieder  H.  Zeller- Werdmüller.    Das  erste  mitgeteilte 
Stück,    Nr.   1646,    gehört   dem    Anfang   des   Jahres  1277    an,    das    letzte, 
Nr.  2008,   dem   Ende   von    1287.     Auf  11  Jahre  kommen  demnach  363  Ur- 
kunden, ebenso  viele  wie  im  vierten  Bande  auf  12  Jahre.     Auch  der  Um- 
fang im  Druck  zeigt  kaum  einen  Unterschied,  jetzt  398,  früher  400  Seiten. 
Man  darf  daraus  entnehmen,  dass  das  Material,  auf  dessen  gewaltiges  An- 
schwellen  mit   dem  Beginn    des  13.  Jahrhunderts  hingewiesen  wurde  (vgl. 
die  Tabelle  der  ersten  Besprechung),  nunmehr  zum  Stehen  gekommen  ist. 
Es  sei  gestattet,  auf  einige  Einzelheiten  aufmerksam  zu  machen;  zu- 
nächst im  allgemeinen  auf  die  Urkunden  König  Rudolfs  und  seiner  Söhne, 
des  späteren  Königs  Albrecht,  des  1281  ertrunkenen  Hartmann  und  des  1277, 

30* 


430  Nachrichten  und  NofciMB  I. 

28.  März,  als  nicht  mannbar  (impabe«)  erw&hnten  Rudolf.  —  Bei  Nr.  1689, 
auflgestellt  von  dem  Strassburger  Dominikaner  Cnno,  ist  nicht  au  eneheOf 
ob  die  neueren  YerOffentlichungen  Reichert«  über  den  Orden  keine  Ansbente 
lieferten.  —  Wenn,  wie  in  Nr.  1756,  nnr  Anfangs-  and  Schlnsssfttae  einei 
VidimuB  abgedruckt  werden,  da  die  vidimierte  Urkunde  ihrem  Datum  nach 
an  anderem  Orte  ihre  Stelle  fand,  würde  es  sich  empfehlen,  die  Lücke  auch 
äuHserlich  leicht  kenntlich  zu  machen.  —  Die  lehrreichen  Aufschlüsse,  die 
wir  aus  Nr.  1759  gewinnen,  haben  die  Bearbeiter  hervorgehoben.  Es  ift 
ein  10  Seiten  füllendes  Zeugen  verhör  über  die  Abhängigkeit  der  Kirche  in 
Regensburg  von  der  in  Höngg.  Der  Propst  von  £mbrach  und  der  Kustos 
des  Züricher  Chorherreustiftes  teilen  dem  Konstanzer  Offizial  die  beschworenen 
Aussagen  am  16.  Februar  12S0  mit.  Die  Urkunde  unterrichtet  nicht  nur 
über  HOrigkeits-,  Herrschafts-  und  Yogtei Verhältnisse ,  sondern  bleibt  auch 
„das  deutlichste  Beispiel  für  die  Mannigfaltigkeit  der  Herrschaften  in  ein 
und  demselben  Dorf,  welche  jede  kartographische  Darstellung  ausschliesst 
und  die  noch  so  viel  verbreitete  Vorstellung  von  einheitlichen  Herrschaften 
über  ganze  Dörfer  und  Landschaften  widerlegt".  Leider  müssen  wir  es  uns 
versagen,  die  folgenden  sehr  bezeichnenden  Zahlenangaben  hier  zu  wieder- 
holen. —  In  Nr.  1679  und  1927,  wo  die  Sitze  auswärtiger  Bischöfe,  vor- 
nehmlich solcher,  die  an  der  Kurie  weilten  und  die  bekannten  Ablassbriefe 
ausstellten,  bestimmt  werden,  vermisst  man  jede  Erwähnung  von  Eubels 
Hierarchia.  Und  doch  ist  der  erste  Band  —  der  zweite  konnte  noch  nicht 
benutzt  werden  —  schon  1898  erschienen.  Sich  mit  derartigen  Fragen  be- 
fassen, ohne  Eubel  zu  Rate  zu  ziehen,  heisst  doch  über  Zürich  arbeiten, 
ohne  sich  des  Urkundenbuches  zu  bedienen. 

Möchte  (las  Unternehmen  auch  fernerhin  zum  Nutzen  der  Geschichts- 
wissenschaft sicher  und  rasch  fortschreiten! 

Heidelberg.  A.  Cartellieri. 

Die  im  Chiantithale  gelegene  Burg  Brolio,  die  man  von  Sieni 
aus  zu  erblicken  vermag,  spielt  in  der  Florentiner,  in  der  Toskanischen 
Geschichte  eine  nicht  unbedeutende  Rolle.  Seit  1141  ist  sie  im  Besitze 
eines  Geschlechtes  von  langobardischem  Ursprung,  der  Firidolfi,  nachweis- 
bar und  später  ging  sie  an  einen  Zweig  desselben,  an  die  Familie  Ricasoli, 
über.  Der  bedeutende  Staatsmann  Bettino  Ricasoli  imd  nach  ihm  sein 
jüngst  verstorbener  Enkel,  Baron  Giov.  Ricasoli-Firidolfi  haben  das  Kastell 
in  der  Gestalt  wiederherstellen  lassen,  die  es  Ende  des  15.  Jahrhunderts 
hatte  und  bereits  mehrfach  ist  das  schöne,  ein  weinberühmtes  Thal  be- 
herrschende Schloss  Gegenstand  von  Abhandlungen  gewesen.  Die  1882  e^ 
schienene  Schrift  des  Generals  Cadoma  beschäftigte  sich  mit  Brolio  vom 
militärisch-architektonischen  Gesichtspunkt  aus,  doch  war  der  General  nicht 
genügend  für  historische  Forschung  geschult,  um  zu  verlässlichen  Ergeb- 
nissen zu  gelangen.  Prof.  Antonio  Casabianca  in  Siena  hat  neuerdings  in 
seiner  Schrift  „Le  mura  di  Brolio'',  Siena  1900  (68  S.  nebst  Karte)  mit 
grossem  Fleiss  die  Entstehung  der  jetzigen  Verteidigungswerke  von  Brolio 
im  Jahre  1484  aktenmässig  nachgewiesen,  so  dass  sie  fortan  als  ein  Typus 
des   damaligen  Festungsbaues   gelten   dürfen.  —  In  einer  anderen  Schrift 


Nachrichten  und  Notizen  I.  431 

„ün'  awentoriere  a  Brolio  nel  secolo  XV  (Siena  1901,  89  u.  XX  S.)  be- 
handelt Casabianca  eine  merkwürdige  Episode  der  Toskanischen  Geschichte 
aus  dem  Jahre  1438.  Er  erzählt,  wie  der  Sienese  Antonio  Petrucci  ohne 
jeden  Schein  von  Recht,  selbst  ohne  einen  fiktiven  Anspruch  auf  die  Burg 
geltend  zu  machen,  sich  mit  wenigen  Spiessgesellen  eines  Tages  Brolios 
bemächtigte  und  die  rechtmässigen  Eigentümer  in  ihrem  eigenen  Kastell 
ins  Gefängnis  warf.  Es  bedurfte  nachdrücklicher  Anstrengung  und  des 
Aufgebotes  einer  kleinen  Heeresabteilung,  ehe  die  Republik  Florenz  den 
Petrucei  zur  Ergebung  veranlassen  konnte,  wofür  man  ihm  und  seinen  we- 
nigen Leuten  aber  freien  Abzug  zusichern  musste.  Die  beiden  fesselnd 
geschriebenen  Büchlein  haben  ein  mehr  als  nur  lokalgeschichtliches  Inter- 
esse. Vor  allem  ist  es  erfreulich,  dass  in  Italien  auch  in  Arbeiten  solcher 
Art,  die  allzuoft  Leistungen  eines  wahrhaft  kindlichen  Dilettantismus  waren, 
dieser  jetzt  durch  sorgsame,  wissenschaftliche  Forschung  abgelöst  wird 

Davidson. 

Louis  Stouff,  Les  comtes  de  Bourgogne  et  leurs  villes  domaniales.  Etüde 
sur  le  regime  commimal  forme  de  Texploitation  seigneuriale  d'apr^s 
le  cartulaire  de  la  ville  d'Arbois,  suivie  du  texte  de  ce  cartulaire,  de 
pi^ces  annexes,  de  notes  et  de  tables.  Paris,  Larose  et  Forcel,  1899. 
In  -  8<*  (102  et  819  pages). 
Der  Titel  dieses  Buches  ist  schlecht  gewählt.  Es  ist  in  Wirklichkeit 
eine  Sammltmg  von  Dokumenten  aus  dem  13.  und  14.  Jahrhundert  für  die 
im  Juradepartement  gelegene  Stadt  Arbois,  versehen  mit  einer  Einleitung. 
Die  Dokumente  zerfallen  in  zwei  Gruppen,  erstens  in  ein  Eartular  der 
Stadt  von  1884  und  zweitens  in  eine  Sammlung  verschiedenartiger  Stücke 
aus  dem  Archiv  der  Stadt  selbst  und  den  Archiven  von  Cöte  d'Or.  Der 
Heraasgeber  hätte  sicher  besser  gethan,  die  Stücke  ungetrennt  und  in  zeit- 
licher Reihenfolge  geordnet  zu  bringen.  Man  muss  aber  anerkennen,  dass 
ein  Teil  von  ihnen  von  grosser  Wichtigkeit  ist  für  die  Beurteilung  der 
wirtschaftlichen  Lage  des  Landes  und  seiner  Bewohner.  Wertvolle  Auf- 
schlüsse erhält  man  auch  über  die  Rolle,  welche  die  Lombarden  in 
dieser  Gegend  spielten.  Der  Abdruck  der  Texte  ist  allem  Anscheine 
nach  sorgfältig,  und  Stouff  hat  mit  seinem  Unternehmen  der  landes- 
geschichtlichen Forschung  von  Burgund  einen  wirklichen  Dienst  erwiesen. 
Leider  kann  man  das  nicht  in  solchem  Umfange  auch  von  seiner  Ein- 
leitung behaupten.  Sie  verriet  eine  ungenügende  Kenntnis  der  mittelalter- 
lichen Einrichtungen  imd  einen  auch  nur  wenig  entwickelten  kritischen 
Sinn.  Der  Verfasser  hat  sich  fast  auf  keine  der  Fragen  eingelassen,  welche 
•ich  bei  der  Organisation  des  Grossgrundbesitzes  und  der  Lage  der  Ge- 
meinden und  ihrer  Bewohnerschaft  erheben.  Er  begnügt  sich,  alles  auf  eine 
sogenannte  Ausbeutung  durch  die  Landesherren  zurückzuführen,  und  unter- 
scheidet bei  der  Verwaltung  des  Grafen  nicht,  was  öffentlich  rechtlichen 
und  was  grundherrlichen  Ursprunges  ist.  Er  spricht  sonst  überhaupt  nicht 
von  „grandherrlichen  Städten  der  Grafschaft  Burgund",  sondern  ausschliess- 
lich nur  von  der  Stadt  Arbois. 

Gent.  H.  Pirenne. 


432  Nachrichten  und  Notizen  I. 

Franz  Ilwof,  Der  provisorische  Landtag  des  Herzogtums  Steiermark  im 
J.  1848.  Forschungen  zur  Verfassungs-  und  Yerwaltungsgeschichte  der 
Steiermark.  IV.  Band  2.  Heft.  Graz  1901.  Styria.  163  S.  8* 
Der  durch  seine  vorzüglichen  Arbeiten  über  die  Geschichte  Steiermarks 
rühmlich  bekannte  Verfasser  widmet  zunächst  der  Zusammensetzung  und 
der  Thätigkeit  der  steirischen  ständischen  Landtage  vor  1848  einige  Worte 
und  kommt  sodann  auf  die  seit  dem  3.  März  d.  J.  geschehenen  Ver- 
änderungen zu  sprechen.  Nach  kurzen  Vorberatungen  finden  Anfang  Juni 
die  Wahlen  zu  dem  neunziggliedrigen  provisorischen  Landtag  statt,  der 
am  18.  Juni  imter  Vorsitz  des  Landeshauptmanns  Grafen  Ignaz  Attems 
zusammentritt,  bis  zum  17.  August  und  dann  vom  6. — 8.  November  des- 
selben Jahres  tagt.  Verf.  giebt  an  der  Hand  der  Sitzungsprotokolle  über 
die  Verhandlungen  des  Landtags,  die  bisher  nur  im  Auszuge  (so  bei  Springer, 
Geschichte  Oesterreichs,  H.,  Oesterr.  Jahrbuch  1892)  bekannt  geworden  sind, 
von  jeder  Sitzung  ein  anschauliches  Bild.  Gegenstand  derselben  waren  die 
neue  Gemeindeordnung,  die  Ablösung  der  Grundlasten,  die  künftige  Zu- 
sammensetzung des  Landtags,  wobei  Vorschläge  über  die  politische  Ge- 
staltung der  ganzen  Monarchie  nicht  ausblieben.  Wenn  Verf.  in  seinem 
Schlussworte  auch  bekennen  muss,  dass  diese  hier  beschlossenen  Entwürfe 
nie  in  ihrer  Totalität  Gesetze  geworden  sind,  ja  vom  Reichstage  gar  nicht 
mehr  beraten  werden  konnten,  so  kann  er  doch  mit  Recht  hervorheben, 
dass  viele  darin  festgelegte  Meinungen  und  Prinzipien  später  durchgeführt 
worden  sind  und  dass  diese  Landtagstagung  eine  ausgezeichnete  politische 
Schule  für  Männer  war,  die  dann  im  öffentlichen  Leben  Oesterreichs  eine 
Rolle  gespielt  haben.  Sehr  wertvoll  sind  die  Anmerkungen  des  Buches,  in 
denen  biographische  Daten  über  die  vorkommenden  Persönlichkeiten  un- 
verdienter Vergessenheit  entrissen  werden.  Es  könnte  wohl  die  Ansicht 
vertreten  werden,  dass  eine  zusammenhängende  Darstellung  der  Beratungen 
über  die  verhandelten  Gegenstände  vorteilhafter  gewesen  wäre,  als  die 
pragmatische  Schilderung  der  einzelnen  Sitzungen,  man  wird  aber  dem  Verf. 
das  Recht  einräumen  müssen  diese  methodische  Frage  nach  seiner  besten 
Meinung  zu  entscheiden.     Ein  Register  beschliesst  das  Buch. ' 

Prag.  0.  Weber. 


^  Zu  Anm.  1  S.  75  habe  ich  zu  bemerken,  dass  im  1.  Bande  der  Steno- 
graph. Berichte  der  Frankftirter  Versammlung,  herausg.  v.  Wigard,  S.  628 — 38, 
die  Namen  der  Abstimmenden  bei  der  Wahl  des  Reichs  Verwesers  angeführt 
sind.  Von  den  steirischen  Abgeordneten  werden  als  abwesend  bezeichnet: 
Bouvier,  Eymuth,  Kalchberg,  Marek,  Schreiner;  für  Gagern  hat  gestimmt 
Dr.  Pattai.  Von  diesen  „Abwesenden",  war  Eymuth  bereits  am  8.  Juni  aus 
der  National- Versammlung  ausgeschieden,  Bouvier  hatte  am  23.  Juni  einen 
dreiwöchentlichen  Urlaub  erhalten,  Kalchberg  war  am  Grazer  Landtage 
anwesend,  so  bliebe  als  Gegner  der  Wahl  Erzh.  Johanns  neben  Marek  und 
Pattai,  wie  Verf.  vermutete,  nur  Dr.  F.  G.  Schreiner  aus  Graz  übrig,  der 
damals  in  Frankfurt  anwesend  gewesen  sein  dürfte,  da  er  am  6.  Juli  einen 
Antrag  auf  Einsetzung  eines  Finanzausschusses  einbringt.  (S.  die  Ver- 
handlungen der  Frankft.  Vers.,  herausg.  von  Hassler,  passim.) 


Nachrichten  und  Notizen  I.  433 

Ch.  Andler,  Le  prince  de  Bismarek.     Paris,  Georges  Bellais  1899. 

Wir  begprüssen  in  diesem  kleinen  Buche  einen  der  Versuche,  die  neuer- 
dings mehrfach  jenseits  der  Vogesen  gemacht  worden  sind,  auch  vom 
Standpunkte  des  Franzosen  aus  die  Eigenart  des  grossen  deutschen  Staats- 
mannes zu  erfassen  imd  seine  Bedeutung  zu  würdigen.  A.  fusst  dabei 
natürlich  auf  dem  veröffentlichten  Materiale  und  den  deutschen  Arbeiten 
über  Bismarek  und  seine  Zeit.  Neue  Aufschlüsse  darf  man  von  seiner  Dar- 
stellung nicht  erwarten;  auch  wird  der  deutsche  Forscher  vielen  Formu- 
lierungen A.*8  deshalb  widersprechen  müssen,  weil  sie  auf  Verkennung  der 
eigenartigen  deutschen  Verhältnisse  und  Anschauungen  beruhen,  und  in 
Einzelheiten  sind  häufig  Unrichtigkeiten  nachzuweisen,  die  sich  bei  ge- 
nauerem Studium  der  deutschen  Litteratur  über  diese  Zeit  hätten  vermeiden 
lassen;  so  bei  seinen  Ausfahrungen  über  den  Ursprung  des  deutsch-franzö- 
sischen Krieges.  A.  sieht  viel  zu  viel  französische  Einflüsse  in  Bismarcks 
Wirken  und  der  neueren  Gestaltung  Deutschlands  überhaupt;  soll  doch 
Bismarek  nach  ihm  sogar  den  Gedanken  der  Arbeiterversicherung  von  Colbert 
entlehnt  haben!  Aber  das  Streben  nach  unparteiischer  Beurteilung  des 
grossen  Feindes  ist  überall  erkennbar  und  verdient  linsere  Anerkennung. 

E.  Brandenburg. 

Das  archivalische  Provenienzprinzip. 

In  dem  letzten  Hefte  dieser  Zeitschrift  (Jahrgang  1902,  Notizen  und 
Nachrichten  11,  S.  141)  erörtert  Archivrat  Dr.  Lippert  bei  einer  Besprechung 
der  kürzlich  veröffentlichten  Inventare  des  Badischen  Generallandesarchivs 
das  Provenienzprinzip  als  Grundlage  der  archivalischen  Ordnung  in  einigen 
Bemerkungen,  die  teilweise  zu  Missverständnissen  führen  können  und  deshalb 
nicht  unwidersprochen  bleiben  dürfen.  Er  definiert  zunächst  im  Anschluss  an 
Kosers  Veröffentlichung  „über  den  gegenwärtigen  Stand  der  archivalischen 
Forschung  in  Preussen^'  das  Provenienzprinzip  ganz  richtig  als  den  Grund- 
satz, nach  welchem  „die  Bestände  so  bei  einander  zu  bleiben  haben,  oder, 
wenn  sie  zersprengt  waren,  so  wieder  zu  vereinigen  sind,  wie  sie  organisch 
entstanden,  wie  die  einzelnen  Stücke  im  Geschäftsgange  der  Verwaltung 
zo  den  Akten  gekommen  sind,  sodass  sich  in  der  Gliederung  des  Archivs 
die  Geschichte  der  einzelnen  Behörden,  der  Landesverwaltung  wiederspiegelt^^ 
Dann  aber  billigt  er  es,  dass  man  im  Badischen  Generallandesarchiv  — 
aus  Zweckmässigkeitsgründen  übrigens  —  von  der  Durchführung  dieses 
Prinzips  durch  Rekonstruktion  der  Sonderarchive  abgesehen  habe,  „da  eine 
solche  ja  nur  bei  kleineren  Archiven  oder,  falls  das  Prinzip  im  allgemeinen 
bereits  durchgeführt  ist,  bei  einzelnen  Zugängen  zu  ermöglichen  sei*^ 
Ohne  selbstverständlich  hier  über  die  Möglichkeit  oder  Unmöglichkeit  der 
Durchführung  des  Provenienzprinzips  im  Karlsruher  Archiv  urteilen  zu 
wollen,  möchte  ich  doch  nicht  unbemerkt  lassen,  dass  im  Geheimen  Staats-  . 
archive  zu  Berlin,  das  man  wohl  nicht  gerade  unter  die  „kleineren  Archive" 
rechnen  wird,  die  Ordnung  nach  dem  Provenienzprinzip  im  grossen  und 
ganzen  innerhalb  kaum  eines  Jahres  hat  durchgeführt  werden  können. 
Ganz  missverständlich  aber  erscheint  ein  anderes  Bedenken  Lipperts.  Er 
sagt:  „Eine  Gruppe  von  Archivalien  sei  beispielsweise  hier  besprochen:  die 


434  Nadmclitni  und  KotfMn  1 

Korrespondenzen  neuerer  Jahrhunderte.  Bei  der  AnweBdimg  des  Proreuem- 
prinzips  auf  Briefschaften  mnss  mit  bewmdera'  Vorncht  Terflahreii  werden. 
Unrichtig  wäre  es  x.  B.,  wenn  man  bei  der  Ordnung  und  ZaMmmenttelhisg 
der  Korrespondenz  eines  Fürsten  alle  Schreiben  Ton  ihm,  die  sieh  sonstwo 
in  Spezialakten,  zn  denen  sie  gehören,  finden  mOgen,  nos  diesem  ihrem 
organischen  Zusammenhange  lösen  und  in  eine  grosse  rein  chronologisch 
oder  bloss  alphabetisch  nach  Adressaten  geordnete  Sammlung  btingen 
wollte.  Eine  derartige  Auslegung  des  Begriffes  ProTeniens,  die  sehliesslich 
—  folgerichtig  bis  zu  Ende  durchgedacht  und  in  allen  ihren  Konseqoeasen 
ausgeführt  —  jedes  SchriftstBck  in  das  Portefeuille  seines  Urhebers  surfick- 
führen  müsste,  würde  ja  zu  ganz  unglaublichen  Zust&nden  führen.^*  Leti- 
teres  ist  vollkommen  zutreffend,  nur  wlre  an  diesen  „ganz  unglaublichen 
Zuständen*^  das  Provenienzprinzip  ebenso  unschuldig  wie  etwa  das  Monroe- 
prinzip an  der  Eroberung  der  I^iilippinen.  Wie  Hesse  denn  eine  soldie 
„Auslegung**  des  Provenienzprinzips  sich  mit  der  Ton  Lippert  selbst  gs- 
gebenen  Definition  in  Einklang  bringen?  Dies  Ordnungsprinsip  Teriaagt 
ja  gerade  die  Belassung  der  ^^Korrespondenz  eines  Fürsten**  in  ,4^hrem  or- 
ganischen Zusammenhang**,  und  so  findet  man  z.  B.  in  Berlin  die  Bride 
Friedrichs  des  Grossen  an  seinen  Minister  Finckenstein  in  den  Ministerial- 
akten,  die  Briefe  an  Prinz  Heinrich  in  dessen  Nachlass,  weil  sie  eben  in 
und  mit  diesem  Nachlass  zum  ArchiT  gekommen  sind  u.  s.  f. 

Ich  weiss  nicht,  ob  eine  derartige  „Auslegung^  des  Prorenieniprinsips, 
wie  Archivrat  Lippert  sie  warnend  und  tadelnd  erwUint  hat,  in  iigend 
einem  Archive  der  Welt  schon  vorgekommen  ist,  oder  ob  er  nur  die  Mög- 
lichkeit einer  solchen  Auslegung  theoretisch  sich  konstruiert  hat  Wie  dem 
auch  sei,  das  von  ihm  gekennzeichnete  Verfahren  w&re  weder  eine  Msche 
Anwendung  noch  eine  Uebertreibung:  es  wftre  das  strikte  Oegtateü  des 
Provenienzprinzips.  P.  Bailleu. 

Band  VI  der  „American  Historical  Review**  (Oktober  1900  bis 
Oktober  1901)  zeigt  dieselben  Vorzüge,  welche  diese  Zeitschrift  trotz  der 
kurzen  Dauer  ihres  bisherigen  Bestehens  schon  unentbehrlich  gemacht 
haben  werden.  In  erster  Reihe  ist  sie  zu  dem  uns  sichtbaren  Sammelidatse 
der  besten  Kräfte  unter  den  amerikanischen  Historikern  geworden,  so  dasi 
wir  Gang  und  Richtung  der  Interessen  im  Betriebe  der  amerikanischen  Ge- 
schichtsforschung gut  zu  verfolgen  vermögen.  Sodann  giebt  sie  durch  eine 
gut  organisierte  Berichterstattung  und  durch  die  Auswahl  der  Bücher- 
besprechungen  zu  erkennen,  mit  welch  reger  Aufmerksamkeit  die  geschichts- 
wissenschaftlichen Studien  ausserhalb  Amerikas  und  besonders  auch  Deutseh- 
lands verfolgt  werden.  Die  schöpferische  Arbeitskraft  wird,  wie  die  Mehnahl 
der  Beiträge  erweist,  auf  die  Erforschung  der  eigenen  Geschichte  verwandt 
Soweit  hierbei  die  koloniale  Periode  in  Betracht  kommt,  profitiert  die  englische 
Wissenschaft;  so  z.  B.  durch  die  Artikel  ,,The  english  and  dutch  towns  of 
New  Netherland**  von  A.  £.  Mc  Kinlej;  n'^^®  transition  from  Dutch  to 
English  Rule  in  Newjork**  von  demselben.  Die  Artikel  über  europ&isdie 
Verhältnisse  tragen  einen  vornehmlich  referierenden  Charakter;  so  Johnstone 
Essay  über  „Mirabeau's  Secret  mission  to  Berlin**;  wir  erhalten,  abgesehen 


Nachrichten  und  Notizen  I.  435 

▼on  einigen  kritischen  Winken,  ein  Referat  über  die  Publikation  Welschingers. 
Ton  selbständiger  Bedeutnng  sind  die  Ausföhrongen  yon  C.  Gross  über 
„Political  inflnence  of  the  University  of  Paris  in  theMiddle  Ages*'.  Besonders 
aufmerksam  gemacht  sei  auf  die  Skizze  zu  einer  Bibliographie,  welche 
unserem  wachsenden  Interesse  an  der  amerikanischen  Politik  entgegen- 
kommt; sie  soll  der  Geschichte  der  auswärtigen  Beziehungen  Amerikas 
dienen:  A  Trial  Bibliography  of  American  diplomacy  by  Albert  Bushnell 
Hart  (S.  848—867). 

Der  Jahrgang  1901  der  „English  Historical  Review^^  bringt  als 
Beiträge  von  allgemeinem  Interesse: 

Basil  Williams  „The  foreign  Policy  of  England  under  Walpole^*  (Januar- 
heft —  Juliheft.)  Die  lehrreichen ,  auf  reichem  archivalischen  Material  ge- 
gründeten Untersuchungen  zur  europäischen  Politik  in  der  Epoche  Wal- 
poles  werden  bis  1781  weitergeführt.  Von  Walpole  ist  allerdings  weniger 
die  Rede  als  von  französichen,  spanischen  und  sonstigen  Staatsmännern; 
geringer  als  bisher  werden  Fleurys  Verdienste  um  Frankreich  angeschlagen. 
Yor  anderem  tritt  deutlich  hervor  —  und  das  ist  die  wichtigste  Lehre 
dieser  Artikelreihe  —  dass  die  englisch-französische  Allianz  die  grösseren 
Vorteile  für  England  gebracht  hat. 

J.  Holland  Rose,  der  jüngste  Biograph  Napoleons  bringt  in  einem  Auf- 
satze ^Sir  Hudson  Lowe  and  the  beginnings  of  the  Campagne  of  1815'^ 
(S.  617 — 628)  Material  aus  bisher  ungedruckten  Privatpapieren  der  Familie 
Lowe,  welches  sich  auf  Lowes  Thätigkeit  als  brittischer  Kommissar  in  den 
Niederlanden  bezieht.  Damach  hatte  Lowe  Einfluss  auf  die  militärischen 
Operationen  der  Verbündeten  im  Frühjahr  1816;  da  er  sich  über  diese  mit 
unseren  preussischen  Generälen  in  Einvernehmen  zu  setzen  hatte,  so  kommen 
wir  auf  diesem  Wege  in  den  Besitz  von  Schreiben  Gneisenaus,  Müfflings, 
Kleists.  Ein  Brief  Blüchers  an  Lowe,  Berlin  6.  Jan.  1816  zeugt  von  Blüchers 
hoher  Wertschätzung  der  englischen  Truppen  und  der  Persönlichkeit  Lowes. 

Weitere  Artikel  erinnern  an  die  schweren  Verluste  der  englischen  Ge- 
schichtswissenschaft: Gamett  hat  den  Nekrolog  von  „Mandell  Creighton, 
Bishop  of  London*^  geschrieben  (S.  211 — 219).  Sein  Hinscheiden  bedeutet 
einen  besonderen  Verlust  für  die  „English  Historical  Review^\  da 
Creighton  von  1886 — 91  zu  deren  Mitherausgebern  gehört  hat.  Gamett 
hebt  als  des  Verstorbenen  Hauptwerk  seine  „History  of  the  Papacy  during 
the  Reformation*^  hervor,  als  dessen  charakteristisches  Verdienst  er  „die 
Tugend  der  Unparteilichkeit**  preist.  Er  bringt  diese  mit  der  Rankeschen 
Objektivität  in  Vergleich,  und  führt  auch  sonst  die  Parallele  mit  Ranke 
weiter.  Ein  schönes  und  tiefempfundenes  Nachwort  hat  Maitland  „William 
Stubbs,  Bishop  of  Oxford"  (S.  417—427)  gewidmet.  Maitland  erörtert  die 
Vorzüge  der  „Constitutional  History",  erinnert  aber  auch  daran,  dass  Stubbs 
abgesehen  von  diesem  Meisterwerke  sonst  noch  sich  unvergessliche  Ver- 
dienste um  die  Förderung  der  Studien  des  englischen  Mittelalters  er- 
worben hat. 

Jedes  Heft  der  „Review"  schliesst  wie  üblich  mit  Bücherbesprechungen. 
Auf  Ewei  sei  besonders  verwiesen:  auf  die  Kritik,  welche  Firth  von  dem 


436  Nachrichten  und  Notiien  I. 

nun  leider  letzten  Bande  Gardiners  geliefert  hat  (S.  58S — 586),  und  auf  die 
Würdigung  von  Stieves  Abhandlungen  seitens  Professor  Ward  (8. 166 — 165); 
sie  zeugt  von  der  Anerkennung  Stieves  in  England. 

Der  letzterschienene  Band  der  «^Transactions  of  the  Royal  Histo- 
rical  Society''  (New  Series.  Vol.  XY.  1901)  enth&lt  folgende  Beiträge 
zur  allgemeinen  und  deutschen  Geschichte: 

Miss  L.  M.  Boberts,  The  negotiations  preceding  the  Peace  of  Lnn^- 
ville,  1801  hat  aus  den  im  Londoner  Record  Office  befindlichen  Akten  des 
englischen  Auswärtigen  Amtes  geschöpft,  besonders  aus  Lord  Mintos  Be- 
richten aus  Wien,  Nutzen  gezogen.  Mit  kritischer  ErOrtemng  der  einzelnen 
Phasen  der  Verhandlungen,  insbesondere  der  Sendung  des  Grafen  St.  Julien 
yerbindet  sie  einen  klaren  Hinweis  auf  die  Hauptstreitfragen  und  auf  die 
historisch  wichtigsten  Ergebnisse. 

W.  F.  Reddaway,  The  advent  of  the  Great  Elector  giebt  ein  Kapitel 
zur  Geschichte  der  Anfänge  der  preussisch-englischen  Beziehungen.  Auch 
dieser  Beitrag  erhält  Wert  durch  neu  herangezogenes  archivalischea  Material: 
es  sind  Aktenstücke,  welche  mit  der  Gesandtschaft  von  Sir  ThonouM  Roe 
nach  Deutschland  im  Zusammenhang  stehen;  sie  umspannen  den  Zeitraum 
von  Ende  1640  bis  Ende  1642.  Das  treibende  Moment  der  englischen  Politik 
ist,  den  Kurforsten  für  die  pfälzischen  Interessen  der  Stuarts  zu  gewinnen; 
derentwegen  tritt  England  der  Vormacht  Oesterreichs  in  Deutschland  ent- 
gegen. Roe  schwebt  der  Gedanke  einer  grossen  Allianz  der  protestantischen 
Mächte  Norddeutschlands  vor  Augen  oder  auch  die  Herstellung  eines  macht- 
yollen  Ostseestaates  durch  Vermählung  des  Kurfürsten  mit  Christine  von 
Schweden. 

Allgemeineres  Interesse  darf  auch  die  Untersuchung  von  Firt^,  The 
later  History  of  the  Jronsides  beanspruchen.  Firth  verfolgt  deren  Schick- 
sale bis  in  die  Anfänge  der  Restauration  Carls  II.  —  Die  seit  längerem 
angezeigte,  yon  der  Historical  Society  übernommene  Edition  der  „Despatchei 
relating  to  the  second  and  Third  Coalitions  against  Napoleon  edited 
from  the  Foreign  office  Correspondence*^  befindet  sich  in  den  Händen  Ton 
J.  W.  Headlam  in  weiterer  Vorbereitung.  Sonstige  Veröffentlichangen 
dienen  nur  speziell  der  englischen  Geschichte.  (Vgl.  hierüber  „Jahresbe- 
richt für  Geschichtswissenschaft^'  §  49  B.) 

Die  28.  Jahresyersammlung  der  Centraldirektion  der  Momunentt 
Germaniae  historica  fand  unter  dem  Vorsitze  von  Geheimrat  Dümmler 
am  14.— 16.  April  in  Berlin  statt.  Im  Laufe  des  Jahres  1901/1902  erschienen: 
Hro 1 8 vi th ae  operaomnia  ed.  P.  de  Winterfeld.  Neues  Archiv.  Bd.  XXVH 
unter  der  Presse  befinden  sich  8  Quartbände,  nämlich:  in  der  Abteilung 
Scriptores:  der  von  Holder-Egger  bearbeitete  Bd.  XXXI  Hälfte  1,  enthaltend 
die  Annalen  von  Cremona  und  Bergamo,  die  Chronik  Sicards  von  Cremona 
etc.,  und  Bd.  IV  der  Merovingischen  Geschichtsquellen  bearb.  von  Krusch, 
umfassend  die  Heiligenleben  von  615  bis  660;  beide  Bände  sollen  noch  im 
Sommer  ausgegeben  werden.  In  der  Abteilung  Leges:  Leges  Visigothorum 
bearb.  von  Zeumer  sollen  im  Herbst  erscheinen,  Diplomata  Bd.  UI  soll  noch 
vor  Ablauf  des  Jahres  erscheinen,  und  Bd.  I  der  Karolingerurkunden  bearb. 


Kachrichten  und  Notizen  I.  437 

Ton  Mühlbacher.  In  der  Abteilung  ÄtUiquitates :  Bd.  IT  der  Necrologiae 
Oermaniae  (Salzbarg)  bearb.  von  Herzberg  -  Fränkel.  Druckfertig  eind: 
Auctores  antiquisdini  Bd.  XIV  (Gedichte  des  Merobandus,  Dracontius  und 
EugeniuB  von  Toledo)  bearb.  von  Vollmer.  Deutsche  Chroniken  Bd.  VI,  1 
(Hagenchronik)  bearb.  von  SeemüUer.  Oonstitutiones  Imperii  Bd.  IQ  bearb. 
von  Schwalm.  Epistolae  (Papst  Nicolaus  I.)  ein  Drittelband  bearb.  von 
A.  V.  Müller.  Necrologia  Grermaniae  Bd.  HI,  1  (Brixen  u.  Freising)  bearb. 
von  Baumann,  doch  soll  erst  noch  die  Bearbeitung  von  Regensburg  abge- 
wartet werden.  In  Vorbereitung  befinden  sich  u.  a. :  Werke  Aldhelms  von 
Sherbome  (R.  Ehwald),  Merovingische  Geschichtsquellen  Bd.  V  und  VI 
(Krusch  und  Levison),  Scriptores  Bd.  XXXI,  2  mit  Doppelchronik  von  Reggio 
und  Berichte  über  den  Ereuzzug  von  Damiette  (Holder-Egger),  Cosmas  von 
Prag  (Bretholz),  Widukind  (Kehr),  Cremoneser  Chronik  des  Abtes  Albert 
de  Bezanis  (Holder-Eggcr  und  Wenck),  Chronik  des  Johannes  von  Victring 
(Schneider),  Annales  Austriae  (Uhlirz),  Vita  Bennonis  Osnabruggensis  in  der 
echten  Gestalt  nach  einer  neugefundenen  modernen  Abschrift  (Bresslau), 
Lex  Baiuvariorum  (E.  v.  Schwind),  Westfränkische  Gerichtssitzungen  (Tangl), 
Concilien  des  karolingischen  Reiches  Bd.  I  bis  848  (Werminghofif) ,  Con- 
stitutiones  Imperii  Bd.  UI  (Schwalm),  Diplomata  Konrads  ü.  (Bresslau)  und 
die  Necrologia  der  Diöcese  Passau  (Fastlinger). 

Die  6.  Jahresversammlung  der  Historischen  Kommission  für 
Hessen  und  Waldeck  fand  am  10.  Mai  in  Marburg  statt.  Der  Druck  des 
1.  Bandes  vom  Fuldaer  Urkundenbuch  musste  leider  im  Herbst  unterbrochen 
werden,  weil  Prof.  Tangl  durch  seine  Arbeiten  für  die  MG  verhindert  war. 
Von  den  (Toniken  von  Hessen  und  Waldeck  hat  Dr.  Diemar  die  beiden 
Chroniken  von  Gerstenberg  im  Manuskript  abgeschlossen,  sodass  der  Druck 
beginnen  kann.  In  Vorbereitung  befinden  sich  die  Landgrafenregesten 
(Könnecke),  doch  fehlt  es  hier  noch  an  einer  geeigneten  Hilfskraft,  das  Orts- 
lezikon  (Reimer),  Urkundenbuch  von  Friedberg  Bd.  I  (Foltz),  Hessisches 
Trachtenbuch  Liefg.  8,  die  Münzen  des  brabantischen  Hauses  1247 — 1567 
(Buchenau)  und  für  die  Centenarfeier  das  Bild  Philipps  des  Grossmütigen 
(v.  Drach  und  Könnecke).  Eine  Unterbrechung  erfuhr  die  Bearbeitung  der 
Urkundlichen  Quellen  zur  Geschichte  Landgraf  Philipps  des  Grossmütigen 
<Brandi).  Gefördert  wurde  die  Herstellung  von  Grundkarten,  dagegen 
konnte  die  Herausgabe  des  historischen  Kartenwerkes  für  Hessen-Nassau, 
Waldeck,  Grossherzogtum  Hessen  und  Aschafienburg  noch  nicht  in  Angriff 
genommen  werden. 

Die  28.  ordentliche  Sitzung  der  Historischen  Kommission  fttr 
die  Prorinz  Sachsen  und  das  Herzogtum  Anhalt  fand  am  10.  und  11.  Mai 
in  Wernigerode  statt.  Im  vergangenen  Jahre  erschienen:  Die  Grabdenk- 
mäler der  Bergkirche  zu  Langensalza;  Kawerau,  Rückkehr  Luthers  von  der 
Wartburg  (Neujahrsblatt)  und  von  den  Bau-  und  Kunstdenkmälem  die 
Kreise  Ziegenrück  und  Schleusingen  (Bergner  in  Nischwitz).  Es  werden 
demnächst  erscheinen:  Von  den  Bau-  und  Kunstdenkmälem  Halberstadt, 
Stadt  und  Land  (Döring  in  Magdeburg),  das  Wüstungsverzeichnis  der  Kreise 
Heiligenstadt,  Worbis,  Mühlhausen  und  Duderstadt  (v.  Witzingerode-Knorr), 


438  Nachrichten  und  KoUmh  L 

ein  nenes  Heft  der  YorgeschichÜichen  Altertfimer  (Zsehiesche)  und  Bd.  I 
der  Jahresschrift  für  die  Vorgeschichte  der  sächtiach-thflringiBchen  Lftnder. 
Dnickfertig  sind:  Bau-  und  Kunstdenkm&ler  Stadtkreis  Aschenleben  (Brink- 
mann in  Zeitz)  und  Kreis  Naumburg  (Bergner)  und  im  Druck  selber  ist  das 
Urkundenbuch  für  Pforta  bis  1350  (Böhme).  In  Vorbereitung  befinden  sich: 
Urkundenbuch  der  Stadt  Goslar  Bd.  IV— VI  (Bode),  dee  Klosters  U.  L.  Frauen 
in  Halberstadt,  der  Stadt  Halle,  der  Erfurter  Varietatum  Vaziloquus  und 
die  Quedlinburger  Paurgedinge,  Rats-  und  Kirchenordnungen,  das  Urkunden- 
buch des  Enstifts  Magdeburg,  das  der  Hochstifte  Zeits  und  Naumburg 
und  die  Kirchenrisitationsprotokolle  des  Kurkreises.  Oef^Vrdert  wurde  auch 
die  Ausgabe  der  Grundkarten. 

Die  81.  JahresTcrsammlung  des  hansischen  Geschichtsyereins 
tagte  in  Verbindung  mit  der  27.  des  Vereins  für  niederdeutsche 
Sprachforschung  in  der  Pfingstwoche  am  20.  und  21.  Mai  1902  in  Emden. 

Es  sprachen  in  den  gemeinschaftlichen  Sitsungen  beider  Vereine  Ober- 
bürgermeister Fürbringer-Emden  „über  die  Veränderung  des  Stadtbildes 
von  Emden  seit  der  hamburger  Zeit  und  die  Sehenswürdigkeiten  der  StadV\ 
Geheimrat  Frensdorff-Göttingen  über  „Carl  Hegel  und  die  Geschichte  des 
deutschen  Städtewesens^^  und  Professor  GaU^-Utrecht  über  ^das  nieder- 
ländische Bauernhaus^',  in  den  Sitzungen  des  Hansischen  GreschichtsrereinB 
Privatdozent  Dr.  Daenell-Kiel  über  „den  Ostseeverkehr  und  die  HansestiUite 
in  der  ersten  Hälfte  des  15.  Jhs.**  und  Archivrat  Dr.  Wachter-Aurich 
über  „Ostfrieslands  Beziehungen  zu  den  Niederlanden**,  in  den  Sitiungen 
des  niederdeutschen  Sprachvereins  Oberlehrer  Dr.  Kück-Friedenau  „über 
die  alte  Frauentracht  der  Lüneburger  Heide"  und  Dr.  Borchling-Qüttingen 
über  „die  niederdeutsche  Litteratur  Ostfrieslands." 

Der  Jahresbericht  des  Hansischen  Geschichtsvereins  stellt  das  baldige 
Erscheinen  verschiedener  Bände  seiner  Publikationen  in  Aussicht  Der 
Druck  des  7.  Bandes  der  von  D.  Schäfer  bearbeiteten  Hanserezesse  wird 
noch  in  diesem  Jahre  beginnen.  Den  6.  Band  des  hansischen  Urkunden- 
buchs,  der  die  Jahre  1415 — 34  umfasst,  wird  der  Bearbeiter  Dr.  Kunze,  da 
das  Manuskript  fast  vollendet  ist,  im  Sommer  zum  Druck  geben,  der  9.  von 
Dr.  Stein  bearbeitete  Band  (1468—70)  befindet  sich  bereits  im  Druck  und 
wird  bis  zum  Ende  des  Jahres  erschienen  sein  können.  Das  Manuskript 
des  2.  Bandes  der  kölner  Inventare  (1572—91)  hat  Prof.  Höhlbaum  voll- 
endet, der  Druck  hat  begonnen;  die  Drucklegung  des  8.  Bandes,  in  welchem 
Dr.  Mack  die  braunschweiger  Inventare  bearbeitet  hat,  wird  sich  nach 
Fertigstellung  jenes  schnell  anschliessen  können.  Ein  neues  Heft  der  Han- 
sischen Geschichtsblätter  befindet  sich  im  Druck  und  wird  Mitte  des  Jahres 
zur  Ausgabe  gelangen. 

Als  Ort  der  nächstjährigen  Pfingstversammlung  der  beiden  Vereine 
wurde  Magdeburg  gewählt. 

Unter  den  Festgaben  sei  erwähnt:  Archivrat  Dr.  Sello,  das  Stadtwappen 
von  Emden  (Abdruck  a.  d.  Jahrbuch  der  Gesellsch.  f.  b.  Kunst  u.  vaterL 
Altertümer  zu  Emden  Bd.  XIV,  1902). 

Kiel.  Daenell. 


Nachrichten  und  Notizen  I.  439 

PerflOBAÜen.  Emeuiiuigeii  and  BefÖrdemngen«  Akademien.  Der 
Vorsitzende  der  Centraldirektion  der  Mon.  Germ.  hist.  E.  Dümmler  in 
Berlin  wnrde  znm  Ehrenmitglied  der  philologiBch-historischen  Klasse  der 
k.  k.  Akademie  der  Wissenschaften  in  Wien  ernannt,  zu  wirklichen  Mit- 
gliedern wurden  Finanzminister  Böhm  von  Bawerk  und  der  o.  Prof. 
E.  Richter  in  Graz,  zu  korrespondierenden  Mitgliedern  die  o.  Prof. 
A.  Riegl  (Kunstgeschichte)  in  Wien,  Kretschmar  (Vergleichende  Sprach- 
wissenschaft) in  Wien  und  ▼.  Ottenthai  in  Innsbruck  gewählt. 

Universitäten.  Der  o.  Prof.  fOr  alte  Geschichte  Dr.  Eduard  Meyer 
in  Halle  wurde  nach  Berlin  auf  den  Lehrstuhl  Köhlers,  der  zurücktritt,  berufen. 

Der  ao.  Prof.  der  Geschichte  Dr.  Koch  in  Heidelberg  wurde  zum 
Honorar-Profeäsor  ernannt;  der  Privatdozent  der  Geschichte  in  Strassburg 
Th.  Ludwig  zum  ao.  Professor. 

Es  habilitierte  sich  Dr.  Karl  Brunner  an  der  Technischen  Hochschule 
in  Karlsruhe  für  Geschichte;  Dr.  jur.  et  phil.  C.  Köhne  für  Wirt^jchafts- 
geschichte  an  der  T.  H.  in  Charlottenburg;  Dr.  Svambera  in  Wien  für 
Geographie. 

TodesflUle»  Einen  schweren  Verlust  hat  die  englische  Geschicht-swissen- 
Bchaft  durch  den  Tod  von  Dr.  Mandell  Creighton,  Bischof  von  London 
erlitten.  Er  ist  am  14.  Januar  1901  im  68.  Lebensjahre  gestorben.  Als 
sein  Hauptwerk  wird  seine  fünf  bändige  „History  of  the  Papacy  during  the 
Reformation'*  in  England  geschätzt  (1882 — 1894;.  Auch  seine  sonstige 
wissenschaftliche  Thätigkeit  ist  vornehmlich  dem  15.  und  16.  Jahrhundert 
zu  g^te  gekommen.  Litterarhistorischen  Charakter  trägt  seine  „Rede- 
Lecture**  über  die  englische  Frührenaissance.  Werthvoll  ist  seine  Mono- 
graphie des  Kardinal  Wolsey,  welche  er  für  die  Serie  der  „Twelve  engli^Ii 
statesmen**  geschrieben  hat.  Sein  letztes  Werk  hat  der  Königin  Elisabeth 
gegolten;  ihr  persönliches  Verhalten  wünschte  er  darzulegen,  nicht  eine 
Geschichte  ihrer  Politik  und  ihres  Zeitalters  zu  geben.  Ein  englisches  Ur- 
teil stellt  Creighton  neben  und  in  mancher  Hinsicht  über  Ranke.  Wir  sehen 
hierin  eine  Ueberschätzung,  die  wir  aber  aus  den  Gefühlen  frischer  Trauer 
heraus  wohl  verzeihlich  finden. 

Am  22.  April  lüOl  ist  Dr.  William  Stubbs,  Bischof  von  Oxford  im 
Alter  von  75  Jahren,  kurz  vor  vollendetewi  76**",  gestorben.  Mit  seinem 
Heimgange  hat  die  wissenschaftliche  Welt  den  Verlust  von  Englands  grösstem 
mittelalterlichen  Historiker  zu  beklagen.  Als  Motto  für  sein  Wirken  im 
Dienste  unserer  Wissenschaft  mag  die  einmal  von  ihm  gegebene  Definition 
des  historischen  Genius  angesehen  werden;  historial  genius  meinte  er,  be- 
stände in  „an  unlimited  capacity  for  taking  pains^^  Seine  unverwüstliche 
Arbeitskraft  hat  Früchte  getragen,  deren  Reichtum  um  so  höher  anzu- 
schlagen ist,  als  neben  der  wissenschaftlichen  Thätigkeit  die  geistlichen 
Berufspflichten  zu  erfüllen  waren.  In  dreifacher  Hinsicht  hat  er  das 
Studium  des  Mittelalters  gefördert:  als  Textkritiker,  als  Herausgeber  mittel- 
alterlicher Chroniken  und  als  darstellender  EListoriker.  Die  Serie  der  von 
ihm  besorgten  Editionen  in  der  „Rolls  Series"  umfasat  19  Bände.  Hierunter 
befinden  sich:  die  „Chronicles  of  Eduard  I  and  Eduard  II",  William  of 
Malmesbury's  „de  Gestis  regum"  und  „Historiae  novellae"  u.  a.  m.    Seinen 


440  NachrichteD  und  Notisen  L 

Weltrahm  yerdankt  er  seiner  ,,ConBtitutional  Hifitory  of  England  in  iU 
origin  and  development*\  in  erster  Auflage  1874 — 1876  erschienen;  die 
vorangehende  Forscherthfttigkeit  ist  hier  insbesondere  der  Selbständigkeit 
in  der  Darstellung  des  12.  Jahrhunderts  zu  gute  gekommen.  Den  tief- 
greifenden Einfluss  im  eigenen  Lande  aber  hat  Stubbs  als  Lehrer  und 
Meister  der  historischen  Methode  gewonnen;  in  dieser  Hinsicht  sind  seine 
f^Sel^t  Charters  and  other  illustraÜons  of  english  Consütutional  Historj, 
from  the  earliest  Times  to  the  reign  of  Eduard  T',  welche  fOr  den  Ge- 
schichtsunterricht bestimmt  wurden,  für  England  epochemachend  geworden. 
Für  das  Interesse,  das  sie  fanden,  spricht,  dass  sie  seit  1870  in  8  Auflagen 
erschienen  sind.  An  weitere  Kreise  des  gebildeten  Publikums  hat  er  sich 
in  seinen  „Oxford  Lectures"  gewandt.  In  welchem  Ghrade  er  als  Mensch 
schätzenswert  gewesen  ist,  beweisen  die  englischen  Nekrologe.  Hinsichtlich 
des  Platzes,  welcher  ihm  in  der  Geschichte  unserer  Wissenschaft  zuzuweisen 
sein  wird,  bemerkt  Professor  Maitland:  „ich  meine,  dass  solche,  welche  ihn 
hoch  unter  den  höchsten  bestimmen,  diejenigen  sein  werden,  welche  durdi 
ihre  eigenen  Arbeiten  das  beste  Recht  zu  urteilen,  erworben  haben/^ 

Einer  der  populärsten  amerikanischen  Historiker  ist  mit  John  Fiske 
heimgegangen.  Er  ist  1842  in  Hartford,  Connecticut  geboren,  am  4.  Juli 
1901  in  East  Gloucester,  Mass.  gestorben.  Sein  Arbeitsfeld  hat  sich  von 
der  Periode  der  Entdeckung  Amerikas  bis  zur  Annahme  der  Bundesver- 
fassung erstreckt.  Aus  der  Reihe  seiner  Schriften,  welche  auch  ausserhalb 
Amerikas  einen  reichen  Leserkreis  gefunden  haben,  sind  zu  erwähnen: 
The  critical  Period  of  American  History,  1888;  The  Beginnings  of  New 
England,  1889;  The  american  Revolution,  1891;  The  discovery  of  America, 
1892.  Unvollendet  geblieben  ist  ein  Werk  über  „New  England  and 
New  France." 

Am  7.  Mai  starb  in  Wien  im  Alter  von  71  Jahren  der  Professor  an 
der  Technischen  Hochschule,  Ministerialrat  Dr.  Adolf  Beer,  der  sich 
durch  seine  Forschungen  auf  dem  Gebiet  der  Osterreichischen  Geschichte 
in  der  zweiten  Hälfte  des  18.  Jahrhunderts  einen  Namen  gemacht  hatte. 

Am  9.  Mai  starb  in  Berlin  der  Realgynmasial- Oberlehrer  Dr.  A.  Bürck- 
1  ein  im  Alter  von  49  Jahren,  bekannt  als  Mitarbeiter  am  Corpus  Inscriptio- 
num  Latinarum. 

Am  11.  Mai  starb  nach  kaum  vollendeten  69.  Lebensjahr  der  unermüd- 
liche Forscher  auf  dem  Gebiet  der  deutschen  Hugenottenkolonien  Dr.  med. 
Henri  Tollin,  Prediger  der  Hugenottengemeinde  in  Magdeburg. 

Am  13.  Mai  verschied  76  Jahr  alt  der  o.  Prof.  der  neutestamentlichen 
Exegese  und  Dogmatik  in  Halle,  Oberkonsistorialrat  Dr.  jur.  et  phil.  Julius 
Eöstlin,  dem  wir  zahlreiche  Arbeiten  zur  Geschichte  der  deutschen  Refor- 
mation und  vor  allen  die  bekannte  Lebensbeschreibung  Luthers  zu  ver- 
danken haben. 

In  München  starb  kürzlich  der  Aesthetiker  und  Eulturhistoriker  Prof.  a.  D. 
Dr.  Adalbert  Svoboda,  Redakteur  der  Neuen  Musikzeitung,  im  Alter 
von  74  Jahren. 

Am  29.  Mai  ist  in  Tübingen  65  Jahr  alt  der  o.  Prof  des  Strafrechts 
Hugo  von  Meyer  gestorben. 


Nachzicbten  and  Notizen  I.  441 

Max  BftdiAger 

der  Schüler  Rankes  ist  tot!  Ein  arbeik^iches  Leben  ist  abgeschlossen ;  eine 
Fülle  des  Wissens  ist  ausgelöscht  —  and  ein  trener,  gater  Lehrer  lebt  nar 
mehr  im  Andenken  seiner  Schüler.  Blitzt  anch  in  den  letzten  Jahren  die 
Schärfe  des  Urteils  nicht  mehr  so  messerscharf  aaf,  wie  in  der  Osterreichischen 
Greschichte,  oder  wie  in  seiner  üntersachang  der  Königinhoferhandschrift,  so 
erinnern  wir  ans  doch  mit  tiefer  Dankbarkeit  all  dessen,  was  Büdinger  der 
Wissenschaft  der  (reschichtforschong  gegeben.  In  drei  dentschen  Staaten 
thätig  —  die  lebendige  Verkörperong  des  Znsammenhanges  aller  deutschen 
Wissenschaft  ist  mein  verehrter  Lehrer  den  Sparen  Bankes  nachgegangen 
and  darzustellen  bestrebt  gewesen,  wie  „die  Dinge  eigentlich  waren".  Stärker 
noch  als  bei  Bänke  tritt  bei  Büdinger  klar  aasgesprochen  hen'or,  dass  — 
so  sehr  alle  menschheitliche  Entwicklang  an  staatliche  Entwicklang  ge- 
knüpft ist  —  mit  dieser  politischen  Seite  der  Inhalt  des  menschheitlichen 
Lebens  bei  weitem  nicht  erschöpft  ist.  Die  Fülle  der  Ideen,  wie  sie  von 
einem  (Schlechte  dem  nächsten,  yon  einem  Volke  dem  anderen  über- 
geben werden,  wie  sie  yon  Stamm  and  Volk  and  Einzelwesen  verändert 
werden,  das  zu  erforschen  ist  nach  ihm  eine  Aufgabe  der  allgemeinen  Ge- 
schichte, mögen  diese  Ideen  Zeit,  Baum,  Schicksal  oder  den  Begriff  der 
Universalhistorie  als  eines  einheitlichen  Forschungsgebietes  enthalten.  Wenn 
Büdinger  seiner  üniversalhistorie  das  Wort  von  Helmholtz  über  den  Forächer 
voranstellt:  „Gleichzeitig  tritt  ihm  die  Gredankenwelt  der  civilisierten  Mensch- 
heit als  ein  fortlebendes  und  sich  weiter  entwickelndes  Ganzes  entgegen, 
dessen  Lebensdauer  der  kurzen  des  Einzelindividuums  als  ewig  erscheint"  — 
so  ist  mit  diesem  Leitwort  auch  Büdingers  Auffassung  gekennzeichnet. 

So  erscheinen  die  vielumstrittenen  Rankeschen  Ideen  nicht  als  transcen- 
dentale,  in  ihrem  zeitweiligen  Eingreifen  unverständliche,  über  den  Volks- 
seelen thronende  Mächte,  sondern  als  die  g^ze  positive  Arbeitserrungen- 
schaft,  die  stets  vermehrt  weitergegeben  werden  soll.  Wir  haben  nicht  zu 
fragen,  welchen  Nutzen  die  Geschichte  stiftet:  sie  ist  die  Wahrheit  und 
wir  ihre  Bekenner  —  aber  freuen  können  wir  uns,  wenn  wir  empfinden, 
dass  ihre  Wahrheit  auch  nützt,  dass  das  Bewusstsein  der  Abhängigkeit 
die  ethische  Erziehung  fc)rdert,  dass  sie  jenes  rohe  Eolonialbewusstsein  des 
alten  Siciliens  und  des  neuen  Nordamerikas  verhindert,  nach  dem  der 
Mensch  die  Wurzeln  seiner  Kraft  allein  iu  sich  trägt.  Und  ahnungsvolle 
Deutung  weist  auf  den  Zusammenhang  der  Eantischen  Lehre  mit  der  Auf- 
fassung von  Zeit  und  Raum  bei  den  Indogermanen  hin.  Wem  die  unge- 
heueren Ideenketten,  die  über  Jahrtausende  sich  spannen,  so  sichtbar  sind, 
wer  die  Erneuerung  alter  grosser  Gedanken  in  späten  Jahrhunderten  so 
deutlich  übersieht,  für  den  liegt  die  Gefahr  nahe,  zu  viel  Analogien,  zu 
viel  Anspielungen  zu  vernehmen  —  eine  Gefahr,  der  Büdinger  mit  zu- 
nehmendem Alter  nicht  entgangen  ist. 

In  seiner  östeneichischen  Geschichte  hat  Büdinger  in  feiner  Darstellung 
gezeigt,  wie  stammhafte  Eigenart  unter  römischer  Herrschaft  fortlebt,  wie 
das  Werden  rmd  Wachsen  eigener  Kultur  auf  unserem  Boden  vor  sich  ge- 
gangen, zum  Teil  hervorgebracht  durch  die  unermüdliche  Arbeit  deutscher 
Mönche,  die  manuum  propriarum  apprehensione  deutschen  Boden  schaffen, 


442  Nachrichten  und  Notixen  L 

wie  in  stetem  Schwanken  zwischen  Gewalt  und  Demut  gegenüber  dem 
deutachen  Reiche  sich  die  slavischen  Reiche  zusammenadilossen ,  und  am 
dem  Stürmen  des  Ostens  die  Grundlagen  einer  Vorhut  deutschen  Wesens 
sich  in  unseren  Grenzmarken  bildeten. 

Die  Persönlichkeiten  versuchte  Büdinger  scharf  zu  erfataen,  Ererbtet 
und  Erworbenes  zu  scheiden  und  auch  in  den  eigensten  individueUen 
Geistesbereich  dort  einzudringen,  wo  psjchopatiiische  Zuatftnde  wie  bei 
Don  Carlos  der  einfachen  psychologischen  Erkl&rung  Schranken  setzen. 

Gestalten,  die  an  grossen  Wendepunkten  stehen  und  den  Geist  der 
Zeit  janusartig  widerspiegeln,  hat  Büdinger  mit  Vorliebe  behandelt,  ApoUi- 
naris  Sidonius,  den  Bischof,  der  zur  Zeit  des  Unterganges  des  westrSmischen 
Reiches  trotz  seinem  Aufwachsen  in  den  Ueberliefemngen  des  römischen 
Beamtentums  und  in  der  Abneigung  gegen  den  Arianismus  die  Bedeutung 
der  Germanen  voll  erkennt  ~  und  Otto  von  Freising,  den  gelehrten  Baben- 
berger,  der  in  der  zitternden  Gährung  der  Geister  vor  dem  2.  Krenzsuge 
schreibt.  In  die  Werkstätte  der  Forscher  sieht  Büdinger  mit  onablftasigem 
Bemühen.  Wie  Thukydides  mit  dem  reichen  Urkundenschatz  des  Alkibiades 
frei  und  gross  arbeitet  und  der  Bischof  Frechulf  am  Hofe  der  Kaiserin 
Judith  ad  historiae  veritatem  vorzudringen  sucht,  zieht  seinen  Geist  lebendig  an. 
Varietäten  der  Menschennatur  und  ihrer  gesellschaftlichen  Ordnungen  vor- 
zuführen, ist  ihm  eine  Hauptaufgabe  der  geschichtlichen  Forschung:  die 
römische  und  die  englische  Verfassung  scheint  ihm  von  diesem  Gesichts- 
punkte unendlich  wichtig  —  die  englische  Verfassung  behandelt  er  in  einem 
eigenen  Werke,  zur  römischen  Verfassung  kehrt  er  immer  wieder  zurück, 
zum  Teil  in  den  Bahnen  seines  Lehrers  Rubino  wandelnd,  die  Ton  der  Zeit 
der  hellgeschichtlichen  Kenntnisse  der  Römer  über  ihre  eigene  Verfassung 
nach  rückwärts  in  dunkle  Zeiten  führen.  Das  Verhältnis  des  Dichters 
CatuU  zum  Patriciat  dient  zur  Aufhellung  der  alten  Clanstellung  des  rö- 
mischen Patriciates;  und  von  dem  Fehderecht  der  Indogermanen  ergiebt 
sich  ein  Einblick  in  das  senatus  consultum  ultimum  —  in  den  „gesets- 
massigen  Staatsstreich"  des  römischen  Patriciates. 

Das  Bewusstsein  der  von  Büdinger  so  schön  dargestellten  Eulturüber- 
tragung  erfüllt  uns  voll,  das  Bewusstsein,  dass  die  Fackel  des  Wissens  der 
Geschlechter  vor  uns  hell  leuchtend  uns  von  diesen  übergeben  wurde,  auf 
dass  sie  wärme  zum  Heile  und  Nutzen  unserer  Zeit.  Jeder  einzelne  von 
uns  fühlt  so  nach  dem  Beispiele  Büdingers  die  Pflicht,  nach  seinen  Kräften 
beizutragen,  dass  er  noch  leuchtender  die  Flamme  dem  nachfolgenden  Ge- 
schlechte übergebe,  jeder  in  seinem  Kreise  ein  Hüter  des  errungenen  Geistes- 
Bchatzes,  jeder  ein  Vermittler  der  Vergangenheit  für  die  Kommenden. 

Innsbruck.  v.  Scala. 


Berichtigung.    Oben  S.  337  Z.  21  ist  'den'  statt  'die'  zu  les^. 


443 


Nachrichten  nnd  Notizen  n. 

Die  Lltteratiir  des  Jalires  1901  mr  Geschichte  Altpreaggens. 

Den  nachfolgenden  Bericht,  den  zweiten,  den  ich  für  diese  Zeitschrift 
liefern  darf,  habe  ich  mit  der  Anerkennung  und  Abthuung  einer  bösen 
Yergesslichkeit  zn  beginnen,  deren  ich  mich  leider  in  dem  ersten  Bericht 
schuldig  gemacht  habe.  Seit  dem  Jahre  1898  l&sst  der  Verein  für  die 
Geschichte  von  Ost-  und  Westpreussen  aUj ährlich  eine  Altpreussische 
Bibliographie  erscheinen,  welche  trotz  ihres  allgemeinen  Titels  nur  die  zur 
altpreossischen  G^eschichte  (dieses  Wort  im  umfassendsten  Sinne  genommen) 
erschienenen  Schriften  yerzeichnet;  diese  höchst  dankenswerte  Zusammen- 
stellung, die  bisher  immer  von  dem  königl.  Bibliothekar  Dr.  Walter 
Me  jer  verfasst  ist  und  zunächst  in  der  Altpreussischen  Monatsschrift  ver- 
Gffentlicht  wird,  in  Sonderabdrücken  aber  auch  den  Mitgliedern  des  Vereins 
angeht  und  in  den  Buchhandel  kommt,  liegt  wie  aus  dem  hier  behandel- 
ten Berichtsjahr  fOr  1900  (48  S.),  so  natürlich  auch  ans  dem  Jahre  1900 
fSr  1899  (68  S.)  vor.  —  Neue  zusammenfassende  Darstellungen  altpreusaischer 
G^eschichte  von  irgendwelcher  Bedeutung  hat  das  Jahr  1901  nicht  gebracht, 
weder  eine  Gesamtgeschichte  des  Landes,  noch  auch  Darstellungen  der- 
selben für  grössere  Zeiträume,  und  ebenso  wenig  Quellenverö£fentlichungen 
allgemeinerer  Art,  so  dass,  was  an  darstellenden  Arbeiten  und  an  neuem 
Qnellenmaterial  erschienen  ist,  erst  weiterhin,  jedes  an  seiner  Stelle,  zu 
erwähnen  und  zu  behandeln  sein  wird.  So  darf  ich  sagen,  obwohl  an  einer 
Stelle  mit  dem  erstmaligen  Abdruck  eines  schon  vor  mehr  als  anderthalb 
Jahrhunderten  ver&ssten,  aber  bisher  nur  handschriftlich  vorhandenen  Werkes, 
dessen  erstes  Drittel  eine  Gesamtgeschichte  Preussens  bis  zum  J.  1742  ent- 
hält, begonnen  ist,  des  in  jener  Zeit  nach  langen,  sorgfältigen  Vorarbeiten 
niedergeschriebenen  umfangreichen  Werkes  des  preussischen  Hofgerichts- 
rats  August  Hermann  Lucanus,  welches  den  Titel  fahrt:  Preussens 
uralter  und  heutiger  Zustand  oder  historisch-geographische  und  politische 
Abbildung  des  Königreichs  Preussen;  das  davon  jetzt  vorliegende  erste  Heft, 
von  Bechtsanwalt  Maczkowski  im  Auftrage  der  Litterarischen  Gesell- 
schaft Masovia  (in  Lötzen)  besorgt,  (Lötzen,  S.  1—124)  bringt  eben  die  acht 
ersten  Kapitel  mit  jener  Gesamtgeschichte  und  noch  einige  Seiten  des 
nächstfolgenden  Kapitels  über  das  Verhältnis  Preussens  zum  römischen 
Reiche.  Von  diesem  mit  vollster  Gewissenhaftigkeit  ausgearbeiteten  Biesen- 
werke ist  der  ganze  weitere  Rest,  welcher  den  damaligen  Zustand  Preussens 
eingehend  beschreibt,  nicht  bloss  für  jene  Zeit  von  grösster  Bedeutung  ge- 
wesen, sondern  dürfte  auch  dem  heutigen  Leser  und  Benutzer  gewiss  noch 
mannigfaltige  Belehrung  bringen,  so  dass  sein  Abdruck,  allenfalls  mit  einigen 

Histor.  YiertaUahnchrift.  1902.  8.  31 


444  Nachrichten  und  Notizen  11. 

Einschränkungen,  ganz  dankenswert  sein  wird.  Aber  gerade  die  Dmck- 
legong  jener  ersten  Kapitel  entbehrt  doch  alles  Nutzens  und  ist  darum  der 
grossen  Kosten  nicht  wert,  denn  für  die  Urgeschichte  und  das  ganze  übrige 
Mittelalter  hat  der  Verfasser  nichts  Anderes  gegeben,  nach  seinen  Vorlagen 
nichts  Anderes  geben  können,  als  was  heutzutage  als  ganz  und  gar  un- 
brauchbar zu  bezeichnen  ist,  und  auch  für  die  weiteren  zwei  Jahrhunderte 
erfahren  wir  darin  nichts  Neues,  selbst  nicht  fOr  des  Verfassers  eigene  Zeit. 
Eine  Einleitung  über  diesen  selbst  und  über  sein  Werk  wird  hoffentlich 
mit  dem  Schlussheft  erscheinen;  der  Abdruck  ist  offenbar  (leider!)  ganz 
und  gar  buchstäblich  erfolgt,  aber  eine  ganze  Reihe  von  Stellen  kann  doch 
so,  wie  sie  da  gedruckt  sind,  in  dem  mir  augenblicklich  unzugänglichen 
Original  unmöglich  gestanden  haben. 

Ueber  die  für  Altpreussen  erst  mit  dem  Anfange  des  18.  Jahrhunderts 
voll  abschliessende  vorgeschichtliche  Zeit  liegen  zunächst  für  die  Archäologie 
und  die  Anthropologie   namhafte  Untersuchungen   nicht   vor:    ein  Jahres- 
bericht der  Königsberger  Altertumsgesellschaft  Prussia  ist  nicht  erschienen, 
in  den  Schriften  der  Physikalisch  -  ökonomischen  (Gesellschaft   zu  Königs- 
berg (42.  Jahrgang,  S.  88—95)   giebt  H.  Kemke   ein  Fundverzeichnis  zu 
den  die  Zeit   der  grossen   nachchristlichen  Gräberfelder  Ostpreussens  be- 
treffenden Tafeln  (7 — 15)  des  Albums  der  Berliner  anthropologfischen  Aus- 
stellung vom  Jahre  1880  —  das  Ergebnis  höchst  mühevollen  Suchens,  und 
in  den  Schriften  einiger  Lokalgesellsch  ften  finden  sich  höchstens  verein- 
zelte Fundberichte.     Nur  der  XXI.  Amtliche  Bericht  über  die  verschiedenen 
Sammlungen  des  Westpreussischen  Provinzial-Museums  (zu  Danzig)  für  das 
Jahr  1900,  den  wieder  Professor  Conwentz,  der  Direktor  des  Museums, 
verfasst  hat,    enthält  (S.  80 — 50)   die   überaus   reichen   Eingänge   für  die 
vorgeschichtliche  Sammlung  nebst  den  Fundberichten  dazu,  und  zwar  ge- 
ordnet nach  den  archäologischen  Perioden;  wenn  aber  neben  der  letzten, 
der  Eisenzeit,  noch  eine  römische  und  eine  arabisch-nordische  Zeit  ausge- 
sondert werden,  so  glaube  ich  dagegen  auch  hier  Widerspruch  einlegen  zu 
müssen,  denn  in  welcher  Periode  kommen  wohl  Funde  römischen,  (byzan- 
tinischen,) arabischen  oder  nordischen  Ursprungs  allein  oder  vorherrschend 
zum  Vorschein?    Die  Eingänge  des  Museums  für  die  ethnologische  Samm- 
lung (S.  50  f.)  gehören  sämtlich  der  geschichtlichen  Zeit  an.     Zwar  ist  eine 
zum  Teil  aus  Rentierhom  bestehende  und  mit  der  eingeritzten  ein^M^en 
Zeichnung  eines  Ren  geschmückte  kleine  Dose  im  Jahre  1900  im  Kreise 
Kulm  gefunden,  aber  als  ein  Beweis  für  das  Zusammenleben  jenes  nordi- 
schen Tieres  mit  dem  Menschen  in  unseren  Gegenden  darf  sie  doch  nicht 
gelten,  da  Conwentz  in  einer  Sitzung  der  Danziger  Naturforschenden  Ge- 
sellschaft hat  nachweisen  können,  dass  die  Dose  selbst  ein  Machwerk  der 
letzten  Zeit  und  die  Zeichnung  eine  „neuere  Arbeit  aus  norwegisch  Läpp- 
land^^  ist.    An  derselben  Stelle  hat  Prof.  Dorr  (Elbing)  einen  Vortrag  über 
die  prähistorische  Bevölkerung  in  Altpreussen  gehalten,  aber  so  sehr  auch 
wegen  des  vöUigen  Mangels  an  unmittelbaren  und  zuverlässigen  Quellen 
die  Ansichten  über  den  Völkerwechsel  auf  „dem  Gebiete  zwischen  Weichsel 
und  Pregel  bezw.  Memel"  noch  heute  auseinandergehen,  so  darf  man  hier 
doch  auf  keinen  Fall  mehr  hintereinander  Finnen,  Teutonen,  Goten,  Wenden 


Nachrichten  and  Notizen  11.  445 

nnd  zuletzt  endlich  die  Frozen  (die  Aestier  —  nur  .^wahrscheinlich"  dem 
lettischen  Volksstamme  angehörig?)  sitzen  lassen,  und  ebenso  wenig  ist  es 
heute  noch  gestattet  den  „weitgereisten*'  Pjtheas  bis  zu  unserm  Samland 
zu  fuhren  und  seine  Bemsteininsel  Abalus  als  Samland  anzusprechen  oder 
gar  das  l&ngst  als  eine  Schulübung  erwiesene  Schreiben  des  Ostgoten- 
kOnigs  Theodorich  an  die  Hästuer  als  eine  historische  Quelle  heranzuziehen, 
(üeber  beide  Vorträge,  von  Conwentz  und  von  Dorr,  s.  die  Schriften  der 
genannten  (Gesellschaft.)  Eine  Abhandlung  endlich  von  W.  v.  Landau 
über  Die  Phönizier  (Der  alte  Orient,  2.  Jahrg.  Heft  4;  30  S.)  berührt  die 
nordischen  PhOnizierfahrten  gar  nicht.  —  Hier  darf  ich  mir  vielleicht  die 
mahnende  Frage  erlauben,  ob  es  nicht  endlich  auch  bei  uns,  wie  es  ja 
anderwärts  (in  Livland,  Finnland,  Schweden  u.  s.  w.)  längst  mit  gutem  Erfolg 
geschehen  ist,  möglich  und  an  der  Zeit  wäre  den  überreichen  Fundvorrat 
zu  einer  zusammenfusenden  wissenschaftlichen  Untersuchung  über  unsere 
Archäologfie  zu  verwerten. 

Für  die  weitere  Vorgeschichte  sind  im  vorigen  Jahre  nur  zwei  den 
h.  Adalbert,  den  ersten  Preussenapostel,  betre£fende  Arbeiten  erschienen, 
jede  von  berufenster  Seite,  die  eine  über  die  Quellen,  die  andere  haupt- 
sächlich über  die  (Gegend  des  Auftretens  und  des  Martyriums  des  Heiligen. 
üeber  die  Verfasser  der  drei  gleichzeitigen  und  glaubwürdigen  Lebens- 
beschreibungen Adalberts  sind  bekanntlich  von  den  verschiedensten  Seiten 
die  verschiedensten  Meinungen  ausgesprochen  und  rmter  Beweis  gestellt. 
So  hat  z.  B.  der  Lemberger  Gelehrte  W.  E^trzynski  mehrmals  als  Verfasser 
der  jetzt  sogenannten  Vita  I  wieder,  der  alten  Meinung  Joh.  Voigts  folgend, 
des  Märtyrers  Stiefbruder  Gaudentius,  den  spätem  ersten  Bischof  von 
Posen,  nachzuweisen  versucht,  die  Vita  n  aber  dem  Nachfolger  Adalberts 
im  Martyrium,  dem  Erzbischof  Brun,  abgesprochen  und  einem  andern 
röchsischen  Geistlichen  zuschreiben  wollen.  Wenn  nun  auch  wohl  bei  un- 
befangener Betrachtung  die  Auffassung,  mit  welcher  Pertz  (gegen  Voigt)  bei 
der  Herausgabe  der  beiden  damals  aUein  bekannten  Viten  im  4.  Bande  der 
Monumenta  Germaniae  hervorgetreten  ist,  die  Vita  1  rühre  von  Johannes 
Canaparius,  dem  Abte  desjenigen  römischen  Klosters,  in  welchem  Adalbert 
selbst  eine  Weile  als  Mönch  zugebracht  hat,  die  Vita  n  dagegen  von 
Brun  her,  als  die  richtigere  erscheinen  muss,  so  hat  doch  Max  Perlbach 
mit  Bücksicht  auf  die  Stellung,  die  Eftrzynski  nun  einmal  einnimmt,  die 
dankenswerte  grosse  Mühe  nicht  gescheut  die  Sache  noch  einmal  ernstlich 
und  gründlich  anzufassen.  Eine  kritische  Untersuchung  über  eine  mittel- 
alterliche Quelle  als  das  letzte  Wort  in  der  Sache  anzusprechen  ist  gewiss 
höchst  misslich,  aber  der  ebenso  tief  eindringenden,  wie  weit  ausgreifenden 
und  gewiss  alles  Vorhandene  umfassenden  Forschungsmethode  Perlbachs 
gegenüber  dari  man  ein  solches  Urteil  schon  einmal  wagen,  und  ich  bin 
auch  hier  fest  überzeugt,  dass  P.  in  seiner  Abhandlung  Zu  den  ältesten 
Lebensbeschreibungen  des  h.  Adalbert  (Neues  Archiv  d.  Ges.  f.  ältere 
deutsche  Geschichtskunde,  Bd.  27,  S.  37 — 70)  auch  ohne  neue  Quellen  die 
Pertzsche  Ansicht  endgiltig  als  die  richtigere  erwiesen  hat.  Den  Streit 
über  das  Verhältnis  der  beiden  Gestalten  der  Brunschen  Lebensbeschreibung 
will  P.  —  gewiss  auch  mit  Becht  —  dahin  entscheiden,  dass  die  kürzere 

81» 


446  Nachrichten  und  Notizen  IL 

Form  jünger  igt,  aber  doch  auch  Bnin  selbst  zum  Verfasser  hat;  über  die 
Passio  8.  Adalperti  endlich,  die  P.  doch  vielleicht  etwas  zu  gering  ein- 
schätzt, wird  nur  nebenbei,  ohne  neue  Ergebnisse  gehandelt.  —  Den  Mis- 
sionsversuch  Adalberts  von  Prag  in  Preussen  selbst  hat  der  Verfasser  der 
letzten  wissenschaftlichen  Lebensbeschreibung  des  Heiligen  (1898),  Prof 
H.  G.  Voigt,  einer  neuen  Untersuchung  unterzogen  (Altpreuss.  Monats- 
schrift, S.  317 — 397;  auch  in  Sonderausgabe  erschienen).  Der  Hauptwert 
dieser  neuen  Untersuchung  liegt  darin,  dass  in  höchst  scharfsinniger  Weise 
und  offenbar  mit  gutem  Erfolg  der  Versuch  gemacht  wird,  die  zahlreichen 
Zeitangaben  der  Viten  durch  Vergleichung  mit  dem  mönchischen  Ritus, 
mit  der  von  ihm  bedingten  Tageseinteilung  und  den  kirchlichen  Tageszeit- 
bezeichnungen in  Einklang  zu  bringen  imd  dadurch  auch  die  von  Adalbert 
und  seinen  Begleitern  zurückgelegten  Entfemimgen  einigermassen  festzu- 
stellen. Die  Landung  der  Missionare  lässt  V.  jetzt  nicht  mehr  auf  dem 
südlichen  Teile  der  Westküste  Samlands  erfolgen,  sondern  im  Haff,  an 
der  Pregelmündung,  dann  seien  sie  auf  einem  Kahn  bis  zur  Stelle  des 
heutigen  Königsberg  gelangt  und  endlich  wieder  zurück  (teils  zu  Wasser, 
teils  zu  Lande)  mehrere  Meilen  weit  westwärts  über  die  Landimgsstelle 
hinaus,  bis  sie  Ton  feindlichen  Eingeborenen  eingeholt  wurden  und  Adalbert 
selbst  sein  Ende  fand,  also  wenigstens  nicht  unmittelbar  bei  Tenkitten. 
In  längerer  Auseinandersetzung  weist  er  dann  noch  darauf  hin,  daas  auch 
die  östlichste  Ecke  der  Nordküste  Samlands,  der  Fuss  der  karischen 
Nehrung,  zu  den  Ortsbeschreibungen  der  Viten  nicht  ganz  schlecht  za 
stimmen  scheine,  aber  das  Martyrium  ernstlich  dorthin  zu  verlegen  h&lt  er 
doch  auch  für  ausgeschlossen.  In  einer  zweiten  Abteilung  sucht  V.  nach- 
zuweisen, warum  Adalberts  Missionsversuch  hat  scheitern  müssen.  Weiter 
auf  die  vielfachen  und  wertvollen  Einzelheiten  der  Abhandlung  selbst  und 
ihrer  reichen  Anmerkungen  einzugehen,  muss  ich  mir  hier  leider  versagen. 
(S.  meinen  Bericht  in  den  Monatsblättem  f.  d.  Qesch.  von  Posen.) 

Für  die  historische  Zeit  des  Mittelalters  ist  das  Jahr  1901  nur  wenig 
fruchtbar  gewesen.  In  einem  polnisch  geschriebenen  grossem  Au&atse  hat 
St.  Zakrzewski  wieder  einmal  die  in  den  Jahren  1217 — 1224  erlassenen 
Schenkungsurkunden  polnischer  Herzöge  und  Grundherren  für  den  preussi- 
sehen  Missionsbischof  Christian  ausführlich  behandelt,  und  nach  einem 
kurzen  Berichte  darüber  im  Anzeiger  der  Akademie  der  Wissenschaften 
zu  Erakau  (S.  180 — 185)  wird  man  der  Arbeit  die  Bezeichnung  als  geist- 
reich, vielleicht  „zu  geistreich"  nicht  gerade  absprechen  können,  aber 
für  die  weitere  Entwickelung  der  kulmisch-preussischen  Verhältnisse,  fSr 
die  Auffassung  derselben  dürfte  dabei  kaum  etwas  Neues  von  Bedeutung 
herausgekommen  sein;  dass  der  grössere  Teil  der  in  jenen  Urkunden  ge- 
schenkten Orte  im  Kulmerlande  selbst  gelegen  habe,  dürfte  zuzugeben  sein. 
—  In  der  kleinen  Abhandlung  Perlbachs  Zur  Vorgeschichte  des  Bischofs 
Johannes  I.  Cläre  von  Samland,  der  1310  vom  Kapitel  gewählt,  aber  erst 
1819  vom  Papste  bestätigt  wurde,  wird  für  diese  Zeit  das  Verhältnis  der 
preussischen  Bistümer  zu  ihrem  Metropoliten,  dem  Erzbischof  von  Biga, 
und  zur  päpstlichen  Kurie  scharf  und  gut  beleuchtet.  —  Von  der  wahrhaft 
grossartig  angelegten  Arbeit  über  Die  Kolonisation  des  Ermlandes  giebt  der 


Nachrichten  und  Notizen  II.  447 

Brannsberger  Professor  V.  Röhrich  in  der  Zeitschr.  f.  d.  Gesch.  u.  s.  w. 
Ermlands  wieder  eine  neue  Fortsetzung,  das  vierte  Kapitel,  in  welchem  er 
auf  nicht  weniger  als  16  Druckbogen  (Heft  41,  S.  742—980)  allein  die  Be- 
siedelung  und  Besetzung  der  südlichen  Hälfte  des  Kreises  Braunsberg  zur 
Darstellung  bringt,  jenes  ursprünglich  die  Wewa  genannten  Gebietes  mit 
der  kleinen  Stadt  Mehlsack,  das  bei  der  ersten  Aufteilung  zwischen  Bischof 
und  Kapitel  dem  letztem  zugefallen  war,  und  dessen  Besiedelung  infolge 
der  regen  Bethätigung  seiner  Landesherrschaft  bereits  im  zweiten  Viertel 
des  14.  Jahrhunderts  als  „im  Grossen  und  Ganzen  zu  Ende  geführt^^  er- 
scheinen darf.  Aber  der  Verfasser  hat  sich  nicht  bloss  auf  diese  Zeit  der 
ersten  und  eigentlichen  Kolonisation  beschränkt,  sondern,  wie  auch  schon 
in  den  früheren  Kapiteln,  den  ganzen  irgend  erreichbaren  Urkundenvorrat 
herangezogen  und  die  Geschichte  der  Besitzverhältnisse  der  einzelnen  Ort- 
schaften auch  viel  weiter  hinaus,  bisweilen  bis  in  die  neueste  Zeit  hinein 
verfolgt.  Untersuchungen  dieser  Art  bieten  aber  natürlich  auch  nach  ver- 
schiedenen anderen  Richtungen  hin  reiche  und  dankenswerte  Aufklärungen, 
80  ganz  besonders  zur  Beantwortung  der  Frage,  woher  die  deutschen  Be- 
siedler  Altpreussens  stammen,  einer  Frage,  welche  infolge  der  bunten 
Mannigfaltigkeit  der  bei  uns  gesprochenen  deutschen  Dialekte  leicht  hervor- 
gerufen wird  und  oft  auch  bereits  ernstlich  in  Untersuchung  genommen 
ist,  ohne  dass  man  bisher,  vollends  in  Bezug  auf  das  Ganze,  zu  einem  auch 
nur  einigermassen  abschliessendem  Ergebnis  gekommen  wäre.  Auf  die 
grossen  Schwierigkeiten,  die  sich  da  entgegenstellen,  hat  H.  Tümpel  in 
einem  auf  der  Jahresversammlung  des  Vereins  für  niederdeutsche  Sprach- 
forschung gehaltenen  Vortrage  über  Die  Herkunft  der  Besiedler  des  Deutsch- 
ordenslandes  (Jahrbuch  des  Vereins,  XXVII,  S.  43—57)  sehr  gut  hinge- 
wiesen. Er  kommt  dabei  weiter  zu  dem  Schlüsse,  dass  „schon  im  Mittel- 
alter die  Masse  der  Bevölkerung  [Preussens]  in  Stadt  und  Land  niederdeutsch 
redete  und  also  aus  niederdeutschem  Gebiet  eingewandert"  sein  müsse, 
dass  dagegen  die  hochdeutsche  Sprachinsel,  d.  i.  der  grösste  Teil  des  Ober- 
landes und  das  südliche  Ermland,  ihre  Bewohner  wohl  meist  aus  Schlesien 
bezogen  haben  dürfte;  den  mitteldeutschen  Charakter  aber  der  in  den  amt- 
lichen Urkunden  und  in  den  litterarischen  Erzeugnissen  zur  Anwendung 
gekommenen  Schriftsprache  erklärt  er  mit  Recht  daraus,  dass  sich  der 
Orden  selbst  sowie  zum  mindesten  drei  von  den  vier  Domkapiteln  so  gut 
wie  aosschliesslich  aus  Mittel-  und  Oberdeutschland  ergänzten.  Die  aus 
Simon  Ghrünau  entlehnte  einschlagende  Stelle  der  Chronik  Lukas  Davids 
durfte  hier  aber  selbst  unter  Anerkennung  dieses  Verhältnisses  auf  keinen 
Fall  herangezogen  werden.  —  Dr.  Liedtke  bringt  in  den  Mitteilungen  der 
Litterarischen  Gesellschaft  Masovia  (S.  235—249)  aus  dem  ihm  unterstehen- 
den bischöflichen  Archiv  zu  Frauenburg  —  ohne  Einleitung,  aber  mit  er- 
klärenden Anmerkungen  —  18  Urkunden  über  kirchliche  Orte  und  Geistliche 
in  Masuren  vor  der  Reformation  (zwischen  1481  und  1610)  in  wörtlichem 
Abdruck.  Weit  überwiegend  dem  14.  und  dem  16.  Jahrhundert  gehören  (nur 
einzelne  auch  dem  16.)  femer  diejenigen  Urkunden  an,  welche  v.  Mülver- 
stedt  aus  den  Handfestenbüchem  der  Hauptämter  Masurens  (im  weitern 
Sinne)  entnommen  hat  und  ebenda  (S.  14—38)  in  Auszügen  und  mit  einer 


448  Nachrichten  und  Koüxen  IL 

sehr  belehrenden  Einleitung  als  Beiträge  nur  Mararischen  Orts-  und  Adels- 
knnde  mitteilt.  Vom  spätem  Mittelalter  bis  weit  in  das  18.  Jahrhnndert 
hinein  reichen  dagegen  die  Mitteilungen,  welche  der  inswifl<^en  yerstorbene 
jüngere  Toeppen  unter  dem  Titel  Quellenbeitrige  zur  Geschichte  des  Rats 
und  Gerichts  der  Stadt  Marienburg  in  der  Altpreuss.  Monatsschrift  (S.  192—249) 
yeröffentlicht  hat:  bis  zum  Jahre  1769  hinab  die  Namen  der  Bürgermeister 
der  Stadt  sowie  die  Anzahl  und  je  nach  ihrer  Bedeutung  die  Namen  der 
neu  eingetragenen  Bürger,  weiter  die  SchOppenordnung  Tom  Januar  1670 
nebst  späteren  Aenderungen  und  Zusätzen,  endlich  die  Mitglieder  des  Rates 
von  1731 — 1771.  Hier  mag  dann  endlich  auch  noch  ein  Buch  Erwähnung 
finden,  dessen  Kern  selbst  zwar  nur  bis  auf  den  Beginn  der  zweiten  Hälfte 
des  15.  Jahrhunderts  zurückgeht,  dessen  Einleitung  aber  die  Entwickelung 
des  behandelten  Gegenstandes  noch  ein  Tolles  Jahrhundert  weiter  hinauf 
Terfolgt:  Dr.  Salka  Goldmann,  Danziger  Yerfassungskämpfe  unter  pol- 
nischer Herrschaft  (Leipziger  Studien  aus  dem  Gebiet  der  Greschichto,  Yü  2, 
121  S.).  Diese  inhaltreiche  Arbeit,  die  um  so  achtbarer  und  anerkennens- 
werter ist,  als  der  Verfasserin  vollends  für  den  Hauptteil  ausser  des  alten 
Lengnich  vor  fast  anderthalb  Jahrhunderten  verfasstem  Werke  ^J^^  Stadt 
Danzig  Verfassung  und  Recht^*  keine  neuere  Bearbeitung  Torgelegcn  hat, 
vielmehr  alles  erst  aus  archivalischem  Material  (Danzig  und  Dresden) 
herausgearbeitet  werden  musste,  wirft  in  ihrem  ersten  Teile  einen  Bück- 
blick auf  die  Verfassung  Danzigs  unter  dem  Orden  und  auf  die  städtischen 
Verhältnisse  im  ersten  Jahrhundert  der  Vereinigung  mit  Polen  und  bringt 
dann  in  dem  zwei  Drittel  des  Ganzen  umfassenden  Hauptteile  die  Ver- 
fassungsrevisionen des  17.  und  des  18.  Jahrhunderts,  bis  zum  Uebergange 
Danzigs  an  Preussen,  zur  Darstellung.  Wenn  ich  mich  unter  Berufung  auf 
die  schon  oben  (S.  152)  von  anderer  Seite  gegebene  Besprechung  des  Buches 
darauf  beschränke  zu  sagen,  dass  die  beiden  Abschnitte  des  zweiten  Teiles 
die  Erweiterung  der  Kompetenzen  der  m.  Ordnung  und  den  Kampf  der- 
selben gegen  den  Rat  behandeln,  so  dürfte  das  Ziel,  dem  das  beinahe  zwei 
Jahrhunderte  währende  Ringen  gegolten  hat,  hier  zur  Grenüge  bezeichnet 
sein.  Ausser  denen,  die  durch  eigene  Arbeit  mitten  in  der  Sache  selbst 
stehen,  dürfte  wohl  kaum  jemand  sein,  dem  hier  nicht  auf  jeder  Seite,  in 
fast  jedem  Satze  Neues  in  reichem  Masse  geboten  würde.  Je  mehr  und  so 
gern  ich  aber  den  hohen  Wert  dieser  mühevollen  Arbeit  dankbar  aner- 
kenne, um  so  mehr  muss  ich  es  bedauern  nicht  ganz  verschweigen  zn 
können,  dass  doch  so  manche  unangenehme  Entgleisungen  stilistischer  und 
auch  sachlicher  Art  untergelaufen  sind,  die  sich  bei  einiger  AufiooLerksamkeit 
leicht  hätten  vermeiden  lassen  und  wohl  auf  dieselbe  Ursache  zurückzu- 
führen sind  wie  die  nur  zu  häufigen  Verdrehungen  von  Namen. 

Aus  der  die  neuere  Zeit  Altpreussens  behandelnden,  wieder  etwas  reich- 
licher bedachten  vorjährigen  Litteratur  dieser  Gruppe  liegen  zunächst  für 
den  ersten  Herzog  von  Preussen,  Albrecht  von  Brandenburg,  zwei  Abhand- 
lungen vor:  Professor  Tschackerts  Dorothea,  die  erste  preussische  Her- 
zogin (gest.  1547),  und  des  Rechtsanwalts  Maczkowski  Der  Abenteurer 
Paul  Skalich  rmd  seine  Besitzungen  in  Preussen,  speziell  in  Masuren.  In 
der  ersten  Abhandlung  (HohenzoUem- Jahrbuch ,  5.  Jahrg.,  S.  87 — 98)  wird, 


:*xt  =&i  y:«LiÄ  Z  449 


imd  zwar  ftOMdilietclieli  unter  BenstEzs^  W£iTxiicc.^r  VJL^Zec.  nmeiss 
Ton  Briefen,  ein  w<dilgeliingen<4  Bild  der  «rftec  «irscJÜLliz.  Hen«.-^  Albr^^h:«^ 
der  dänischen  Könignochter.  «exeic^Bee  v^cl«? *«  ihr^=  «j^ncn  ti«  1:1  i*in»s 
letzten  Augenblick  in  aafiriciixigf<«r  -zad.  i&ni^fSK-  Z-zn'iizzx^  nsd  Liel^ 
anhing  und  sich  auch  ron  seiner  Seite  di^  t-I-IÜ^  srlr-i-rhr  »jesiniTiag.  ir^f::^*te 
Anhänglichkeit  und  ToUstes  Tertra^ien  «h*-*!!  i  -  er^*rt*rn  zzLd  daaeind  n 
erhalten  vervtanden  hat.  In  der  rveiten  Ar^-eit  Mineilunf^n  d^r  .  .  .  IIa* 
sovia,  7.  Heft,  S.  1*5 — 2*4  geht  dem  Haspoeile  eise  „Vorl-emerfcxng-  mit 
einer  kurzen^  auf  gedmckten  Vorlagen  hinter  desen  d>:h  manche  neaexe 
vergessen  ist  beruhende  Biographie  jecc«  ci?rrv-lrdi^n  Mannes  voraus, 
der  die  bösen  und  TerhängnirroIIen  Wirren  der  Irtzten  Leihen«-  und  Re- 
giemngsjahre  Albrechts  ganz  unsägiich  T^rmehrt  :ind  rerschlimmert  hat: 
Neues  erfahren  wir  hierbei  nicht,  das«  ac-er  Skalich  nicht  erst  im  Augun 
1666,  eben  als  die  polnische  Untersuch'^ngskommission  hereinkam,  auf  und 
davonging,  sondern  bereits  genau  ein  Jahr  vorher,  war  «chon  aus  dem  an- 
gefahrten Aufsatze  von  Joh.  Voigt  zu  entnehmen  Im  zweiten  Abschnitt 
werden  die  überreichen  Landscbenkungen.  mit  denen  der  greise  und  kör- 
perlich und  geistig  schon  ganz  fchwache  Fürst  «einen  vertrautesten  Rat 
überschüttet  hat,  bis  auf  einen  mir  doch  etwas  fraglichen  Punkt  einwandfrei 
behandelt.  Der  dritte  Abschnitt  endlich  enthält  alle  auf  den  merkwürdigen 
Mann  bezüglichen  preussischen  Urkunden  in  wörtlichem  Abdruck.  —  Zur 
Reformationsgeschichte  der  Stadt  Danzig  hat  Dr.  G.  KOtz  auf  Grund 
umfassender  litterarischen  und  archivali^chen  Studien  Die  Dauziger  Kon- 
kordienformel  über  das  Heilige  AbendmahL  Notel  genannt,  und  ihre  Apo- 
logie (1561 — 1567)  eingehend  behandelt  und  den  ersten  Teil  seines  Werkes 
als  KOnigsberger  Doktorarbeit  65  S.  veröffentlicht,  dann  aber  no«:h  unter 
dem  Titel  Beiträge  zur  Quellenkunde  der  Dauziger  Kirchengeschichte  eine 
Programmabhandlung  Keumark  Westpr..  34  S.  8.  nachfolgen  lassen, 
welche  die  Litteratur  zu  jener  Schrift  enthält.  Letztere  dürfte  aber  auch, 
weil  in  ihr  eine  grosse  Anzahl  in  Danzig  vorhandener  Handschriften  und 
alten  Drucke,  darunter  manche  gute  Ergänzung  zu  den  Sammlungen  Bert- 
lings,  beigebracht  wird,  einen  gewissen  allgemeinem  Wert  beanspruchen 
können.  Für  die  Geschichte  Westpreussens  im  spätem  16.  Jahrhundert 
setzt  Professor  W.  Behring  Elbingy  seine  archivalischen  Studien  fort 
(s.  den  vorigen  Bericht  und  hat  jetzt  Zeitschrift  des  Westpreuss.  Ge- 
schichtsvereins, 43.  Heft,  S.  163—218  von  seinen  auf  zwei  Aufsätze  be- 
rechneten Beiträgen  zur  Geschichte  des  Jahres  1577  den  ersten  unter  dem 
Titel  Danzig  und  Dänemark  im  J.  1577  erscheinen  lassen,  und  zwar 
wieder  in  der  Weise,  dass  der  Darstellung  selbst  die  den  Archiven  zu 
Danzig,  Königsberg,  Berlin  und  Kopenhagen  entnommenen  Akten  beigegeben 
sind.  Danzig  hatte  sich  bekanntlich  nach  der  zwiespältigen  polnischen 
KönigBwahl  vom  Dezember  1575  für  Maximilian  von  Oesterreich  (den  Kaiser) 
erklärt  imd  hielt  an  ihm  so  fest,  dass  der  Gegenkönig  Stephan  Bathory 
zur  Belagerung  der  Stadt  schritt ;  was  nun  während  derselben  in  der  Stadt 
geschah,  und  namentlich  die  doch  nicht  so  ganz  aussichtslos  erscheinenden 
Bemühungen  der  populären  Partei  der  IE.  Ordnung  es  zum  offenen  Anschluss 
an  Dänemark  zu  bringen,  bilden  den  Gegenstand  des  vorliegenden  Aufsatzes. 


450  Nachrichten  nnd  Notizen  IL 

Fast  zwei  volle  Menschenalter  sjAter,  im  zweiten  Viertel  des  folgenden 
Jahrhunderts,  spielt  der  ebenfalls  die  westpreussische  nnd  besonders  die 
Danziger  Qeschichte  dieser  Zeit  behandelnde  Inhalt  einer  Arbeit,  welche 
Dr  G.  Sommer feldt,  dessen  Fleiss  und  Spürsinn,  dessen  grosse  Geschick- 
lichkeit sich  schon  mehrfach,  zumal  auf  dem  Gebiete  der  Familiengeschichte, 
bewährt  hat,  unter  dem  Titel  Zur  Geschichte  des  Pommerellischen  Woi- 
woden  Grafen  Gerhard  von  Dönhoff  (f  23.  Dezember  1648)  in  der  Zeit- 
schrift des  Westpreuss.  Geschichtsvereins  (43.  Heft,  S.  221 — 266)  veröffent- 
licht. Wesentlich  auf  Grund  von  Danziger  und  Königsberger  Arehivalien 
wird  da  die  heimische  Wirksamkeit  jenes  Mannes  geschildert,  der,  zugleich 
polnischer  und  herzoglich  preussischer  Unterthan,  im  polnischen  Dienste 
bis  zu  den  höchten  Aemtem  und  Würden  aufgestiegen  war,  wobei  eine 
grosse  Rolle  die  Beziehungen  zu  Danzig  spielen.  Um  das  Lesen  seiner 
Arbeit  angenehmer  zu  machen,  hätte  aber  der  Verf.,  statt  die  unverkürzten 
Akten  durch  kurze  Verbindungen  einfach  aneinanderzureihen,  sie  lieber  zu 
einer  leichter  verständlichen  und  übersichtlichen  Darstellung  verarbeiten 
sollen.  Die  Geschichte  des  durch  den  nächsten  schwedisch-polnischen  Krieg 
veranlassten,  furchtbar  verheerenden  Einfalles  der  Tartaren  in  das  östliche 
Preussen  vom  Jahre  1656  hatte  schon  der  bekannte  preussische  Litterar- 
historiker  Pisanski  in  seiner  Nachricht  von  dem  . . .  Einfalle  der  Tartaren 
in  Preussen  „aus  zuverlässigen  Urkunden  zusammengetragen^*  und  1764  zu 
Königsberg  erscheinen  lassen;  jetzt  hat  man  dasselbe  in  den  Mitteilungen 
der  .  .  .  Masovia  (S.  85 — 122)  ohne  irgendwelche  Einleitung  oder  sonstige 
Bemerkung  von  neuem  zum  Abdruck  gebracht.  Im  engsten  Zusammenhange 
mit  denselben  Kriegen  steht  bekanntlich  die  Errungenschaft  des  Grossen 
Kurfürsten,  durch  welche  der  zweite  Grundstein  zum  Aufbau  des  preussi- 
sehen  Staates  gelegt  ist,  die  Erwerbung  der  Souveränetät  für  das  Herzog- 
tum Preussen;  es  ist  aber  auch  bekannt,  dass  die  Anerkennung  dieses  Ge- 
winnes den  schärfsten  Widerstand  gerade  in  Preussen  selbst  gefunden  hat; 
Führer  der  städtischen  Opposition  war  dabei  der  Vorsteher  des  kneip- 
höfischen Stadtgerichtes,  der  vielgenannte  Schöppenmeister  Hieron jmus  Roth 
(so  hat  er  und  ebenso  haben  seine  nächsten  Verwandten  den  Namen  stets 
geschrieben).  Ein  Fremder,  Dr.  Otto  Nugel,  ist  es  dieses  Mal  gewesen, 
der  sich  die  Mühe,  den  Familien-  und  Privatverhältnissen,  dem  öffentlichen 
Wirken  und  dem  tragischen  Ende  dieses  Mannes  an  der  Hand  des  reichen 
Aktenvorrats  auf  das  gewissenhafteste  nachzugehen,  nicht  hat  verdriessen 
lassen  und  dann  seine  Ergebnisse  in  einer  umfangreichen,  angenehm  les- 
baren Abhandlung  veröffentlicht  hat  (Forschungen  z.  brandenburg.  u.  preuss. 
Gesch.,  14.  Band  S.  893—478).  Gegen  den  sachlichen  Inhalt  dürften  Ein- 
wendungen, vollends  von  Belang,  kaum  zu  erheben  sein,  und  was  die  Auf- 
fassung betrifft,  so  hat  der  Verf.  redlich  darnach  gestrebt,  nicht  bloss  seinem 
Helden,  dem  „Märtyrer  des  alten  ständischen  Wesens*^  ohne  seine  Schwächen 
und  Fehler  zu  übersehen,  gerecht  zu  werden,  sondern  auch  allen  seinen 
Gegnern.  —  Die  fast  genau  ein  Jahrhundert  nach  der  kurz  vorher  erwähnten 
polnischen  Königswahl  fallende  Wahl  Johann  Sobieskis  (1674),  die  ja  aller- 
dings mit  der  westpreussischen  Geschichte  nicht  gleich  unmittelbar  zu- 
sammenhängt, hat  dem  verdienten  Berliner  Professor  Ferdinand  Hirsch 


Nachrichten  imd  yotüen  IL  45]^ 

TO  Ewei   weitrolleii  Ahhmndlimg^ii  Tenuilassniig  gegeben:   Zur  Geschichte 
der  poliiifli^en  KOnigswahl  von  1674  (Zeitschr.  des  Westprenss.  Geschichts- 
Tereins,  43.  Heft  S.  3 — 160;  und  Die  Wahl  Johann  Sobieskis  zum  König  von 
Polen  1674  (Histor.  Zeitschrilt  Bd.  87  S.  224—269).    Die  letztere,  auf  Dan- 
nger und  Berliner  Archivalien  beruhende  Arbeit  berührt  uns  kaum,  in  der 
andern  aber  giebt  H.,  nachdem  er  in  der  Einleitung  (bis  S.  25)  hauptsächlich 
die  polnisch -preassiBchen  Verhältnisse  und  die  Teilnahme  der  westpreussi- 
Bchen  Stände  and  besonders  Danzigs  an  dem  Hauptakte  selbst  und  an  den 
vorangehenden   Komitialversammlungen  sowie  die  dabei  zur  Sprache  ge- 
kommenen  preussiachen    Landesrechte   und   Landesbeschwerden   behandelt 
hat,  die  dem  Danziger  Archiv  entnommenen  Schriftstücke  i^die  Rezesse  über 
jene  Terhandlnngen,  die  Relationen  der  Bevollmächtigten  Danzigs  u.  s.  w.) 
som  Abdruck.     Eine  ganz  hervorragende  Stellung  in  der  vorjährigen  Litte- 
ratur    nnaerer   Provinzialgeschichte    nimmt    dann    die   wieder   von    einem 
Fremden,   Bob.  Bergmann,   herrührende  Greschichte  der  ostpreussischen 
St&nde  nnd   Steuern  von  1688  bis  1709  ein  (Staats-  und  sozial wiss.  For- 
achnngen,   hrag.  von  Schmoller,   XIX  1,  216  S.).    Da    dem    reichen    Inhalt 
dieser    mit    vollster   Sachkenntnis    und    schärfstem    Eindringen   verfassten 
aktenmftssigen  Arbeit  über  die  letzten  16  Jahre  der  „zum  Zwecke  einer 
Willigong^*  berufenen   ständischen  Tagungen  in  allen  seinen  Einzelheiten 
hier  nachzugehen  unmöglich  ist,  so  seien,  um  von  der  durch  sie  gebotenen 
vielseitigen  Vermehrung  unserer  Kenntnis   einen   annähernden  Begriff  zu 
geben,  wenigstens  die  einzelnen  Kapitelüberschriften  aufgeführt.    Das  erste 
Bach,    die  Organisation  der  Landtage,  handelt  auf  das   gründlichste  über 
Herrenstand  und  Landräte,  Ritterschaft  und  Adel,  die  Städte,  den  Verlauf 
der  Landtagshandlung,  das  Kollegium  der  zum  preussischen  Landkasten 
verordneten  Oberkastenherren;  im  zweiten  Buch  (die  Gegenstände  der  Ver- 
handlungen, besonders    der   Kampf  um   die   Finanzen)  kommen  zur  Dar- 
steUnng:  die  Forderungen  des  Fürsten,  die  Auffassung  der  Stände  von  der 
'Steuer,   die  wirtschaftlichen  Verbältnisse  (in  kurzer  Darlegung),  die  Ober- 
st&nde   und   ihre  Besteuerung,   die  kleinen  Städte  und  deren  Accise,  die 
Einbeziehung  der  Schatullsassen,  Jagd-  und  Forstbedienten,  endlich  die 
K&mpfe   der  Oberstände  mit  den  Städten  Königsberg  und  deren  Steuer- 
wesen.    Ein  voller  Einblick  würde  erst  gewährt  werden,  wenn  auch  noch 
die  Ueberschriften   der  66  Abschnitte,   in  welche   diese  Kapitel  zerfallen, 
wiedergegeben  werden   dürften.     In  einer  Einleitung  wird  in  gedrängter 
Kfirze   die  Entwickelung  von  .,  Landstandschaft  und  Landeshoheit  in  Ost- 
preussen  bis  1688*^  geschildert  (S.  1 — 12),  doch  kann  ich  für  meine  Person 
der  Auffassung,   welche  der  Verfasser  den  ständischen  Verhältnissen  d^r 
Ordensseit  entgegenbringt,  nicht  durchweg  beistimmen.    Aus  der  von  dem 
gleichzeitigen    Marienburger    Bürgermeister    Samuel   Wilhelmi,    einem 
studierten  und  gebildeten  Manne,  verfassten  grossen  Weltchronik  für  1696 
Ins  1786   hat   Bich.  Toeppen   die  Marienburg  selbst   und  Westpreussen 
betreffenden  Stficke  herausgezogen,  sie  mit  einer  kurzen  Einleitung  ver- 
sehen  nnd   seit  1897  in  Programmen   des  dortigen  Gynmasiums  zum  Ab- 
druck gebracht.     Das  dieses  Mal  vorliegende  4.  Heft  (S.  239—316)  umfasst 
die  Jahre  1717 — 1721.   —   Die  Jubelfeier  der  preussischen  KOnigskrOnung 


452  Nachrichten  und  Notizen  IL 

hatte  die  VeranlasBung  dazu  abgegeben,  dass  in  der  Festsitzung  der  Alter- 
tumsgesellschaft  Insterborg  der  Rektor  Borgutzki  einen  Vortrag  über  den 
dort  geborenen  and  erzogenen  Geistlichen  hielt,  der  in  zweiter  Stelle  bei 
der  Krönung  selbst  thätig  gewesen  und  ebenfalls  mit  dem  Bischofstitel  aus- 
gezeichnet worden  ist,  über  den  Oberhofprediger  Bernhard  v.  Sauden. 
Dieser  Vortrag  ist  dann  sehr  beträchtlich  erweitert,  auch  auf  die  Vorfahren 
und  auf  die  Kinder  des  Bischofs  ausgedehnt  und  in  dieser  Grestalt  in 
der  Zeitschrift  der  Gesellschaft  (Heft  7  S.  1  —  99)  zum  Abdruck  gebracht; 
zu  Grunde  liegen  demselben  neben  gedruckten  auch  reichliche  handschrift- 
liche Quellen  yerschiedenster  Art.  Ebenfalls  eine  Jubiläumsschrift  ist  der 
im  Druck  erschienene  Vortrag  (16  S.),  in  welchem  der  Oberkantor  Birn- 
baum die  Frage  beantwortet:  Was  hat  die  jüdische  Gemeinde  Königsbergs 
König  Friedrich  I.  im  besondem  zu  verdanken?  Dem  König,  welcher  neben 
manchem  recht  harten  Edikt  gegen  die  Juden  seiner  Lande  ihnen  doch 
auch  die  Erlaubnis,  den  Talmud  drucken  zu  lassen,  gegeben  hatte,  musste 
sich  die  Königsberger  Judenschaft  stets  zu  höchstem  Danke  verpflichtet 
fühlen,  da  er  ihr  endlich  die  Anlegung  eines  eigenen  Friedhofes  gestattet 
hat,  denn  damit  sahen  die  Juden  sich  von  der  schweren  Last  befreit,  ihre 
Leichen  zur  Bestattung  bis  über  die  polnische  Grenze,  also  über  80  Meilen 
weit,  fortzuschaffen.  Die  Zeit  des  letzten  Herzogs  und  ersten  Königs  von 
Preussen  Friedrich  (m.)  I.  betrifft  weiter  die  von  dem  fälligen  Jahrgange 
der  Zeitschrift  für  die  Geschichte  Emilands  (S.  493 — 741)  gebrachte  Fort- 
setzung, das  vierte  Kapitel,  von  des  Braunsberger  Professors  Dittrich  Ge- 
schichte des  Katholizismus  in  Altpreussen  von  1525  bis  zum  Ausgange  des 
18.  Jahrhunderts,  die  in  grösster  Ausführlichkeit  und,  wenn  auch  nicht  in 
vollständiger,  so  doch  immerhin  in  höchst  anerkennenswerter  Objektivität 
gehalten  ist.  (Die  vier  Kapitel  sind  auch  zusammen  selbständig  in  einem 
Bande  von  539  S.  erschienen.)  Gerade  drittehalb  Jahrhunderte  der  ost- 
preussischen  Geschichte  hindurch  laufen  die  Beiträge  zur  Agrargeschichte 
Ostpreussens  von  Arthur  Kern  (Forschungen  z.  brandenburg.  u.  preuss. 
Gesch.,  14.  Bd.  S.  151—258),  welche  die  Entwickelung  der  Verhältnisse  der 
preussischen  Bauern  und  der  im  Laufe  der  Zeit  ebenfalls  zu  Leibeigenen 
herabgedrückten  deutschen  Dorfbewohner  und  weiter  den  Beginn  ihrer  Be- 
freiung, ihrer  Erhebung  zu  erblichen  Besitzern  und  ebenso  die  Umwand- 
lungen der  ländlichen  Gesindeverhältnisse  auf  Grund  der  Vorarbeiten  von 
Haxthausen,  Knapp,  Brünneck  u.  a.,  sowie  an  der  Hand  eines  reichen  archi- 
valischen  Materials  zur  Darstellung  bringen.  In  Betreff  seiner  beiden  Haupt- 
punkte, der  Bauern  wie  des  Gesindes,  bringt  der  Verfasser  zuerst  ein- 
leitungsweise das  Wenige  bei,  was  ihm  darüber  aus  der  Ordenszeit  bekannt 
geworden  ist,  beginnt  dann  für  die  Bauern  mit  der  Landesordnung  von  1540 
und  für  das  Gesinde  mit  der  von  1577,  vollen  Siegen  des  Adels,  und  fCLhrt 
seine  Darstellung  mit  ihren  beachtenswerten  Ergebnissen  bis  in  den  Anfang 
der  grossen  innem  Reform  des  preussischen  Staates,  bis  zum  J.  1804,  hinab. 
Mit  einer  Arbeit  über  die  Belagerung  von  Danzig  (1806/7)  beschäftigt, 
erhielt  der  Oberst  A.  v.  Loebell  das  Tagebuch  des  Kommandeurs  des 
Eegiments  Courbi^re,  E.  F.  v.  Loebell,  für  jene  Zeit.  Die  Auszüge,  die  er 
daraus  unter  dem  Titel  Ein  Ehrendenkmal  für  die  Verteidiger  von  Danzig 


Nachrichten  imd  Notizen  II.  453 

1807,  Ter5flent]icht  (141  S.;  1  Plan  u.  1  Karte),  bieten  zwar,  wie  er  selbst 
zngiebt,  ftr  die  Kriegsgeschichte  nnd  för  jene  Episode  selbst  „nicht  viel 
Nenes**,  aber  sie  gew&hien  ein  lebensfrisches  Bild  f&r  die  Stimmung,  welche 
bei  einem  guten  Teile  des  preussischen  Heeres  trotz  der  im  ersten  Augen- 
blick mehr  als  niederschmetternden  Nachrichten  Ton  Jena,  Stettin,  Küstrin 
u.  8.  w.  bald  wieder  aufkam  und  weiter  herrschend  blieb.  Man  wird  die 
Au&eichnungen  gewiss  gern  lesen.  —  Drei  hübsche  Miszellen  Aus  dem 
Franzoeeigahre  1807  teilt  „auf  Grund  archivalischen  Materials^  (Oeh.  Staats- 
archiT  und  Archiv  des  Kriegsministeriums  zu  Berlin)  6.  Sommerfeldt  in 
der  Altpreuss.  Monatsschrift  (S.  6M — 603)  mit:  das  Treffen  bei  Heilsberg 
am  22.  Februar  1807,  die  zweite  preussische  Dragonerbrigade,  genannt  Bri- 
gade von  Langen,  und  Truppenbewegungen  bei  Willenberg,  Soldau  und 
Neidenburg  in  der  Zeit  nach  dem  Tilsiter  Frieden.  Während  der  ersten 
beiden  Monate  des  Jahres  1818  hat  Graf  August  Friedr.  Phil.  DOnhoff- 
Friedrichstein,  der  tou  1798 — 1809  als  Flügeladjutant  zu  der  allernächsten 
und  vertrautesten  Umgebung  der  beiden  Könige  gehört  hatte,  dann  aber, 
aus  dem  militärischen  Dienste  geschieden,  an  den  so  wichtigen  öffent- 
lichen Angelegenheiten  seiner  Heimat  als  Kreisstand  und  Landstand  stets 
den  thätigsten  Anteil  nahm,  ein  Mann  von  scharfem  Blick  und  durchaus 
sachlich  gerechtem  Urteil,  bei  seinem  Aufenthalt  in  Königsberg  ein  sehr 
ausf&hrliches  Tagebuch  geführt.  Aus  diesen  Aufzeichnungen,  die  sowohl 
durch  die  vollste  chronologische  Zuverlässigkeit,  wie  durch  das  gänzliche 
Znrficktreten  des  subjektiven  Standpunktes  vor  anderen  Quellen  der  Art 
hervorragen,  hat  Max  Schnitze  einen  reichen  Auszug  angefertigt,  durch 
den  unter  anderem  auch  auf  die  That  Yorks  und  auf  die  Organisation  der 
Landwehr  und  die  damit  in  Verbindung  stehenden  Personen  und  Ereignisse 
manches  neue  und  scharfe  Schlaglicht  geworfen  wird,  rmd  unter  dem 
Titel  Königsberg  und  Ostpreussen  zu  Anfang  1813  (96  S.;  Bausteine  zur 
Preussischen  Geschichte,  1.  Jahrg.  2.  Heft)  veröffentlicht.  —  Erst  am  8.  De- 
zember 1901  hat  die  Stadt  Königsberg  die  letzten  derjenigen  Obligationen 
vemichten  können,  welche  sie  infolge  der  ihr  von  Napoleon  auf  Darus  Ver- 
anlassung im  Juni  1807  auferlegten  Kriegskontribution  von  12  Millionen  Fr. 
und  der  vielen  anderen,  dem  Namen  nach  zwar  der  ganzen  Provinz,  in 
Wirklickheit  aber  so  gut  wie  allein  der  Stadt  aufgebürdeten  schweren  Auf- 
lagen an  Zahlungsstatt  ausgegeben  hatte.  Sowohl  ihrer  Entstehung  nach, 
wie  nach  dem  ganzen  Verlaufe  der  Entwickelung  ist  die  Geschichte  dieser 
gewaltigen  Kriegsschuld  und  ihrer  Abzahlung  nicht  bloss  zu  einem  nicht 
unwesentlichen  Teil  der  neuesten  Geschichte  der  ganzen  Provinz  geworden, 
sondern  greift  auch  mehrfach  in  die  allgemeine  Staatsgeschichte  über,  so 
dass  die  sehr  eingehende,  ausschliesslich  aktenmässige  Festschrift  auf  das 
eingangs  angefahrte  Datum,  welche  der  Stadtkämmerer  A.  Schaff  über 
Die  Königsberger  Kriegsschuldobligationen  als  einen  „Beitrag  zur  Geschichte 
der  Königsberger  Kriegsschuld''  veröffentlicht  hat  (78  S.  4^),  mit  Sicherheit 
auf  vielseitige  Beachtung  rechnen  darf.  Weite,  ebenfalls  über  die  Stadt 
selbst  hinausreichende  Kreise  hat  auch  der  bekannte,  aber  immer  noch 
lange  nicht  aufgeklärte  „Königsberger  Muckerprozess"  (1835 — 1842)  gegen 
die  beiden  Prediger  Ebel  von  der  Altstadt  und  Diestel  vom  Haberberg  ge- 


454  Nachrichten  und  Notizen  ü. 

zogen;  derselbe  ist,  wie  man  ja  weiss,  durch  eine  Beleidigungsklage  des 
Reichsgp-afen  Finck  v.  Finckenstein  gegen  Diestel  hervorgerufen,  denn^ 
nachdem  das  Gericht  dem  ostpreussischen  Konsistorium  unter  Beilegung 
der  betreffenden  Schriftstücke  die  pflichtm&ssige  Anzeige  davon  gemacht 
hatte,  sah  sich  diese  Behörde  genötigt,  gegen  ihre  beiden  Untergebenen 
disziplinarisch  einzuschreiten.  Schon  im  Jahre  1887,  wo,  wie  auch  lange 
darnach  noch,  die  eigentlichen  Prozessakten  „sekretiert^  waren,  hatte  der 
damalige  üniversitätsprofessor  und  Prediger  Friedrich  Zimmer  Gelegen- 
heit, gewisse  beim  Konsistorium  vorhandene  andere  Akten  einzusehen, 
darunter  auch  das  gewaltig  lange,  in  den  schroffsten  und  beleidigendsten 
Ausdrücken  abgefasste  Schreiben  Diestels  an  den  Grafen,  welches  die  Ver- 
anlassung zu  der  den  Hauptprozess  einleitenden  Privatklage  abgegeben  hatte, 
und  hat  dann  sofort  unter  Heranziehung  weiterer  mündlichen  und  schrift- 
lichen Mitteilungen  eine  Darstellung  dieses  Teiles  jener  cause  c^^bre  auf- 
gesetzt, wobei  die  Auszüge  aus  jenen  Quellen  und  zumal  aus  dem  Diestel- 
schen  Briefe  besonders  zu  Worte  kommen.  Gewisse  Rücksichten  und 
Bedenken  bestimmten  ihn  jedoch  damals,  vorläufig  noch  von  der  Veröffent- 
lichung des  Aufsatzes  abzustehen,  und  erst  jetzt  hat  er  ihn  dem  Druck 
übergeben;  zum  Schluss  aber  fügt  er  noch  ein  über  66  Nummern  um- 
fassendes Verzeichnis  der  Litteratur  des  Prozesses  bei  (Zeitschr.  f.  wissen- 
schafU.  Theologie,  44.  Jahrg.  S.  263 — 812).  Zu  einem  sichern  Urteile  zu 
führen,  sind  indes  auch  diese  aktenmässigen  Beiträge,  da  alle  Redenden 
doch  immer  Partei  sind,  noch  lange  nicht  im  stände.  Endlich  in  dieser 
Gruppe  noch  folgendes.  In  einigen  Heften  der  Deutschen  Rundachau  ver- 
öffentlicht Professor  G.  v.  Below  unter  dem  Titel  Aus  der  Zeit  Friedrich 
Wilhelms  IV.  Briefe  von  und  an  den  Flügeladjutanten  Greneral  Gustay  v.  Below 
und  daraus  in  den  beiden  letzten  Heften  (November  und  Dezember)  den 
reichen  Briefwechsel  der  Jahre  1846/47  mit  dem  aus  der  heimischen  Ge- 
schichte jener  Zeit  bekannten  ostpreussischen  Gutsbesitzer  Ernst  t.  Saucken- 
Tarputschen.  Diese  letzten  Briefe,  in  denen  sich  die  beiden  nahe  ver- 
wandten und  innig  befreundeten  Männer  in  vollster  Offenheit  zueinander 
aussprechen,  geben  vielfach  gute  Aufschlüsse  sowohl  über  den  furchtbaren 
Notstand,  der  in  jener  Zeit  die  Provinz  heimsuchte,  und  über  das  meist 
nicht  einwandfreie  Vorgehen  der  Berliner  Centralregierung  und  der  höheren 
und  niederen  Lokalverwaltungen,  sowie  andererseits  auch  über  die  Vor- 
geschichte des  vereinigten  Landtages. 

Nachdem  die  Münzen  und  die  Münzgeschichte  des  Deutschordens- 
staates  und  des  Ordenslandes  seit  den  Arbeiten  von  Vossberg  (1841  und 
1848)  und  von  Bender  (1860)  nicht  mehr  im  Zusammenhange  wissenschaft- 
lich behandelt  worden  sind,  die  der  herzoglichen  und  der  königlichen  Zeit 
noch  niemals  und  ebenso  wenig  die  polnisch-preussischen ,  hat  endlich  die 
gewaltig  grosse  Sammlung  der  preussischer  Münzen  jeder  Art  und  aller  Zei- 
ten in  der  neuen  Marienburg,  welche  auf  Veranlassung  und  unter  der  Leitung 
des  Vereins  für  die  Herstellung  und  Ausschmückung  der  Marienburg  zu- 
sammengebracht ist  und  immer  noch  vermehrt  wird,  die  Anregung  zu  einer 
allgemeinen  Bearbeitung  dieses  numismatischen  Gebietes  gegeben,  und  diese 
Arbeit  ist  den  Händen  keines  Geringem  als  Dr.  Emil  Bahrfeldt  anver- 


Nachrichten  und  Notizen  IL  455 

timat.  Denelhe  hat  denn  anch  hereits  einen  recht  bedeutenden  Qnartband: 
Die  Mfinsen-  und  Medaillen-Sammlong  in  der  Marienburg.  I.  Band:  Münzen 
und  Medaillen  der  Prorinz  Prenssen  Tom  Beginn  der  Prägung  bis  zum 
Jahre  1701  (210  S.)  aasgearbeitet,  und  zwar  unter  Mitwirkung  des  be- 
kannten wiaaenschaftlichen  Mfinzensammlers  Geh.  Sanitatsrat«  Dr.  Jaquet 
und  des  Predigers  Seh  wandt,  dea  Kustos  des  genannten  Vereins,  und  ihn 
mit  11  Münztafeln  und  zahlreichen  Abbildungen  im  Texte  ausgestattet. 
Ein  Werk  Ton  der  Art  des  Torliegenden  und  auf  diesem  besondem  Gebiete 
hier  eingehend  und  nach  Toller  Gebühr,  ja  auch  nur  andeutungsweise  zu 
würdigen,  Terbietet  schon  allein  der  Baum,  aber  der  Name  Tollends  des 
eigentlichen  Verfassers  kann  ausreichende  Gewähr  dafür  sein,  dass  wir  in 
ihm  nur  TreflTliches  und  soweit  irgend  möglich  Abschliessendes  zu  erwarten 
haben.  Wie  die  Marienburger  Sammlung  selbst  sich  nicht  auf  Ostpreussen 
allein  beschränkt,  so  ist  schon  der  rorliegende  Band  nicht  bloss  dem 
Ordensstaate  und  den  preossiichen  Herzogen  allein  gewidmet,  sondern  muss 
in  seinem  letzten  Kapitel  1618 — 1701)  natürlich  schon  auf  Brandenburg 
hinübergreifen,  und  selbstverständlich  ebenso  wird  es  nach  der  Ankündigung 
in  der  Torrede  mit  den  weiteren  drei  bii  vier  Bänden  gehalten  werden. 

Bei  einer  ganz  kurzen  Auffuhrung,  bei  Verweisungen  auf  von  mir  seilest 
hezTÜhrenda  aosf&hrliche  später  in  der  Viertetjahrschrift  erscheinende  Be- 
qmchnngen  darf  ich  es  für  die  folgenden  drei  grosseren  Werke  bewenden 
lissm,  von  denen  zwei  bereits  in  das  Gebiet  der  provinziellen  Lokalgeschichte 
im  engem  Sinne  hineingehSren.  Das  ente,  überaus  verdienstvolle  Buch,  des 
Oberregierangsrats  Schicken.  Wasserwege  und  Deichwesen  in  der  Memel- 
niedernng,  eine  geschichtliche  Darstellung  472  S.,  mit  1  Karte;,  schildert 
in  sehr  genaoer,  durchaoä  aktenmässiger  Nachweisung  die  höchst  mühe- 
volle und  bis  vor  nicht  allzu  langer  Zeit  meist  beinahe  erfolgt  gebliebene 
Arbeit  der  Eindeichung  jenes  grossen  und  zum  guten  Teile  heute  schon 
sehr  frnditbttren  Gelnetes.  Die  anderen  beiden  Bücher  sind  die  in  jeder 
Bexiehimg  hfichst  anerkennenswerte  Geschichte  der  Stadt  Creuzburg  Ostpr. 
^n  (Lehrer)  Wilhelm  Sahm  291  S..  mit  Siegeltafeln  und  einem  Stadt- 
plan)  und  das  za  der  Sammlung  Deutsches  Land  und  Leben  in  Einzel- 
gduldflmngen  gehOnge  Buch  von  Professor  Aloii  Blndau:  Oberland, 
Crwa^anH^  Natangen  und  Barten,  eine  Landes-  und  Volkskunde,  mit  6S  Ab- 
bOdnngcn  imd  5  farbigen  Karten    33d  S.  . 

Unter  dem  nnscheinbaren  Titel  Gehl  weiden  und  Gross -fiominten  in 
Urfcnndcn  nnd  Akten  des  1<  bis  19.  Jahrhunderts  bietet  G.  Sommerfeldt 
(MitteOnngen  der  . . .  Masovia.  S.  129—172:  anch  separat  Brannsberg,  44  S.; 
fin»  nach  sehr  vielen  Richtongen  hin,  (ranz  besondere  für  Familien',  Orts- 
nnd  Verwnhangsgescfaichte.  «elcen  lehrreiche  ZusammenAtellnng  roo  Nach- 
riditeB  fiber  den  Besitzwechsel  in  Landstrichen,  difs  heutzutage  zum  guten 
Tefle  za  dem  so  viel  genannten  Forst  Bominten  gehören  oder  ihm  do';h 
Qunittelbnr  benachbart  «ind.  In  dem  Aaf»atze  af^er  Ine  of^erländiAcben 
HaaptiBter  und  Landgerichte  n^'^At  ihr'm  VfirwaAusn  0^«erUndiii/:fae  Ge- 
sdiicfatsbiltter.  3.  Heft  -S.  1—73  Lat  v  M^iveritedt  hauptsächlich  auf 
Grand  der  in  den  Aemtern  g*f:hrvni  HaojiWcher  die  Hauptleiste  der  a/:ht 
HaapCftmter.  «owie  die   Lacdh/:c:er   und   Labd^ich^ffen  dieses  ehemaligen 


456  Nachrichten  und  Notizen  IL 

Kreises  zusammengestellt,  giebt  aber  auch  in  den  Einleitungen  zu  den 
beiden  Abteilungen  gute  Nachrichten  über  die  Einrichtung  und  die  Kompe- 
tenzen der  betreffenden  Behörden  und  Beamten,  sowie  bei  den  Hauptleuten 
auch  noch  weitere  Personalnachrichten.  Ebenda  (S.  74 — 99)  sind  reiche 
urkundliche  Beitrilge  Zur  Oeschichte  der  Maldeutenschen  Güter  (Kreis 
Mohrungen)  für  die  Zeit  von  der  Mitte  des  17.  bis  zu  der  des  18.  Jahr- 
hunderts von  y.  Houwald  abgedruckt.  Zwei  recht  beachtenswerte  Bei- 
träge zur  heimischen  Stadtgeschichte  in  der  Altpreuss.  Monatsschrift 
rühren  wieder  von  G.  Sommer feldt  her.  Zuerst  (S.  136 — 147)  Wichtigere 
Abschnitte  aus  der  Ortelsburger  Stadtchronik:  die  Zeitereignisse  bis  1807, 
und  dann  (S.  433 — 462)  Zur  Allensteiner  Stadtchronik  der  Jahre  1802  bis 
1827  und  zur  Geschichte  des  Schulwesens  zu  AUenstein  in  der  ersten  Hälfte 
des  19.  Jahrhunderts.  Drei  Miszellen  zur  Geschichte  von  Osterode  hat  Pro- 
fessor Schneider  in  der  Programmabhandlung  des  dortigen  Stadtgym- 
nasiums  zusammengestellt,  zwei  von  ihnen  allerdings,  die  Wegnahme 
Osterodes  durch  Gustav  Adolf  (1628)  und  der  Aufenthalt  der  Königin  Luise 
in  0.  (November  1806),  nur  auf  Grund  gedruckter  Vorlagen,  w&hrend  die 
dritte,  Osterode  in  Versailles,  auf  eigener  Anschauung  beruht.  Dass  sich 
in  Versailles  ein  auf  Befehl  Napoleons  gefertigtes  Gemälde  mit  einer  Dar- 
stellung der  Stadt  0.  befände,  davon  hatte  man  schon  lange  dunkle  Kunde 
gehabt,  in  letzter  Zeit  auch  schon  bestimmtere  Nachricht  darüber  erhalten, 
und  hier  giebt  nun  S.,  der  selbst  das  Bild  beim  Besuche  der  letzten  Welt- 
ausstellung in  Augenschein  genommen  hat,  eine  sehr  genaue  Beschreibung 
davon;  an  dieser  Stelle  mag  die  Angabe  genügen,  dass  das  „stattliche^, 
„farbenprächtige",  „Inhalts-  und  figurenreiche"  Bild  die  Unterschrift  trägt: 
„Napoleon  k  Osterode,  accorde  des  grftces  auz  habitans.  Mars  1807."  — 
In  dem  äusserst  ansprechend  geschriebenen  und  dem  sachlichen  Inhalte 
nach  (von  wenigen  Einzelheiten  abgesehen)  vorsichtig  und  zuverlässig  ge- 
arbeiteten, auch  mit  einigen  (anderwärts  entnommenen)  Abbildungen  aus- 
gestatteten Schriftchen  Der  Dom  zu  Königsberg,  ein  Denkmal  der  ge- 
schichtlichen Entwickelung  Altpreussens  (96  S.),  erzählt  Laura  Frost  nicht 
bloss  die  Geschichte  der  Domkirche  und  der  Domgemeinde  selbst,  sondern 
weiss  damit  auch  in  sehr  geschickter  Weise  durch  Hervorhebung  der  zu 
dem  Dome  in  engerer  Beziehung  stehenden  Vorgänge  und  Thatsachen  den 
ganzen  Verlauf  der  altpreussischen ,  in  erster  Linie  natürlich  der  ostpreus- 
sischen  Geschichte  zu  verbinden.  Die  Geschichte  einer  anderen  Gemeinde 
der  Hauptstadt  lernen  wir  durch  Franz  Muther,  den  Prediger  derselben, 
in  seiner  auf  Grund  gedruckter  Vorarbeiten  und  der  Kirchenakten  ver- 
fassten  Geschichte  der  evangelisch-deutsch-reformierten  Burgkirchengemeinde 
in  Königsberg  Pr.  (48  S.)  kennen,  die  er  als  Jubiläumsgabe  zur  Erinnerung 
an  die  im  Januar  1701  in  Gegenwart  des  neuen  Königspaares  vollzogene 
Einweihung  der  Kirche  selbst  hat  (mit  8  Tafeln  ausgestattet)  erscheinen 
lassen.  Da  schon  im  Jahre  1630  eine  sehr  grosse  Anzahl  aus  ihrer  Heimat 
vertriebener  niederländischen  „Sakramentierer"  im  Herzogtum  Preussen 
und  in  Königsberg  selbst  Zuflucht  gefunden  haben,  so  bildet  die  Geschichte 
der  von  ihnen  gebildeten  Gemeinde,  welcher  sich  auch  die  eingewanderten 
Schotten  und  Engländer,  sowie  die  gleichgesinnten  Einheimischen,  darunter 


Nachrichten  und  Notizen  IE.  457 

gerade  die  Tomehmsten  Familien  des  Landadels,  anschlössen,  für  mehr  als 
Tiertehalb  Jahrhunderte  ein  gewichtiges  Glied  in  der  Eirchengeschichte 
unserer  engem  Heimat.  Viel  weiter  zurückgehend  und  noch  weit  mehr 
umfassend  ist  die  Geschichte  und  Beschreibung  einer  Danziger  Kirche 
ausgefallen,  welche  ihr  Prediger  P.  Schmidt  verfasst  hat:  Die  St.  Trini- 
taüskirche  zu  Danzig  nach  Vergangenheit  und  Gregenwart  beschrieben 
(118  S.,  6  Abbildungen).  Es  ist  das  die  Kirche  des  etwa  1425  erstan- 
denen Franziskanerklosters.  Wenn  man  sich  nur  daran  erinnert,  dass 
die  Franziskaner  bei  den  Kämpfen  um  die  Ein-  und  Durchführung  der 
Kirehenreformation  und  weiter  die  evangelischen  Geistlichen  der  Kirche 
bei  den  theologischen  Zänkereien  zumal  des  17.  Jahrhunderts  eine  be> 
deutende  Bolle  gespielt  haben,  dass  femer  aus  dem  1568,  gleich  nach  der 
Abtretung  der  Klostergebäude  an  die  Stadt,  begründeten  Partikular  das 
heutige  städtische  Gymnasium  hervorgegangen  ist,  dass  endlich  in  den 
stattlich  hergestellten  Räumen  des  Klosters  selbst  die  reichen  Kunstsamm- 
lungen der  Stadt  und  das  grosse  westpreussische  Provinzialmuseum  ihre 
Stätte  gefunden  haben,  so  wird  man  es  begreifen,  wie  enge  die  Greschichte 
▼on  Kirche  und  Kloster  mit  vielen  Seiten  der  Entwicklung  Danzigs  selbst 
verknüpft  ist.  Der  Verfasser  aber  war  durch  seine  Quellen  und  besonders 
durch  sein  Aktenmaterial  in  den  Stand  gesetzt,  sehr  reiche  Belehrung, 
sehr  schöne  Aufklärung  darzubieten.  Nicht,  wie  die  letztgenannten 
Schriften,  eine  Geschichte  der  behandelten  Kirche  und  ihrer  Gemeinde, 
sondern  einzig  und  allein  eine  von  technischer  und  künstlerischer  Seite 
aufgefasste  Baugeschichte  des  Kirchengebäudes  selbst  ist  Anton  Ulbrichs 
Die  Wallfahrtskirche  in  Heiligelinde,  ein  Beitrag  zur  Kunstgeschichte  des 
17.  und  18.  Jahrhunderts  in  Ostpreussen  (94  S.,  6  Tafeln.  —  Studien  zur 
deutschen  Kunstgeschichte,  29.  Heft),  so  dass  die  Schrift  sich  an  dieser 
Stelle  der  Würdigung,  welche  sie  ihrem  Werte  nach  zu  fordern  berechtigt 
ist,  entzieht.  Ebenso  bilden  in  der  im  Auftrage  der  Altumsgesellschaft 
Prossia  von  Hermann  Ehrenberg  verfassten  Jubelschrift  Die  Schloss- 
kirche zu  Königsberg  i.  Pr.  (29  S.,  4«;  4  Tafeln  u.  12  Textabbildungen)  die 
aktenmässig  dargesteUte  Geschichte  des  Baues  selbst  und  die  Beschreibung 
und  Würdigung  seiner  ganzen  Ausgestaltung  so  sehr  die  Hauptsache,  dass 
das  wenige  andere  gänzlich  dagegen  verschwindet.  —  Jeder,  der  die  Stadt 
Danzig  aus  eigener  Augenschau  kennt  und  ihre  mannigfaltigen  Strassen- 
bilder  nicht  alles  Verständnisses  bar  betrachtet  hat,  wird  zugeben,  dass 
die  Geschichte  der  Architektur  dieser  Stadt  einer  der  wesentlichsten  Teile 
ihrer  Gesamtgeschichte  ist;  da  aber  das  prachtvolle  Bilderwerk,  welches 
uns  das  Jahr  1901  darüber  gebracht  hat:  Alt  Danzig.  Charakteristische 
Giebelbauten  und  Portale  in  Danzig  ans  der  Zeit  vom  14.  bis  18.  Jahrhundert. 
60  Blatt  Lichtdmcke  nebst  einem  Vorwort.  Herausgegeben  vom  Westpreuss. 
Architekten-  und  Ingenieur -Verein  zu  Danzig.  Nach  Aufnahmen  von 
R.  Th.  Kuhn,  eben  nur  Tafeln  enthält  und  das  allerdings  sehr  aufklärende 
Vorwort  der  Entwickelung  der  Danziger  Architektur  nicht  drei  volle 
Quartseiten  widmet,  so  muss  hier  diese  einfache  Hinweisung  genügen. 
(Eine  genauere  Besprechung  des  Werkes  von  H.  Ehrenberg  bringt  die  Alt- 
preuss.  Monatsschrift,  1902  S.  132  ff.) 


458  Nachrichten  und  Notiien  IL 

Da  die  ersten  Anfänge  der  heutigen  Ostpreossischen  Drackerei  und 
Verlagsanstalt,  deren  Geschichte  Friedrich  Wegener  verffiast  und  unter 
dem  Titel  Altstadt.  Langgasse  Nr.  29,  Stadien  zur  Geschichte  einer  Königs- 
berger  Bnchdnickerei  (70  S.,  mit  vielen  Abbildungen)  TerOffentlicht  hat,  be- 
reits i.  J.  1724  liegen,  so  bietet  das  Schriftchen  des  Belehrenden  und  Inter- 
essanten die  Fülle;  nur  wäre  es  ohne  Frage  besser  gewesen,  wenn  der  Verf. 
für  die  neuere  Zeit  nicht  öfter  gar  ini  sehr  die  Politik  h&tte  hineinspielen 
lassen.  Die  Königliche  und  Universitöts- Bibliothek  zu  Königsberg  hat 
das  volle  Recht,  ihre  Geschichte  bis  auf  das  Jahr  1684,  bis  auf  die  Be- 
rufung des  ersten  Bibliothekars  bei  der  von  Herzog  Albrecht  gegründeten 
Schlossbibliothek,  zurückzuführen,  und  sie  hat  weiter  eine  recht  reiche  Ge- 
schichte gehabt.  Bei  Gelegenheit  des  im  vorigen  Jahre  vollzogenen  Um- 
zuges in  das  neue  Geschäfbsgeb&ude  war  ursprünglich  eine  ausführliche 
DarsteUung  derselben  in  Aussicht  genommen,  da  aber  das  überreiche  archi- 
valische  Quellenmaterial  zur  rechten  Zeit  auch  nicht  annähernd  zu  bewäl- 
tigen gewesen  ist,  so  hat  sich  E.  Kuhnert  darauf  beschränken  müssen,  ab 
Festschrift  und  Vorläufer  nur  eine  kurze,  aber  immerhin  sehr  dankenswerte 
Skizze  zu  entwerfen  (28  S.).  —  Bei  Gelegenheit  der  Königakrönung  von  1701 
ist  unter  anderen  Stiftungen  auch  das  noch  heute  bestehende  Königliche 
Waisenhaus  zu  Königsberg  gegründet  worden.  Als  Festschrift  zum  200jäh- 
rigen  Jubiläum  dieser  Anstalt  hat  der  jetzige  Direktor  W.  Roh  de  auf 
Grund  der  sehr  ausführlichen,  nach  Anstaltsakten  bearbeiteten  Geschichte 
derselben,  welche  bereits  sein  Yorg^ger  Dembowski  in  einer  Reihe  von 
Programmen  (1879 — 1890)  des  damals  mit  ihr  verbundenen  Progymnasiunu 
bekannt  g^egeben  hat,  eine  neue  Darstellung  derselben  ausgearbeitet  und 
veröffentlicht  (Das  Königliche  Waisenhaus  zu  Königsberg  in  Pr.  Eine 
Festschrift.  101  S.,  mit  Abbildungen),  dabei  aber  zugleich  die  Erzählung 
bis  auf  die  Gegenwart  fortgeführt.  Eine  sehr  reiche,  bis  auf  das  Jahr  1645 
zurückgehende  Litteratur  für  die  Geschichte  des  Königsberger  Schulwesens 
findet  man  neben  vielem  Anderen  in  der  Schulschriften  des  Eneiphöfischen 
Stadt-Gymnasiums  zu  Königsberg  betitelten  Programmschrift  von  Professor 
£.  Mollmann  (50  S.);  in  der  Einleitung  wird  besonders  auch  auf  die  ge- 
waltige Flut  der  von  den  Schulen  ausgegangenen  poetischen  und  prosaischen 
Einladungs-  und  Gelegenheitsschriften  früherer  Zeiten  hingewiesen. 

Zum  Schlüsse  noch  zwei  familiengeschichtliche  Arbeiten,  deren  genea- 
logischen Wert  zu  beurteilen  der  Berichterstatter  nicht  übernehmen  mag: 
Chronik  des  Geschlechts  von  Manstein,  bearbeitet  von  Ehrenreich  v.  Man- 
stein  (165  S.,  8  Tabellen);  die  beglaubigte  Geschichte  dieses  uralten  Ge- 
schlechtes von  unzweifelhaft  altpreussischer  Herkunft  kann  geschichtlich 
bis  zum  Ende  des  14.  Jahrhunderts  hinauf  verfolgt  werden,  wo  seine  Mit- 
glieder in  solchen  Diensten  vorkommen,  mit  denen  der  Orden  nur  Landes- 
eingeborene zu  betrauen  pflegte.  R.  v.Flanss,  Die  von  Exau  bezw.  Kczewski. 
1880—1901  (Zeitschr.  d.  Eist.  Vereins  f.  d.  Reg. -Bez.  Marienwerder,  40.  Heft 
S.  1 — 49),  behandelt  ebenfalls  ein  eingeborenes,  sehr  weit  verbreitetes  Adels- 
geschlecht, aber  ein  Geschlecht,  dessen  Ahnen  nordkassubische  Pane  gewesen 
sind,  und  welches  trotzdem  stets  treu  zum  Deutschen  Orden  gehalten  hat. 

Königsberg  Pr.  Karl  Lohmejer. 


NachrichteD  und  Notizen  n.  469 

Wieder  ist  ein  stattlicher  Band  des  gprossen,  trefflich  geleiteten  Unter- 
nelunens  zur  Ausgabe  gelangt:  Jahresberichte  der  Geschichts- 
wissenschaft, herausg.  von  £.  Berner,  Jahrgang  XXm,  der  die  Litte- 
rator  toq  1900  behandelt.  Es  liegt  in  der  Natur  der  Sache,  dass  auch 
diesmal  mehrere  Utere  Mitarbeiter  von  neuen  abgelöst  wurden.  Sehr  gut 
ist  das  fieferat  Heldmanns  über  Yerfassungsgeschichte,  neu  das  über 
deatsche  Kultorgeschichte,  umfassend,  sorgsam  und  mit  wirklicher  Sach- 
kenntnis Ton  R.  EOtzschke  ausgearbeitet.  Willkonmien  heissen  wir  dabei 
den  Anhang  über  „Historische  Landes-  und  Volkskunde  Deutschlands*'. 

Das  Grossherzogliche  Landesarchiv  in  Karlsruhe  hat  eine  „Festschrift 
zum  fünfzigjährigen  Regierungsjubiläum  Sr.  K.  Hoheit  des 
Grossherzogs  Friedrich  von  Baden**  (Heidelberg,  C.  Winter.  11K)2; 
erscheinen  lassen,  welche  folgende  fOnf  Beitiäge  enthält:  Eine  Schweizer- 
reise des  Markgrafen  Karl  Friedrich  1775  in  Aufzeichnungen  des  Prof 
Joh.  Lorenz  BöekmAnn,  mitgeteilt  von  F,  v.  Weech.  K.  Obser,  Voltaires 
Ben^nngoi  zu  der  Markgräfin  Karoline  Luise  von  Baden -Dorlach. 
A.  Krieger,  Die  Vermählung  des  Mariegrafen  Friedrieh  Magnus  von  Baden- 
Darlach  und  der  Prinzessin  Auguste  Marie  von  Schleswig- Holirt^in. 
K.  Brunner,  Die  Eiaefaimg  des  Markgrafen  Georg  Friedrich  von  Bad/?n- 
DnrUclL  O.  K.  Roller,  Zur  Charakteristik  des  Grossherzogs  Kari  Frie4ri/;b, 
ein  genettlogiscfaer  Versock. 

Historische  Topographie,  Unter  dem  kräftig  aufstrel/end^m  land«?«- 
gesdriehtlifhen  FonefaimgeB  nehmen  die  der  hist/mscben  Topographie  ge- 
widflseieii  eine  bevomigte  Siellang  ein.  JUm^Iu:»  Hervorragende  wwr/Uf 
berate  geleialet:  Kric^geis  treffliehes  Topographisebes  W9rterl>«ieh  UitAtitm 
oleble  kIm»  eise  zweite  Anfiage,  maoebes  Bedeuleaiiie  wird  fm  4*m 
teirijoiialen  kisloriadieB  KommimMkm  und  laiid4!isg«i9iM:lijeiktli/:faen  Veretnen 


Der  Teran  für  Lsuidesknade  voa  Sieder/^tterrei^  hat  sieaerdiag«  sMrb^t« 
aadezea  Azbcitcs  Bmbemhetpr  rrksn^denMM'ii  aadk  die  ¥'ßtXi^AhnMft$^  fe«p 
Keabeleimg  der  «Tapographie  voa  Xi^iader^M^TreidB'"  U!9w:hJ//«se*  wnd  Alt^ 
Leitmug  Dr.  Vaaeza  fibestngeb  Dea  etfizelae«  der  tU  MitairvisrtUr  waH 
csn  i^üoMice  G«i«ct.  «in  <^ier  ■MJGcref«t;  G<«rridbit*^i<;»#ke.  tfu  fUaahAsiiimMli  %'^ 

ftt  die  MüfefieiUr  iua  Jui4l//ri4^;Äe«  ^pk^^Mif^  wie  ass 
Teil  wvAai  amgr^dtfi^i^,  ^mm  «ose  Jl^^arti^^  %h^  4^ 
iill|i,r  ■!  if  littentiBr  »»wie  4er  pAr^Mi^^  miA  rngt^ArvikUem  Vvekiear^ 
^— ■■■■■y^^flt  E2a  Aid«^u  VM*e»i*  ^AwtKÄe  ^M'^i^'j'MfmiitM^  VA 
HM  4  a.  $,  «ocvtBttt  fjucr  ^>0^,  Y^sgibiAMm^t  V^^  a.w:»  K^am^eCf.^  V^tV' 
fissris  Schriftdben  ^C^Mr  l^uuiei-  uui  ^ßfUt^n^:A\M^M^..  '^xf^nii  W^ty«  vsi4 
ihre  Aafg»l»f '-  T^ricag  im^irsea.  asu  I  Mitrt  SWS;  r«.  ^>^<v«ft<ier4ft^  4^ 
AI  HUwis^iw  Vesusaa  «etfiiifUMr  Hj^y^.x>3f  ;x  W^a«. 

Ffir  ^ie  Is^  sfcMiwisnäit  i;AtfVurÄ*;9M;  Xjmuh^^mu'^  icnf.  J/f   l$es>*ii»vnMr  «i^ 
irasfmgracfe*  CrittMxiM»  m^tt/pusts^o^'ßiK     h     <iew.   »;/  efAtuM.  Ai4«M(  tMr 

£  airha.  Gewtu  XXT    i^rtkMK-^   va<i  ^fieif  j^-tnu^^ui,  ^»^um«.  >9aeiuMr^irn4»  A^ 


460  Nftchrichten  und  Notizen  ü. 

tikel  über  ,,Die  Wüstungen  und  ihre  Entstehung^^  (Dresdner  Anxeiger. 
Montags-Beilage  vom  16.  Juni  1902)  veröffentlichte,  zeigt  sich  trefflich 
unterrichtet.  Er  weist  auf  die  Notwendigkeit  hin,  die  Flurnamen  zu  sam- 
meln, er  verlangt  besondere  Wüstungs-  und  Orts-Verzeichnisse.  Als  allge- 
meine wichtige  Vorarbeit  für  diese  und  alle  historisch-geographischen  Studien 
empfiehlt  er  das  von  der  Kommission  der  Provinz  Sachsen  beliebte  Ver- 
fahren: Eintragung  der  Gemarkungsgrenzen,  der  Flurnamen,  der  Wüstungen 
im  weitesten  Sinne  u.  dgl.  in  die  Messtischblätter  (1  :  26  000).  Diese 
Karten,  einheitlich  und  gleichmässig  wissenschaftlich  mit  Notizen  versehen, 
mit  entsprechenden  Beilagen  ausgestattet,  sollen  wissenschaftlichen  Be- 
nutzem zugänglich  gemacht  werden  und  als  allgemeine  Grundlage  historisch- 
topographischen und  geographischen  Forschungen  dienen.  Uns  scheint  hier 
in  glücklichster  Weise  der  richtige  Anfang  gemacht  und  der  wirklich  gang- 
bare Weg  für  alle  Studien  dieser  Art  gewiesen  zu  sein.  O.  S. 

Von  F.W.  Putzgers  Historischem  Schulatlas,  welcher  zuerst  1877 
herauskam,  ist  jetzt  in  der  Bearbeitung  von  Alfred  Baldamus  und  Ernst 
Schwabe  die  25.  Auflage  (Bielefeld  und  Leipzig,  Velhagen  und  Klasing, 
1901.  Preis  2,so  M)  erschienen.  Eine  so  hohe  Auflage  ist  gewiss  ein 
gutes  Zeugnis  für  die  Brauchbarkeit  dieses  Buches.  In  der  That  zeigt  auch 
ein  Vergleich  der  ersten  mit  der  letzten  Auflage,  wie  emsig  die  Heraus- 
geber bemüht  gewesen  sind,  den  erweiterten  Bedürfiiissen  des  Unterrichtes 
durch  Verbesserung  der  alten  und  Beigabe  neuer  Karten  gerecht  zu  werden. 

Handbuch  der  deutschen  Geschichte.    In  Verbindung  mit  R.  Bethge, 
W.  Schnitze,  H.  Hahn,  C.  Köhler,  F.  Grossmann,  G.  Liebe,  G.  Ellinger, 
G.  Erler,  G.  Winter,   F.  Hirsch,   A.  Kleinschmidt,   herausgegeben   von 
Bruno  Gebhardt.     2  Bände.     2.  Auflage.     Stuttgart,  Union  Deutsche 
Verlagsgesellschaft  1901. 
Als  das  „Handbuch  der  deutschen  Geschichte**  im  Jahre   1891   zuerst 
erschien,    füllte    es    eine    recht    fühlbare   Lücke   in   unserer    historischen 
Litteratur  aus;  man  kann  es  daher  nur  mit  Freuden  begrüssen,  dass  jetzt 
eine  zweite  Auflage   notwendig   geworden  und    erschienen   ist.     Hingegen 
kann  die  Art,  wie  diese  zweite  Auflage  bearbeitet  worden  ist,  nicht  ganz 
befriedigen.    Der  Gesamtplan  des  Unternehmens  ist  unverändert  geblieben; 
neu  eingefügt  ist  nur  bei  der  Uebersicht  über  die  brandenburg^sch-preussi- 
sche  Geschichte,  die  früher  mit  dem  Jahre  1640  schloss,  ein  ausführlicher 
Abschnitt  über  die  Reg^erungszeit  des  grossen  Kurfürsten  imd  Friedrichs  m 
bis  zur  Annahme  des  Königstitels  (II,  284 — 97).     Femer  ist  der  die  neueste 
Zeit  (seit  1871)  behandelnde  Teil  nicht  nur  bis  auf  die  Gegenwart  fortge- 
führt, sondern  auch  vollständig  umgearbeitet  worden;   an  die  Stelle  von 
10  Seiten  der  1.  Auflage  für  1871—78  sind  28,  an  die  Stelle  von  29  Seiten 
für  1878—90  sind  56  getreten,  und  für  das  Jahrzehnt  von  1890 — 1900  sind 
47  Seiten  hinzugekommen.    Das  19.  Jahrhundert  (seit  1816),  das  schon  in 
der  1.  Auflage  einen  unverhältnismässig  grossen  Raum  einnahm,  ist  dadurch 
noch  stärker  bevorzugt  worden.     Grebhardt,  der  diesen  Abschnitt  selbst  be- 
arbeitet hat,  hat  sogar  ganze  Aktenstücke  im  Wortlaute  aufgenommen,  wie 


Nadirichten  und  NoÜxen  IE.  461 

die  Erlasse  Kaiser  Friedrichs  und  Kaiser  Wilhelms  IL  bei  ihrem  Regierongs- 
antzitt  und  das  Entlassungsgesuch  Bismarcks;  ein  für  ein  Handbuch  wenig 
angebrachtes  Verfahren.  Leider  fehlt  auch  in  der  2.  Auflage  für  die  neuere 
Creschichte  seit  1517  jede  zusammenfassende  Behandlung  der  Entwickelung 
von  Wirtschaft,  Verfassung  und  Verwaltung.  Die  einzelnen  Mitarbeiter 
hatten  schon  in  der  1.  Auflage  ihre  Aufgabe  recht  verschieden  angegriffen 
und  gelöst;  der  eine  hatte  lange,  der  andere  kurze  Paragraphen  gemacht, 
der  eine  den  Text,  der  andere  die  kleingedruckten  Erläuterungen  bevonugt, 
der  eine  die  bedeutendsten  Streitfragen  und  die  darin  von  den  einzelnen 
Forschem  vertretenen  Ansichten  ausfuhrlich  angegeben,  der  andere  alles 
derartige  unterlassen.  Das  ist  auch  jetzt  so  geblieben;  die  einzelnen  Ab- 
schnitte sind  auch  jetzt  von  sehr  verschiedenem  Werte;  neben  guten  und 
brauchbaren  stehen  ganz  oberflächliche  und  unzuverlässige.  Auch  die  Be- 
arbeitung des  alten  Textes  für  die  neue  Auflage  ist  nicht  gleichmässig 
ausgefallen.  Zuweilen  ist  die  in  den  letzten  10  Jahren  erschienene  histo- 
rische Litteratur  ungenügend  berücksichtigt;  manche  Bearbeiter  scheinen 
ihre  Pflicht  für  erfüllt  gehalten  zu  haben,  wenn  sie  dem  alten  Texte  einige 
neue  Litteraturangaben  hinzufügten,  ohne  ihn  den  neueren  Forschungen 
entsprechend  umzugestalten.  Die  Arbeiten  von  Bethge,  Schnitze,  Hirsch 
und  Grebhardt  berücksichtigen,  soweit  sich  durch  einzelne  Stichproben  fest- 
stellen liess,  in  ausreichender  Weise  die  neuere  Litteratur.  Hahn  hat  Be- 
dacht darauf  genommen,  überall  die  Streitfragen  ausführlicher  zu  erörtern, 
als  er  es  früher  gethan  hatte.  Hingegen  hat  Köhler  die  neue  Auflage  der 
betreffenden  Bände  von  Waitz'  Verfassungsgeschichte  nicht  genügend 
herangezogen.  Liebes  Abschnitt  über  die  spätmittelalterliche  Wirtschaft 
und  Verfassung  leidet  an  völliger  Vernachlässigung  der  neueren  Forschung; 
von  den  wichtigsten  in  letzter  Zeit  viel  erörterten  Fragen  (Entstehung  des 
KurkoUeg^ums,  Entstehung  des  Städtewesens)  erfährt  man  bei  ihm  so  gut 
wie  nichts.  Erlers  Abschnitt  ist  überall  sorgsam  nach  den  neueren  Ar- 
beiten verbessert  und  ergänzt.  Winter  hingegen  gehört  zu  denen,  die  von 
neueren  Arbeiten  im  wesentlichen  nur  die  Titel  hinzufügen  —  und  auch 
diese  recht  unvollständig  —  vom  Inhalte  aber  nur  selten  Notiz  nehmen; 
über  Streitfragen  orientiert  er  höchst  ungenügend.  Noch  schlinmier  ist  es  bei 
Kleinschmidt,  dessen  Beiträge  wohl  die  schlechtesten  sind;  über  die  wich- 
tige Frage  nach  dem  Ursprung  des  7jährigen  Krieges  z.  B.  berichtet  er  in 
ein  paar  Zeilen,  die  von  der  Bedeutung  der  Sache  kaum  eine  Ahnung  geben. 
Ein  Handbuch,  wie  das  vorliegende,  ist  für  Lehrer  und  Lernende  ein 
unentbehrliches  Hilfsmittel;  um  so  notwendiger  ist  es,  dass  es  sich  bei 
jedem  neuen  Erscheinen  auf  der  Höhe  der  Forschung  hält.  Man  kann  nur 
wünschen,  dass  dies  bei  einer  dritten  Auflage  auch  in  den  Partieen  der 
Fall  sein  möge,  die  diesmal  mangelhaft  geblieben  sind. 

Erich  Brandenburg. 

L.   Schütte,   Der  Apenninenpass  des  Monte  Bardone  und  die  deutschen 
Kaiser.    (Historische   Studien   veröffentlicht   von  E.  Ehering,  Heft  27.) 
Berlin,  E.  Ehering,  1901.    8».    187  S. 
Ungleich  den  Alpen  bildet  der  im  Süden  die  oberitalienische  Tiefebene 

82  • 


462  Nachrichten  und  Notixen  IL 

begrenzende  Apennin  keine  Länder-  und  TOlkerMheide;  aber  wenn  auch 
■eine  langhingestreckten  Bergketten  nirgends  bis  mr  Schneegrenze  emp(^- 
ragen,  so  sind  sie  doch  nicht  so  leicht  su  überschreiten,  als  dass  nicht  hier 
wie  dort  der  Verkehr  seit  altere  anf  bestimmte,  Tcm  der  Katar  vorgeieich- 
nete  Strassenzüge  sich  angewiesen  gesehen  h&tte.  Es  kann  demnach  wohl 
als  eine  dankenswerte  Aa%abe  erscheinen,  die  Apenninpässe  unter  den 
bereits  öftere  anf  die  Alpenpässe  angewandten  historisch-geographischeii 
Gesichtspunkten  zu  behandeln,  wie  das  durch  vorliegende  Arbeit  in  recht 
ansprechender  Weise  für  einen  derselben,  den  im  Mittelalter  viel  genannten 
^^  nP^i*  montem  Bardonem*',  geschieht,  der  die  kürzeste  Verbindung 
zwischen  Parma  und  der  toskanischen  Küste  herstellte.  Der  Verfasser  er- 
örtert in  einem  allgemeinen  Teil  den  Aufbau  des  Gebirges  und  die  daraus 
sich  ergebende  Beschaffenheit  der  Uebergänge.  Im  speziellen  Teil  geht  er 
des  näheren  auf  die  Vorgeschichte  des  La-Gisapasses  ein,  in  der  oeltiscb- 
tuscischen,  römischen  und  langobardischen  Epoche,  auf  die  Beschreibang 
der  Strasse  in  Itinerarien  von  Pilgern  und  Eaufleuten,  und  auf  die  Neben- 
wege, die  eine  Umgehung  des  Passes  ermöglichten.  Der  Schwerpunkt  des 
Ganzen  fällt  auf  die  Darlegung  der  Beziehungen,  in  welche  die  deutschen 
Kaiser  zu  diesem  Strassensjstem  traten.  Da  war  nun  allerdings  tou  den 
Durchzügen  der  Ottonen  und  Salier  wenig  Bemerkenswertes  zu  beachten. 
Ent  in  der  Politik  der  Staufer  spielte  der  La-Cisapass  eine  Bolle,  zumal 
bei  den  Kämpfen  Friedrichs  ü.  mit  den  lombardischen  Kommunen.  Der 
Kaiser  musste  den  grössten  Wert  darauf  legen,  die  Eingangspforte  lur 
Lombardei  sich  offen  zu  halten.  Es  wird  also  ganz  zutreffend  herrorge- 
hoben,  dass  der  Abfall  von  Parma,  „des  nördlichen  Schlüssels  der  Gisa- 
strasse^',  im  Jahre  1247  für  ihn  ungleich  mehr  zu  bedeuten  hatte  als  der 
Verlust  einer  beliebigen  anderen  Stadt.  Die  Behandlung  der  damit  zu- 
sammenhängenden Ereignisse  ist  wohl  etwas  breit  ausgefallen.  Auch  die 
Erörterung  über  den  Weg,  den  Friedrich  bei  seinem  Rückzuge  1167  nahm, 
als  er  den  Pass  gesperrt  fand,  ermangelt  der  Präzision  —  und  des  Ergeb- 
nisses. Aus  der  Zeit  Konradins  wäre  die  Erwähnung  der  „montee  sublimes 
Burdonum"  in  den  auf  einer  italienischen  Parteischrift  beruhenden  Gesta 
Karoli  Magni  der  Begensburger  Schottenlegende  (ed.  A.  Dürrwaechter, 
S.  151,  vgl.  S.  63)  nachzutragen. 

Zürich.  G.  Caro. 

Auf  zwei  wichtige  Aufsätze  A.  v.  Wretschkos  sei  nachträglich  hin- 
gewiesen. In  dem  Artikel  „Der  Einfluss  der  fremden  Rechte  auf  die 
deutschen  Königswahlen  bis  zur  Goldenen  Bulle^^  (Zeitschr.  der  Savigny- 
Stiftung  für  Rechtsgeschichte  XX.  Germ.  Abt.  S.  164—207)  behandelt  W. 
die  neuestens  besonders  von  Bresslau  betonte,  von  Lindner  u.  a.  geleugnete 
Einwirkung  des  kirchlichen  Wahlverfahrens  auf  das  der  deutschen  Könige 
des  13.  Jahrhunderts  und  erkennt  sie  als  „das  Ergebnis  jenes  tiefgehenden 
Einflusses,  den  die  Kirche  und  ihr  Recht  in  jenen  Tagen  auf  alle  weltlichen 
Verhältnisse  ausübte*^  Das  neue  und  eigentümliche  Abstimmungsverfahren, 
wie  es  zuerst  1257  nachzuweisen  ist,  femer  der  Grundsatz,  dass  der  nicht 
erschienene  oder  nicht  rechtmässig  vertretene  KurfOrst  für  diesmal  seines 


Nachrichten  and  Notizen  II.  463 

Rechts  verlnstig  geht,  besonders  auch  das  früher  unbekannte  Majoritäts- 
prinzip —  all  das  wird  in  feiner  nnd  sicherer  Untersuchung  auf  Einflüsse 
des  fremden  Rechts  zurückgeführt.  —  In  dem  Aufsatz  ,J>ie  Electio  com- 
munis bei  den  kirchlichen  Wahlen  im  Mittelalter^*  (Deutsche  Zeitschrift 
für  Eirchenrecht  XI.  S.  321—392)  erörtert  W.  den  Charakter  und  den  Ur- 
sprung der  „electio  communis**,  jenes  durch  einen  W&hler  vorgenommenen 
rechtmässigen  Wahlvollzuges,  der  auf  die  vorausgegangene  „nominatio**  — 
sei  es  Skrutinial-  sei  es  Eompromisswahl  —  zu  folgen  pflegte.  W.  findet 
als  erstes  Zeugnis  des  Vorhandenseins  der  Electio  communis  resp.  der 
Electio  per  unum  die  Konstitution  Innocenz'  ED.  „Venerabilem**  von  1202, 
in  der  der  Papst  bei  Beurteilung  der  Wahl  Ottos  IV.  von  einem  „elector**, 
„cognitor**,  „denuntiator*'  spricht  und  dabei  jedenfalls  das  kirchliche  Vor- 
bild der  ,,electio  per  unum**  im  Auge  hatte.  Demnach  muss  die  Electio 
communis,  die  seit  1205  unmittelbar  urkundlich  bezeugt  ist,  sich  schon 
vorher  in  der  Wahlpraxis  eingebürgert  haben.  W.  bringt  in  geistvoller 
Weise  das  Aufkommen  des  neuen  kirchlichen  Wahlverfahrens  in  Zu- 
sammenhang mit  dem  Auftreten  der  Eorporationsidee,  die  das  ältere  ge- 
nossenschaftliche Prinzip  verdrängte.  Man  wird  den  Ausführungen  W.s 
zustimmen,  sie  als  wertvolle  Erweiterung  unserer  verfassungsgeschichtlichen 
Kenntnis  begrüssen.  Indessen  ist  der  Unterschied  zwischen  W.s  Ansichten 
und  den  Ergebnissen  der  Forschungen  Bresslaus  (D.  Zeit.  f.  Oesch.  N.  F. 
II  129 ff.)  nicht  so  gross,  wie  der  Verf.  zu  meinen  scheint.  Seine  etwas 
rauhe  Polemik  finde  ich  nicht  recht  am  Platze,  denn  in  allem  Wesentlichen 
bewegen  sich  doch  seine  Untersuchungen  auf  den  von  Bresslau  vorge- 
zeichneten  Grundlinien.  G.  S. 

Karl  Hildebrand,  Stockholms  stads  privilegiedbref  1428—1700.  H.  n. 
Stockholm,  WahlstrOm  &  Widstrand,  1901.  S.  160—820. 
Das  Heft,  welches  mit  der  Epoche  beginnt,  welche  durch  die  Handels- 
ordinantia  von  1614  eintrat,  giebt  Verordnungen,  Privilege  u.  s.  w.  aus  der 
Zeit  Gustaf  II  Adolfs,  Kristinas  und  Karl  X  Gustafis  (bis  1660).  Die  Regie- 
nmg  war  wie  immer  eifrig  bemüht,  die  Entwicklung  der  Hauptstadt  zu 
fördern.  M.  G.  Schjbergson. 

Zeitsekrilten«  Von  der  Basler  Zeitschrift  für  Geschichte  und 
Altertumskunde,  welche  von  der  Historischen  und  antiquarischen  Ge- 
sellschaft zu  Basel  herausgegeben  wird  (Basel,  R.  Reich  1901/2)  liegt  jetzt 
der  erste  Jahrgang '  vor.  Sein  Inhalt  zeigt,  dass  sich  die  neue  Zeitschrift 
als  wissenschaftliches  Unternehmen  der  grossen  Reihe  älterer  Schweizer 
Landeszeitschriften  würdig  an  die  Seite  stellt.  Nicht  nur  eine  Reihe  in- 
teressanter Aufsätze  werden  uns  hier  geboten  sondern  auch  manche  wert- 
volle Quellenveröffentlichungen.  Unter  den  ersteren  nennen  wir  nur  die 
Aufsätze  von  Th.  Burckhardt-Biedermann,  welcher  die  Geschichte  der  Strasse 
über  den  oberen  Hauenstein  am  Basler  Jura  von  der  Römerzeit  her  durchs 
Mittelalter  hindurch  bis  auf  die  Neuzeit  verfolgt,  femer  von  Rudolf 
Thommen,  „Die  Geschichte  unserer  Gesellschaft^'  und  von  August  Huber, 
Basels  Anteil  an  den  Breisacher  Unruhen  1652 — 1654.'^    Unter  den  letz- 


464  y«cfcrirhKf  o^  KotiiCB  IL 


term  erwähnen  wir  tloM  da«  DUrinm  d«  bcrObBtoi  Bmaler  Chronuieii 
Guiftian  Wiinti««ii,  welche«  tob  1S67  laa  1681  rei^t  imd  jetzt  hier  nach 
der    wieder    entdeckten    OriginaThindaHirift    tob    B.    Lnginbühl    henuit- 


In  Aand  wurde  am  2.  Jnni  190t  eine  Soci^te  internationale 
d'^tndef  Franciscainet  gegrändet.  der  Khon  eine  Ansahl  hca-foiragen- 
der  Gelehrten  beigetreten  i<t  und  deren  Protektorat  die  Königinmntter 
fibemommen  hat.  Der  Zweck  dieier  Tereinigong  ist,  in  Aaain  eine  Biblio- 
thek der  ganien  Francitkanerlitteratar  bia  aof  die  Zeitnngsaasschnitte 
herab  zu  gründen.  Man  will  hier  eine  ArbeitaiUtte  schaffen  für  alle 
Stadien  auf  dem  Gebiete  der  FranciAanerbewegnng  und  eine  Terbindong 
aller  Grelehrten  herstellen,  die  ihre  Feder  dieser  Sache 


Am  26.  Febmar  fand  in  Köln  die  Sl.  JahresTersammlong  der 
GeteÜB^aft  flr  Rhebüscke  Geacklcktskuide  statt  Im  vergangenen 
Jahre  erschienen  Ton  den  PobUkationen:  Erlftoterongen  zum  Geschichtlichen 
Atlas  der  Rheinprorinz  Bd.  ni:  Das  Hochgericht  Rhaonen  (W.  Fabzidos); 
Die  Regesten  der  Erzbischöfe  Ton  Köln  im  Mittelalter  Bd.  II:  1100— 120& 
(R.  Knipping);  Rheinische  Urbare  Bd.  I:  Die  Urbare  Ton  St  Pantaleon  in 
Köln  (B.  Hilliger);  Urkunden  and  Regesten  zor  Creschichte  der  Rheinlande 
aas  dem  Vatikanischen  Archiv  Bd.  I:  UM— 1S26  (H.  Y.  Saoerland).  Im 
Drack  befinden  sich:  Landtagsakien  von  Jülich-Berg  I.  Reihe  Bd.  U  (v.  Below); 
Kölner  Zonfturkonden  Bd.  I  and  11  (H.  v.  Loesch);  Geschichte  der  Kölner 
Malerschule  Schlusslieferung  4  (Aldenhoven);  Kölns  Buchdrack  im  Jahr- 
huodert  seiner  Erfindung  (Voulli^me'^;  Geschichtlicher  Atlas  der  Rheinprovinz, 
Karte  der  kirchlichen  Einteilung  vor  Aasbruch  des  SOjfihrigen  Krieges  4  BU. 
(Fabricius);  Romanische  Wandmalereien  der  Rheinlande  (Giemen);  Rheiniscbe 
Urbare  Bd.  11:  Urbare  von  Werden  (Kötzschke);  Regesten  der  Erzbischöfe 
von  Köln  Bd.  m  (Ejoupping);  Urkunden  und  Regesten  a.  d.  YaÜkanischen 
Archiv  Bd.  II:  1326—1342  (H.  V.  Sauerland).  In  Vorbereitong  sind:  Land- 
tagsakten von  Jülich-Berg  H.  Reihe  1610—1630  (Kfich);  Matrikel  der  Uni- 
versität Köln  Bd.  n  (H.  Keussen);  Herausgabe  der  ältesten  Rhemischen 
Urkunden  bis  zum  Jahre  1000  (Oppermann);  Regesten  der  Erzbischöfe  von 
Köln  Bd.  I  (Oppermann);  Weistümer  der  Rheinprovinz  Abt.  I,  KarfÖrstentam 
Trier  Bd.  U  (Loersch);  Akten  zur  JOlicher  Politik  Kurbrandenboigs  1610— 
1614  (Löwe);  Kölnische Consistorialakten,  Presbjterialbeschlüsse  der  deutsch- 
reformierten heimlichen  Gemeinde  in  Köln  1672—1696  (Simons).  —  Der 
Jahresbericht  (Bonn,  Georgi  1902)  enthält  als  Beigabe:  Armin  Tille,  Ueber- 
sicht  über  den  Inhalt  der  kleineren  Archive  der  Rheinprovinz  Bd.  H.  Hfk.  2: 
Die  Kreise  Erkelenz,  Geilenkirchen  und  Heinsberg.  —  Der  Bericht  der 
Kommission  für  die  Denkmälerstatistik  der  Rheinprovinz  ergiebt, 
dass  von  der  Beschreibung  der  Kunstdenkmäler  die  Hefte :  Stadt  und  Land- 
kreis Bonn  und  Kreis  Jülich  im  Druck  sind.  Noch  in  Bearbeitung  sind  der 
Siegkreis,  die  Kreise  Erkelenz  und  Geilenkirchen  und  vor  allem  die 
Stadt  Köln. 


Nadirichten  and  Notiien  IL  465 

Am  21.  Juni  fand  in  Jena  die  Jahressitzung  der  TküringischeB 
hietorischen  KoaiMigsiOB  statt  Im  vergangenen  Geschäftq'ahre  worden 
Teröffenilicht:  Emeetinische  Landtagsakten  Bd.  I  (Borkhardt)  nnd  die  An- 
fänge der  Porzellanfabrikation  anf  dem  Thüringer  Walde  (Stieda).  Archiv- 
direktor Burkhardt  wird  die  Arbeit  an  den  Landtagsakten  weiterführen  and 
man  hofft  Prof.  Stieda  in  Leipzig  fOr  eine  Bearbeitnng  der  Thüringer  Olas- 
industrie  zn  gewinnen.  Die  Aasgabe  des  Saalfelder  Stadtrechts  (Koch)  and 
des  Eisennacher  Stadtrechts  (Kühn)  ist  in  Yorbereitong.  Die  Bearbeitnng 
eines  Urkondenbaches  für  die  Geschichte  der  Universität  Jena  (Devrient) 
und  die  Geschichte  der  Universität  Jena  (Stoy),  welche  bis  zam  Universitäts- 
jabiläum  1908  erscheinen  soU,  stGsst  noch  aaf  Schwierigkeiten.  Stoj  will 
die  Bearbeitnng  einer  nenen  Biographie  Emsts  des  Frommen  in  Angriff 
nehmen.  Für  eine  historische  Bibliographie  Thüringens  hat  Dobenecker 
schon  ein  reiches  Material  gesanmielt.  Die  Heraasgabe  der  Matrikel  der 
Universität  Jena  mnss  wegen  Geldmangel  einstweilen  anterbleiben.  Aach 
in  der  Grandkartenfrage  hat  sich  die  dnrch  Greldmangel  aafgenötigte  ab- 
wartende Haitang  als  richtig  erwiesen. 

PersonalieB.  EmenniuigeB  und  BefördemngeB.  Universitäten.  Der 
Prof.  für  Kirchengeschichte  in  Leipzig  Albert  Haack  wurde  von  der 
Juristischen  Fakultät  in  Freiburg  i.  B.  zum  Ehrendoktor  ernannt. 

Der  o.  Prof.  für  deutsche  Sprache  und  Litteratur  in  Marburg  Dr.  Ed- 
ward Schröder  ist  nach  GOttingen,  der  o.  Prof.  der  Philosophie  Win- 
delband in  Strassburg  nach  Heidelberg,  der  Tit.  o.  Prof.  Wa entig  der 
Nationalökonomie  in  Greifswald  als  Ordinarius  der  rechts-  und  staats- 
wissenschaftlichen Fakultät  nach  Münster  berufen  worden. 

Zu  ao.  Professoren  wurden  ernannt  der  Privatdozent  für  Kirchen- 
geschichte Böhmer  in  Leipzig  und  der  Bibliothekar  Herr  mann  Gustav 
Kossinna  (deutsche  Altertumskunde)  in  Berlin,  der  Privatdozent  Emil 
Sulger-Gebing  an  der  Technischen  Hochschule  München  für  deutsche 
Sprache  wie  für  allgemeine  und  deutsche  Litteraturgeschichte.  Zu  berich- 
tigen ist,  dass  nicht  der  Historiker  Ad.  Koch,  wie  S.  439  dieser  Zeitschrift 
bemerkt  wurde,  sondern  der  Botaniker  Ludwig  Koch  in  Heidelberg  zum 
Honorarprofessor  ernannt  worden  ist. 

Bibliotheken  und  Institute.  Als  Nachfolger  Zangemeisters  wurde  der 
Prof.  Jak.  Wille  zum  Direktor  der  Heidelberger  Universitätsbibliothek 
ernannt.  Der  ao.  Prof.  der  Theologie  Gustav  Hermann  Dalman  in 
Leipzig  wurde  zum  Vorstand  des  Deutschen  evangelischen  Instituts  für  die 
Altertumswissenschaft  des  heiligen  Landes  in  Jerusalem  ernannt. 

Todesfälle.  Am  8.  Juni  starb  in  Heidelberg  der  Oberbibliothekar  der 
Universitätsbibliothek  Geh.  Hofrat  Prof.  Dr.  Karl  Fr.  W.  Zangemeister 
im  Alter  von  64  Jahren,  der  als  Epigraph  und  Paläograph  Bedeutendes 
geleistet  hat  und  als  Mitarbeiter  am  Corpus  Inscriptionum  Latinarum  be- 
teiligt war. 

Am  11.  Juni  starb  in  Leipzig  der  bekannte  Pädagog  und  Historiker 
Professor  Dr.  Hermann  Schiller.  Am  7.  Nov.  1889  zu  Wertheim  am 
Main   geboren,   bezog  er  schon  im  Alter  von   17   Jahren  die  Universität 


466  Nachrichten  und  Notüen  11. 

Erlangen  und  sp&ter  Heidelberg,  mn  sich  dem  Schalfach  zu  widmen.  Er 
war  als  Gymnasiallehrer  anfangs  in  seiner  Heimat  Wertheim,  dann  in 
Karlsruhe  und  endlich  als  Gymnasialdirektor  in  Constanz  th&tig.  Im  Jahre 
1876  verliess  er  den  badischen  Schuldienst  und  ging  als  o.  Universit&ts- 
Professor  und  Gymnasialdirektor  nach  Giessen.  Er  war  hier  bemüht,  das 
hessische  Schulwesen  in  seinem  Sinne  zu  reformieren.  Als  ihm  dies  nicht 
gelang,  schied  er  aus  dem  Oberschulrat,  dessen  Mitglied  er  geworden,  nnd 
schrieb  1899  die  bekannten  Aufsätze  über  das  hessische  Schulwesen  in  der 
Frankfurter  Zeitung,  die  seine  Entlassung  aus  dem  hessischen  Schuldienste 
bewirkten.  Zuletzt  war  er  als  Privatdozent  in  Leipzig  th&tig,  wo  ihn  in 
Yoller  Rüstigkeit  der  Tod  ereilte.  Wir  gedenken  hier  nur  seiner  histo« 
rischen  Arbeiten;  wir  verdanken  ihm  ausser  einer  Studie  über  die  Be- 
gierungszeit des  Nero  vor  allem  seine  zweibändige  Geschichte  der  römischen 
Kaiserzeit,  die  als  wertvolle  Arbeit  viel  benutzt  wird.  Die  letzten  Jahre 
seines  Lebens  widmete  er  der  Ausarbeitung  einer  Weltgeschichte,  welche 
er  noch  kurz  vor  seinem  Tode  in  4  Bänden  zum  Abschluss  brachte. 

Am  4.  Juli  starb  in  Düsseldorf  im  Alter  von  76  Jahren  der  Geh. 
Archivrat  Dr.  Waldemar  Harless,  der  frühere  Direktor  des  Kgl.  Staats- 
archives  in  Düsseldorf. 

In  Trier  starb  kürzlich  der  Stadtbibliothekar  und  Archivar  Dr.  Max 
Keuffer,  46  Jahr  alt. 

In  Berlin  starb  im  Alter  von  69  Jahren  der  Bibliothekar  im  Plreuss. 
Ministerium  des  Innern,  Geh.  Kanzleirat  Maximilian  Gritzner,  bekannt 
als  fruchtbarer  heraldischer  Schriftsteller,  dessen  „Terminologie*^^  (Teü  des 
neuen  Siebmacher)  im  Kreise  der  Historiker  und  der  Geschichtsfreonde 
sich  besonderer  Wertschätzung  erfreut. 


467 


üeber  den  Verfasser  und  den  Geist 
der  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmund. 

Von 

Dr.  H.  Werner. 

Es  war  leicht^  in  die  rissige  Konstruktion  W.  Boehms^,  als 
sei  Friedrich  Reiser  der  Verfasser  der  Reformation  Kaisers  Sigmund, 
mit  Erfolg  Bresche  zu  legen.*  Das  eine  blieb  an  dem  mühe- 
vollen Bau  als  uneinnehmbares  Stück  bestehen:  der  Verf.  ist  ein 
Geistlicher  und  zwar  ein  Pfarrer.  Damit  war  man  aber  nicht 
viel  klüger  als  zuvor.  Auf  dieser  Linie  bedeuten  die  Unter- 
suchungen C.  Koehnes'  in  neuester  Zeit  nur  darin  einen  Fort- 
schritty  dass  sie  Augsburg  als  Entstehungsort  der  Schrifk  festlegen, 
also  im  Verf.  einen  Augsburger  Stadtpfarrer  sehen.  Im  übrigen 
blieb  die  Annahme  unangefochten,  dass  der  Verf.  ein  Pfarr- 
geistlicher seL  Dies  wurde  als  ziemlich  selbstverständlich  aus 
dem  Umstände  abgeleitet,  dass  er  die  Standesinteressen  des  Pfarrers 
überall  ganz  ofiPen  vertrete.^  Diese  Thatsache  wird  freilich  selbst 
ein  oberflächlicher  Kenner  der  Reformschrift  nicht  leugnen  kömien, 
aber  der  Schluss  aus  ihr  auf  gerade  diese  Eigenschaft  des  Verf. 
ist  kein  zwingender.  Nur  wenn  man  das  mannigfache  Detail  der 
Schrift  nicht  eng  genug  in  Zusammenhang  bringt  mit  dem  ganzen 
geistigen  Leben  und  dessen  eigenartigen  teils  in  der  Entwicklung 
teils  im  Verfall  begriffenen  Zuständen,   von  denen  hier  ein  sehr 

*  Friedrich  Reisers  Reformation  des  K.  Sigmund.     1876,  S.  38  ff. 

'  von  Bezold,  zur  deutschen  Eaisersage,  in  Stzb.  der  bayr.  Akad.  der 
Wissensch.,  hist.  Elasse,  1884,  S.  686  ff.  Anm.,  wo  die  betreff.  Litteratar 
zusammengegtellt  ist. 

»  In  neu.  Arch.  der  Ges.  für  älter.  Gesch.  1898  XXTTT.  B.  Keuerdingt 
bekennt  sich  auch  H.  Boos,  Gesch.  der  rhein.  Städtekultor,  m  B.  1899 
S.  189,  Anm.  818  zu  dessen  Ansicht. 

*  C.  Eoehne,  Studien  zur  sog.  Ref.  K.  S.  in  Ztschr.  fOr  Sozial-  und 
Wirtschaftsgesch.  V.  B.  1897.    S.  879. 

Histor.  Vierteljahnohrifk.  1908.  4.  88 


468  H.  Werner. 

prägnanter  und  fast  typischer  Ausdrack  vorliegt,   so   kann  man 
zu  dieser  Annahme  neigen. 

Als  ich  die  Reformschrift  in  meiner  letzten  Arbeit^  auf 
ihren  prophetischen  Dunstkreis  hin  eingehend  untersuchte  und 
dadurch  festen  Fuss  fasste,  von  dem  aus  die  Person  des  Verf. 
und  die  Beformpläne  im  allgemeinen  ein  schärferes  Profil  ge- 
winnen,  da  hatte  ich  zugleich  Gel^^nheit,  zum  erstenmal  auf 
einen  Laien  und  zwar  auf  einen  Stadtschreiber  als  Verf.  ent- 
schieden und  mit  guten  Gh-Qnden  hinzuweisen.  Was  ich  aber  dort 
gleichsam  im  Vorübergehen  behauptete,  das  näher  zu  begründen 
und  von  anderen  Seiten  aus  zu  vertiefen,  kann  als  eine  moralische 
Forderung  gelten. 

Das  für  die  Person  des  Verf.  bisher  als  entscheidend  be- 
zeichnete, kräftige  Eintreten  für  die  Pfarrgeistlichkeit  verliert 
ganz  den  genannten  Wert,  wenn  man  es  aus  seiner  Isolierung 
befreit  und  ihm  das  reichliche  Relief  giebt,  das  es  in  Wirklich- 
keit hat.  Dazu  ist  vor  allem  ein  genaues  Eindringen  in  das 
kleinste  Detail  gleichzeitiger  Berichte  und  der  Reformschrift  selbst 
nötig,  was  bis  jetzt  noch  nicht  geschehen  ist. 

Zu  der  Parteinahme  fQ.r  die  Pfarrgeistlichkeit  wird  der  Verf. 
getrieben  durch  seine  Oegnerschaft;  zum  Monchtum.  „Dem  Mönch- 
tum,''  so  hiess  es,*  „ist  Friedrich  äusserst  abhold,  wie  Wikliff  und 
Hus''.  Diese  Oegenüberstellung  ist  zur  Beurteilung  aufßdlender 
Erscheinungen  im  ausgehenden  Mittelalter  sehr  beliebt,  aber  eine 
richtige  Würdigung  der  Gegensätze  ist  nur  möglich,  wenn  wir 
das  Milieu  einer  Einzelerscheinung  aufsuchen  und  uns  bestreben, 
sie  daraus  zu  erklären.^ 

Sehen  wir  uns  nun  näher  um,  ob  der  Gegensatz  zwischen 
Monchtum  und  Pfarrgeistlichkeit  dem  Verf.  damals  so  exklusiv 
eigen  ist,  dass  man  aus  seiner  Parteinahme  für  die  letztere  un- 
bedingt auf  seine  Zugehörigkeit  zu  ihr  schliessen  muss,  ja  ob 
nicht  der  gerade  so  gefasste  Gegensatz  zu  einem  andern  Schlüsse 
zwingt. 


^  „Die  Flugschrift  onus  ecclesiae  mit  einem  Anhang  über  sozial-  und 
kirchenpolitische  Prophetien.*^  Ein  Beitrag  zur  Sitten-  und  Kulturgeschichte 
des  ausgehenden  Mittelalters,  1901.    S.  79  ff. 

•  W.  Boehm,  1.  c.    S.  66. 

'  Von  Joh.  Janssen  in  dessen  Gesch.  d.  d.  Volk.  U.  2.  B.  S.  899  ff.  ist 
unser  Verf.  als  besonders  ,^usitisch"  verschrieen. 


üeber  den  Verfasser  u.  den  Oeist  der  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmund.  469 

Nehmen  wir  die  urkundlichen  Berichte  der  Oeneral-  und 
Partikularkonzilien  der  1.  Hälfte  des  15.  Jhrh.  sowie  die  zu- 
falligen und  beabsichtigten  Aeusserungen  der  Zeitgenossen  der- 
selben zusammen^  so  finden  wir  zunächst  den  Gegensatz  zwischen 
Pfarrern  und  Bettelmönchen  als  einen  in  jene  Zeit  tief  ein- 
schneidenden. 

In  den  Baseler  Eonzilsakten,  wie  sie  uns  in  Joh.  von  Segobias 
Berichten  vorliegen,  wird  einem  auf  diesem  Konzil  im  Jahre  1433 
entstandenen  Streite  zwischen  Mendikanten  und  Euraten  solche 
Aufregung  und  Ausdehnung  zugeschrieben,  dass  er  als  eines  der 
zwei  Haupthindemisse  bezeichnet  wird,  die  den  Fortgang  der 
Reform  hemmten.^  Ueber  die  Verhandlungen  bei  diesem  Streite 
fasst  Joh.  von  Segobia  wegen  ihres  Umfangs  und  dazu  noch 
exkursorischen  Charakters  sich  absichtlich  kurz.^  Für  unsere 
Betrachtung  ist  aber  eine  ziemlich  beiläufige  Bemerkung  des 
Verf.  über  die  Beilegung  des  Streites  sehr  wichtig.  Es  habe 
nämlich  neben  anderen  Versammlungen  in  dieser  Angelegenheit 
auch  eine  der  Prälaten  des  sog.  zweiten  stat.  stattgefunden,  die 
folgende  charakteristische  Stimmung  nach  der  formellen  Erledigung 
des  Streites  zeigt:  „visa  forma  quadam  avisata  decreti  pro  con- 
cordia  murmurare  multi  quia  non  tantum  in  curatorum  favorem 
sicut  arbitrabantur^^  Es  geht  daraus  und  aus  anderen  Stellen', 
die  später  ausführlicher  berücksichtigt  werden,  hervor,  dass  es 
damals  am  Konzil  einen  sozusagen  partikularisten  Klub  gab,  der 
sich  aus  Magistern,  Doktoren  und  anderen  Elementen^  zusammen- 
setzte, die  öfters  ziemlich  radikal  auf  schärfere  Fassung  von 
Dekreten,  namentlich  der  gegen  Simonie  und  des  Vordringen  der 
Bettelmönche  selbst  unter  Anrufung  der  Staatsgewalt  drängten.^ 

Die  Spannung  zwischen  Pfarrern  und  Mendikanten  artete  in  dem 
der  Abfassungszeit  unserer  Schrift  (1439)  ganz  nahe  stehendem 
Jahre  1436  in  einen  Tumult  aus,  worüber  uns  Joh.  von  Segobia 
im  U.  B.  Kap.  IX,  S.  891  berichtet:  „mense  isto  introducta  fuit 


*  Mon.  Con.  gener.  (XV.  saec.)  11.  B.  p.  683,  besonders  aber  S.  700  ff: 
f^Diyisio  data  inter  eos,  qni  minoris  status  erant'^  „Divisio  videlicet  inter 
curatos  et  mendicantes.^^ 

•  Ibid.  S.  708.         »  Ibid.  S.  704.         *  Ibid  S.  683. 

'^  Ibid.  S.  683  u.  704.  Es  lässt  sich  vermuten,  dass  gerade  ans  diesem 
Kreise  die  „bulla  in  favorem  curatorum  expedita'^,  über  welche  der  Streit 
ausbrach,  eingeschmuggelt  worden  ist. 

88  • 


470  H.  Wener. 

secnndo   causa  dorae   disceptationis  et  importimitatis   mazimae 
iiiter  mendicantes  et  coratos^. 

Neben  diesem  direkten  Berichte  über  jene  Strömung  ümM»- 
halb  des  geistlichen  Standes  selbst  zn  Basel,  haben  wir  noch 
einen  indirekten  des  Benediktinermonches  Ulrich  Stöckel  ron 
Tegemsee,  der  persönlich  am  Konzil  seinen  Orden  in  der  Dioiese 
Freising  rertrat.  Er  berichtet  über  diesen  Streit  an  seinen  Abt: 
^tem  magna  controrersia  orta  est  in  sacro  concilio  inter  curatos 
et  mendicantes'^^  mit  Bemerkungen,  die  hier  keinen  Plats  haben. 

Wir  erkennen  also  deutlich,  wie  gespannt  in  der  gansmi^ 
Beformbewegung  das  Verhältnis  der  Pfiurrgeistlichkeit  g^^n  die 
Bettelmönche  war.  Besonders  sehen  wir  eine  Partei,  die  neben  radi- 
kalen Reformbestrebungen  mit  Vorliebe  für  die  Pfiirrer  eintritt. 

Dass  diese  Spannung  nicht  lokal  auf  Basel  beschraikt^  sondern 
lange  dauernd,  über  ganz  Deutschland  verbreitet  als  ein  Zeichen 
der  Zeit  angesehen  werden  muss,  zeigen  auch  die  Statuten  der 
Partikularkonzilien. ' 

„Zwischen  dem  Kuratklerus  und  der  Ordensgeistlichkeit  war 
in  manchen  Gegenden  ein  theologischer  Streit  ausgebrochen.^' 
Das  klingt  sehr  abgeschwächt,  wenn  man  die  gleichzeitigen  That- 
Sachen  daneben  berücksichtigt.  Wie  die  Bestimmungen  der  Bam- 
berger Synode  noch  im  Jahre  1451^,  so  geht  auch  der  Erzbischof 
Ton  Mainz  in  einem  Schreiben  gerade  an  seinen  Snftaganen  ron 
Augsburg  im  Jahre  1455  gegen  das  unberechtigte  Vordringen 
der  Mendikanten  in  die  Amtsbefugnisse  der  Pfiärrer  und  die  da- 
raus entstehcDden  Misshelligkeiten  Tor.^  Kurzum  in  fast  jedem 
Provinzial-  und  Diözesankonzil  des  15.  Jhrh.  wird  Stellung  in 
dieser  akuten  Frage  meistens  zu  Gunsten  der  Pfarrer  genommen.* 
Aber  auch  Ton  einzelnen  Personen  ist  der  Standpunkt  in  diesem 
Streite  überliefert.  So  wissen  wir  Yon  dem  Benediktinermöndi 
und  Geschichtschreiber  Sigismund  Meisterlin  zu  Augsburg  und 
Heinrich  Leubing,  Stadtpfarrer  zu  Nürnberg^,  dass  sie  ausgesprochene 
Gegner  der  Bettelmönche  waren. 


^  cf.  Haller,  Joh.,  Concil.  Baailiense  lB9e.    I.  B.,  S.  82. 
'  cf.   Binterim,   Pragmatische   Gesch.   der   deutschen  Provinsial-  und' 
Diözesankonzilien  vom  4—16.  Jhrh.    1848.  YII.  B. 

•  Ibid.  S.  247.         *  Ibid.  S.  248.         »  Ibid.  S.  284  f. 
'  Dies  zeigt  die  Yeröffentlichung  Binterims. 
'  St  Chroniken  X.  184«.    S.  108. 


Ueber  den  Verfasser  n.  den  Geist  der  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmund.  471 

Aber  besonders  deutlich  finden  wir  den  damals  weit  ver- 
breiteten Widersprach  der  Laien  gegen  das  Bettelmönchtum  im 
Kaiser  Sigmundbuch  Eberh.  Windeckes  ausgesprochen.^  Hier  wird 
wiederholt  ,^dem  Almosen''^  also  yomehmlich  den  Bettelmönchen 
der  grösste  Schaden  in  der  Christenheit  zugeschrieben;  so  heisst 
es  z.  B.  S.  380:  ^^dann  die  Almusen  doten  den  grössten  schaden 
und  machten  den  grössten  Krieg  in  allen  deutschen 
landen''.^  Aehnlich  beklagt  sich  der  Bemer  Chronist  Konrad 
Justinger  schon  1419  über  ,,den  vielen  Kummer^  den  die  Stadt 
mit  den  Mönchen  hatte'^' 

Wir  sehen  also^  dass  nicht  von  Pfarrern  ausschliesslich, 
sondern  auch  von  höheren  Oeistlichen,  von  Magistern  und  Doktoren 
in  dem  heftigen  Streite  zwischen  Pfarrern  und  Bettelmönchen 
für  erstere  gegen  letztere  damals  Partei  ergriffen  wird,  ja  dass 
auch  unter  den  Laien  eine  lebhafte  und  weitverbreitete  Verstimmung 
gegen  die  letzteren  zur  Zeit  des  Baseler  Konzils  herrschte.  Die 
Streitpunkte,  die  uns  später  einmal  bei  der  Untersuchung  unserer 
Schrift  im  Einzelnen  beschäftigen  sollen,  kennt  auch  der  Verf.  der 
Reformation  zum  Teil  und  bringt  Reformvorschläge  darüber  vor.^ 
Aber  bei  weitem  mehr  als  das!  Gerade  dadurch,  dass  er  diesen 
weit  verzweigten  Gegensatz  zwischen  Bettelmönchen  und  Pfarrern 
zu  dem  zwischen  Mönchen  und  Pfarrern  erweitert  und  dadurch 
aUen  Reformplänen  über  den  geistUchen  Stand  einen  bestimmten 
Charakter  verleiht,  kennzeichnet  der  Verf.  sich  ganz  besonders. 
Nicht  zwar  ist  er  Gegner  des  Mönchtums  überhaupt  und  seine 
Gleichstellung  mit  Ketzern  ist  ganz  falsch.  Auch  zeigt  er  keine 
besondere  Abneigung  gegen  einen  einzelnen  Orden.  Nur  das 
Uebergreifen,  das  üeberwuchem  des  Mönchtums  in  den  gesamten 
kirchlichen  Organismus  geisselt  er.  Deshalb  will  er  die  Mönche 
nicht  etwa  auf  den  Aussterbeetat  gesetzt,  aber  doch  vermindert 
wissen.^  Kurzum  die  Vermönchui^  der  E^irche  weist  er  überall  ab.  So 
verlangt  er  entschieden,  dass  kein  Papst  mehr  aus  einem  Orden 
gewählt  werde  (Ibid.  S.  174),  ebensowenig  ein  Kardinal  „wann 
das  hat  uns  den  allergrössten  schaden  bracht,  als  es  offenbar  ist 


^  cf.  AltmaBB,  W.,  Eberh.  Windeckes  Denkwürdigkeiten  1898. 

*  Ebenso  heisst  es  auf  8.  887  nnd  898. 

*  Heransgeg.  von  Binder,  G.  1871,  S.  886. 

*  Boehm,  L  c.  S.  201  f.        *  cf.  Boehm,  1.  c.    S.  200. 


472  H.  Wemer. 

worden*'  (Ibid.  S.  176)  und  ebensowenig  ein  Bischof  (S.  179). 
Aus  dieser  schroffen  Ablehnung  der  Yermonchung  der  kirchliclien 
Hierarchie^  lasst  sich  eine  bestimmte  Qeistesrichtung  des  Verf. 
erkennen^  die  man  als  die  humanistische ^  mehr  weltliche  be- 
zeichnen muss.  Dem  Humanismus,  zumal  dem  in  Augsburg,  war 
die  Monchsbarbarei'  von  Ghimd  aus  verhasst.  In  diesem  Lichte 
erscheint  der  Verf.  auch  in  seiner  SteUung  als  scharfer  Gegner 
des  Cölibats,  dieser  echt  mönchischen  Einrichtung.  In  dem  Satze 
Tollends:  es  soll  sich  lauter  in  allweg  scheiden  das  Geistliche  von 
dem  Weltlichen  (Boehm,  S.  231),  liegt  jener  selbstbewusste  Trotz, 
der  dem  Humanismus  als  weltliches  Bildungselement  dem  geist- 
lichen gegenüber  eigen  ist.  Er  setzt  diesem  Geisteszug  des  Verf. 
die  Krone  auf. 

Daneben  allerdings  werden  häufig  und  warm  die  Interessen 
der  Pfarrer  und  Pfarrkirchen  rertreten.'  Es  ist  dies  aber  in 
mittelalterlichen  Städten  gamichts  Auffallendes,  sondern  in  der 
Stadtgeschichte  etwas  Geläufiges.^ 

Doch  es  ist  gamicht  der  Gegensatz  zwischen  Pfarrer  und 
Mönch  allein,  sondern  ein  noch  etwas  weiterer,  nämlich  der 
zwischen  Welt-  und  Ordens priester.  Zu  dieser  Nüancierung 
meines  Urteils  zwingt  mich  die  genauere  Beachtung  des  Details 
der  Schrifb,  wodurch  aber  auch  zugleich  das  Gesicht  unseres  Ver- 
fassers schärfere  Umrisse  erhält. 

Bei  seinem  Beformvorschlag  über  die  Wahl  des  Papstes  stellt 
er  die  Bedingung,  dass  der  Bewerber  „ein  weltlicher  priester^ 
sein  solle  (Boehm  S.  172)  und  legt  diesem  Worte  eine  recht 
hohe  und  verständige  Bedeutung  bei.  Gleich  darauf  unterscheidet 
er  auch  den  Pfarrer  vom  Priester  (Ibid.  S.  173).  Ebenso  sind  es 
die  „weltlichen  Priester^',  auf  denen  das  „ganze  Unrecht  der  EKupter^, 
der  „prälaten  und  örden"  (S.  177)  lastet.  Darum  ruft  er  die 
Christenheit  auf  zum   Schutze  der  Priesterschafk:   „sui^,  vigila, 


^  Anch  gegen  die  wirtschaftliche  Uebermacht  der  Mönche  wendet  er 
sich:  „die  Klöster  sind  mächtig,  sie  hand  das  erdrich  inne^^     S.  176. 

'  cf.  P.  Joachimsohn,  die  humanistische  Geschichtschreibung  in  Deutsch- 
land, 1895.     S.  22. 

*  „Es  ist  kein  pfarrkirch  so  klein,  sie  ist  würdiger  als  das  allerhöchste 
Kloster"  S.  178  und  an  vielen  anderen  Stellen  ähnlich. 

*  Cf.  Anhang  S.  87  Anm.  4  und  Burkard  Zink  in  St.  Chroniken  Y  (II) 
8.  218. 


üeber  den  Verfasser  n.  den  Geist  der  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmund.  473 

pro  clero,  si  non  surgis  citius,  sorgis  nimis  sero.".  Aber  der  Ver- 
fasser bleibt  bei  diesem  Begriffe  des  niederen^  einfaclieii  Priesters 
nicht  stehen^  er  erweitert  ihn  noch  mehr.  Wenn  er  von 'der 
Eigenschaft  eines  jeden  Kaisers  als  „Priester"  redet  (S.  239),  wohl 
weil  dieser  vor  der  Kaiserkrönung  die  niederen  Weihen  empfing, 
so  scheint  er  mit  dem  Worte  Priester  jeden  mit  den  niederen 
Weihen  versehenen  Kleriker  zu  verstehen.  Und  gar  der  Aus- 
druck „sacer  pusillus''  ein  „kleiner  geweihter^'  (S.  238  f.)  der  als 
Friedrich  von  Landnau  die  Reform  durchführen  soll,  kann  eben« 
falls  nur  in  dem  Sinne  von  Kleriker  mit  den  niederen 
(pusillus)  Weihen  (sacer)  verstanden  werden.  Nun  legt  der  Ver- 
fasser unzweifelhaft  sich  selbst  diese  Rolle  bei  und  spricht  von 
dem  so  charakterisierten  Priester,  dass  er  in  Basel  gewesen  und 
geehrt  worden  sei  (S.  244).  Dabei  lässt  der  Verfasser  eine  höchst 
persönliche  Bemerkung  über  den  Reformatorpriester  also  über  sich 
selbst  fallen,  die  über  ihn  als  Kleriker  mit  den  niederen  Weihen 
ein  ganz  charakteristisches  Licht  wirft:  „wir  (sei.  Kaiser  Sigmund 
in  Basel)  haben  ihm  ein  kleid  geben''  (p.  244). 

In  welcher  Eigenschaft  kann  er  aber  dieses  Kleid  natürlicher 
erhalten  haben  als  in  der  eines  Ratsboten,  eines  Stadtschreibers, 
der  in  Basel  zur  Zeit  des  Konzils  und  des  Aufenthalts  des  Kaisers 
Sigmund  daselbst  in  irgend  einem  Auftrage  thätig  war  und  damit 
einen  Teil  seiner  Löhnung  empfing.  Nun  war  der  Stadtschreiber 
häufig  ein  Kleriker  mit  den  niederen  Weihen  und  erhielt  oft  als 
Teil  seiner  Löhnung  ein  Gewandstück.^  Dieser  städtische  Beamte 
war  zugleich  der  Diplomat;  in  ihm  liefen  alle  Fäden  der  Ver- 
waltung zusammen,  in  ihm  war  der  Geist  und  die  Tradition  des 
mittelalterlichen  Städtewesens  verkörpert.  Aber  gerade  in  der 
1.  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts  beginnen  die  Stadtschreiber  neben 
dem  mechanischen  Geschäfte  ihres  Schreibens  auch  bereits  eine 
bedeutende  litterarische  Rolle  zu  spielen.  Stadtschreiber  werden 
Geschichtschreiber.  Sie  gelten  damals  als  die  „Halbgelehrten^, 
durch  die  „das  gelehrte  Element^  d.  h.  das  humanistische  z.  B.  in 
Nürnberg  Eingang  fand.  „Die  meisten  von  ihnen  hatten  studiert, 
aber  den  Doktorgrad  nicht  erlangt,  sie  bildeten  die  Vermittlung 
zwischen  den  Laien  und  Doktoren,  mit  denen  sie  fast  alle 
Lasten  aber  nicht  die  Ehren  des  Standes  teilten.'^' 

'  Cf.  BooB,  1.  c.  m.  B.  S.  221  f. 

'  JoachimBohn,  Gregor  Heimbnrg,  1891  S.  114. 


474  H.  Wenflr. 

Halten  wir  Augsburg  als  die  Heimat  dee  Yerhmen  tmi,  m 
finden  wir  dort  einige  Zeit  nach  der  Abfasanng  anserer  Sckiift 
einen  Stadtschreiber  in  einem  Kreise  yon  Personen,  dessen  geistige 
Atmosphäre  unsere  Schrift  in  mannigfacher  Weise  wiederapiagdt 

Wir  kennen  lülmlich  in  Augsburg  schon  firüh  einen  Huns- 
nistenkreis  um  den  Patrizier  Sigismund  Qossenbrot  als  Mitiel^mnli^ 
Ton  gleichstrebenden  Genossen.^    Darunter  befindet  sich  der  Stadt- 
schreiber Valentin  Eber.    Leider  sind  die  Urkunden  der  Stadt 
Augsbui^  aus  dieser  Zeit  noch  so  dürftig  Teroffentlicht,  dass  uns 
nur   folgende  schwache  Umrisse  Ton  der  Person  des   Gtenannt^i 
bekannt  sind.    Valentin  Eber  war  Licentiat  und  stand  im  Dienste 
der  Stadt  Augsburg   in  Angelegenheiten   mit   Kaiser  Sigismund 
und  Friedrich  III.*    Seine  Teilnahme  an  dem  sogenannten  Huma- 
nistenkreise  wird  von  dem  genauen  Kenner  dieser  Zeitgeschichte 
dahin   bestimmt,   dass   er   yon  Wien  ^Handschriften   und  Nach- 
richten^' gesammelt  habe  für  seinen  Kreis.'    Ueberhaupt  war  in 
Augsburg  in  dieser  Zeit  das  Sammeln  von  Handschriften,  Prophe- 
zeiungslitteratur^   und   die   Kunst   des   „Transferierens^^   in    echt 
humanistischem  Geiste  ziemlich  geübt.    Das  Interesse  am  ^^Alter- 
tümlichen  und  Wunder  baren'' ^  herrscht  hier  besonders  in  Kauf- 
mannskreisen und  wird  hier  in  der  ersten  humanistischen  Modalität'' 
bethätigt.    Auch  Frauen  gehören  diesem  Kreise  an.^ 

Auf  Spuren,  die  dieses  charakteristische  geistige  Leben 
Augsburgs  in  unserer  Schrift  hinterlassen  hat,  will  ich  hier  kurz 
hinweisen,  um  sie  später  zu  vervollständigen.  Sie  führen  um  dem 
gesuchten  Verfasser  und  seinem  Werke  näher. 

Unsere  Schrift  giebt  sich  für  eine  Uebersetzung  aus  und  ist 
somit  ein  Beleg  für  die  dort  geübte  Kunst  des  ,,Transferierens^. 
Sie  hat  nach  Humanistenart  Neigung  zu  antikisierenden  Deduk- 
tionen®, spricht  mit  Hochschätzung  von  dem  Frauenstndinm', 
fordert  AbschafiFong  des  Gölibats  und  kehrt  sich  rüokwshislos 
gegen  die  Vermönchung  des  kirchlichen  Geistes,  Amtsi  und  Be- 
sitzes.    Auch  spiegelt  sich  in  ihr  der  jenem  Kreise  eiigme  Zug 


^  Joachimsohn,  die  homanistische  G^schichtschreibmig  in  Deutschland, 
1896,  S.  16  f. 

■  St.  Chroniken  V.  B.  S.  296  u.  8.  419  Anm,  2.    VI.  B.  S.  450. 

*  JoachinuBohn,  1   c.  S.  18. 

*  Ibid.  S.  18.        »  Ibid.  S.  14.        «  Ibid.  S.  12.        '  Ibid.  8.  18. 
^  Boehm,  8.  169.        *  8.  208,  8.  213,  8.  223  f. 


Ueber  den  Yerfaiuser  n.  den  Geist  der  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmund.  475 

nach  prophetischem  Kolorit  und  Wunderbarem.^  Aber  was  zu- 
gleich dem  Augsburger  Humanistenkreise  wesentlich  eigen  ist, 
das  ist  seine  ^^entschieden  kirchliche  Natur'^'  Das  ist  aber  auch 
ein  wesentliches  Kennzeichen  unserer  Schrift.  Im  Prinzip  ist  der 
Verfasser  kirchlich  bis  herab  zum  Beten  des  englischen  Ghnsses. 
Nur  der  neue  G^ist  des  Humanismus^  der  weltlichen  Bildung,  hat 
ihn  etwas  aufgeklärt  und  seltsam  genug  nimmt  sich  daneben  sein 
Wunder-  und  Prophetenglaube  aus.  So  recht  ein  Zeichen  des 
Uebergangs  vom  Alten  zum  Neuen  in  jener  Mischung,  wie  sie 
auch  Joachimsohn  an  dem  besten  Vertreter  der  frühhumanistischen 
Geschichtschreibung,  an  dem  Werke  Sigismund  Meisterlins  so 
treffend  als  scholastischen  Humanismus  bezeichnet.  Jeden&lls  ist 
diese  Mischung  aber  auch  ein  Zeichen  der  Ebdbbildung  des  Verfassers 
infolge  seines  Amtes  als  Stadtschreiber.  Aus  der  Zwitterstellui^ 
heraus  als  nicht  voll  Gelehrten,  nicht  roll  Geistlichen  und  als 
Repräsentant  des  reichsstädtischen  Gedankens  —  man  erinnere 
sich  an  die  schiefe  Stellimg  der  Reichsstädte  damals  zur  Zentral- 
und  Territorialgewalt  —  lässt  sich  denn  auch  der  vorlaute  GroU 
des  Verfassers  gegen  die  Gelehrten,  Prälaten  und  Gewaltigen  Yon 
vornherein  etwas  verständlich  finden.  Dieser  hat  aber  wieder  eine 
breitere  Unterlage  in  der  kirchlichen  Bewegung  zu  Basel  und  in 
deren  Folgen  auf  die  kirchen-  und  staatspolitische  jener  Ti^. 
Betrachten  wir  diese  kurz,  so  gewinnen  wir  neues  Licht  über  den 
Verfasser  und  sein  Werk. 

Wir  hatten  oben  schon  Gelegenheit,  auf  einen  partikularistischen 
Klub  innerhalb  des  Baseler  Konzils  hinzuweisen,  der  in  gesonderten 
Winkelversammlungen  ziemlich  radikal  sich  gebärdete.  Wir  wollen 
das  Treiben  derselben  nach  dem  Bericht  Joh.  von  Segobias  schildern, 
soweit  es  ein  Schlaglicht  wirft  auf  unsere  Schrift  und  ihren  Geist. 

Als  es  sich  auf  dem  Konzil  darum  handelte,  die  Grundübel 
des  geistlichen  Standes:  Simonie  und  Konkubinat  durch  bestimmt 
und  streng  abgefasste  Dekrete  zu  beseitigen,  da  stellten  sich 
„täglidi  immer  grössere  Schwierigkeiten  ein^^'  In  der  langen 
Debatte  über  die  Form  der  genannten  Dekrete  zeigen  sich  deutlich 
zwei  Parteien,  die  der  Bischöfe  und  Prälaten,  die  spätere  Legaten- 


^  Cf.  Anhang  meiner  gen.  Schrift  S.  79.        '  Joachimsohn,  1.  c.  S.  IS. 
^  Mon.  €.  n.  B.  8.  677  ff.  besond.  S.  683;  „aiateria  vero  haec  qnoniam 
maiores  dietim  snscipiebat  dif&coltates^'. 


476  H.  Werner. 

partei  und  die  der  Prälaten  des  sog.  2.  stat.^     Es  fand  nun  eine 
Versammlung   der   letzteren   statt,   in  der  die  yon  den  Prälaten 
Torgesclüagene  Form  des  Simonieverbots  als  ungenügend  bezeichnet 
und  ihr  heftiger  Widerstand  geleistet  wird,  ja  sogar  unter  An- 
drohung weltlicher  Oewaltmassregeln.'     Als   dann  auf  Ersuchoi 
dieser   Versammlung   hin   ein   Ausschuss   für   diesen   Gfegenstand 
unter  der  Gegenwart  des  Präsidenten  des  Papstes  eingesetzt  wird, 
da   erkennt   auch  der  Kardinallegat  in  den   Prillaten  ein  Haupt- 
hindernis  in   der  Reform   der  Kirche    an'   und   giebt    dabei   der 
drohenden  Haltung  der  Laien  gegen  den  die  Beform  verweigemden 
Klerus  den  bezeichnenden  Ausdruck  in  den  Worten:  „et  fortasse 
esset  laicis  occasio  insurgendi  contra  clerum'^     In  der  sich  nun 
anschliessenden  Hauptdebatte   ;,in  materia  extirpandae  simoniae^ 
werden    mehrere    „vota"   von   Aebten   und   Doktoren   abg^^ben 
(ibid.  S.  688  f.),  die  ziemlich  keck  die  Simonie  als  aus  ^abgier^ 
entstanden   bezeichnen   und   auf  die   frühere   Armut    der   Kirche 
zurückweisen.      Der    Wiener    Magister    Thomas    hält    die    Geld- 
forderungen für  kirchliche  Funktionen  als  gegen  das  „ins  naturale^ 
und  „divinum'^  gerichtet^  M^^^  evangelio  insinuante  gratis  erat 
dandum^    quod   gratis    erat   acceptum^.     Aus    demselben  Ej*eise 
heraus  wird  die  Taxe  für  das  geistliche  Siegel  als  Simonie  be- 
zeichnet und  sie  sei  deshalb,  soweit  sie  aus  ^^cupiditas^  eingeführt 
sei;  y^igne  et  gladio^'  auszurotten  (ibid.  S.  689  f.).    Als  nun  die 
Taxenerhebung  als  ^^consuetudo^'  immer  wieder  von  den  höheren 
Prälaten  entschuldigt  wird,  da  wird  von  der  anderen  Seite  ebenso 
unermüdlich   auf  das   Evangelium    mit   dem    Satze   hingewiesen: 
,,gratis    date    quod    gratis    acceptum   est^   (ibid.  S.  691  u.  693). 
Zugleich  wird  auch  von  den  niederen  Klerikern  wieder  auf  die 
von   den  Laien  drohende   Gefahr  aufmerksam  gemacht  mit  den 


1  Ibid.  S.  688. 

'  Ibid.  ,,et  si  praelati  non  assentirent  (sei.  der  schärferen  Fassung) 
nt  fieret  decretom  qnod  fortasse  contingeret  lila  praedicari  ad  prineipes 
saeculares  .  .  .  quomodo  praelatis  obsistentibus  ne  decretaretnr  impedi- 
mentum  fieret". 

*  Ibid.  S.  684:  „mazininm  onus  patribus  incombere,  si  non  intenderent 
ad  reformationem  praesertim  super  simoniam  et  concubinarios;  etenim  cum 
spectaret  ad  praelatos  ex  officio  ista  corrigere,  rei  essent  om- 
ni um  delictorum  quae  in  universali  eccles.  committerentur  ob  refor- 
mationis  defectum.^^ 


üeber  den  Verfasser  u.  den  Geist  der  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmund.  47  7 

Worten:  ^^necesse  erat  ut  praelati  se  ipsos  iudicarent^  laicis 
comminantibus:  ^nisi  reformetis  vos,  nos  reformabimus'^^^ 

Mit  Rücksicht  auf  die  ^^christliche  Freiheit^'  bedeute  eine 
Geldforderung  für  die  Spendung  der  Sakramente  und  das  Lesen 
der  Messe  auch  eine  Ungerechtigkeit  für  die  Armen.  Es  müsse 
mit  Eifer  auf  einem  strengen  Simonieverbot  bestanden  werden, 
,,quoniam  erat  notissimum  futurum  scandalum  nisi  provideretur^^ 
Nach  häufigen  ^p'equisitiones  et  solemnes  prot-estationes  super 
agenda  reformatione"  (ibid.  cap.  XTTT  u.  XIV)  tritt  der  Streit 
zischen  Pfarrern  und  Bettelmönchen  dazwischen^  der  in  die  Frucht- 
losigkeit der  Debatten  keine  Veränderung  bringt.  Da  entsteht 
plötzlich  ein  ^^velut  subitanea  inspiratione  consensus^  unter  den 
Vätern.  Annaten  und  alle  Abgaben  werden  als  Simonie  verboten 
(Ibid.  S.  798  ff.).  Der  Protest  der  Bischöfe  und  höheren  Prälaten 
dagegen  bleibt  wirkungslos. 

Dieses  gewaltige  Ringen  des  niederen  Klerus ,  der  Kleinen, 
in  deren  Hintergrund  das  Laienelement  seine  drohende  Miene 
zeigt,  geht  ebenso  klar  aus  den  Berichten  Ulrich  Stöckeis  Ton 
Tegemsee  hervor. 

Wiederholt  meldet  er  seinem  Abte  von  den  grossen 
Schwierigkeiten,  denen  die  Reform,  besonders  die  Dekrete 
über  Simonie  und  Konkubinat  ausgesetzt  sind  von  Seiten  der 
Häupter,  der  Bischöfe  und  Prälaten.  Hören  wir  ihn  unmittelbar: 
„Item  vestrae  patemitati  mitto  decretum  unum*  in  materia  re- 
formationis  quod  cum  magna  difficultate  conclusum  est,  quia 
dorn,  episcopi  valde  opposuerunt  se  . . .  laboravimus  quasi 
per  biennium  super  isto  decreto  et  nunquam  poteramus  venire 
ad  finalem  conclusionem  . . .  item  iam  fabricamus  duo  decreta  in 
eadem  materia  reformationis  unum  pro  extirpatione  simoniacae 
pravitatis,  aliud  de  concubinariis  quae  necessaria  valde  quia 
duo  mala  deformant  et  diffamant  omnem  statum  eccle- 
siasticum".' 


»  Ibid.  S.  693.  ■  Vom  4.  Dez.  1433.  cf.  M.  C.  U,  626. 

»  cf.  Haller,  1.  c.  S.  74.  Ebenso  S.  82:  „Item  aacr.  conc.  dndum  in- 
cepit  1  aborare  pro  dnobus  decretis  fiendis  sed  qnia  Bomana  curia  et 
totuB  ecclesiasticns  modo  inveterati  snnt  bis  dnobns  malis  ideo 
difficnlter  reformandnm  est.^^  So  wiederholt:  „in  materia  reformatio- 
nis heu  modicum  proficimus^^  (S.  82)  oder:  ,,heu  sunt  multae  difficultates 
in  materia  reformationis*'  (S.  88). 


478  H.  Werner. 

Und   als   endlich    gegen   den   Hanptteil   der  j^imoiiie^  die 
Annaten,  der  Hauptschlag  geführt  war  (9.  Juni  1436  cf.  M.  C.  H 
801)  durch  ein  Dekret^  das  Stockel  als  ^^uberrimom^  bezeielinet 
(HaUer,  S.  93),  da  weiss  er  sofort  wieder  yon  dem  Widersprodi 
des  Papstes,  der  Kardinale  und  Prälaten  innerhalb  und  auBserhalb 
des  Konzils   zu  berichten:   ,,Umb  dasselb  Dekret  de  annmtis  ist 
unser   hl.  Vater   Papst   Eugenius   yalde  amaricatus    contra  s.  C. 
und  sunder  wider  dorn,  legatum  auf  den  er  alle  schuld  legt.    Und 
episcopi,  die  extra  concilium  sind,  die  seiend  auch  fiurt  wid^r  das 
Dekret  und  auch  episcopi  presentes  in  concilio,   die  krimmieren 
sich  umb  das  Dekret,  das  sie  konsentiert  haben  und  war  es  nit 
gemacht,  sicher  es   geschah  hierf£Lr  nimmer^.    Aber  das  Konäl, 
d.  s.  die  niederen  Prälaten,  will  das  Dekret  unter  allen  umstanden 
aufrecht  halten  und  eine  Bulle  an  den  Kaiser  und  an  alle  durist- 
liehe  Fürsten  senden,  dass  sie  „das  Dekret  halten  und  beschiimen 
soUen"  (Ibid.  S.  91). 

Daneben  sind  die  Berichte  gleichzeitiger  Chronisten^  und 
Laien  als  Städteboten  fast  gleichlautend.  So  schreibt  der  Ge- 
sandte Frankfurts  1433  an  den  Bat  seiner  Stadt:  „Das  conciliiim 
gejt  mit  ejren  Sachen  umb  als  eyne  kacze  umb  ejnen  heyssen 
brey  und  dede  unser  here,  der  Kaiser,  is  worde  nichts  us  diesem 
konseligen/^^  Ja  Kaiser  Sigismund  hatte  den  grössten  Eifer  an 
den  Tag  gelegt,  des  Konzils  Hauptaugenmerk  auf  das  Reform- 
werk der  Kirche  zu  lenken.  Da  musste  sein  frühzeitiger  Tod 
am  9.  Dezember  1437  in  den  Laien-  und  stadtebürgeriidien 
Ejreisen'  als  ein  Verlust  für  die  kirchliche  Sache  gelten.  „Mit 
Recht  oder  Unrecht  galt  er  doch  immer  als  der  Trager  der 
grossen  Ideen  von  Konstanz  und  mehr  als  ein  anderer  Termochte 
er  über  die  Baseler."* 

Was  wir  bis  jetzt  erkannten,  ist  also  ein  impulsiTSS  Ver- 
langen und  Drängen  der  niederen  Würdenträger  der  Eirehe,  ^r 
Laien  ^  und  deren  Kaiser  nach  Reform  an  Haupt  und  ÖUedem. 
Am  Konzil  selbst  haben  sich  diese  zu  einem  eigenen  sog.  2.  stat. 

1  cf.  St.  Chr.  L  397. 

'  cf.  Janssen,  Frankfurter  Beichskorrespondenz  I,  396. 
'  Warum  gerade  hier,  sagt  mein  Anhang  S.  91. 
*  Joachimsohn,  (Tregor  Heimbarg.    S.  46. 

'  Wie  diese  sich  in  den  letzten  Jahren  zu  Basel  immer  mehttsn, 
zeigt  Voigt,  G.  Enea  Silvio  Piccolomini,  I.  B.  1666.    8.  67,  68,  107  wd  106. 


üeber  den  Verfasser  u.  den  Geist  der  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmnnd.  479 

konstituiert,  um  ihre  Interessen ,  die  sie  zu  denen  der  ganzeir 
Kirche  machen,  wahrzunehmen.  Denn  auf  ihnen  lastet  am  meisten 
der  von  oben  sich  fortpflanzende  und  durch  die  grosse  Anzahl 
der  hierarchischen  Glieder  sich  vervielfachende  Druck.  Unter 
ihnen  hallt  zugleich  der  Ruf  der  Laien  wieder,  dass  sie,  wenn 
die  Prälaten  sich  nicht  reformieren,  es  selbst  thun  und  zwar  mit 
Waffengewalt. 

Wie  eine  Stimme  aus  dieser  ganzen  Situation  klingt  der 
Ton  unserer  Schrift. 

Ohne  Zweifel  stellt  der  Verfasser  in  seinen  einleitenden  Be- 
merkungen (Boehm  S.  161 — 172)  seine  Reformpläne  in  direkten 
Zusammenhang  mit  der  Arbeit  auf  dem  Baseler  KonzU:  „ihr  suUent 
wissen,  wie  das  heilig  konzil  zu  Basel  gesamnet  ist.^^  Die  sich  an- 
schliessende Bemerkung:  „aber  die  geistlichen  häupter  wollend 
sich  an  vil  stucken  sperren,  sie  wend  das  unrecht  nit  lassen 
fallen^'  (Ibid.  S.  162)  versetzt  uns  vollends  in  die  soeben  mit 
den  Worten  Job.  von  Segobias,  Ulrich  Stöckeis  u.  a.  gezeichnete 
Situation  auf  dem  Baseler  Konzil  in  den  J.  1433  und  34. 

Nicht  weniger  die  bald  folgenden  Worte:  „die  geistlichen 
prälaten,  die  allermeisten  wider  selige  heilige  Ordnungen 
sind,  die  lang  vollendet  wäre,  wen  dass  sie  nit  hinderten^ 
(ibid.  S.  166).  „Aber  die  prälaten  lassen  sich  nicht  gern 
reformieren  noch  die  örden,  wann  sie  lassent  nit  gern  von 
hand.'^  (Ibid.  S.  167.)  Bestimmter  aber  könnte  der  hervor- 
gehobene Gegensatz  in  derselben  Einleitung  nicht  hervortreten 
als  in  dem  Satze:  „es  setzt  sich  niemand  wider  göttliche 
Ordnung  denn  die  gelehrten,  weisen  und  gewaltigen,  aber  die 
kleinen  ruffent  und  schreient  gott  an  umb  hilf  und  umb  eine 
gute  Ordnung",  (ibid.  S.  170.)  Gleich  am  Schlüsse  derselben 
Einleitung  appelliert  er  ähnlich  wie  in  obigen  Berichten  an  die 
weltliche  Gewalt:  „es  muss  zugan  durch  gottes  kraft  und  durch 
das  weltliche  schwert."  (ibid.  S.  165  und  sonst  häufig,  cf. 
Anhang.) 

Aber  auch  in  anderen  wesentlichen  Punkten  finden  wir 
Uebereinstimmung.  So  wird  noch  in  demselben  Zusammenhange 
die  Simonie  auch  als  das  grösste  Uebel  des  geistlichen  Standes 
bezeichnet:  „aller  prest  liegt  grösslich  an  zwein  stücken;  an  den 
geistlichen  liegt  gross  simonie,  das  ist  soviel  als  wucber,  die- 
flelb    hat  allen  geistlichen   stand  vergifft."   (ibid.   S.  162.)     Aber 


480  H.  Wernei 

die  Äusdehnimg  dieeea  allgemeiDen  Oerttchtspaukteg  sowie  der 
Reform  fiberhaupt  auch  auf  den  welÜichon  Stund,  an  dem  ,^eitz 
(=  aTaritia)*  ab  zweites  Stück  liegt",  zeigt  den  Verfasser  sofort 
Ton  weiterem  Geaiclitapunkt  als  von  dem  bloae  geidtlichen  oder 
sogar  pfarrherrlicbeo.  Die  Qelegenbeit  voUends,  bei  der  duicli 
den  geistlichen  Stand,  besonders  durch  die  Kurie,  am  meisten 
Wacher  getrieben  wird,  ist  ebendaselbst  so  charakteristisch  her- 
Toi^ehoben,  dass  damit  wieder  ein  Licht  fällt  auf  den  Stand  dee 
Verfassers  nach  einer  engeren  Beziehmig.  Wie  nämlich  die  Gottes- 
gftben  d.  s.  die  Sakramente  „gratis"  empfangen  worden  seien,  so 
sollen  sie  auch  „gratis"  ausgeteilt  werden.'  „Nun  mosa  man 
TOn  der  peoitentiarey  ablass  der  sünden  herd  bezalen  . . .  item 
in  der  korrektorey  daselbst,  item  in  der  kanzley."'  Es  ist  also 
vor  allem  die  Simonie  in  der  päpstlichen  Rota,  an  die  ein  Stadtr 
Schreiber  sofort  denken  muss. 

Wiederum  auffallend  und  charakteristiBch  zugleich  für  die 
PerBon  des  Verfassers  ist,  dass  er  trotz  seinem  rerwandten  Gleist 
mit  dem  partikulariatischen  Elub  in  Basel  nichts  von  dem  dort 
überall  neben  der  Simonie  und  gleich  heftig  angegriffenen  üebel 
des  Konkubinats  in  demselben  Zusammenhange  berichtet.  Wenn 
er  oben  ckarakteristisch  neben  dem  geistlichen  Wucher,  der 
Simonie,  zugleich  auf  den  weltlichen  hinwies  und  somit  einen 
weiteren  d.  i.  weltlichen  Sinn  zu  erkennen  gab,  so  nimmt  er 
auch  in  der  Fn^e  des  Konkubinats  eine  besondere  Stellung  ein 
mid  zwar  ebenfialle  eine  weltliche.  Erst  später  in  einem  anderen 
Zusammenhange  (ibid.  S.  186f)  handelt  er  aber  diese  Fr^e  und 
zwar  BO,  dass  er  den  Gölibat  ganz  verwirft.  Gerade  die  bei  dieser 
Gelegenheit  eingepflochtene  hiatorische  Reminiszenz  (ibid.  S.  187) 
bestimmt  den  weltlichen  Änschauungakreis  näher  zu  einem  ha- 
maniatiachen,  dem  nicht  nor  die  Frage  des  Eeiratens  damals  be- 
sonders in  Italien  bekanntlich  vielen  litterarischen  Stoff  bot, 
sondern  dem  auch  speziell  in  Äugabui^  das  Zur(lckgeh«i  auf  den 
Ursprung  einer  Einrichtimg  bis  auf  e^enhafte  Zeiten  eigen  ist. 

*  ,J)er  geitz  herrscht  bei  den  welUicheD:  Bie  wuchrent,  fOrkanffent 
nnd  wsB  ufsatt  und  tmtren  bringen  mkg,  das  iat  gemein  geworden." 

'  cf.  oben. 

'  Ibid.  S.  17i  ff.  Ebenso  klagt  er  fiber  die  „notari",  durch  die  der  Papst 
Kirchen  an  die  ElOster  verleiht:  „man  soll  den  notari  Terbreonen,  der  «oloh 
inatrament  macht."  8.  196. 


Ueber  den  Verfasser  n.  den  Geist  der  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmund.  48 1 

Nun  haben  wir  ein  bestimmteres  Bild  vom  Verfasser.  Offen- 
bar hat  er  direkte  Kenntnis  yon  den  oben  geschilderten  Vor- 
gängen auf  dem  Baseler  Konzil  und  war  scheinbar  persönlich  bei 
dem  Streit  innerhalb  desselben  über  die  Dekrete  gegen  Simonie 
und  Konkubinat  zugegen,  hat  hier  den  Kreisen  der  Kleinen,  des 
sog.  2.  Standes  nahegestanden  und  vertritt  so  auch  in  seiner 
Reformschrift  deren  Interessen.  Seine  weitere  Bemerkung, 
„kürzlich^  habe  zu  Basel  im  Hofe  des  Herrn  K.  Sigmund  ein 
Türke  mit  einem  Christen  disputiert  (ibid.  S.  170),  sowie,  der 
Priester,  der  die  Reform  durchführen  soll  und  der  er  selbst  ist, 
sei  ebenfalls  in  Basel  gewesen,  geben  zu  verstehen,  dass  der  Ver- 
fasser zur  Zeit  des  Aufenthaltes  Sigmunds  in  Basel  war.  Hier 
befand  er  sich  in  irgend  einem  diplomatischen  Auftrage,  wozu 
gern  Stadtschreiber  verwendet  wurden,  erhielt  dafür  ein  Qewand 
als  Löhnung.  Hier  konnte  er  gerade  in  dieser  Zeit  der  Reform- 
debatte über  Simonie  und  Konkubinat  beiwohnen.  Leider  lässt 
sich  diese  Kombination  aus  direkten  Augsburger  Quellen  noch 
nicht  genug  kontrolieren  aus  dem  oben  schon  angeführten  Grunde. 
Wir  haben  ebenfalls  oben  erwähnt,  dass  in  den  Städtechroniken 
V.  L.  Valentin  Eber  als  Augsburger  Stadtschreiber  in  dieser  Zeit 
aufgeführt  wird  (S.  296),  als  Gesandter  derselben  Stadt  nach  Ulm 
und  zu  Kaiser  Sigmund,  als  Lizentiat  (S.  419  Anm.  2)  und  als 
Gesandter  zu  Kaiser  Friedrich  HI.  (VI.  B.  S.  430),  Auch  wissen 
wir,  dass  in  der  Zeit  der  von  mir  angedeuteten  Konzilsverhand- 
lungen und  des  Aufenthaltes  K.  Sigmunds  in  Basel  am  25.  Oktober 
1433  letzterer  der  Stadt  Augsburg  seine  Ankunft  in  Basel  an- 
gezeigt hat  und  sie  auffordert  zum  Andreastag  (30.  Nov.)  Boten 
nach  Basel  zu  senden  zur  Erledigung  von  Angelegenheiten 
des  Reichs  und  der  Christenheit.^  Augsburg  bevollmäch- 
tigte als  Vertreter  Stet  Hangenor.  Ob  Val.  Eber  bei  ihm  war, 
wird  nicht  an  dieser  Stelle  gesagt,  ist  aber  aus  den  angeführten 
Gründen  wahrscheinlich. 

Was  lässt  sich  nun  mit  diesen  soweit  erkannten  Eigen- 
schaften des  Verfassers  und  seines  Werkes  mit  dem  vereinbaren 
was   er   selbst  darüber  an  einzelnen  Stellen  gesagt  hat? 


^  cf.  Janssen,  Frankf.  ReichskorreBp.  I.  720.  Der  Verf.  sagt  selbst 
von  seinem  Yerhältnifl  zn  dem  Kaiser  S.  244:  Der  Kaiser  (,,wir^*)  habe  ihm 
empfohlen  die  hl.  ordnnng  der  Christenheit.*^ 


482  H.  Werner. 

Er  hat  das  Buch  geschrieben  als  ^^ein  diener  und  knecht  der 
gemainen  Christenheit'^  d.  h.  der  Laien  ^  —  also  nicht  ulm  «& 
hierarchisches  Glied  der  Kirche  —  und  als  ;^te  unseres  dnick- 
leuchtigen  H.  des  Kaisers  Sigismund^  (ibid.  S.  171.)  Das  l&ast 
sich  mit  dem  Stande  eines  Stadtschreibers  und  Gesandten  an  den 
Kaiser  in  Einklang  bringen.  Als  er  damals  mit  den  Prälaten 
des  sog.  2.  stat.  in  Verbindung  getreten  war,  da  hat  er  denn 
später  diese  „Ordnung  gemachet  von  hoher  meister  weysnngen, 
gunst  und  willen  und  lere'^  Er  erhielt  also  damals  allerlei 
Papiere  von  Reformentwürfen  und  motivierten  Antragen  dasu' 
und  hat  sie  „von  latein  zu  teutsch  zu  einem  bekennen  allen  ge- 
mainen  Christen  in  der  Christenheit  gemacht.^  Seine  weitere 
Arbeit  war:  ^^diese  Urkunde  mit  hohen  weysen'^  zu  erleuiem.' 
Kurzum  es  erinnert  dieses  ganze  Verfahren  an  die  Besdiaftigong 
des  Augsburger  Humanistenkreises,  allerlei  Akten  und  Novitäten 
zu  Bammeln  und  seinen  MitgUedem  davon  Kemitnis  zu  geben.  Für 
die  Zusammensetzung  der  Schrifb  erhalten  wir  zugleich  folgendes 
Bild.  Sie  besteht  zum  Teil  aus  fremdem  Eigentum ,  das  als 
Reformentwürfe  und  sog.  Amendements  zu  denselben  aus  dem 
Kreise  der  Prälaten  des  sog.  2.  stai  stammt  und  das  der  Verf. 
vom  Lateinischen  ins  Deutsche  überträgt  —  ein  Beleg  für  die 
in  städtischen  Humanistenkreisen  damals  geübte  Kunst  des 
„Transferierens^^  Der  übrige  Teil,  und  zwar  ist  das  der  grössere, 
besteht  aus  ,,Erläuterungen^^^  des  Verfassers  zu  diesen  Papieren 
und  ihren  Zusätzen.  In  diesen  ist  aber  die  eigentliche  ftbrbnng 
der  Schrift  zu  erkennen,  weil  hierin  der  Verfasser  seine  eigenen 
Anschauungen  niedergelegt  hat.  Nur  in  diesem  Lichte  finden  die 
angefahrten  Worte  des  Verfassers  über  seine  Person  und  Schrift, 
an  denen  man  bisher,  ohne  zu  einem  Verständnis  sn  gelangen, 
soviel  herumdeutelte,  eine  natürliche  Erklärung  und  anch  eine 
gute  Berechtigung.  Zwar  gehen  die  Bemerkungen:  ^diener  und 
knecht  der  gemainen  Christenheit",  „rat  des  Kaisers^,  „ordnnngs- 


^  An   einer   anderen   drückt  er  denselben  Gegensatz  noch  deutlicher 
aus:  ,,wir  die  gemainen^^  (S.  288). 

•  Von  der  Art,  wie  uns  Haller  1.  c.  einige  mitteilt. 

'  ,,Das  wird  nun  von  stuck  zu  stuck  erlütert,   zu  einem  rechten  be- 
kennen bracht  (S.  244).'' 

*  Von  dieser  seiner  Arbeit  spricht  der  Verfasser  wiederholt:    S.  176, 
193,  199  und  244. 


Ueber  den  YerfasBor  u.  den  Geist  der  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmund.  488 

buch  des  Kaisers^'  an  dem  allerdings  noch  nicht  genug  durch 
Archivaüen  gelichteten  Sachverhalte  gemessen^  immer  noch  etwas 
auf  Stelzen^  aber  es  liegt  ja  im  Interesse  von  Usurpatoren^  damit 
sie  ihre  Rolle  spielen  können,  sich  zu  strecken  und  pomphaft 
Yon  ihrer  Person  zu  verkünden.  In  diesem  Sinne  ist  auch  das 
aufgeblasene  Priestertum  zu  verstehen,  das  durch  den  Hinweis 
auf  das  Priestertum  des  Kaisers  noch  deutlicher  den  Usurpatoren- 
geist des  Verfassers  verrät. 

Wir  finden  also  in  unserer  Schrift  einmal  die  Drohungen 
der  Laien  verwirklicht,  welche  wir  deutlich  aus  den  Verhandlungen 
des  sog.  2.  Standes  auf  dem  Baseler  Konzil  heraushörten,  andrer- 
seits die  litterarische  Rolle  des  Verfassers  als  Stadtschreiber 
erfüllt,  indem  er  in  dieser  Reformschrift  durch  die  Uebersetzung 
und  Erläuterung  von  gelehrten  Reformentwürfen  die  Vermittlimg 
zwischen  den  Gelehrten  und  Laien  in  damaliger  Zeit  übernahm. 
Nur  in  dieser  Umgebung  von  Thatsachen  und  Zuständen  betrachtet 
gewinnt  die  Entstehung  und  der  Geist  unserer  Reformschrift 
sichtbare  Gestalt. 

Aber  die  Zeitlage,  soweit  wir  sie  oben  erkannt  haben,  war 
nicht  gereizt  genug,  den  Verfasser  zur  offenen  Enthüllung  seiner 
gesammelten  Reformpläne  zu  veranlassen.  Dazu  bedurfte  es  noch 
einer  Steigerung  der  kirchen-  und  staatspolitischen  Lage  bis  zu 
der  Spannung,  dass  der  Verfasser  durch  eine  prophetische  Kom- 
bination^ ermutigt,  über  die  Reform  des  geistlichen  und  weltlichen 
Standes  ein  scharfes  Wort  redete. 

Es  bleibt  nämlich  nach  den  Jahren  1433  u.  34  der  Gegensatz 
zwischen  höheren  und  niederen  Prälaten.  Seine  Verschärfung  zeigt 
sich  in  dem  nun  eintretenden  gänzlichen  Zerwürfiiis  zwischen  Papst 
und  Konzil.  Auch  gewinnt  er  jetzt  eine  politische  Bedeutung 
durch  das  Eingreifen  der  Fürsten  mit  ihrem  gelehrten  Anhang. 
Und  als  eine  politische  Aktion  fasst  auch  unser  Verfasser  seine 
von  dem  niedrigen  Stande  der  Reichsstädte  durchzuführende  Reform 
auf.  Ein  kurzer  Ueberblick  über  die  folgenden  Staats-  und  kirchen- 
politischen Ereignisse  zeigt  uns  das. 

Kaiser  Sigmund  ist  1437  gestorben.  Auf  ihn  hatten  besonders 
die  Laien  und  zwar  die  reichsstädtischen  Bürger  ihre  Hoffiiungen 
für   den  Fortgang   der  Reformen   gesetzt   und  nun  hatte  er  die 


^  Cf.  Anhang  S.  81. 

Histor.  Vierteljahnohrift  1902.  4.  84 


484  H.  Werner. 

Vollendung  seines  Reformwerks  mit  ins  Grab  genommen.  Die 
Wehmut  hierüber  klingt  schon  aus  den  ersten  Worten  unserer 
Schrift  heraus:  ,^wann  dein  Zorn  ist  offen,  dein  ungnad  hat  uns 
begriffen,  wir  gangen  als  die  schauff  ohn  einen  hirten"  (S.  161). 
Deshalb  verzweifelt  der  Verfasser  aber  nicht,  im  Gegenteil,  „wenn 
das  Haupt  zu  krank  ist^'  und  „das  reich  blöd,  krank  und  schwach'^, 
dann  liegt  es  an  den  Städten  des  Reichs  gleichsam  als  Erben  des 
Reichsoberhaupts  einzutreten  für  die  Ordnung  (S.  161  u.  162). 
So  nennt  er  auch  seine  Schrift  ein  „ordnungsbuch*'  des  Kaisers 
Sigmund  und  ruft  gerade  die  Reichsstädte  zur  Uebemahme  des 
ganzen  Reformwerkes  an.  Aber  haben  wir  nicht  andrerseits  wieder 
daraus  den  Schluss  zu  ziehen,  dass  ein  Mann,  der  in  so  hohem 
Tone  von  der  Stellung  und  Bedeutung  der  Reichsstädte  im  Reich 
und  in  der  ganzen  Reformbewegung  spricht,  ein  hervorragender 
Vertreter  der  reichsstädtischen  Idee  sein,  ein  reichsstädtischer  Laie 
und  in  einem  hervorregenden  Amte  der  Reichsstadt,  in  dem  Stadt- 
schreiberamt thätig  sein  muss? 

Nach  dem  für  die  Reform  verhängnisvollen  Tode  Sigmunds 
erwachte  zwar  bei  den  Fürsten  der  Wunsch  sich  nach  dem  Vor- 
gange Frankreichs  die  Reformbeschlüsse  wenigstens  von  Konstanz 
und  Basel  zu  retten,  „freilich  weniger  aus  idealen  Motiven  als  aus 
der  weitgehendsten  Selbstsucht  jener  Zeit".^  Denn  „keiner  Hess 
sich  über  die  Linien  einer  klugen  und  vorsichtigen  Politik  der 
Vermittlung  und  des  Abwartens  hinaustreiben'^^  Das  zeigt  sich 
so  recht  deutlich  auf  den  folgenden  Reichstagen.  Sie  bestanden 
aus  einer  Gesellschaft  von  fürstlichen  Räten,  die  „fortwährend  in 
Sorge  waren,  ihre  Vollmachten  zu  überschreiten".  Nach  zwei- 
maligem Reichstag  zu  Nürnberg  wurde  ein  solcher  nach  Frankfurt 
angesagt,  fand  aber  in  Mainz  am  12.  März  1438  statt.  König 
Albrecht  war  vertreten  hier  durch  3  Bischöfe,  die  von  Passau, 
Augsburg  und  Lübeck,  die  Baseler  durch  8  Gelehrte  und 
Prälaten,  ebenso  die  Kurfürsten  durch  gelehrte  Räte.  „Gänzlich 
fem  hielten  sich  die  Reichsstädte  und  zwar  gerade  der  Neutralität 
wegen,  von  deren  Annahme  sie  sich  übler  Folgen  für  ihre  eigene 
Rechtssphäre  versahen."'  Zwar  hatte  man  auf  diesem  Reichstage 
eine  Reihe   wichtiger  Reformdekrete  fQr  das  Reich  als  bindend 

^  Cf.  Bachmann,  die  deutschen  Könige  und  die  churfürstliche  Neu- 
tralität 1438—47,  S.  8. 

•  1.  c.  S.  40.  »  Cf  Bachmann,  1.  c.  8.  48. 


üeber  den  Verfasser  u.  den  Geist  der  sog.  Reformation  des  Kaisers  Sigmund.  485 

erklärt,  was  nach  der  Suspendierung  des  Papstes  durch  das  Konzil 
hätte  Bedeutung  gewinnen  können,  allein  man  fuhr  sich  unter  der 
Führung  der  beiden  Rechtsdoktoren,  des  Gregor  Heimburg  und 
Joh.  von  Lysura^,  als  der  Vertreter  der  deutschen  Prälaten  in 
der  unfruchtbaren  Neutralität  fest.  In  ihr  aber  erringt  die 
Territorialgewalt,  besonders  das  Kurfürstentum  einen  erneuten 
Sieg  über  die  Zentralgewalt.  Die  damit  verbundene  Dezentrali- 
sierung nach  oben  bedeutet  zugleich  eine  Zentralisierung  nach 
unten,  eine  Bedrohung  der  niederen  Stände,  besonders  des  Reichs- 
bürgerstandes. Ein  gleichzeitiger  Chronist  spricht  von  dieser 
Neutralität  das  bezeichnende  Wort:  „die  Städte  verwarfen  die 
Neutralität,  dadurch  die  Erzbischöfe  und  Bischöfe  in  deutschen 
Landen,  die  denn  der  protestation  (=  Neutralität)  woUten  nach- 
hangen, vermeinten  mächtig  zu  werden  und  dass  man  sie  zu 
keinem  Gehorsam  bringen  möchte  und  arme  Priesterschaft  und 
sust  Laien  in  ihren  Rechten  unterdrückt  würden".*  Aber  ein 
Aufschrei  dieser  „armen  Priesterschaft  und  Laien"  ist  ja  gerade 
unsere  Schrift  gegen  den  von  Gelehrten  und  Prälaten  organisierten 
versteckten  Unterdrückungsversuch  der  niederen  Stände,  wie  er  in 
der  Neutralität  zum  Ausdruck  kam.  Es  führt  also  eine  leicht 
erkennbare  Linie  von  dem  kirchen-  und  staatspolitischen  Milieu 
der  Jahre  1433  imd  34,  in  dem  die  Reformpläne  unserer  Schrift 
im  einzelnen  entstanden,  hinüber  zu  der  kirchenpolitischen  Situa- 
tion der  Jahre  1438  und  39,  aus  denen  heraus  imsere  Schrift  als 
Ganzes  hervortritt.  Und  wie  passend  ist  auch  der  Titel  des  Refor- 
mators vom  Verfasser  gewählt!  Den  Frieden,  den  in  jenen  Tagen 
kein  Reichstag  dem  Reiche'  und  besonders  den  Städten,  kein  Konzil 
noch  Neutralität  der  Kirche  bringen  konnte,  sollte  der  Priester- 
könig Friedrich  von  Landnau  oder  Landskron^,  was  nur  eine 
willkürliche  Variation  desselben  Wortes  durch  den  Verfasser  ist, 
schaffen,  indem  er  „alle  Lande  zu  Frieden  mache"  (S.  242  u.  246). 
Hinter  dem  offenen  Gegensatz  des  Verfassers  aber  als  des 
Vertreters  der  Reichsstädte  gegenüber  den  Herren  steht  der  ver- 
steckte zweier  entgegenstehenden  Prinzipien.    Darin  wurzelt  denn 


>  Cf.  G.  Voigt,  Enea  Silvio  1.  c.  S.  164. 

«  Cf.  Städtechroniken  III,  S.  379  und  auch  Bachmann,  S.  73. 

*  Cf.  die  Bemühungen  dazu,  cf.  Keussen,  die  politische  Stellung  der 
Reichsstädte,  BerL  Diss.  1885,  S.  9. 

*  Weiteres  ist  hinter  diesem  Namen  nicht  zu  suchen. 

34* 


486    H.  Werner,  lieber  den  Yerfasser  und  den  Geiat  der  sog.  Reformation  eto. 

auch  der  tiefste  Groll  unserer  Schrift,  der  in  Worten  seinen  Aus- 
druck findet,  die  von  der  Kraft  und  Deutschheit  der  folgenden 
Beformationszeit  einen  Vorgeschmack  geben.  „Es  ist  eine  ungehörie 
sach",  (S.  221),  sagt  der  Verfasser,  „dass  man  es  in  der  hl. 
Christenheit  öffiien  mu9S  das  gross  unrecht,  so  gar  für  geht^ 
dass  einer  so  geherzt  ist  vor  Gott,  dass  er  getar  zu  sprechen 
zu  einem:  Du  bist  mein  eigen'^  Christus  habe  uns  doch  ge- 
freiet mit  seinem  Tode,  alle,  edel  und  unedel,  arm  und  reich. 
Wer  getauft  sei  und  glaube,  der  sei  frei.  Konnten  wir  oben  schon 
auf  ähnliche  Ausdrücke  über  die  christliche  Freiheit  in  dem  Kreise 
des  sog.  2.  Standes  hinweisen,  diese  kraftvolle  Stelle  erhält  allein 
ihr  volles  Relief  durch  den  angedeuteten  Hintergrund.  Die  Reichs- 
städte sind  „von  Gott  gefreiet"  (S.  162),  „sie  haben  ihre  Freiheit 
von  der  Christenheit"  (S.  168).  Es  ist  also  der  Geist  der  frei- 
machenden Stadtluft  gegenüber  dem  des  hörigmachenden  Herrschafts- 
bannes, der  hier  aus  einem  hervorragenden  Vertreter  des  mittel- 
alterlichen Städtebürgertums  redet.  Und  doch  hat  man  diese 
Stelle  dem  Verfasser  als  sozialdemokratisch  oder  doch  als  husitisch, 
als  einen  Ruf  nach  Freiheit  und  Gleichheit^  gebrandmarkt.  Dabei 
hat  man  nicht  gewusst,  dass  in  der  mittelalterlichen  Stadt  niemals 
der  Gedanke  der  Gleichheit  einen  Boden  gefunden  hat,  wohl  der 
Gedanke  der  Freiheit  aber  nur  in  dem  genannten  staatspolitischen 
Sinn.  Oder  wäre  man  vielleicht  gamicht  zu  diesem  Vorwurfe 
gelangt,  hätte  man  die  Schrift  als  das  herrlichste  Denkmal  jener 
städtebürgerlichen  Freiheit  des  Mittelalters,  auf  der  unsere 
geistige  Freiheit  wuchs,  angesehen? 

Zu  gleicher  Zeit  ist  unsere  Schrift  aber  auch  der  Ausdruck 
des  langsam  wachsenden  Humanistenkreises  zu  Augsburg  in  dem 
Drange  nach  Reform.  Wenn  wir  an  dessen  Spitze  kurze  Zeit 
später  Sigismund  Gossembrot  stehen  sehen,  so  bürgt  uns  schon 
von  vornherein  dessen  konservative  Natur,  dass  auch  die  Einzel- 
heiten unserer  Schrift  nichts  Radikales  enthalten,  wie  sehr  auch 
der  freie  städtebürgerliche  und  weltliche  humanistische  Geist 
manches  aufgeklärte  Wort  darin  gesprochen  hat.  Wenn  wir  auch 
noch  die  Einzelheiten  der  Reformschrift  aus  ihrer  IsoUerung  be- 
freien, werden  wir  uns  auch  von  der  Verketzerung  dieser  befreien. 

'  Cf  Boehm,  S.  47  und  Joh.  Janssen,  I.  c.  II*  S.  400. 


48T 


Zur  Napoleonischen  Politik  von  1803—1805. 

Von 

e.  Roioff. 

Schier  unübersehbar  ist  die  Litteratur  über  Napoleon.  Eine 
sehr  dankenswerte  Zusammenstellnng  yon  Eircheisen  ^  ffiUt  171  Seiten 
mit  der  Aufzahlung  yon  Untersuchungen  und  Quellensammlungen 
zur  Geschichte  Napoleons  und  seiner  Zeit,  und  fortwährend  er- 
scheinen neue  Bücher  und  Au&ätze^  die  bald  unsere  Kenntnis 
durch  neue  Studien  und  die  Mitteilung  unbekannter  Zeugnisse 
vertiefen^  bald  die  Oelehrtenarbeit  in  populärer  Darstellung  dem 
grossen  Publikum  zuganglich  machen  woUen.  In  jüngster  Zeit 
sind  namentlich  zwei  recht  yerschiedene  Zweige  des  Napoleoni- 
schen Lebens  yielfach  behandelt  worden:  die  Interna  seines  Hauses 
und  seiner  Familie  und  seine  überseeischen  Unternehmungen  als 
Glieder  seiner  allgemeinen  auswärtigen  Politik.  Während  die 
Untersuchungen  über  das  Bonapartesche  Priyat-  und  Familien- 
leben fast  ausschliesslich  in  Frankreich  betrieben  werden^  hat  an 
der  anderen  Aufgabe  das  Ausland  lebhaft  mitgearbeitet^  und  auch 
auf  den  folgenden  Blättern  soll  yon  ihnen  die  Rede  sein.  Keineswegs 
sollen  alle  Arbeiten  der  letzten  Jahre^  die  auf  dieses  Thema  Bezug 
haben,  hier  besprochen  werden;  es  sollen  nur  an  der  Hand  einiger 
neuerer  Publikationen^   einige  Probleme   derjenigen  Periode   er- 

^  F.  Eircheisen.  Bibliographie  Napoleons.  Eine  sjBtematiBche  Zn- 
sammenstellung  in  kritischer  Sichtung.  Berlin,  Mittler;  Leipzig,  Eircheisen. 
1902.     gr.  8«. 

'  ülmann.  Zur  Würdigung  der  Napoleonischen  Frage.  Deutsche  Revue 
Nov.  1900.  —  M.  Philippson,  La  paix  d'Amiens  et  la  politique  g^n^rale  de 
Napoleon  I«r.  Revue  historique  Bd.  76,  76.  —  John  Holland  Rose,  the  life 
of  Napoleon  L  Induding  new  materials  from  the  british  of&dal  records. 
2  Bde.  London,  George  BeUardsons.  1902.  8^  XI  u.  612,  YIU  u.  694  S. 
Das  Buch  erfüllt  nicht  alle  Hoffiiungen,  die  der  Titel  erweckt,  denn  da» 
neue  Material  ist  unerheblich,  und  neue  Anschauungen  giebt  der  Verf.  nicht. 
Gegen  seine  DarsteUung  lassen  sich  manche  Einwendungen  erheben,  aber 


488  Q-  Holoff. 

Örtert  werden,  in  der  sich  Napoleon  der  maritimen  Politik  mit 
beBonderem  Nachdruck  gewidmet  hat,  so  dass  ihre  genauere  Be- 
trachtung zum  Verständnis  seiner  allgemeiueu  auswärtigen  Politik 
unerlässlich  ist  Wir  beginnen  mit  dem  Bruch  des  Friedens  von 
Amiens,  dem  Ereignis,  von  dem  die  Politik  Napoleons  bis  zu 
seinem  Sturze  bestimmt  worden  ist.  Alle  neueren  DarBtellnngeu 
stimmen  darin  flbereln,  dass  der  Gegensatz  im  Mittelmeer  zum 
Bmch  des  Friedens  zwischen  England  und  Frankreich  gefohrt 
hat.  DifTerenzea  erheben  sich  erst,  wenn  mau  den  Ursachen  des 
Gegensatzes  nachgeht  und  fragt,  ob  sich  denn  bei  gutem  Willen 
auf  beiden  Seiten  keine  Schlichtung  finden  Hess,  oder  ob  eine 
Partei  die  Dinge  auf  die  Spitze  getrieben  hat,  um  zum  Kri^e 
zu  kommen.  Philippson  giebt  darauf  die  Antwort,  dass  Napoleon 
den  Krieg  mit  England  provoziert  habe,  in  der  Zuversicht,  daas 
'  sich  über  kurz  oder  lang  ein  Landkrieg  daran  knOpfen  werde, 
der  ihm  Gelegenheit  zu  neuen  Eroberungen  geben  solle.  Der 
Ausschluss  des  englischen  Handels  aus  Frankreich,  die  Gin- 
mischung  in  die  Schweizer  Angelegenheiten,  die  Annexion  Pie- 
monts  waren  Vorbereitungen;  die  Forderung,  Malta  zu  räumen, 
fahrte  endlich  zum  Ziele*  Rose  meint  d^egen,  Napoleon  hatte 
den  See&ieden  gern  noch  ein  bis  zwei  Jahre  erhalten,  um  eine 
starke  Flotte  ausrüsten  und  den  Engländern  auf  ihrem  Element 


im  ganzen  iet  ee  doch  eine  LeiBtung,  die  AuerkeniiuDg  verdient.  —  Vor- 
nehmlich auf  diese  Arbeiten  wird  im  folgenden  Bezug  genommen  werden. 
Einige  andere  Arbeiten  werde  ich  noch  anzufahren  haben;  hier  will  ich 
nur  noch  folgende  hervorheben,  die  eich  mit  maritimen  and  kolonialen 
Fragen  beschäftigen:  Guitry,  l'arm^  de  Bonaparte  en  Egypto.  Paris  1898. 
—  C.  de  1b  Jonquitre,  l'eipädition  d'Egypte.  Paria  1900/1801.  S  Bde. 
(Herausgeg,  von  der  hUt,  Abteiig.  des  Oeneralataba.)  —  H.  Prentoat,  L'Ue 
de  France  Bons  Decaen  1803-1810.  Pari»  1901.  (Vgl.  dazu  A.  Sorel,  Jonmal 
des  Savants  Nov.  1901.)  —  Froidevaui,  la  politique  coloniale  de  Napo- 
l^n  I«,  Bevue  deB  queationa  hietoi.     Bd.  68. 

'  Philippaona  Aufsatz  ist  im  wesentlichen  eine  Polemik  gegen  meine 
Anachanung,  die  er  ah  eine  Rechtfertigung  der  Napoleoniechen  Politik 
charakteriBiert.  Diese  Bezeichnung  ist  geeignet  falsche  Vorstellungen  cu 
erwecken  und  meine  Unbefangenheit  beim  Leser  zu  diskreditieran ;  ea 
handelt  sich  für  mich  nicht  mn  Rechtfertigung  oder  Verurteilung,  ■oudan 
allein  um  ErklaroDg  der  NapoIeoniBchen  Politik,  Auch  der  Refereot  der 
Eistor.  Zeitachc.  (Bd.  87.  S.  180,  363)  gebraucht  im  Anschluss  an  Philippaon 
die  onzatreffenden  Wendungen  „Die  neuerdings  wieder  beliebten  Becbt- 
fertigongsverauche"  und  „moderne  Apologeten"  der  Napoleoniachen  Politik. 


Zur  Napoleonischen  Politik  von  1803—1806.  489 

ebenbürtig  gegenübertreten  zu  können:  dann  sollten  die  Eng- 
länder aus  dem  Mittelmeere  vertrieben^  Egjpten  und  andere  Teile 
der  Türkei  erobert,  der  Kampf  um  Indien  erneuert  werden.  Die 
englische  Regierung  habe  diese  Pläne  geahnt  und  sie  durch  ihre 
feste  Haltung  in  der  Maltafrage  durchkreuzt:  hierdurch  sei  der 
Krieg  früher  als  Napoleon  wünschte,  ehe  seine  Marine  kampf- 
bereit war,  ausgebrochen.  Derselben  Meinung  ist  ungefähr  Ul- 
mann. 

Versuchen  wir  es  festzustellen,  ob  die  Thatsachen  sich  mit 
diesen  Anschauungen  yereinbaren  lassen.  Von  den  englisch-fran- 
zösischen Differenzen  in  der  Schweiz  und  anderen  festländischen 
Fragen,  von  dem  Pressgezänk  über  die  Emigranten  und  persön- 
liche Angelegenheiten,  sowie  endlich  von  den  handelspolitischen 
Schwierigkeiten  können  wir  dabei  absehen,  weil  ja  allgemein  an- 
erkannt ist,  dass  diese  Dinge  nur  eine  untergeordnete  Rolle  ge- 
spielt, dass  sie  zwar  die  Beziehungen  zwischen  Frankreich  und 
England  verschlechtert,  aber  doch  den  Krieg  nicht  herbeigeführt 
haben.  ^ 


^  Nur  im  Vorübergehen  sei  bemerkt,  dass  Philippson  die  kommerziellen 
Differenzen  unrichtig  darstellt.  Es  ist  bekannt,  dass  die  englische  Regierung 
versucht  hat,  den  alten  ihr  günstigen  Handelsvertrag  mit  Frankreich  zu 
erneuem,  dass  aber  Napoleon  das  Verlangen  ablehnte,  weil  er  die  fran- 
zösische Industrie  vor  der  übermächtigen  englischen  Industrie  schützen 
wollte.  Ph.  zitiert  nun  eine  Bemerkung  Lefebvres  (Histoire  des  cabinets  de 
TEurope),  dass  die  englische  Regierung  unmittelbar  nach  dem  Friedens- 
schluss  erklärt  habe^  der  Friede  könne  keine  Dauer  haben,  wenn  der  Handels- 
vertrag nicht  erneuert  würde.  Trotzdem  habe  Napoleon  den  Abschluss  ab- 
gelehnt, und  Philippson  sieht  darin  einen  Beweis  seiner  kriegerischen  Ab- 
sichten. —  Es  ist  einleuchtend,  dass  diese  Auffassung  die  Dinge  umkehrt: 
nicht  Napoleon,  sondern  England,  das  der  französischen  Regierung  das 
Recht,  ihre  Handelsinteressen  nach  eigenem  Ermessen  zu  ordnen,  bestreiten 
wollt«,  vertritt  hier  eine  friedenstörende  Politik.  Aber  offenbar  ist  die  ganze 
Episode  in  dieser  Form  eine  Legende;  die  Mitteilung  Lefebvres  ist  durch 
nichts  belegt,  und  nirgends  finden  wir  eine  Andeutung,  dass  eine  derartige 
Zumutung  gestellt  worden  sei.  Nimmermehr  hätte  sie  Napoleon  ohne  den 
schärfsten  Protest  hingehen  lassen.  —  Femer  ist  Philippson  in  der  Wieder- 
gabe einer  anderen  wirtschaftlichen  Massregel  Napoleons  ungenau.  Als 
Beweis  seines  bösen  Willens  zitiert  er  eine  Verfügung  (vom  7.  Jan.  1808), 
dass  kein  Engländer  in  Frankreich  Grundbesitz  erwerben  dürfe,  setzt  aber 
nicht  hinzu,  dass  diese  Verfügung  erlassen  wurde,  weil  in  England  die 
analoge  Bestimmung  existierte,  und  dass  die  Möglichkeit,  in  jedem  Einzel- 
falle von  dieser  Vorschrift  zu  dispensieren,  ausdrücklich  vorbehalten  wurde. 


490  0-  Roloff. 

Es  bedarf  nur  einer  kurzen  Betrachtung^  um  zu  erkennen, 
dass  zunächst  Philippsons  Anschauung  schlechterdings  unmöglich 
ist.  Napoleon  soll  einen  Krieg  mit  England  yeranlasst  haben, 
um  durch  ihn  Gelegenheit  zu  neuen  kontinentalen  Eroberungen 
zu  finden:  warum^  frfigt  man  yerwundert,  diesen  Umweg  über 
England,  wenn  der  Kontinent  sein  Ziel  war?  Mittel,  eine  Fest- 
landsmacht zum  Kriege  zu  treiben,  wenn  ihm  ernstlich  daran  lag, 
würde  er  doch  gewiss  unschwer  gefunden  haben.  Und  vollends 
ungereimt  erscheint  Philippsons  Meinung,  wenn  man  erwagt,  dass 
Napoleon  damals  in  keiner  Weise  auf  einen  Seekrieg  gerüstet 
war;  seine  Kriegsschiffe  waren  grösstenteils  in  Amerika  und 
Indien  verstreut ,  vielfach  sogar  abgerüstet  und  als  Transport- 
schiffe verwendet;  einen  grossen  Teil  seiner  Seeleute  hatte  er  so- 
eben in  den  AntiUen  an  der  Pest  verloren:  er  musste  also  seine 
Waffen  für  den  Seekrieg  bei  Beginn  des  Eoieges  erst  herstellen.^ 
Er  konnte  also  den  Engländern  einstweilen  nichts  anhaben,  musste 
aber  sogleich  harte  Schläge  von  ihnen  hinnehmen:  der  eben  auf- 
blühende französische  Seehandel  wurde  wieder  zerstört,  mehrere 
Kolonien  gingen  verloren  und  die  anderen  schwebten  in  be- 
ständiger GefEkhr.  Gegen  diese  Demütigungen  war  die  Besetzung 
Hannovers  imd  der  Ausschluss  des  englischen  Handels  aus  Holland 
und  Italien  nur  eine  schwache  Revanche. 

Es  leuchtet  ein,  dass  man  Napoleon  ein  solche  geradezu 
widersinnige  Politik  nicht  unterschieben  darf  ohne  die  zwingend- 
sten Beweise;  aber  solche  sucht  man  bei  Philippson  vergebens. 
Er  zitiert  zwar  die  bekannte  Instruktion^  an  den  französischen 
Geschäftsträger  Otto  in  London  (vom  23.  Oktober  1802),  worin 
Napoleon  ausführt,  falls  ihn  England  zum  Kriege  zwinge,  und 
falls  es  Festlandsmächte  zum  Angriff  auf  Frankreich  bestimme, 
werde  er  vielleicht  die  Welt  umgestalten  und  den  Kontinent  er- 
obern müssen,  aber  bei  näherem  Zusehen  erkennt  man,  dass  dies 
Dokument  nicht  für  Philippsons  These  zu  verwerten  ist.  Es 
enthält  nur  eine  theoretische  Betrachtung  der  Möglichkeiten,  die 
sich  an  einen  Krieg  mit  England   anknüpfen  können ,   eine  Er- 


^  Hierüber  Desbri^re,  Projets  et  Tentatives  de  d^barquement  anx  tles 
britanniqnes.  1793— 1S06.  Paris  1901.  Bd.  m,  und  mein  Anfsatz:  Wanim 
hat  Napoleon  zur  See  keine  Erfolge  erringen  können?  (Marine -Rundschau 
1900.   Nov.). 

"  Thiers  IV.  8.  248. 


Zur  Napoleonischen  Politik  von  1808—1806.  491 

örterang;  die^  in  einem  Moment  der  Erregung  hingeworfen^  mit 
den  weitgehendsten  Gedanken  spielt  ^  aber  es  ist  keineswegs  ein 
Schlüssel  zu  den  geheimsten  Plänen  Napoleons^  kein  Regierungs- 
programm^  nach  dem  er  seine  Handlangen  einrichten  will.  Aus- 
drücklich sagt  er  übrigens^  dass  er  den  Krieg  nicht  wünsche^  und 
dass  der  Gesandte  zu  den  englischen  Ministem  nicht  yon  einer 
Kriegsmöglichkeit  sprechen  solle;  gewiss  ein  Zeichen^  dass  ihm 
damals  die  Absicht^  England  zum  Kriege  zu  reizen^  fernlag.  Und 
nicht  brauchbarer  ist  eine  andere  Stelle,  auf  die  sich  Philippson 
beruft.  Im  Sommer  1802  soU  Napoleon  dem  Staatsrat  Thibaudeau 
in  einer  Rede  auseinandergesetzt  haben ,  dass  Frankreich  yon 
Feinden  umgeben  sei,  da  zwischen  alten  Monarchien  und  einer 
jungen  Republik  niemals  Vertrauen  herrschen  könne;  die  fran- 
zösische Regierung  bedürfe  des  Ruhmes  und  des  Krieges,  um  sich 
zu  halten,  deshalb  betrachte  er  jeden  Frieden  als  Waffenstillstand 
und  glaube  sich  bestimmt,  ohne  ünterlass  zu  kämpfen.  Es  ist 
bezeichnend  für  Philippsons  Exaktheit,  dass  er  den  wichtigsten 
Satz  in  dieser  Rede  auslässt:  „Ich  werde  den  Frieden  ertragen, 
so  lange  ihn  die  Nachbarn  zu  bewahren  wissen  werden,  aber  ich 
werde  einen  YorteU  darin  sehen,  wenn  sie  mich  zwingen,  zu  den 
Waffen  zu  greifen,  ehe  sie  gerostet  sind."^  Fügt  man  diese  Worte 
ein,  dann  bekommt  die  Rede  ein  ganz  anderes  Gesicht;  sie  spricht 
eben  nur  die  Binsenwahrheit  aus,  dass  das  durch  die  Revolution 
yergrösserte  Frankreich  beständig  auf  einen  Krieg  gefasst  sein 
müsse,  und  dass  für  die  junge  französische  Regierung  militärische 
Erfolge  notwendig  seien,  wenn  sie  bestehen  wolle.  Wer  dieser 
Rede  grosses  Gewicht  beimisst,  wird  nicht  umhin  können,  in  der 
Beteuerung,  den  Nachbarn  die  Initiative  überlassen  zu  wollen,  ein 
Argument  gegen  Philippsons  Anschauung  zu  sehen,  ebenso  darin, 
dass  in  der  Rede  mit  keinem  Worte  die  Napoleon  zugeschriebene 
Absicht  angedeutet  ist,  zur  Herbeiführung  des  Landkrieges  einen 
Seekrieg  provozieren  zu  wollen.  Ich  freilich  vermag  solchen  un- 
sicher überlieferten  Gelegenheitsreden,  in  denen  bekanntlich  Napo- 
leon bei  seiner  grossen  Lebhaftigkeit  die  Worte  nicht  auf  die 
Goldwage  legte,  keinen  erheblichen  Wert  beizulegen;  zur  Er- 
klärung der  Napoleonischen  Politik  sind  sie  nicht  eher  zu  ver- 

'  Ich  zitiere  nach  Foumier  (Napoleon,  U.  S.  7),  dem  anch  Philippson 
gefolgt  ist.  Thibaudeau,  le  consulat  et  TEmpire,  Bd.  U  bringt  in  indirekter 
Rede  dasselbe. 


492  G   Roloff 

werten,   als   bis  ihre  TJeberein8timmii.n^   mit   fiein<.'n   Handlangen 
und  urkundlicli  beglaubigten  AeuBsenmuen  nftcbn-'wiesi'n   ist. 

Wenn  wir  uns  nun  zu  Rose  und  Ulmiuu  wenden,  ^o  ist  zu- 
nächst zuzugeben,  daas  Napoleon  in  der  That  solche  OfFensiTpUlne 
im  Mittelmeer  gehegt  hat,  wie  sie  ihm  unterlegen:  er  hat  auch 
nach  dem  Frieden  Ton  Amiens  nie  die  Möglichkeit  aus  den  Augen 
verloren,  dass  die  Pforte  auseiuanderfaUen  könne,  und  dasa  Frank- 
reich dann  einen  Teil  ihres  Gebietes  in  Besitz  nehmen  mOase. 
£8  ist  selbatrerständlich,  dass  er  dieses  Ziel  nicht  ohne  Kampf 
mit  England  erreichen  konnte,  denn  eine  Verstärkung  Fraskreichs 
in  der  Levante  durfte  dies  mit  Rücksicht  anf  Indien  nicht  zn- 
lossen.  Zur  Ausführung  des  Planes  gehörte  also  eine  starke 
Flotte.  Mit  Russland,  dem  anderen  wichtigen  Faktor  bei  allen 
östlichen  Untemehmungea,  hofiFle  sich  Napoleon  dagegen  friedlich 
zu  verständigen.  Er  klopfte  wiederholt  in  Petersburg  an',  wie 
Alexander  über  eine  eventuelle  Teilung  der  Türkei  denke,  erhielt 
aber  da  eine  deutliche  Abweisung.  Alexander  dachte  damals  nicht 
daran,  den  Franzosen  Erwerbungen  im  Oeten  za  gestatten;  wenn 
die  Türkei  zusammenbrach,  sollte  der  Zar  der  alleinige  Erbe  des 
Sultans  sein.  Indessen  auf  die  engliBch-franzÖBischen  Beziehungen, 
die  wir  hier  betrachten  wollen,  hatte  die  ruasische  Abs^e  keinen 
Einäuss:  ehe  die  Antwort  Alexanders  nach  Paris  kam  (um  den 
1.  März),  war  hier  die  Situation  bereits  gründlich  verändert 
Napoleon  hatte  mittlerweile  die  Verhandlung  begonnen,  die 
schliesslich  zum  Bruch  geführt  hat:  er  hatte  dem  englischen  Ge- 
sandten die  Fr^e  gesteUt,  wann  denn  England  die  Insel  Malta 
zu  räumen  gedenke  (Anfang  Jannar  1803),  und  anf  dessen  aus- 
weichende Antwort  hatte  er  den  bekannten  Bericht  Sebastianis 
Ober  Egypten  verÖfTentlicht  (30.  Januar),  der  in  England  als  Be- 
schimpfung empfunden  und  als  offenes  Eingeständnis  seiner  orien- 
talischen EroheruDgspläne  angesehen  wurde. 

Hier  stehen  wir  vor  einer  neuen  Schwierigkeit:  wenn  Napo- 
leon, wie  Rose  und  Ulmann  meinen,  noch  einige  Jahre  Frieden 
haben  wollte,  warum  hat  er  dann  diese  heiklen  Mittelmeerfragen 
angerührt?  Warum  verletzte  er  die  englische  öffentliche  Meinung 
durch  den  Bericht  Sebastianis  und  wamm  ging  er  von  der  Forde- 
rung, Malta  zn  ränmen,  nicht  ab?    Als  er  dieses  Verlangen  zum 

'  Sbomik  Bd.  77. 


Zur  Napoleonischen  Politik  von  1803—1806.  493 

erstenmale  erhob  (Anfang  Januar  1803),  wusste  er  bereits  aus 
früheren  Verhandlungen,  dass  in  England  die  Regierung  und  die 
öffentliche  Meinung  gegen  die  Räumung  war,  und  femer  wusste 
er,  dass  England  eine  Okkupation  Egyptens  nie  dulden  würde: 
also  brachten  doch  alle  diese  Schritte  eine  grosse  Kriegsgefahr 
mit  sich  und  stellten  somit  seine  Absicht,  den  Frieden  einst- 
weilen zu  erhalten,  in  Frage.  Das  Natürlichste  wäre  doch  ge- 
wesen, sollte  man  meinen,  dass  er  die  Maltafrage  und  die  orien- 
talischen Dinge  bis  nach  der  Fertigstellung  seiner  Schlachtfiotte 
in  der  Schwebe  gelassen  hätte,  ülmann  versucht  sich  gar  nicht 
an  der  Lösung  dieser  Schwierigkeit,  und  Rose  meint,  die  Miss- 
erfolge seiner  amerikanischen  Politik  hätten  ihn  dazu  gezwungen: 
die  Unglücksfälle  auf  San  Domingo  und  der  Verkauf  Louisianas 
an  die  Vereinigten  Staaten  nötigten  ihn  zum  Verzicht  auf  die 
amerikanische  Eolonialpolitik,  und  um  diesen  unrühmlichen  Rück- 
zug zu  verdecken,  habe  er  den  Franzosen  in  Egypten  und  dem 
Orient  ein  neues  lockendes  Ziel  vor  Augen  halten  wollen.  Diese 
Erklärung  ist  weder  neu  noch  richtig:  als  Napoleon  jene  Schritte 
that  (Januar),  hat  er  weder  an  einen  Rückzug  aus  San  Domingo, 
noch  an  einen  Verkauf  Louisianas  gedacht.  Diesem  Gedanken 
ist  er  erst  viel  später  (etwa  Anfang  April)  nähergetreten.  Rose 
hat  leider  die  kolonialpolitischen  Pläne  Napoleons  nur  oberfläch- 
lich betrachtet  und  deshalb  die  ganze  Situation  verzeichnet.  Die 
Heranziehung  der  amerikanischen  Politik  Napoleons  führt  viel- 
mehr zu  dem  entgegengesetzten  Resultat:  gerade  weil  Napoleon 
in  dieser  Zeit  grosse  Aktionen  in  den  amerikanischen  Kolonien 
plante,  die  fast  seine  ganze  Marine  absorbierten  imd  zu  deren 
Gelingen  der  Friede  mit  England  unerlässlich  war*,  konnte  er 
vorderhand  nichts  im  Mittelmeer  unternehmen,  und  die  Frage, 
wie  denn  sein  Voi^ehen  gegen  England  zu  erklären  sei,  wird 
damit  nur  noch  verwickelter. 

Die  Ursache,  dass  Napoleon  die  Forderung,  Malta  zu  räumen, 

^  Für  die  Einzelheiten  der  Napoleonischen  Kolonialpolitik  verweise 
ich  auf  meine  Kolonialpolitik  Napoleons  I.  Offenbar  hat  Rose  meine  Arbeit 
nicht  gekannt,  obwohl  er  sie  einmal  zitiert.  —  Der  Expedition  P^rons  nach 
Australien  legt  Rose  eine  viel  zn  hohe  Wichtigkeit  bei;  sie  hatte  nur 
wissenschaftliche  und  gar  keine  politische  Bedeutung;  an  eine  Kolonisation 
in  der  Südsee  hat  Napoleon  nicht  gedacht.  In  seiner  vertraulichen  Kor- 
respondenz wird  sie  gar  nicht  erwähnt. 


494  0-  Boloff 

M  frahseitig  geitellt  hat  nnd  nicht  d&Ton  abgegangen  ist,  m:b«iiit 
mir,  wie  ich  flchon  einmal  ao^efÜhri  habe,  darin  zu  liegen,  iaea 
er  die  Verietzong  des  Friedens  tod  Amiens  nicht  dulden  wollte, 
um  sich  hierdurch  nicht  in  den  Augen  Europas  und  Frankreich» 
zu  kompromittieren.  Von  EtnflnsN  mag  ferner  die  feindselige 
Haltung  der  englischen  Opposition  gewe§en  sein,  die  wiederholt 
einen  Kri(^  mit  Frankreich  fUr  vorteilhafter  als  den  Frieden  W- 
seichnet  hatte.  Wenn  in  England  ein  Hinisteriom  OrenriUe- 
Windham  ans  Bader  kam,  ohne  dass  Malta  geränmt  wmr,  so 
mnsste  Napoleon  besor^n,  dais  binnen  knizem  ein  Krieg  aas- 
brechen würde,  in  dem  den  Engländern  der  Besitz  Malt—  tob 
Tomherein  einen  grossen  strategischen  Vorteil  gewährte;  ea  galt 
also  die  Zeit  wahrzunehmen,  solange  das  friedliche  Kabinett 
Addington-Hawkesbor;  die  Geschäfte  leitete,  mn  die  englische 
Besatzoog  aus  Malta  zu  entfernen.  Diese  Verhandlang  hat  daiio 
wider  seine  Erwartong  zam  Bruch  gefOhrt  Die  schroffe  Art, 
wie  er  die  Verhandlungen  fQhrte,  die  Verletzung  des  englischen 
Belbst^efahls  durch  den  Sebastianischeu  Bericht  und  durch  spätere 
Aeusserungen,  alles  das  widerspricht  dieser  Auffassung  nicht,  denn 
es  erklärt  sich  zur  GenQge  aus  seinem  stürmischen  Temperament^ 
das  ihm  häufig  im  diplomatischen  Verkehr  durchgegangen  ist. 
Empfindlich,  wie  er  war,  sah  er  in  der  Weigerung  RnglaTirfi^^ 
Malta  zu  räumen,  und  in  seinem  Protest  gegen  die  französische 
Einmischung  in  der  Schweiz  eine  persönliche  Beleidigung,  die  er 
sogleich  durch  eine  stärkere  Kränkung  erwidern  musste.  Und 
mit  seinem  Temperament  mag  sich  eine  Unterschätzung  der  eng- 
lischen B^erung  verbunden  haben;  er  glaubte  lange  Zeit  nicht, 
wie  alle  seine  Maasregeln  beweisen,  dass  sie  es  Maltas  wegen  mf 
einen  Krieg  ankommen  lassen  werde,  und  mochte  hofien,  sie 
durch  grosse  Worte  einzuschüchtern  und  um  so  eher  zum  Nach- 
geben zu  bringen.  Erst  nachdem  die  Verhandlungen  über  Malta 
mehrere  Wochen  gedauert  hatten,  erkannte  er  den  Entschlass  der 
englischen  Regierung,  Malta  auch  um  den  Preis  eines  Krieges 
festhalten  zu  wollen  (11.  März).*  Ob  eine  andere  Taktik,  eine 
koulantere  Behandlung  der  englischen  Regierung  einen  beaMren 
Erfo^  gehabt  lütte,  steht  dahin;  wie  die  Dinge  lagen,  war  es 
unvermeidlich,  dasa  Napoleon,  auch  nachdem  er  den  festen  Willen 
der  engUschen  Regierung  erkannt  hatte,  auf  seinem  Standpunkt 
■  Vgl  Kolonialpolitik  S.  lil  ff. 


Zur  Napoleonischen  Politik  von  1803—1806.  495 

beharrte:  selbst  wenn  die  Rücksicht  auf  Frankreich  und  Europa 
nicht  von  vornherein  jede  Nachgiebigkeit  in  der  Maltafrage  ver- 
boten hätte,  hätte  er  seine  in  der  Verhandlung  wiederholt  ab- 
gegebene Beteuerung,  den  Engländern  die  Insel  nicht  lassen  zu 
dürfen,  unmöglich  verleugnen  können. 

In  den  ersten  Jahren  des  englisch-französischen  Krieges  bilden 
die  Landungspläne  Napoleons  das  wichtigste  Problem.  Roses 
Darstellung  kann  auch  hier  nicht  recht  befriedigen ;  offenbar  steht 
er  zu  sehr  unter  dem  Einflüsse  Mahans,  dessen  unglückliche  Be- 
hauptung, Napoleon  habe  die  maritimen  Aufgaben  nicht  ver- 
standen, er  wiederholt.  Zum  Beweise  führt  er  an,  dass  Napoleon 
zeitweilig  eine  Landung  mit  der  Flachbootsflottille  allein,  ohne 
Mitwirkung  der  Schlachtflotte,  geplant  habe,  und  das  sei  ein 
chimärisches  unternehmen  gewesen.  Er  übersieht  dabei,  dass 
diese  Idee  nie  mehr  als  ein  Gegenstand  vorübergehender  Diskus- 
sion gewesen  ist;  Napoleon  hat  mit  seinen  Admiralen  über  ein 
solches  Projekt  und  seine  Ausführbarkeit  beraten  und  darüber 
verschieden  lautende  Gutachten  erhalten.  Ohne  Zweifel  hat  er 
sehr  bald  die  Unmöglichkeit  eines  solchen  üebergangs  erkannt, 
denn  in  allen  seinen  Anordnungen,  die  Bestimmungen  für  den 
Uebergang  treffen,  spielt  dies  Projekt  keine  RoUe:  überall  ist  von 
der  Heranziehung  der  Linienschiffe  die  Rede.  Gerade  der  Brief 
an  Ganteaume  (vom  23.  November  1803),  auf  den  sich  Rose  be- 
ruft, nimmt  die  Mitwirkung  der  Schlachtflotte  in  Aussicht,  wie 
aus  der  weiteren  Korrespondenz  hervorgeht.  Andere  Fehler  und 
Lücken  finden  sich  noch  mancherlei  in  der  weiteren  Darstellung, 
namentlich  wird  die  Veränderung  in  Napoleons  Plänen  mehrfach 
unrichtig  motiviert,  so  dass  das  Schlussurteil  des  Verfassers  auf 
schwankender  Basis  steht.  Ich  verweise  dafür  auf  meine  Unter- 
suchung in  den  Preuss.  Jahrbüchern  Bd.  93  und  auf  Desbriäre, 
der  meine  Resultate  in  allem  wesentlichen  bestätigt,  obwohl  wir 
im  Urteil  nicht  immer  zusammentreffen.  Zu  ähnlichen  Ergeb- 
nissen kommt  auch  eine  populär  gehaltene  Geschichte  der  fran- 
zösischen Marine  von  Loir,  nur  dass  hier  der  Marineminister 
unverdienter  Weise  als  Sündenbock  für  die  maritimen  Fehlschläge 
hingestellt  wird.^ 

^  Insbesondere  spielt  bei  Rose   das  Projekt  einer  irischen  Landong 
eine  viel  zu  grosse  Bolle.    Er  beruft  sich  für  seine  Anachaaimg  auf  eine 


496  G.  Roloff. 

Im  engsten  Zosammenhang  mit  den  Lmndimgsplaiien  Napo* 
leonB  steht  die  Frage  nach  dem  Ursprange  dea  Krieges  Ton  1806l 
Es  ist  bekannt,  dass  Napoleon  wahrend  seiner  maritiinen  RüstiiBi^iei 
in  Italien  aUerhand  Massregeln  getroffen  hat  —  die  Annahme  dff 
Krone  und  namentlich  die  Annexion  Genuas  sowie  die  Errichtiiiig 
des  Herzogioms  Lucca  —  Hassregeln ,  die  Oesterreich  za  emm 
Offensiybnnde  mit  Rassland  and  England  gegen  Frankreich  to^ 
anlasst  haben.  Die  Frage  drangt  sich  auf,  wie  diese  Schritte  mit 
der  Absicht  der  Landung  za  vereinbaren  sind.  Denn  nm  den 
grössten  Teil  seines  Heeres  nach  England  werfen  zn  können,  be- 
durfte er  ohne  Zweifel  des  Friedens  auf  dem  Festlande,  den  jene 
Neuerungen  gefährdeten. 

ülmann  ist  der  Meinung,  dass  Napoleon  zeitweilig  zwmr  die 
Landung  ernstlich  geplant,  aber  dass  er  sie  seit  dem  B^^inn  des 
Jahres  1805  aufgegeben  und  daf&r  einen  Krieg  gegen  Oesterreich 
erstrebt  habe.     Seine   italienische  Politik  sei  bestimmt   gewes^ 
Osterreich   herauszufordern   und   einen  Krieg   auf  dem  FesUande 
herbeizuführen.    Zum  Beweise  zitiert  er  eine  Rede  Napoleons  im 
Staatsrat  yom   17.  Januar  180Ö,  worin  Napoleon   erklärt    haben 
soll,  die  LandungsYorbereitungen  lieferten  nur  den  Verwand,  eine 
stets  kriegsbereite  Armee  für  einen  Festlandskrieg  ohne   direkte 
Beunruhigung  der  Kontinentalmächte  zu  yersammeln.     Auf  diese 
Weise   sei   er  Oesterreich,  fEills   es  wegen  der  Veränderungen  in 
Italien  zum  Kriege  schreite,  um  mehrere  Wochen  bei  Eröffiiung 
des  Krieges  in  den  Rüstungen  voraus.    „Ich  hätte  Urnen  das  vor 
zwei  Jahren  nicht  sagen  können,  und  doch  war  es  mein  einziger 
Zweck/'  Diese  Aeusserung  negiert  ohne  Zweifel  die  Absicht  einer 
Landung  überhaupt,  und  es  erscheint  yerwunderlich,  dass  Ulmann, 
der  hohen  Wert  auf  sie  legt,  dennoch  im  Gegensatz  zu  ihr  f&r 
eine  gewisse  Zeit  einen  Landimgsplan  annimmt.    Aber  lassen  wir 
diese   Inkonsequenz   Ulmanns   beiseite    und   vergleichen   wir   die 
Rede   mit   den   Zeugnissen,    die   für   die   Absicht    der   Landung 

angebliche  Unterredung  Napoleons  mit  dem  irischen  Emigranten  O'Connor 
in  Paris,  worüber  er  den  Bericht  eines  englischen  Spions  yerOffentlicht 
Aber  dieser  Bericht  ist  unbrauchbar,  denn  in  den  Befehlen  an  den  Marine- 
minister  und  die  Admirale  vertritt  Napoleon  andere  Gedanken  ab  in  dieser 
Unterredung,  und  für  die  Rekonstruktion  seiner  militärischen  Pläne  kommt 
allein  diese  amtliche  Korrespondenz  in  Betracht.  Uebrigens  kann  die  amt- 
liche Unterredung  unmöglich  am  20.  Mai  1805,  wie  Rose  angiebt,  statt- 
gefunden haben,  denn  da  war  Napoleon  nicht  in  Paris,  sondern  in  Mailand. 


Zur  Napoleonischen  Politik  von  18Q8 — 1806.  497 

sprechen.  Zunächst  ist  die  Rede  nicht  sicher  überliefert;  sie 
befindet  sich  allein  in  den  Memoiren  des  Grafen  Miot  y.  Melito. 
Er  konnte  allerdings  bei  seiner  amtlichen  Stellung  die  Rede^ 
falls  sie  gehalten  worden  ist;  anhören^  aber  seine  Aufzeichnungen 
sind  nicht  fehlerfrei  und  wie  alle  Memoiren  keine  Quelle  ersten 
Ranges.  Bessere  Zeugnisse  sind  Napoleons  Handlungen  und  die 
Aeusserungen,  die  unmittelbar  auf  seine  Handlungen  Bezug  haben^ 
d.  h.  seine  amtliche  Korrespondenz  mit  dem  Marineminister  und 
den  Admiralen,  den  Organen,  die  zur  Ausführung  seiner  maritimen 
Pläne  bestimmt  waren.  Da  ergiebt  sich;  dass  Napoleon  bis  zum 
Ende  August  1805  nicht  nur  den  Geschwaderchefs  immer  wieder 
die  Vereinigung  einer  grossen  Flotte  im  Kanal  zum  Zweck  des 
Uebergangs  befohlen,  sondern  dass  er  auch  fast  von  Tag  zu  Tag 
die  Bewegungen  der  englischen  und  französischen  Schiffe  in  minu- 
tiösen Berechnungen  verfolgt  und  die  Aussichten  seines  Planes 
mit  dem  Marineminister  erörtert  hat.  Wozu  dies  Kop&erbrechen 
und  diese  Zeitverschwendung,  wenn  die  Landungspläne  nur  ein 
Vorwand  waren?  Wozu  die  grossen  Kosten  für  die  Flottille  und 
Flotte,  wenn  „der  einzige  Zweck"  seit  1803  war  die  Ansamm- 
lung von  Artilleriepferden  und  anderem  Material  für  den  Land- 
krieg? Wem  diese  Erwägungen  zur  Verwerfung  der  Miotschen 
Mitteilung  noch  nicht  genügen,  und  wer  trotzdem  die  Politik 
Napoleons  während  des  Sommers  1805  nach  dieser  angeblichen 
Rede  aus  dem  Januar  konstruieren  will,  der  sei  darauf  verwiesen, 
dass  eine  solche  Enthüllung  seiner  politischen  Absichten  mit 
Napoleons  Ghrundsätzen  nicht  zu  vereinbaren  ist.  In  der  aus- 
wärtigen Politik  und  in  den  kriegerischen  Unternehmungen  galt 
ihm  das  Geheimnis  seiner  Pläne  als  eins  der  wichtigsten  Momente; 
die  einzelnen  Minister  und  Generale  erfuhren  im  allgemeinen  nur 
das,  was  ihre  spezielle  Aufgabe  betraf.^  Es  ist  daher  durchaus 
unwahrscheinlich,  dass  er  im  Staatsrat,  also  vor  einer  Reihe  von 
Beamten,  die  dem  auswärtigen  Dienste  fernstanden,  sich  so  rück- 
haltslos geäussert  haben  soll,  imd  nicht  minder  unwahrscheinlich 


*  Deshalb  ist  es  ancb  anzutreffend,  wenn  Ulmann  Josephine  „Die 
Genossin  seiner  (Napoleons)  vertraulichsten  Mitteilungen"  nennt.  Einen 
Vertrauten  besass  Napoleon  überhaupt  nicht,  und  am  wenigsten  war  es 
Josephine,  die  schon  aus  Mangel  an  Diskretion  und  Verständnis  hierzu  un- 
geeignet war.  Die  Briefe  Napoleons  an  Josephine  sind  ja  auch  ohne  jeden 
höheren  geistigen  Inhalt  und  berühren  das  politische  Gebiet  kaum. 


498  ^-  Boloff. 

ist,  dass  diese  hochwichtige  Rede  dann  nor  durch  Miot  und  aidd 
auch  durch  andere  Staatsrate,  wie  etwa  Thibaudean,  Mi%eseidiiHt 
sein  sollte.  Wir  können  deshalb  aus  methodiseheii  und  fmnhlifhf 
Gründen  annehmen ,  dass  Miots  Mitteilung  falsch  und  Ar  die 
Erkenntnis  der  Napoleonischen  Politik  unbrauchbar  ist. 

Nicht  so  weit  als  Ulmann  geht  Rose.  Ohne  eine  klare  Stel- 
lung zu  dem  oben  erwähnten  Problem  einzunehmen,  meint  er, 
Napoleon  habe  die  Landung  wohl  geplant,  aber  er  sei  doch  e^ 
freut  gewesen,  als  ihm  YilleneuYes  Ausbleiben  eine  „passoide 
Entschuldigung^'  gewährte,  das  Abenteuer  aufieugeben  und  sieh 
dem  Kriege  gegen  Oesterreich  zuwenden  zu  können.  Diese  Kon- 
struktion ist  irrig;  wir  wissen,  dass  Napoleon  den  Uebergang  aub 
lebhafteste  gewünscht  hat  und  über  die  Fahrt  YilleneuTes  nach 
Cadix,  die  alle  seine  Pläne  durchkreuzte,  aufs  höchste  empoit 
gewesen  ist. 

Wir  müssen  also  nach  einer  anderen  Erklärung  suchen,  um 
die  Napoleonische  Politik  zu  Wasser  und  zu  Lande  in  lüinlrlAng 
zu  bringen.     In  meinem  Aufsatze  über  die  Landungsplane  hatte 
ich  angenommen,  dass  Napoleon  jene  Provokationen  Oesterreichi 
gewagt  habe,   in   der   Erwartung,   dass   die   finanziell   und   mili- 
tärisch  erschöpfte  Hofburg  ihn  trotzdem  nicht  angreifen  und  in 
den  Landungsplänen  stören  würde.    War  aber  England  erst  nieder- 
geworfen, dann  hatte  er  auch  Yon  einer  österreichisch-russischen 
Offensive  nichts  mehr  zu  fürchten.    Bailleu  hat  hierauf  entgegnet^ 
dass   der  Kaiser  in  dieser  Auffassung  als  ein  kurzsichtiger  und 
unbedachter   Staatsmann   erscheine,   „der  mit   seinen   Landungs- 
plänen die  festländischen  Mächte  reizt  und  beunruhigt,  ohne  sich 
der  unvermeidlichen  Folgen   seiner  Uebergriffe  recht  bewusst  zu 
werden'^    Deshalb  sei  diese  Erklärung  hinfällig  und  das  Problem 
noch   ungelöst.     Indessen  ist  der  Einwand  nicht  stichhaltig  und 
triffb  nicht  den  Kern  meiner  Anschauung.    Man  yergegenwartige 
sich  Napoleons  Auffassung  von  der  militärisch -politischen  Lage 
in  den  Frühjahrsmonaten  1805,   als   er  jene   italienischen  Mass- 
regeln traf     Er  rechnete  bestimmt  darauf,  dass  er  im  Juli  oder 
August  die  englische  Landung  werde  unternehmen  können,  und 
bis  dahin  allerdings   musste  er  Ruhe  auf  dem  Festlande  haben. 
Länger  war  der  Kontinentalfriede  der  Landung  wegen  nicht  not- 


1  Histor.  Ztochft.  Bd.  82. 


Zur  Napoleonischen  Politik  von  1803—1806.  499 

wendig,  selbst  wenn  sie  noch  nicht  ausgeführt  war,  denn  wenn 
sie  bei  Ablauf  dieses  Termins  nicht  vollzogen  war,  dann  war  sie 
auf  lange  Zeit  hinaus  unmöglich  geworden.  Denn  der  kunstvolle 
Plan  der  Vereinigung  der  verschiedenen  Geschwader  in  fernen 
Gebieten  und  ihre  Fahrt  nach  dem  Kanal  unter  Täuschung  der 
Engländer  liess  sich  nicht  sogleich  wiederholen,  und  die  von  der 
langen  Seefahrt  mitgenommenen  Schiffe  bedurften  voraussichtlich 
der  Ausbesserung.^  Dass  Napoleon  aber  die  politische  und  mili- 
tärische Aktionskraft  Oesterreichs  richtig  eingeschätzt  hat,  wenn 
er,  wie  ich  a.  a.  0.  ausgeführt  habe,  trotz  jener  Provokationen 
für  den  angegebenen  Zeitraum  keine  Schilderhebung  erwartete, 
hat  die  Folge  gelehrt:  erst  am  8.  September  haben  die  ersten 
schwachen  Kolonnen  den  Inn  überschritten,  und  zu  einem  Angriff 
auf  Frankreich  waren  diese  noch  lange  nicht  in  der  Lage.  Um 
diese  Zeit  wäre  er  aber  mit  England  fertig  gewesen,  wenn  seine 
damaligen  Berechnungen  eintrafen  imd  Villeneuve  ihm  —  im  im- 
günstigsten  Falle  bis  Ende  August  —  den  Uebergang  ermöglichte: 
der  Uebergang  hätte  nur  wenige  Tage  beansprucht,  den  120000 
bis  150000  Franzosen  hätten  die  englischen  Regulären  und  Mi- 
lizen keinen  emsÜichen  Widerstand  entgegensetzen  können,  und 
binnen  kurzer  Zeit  musste  London  in  seiner  Hand  sein.  Napoleon 
durfte  gewiss  annehmen,  dass  Oesterreich  auf  die  Nachricht  von 
dem  Uebergang  oder  gar  von  der  Eroberung  Londons  schleunigst 
seine  Rüstungen  sistierte:  der  moralische  Eindruck  eines  solchen 
Erfolges  musste  ja  ungeheuer  sein,  und  die  englischen  Subsidien, 
auf  die  Oesterreich  und  Russland  für  den  Krieg  rechneten,  mussten 
nun  ausbleiben.  Die  absolute  Gewissheit,  dass  mit  der  Eroberung 
Londons  der  Krieg  zu  Ende  war  und  dass  Oesterreich  auf  die 
Nachricht  von  dem  Uebergange  Ruhe  hielt,  besass  er  freilich 
nicht,  aber  dergleichen  giebt  es  in  allen  kriegerischen  Unter- 
nehmungen nicht.  Die  Wahrscheinlichkeit,  dass  der  glückliche 
Uebergang  aUes  entscheiden  würde,  war  doch  so  gross,  dass  er 
das  Wagnis  schon  versuchen  konnte  und,  wie  wir  wissen,  auch 
bis  zum  25.  August  versuchen  wollte,  obwohl  ihm  Oesterreichs 
Rüstangen  und  üble  Absichten  wohl  bekannt  waren.  Wir  wissen 
ferner,    dass    er    die    Landung    erst    au%egeben    hat,    nachdem 

'  In  der  That  bat  der  Marineministor  spät^,  ab  er  die  HofEnoog  auf 
die  Ankunft  Villeneuves  anfigegeben  hatte  (23.  Augiut),  die  WiederiM^mig 
des  Ljuidiiiig»Ter»uche«  erst  für  da«  künftige  Jahr  TorgeseUagHL 

HMor.  YimrUijahnehTm.  IMl  4.  M 


500  o  »oioir. 

er  ihre  momentane  Unansfährbarkeit  erkannt  nnd  die  TJAtt- 
Zeugung  erlangt  hatte,  dass  er  auf  yiele  Monate  hinaoB  ein  da 
Engländern  weit  überlegenes  (Geschwader  im  ITiawMtl  nicht  werde 
versammeln  können.  Also  nicht  die  feindselige  Haltung  der  be- 
leidigten Festlandsmächte  hat  Napoleons  Uebergangsplan  xoo 
Scheitern  gebracht,  sondern  das  Ausbleiben  Villeneayes  beim 
Rendez-Yous  im  Kanal  ^:  ungeachtet  aller  drohenden  Bewegoi^en 
in  Oesterreich  imd  Russland  wollte  der  Kaiser  noch  £nde  Augosi 
die  Landung  vollziehen,  wenn  ihm  Villeneuve  die  maritime  Ueber 
legenheit  f[ir  einige  Tage  verschaffte.  Dass  der  Admiral  ausblieb, 
lag,  wie  oft  ausgeführt  worden  ist,  an  der  schlechten  Beschaffen- 
heit der  französisch -spanischen  Flotte,  die  langsamer  segelte,  als 
Napoleon  erwartet  hatte,  und  so  den  Engländern  Gel^enheit 
gab,  Oegenmittel  zu  treffen,  die  eine  Fahrt  nach  dem  Kanal  zwar 
nicht  unbedingt  ausschlössen,  aber  doch  dem  franzosischen  Ad- 
miral den  Mut  benahmen,  die  Fahrt  zu  versuchen.  Die  Energie, 
die  die  englische  Flotte  vom  Admiral  bis  zum  Matrosen  herab 
in  dieser  Krisis  entwickelte,  erhielt  so  ihren  schönsten  Lohn:  die 
feindlichen  Geschwader  scheuten  sich  im  Bewusstsein  ihrer  Minder- 
wertigkeit vor  einem  Entscheidungskampfe  und  liefen  daher  die 
letzte  Chance,  Napoleons  Befehle  auszufahren,  vorübergehen.  Mit 
Recht  feiern  daher  die  Engländer  Nelson,  der  durch  seine  Uner- 
müdlichkeit  im  Verfolgen  der  französischen  Schiffe  das  Beste  zu 
diesem  Ergebnis  beigetragen  hat,  als  ihren  Nationalhelden,  und 
überaus  thöricht  ist  die  häufig  wiederkehrende  Behauptung,  dass 
die  Engländer  ihre  Rettung  nicht  der  eigenen  Kraft,  sondern  den 
von  ihrem  Golde  in  Bewegung  gesetzten  österreichischen  und 
russischen  Regimentern  verdankten. 

Hiemach  erscheint  Napoleon  in  seiner  Kontinentalpolitik  ge- 
wiss nicht  als  kurzsichtig  und  unbedacht,  denn  der  Fehler  in 
seiner  Rechnung  If^  nicht  in  der  Behandlung  der  FesÜands- 
mächte,  sondern  in  der  Ueberschätzung  seiner  Schlachtflotte.  Aber 
dieser  Irrtum  war  vielleicht  unvermeidlich,  denn  einen  sicheren 
Massstab  für  die  Beurteilung  der  Leistungsfähigkeit  der  fran- 
zösischen und  spanischen  Linienschiffe  gab  es  nicht.  Die  Vor- 
würfe jedenfalls,  die  gelegentlich  gegen  ihn  erhoben  werden,  dass 

^  Hierdurch  erledigt  sich  auch  Bailleus  Bemerkung,  dass  Napoleon 
für  die  Landung,  ^^ausgenommen  die  Erhaltung  des  Friedens  auf  dem  Fest- 
lande", alles  vorbereitet  hatte  (Histor.  Ztschft.  Bd.  81,  661). 


Zur  Napoleonischen  Politik  von  1803—1806.  501 

er  den  Flotten  ohne  Berücksichtigung  der  möglichen  Zufalle  auf 
hoher  See  von  Paris  aus  ihre  Bewegungen  vorgeschrieben  habe, 
sind  unberechtigt^  denn  er  liess  den  Admiralen  in  der  Benutzung 
der  Situationen  stets  weiten  Spielraum,  wenn  sie  nur  das  End- 
ziel, die  Versammlung  einer  —  für  einige  Tage  —  unüberwind- 
lichen Flotte  im  Kanal,  erreichten. 

Nun  könnte  man  dieser  Auffassung  die  Frage  entgegen- 
halten, warum  denn  Napoleon  gerade  während  der  Landungsvor- 
bereitungen jene  Oesterreich  beunruhigenden  Schritte  that;  er  hätte 
sie  doch  nach  der  Besiegung  Englands  in  ungleich  günstigerer 
Situation  und  ohne  jede  Besorgnis,  dadurch  Oesterreich  zum  An- 
griff zu  treiben,  thun  können.  An  Max  Duncker  anknüpfend, 
könnte  man  sagen,  dass  Napoleon  zwar  die  Landung  plante,  aber 
doch  durch  die  italienischen  Neuerungen  die  Möglichkeit  eines 
Landkrieges  vorbereitete:  wenn  der  Uebergang  unmöglich  wurde, 
so  sollte  in  der  durch  diese  Provokationen  hervorgerufenen  Span- 
nung mit  Oesterreich  eine  Gelegenheit  zu  einem  Landkriege  ge- 
funden werden,  der  neue  Siege  bringen  und  so  den  Misserfolg 
gegen  England  verdecken  sollte.  —  Es  ist  dieser  Anschauung 
ohne  weiteres  zuzugeben,  dass  Napoleon  für  den  Fall  des  Miss- 
lingens'  der  Landung  sich  mit  dem  Vorsätze  eines  österreichischen 
Krieges  getragen  hat:  das  ihm  von  Duncker  zugeschriebene  Motiv 
mag  ihn  mitbestimmt  haben,  aber  auch  ohne  das  ist  ein  solcher 
Plan  erklärlich  genug:  er  musste  den  Krieg  führen,  um  durch 
Wehrlosmachung  Oesterreichs  in  künftigen  Landungsplänen  un- 
gestört zu  bleiben.^     Für  den  gegenwärtigen  Landungsplan  hatte 

*  Unter  dem  „Mieslingen**  der  Landung  verstehe  ich  immer  nur  den 
Fall,  dass  es  unmöglich  wurde,  sie  zu  beginnen.  Ein  Scheitern  des  üeber- 
gangs,  etwa  dadurch  hervorgerufen,  dass  die  englische  Flotte  die  über- 
setzende Armee  auf  dem  Wasser  überraschte  und  mit  Verlust  zur  Umkehr 
zwang,  kann  aus  der  Betrachtung  ausgeschaltet  werden,  weil  Napoleon  den 
Uebergang  nur  zu  wagen  entschlossen  war,  wenn  seine  maritime  Ueberlegen- 
heit  unzweifelhaft  war  und  jeden  Angriff  während  des  Transportes  verbot. 
Die  ^anzösische  Armee  —  und  das  ist  für  die  Beurteilung  seiner  kontinen- 
talen Politik  ausschlaggebend  —  blieb  also  beim  Misslingen  des  Uebergangs 
unversehrt. 

'  In  diesem  Punkte  modifiziere  ich  meine  früher  ausgesprochene  An- 
sicht, dass  Napoleon  erst  am  23.  August  diesen  Entschluss  gefasst  habe. 
An  diesem  Tage  hat  er  ihn  zum  erstenmale  deutlich  ausgesprochen  und 
die  ersten  unmittelbaren  Vorbereitungen  zur  AusfQhrung  getroffen  (Prenss. 
Jahrb.  93   S.  286).    Die   Hauptdifferenz   zwischen  Max   Duncker  und  mir 

86  ♦ 


602  ö-  a<Ä»e 

er,  wie  wir  Mhen,  Ton  OMton«ieh  nichts  m  fttzcbten,  aber  weno 
der  TJebergang  auf  Monate  verBchoben  werden  musste,  warn 
die  Saterreichischen  R&Ktungeu  erstarkt  und  ein  Ättgriff  na 
Osten  her  drohender  ge^nnlen,  Snllteu  also  jene  Massregeln  des 
eventuell  notwendig  wenlcmk-n  Krieg  ermöglichen?  Die  Antwort 
muss  die  Betrachtung  il^r  politischen  Situation  ergeben:  mr 
mUssen  feststellen,  ob  es  dieser  Provokatioiien  bedurfte,  um  einm 
Kriegsfall  zu  finden.  Da  ist  nun  keine  Frage,  das»  es  ihrer 
hierzu  nicht  bedurfte:  der  Uegensatz  zwischen  Oesterreich  und 
Frankreich  in  Italien,  in  der  Schweiz  und  in  Deutschland  war 
schon  ohne  die  politisch  gerinj^fügigeu  Neuerungen  in  Genua  umi 
Lucca  scharf  genug.  NagxiK'im  wuBstu  genau,  daa§  Kuiser  Fraui 
seine  verlorenen  italienischen  Beeitaungen  und  den  a.uaai:hh^- 
gebenden  Einfluss  auf  der  Halbinsel  wiederzugewinnen  strebt«^ 
dasB  er  das  französische  Protektorat  Ober  die  Schweiz  nnd  die 
Beziehungen  Frankreichs  zu  den  süddeutschen  Höfen  mit  groasem 
Uisstranen  betrachtete,  sowie  dass  Ruseland  und  £ngliuid  sich 
eifrig  um  ein  Bündnis  mit  Oesterreich  bemOhten:  er  kann  gar 
nicht  in  Zweifel  gewesen  sein,  daas  es,  falls  es  ihm  nicht  ge- 
Hnge,  den  Featlandsmächten  durch  einen  schleunigen  Si^  über 
England  die  Äi^riffsneigungen  zu  benehmen,  über  kurz  oder  lang 
zu  einem  Kriege  mit  den  östlichen  Kaisemüchten  kommen  mOase. 
In  der  Rivalität  um  Italien,  in  den  Beziehungen  Oesterreicha  zu 
Frankreichs  Feinden,  England  und  Russland,  in  den  ROstongen 
endlich,  die  Oesterreich  seit  dem  Herbst  1804  vornahm,  konnte 
Napoleon  jederzeit  einen  Kriegsvorwand  finden,  wenn  er  wollte^ 
und  jene  kleinen  Veränderungen  waren  dazu  nicht  erst  notwendig. 


bleibt  trotzdem  beBtehen :  Duucker  glaubt,  dass  Napoleon  ^ 
Laudungsvorbereitangen  an  auch  die  Möglichkeit  ina  Ange  gefaart  habe, 
einen  Landkrieg  zu  provozieren,  um  durch  ihn  des  gefahrvollen  üebergangi 
enthoben  zu  werden:  Anfang  August  habe  er  diesen  EntschlosB  definitiT 
gefasBt  und  sogleich  ausgeführt.  Ich  nehme  dagegen  die  Absicht  Napoleons, 
bis  Ende  August  den  Debergang  zu  wagen,  für  enrieeen  an  und  sehe  in 
dem  Gedanken  an  den  OsterreichiBchen  Krieg  nur  eine  Eventualität  tSx  die 
ans  maritimen  Oründen  herbeigeführte  Unmöglichkeit  des  Ueberganga.  Nach 
Duncker  verzichtete  Napoleon  ireiwillig  auf  die  Landung,  nach  meiiier 
Meinung  gezwungen ;  nach  Duncker  war  der  OBterreichische  Krieg  fOi 
Napoleon  eine  willkommene  und  durch  [allerlei  Künste  angestrebte  Aoa- 
kunft,  nach  meiner  Auffassung  eine  ihm  auferlegte  Notwendigkeit,  die  die 
Wiederholung  des  Landunganntemehmens  ermöglichen  sollte. 


Zur  Napoleonischen  Politik  von  1803—1806.  503 

Es  ist  daher  nicht  unwahrscheinlich^  dass  Napoleon  sie  vornahm^ 
in  erster  Linie  um  seine  Stellung  in  Italien  zu  verstärken  und 
um  deutlich  kundzugeben ^  dass  sein  Wille  hier  massgebend  sein 
solle.  Ausgeschlossen  ist  freilich  nicht^  dass  er  daneben  auch  die 
Absicht  gehegt  hat,  den  Zündstoff  zwischen  Oesterreich  und  Frank- 
reich zu  vermehren,  um  ihn,  falls  die  Landung  unmöglich  wurde, 
desto  leichter  in  Brand  setzen  zu  können. 

Es  steht  dahin,  ob  Napoleon  von  der  Annexion  Genuas  und 
der  Errichtung  des  Herzogtums  Lucca  die  Wirkung  erwartet  hat, 
die  sie  hatten,  d.  h.,  dass  Oesterreich  sich  in  die  Arme  Russlands 
und  Englands  warf:  aber  mag  er  immerhin  ihre  politische  Trag- 
weite unterschätzt  haben,  seine  allgemeine  Politik  konnte  unter 
diesem  Irrtum  nicht  leiden.  Denn  —  man  muss  es  sich  immer 
wieder  vor  Augen  halten  —  bis  diese  Koalition  aktionsfähig  wurde, 
war  er  entweder  mit  England  fertig  oder  zu  einem  Kriege  gegen 
Oesterreich  genötigt.  In  beiden  Fällen  war  es  gleichgültig,  ob 
ein  österreichisch-russisches  Angriffsbündnis  durch  die  italienischen 
Neuerungen  herbeigeführt  worden  war:  im  Falle  der  Niederlage 
Englands  war  die  Koalition  zur  Unthätigkeit  verurteilt;  falls  der 
üebergang  unmöglich  wurde  und  Napoleon  den  Krieg  gegen 
Oesterreich  begann,  hatte  er  sowieso  mit  einem  österreichisch- 
russischen Bündnisse  zu  rechnen,  da  er  sich  mit  Russland  bereits 
im  Kriegszustande  befand.  Welche  Vorstellungen  er  also  bei  jenen 
italienischen  Massregeln  auch  gehabt  haben  mag:  sicher  ist,  dass 
sie  nicht  bestimmt  waren,  die  für  den  Juli  oder  August  an- 
gesetzte Landung  zu  verhindern,  und  sicher  ist,  dass  sie  auch 
nicht  gegen  den  Willen  Napoleons  diese  Wirkung  gehabt  haben, 
denn  wie  oben  ausgeführt,  haben  nicht  sie  und  die  sich  an  sie 
anschliessenden  Polgen  den  Übergang  über  den  Kanal  verhindert, 
sondern  allein  die  grosse  Ueberlegenheit  der  englischen  über  die 
französische  Flotte. 


504 


Beiträge  zur  Geschichte  des  Jahres  1848. 

Von 

6.  Kaufmann. 

Die  Aasftihrungen  Rachfahls  auf  S.  196  ff.  dieses  Bandes  können 
mich  nicht  überzeugen;  dass  die  von  ihm  yorgetragene  Hypothese 
über  Prittwitz'  Motive  besser  begründet  sei,  als  ich  in  meiner 
Besprechung  (Litterarisches  Centralblatt  1902  Jahrg.  53  Nr.  10 
S.  321  ff.)  geurteilt  habe.  Ebensowenig  haben  sie  mein  urteil  über 
die  Haltung  des  Königs  in  dieser  Krise  geändert.  Ich  halte  es 
endlich  auch  für  unfruchtbar,  derartige  Untersuchungen  in  eine 
Polemik  einzuflechten  und  sehe  davon  ab.  Ein  Hauptpunkt  ist 
überdies  von  mir  schon  vor  dem  Erscheinen  des  Rachfahlschen 
Artikels  in  der  Abhandlung  Ranke  imd  die  Beurteilimg  Friedrich 
Wilhelms  IV.  (Historische  Zeitschrift  88,  436  ff.)  behandelt  worden, 
und  andere  hoffe  ich  durch  Einzeluntersuchungen  der  wichtigsten 
Flugschriften  und  ähnlicher  Quellen  zu  fördern.  Leider  wurde  ich 
an  der  Fortführung  durch  andere  Pflichten  gehindert,  als  ich  die 
Untersuchung  erst  bei  den  folgenden  beiden  beendet  hatte;  ich  gebe 
sie  deshalb  allein,  da  ich  noch  nicht  sehen  kann,  wann  ich  diese 
Arbeiten  wieder  aufzunehmen  vermag.  Vielleicht  regen  sie  andere 
dazu  an.    Denn  solche  Untersuchungen  sind  jetzt  besonders  nötig. 

I.   Die  Signatara  temporis. 

Die  Signatura  temporis  ist  in  Berlin,  Ende  November  1848, 
anonym  erschienen,  aber  der  Verfasser  ist  bekannt,  es  war  Hein- 
rich Leo,  Professor  der  Geschichte  in  Halle.  Leo  war  im  Herbst 
1848  in  Berlin,  verkehrte  mit  den  Gebrüdem  Gerlach  und  anderen 
Vertrauten  des  Königs,  sammelte  hier  das  Material  imd  schrieb 
unter  ihrem  Einfluss.  Leopold  von  Gerlach  erwähnt  ihn  wieder- 
holt in  den  Tagebüchern  und  charakterisiert  ihn  als  einen  „aus- 
gezeichneten Mann'',  der  treffliche  Gedanken  habe,  „dabei  höchst 
zuverlässig  und  derbe''  sei.    Auch  der  König  selbst  zog  ihn  heran^ 


Beiträge  zur  Geschichte  des  Jahres  1848.  505 

gewährte  ihm  Audienzen,  betraute  ihn  mit  dem  Entwurf  einer 
Proklamation  und  liess  sich  von  ihm  die  Signatura  temporis  vor- 
lesen. Gerlach  vermittelte  die  Audienz  dazu  und  nahm  daran  teil. 
Sie  fand  am  21.  November  statt,  der  König  ,,redete  nicht  viel 
hinein^^  Nur  bei  dem  Entschluss  zu  der  Proklamation  ,,An  meine 
lieben  Berliner^',  sagte  er^,  sie  sei  von  ihm  allein  ausgegangen, 
„niemand  habe  sie  ihm  geraten.^^  Bei  einem  Abschnitt  wurde  die 
Lesung  abgebrochen  und  in  einer  zweiten  Audienz  am  folgenden 
Tage  (22.  Nov.)  vollendet.  Ausser  Gerlach  nahm  auch  Wussow 
daran  teil.  Der  König  scheint  keine  Bemerkungen  von  Bedeutung 
dazu  gemacht  zu  haben.  Sie  wurde  dann  der  ,,Neuen  Preussischen 
Zeitung''  als  Beilage  beigegeben  und  so  in  Masse  verbreitet,  offen- 
bar um  unter  den  Parteigenossen  eine  bestimmte  Auffassung  der 
Ereignisse  zu  sichern.  Die  Signatura  temporis  ist  also  eine  Partei- 
schrift der  Ghnippe  Gerlach  und  im  Dienst  der  Zwecke  dieser  Partei 
geschrieben.  Die  Partei  hatte  damals  grosse  Erfolge  errungen,  fehlte 
sich  aber  keineswegs  sicher  im  Besitz  der  Macht.  Gerlachs  Auf- 
zeichnungen aus  dem  November  sind  voU  Unruhe  und  reden  über 
den  König  mehr  im  Tone  des  Mitleids  als  der  Anerkennung.  Er 
hänge  „all  seinen  Phantasien''  nach,  obwohl  ihm  „das  Messer  an 
der  Kehle  sitze"  (1,  246),  seine  „Räsonnements"  erscheinen  ihm 
sonderbar  (1,247).  Gleich  nach  dem  Erscheinen  der  Signatura 
temporis,  noch  im  November,  schrieb  der  am  19.  März  abgetretene 
Minister  Bodelschwingh  einige  Berichtigungen,  die  dem  Könige 
mitgeteilt,  aber  erst  50  Jahre  später  in  den  „Erlebnissen"  von 
H.  V.  Diest,  einem  Neffen  Bodelschwinghs,  S.  27 — 32  veröffent- 
licht wurden:  Bodelschwingh  sagt  hier,  dass  er  nicht  „die  ganze 
Reihe  der  Unrichtigkeiten  und  Ungenauigkeiten"  der  Signatura 
über  die  Märztage  bessern  wolle,  sondern  nur  einige,  ihm  per- 
sönlich  wichtige.      Eine   „alles    Grundes   entbehrende   Anekdote" 


^  Gerlach  1,  246.  Es  scheint  nicht,  dass  der  König  mit  dieser  Be- 
merkung die  Darstellung  Leos  korrigieren  wollte;  auch  sagt  Leo  nichts 
anderes.  Man  müsste  sonst  annehmen,  dass  Leo  die  Schrift  im  Mannskript 
gelesen  und  dann  die  Stelle  nach  der  Angabe  des  Königs  geändert  habe. 
Das  ist  aber  sonst  nicht  gesagt.  Leo  wird  in  den  Tagebüchern  (Verlache  in 
jenen  Tagen  oft  genannt  I,  194,  200,  204,  230,  286,  242,  244,  246,  248,  26B. 
(261  ein  Brief  Leos  an  Gerlach  über  die  Verfassung  vom  8.  Dezember  1848 
eingeschoben.)  S.  283  schreibt  Gerlach:  „Leo  war  auf  das  Entschiedenste 
von  S.  M.  imponiert",  und  zwar  von  Erzählungen  und  Beden,  die  er  (Gterlach) 
gern  „durch  Brandenburgs  oder  Bauchs  schlichte  Prosa  rektifiziert^^  h&tte. 


506  ^-  Kaufmann. 

• 

sei  die  Behauptung,  S.  23,  Bodelschwingh  habe  am  17.  März 
dem  russischen  Gesandten  versichert,  „in  Berlin  sei  die  Sache 
abgemacht",  die  revolutionäre  Bewegung  sei  überwunden.  Bodel- 
schwingh sei  damals  vielmehr  überzeugt  gewesen,  dass  die 
Bewegung  sich  rasch  steigern  werde.  Leo  giebt  hier  offenbar 
ein  Gerede  wieder,  das  im  Gerlachschen  Kreise  gern  geglaubt 
wurde,  wie  alles,  was  den  reformfreundlichen  Minister  als  zu  milde 
urteilend  oder  nicht  energisch  erscheinen  liess.  Es  ist  zu  be- 
achten, dass  er  das  grundlose  Gerede  als  zuverlässige  Nachricht 
in  seine  Darstellung  einfugt.  Leo  behauptet  femer,  dass  das  vom 
18.  März  datierte  Patent  des  Königs  bereits  am  17.  entstanden 
sei.  Bodelschwingh  sagt  dagegen,  er  habe  in  der  Nacht  vom 
17.  zum  18.  das  Patent  entworfen,  das  dann  am  18.  März  vom 
König  in  einer  Sitzung  des  Conseil  genehmigt  und  unterschrieben 
sei.  Leo  giebt  seine  irrige  Nachricht  über  die  Zeit  und  die  Art 
der  Genehmigung  durch  den  König  wieder  mit  aller  Bestimmt- 
heit. Das  Gleiche  gilt  von  seinen  Angaben  über  die  Bildung 
des  Ministeriums  Arnim  und  über  das  Verhalten  des  Ministers 
V.  Thile.  Endlich  betont  Bodelschwingh  gegenüber  Leos  Schilde- 
rung der  Befehle  und  Umstände,  welche  den  vollständigen  Abzug 
der  Truppen  am  19.  März  veranlassten  und  den  König  in  die 
Gewalt  der  Revolution  gaben,  dass  er  nur  den  Befehl  über  bracht 
habe,  die  Truppen  von  den  Strassen  und  Plätzen  zurückzuziehen, 
wenn  die  Barrikaden  beseitigt  würden,  jedoch  so,  „dass  das  Schloss, 
das  Zeughaus  und  andere  öffentliche  Gebäude  mit  starker  Hand 
besetzt  bleiben  sollten.  .  .  .  Als  dagegen  von  einer  Seite  noch 
Einwendungen  erhoben  wurden,  äusserte  er,  dass  er  genau  den 
königlichen  Befehl  mitteile  ohne  Zusatz  oder  Abzug,  und  dessen 
Änderung  oder  Deutung  niemandem  zustehe." 

Bodelschwingh  wehrt  sich  hier  gegen  eine  Missdeutung  seines 
Verhaltens  in  Leos  Schilderung  S.  32.  Leo  hatte  in  diesem  Teile 
seiner  Schrift,  der  übrigens  mit  grossem  Geschick  geschrieben  ist, 
den  Minister  Bodelschwingh  für  den  sofortigen  Druck  und  die 
Verbreitung  der  Proklamation  des  Königs  „An  meine  lieben  Ber- 
liner" getadelt,  schärfer  noch,  weil  er  das  Patent  vom  18.  März 
noch  selbst  veröffentlichte,  und  nicht  seinem  Nachfolger  die  Mög- 
lichkeit liess,  mit  diesen  Konzessionen  die  Gunst  des  Volkes  zu 
gewinnen.  Bodelschwingh  habe  seinen  Nachfolgern  dadurch  eine 
lesio   enormis   zugefügt    (S.  24).     Auf  diese  Angriffe   antwortete 


Beiträge  zur  Geschichte  des  Jahres  1848.  507 

Bodelschwingh  mit  keinem  Wort.  Dieser  Stolz  des  tapferen 
Mannes  soll  nicht  vergessen  werden,  denn  er  ist  berechtigt.  Leos 
gehässiger  ÄngriflF  ist  unbegründet.  Seine  Forderung  entspricht 
vielleicht  der  Doktrin  konstitutioneller  Regierungen,  aber  nicht 
den  Oewohnheiten  des  damaligen  Preussens.  Bodelschwingh  hatte 
guten  Grund,  das  Patent  vom  18.  März  noch  selbst  durchzu- 
kämpfen, er  musste  glauben,  dass  er  damit  dem  Nachfolger  den 
Weg  bahne,  ihm  grosse  Schwierigkeiten,  die  das  Schwanken  des 
Königs  mit  sich  brachten,  aus  dem  Wege  räume.  Er  musste  es 
femer  notwendig  selbst  publizieren,  weil  es  der  für  den  Tag 
gefilrchteten  Emeute  zuvorkommen  sollte,  und  Arnim  noch  nicht 
ernannt  war.  Vollends  ungehörig  war  es  aber  anzudeuten,  dass 
Bodelschwingh  sich  gewissermassen  einen  guten  Abgang  sichern 
wollte.  Leo  sagt  das  nicht  direkt,  aber  es  liegt  doch  in  dem  ganzen 
Zusammenhang,  und  er  versteigt  sich  sogar  zu  der  Wendung,  dass 
die  alten  Minister  „würdiger  Weise"  sich  hätten  ohne  solchen 
Akt  zurückziehen  müssen.  Wenn  es  darauf  ankommt,  über  „wür- 
diges Verhalten"  zu  urteilen,  dann  kann  es  nur  den  Spott  heraus 
fordern,  wenn  ein  Leo  einem  Bodelschwingh  Vorhaltungen  macht. 

Aus  dem  folgenden  ist  besonders  charakteristisch,  dass  Leo 
die  Art  des  Abmarsches,  die  Thatsache,  dass  auch  nicht  einmal 
Schloss,  Zeughaus  und  andere  öffentliche  Gebäude  dieser  Gegend 
genügend  besetzt  wurden,  nicht  tadelt.  Seine  Darstellung  deckt 
sich  mit  der  Rechtfertigung,  die  Prittwitz  und  seine  Freimde 
verbreiteten.  Die  Ausführung  des  in  der  Proklamation  verkündeten 
Rückzugs  habe  Verhältnisse  herbeigeführt,  die  auch  den  voll- 
ständigen Abzug  der  Truppen  (bis  auf  die  wenigen  Kompagnien 
in  den  Zimmern  des  Schlosses),  erst  in  die  Kasernen,  dann  ganz 
aus  der  Stadt  nötig  gemacht  hätten. 

Diese  Darstellung  hat  insofern  Wert,  als  sie  eine  damals 
offenbar  von  Gerlach  gebilligte  Form  der  Legende  bietet,  durch 
die  Prittwitz  sein  nachträglich  viel  getadeltes  Verhalten  zu  recht- 
fertigen suchte. 

Weiter  ist  bemerkenswert,  dass  Leo  den  Umritt  des  Königs 
am  21.  März  (S.  37  f)  rechtfertigt.  In  längerer  Erörterung  setzt 
er  auseinander,  dass,  aller  sonstigen  Bedenken  imgeachtet,  die 
feierliche  Erklärung  des  Königs,  sich  an  die  Spitze  der  nationalen 
Bewegung  stellen  zu  wollen,  von  grossem  Einfluss  gewesen  sei. 
Man  könne  getrost  behaupten,  ohne  diesen  Zwischenakt,  ohne  das 


508  ^'  Kaufmann. 

persönliche,  farchtlose,  vertrauensvolle  Heraustreten  Sr.  Maj.  unter 
das  Volk  bei  dem  feierlichen  Umzüge  würde  der  nachfolgende 
Leichenkondukt  der  gefallenen  Rebellen  einen  weit  fanatischeren, 
wilderen  Charakter  getragen  haben. 

Der  Abschnitt  verrät  das  Bemühen,  die  Sache  zu  recht- 
fertigen, ich  will  nicht  sagen,  dass  der  Verfasser  lieber  seinem 
Unwillen  den  Lauf  Hesse  —  aber  seine  Argumentation  ist  künst- 
lich und  verrat  seine  Verlegenheit. 

S.  39 — 42  erzählt  Leo  die  Bildung  der  provisorischen  Re- 
gierung in  Schleswig -Holstein  imd  die  Unterstützung,  die  ihr 
Preussen  gewährte.  Er  betont,  dass  Preussen  in  Schleswig  nur 
eingetreten  sei  „für  den  Schutz  des  Erbrechts  des  Manns- 
stammes in  diesem  Fürstentum  in  dem  Falle,  dass  einmal 
das  übrige  Dänemark  der  weiblichen  Linie  folgt'^  Die  revolu- 
tionäre Seite  der  Angelegenheit  wird  im  Hintergrunde  gelassen, 
dagegen  hervorgehoben,  wie  die  Erstürmung  des  Dannewerks 
und  der  Sieg  bei  Schleswig  das  Selbstgefühl  und  die  patriotische 
Stimmung  in  ganz  Preussen  stärkte.  Es  folgt  eine  knappe  Er- 
zählung von  dem  Frankfurter  Parlament  und  dem  Vereinigten 
Landtage  im  April  1848.  „Die  dereinstige  geschichtliche  Betrachtung 
dieser  Zeit  wird  vor  dem  Auftreten  dieses  Landtags  erstaunt 
einen  Haltpunkt  machen,  und  dasselbe  als  schlagendsten  Beweis 
des  Taumels  der  Menschen  betrachten,  sei  es  aus  revolutionärer 
Trunkenheit,  sei  es  aus  Feigheit.  Wenn  die  Volksmasse  nach  Kon- 
zessionen schreit,  wenn  das  Ministerium  in  der  bedrängten  Lage, 
der  es  seinen  Ursprung  verdankt,  an  Eonzessionen  der  gefahr- 
lichsten Art  denkt  —  beides  ist  nicht  nur  zu  begreifen,  sondern 
auch  zu  entschuldigen  —  wenn  aber  die  Vertreter  des  Landes, 
die  noch  nicht  aus  Urwahlen  hervorgegangen  sind,  die  noch  allen 
Ständen  und  Lebensstellungen  angehören,  von  denen  eine  gewisse 
Bildung  und  Einsicht  nicht  getrennt  gedacht  werden  kann,  sich 
der  trunkenen  Menge  anschliessen,  durch  ihre  Adresse  die  ge- 
wagtesten Vorlagen  nicht  nur  gewissermassen  im  voraus  be- 
stätigen, sondern  noch  überholen,  so  lässt  sich  dafür  nur  ein 
Mitergriffensein  von  dem  revolutionären  Rausche  der  Zeit  als 
Grund  denken,  oder  ein  inneres  Erbeben,  welches  gern  Recht 
und  Ehre  in  die  Schanze  schlägt,  wenn  nur  das  eigene  Hans  nnd 
der  Frau  Gemahlin  Papagei  unangetastet  bleiben.^  Leo  hat  ge- 
wiss recht,  dass  die  Verhandlungen  und  Beschlüsse  dieses  Land- 


Beiträge  zur  Geschichte  des  Jahres  1848.  509 

tags  das  stärkste  Zeugnis  für  die  alles  überwältigende  Macht  der 
Bewegung  bilden.  Nur  lässt  der  Parteimann  in  ibrn  nicht  den 
Gedanken  auf  kommen^  der  sich  doch  einer  ruhigeren  Betrachtung 
sofort  aufdrängen  muss,  dass  diese  Vertreter  der  privilegierten 
Stande  auch  unter  dem  Druck  der  Vorstellung  handelten^  dass 
notwendige  Reformen  überlang  hinausgeschoben  waren  und  dass 
tiefgreifende  Veränderungen  schnell  durchgeführt  werden  mussten. 
Besonnen  und  ruhig  sind  dann  die  Erwägungen  S.  48  ff.  über 
die  ThatsachO;  dass  Preussen  dem  Vorparlament  nachgab:  ^^wenn 
es  auch  keinem  Zweifel  unterlf^^  dass  man  die  Revolution  in 
Berlin  mit  den  Waffen  niederschlagen^  dass  man  die  Eemlande 
der  Monarchie  mit  den  VTaffen  behaupten  konnte:  man  hätte 
sich  doch  unter  damaligen  Umständen  nicht  darauf  beschränken 
können,  vielmehr  war  mit  der  Wiederaufiiahme  des  Kampfes  un- 
leugbar auch  die  Notwendigkeit  gegeben ,  demnächst  gegen  das 
Frankfurter  Vorparlament  in  feindlichem  Sinne  Front  zu  machen, 
sich  in  einen  allgemeinen  deutschen,  ja  wahrscheinlich  in  einen 
europäischen  Ejieg  einzulassen.  So  wimderbar  aber  waren  die 
Lose  gefallen,  dass  man  kaum,  ohne  zugleich  den  Vorwurf  völlig 
zweideutiger  Haltung  in  deutschen  Angelegenheiten  auf  sich  zu 
laden,  sich  gegen  die  Frankfurter  Versammlung  wenden  konnte, 
da  diese,  wenn  auch  im  einzelnen  in  höchst  problematischen  und 
gefährlichen  Massnahmen  und  im  ganzen  völlig  ohne  juristische 
Unterlage,  doch  durch  die  Thatsachen  getragen,  im  wesentlichen 
auf  ein  gleiches  Ziel  hinarbeitete  mit  Preussen,  nämlich  auf  die 
einheitlichere  Gestaltung  Deutschlands.  Also  Klugheit  sowohl 
als  Gewissen  geboten  von  der  Erneuerung  des  Kampfes  damals 
abzustehen.^'  Gewiss  hatte  Leo  alle  Veranlassung,  das  Verfahren 
des  Königs  nicht  zu  verwerfen,  aber  es  würde  falsch  sein,  seine 
Worte  bloss  als  Liebedienerei  aufzufassen,  und  da  bleibt  es  doch 
sehr  zu  beachten,  dass  ein  Vertreter  der  Gerlachschen  Gruppe  in 
dieser  Weise  argumentiert.  Man  erkennt,  wie  stark  sich  die 
Zeitströmung  geltend  machte,  wie  die  neuen  Ideale  und  die  neuen 
Erscheinungen  auch  hier  Einfluss  gewannen.  Die  Zeit  des  alten 
Staates,  des  patriarchalischen  Absolutismus  war  vorbei.  Das  lehrt 
auch  der  folgende  Abschnitt,  in  dem  Leo  der  konstitutionellen 
Staatsform  den  Vorzug  nachrühmt,  dass  sie  die  Regierungsmittel 
in  den  Händen  des  Fürsten  mehre  und  diesem  doch  eine  ge- 
sicherte   Stellung    gewähre.      Es    macht    Leo    sichtlich    Freude, 


510  G'  Kaufmann. 

auszuführen,  wie  der  Fürst  durch  die  Wahl  der  Minister  bald 
aus  den  Männern  seines  Vertrauens,  bald  aus  den  Reihen  der 
Opposition  Gefahren  begegnen  und  Schwierigkeiten  überwinden 
möge.  In  Preussen  habe  der  König  7  Monate  lang  diese  Politik 
befolgt,  bis  sie  durch  das  unkonstitutioneUe  Verhalten  der  Majorität 
der  Nationalversammlung  unmöglich  gemacht  worden  sei.  Es 
folgen  kurze,  aber  gehaltreiche  Erörterungen  über  die  Bewegung 
in  Posen  und  die  badischen  Unruhen,  dann  scharfe  Worte  über 
die  Pöbelexcesse  in  Berlin,  besonders  über  den  Zeughaussturm. 
Sie  bestätigen,  wie  sehr  die  Linke  durch  ihre  elende  Schwäche 
der  Strassendemagogie  gegenüber  den  Sieg  der  Reaktion  forderte. 
MassYoU  ist  das  Urteil  über  das  Ministerium  Hansemann,  S.  59  f., 
so  wenig  es  ihm  sympathisch  war;  härter  das  Urteil  über  das 
Ministerium  Pfuel,  und  den  Schluss  bildet  ein  begeistertes  Lob 
der  königlichen  Entschlüsse,  welche  dem  Treiben  der  Demi^gen 
ein  Ende  machten.  S.  65ff.:  Es  war  der  Punkt  erreicht,  „wo 
S.  Maj.  der  König  nicht  länger  in  der  konstitutionellen  Zurück- 
gezogenheit weilen  konnte,  in  die  er  seit  März  sich  begeben 
hatte,  wenn  er  nicht  alle  Freiheiten  und  Rechte,  die  er  seinem 
Volke  verheissen  und  für  die  er  sein  königliches  Wort  verpfändet 
hatte,  wenn  er  nicht  das  ganze  konstitutionelle  Dasein  in  Preussen 
der  Rechtsverachtung,  der  Ordnungslosigkeit  und  Blutgier  einer 
Rotte  zur  Beute  werden  sehen  wollte,  die  zum  Untergang  des 
ganzen  Rechtszustandes  in  Preussen  sich  verschworen  zu  haben 
schien".  Noch  drei  Seiten  hindurch,  S.  67 — 69,  verweilt  Leo  bei 
dem  Gedanken,  zuletzt  im  höchsten  Pathos,  in  fast  prophetischen 
Tönen  schwelgend:  „Wir  stehen  an  einem  Scheidewege!  Wohl- 
auf! du  mein  teures,  inniggeliebtes  Vaterland!  Wohlauf  wie  vor 
Zeiten  und  von  altersher  .  .  .  Mache  dich  auf  und  ziehe  deine 
Stärke  an:  jenen  nie  wankenden  Rechtssinn;  jene  Zucht,  welche 
bei  dir  allezeit  die  Frucht  war  der  Liebe  zu  allem  Guten; 
jenen  Gehorsam,  den  selbstthätigen,  schaffenden,  helfenden  Ge- 
horsam gegen  deine  von  Gott  gesetzte  Obrigkeit;  alle  jene  früher 
unbefleckten  Kränze  deines  Ruhmes;  und  dann  werden  wir  in 
Preussen,  wir  werden  in  dem  ganzen  geliebten,  deutschen  Vater- 
lande, für  dessen  Einigkeit,  Frieden  und  Herrlichkeit  unsere  Herzen 
gleichmässig  schlagen,  von  neuem  Tage  sehen  der  Ehren  der 
Freiheit   und  einer  Macht,  wie  sie  noch  nicht  dagewesen  sind.** 


Beiträge  zur  üeschichte  des  Jahres  1848.  511 

Die  Schrift  enthält  mancherlei  Angaben  über  die  Ereignisse 
der  Zeit  aus  guter  Kenntnis;  aber  nicht  darin  liegt  ihr  Haupt- 
wert. Sie  ist  vielmehr  selbst  eine  Urkunde  von  höchstem  Wert, 
indem  sie  zeigt,  dass  die  Gruppen  des  Volkes,  die  ursprünglich 
der  Bewegung  nur  abwehrend  gegenüberstanden  und  die  alte 
Staatsordnung  aufrecht  erhalten  wollten,  damals  für  die  konstitu- 
tionelle Staatsform  und  die  Reform  der  deutschen  Bundesver- 
fassung eintraten.  Insofern  hat  sie  eine  ähnliche  Bedeutung  wie 
die  Beschlüsse  des  Vereinigten  Landtags  vom  April  1848  hatten. 
Sie  ist  ein  Zeugnis,  dass  erhebliche  Bestandteile  der  liberalen 
Forderungen  und  der  Einheitsbewegung  auch  von  den  Gegnern 
acceptiert  worden  waren.  Wir  erkennen  hier  den  Boden,  von 
dem  aus  der  König  die  Verfassung  vom  5.  Dezember  1848  erliess. 
Dieser  Satz  wird  auch  dadurch  nicht  beseitigt,  dass  diese  Ver- 
fassimg selbst  vielen  Freunden  Leos  der  Demokratie  zu  weit- 
gehende Konzessionen  zu  machen  schien. 


II.    Die  Berliner  Märztage. 

Vom  militärischen  Standpunkte  aus  geschildert. 
Berlin  1850.    Mittler  &  Sohn.    120  S.    8^ 

Der  Verfasser  dieser  Flugschrift  hat  sich  nicht  genannt,  es 
ist  aber  sicher,  dass  sie  der  Oberst  v.  Schulz  geschrieben  hat. 
Einleitung  und  Vorwort  zeigen,  dass  der  Verfasser  für  die  poU- 
tischen  Zustände  des  Landes  schlechthin  gar  kein  Verständnis  hatte, 
es  gab  nach  ihm,  abgesehen  von  einzelnen  Mängeln  und  Fehl- 
griffen, wohlgeordnete  Zustände  und  daneben  grundlose  Unzufrieden- 
heit, vermischt  mit  abstrakter  Vorliebe  für  Konstitutionalismus. 
Der  Regierung  treten  Demokraten  gegenüber,  geschieden  in  „zahme'' 
und  „nichtzahme*'.  Der  Umsturz  in  Wien  war  durch  „beinahe 
lächerliche"  Ereignisse  herbeigeführt,  dieser  Sieg  trieb  die  durch 
andere  leichte  Erfolge  bereits  verblendete  Umsturzpartei  dazu  an, 
sich  auch  in  Preussen  hervorzuwagen.  Der  Aufstand  wurde 
niedergeschlagen,  aber  dann  gab  die  Regierung  den  Sieg  aus  der 
Hand,  und  nun  nahm  die  Bewegung  in  ganz  Deutschland  ihren 
Fortgang.  So  werden  beständig  Anlässe  und  Ursachen  ver- 
wechselt. Man  wird  bei  der  Beurteilung  auch  der  übrigen  An- 
gaben des  Verfassers  nicht  vergessen  dürfen,  dass  er  die  grossen, 
vor  aller  Augen  liegenden  Thatsachen  des  politischen  Zustandes, 


512  Gt'  Kauftnann. 

da8s  er  selbst  die  in  den  Kundgebungen  des  Königs^  in  den  Ver- 
handlungen des  Vereinigten  Landtags  und  in  Schriften  wie  Rado- 
witz,  Deutschland  und  Friedrich  Wilhelm  IV. ,  mitgeteilten  Ver- 
suche einer  Reform  der  preussischen  wie  der  Bundesverfassung 
nicht  kennt  oder  als  nicht  vorhanden  behandelt.  Der  Verfasser 
offenbart  sich  dadurch  als  ein  in  hohem  Ghrade  befangener^  was 
ihm  und  seiner  Anschauung  nicht  dient  oder  nicht  passt  beiseite 
schiebender  Schriftsteller.  Wohl  wird  man  erwägen,  dass  diese 
Eigenschaft  bei  den  politischen,  ihm  weniger  geläufigen  An- 
gelegenheiten stärker  hervortreten  könnte  als  bei  den  militärischen, 
die  zu  beobachten  imd  über  die  zu  berichten  er  gewöhnt  war  — 
aber  jener  Mangel  ist  doch  so  stark,  dass  man  ihn  auch  erwägen 
muss,  wo  immer  seine  militärischen  Beobachtungen  und  Urteile 
mit  anderen  Zeugen  in  Widerspruch  stehen. 

Noch  ein  zweiter  Punkt  fordert  Beachtung.  Der  Verfasser 
sagt,  er  habe  anfangs  vergeblich  versucht,  zuverlässiges  Material 
zu  sammeln,  da  haben  sich  ihm  „ganz  unerwartet,  durch  ein 
glückliches  Zusammentreffen  günstiger  Umstände,  Hülfismittel 
und  Aufklärungen  in  reicher  Fülle  geboten".  Der  Ausdruck  er- 
weckt die  Vermutung,  dass  der  Verfasser  im  wesentlichen  den 
Bericht  eines  Zeugen  zu  Grunde  legt,  der  zuverlässige  Kenntnis 
von  den  Dingen  haben  konnte.  Es  ist  die  allgemeine  und  ganz 
sichere  Annahme,  dass  dieser  Zeuge  der  General  v.  Prittwitz  war, 
der  am  18.  und  19.  März  den  Oberbefehl  über  die  Truppen  in 
Berlin  geführt  hatte,  und  dann  Material  zu  seiner  Rechtfertigung 
sammelte,  das  er  1854  in  einer  58  Bogen  starken  Schrift  ver- 
öffentlichen wollte,  die  aber  vor  der  Ausgabe  eingestampft  wurde. 
Die  Kunde  von  dieser  Schrift  geht  auf  den  Stadtrat  Nobiling 
zurück,  der  Auszüge  gemacht  hat,  die  in  dem  Geheimen  Staats- 
archiv zu  Berlin  aufbewahrt  werden.  Sybel,  Vorträge  und  Ab- 
handlungen (Histor.  Bibliothek  III)  S.  243.  Auf  S.  99  bezieht 
sich  Schulz  unverkennbar  auf  dies  Material,  indem  er  ein  als 
Handschrift  gedrucktes  Schreiben  des  Generals  vom  22.  Oktober 
1848  mit  dem  von  ihm  (Schulz)  gegebenen  Bericht  vergleicht. 

In  welcher  Form  dies  Material  1850  dem  Obersten  v.  Schulz 
vorlag,  ist  nicht  zu  sagen,  doch  scheint  es  nach  einem  Vergleich 
der  kurzen  Notiz  (S.  79)  über  den  Bericht,  den  General  v.  Pritt- 
witz kurz  vor  Mittemacht  zwischen  dem  18.  und  19.  März  dem 
König  abstattete,  mit  den  Auszügen  Nobilings  bei  Sybel  (Vor- 


Beiträge  zur  Geschichte  des  Jahres  1848.  513 

träge  247)  nicht  entfernt  die  Ausführlichkeit  gehabt  zu  haben, 
die  ihm  Prittwitz  1854  für  den  Druck  gab.  In  der  Schrift  von 
1854  hiess  es  (Sybel,  Vorträge  246)  über  diesen  Mittemachts- 
bericht ausdrücklich,  der  König  habe  ,,eine  gründliche  und  um- 
ständliche Erörterung''  der  von  Prittwitz  entwickelten  militärischen 
Pläne  und  Ansichten  vermieden.  Femer  habe  der  König  wohl 
den  Wunsch  kundgegeben,  weiteres  Blutvergiessen  zu  vermeiden, 
aber  in  keiner  Weise  angedeutet,  dass  er  sofort  jene  „in  ihren 
Wirkungen  so  verhängnisvolle  Ansprache  (An  meine  lieben  Ber- 
liner) schreiben  werde*'.  Beide  Angaben  zeigen,  dass  die  Haltung 
des  Königs  die  Tlmtigkeit  seiner  Minister  und  Generäle  erschwerte 
und  lähmte,  sie  wussten  nicht,  was  der  König  im  Sinne  hatte. 
Oberst  Schulz  geht  über  diese  Unterredung  mit  der  Erklärung 
hinweg,  dass  niemand  wisse,  was  dort  gesprochen  sei,  aber  sicher 
habe  der  General  nichts  gesagt,  was  „irgendwie  zu  den  Mass- 
regeln des  folgenden  Morgens  beigetragen.  Und  doch  muss  die 
verhängnisvolle  Proklamation  fast  unmittelbar  nachher  entworfen 
sein".  Oberst  Schulz  hat  also  das  Bestreben,  den  General  v.  Pritt- 
witz vor  der  Beschuldigung  zu  sichern,  dass  sein  Bericht  dem 
Könige  zu  der  Proklamation  Anlass  gegeben  habe  (Schulz,  S.  79). 
Aber  auch  den  König  möchte  er  befreien,  und  deshalb  schiebt  er 
(S.  92)  die  ganze  Verantwortung  für  die  Proklamation  dem  Mi- 
nister Bodelschwingh  zu.  Dass  der  König  sie  schrieb,  wird  mit 
dem  „edelsten  Wohlwollen"  des  Königs  erklärt,  aber  die  Ver- 
öffentlichung habe  der  Minister  verschuldet  Der  König  habe 
„dem  gewissenhaften  Ermessen  desselben  anheimgestellt,  etwa 
nötig  erscheinende  Veränderungen  anzubringen",  der  aber  habe 
sie  drucken  lassen  wie  er  sie  empfing.  Über  die  Zweckmässig- 
keit der  Proklamation  mag  man  man  denken  wie  man  will  — 
aber  von  dem  Minister  zu  verlangen,  eine  derartige  Proklamation 
in  jener  Nacht  auszuarbeiten,  das  kann  man  nur,  wenn  man  mit 
Gewalt  einen  Sündenbock  sucht.  Der  König  hatte  die  Proklama- 
tion dem  Minister  mit  folgendem  Handschreiben  übersandt: 
„Theuerster  Bodelschwingh,  finden  Sie  umstehende  Anrede  an 
die  Berliner  gut  und  erwarten  Sie  sich  keinen  Nachteil  von  der- 
selben, so  lassen  Sie  sie  sogleich  drucken  und  in  vielen  1000 
Exemplaren  verteilen.  Gott  mit  Ihnen  und  mit  uns  allen!  Jede 
Korrektur  meines  Machwerks  nehmen  Sie  nach  Gutdünken  vor." 
Der  König  behandelt  hier  eine  wichtige  politische  Aktion  nach 


514  Gt.  KaafmaniL 

seiner  Art  wie  ein  litterarisches  Produkt.  Daher  auch  die  Be- 
scheidenheitswendung ,^das  Machwerk '^  Allein  thatsachlich  war 
,,das  Machwerk^'  eine  Entschliessung^  eine  feierliche  Proklamation 
des  absoluten  Königs.  Die  Richtung,  in  welcher  die  Massregel 
lag;  hielt  Bodelschwingh  für  geboten ,  an  ihrer  Form  zu  ändern 
oline  ihr  den  vom  Könige  gewollten  persönlichen  Ton  zu  nehmen^ 
war  fast  unmöglich:  und  die  Zeit  drängte.  Die  Proklamation 
sollte  früh  am  Morgen  bekannt  werden,  sie  sollte  die  Wiederauf- 
nahme des  Kampfes  an  diesem  Morgen  des  19.  März  hindern. 
Hatte  der  König  sie  ohne  eine  Beratung  yerfügt,  so  war  das 
nicht  mehr  nachzuholen.  Sollte  Bodelschwingh,  der  sein  Mini- 
sterium in  wenigen  Stunden  niederlegen  woUte  und  der  am  Tage 
zuvor  erlebt  hatte,  dass  der  König  bei  dem  Wechsel  des  Ober- 
befehlshabers dem  Rat  seiner  Gegner,  der  reformfeindlichen  Gruppe, 
folgte,  sollte  Bodelschwingh  die  Verantwortung  allein  auf  sich 
nehmen,  um  stilistischer  Änderungen  willen  den  Druck  der  Pro- 
klamation in  dem  Augenblick  zu  yerzögem,  deren  Erfolg  wesent- 
lich davon  abhing,  dass  sie  sofort  erschien? 

Die  Vorwürfe,  die  wegen  des  Drucks  der  Proklamation  gegen 
Bodelschwingh  erhoben  worden  sind,  tragen  den  Charakter  von 
Parteiangriffen,  und  es  ist  kein  Zweifel,  dass  die  scharfen  Partei- 
gegensätze in  der  Umgebung  des  Königs  —  die  sich  mehrfach 
in  Worten  und  Geberden  äusserten,  die  in  behaglicheren,  das 
Persönliche  weniger  zurückdrängenden  Stunden  zu  Duellen  ge- 
führt haben  würden  — ,  dass  diese  Gegensätze  auch  auf  die  Beob- 
achtung und  Wiedergabe  der  Vorgänge  Einfluss  übten.  Daraus 
erklärt  sich  ein  Teil  der  Widersprüche  in  den  Aussi^n  der 
hochstehenden  und  persönlich  ebenso  tüchtigen  wie  ehrliebenden 
Männer,  welche  die  Umgebung  des  Königs  bildeten. 

Dazu  kam  noch  eine  andere  Quelle  der  Unsicherheit  und 
Widersprüche  in  ihren  Aussagen.  Alle  wollten  den  König  schonen, 
sich  mit  ihm  nicht  decken.  Sie  mochten  seine  Unbestimmtheit, 
seine  der  harten  Notwendigkeit  gegenüber  nicht  angemessene  per- 
sönliche und  sentimentale  Behandlimg  der  Angelegenheiten  nicht 
mit  dem  rechten  Namen  nennen.  Es  war  hier  ähnlich  wie  bei 
den  Aufträgen,  die  den  unglücklichen  Hinkeldey  in  die  Wider- 
sprüche trieben,  die  schliesslich  nur  durch  das  Duell  lösbar 
schienen,  in  dem  er  blieb. 

Ueber    die    Vorgänge    imd    die    Haltung   der    Personen    im 


Beiträge  zur  GreBchichte  des  Jahres  1848.  515 

Schloss  hat  Schulz  also  wohl  gute  Nachrichten;  er  ist  aher  kein 
unparteiischer  Berichterstatter.  Auch  die  militärischen  Mitteilungen 
entbehren  mehrfach  der  Objektivität.  Die  dürftigsten  Gründe  ge- 
nügen dem  Verfasser  als  Beweise  für  die  Annahmen,  1)  dass 
Fremde  und  Juden  die  Leiter  der  Bewegung  gewesen  seien,  und 
2)  dass  die  Revolution  planmässig  vorbereitet  worden  sei.  Die  That- 
sachen,  die  dagegen  sprachen,  werden  übergangen.  Die  Beseitigung 
des  Generals  Pfuel,  und  femer  sein  Ersatz  durch  v.  Prittwitz  werden 
so  erzählt  (32 f.),  dass  niemand  hinter  diesem  Vorgange  die 
Thätigkeit  einer  Gruppe  vermuten  kann,  die  Pfuel  für  ungeeignet 
hielt.  Die  Excesse  der  Gardekürassiere  am  14.  März  werden  ver- 
tuscht, das  bekannte  notarielle  Protokoll  über  die  Aussagen  von 
36  ansässigen  Bürgern  der  Brüderstrasse  wird  nicht  berücksichtigt, 
und  die  bestätigende  Erklärung  des  Ministers  und  des  Gouver- 
neurs wird  ohne  sachliche  Gründe  bemängelt.  Mochte  er  das 
Vorgehen  des  Militärs  als  eine  Uebereilung  entschuldigen  und  mit 
dem  Zorn  über  die  Reizungen  des  Pöbels  zu  erklären  suchen  — 
das  liesse  sich  verstehen,  aber  dieses  Ignorieren  gut  besi^tigter 
Vorgänge  ist  mit  der  Pflicht  des  historischen  Berichts  nicht  zu 
vereinigen.  In  gleicher  Weise  geht  er  auf  S.  74  mit  einigen  leichten 
Bemerkungen  über  die  schwere  Misshandlung  hinweg,  die  der 
Direktor  des  Cöllnischen  Gymnasiums  in  seiner  Wohnung  von 
den  eindringenden  Soldaten  und  Offizieren  der  Garde  erfuhr,  ob- 
wohl er  sich  als  alten  Soldaten  von  1813  zu  erkennen  gab  und 
ihnen  die  Eriegsmedaille  entgegenhielt.  Auch  seine  Frau  wurde 
misshandelt,  der  Sohn  und  zwei  NefiFen  von  ihrer  Seite  gerissen, 
der  eine  davon,  stud.  jur.  v.  Holtzendorff,  der  Sohn  des  Ritter- 
gutsbesitzers V.  Holtzendorff-Jagow  und  Enkel  eines  Lehrers  des 
Königs,  von  dem  transportierenden  Soldaten  ohne  (Jrund  erschossen. 
Dem  Obersten  Schulz  mussten  diese  Berichte  bekannt  sein  —  für 
seine  Darstellung  sind  sie  nicht  vorhanden. 

Sein  Bericht  ist  aber  nicht  nur  in  dieser  Art  parteiisch, 
sondern  verrät  noch  einen  anderen  Zug,  der  nicht  übersehen 
werden  darf.  Schulz  ist  in  dieser  Schrift  Repräsentant  und  damit 
ein  beweiskräftiger  Zeuge  für  jenen  Hochmut  des  Soldaten  dem 
Bürger  gegenüber,  der  vielleicht  am  meisten  dazu  beigetragen  hat, 
die  im  Grunde  ganz  monarchische  Bürgerschaft  Berlins  zur  Teil- 
nahme an  der  revolutionären  Bewegung  zu  treiben.  Die  Bedeu- 
tung der  Schrift  in  dieser  Eigenschaft  ist  bisher  —  soweit  ich 

Histor.  Vierteljahnohrift.  1908.  4.  86 


516  ^-  Kaufmann. 

sehe  —  nicht  beachtet  worden,  sie  ist  aber  nachdrücklich  her- 
vorzuheben. Denn  die  Haltung  der  Bürgerschaft  war  Ton  grossem 
Einfluss,  schon  vor  dem  18.  März  und  dann  am  18.  März,  und 
namentlich  am  19.  März  und  an  den  folgenden  Tagen.  Der  Konig 
ist  durch  die  Thatsache,  dass  Männer,  die  er  als  Vertreter  des 
besten  Teils  der  Bürgerschaft  betrachten  musste,  keinen  Anstand 
nahmen,  für  den  Kern  der  revolutionären  Forderungen  eintreten, 
am  19.  März  stark  beeinilusst  worden. 

Den  Versuch  des  Obersten  Schulz  (S.  105),  den  Minister 
Bodelschwingh  und  weiter  Arnim  für  den  Rückzugsbefehl 
am  Morgen  des  19.  März  verantwortlich  zu  machen,  während 
Prittwitz  das  Verhängnisvolle  dieses  Befehls  richtig  erkannt  und 
Bodelschwingh  gegenüber  Einspruch  erhoben  habe,  hat  der  Mi- 
nister V.  Arnim  in  seiner  Gegenschrift  gegen  das  Buch  von  Schulz 
(Bemerkungen  des  Grafen  Arnim-Boitzenburg  zu  der  Schrift:  Die 
Berliner  Märztage,  vom  militärischen  Standpunkte  aus  geschildert. 
Berlin  im  Oktober  1850)  auf  S.  17  f.  in  folgender  Weise  schlagend 
widerlegt.  „Wenn  ein  Oberbefehlshaber  der  Truppen  einen 
Befehl  Sr.  Majestät  durch  einen  dritten  empfängt,  den  er  ent- 
weder für  unausführbar  erachtet  oder  dessen  Ausführung  zum 
Teil  etwas  nicht  Befohlenes  erfordert,  und  von  der  er  mehr  als 
irgend  jemand  der  Ansicht  ist,  dass  sie  (die  Ausführung)  das 
Verderben  der  Monarchie  mit  sich  bringt  —  wenn  in  diesem 
Augenblick  Se.  Majestät  nur  durch  eine  Thür  von  ihm  getrennt 
und  in  jedem  Augenblick  fiir  ihn  zugänglich  ist,  wie  erklärt  es 
dann  der  Verfasser  jener  Darstellung,  dass  derselbe  nicht  dem 
Könige  das  im  letzten  entscheidenden  Momente  erklärt  hat,  was 
er  nach  jener  Darstellung  im  Nebenzimmer  den  Umgebungen  des 
Königs  erklärt  haben  soll?" 

Diese  Erwägung  des  Ministers  ist  selbstverständlich,  und 
seine  Gründe  werden  noch  verstärkt,  wenn  es  richtig  ist,  dass 
Prittwitz  nach  Empfang  des  von  Bodelschwingh  überbrachten 
Rückzugsbefehls  mit  den  Generalen  Krauseneck  und  Pfuel  (im 
Zimmer  der  Königin)  in  Gegenwart  des  gänzlich  erschöpften  Königs 
eine  Beratung  abhielt.^)  Indem  Oberst  v.  Schulz  jene  Erwägungen 
unterdrückt,  di-ängt  er  den  kritischen  Leser  formlich  dazu,  nun 


*  Petersdorff,  König  Friedrich  Wilhelm  der  Vierte  (1900)  S.  87.     Doch 
ist  der  Bericht  nicht  genügend.    Vgl.  Rachfahl  S.  225  Anmerkung. 


Beiträge  zur  Geschichte  des  Jahres  1848.  517 

gerade  Prittwitz  die  Schuld  aufzuladen.  Allein  dabei  ist  doch 
Vorsicht  geboten.  Gewiss  hätte  Prittwitz  dem  Könige  jene  Vor- 
stellungen machen  sollen,  und  er  würde  es  auch  unter  gewöhn- 
lichen Verhältnissen  ohne  Zweifel  gethan  haben.  Er  war  ein  tapferer, 
ruhig  überlegender  Mann.  Wenn  er  es  unterliess,  so  müssen  ihn 
ganz  besondere  ümsiände  abgehalten  haben,  und  zunächst  ist 
wohl  daran  zu  denken,  dass  er  durch  die  Proklamation  „An  meine 
lieben  Berliner'',  und  durch  alle  die  anderen  Vorgänge  des  Mor- 
gens, welche  dem  Militär  den  sicheren  Sieg  aus  den  Händen  zu 
nehmen  drohten,  und  welche  den  Rückzugsbefehl  schon  vor- 
bereitet hatten,  in  eine  aus  Zorn  und  Scham  gemischte  Stim- 
mung geraten  war,  in  der  ihm  alles  gleichgültig  war.  So  würden 
sich  auch  am  einfachsten  die  sonst  ganz  ungehörigen  Äusserungen 
erklären,  mit  denen  Prittwitz  dem  Minister,  der  am  19.  März  um 
Mittag  entsetzt  fragte,  wo  denn  die  Truppen  geblieben  seien, 
antwortete.  Zunächst  sagte  er:  sie  hätten  „sich  verkrümelt",  und 
später:  „sie  sind  mir  durch  die  Finger  gegangen". 

Man  könnte  weiter  sagen,  dass  er  es  für  vergeblich  halten 
mochte,  dem  Könige  mit  militärischen  Erwägungen  zu  kommen, 
für  die  er  bereits  in  der  Nacht  vor  dem  Erlass  der  Proklamation, 
als  noch  alles  für  die  militärische  Lösung  günstig  stand,  kein 
Ohr  hatte.  Schien  der  König  jetzt  doch  ganz  unter  dem  Drucke 
entgegengesetzter  Erwägungen  und  Einflüsse  zu  stehen. 

Mit  solchen  oder  ähnlichen  Betrachtungen  mag  man  sich 
erklären,  dass  tapfere  und  besonnene  Männer  in  jenen  Stunden 
nicht  das  thaten,  was  uns  heute,  die  wir  in  behaglicher  Ruhe 
am  Schreibtisch  sitzen  und  nicht  persönlich  erfahren,  wie  lähmend 
die  Art  des  bei  allem  Schwanken  doch  unbedingten  Gehorsam 
heischenden  Königs  auf  seine  Diener  wirkte,  selbstverständlich 
erseheint. 

Ich  bin  nach  eingehender  und  lang  fortgesetzter  Erwägung 
im  Grunde  zu  dem  gleichen  Urteil  über  die  Vorgänge  und  Per- 
sonen gekommen,  das  Sybel  in  seinem  Aufsatz  über  die  Märztage 
ausgesprochen  hat. 


36' 


518 


Kleine  Mitteilungen. 

Eine  yenezianische  Oesandtenlnstmktion  Tom  Jahre  1270. 

Im  sechsten  Jahrzehnt  des  dreizehnten  Jahrhunderts  sahen  sich 
die  Reste  der  christlichen  Besitzungen  im  heiligen  Lande  aufs  schwerste 
durch  die  Angriffe  des  Mamelukensultans  Bihars  hedroht,  während 
zugleich  an  der  syrischen  Küste  ein  erbitterter  Krieg  zwischen  Genua 
und  Venedig  ausgefochten  wurde.  Die  Herstellung  des  Friedens 
zwischen  den  italienischen  Seemächten  erschien  als  notwendige  Vor- 
bedingung für  erfolgreiche  Abwehr  der  Ungläubigen.  So  hat  denn 
auch  König  Ludwig  der  Heilige  von  Frankreich  bereits  bei  Beginn 
der  Rüstungen  zu  seinem  zweiten  Kreuzzuge  das  Werk  der  Prieden- 
stiftung  in  die  Hand  genommen  (vgl.  Caro,  Genua  und  die  Mächte 
am  Mittelmeer  1,  199  f.);  ein  definitiver  Abschluss  war  noch  nicht 
erreicht,  als  er  im  Frühjahr  1270  sich  anschickte,  die  Meerfahrt  an- 
zutreten. Zu  Beaucaire,  dem  Mittelpunkt  der  königlichen  Besitzungen 
in  Südfrankreich,  sollten  acht  Tage  nach  Ostern  (20.  April)  wiederum 
Gesandte  der  streitenden  Parteien  vor  Ludwig  sich  einfinden,  so  be- 
richten gleichzeitige  Quellen  (Ann.  Jan.,  M.  G.  SS.  18,  264;  Ann. 
Plac.  Ghib.  ibid.  542;  vgl.  Caro  1.  c.  S.  225;  Stemfeld,  Ludwigs  d.  H. 
Kreuzzug  nach  Timis  S.  212).  Die  Aufträge,  welche  die  venezianische 
Regierung  ihren  Bevollmächtigten  nach  Beaucaire  mitgab,  sind  in 
einem,  meines  Wissens  bisher  nicht  näher  bekannten  Aktenstück  (vgl. 
Caro  1.  c.  S.  234  n.  l)  enthalten,  das  ich  unlängst  im  Staatsarchiv  zu 
Venedig  (Signatur  Pacta  uro.  48 — 65  (Secreta),  Serie  1  Busta  4 
uro.  53)  einzusehen  Gelegenheit  fand.  Zur  Vervollständigung  des  für 
den  letzten  Kreuzzug  vorliegenden  Materials  dürfte  die  Veröffent- 
lichung der  Gesandteninstruktion  nicht  unangebracht  sein. 

Das  Aktenstück  ist  im  Original  erhalten,  auf  einem  einseitig 
beschriebenen  Pergamentblatt  grossen  Formats.  Ein  schmaler  Bug  am 
unteren  Rande  und  Reste  einer  Hanfschnur  weisen  auf  Besiegelnng 
mit  einem  (nicht  mehr  vorhandenen)  herabhängenden  Siegel  hin.  Die 
Schrift  ist  an  manchen  Stellen  abgerieben,  aber  fast  durchweg  noch 
deutlich  erkennbar.  Was  den  Inhalt  betrifft,  so  zeigt  der  am  22.  August 
1270  zu  Cremona  abgeschlossene  Waffenstillstand  zwischen  Genua, 
Venedig  und  Pisa  (ed.  Stemfeld  1.  c.  S.  339 ff.),  dass  die  Verhand- 
lungen zu  Beaucaire  die  Einigung  noch  nicht  herbeiführten.    Immerhin 


Kleine  Mitteilungen.  519 

beruht  der  Vertrag  auf  den  in  der  Instruction  vorausgesetzten  Grund- 
lagen. Garantien  für  thatsächliche  Einstellung  der  Feindseligkeiten 
zwischen  den  Bürgern  der  Seestädte  nehmen  den  breitesten  Baum 
ein.  Die  Genuesen  haben  den  Vorbehalt  des  Bündnisses  mit  dem 
Herrn  von  Tyrus  durchgesetzt.  An  das  zweite  von  ihnen  vorbehaltene 
Bündnis,  das  mit  Karl  von  Anjou  (von  1269.  12.  Aug.,  vgl.  Caro 
1,  c.  S.  227 ff.),  hatten  die  Venezianer  in  der  Instruktion  gar  nicht 
gedacht;  doch  trug  dieser  Artikel  schwerlich  Schuld  an  der  Ver- 
zögerung der  Uebereinkunft.  Eher  schon  ist  anzunehmen,  dass  Venedig 
nur  sehr  ungern  auf  die  verlangte,  sofortige  Rückgabe  der  ihm  durch 
den  Herrn  von  Tyrus  entzogenen  Besitzungen  Verzicht  leistete.  Auch 
waren  zu  Cremona  die  Pisaner  durch  eigene  Gesandte  vertreten, 
während  sie  für  Beaucaire  nur  den  Venezianern  eine  nicht  ganz  ge- 
nügende Vollmacht  erteilt  hatten.  Jedenfalls  lag  es  an  Genua,  dass  weder 
ein  definitiver  Frieden  noch  auch  nur  die  Auswechslung  der  Gefangenen 
zu   Stande   kam.     Die  Venezianer  wären  zu  beidem   geneigt  gewesen. 

Im  einzelnen  ist  zu  bemerken.  Die  Urkunde,  welche  die  Voll- 
macht (conmiissio)  der  Gesandten  enthielt,  scheint  nicht  mehr  vor- 
handen zu  sein.  Der  Dominikanerprior  Johannes  war  auch  bei  spä- 
teren Verhandlungen  zwischen  Venedig  und  Genua  thätig  (Oaro  1.  c. 
S.  3 20  f.).  Das  Comprondss  (auf  den  Papst),  dessen  Erwähnimg  ge- 
schieht, ist  1258.  3.  Juli  geschlossen  worden  (ibid.  63 f.).  Der  Vertrag 
zwischen  Genua  und  Philipp  von  Montfört,  Herrn  von  Tynis,  datiert 
von  1264.  5.  März  (ibid.  159f.);  Venedig  hat  erst  im  J.  1277  seine 
Besitzungen  in  Tyrus  wiedererlangt  (ibid.  406). 

Modus  autem,  quem  per  vos  teneri  volumus  in  facto  Janue,  de 
quo  in  commissione  fit  mentio,  hie  est. 

Quoniam  si  rex  vobis  dicet  vel  dici  fecerit,  quod  velit  treguam 
inter  nos  et  Januenses  fieri,  audietis  dictum  ipsius  et  ad  dictum  eius 
respondebitis,  quod  vobis  [satjius  apparebit;  volentes  et  committentes 
vobis,  quod  inquirere  debeatis,  si  ambaxatores  Janue  erunt  in  curia, 
et  si  requisiti  enmt  de  hoc,  et  quod  responderint,  in  quantum  scire 
poteritis.  Si  responderint,  quod  vellint  in  hoc  facere  voluntatem 
domini  regis,  et  conmiissionem  plenam  habuerint  super  hoc,  volumus 
et  vobis  committimus,  quod  vos  nomine  nostro  et  nomine  comunis  et 
hominum  Pysarum  secundum  formam  commissionum  vobis  factarum 
super  ipso  facto  tam  per  nos  quam  per  potestatem  et  comune  Py- 
sarum ad  dictam  treguam  firmandam  pro  nobis  et  comuni  Pysarum 
ad  terminum  quinque  annorum  procedere  debeatis,  ipsam  ad  dictum 
terminum  pro  nobis  et  ipsis  Pysanis  confirmantes,  dantes  operam,  quod 
talis  per  eos  et  per  nos  nomine  nostro  et  nomine  comimis  et  homi- 
num Pysarum  securitas  detur,  quod  nos  vel  Pysani  ipsos  Januenses 


620  G.  Caro. 

nee  ipsi  nos  vel  Pysanos  modo  aliquo  infra  terminum  tregue  offendere 
yaleamus,  relinquentes  in  discrecione  yestra  de  ipsa  securitate  facienda 
et  recipienda,  secimdum  quod  vobis  vel  maiori  parti  melius  apparebit^ 
attendentes,  quod  nolumus,  quod  per  illam  securitatem  obligare  possitis 
castrum  de  Corone  seu  aliqiud  de  insula  Crete  vel  in  Accon  aut  in 
Tjro,  et  etiam  quod  per  illam  securitatem,  quam  feceritis,  non  simus 
obligati  in  aliquo  pro  Pysanis,  sed  ipsi  PTsani  per  Yirtutem  com- 
missionis  predicte  sint  obligati,  secundiun  quod  per  virtutem  com- 
missionis  poterunt  obligari. 

Si  autem  rex  vel  illi,  qui  pro  eo  fuerint,  moverint  questionem 
et  dicent,  quod  commissio  Pysanorum  non  sit  facta  ad  plenum,  et 
quod  non  sit  sufQciens,  poteritis  dicere  inter  alia,  sicut  et  quando 
vobis  videbitur,  quod  ob  voluntatem,  quam  habuimus  adixnplendi 
voluntatem  et  intentionem  domini  regis,  duos  de  maioribus  ordinis 
fratrum  predicatorum,  fratrem  Johannem,  priorem  firatrum  de  Venetüs, 
et  fratrem  Danielem,  magistrum  in  theologia,  viros  utique  magne 
discretionis ,  Pysas  misimus  propter  boc,  quibus  commisimus  omnia, 
quae  [ijn  utilitatem  facti  cognovimus  utilius  committenda,  qui  ultra 
quam  vobiscum  habetis  optinere  non  potuenmt.  Tarnen  oredimus, 
quod  ad  sufQcientiam  bene  sit,  dummodo  inter  partes  sit  firma  yo- 
luntas  observandi  treuguam,  dicentes  in  hoc  et  circa  hoc,  quecumque 
pro  facto  vobis  utilia  apparebunt. 

Si  vero  rex  vel  Januenses  firmi  steterint  et  dixerint,  quod  com- 
missio Pysanorum  non  sit  ad  plenum,  et  quod  non  potest  plena 
securitas  fieri  pro  Pysanis,  dicetis,  quod  parati  estis  facere  pro  Pisanis 
talem  securitatem,  qualis  fieri  poterit,  et  talem  recipere  pro  Pysanis 
a  Januensibus,  et  pro  nobis  facere  per  virtutem  commissionis,  quam 
habetis,  talem,  qualem  opportunum  erit  et  recipere,  dicendo  semper 
salva  conventioue  sive  societate,  quam  cum  Pysanis  habemus,  ^et  salva 
pace,  quam  cum  Januensibus  habent  Pisani  in  hüs,  que  Pysanos  tangunt 

Si  autem  rex  vel  illi,  qui  pro  eo  erunt,  non  essent  inde  con- 
tenti,  et  per  istam  viam  procedi  non  poterit,  et  voluerit  alia  via 
temptari,  volumus,  quod  aliam  viam  primo  notatam  temptare  debeatis. 
Videlicet,  quod  inter  nos  et  eos  de  Janua  tregua  firmetur  ad  illum 
terminum,  quem  rex  ordinäre  voluerit,  dando  operam  ad  habendum 
longiorem,  quem  poteritis,  que  firmetur  et  fiat  salva  societate  sive 
conventione,  quam  cum  Pysanis  habemus,  quam  modo  predicto  nostro 
nomine,  si  fieri  poterit,  confirmetis.  Et  si  facerent  questionem,  quod 
noUent  ponere  verbum  illud,  poteritis  dicere,  quod  non  debent  inde 
facere    questionem,   qiua   aliter    non   posset  fieri,   et    alia   vice,   sicut 


*  Von  et  salva  bis  tangtmt  über  der  Zeile. 


Kleine  Mitteilungen.  521 

cognoscunt,    factum   fiiit,   quando   per  nos   et   eos    factum    fuit    com- 
promissum. 

Si  vero  per  modum  tregue  in  facto  procedi  non  posset,  et  rex 
vobis  dixerit  aut  dici  fecerit,  quod  vellit  nos  cum  Januensibus  pacem 
habere,  et  quod  per  vos  et  eos  firmari  debeat,  inquiretis  et  sentietis, 
si  ambaxatores  Janue  requisiti  emnt  de  hoc  facto,  et  quod  respon- 
derint,  et  quomodo  rex  dicet,  quod  vellit  procedere  ad  factum  pacis. 
Et  si  videbitis  per  ea,  que  dicentur  in  facto,  quod  locum  habeant 
aligare  iura  nostra  et  dicere  excusaciones  nostras,  portatis  vobiscum 
unum  scriptum,  et  secundum  iUud  scriptum  et  aliter,  secundum  quod 
vestre  discretioni  videbitur  et  per  vos  scietis,  dicere  et  alegare  po- 
teritis,  que  vobis  utilia  apparebunt. 

Et  si  forte  in  tractatu  dicta  erunt  verba  pro  parte  Januensium 
vel  tacta  de  dampnis  datis,  quod  satisfacio  requiratur,  audietis  quomodo 
illa  verba  dicentur,  volentes  quod  inter  alia  dicere  debeatis,  quod 
vere  mirandum  est  de  tali  requisitione,  cum  non  ipsi  iuste  satis- 
facionem  aliquam  petere  possin t,  cum  iuste  in  eorum  culpam  dampna, 
que  receperunt,  receperint,  secundum  quod  monstrari  potest  aperte,  et 
ut  habetis  in  scriptis,  et  quod  nullo  modo  accidere  posset,  quod  satis- 
facionem  aliquam  haberent,  sed  nos  iuste  et  rationabiliter  restitutionem 
petere  possumus  et  debemus,  cum  post  compromissum  in  dominum 
papam  per  nos  et  eos  factum,  et  stando  in  compromisso,  nos  offenderint 
et  in  multis,  secundum  quod  habetis  in  scriptis,  quod  aperte  probari 
potest;  et  dicto  super  hoc,  quod  vobis  dicendum  pro  utilitate  facti 
videbitur,  audietis,  quod  per  regem  dicetur  seu  per  illos,  qui  pro 
60  fuerint. 

'  Et  si  rex  dixerit,  quod  vellit  ex  toto  pacem  esse,  et  petierit  a 
vobis,  si  commissionem  habetis  pro  pace  firmanda,  inquiretis  et  scietis, 
si  ambaxatores  Janue  habebunt  conunissionem  ad  hoc,  et  si  habebunt 
et  ad  pacem  condescendere  voluerint,  ostendetis  conmiissionem,  quam 
a  nobis  habetis,  vel  antea,  quando  vobis  videbitur,  pacem  ipsam 
nostro  nomine  confirmantes.  Et  relinquimus  in  discrecione  vestra  ad 
ponendum  et  locandum  factum  pacis,  secundum  quod  per  vos  melius 
fieri  potent  et  locari,  dummodo  de  satisfacione  nichil  dicatur,  atten- 
dentes,  si  per  ea,  que  dicta  et  tractata  fuerint,  pax  intervenerit,  talis 
per  nos  et  eos  securitas  fiat,  quod  nos  ipsos  nee  ipsi  nos  modo  aliquo 
offendere  debeamus;  dimittentes  in  discretione  vestra  de  securitate 
facienda,  secundiun  quod  vobis  vel  maiori  parti  melius  apparebit, 
nolentes  tamen  quod  propter  istam  securitatem  debeatis  obligare 
castrum  de  Corone  vel  aliquid  de  insula  Crete  seu  de  Accon  vel  de 
Tjro;  habentes  memorie  ad  dicendum,  quando  vobis  videbitur,  ante- 
quam  sitis  ligati  ad  factum,   quod  haue  pacem  facere  volumus  salva 


622  G-  Caro. 

societate  sive  conventione,  quam  cum  PjBanis  habemos,  quam  obser- 
vare  volumus,  ut  tenemur,  nee  aliter  volumas,  quod  ad  ipsam  fir- 
mandam  procedere  debeatis. 

Et  si  acciderit,  quod  procedatur  ad  factimi  sive  per  viam  pacis 
sive  per  viam  tregue,  et  rex  quesierit,  quod  captivi  ex  utraque  parte 
relaxentur,  volumus,  quod  dicere  debeatis  eidem,  quod  tantus  est 
amor,  quem  ad  suam  personam  gerimus,  quod  in  proposito  nostro 
firmavimus  omnia  velle,  que  sue  altitudini  possint  et  debeant  esse 
grata,  et  condescendatis  ad  ipsos  captivos  relaxandos,  promittentes,  si 
pax  vel  tregua  firmata  erit,  quod  ipsos  relaxari  faciemus,  dummodo 
Januenses  nostros  simili  modo  dimittant. 

Preterea,  si  acciderit,  quod  factum  per  dominum  regem  per 
treguam  compleri  Yoluerit,  et  per  Januenses  dictum  erit,  qnod  velint 
ponere  nobilem  virum  Phylippum  de  Monteforti  in  tregua  ipsa,  vo- 
lumus, quod  exponatis,  qualiter  tenet,  que  nostra  simt,  et  tenuit  in 
Tjro  longis  temporibus  iam  elapsis,  et  postquam  volunt,  qnod  sit  in 
tregua,  dominus  rex  debet  velle,  quod  esse  debeat  cum  biis,  que  eon- 
veniant  et  portare  possint.  Non  enim  esset  conveniens,  sicut  sua 
excellencia  recognoscit,  quod  teuere  debeat  nos  spoliatos  de  terris, 
rationibus  et  iurisditionibus  nostris,  et  ipsi  treguam  facere  deberemus. 
Sed  si  placet  domino  regi  et  voluerit,  quod  in  tregua  ponatur,  facere 
volumus,  postquam  ei  placet,  cum  conditione  tamen,  quod  nobis  re- 
stituat  terras  et  possessiones  nostras,  quas  babemus  et  habere  debemus 
in  Tyro,  secundimi  quod  erant,  quando  nobis  abstulit,  et  secondum 
quod  nunc  sunt,  cum  fructibus  inde  perceptis  ab  iUo  tempore  citra, 
dicentes  in  hoc  et  circa  hoc,  quecumque  vobis  utilia  apparebunt.  Et 
si  forte  de  usufructibus  non  poteritis  optinere,  volumus,  quod  sitis 
contenti,  quod  nobis  restituat  possessiones  nostras  predictas  cum 
iuribus,  rationibus,  iurisditionibus  et  honorificenciis  nostris,  quia  aliter 
nolumus,  quod  per  vos  ponatur  in  tregua.  Nam  sicut  dominus  rex 
bene  cognoscit,  non  esset  pro  nobis  conveniens,  quod  esset  in  tregua 
nobiscum  et  teuere  nos  spoliatos. 

Si  vero  acciderit,  quod  factum  per  modum  pacis  sive  tregne 
compleri  voluerit,  et  Januenses  voluerint  dicere,  quod  velint  hoc  facere, 
ponendo  hoc  verbum,  salvo  societate  sive  pacto  quam  vel  quod  habent 
cum  ipso  Phylippo,  committim^us  vobis,  quod  requiratis,  quod  ostendant, 
qualem  societatem  habent  cum  eo,  et  quod  facere  debeatis  cum  con- 
ditione, quod  nobis  restituat  terras  et  possessiones  predictas,  nt 
dictum  est,  cum  iuribus,  rationibus,  iurisditionibus  et  honorificentüs 
nostris.  Et  si  forte  sie  optinere  non  poteritis,  in  fine,  ante  quam 
factum  remaneat;  sitis  contenti,  quod  fiat  cum  illo  verbo,  salya  so- 
cietate  sive   pacto   quam   vel   quod  habent  cum  ipso   Phylippo,   reli- 


Kleine  Mitteilungen.  523 

quentes  in  discretione  vestra  de  usufructibus  requirendis  vel  dimittendis, 
si  optinere  non  poteritis,  sicut  vobis  vel  maiori  parti  videbitur.  Et 
si  rex  dixerit,  quod  velit  accipere  factum  snpra  se  ipsins  Phylippi  ad 
concordandum  ipsum  factum,  in  vestra  discretione  relinquimus  faciendi 
inde,  quod  vobis  vel  maiori  (l)  videbitur  melius  pro  utilitate  facti. 

^Ad  hec  autem  sciatis,  quod  Pisas  misimus  ad  faciendum,  quod 
commissionem  eorum  magis  plenam  faciant  vel  declarent  eorum  in- 
tellectum.  Quorum  ressponsum  ad  vos  mittemus,  ut  possitis  inde 
esse  instructi. 

Datum  in  nostro  ducali  palacio  die  decimo  intrante  mense 
Aprilis,  indicüone  tercia  decima,  currente  anno  domini  millesimo 
ducentesimo  septuagesimo. 

Zürich.  G.  Caro. 

Nachträgliche  Bemerknngen  zum  Feldzug  der  Engländer 

nnd  Bussen  In  Holland. 

Dr.  Paul  Wittichen  war  so  glücklich,  im  Record  Office  zu  London 
eine  umfangreiche  Denkschrift  Friedrichs  von  Gentz  aus  dem  Sommer 
1800  zu  finden  und  verpflichtet  den  Geschichtsforscher,  indem  er  sie 
in  der  Historischen  Zeitschrift  89,  239 — 273  zum  Abdruck  bringt. 
Sie  bestätigt  in  vielen  Punkten  das,  was  ich  in  meiner  Abhandlung 
über  den  holländischen  Feldzug  (H.  V.  1902,  S.  161  ff.)  und  in  meinem 
Buche  jJDie  Kabinettsregierung  in  Preussen  und  J.  W.  Lombard"  aus- 
zuführen hatte.  Li  einer  kürzeren,  weniger  ins  Einzelne  gehenden 
Form  im  Archiv  des  bekannten  schwedischen  Diplomaten  K.  G.  von  Brinck- 
mann,  wahrscheinlich  einer  Vorarbeit,  trägt  sie  die  Aufschrift  „Memoire 
für  den  regirenden  Herzog  von  Braunschweig  auf  Veranlassung  des 
Generals  Stamford  in  Form  eines  Briefes  an  einen  Freund.  Ln  Junius 
1800."  Es  würde  ganz  den  Verhältnissen  entsprechen,  wenn  sie  von 
dem  Herzog,  wie  anderes  dieser  Art  (vgl.  oben  S.  168)  nach  England 
übermittelt  wäre.  Freilich  ob  sie  in  der  doppelten  Form  nach  Braun- 
schweig gelangte  oder  in  der  weiteren  Fassung  direkt  von  Stamford 
nach  London  geschickt  wurde,  liesse  sich  erst  nach  einer  genauen 
Vergleichung  der  beiden  Texte  mit  einiger  Wahrscheinlichkeit  beur- 
teilen. Die  Klarheit  und  Kraft  des  Ausdrucks  sind  des  Verfassers 
würdig,  und  der  Inhalt  seinen  auch  sonst  geäusserten  Ansichten  ent- 
sprechend. Es  zeugt  von  seinem  durchdringenden  Scharfblick,  dass 
er  schon  im  Jahre  1800  so  entschieden  die  Nachteile  der  Kabinetts- 
regierung hervorhebt,  die  doch  selbst  von  den  hervorragendsten  Männern 

^  Der  Absatz  von  ad  hec  bis  instructi  ist  von  anderer  Hand  als  das 
übrige  geschrieben  nnd  wohl  nachträglich  eingeschoben. 


524  H.  HOffer. 

erst  sechs  Jahre  spftter  in  ihrem  ganzen  Umfiang  erkannt  wurden. 
Allerdings  liegt  die  Erklftmng  wesentlich  darin,  dass  Oentz  die  prenssi- 
sche  Politik  im  Jahre  1799  und  1800  mit  demselben  Ingrimim  be- 
trachtete wie  Stein  und  seine  Gesinnungsgenossen  im  Sommer  Ton  1806. 
Einer  wie  der  andere  fanden  mit  Recht,  dass  unter  Friedrich  Wilhelm  IH 
eine  kräftige  Regierung,  solange  das  Kabinett  in  seiner  Wirksamkeit 
bestände,  unmöglich  sei;  denn  die  Energie  selbst  des  bedeutendsten 
Minist-ers  musste  durch  die  ihm  auferlegte  Beschränkung  erlahmen. 
Die  Charakteristik  der  Kabinettsräte  ist  gewiss  in  manchem  zutreffend, 
aber  zu  hart  und  vor  allem  durch  politische  Beweggründe  bedingt 
Nach  Gentzens  urteil  sind  aber  „neun  Zehntel  aller  preussischen  Be- 
amten nach  einem  sehr  gemässigten  üeberschlage  Revolutionärs^^ 
(S.  271).  Mencken,  den  er  in  den  Briefen  an  Boettiger  1797  mit  so 
überschwänglichen  Worten  gepriesen  hat,  soll  „dem  Staate  —  und 
vielleicht  Europa!  —  unersetzlichen  Schaden  gestiftet"  haben:  danach 
ist  der  Wert  von  Gentzens  urteilen  zu  bemessen.  Er  nennt  es  einen 
Sieg  des  Kabinetts,  dass  nach  Finckensteins  Tode  (3.  Januar  1800)  für 
das  Departement  der  auswärtigen  Angelegenheiten  eine  neue  geheime 
Instruktion  von  Lombard  nach  eigenem  Gutdünken  entworfen  sei; 
danach  sollte  (S.  252)  „in  den  auswärtigen  Cresch&ften  nie  auf  den 
mündlichen  Vortrag  eines  Ministers  irgend  ein  Beschluss  gefasst 
werden,  und  .  .  selbst  die  mündlich  erteilte  Approbation  des  Königs 
nicht  hinreichend  sejn  .  .,  um  irgend  eine  Verfügung  zu  sanctioniren, 
wenn  nicht  zu  gleicher  Zeit  ein  schriftlicher  Bericht  erstattet  worden, 
und  darauf  eine  schriftliche  Ordre  des  Königs  ergangen  sej^.  Eine 
Instruktion  dieses  Inhalts  hätte  wenigstens  ebensosehr  den  Wünschen 
des  Königs  als  den  Wünschen  Lombards  entsprochen;  denn  nichts 
scheute  der  König  mehr,  als  sich  unwiderruflich  zu  binden  und  sich 
dadurch  der  Möglichkeit  zu  berauben,  einen  Entschiusa,  wie  es  so  oft 
geschah,  bald  nachdem  er  gefasst  worden,  wieder  zu  verändern.  Ist 
aber  eine  solche  Instruktion  wirklich  erlassen  worden?  1890,  als  die 
Akten  über  die  Kabinettsregierung  von  mir,  und  nicht  blos  von  mir, 
aufmerksam  durchgesehen  wurden,  fand  sie  sich  nicht  und  ebenso 
wenig  Hess  sie  bei  einer  soeben  von  BaiUeu  freundlichst  vorge- 
nommenen Nachforschung  sich  entdecken. 

Am  meisten  hoffte  ich,  in  den  Aeusserungen  über  die  Politik  des 
Jahres  1799  auch  etwas  über  die  vielgenannte  Konferenz  vom  2.  Juni 
in  Petershagen  zu  finden,  und  es  findet  sich  in  der  That  folgende 
Stelle  (S.  264 f):  „Der  Graf  Haugwitz,  der  lange  zwischen  den  ent- 
gegengesetzten Meinungen  und  Parteien  geschwankt  hatte,  war  endlich 
ganz  und  gar  —  und  das  Verdienst,  ihn  so  gestimmt  zu  haben,  ge- 
bührte vor  allen  andern  dem  Grafen  Panin  —  für  die  gemeinschaft- 


Kleine  Mitteilungen.  525 

liehe  Sache  der  Fürsten  und  Völker  gewonnen.  Er  hatte  in  Minden 
einen  kühnen  Versuch  auf  den  König  gewagt:  Der  Versuch  war  ge- 
lungen, oder  besser,  er  schien  gelungen  zu  sein;  aber  noch  an  dem- 
selben Abend  und  als  schon  der  Courier  abgegangen  war,  der  dem 
Grafen  Panin  die  Nachricht  von  dieser  grossen  Sinnesänderung  über- 
bringen sollte,  stiess  das  C abinet,  stiessen  Köckeritz  und  Beyme  und 
Lombard  alles  ohne  Gnade  wieder  um.  *Wir  haben  gesiegt',  schrieb 
Beyme  an  seine  Frau  in  einem  Briefe,  den  diese  triumphirend  allen 
ihren  Freunden  communicirte.  Und  Grraf  Haugwitz  —  überlebte 
diese  grausame  Niederlage.^^  Hat  man  hier  eine  beinahe  gleichzeitige, 
zuverlässige  Aufzeichnung  vor  Augen?  Ich  zweifle.  Sollte  wirklich 
aus  Petershagen  ein  Kourier  an  Panin  nach  Berlin  geschickt  worden 
sein,  wie  doch  der  Ausdruck  zu  besagen  scheint?  Panins  Briefe  aus 
jener  Zeit  ergeben  mit  Gewissheit,  dass  er  in  den  ersten  Tagen  über 
die  Konferenz  gar  keine  Nachricht  erhielt.  Auch  das,  was  Haugwitz 
aus  Petershagen  seinen  Kollegen  mitteilt,  wurde,  soweit  die  archiva- 
lischen  Notizen  erkennen  lassen,  nicht  durch  Kourier,  nicht  einmal 
direkt,  sondern  um  kein  Aufsehen  zu  machen,  zunächst  an  die  Adresse 
des  Geheimen  Bats  Benfaer  geschickt.  Mit  keinem  Wort  wird  darin 
verlangt,  dass  Panin  ungesäumt  Nachricht  zugehe.^  Man  kann  sich 
des  Gedanken  kaum  erwehren,  Gentzens  Angabe  sei  veranlasst  durch 
eine  Verwechselung  mit  dem  Kourier,  der  am  12.  Juli  von  dem  in 
Berlin  zurückgebliebenen  russischen  Geschäftsträger  Sievers  an  Panin 
geschickt  wurde.  ^  Auch  die  übrigen  Angaben  erhalten  durch  das, 
was  sonst  bekannt  ist,  keine  Bestätigimg.  Lombard  erklärt  doch 
ausdrücklich  in  seinem  Schreiben  an  die  Königin  Luise  vom  26.  Ok- 
tober 1806  —  worin  er  unmöglich  eine  Unwahrheit  wagen  konnte  — , 
er  habe  mit  Haugwitz  in  Petershagen  für  den  Krieg  gesprochen,  und 
Panin  rechnet  am  1.  Juni  sowohl  Beyme  als  Lombard  zu  denen, 
welche  für  den  Krieg  gestinmit  waren.'  Selbst  von  Köckritz  heisst 
es,  man  sei  mit  ihm  nicht  unzufrieden  gewesen;  nur  der  König  sei 
imbeugsam  bei  der  entgegengesetzten  Ansicht  geblieben.  Und  wie 
sonderbar,  dass  in  einer  Denkschrift,  die  für  den  Herzog  von  Braun- 
schweig bestinmit  war,  die  Teilnahme  dieses  Hauptbeteiligten  nicht 
einmal  angedeutet  wird!  Für  die  Angaben  der  Denkschrift  könnte 
aber  der  Brief  sprechen,  den  Beyme  an  seine  Frau  geschrieben  haben 
soll.  Man  weiss,  dass  diese  Dame  durch  ihre  Lidiskretionen  ihrem 
Gemahl  vielfachen  Verdruss  bereitete.  Es  fragt  sich  nur:  War  Beyme, 
dessen  Anwesenheit  nirgendwo  erwähnt  wird,  wirklich  in  Petershagen? 

^  Gütige  Mitteilung  des  Preussischen  Geheimen  Staatsarchivs. 
»  Brückner  a.  a.  0.  IV,  342,  S48;  vgl.  oben  S.  190. 
8  Brückner  IV,  228. 


526  H   Hüffer. 

Diese  Thatsache  konnte  weder  dorch  die  Archivalien  des  Creheimen 
Staatsarchivs  noch  dnrch  gleichzeitige  Zeitungsberichte  bisher  festge- 
stellt werden.  Sie  liegt  aber  in  der  Natur  der  Verhältnisse  und  wird 
wenigstens  höchst  wahrscheinlich  durch  die  folgende,  unter  dem 
19.  Augast  aus  dem  Königlichen  Hausarchiv  mir  gütigst  erteilte  Aus- 
kunft: In  einem  Schreiben  des  Obersten  von  Köckritz  vom  9.  April 
an  den  preussischen  Gesandten  Yon  Wittgenstein  in  Kassel  werden 
unter  denjenigen  Personen,  auf  die  als  Grefolge  der  Majestäten  bei 
der  bevorstehenden  Reise  zu  „rechnen  seyn  würde^,  genannt:  von  Köck- 
ritz, Greneral- Adjutant  von  Zastrow,  Kriegsrat  Westphal,  General- 
Adjutant  von  Boelzig,  Flügel -Adjutant  Gapit&n  von  Jagow,  Creh. 
K&mmerer  Wolter,  Geh.  Cabinetssecret&r  Niethe,  Geh.  Cabinetsrat 
Beyme,  Geh.  Cabinetssecretare  Lombard  und  Yillaume,  Kammerdiener 
Heinrich,  Grafin  Voss,  Kanunerherr  von  Schilden  etc.  etc.  Als  eine 
authentische  Quelle  für  die  Vorgänge  in  Petershagen  kann  die  Denk- 
schrift gleichwohl  nicht  betrachtet  werden.  — 

Leser,    denen    das    in   Deutschland    seltene  Werk    von   De   Bas, 
Prins  Frederik  der  Nederlanden  (zwei  B&nde),  das  in  meiner  Abhand- 
lung soviel  benutzt  wurde,  nicht  zur  Hand  ist,  möchte  ich  noch  hin- 
weisen auf  zwei  Aufsätze  desselben  Verfassers:  „Prinzessin  Wilbelmine 
von  Preussen,  Gemahlin  des  Statthalters  Wilhelm  V.  von  Oranien  und 
Nassau"  [gest.  11.  Juni  1820]  im  Hohenzollemjahrbuch  1899,  S.  197 
— 220,    und   „Friederike -Luise -Wilhelmine,   Prinzessin  von  Preussen, 
Königin   der   Niederlande"    [gest.    12.   Oktober   1837],   HohenzoUem- 
jahrbuch  1901,  S.  160 — 172.     Das,  was  in  dem  grösseren  Werke  an 
verschiedenen  Stellen  mitgeteilt  wird,   findet  sich   hier  zu   einem  an- 
sprechenden Lebensbilde  der  beiden  Fürstinnen  vereinigt;  es  wird  ver- 
mehrt durch   archivalische   Notizen   über  die   Jugendzeit   und    einiges 
tlber  die  späteren  Jahre,  was  erst  in  dem  in  Vorbereitung  befindlicben 
dritten  Band   zur  Darstellung  gelangen   kann.  —  An   einem   anderen 
Orte  habe   ich   die  Schicksale  des  oranischen  Hauses   in  Deutschland, 
nach   der  Entschädigung,   die   der  Reichsdeputationshauptschluss   vom 
25.  Februar   1803    bewilligt  hatte,    eingehender    zu  behandeln.       Sie 
stehen  noch  vielfach   im  Zusammenhange  mit  Verhältnissen   und  per- 
sönlichen  Eigenschafken,   welche    vor   dem  Beginn   oder   im    Verlaufe 
des  Feldzuges  von  1799  hervortreten.     S.  386,  Zeile  20  meines  Auf- 
satzes bitte  ich  in   dem  Satze:   „er  [der  Prinz]  weilte  dort  [in  Eng- 
land] vorerst  bis  zum  März  1800  und  auch  in  den  folgenden  Jahren^ 
zu  lesen   ,4n  den   beiden  folgenden   Jahren",     tn   Spätherbst  1801, 
nach   den   Präliminarien   (l.  Oktober  1801)   und   vor  dem   Abschluss 
des  Friedens  von   Amiens   (25.  März  1802)   hatte   der  Erbstatthalter 
England  verlassen    und    seinen   Sitz   zu   Oranienstein   in   Nassau    ge- 


Kleine  Mitteilungen.  527 

nommen.  Seine  Gemahlin  folgte  ihm  am  30.  Juni  des  folgenden 
Jahres.  Sehr  gegen  ihren  Wunsch,  aber  früheren  Neigungen  ent- 
sprechend, hatte  sich  der  Erbprinz  auf  den  Eat  seines  Vaters  und 
vermutlich  des  preussischen  Hofes  im  Februar  1802  nach  Paris  be- 
geben, um  von  Bonaparte  eine  ausreichende  Entschädigung  des  ora- 
schen  Hauses  zu  erwirken.  In  den  Berichten  des  preussischen  Ge- 
sandten Marquis  Lucchesini  ist  öfters  von  seiner  Anwesenheit  und  den 
Vorschlägen  die  Bede,  die  Preussen  zu  seinen  Gunsten  im  Anschluss 
an  frühere  Verhandlungen  durchzusetzen  suchte.  Der  Erbprinz  ver- 
weilte in  der  französischen  Hauptstadt,  bis,  in  Ausführung  des 
18.  Artikels  des  Friedens  von  Amiens  zwischen  Lucchesini,  Talley- 
rand  und  dem  General  Beurnonville  ein  die  Oranier  doch  nicht  be- 
friedigender vorläufiger  Vertrag  am  27.  Mai  unterzeichnet  wurde. 
Er  begab  sich  dann  nach  England,  wo  er  mit  der  Auflösung  des 
oranischen  Korps  eine  der  letzten  Spuren  des  Feldzuges  von  1799 
verschwinden  liess.^  H.  Hüffer. 

Urkunde  für  Fulda  yom  30.  Aug.  834.    Im  letzten  Heft 

dieser  Zeitschrift  S.  390 — 91  brachte  E.  Heydenreich  eine  kleine  Mit- 
teilung über  die  Tironischen  Noten  im  Fuldaer  Chartular  des  9.  Jahr- 
hunderts. Leider  hat  er  Herrn  L.  Traube,  dem  er  die  Lesung  dieser 
Noten  verdankt,  verspätet  und  vergeblich  bemüht;  denn  schon  vor 
zwei  Jahren  hatte  ich  diese  Frage  in  einer  Besprechung  von  Heyden- 
reichs  eigenem  Buch  über  das  Fuldaer  Chartular  (Mitteilungen  des 
Instituts  f.  österr.  GF.  21,  542—43)  erledigt.  Ich  darf  aber  für 
meine  Lesung  neben  dem  zeitlichen  Vorrang  auch  den  der  Richtigkeit 
in  Anspruch  nehmen.  (Eltingus  scripsit,  nicht  Eltiricus,  wie 
Traube  deutete).  Ueber  die  erste  der  vier  Noten  (el)  sind  Traube 
und  ich  einig;  die  zweite  kann  ti,  aber  auch  einfach  den  Buchstaben  t 
bedeuten.  Ueber  die  dritte  und  vierte  Note  aber  kann  sich  jeder- 
mann an  der  Hand  des  Lichtdruckfacsimiles  bei  Heydenreich  und 
Schmitz,  Conunentarii  notarum  Tironianarum  selbst  ein  Urteil  bilden. 
Die  dritte  Note  ist  „in"  (Schmitz  1,  8),  nicht  „ri",  das  bei  silben- 
tachjgraphischer  Schreibimg  von  Eigennamen  nach  meiner  Erfahrung 
stets  in  der  mit  unserer  Type  nicht  entfernt  ähnlichen  Gestalt  Schmitz 
17,  102,  nicht  in  der  mit  der  Note  für  „in"  allerdings  ähnlicheren 
Form  Schmitz  14,  65  gebraucht  wird.  Dass  endlich  die  vierte  Note 
„gus"  (Schmitz  17,  17)  und  nicht  „cus"  (Schmitz  16,  81)  zu  lesen 
ist,  bedarf  nur  eines  Blickes. 

Berlin.  M.  Tangl. 

1  De  Bas  IT,  369,  361. 


Kritiken. 

Usus  DelbrQck,  Geschieht«  der  Kriegskanat  im  Rahmen  der 
politischen  Geschichte.  Zweiter  Teil  Erst«  Hilft«.  Bfimer 
und  Germanen.     Berlin   1901. 

In  rascher  Folge  ist  der  2.  Teil  des  gross  angel^jiten  Werkes 
erschienen;  er  zeigt  dieselhen  Vorzttge  wie  sein  Vor^nger;  richtige 
Schätzung  der  den  Krieg  betreffenden  Werte  verbindet  sich  mit  einer 
stupenden  Kenntnis  historischer  Vorginge  und  Fragen  zu  dem  Ver- 
mögen, die  Entwicklung  der  Kriegskunst  nicht  bloss  in  ihren  äusseren 
Vorgängen  zu  zeigen,  sondern  auch  jede  Bewegung  und  jede  Aen- 
derung  auf  ihre  inneren  Ursachen  zurQckzaftthren.  Die  ausgetretene 
Bahn  einseitiger  Forschung  meidend,  zieht  der  Ver&sser  alle  Er- 
scheinungen des  Volkslebens  in  den  Kreis  seiner  Betrachtung,  sucht 
sie  nach  ihrer  Gewissheit,  Wahrscheinlichkeit,  Möglichkeit  absuBtufea 
und  der  Forschung  damit  eine  breite  and  solide  Basis  za  geben;  so 
betritt  er  mit  glücklichem  Erfolge  den  Weg,  nicht  bloss  die  einzelnen 
Erscheinungen  des  Krieges  in  UTSächlicheD,  fortschreitenden  Zusammen- 
hang zu  bringen,  Bondem  auch  das  gesamte  öffentliche  Leben  der 
Völker  in  Verwaltung,  Politik,  Rechtspflege  nnd  Krieg  als  dos  Er- 
zeugnis einer  Volksseele  zu  betrachten  imd  von  seinem  gemMssamen 
Ursprünge  abzuheben. 

Dass  man  in  manchen  Punkten  dem  Verfasser  nicht  folgen 
kann,  schmälert  den  Wert  seiner  Arbeit  nicht.  So  kann  ich  die 
Anschauung  von  der  taktischen  Wertlosigkeit  des  cnnens  nicht 
teilen.  Eü  ist  freilich  gewiss,  dass  ihm  die  durchdringende  Kraft  des 
metallenen  Keiles  abgeht,  denn  er  ist  nicht  konsistent  wie  dieser,  er 
besteht  aus  leicht  abbröckelnden  Teilen  imd  er  w&re  aus  diesem 
Grunde  dort,  wo  der  metallene  Keil  am  schärfsten  wirkt,  an  der 
Spitze,  am  schwächsten  oder  vielmehr  wertlos.  Aber  einerseits  Iftoft 
er  nicht  in  eine  Spitze  aus,  sondern  ist  nur  eine  in  der  Frontrichtnng 
sich  verjüngende  Phalanx,  andererseits  besteht  die  Gefahr  der  Front, 
flankiert  und  umringt  zu  werden,  keineswegs  in  der  vom  Verfasser 
geschilderten  Grösse;  denn  der  flankierende  Gegner  lauft  selbst  Gefahr, 
von  dem  überragenden  Teile  des  Keiles  flankiert  zu  werden.  Krafl 
des   Durchbrucfaes    mit   genügender   Flankendeckung   ist    demnach    der 


Kritiken.  529 

Vorzug  dieser  eigentümlichen  Gefechtsform  und  diese  war  wertvoll 
für  eine  Zeit,  in  welcher  beim  Drange  nach  Vorwärts  die  Evolutions- 
ftlhigkeit  nach  der  Flanke  zu  deren  Sicherung  noch  nicht  gefunden 
und  geschult  war.  In  ähnlicher  Weise  formiert  sich  die  heutige 
Kavallerie  in   offensiver  und  defensiver  Absicht  in  seitlichen  Staffeln. 

Noch  weniger  kann  ich  der  etwas  leichten  Behandlung  des  Tacitus 
das  Wort  reden.  Eine  pompöse  Wendung,  eine  rhetorische  Floskel 
nennt  der  Verf.  p.  129  die  Worte  Caesar  nisi  pontibus  praesidiisque 
impositis  dare  in  discrimen  legiones  haud  imperatorium  ratus,  equitem 
vado  tramittit  Ann.  IT,  11.  Diese  kurze  Abfertigung  des  römischen 
Autors  nunmt  ndch  bei  einem  so  eminenten  Kenner  militärischer 
Vorgänge  Wimder.  Freilich  nach  der  Uebersetzung  des  Verfassers 
ist  es  „ein  völlig  unverständlicher  Vorgang";  der  angefochtene  Satz 
bedeutet  aber  nichts  anderes  als  dass  es  Germanicus  für  einen  stra- 
tegischen Fehler  hielt  (haud  imperatorium  ratus),  seine  Truppen  auf 
das  feindliche  Ufer  zu  führen  (dare  in  discrimen  legiones)  ohne  eine 
gesicherte  Brücke  (nisi  pontibus  praesidiisque  impositis),  die  ihm  im 
Falle  einer  Schlappe  den  Bückweg  offen  halte,  eine  zu  allen 
Zeiten  geltende  Massregel,  deren  Nichtbeachtung  oft  genug  zur 
Katastrophe  geführt  hat  und  durch  die  weite  Entfemimg  von  der 
Basis  erhöhte  Bedeutung  gewinnt.  Dass  das  germanische  Heer 
unmittelbar  am  jenseitigen  Ufer  stand,  ist  eine  durch  nichts  gerecht- 
fertigte Supposition;  sie  ist  durch  die  vorausgehende  und  die  folgende 
Erzählung  ausgeschlossen.  Ebensowenig  ist  unter  anderem  die  Polemik 
gegen  Tacitus  p.  56  gerechtfertigt  Die  Schilderung  der  germanischen 
Bewaffnimg  in  Germ.  6  u.  die  in  Ann.  II,  14  können  und  sollen  nicht 
übereinstimmen;  jene  ist  objektiv,  diese  durch  den  zu  den  Soldaten 
sprechenden  Feldherm  absichtlich  gefärbt;  überdies  heisst  dort  lancea 
nicht  die  Lanze,  sondern  wie  Xoyxrj  die  Lanzenspitze.  Auch  p.  130 
kämpft  der  Verfasser  ndt  selbst  geschaffenen  Hindernissen;  nicht  die 
Schlachtordnung  beschreibt  der  röm.  Autor  Ann.  U,  16,  sondern  die 
Marschordnung,  aus  welcher  in  die  Gefechtsstellung  übergegangen  wird. 

Mähr.  Weisskirchen.  Jos.  Fuchs. 

Georg  Freiherr  von   Hertling^    Der  Untergang  der  antiken 
Kultur.      Augustin.      Mit    einer    Kunstbeilage    in    Farbendruck 
und    50   Abbildungen.     Mainz,    Franz    Kirchheim,    1902.      Welt- 
geschichte in  Karakterbildem,  herausgegeben  von  Franz  Kampers, 
Sebastian  Merkle  und  Martin  Spahn.     I.  Abteilung:  Altertum. 
Es   giebt   wohl    nur    wenige    weltgeschichtliche    Persönlichkeiten, 
über    die   so  viel   geschrieben   ist,   wie   über  Augustin.     Dennoch   hat 
der  grosse  Kirchenvater  bisher  noch  keinen  Biographen  gefunden,  der, 


530  Kritiken. 

unbeirrt  durch  apologetische  und  konfessionelle  Vorurteile,  mit  voll- 
kommener  Sachkenntnis  und  eindringendem  psychologischem  Ver- 
ständnis sein  Leben  geschildert  hfttte.  Wir  besitzen  nur  ausgezeich- 
nete Einzeldarstellungen  —  fCLr  den  äusseren  Lebensgang  den  Artikel 
von  Loofs  in  Hauck-Herzogs  R^alencyklopädie,  für  die  geistige  Ent- 
wickelung  Augustins  die  geistvollen  Essays  Boissiers  und  Hamacks, 
fOr  seine  Weltanschauung  die  Augustinischen  Studien  Beuters  und  die 
Dogmengeschichte  Hamacks  —  aber  diese  Einzeldarstellungen  können 
eine  zusammenfassende  Schilderung  nicht  ersetzen.  Hilft  nun  Hertlings 
Buch  diesem  Mangel  ab  und  bezeichnet  es  demgemäss  einen  Mark- 
stein in  der  Entwickelung  der  augustinischen  Litteratur?  Ich  muss 
diese  Frage  verneinen  und  bekennen,  dass  es  nur,  verglichen  mit  den 
bisherigen  katholischen  Biographien,  einen  Fortschritt  darstellt.  Mit 
den  anderen  verglichen,  erscheint  es  jetzt  schon  antiquiert,  weil 
Hertling  die  Persönlichkeit  und  die  Anschauungen  Augustins  Ton 
antiquiertem  Standpunkte  aus  betrachtet,  weil  trotz  vereinzelter  An- 
sätze zur  Kritik  apologetische  Gesichtspunkte  ihn  inuner  noch  beein- 
Aussen.  Das  zeigt  sich  schon  deutlich  in  dem  1.  Kapitel:  Augustins 
Geistesgang  (!)  bis  zu  seiner  Bekehrung.  Dass  es  das  Gefühl  der 
Beschämung  war,  welches  diese  entscheidende  Wendung  im  Leben 
Augustins  letztlich  veranlasste,  —  Beschämung  über  die  asketischen 
Leistungen  der  ägyptischen  Mönche  —  dass  Augustins  Christentum 
dann  nachher  noch  volle  4  Jahre  lang  wesentlich  ein  Christentum  der 
„Stimmung,  nicht  der  Einsicht"  war,  dass  er  erst  seit  seinem  Eintritt 
in  den  geistlichen  Stand  (391)  ganz  allmählich  in  die  kirchlichen  An- 
schauungen sich  einlebte,  das  tritt  bei  Hertling  nicht  klar  hervor. 
Demgemäss  überschätzt  er  auch  den  Einfluss  christlicher  Gedanken 
auf  Augustins  persönliche  Lebensführung  seit  387  und  stellt  die  un- 
beweisbare Behauptung  auf,  der  Philosophenverein  von  Thagaste  388 
bis  391  habe  sich  in  seiner  Lebensweise  durch  das  Vorbild  der  ür- 
kirche  bestimmen  lassen.  Dass  er  die  allmähliche  Christianisierung  und 
Verkirchlichung  der  Anschauungen  Augustins  nicht  im  einzelnen  nach- 
gewiesen hat,  mag  noch  hingehen,  aber  den  harten  Autoritätsglauben 
und  die  harte  Kirchlichkeit  des  späteren  Augustin  hätte  er  doch,  wie 
schon  Hamack  betont,  weit  schärfer  hervorheben  müssen  (vgL  die 
Behandlung  des  compelle  intrare  S.  79  ff.)  Ebenso  hätte  man  wohl 
über  die  augustinische  Prädestinationslehre  eine  etwas  ausführlichere 
und  bestimmtere  Aeussenmg  erwarten  dürfen,  vgl.  S.  49.  Ein  klares 
Bild  von  der  Geistesart  und  den  Anschauungen  des  grossen  Afrikaners 
wird  somit  der  Leser  aus  Hertlings  Schrift  nicht  gewinnen.  Weder 
die  Elemente,  aus  welchen  dieselben  erwachsen  sind  —  tiefe  persön- 
liche Erfahrung,   Piatonismus,  vulgär -methodische  und  biblische  Vor- 


Kritiken.  531 

Stellungen  —  noch  die  Motive,  welche  sein  Denken  bestimmen  —  ein 
energisches  intellektuelles  Bedürfnis  und  ein  ebenso  energischer  Auto- 
ritätsglaube —  wird  er  hier  in  ihrer  Bedeutung  recht  gewürdigt 
finden. 

Der   apologetische  Standpunkt  Hertiings  macht  sich  dann  natur- 
gemäss   auch   in   Einzelheiten   bemerkbar.     Dass   Augustin   bei  seiner 
Uebersiedelung  nach  Rom  seine  Mutter  durch  eine  Lüge  in  Karthago 
zurückhält,   das   tritt  bei  ihm  nicht  klar  hervor.     Von  Patricius  sagt 
er  viel  weniger,  als  er  sagen  könnte,  Monnica  und  Hieronymus  beur- 
teilt er  viel  günstiger,  als  sie  verdienen,  und  die  Schwenkung  in  der 
Politik    des   Papstes  Zosimus    im   pelagianischen    Streite   schildert    er, 
ohne    das    wahre    Motiv,    das   kaiserliche   Edikt   vom   April    418,   zu 
nennen.     Ebenso    verrät    sich   in    der   Darstellung    des    donatistischen 
Streites,  in  der  Beurteilung  der  Lehre  Augustins  von  der  Ejrche  und 
den    Sakramenten   deutlich,    dass   der  Verf.    Katholik   ist.     Umsomehr 
Avird  man  sich  wundem,  dass  er  in  der  Schilderung  der  jugendlichen 
Yerirrungen  des  Kirchenvaters  neue  Nachweise  nicht  beachtet,  die  sich 
wohl  hätten  apologetisch  verwerten  lassen.   Hätte  er  hervorgehoben,  dass 
Augustin  schon  sehr  bald  nach  Beginn  seiner  karthagischen  Studienzeit 
ein  dauerndes  Liebesverhältnis    einging,   dass    er  schon   im  Alter  von 
17%    Jahren  Vater    eines  Sohnes    wurde,    dass    er    mit    der   Mutter 
„dieses  Kindes  der  Sünde^^  fast  15  Jahre  lang  ganz  ehrbar  zusanunen- 
lebte,    dass    diese    Verbindung    ein    rechtlich    anerkanntes    Verhältnis 
war,   vgl.   P.   Meyer,   Der    römische   Konkubinat  p.  89,    dass    darum 
die  hl.  Monnica  kein  Bedenken  trug,  die  Konkubine  des  Sohnes  samt 
ihrem  Kinde    in    ihr    Haus    aufzunehmen,    so   würde    er    dem    Leser 
zweifellos  ein  arerechteres  Urteil  über  den  jungen  Augustin  ermöglicht 
haben.     Um  so  stärker  hätte  dann  freilich  die  moralische  Versunken- 
heit    des    wohlbestallten    Professors    Augustin    hervorgehoben    werden 
müssen,    der    ohne    Gewissensbedenken,    um    eine    reiche    Heirat    ein- 
gehen   zu    können,    die    langjährige    Kameradin    verstiess    und    dann 
gleich  eine  andere  Konkubine  sich  suchte. 

Was  die  Anlage  des  Buches  betrifft,  so  erscheint  es  mir  nicht 
glücklich,  dass  Hertling  gleichzeitig  das  Leben  Augustins  und  den 
Untergang  der  antiken  Kultur  darzustellen  imtemimmt.  Ganz  ab- 
gesehen davon,  dass  man  von  einem  Untergange  der  antiken  Kultur 
nur  in  sehr  bedingter  Weise  reden  kann,  hat  diese  Kombination  un- 
vermeidlich zur  Folge,  dass  die  Biographie  auf  Schritt  und  Tritt 
durch  lange  Exkurse  unterbrochen  wird.  Viel  besser  wäre  es 
meines  Erachtens  gewesen,  dem  Leser  einen  kurzen  Ueberblick  über 
die  Nachwirkung  Augustins  und  seiner  Anschauungen  zu  geben. 
Dieser    Ueberblick    wäre    freilich    nicht    sehr    erbaulich    ausgefallen; 

Histor.  Vierteljahraohrift.  190S.  4.  87 


532  Kritiken. 

denn  die  Geschichte  des  Augastinismns  ist  die  Geschichte  der  all- 
mählichen Verdrängung  Aognstins.  Aher  er  würde  trotzdem  ein 
besseres  Urteil  aber  die  welthistorische  Bedeutung  des  Mannes  er- 
möglicht haben,  als  die  gelegentlichen  Bemerkungen  Hertlings. 

Da  die  Schrift  sicher  bald  eine  zweite  Auflage  erleben  wird, 
so  möchte  ich  einige  Vorschläge  zur  Besserung  nicht  unterdrücken. 
Ich  halte  1.  eine  stilistische  üeberarbeitung  der  erzählenden  Par- 
tieen  für  wünschenswert,  2.  etwas  mehr  Konsequenz  in  der  Schreib- 
weise der  Eigennamen  —  Hertling  schreibt  bald  Cirta,  bald  Zirta, 
Eclanum,  aber  Karthago  usw.  —  3.  ist  zu  korrigieren  S.  33  Eya- 
grius  für  Evandrius,  S.  87  die  missverständliche  Notiz  von  der 
falschen  Askese  des  Jovinian  zu  yerbessem  —  denn  was  ist 
falsche  Askese,  und  inwiefern  ist  Jovinian  Vertreter  einer  solchen 
—  und  jedenfalls  noch  mehr  zu  beschränken  die  Hypothese  von  dem 
Zusammenhang  des  Donatismus  mit  national -numidischen  Bestrebungen; 
denn  ein  solcher  ist  bislang  durchaus  nicht  bewiesen;  4.  muss  meines 
Erachtens  die  Zahl  der  Abbildungen  um  ein  Dutzend  vermindert 
werden.  Denn  was  sollen  in  einer  historischen  Monographie  die  an 
sich  ja  sehr  schönen  Bilder  von  Benozzo  Gk>zzoli,  Sandro  Botticelli, 
Pinturicchio?  Zum  Verständnis  des  Textes  tragen  sie  nicht  das 
mindeste  bei,  den  gebildeten  Leser  stören  sie  daher  nur,  den  un- 
gebildeten führen  sie  bloss  irre. 

Leipzig.  G.  Böhmer. 

1.  Johannes  C.  H.  B.  Steenstmp,  Danmarks  Sjdgraense  og 

Herredömmet   over  Holsten  ved  den  historiske  Tids  Be- 
gyndelse  (800— 1100).     Kjöbenhavn   1900.     106  S.    und 

2.  Johannes  C.  H.  B.  Steenstrup,  Venderne  og  de  Danske  för 

Valdemar  den  Stores  Tid.  Kjöbenhavn  1900.  122  S. 
Die  beiden  Abhandlungen  von  Steenstrup  ergänzen  einander. 
Sie  sind  kritische  Erörterungen  vieler  wichtiger  und  umstrittener 
Fragen  dänisch- deutsch -wendischer  Beziehimgen  und  erstrecken  sich 
auf  das  ethnographische  wie  das  politische  Gebiet.  Sie  beginnen  mit 
dem  Zeitpunkte,  an  dem  für  Dänemark,  die  Lande  an  der  ünterelbe 
und  im  Süden  der  Ostsee  die  historische  Zeit  anhebt,  c.  800,  und 
verfolgen  jene  Beziehungen  bis  ins  12.  Jh.,  die  erstere  Abhandlung  bis 
zu  der  grossen  Umwälzung,  die  der  Einzug  des  ersten  Schauenburger 
Grafen  Adolf  in  Holstein  für  die  Stellung  dieses  nach  Norden  vor- 
geschobenen deutschen  Grenzgebiets,  des  jahrhundertelangen  Zank- 
apfels zwischen  Dänen,  Deutschen  und  Wenden,  herbeigeführt  hat,  die 
zweite  ein  halbes  Jahrhundert  weiter  bis  zur  Eroberung  Rügens  durch 
Waldemar  den  Grossen  von  Dänemark  1169. 


Kritiken.  533 

Die  Schrift  über  Dänemarks  Südgrenze  greift  wiederholt  und  mit 
Kecht  und  Erfolg  bei  uns  herrschende  Auffassungen  an,  die  zumeist 
durch  die  Autorität  von  G.  Waitz  ziemlich  allgemeine  Giltigkeit  er- 
langt haben.  So,  um  nur  einiges  hervorzuheben,  die  unbegründete 
Theorie  von  einer  sogenannten  Nordeider  als  Südgrenze  Dänemarks, 
die  auch  bereits  neuerdings,  z.  B.  jüngst  von  A.  Sach,  das  Herzogtum 
Schleswig,  aufgegeben  worden  ist.  Unstreitig  war  die  heutige  Eider 
im  Beginn  des  9.  Jhs.  die  Südgrenze  des  dänischen  Volkstums.  So 
weiter  die  Behauptung,  dass  seit  ältester  Zeit  bis  zur  Schlei  die 
deutsche  Sprache  geherrscht  habe.  Zum  Beweise  des  Gegenteils  ninmit 
Steenstrup  Bezug  auf  die  Ortsnamen  des  Gebiets  zwischen  Eider  und 
Schlei,  die  überzeugend  darthun,  dass  ursprünglich  dies  Land  von 
Dänen  besiedelt  gewesen  ist.  So  besonders  die  vielerörterte  Frage 
einer  dänischen  Mark  des  deutschen  Reichs  zwischen  Schlei  und  Eider 
seit  der  karolingischen  Zeit.  In  sorgfältiger  und  besonnener  Abwägung 
der  Quellen  und  der  umstände  spricht  sich  St.  gegen  das  Vorhanden- 
sein einer  solchen  zu  irgendeiner  Zeit  aus;  für  möglich  hält  er  es 
nur  wie  schon  G.  Storm  während  der  kurzen  Zeit  von  acht  Jahren 
seit  dem  kräftigen  Dänenzuge  Ottos  IE.  974  bis  zu  der  allgemeinen 
Reaktion  der  Nachbarn  gegen  die  deutsche  Macht  nach  seiner  Nieder- 
lage bei  Cotrone.  Jener  Zug  wird  allerdings  gründlicher  und  klarer 
behandelt  in  der  jüngst  erschienenen  Abhandlung  von  K.  Uhlirz,  Unter- 
suchungen zur  Geschichte  Kaiser  Ottos  11.,  1.  Teil  (Mitt.  d.  österr. 
Instit.  Ergänz.bd.  6).  Dagegen  gelangt  St.  über  Heinrichs  I.  Dänen- 
zug und  seine  Erfolge  934  zu  einer  von  der  herkömmlichen  durchaus 
abweichenden  Auffassung.  Denn  der  von  Widukind  genannt«  Dänen- 
könig Chnuba  kann  nach  St.  nicht  identisch  sein  mit  dem  grossen 
dänischen  Könige  Gorm,  sondern  ist  ein  Teilfürst,  dessen  Gebiet  an 
der  schleswiger  Grenze  lag. 

In  dem  Streit  um  die  Lage  des  ältesten  Hedeby  teilt  er  die 
Ansicht  der  überwiegenden  Mehrheit  der  Forscher,  dass  dieser  im 
Beginne  der  historischen  Zeit  des  Ostseegebiets  wichtigste  Umschlags- 
platz zwischen  diesem  und  dem  Westen  auf  der  Stelle  der  heutigen 
Stadt  Schleswig  zu  suchen  sei.  An  der  Richtigkeit  dieser  Auffassung 
wird  es  nichts  ändern,  dass  jüngst  wieder  die  Ansicht,  dass  der 
Ringwall  der  sogen.  Oldenburg  die  Stätte  des  ältesten  Schleswig  be- 
zeichne, vertreten  worden  ist.  Denn  die  Ausgrabungen,  welche  hierfür 
beweisend  sein  sollen  und  sofort  zu  den  kühnsten  Folgerungen  ver- 
wertet worden  sind  (vgl.  J.  Mestorf  i.  d.  Mitt.  des  anthropol.  Vereins 
in  Schleswig-Holstein,  Heft  14,  S.  22ff.),  sind  viel  zu  spärlich,  um 
die  Gründe  der  Gegner  entkräften  zu  können. 

Es    ist    eine    beachtenswerte    Thatsache,    dass    die    Beziehungen 

87* 


534  Eritiken. 

zwischen  den  Dänen  und  Wenden  viel  engere  waren  als  zwischen 
diesen  und  den  Sachsen.  Den  Dftnen  standen  sie  und  überhaupt  die 
Slawen  je  nachdem  bald  als  Freonde,  bald  als  Feinde  gegenflber. 
Häufig  sehen  wir  dänische  Herrscher  ihre  Frauen,  wie  Steenstmp  in 
seiner  zweiten  Schrift  an  einer  Reihe  Yon  Beispielen  zeigt,  unter  den 
Slawen  wählen,  und  seine  AusfQhrungen  das.  8.  38 f.  über  den  be- 
liebten Skaldenausdruck  „WendentOter^  zeigen  den  engen  Zusammen- 
hang beider  Völker  nach  der  kriegerischen  Seite.  Dagegen  ist  zwischen 
den  Deutschen  und  den  Slawen  der  nationale  Hass  unablässig  von 
unerhörter  Schärfe  gewesen.  Ehe  Dänen  und  Deutsche  friedlich  und 
kriegerisch  im  Streit  um  die  wendische  Erbschaft  seit  dem  12.  Jh. 
zusammentrafen,  hatten  die  Dänen  schon  Jahrhunderte  lang  Versuche 
gemacht,  sich  an  der  SüdktLste  der  Ostsee  heimisch  zu  machen,  so  in 
der  Ausdehnung  ihrer  Herrschaft  über  die  Wenden  südöstlich  der 
Eider,  so  in  der  Begründung  yon  Kriegerkolonien  in  Beric  beim  heu- 
tigen Wismar,  in  der  Jomsburg  beim  heutigen  Wollin,  im  Samlande, 
so  später  mit  der  Eroberung  von  Bügen  und  noch  später  auch 
Estland.  Wenn  Dänemark  an  keinem  dieser  Punkte  mehr  als  bald 
vorübergehende  Erfolge  zu  erringen  vermocht  hat,  so  liegt  dies  zu- 
nächst begründet  in  der  Schwäche  seiner  Volkszahl,  sodann  aber  auch 
in  einer  fiir  ein  germanisches  Volk  ungewöhnlich  geringen  kolonisa- 
torischen Begabung.  Die  berühmteste  von  den  genannten  Eroberungen 
der  Dänen  war  die  Jomsburg,  die  ein  Jahrhundert  lang  der  Stütz- 
punkt der  dänischen  Herrschaft  auf  der  Ostsee  und  ein  wichtiges 
Zwischenglied  für  die  Verbindung  zwischen  den  Dänen  und  Wenden 
war.  Ihrer  Gründung  und  ihren  Schicksalen  widmet  daher  Steenstmp 
in  seiner  zweiten  Arbeit  die  grösste  Aufinerksamkeit.  Lage  und  An- 
lage Julius  und  der  Jomsburg  haben  kürzlich  durch  Stubenrauchs 
Untersuchungen  (Baltische  Studien  N.  F.  H.)  erwünschte  Klärung  \md 
Sicherstellung  erfahren.  Steenstmp  schliesst  sich  seinen  Ergebnissen 
an,  er  stellt  die  Gesetze  der  Jomsburger  Kriegergesellschaft  zusammen, 
deren  erste  Festsetzung  in  der  Jomsburg  in  der  zweiten  Hälfte  des 
10.   Jhs.  erfolgte. 

Steenstmp  sucht  wahrscheinlich  zu  machen,  dass  die  im  12.  Jh. 
so  unerträgliche  wendische  Seeräuberei,  deren  erste  Spuren  sich  um 
die  Mitte  des  10.  Jhs.  erkennen  lassen,  ihre  Anregung  geschöpft  habe 
aus  den  dänischen  Vikingerfahrten  an  die  Ostseeküsten,  dass  diese 
überhaupt  den  Wenden  den  Anstoss  gegeben  hätten,  sich  aufs  Meer 
hinauszubegeben.  Das  ist  zunächst  möglich;  aber  das  üeberhand- 
nehmen  des  wendischen  Seeraubes  im  12.  Jh.  ist  doch  wohl  nicht  als 
eine  Folge  jener  Züge  und  sodann  der  Bürgerkriege  aufzufassen,  die 
seit    Ermordung  Knut   Lawards    1131    ein  Menschenalter   lang  Däne- 


Kritiken.  535 

mark  zerrütteten.  Hier  scheint  mir  vielmehr  den  wahren  Grund  die 
Klage  des  Abodriten  Pribislaw  (1156,  Helmolt  I  c.  83)  anzugeben, 
dass  seit  langem  die  drückenden  Tribute  der  sächsischen  Fürsten 
die  westlichen  Slawen  von  Wagrien  bis  Ponmiem  zur  Verzweiflung 
gebracht  hätten  und  die  Unmöglichkeit,  länger  so  weiter  zu  leben, 
sie  aufs  Meer  und  dem  Seeraub  in  die  Arme  getrieben  habe. 

Dass  die  Wenden  vor  dem  12.  Jh.  Seehandel  getrieben,  davon 
haben  wir  keine  Spuren.  Doch  sehen  wir,  dass  der  Seeverkehr  der 
wendischen  Häfen  in  Händen  der  Dänen  und  anderer  Nordleute  lag. 
Auch  zum  Handel  überhaupt  war  das  Verhältnis  der  Wenden,  wie 
Steenstrup  im  Anschluss  an  die  Meinung  Sommerfelds  (Germanisierung 
Pommerns)  und  anderer  bemerkt,  recht  passiv.  Sie  waren  und  blieben 
im  wesentlichen  nur  Zwischenhändler.  Die  offenbar  starken  Fremden- 
kolonien wie  z.  B.  sächsischer  und  dänischer  Händler  in  Julin,  dem 
Haupthandelsplatz  des  Wendenlands  während  des  11.  Jhs.  erläutern 
die  Stellung  des  wendischen  Handelsstands,  und  die  Heranziehung  der 
von  M.  Pappenheim  in  Goldschmidts  Zeitschr.  für  Handelsrecht  29, 
S.  443  ff.  erörterten  Nachricht  über  einen  reichen  Dänen,  der  ins 
Wendenland  reist  und  durch  dort  ansässige  Makler  und  Kommissio- 
näre, die  zugleich  als  Dolmetscher  dienen  und  eine  besondere  Berufs- 
gruppe bilden,  Kleinodien  aufkaufen  lässt,  hätte  ein  weiteres  in- 
teressantes Streiflicht  auf  jene  Zustände  fallen  lassen. 

Kiel.  Daenell. 

Chronique  Art^ienne  (1295—1304)  nouvelle  edition,  et  Chroniqne 
Toumaisienne    (1296—1314),    publice    par    Frantz    Funck- 
Brentano     (Colledion    de     Textes    pour    servir    ä    Vetude    et  d 
Venseignement  de  Vhistoire\  Paris,  Picard,  1899. 
Funck- Brentano   war    ohne    Zweifel   der  richtige  Mann,  um    die 
neue    Ausgabe    dieser    Chronik    vom    Streite    der    Flamländer    gegen 
Frankreich   im  Anfang   des    14.  Jahrhimderts   zu  besorgen;   denn  nie- 
mand  kennt   besser  die  Geschichte   von  Flanderns  Befreiimg,   als  der 
Schreiber  des  vortrefflichen  Buches  „Philippe  le  Bei  en  Flandre". 
Schon    früher    hat   der    nämliche    Gelehi-te   in   der    Colledion  de 
Textes  eine  gute  Ausgabe  der  Aimäles  Gandenses  (1297 — 1310)  eines 
Gentner  Franziskaners  veröffentlicht,  er  macht  sogar  von  dieser  neuen 
Publikation   Gebrauch,  um   einige,    ihm   von   verschiedenen   Gelehrten 
angedeuteten   Textverbesserungen    hinzuzufügen   (S.   XX — XXIV).      In 
seinem  bekannten  Memoire  sur  la  hatmlle  de  Courtrai  et  les  Chronigues 
qui    en    ont    traitS    (Mem,    Acad,    Inscriptians^    Savants    Tangers, 
le  s.,    t.  X^.    243 — 257),   hat  F.  B.    bewiesen,    dass   die    unter    dem 
Namen    bekannte    Chronique    anonyme    de    la    guerre    entre    Ghii   de 


536  Kritiken. 

Dampierre  et  Philippe  le  Bei  von  einem  Bewohner  der  Stadt  Atrecht 
yerfasst  war,  und  der  Schriftsteller  zweifellos  in  Beziehung  stand  mit 
Jehan  de  Lens,  dem  Verteidiger  der  Borg  zu  Courtrai.  Dieser 
Meinung  wurde  von  allen  Referenten  beigepflichtet,  daher  jetzt  auch 
der  Titel  Chronique  Artesienne.  Der  Herausgeber  zeigt  in  seiner 
inhaltreichen  Einleitung  wie  zahlreich  die  Fehler  in  J.  J,  De  Smets 
unzulänglicher  Ausgabe  (1865)  waren,  giebt  eine  Beschreibung  von 
der  einzigen,  leider  nachlässig  gearbeiteten  und  unvollständigen 
Hs.  zu  Brüssel,  und  behauptet,  dass  der  Atrechtsche  Schriftsteller 
Ende  1304  schrieb.  Was  wir  vor  allen  Dingen  bei  dem  Schreiber 
der  Chrofiique  Artesienne  bewundem  müssen,  ist  seine  chronologische 
Genauigkeit.  F.  B.  betont  hierbei,  dies  sei  nicht  mehr  die  Arbeit 
eines  einfachen  Chronikschreibei'^ ,  da  er  als  Anhänger  des  franzö- 
sischen Königs  seine  Geschichte  mit  der  Sammlung  von  einigen  un- 
widerlegbaren, die  Oberlehnsherrlichkeit  des  Königs  über  die  Graf- 
schaft Flandern  beweisenden  Urkunden  anfängt  Er  lenkt  die  Auf- 
merksamkeit auf  den  litterarischen  Wert  der  Chronik  und  führt  als 
Beispiel  das  malerische  und  sehr  genaue  Bildnis  an,  das  der  Atrecht- 
sche Anonymus  von  dem  berühmten  Volksführer  Peter  De  Coninc  zu 
Brügge  zeichnet.  Um  den  Text  zu  erläutern,  hat  der  Heraus- 
geber in  sehr  ausgedehnten  Anmerkungen  einige  kurze  Fragmente 
einer  ungedruckten,  um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  geschriebenen 
Chronique  Tournaisienne '  beigefügt,  so  wie  auch  eine  Uebersetzung 
zahlreicher  Bruchstücke  aus  dem  IV.  Buch  von  X.  ran  Vdthems 
Spiegel  Historiadl. 

Eine  ausgezeichnete  Karte  Flanderns  im  13.  Jahrhundert  nebst 
einem  guten  Namenregister  vollendet  diese  Ausgabe.  Allerdings 
überschätzt  F.  B.  den  Quellen  wert  der  Chronique  Artesienne^  so 
drückt  er  in  seiner  Vorrede  (S.  XVII)  wiederholt  seine  üeberzengung 
aus,  dass  man  künftighin  einstimmig  die  Genauigkeit  des  Berichtes  von 
der  Schlacht  bei  Courtrai  anerkennen  werde,  was  er  nochmals  weiter 
in  einer  ausgedehnten  Note  (S.  46 — 47)  darlegt.  Aber  ausser  der 
Thatsache,  dass  der  Atrechtsche  Schriftsteller  behauptet,  die  Flam- 
länder hätten  Gruben  und  Gräben  auf  dem  Schlachtfelde  gegraben, 
erzählt  er  nichts  vom  Kampfe,  weder  die  Schlachtordnung  der  beiden 
Heere,  noch  die  verschiedenen  Angriffe,  noch  selbst  den  misslungenen 
Ausfall  von  Jehan  de  Lens  —  mit  dem  er  jedoch  so  gut  bekannt 
war  —  aus  dem  Schlosse  zu  Courtrai  1  (S.  48).  Diese  Behauptung 
des  Herausgebers  ist  durchaus  unbegründet.  Prof.  H.  Pirenne  aus 
Gent  hat  klar  nachgewiesen,  dass  die  Chronique  Artesienne  noch 
in  erster  Linie  der  Gruppe  der  gleichzeitigen  Quellen  zugehört, 
welche  der  fabelhaften   Version  Fran^aise  de  la  BataiUe  de  Courtrai 


Kritiken.  537 

folgen  {Bullet.  Comm.  roy,  d'Hisfoire  de  Belgique,  4<f  s.,  t  XVn 
und  5«  s.,  f.  n).  Zum  Schluss  zwei  kleine  Berichtigungen:  S.  IX 
der  Einleitung  ist  „30  aoüt  1304"  und  nicht  „30  avril"  zu  lesen; 
S.  49,  in  der  Totenliste  von  Courtrai  hat  man  zwischen  „Guys  de 
Neele,  mareschiaus"  und  „Mesires  de  Fiennes",  einzuschieben  „Mesires 
Renaus  de  Trie,  mareschiaus". 

Ostende.  Dr.  V.  Fris. 

Die   Stadtrechte  der  Grafschaft  Mark.     Heft  l:  Lippstadt, 

bearbeitet  von  Dr.  A.  Overmann,  Stadtarchivar  in  Erfurt.  Ver- 
öffentlichungen der  Historischen  Kommission  für  Westfalen.  Rechts- 
quellen. Westfälische  Stadtrechte.  Abteilung  I.  Mit  Unterstützung 
der  Stadt  Lippstadt.  Münster  i.  W.  1901,  Kommission  der  Aschen- 
dorffschen  Buchhandlung.  8^  VI  +  111*  -f  150  S. 
Im  vorliegenden  Werk  begrüssen  wir  das  erste  Heft  einer  neuen 
Serie  von  Veröffentlichungen,  welche  die  rührige  Historische  Kom- 
mission für  Westfalen  in  Angriff  genommen  hat.  Die  Bechtsquellen 
und  zwar  zunächst  die  Stadtrechtsquellen  sollen  erschlossen  werden. 
Man  wird  diesen  neuen  Schritt  nur  freudig  begrüssen  können.  Mag 
auch  für  die  Rechtsgeschichte  der  westfälischen  Bischofs-  und  Stifts- 
städte, sowie  vor  allem  für  die  Erforschung  des  Soester  Rechts  in 
neuerer  Zeit  manches  gethan  worden  sein,  so  ist  es  doch  um  unsere 
Kenntnis  der  kleineren  westfälischen  Städte  ziemlich  schlecht  bestellt, 
und  gerade  um  die  Quellen  der  Stadt,  mit  der  man  hier  den  Anfang 
gemacht  hat,  um  Lippstadt,  hat  sich,  wenn  wir  von  dem  ältesten 
Stadtrecht  absehen,  die  Forschung  kaum  gekümmert  Dass  jetzt  ihre 
Rechtsquellen  erschlossen  werden,  ist  äusserst  dankenswert  Hat  sie 
auch  nie  eine  wirklich  führende  Rolle  gespielt,  so  ist  doch  die  stat 
tor  Lippe  in  mehr  als  einem  Sinne  vorbildlich  für  die  Städte  der 
Grafschaft  Mark  geworden;  sie  hat  ihnen  als  Mutterstadt  das  Soester 
Recht  vermittelt,  und  von  ihr  haben  wohl  auch  die  Grafen  von  der 
Mark  die  so  ausserordentlich  regelmässige  Stadtanlage  entlehnt,  die 
in  ihren  Städten  wiederkehrt  und  die  in  allem  Wesentlichen  völlig 
mit  dem  Normalschema  der  deutschen  Kolonisationsstädte  überein- 
stimmt. Allerdings  hat  die  Gründung  Bernhards  von  der  Lippe  nicht 
das  gehalten,  was  die  ersten  Anfänge  versprachen;  ihre  Selbständig- 
keit ist  immer  eine  geringe  gewesen  und  1535  fast  vöUig  verloren 
gegangen,  vor  allem  aber  hat  die  Eifersucht  der  beiden  Gewalten, 
die  sich  von  1445  bis  1850  in  die  Stadtherrschaft  teilten,  der  Herren 
(später  Grafen)  zur  Lippe  und  der  Grafen  von  der  Mark  (später 
Brandenburg-Preussen)  ein  Aufblühen  der  Stadt  nicht  zugelassen. 
Aber  wer  einen  Blick   in   das  Leben  einer  deutschen  Kleinstadt  thun 


538  Kritiken. 

will,    wird    gerade    aus    den    LippstAdter    Quellen    reiche    Belehrung 
schöpfen  und  vieles,  was  typische  Bedeutung  hat,  finden. 

Die  Auswahl  der  Quellen  ist  yerst&ndig.  Mit  gutem  Geschick 
hat  der  Verf.  das  Wichtigste  im  Wortlaut,  and^^s  hloss  im  Regest 
gebracht.  Dass  er  auch  die  Neuzeit  bis  in  die  Anfänge  des  18.  Jahr- 
hunderts hineingezogen  hat,  kann  nur  gebilligt  werden;  wenn  auch 
umfangreichere  Ürkundenbücher  für  die  nachmittelalterliche  Zeit  aus- 
geschlossen sind,  so  ist  die  Veröffentlichung  der  Rechtsquellen  im 
engeren  Sinn  auch  für  diese  Zeit  geboten.  Wer  den  Stand  unserer 
rechtsgeschichtlichen  Forschimg  kennt,  weiss,  wie  sehr  gerade  für  das 
16.  und  17.  Jahrhundert  die  stadtverfassungsgeschichtliche  Forschung 
im  Rückstande  geblieben  ist,  und  der  künftige  Geschichtsschreiber  der 
Rezeption  wird  gerade  für  solche  Veröffentlichungen  besonders  dankbar 
sein.  Im  ganzen  fallt  auch  der  Löwenanteil  der  Veröffentlichung  auf 
die  Neuzeit.  Das  mittelalterliche  Material  besteht  aus  einigen  30 
landesherrlichen  Privilegien,  die  zum  Teil  einfach  Wiederholungen 
älterer  Urkunden  sind,  und  von  denen  von  hervorragender  Wichtigkeit 
allein  das  bekannte  Stadtrecht  von  1200  ist,  dem  ein  besonderer  Exkurs 
gewidmet  wird  und  das  uns  hier  zum  ersten  Male  in  trefflichem 
Faksimile  erscheint.  Von  den  sonstigen  mittelalterlichen  Quellen  verdient 
nur  noch  ein  Stadtrecht  aus  dem  Anfang  des  14.  Jahrhunderts  Erwähnung. 
Dagegen  bringt  schon  das  16.  Jahrhimdert  recht  reiches  Material 

Ganz  ausgezeichnet  ist  die  vorausgeschickte  historische  Einleitung 
Overmanns,  die  auf  mehr  als  100  Seiten  die  Verfassungs-  und  Ver- 
waltungsgeschichte der  Stadt  behandelt.  Durchweg  tritt  eine  völlige 
Kenntnis  des  gesamten  archivalischen  Materiales  zu  Tage,  zahlreiche 
archivalische  Quellennotizen,  die  zur  Aufnahme  in  die  Edition  selbst 
nicht  geeignet  waren,  sind  hier  zur  Verarbeitung  gelangt,  dabei  kann 
man  überall  gutes  historisches  Verständnis  beobachten.  Die  am  Schluss 
des  Buches  hinzugefügten  Rats-  und  Beamtenlisten,  sowie  die  Merian- 
sche  Vogelschauansicht  und  eine  Skizze  der  Feldmark  von  1572  ver- 
vollständigen in  erwünschter  Weise  die  Darstellung.  Gegen  mandies, 
was  Verf.  behauptet,  habe  ich  allerdings  Bedenken;  so,  wenn  er  S.  21* 
Anm.  5  Soest  für  eine  Gemeinde  hält,  in  welcher  der  Stadtherr  nicht 
zugleich  Grundherr  der  Stadt  gewesen  ist.  Aber  derartige  mehr 
nebensächliche  Fragen  hindern  nicht,  dankbar  die  tüchtige  Leistung 
als  solche  anzuerkennen. 

Die  in  den  Quellen  zum  Teil  vorkommenden  schwierigeren 
deutschen  Worte  hat  Jostes  in  einem  besonderen  Glossar  erklftrt. 

Im  ganzen  kann  man  der  verdienten  Kommission  zu  dem  Werke  nur 
Glück  wünschen;  möge  die  Fortsetzung  dem  guten  Anfange  entsprechen. 

Tübingen.  Siegfried  Rietschel. 


Kritiken.  539 

Felix  Bachfahl,  Deutschland,  König  Friedrich  Wilhelm  IV. 

und    die    Berliner   Märzrevolution.      Halle,   Niemeyer.     IV, 

319  S.  Preis  7  Mark. 
Die  Berliner  Märzrevolution  stellt  nicht  ein  historisches  Einzel- 
problem dar,  sondern  indem  sie  wie  die  meisten  Revolutionen  die 
Auseinandersetzimg  der  am  tiefsten  in  Staat  und  Wirtschaft  und 
Geistesleben  wurzelnden  Kräfte  in  sich  schliesst,  bildet  sie  den  Schnitt- 
punkt einer  ganzen  Anzahl  von  schwierigen  Problemen  unserer  neueren 
Geschichte.  Zwar  vergeht  kein  Jahr,  ohne  dass  ihre  Hergänge  nicht 
öffentlich  durchgesprochen  würden,  sei  es  aus  aktuell  politischen  Be- 
weggründen, sei  es  infolge  der  Erschliessimg  und  Erörterung  neuer 
oder  anscheinend  neuer  Quellen,  sei  es  dass  die  historische  Wissen- 
schaft an  diesem  Beispiel  ihre  vornehmste  Aufgabe ,  die  kritische 
Förderung  eines  Problems,  in  Angriff  nimmt.  Aber  immer  noch  gehen 
die  UrteUe  nach  den  verschiedensten  Richtungen  weit  und  unsicher 
auseinander:  wenn  schon  das  iminteressierte  Erkenntnisstreben  des 
Historikers  zu  den  abweichendsten  Ergebnissen  gelangt,  so  pflegt  die 
öffentliche  Meinimg  weiter  Kreise  ihre  Ratlosigkeit  durch  blinde 
Unterwerfung  unter  eine  der  herkömmlich  zurechtgemachten  Partei- 
auffassungen zu  verdecken.  Verständlich  erscheint  es  noch,  dass  die 
politischen  Ziele  der  leitenden  Männer,  die  damals  im  Staate  mit- 
einander kämpfenden  Tendenzen  sehr  verschieden  beurteilt  werden, 
auffalliger  schon,  dass  auch  die  Ermittlung  der  Einzelvorgänge  und 
ihrer  kausalen  Verknüpfung  bisher  vielfach  ohne  gesicherten  Erfolg 
geblieben  ist;  denn  auch  die  Ueberlieferung  der  äusseren  Hergänge 
stützt  sich  nicht  auf  Aussagen  uninteressierter  und  verhältnismässig 
objektiv  denkender  Leute  —  auch  dabei  würden  manche  Widersprüche 
herauskonmien  — ,  sondern  ist  vielmehr  von  den  entgegengesetzten 
Auffassungen  der  Parteien  abhängig,  so  dass  sie  auch  in  belanglosen 
Einzelzügen  bewusster  und  unbewusster  Färbung  unterliegt.  Zur  rich- 
tigen Bewertung  der  Quellen  gehört  somit  eine  umsichtige  Schätzung  der 
gesamten  politischen  Triebkräfte  der  Männer,  denen  wir  sie  verdanken. 
Daher  muss  die  wissenschaftliche  Untersuchung  das  Problem 
einerseits  im  weitesten  Zusammenhange  angreifen:  im  Zusammenhange 
der  europäischen  Politik  und  der  Entwicklung  der  deutschen  Frage, 
im  Zusammenhange  der  Wandlimgen  in  der  politischen  und  sozialen 
Struktur  des  preussischen  Staates  und  den  ihn  beherrschenden 
geistigen  Lebensmächten,  und  schliesslich  im  Zusammenhange  der 
Persönlichkeit  des  Königs.  Und  anderseits  muss  die  exakteste  Detail- 
kritik die  Hergänge  Schritt  für  Schritt  nachprüfen.  .  Es  ist  ja  eine 
Sage,  dass  die  virtuose  Ausbildung  solcher  Einzelforschung  und  damit 
der  Gewinn  haltbarer  Ergebnisse  eine  Specialität  der  mittelalterlichen 


540  Kritiken. 

Studien  seien;  jene  ist  för  die  neuere  Zeit  sogar  noch  notwendiger, 
weil  die  Bewertung  der  unendlich  vielfältigeren  Quellen  von  einer  oft 
unübersehbaren  Kreuzung  individueller  Momente  abhängt  und  somit 
das  kompliziertere  Zeugen  verhör  nur  noch  grössere  Umsicht  erfordert 
Dafür  wird  es  häufig  auch  zu  genaueren  Resultaten  führen.  Zwar  ver- 
mögen gerade  bei  der  Beschäftigung  mit  den  uns  zonftchst  liegenden 
Zeiten  gewisse  aus  der  politischen  üeberzeugung  fliessende  Impondera- 
bilien das  objektive  Erkenntnisvermögen  des  Historikers  leicht  zu  be- 
einträchtigen, aber  je  tiefer  wir  ins  Einzelne  gehen  und  jedes  Steinchen 
an  der  gehörigen  Stelle  einordnen,  desto  mehr  vertieft  sich  dem  Ar- 
beitenden die  Gesamtanschauung  und  enthüllt  sich  der  innerste  Kern 
der  Dinge,  desto  mehr  befreit  er  sich  von  der  natürlichen  Befangen- 
heit, die  wir  als  warmherzige  Söhne  unseres  Vaterlandes  gegenüber 
den  grossen  Krisen  unserer  Geschichte  nicht  verleugnen  können« 

Mit  diesem  Verfahren,  zugleich  weit  ausholend  und  mit  pein- 
lichster Detailforschung,  hat  Felix  Rachfahl  unternommen,  ^die  Ge- 
schichte der  Berliner  Märzrevolution  vornehmlich  vom  quellenkritischen 
Standpunkt  zu  untersuchen  sowie  zum  Verständnis  der  ganzen  Ent- 
wicklung beizutragen,  in  der  sie  sich  als  ein  Moment  von  ganz  be- 
sonderer Wichtigkeit  imsem  Augen  darbietet.**  Sagen  wir  es  gleich, 
dass  wir  in  dem  Buche  die  erheblichste  wissenschaftliche  Förderang 
der  Frage  erblicken,  die  in  der  Geschichtschreibnng  des  halben  Jahr- 
hunderts nach  jenen  Ereignissen  erfolgt  ist,  sowohl  was  die  Fest- 
stellung der  Einzelvorgänge  als  die  Gesamtauffassruig  angeht;  ge- 
wissenhaft ist  hier  voraussetzungslose  Forschung  geübt  worden,  die 
nicht  beweisen  will,  sondern  findet  und  dem  Leser  das  Grefnndene 
so  vorlegt,  dass  er  den  ganzen  umständlichen  Gang  der  Unter- 
suchung noch  einmal  mitmachen  kann.  Dass  freilich  auch  der  dir- 
lichste  objektive  Erkenntnisdrang  noch  keine  wirkliche  Objektivität 
verbürgt,  braucht  nicht  betont  zu  werden.  So  wird  in  B.s  Dar- 
stellung auch  für  den  grundsätzlich  Zustinmienden  inuner  ein  irratio- 
naler Rest  übrig  bleiben,  hier  und  da  eine  anders  formulierte  Lösung 
annehmbarer  oder  eine  bereits  entschiedene  Sache  noch  immer  kontro- 
vers, oder  auch  die  neue  Auffassung  allzu  energisch  herausgearbeitet 
erscheinen:  trotz  des  grossen  Fortschritts,  den  wir  dem  Buche  ver- 
danken, werden  die  Auseinandersetzungen  nicht  aufhören,  sondern  nun 
erst,  wie  wir  bereits  erleben,  in  noch  stärkere  Bewegung  konunen. 
R.  hat  in  den  meisten  Einzelfragen  das  wirkliche  Verdienst,  zum 
ersten  Male  die  Aussagen  des  Quellenmaterials  in  seiner  gesamten 
Breite  gesichtet  und  gegen  einander  abgewogen  zu  haben,  überall 
mit  eindringendem  Scharfsinn  und  besonnener  Klarheit;  aber  gerade 
aus    diesem    kontradiktorischen   Verfahren    der    Untersuchung    ergiebt 


Kritiken.  541 

sich  ihm  die  Neigung,  durch  das  Kreuzverhör  auf  alle  Fälle  zu  be- 
stimmt umschriebenen  Feststellungen  zu  gelangen.  Seine  Stärke  ist 
eine  ausserordentliche  Kraft  des  auf  den  Grund  gehenden  Denkens, 
die  saubere  begrifiPliche  Scheidung,  die  Ermittlung  des  thatsächlich 
Nachweisbaren  und  Greifbaren,  die  Immunität  gegen  Redensarten,  die 
das  historische  Problem  verdunkeln:  das  psychologisch  intuitive  Ab- 
wägen verschiedener  Motivenreihen  in  einer  lebendig  erfassten  Per- 
sönlichkeit muss  bei  solcher  Arbeitsart  zunächst  zurücktreten.  Hier 
wird  die  spätere  Forschung  einsetzen  wollen  und  müssen,  aber  sie  wird, 
auch  wo  sie  in  Einzelheiten  zu  andern  Resultaten  kommen  sollte,  auf 
den  Schultern  B.s  stehen.  Meinerseits  glaube  ich  die  früher  von  mir 
vorgetragenen  Anschauungen  (Forschungen  z.  brandenb.  -  preuss.  Ge- 
schichte 13,  123 — 152)  an  einigen  Stellen  zu  gunsten  der  mit  ver- 
tiefter Quellenkenntnis  erarbeiteten  Auffassung  B.s  modifizieren,  an 
anderen  dagegen  festhalten  zu  sollen;  begreiflicherweise  nehmen  im 
Folgenden  solche  hier  nur  aphoristisch  begründeten  Abweichungen  einen 
breiteren  Baum  ein,  als  das,  was  über  die  üebereinstimmung  in  allem 
Wesentlichen  und  über  die  vielfach  gewonnene  Belehrung  zu  sagen 
sein  würde. 

Indem  ich  mich  zur  grundsätzlichen  üebereinstimmung  mit  der 
Arbeitsweise  und  den  Besultaten  B.s  bekenne,  möge  mir  eine  Be- 
merkung über  die  Einwände  gestattet  sein,  die  soeben  gegen  diese 
gemeinsame  Anschauung  erhoben  worden  sind.  Fr.  Meinecke  hat  sich 
in  einer  Besprechung  des  B.schen  Buches  (Hist.  Ztschr.  Bd.  89,  19  ff.) 
gegen  die  Bichtung  einer  von  ihm  konstruierten  „Schule^^  gewandt, 
ohne  deutlich  anzugeben,  worin  die  Besonderheit  dieser  Schule  be- 
stehe und  worin  er  von  ihr  abweiche.  Denn  M.  zollt  ihren  leitenden 
Gedanken  so  viel  theoretische  Anerkennung,  dass  man  nicht  annehmen 
kann,  dass  die  vermeintliche  Schule  sich  nur  dadurch  charakterisiere, 
dass  sie  das  Prinzip  Bankescher  Geschichtsauffassung  „einseitig  über- 
treibe"; oder  dass  sie  verbohrtei*weise  statt  dem  in  der  Vollkraft 
stehenden  Meister  zu  folgen,  sich  an  den  alternden  Bänke  anschliesse, 
der  auch  „einen  ähnlichen  Entwicklungsgang  durchgemacht  und  mit 
den  Jahren  die  individuellen  Faktoren  mehr  habe  verblassen  lassen^^; 
es  handelt  sich  in  dieser  letztem  Divergenz  ja  nicht  um  eine  Wand- 
lung in  Bankes  Grundanschauungen,  sondern  nur  um  eine  im  Alter 
häufig  bemerkbare  Wandlung  in  den  Mitteln  seiner  Ausdrucks  weise. 
Der  wahre  Grund  der  von  M.  zutreffend  empfundenen  Trennung  liegt 
ganz  wo  anders,  und  es  ist  auffällig,  dass  einem  so  feinsinnigen 
Beobachter  das  ganz  undeutlich  geblieben  ist.  Der  Unterschied  ist 
weniger  prinzipieller  als  vielmehr  gradueller  Natur.  Die  „Schule"  macht 
nur  mit  der  Bankeschen  Auffassung  von  dem  Verhältnis  zwischen  der 


542  Kritiken. 

historischen  Persönlichkeit  und  den  politischen  Lebensbedingungen,  in  die 
sie  hineingestellt  ist,  auch  bei  deigenigen  Stoffen  Ernst,  die  unsezn 
nationalen  und  politischen  Ueberzeogungen  n&her  liegen,  seitlich  näh«', 
ich  möchte  auch  sagen,  was  man  gerade  aus  den  Ausföhrongen  ILs 
wieder  herausfühlt,  gemütlich  nfther;  wir  suchen  den  Fortschritt  xnr 
unbefangenen  Erkenntnis  auszudehnen  auf  Probleme,  denen  Boanche 
unsrer  fuhrenden  Historiker  selber  noch  als  handelnde  Politiker  mit 
ausgeprägter  Parteidoktrin  gegenüberstanden  und  nicht  als  Sucher 
möglichst  objektiver  Erkenntnis.  So  kommt  es,  dass  es  sich  in  diesen 
Differenzen  meistens  um  Fragen  der  neuem  preussischen  Geschichte, 
der  Neubildung  des  Reiches,  um  alles  das,  was  unserm  politischen 
Empfinden  am  teuersten  ist,  handelt  Der  Fortschritt  der  neueren 
Geschichtswissenschaft  wird  sich  auch  ohne  „Schule^^  immer  in  dieser 
Richtung  vollziehen  und  so  sehr  auch  die  Epigonen  der  im  engem 
Sinne  „politischen^^  Historiker  die  Kunst  der  lebendigsten  Einfühlung 
in  die  Persönlichkeiten  mit  verfeinerter  Technik  fortbilden,  sie  werden 
jenem  Drange  zu  befreiender  Erkenntnis  immer  wieder  b^egnen. 
Und  gerade  bei  solchen  Stoffen  wird  sich  die  Loslösiing  von  der 
Legende  nicht  in  erster  Linie  durch  das  psychologische  Eindringen  in 
die  menschlichen  Eigenschaften  der  Persönlichkeit,  sondern  durch  die 
Erkenntnis  der  Grundrichtung  ihres  politischen  WoUens  und  dessen 
realer  Voraussetzungen  vollziehen;  sehr  hübsch  wird  das  bei  den 
neueren  durch  0.  Meinardus  in  derselben  Richtung  geforderten 
Kontroversen  über  Adam  von  Schwarzenberg  und  den  Grossen  Kui^ 
forsten  deutlich.^  Das  Bild  einer  Persönlichkeit  ist  ja  viel  zu  hSufig 
durch  die  traditionellen  Züge  mit  bestimmt,  die  die  mitlebende  Crene- 
ration  in  Liebe  und  Hass,  jedenfalls  in  der  Einseitigkeit  einer  vor- 
gefassten  Gesamtansicht  zu  bemerken  gewohnt  war.  Meineckes  An- 
sicht von  der  Individualität  Friedrich  Wilhelms,  mit  der  er  einen 
überlegenen  Massstab  der  Beurteilung  gewonnen   zu  haben  meint,  ist 


^  Protokolle  und  Relationen  des  Brandenburgischen  Geheimen  Ratef 
aus  der  Zeit  des  Kurfürsten  Friedrich  Wilhelm  2,  S.  XVI:  „Die  G^chichts- 
forschung  hat  bisher  bei  der  Beurteilung  Schwarzenbergs  das  persönliche 
Element  zu  sehr  in  den  Vordergrund  geschoben.  Man  suchte  seine  Schroff- 
heiten und  Bücksichtslosigkeiten  aus  seiner  Charakteranlage  zu  erkl&ren  . . . 
seine  Kämpfe  gegen  den  Staatsrat  sind  aus  dieser  Herrschsucht  entsprungen, 
die  er  je  nach  umständen,  nach  Laune  oder  Gunst  mehr  oder  weniger 
stark  geltend  zu  machen  wusste.  Je  mehr  ich  mich  nun  bei  meinen  wei- 
teren Forschungen  S.  näherte,  um  so  mehr  war  ich  geneigt,  meine  Ansicht 
zu  ändern,  ich  suchte  nach  tiefem  Gründen  für  das  äussere  Auftreten  dieses 
Staatsmannes  und  bemühte  mich  seiner  inneren  Ueberzeugung,  seinen  po- 
litischen Grundsätzen  nachzugehen/* 


Kritiken.  543 

ja  selber  von  den  Niederschlägen  der  Parteiansicht,  z.  B.  Treitschkes, 
überall  durchsetzt.  Wenn  er  z.  B.  (S.  29)  bestimmt  erklärt:  „Es  ist 
nie  des  Königs  Art  gewesen,  die  Sprache  zu  gebrauchen,  um  seine 
Gedanken  zu  verbergen",  so  bin  ich  bereit,  aus  dem  nächsten  Umgang 
des  Königs  ein  Dutzend  Zeugnisse  vorzulegen,  die  über  den  Kern 
seiner  enthusiastisch-liebenswürdigen  Art  ganz  anders  urteilen. 

Im  ersten  Hauptteil  „Deutschland  und  Friedrich  Wilhelm  IV.  bis 
zum   18.    März    1848"   (S.  9—118)   führt  Rachfahl   die   Entwicklung 
der  historischen  Voraussetzungen   für  die  preussische  Politik  in   den 
Märztagen    vor.     Das    mit    einer    gewissen    ausschliesslichen    Tendenz 
auf  dieses   Ziel  gerichtete,   aber  sehr    durchsichtig   geschriebene   erste 
Kapitel  erläutert  die  verschiedene  Haltung  der  beiden  deutschen  Gross- 
mächte unter  dem  Einfluss   der  vorwaltenden   neuen  Strömungen,  der 
nationalen  Bewegung  imd   der  Verfassungsbewegung;   R.   erachtet  es 
anscheinend  als  ausserhalb  seiner  besonderen  Aufgabe  liegend,  auszu- 
führen, dass  dazu  noch,  in  lebendiger  Wechselwirkung  mit  jenen  Ten- 
denzen, die  wirtschaftlich-soziale  Verschiebung  in  der  Zusanunensetzung 
des  preussischen  Volkes  konmit,   zumal   innerhalb   der  neuerworbenen 
Provinzen;    wie    denn   überhaupt,    von    der   hohen    Perspektive   jenes 
Gegensatzes,  das  Preussen  von  1815  bis  1848  zu  sehr  als  ein  Staats- 
gebilde   von    einheitlichem    Charakter    erscheint    statt   eines   erst    all- 
mählich zusammenwachsenden  Konglomerates,  dessen  neue  und  fremd- 
artige Bestandteile    vor    allem    beitrugen,    den    Staat   aus   den    alten 
Geleisen    seiner    Politik    zu    drängen.     Es    kommt   R.    darauf   an    zu 
zeigen,    wie   Oesterreich    durch   Nachgiebigkeit   gegen    die    eine    oder 
andere    jener    Tendenzen    nur    zu    verlieren    hatte,    während    in    der 
Struktur  und   den  Lebensbedingungen   Preussens    von    vornherein   die 
Möglichkeit  gegeben  war,  im  Bunde  mit  ihnen  obenauf  zu  konmien: 
einerseits  die  nationale  Bewegung  so  zu  leiten,  dass  Oesterreich  aus- 
schied und  der  preussischen  Hegemonie  Platz   machte,   anderseits  der 
Verfassungsbewegung   soweit   Raum   zu   geben,    dass   man   die   Unter- 
stützung der  konstitutionellen  Elemente   gewann   und  doch  nicht  mit 
einem    reinen   Parlamentarismus    das    Fundament    preussischer  Grösse 
untergrub.     Preussen   musste   also  die  Anpassung   an  die  neuen  Ten- 
denzen so  vollziehen,  dass  „der  Staat  dabei  bestehen"   konnte,  umso 
mehr  als  gerade  das  Unzureichende  seiner  europäischen  Machtstelliing 
auch  den»  staatlichen  Ehrgeiz  auf  dieselbe  Bahn  trieb.     Von  hier  aus 
bestimmt  R.  seine  Auffassung  des  Königs:  „Friedrich  Wilhelm  IV.  ist 
der   erste    deutsche   Herrscher,    der  den   deutschen  Bundesstaat  unter 
Ausschluss  Oesterreichs  und  unter  Preussens  Führung  auf  verfassungs- 
mässiger Basis  ins  Leben   zu   rufen   getrachtet  hat"   (S.  15);   „er  ist 
im   Laufe   der   Ereignisse   zur   Erkenntnis    dieser  Aufgabe    allmfihlich 


544  Kritiken. 

mehr  und   mehr    vorgedrongen ,   er  hat  sie  schliesslich    zu    lösen  ge- 
trachtet" (S.  26). 

Immer   stärker  mischt   sich   dieser   Gedanke   in   die    ganz  anders 
gestaltete  Ideenwelt  des  Königs  und  ringt  mit  ihr,  aber  immer  mehr 
gewinnt   er  an   Boden;   auch   in   der   neuerdings  yon  Meinecke  beige- 
brachten Aeusserung  Friedrich  Wilhelms  za  Lord  Aberdeen  von  1845 
liegt  das   Schwergewicht   nicht   in  der  voraufgeschickten  innigen  Be- 
teuerung der  Gemeinschaft  mit  Oesterreich,  sondern  in  der  Klage  über 
Oesterreichs  Saumseligkeit  und  dem  Entschluss,  „falls  Oesterreich  nicht 
bald  die  Sache  angreife,  selbst  die  Initiative  zn  ergreifen/^      Der  erste 
entscheidende  Schritt  des  Königs  geschieht  dann  durch  die  Genehmigung 
der   Denkschrift   des   Generals    von   Radowitz   vom    20.   Novbr.    1847 
und  seine  Sendung  nach  Wien.    Es  bedürfte  vielleicht  einer  besonderen 
Untersuchung,    auf  welche    Weise   sich    im   Laufe   des   Jahres    1847 
diese   Tendenzen   gewisser   Kreise   in   der  Staatsleitimg  Preossens  be- 
mächtigt haben,  wie  die  Canitz,  Radowitz,  Dönhoff,  Bansen,  vielleicht 
auch  schon  Bodelschwingh  in  dieser  Richtung  immer  mehr  zusammen- 
gewirkt haben;  wie  besonders  der  Ausgang  des  Vereinigten  Landtages 
die  Notwendigkeit,  in  der  deutschen  Frage  zu  handeln,  erheblich  ver- 
stärkt hat;  hoffentlich  wird  die  zu  erwartende  Erschliessung  von  Rado- 
witzens  Papieren  zur  weiteren  Aufklärung  beitragen.    Radowitz   hatte 
den  Plan   einer   Bundesreform   mit   centralistischen   Einrichtungen  auf 
dem  Gebiete  des  Bjiegswesens,  der  Rechtspflege  und  der  Wirtschafts- 
politik aufgestellt,  um  statt  des  unbefriedigenden  Inhalts  der  Bundes- 
akte   ein    stärkeres    nationales,    wirtschaftlich     einheitliches    und    zu- 
gleich   sich     freier     bewegendes     politisches     Leben     zu    entwickein. 
Gegenüber   der  von    Sybel    und   Treitschke   verfochtenen  These,    dass 
durch  diese  Reform  vorschlage  die  frühere  wirtschaftliche  Machtposition 
Preussens    im    Zollverein    preisgegeben    worden    wäre,    sucht    R.    mit 
doppeltem   Argument   eine   günstigere   Beurteilung  zu  begründen;   die 
deutsche  Politik  Preussens   habe   sich   nicht   unter  partikularistischem 
Festhalten   an  den   eigenen  Institutionen  durchführen  lassen;   die  un- 
vermeidlichen Konzessionen  seien  aber  auch  unschädlich  gewesen,  weil 
an  einen  wirtschaftspolitischen  Anschluss  Oesterreichs  damals  im  Ernst 
doch  nicht  zu  denken   war;   somit  hätte   auf  diesem  Wege  der  Zoll- 
verein   sehr    wohl    aus    einer    völkerrechtlichen   Organisation   in    eine 
solche   von   staatsrechtlichem   Charakter  umgewandelt   werden  können 
und  zwar  unter  Behauptung  der  bisherigen  wirtschaftspolitischen  Vor- 
machtstellung   Preussens,    unter    Ausschluss   Oesterreichs   \md   Durch- 
führung   einer   politischen    Bundesreform   als   letzter   Eonsequenz    der 
materiellen  Reformen.     Dass  darin,  also  in  dem  engem  Bunde  neben 
dem   weiteren,  das   wirkliche   Endziel   dieser   Politik   bestanden    habe, 


Kritiken.  545 

ist  eine  wichtige  Voraussetzung  der  Beurteilung  R.s.  Ich  bin  nun 
allerdings  der  Meinung,  dass  R.  dieses  Ergebnis  mit  einer  Schärfe 
herausgearbeitet  hat,  die  der  praktischen  Bedeutung  der  Denkschrift 
nicht  ganz  gerecht  wird;  die  Art  jedoch,  in  der  Meinecke  S.  29 
Kritik  an  K.s  Analyse  übt,  giebt  zu  ganz  andern  Bedenken  Anlass, 
denn  sie  hat  das  Ziel,  auf  das  Radowitz  lossteuert,  gänzlich  aus  den 
Augen  verloren.  Radowitz  hat  für  die  Durchführung  seines  Programms 
eine  förmliche  Stufenleiter  von  Vorschlägen  bereitgestellt,  wie  er  sagt: 
„eine  Stufenfolge,  die  kein  Zwischenglied  überspringt,  allenthalben  das 
Einfachere  dem  Verwickelteren,  das  Mildere  dem  Schärferen  vorher- 
gehen lässt,  aber  sich  dabei  bewusst  bleibt,  dass  das  als  not- 
wendig erkannte  Ziel  unabänderlich  gesteckt  ist."  Wo  liegt 
—  das  ist  für  die  Beurteilung  seiner  Intention  doch  entscheidend  —  das 
Schwergewicht  in  dieser  Stufenfolge?  Nicht  in  den  vorbereitenden 
Stadien,  dem  Versuch  einer  gemeinsamen  Aktion  mit  Oesterreich 
(A.  B.),  denn  Radowitz  hat  das  Scheitern  dieses  Weges  bestimmt  ins 
Auge  gefasst,  in  der  historischen  Einleitung,  nach  deren  Gedanken- 
gang auch  das  Programm  selbst  zu  beurteilen  ist,  sich  als  notwendig 
klar  gemacht  und  nur  mit  einigen  betrübten  Redensarten  begleitet; 
ebenso  wenig  natürlich  indem  alsdann  einzuschlagenden,  aber  von  vorn- 
herein aussichtslosen  Wege  der  Proposition  am  Bundestage  (C). 
Vielmehr  wird  jede  aufmerksame  Lektüre  des  gedanklichen  und  stilisti- 
schen Aufbaus  der  Denkschrift  zu  der  Erkenntnis  kommen,  dass  der 
Kern  in  dem  Abschnitt  D.  steckt:  „Wie  schmerzlich  es  auch  sei,  so 
wird  doch  auch  der  Fall  fest  angeschauet  werden  müssen,  dass  der 
Einfluss  von  Wien  und  die  selbstsüchtigen  Triebe  einzelner  Regierungen 
es  unmöglich  machen,  könnten,  auf  dem  Bundestage  irgend  etwas 
Gedeihliches  zu  erzielen.  Preussen  fände  sich  dann  in  der  schmerz- 
lichen Lage,  jeder  Verantwortlichkeit  dafür  enthoben  zu  sein,  wenn  es 
das  schlechthin  Notwendige  nunmehr  ausserhalb  seiner  bisherigen 
Alliancen  und  ausserhalb  des  formalen  Bundesweges  verfolgt."  Dann 
„giebt  es  nur  ein  Mittel,  aber  dies  ist  voUkonmien  genügend:  die 
Verbindung  mit  dem  besseren  Geiste  der  Nation.  Deutschland  erfahre 
und  wisse,  was  der  König  gewollt  und  gethan.  .  .  .  Der  König  trete 
vor  seine  Stände  und  lege  ihnen  volle  Rechenschaft  ab,  über  seine 
Schritte  in  Wien  und  Frankfurt.  .  .  .  Hiermit  gehe  Hand  in  Hand  die 
litterarische  Oeffentlichkeit  im  ausgedehntesten  Massstabe;  es  ist  ein 
schon  früher  oft  berührtes  Thema,  welche  grosse  Action  die  preussi- 
sche  Regierung  auf  diesem  Wege  auszuüben  befähigt  wäre.  .  .  .  Wenn 
der  Geist  der  Nation  selbst  als  Bundesgenosse  des  Königs  sich  erhebt, 
dann  ist  der  Moment  gekommen,  um  durch  Specialvereine  zu  er- 
reichen, was  auf  dem  Bundeswege  unmöglich."     Hier  haben  wir  das 


546  Kritiken. 

Ziel  der  Politik  Badowitz.  Es  ist  schon  nicht  mehr  in  der  begütigenden 
Schlussarabeske  der  Stufenfolge  enthalten,  dass  diese  SpecialTereine, 
„wenn  in  Wien  und  Frankfurt  ein  besserer  Geist  emporw&chst^,  ja 
auch  wieder  in  den  Bund  zu  verschmelzen;  hier  haben  wir  nicht,  wie 
Meinecke  meint,  „den  zusammenfassenden  Gedanken^,  sondern  eine 
inhaltslose  Phrase,  die  auf  das  Gemüt  des  Königs  ihren  Eindniek 
nicht  verfehlen  mochte. 

Dass  die  Denkschrift  in  dieser  Weise  aufzufassen  ist,  dafür  ist 
Badowitz  selbst  der  einwandfreieste  Zeuge.  Der  Zweck  seiner  ganzen 
Veröffentlichimg  „Deutschland  und  Friedrich  Wilhelm  rV.**,  an  deren 
Spitze  er  das  Patent  vom  18.  März  stellt,  ist  es  gerade,  den  Nadi- 
weis  zu  führen,  dass  es  eine  irrige  Meinung  sei,  das  Patent  als 
Folge  der  Berliner  Ereignisse,  als  ein  abgenötigtes  Zugeständnis  auf- 
zufassen: „Die  Märzwoche  Berlins  hat  keinen  Einfluss  auf  den  Ent- 
schluss  des  Königs  zur  Regeneration  Deutschlands  ausgeübt;  sie  hat 
dessen  Veröffentlichung  kaum  erheblich  beschleunigt'^  Er  selber  führt 
das  Märzpatent  auf  die  Novemberdenkschrifk  zurück  und  lässt  damit 
gar  keinen  Zweifel,  wo  denn  der  eigentliche  Sinn  der  letzteren  za 
suchen  sei.  Er  konnte  das  um  so  eher,  als  die  in  Dingen  liegende 
Notwendigkeit   diesen  Sinn   rasch   genug  hatte   herausarbeiten  helfoL 

Hat  man  die  Eigentümlichkeit  der  Rado witzischen  Denkschrift 
mit  ihrer  Stufenfolge  praktischer  Vorschläge  erkannt,  so  wird  man 
sie  nicht  mehr  mit  Meinecke  (und  gelegentlich  auch  Rachfahl)  flUr 
unklar  halten;  sie  ist  vielmehr  gedanklich  ganz  geschlossen,  weiai 
sehr  wohl,  was  sie  will,  und  hat  sich  nur  für  die  praktische  Aus- 
führung in  ein  kompliziertes  System  von  vorläufigen  und  nicht  ernst  za 
nehmenden  Anläufen  eingekleidet,  dass  man  an  der  Energie  das 
Willens,  der  für  die  letzten  Eonsequenzen  eingesetzt  werden  soll, 
trotz  aller  starken  Worte  zweifeln  kann.  Die  Vorsicht,  mit  der 
Radowitz  zu  Werke  geht,  alle  freundschaftlichen  imd  bundesmässigeii 
Schritte  vor  dem  Beginn  der  preussischen  Sonderaktion  zu  erschi^fen, 
ist  nun  besonders  deswegen  nötig  gewesen,  um  den  König  für  diese 
Gedankenreihen  zu  gewinnen.  Bei  R.  erscheinen  König  und  Radowiti 
in  diesem  Moment  allzusehr  als  am  selben  Strang  ziehend.  Allerdings 
geht  nach  der  Darstellung  von  Radowitz  die  Initiative  vom  König 
aus,  er  hat  die  Denkschrift  sofort  durchweg  genehmigt;  nnd  die  sich 
ihm  „noch  an  der  Schwelle  der  Ausführung  in  seinen  nächsten 
Kreisen"  entgegenstellenden  Schwierigkeiten  war  er  „entschlossen  genug 
diesesmal  zu  durchbrechen."  Hält  man  aber  manche  gleichzeitige 
Aeusserungen  des  Königs  daneben,  so  kann  man  sich  nicht  überzeugen, 
dass  er  die  Tragweite  der  Pläne  so  völlig  wie  Radowitz  selber  er- 
kannt hat,   dass   vor  allem  das  Endziel   in  sein  Bewusstsein   mit  der 


Kritiken.  547 

Schärfe  eingetreten  ist,  die  für  die  Aufbietung  seiner  ganzen  Willens- 
kräfte Tinerlässlich  war;  wie  ich  seine  Art  zu  kennen  glaube,  wird  er 
bei  allem  preussisch-deutschen  Ehrgeiz,  dem  hier  Genüge  geschah, 
doch  sein  Herz  gelegentlich  wieder  an  den  friedlichen  Möglichkeiten 
der  Denkschrift,  die  auch  auf  die  meisten  politischen  Historiker  solchen 
Eindruck  machen,  gesonnt  haben.  Es  lag  hier  die  der  ganzen  Stmktur 
seines  Geistes  angenehme  Möglichkeit  vor,  auf  ein  grosses  ehrgeiziges 
Ziel  loszusteuern  und  dabei  doch  bundestreu  und  korrekt  mit  sanften 
diplomatischen  Mitteln  zu  verfahren. 

Und  wenn  wir  auch  einräumen,  dass  Badowitz  selbst  sich  in  der 
Idee  zu  der  letzten  Eonsequenz:  Errichtung  eines  preussisch -klein- 
deutschen Gesamtstaates  als  Mission  und  Lebensbedürfiais  seines  Staates, 
durchgerungen  haben  mochte,  so  hat  die  Idee  von  seinem  poli- 
tischen Wollen  noch  nicht  mit  der  Ausschliesslichkeit  Besitz  ergriffen, 
die  für  alle  grossen  Dinge  unerlässlich  ist.  Radowitz  ist  eben  mehr 
historisch-politischer  Denker  als  praktischer  Politiker,  stark  in  der 
theoretischen  Einsicht  in  die  grosse  historische  Notwendigkeit,  ge- 
legentlich sogar  unbefangen  genug,  sich  die  negative  Haltung  Oester- 
reichs  in  der  deutschen  Frage  historisch  verständlich  zu  machen: 
welch'  ein  Gegenstück  ist  da  Bismarck,  der  sich  gegen  die  guten 
Gründe  seiner  Gegner  absichtlich  verschloss,  um  sich  nicht  aus  seiner 
Bahn  drängen  zu  lassen.  So  vollzog  Radowitz  von  seiner  Einsicht  in  die 
Lebensfrage  der  österreichischen  Politik  nicht  den  notwendigen  Schritt 
zu  der  üeberzeugung,  dass  man  um  sein  Programm  mit  Oesterreich  auf 
Tod  und  Leben  kämpfen  müsse,  und  dann  den  letzten  Schritt  zu  dem 
Entschluss,  diesen  Kampf  mit  den  gesamten  Machtmitteln  des  Staates 
durchzuführen.  Statt  dessen  listet  er  in  der  Ausführung  seiner  Pläne 
mit  der  Idee  und  hat  dadurch  den  ganz  unverdienten  Ruf  der  Zwei- 
deutigkeit auf  sich  geladen;  er  verlässt  sich  Oesterreich  gegenüber 
auf  diplomatische  Künste  und  den  Mittelstaaten  und  dem  Liberalismus 
gegenüber  im  Grunde  auf  dieselben  Mittel,  mit  denen  ein  Jahrzehnt 
später  die  Neue  Aera  in  ähnlicher  Ideologie  auszukommen  suchte, 
auf  die  „moralischen  Eroberungen".  Und  dieses  Manko  des  Wollens 
ist  jedenfalls  in  dem  König  noch  weit  stärker  ausgebildet  als  in 
seinem  Berater:  die  Persönlichkeiten  beider  sind  zum  vollen  Verständ- 
nis   der  Denkschrift  ebenso  wichtig  wie  die  Analyse  ihrer  Gedanken. 

Der  Ausbruch  der  Revolution  bietet  dann  Gelegenheit,  unverhofft 
mit  diesen  Dingen  Ernst  zu  machen,  „nicht  nur  Oesterreich  zu  nötigen, 
das  preussische  Reformprojekt  zu  genehmigen,  sondern  auch  sogar  die 
Vorherrschaft  in  Deutschland  unter  Verdrängung  Oesterreichs  zu  ge- 
winnen." Jeder  Fortschritt  der  Revolution  wird  von  den  preussischen 
Staatsmännern,   vor   allem    von   Bodelschwingh    und   Canitz,   benutzt, 

HiBtor.  Vierteljahnchrifl.  1902.  4.  38 


548  Kritiken. 

um  weit  über  die  Richtlinien  des  Radowitzischen  Novemberplanes 
hinaus  zu  gelangen,  bis  schon  gegen  Mitte  März  die  Dinge  so  standen, 
dass  die  von  Radowitz  erzielte  Konvention  in  Berlin  längst  nicht  als 
Errungenschaft,  sondern  vielmehr  als  lästige  Fessel  empfanden  ward. 
Dieser  Nachweis  ist  von  R.  sehr  scharfsinnig  imd  überzeugend  ge- 
führt worden,  wenn  auch  vielleicht  nicht  jede  Einzelheit  der  kon- 
struierten Zusammenhänge,  wie  eine  Einwendung  Meineckes  zeigt,  bei 
unserer  beschränkten  Aktenkenntnis  sich  halten  lässt.  So  scheint  mir 
auch  das  quellenkritische  Abwägen  der  Aussagen  von  Bodelschwingh 
imd  Gerlach  über  das,  was  den  entscheidenden  Anstoss  zur  Untei^ 
Zeichnung  des  Patentes  vom  18.  März  gegeben  habe  —  ob  allein 
die  Nachrichten  von  der  Wiener  Revolution  oder  in  Verbindung  da- 
mit auch  das  Umsichgreifen  der  deutschen  Revolution  —  ohne  be- 
sondem  Nutzen  allzusehr  zugespitzt  zu  sein;  die  Motivenforschung  hat 
häufig  keine  einfache  Lösung  zu  geben  und  auch  hier  ist  das  Neben- 
motiv nicht  so  sehr  zurückzuschieben;  es  ist  doch  unleugbar,  dass 
das  Vordringen  der  Revolution  zugleich  die  vitalsten  Interessen  des 
preussischen  Staates,  zumal  in  den  Westprovinzen,  bedrohte. 

Aus  dem  zweiten  Hauptteil:  „Friedrich  Wilhelm  IV.  und  die  Berliner 
Märzrevolution"  (S.  121 — 308)  greife  ich  nur  einzelne  Fragen  heraus. 

Zur  Erklärung  der  Beteiligung  der  Berliner  Bürgerschaft  an  der 
Revolution  hatte  ich  auf  den  inneren  Gegensatz  zwischen  dem  Heer, 
besonders  dem  Offizierkorps  der  Garde,  und  dem  Bürgertum,  hinge- 
wiesen. Dagegen  will  R.  darin  nur  ein  Moment  neben  anderen,  und 
zwar  nicht  das  entscheidende  sehen;  als  solches  habe  vielmehr  die 
aktuelle  Erbitterung  über  das  schneidig-brutale  Vorgehen  der  Truppen 
in  den  Tagen  vor  dem  Strassenkampfe  gewirkt,  „der  im  Verlaufe  der 
Märztumulte  sich  beständig  steigernde  Hass  und  Ingrimm  gegen  das 
Militär.^^  Ich  halte  trotzdem  meine  Formulierung  fest,  dass  eine 
längst  vorhandene  politische  Antipathie,  geschärft  allerdings  durch 
diese  aktuelle  Erbitterung,  das  ursächliche  Motiv  gebildet  und  in 
jenen  Vorfällen  nur  den  äussern  Anlass  zur  Entladung  gesucht  und 
gefunden  hat.  Die  politische  Antipathie  aber  galt  dem  stärksten 
Element  der  alten  Staatsordnung,  sie  ist  geradezu  das  Komplement 
zu  der  Auffassung  der  Militärkreise,  die  Gerlach  einmal  in  die 
Worte  kleidet,  Revolutionen  werfe  man  nieder,  nicht  indem  man 
Landtage  berufe,  sondern  indem  man  Militär  versammle.  Sie  ist  auch 
nicht  in  den  Märztagen  entstanden,  sondeiii  längst  vorhanden,  in  den 
Jahren  1840 — 1848  immer  mehr  gesteigert.  Wer  solche  Stimmungen 
auf  beiden  Seiten  kennen  lernen  will,  ündet  in  den  Aufzeichnungen 
des  bei  aller  Klatschfreudigkeit  doch  in  solchen  Dingen  sehr  hell- 
hörigen Vamhagen  von  Ense  reichlichen  Stoflf.     So  z.  B.   1845  Febr. 


Kritiken.  549 

(über  die  Volksstimmung  anlässlich  der  Konstitutionsgerüchte):  „Hin- 
wieder haben  Gardeoffiziere  sich  das  Wort  gegeben,  wenn  es  dazu  käme, 
dass  Volkshaufen  zerstreut  werden  müssten,  wollten  sie  ohne  Schonung 
und  recht  mit  Lust  einhauen."  Oder  nach  den  Kölner  Auftritten 
vom  September  1846^:  „der  Prinz  von  Preussen,  eben  frisch  aus 
Russland  gekonmien,  ist  aber  aufgebracht,  dass  die  Behörden  den 
Bürgern  nachgegeben,  das  Militär  zurückgezogen  haben  (3,  432)"; 
man  führte  auf  seinen  Einspruch  einen  Artikel  der  Staatszeitung 
zurück,  dass  das  Militär  und  nicht  die  Bürger  die  Unruhe  gestillt 
hätte,  dass  die  Einrichtung  des  Bürgerhandelns  von  oben  missbilligt 
worden  sei  und  die  Soldaten  des  Schutzes  nicht  bedurft  hätten 
(3,  435),  und  schliesslich:  „Der  Prinz  von  Preussen  und  mit  ihm  eine 
grosse  Zahl  vornehmer  Offiziere  schäumen  vor  Wut  über  die  Antwort 
des  Königs  an  die  Kölner,  besonders  über  die  Stelle,  wo  der  König 
nachgebend  verspricht,  er  werde  die  Militärbehörden  anweisen,  jedes- 
mal vor  Anwendung  der  Waffengewalt,  wenn  nur  irgend  Zeit  übrig 
ist,  der  Stadtbehörde  und  Bürgerschaft  davon  Anzeige  zu  geben. 
Sie  sehen  hierin  eine  gefahrliche  Schwäche,  ein  Vergeben  der  eigenen 
Würde,  eine  Herabsetzung  des  Militärs.  Es  ist  ein  Sturm  von  Miss- 
billigung. .  .  .  Und  die  Kölner?  Die  sind  nichts  weniger  als  befrie- 
digt, die  Klagen  ihrerseits  heftig.  Der  König  steht  zwischen  beiden 
Teilen  und  fängt  die  beiderseitige  Feindschaft  aufl"  (3,  439).  Ein 
wahrer  Mikrokosmus  der  Situation  vom  18.  und  19.  März  18481 
Es  ist  eben  nicht  anders,  als  dass  die  Institution  des  Heeres,  mit  der 
das  preussische  Königtum  seinen  Staat  geschaffen  hat,  nicht  allein 
das  ruhmvolle  Werkzeug  des  Behauptens  nach  Aussen,  sondern  zu 
jeder  Zeit  auch  ein  eminent  politisches  Element  dieses  Staates  gewesen 
ist:  seit  der  Begründung  der  bürgerlichen  Freiheit  in  Preussen,  wie 
M.  Lehmann  überzeugend  nachgewiesen  hat,  besteht  ein  gewisser 
Gegensatz  gegen  den  Militarismus  und  bis  heute  liegt  in  der  kom- 
promissmässig  sich  vollziehenden  Auseinandersetzung  zwischen  dem 
konstitutionellen  Staat  und  den  militärischen  Einrichtungen  eine  der 
fundamentalsten  politischen  Machtiragen  der  Gegenwart. 

Und  dieses  Gegensatzes  war  sich  auf  der  einen  Seite  der  Prinz 
von  Preussen,  damals  ein  einseitiger  und  starrer  Vertreter  der  mili- 
tärischen Gewalt  und  ihrer  Stellung  im  Staate,  wohl  bewusst;  noch 
mehr  sein  Bruder  Karl  (vgl.  Vamhagen  4,  28  zum  15/2.  1847  „Der 
Prinz  Karl  hat  mit  Unwillen  gesagt,  am  Tage  der  gegebenen  Ver- 
fassung sei  Preussen  aus  der  Reihe  der  grossen  Mächte  herabgestiegen; 

^  Vgl.  über  die  Kölner  Vorgänge  ganz  neuerdings  das  jedenfalls  nicht 
Toreingenommene  Urteil  von  Ludolf  Camphausen,  bei  Anna  Casparj, 
L.  Camphansens  Leben  112  f. 

88* 


550  Kritiken. 

er  und  Andre  sehen  durch  die  Reichsstände  hauptsächlich  das  Militär 
hedroht^^).  Auf  der  anderen  Seite  aher  stand  unter  den  liberalen 
Forderungen  im  März  1848  üherall  die  Umgestaltung  des  Militär- 
wesens vom  an.  Volksbewaffnung  mit  freier  Wahl  der  Offiziere  hieas 
es  in  Mannheim  schon  am  27.  Februar  in  einer  Versammlung,  an  der 
Leute  wie  Mathy  und  Bassermann  teilnahmen;  zum  mindesten  Ver- 
eidigung des  Heeres  auf  die  Verfassung  wie  in  München  am  4.  Man; 
überall  kehrten  diese  Schlagworte  wieder;  in  Hanau  und  Kassel  setzte 
man  sie  schon  mit  Erfolg  in  die  Praxis  um.  üeberall  hält  man  diese 
Reform  fCLr  eine  selbstverständliche  Eonsequenz  des  verwirklichten 
konstitutionellen  Systems;  was  Kossuth  am  3.  März  ausrief:  ,^An  desi 
Ungarn  ist  es,  die  Dynastie  zu  retten,  statt  des  schlechten  Binde- 
mittels der  Bajonette  imd  des  Beamtendruckes  den  festen  Kitt  einer 
freien  Verfassung  zu  setzen*^  das  war  überall  den  Liberalen  eine 
ehrliche  Ueberzeugungssache.  Deswegen  auf  der  einen  Seite  die  Sorge 
vor  dem  Neuen,  der  Drang  festzuzufassen,  und  auf  der  andern  Seite 
die  provozierende  Offensive  gegen  das  Heer. 

Wenn  man  daher  vom  13.  bis  18.  März  immer  „Fort  mit  dem 
Militär^^  rief,  so  lässt  sich  das  nicht  allein  aus  der  menschlichen 
Empörung  über  ein  paar  Flintenschüsse  und  Pallaschhiebe  ^  erklären; 
der  Ruf  erscholl  schon,  bevor  das  Eingreifen  stattgefunden  hatte;  die 
vorgeschrittenen  bürgerlich-proletarischen  Elemente  der  Bewegung  (es 
empfiehlt  sich  statt  des  allzu  weiten  Begriffes  Bürgertum  die  Teilnahme 
der  sozial  noch  nicht  scharf  geschiedenen,  aber  stürmischer  vorwärts- 
drängenden Klassen  der  Handwerksgesellen  und  Industriearbeiter  als 
vornehmlicher  und  selbständiger  Träger  der  Aktion  zu  betonen),  die 
entweder  selber  provozierten  oder  den  Provokationen  befriedigt  zu- 
sahen, wurden  von  einer  positiven  politischen  Tendenz  getrieben.  Es 
versteht  sich,  dass  diese  Tendenz  nicht  jedem  Schreier  auf  der  Strasse 
als  bewusstes  Wollen  gegenwärtig  war  und  ebenso,  dass  sie  in  den 
Quellenaussagen  über  die  äusseren  Hergängen  nicht  besonders  ange- 
merkt werden.  Wie  ein  klarer  Beobachter  die  Dinge  ansah,  lehren 
die  Aufzeichnungen  des  Ministers  von  Canitz:  „Wenn  anfänglich  nur 
von  einem  gemeinsamen  Aufrechterhalten  der  Ordnung  durch  könig- 
liche und  städtische  bewaffnete  Macht  gesprochen  worden  war,  so 
gingen  die  *  Wünsche  des  Volkes'  rasch  weiter;  am  18.  Mittags  ward 

^  Es  bleibt  noch  nachzuprüfen,  ob  die  Schuld  am  13.  oder  14.  Man 
80  sehr,  wie  B.  will,  an  der  übertriebenen  Schneidigkeit  der  Truppen  lag. 
Ich  mache  darauf  aufmerksam,  dass  schon  am  13.  März  die  ZivilbehOrde, 
das  Polizeipräsidium,  Berichte  an  das  Gouvernement  über  die  Notwendig- 
keit der  Rüstung  gegen  die  „entschieden  freche  und  herausfordernde  Haltung" 
der  Arbeiterklasse  gelangen  liess. 


Kritiken.  551 

vor  dem  königlichen  Schlosse  nach  der  Verkündigung  des  Patent» 
und  noch  ehe  ein  Soldat  den  Schlossplatz  betreten  hatte,  unablässig 
geschrieen  Veg  mit  dem  Militär'.  Wer  die  eigentliche  ganze  Wahr- 
heit dieser  Absicht  hätte  aussprechen  wollen,  hätte  sagen  müssen: 
'Nehmt  den  Soldaten  die  Waflfen,  löst  die  Armee  auf,  dass  sie  in 
der  uo  geordneten  Masse  aufgehe,  vor  allem  fort  mit  den  Truppen  aus 
dem  Schlosse,  entwaffnet  die  Regierung,  brecht  die  königliche  Macht 
und  überlasst  uns  .  .  .  freies  Feld  für  die  Dinge,  die  da  kommen 
sollen.'"^  Hier  ist  bereits  aus  der  allgemeinen  Tendenz  der  be- 
sondere Zweck  hervorgehoben.  Man  wollte  das  Militär  forthaben, 
um  dann  auf  die  regierenden  Klassen,  den  König  voran,  von  dessen 
beginnender  Umwandlung  man  ja  noch  nichts  wusste,  einen  ernst- 
licheren, unwiderstehlicheren  Druck  —  dahin  gehört  auch  der  doch 
nicht  völlig  harmlose  Gedanke  der  Massenpetition  —  ausüben  zu 
können.  Die  Beispiele  der  analogen  Vorgänge  in  den  deutschen 
Mittel-  und  Kleinstaaten,  die  Erfolge  in  Wien  selber,  wirkten  mit 
ansteckender  Kraft.  Solcher  Absicht  aber  stand  die  Verfügung  der 
Krone  über  das  unerschütterte  Militär  im  Wege;  man  suchte  daher 
jede  Reibung  umsomehr,  als  man  wohl  wusste,  dass  die  politisch 
reaktionären  Kreise  der  Gardeoffiziere  unter  Führung  des  Prinzen  von 
Preussen  für  energisches  Niederschlagen  waren,  dass  aber  jedes  der- 
artige Auftreten  der  Truppen  die  Gegensätze  verschärfen  und  den 
Unzufriedenen  neue  Gesinnungsgenossen  zuführen  musste.  Die  Skala 
dieser  antimilitärischen  Stimmungen  wies  natürlich  die  mannigfachsten 
Abstufungen  vor;  aber  man  braucht  gar  nicht  des  Franzosen  Le  Bon 
Psychologie  der  Massen  oder  des  Italieners  Scipio  Sighale  Psychologie 
des  Auflaufes  und  der  Massenverbrechen  zu  kennen,  um  sich  zu  sagen, 
dass  in  der  Aktion  selber  die  radikalsten  Elemente  die  übrigen  mit 
fortreissen.  Und  worauf  es  dem  Historiker  mehr  ankommen  muss 
als  auf  diesen  flutenden  Naturprozess:  das  entscheidende  Motiv  dieser 
antimilitärischen  Stimmungen  ist  durchaus  politisch;  als  eine  leben- 
dige positive  Triebkraft  möchte  ich  es  in  die  Reihe  der  von  R. 
für  den  Anteil  der  Berliner  am  Barrikadenkampfe  angeführten  mehr 
negativen  Motive  (politische  Unreife,  Misstrauen,  gesteigerter  Abscheu 
vor  dem  Militär)  einbezogen  wissen,  um  dem  Kern  des  Problems 
gerecht  zu  werden.  Wenn  nach  R.  noch  am  Mittag  des  18.  März 
„der  Anblick   der  verhassten   Soldaten   genügte,  um   einen   Umschlag 

^  DenkBchrifben  2,  266  f.  Vgl.  dazu  die  allgemeinen  Bemerkungen 
über  die  Forderung  2,  246:  ,,die  wichtige  Konsequenz  und  der  logisch 
korrekte  Zusammenhang  der  Idee  in  dieser  Auffassxmg  absoluter  Demo- 
kratie ist  unverkennbar:  die  Regierung  sollte  entwaffiiet,  der  Bewegung 
freies  Feld  geschafft  werden." 


552  Kritiken. 

der  Stimmung  zu  bewirken",  so  liegt  der  tiefere  Grund  des  Unwillens 
der  Radikalen  auch  jetzt  noch  in  der  Erkenntnis,  dass  der  König, 
gedeckt  durch  die  verhassten  Soldaten,  fortdauernd  uuabhftngig  von 
dem  populären  Druck  seine  Entscheidungen  zu  fällen  vermag;  dass 
er  auch  jetzt  noch,  in  der  ersten  Stunde  der  Neuen  Aera,  diese  Waffe 
wie  im  alten  Staate  anwendet  oder  richtiger  ihre  Anwendung  zul&sst, 
das  führt  dann  zum  Ausbruch  der  Revolution. 

Mit  Entschiedenheit  sucht  R.  den  Nachweis  zu  führen,  dass  die 
üeberlieferung  von  der  haltlosen  Schwäche  des  Königs  in  diesen 
Tagen  gänzlich  zu  streichen  sei.  Im  Gegensatz  zu  den  meisten  frühem 
Autoren,  die  in  dieser  Schwäche  das  eigentliche  Verhängnis  sahen, 
hatte  ich  bereits  für  die  entscheidenden  EntSchliessungen  des  Königs 
und  damit  für  den  Verlauf  der  Märztage  die  wichtigste  Erklärung  in 
seinen  politischen  Absichten  gesucht,  ohne  aber  im  Einzelnen  seine 
Schwäche  ganz  zu  eliminieren;  das  brauchte  übrigens,  wie  ich  einigen 
Kritikern  bemerken  muss,  keineswegs  als  Inkonsequenz  oder  als 
Rückfall  in  die  frühere  Auffassung  gedeutet  zu  werden;  gewisse 
Schwächlichkeiten  seiner  persönlichen  Haltung  erschienen  mir  gerade 
in  dem  innem  Zwiespalt  seiner  alten  Neigungen  und  seines  neuen 
Wollens  ihre  natürliche  Erklärung  zu  finden.  R.  geht  nun  noch  einen 
Schritt  weiter.  Dass  seine  Kritik  den  Thatbestand,  der  den  Aussagen 
über  die  angeblichen  Thränenausbrüche  Friedrich  Wilhelms  zu  Grunde 
liegt,  noch  erheblich  reduziert,  räume  ich  ein;  die  Zurückffihmng 
sämtlicher  derartiger  Nachrichten  auf  den  „Officierklatsch"  scheint  mir 
jedoch  auch  nicht  jedesmal  hinreichend  begründet  zu  sein^;  auch  aus 
der  leidenschaftlichen  Szene  zwischen  Bodelschwingh  und  seinem 
Neffen  Diest  kann  man  ebensogut  das  Entgegengesetzte  der  Erklärung 
R.s  herauslesen:  nämlich  die  furchtbare  Sorge,  dass  der  König  nicht 
der  Festeste  sei.  Auf  grund  dieser  Quellenki-itik  lehnt  R.  auch  die 
übliche  Annahme,  der  König  habe  nur  ganz  zögernd  die  Erlaubnis 
zum  Angriff  mit  der  Schusswaffe  gegeben,  völlig  ab:  „es  ist  von  der 
Schusswaffe  überall  Gebrauch  gemacht  worden,  wo  es  notwendig  er- 
schien, ohne  dass  erst  die  Genehmigung  des  Königs  eingeholt  wurde** 
(S.  147).     Ausser    der    auch    von    R.    selbst    angeführten    Ausnahme 

*  Es  wäre  wünschenswert,  wenn  eine  Veröffentlichung  der  voll- 
ständigen Perthesschen  Aufzeichnungen,  die  R.  durchweg  sehr  gering 
bewertet,  diese  Kontroverse  zum  Abschluss  bringen  könnte.  Daneben  möchte 
ich  noch  auf  eine  andere,  ev.  noch  zu  ermittelnde  Quelle  aufinerksam 
machen:  Vamhagen  14,  244 f  (z.  J.  1867):  „in  Pf u eis  handschriftlichen  Be- 
richten über  das  Jahr  1848  gelesen;  sie  sind  mit  wunderbarer  Aufrichtigkeit 
geschrieben.  .  .  .  Ich  kannte  sie  schon.  .  .  .  Die  Fassung  ist  nachträglich 
etwas  verbessert  worden." 


Kritiken.  553 

(beim    Angriff  auf   die  Barrikade   beim   CöUniscben   Rathause)  hören 
wir   aber  auch   beim  Vordringen   des   Leibregiments    zum  Alexander- 
platz zunächst  von  einem   nicht  von  Prittwitz   erteilten   Befehl,   nur 
vorzudringen,  wenn  es  ohne  Anwendung  von  Gewalt  geschehen  könnte; 
in  der  militär-officiösen  Schrift  von  Schulz  wird  verschiedentlich  über 
das,   jedenfalls    nicht    erfundene,    sondern    eher    halb   vertuschte   Ein- 
greifen „hochgestellter"  —  also  vermutlich  durch  eine  Willensmeinung 
des  Königs  gedeckter  —  Peisonen  geklagt,  das  die  selbständigen  Dispo- 
sitionen von  Prittwitz  durchkreuzt  habe.     Solche  Vorfälle  bilden  viel- 
leicht die  thatsächliche  Unterlage  fOr  die  spätem  Aufbauschungen  der 
Offizierstradition.     Ueber    die    politischen    Motive    der    Bedenklichkeit 
des   Königs   wird  heute   kein   Zweifel   mehr  möglich   sein;   aber  man 
braucht  deswegen  nicht  zu  leugnen,   dass   eben   dadurch  eine  gewisse 
Unsicherheit  in  sein  Verhalten  gebracht  wurde,  die  die  Offiziere  natür- 
lich   nicht  verstanden,    sondern   fälschlich   als   persönliche   Schlaffheit 
deuteten,    in   demselben    Gedankengange,    der  sich   schon   das  Patent 
vom  18.  März   als  „Concession"   an   den  Berliner  Pöbel  zurechtgelegt 
hatte.  ^    R.  räumt  ja  selbst  ein,  dass  der  König  in  der  besten  Hoffnung 
blieb,   „wenn   man   es   vermeide,   den  Konflikt  im  Innern  bis  auf  die 
Spitze  zu  treiben";  dass  sich  daraus  nicht  die  Neigung  zu  energischem 
Vorgehen  ergeben  konnte,  liegt  auf  der  Hand  und  geht  auch  aus  den 
Quellen  hervor.     Im  ganzen   muss   ich,   bei  aller  grundsätzlichen  Zu- 
stimmung doch  sagen,  dass  Friedrich  Wilhelm  in  der  Darstellung  R.s 
allzufest  und  zielbewusst  herauskommt;   nach  meinen  Eindrücken  aus 
der  Gesamtheit  der  Quellen  ist  er  während  des  Strassenkampfes  nicht 
bloss    der  kühle  Politiker,  der  weiss,  was  er  will,   sondern  zugleich 
der  Mensch,  dem  im  Widerstreit  der  überkommenen  und  neu  ergriffenen 
politischen  Gedanken  die  Entschlusskraft  mehr  und  mehr  gelähmt  wird. 
In  entsprechender  Weise  möchte  ich  auch  in  die  Beurteilung  des 
Generals  von  Prittwitz   eine   etwas  von   R.  abweichende  Nuance   ein- 
ffihren.     Mit  überraschender  Schärfe  und  energischer  Einzelkritik  hat 
R.    das   Verhalten    des    Generals  besprochen,    den    Treitschke  in   dem 
letzten,  was  aus  seiner  Feder  geflossen  ist,  zu  den  tragischen  Gestalten 
unserer  Kriegsgeschichte  gezählt  hat*,  den  Busch,  was  ich  sofort  für 
höchst  bedenklich   erklärte,    zum    Helden   der   Märztage    zu    stempeln 
versuchte:  jetzt  erscheint  er  zum  ersten  Male   als   derjenige,   welcher 
an  dem  Schlussergebnis  des  19.  März,  der  Isolierung  und  Demütigung 

^  Vgl.  dazu  die  charakteristisehen  Bemerkungen  der  Frau  von  Natzmer, 
Unter  den  Hohenzollem  U,  187. 

'  ,,Ein  ernster,  fester,  zum  Befehlen  geschaffener  Mann  —  und  doch 
durch  ein  finsteres  Verhängnis  hineingerissen  erst  in  die  Schmach  der  Ber- 
liner Märztage,  dann  in  den  Jammer  des  schleswigschen  Scheinkrieges.** 


554  Kritiken. 

der  Krone,  den  schwersten  Schnldanteil  zu  tragen  hat.  B.  acceptieri: 
nicht  nur  die  vorsichtige  Kritik,  die  ich  gestfltzt  auf  eine  AeuBsening 
Gerlachs  an  dem  von  Prittwitz  um  Mitternacht  dem  König  erstatteten 
Gutachten  geüht  hatte,  sondern  er  verschärft  die  von  mir  zur  Er- 
klärung heigehrachten  Motive  so  sehr,  dass  nun  allerdings  ein  ganz 
anderes  Bild  herauskommt;  während  ich  meine,  dass  in  die  f1ui)ung 
dieses  Gutachtens,  zumal  in  die  ausmalende  Erörterung  der  äussersten 
Möglichkeiten  etwas  wie  vielleicht  unbewusste  Berechnung  hinein- 
gespielt habe,  ersetzt  R.  meine  diplomatische  Formulierung  durch  das 
urteil:  bewusste  und  tendenziöse  Entstellung  des  Thatbestandes.  Der 
Quellpunkt  unserer  Differenz  über  das  Gutachten  —  dessen  Inhalt 
übrigens  in  demselben  Gedankengange,  nur  unter  üebergebung  der 
gegen  einen  tagelangen  Strassenkampf  sprechenden  Bedenken,  bei  dem 
Obersten  Schulz  (S.  36)  bereits  als  der  ursprüngliche  Schlacht- 
plan  des  Generals  erscheint  —  lieget  in  unserer  verschiedenen  Be- 
urteilung der  militärischen  Lage  nach  dem  ersten  Schlachttage:  nimmt 
man  an,  dass  die  Lage  durchaus  entschieden  gewesen  sei^,  und  weiter^ 
hin,  dass  Prittwitz  darüber  schon  um  Mittemacht  sich  hätte  ganz  klar 
sein  können  und  müssen,  so  darf  man  gegen  das  scharfe  urteil  Bj 
über  den  zielbewussten  Intriganten  der  Militärpartei  nicht  viel  sagen, 
überzeugt  man  sich  nicht  von  der  unbedingten  Giltigkeit  jener 
Prämissen,  wird  man  sich  vorsichtiger  damit  bescheiden,  dass  Pritt- 
witzens  Ansicht  der  Dinge  nur  von  seinen  Wünschen  beeinflusst  sein 
dürfte.  Ich  sehe  die  Lage,  was  sich  hier  im  einzelnen  nicht  darlegen 
lässt,  trotz  des  Sieges  nicht  so  einfach  an  wie  die  neueren  in  dieser 
Frage  doch  auch  parteiischen  militärischen  Beurteiler,  sondern  gestehe 
den  von  Prittwitz  in  seinem  Gutachten  erwogenen  bedenklichen 
Eventualitäten  an  sich  eine  gewisse  Berechtigung  zu,  wie  ja  auch  R. 
(S.  173/4)  anerkennt,  dass  die  Dinge  auch  eine  Kehrseite  hatten; 
Prittwitz  hatte  am  Abend  des  ersten  Tages  noch  mit  verschiedenen 
Möglichkeiten  zu  rechnen  und  sie  pflichtmässig  dem  Könige  vorzu- 
tragen. Seine  Tendenz  verschärfte  ihm  nur  dieses  urteil  zu  sehr 
und  zwar  in  einem  verhängnisvollen  Grade  deswegen,  weil  die  Berech- 
nung der  psychologischen  Wirkung  auf  den  König  falsch  war  und 
ins  Gegenteil  umschlug. 

Die  weitere  (von  G.  KauJ&nann  und  F.  Meinecke  besonders  unter- 
strichene) Differenz  über  den  eigentlichen  Zweck,  den  der  General  in 

^  Wenn  R.  S.  165  Fontane  als  Gewährsmann  für  die  Kläglichkeit  der 
Leistungen  der  Aufrührer  anführt,  so  wären  doch  auch  die  G^egenargnmente 
zu  erwägen,  die  den  alten  klugen  Mann  —  freilich  unter  dem  Eindruck 
von  Prittwitzena  Gutachten  —  nachträglich  an  seiner  frühem  AufPassung 
haben  irrig  werden  lassen. 


Kritiken.  555 

seinem  Gutachten  verfolgte,  sehe  ich  als  weniger  erheblich  an.  Ob 
er,  wie  ich  meinte,  nur  die  Dinge  länger  und  fester  in  den  Händen 
der  militärischen  Gewalt  belassen  wollte,  eventuell  auch  den  König 
von  weiteren  Eonzessionen  zurückzuhalten  oder  zur  Ausnutzung  des 
Sieges  im  reaktionären  Sinne  ^  hinzuführen  hoffte,  oder  ob  er  einzig  imd 
allein  den  König  aus  Berlin  entfernen  wollte,  was  K.  als  seine  nächst- 
liegende und  nachweisbare  Absicht  durchaus  plausibel  gemacht  hat, 
das  läuft  im  Grunde  auf  dasselbe  hinaus.  Innerhalb  des  den  General 
beherrschenden  Strebens  nach  einer  unbedingten  Verfügungsfreiheit  des 
militärischen  Oberkommandos  (ich  ziehe  diesen  Ausdruck  der  „mili- 
tärischen Dictatur^^  vor)^  hat  das  positive  nächste  Ziel  Raum  genug. 
Die  Entfernung  des  Königs  aus  Berlin  war  aber  ebenso  sehr  ein  po- 
litischer wie  militärischer  Akt;  dass  Prittwitz  persönlich  ein  namhafter 
Träger  auch  der  politischen  Kepressionsbestrebungen  gewesen  sei, 
lässt  sich  zwar  aus  unserm  Material  nicht  aktenmässig  belegen;  dafür 
dass  er  diesen  Bestrebimgen  nicht  fem  stand,  spricht  aber  hinreichend, 
dass  die  Reaktionären  die  halbe  Stunde  der  Abwesenheit  Pfuels  be- 
nutzten, um  ihn,  in  ihrem  Sinne  einen  anerkannt  sichern  Mann  vor- 
zuschieben. Wenn  R.  einwendet,  dass  Prittwitz,  statt  nach  einer 
Dictatur  zu  streben,  vielmehr  das  Gegenteil  einer  solchen,  das  „Ver- 
krümeln" der  Truppen  seit  dem  Mittag  des  19.  März,  verschuldet 
habe,  so  ist  dem  entgegenzuhalten,  dass  das  Verkrümeln  doch  in  einer 
Situation  geschah,  die  mit  der  zwölf  Stunden  zuvor  gegebenen  nichts 
mehr  gemein  hatte  und  ganz  neue  Entschlüsse  hervorrief.  Diejenigen, 
die  von  Prittwitz  auf  alle  Fälle  selbständige  Entschlüsse  erwarteten, 
sollten  sich  auch  da  nicht  täuschen:  aus  den  Beweggründen  dieser 
Entschlüsse  möchte  ich  also  in  dem  gleichen  Gedankengange  wie  oben, 
das  politische  Moment  neben  dem  fachmännisch-militärischen  keines- 
wegs ausgeschaltet  wissen. 

Die  Analyse  der  sich  jagenden  Ereignisse  am  19.  März,  die 
exakte  Scheidung  der  einzelnen  Deputationen,  Antworten,  Beratungen, 
der  Stadien  des  Rückzugsbefehles,  die  Feststellung  des  entscheidenden 
Anteils,   den   Prittwitz   an   der  Katastrophe  hat,   halte   ich  in   allem 


*  Meine  von  R.  S.  169  wiedergegebene  Erörterung  über  die  weiteren 
politischen  Folgen  eines  solchen  Sieges  halte  ich  jetzt  selbst  fOr  zn  weit 
gegriffen. 

'  Wenn  R.  dagegen  sagt,  dass  ,,das  preussische  Offizierkorpe  und 
Heer  einer  solchen  Prätorianer-Rolle  aktiven  Widerstandes  gegen  den 
obersten  Kriegsherrn  nicht  fähig  war^^  so  lehnt  dieser  von  mir  durchaus 
gebilligte  Satz  mehr  ab,  als  ich  je  behauptet  habe.  Im  übrigen  l&sst  R. 
Prittwitz  andern  Tags  etwas  vom  Standpunkt  militärischen  Gehorsams  noch 
Ungeheuerlicheres  auf  sich  nehmen. 


556  Kritiken. 

Wesentlichen  fCLr  yortrefflich  gelungen:  eine  mühsame  Kleinarbeit  von 
ausserordentlichem  Verdienst!  Nur  erscheint  mir  auch  zuletzt  das 
Gesamturteil  über  Prittwitzens  Verhalten  zu  scharf  formuliert. 
Auch  wer  ihn  von  „blinder  Wut  und  leidenschaftlicher  Erregung" 
hingerissen  sein  lässt,  hat  die  Verpflichtung,  seine  Motive  auf  einen 
etwaigen  berechtigten  Kern  hin  zu  untersuchen:  führen  sie  auch  in 
militärische  Imponderabilien  hinab,  die  angesichts  alles  dessen,  was 
für  König  und  Staat  auf  dem  Spiele  stand,  unzureichend  genannt 
werden  müssen,  so  muss  der  Historiker  doch  wenigstens  in  Anschlag 
bringen,  was  in  diesen  Offizieren  als  berechtigte,  sogar  notwendige 
Triebkraft  wirkte.  Welchen  Fehler  hatte  bereits  der  König  begangen, 
indem  er  es  unterliess,  Prittwitz  über  den  Sinn  seines  Aufrufs  „An 
meine  lieben  Berliner^*  und  dessen  Konsequenzen  für  die  militärische 
Lage  zu  verständigen  und  mit  ihm  die  Ausführung  dieses  ihm  im 
höchsten  Staatsinteresse  notwendig  erscheinenden  Aktes  der  Nach- 
giebigkeit in  einer  Form  zu  vereinbaren,  die  auch  das  Ehrgeftthl  und 
die  Disziplin  des  siegreichen  Militärs,  seiner  einzigen  Stütze  im  Not- 
fall, ohne  Schädigung  ertrug.  Die  Ausübung  der  militärisdien 
Mittel  fordert  in  ihrem  Bereiche  eine  durch  keinerlei  Eingriffe 
von  andrer  Seite  beeinträchtigte  einheitliche  Verantwortlichkeit  der 
höchsten  Kommandostelle.  Am  Morgen  des  19.  März  aber  sollte  sich 
die  Nichtbeachtung  dieses  Grundsatzes  noch  fortsetzen.  Wenn  der 
König  der  dritten  Deputation  gegen  10  ühr  Morgens  zugestand,  falls 
die  Barrikaden  am  Alexanderplatz  eingeebnet  würden,  dort  die  Truppen 
zu  entfernen,  so  erschien  das  allerdings  nur  als  eine  „Spezialisierung^ 
der  Zusage  seiner  Proklamation,  bedeutete  aber  doch  mehr:  eine  vei> 
einzelte  lokale  Zurückziehung  der  Truppen  aus  der  einen  Position,  während 
man  anderswo  vor  der  Aussicht  auf  Fortführung  des  Kampfes  stand, 
musste  ein  Loch  in  die  ganze  Aufstellung,  in  den  einheitlichen  Plan 
machen,  und  sie  geschah  obendrein  noch  ohne  genügende  Verständigung 
der  Truppenleitung,  also  der  Instanz,  die  zu  entscheiden  berufen  war, 
ob  die  Bedingungen  der  Zurückziehung  erfüllt  wurden  oder  nicht:  die 
Folgen  solchen  Vorgehens  zeigt  z.  B.  die  Gefangennahme  des  Generals 
V.  MöUendorf.  So  ist  auch  diese  „Spezialisierung"  eine  weitere  Etappe 
der  Nachgiebigkeit  am  falschen  Orte;  sie  macht  die  wachsende  Sorge 
und  Erbitterung  des  Generals  inmierhin  verständlich.  Jeder  weitere 
Schritt  auf  diesem  Wege,  und  einer  zog  inmier  den  andern  nach  sich, 
führte  oder  konnte  wenigstens  führen  zur  Lockerung  der  Disziplin, 
zur  Desorientierung  der  Offiziere  über  die  Grenzen  ihrer  Verantwort- 
lichkeit, zur  Desorganisierung  der  Truppe,  das  heisst  im  Angesicht  der 
zuvor  geschlagenen  und  nun  wieder  nachdrängenden  Empörer  zu  einer 
Kränkung  des  militärischen  Ehrgefühls,     und   diese  sich   immer   stei- 


Kritiken.  557 

gende  Empfindung  trieb  Prittwitz  zuletzt  zu  seinen  verhängnisvollen 
Befehlen,  zum  Abmarsch  in  die  Kasernen,  ohne  Deckung  des  Schlosses, 
und  schliesslich  zum  Abmarsch  aus  Berlin.  Darum  ist  er  nicht 
allein,  wie  R.  will,  der  Leidenschaftliche,  der  in  Wut  über  die  miss- 
glückte Intrigue  am  19.  in  Kopflosigkeit  verfällt  und  am  20.  März 
alles  auf  eine  Karte  setzt,  um  die  Abreise  des  Königs  zu  erzwingen: 
er  ist  zugleich  der  preussische  General,  der  das  ihm  anvertraute  In- 
strument gefährdet  sieht,  zu  seiner  Erhaltung  die  einseitig  militäri- 
schen Gesichtspunkte  walten  lässt,  dadurch  aber  —  das  bleibt  seine 
historische  Schuld  —  seinen  König  und  obersten  Kriegsherrn  ins 
Verderben  stürzt.  So  erklärt  es  sich,  dass  Prittwitz,  trotzdem  ver- 
schiedene Stimmen  in  der  Armee,  bis  zum  Prinzen  von  Preussen 
hinauf^,  an  seinem  Verhalten  am  19.  März  etwas  auszusetzen  hatten, 
doch  der  Held  der  Armee  blieb  und  eben  vom  Prinzen  selber  das 
ehrendste  Zeugnis  erhielt:  „Sie  haben  den  Ruhm,  nicht  allein  die 
Ehre  und  den  Ruhm  des  Gardekorps,  sondern  der  Armee,  aus  der 
Katastrophe,  die  uns  betroflfen  hat,  unbefleckt  gerettet  zu  haben.  .  .  . 
Dank  für  die  Ehre,  die  Sie  den  Truppen  zu  erhalten  wussten."* 
Das  erkannte  der  Prinz  freilich  nicht,  dass  dieses  einseitige  Eintreten 
für  Ehre  und  Zucht  der  Truppen  seinem  Bruder  die  ganze  Tiefe 
seiner  Demütigung  gekostet  hatte. 

So  möchte  ich,  unter  Anerkennung  der  R.schen  Ergebnisse, 
Prittwitz  zwar  nicht  von  der  historischen  Verantwortung,  aber  doch 
von  einem  Stück  der  herben  Verurteilung  befreien.  Sie  fällt  am 
letzten  Ende  immer  wieder  auf  den  König,  auf  die  Persönlichkeit, 
in  der  wir  gerade  nach  der  nunmehr  gewonnenen  Vertiefung  der 
historischen  Voraussetzung,  den  letzten  Schlüssel  zu  dem  Gang  der 
Dinge  finden.  Friedrich  Wilhelm  blieb,  auch  in  dem  Moment, 
wo  er  zu  der  Politik  des  neuen  Systems,  zum  Konstitutionalismus 
überging,  allen  Einwirkungen  Berufener  und  Unberufener  zum  Trotz, 
der  alte  absolutistische  König,  über  die  Köpfe  seiner  Ratgeber  hinweg 
aus  königlicher  Vollkraft  in  den  Stunden  der  Katastrophe  allein  ent- 
scheidend. Man  fragt  sich  immer  wieder,  weshalb  er  nicht  in 
dauerndem  Zusanmienhang  mit  Bodelschwingh,  Arnim,  Prittwitz  stand, 
weshalb  sie  nicht  nach  gemeinschaftlicher  Verabredung  handeln  konnten. 

^  Vgl.  die  Mitteilung  im  Tagebuch  des  Majors  a.  D.  Frhr.  v.  Vincke 
(Kreuzzeitung  vom  19/4  1898),  auf  die  mich  G.  v.  Below  freundlichst  auf- 
merksam machte:  „Die  Unregelmässigkeit  des  ganzen  Rückzuges  ist  mir 
auch  durch  den  Prinzen  von  Preussen  bestätigt  worden.^^  Femer  Vinckes 
Brief  an  den  General  Gustav  v.  Below  vom  10/6  1848  (Deutsche  Revue, 
Jidi  1902). 

»  Kreuzzeitung  vom  22/4  1898. 


558  Kritikea. 

Der  einzige,  der  mit  den  Zielen  des  Königs  yertraut  war,  Bodel- 
schwingh,  der  beste  Mann  ffir  die  Situation,  geht;  die  andern  be- 
schränken sich  auf  die  äusserlichen  Pflichten  ihrer  Ressorts,  Arnim- 
Boitzenburg,  der  mit  unglaublichem  Formalismus  (sein  politisch« 
Verhalten  ist  von  R.  zu  günstig  beurteilt)  nur  an  der  neuen  Minister- 
liste als  notwendigstem  Requisit  des  konstitutionellen  Systems  arbeitet, 
statt  dem  König  als  verantwortlicher  Ratgeber  in  jeder  Minute  zur 
Seite  zu  stehen  imd  das  Verständnis  mit  dem  TruppenkommaDdo 
aufrecht  zu  halten,  und  der  General,  der  zuletzt  nur  an  Zucht  und 
Ehre  „seiner^^  Truppen  denkt  und  darüber  den  König  preisgiebt;  und 
dann  der  König  selber,  der  über  allen  zu  stehen  vermeint  und  in  der 
furchtbaren  Prüfung  seiner  Entschlusskraft  versagt.  Es  war  der  Zu- 
sammenbruch des  alten  Systems:  sein  höchst  gestellter  Trager  selber 
hatte  eine  Bresche  hineingelegt,  und  er  war  nicht  Friedrich  der  Grosse 
genug,  um  sie  mit  seiner  Persönlichkeit  auszufüllen.  Das  ist  seine 
tragische  Schuld  gewesen. 

Berlin.  Hermann  Oncken. 

Theodor  Scheffer,  Die  preussische  Publizistik  im  Jahre  1859 
unter  dem  Einfluss  des  italienischen  Krieges.  Ein  Beitrag 
zur  Greschichte  der  öffentlichen  Meinung  in  Deutschland.  Leipzig, 
Teubner.  1902.  VH  u.  182  S.  8^ 
Wir  haben  ein  dringendes  Bedürfnis  nach  Untersuchungen,  welche 
das  Quellenmaterial  auf  dem  Gebiete  der  neuesten  Geschichte  sichten 
und  prüfen.  Gegenwärtig  sieht  sich  der  Forscher  einem  Meere  von 
Nachrichten  gegenüber,  bei  deren  Prüfung  er  immer  das  Gefühl  hat, 
dass  es  unmöglich  ist  mit  Sicherheit  zu  sagen,  dass  er  keine  wesentliche 
Stimme  überhört  habe,  oder  dass  er  nicht  einzelnen  Stimmen  grösseres 
Gewicht  beilege,  als  richtig  ist.  Das  ist  freilich  bei  Untersuchungen 
über  ältere  Zeiten  nur  scheinbar  anders.  Nur  hat  da  die  Zeit  eine  Aus- 
wahl getroffen.  Die  reiche  üeberlieferung  der  Neuzeit,  im  besonderen 
der  Periode  einer  entwickelten  Presse  und  parlamentarischer  Verhand- 
lungen, gestattet  ein  tieferes  Eindringen  in  die  Zusammenhänge  — 
aber  in  befriedigender  Weise  erst  dann,  wenn  eine  grosse  Reihe  von 
Untersuchungen  vorliegt  wie  diese  Arbeit  Scheffers  über  die  preussi- 
sche Publizistik  im  Jahre  1859.  Ich  habe  seit  Jahren  verschiedene 
Gelehrte  zu  derartigen  Arbeiten  aufgefordert,  kürzlich  eine  dahin- 
zielende  Preisaufgabe  der  hiesigen  philosophischen  Fakultät  veranlasst 
und  auch  selbst  ähnliches  in  Angriff  genommen.  Die  Art,  wie  Scheffer 
die  Aufgabe  löst,  ist  anerkennenswert  durch  die  Gründlichkeit  und 
Sorgfalt,  namentlich  der  bibliographischen  Feststellungen:  aber  diese 
verlaufen  sich  teilweise  zu  Einzelheiten,  die  kaum  erforderlich  scheinen 


Kritiken.  559 

und  die  Uebersicht  erschweren.  Weitere  Belastung  konunt  hinzu 
durch  Daiükesformeln  für  freundliche  Auskunft,  die  durch  eine  generelle 
Erklärung  im  Vorwort  erledigt  werden  konnten.  Uebrigens  ist  auch  so 
nicht  volle  Sicherheit  erreicht,  S.  53  muss  es  z.  B.  Max  Müller  heissen 
statt  Hermann  Müller.  Von  der  Broschüre  Kaiser  Napoleon  imd 
Preussen.  Berlin,  David.  1859,  zählt  Seh.  zwei  ihm  bekannt  gewor- 
dene Exemplare  auf.  Sollte  sie  so  selten  sein?  Ich  besitze  ebenfalls 
ein  Exemplar,  aus  Baumgartens  Nachlass.  Sie  scheint  mir  übrigens 
keine  besondere  Beachtung  zu  verdienen.  Dergleichen  Käsonnements 
waren  doch  damals  weit  verbreitet,  und  auch  die  Zeit  Hesse  sich  schon 
aus  dem  Schluss  mit  einer  für  derartige  Produkte  genügenden  Sicher- 
heit bestimmen.  Im  Ganzen  würde  ich  glauben,  dass  eine  Gruppierung 
nach  wenigen  einfachen  Gesichtspunkten  verbunden  mit  nur  je  nach 
der  Bedeutung  kürzerer  oder  genauerer  Berichterstattung  der  Forschung 
nützlicher  wäre  als  die  mehr  reflektierende  Behandlung  Scheffers. 
Auch  scheint  mir  die  doch  nur  äusserliche  Scheidung  von  Broschüren 
und  Artikeln  in  Zeitschriften  und  Zeitungen  nicht  glücklich.  Zur 
Beurteilung  des  Eindrucks,  den  die  Flugschriften  machten,  sind  zu- 
dem Artikel  wie  sie  das  Preussische  Wochenblatt,  die  Kreuzzeitung 
und  andere  führende  Blätter  der  Parteien  brachten,  gar  nicht  zu  ent- 
behren. Und  der  interessante  offene  Brief  ,yÄ.n  die  Redaktion  der 
Allgemeinen  Zeitung,  Oesterreich,  Preussen  und  Herr  von  Schleinitz", 
datiert  „Vom  Neckar  15.  August"  (1859),  ist  jedenfalls  als  eine  Flug- 
schrift aufzufassen.  Mein  Exemplar  ist  ohne  Umschlag,  ohne  Ort  und 
ohne  Jahr,  hat  das  Aussehn  eines  Separatabdruckes  aus  einer  Zeitschrift. 

Wie  dem  aber  auch  sei,  wir  haben  hier  eine  nützliche  und 
tüchtige  Untersuchung  erhalten,  der  hoffentlich  bald  viele  ähnliche 
folgen  werden. 

Breslau.  G.  Kaufmann. 


560 


Nachricliteii  und  Notizen  L 

Dr.  B.  M.  Lersch,  Einleitung  in  die  Chronologie.  2.  umgearbeitete  und 
stark  vermehrte  Auflage.  Freiburg  im  Breisgau.  1899.  I.  Teil  (251  S.) 
6,60  cC     n.  Teil  (189  S.)  4  .4C 

Des  betagten  Verfassers  langjährige,  rüstige  Sammelthätigkeit  auf 
kalendarischem  und  chronologischem  Gebiet  neben  zahlreichen  Publika- 
tionen aus  seiner  eigentlichen  Berufswissenschaft,  der  Medizin,  erweckt 
ungeteilte  persönliche  Bewunderung.  Sein  Ziel,  mit  der  Torliegenden  Neu- 
bearbeitung seiner  zuerst  1889  erschienenen  Einleitung  in  die  Chronologie 
„dem  Leser  einen  sicheren  und  bequemen  Leitfaden  zum  Grebiete  der 
historischen  Chronologie'^  zu  schaffen,  hat  er  m.  E.  nicht  erreicht.  Der 
I.  Teil  behandelt  „Zeitrechnung  und  Ealenderwesen  der  Griechen,  Römer, 
Juden,  Mohammedaner  und  anderer  Völker,  Aera  der  Christen";  der  IL  den 
„Christlichen  Kalender,  seine  Einrichtung,  Geschichte  und  chronologische 
Verwertung.'*  Als  Nachschlagebuch  wird  das  gut  ausgestattete  Werk  hier 
und  da  nützlich  sein,  soweit  die  Torausgeschickten  „Paragraphen-Verzeich- 
nisse'* und  die  recht  knappen  Register  ihren  Funktionen  genügen.  Für 
letztere  ist  die  Bemerkung  II,  186  charakteristisch:  das  Register  „dient 
nicht  als  Onomasticon  der  Festtage,  deren  mannigfaltige  Namen  in  eigenen 
Abschnitten  und  in  Anmerkungen  gegeben  worden  sind,  ausser  den  Namen 
der  Wochentage  und  Monate,  die  im  I.  Teil  erwähnt  sind",  jene  „Ab- 
schnitte" sind  n  §  27.  28.  30— 3G  zu  finden;  letzterer  Paragraph  giebt 
auf  2y,  Seiten  ein  „Heiligen -Verzeichnis" ;  dann  folgt  eine  Notiz  über 
den  Cisiojanus  und,  ohne  Berücksichtigung  im  Inhaltsverzeichnis  oder  Re- 
gister, das  was  der  Verf.  über  die  Bezeichnung  des  Tages  vor  resp.  nach 
einem  Feste  (vigilia  u.  s.  w.,  dies  proximus  u.  s.  w.)  zu  sagen  hat;  die  den 
Schluss  bildende  Notiz  über  octava  u.  s.  w.  ist  wenigstens  durch  das  Register 
zu  ermitteln.  „Alte  und  provinzielle  Namen  der  Wochentage"  stehen  I  §  7 
(mit  „Grimm,  Mythol.  1835"  (!)  an  der  Spitze  der  Litteratur),  „Alte  und 
ungewöhnliche  Bezeichnungen  gewisser  Wochentage"  aber  auch  IX,  §  32  (die 
Litteratur-Notiz  beginnt:  „cf.  Grotefends  Taschenbuch  25—67");  „Ausser- 
gewöhnliche,  meist  altdeutsche  Monats-Nameu"  sind  I  §  38  zusammen- 
gestellt (dort  heisst  es  u.  a.:  Januar  oder  Jenner  wird  „in  alten  Schriften 
und  dem  Deutschen  verwandten  Sprachen  benannt:"  u.  s.  w.);  der 
Inhalt  dieser  drei  Paragraphen  (I,  7.  38;  11 ,  32)  ist  nicht  alphabetisch, 
sondern  nach  der  Reihenfolge  des  Kalenders  geordnet. 

Zu  praktischen  Zwecken  und  für  den  Unterricht  ist  das  Buch  also 
ungeeignet. 

Oldenburg.  G.  Sello. 


Nachrichten  und  Notizen  I.  561 

Dr.  Franz  Wieland,  Ein  Ausflug  ins  altchristliche  Afrika,  zwang- 
lose Skizzen.  —  Stuttgart  und  Wien,  Jos.  Roth,  1900,  196  S. 
Ein  sehr  frisch  und  ansprechend  geschriebener  Bericht  über  eine  ar- 
chäologische Studienreise  in  Tunesien  und  Ostalgerien.  Wo  sich  die  Ge- 
legenheit bietet,  flicht  der  Verfasser  in  ähnlicher  Weise,  wie  es  neuerdings 
Rohrbacher  in  seinem  Buche  über  das  Land  Jahves  und  Jesus'  gethan  hat, 
lebendige  Schilderungen  der  Ereignisse  ein,  die  sich  an  den  betreffenden 
historischen  Stätten  abgespielt  haben.  Dabei  verfährt  er  mitunter  freilich 
zu  zwanglos.  Er  lässt  sich  ziemlich  viele  Flüchtigkeitsfehler  zu  Schulden 
kommen,  vgl.  S.  48,  79,  80,  115.  Auch  erzählt  er  allzugläubig  manche 
Märtyrergeschichten  und  die  den  Yandalen  so  ungünstigen,  ganz  einseitigen 
Berichte  des  Viktor  von  Vite  nach  und  behandelt  Donatisten  und  Arianer 
viel  schlechter,  als  sie  es  verdienen.  Nicht  minder  wird  der  Eindruck 
seiner  Darstellung  dadurch  getrübt,  dass  er  gelegentlich  den  Mund  etwas 
voll  nimmt:  der  unglückliche  Tertullian,  die  hehren  Frauen  Perpetua  und 
Felicitas,  der  ehrwürdige  Greis  Cyprian,  der  geistvolle  (I)  Arnobius  von  Sicca, 
die  Donnerstimme  Augustin  s,  die  Frevelszenen  der  donatistischen  und  aria- 
nischen  Kindertaufe,  die  grossartigen  Geisteskämpfe,  die  auf  afrikanischen 
Konzilien  ausgefochten  sind  u.  s.  w.  Das  sind  Geschmacklosigkeiten,  die 
mancher  'liebwerte'  Leser  störend  empfinden  wird.  Aber  die  Darstellungs- 
gabe und  die  jugendfrische  Begeisterung  des  Verfassers  machen  derartige 
Mängel  erträglich.  Er  versteht  es  wirklich,  Interesse  für  seinen  Gegenstand 
zu  erwecken.  Wer  seine  Schrift  und  daneben  vielleicht  Boissiers  Prom^nades 
arch^ologiques  gelesen  hat,  wird  mit  Lust  und  Liebe  an  das  Studium  der 
grösseren  Werke  über  das  römische  Afrika  herangehen.  Auch  die  zahl- 
reichen guten  Bilder,  die  das  Buch  zieren,  wird  der  Leser  mit  Vergnügen 
und  Dank  studieren. 

Leipzig.  H.  Boehmer. 

Eufemia  von  Adlersfeld-Ballestrem,  Ahnentafeln  zur  Geschichte 
europäischer  Dynastien.  Nach  den  Quellen  aufgestellt  und  bearbeitet. 
Grossenhain,  Herm.  Starke,  1901.  XX  u.  196  S.  8^ 
Die  in  der  Belletristik  bekannte  Schriftstellerin  bietet  im  vorliegenden 
Buche  196  Ahnentafeln,  die  aber  leider  nicht  so  gearbeitet  sind,  dass  der 
Leser  Nutzen  aus  ihnen  ziehen  kann.  Die  vielen  Druckfehler,  Versehen, 
Ungenauigkeiten  —  allein  zu  den  Angaben  auf  S.  51  konnte  ich  15  Aus- 
stellungen machen  —  lassen  eine  Warnung  vor  dem  Gebrauch  des  Buches 
durchaus  berechtigt  erscheinen.  Hauptsächlich  störend  wirkt  die  An- 
wendung von  Daten  nach  altem  und  von  solchen  nach  neuem  Stil.  Die 
Tafeln  scheinen  geradezu  berufen  zu  sein,  die  in  der  Litteratur  zu  findenden 
fehlerhaften  genealogischen  Angaben  um  ein  bedeutendes  zu  vermehren 
und  eine  heillose  Verwirrung  anzurichten.  Nur  weniges  diene  als  Beispiel 
der  Zuverlässigkeit:  Die  bekannte  Eleonore  d^Olbreuze  ist  nach  S.  28  am 
3.  1.  1639,  nach  S.  39  am  17.  1.  1639  geboren.  Aehnlich  wird  mit  ihrem 
Gemahl  verfahren.  Ihre  Tochter  Sophie  Dorothea  ist  nach  S.  28  vermählt 
am  2.  12.  1682,  gestorben  am  12.  11.  1726,  nach  S.  93  dagegen  vermählt 
am  21.  11.  1682,  gestorben  am  13.  11.  1726.    Ihr  Gemahl,  König  Georg  L 


5C2  N>MhTJclit«D  unil  NotinH  L 

ton  GroubritsDniea ,  iit  oarh  H  fiS  an  7  10  IMO.  nach  S  i»  im 
28.  5.  16Sü,  ii*cb  S.  180  am  T.  6.  IMO  geboren.  Weichet  Datmn  «dl 
maa^ebeod  sein?  —  D«n  AdminJ  CoUgnj  Um!  die  Terbaaerin  8.  H  all 
Gaapard  de  Colign;  1519  ^toreu  werden,  wfthraid  er  n»ch  S.  91  acbon 
S  Jahre  fräher,  freilich  alt  Gaapard  de  Chatillon,  Graf  tod  Colignj,  dai 
Licht  der  Welt  erblickt  bat.  —  Auf  S.  91  encheint  der  Nachfolge 
Friedrieb»  d.  Ut,  ab  Wilhelm  II.,  Kfinig  t.  Preoaaen.  —  Nach  8.  «8  irt  du 
Gemahlin  de«  EnrfQnten  Emit  Aogoat  Fon  Hannover  am  SS.  10.  KtO, 
nach  S.  9S  am  SO.  1.  1630  geboren.  —  Dieae  Stichproben  werden  don 
Leser  genügen,  um  nch  Mlbit  ein  Urteil  m  bilden  Ober  «in  Bni^,  ant 
dessen  Zusammen  «teil  ong  rielleicht  viel  Zeit,  aber  keine  Sorg&lt  rer- 
wendet  ist.  Fr.  Wecken. 

Erich  Gritzner  behandelt  in  den  Leipnger  Stadien  aoa  dem  QeUit 
der  Geschichte  THI.  Band  3.  Heft  Symbole  and  Wappen  d«a  alten 
deutachen  Reiches  il^lpiig,  Teabuer,  190S.  THI  n.  ISS  8.  8").  Die  km 
dem  Seminar  Seeligen  hervorgegangene  Arbeit  beieichnet  der  Antor  aelbM 
als  einen  Venach,  ,,Tom  kritischen  Gesichtspunkte  ans  eine  der  inter- 
essantesten Fragen  aus  dem  Gebiet«  der  Heraldik  h  befarachtm  und  to 
dieser  Hilfswissenschaft  in  einem  Teil  wieder  sn  Ehren  an  Terhelfoi'*.  Es 
muss  anerkannt  werden,  das*  dieses  doppelte  Ziel  ^Qcklich  erreicht  ist 
Gritzner  hat  die  verschiedenen  Woneln,  ans  denen  der  DofqwUdler  *li 
Reichswappen  erwachsen  ist  —  das  von  den  ROmen  Bbemommene  Adln^ 
sjmbol,  die  ans  technischen  Ursachen  entsprungene  paarweise  Anordnung 
der  Tierfigaren  aaf  Gew&ndem  und  HSnien,  die  höhere  Bedentang,  w«lche 
die  fortgeschrittene  englische  Heraldik  in  glndicher  Veikennong  d« 
dentechen  Verhältnisse  dem  doppelten  Adler  irrig  beilegte,  die  HiSg^dikät 
einer  Einwirkung  dieser  fremdländischen  Theorie  anf  die  heimiaehe  Anf- 
&esuDg,  die  fallweise  ZuBammenziehnng  zweier  eiuköpfiger  Adler  in  den 
Wappen  jener,  die  zwei  Reichsämter  in  ihrer  Hand  vereinten,  endlich  di« 
durch  Sigismnnd  erfolgte  Sanktioniemng  des  auf  dies«  Weise  allnüLhlieh 
in  Deutschland  eingebürgerten  Wappens  — ,  in  dankenswerter  Weiae  klar- 
gelegt.  Die  Weiterbildung  des  Doppeladlers  in  den  letsteu  drei  Jahrfann- 
deiten  des  alten  Reicbes  bat  der  Verf.  nni  im  Umriss  entworfen;  hier,  wie 
in  Bi'zag  auf  die  Geschichte  der  Beichsfahnen  werden  seine  AaafDhmngeB 
der  Erg&niong  und  Nachprüfaug  bedürfen;  aber  auch  dieae  Abschnitte  dar 
Arbeit  kOnuen  bei  dem  weitverstreuten ,  ans  Nnmismstik  nnd  Sphmgiatik, 
era&hlenden  nnd  urknodlichen  Quellen ,  sowie  DeukmUem  aller  Art  ge- 
schöpften Qoellenmaterial,  das  sie  verarbeitet  vorlegen,  anf  bleibenden 
Wert  Anspruch  erheben.  Zn  der  knnen  Uebersicht  der  einschlagigen  Utenn 
Litteratnr,  die  der  Verf.  als  Einleitung  bietet,  darf  vielleicht  die  kleine 
Schrift  J.  F.  Böhmers  über  Zeichen,  Fahnen  nnd  Farben  des  deutachen 
Reichs  (Frankfurt  1848),  obwohl  sie  als  politische  Gelegenheitaarbeit  ent- 
standen ist,  doch  um  ihres  Verfassers  willen,  nnd  weil  die  dort  Tortretene 
Auf&ssnng  vom  Älter  des  Reichsadlers  durch  die  neuere  Forschoog  wieder 
zn  Ehren  kommt,  hier  nachgetragen  werden.  W.  Erben. 


Nachrichten  nnd  Notizen  I.  553 

Vi  gen  er  Fritz,  Bezeichnungen  für  Volk  und  Land  der  Deutschen  vom  10. 
bis  zum  18.  Jahrhundert.     Heidelberg  1901.     Winter.     8^  (X  u.  272  S.). 

Von  der  Heidelberger  philosophischen  Fakultät  wurde  im  Herbste  1898 
als  Preisaufgabe  gegeben  eine  Zusammenstellung  jener  Bezeichnungen,  die 
von  der  Mitte  des  10.  bis  zur  Mitte  des  13.  Jahrhunderts  im  In-  und  Aus- 
land für  die  Gesamtheit  des  deutschen  Volkes  und  Reiches  gebraucht 
wurden.  Vigener  unterzog  sich  dieser  mühsamen  Arbeit.  Seine  Zusammen- 
stellung wurde  mit  dem  Preise  gekrönt.  In  wesentlich  erweiterter  (Jestalt  hat 
er  sie  dann  dem  Drucke  übergeben,  und  wir  müssen  diese  Arbeit  als  eine 
sehr  verdienstliche  Untersuchung  bezeichnen,  die  sich  hoch  über  das  Niveau 
einer  blossen  Zusammenstellung  erhebt,  obgleich  nicht  das  ganze  Quellen- 
material, namentlich  ausländische  Quellen,  in  erschöpfender  Weise  durch- 
forscht und  auch  den  Privaturkunden  nur  wenig  Beachtung  geschenkt  wurde. 

Vigener  registriert  zuerst  die  Bezeichnungen  för  das  deutsche  Volk, 
dann  jene  für  das  deutsche  Land,  für  das  deutsche  Reich  und  endlich 
für  die  deutschen  Könige.  Interessant  ist  dabei  die  Erscheinung,  dass 
vre  der  der  Name  Germani,  Germania,  der  im  wesentlichen  ein  gelehrter 
und  toter  Name  war,  noch  auch  die  Bezeichnung  Franci,  die  bald  aus- 
schliesslich den  Franzosen  beigelegt  wurde,  dem  deutschen  Volke  als  Be- 
nennung seiner  Gesamtheit  heimisch  werden  konnte.  Sondern  wie  die 
gemeinsame  Sprache  das  einigende  Moment  unter  den  Stämmen  des 
ostfränkischen  Reiches  war,  so  entstanden  in  engster  Beziehimg  zu  dieser 
gemeinsamen  Sprache  auch  die  Bezeichnungen  für  Volk  und  Land.  Wie 
dies  schon  Ficker,  Das  deutsche  Kaiserreich,  S.  47  erwähnte  und  jetzt  auch 
Vigener  betont,  wurde  das  deutsche  Volk  gerade  nach  seiner  Sprache  zuerst  in 
Italien  als  Teutisci  und  Teutonici  benannt.  Auf  fremdem  Boden  konnte 
die  Vorstellung  von  der  nationalen  Einheitlichkeit  der  Deutschen  früher 
zum  Ausdrucke  konmien,  da  dem  Fremden  die  Gleichartigkeit  der  deutschen 
Stämme, 'das,  was  ihnen  an  Sprache  und  Sitte  gemeinsam  war,  mehr  zum 
Bewusstsein  kam  als  die  trennenden  Unterschiede,  welche  die  Deutschen 
selbst  n  ihrem  stark  entwickelten  Stammesgefühl  lebhafter  empfinden 
mussten.  Seit  der  Ottonenzeit  aber  findet  sich  die  Benennung  Teutonici 
und  späterhin  die  Bezeichnung  terra  Teutonica  auch  schon  diesseits  der 
Alpen,  und  zwar  auch  hier  wieder  zuerst  an  den  Grenzen,  wo  deutsches 
Volkstum  sich  mit  fremdem  berührte.  Diesen  engen  Zusammenhang  zwischen 
Sprache  und  Volk  erfasste  man  freilich  im  Mittelalter  nicht;  so  konnte  jenes 
Märchen  entstehen,  das  uns,  wie  Vigener  S.  63  erwähnt,  Jordanus  von  Osnabrück 
erzählt,  es  seien  die  Deutschen  Nachkommen  eines  Riesen  Theuton,  von  dem 
die  Kolmarer  Annalen  zu  berichten  wissen,  dass  er  „prope  Viennam  requiescit". 

Auch  die  Bezeichnung  Deutsches  Reich  hat  sich  zuerst  in  Italien 
eingebürgert,  und  erst  seit  dem  11.  Jahrhundert  wird  sie  in  Deutschland 
gebraucht.  Doch  reden  auch  französische  Schriftsteller  des  12.  Jahrhunderts 
von  einem  regnum  Teutonicum,  nicht  allein  von  einem  Reiche  der  Alle- 
mannen, eine  Bemerkung,  durch  welche  Vigener  S.  268  die  Behauptung 
Fickers  a.  a.  0.  S.  47,  der  Franzose  habe  das  Reich  nie  als  ein  deutsches 
bezeichnet,  widerlegen  konnte. 

Innsbruck.  A.  Wretschko. 

Histor.  Yierteljahrschrift.  1908.  4.  89 


564  Nachrichten  und  Notiien  L 

Anthony  von  Siegenfeld,  Alfred  Ritter,  Das  Landetwappen  der  Steier- 
mark.    Graz,  ,,St7ria''  1901.    XXm  und  440  S.  mit  41  Textabbildungeii 
und  51  Tafeln  (Band  IQ  der  Forschungen  zurVerfassongs-undVerwaltoog»- 
geschichte  der  Steiermark). 
Besondere  Umstände  sind  Schuld  daran,  dass  vorliegendes  Werk  erst 
jetzt  zur  Besprechung  gelangt.    Indessen  ist  es  ja  schon  von  Luschin  tob 
Ebengreuth  in  den  Mitteilungen  des  Instituts  fdr  österreichische  G^eschichU- 
forschung    (XXII  3,  S.  472—480)    so    eingehend    besprochen    und   bewertet 
worden,  dass  Referent  von  einer  umfassenden  Würdigung  absehen  zu  können 
glaubt  und  nur  einige  allgemeine  Bemerkungen  an  und  über  das  Werk  an- 
knüpfen möchte. 

Endlich  beginnen  die  Heraldiker  sich  vom  Vorwurf  eines  nur  spielenden 
Dilettantismus  zu  reinigen  und  für  ihre  Arbeiten  den  Massstab  der  Wissen- 
Bchaftlichkeit  zu  beanspruchen,  wie  auch  die  Kritik  gelehrter  Kreise  heraae- 
zufordem.  Lange  genug  hat  ja  freilich  auch  die  Wappen  Wissenschaft  im 
19.  Jahrhundert  eine  AschenbrödelroUe  gespielt,  weil  sie  in  ihrem  Wesen 
verkannt  und  unverständlich  blieb  und  nicht  gerade  die  Besten  ihrer  sich 
annahmen.  Aber  die  Erkenntnis,  dass  die  Heraldik  doch  kein  so  unwesent- 
licher Faktor  der  Kultur-,  Kunst-  und  Verfossungsgeschichte  des  Mittelalters 
sei,  der  Forscher  ihr  auf  Schritt  und  Tritt  begegnet  und  ohne  ihr  Ver- 
ständnis nicht  durchaus  auskommen  könne,  führte  allmählich  zu  einer  immer 
eingehenderen  Beschäftigung  auch  gelehrter  Kreise  mit  ihr.  Und  sie  wsien 
es,  die  sich  von  der  einseitigen  Betrachtung  und  Beschränkung  der  dilet- 
tantischen Heraldiker  losrissen  und  von  höheren  Gesichtspunkten  aus  die 
Heraldik  zu  ergfründen  suchten.  Hierbei  galt  es  vor  allem  ihren  Ursprung 
zu  erweisen,  eine  Untersuchung,  von  der  die  bisherigen  Forscher  sich  mehr 
oder  weniger  fem  gehalten  hatten.  Betrachtete  man  doch  vordem  die 
Heraldik  vielfach  als  Einzelwissenschaft,  unabhängig  von  den  anderen  Er- 
scheinungsformen des  mittelalterlichen  Kulturlebens.  Erst  durch  diese 
wieder  angeknüpften  Beziehungen,  die  man  vordem  als  Ballast  über  Bord 
geworfen  hatte,  gelingt  es  jedoch,  dem  Ursprung  des  Wappenwesens  näher 
zu  kommen  in  der  Voraussetzung,  dass  keine  Erscheinung  im  Völkerleben 
ohne  jede  Anknüpfung  an  Bestehendes  willkürlich  und  unvermittelt  m 
Tage  tritt. 

Unter  diesem  Gesichtspunkt  ist  vorliegende  Schrift  —  obschon  sie  nicht 
die  erste  dieser  Art  istl  —  mit  Freuden  zu  begrüssen.  Verfasst  ist  sie  von 
einem  anerkannten  Heraldiker  von  Ruf,  der  mit  erstaunlichem  Fleiss  und 
umfassendem  Wissen  an  die  Behandlung  seiner  Aufgabe  geht.  In  dem 
ersten  Teil:  „Entstehung  der  Landeswappen^'  macht  er  den  kühnen  Schritt 
in  die  Terra  incognita  der  „Urheraldik*^  und  stösst  zunächst  den  bisher 
allgemein  anerkannten  Satz  von  der  Entstehung  der  Wappen  aus  persön- 
lichen Abzeichen  als  unhaltbar  um.  An  seine  Stelle  tritt  die  hier  zuerst 
klar  ausgesprochene  Theorie  von  der  Entwicklung  der  Wappen  aus  den 
Feldzeichen:  es  hätten  sich  die  plastischen  Bilder  der  Feldzeichen  nach 
und  nach  auch  auf  ein  anderes  Substrat,  den  Schild,  als  Erkennungs-  und 
Zugehörigkeitszeichen  übertragen  und  hier  zu  einem  farbigen  Fl&chenbild^ 
zum  Wappen,  sich  entwickelt. 


Nachrichten  und  Notizen  I.  565 

Diese  Hypothese,  durch  viele  Zeugnisse  glaubhaft  gemacht,  scheint 
jedoch  bei  näherer  Betrachtung  allzusehr  generalisiert.  Andere  Ent- 
stehungsursachen werden  von  vornherein  abgelehnt.  Zwar  scheint  die  Ent- 
wicklung des  steiermärkischen  Landeswappens  mit  dem  Panther,  wie  auch 
die  des  deutschen  Reichswappens  (dem  S.  ein  besonderes,  allerdings  durch- 
aus unzulängliches  Kapitel  im  Anhang  als  Exkurs  gewidmet  hat!)  dieser 
Theorie  Recht  zu  geben.  Ehe  wir  jedoch  nicht  für  andere  Wappen  eine 
gleiche  Entwicklung  glaubhaft  nachgewiesen  erhalten,  ¥m*d  if^n  doch  wohl 
den  richtigen  Weg  zur  Untersuchung  über  den  Ursprung  des  mittelalter- 
lichen Wappenwesens  in  der  Mitte  zwischen  der  alten  und  neuen  Theorie 
suchen  müssen  und  vor  allem  auch  nicht  den  Kultureinfluss  des  in  den 
Ereuzzügen  erschlossenen  Orients  auf  das  Abendland  ausser  Acht  lassen 
oder  doch  imterschätzen. 

In  Einzelheiten  ist  die  Abhandlung  und  Wertung  der  Quellen  im  ersten 
Teil  vielfach  anfechtbar  und  bedarf  mancher  Richtigstellung  und  Ergänzung. 
So  ist  u.  a.  die  vielumstrittene  Tapete  von  Bayeux,  deren  Alter  (11.  Jahr- 
hundert), ja  Echtheit  überhaupt  in  Frage  steht,  keineswegs  als  durchaus 
beweiskräftige  und  kompetente  Quelle  zu  betrachten! 

Sehr  verdienstlich  dagegen  ist  der  zweite  und  dritte  Teil  der  Arbeit, 
die  sich  mit  der  Entwicklimgsgeschichte  des  heraldischen  Panthers  und  im 
Anschluss  daran  mit  dem  eigentlichen  Thema,  dem  Landeswappen  der 
Steiermark,  beschäftigen  und  viele  gänzlich  neue  und  interessante  Auf- 
schlüsse bieten. 

Steglitz.  Erich  Gritzner. 

Justus  Hashagen,  Otto  von  Freising  als  Qeschichtsphilosoph  und 
Eirchenpolitiker  (Leipziger  Studien  aus  dem  Gebiete  der  Geschichte  herausg. 
von  G.  Buchholz,  K.  Lamprecht,  E.  Marcks,  G.  Seeliger  VI  2),  Leipzig  1900, 
101  S.,  stellt  sich  die  Aufgabe,  die  von  dem  Bischof  Otto  von  Freising  in 
seiner  Chronik  und  in  den  gesta  Friderici  vertretene  Geschichtsphilosophie 
und  die  mit  ihr  zusanmienhängenden  kirchenpolitischen  Ansichten  zusammen- 
fassend darzustellen  und  auf  ihre  Quellen  hin  zu  untersuchen.  Die  wich- 
tigsten Resultate  der  präzisen  und  gründlichen  Abhandlung,  die  vom  Verf. 
am  Schluss  knapp  zusammengefasst  werden,  sind  folgende.  Als  Philosoph 
steht  Otto  unter  dem  Einfluss  Augustins  und  ist  zugleich,  ohne  seine  Selb- 
ständigkeit zu  verlieren,  von  Frankreich  her  —  1128  und  1133  war  er  in 
Paris  —  angeregt  worden.  Er  berührt  sich  mit  Gilbert  de  la  Porree  und 
hat  den  Kommentar  des  Hugo  von  St.  Victor  zu  der  von  Scotus  Erigena  ins 
Lateinische  übersetzten  pseudo-dionysianischen  Schrift  „Ueber  die  himm- 
lische Hierarchie",  wie  von  H.  nachgewiesen  wird,  benutzt.  Ist  für  seine 
Geschichtsauffassung  der  unter  dem  Eindruck  deutscher,  und  speziell  baye- 
rischer, Verhältnisse,  wie  nach  dem  Vorbild  von  Bernhard  von  Clairvaux, 
Gerhoh  von  Reichersberg,  Hugo  von  St.  Victor  vertretene  christliche  Pessi- 
mismus charakteristisch,  so  erwirbt  er  sich  das  Recht  seiner  Einreihung 
unter  die  mittelalterlichen  Geschichtsphilosophen  durch  die  selbständige 
Verarbeitung  der  augustinischen  Zweistaatentheorie.  Auch  als  theoretischer 
Kirchenpolitiker  steht  Otto  unter  starkem  augastinischen  Einfluss,  daneben 

39* 


566  Nachrichten  und  Notizen  L 

glaubt  der  Verf.  auch  Spuren  einer  Benutzung  der  Publizistik  des  giegoiia> 
nischen  Kirchenstreites  nachweisen  zu  können,  während  er  eine  direkte  Ab- 
hängigkeit von  Bernhard  von  Clairvaux  ,,de  consideratione*^  ablehnt.  —  Die 
Geschichte  des  Augustinismus  im  Mittelalter  hat  durch  die  vorliegende 
Schrift  eine  wertvolle  Bereicherung  erfahren.  Mirbt. 

Eogler,  Ferdinand,  Das  landesfürstliche  Steuerwesen  in  Tirol  bis  zum 
Ausgange  des  Mittelalters.  I.  Theil:  Die  ordentlichen  landesfürstlichen 
Steuern.  Wien  1901  (Archiv  für  österr.  Geschichte  90). 
Die  vorliegende  Schrift  bietet  einen  wertvollen  Beitrag  zur  Geschichte 
des  mittelalterlichen  Steuerwesens ,  das  für  die  deutsch-österreichischen 
Länder  noch  wenig  erforscht  ist.  Der  Verfasser  hat  mit  grossem  Fleisse 
die  nicht  zahlreichen  gedruckten  Nachrichten  über  die  ordentlichen  Steuern 
verwertet,  daneben  reiches  urkundliches  Material  aus  den  Archiven  von 
Innsbruck,  München  und  Wien  herangezogen.  Besonders  wertvoll  erwiesen 
sich  für  ihn  die  Rechenbücher  der  tiroler  Landesfürsten,  die  in  fast  zu- 
sammenhängender Reihe  vom  Ende  des  18.  bis  zur  Mitte  des  14.  Jahrh.  in 
in  den  Archiven  von  Innsbruck  und  München  vorliegen.  Kogler  ist  der 
erste  gewesen,  der  diese  für  Wirtschafts-,  politische  und  Kulturgeschichte 
überaus  bedeutende  Quelle  in  ausgiebigerem  Masse  ausgebeutet  hat.  Aus 
diesen  Nachrichten  ist  es  ihm  gelungen,  ein  sehr  bestimmtes  und  detailliertes 
Bild  des  tirolischen  Steuerwesens  zu  entwerfen.  Im  Eingange  berührt  er 
die  oft  erörterte  Frage  nach  dem  Ursprung  der  ordentlichen  Steuer,  der 
Bede.  Er  lässt  sie  aus  dem  Grafenschatze  hervorgehen  \md  sieht  in  der 
Steuer  den  Ersatz  für  persönlich  zu  leistende  Kriegsdienste,  indem  er 
darauf  hinweist,  dass  auch  andere  persönliche  Leistungen  mit  Greld  abgelöst 
wurden,  und  dass  die  Leistung  des  Kriegsdienstes,  wie  dies  in  tiroler  Ur- 
kunden ausdrücklich  anerkannt  ist,  von  der  Steuer  befreit.  Wie  mir  scheint 
nicht  mit  Unrecht,  wenn  auch  nicht  übersehen  werden  darf,  dass  diese 
Erklärung  bei  den  Städtesteuem  nicht  ausreicht,  da  die  Bürger  Kriegs- 
dienste leisten,  und  dass  schliesslich  die  Steuer  nicht  nur  von  den  kriegs- 
Pflichtigen  Freien,  sondern  auch  von  den  unfreien  Grundholden  entrichtet 
werden  musste.  Es  werden  jedenfalls  noch  andere  Leistungen  verschiedener 
Art  nebst  dem  Grafenschatze  zu  den  späteren  Beden  zusammengeflossen 
sein.  Wie  in  Bayern  ist  auch  in  Tirol  das  Wort  stiura  für  die  Steuer  im 
Gebrauche,  in  Südtirol  daneben  colta  (collecta);  nur  im  romanischen 
Vintschgau  findet  sich  der  Ausdruck  prega,  den  Kogler  mit  Recht  ab 
Uebersetzung  von  Bede  deutet.  Ganz  scharf  wird  die  Bede  auch  in  Tirol, 
wie  K.  zeigt,  von  grundherrlichen  Abgaben  geschieden,  sie  gilt  als  freier 
Dienst  und  deshalb  spricht  man  von  der  Freisteuer.  Im  folgenden  handelt 
Kogler  von  der  Verwaltung  der  Steuern,  mit  der  die  Landrichter  und 
Pröpste  betraut  sind.  Aus  den  Rechenbüchern  stellt  er  die  Höhe  der  Steuer 
für  eine  Reihe  von  Jahren  nach  den  einzelnen  Gerichten  zusammen;  überall 
zeigt  sich  die  Tendenz,  die  anfangs  schwankende  Steuer  zu  fixieren.  Die 
Umlage  der  Steuer  erfolgt  nach  Gerichten  und  Gemeinden,  die  Schätzung 
des  Vermögens  durch  die  Gemeinden  selber.  K.  bespricht  dann  die  Con- 
trole  und  Verwaltung  der  Steuergelder,    er  erweist  als  Steuersubjekt  die 


Nachrichten  und  Notizen  I.  567 

Gerichtsbezirke  und  Gemeinden  und  nur  den  Gemeinden  gegenüber  die 
einzelnen  Steuerträger.  Steuerobjekt  war  Grund  und  Boden,  eine  bestimmte 
Steuereinheit  und  einen  festen  Steuersatz  hat  es  nicht  gegeben.  Clerus 
und  Adel  sind  steuer&ei.  Interessante  Daten  bringt  der  Verf.  über  die 
Steuerfreiheit  gewisser  Gewerbsleute^  Apotheker,  Aerzte,  Inhaber  der  Pfand- 
leihanstalten und  über  die  Verhältnisse  der  Juden.  Der  zweite  Abschnitt 
verfolgt  die  Geschichte  der  Stadtsteuem,  die  ebenfalls  bald  fixiert  werden. 
In  Bozen  und  zeitweise  in  Innsbruck  ist  die  Stadtsteuer  nicht  nur  Grund- 
sondern  auch  Vermögenssteuer,  sie  trifft  alle,  die  Handel  und  Gewerbe 
treiben.  Die  Bozner  Steuer  steht  nicht  dem  Grafen  von  Tirol,  sondern  dem 
Bistum  Trient  zu,  wenn  auch  die  Grafen  einen  gewissen  Einfluss  auf  das 
Steuerwesen  gewinnen.  Die  Verfügung  des  Markgrafen  Ludwig  von  Branden- 
burg von  1347  beweist,  wie  der  Verf.  mit  Recht  annimmt,  nicht  das  Gegenteil 
und  erklärt  sich  aus  der  Occupation  der  Stadt  durch  den  Markgrafen  nach 
seinem  Siege  über  Karl  IV.  und  den  mit  ihm  verbündeten  Bischof  von  Trient. 

Noch  andere  landesfürstliche  Gefälle  werden  der  Betrachtung  unter- 
zogen. Vor  allem  die  Küchensteuer,  die  sich  auch  in  Bayern  findet,  und 
von  der  K.  eine  befriedigende  Erklärung  zu  geben  in  der  Lage  ist,  dann 
das  Raspenmal,  das  in  einigen  Gerichten  als  Ablösung  des  grundherrlichen 
Gastungsrechtes  zur  Zeit  der  Weinlese  geleistet  wird.  Milch-,  Rinder-, 
Pferdesteuem,  die  zum  Teil  nicht  mehr  als  öffentlich  rechtliche  Leistungen 
gelten  können,  wenn  wir  in  der  letzteren  nicht  etwa  Ablösung  alter  Spann- 
dienste anzunehmen  haben.  *  Nur  anhangsweise  wird  das  Steuerwesen 
des  Bistums  Trient  berührt,  das  früh  ausgebildet  ist  und  in  manchem  Ver- 
schiedenheiten zeigt.  Die  Steuern  werden  hier  nach  Feuerherden  erhoben, 
wobei  freilich  nicht  die  wirklich  bestehenden,  sondern  die  in  den  Steuer- 
listen eingezeichneten  getroffen  werden.  Damit  ergab  sich  eine  öfter  be- 
merkte Differenz  zwischen  foci  descripti  und  foci  fumantes. 

So  bietet  diese  fleissige  Arbeit  eine  vollständige  Uebersicht  über  das 
tiroler  Steuerwesen  des  Mittelalters.  Aber  auch  für  die  Verwaltungs-  und 
Kulturgeschichte  föUt  manche  Nachricht  ab.  So  wird  vom  Verf.  eine  kurze 
Uebersicht  über  die  Verwaltung  Tirols  seinen  Ausführungen  vorangestellt. 
Wenn  der  Verf.  mit  Egger  die  Landgerichtsbezirke  aus  Centenen  hervor- 
gehen lässt,  so  müsste  wohl  erst  der  Bestand  von  Centenen,  der  in  Tirol 
wohl  ebenso  wie  in  Bayern  ausgeschlossen  ist,  erwiesen  werden.  Das 
Marchrecht  (Marktrecht,  ius  fori),  das  in  tiroler  Städten  öfters  erwähnt 
wird,  ist  der  Wurtzins,  den  die  Bürger  für  den  Baugrund  ihrer  Häuser  an 
den  Stadtherm  zu  leisten  haben  (vgl.  Rietschi,  Markt  und  Stadt  107). 

Die  ordentlichen  Steuern,  die  trotz  des  sinkenden  Geldwertes  nach  ihrer 
Fixierung  unverändert  bleiben,  treten  im  Ausgange  des  Mittelalters  in 
zweite  Linie  neben  den  ausserordentlichen.  Möge  der  Verfasser  bald  im 
zweiten  Teile  seiner  ausgezeichneten  Arbeit  die  Geschichte  der  ausser- 
ordentlichen Steuern  folgen  lassen. 

Innsbruck.  H.  von  Voltelini. 


^    Die    Urbare    Meinhards    II.    nennen    Vogtpferde    und    Badepferde. 
(Fontes  rer.  Au^triac.  46,  42,  61.) 


568  Nachrichten  und  Notizen  I. 

Schickert  (Regierungsrat),  Wasserwege  und  Deichwesen  in  der  Memel- 
niederung.  Eine  geschichtliche  Darstellung.  Königsberg  i.  Pr.  Wilh, 
Koch.  1901.  VI  u.  472  S.  8^  6  Mk. 
Das  auf  sehr  eingehendem  Studium  des  vorhandenen,  überaus  reichen 
gedruckten  und  besonders  ungedruckten  (archivalischen)  Materials  beruhende 
und  von  einem  nicht  bloss  theoretisch  interessierten,  sondern  auch  praktisch 
erfahrenen  Beamten  verfasste  Buch,  dem  die  folgenden  Zeilen  gewidmet 
sind  ,  ist  in  erster  Linie  natürlich  einerseits  für  die  Wasserbautechniker 
und  andererseits  für  die  Bewohner  des  Memeldelta  selbst  bestimmt  und 
wird  nach  beiden  Richtungen  hin  ohne  jede  Frage  von  aUergrOsstem 
Nutzen  sein.  Aber  auch  der  Historiker  wird  aus  demselben,  zumal  aus 
seiner  ersten  Hälfte,  bis  in  den  Anfang  des  abgelaufenen  Jahrhundertt 
hinein,  so  manchen,  hin  und  wieder  sehr  reichen  Gewinn  verschiedenster  Art 
ziehen  können.  —  Dass  man  unter  der  Ordensregierung  nicht  bereits  daran 
gedacht  hat,  im  Ausflussgebiet  des  Memelstromes  ebenso  schützend  und 
schaffend  vorzugehen,  wie  es  in  der  Weichselniederung  mit  dauerndem 
Erfolge  geschehen  war,  hat  offenbar  darin  seine  Ursache,  dass  in  diesem 
entlegenen  Winkel  kaum  noch  eine  so  gewaltiger  Arbeit  werte  BeTÖlkerong 
vorhanden  war;  kaum  aber  hatte  man  dann  zunächst  wenigstens  mit  der 
Schaffung  einer  das  Gebiet  durchschneidenden  Wasserstrasse  nach  dem 
für  den  preussischen  Handel  wichtigen  littauischen  und  russischen  Osten 
begonnen,  als  der  Orden  schnell  dahinsank.  Dann  folgten  Jahrhunderte, 
in  denen  in  Preussen  von  dem,  was  man  eine  Staatsreg^erung  nennen 
könnte,  vollends  von  einer  grosser,  umfassender,  weitschauender  Pläne 
fähigen  Regierung  nicht  die  Rede  war,  und  wenn  auch  bisweilen  Ansfttie 
für  einen  Schutz  des  gefährdeten  Gebietes  und  seiner  Bevölkerung  gemacht 
wurden,  die  auch  wohl  verhältnismässig  nicht  ganz  kleine  Summen  ver- 
schlangen, so  kam  es  eben  über  Ansätze  nicht  hinaus.  Bald  traten  die 
verschiedenen  Interessen  sowohl  bei  der  anwohnenden  Bevölkerung  wie  bei 
den  Handel  und  Schiffahrt  treibenden  weiteren  Kreisen,  bald  die  mannig- 
faltigsten Auffassungen  und  Pläne  bei  den  einer  solchen  Aufgabe  noch 
nicht  gewachsenen  Technikern,  bald  und  nicht  zuletzt  die  Mittellosigkeit 
der  Beteiligten  und  ihre  natürliche  Scheu  vor  vielleicht  unnützen  grossen 
Opfern,  nicht  selten  auch  geradezu  ihr  schlechter  Wille  hemmend  entgegen; 
die  Landesregierung  aber  konnte  sich,  meist  selbst  aller  Hilfsquellen  bar, 
immer  nicht  zu  der  nötigen  Energie  aufraffen,  um  da  ausgleichend,  för- 
dernd, drängend,  gar  voranschreitend  einzugreifen.  War  dann  wirklich 
einmal  —  hier  mehr,  dort  weniger  —  fertiggestellt,  so  trat  für  gewöhnlich 
wieder  die  Natur  mit  ihren  Stürmen  und  Ueberschwemmungen ,  mit  Eis- 
gang oder  Haffaufstau  vernichtend  dazwischen.  Erst  in  der  allerletzten 
Zeit,  da  alle  Verhältnisse  sich  ganz  und  gar  geändert  hatten,  konnte,  was 
vollends  an  dieser  Stelle  nur  angedeutet  werden  kann,  systematisch  und 
mit  ausreichenden  Mitteln  an  das  grosse  Werk  der  Sicherung  und  Urbar- 
machung  der  Niedenmg  herangegangen  werden,  und  schon  heutzutage 
gewährt  diese  einen  völlig  andern  Anblick  als  noch  vor  zwei  bis  drei 
Menschenaltem.  Nebenbei  fUUt  auch,  zumal  infolge  der  nationalen  Ver- 
schiedenheit der  Bevölkerung,  fOr  die  Kulturgeschichte  so  manche   schOae 


Nachrichten  und  Notizen  I.  569 

Frucht  aus  dem  Buche  ab.  —  Die  beigegebene  Karte  hätte  etwas  ausführ- 
licher ausgestaltet  sein,  auch  zumal  nach  Süden  und  nach  Norden  etwas 
weiter  ausgreifen  müssen. 

Königsberg  i.  Pr.  K.  Lohmeyer. 

Bauch,  Gustav,  Die  Anfönge  des  Humanismus  in  Ingolstadt.  Eine  lit- 
terarische Studie  zur  deutschen  Universitätsgeschischte.  (Historische 
Bibliothek  Bd.  18.)  München  u.  Leipzig,  Oldenbourg.  VEI,  115  S.  Jt  8,60. 
Der  Verfasser,  der  sich  in  jüngster  Zeit  auch  um  die  Aufhellung  der 
Geschichte  des  Frühhumanismus  in  Leipzig  und  Nürnberg  verdient  gemacht 
hat,  bietet  uns  hier  eine  Frucht  seiner  Beschäftigung  mit  den  Celtesbriefen, 
die  er  für  die  historische  Kommission  in  München  herausgeben  wird.  Da 
Prantl  in  seiner  Geschichte  der  Universität  Ingolstadt  noch  mit  einem  fast 
ungeordneten  Stoffe  zu  ringen  hatte,  so  kann  B.  aus  den  Universitätsakten 
und  anderen  sorgföltig  gesammelten  Quellen  erhebliche  Nachträge  zu  dessen 
Buche  bieten,  auch  kommt  ihm  zu  gute,  dass  diese  ganze  Zeit  seitdem  von 
vielen  Seiten,  wenn  auch  noch  durchaus  nicht  vollständig,  aufgehellt  worden 
ist.  So  erfahren  wir  Näheres  über  die  Vertreter  des  älteren  Humanismus, 
die  in  Ingolstadt  Gastrollen  gaben  oder  länger  sich  aufhielten,  es  sind  vor 
allem  Samuel  Karoch,  Erhard  Windsberger  und  Johann  Riedner,  dann  über 
die  erste  und  zweite  Lehrthätigkeit  des  Geltes  und  die  spätere  von  Locher 
und  Sprenz.  Wichtig  ist  ein  Kapitel  über  die  inneren  Veränderungen  in 
der  Artistenfakultät  durch  den  Humanismus,  dankenswert  eine  Zusammen- 
stellung der  gleichzeitig  wirkenden  Mathematiker  und  Astronomen,  deren 
Zusammenhang  mit  den  Humanisten  B.  mit  Recht  hervorhebt.  —  Es  stört 
beim  Lesen  der  doch  als  selbständiges  Buch  erschienenen  Abhandlung  ein 
wenig,  dass  B.  die  Ergebnisse  der  bisherigen  Forschung  gar  zu  sehr  als 
bekannt  voraussetzt.  So  wird  man  auch  für  den  Hauptpunkt,  die  Lehr- 
thätigkeit des  Celtes,  immer  noch  die  Abhandlung  von  Hartfelder  in  Fleck- 
eisens Jahrbüchern  II.  Abt.  Bd.  29  S.  299  ff.  heranziehen  müssen,  um  Farbe 
in  das  Bild  zu  bekonmien,  über  die  grundsätzliche  Bedeutung  des  Locher- 
Zingelschen  Streites  müsste  man  auch  jetzt  noch  anderswoher  unterrichtet 
sein,  etwa  aus  Zamckes  Einleitung  zu  Brants  Narrenschiff,  wo  auch  Er- 
leuchtendes über  das  von  B.  gestreifte  aber  nicht  recht  zur  Klarheit  ge- 
brachte Verhältnis  des  Humanismus  zum  scholastischen  Realismus  steht. 
Dass  die  Bedeutung  des  Wiener  Poetenkollegs  bisher  niemals,  auch  von 
Paulsen  (gelehrter  Unterricht  P,  127)  nicht,  richtig  gewürdigt  worden  sei, 
kann  ich  nicht  finden.  —  Für  den  ersten  Abschnitt  vermag  ich  ein  paar 
kleine  Ergänzungen  zu  bieten:  zu  denen,  die  in  Ingolstadt  schon  früh 
humanistische  oder  halbhumanistische  Rhetorik  gelesen  haben  müssen,  ge- 
hört auch  Paulus  Lescher  von  Esslingen,  interessant  wegen  seiner  Be- 
ziehungen zur  Wyleschen  Schule  (s.  ZDA.  37,  78  f.).  —  Für  Windsberger 
verweise  ich  auf  den  Druck  von  Cicero  de  finibus  (Hain  nro.  6830),  wo  eine 
Schlussschrift  von  ihm  an  die  Leser  steht.  Ich  kann  das  Buch  leider  hier 
nicht  einsehen.  —  Die  glückliche  Vermutung  B.s,  dass  Riedner  der  vetulus 
poetaster  sei,  der  Celtes  das  Eindringen  in  Ingolstadt  erschwert  habe,  be- 
stätigt der  cod.  4**  627  der  Münchner  Universitätsbibliothek,  der  auf  p.  66  ff. 


570  Nachrichten  und  Notizen  L 

eine  Brief  lehre  enthält,  von  Johannes  Riedner,  ari^ium  ac  iuris  pontificii 
doctor,  ordinariam  lectionem  in  octavum  annum  legens  in  alma  universi- 
tate  .  .  .  Ingolstattensi  auf  Wunsch  seiner  Schüler  verfasst.  Da  R.  1484 
eintrat,  so  ist  das  Stück  aus  dem  Jahr  1491/2,  und  es  ist  sehr  wahrschein- 
lich, dass  R.  dann,  wie  B.  vermutet,  zwischen  1492  und  1494  starb.  Auf 
p.  90  der  Hs.  steht  dann  schon  Conrad  i  Celtis  querela  Bacchi  contra  Ger- 
manos.  Es  sei  noch  erwähnt,  dass  die  Universität  schon  ziemlich  früh 
klassische  Autoren  und  zwar  als  Geschenke  des  bekannten  Johannes  Tröster 
erhielt,  s.  die  Hsp.  2®  646;  647.  —  Anderes  ist  aus  Hss.  der  Staatsbiblio- 
thek zu  gewinnen,  so  enthält  clm  14644  f.  1  ff.  eine  1486  in  Ingolstadt  ge- 
lesene Rhetorik,  ich  weiss  nicht,  ob  mit  der  eben  genannten  gleich.  Briefe 
Leschers  stehen  im  clm  18799  und  14664,  in  clm  18801  steht  f.  138*»  ein 
Ordo  lectionum  aus  Ingolstadt  cum  pretiis  und  dem  Gehorsamseid.  —  Mit 
Heranziehung  dieser  Dinge  könnte  man  vielleicht  feststellen,  wie  weit  denn 
die  Lehrthätigkeit  des  Geltes  wirklich  Neues  bot.  Die  Humanisten  wollen 
ja  noch  mehr  als  andre  Leute  nach  ihren  Thaten,  nicht  nach  ihren  Worten 
beurteilt  sein. 

Nürnberg.  Dr.  Paul  Joachimsohn. 

Otto    Giemen,    Beiträge    zur  Reformationsgeschichte.     Aus  Büchern   und 
Handschriften  der  Zwickauer  Ratsschulbibliothek.    Heft  1.    Berlin  1900, 
Schwetschke  und  Sohn. 
Der  Verfasser,  gegenwärtig  der  beste  Kenner  der  reichen  Schätze  der 
Zwickauer  Bibliothek,    stellt  uns  zwei  grössere  Publikationen   zur  Refor- 
mationsgeschichte   in    Aussicht:    eine    Inventarisierung    der    einschlägigen 
Zwickauer    Drucke    und    eine    Ausgabe     des    Stephan     Rothschen    Brief- 
wechsels.    Dass  diese  beiden  ungemein  stoff-  und  beziehungsreichen  Auf- 
gaben   den    sachkandigsten  Händen  vertraut  sind,  haben  die  zahlreichen 
reformationsgeschichtlichen   Kleinforschungen    erwiesen,    die    der   Verf.  im 
Laufe  der  letzten  Jahre  an  den  mannigfaltigsten  Stellen  veröffentlicht  hat, 
und  wird  auch  an  dem  vorliegenden  Miscellanheft  deutlich.     Jede  dieser 
Untersuchungen,  an  und  für  sich  betrachtet,  mag  den  Eindruck  erwecken, 
als  verzettele  sich  hier  eine  rüstige  Arbeitskraft  in  mühseliger  Mikrologie, 
aber  im  Ganzen  gesehen  schliessen  sich  diese  fragmentarischen  Forschungen 
doch  zu  einer  positiven  Summe  zusammen,  die  ins  Gewicht  fällt,    zu  einer 
wirklichen    Vermehrung     des    Thatsachenmaterials    und     der    gesicherten 
Orientierungspunkte,  auf  denen  nun  weiter  ausgreifende  Forschungen  zu- 
verlässig fussen  können.    Von  den  11  Aufsätzen,   die  in  diesem  Hefte  ver- 
einigt sind,  gilt  der  erste  dem   ^Pasquillus  exul'   und  seinen  litterarischen 
Verzweigungen.     Nächst  diesem  sind  der  7.  und  11.  die  wichtigsten:   eine 
Untersuchung  über  die  ersten  evangelischen  Märtyrer  und  zur  Biographie 
des   Antonius  Musa.     Aber   auch   die   übrigen   Beiträge   bringen   manches 
willkommene  Neue:  Nr.  2  einen  von  Böcking  übersehenen  Brief  des  Heinrich 
Stromer  an  Hütten  vom  22.  Sept.  1619;  Nr.  3  die  Deutung  der  drei  rätsel- 
haften Buchstaben  R.  S.  M.   auf  dem  Titelblatt  eines  Spottgedichte  gegen 
Emser  von  1621   auf  eine  wohl  auch  bei  dem    Erfurter   Pfaffenstnim    als 
Losung  gebrauchte  Devise;  Nr.  4  eine  Reihe  von  Sätzen,  die  ein  Zuhörer 


Nachrichten  und  Notizen  I.  571 

▼on  Luthers  Invokavitpredigt  gegen  die  Schwärmer  (1622)  sich  aufgezeichnet 
hat;  Nr.  6  ein  Gedicht  von  Stephan  Roth  auf  Luthers  Bild;  Nr.  6  die 
Lizentiatsthesen  des  Jakob  Probst  und  den  Nachweis  des  lateinischen 
Originals  von  Probsts  Bericht  über  sein  erstes  Verhör  zu  Antwerpen  (6.  De- 
zember 1621)  in  einem  Wittenberger  Druck  des  Joh.  Grunenberg  von  1622; 
Nr.  8  die  Liihaltsangabe  des  Sendbriefs,  in  dem  der  Franziskaner  Joh. 
Schwan  bekennt,  warum  er  lutherisch  geworden  (1623);  Nr.  9  die  Deutung 
des  Severinus  Austriacus,  an  den  Luther  am  6.  Oktober  1627  einen  Brief 
gerichtet  hat,  auf  den  Benediktiner  Severinus  Hjpsilithus;  Nr.  10  das  Re- 
legationspatent des  Simon  Lemnius  nach  einer  Zwickauer  Handschrift.  Alle 
diese  Arbeiten  zeigen  die  Sauberkeit,  Gründlichkeit  und  Umsicht,  die  wir 
an  dem  Verfasser  längst  schätzen  gelernt  haben,  die  geschickte  Eombina- 
tionsgabe  und  den  erfolgreichen  Spürsinn,  von  denen  wir  noch  mancherlei 
wertvolle  Aufschlüsse  erhoffen  dürfen,  und  eine  rühmliche  kritische  Be- 
sonnenheit, insofern  sie  nirgends  das  Bewusstsein  der  grösseren  Zusanmien- 
hänge  vermissen  lassen,  von  welchen  aUe  diese  Ermittelungen  eigentlich 
erst  ihren  Grund  und  ihren  Werth  empfangen. 

Kiel.  A.  E.  Berger. 

Rendtorff,    F.   M.,   Lic.    theol. ,    Studiendirektor   und   Elosterprediger   in 
Preetz,  Die  schleswig-holsteinischen  Schulordnungen  vom  16. 
bis  zum  Anfang   des  19.  Jahrhunderts.     Texte  und  Untersuchungen  zur 
Geschichte  des  Schulwesens  und  des  Katechismus  in  Schleswig-Holstein. 
Kiel  1902,    Kommissionsverlag   von   Robert   Cordes.     XV  und   847  SS. 
gr.  8.  [Schriften  des  Vereins  für  schleswig-holsteinische  Kirchengeschichte. 
I.  Reihe  (grössere  Publikationen).    2.  Heft.    Ausgegeben  April  1902.] 
Seitdem  Vormbaum  in  den  Jahren  1860  bis  1864  seine  Sammlung  der 
Evangelischen    Schulordnungen    herausgab,    ist    eine    FüUe    urkundlichen 
Materials  veröffentlicht  worden,   das  für  Braunschweig  und  Siebenbürgen 
durch   Koldewey   und    Teutsch   treffliche   Bearbeitung   erfahren   hat.    Für 
Schleswig-Holstein,  dessen  Schulwesen  eine  geographisch  und  geschichtlich 
begründete  Eigenart  und  Selbständigkeit,  sowohl  Dänemark  wie  Deutsch- 
land gegenüber,  zeigt,  liegt  hier  eine  mit  grosser  Umsicht  und  Genauigkeit 
bearbeitete  Sammlung  vor,  die  der  Verfasser  bescheiden  als  ersten  Schritt 
zur  Beschaffung  einer  vollständigen  Ausgabe  der  Schulordnungen  jener  Ge- 
biete  bezeichnet.    Neben   mehreren   kleineren   Erlassen  werden  S.  1 — 184 
16  grössere  Ordnungen  abgedruckt,  von  denen  4  ins  16.,  4  ins  17.,  6  ins  18. 
und  2  ins  19.  Jahrhundert  fallen.     Darauf  folgen  auf  S.  186 — 330  gründliche 
Anmerkungen,  die  Angaben  über  den  Fundort,  den  geschichtlichen  Hinter- 
grund, sowie  erklärende  Erläuterungen  bieten  und  genaue  Bekanntschaft 
mit   der   Methode   und    den   Ergebnissen    der   neueren   Forschung   zeigen. 
Wertvolles  Material  wird  hier  aus  zum  Teil  unbenutzten  Quellen  verarbeitet; 
hervorgehoben  sei  z.  B.  S.  279  ff.  die  Uebersicht  über  den  Stand  des  Volks- 
schulwesens im  gemeinschaftlichen  Gebiete  1769,  die  sich  auf  den  Visita- 
tionsbericht des  Generalsuperintendenten  Struensee  gründet,  femer  S.  296 ff. 
der  ausgiebige  Exkurs  über    die   Katechismen   in    Schleswig-Holstein   bis 
1766,  woran  sich  S.  806  eine  Uebersicht  über  die  im  Jahre  1766  im  gemein- 


572  Nachrichten  und  Notizen  I. 

gchaftlichen  Anteil  im  Gebrauch  befindlichen  Katechismen  und   S.  307   ein 
Verzeichnis  der  zur  selben  Zeit  gebrauchten  Gesangbücher  anschliesst. 
Leipzig.  Georg  Müller. 

Paul  Holzhausen,  Der  Urgross väter  Jahrhundertfeier.  Eine  litterar-  und 
kulturhistorische  Studie.     Leipzig,  Eduard  Avenarius.     1901.     160  S. 

Die  vorliegende  Schrift  ist  zuerst  in  einer  Reihe  von  Beilagen  zur 
^^Allgemeinen  Zeitung**  erschienen  und  verdient  gewiss  die  Erneuerung  in 
Buchform.  Freilich  ist  ein  Teil  ihres  Inhalts,  derjenige,  der  sich  auf  die 
„Säkulardichtungen  an  der  Wende  des  18.  und  19.  Jahrhunderts**  bezieht, 
inzwischen  durch  das  monumentale  Sammelwerk  Sauers,  das  den  angege- 
benen Titel  fuhrt,  überholt  worden.  Aber  es  blieb  für  Holzhausen  noch 
zu  kleinen  Berichtigungen  und  Ergänzimgen  Raum,  unter  denen  wir 
nur  mit  Verwunderung  das  von  Schiller  entworfene  grosse  Säkulargedicht 
(Schillers  sämmtliche  Schriften.  Elfter  Theil.  Leipzig  1871.  S.  410—414) 
▼ermissen,  auch  in  seiner  fragmentarischen  Form  die  gewaltigste  poetische 
Huldigung,  die  dem  grossen  Moment  dargebracht  wurde. 

Im  übrigen  hat  Holzhausen,  der  sich  ja  mit  diesem  Zeitraum  schon  in 
einer  Reihe  von  früheren  Arbeiten  wohl  vertraut  gezeigt  hat,  das  Material 
mit  grosser  Vollständigkeit  aus  den  meist  schwer  erreichbaren  Quellen  ge- 
schöpft. Er  zeigt  zuerst,  dass  sich  auch  1799  die  Meinungen  über  den 
eigentlichen  Beginn  des  neuen  Jahrhunderts  schroff  gegenüberstanden. 
Merkwürdig,  dass  der  Mathematiker  Gauss  sich  für  den  früheren  Termin 
entschied,  während  Goethe  und  Schiller  schliesslich  das  Richtige  erkannten. 
Die  Schilderung  der  Art,  wie  die  beiden  Dichter  angeblich  in  festlichem 
Vereine  in  das  neue  Jahrhundert  hinüberg^gen ,  muss  der  Verfasser  am 
Schlüsse  als  unbegründet  berichtigen. 

Die  Skizze  des  Zustandes  der  deutschen  Kultur  um  1800  verarbeitet 
ein  überreiches  Material  äusserst  gewandt  zu  einem  geschlossenen  farben- 
reichen Gemälde,  ist  aber  allzu  knapp,  als  dass  sie  etwas  wesentliches  Neues 
bieten  könnte.  Sie  geht  von  der  Philosophie  aus,  umschreibt  die  Verhält- 
nisse auf  den  Gebieten  der  Poesie  und  der  Wissenschaft],  die  politische 
Lage  und  berührt  mit  ganz  dürftigen  Andeutungen  die  moralischen  und 
gesellschaftlichen  Verhältnisse.  Warum  wird  die  bildende  Kunst  mit  keinem 
Worte  erwähnt?  Wertvoll  sind  die  Nachrichten  der  gleichzeitigen  perio- 
dischen Presse  über  die  Säkularfeiern  einzelner  Städte;  auch  die  üebersicht 
der  Säkulardichtungen  in  lyrischer  und  dramatischer  Form,  sowie  der 
humoristischen  und  satyrischen  Schriften,  die  das  Ereignis  hervorrief,  mag 
denen,  die  Sauers  umfangreiche  Sammlung  nicbt  benutzen  wollen  oder 
können,  einen  willkonmienen  Ersatz  bieten. 

Die  Darstellung  wird  durch  einen  ungewöhnlichen  Reichtum  an  treffen- 
den Vergleichen  und  Bildern  belebt  und  fesselt  den  Leser  bis  zum  Schluss. 
Besonders  hervorzuheben  ist  die  Sorgfalt  der  Citate  mit  Angabe  der  Biblio- 
theken, denen  die  meist  so  seltenen  Quellenschriften  entstammen.  Nur 
einmal  weicht  Holzhausen  von  diesem  Prinzip  ab,  indem  er  S.  60  ohne  nähere 
Bezeichnung  auf  „Max  Lenz  in  seinem  berühmten  Aufsatz  in  der  Cosmopolis** 
▼erweist.    Ist  der  wirklich  so  berühmt?  Georg  Witkowaki. 


Nachrichten  und  Notizen  I.  573 

H.  V.  Petersdorf f,  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  Stuttgart,  Cotta,  1900. 
Den  Anlass  zur  Entstehung  dieses  Buches  hat  es  gegeben,  dass  y.  Peters- 
dorff  Einblick  in  das  Original -Manuskript  dei  Oerlachschen  Tagebücher 
erhielt  und  dabei  feststellte,  dass  in  der  gedruckten  Ausgabe  viele  cha- 
rakteristische Aeusserungen  fortgelassen  sind;  auch  erhielt  er  bei  dieser 
Gelegenheit  Kenntnis  von  wichtigen  Aktenstücken,  die  Gerlach  aufbewahrt 
und  seinen  Tagebüchern  beigelegt  hatte.  Fünf  davon  teilt  er  im  Anhange 
mit  —  darunter  den  in  verschiedenen  Beziehungen  interessanten  Bericht  des 
Prinzen  von  Preussen  über  die  Vorgänge  des  19.  März  1848.  Diese  Akten- 
stücke und  die  hier  und  da  mitgeteilten  Berichtigungen  zu  den  gedruckten 
Gerlachschen  Aufzeichnungen  verleihen  dem  Buche  seine  Bedeutung.  Wir 
vermögen  erst  jetzt  den  Wert  der  Ausgabe  jener  Tagebücher  richtig  einzu- 
schätzen. Um  aber  als  Grundlage  einer  Biographie  zu  dienen,  dazu  reichen 
die  paar  neuen  Aufschlüsse  doch  nicht  aus,  die  v.  P.  gewonnen  hat.  Er 
nennt  sein  Buch  selbst  in  der  Vorrede  eine  Skizze;  als  solche  will  es  be- 
trachtet sein.  In  der  psychologischen  Erkenntnis  und  Beurteilung  König 
Friedrich  Wilhelms  führt  es  uns  nicht  über  die  bisherigen  Darstellungen 
hinaus.  Erich  Brandenburg. 

Die  Verhandlung  der  46.  Versammlung  Deutscher  Philologen 
und  Schulmänner  in  Strassburg  vom  1.  bis  4.  Oktober  1901  sind 
jetzt  in  einer  Zusammenstellung  von  Prof.  M.  Erdmann  (Leipzig,  Teubner 
1902)  erschienen,  ein  stattlicher  Band  von  über  200  Seiten.  Derselbe  ent- 
hält auch  viele  für  den  Historiker  wichtige  Mitteilungen  nicht  bloss  in  den 
Berichten  über  die  Archäologische  und  die  Historisch-epigraphische  sondern 
auch  in  den  anderen  Berichten  namentlich  über  die  Germanistische  und 
Romanische  Sektion.  Allerdings  konnten  bei  der  Fülle  des  Vorgetragenen 
alle  diese  Berichte  nur  sehr  knapp  gehalten  werden. 

Der  Jahresbericht  des  Grossh.  Badnischen  General-Landes- 
archivs für  1901  ist  erschienen  und  giebt  Kunde  von  der  intensiven 
wissenschaftlichen  Thätigkeit,  die  dort  herrscht  und  sich  auch  in  der 
steigenden  Zahl  der  Archivbenutzer  widerspiegelt.  Von  den  Archiv- 
inventaren  wurde  der  erste  Band  zu  Beginn  des  Jahres  ausgegeben,  der 
zweite  befindet  sich  in  Vorbereitung. 

Die  43.  Plenarversammlung  der  Historischen  Kommission  bei 
der  Kgl.  Bayerischen  Altademie  der  Wissenschaften  tagte  vom  21.  bis 
23.  Mai  in  München.  Ihrem  Berichte  entnehmen  wir  Folgendes:  Von  den 
Publikationen  sind  im  verflossenen  Geschäftsjahre  erschienen:  Die  Jahr- 
bücher des  deutschen  Reichs  unter  Otto  n. ,  von  Karl  ühlirz  und  Allge- 
meine deutsche  Biographie  Bd.  46  Lief.  4 — 6  (mit  dem  Artikel  Bismarck 
von  Max  Lenz).  Von  der  Geschichte  der  Wissenschaften  stehen  noch 
die  beiden  Bände  aus:  Physik  (Heller  in  Budapest)  und  Schlussband  der 
Rechtswissenschaft  (Landsberg  in  Bonn).  Städtechroniken:  Der  Druck 
von  Bd.  m  der  Lübecker  Chroniken  enthaltend  den  Schluss  der  Rufus- 
chronik  und  die  Fortsetzung  der  Detmarchronik  etc.  bis  1438,  soll  noch 
im  Dezember  beendet  werden.     Jahrbücher  des  deutschen  Reiches: 


574  Nachrichten  und  Notizen  I. 

Die  Ausarbeitung  der  Jahrbücher  Ottos  III.  (ühlirz)  ist  in  Angriff  genommen, 
die  Vorarbeiten  für  die  Jahrbücher  Friedrichs  II.  (Hampe)  wurden  weiter 
gefördert.  Band  IV  der  Jahrbücher  Heinrichs  IV.  (Meyer  von  Knonau),  von 
108Ö — 1096  reichend,  wird  im  Herbst  druckfertig  sein  und  die  Jahrbücher 
Friedrichs  I.  (Simonsfeld)  sind  bis  1154  gefördert  worden.  Von  der 
Allgemeinen  Deutschen  Biographie  sollen  wieder  zwei  Bände  jähr- 
lich zur  Ausgabe  gelangen.  Reich stagsakten  ältere  Reihe:  Bd.  10 
Abteilung  2  (Herre)  soll  Ende  des  Jahres  zur  Ausgabe  gelangen,  ein 
Supplementband  (Quidde  und  Otto  Weber)  ist  in  Vorbereitung.  Bd.  14 
und  15,  die  Regierung  Albrechts  U.  umfassend  (Beckmann),  ist  soweit  ge- 
diehen, dass  im  Winter  mit  dem  Druck  von  Bd.  14  begonnen  werden  kann. 
Für  die  Anfänge  Friedrichs  III.  bis  1442  (Herre)  ist  schon  ein  reiches 
Material  gesammelt.  Reichstagsakten  jüngere  Reihe:  Bd.  FV  (Wrede 
und  Fueter,  welcher  inzwischen  ausgeschieden  ist)  soll  demnächst  in  Druck 
gegeben  werden.  Die  Herausgabe  süddeutscher  Humanistenbriefe 
konnte  nicht  sehr  gefördert  werden,  da  Professor  Bauch  in  Breslau  (Celtis- 
abteilung)  schwer  erkrankt  war,  Dr.  Reicke  in  Nürnberg  (Pirkheimer- 
abteilung)  erst  jetzt  die  Arbeiten  wieder  aufnehmen  kann  und  E.  Toelge 
(Peutingerabteilung)  gestorben  ist  und  für  ihn  noch  kein  Ersatz  gefunden 
wurde.  Witteisbacher  Korrespondenzen,  ältere  pfälzische  Ab- 
teilung: Der  Schlussband  der  Briefe  des  Pfalzgrafen  Johann  Kasimir  (von 
Bezold)  soll  noch  im  Laufe  dieses  Jahres  erscheinen.  Witteisbacher 
Korrespondenzen,  jüngere  Reihe:  Bd.  VTI  (Karl  Mayr  in  München)  und 
Bd.  IX  (Chroust  in  Würzburg)  befinden  sich  im  Druck.  Dr.  Groetz  in 
München  bearbeitet  die  Zeit  1628 — 1627,  die  Akten  der  Bundestage  der 
Liga  und  die  Korrespondenz  Kurfürst  Maximilians  I.  mit  Tillj.  Quellen 
und  Erörterungen  zur  bayerischen  und  deutschen  Geschichte 
Neue  Folge,  Abteilung  Urkunden:  Von  den  Traditionen  des  Hochstifts 
Freising,  welche  zwei  Bände  von  je  50  bis  60  Bogen  bilden  werden 
(Bitterauf),  ist  der  erste  bis  auf  die  Einleitung  druckfertig.  Abteilung 
Bayerische  Landeschroniken:  Von  den  Werken  des  Andreas  von  Regens- 
burg (Leidinger)  soll  Bd.  I  noch  in  diesem  Jahre  zur  Ausgabe  gelangen. 
Die  Chronik  des  Hans  Ebran  von  Wildenberg  (Friedrich  Roth  in  Augsburg) 
ist  druckfertig.  Die  Chronik  des  Ulrich  Fuetrer  (Spiller  in  Frauenfeld) 
und  die  Werke  des  Veit  Ampeck  (Leidinger)  sollen  diese  Abteilung  be- 
schliessen. 

Personalien.  Ernennungen  und  Befl^rderungen.  Akademien  und 
Gesellschaften.  Der  o.  Prof.  der  Staatswissenschaften  an  der  Universität  in 
Wien  Karl  Theodor  von  Inama-Sternegg  wurde  zum  auswärtigen 
Mitgliede  der  Akademie  der  Wissenschaften  in  Rom  und  der  Prof.  der 
Kunstgeschichte  Jos.  Strzygowsky  in  Graz  zum  korrespondierenden 
Mitgliede  des  österreichischen  archäologischen  Institutes  in   Rom  ernannt. 

Universitäten  und  technische  Hochschulen.  Dem  o.  Prof.  für  Römisches 
Recht  Ludwig  Mitteis  in  Leipzig  wurde  der  Ehrendoktor  der  philoso- 
phischen Fakultät  der  Universität  Breslau  verliehen. 

Der  ao.  Prof.    an  der  Universität  Czemowitz  Johannes   Kromayer 


Nachrichten  und  Notizen  I.  575 

wurde  als  Nachfolger  Eduard  Meyers  auf  den  Lehrstuhl  für  alte  Geschichte 
nach  Halle  berufen.  Zu  o.  Professoren  wurden  ernannt  der  ao.  Prof. 
Alfred  v.  Wretschko  (deutsche  Rechtsgeschichte)  in  Innsbruck  und  der 
ao.  Prof.  Ludwig  Traube  (lateinische  Philologie  des  Mittelalters)  in 
München;  zum  o.  Honorar-Professor  der  ao.  Prof.  Theodor  Schiemann 
(osteuropäische  Geschichte)  in  Berlin.  Der  ao.  Prof.  für  deutsches  Recht 
in  Breslau  Walter  Schücking  wurde  als  Ordinarius  nach  Marburg  und 
der  ao.  Prof.  für  deutsches  Recht  in  Freiburg  i.  B.  Conrad  Beyerle  nach 
Breslau  berufen.  Als  Nachfolger  Brandis  wurde  der  Assistent  am  Kgl. 
Preussischen  historischen  Instituts  in  Rom  JohannesHaller  zum  ao.  Pro- 
fessor für  geschichtliche  Hilfswissenschaften  in  Marburg  ernannt.  Der 
ao.  Prof.  Alezander  Cartellieri  in  Heidelberg  wurde  als  ao.  Prof.  für 
allgemeine  Geschichte  auf  den  neu  errichteten  Lehrstuhl  nach  Jena  berufen 
und  mit  der  Vertretung  des  erkrankten  und  beurlaubten  0.  Lorenz  betraut. 

Zum  ao.  Professor  wurde  ernannt  der  Privatdozent  für  alte  Geschiebte 
Julius  Eaerst  in  Leipzig. 

Es  habilitierten  sich:  Leo  Petrisch  (Staatswissenschaften)  in  Graz, 
H.  V.  der  Gabelenz  (Kirchengeschichte)  in  München,  Karl  Franck 
(Kunstgeschichte)  an  der  Technischen  Hochschule  in  Stuttgart  und  Hugo 
Schmerber  (Kunstgeschichte)  an  der  Prager  Handelsakademie. 

TodesflUle*  Am 23.  Februar  ist  SamuelRawsonGardiner  gestorben. 
Geboren  am  4.  Mäxz  1829  hat  er  das  Alter  von  73  Jahren  erreicht.  Sein  Name 
gehörte  zu  denen  aus  der  lebenden  Generation  englischer  Historiker,  welcher 
in  Deutschland  den  besten  Klang  hatte;  so  wird  auch  bei  uns  sein  Verlust 
gefühlt  und  die  Bedeutung  desselben  verstanden  werden.  Populär  ist  er 
bei  uns  nicht  gewesen  und  auch  in  seinem  Heimatlande  ist  er  erst  gegen 
Ende  seines  Lebens  populärer  geworden;  ja  selbst  den  Fachgenossen  hat 
er  es  so  gar  leicht  nicht  gemacht.  Wohl  hatte  jeder,  welcher  einen  der 
starken  inhaltreichen  Bände  aus  seinem  Hauptwerke  in  die  Hände  bekam 
das  befriedigende  Gefühl  über  den  zuverlässigsten  Führer  zu  verfügen,  aber 
um  diesem  Führer  zu  folgen,  musste  der  Leser  etwas  von  dessen  eigener 
Ausdauer  besitzen.  Gardiners  Stil  ist  klar,  rein  und  anziehend,  aber  das 
bedächtige  Vorwärtsschreiten  von  Jahr  zu  Jahr  wirkt  ermüdend;  absichtlich 
wird  von  ihm  eine  straffere  Konzentration  des  Stoffes  nach  bestimmten  vom 
Autor  aufzustellenden  Gesichtspunkten  vermieden.  Das  hängt  mit  Gardiners 
eigenartiger  Auffassung  von  den  Aufgaben  des  Historikers  zusammen. 
Tiefere  Wirkungen  vermochte  er  nicht  zu  erzielen  und  Schule  wird  er  mit 
seiner  Eigenart  kaum  gemacht  haben;  vorbildlich  aber  ist  er  in  England 
geworden  in  der  meisterhaften  Handhabung  aller  Handgriffe  und  Feinheiten 
der  kritischen  Methode  und  auch  in  der  Emsigkeit  im  Sammeln  alles  nur 
irgend  erreichbaren  Materials.  Was  er  sachlich  zur  Begründung  der  heute 
herrschenden  Ansichten  über  das  Revolutionszeitalter  beigetragen  hat,  be- 
darf der  Prüfung  im  einzelnen.  Allein  ist  er  auf  seinem  Marsche  nicht 
geblieben  und  auch  nicht  immer  der  erste;  in  gleich  umfassenden  Masse 
aber  hat  niemand  den  Boden  geebnet  und  den  Blick  frei  gemacht.  Sein 
Lebenswerk  ist  reich  und  soweit  es  ihm  möglich  war  seinen  Neigungen  zu 
entsprechen,  ungemein  einheitlich  gewesen.  Von  etwa  1860  an,  dem  Termine 


576  Nachrichten  und  Notizen  I. 

seiner  Uebersiedlung  nach  London  bis  an  sein  Lebensende  hat  er  an  der 
englischen  Geschichte   der  ersten   Hälfte   des    17.  Jahrhunderts   gearbeitet^ 
durch  ein  dichtes  Gestrüpp  von  Legenden  mit  sicherem  Schritte   sich  den 
Weg  bahnend.     In  3  Abschnitten  ist  sein  grosses  Werk  zur  Veröffentlichung 
gelangt:  von  1868 — 1881  erschienen  die  Bände  (je  zwei  immer  auf  einmal), 
welche  die  Darstellung  von  der  Thronbesteigung  Jacobs  I  bis  zum  Falle  der 
Monarchie   Carls  I   führten.     Es    sind    alle    diese    Bände    1883    in    zweiter 
billigerer    Auflage     als     Gesamtwerk    herausgegeben     unter     dem    Titel: 
,,A  History  of  England  from  the  accession  of  James  I  to  the   outbreak  of 
the  Civil  War."     1603—42.     10  Bände.     Von  1886—1891   erhielten  wir  als 
2.  Abteilung  die  Geschichte  des  Bürgerkrieges;   diese  ist  ebenfalls  in  zweiter 
billigerer  Auflage   dem  Gesamtwerke   als   Band  11 — 14   angefügt    worden. 
Von  181)4 — 1901  kam  als  3.  Abteilung  die  Geschichte  der  Commonwealth 
und  des  Protektorats  (1648 — 1656)  heraus;  in  drei  Bänden.     Im  Zusammen- 
hange mit  dem  Erscheinen  der  Darstellung  erfolgte  die  Edition  zahlreichen 
Quellenmaterials,  welches  in  den  Bänden  der  Camden-Societj,  der  Scottish 
History  Society  und  der  Navy  Record  Society  niedergelegt  ist.     Mit  dieser 
gewaltigen  Arbeitsmasse  aber  ist  seine  litterarische  Produktivität  noch  nicht 
erschöpft  gewesen.     Fanden  seine   Werke  während  zweier  Jahrzehnte  nur 
geringen  Absatz,  so  schrieb  er,  um  zu  seinem  Unterhalte  beizutragen,  eine 
Beihe  von  Schul-  und  Lehrbüchern,  unter  welchen  seine  „Student's  History 
of  England"  in  ihrer  knappen  und  klaren  Zusammenfassung  des  Wichtigsten 
auch  uns  Dienste  müsste   leisten  können.     Unentbehrlich  als  Quellenbuch 
sind  uns  schon  seine  „Constitutional  Documents  of  the  Puritan  Revolution'* 
(in  2.  Auflage  189ö)  geworden;   eher  übersehen  wird  seine  sehr  lesenswerte 
„Introduction  to  English  History",  welche  er  der  Quellenkunde  MuUingers 
Yoraussendend,  1881  zusammen  mit  MuUinger  herausgab.     Spät,   aber  noch 
nicht  zu  spät,  ist  es  dann  die  reiche  wissenschaftliche  Anerkennung  ge- 
wesen, welche  ihm  den  Weg  zur  Popularität  geebnet  hat.     Dem  ehrenvollen 
Auftrage  1896  in  Oxford  die  ersten  „Ford-Lectures"  zu  halten,   verdanken 
wir  das  treffliche  kleine  Bändchen  „Cromwells  Place  in  History",  in  welchem 
die  Summe  seiner  Ergebnisse  vorgetragen  ist,  zugleich  unter  weiterem  Ge- 
sichtskreise, als  es  seine  Art  sonst  zu  sein  pflegte.     1896  schrieb   er  den 
Text  zu  einem  an  das  vornehme  Publikum  sich  wendenden  Prachtwerke; 
dieser  Text  (ohne  Dlustrationen)  ist  jüngst  zu  geringem  Preise  zugänglich 
gemacht  worden  (1902).     Neben  seiner  litterarischen  Thätigkeit  ging  die 
des    Lehrers,     des    Universitätsdozenten,     des    Examinators     einher;     von 
1890 — 1901  wurde  er  seines  hohen  Ansehens  wegen  zum  Chief-Editor  der 
English  Historical  Review  berufen.     Eine   Herzensfreude   muss   es    diesem 
Manne  mit  der  eisernen  Energie  und  dem  unermüdlichen  Fleisse  gewesen 
sein,   dass  er  sein  für  seine  Forschungen   sich  gestecktes  Endziel   immer 
näher  rücken  sah,  und  thatsächlich  hat  er  es  erreicht,  dass  sein  Lebens- 
werk so  gut  wie  abgeschlossen  vor  uns  liegen  wird.  Bis  zum  Tode  Cromwells, 
nicht  bis  zur  Restauration  wünschte  er  zu  gehen;   eines  Bandes   hätte  es 
wahrscheinlich  nur  noch  bedurft.     Für  diesen  Band  soll  allerdings  nur  erst 
ein  einziges  Kapitel  fertig  gestellt  sein;   aber  es  steht  zu  erwarten,   dasa 
der  Vollstrecker  von  Gardiners  litterarischem  Nachlass,  sein  Freimd  und 


Nachrichten  und  Notizen  I.  577 

Stadiengenosse  Dr.  C.  H.  Firth  diesen  Schlussband,  in  Gardiners  Sinne  und 
Geiste  geschrieben,  uns  bescheeren  wird.  Ob  wir  Gardiner  zu  den  Aller- 
ersten in  unserer  Wissenschaft  zu  zählen  haben,  diese  Frage  mag  offen 
bleiben;  aber  ein  schöner  und  sicherer  Lohn  wird  ihm  zu  teil  werden:  er, 
in  dessen  Adern  puritanisches  Blut  floss  und  welcher  als  Abkomme  Cromwells 
sich  der  Epoche,  die  er  beschrieb,  persönlich  nahe  fühlte,  wird  fortan  durch 
sein  Werk  mit  dem  Andenken  an  die  puritanische  Revolution  ewig  ver- 
knüpft bleiben.  F.  S. 

Am  19.  Juni  ist  Lord  Acton,  auf  deutschem  Boden,  in  Tegemsee^ 
im  Alter  von  68  Jahren  gestorben.  Er  hatte  zuletzt  die  Stelle  des  regius 
Professor  of  Modem  History  als  Nachfolgers  Seeleys  an  der  Universität 
Cambridge  inne.  Ein  Abkomme  eines  alten  dem  mittleren  englischen 
Landadel  angehörigen  Geschlechts,  ein  Peer  of  the  Realm,  ein  Lord  in  the 
waiting  to  the  Queen,  hat  er  sich  als  Geschichtsprofessor  am  Ziele  seiner 
Wünsche  gefühlt.  Noch  in  frischer  Erinnerung  ist  seine  geistvolle  (ins 
Deutsche  übersetzte  und  auch  in  dieser  Zeitschrift  besprochene)  Antritts- 
vorlesung „üeber  das  Studium  der  Geschichte".  Seine  letzte  Thätigkeit 
galt  dem  von  ihm  ins  Leben  gerufenen  grossen  Unternehmen  der  „Cambridge 
Modem  History**,  einer  in  12  Bänden  geplanten,  von  verschiedenen  Autoren 
zn  schreibenden  allgemeinen  Geschichte  der  Neuzeit;  die  Ueberanstrengung 
bei  den  Mühen,  das  grosse  Sammelwerk  zu  organisieren,  soll  mit  zu  seiner 
tötlichen  Erkrankung  beigetragen  haben.  In  Deutschland  ist  sein  Name 
manchem  vertraut  als  der  des  Gesinnungsgenossen  Döllingers  und  des  Ver- 
ehrers von  Ranke.  Letzterem  und  der  deutschen  Geschichtswissenschaft 
überhaupt  zollte  er  einen  schönen  Tribut,  als  er  die  1886  neubegründete 
„English  Historical  Review"  mit  einem  Artikel  über  „German  schools  of 
History**  eröffnete  (ebenfalls  ins  Deutsche  übersetzt  von  J.  Lnelmann). 
Actons  Bedeutung  ist  aber  doch  nicht  auf  dem  engeren  Gebiete  unserer 
Fachwissenschaft  zu  suchen.  Wer  seinen  Einfluss  nach  der  Zahl  seiner 
historischen  Werke  schätzen  wollte,  würde  ihn  gering  anzuschlagen  haben. 
Wir  hören,  er  habe  eine  grosse  allgemeine  Geschichte  der  bürgerlichen 
und  religiösen  Freiheit  in  Europa  geplant  und  ungeheueres  Material  für 
eine  solche  gesammelt;  erschienen  ist  diese  nicht.  Er  nimmt  seine  Stelle 
inmitten  der  allgemeinen  Strömungen  des  englischen  Geisteslebens  ein; 
von  hier  aus  werden  seine  Wirkungen  zu  erkennen  sein.  In  seiner  Welt- 
anschauung, welche  Verwandtes  mit  der  Gladstones  aufweist,  wurzelt  seine 
Geschichtsauffassung.  Als  Dozent  hat  er  es  mit  seiner  umfassenden  Gelehr- 
samkeit und  seinen  sprühenden  Geistesblitzen  nicht  jedem  leicht  gemacht 
ihm  zu  folgen.  Sein  unmittelbares  und  sichtbarstes  Verdienst  um  die 
englische  Geschichtswissenschaft  ist  es,  dass  er  dahin  gewirkt  hat,  das 
Studium  der  neueren  Geschichte  auf  den  gleichen  Rang  mit  den  bisher 
bevorzugten  klassischen  Studien  zu  erheben.  F.  S. 

Im  August  starb  im  Alter  von  29  Jahren  der  Privatdozent  für  öster- 
reichische Geschichte  an  der  Universität  Prag  Oscar  Wanka  Edler 
von  Rodlow. 

Am  20.  August  starb  in  Leipzig  der  Buchhändler  Albrecht  Kirch- 
hoff, Ehrendoktor  der  Leipziger  philosophischen  Fakultät,  der  sich  um  die 


578  Nachrichten  und  Notizen  I. 

Erforschung  der  Geschichte  des  deutschen  Buchhandels  grosse  Verdienste 
erworben  hat. 

Kürzlich  verstarb  im  Alter  von  61  Jahren  der  o.  Professor  der  historischen 
Hilfswissenschaften  in  Innsbruck  Ferdinand  Ealtenb runner.  Ein  Ober- 
Österreicher  von  Geburt,  hat  K.  in  Wien  studiert,  in  den  J.  1873 — 76  als 
ord.  Mitglied  den  Kurs  am  Institut  für  Österr.  Geschichtsforschung  in  Wien 
absolviert,  sich  in  Graz  habilitiert,  um  1882  als  ao.  Professor  für  bist. 
Hilfswissenschaften  nach  Innsbruck  berufen  und  1892  zum  Ordinarius  be- 
fördert zu  werden.  Mit  Studien  über  den  Augsburger  Kalenderstreit  und 
die  Kalenderreform  hatte  K.  seine  wissenschaftliche  Thätigkeit  begonnen 
(Sitzungsberichte  der  Wiener  Akademie  1876.  1877;  Mitt.  des  Instituts  I), 
bald  hat  er  sich  indessen  dem  Studium  des  älteren  päpstlichen  Urkunden- 
wesens gewidmet.  Gemeinsam  mit  Löwenfeld  und  Ewald  besorgte  er  die  Neu- 
bearbeitung der  Jaff^schen  Regesta  pontificum(lH86 — 86),  als  Ergebnis  seiner 
Forschungen  im  Yaticanischen  Archiv  veröffentlichte  er  sodann  eine  Reihe 
von  Aufsätzen  in  den  Mitteilungen  des  Instituts  (Bd.  1.  6.  6.  7),  darunter 
die  Untersuchung  über  päpstliche  Register  des  13.  Jahrhunderts,  die  von 
Denifle  heftig  angegriffen  wurde,  aber  trotz  mannigfacher  Irrtümer  nicht 
ohne  Verdienst  war.  Anfang  der  80.  Jahre  hatte  ihn  und  Fanta  die  öster- 
reichische Regierung  beauftragt,  im  Vaticanischen  Archiv  Forschungen  über 
die  Beziehungen  Rudolfs  und  Adolfs  zur  Kurie  anzustellen.  Als  Fracht 
dieser  Arbeit  erschienen  1889  die  „Aktenstücke  zur  Geschichte  des  deutschen 
Reichs  unter  Rudolf  I.  und  Albrecht  I."  Dann  hat  sich  K.  wieder  den 
Kalenderstudien  zugewandt.  Er  plante  eine  umfassende  Geschichte  der 
Kalenderreform,  war  indessen  offenbar  durch  eine  beginnende  Krankheit, 
die  schliesslich  geistige  Umnachtung  herbeiführte,  schon  Jahre  hindurch 
in  seiner  Arbeitskraft  gelähmt. 

Der  drei  bedeutenden  Historiker,  die  in  letzter  Zeit  verstorben  sind: 
Julius  Ficker,  Ernst  Dümmler  und  Konrad  Maurer,  wird  diese 
Zeitschrift  demnächst  eingehend  gedenken. 


579 


Nachrichten  nnd  Notizen  n. 

Die  zweite  Auflage  des  Qaellenbuches  zar  Schweizergeschichte 
Yon  Wilh.  Oechsli  liegt  nunmehr  vollendet  Tor.     Dass  die  äussere  Form 
des  Buches  im  wesentlichen  dieselbe  geblieben  und  nur  bei  der  Wahl  der 
einzelnen  Stucke  und  an  ihrem  Kommentar  diejenigen  Veränderungen  vor- 
genommen worden  seien,  die  der  Herausgeber  teils  zur  Erhöhung  seiner 
Brauchbarkeit,  teils  mit  Rücksicht  auf  neue  Ergebnisse  der  Forschung  für 
geboten  erachtete,  wurde  schon  in  der  Anzeige  der  1.  Lieferung  bemerkt 
(s.    diese   Zeitschrift  4,   302)    und   diese  Bemerkung    behält  ihre   Richtig- 
keit   für  das   ganze   Buch.     Nicht  nur  die  streng    chronologische  Anord- 
nung des  Stoffes,  sondern  auch  dessen  Gliederung  in  vier  Gruppen  ist  bei- 
behalten.    Im  Einzelnen  sind  jedoch   die  Veränderungen    zum  Teil    recht 
ausgiebiger  Natur.     Es  wurden  52  Stücke  ganz  ausgeschieden,    dafür  86 
neu  aufgenommen  und  6  stark  abgeändert.     Trotz  dieser  Vermehrung  um 
34  Nummern  und  einer  Verstärkung  um  100  Seiten  reicht  die  neue  Auf- 
lage zeitlich  nur  bis  1816  und  nicht  mehr  wie  die  frühere  bis  1874.    Diese 
Kürzung  ist  jedenfalls  durch  die   bei   solchen  Büchern   besonders   schwer 
wiegenden  ökonomischen  Rücksichten  bedingt,  bildet  zugleich  aber  auch 
einen  unverkennbaren  Nachteil  der  neuen  Auflage.     Deshalb  sei  gleich  hier 
für  die  zu  erwartende  dritte  Auflage  der  Wunsch  ausgesprochen,  dass  darin 
mindestens  jene  zuerst  festgesetzte  chronologische  Grenze  wieder  hergestellt 
werde.     Dass  dies  ohne  eine  weitere  merkliche  Belastung  des  Buches,  nur 
durch  eine  nochmalige  sorgfältige  Sichtung   des  Stoffes  geschehen   kann, 
scheint   mir   ausser   Frage.     So   z.  B.    Hessen   sich  unbedenklich   die  dem 
Urbar  entnommenen  Stücke  reduzieren.     Im  Uebrigen  thut  dieser  Umstand 
dem  Werte   des   Buches,    das  auch  einen  erfreulichen  äusseren  Erfolg  für 
sich  hat,  keinen  Abbruch. 

Basel.  R.  Thommen. 

Hans   Schreuer:    Qntersuchungen  zur  Verfassungfgeschichte  der  böhmi- 
schen Sagenzeit,  in  G.  Schmollers  Staats-  und  socialwitsenfchaftlichen 
Forschungen  Bd.  XX  Heft  4.     Leipzig  1902.     S.  108. 
Nach  den  vernichtenden  Schlägen,  welche  die  historische  Kritik  neuer- 
dings gegen  die  Glaubwürdigkeit  des  Kosmas  geführt,  muss  der  Versuch, 
die    ältere    böhmische   Verfassungsgeschichte   aus   der   von   Kosmas   Über- 
lieferten Sage  zu  rekonstruieren,  als  kühnes  Wagnis  erscheinen.    Auch  die 
Sage  hat  zweifellos  als  Spiegel  der  Kultur-  und  Rechtsideale  eines  Volkes 
geschichtlichen  Quellenwert,   wenn   sie   in   echter,   volkstümliclfer  Gettalt 
überliefert  ist.    Dass  diese  Voraussetzung  für  die  böhmische  Tradition  trotz 
poetischer  Uebertreibungen   und  Konstruktionen  des  Kosmas,   trotz  zabl- 

Hlstor.  TierteUahnohrift.  190S.  4.  40 


580  Nachrichten  und  Notizen  II. 

reicher  wörtlicher  Entlehnungen  des  Chronisten  aus  BoStius,  Justinus,  Re- 
gino  u.  a.  im  wesentlichen  zutrifft,  hat  Schreuer  aus  vergleichender  Be- 
trachtung indogermanischer  Zustände,  Tolkswirtschaftlichen  Erwägungen 
allgemeiner  Art,  vor  allem  durch  sorgfältige  Quellenkritik  und  Rückschlüsse 
aus  der  üeberlieferung  historischer  Zeit,  wie  mir  scheint,  erfolgreich  be- 
wiesen. Eine  Bestätigung  seines  Ergebnisses  sieht  er  in  der  Möglichkeit, 
den  Sageninhalt  zeitlich  zu  fixieren.  Für  die  schon  von  Gutschmid  ver- 
mutete Identität  des  Przemysl  der  Sage  und  des  historischen  Samo  bringt 
er  neue  beachtenswerte  Beweise  xmd  auch  die  Identifizierung  der  in  der 
Neklansage  geschilderten  Begebenheiten  mit  Karls  des  Grrossen  Unter- 
nehmungen gegen  Böhmen  (806,  806)  hat  grösste  Wahrscheinlichkeit 
für  sich. 

Indem  er  den  Sagenstoff  in  vier  Perioden,  das  goldene  Zeitalter,  die 
Zeit  des  Eigentums,  des  Przemysl  xmd  Neklan  zergliedert,  Bchildert  Sehr, 
die  ältesten  Eigentums-  und  Wirtschaftsverhältnisse,  das  Familien-  bezw. 
Ehe-  und  Geschlechtsleben,  die  Organisation  des  Volkes  in  generationes 
(Sippen),  tribuB  (Gruppe  von  Sippen,  entsprechend  etwa  der  germanischen 
Hundertschaft),  plebes,  die  Staaten  Vereinigungen  und  rechtliche  Natur  des 
Fürstentums,  endlich  als  „besonders  wichtiges  Element  der  sagenhaften 
Sozialverhältnisse  Böhmens**  die  „Friedfertigkeit"  des  Volkes.  Hervorge- 
hoben seien  die  Ausführungen  über  das  Seniorat  (S.  60,  61)  und  die  Haus- 
kommunion (S.  63  ff.).  Schreuer  vertritt  hier,  wie  vor  ihm  besonders  Job. 
Peisker,  im  Gregensatz  zu  J.  Lippert  u.  a.  die  Ansicht,  dass  die  aus  der 
modernen  südslavischen  Zadruga  bekannte  Form  der  Hauskommunion  keine 
uralte,  für  Böhmens  Entwicklung  grundlegende  Institution  gewesen  sei. 

Mag  er  hier  und  da  die  Ursprünglichkeit  und  Glaubwürdigkeit  der 
Tradition  des  Kosmas  vielleicht  ein  wenig  überschätzt  haben,  jedenfalls  ist 
die  vorsichtige,  methodisch  exakte  Art  der  Behandlung  unter  Berück- 
sichtigung der  konkreten  Verhältnisse  und  unter  Vermeidung  ^wülkürlicher 
Verallgemeinerungen,  wie  man  sie  bei  einigen  modernen  Vertretern  der 
Geschichts-  und  Sozialwissenschaft  findet,  der  einzig  mögliche  Weg,  um 
den  historischen  Kern  des  Sagenstoffes  der  Geschichts-  und  vergleichenden 
Rechtswissenschaft  nutzbar  zu  machen.  H.  Spangenberg. 

Der  einheitliche  Charakter,  der  sich  für  den  4.  Band  des  Hohen- 
zollernjahrbuchs  aus  seiner  Bestimmung  einer  Festgabe  zum  200jährigen 
Jubiläum  der  preussischen  Königskrone  ergab,  tritt  auch  bei  seinem  Nach- 
folger (Hohenzollemjahrbuch  1901,  Berlin  u.  Leipzig,  Giesecke  &  Devrient 
IV,  276  S.)  zu  Tage;  mit  nicht  weniger  als  fünf  Biographieen  hähenzollem- 
scher  Fürstinnen  und  Prinzessinnen  ist  er  gewissermassen  ein  Damenpräsent 
geworden.  Ein  schlichter  Nachruf  auf  die  Kaiserin  Friedrich  eröffnet  ihn, 
Bailleu  schildert  „Königin  Luise  als  Braut",  Oberst  de  Bas  „Friederike 
Luise  Wilhelmine,  Prinzessin  von  Preussen,  Königin  der  Niederluide*' ; 
^iber  „eine  brandenburg^sohe  Prinzessin  auf  dem  siebenbürgisohen  Fürsten- 
throne^^  (Kurfürst  Georg  Wilhelms  Schwester  Katharina,  die  zweite  G^emaMin 
Bethlen  Gabors)  berichtet  Schuster,  über  „Dorothea,  die  erste  preussische 
Herzogin  (gest.  1547)'^  Tschackert.    Freilich  hat  das  Material  nur  bei  oner 


Nachrichten  und  Notisen  n.  5gX 

£u  einem  BtinmmngsvoUen  SeelengemlQde  ausgereicht,  daför  aber  auch  bei 
der  hohenzollemschen  Fürstin,  die  uns  von  allen  die  teuerste  ist.  Der 
JBriefwechsel  Friedrich  Wilhelms  UI.  und  Luisens  giebt  über  ihre  erste 
Begegnung,  die  schüchterne,  ungeschickte  Werbung  des  Kronprinzen,  den 
Grad  der  Zuneigung  auf  beiden  Seiten,  die  ersten  Versuche  einander  zu 
bilden  und  zu  erziehen,  die  geringen  litterarischen  Interessen  des  Bräu- 
tigams, die  kleinen  weiblichen  Schwächen  der  Braut  die  dankenswertesten 
Aufschlüsse.  Yorzäglich  passen  zu  diesem  Rahmen  die  Beiträge  des  Heraus- 
gebers Paul  Seidel  ,^ur  Geschichte  der  Kunst  unter  Friedrich  dem  Grossen^'; 
der  eine  würdigt  Georg  Friedrich  Schmidt,  den  ersten  Illustrator  und 
Drucker  Friedrichs  des  Grossen,  der  andere  die  Prunkdosen  des  Königs; 
auch  sie  gipfeln  wie  ältere  Arbeiten  Seidels  in  dem  Nachweis  einer  regen 
Produktion  in  Berlin  und  Potsdam.  Der  Aufsatz  Menadiers  „Schaumünzen 
der  HohenzoUem-Herrscher  in  Brandenburg-Preussen^'  ist  ein  Yerkürzter 
Abdruck  seiner  Einleitung  des  zur  Zweihundertjahrfeier  erschienenen  Pracht- 
werkes  „Schaumünzen  des  Hauses  HohenzoUem.''  Fünfzehn  interessante 
Karikaturen  vom  Hofe  Friedrichs  des  Grossen  hat  Fürst  Eulenburg  aus 
dem  Liebenberger  Archiv  veröffentlicht,  die  facsimilierten  Handschriften 
der  alten  hohenzollemschen  Kurfürsten  (Albrecht  Achilles'  und  Johanns) 
hat  Wagner,  die  der  brandenburg-preussischen  Regenten  vom  Anfange  des 
16.  bis  Ende  des  19.  Jahrhunderts  Erhardt  mit  erklärenden  Notizen  ver- 
sehen. Individuell  werden  erst  die  Schriftzüge  Joachims  L;  von  den  Vor- 
jg&agem  von  Albrecht  Achilles  sind  überhaupt  keine  vorhanden.  Eine 
„Stammtafel  der  Kurfürsten  von  Brandenburg,  der  Markgrafen  von  Ansbach 
und  Bayreuth  und  der  Herzöge  in  Preussen^^  hat  Schuster  angefertigt; 
,^as  Turnier  zu  Ruppin  1612''  bespricht  Wagner  an  der  Hand  der  1718 
von  Gnndling  neu  herausgegebenen  Bellica  Progymnasmata  des  Yigilantius ; 
manches  Neue  über  „Behnisch,  den  ersten  Erzieher  des  nachmaligen  Königs 
Friedrich  Wilhelm  HI.''  teilt  aus  Privat-  und  Staatsarchiven  Amtsrat 
Bimpau  mit.  „Vom  Hofe  Friedrich  Wilhelms  I.*'  betitelt  Krauske  eine 
meisterhafte  Schilderung  des  geselligen  und  des  Familienlebens,  der  mili- 
tärischen Revuen  und  der  Jagden,  der  wissenschaftlichen,  religiösen  und 
künstlerischen  Interessen  dieses  so  ganz  auf  den  Nutzen  und  das  Praktische 
gerichteten  Geistes;  es  ist  wieder  ein  guter  Schritt  vorwärts  zu  der  hoffent- 
lich nicht  mehr  lange  auf  sich  warten  lassenden  Biographie  des  grossen 
Soldatenkönigs.  In  die  jüngste  Gegenwart  führt  Seidels  Referat  über  die 
Hohenzollemausstellungen  in  Paris  und  in  der  Berliner  Akademie  der 
Wissenschaften  und  Kosers  Kommentar  der  historischen  Denkmäler  in  der 
Siegesallee  des  Berliner  Tiergartens.  Als  Miscellanea  veröffentlicht  Krieger 
einen  Brief  der  Prinzessin  Friederike  von  Solms  über  den  Tod  ihrer 
Schwester,  der  Königin  Luise,  Koser  den  Reis^ass  des  Prinzen  August 
von  der  Strassburger  Reise  Friedrichs  des  Grossen  1740  und  ein  handels- 
politisches  Programm  des  Königs  vom  1.  Oktober  1749,  Friedländer  Etats 
der  königlichen  Hofkapelle  1760  und  1766,  Klossowski  Michael  Willmanns 
Allegorie  auf  den  Grossen  Kurfürsten  und  Seidel  eine  Miniaturmalerei, 
welche  die  Wegnahme  Breslaus  durch  preussische  Truppen  am  1.  August 
1741  darstellt.  Paul  Haake. 

40* 


582  Nachrichten  und  Notizen  IL 

Aus  dem  Briefwechsel  König  Friedrichs  I.  von  Preussen  und 
seiner  Familie.  Herausgegeben  von  Ernst  Berner.  (A.  u.  d.  T.: 
Quellen  und  Untersuchungen  zur  Geschichte  des  Hauses  Hohenzollem 
Bd.  1.)  —  Berlin,  Alexander  Duncker  1901.  XXXm,  4ö2  S. 
Seit  einigen  Jahren  ist  in  dem  von  Paul  Seidel  herausgegebenen 
Hohenzollemjahrbuch  eine  Sammelstelle  für  die  Forschungen  zur  Familien- 
geschichte des  preussischen  Königshauses  geschaffen,  die  nunmehr  in  den 
von  Ernst  Bemer  begründeten  ,,Quellen  und  Untersuchungen  zur  Oeschichte 
des  Hauses  Hohenzollem^^  eine  würdige  und  erwünschte  Ergänzung  ge- 
funden hat.  Gleich  der  erste  Band  des  neuen  Unternehmens  rechtfertigt 
die  günstigen  Erwartungen,  die  man  an  die  Person  des  Herausgebers  zu 
knüpfen  geneigt  ist.  Den  Hauptinhalt  des  stattlichen  Bandes  bildet  die 
Correspondenz  König  Friedrichs  I.  mit  seiner  Schwiegermutter,  der  Kur- 
fürstin Sophie  von  Hannover,  eine  umfangreiche  Sammlung,  die  aber  in 
Wirklichkeit  nur  eine  kleine  mit  Bedacht  und  Takt  zusammengestellte 
Auswahl  aus  der  ungeheuren  Zahl  der  erhaltenen  Briefe  darstellt.  So 
gross  die  Zahl  der  Briefe  der  vielschreibenden,  mit  aller  Welt  in  Correspon- 
denz stehenden  Kurfurstin  ist,  die  an  anderen  Stellen  schon  veröffentlicht 
wurde,  so  gering  war  bisher  die  Summe  der  veröffentlichten  Briefe  des 
ersten  Preussenkönigs ,  wie  denn  auch  das  Urteil,  das  man  bis  auf  den 
heutigen  Tag  über  ihn  zu  fällen  gewohnt  ist,  im  Grunde  mehr  auf  der  von 
Geschlecht  zu  Geschlecht  fortgeerbten  Ueberlieferung  als  auf  einer  syste- 
matischen und  quellenmässigen  Durchforschung  des  Materials  zur  Geschichte 
seiner  Regierung  und  seiner  Persönlichkeit  beruht.  Die  Zeugnisse  nun,  die 
unsere  Publikation  beibringt,  werden  sicherlich  dazu  beitragen  können,  das 
Urteil  über  ihn  als  Menschen  deutlicher  und  günstiger  zu  gestalten,  für 
seine  Leistungen  und  Absichten  als  Politiker  aber  ist  das  in  dem  Brief- 
wechsel gebotene  Material,  so  viel  Aufklärungen  und  Berichtigungen  wir 
auch  im  einzelnen  erhalten,  doch  nicht  ausreichend  und  zusammenhängend 
genug,  um  die  gegenüber  der  bisherigen  Auffassung  etwas  zu  optimistische 
Anschauung,  die  der  Herausgeber  in  der  die  Briefe  erläuternden  instruktiven 
Einleitung  und  jüngst  auch  an  anderer  Stelle  dargelegt  hat,  genügend 
rechtfertigen  und  begründen  zu  können. 

Hinter  dem  Briefwechsel  König  Friedrichs  und  der  Kurfürstin  Sophie 
bleiben  die  übrigen  in  dieser  Publikation  veröffentlichten  Correspondenzen 
an  Umfang  weit  zurück.  Immerhin  haben  die  meisten  von  ihnen  unter 
diesem  oder  jenem  Gesichtspunkt  betrachtet  so  viel  Wert,  dass  ihre  Auf- 
nahme in  die  Sammlung  wohl  gerechtfertigt  erscheint  und  insbesondere  zur 
Kennzeichnung  des  ersten  Preussenkönigs  und  seiner  nächsten  Angehörigen 
ist  auch  in  ihnen  ein  wertvolles  Material  niedergelegt.  Es  sind  einmal  ein 
paar  an  ihren  Gatten  gerichtete  Schreiben  der  Königin  Sophie  Charlotte, 
deren  Briefe  als  archivalische  Seltenheit  gelten  und  Briefe  der  Königin  an 
ihren  Sohn,  den  späteren  König  Friedrich  Wilhelm  L,  die  das  Verhältnis 
zwischen  Mutter  und  Sohn,  diesen  in  ihrer  Eigenart  so  grundverschieden 
gerichteten  Naturen,  sehr  viel  inniger  und  sehr  viel  mehr  auf  gegenseitigem 
Verständnis  und  Einvernehmen  beruhend  erscheinen  lassen  als  man  bisher 
anzunehmen  gewohnt  war.    Ein  gleich  inniges  und  liebevolles  Verhältnis 


Nachrichten  und  Notizen  II.  583 

zwischen  dem  Vater  und  seinen  Kindern  bezeugen  die  mitgeteilten  Briefe 
König  Friedrichs  an  seinen  Sohn  and  seine  Tochter,  die  Erbprinzessin 
Louise  Dorothea  Sophie  von  Hessen-Kassel.  Der  Briefwechsel  zwischen  der 
Kurfürstin  Sophie  und  ihrer  Tochter  auf  dem  preussischen  Königsthrone 
ist,  wie  man  weiss,  vernichtet  worden:  ein  um  so  grösseres  Interesse  werden 
einige  hier  mitgeteilte  aus  dem  Jahre  1688  stammende  Briefe  erregen,  die 
in  einer  yon  Leibniz  genommenen  Abschrift  überliefert  worden  sind.  Von 
Leibniz  selbst  werden  ein  an  die  Kurfürstin  Sophie  gerichteter  Brief  und 
einige  Schreiben  an  den  Ceremonienmeister  von  Besser  mitgeteilt,  die  für 
die  Geschichte  der  ersten  Jahre  der  Berliner  Akademie  der  Wissenschaften 
von  Bedeutung  sind. 

Berlin.  V.  Loewe. 

R.  Reinhard,  Die  wichtigsten  deutschen  Seehandelsstädte.  Ein  Beitrag 
zur  Geographie  deutscher  Städte.  Dissert.  Leipzig.  Forschungen  zur 
deutschen  Landes-  und  Volkskunde  Xlll  6.  Stuttgart  iv^Ol.  82  S. 
Die  geographischen  Bedingtheiten  der  städtischen  Siedelungen  sind  in 
zusammenfassender  Betrachtung  der  so  mannigfaltigen  bedingenden  Faktoren 
geistvoll  zur  Darstellung  gebracht  von  F.  Ratzel  in  seiner  Anthropogeographie 
und  seiner  politischen  Geographie.  Für  die  norddeutsche  Tiefebene  im  be- 
sondem  hat  vor  allem  F.  G.  Hahn  in  einer  trefflichen  Abhandlung  über 
die  Städte  derselben  auch  dem  Historiker  wertvolle  Aufschlüsse  gegeben. 
Reinhard  wählt  sich  für  «eine  Untersuchung  die  deutschen  Seestädte 
Bremen,  Hamburg,  Kiel,  Lübeck,  Stettin,  Danzig  und  Königsberg,  zieht 
aber  auch  kleinere  wie  Emden,  Rostock,  Stralsund,  leider  aber  gamicht 
das  interessante  Wismar  zur  Vergleichung  und  als  Beispiele  heran.  Diese 
Städte  bilden  eine  besondere  geographische  Gruppe,  weil  bei  ihnen  die 
Abhängigkeit  von  den  beiden  Hauptformen  der  Erdoberfläche,  Land  und 
Wasser,  am  deutlichsten  zu  Tage  tritt.  Dass  sie  überdies  eine  Mannig- 
faltigkeit der  anthropogeographischen  Erscheinungen  durch  eine  lange 
Siedelungsgeschichte,  von  sehr  alten  bis  zu  sehr  jungen  Stadtteilen,  bieten, 
unterscheidet  sie  zwar  nicht  von  vielen  anderen  Städten  des  deutschen 
Binnenlandes,  ist  aber  auf  dem  Hintergrunde  der  ihnen  gemeinsamen  Be- 
sonderheit ihrer  Lage  ein  weiteres  Moment  der  Uebereinstimmung. 

Die  auch  für  den  Historiker  in  mancher  Hinsicht  dankenswerte  Schrift 
hält  sich  fem  von  Willkürlichkeiten  und  üebereilungen,  wie  sie  sich  nicht 
selten  in  Betrachtungen  über  Städtelagen  und  die  Wirkungen  derselben 
finden.  Sie  ist  anschaulich  und  fesselnd  abgefasst.  Was  R.  in  den  ersten 
beiden  Kapiteln  mit  Rücksicht  auf  die  Verkehrsgelegenheiten  über  die  Lage 
der  Seestädte  in  klimatischer  Hinsicht,  nach  ihrer  Bedeutung  für  den  Welt- 
verkehr, ihrer  Beziehung  zum  Hinterlande  und  zu  einander,  über  die  Häfen 
und  die  Fahrrinnen  zum  Meere  ausführt,  wird  von  ihm  häufig  teils  durch 
Heranziehung  früherer  Verhältnisse  und  Vorgänge  erläutert,  teils  zur  Er- 
klärung dieser  verwendet.  Im  dritten  Kapitel  behandelt  er  die  räunüiche 
Entwicklung  der  eigentlichen  Ansiedelungen  und  wendet  sich  von  der  Be- 
trachtung der  heute  vorliegenden  Ausdehnungs-  und  Ansiedelungsart  rück- 
wärts in  Beantwortung  der  Frage,  wie  unsere  Seestädte  zu  dem  geworden, 


584  Nachrichten  und  Notizen  U. 

mM  sie  heute  sind.  Er  bespricht  femer  charakteiistisohe  Strastenzüge 
und  die  Ursachen  ihrer  Entstehung,  geographisch  interessante  Straasea«» 
namen,  die  fast  sämtlich  der  Vergangenheit  entstammen;  auch  in  seinen' 
Ausfährxmgen  über  die  Bauart  der  Häuser,  wofür  eine  Anzahl  Photo« 
graphien  beigegeben  ist,  nimmt  er  kurz  Bezug  auf  die  früheren  Bau* 
yeriiältnisse.  Zwei  Pläne  zeigen  nebeneinander  die  Grundrisse  der  sieben 
Städte  in  ihren  gegenwärtigen  charakteristischen  Ausdehnungsformen  sowie 
in  ihrer  früheren  Gestalt. 

Kiel.  Daenell. 

Der  Professor  (Prof esseur-Adj  eint)  an  der  Universität  Lyon  Sl^astien 
Charläty  veröffentlicht  eine  Bibliographie  critique  de  lliistoire  de  Ljon- 
depuis  les  origines  jusqu'ä  1789,  welche  auf  367  Seiten  mehr  als  2800  Titel 
bietet.  Das  Werk  bildet  von  den  Annales  de  l'universitä  de  Lyon  N.  S.  ü. 
fasc.  9.     Lyon,  Paris  1902.     Preis  7,60  fr. 

Professor  Gustav  Buchholz  in  Leipzig  giebt  eine  Bibliothek  der 
sächsischen  Geschichte  und  Landeskunde  heraus.  (Verlag  S.  Hirzel 
in  Leipzig.)  Die  Sammlung  will  den  bisher  vernachlässigten  Partien  der 
neueren  sächsischen  Geschichte  ihre  Aufmerksamkeit  in  erster  Linie  zu- 
wenden. Als  erstes  Heft  des  1.  Bandes  gelangte  zur  Ausgabe:  R.  Becker, 
der  Dresdener  Friede  und  die  Politik  Brühls. 

Kirchenrechtliche  Abhandlungen  erscheinen  im  Verlag  von 
Ferdinand  Enke  in  Stuttgart,  herausgegeben  von  Ulrich  Stutz.  Die 
Sammlung  will  kirchenrechtlichen  Einzeluntersuchungen,  die  nach  Inhalt 
und  Umfang  eine  gesonderte  Veröffentlichung  verdienen,  zu  einer  solchen 
verhelfen,  gleichsam  ein  Seitenstück  zu  Gierkes  Untersuchungen  z.  deutschen 
Staats-  u.  Rechtsgeschichte,  zu  Schmollers  Staats-  imd  sozialwissenschaft- 
lichen  Forschungen  werden.  Jede  aktuelle  Kirchenpolitik  soll  ausgeschloss^i 
bleiben,  dagegen  sollen  die  Thore  der  kirchenrechtlichen  Abhandlungen  auch 
Arbeiten  von  Nichtjuristen  weit  geöffnet  sein.  Als  erstes  Heft  gelangte 
zur  Ausgabe:  Burkhard  von  Bonin,  Die  praktische  Bedeutung  des  ins  re- 
formandi.  Demnächst  werden  erscheinen:  Richard  Scholz,  Die  Publicisük 
zur  Zeit  Philipps  des  Schönen;  Heinrich  Schäfer,  Pfarrkirche  und  Stift  im 
deutschen  Mittelalter. 

Die  Ausgabe  1902  der  bekannten  Otto  Hübnerschen  Geographisch- 
statistischen  Tabellen  aller  Länder  der  Erde,  bearbeitet  von  Prof. 
Fr.  V.  Juraschek,  Verlag  H.  Keller  in  Frankfurt a.  M.,  ist  kürzlich  erschienen. 

Die  Heidelberger  Universitätsbibliothek  hat  eine  interessante  Sammlung: 
von  Briefen  der  beiden  Historiker  Schlosser  und  Gervinus  zu  G^^schenk: 
erhalten. 

Die  grosse  Büchersammlung  von  Lord  Acten  hat  John  Morley,  dem,  ue 
durch  Erbschaft  zugefallen  war,  der  Universität  Cambridge  Überwiesen. 

Der  Thüringisch-Sächsische  Geschichtsverein  hatte  zur  Feier 
des  60jährigen  Doktoijubiläums  des  inzwischen  verstorbenen  Vorsitundeni 
der  Gentraldirektion  der  Monumenta  Germaniae  Historica,  Ernst  Dünimler, 
eine  kleine  Festschrift  (Halle,  Ed.  Anton  1902,  1»9  S.)  erscheinen  lassen, 
welche  folgende  zum  Teil  sehr  interessante  Beiträge  enthält:   Geschieht 


Nftchrichten  und  Notizea  IL  585 

lieber  üeberblick  über  die  Entwickelmig  des  thünngisch-sächsiBcbea  Gre- 
BcbichtB-  and  AlterkunBvereiiifl  von  Gustav  Hertzberg.  Der  halliscbe 
Universitätskaiizler  Johann  Peter  von  Ladewig  von  Beinhold  Brode.  üeber 
eine  Sammlang  Strassbnzger  Ordnungen  and  Mandate  von  1618—1678  aas 
der  üniyeraitätsbibliothek  za  Halle  von  Max  Pedbach.  Die  Thronkandidabur 
Hobenzollem  and  Graf  Bismarck  von  Walther  Schnitze. 

Der  Internationale  Historikerkongress  des  Jahres  1900  in 
Paris  ist  jetzt  zar  YerOffentlichang  der  dort  gehaltenen  Vorträge  geschritten. 
Sie  fdnd  erschienen  in  Paris  bei  Aimand  Colin  als  Annales  internationales 
d*histoire:  Congr^  de  Paris  1900  and  bilden  nach  Sektionen  gegliedert 
7  Hefte  von  zasammen  mehr  als  1500  Seiten. 

In  Innsbrack  tagte  am  9.  September  der  7.  Internationale  Kunst- 
historiker-Kongress  unter  dem  Vorsitze  von  Professor  Schmaraow  ans 
Leipzig.  Von  den  Vorträgen  erwähnen  wir  nur  den  von  Dr.  Leitschuh 
aus  Strassburg  über  die  Methoden  der  stilistischen  Untersuchung  firüh- 
mittelalterlicher  Bilderhandschriften,  und  von  Dr.  Pazaureck  in  Reichenbezg 
über  die  Errichtung  von  Kunstarchiven.  Die  nächste  Tagung  soll  in  Stock- 
holm stattfinden. 

Am  1.  Mai  fand  in  Stuttgart  die  11.  Sitzung  der  Wfirttembergiselien 
KommlBsion  ffir  LaBdesgescliiclite  statt,  üeber  den  Stand  der  Arbeiten 
wurde  berichtet,  dass  von  der  Korrespondenz  des  Herzogs  Christoph  sich 
Bd.  3  im  Druck  befindet,  dass  aber  der  Druck  des  Heilbronner  ürkunden- 
buches  unterbrochen  werden  musste.  Von  den  Geschichtlichen  Liedern  und 
Sprüchen  aus  Württemberg  ist  Heft  3  im  Umfang  von  10  Bogen  fertig  ge- 
druckt  und  von  der  Geschichte  der  Behördenorganisation  in  Württemberg, 
bearbeitet  von  Wintterlin,  konnte  das  1.  Heft  ausgegeben  werden. 

PMiMBalien*  Emennungeii  ud  Beförderungen.  Akademitn.  Die 
k.  b.  Akademie  der  Wissenschaften  wählte  zu  ordentlichen  Mitgliedern  der 
historiflchen  Klasse:  Hans  Prutz,  früher  Professor  der  Geschichte  in 
Königsberg,  und  den  ao.  Prof.  der  historischen  Hilfswissenschaften  H.  Si- 
mon sfeld  in  München;  zu  korrespondierenden  Mitgliedern:  G.  F.  Knapp, 
Professor  der  Staatswissenschaft  in  Strassburg  i.  E.;  A.  Hauck,  Professor 
der  Kirchengeschichte  in  Leipzig;  H.  Hüffer,  Professor  der  Rechtsgeschichte 
in  Bonn;  Ettore  Pais,  Professor  der  alten  Geschichte  in  Neapel  und 
F.  W.  Maitland,  Professor  des  englischen  Rechtes  in  Cambridge. 

UniversitäUn  und  Technische  HodisdtuUn.  Der  o.  Professor  Dr.  Georg 
Erler  in  Königsberg  wurde  nach  Münster  versetzt.  Der  ao.  Professor  ft^ 
neuere  Kunstgeschichte  A.  Matthaei  in  Kiel  wurde  zum  o.  Professor  er- 
nannt, der  ao.  Professor  der  Nationalökonomie  KarlOldenberg  als  Or- 
dinarius nach  Greifswald  berufen,  der  ao.  Professor  für  germanische  Philo- 
logie Arnold  Berger  in  Kiel  nach  Halle  versetzt. 

Der  Privatdozent  für  Kunstgeschichte  C.  Boden  stein  an  der  Tech- 
nischen Hochschule  in  Wien  wurde  zum  ao.  Professor  ernannt.  Der  ao. 
Professor  der  deutschen  Sprache  Wunderlich  in  Heidelberg  geht  ab 
Bibliothekar  an  die  Kgl.  Bibliothek  nach  Berlin. 


586  Nachrichten  und  Notizen  11. 

Es  habilitierten  sich:  R  Scholz  für  mittlere  und  nenere  Geschichte  in 
Leipzig,  Grub  er  für  Geschichte  und  Sisic  für  kroatische  Geschichte  in 
Agram  und  H.  Egger  für  Kunstgeschichte  in  Wien. 

Museen.  Der  Professor  L.  Kämmerer  in  Berlin,  Assistent  am  Kgl. 
Kupferstichkabinet,  wurde  zum  Direktor  des  Provinzialmuseums  in  Posen 
ernannt. 

Todesfälle.  Kürzlich  starb  im  Alter  von  69  Jahren  Alexander 
Schweizer,  Professor  für  Kriegsgeschichte  am  Polytechnikum  in  Zürich. 

Am  12.  Oktober  starb  im  ö2.  Lebensjahre  der  verdiente  Direktor  des 
Trierer  Provinzialmuseums  Felix  Hettner.  Er  war  am  29.  Juli  1851  in 
Jena  geboren  als  der  Sohn  des  berühmten  Litterarhistorikers  Hermann 
Hettner.  Auf  St.  Afra  in  Meissen  und  dem  Gymnasium  in  Bautzen  for 
die  Universität  vorgebildet  studierte  er  in  Leipzig  und  später  in  Bonn  so- 
wohl Archäologie  wie  Philologie.  Seine  erste  bedeutsame  Arbeit  war  der 
Katalog  des  Königlichen  Museums  der  vaterländischen  Altertümer  in  Bonn. 
Sie  lenkte  die  Aufmerksamkeit  auf  ihn  und  so  kam  es,  dass  er  kaum 
26  Jahr  alt  als  Direktor  an  das  neugegründete  Trierer  Provinzialmuseum 
berufen  wurde.  Er  war  hier  der  rechte  Mann  am  rechten  Fleck,  das  hat 
er  in  zweiundzwanzigjähriger  Thätigkeit  an  dieser  Stelle  deutlich  bewiesen. 
Denn  mit  ihm  kam  neues  Leben  in  die  archäologische  Forschung  der  Rhein- 
lande und  seine  mit  der  grössten  Sachkenntnis  und  Umsicht  geleiteten 
Ausgrabungen  haben  allenthalben  die  glänzendsten  Erfolge  gehabt.  Ein 
weites  Feld  der  Thätigkeit  war  ihm  bis  zuletzt  noch  in  der  Reichslimes- 
kommission  gegeben,  deren  archäologischer  Leiter  er  geworden  war.  Die 
Ergebnisse  seiner  Forschungen  sind  zum  grossen  Teil  in  dem  Westdeutschen 
Correspondenzblatt  und  der  Westdeutschen  Zeitschrift  niedergelegt,  die  er 
seit  21  Jahren  erst  im  Verein  mit  Lamprecht,  später  mit  Hansen  herausgab. 

Am  17.  Oktober  starb  in  Graz  der  o.  Universitätsprofessor  der  österr. 
Geschichte  Hofrat  Franz  Xaver  Krones  Ritter  von  Marchland. 
Geboren  19.  November  1885  zu  Ungarisch-Ostrau  in  Mähren,  war  er  nach 
Absolvierung  der  Studien  in  Wien  als  Professor  an  der  Rechts akademie  in 
Kaschau,  dann  am  Gymnasium  zu  Graz  thätig.  1862  habilitierte  er  sich 
an  der  Universität,  1865  ward  er  Professor  und  ist  der  Hochschule  Graz 
treu  geblieben.  Ein  überaus  produktiver  Gelehrter,  hat  er  die  verschie- 
densten Gebiete  österreichischer  Geschichte  teils  durch  selbständige  Quellen- 
forschungen aufzuhellen  versucht,  teils  in  zusammenfassenden  Werken  be- 
handelt. Die  böhmische  und  ungarische,  in  den  letzten  beiden  Jahrzehnten 
vornehmlich  die  steiermärkische  Geschichte  verdankt  ihm  manchen  Beitrag 
(Die  österreichischen,  böhmischen  und  ungarischen  Länder  1437 — 1526;  Zur 
Geschichte  Ungarns  im  Zeitalter  Franz  Räköczys  IL;  Ungarn  unter  Maria 
Theresia  und  Josef  H.;  Geschichte  der  Universität  Graz;  Die  Freien  von 
Saneck  und  ihre  Chronik  als  Grafen  von  Cilli;  Verfassung  und  Verwaltung 
der  Mark  und  des  Herzogtums  Steiermark  u.  s.  w.).  Mehrfach  hat  K.  die 
Gesämtentwickelung  Oesterreichs  dargestellt,  so  in  dem  recht  umfangreichen 
Grundriss  der  österreichischen  Geschichte  (1882)  und  besonders  in  seinem 
eigentlichen  Hauptwerk,  in  dem  fünf  bändigen  Handbuch  der  Geschichte 
Oesterreichs  1876 — 79,  das  allerdings  bald  durch  A.  Hubers  österreichische 


SacliricliteB  nnd  XotixeB  IL  5^7 

Geschichte  in  den  Schtttten  gerockt  wurde.  Alle  Aibeit^i  Krones*  leichnen 
sich  durch  einen  gevissen  Stofreichtiim  ans.  Ziir  ToUen  Herrschmft  über 
das  Material  konnte  K.  nie  so  recht  gelangen. 

Am  30.  Oktober  starb  in  Paris,  57  Jahre  alt,  der  bekannte  Knnst- 
schriflsteller  und  Kunsthistoriker  der  Renaissance  Eugene  Mfinti.  ron 
Geburt  ein  Elsäsver. 

Enst  DlMBler  f. 

Die  (jeschichtswi  ssen  ■  rhaft  hat  wieder  einen  schweren  Verlast  in  be- 
klagen: am  11.  September  starb  Ernst  Dfimmler,  der  Yorsitiende  in  der 
Centraldirektion  der  Monomenta  Gennaniae.  D.  wurde  am  2.  Januar  1830 
in  Berlin  geboren  als  Sohn  des  Buchhändlers  Ferdinand  D.  Er  hatte  das 
ünglfick,  sone  Eltern  in  jungen  Jahren  zu  Teriieren,  und  ohne  einen  Men- 
schen, der  ihm  recht  nahe  stand,  musste  er  sich  seinen  Weg  aUein  suchen, 
wodurch  er  früh  reifte.  Eine  Selbstbiographie  und  Tagebuchau&eichnungen 
zeigen  den  Neunzehnjährigen  bereits  in  merkwürdiger  Klarheit  über  sich 
selbst,  nach  Wahrheit  und  Vertiefung  suchend,  etwas  grüblerisch,  aber 
sicher  in  seinen  Zielen,  nicht  überschäumend  und  keine  Natur,  die  sich  auf 
Irrwegen  durchrang.  Seine  Studienzeit  in  Bonn  und  Berlin  von  Ostern  1849 
bis  Herbst  1852  war  ganz  ernster  Arbeit  gewidmet.  In  Berlin  trat  er 
Ranke  nahe,  femer  Wattenbach,  dessen  erster  Schüler  er  war  und  mit  dem 
ihn  bald  ein  Freundschaftsrerhältnis  rerband;  und  hier  promorierte  er  im 
Herbst  1852  mit  der  Dissertation  De  Amolfo  Francorom  rege.  Seitdem  hat 
der  karolingischen  Epoche  seine  Liebe  und  seine  beste  Kraft  gehört. 
Pekuniär  unabhängig,  heiratete  er  schon  1853.  Im  folgenden  Jahre  erschien 
seine  erste  grössere  Schrift,  Piligrim  von  Passau  und  das  Erzbistum  Lorch, 
worin  die  Fälschungen  aufgedeckt  wurden,  mit  denen  Passau  durch  die 
Erfindung  eines  Erzbistums  Lorch.  dessen  Rechtsnachfolger  es  sein  wollte, 
die  Metropolitangewalt  Ton  Salzbarg  seit  dem  10.  Jahrb.  bestritten  hat. 

In  demselben  Jahre  1854  meldete  sich  D.  zur  Habilitation  nach  HaUe, 
wo  er  1858  ausserordentlicher,  1866  ordentlicher  Professor  wurde,  und  der 
dortigen  Hochschule  blieb  er  treu,  selbst  als  ein  Ruf  nach  Berlin  an  ihn 
erging.  In  Halle  hat  er  seine  besten  und  glücklichsten  Jahre  verlebt,  und 
hier  entstanden  die  Werke,  die  sein  Ansehen  in  der  wissenschaftlichen 
Welt  begründeten:  Die  Geschichte  des  Ostfrankischen  Reichs,  2  Bde.,  1862, 
1866  und  die  Jahrbücher  Ottos  des  Grossen  1876,  für  die  er  einige  Vor- 
arbeiten von  Eöpke  benutzte.  Unter  seinen  kleineren  Schriften  aus  dieser 
Zeit  ist  besonders  anziehend  Auxilius  und  Vulgarius,  Quellen  und  Forschungen 
zur  Geschichte  des  Pabstthums  am  Anfange  des  10.  Jahrhunderts,  1866. 

Bei  der  Reorganisation  der  Monumenta  Germaniae  1875  trat  D.  in  die 
Centraldirektion  und  übernahm  die  Abteilung  Antiquitates.  Als  Waitz  1886 
starb,  gingen  dessen  Funktionen  provisorisch  auf  Wattenbach  über;  da 
jedoch  für  seine  definitive  Bestellung  weder  die  genügende  Stimmenzahl  in 
der  Centraldirektion  zu  gewinnen  noch  die  Bestätigung  der  Regierung  zu 
erwarten  war,  so  wurde  D.  in  Vorschlag  gebracht.  Er  hat  sich  lange  gegen 
den  Gedanken  gesträubt  und  erst  auf  das  sehr  energische  Drängen  seiner 
Berliner  Freunde  nachgegeben.  Am  9.  Mai  1888  erfolgte  seine  Ernennung 
zum    Vorsitzenden.     Seine   Freundschaft    mit  Wattenbach    erlitt    vorüber- 


588  Nachrichten  und  NoUxen  II. 

gehend  eine  Trübung;  sie  stellte  sich  indessen  allmählich  bei  gutem  WüIm 
auf  beiden  Seiten  wieder  her. 

Mehr  als  vierzehn  Jahre  hat  D.  die  Monumenta  geleitet.  Er  hatte  nicht 
die  Herrschematur  von  Waitz.  Die  einzelnen  Abteilungen  haben  eine 
wachsende  Selbständigkeit  erlangt;  allein  dieae  Entwicklung  musste  ohnehin 
Platz  greifen,  je  mehr  die  einzelnen  Arbeitsgebiete  ausgebaut  winden. 
Deshalb  soll  man  D.s  Thätigkeit  und  Verdienste  nicht  gering  anschlagen, 
und  es  ist  zu  wünschen,  dass  man  auf  den  Gedanken,  der  während  des 
Provisoriums  1886—1888  erwogen  ist,  einen  Verwaltnngsbeamten  an  die 
Spitze  zu  stellen,  nicht  wieder  zurückkommt.  Das  Unternehmen  bianofat 
als  Leiter  einen  Sachverständigen,  der,  wenn  er  auch  nicht  anf  allen  Ge- 
bieten thätig  ist,  doch  sie  alle  übersieht  und  die  geistige  Einheit  des 
Ganzen  festhält.     Dieser  Aufgabe  ist  D.  gerecht  geworden. 

Dazu  ist  er  einer  der  fleissigsten  Arbeiter  gewesen.  Schon  1881  und 
1884  hatte  er  Poetae  latini  aevi  Carolini  t.  I  und  11  veröffentlicht.  Nach- 
dem er  1888  zu  den  Antiquitates  auch  die  Epistolae  übernommen  hatte, 
wandte  er  seine  Thätigkeit  vornehmlich  dieser  Abteilung  zu.  Im  8.  Bande 
der  Epp.  erschienen  von  ihm  1892  die  Briefe  des  Bonifatius  und  Lallna; 
den  4.  Band,  dessen  Hauptstück  die  Briefe  des  Alohvin  bilden,  hat  er  ganz 
bearbeitet,  den  5.  zum  grössten  Teil.  Daneben  lieferte  er  Beiträge  für  die 
drei  Bände  der  Streitschriften  des  Investiturstreites  und  des  12.  Jahrhunderts, 
die  umfangreichsten  für  den  ersten. 

Allein  trotz  dieser  starken  Produktion  muss  man,  wenn  man  D.s 
Stellung  in  der  Wissenschaft  bestimmen  will,  seine  Editionsthätigkeit  in 
die  zweite  Linie  rücken.  Sie  entsprang  nicht  eigentlich  einer  philologischen 
Neigung,  sondern  dem  Wunsch  nach  tieferer  Erfassung  des  Stoffes  und  war 
für  ihn  eine  Ergänzung  seiner  übrigen  Forschung.  Die  ersten  Ausgaben, 
die  er  machte,  wurden  durch  darstellende  Arbeiten  unmittelbar  veranlasst, 
und  die  späteren  gehören  mit  wenigen  Ausnahmen  der  karolingischen 
Epoche  an,  in  der  er  sein  spezielles  Arbeitsfeld  erblickte  und  in  der  er 
nicht  nur  alle  Quellen  kennen  wollte,  sondern  überall  bis  zu  den  äussersten 
Grenzen  vorzudringen  strebte,  die  der  Forschung  erreichbar  waren.  Weil 
er  dabei  sah,  dass  an  manchen  Punkten  die  Kenntnis  die  rechte  Sicherheit 
und  wahrhafte  Förderung  erst  finden  konnte,  wenn  die  Quellen  genügend 
herausgegeben  waren,  wurde  er  zum  Editor.  Bei  seiner  Vertrautheit  mit 
der  kritischen  Methode,  der  Accuratesse  seiner  Arbeit  und  der  sachlichen 
Beherrschung  des  Gegenstandes  sind  vortreffliche  Ausgaben  entstanden. 
Dennoch  fehlt  ihnen  etwas  von  philologischem  Glanz.  D.  war  nicht  immer 
der  divinatorische  Blick  gegeben,  der  hinter  dem  verderbten  Text  die  ur- 
sprüngliche Form  sieht,  und  deshalb  nahm  er  die  Hülfe  von  Wattenbach, 
der  gerade  hierin  stark  war,  in  schwierigen  Fällen  gern  in  Anspruch. 
Später  wurde  L.  Traube  sein  philologischer  Berater.  Qeberhaupt  ist  er  fSr 
fremde  Belehrung  immer  zugänglich  gewesen,  ohne  jede  Empfindlichkeit. 

D.s  Stärke  lag  in  der  Geschichtschreibung.  Sie  lag  einmal  in  der 
Sicherheit  und  einleuchtenden  Klarheit  seines  kritischen  Urteils,  das  bei 
aller  Entschiedenheit  immer  massvoll,  beinahe  konservativ  war  und  nicht 
der  Versuchung  erlag,  Unsicherheit  der  Ergebnisse  durch  bestechende  und 


Nachrichten  und  Notizen  II.  589 

phantasievolle  Hypothesen  zu  verhüllen,  sondern  das  sich  lieber  mit  einem  non 
liqnet  begnügte.  Und  was  er  erkannt  hatte,  wusste  er  mit  einer  kräftigen 
Bestimmtheit  nnd  Gedrungenheit  und  grosser  Anschaulichkeit  darzustellen, 
die  nicht  auf  Kosten  der  historischen  Wahrheit  erzielt  wurde.  Ohne  sich 
sklavisch  an  den  Wortlaut  der  Quellen  anzuschliessen ,  worunter  Giese- 
brechts  Eaiserzeit  so  h&ofig  leidet,  verstand  er  es,  alle  Elemente  der  Ueber- 
lieferung,  die  geeignet  waren  lebendige  Bilder  zu  geben,  auf  das  glück- 
lichste zu  verwenden.  Seine  Werke  zählen  nach  Forschung  und  Darstellung 
zu  den  besten,  die  wir  über  mittelalterliche  Greschichte  haben. 

Im  persönlichen  Verkehr  war  D.  eher  still  als  gesprächig,  und  das  Wort 
stand  ihm  besser  schriftlich  als  mündlich  zu  Gebot.  Doch  konnte  er,  unter- 
stützt durch  ein  ausgezeichnetes  Gedächtnis,  gelegentlich  gut  erzählen,  und 
man  merkte,  dass  sein  Interessenkreis  weit  war,  wenn  er  sich  auch  für 
sein  Arbeitsgebiet  bestimmte  Grenzen  gezogen  hatte.  Wie  so  viele  Menschen, 
die  stark  im  Innern  leben,  konnte  er  zu  Zeiten  schroff  sein,  so  sehr  er  bei 
seiner  Gewissenhaftigkeit  den  Wunsch  hatte,  jedem  sein  Recht  zukommen 
zu  lassen.  In  allen  Lagen  aber  konnte  man  auf  sein  Wort  bauen,  und  er 
war  ein  echter  Freund  seiner  Freunde.  Sehr  hing  er  an  seiner  Familie,  in 
der  ihn  im  letzten  Jahrzehnt  seines  Lebens  durch  den  Tod  seiner  nächsten 
Angehörigen  schweres  Leid  getroffen  hat.  Er  trug  seinen  Schmerz  in  sich 
gekehrt  und  suchte  Ruhe  in  der  Arbeit,  eine  Gelehrtennatur,  die  schaffen 
musste  und  die  äussere  Ehren  wohl  erfireuten,  aber  nicht  tief  berührten. 
Mitten  aus  der  Arbeit  ist  er  abberufen,  beschäftigt  mit  der  Korrektur  des 
ersten  Bandes  von  Wattenbachs  Geschichtsquellen,  den  er  neu  bearbeitet 
hatte.  C.  Rodenberg. 

Konrad  Maurer  f. 

Die  Germanistik  hat  in  jüngster  Zeit  den  Tod  zweier  Häupter  zu  be- 
klagen. Karl  Weinhold  ist  dahingegangen  und  ihm  ist  jetzt  Konrad 
Maurer  nachgefolgt.  Beiden  gab  das  Schicksal  ein  langes  an  Mühen  und 
Arbeit,  aber  auch  mit  schönen  Früchten  gesegnetes  Leben.  Beiden  war 
gemeinsam  die  Schlichtheit  des  Denkens,  der  Adel  der  Gesinnung,  der  Ernst 
der  Forschung  und  die  Strenge  des  Urteils  an  sich  selbst.  Beide  sind  unter 
dem  immittelburen  Einfluss  der  Persönlichkeit  und  des  Wirkens  Jakob 
Grimms  herangewachsen.  War  die  Forscfaerarbeit  beider  auf  das  ganze 
Gebiet  der  germanischen  Welt  gerichtet,  so  kehrte  mit  den  Jahren  der 
Philologe  und  Kulturhistoriker  Weinhold  zu  dem  Sprachgebiet  seines 
Stammlandes  zurück,  während  Konrad  Maurers  Weg  umgekehrt  ihn  weiter 
und  weiter  aufwärts  zum  Norden  führte,  dessen  Recht  und  Geschichte, 
Sprache  und  Sitte,  Religion  und  Dichtung  er  seine  ganze,  so  grosse  Arbeits- 
kraft, seinen  ganzen  heiligen  Eifer  widmete,  mit  dem  er  in  Denken  und 
Fühlen  so  innig  verwuchs,  dass  er  wie  eine  Verkörperung  des  nordischen 
Altertums  erschien  Allen,  die  zu  ihm  in  persönliche  Berührung  traten  oder 
auch  nur  aus  seinen  Werken  sich  ein  Bild  des  Mannes  zu  gewinnen  suchten. 

Ueber  fünfzig  Jahre  erstreckt  sich  der  Zeitraum  der  litterarischen  Wirk- 
samkeit Maurers.  Seine  vortreffliche  Dissertation  „Ueber  das  Wesen  des 
ältesten  Adels  der  deutschen  Stämme^^  wurde  1846  veröffentlicht  und  seine 
letzten   bemerkenswerten  Arbeiten   fallen  in   den  Ausgang  der  neunziger 


590  Nachrichten  nnd  Notizen  IL 

Jahre.  Aber  schon  wenige  Jahre  nach  dem  Erscheinen  der  Doktoraibeit 
wandte  er  sich  den  nordgermanischen  Studien  zu.  Die  1852  erschienene 
Schrift  über  die  Entstehung  des  isländischen  Staates  und  seiner  Yerfassong 
(1882  in  das  Neuisländische  übertragen  unter  dem  Titel:  Upphaf  allsherjar- 
rlkis  k  fslandi)  eröffnete  den  Reigen  seiner  zahlreichen  Publikationen.  Sie 
giebt  in  schlichter  Form  ein  höchst  anschauliches  Bild  von  der  Besiedelung 
Islands,  der  Ausbildung  seiner  Verfassung  und  seiner  wichtigsten  Ein- 
richtungen, wobei  der  Verfasser  stets  den  Zusammenhang  mit  den  gesamt- 
germanischen Quellen  zu  wahren  sucht.  Unterstützt  werden  die  Aus- 
führungen durch  Berichte  aus  dem  Sögur,  die  einen  Einblick  in  die  Denk- 
weise jener  Zeit  eröffnen.  Ich  wüsste  noch  heute  kein  Buch,  das  dem 
Anfänger  das  Verständnis  für  die  altnordische  Rechtsgeschichte  besser  er- 
öffnen kann,  als  diese  anspruchslose  kleine  Schrift.  —  Drei  Jahre  später 
erschien  das  zweibändige  Werk  über  die  Bekehrung  des  norwegischen 
Stammes  zum  Christentum  (1855/56),  ein  Buch,  durch  das  sicli  Maurer 
eine  hervorragende  Stellung  auf  dem  Gebiete  der  nordischen  Eirchen- 
geschichte,  Kulturgeschichte  und  altnordischen  Mythologie  errungen  und 
bewahrt  hat.  Denn,  so  sehr  die  Resultate  durch  die  späteren  Forschungen 
modifiziert  sind,  so  wird  noch  heute  jeder,  der  das  Werk  zu  benutzen  Ge- 
legenheit  hat,  eine  Fülle  von  wertvollen  Detailangaben  darin  vorfinden, 
die  erkennen  lässt,  mit  welcher  Intensivität  der  Verfasser  seine  Studien 
auf  diesem  so  anziehenden  Gebiete  getrieben  hat.  Es  handelt  sich  in 
dem  Werke  nicht  bloss  um  rein  kirchengeschichtliche  Fragen.  Seine  Haupt- 
bedeutung liegt  vielmehr  in  der  Schilderung  der  Verhältnisse  der  Wikinger- 
zeit, der  geistigen  Strömungen,  die  für  das  dem  Untergang  geweihte 
Heidentum  die  Berührung  mit  dem  Christentum  erzeugt,  endlich  der  Ord- 
nung der  sakralen  Verhältnisse  in  der  Heidenzeit.  Ist  es  der  unschätzbare 
Vorzug  nordischer  Quellen,  dass  sie  uns  in  ganz  anderem  Umfange  einen 
Einblick  in  die  heidnische  Vorzeit  gewähren,  als  unsere  südgermanischen 
Ueberlieferungen,  so  leuchtet  ein,  wie  bedeutsam  detaillierte  Untersuchungen 
gerade  über  die  Zeit  der  Ueberg^nge  sein  müssen.  In  der  That  ist  dieses  Werk 
Maurers  nicht  bloss  von  Kirchenhistorikem,  sondern  von  allen,  die  sich  mit 
Rechts-  und  Kulturgeschichte  befassen,  häufig  benutzt  worden.  —  Maurer 
lag  daneben  aber  seinen  rechtshistorischen  Neigungen  weiter  ob.  In  der 
kritischen  Ueberschau  der  deutschen  Gesetzgebung  und  Rechtswissenschaft 
Bd.  I — m  (1854—1856)  liess  er  eine  ausgezeichnete  Schilderung  der  angel- 
sächsischen Verhältnisse  und  in  Bd.  V  (1857)  einen  umfangreichen  Aufsatz 
über  das  Beweis  verfahren  nach  deutschen  Rechten  erscheinen.  Beide  Ar- 
beiten sind  noch  heute  von  grundlegender  Bedeutung,  zumal  der  letztere 
Aufsatz  zeigt  die  Weite  des  Gesichtspunktes  des  Verfassers,  der  das  ganze 
Gebiet  germanischer  Rechtsquellen  beherrscht. 

Nach  einigen  sagengeschichtlichen  Publikationen  \  zu  denen  die  An- 
regung eine  Reise  nach  Island  im  Jahre  1858  gegeben  hatte,  tritt  dann 
Maurer  im  Jahre  1864  in  der  Ersch-Gruberschen  Encjklopädie  mit 
einem  sehr  umfangreichen  Aufsatz  über  die  „Graagaas^^  hervor.     Es  ist 


^  Gxdl|)6ri8saga  ed.  1858,  Isländische  Volkssagen  der  Gegenwart  1860. 


Nachrichten  und  Xotixen  IL  591 

die  erste  jener  qaellenkritischen  üntersnchungen,  durch  die  er  sich  den 
Rohm  als  Meister  der  altnordischen  Recht^geschichte  errangen  hat  Von 
weiteren  Arbeiten  ähnlicher  Art  hebe  ich  herror,  ohne  mich  an  die  zeitliche 
Folge  genau  zu  halten,  die  Artikel  'Gulaping'  und  'GulapingslGg'  in  der 
gleichen  Encjklopädie  (1877,  1878),  die  Untersuchung  betr.  „die  Quellen- 
zeugnisse über  das  erste  Landrecht^'  (1B69),  die  Entstehungszeit  der  älteren 
Gula|)ingslOg  (1872),  die  Entstehungszeit  der  älteren  FTOstu|)ing8l5g  (1875), 
das  älteste  Hofrecht  des  Nordens  (1877),  Studien  über  das  sog.  Christen- 
recht König  Sverrirs  (1877),  die  Einteilung  der  älteren  Frostapingslög  (1887). 
Maurer  beschränkt  sich  in  diesen,  zum  g^sseren  Teil  in  den  Abhandlungen 
der  Münchener  Akademie  Teröffentlichten,  feinen  und  bewimdemswerten 
Detailuntersuchungen  auf  das  Gebiet  der  altnorwegisch  -  altisländischen 
Rechtsquellen.  Einen  meisterhaften  üeberblick  über  die  Geschichte  der 
ganzen  nordgermanischen  Rechtsquellen  liefert  er  dagegen  in  dem  Artikel 
in  der  HoltzendorfiFiBchen  Encjklopädie,  der  in  umfangreicherer  Gestalt 
auch  in  dänischer  üebersetzung  als  „Udsigt  over  de  Nordgermaniske 
Retskilders  Historie^'  1878  erschien. 

Nicht  bloss  die  eigentlichen  Rechtsquellen,  sondern  auch  die  geschicht- 
lichen Quellen,  vornehmlich  die  sagas  hat  Maurer  für  seine  rechtshistorischeu 
Studien  verwertet.  Speziell  mit  den  juristischen  Partien  isländischer  sögur 
befassen  sich  seine  Arbeiten  über  zwei  Rechtsfälle  in  der  Eigla  (1896)  und 
zwei  Rechtsfälle  aus  der  Ejrbjggja  (1896),  wie  er  denn  auch  die  Anregung 
zu  meiner  und  Schnorrs  Untersuchung  über  die  Njälssage  gegeben  hat 

Ausser  in  solchen  qaellenkritischen  Untersuchungen  bewährt  sich  auch 
sonst  Maurer  als  ausgezeichneter  Forscher  auf  dem  Grebiete  der  ganzen 
Rechtsgeschichte  des  Nordens.  Die  Yerfassungsgeschichte  betreffen  seine 
Untersuchimgen  über  das  Gesetzsprecheramt  (Alter  des  Gesetzsprecheramtes 
in  Norwegen  1875,  das  angebl.  Vorkommen  des  Gesetzsprecheramtes  in 
Dänemark  1887),  über  die  ärmenn  des  altnorwegischen  Rechts  (1879),  Nor- 
wegens Schenkung  an  den  heiligen  Olaf  (1877),  die  norwegischen  höldar 
(1889).  In  die  Geschichte  des  Eirchenrechts  greifen  ein  Untersuchungen 
über  die  Wasserweihe  des  germanischen  Heidentums  (1880),  über  den 
Hauptzehnt  einiger  nordgermanischer  Rechte  (1874),  das  Bekenntnis  des 
christlichen  Glaubens  in  den  Gesetzbüchern  (1892),  die  Eingangsformel  der 
altnordischen  Rechts-  und  Gesetzbücher  (1878),  die  norwegisch-isländischen 
gagnföstur  (1881).  Die  Geschichte  des  Prozessrechts  betreffen  seine  Ar- 
beiten über  väpnatak  in  der  Germania  Bd.  XYI,  über  das  Yerdachtszeugnis 
des  altnorweg.  Rechts  (1883),  über  die  Rechtsrichtung  des  älteren  isländ. 
Rechtes  (1886).  Für  die  Geschichte  des  Privatrechts  bedeutungsvoll  sind 
die  Freigelassenen  nach  altnorweg.  Recht  (1878),  die  Schuldknechtschaft 
nach  altnord.  Recht  (1874),  die  Berechnung  der  Verwandtschaft  nach  alt- 
norweg. Recht  (1877),  die  unächte  Geburt  nach  altnordischem  Recht  (1883), 
Bidrag  til  Leeren  om  Tak  (1888  in  Tidsskr.  for  Retsvidenskab).  —  Zu  diesen 
gesonderten  Abhandlungen  kommen  zahlreiche  umfangreiche  Besprechungen 
vornehmlich  in  der  Münchener  kritischen  Vierteljahrsschrift  für  Gesetz- 
gebung und  Rechtswissenschaft,  aus  denen  eine  Fülle  von  Belehrung  zu 
entnehmen  ist.     Manche   erreichen   fast  den  Umfang   von  Monographieen, 


592  Nachrichten  und  Notdsen  II. 

wie  z.  B.   die  Besprechung  des  Tarangerschen  Werkes,  die  unter  dem 
Titel  „Nogle  Bemserkninger  til  Norges  Kirkehistorie''  1893  erschien. 

Aber  auch  auf  verwandtem  Gebiet  blieb  Maurer  rege  produktiv.  AuMer 
in  dem  stattlichen  Buche  über  Island,  das  1874  erschien  und  die  Verhält- 
nisse dieser  Insel  nach  allen  Richtungen  hin  behandelte,  hat  er  sich  in 
zahlreichen  grösseren  und  kleineren  Abhandlungen  mit  geschichtlichen, 
philologischen,  mythologischen  Fragen  befasst.  Es  sei  nur  auf  die  umfang- 
reiche Abhandlung  „über  die  Ausdrücke  altnordische,  altnorw^sche  und 
isländische  Sprache  (1867)'^  hingewiesen,  auf  die  Untersuchungen  über  die 
Haensapörissaga  (1871),  über  die  Ski9arimur  (1869/70),  über  die  Huldarss^ 
(1894),  der  Elisabeth  von  SchÖnau  Visionen  (1888)  u.  a.  m. 

E.  Maurer  nahm  unstreitig  lange  Zeit  auf  dem  Gebiete  der  altnordischen 
Rechtsgeschichte  den  ersten  Platz  ein.  Aber,  was  von  ihm  noch  mehr  zn 
rühmen  ist,  er  hat  zahlreiche  Schüler  herangebildet,  die  in  Deutschland 
wie  im  Norden  als  Lehrer  und  Schriftsteller  wirken.  Nicht  nur  Joiisten,  auch 
Historiker  und  Philologen  blickten  zu  ihm  auf  und  denken  an  den  Mann 
mit  Stolz  und  Rührung  zurück,  der  auf  ihren  Lebenslauf  in  den  Jahren  des 
inneren  Kampfes  und  der  Unentschlossenheit  einen  entscheidenden  Einfluss 
übte  durch  die  stille  Hoheit  seines  Wesens,  das  geläutert  und  geweiht  er- 
schien in  entsagungsvoller,  abgelegener  Arbeit  mancher  Jahrzehnte.  Konrad 
Maurer  hat  ein  hohes  Alter  erreicht,  er  hätte  1903  das  achtzigste  Lebens- 
jahr vollendet.  Seien  wir  dankbar,  dass  es  ihm  beschieden  war,  seine  un- 
vergleichliche Kraft  voll  auszunützen  im  Dienste  der  Germanistik,  zu  deren 
besten  und  vornehmsten  Vertretern  Konrad  Maurer  stets  zählen  wird.  ^ 

Rostock.  Karl  Lehmann. 

Berichtigung  zu  dem  Aufsatze:  Zur  Napoleonischen  Politik  von  1803—1805. 
(1902.  4.) 
Auf  S.  498  lasse  ich  Bailleu  sagen,  Napoleon  erscheine  1805  in  einer 
bestimmten  Auffassung  als  ein  kurzsichtiger  und  unbedachter  Staatsmann, 
„der  mit  seinen  Landungsplänen  die  festländischen  Mächte  reizt  und  be- 
unruhigt, ohne  sich  der  unvermeidlichen  Folgen  seiner  Uebergriffe  recht 
bewusst  zu  werden.**  Es  muss  heissen:  „Der  mitten  in  seinen  Landungs- 
plänen" u.  8.  w.  —  An  meinen  Ausführungen  brauche  ich  nichts  zu  ändern, 
da  es  sich  nur  imi  einen  Druck-  oder  Schreibfehler  handelt;  bei  der  Ab- 
fassung der  Arbeit  hatte  ich,  wie  aus  dem  Zusammenhang  ersichtlich  ist, 
den  richtigen  Text  vor  Augen:  ich  führe  in  einer  Polemik  gegen  BaiUeu 
den  Nachweis,  dass  Napoleon  während  seiner  Landungspläne  nichts  von 
den  Festlandsmächten  zu  fürchten  hatte.  Gustav  Roloff. 


^  Von  Nachrufen  sind  mir  bisher  bekannt  ausser  dem  von  mir  in  der 
Nationalzeitung  (vom  27.  September)  veröffentlichten  ein  solcher  von  Golth er 
in  den  Münchener  Neuesten  Nachrichten  (vom  24.  September)  und  von 
Zorn  in  der  Münchener  Allgem.  Zeitung  (Beilagenummer  vom  29.  Ok- 
tober). Eine  ausgezeichnete  Biographie  hat  seinerzeit  Hertzberg  in  dem 
norweg.  Historisk  Tidsskrifb  1874  geliefert. 


*  ♦  » 


HISTORISCHE  VIERTELJASRSCHRIFT 

HERAUSGEGEBEN  VON  Prof.  Db.  GERHARD  SEELIGER  IN  LEIPZIG. 


BIBLIOGRAPHIE 


ZUR 


DEUTSCHEN  GESCHICHTE 


1901/1902. 


bearbeitet  von 
Db.  OSCAB  MASSLOW 

Üinv.-BIBLIOTHBXA«  XIT  BOITir. 


LEIPZIG 

DEUCK  UND  VERLAG  VON  B.  G.  TEÜBNER. 

1902. 


/ 


Inhalt 


A.  Allgomeine  Werke. 

I.  HilfswiBsenschaften:  g^i^ 

1.  Bibliographien  und  Litteratnrberichte *!.  •Tl 

2.  Geographie •2.  •72 

3.  Sprachkunde •S.  »TS 

4.  Paläographie;  Diplomatik;  Chronologie *3.  *74 

6.  Sphragistik  und  Heraldik U.  *1A 

6.  Numismatik H.    *lb 

7.  Genealogie,  Familiengeschichte  und  Biographie *5.    *76 

II.  Quellen: 

1.  Allgemeine  Sammlimgen •7.  ^77 

2.  Geschichtschreiber •7.  •78 

8.  Urkunden  und  Akten •S.  ^78 

4.  Andere  schriftliche  Quellen  imd  Denkmäler *10.  *80 

m.  Bearbeitungen: 

1.  Allgemeine  deutsche  Geschichte •ll.    •81 

2.  Territorial-Geschichte »ll.    »81 

3.  Geschichte  einzelner  Verhältnisse *14.    *84 

ft)  Yerfasrang.  b)  WirtaohafU-  und  Sosialgesohichte.  o)  Becht  n.  Gericht, 
d)  Kriegswesen,  e)  Seligion  n.  Kirohe.  f)  Bildung;  Litteratur;  Kunst, 
g)  Volksleben. 

4.  Gesammelte  Abhandlungen  und  Zeitschriften *25.    *95 

B.  Quellen  und  Darstellungen  naoh  der  Folge  der  Begebenheiten« 

1.  Das  deutsche  Altertum  bis  c.  600 ^29.     •SO 

ft)  Germanische  Urseit  u.  erstes  Auftreten  der  Dentsohen  in  der  Geschichte, 
b)  Einwirkungen  Borns,  c)  Ausbreitung  der  Deutschen  und  Begrflndung  ger- 
manischer Beiohe.    d)  Innere  YerhAltnisse. 

2.  Fränkische  Zeit  bis  918 •34.  »lOS 

a)  Merowingisohe  Zeil    b)  Karolingische  Zeit,    c)  Innere  YerhAltnisse. 

3.  Zeitdersächsischen,fränkischenu.  8taufischenKaiser919— 1264    *36.  *10G 

a)  SichsUche  und  funkische  Kaiser  919— 11S6.  b)  Stauflsche  Zeit  1125—1864. 
o)  Innere  YerhAllnisse. 

4.  Vom  Interregnum  bis  zur  Reformation  1264—1617 •37.  »109 

a)  Vom  Interregnum  bis  sum  Tode  Karls  IV.  1864—1878.  b)  Von  Wensel 
bis  sur  Beformation  1878—1617.    c)  Innere  VerhAltnisse. 


IV  Inlialt. 

5.  Zeit  der  Reformation,  Gegenreformation  und  des  SOjährigen 

Krieges  1617—1648 *^3.  »116 

a)  Reformation  1517—1555.    b)  Oegenreformatiun  a.  SOJihr.  Krieg  1555—1648 
o)  Innere  Yerhiltniue. 

6.  Vom  Westfälischen  Frieden  bis  zum  Tode  Karls  VI.  und  Friedr. 
Wilhelms  I.,  1648—1740 •62.  •l26 

7.  Zeitalter  Friedrichs  d.  Gr.  1740—1789 *bB.  •129 

8.  Zeitalter  der  französ.  Revolution  u.  Napoleons  1789 — 1816  .    .  •60.  •ISS 

9.  Neueste  Zeit  seit  1816 •6S.  •ISS 

Alphabetisches  Register •146 


Teü  I* 


A.  Allgemeine  Werke. 

I.  HilfswiaseiiBchaften. 


JkkrfsbFrlcht*  dar  G.-Wlu.  Mc    •.  Ni. 

M«ff.  El 

CatalofdB  der  geBcbiedenia  d.  Ko- 
niukl.  Bibliotheek  te'a  Oravenhage: 
Diutachland  en  Ooatenrijk.  'a  Gr»- 
Tcnhage,  Algem.  Landsdr.  1900.  1* 
124   S,  [2 

Biblio^apfale  d.  dt.  Zeitechrütcn- 
LitUratur  (e.  1901.  1965).  Bd.  Vü: 
Jttli-Dei.  1900.  Lfg,  8-10.  8.  281-417. 
Bd.  ^TTI:  Jan.-Juni  1901,  L!b.  1-4. 
S.  1-160.  —  Suppl.-Bd.  I;  Bibliogr. 
d  dt.  Rezensionen:  1900,  406  S. 
25  M.  [3 

Klrcfahoir,  A.  u.  E.  Hugert,  Be- 
richt fib.  d.  nenere  Litt.  z.  dt.  Ldhde. 
Bd.  I:  1S96-99.  Berl.,  Schall.  263  8. 
5  M.  ÖO.  __^^_  [4 

VancsA,   S.f   Bibliogr.    Beitrr.    t. 

Ldkde-  v  Niedetösterr. :  1900,  (Bll. 
d,  Ver,  f.  Ldkde,  v,  Niederöst  86, 
1-29.)  [5 

Lttteratnr,  Hiator,  d.  Scbweii 
betr.  1B99  u,  1900.  (Anz,  f.  Bchweiz. 
G    1900,  366-71.  1901,  430-36.)        [6 

Sch$n,  Th.,  Wörttemb.  G,-Litt. 
T.  J,  1900.  Mit  Nachtrr,  zu  1898  u, 
99,  f\Vartt.  Viertelj.-Hft«,  10,  439-61.) 
—  Steiff,  Württ,  Litt,  V,  J,  1S99, 
(Württ.  Jbb  f.  Stat,  u.  Ldke-  1900, 
jx-uvij.)  [7 

Bibllotb«h,  BadiBche  (b-  1900,  11). 
Bd.  O:  Litt.  d.  Landes-  n.  Tolkakde. 


d.  Orhzgta.  Baden;  bearb.  t.  O. 
Eienitz  n.  E.  Wagner.  716  8. 
24  M.  [S 

BrnuBer',  E,,  Die  PBege  d.  Hei- 
mat-G.  in  Baden.  Wettweiser  für 
Freunde  d.  badiscb.  G.  un  Anftr.  d. 
Earleniher  Altert. -Ter.  hrsg.  EuUr,, 
Reiff.    153  S.    1  H.  80,  [9 

Albart,  Dia  GHchlabtaohnlbg,  d,  SUdt 
Fnlbnrg  i.  Nr.  181.  (10 

EaUer,  H.,  Elsftst.  Q.-Litt.  d.  J. 

1900.      (Zt.    I.    Q.    d.    Obettb.    16, 

707-51.)  [11 

EeUer,  E.,  Die  histLitt.  d.  Nieder- 

rheins  f.  1899  u.  1900.  (Ann.  d.  hiat. 

Ver.  f.  d.  Niederrh.  72,  148-91.)   [12 

Plrenne,  H.,   Bibliogr.  de  l'biBt. 

de  Belgique.    3.  äd.    Bmx.  ft  Gand, 

I  Lameitm.  1908.  ivj,  270  S.  6  fr.  (18 

Ermlscb,  H.,  üeberncht  flb.  uenec- 

!  dingB  ersch.  Schriften  n.  AofsätEe  z. 

BächB.  G.  u.  Altertkde.    (N.  Arcb.  f. 

Bachs.  G.  22,  391-103.)  [14 

'       Knnge.  H.,  OeBchichtl.  u.  landeB- 

I   knudl.  Litt.  FommemB  1999  a.  IBOO. 


Ki^fl.    SchafFgotHeh'Bchen    M^rats- 

bibliothek    zu    Wannbninn,     Hft.   I. 

Lpz.,  Harraseowitz.   832  8.   9  H.    [IG 

Sti-.  Cbl,t.Blt>UoU»kiw.  18,  UDf.Horti- 

Kef  er,  Walter,  Altpreoas.  Bibliogr. 
(h.  1901, 14).  Jabrl900;  nebstNachtr. 
za  d.  fr^er.  Jahren,  (Sep.  a.;  Ält- 
prenss.  Honilteschr.  Bd.  38.)  48  S. 
1  M,  —  K.  Lohmeyer,  Die  Litt,  d. 


*  Die  Bibliographie  wurde  abgeBchloBBeu  am  30,  November  1901.  ■ 
EricheinungBJahr,  falle  nicht  beBOnders  vermerkt,  1901. 


'ivTUljiüinchrUI,  1901  1 


Biblioi^phie  Nr,  17—73. 


St«inhaiisen ,  (j. ,  Bibliogr.  zur 
KaltQT-O.(a.ig01,108S).  1899,8chluBa. 
(Zt.  f.  Knltnr-G.  8,  470-76.)  [18 

IiOesehe,  Bibliogr.  üb.  d.  d.  I^- 
teat&ntiBmua  in  Oegt«iT.  betreff.  Er- 
Bcheimugen  d.  J.  1901.  (Jahrb.  ü. 
Gee.  f  Q.  d.  Protert.  in  Oesterr.  88, 
iaa-40.)  119 

Bieder,  0.,  Eircheu^eechicbÜiches 
in  d.  ZeiUcluT.  d.  bist.  Tereiue  in 
Baiern  (h.  1901,  17).  Fort«.  (Beitrr. 
«,  baier.  Kirch.  -  Gesch.  7,  101-87; 
888-36.  8,  87-90.}  [20 

Albert,  F.  F.,  Uebenicht  üb.  d. 
kirchengeschichtl.  Litt.  d.  ErsbietumB 
Freibarg  seit  d.  BeBt«hen  d.  „Freiburg. 
DiÖEwan-ArchivB"  1862-99.  (Freib. 
DiCieaan-Arch.  N.  F.  2,  802-59.)     [21 

Kehrbacb,  E.,  Daa  gesamte  Er- 
nebnngs-  n.  üntemchtrHeBen  in  d. 
L&ndem  dt.  Zunge  (s.  1901,  1988). 
IH:  1898.  Abtg.  1.  888  S,  10  M.   [38 

Hlttmsir,  A.,  Biblion.  d.  ober- 
OBteir.  Tolkskde. :  1899.  ^t.  f.  Oiiterr. 
ToUukde.  7.  141-19.)  [83 


2.  Geographie. 

ZonderTkii,H.,Allgein.Eaitenkde. 
Lpi.,  Teubner.  i,  210  8.,  6  Taf. 
*  M.  60.  __^^  [24 

Kapper,  A.,  Der  Werdegang  d. 
bist  Atlaases  d.  ÖBterr.  Alpenländer. 
(Dt.  Q.bU.  8,  817-27.)  [26 

Lkapil,  I.,  LulHtoif:  Ltdsndorf  od« 
iMdsrfr  fBU.  d.  Vai.  t  Ldkde.  t.  Hltder- 
OMan.  86,  M-lBl.)  [IS 

Knapp,  Ch.  n.  M.  Borel,  Oeogr. 
Lexikon  d.  Schweiz  (b.  1901,  1998). 
Lf£9-22.  S,128-B62;KtD.i60Pf.  [27 

Hübier,  J.  M,,  Baier.  Schwaben 
u.  Neiiburg  u.  seine  Nachbargebiete; 
e.  Landes-  n.  Volkekde.  Stnttg.,  Hob- 
bing  &  B.     S2&  S,    7  M.  [28 

Stelir,  Wilh.  Schickhart  u.  seine 
Landesau&iahine  WQrttembergB,  I6S4- 
1635,  ^ep.  a.:  Zt.  f.  TermeBsungs- 
weaen.)  Stuttg.,  Wittwer.  1899. 
89  S.     1  M.  [29 

EtsBHB-Lothrin^n.  lindes  u.  Orta- 
heschreibg,,  hrsg.  v.  Statist.  Bureau 
d.  MiniBteriumsf  Ets.-Lothr  («.1901, 
2002)  Lfg.  4  (Tl.  I,  8.  145-175  und 
Tl.  m,  S.  1-128).      2  M.  [30 

CUdbs,  J.  M.  B.,   Hist.-topogr. 


Wörterbuch   d    Elsass   (b.   1900,  38j- 
Lfg    7-8       S.   385-512       2  M  [31 

Atlas,  Oeschichtl.,  d  Rbeinproviua 
l>  "9«,  40).  Erläutergn.  Bd.  HI; 
w.  FabriciuB,  Daa  Bochgericbt 
Rhaunen.  (=  Nr.  188.)  ajx ,  99  S. 
6  Etn.    4  M.  80.  [32 

Bei.:  HlitZt  St,Sn— H  BmlHb;  Zt.  d. 
BkTigai-BIlftg.  f  BMhu-O  tl,  Oma.  Abtlg., 
Ulf.  Btuti. 

Hllger,  J.,  Ueh.  d.  Drspiv.  d. 
Namen  Mayen  und  Maifeld.  (lUiüs. 
Q.bU.  6,  33—36.)  [33 

Fhilippi,  F.,  Lippe  n.  SteverUuf 
bei  Haltern  in  früher.  Jahrhh.  (Hitt 
d.  Altert -EommisB.  f  Weatfal.  2,3-16; 
Taf  1  u.  2.)  —  Ders.,  Der  Kiemen. 
(Ebd.  17-20.)  [34 

OrtBchaftBTenelchiils  d.  Orhz^. 
Oldenburg.  Auf  Qmnd  d.  Krgebuiase 
d.  TolkBzäliig.  V.  1.  Dez.  1900.  Htag. 
T.  grhsgl.  Statist.  Bureau.  (Mit  Vor- 
rede T.  P.  Kollmann.)  Varel,  Ac- 
quistapace.     25S  8.     1  M.  50.       [36 

Poppe,  F.,  Zwisch.  Ems  u.  Weaer; 
Land  u.  Leute  in  Oldenb.  u.  Oat&ies- 
iand,  2.  (Tit.-)  Anfl,  Oldenb.,  Schnlze. 
472  S.     6  M.  [36 

BrSrinf,  i..  Das  Saterland  (s.  ^B7, 
1871).  Tl.  n.  (Schriften  d.  Oldenburg. 
Landes- Ver.  f.  Älterskde.  etc.  Tl.  XXf ) 
S.  149-305.     2  H.  26,  [37 

Gade,  H.,  HiBt.-geogr.-statiBt.  Be- 
■cbreibg.  d.  GrafschaSten  Hova  u. 
Diepholz.  Haunov.,  Schaper.  i^,  600; 
660  S     12  M  [38 

Bronlsch,  P.^  Die  ilaviich.  Orts- 
namen in  HolBtein  u.  im  Fflrrtentum 
Lübeck.  I.  Progr.  Sonderbnrg.  4". 
14  8.  [39 

Singer,  6.,  Bodenbau  u.  Bew^s- 
serang  ThüringenB  unter  Herror- 
hebung  ihr.  Bedeutg.  in  d.  G.  Dtlds. 
Leipz.  Diaa.     92  S.  [40 

Sohmldt,  M.  G.,  Die  Siedelangen 
an  der  Hainleite,  Schmücke- Seh  recke 
u.  Finne.  (Arch.  f.  Landes-  u.  Volskde, 
d.  Prov.  Sachaen  10,  22-64.)  —  A. 
Berg,  Geo.  Torquatua  ala  Uteater 
Halberstädter  Topograph  1684.  (Ebd. 
11,   17-46.)  [41 

Stavenbagen,  W.,  Ueb.  d,  Eart«a- 
weaen  d.  Eänigreicha  Sachsen.  (Beil. 
z.  Leipziger  Ztg.  1899,  Nr.  47.)     [42 

Benedict,  H.,  Die  Ortsnamen  d. 
BächsiBch.  Vogtlandea,  (Sep.  a.:  Mitt. 
d.  Alt«rt.-Ver.  Plauen  14,  1-128.) 
Flauen,  Kell.     1  M.  60.  [43 


Bibliograpbieen  u.  Litteraturberichte.  —  Geographie.  —  Sprachkonde.     ^3 


Beriet  y  Die  sftcha.- böhmische  Orenxe  im 
Erzgebirge,  s.  1901 ,  4S.    Annaberg,  Gr»ier. 

1  M.  80.  [44 

Ortschafts  -  Yerzelehnls  •  Schle- 
siflches.  Auf  Grund  amtl.  Materials 
nen  zusammengestellte  5.  Aufl.  Breslau, 
Korn.     320  S.     4  M.  [45 

Ologer.  H*j  Geografia  histor.  ziem 
dawnd  rolski  (Hist.  Geographie  d. 
alten  rolens).  Krakau,  Poln.  v  erlags- 
Ges.  1900.     887  S.  [46 

Knrschaty  A«^  Die  Yerbreitg.  d. 
litauisch  -  lettischen  Volksstammes. 
(Mitt.  d.  litauisch,  litter.  Ges.  4, 
684-48.)  ■  [47 

3,  SproAMeunde. 

Thesaums,  linguae  latinae  (s.  1901, 
2016).    IT,  2:  ApTudus-Ardabur.    Sp. 

241-480.     7  M.  20.  [48 

Res. :  Jonm.  de«  Mvants  1901,  837-46  Br6ftl. 

—   8.  Reiter,  Der  Theaanr.  llng.  lat.    (N. 

Jahrbb.  f.  d.  Umb.  Altert,  etc.  7,  613-81.) 
Hörn,  W..  Dt.  Wörterbücher.    (N.  Jahrbb. 

f.  d.  klase.  Altert,  etc.  7,  858-61.)  [49 

Orimm,  J.  u.  W.,  Dt.  Wörterbuch 

(8.    1901,  2018).     X,  7:   Sinn -Sitzen. 

Sp.  1105-1296.     2  M.  [60 

Kluge,  Stymolog.  Wörterbuch  d.  dt.Sprache, 

8.  '99,  1904.     Bez.:  Arch    f.  d.  Stud.  d.  neuer. 

Sprachen  106,  358-69  Mach.  [51 

Lexer,  M,,  Mittelhochdt.  Taschen- 
wörterbuch. 6.  Auf!  Lpz. ,  Hirzel. 
413  S.     5  Mk.  [52 

JosteSy  F.  9  Beitrr.  z.  Kenntnis  d. 
mittelhochdt.  Sprachschatzes  vor- 
nehml.  a.  schweizer.  Handschrr.  (Zt. 
f.  dt.  Wortforschg,  2,  160-186.)  — 
Carl  MttUer^  Materialien  z.  neu- 
hochdt.  Wortbildg.  (Ebd.  186-201.')  [58 

Grundriss  der  german.  Philol., 
hrsg.  V.  H.Paul  (s.  1901,  2017).  11,2. 
S.  257-520.     4  M.  [64 

Herthum,  P.^  Die  german.  Lehn- 
wörter im  Altitalischen  vor  allem 
in  Dantes  D.  C.  Progr.  Arnstadt.  4®. 
26  S.  [66 

BasSy  A.^  Dt.  Sprachinseln  in  Süd- 
tirol u.  Oberitalien;  e.  volkskundl.- 
Untersuchg.     Lpz.,  Lucius.     104  S. 

2  M.  50.  [56 

Mourek,  Y •  £«^  Zum  Prager  Deutsch 
d.  14.  Jh.  (Sitzungsberr.  d.  böhm. 
Ges.  d.  Wiss.  1901,  L)  Sep.  Prag, 
Rivnä^.     84  S.     1  M.  20.  [57 

Idiotikon  9  Schweizer,  (s.  1901, 
2024).  Hft.  43.  (Bd.  IV.,  Sp.  1905- 
2038  u.  V,  Sp.  1-16.)     2  M.  [58 

Tappolet^  £.,  Ueb.  d.  Stand  d. 
Mundarten  m  d.  dt.  u.  franz.  Schweiz. 


(Mitt.  d.  Ges.  f.  dt.  Sprache  in  Zürich. 
Hft.  6.)    Zürich,  Zürcher  &  F.    40  S. 

1  M.  20.  [69 
Gebhardt,  A«^  Grammatik  d.  Nürn- 
berger Mundart.  Geschichtl.  Dar- 
steUg.  d.  einzeln.  Laute.  Erlang. 
Habuitationsschr.    47  S.  [60 

Fischer,  H«,  Schwäbisches  Wörter- 
buch (s.  1901, 2025).  Lfg.  2-8.  Sp.  161- 
480.     ä  2  M.  50  [61 

Haag,  K«,  Ueb.  Mundartengeo- 
graphie. (Alemannia  N.  F.  2,  228-47.) 
Vgl.  1900,  60.  r62 

Martin,  £•,  Die  dt.  Lexikograpiiie 
im  Elsass.  (Aus.:  „Strassb.  Festschr. 
z.  46.  Versammig.  dt.  Philologen  etc.^') 
Strassb.,  Trübner.  S.  29-88.  60  Pf.  [68 

SchMidt,  Churlei,  Hiit.  WOrterbaob  d. 
elsftsa.  Mundart,  s.  1901 ,  2027.  Bes. :  Her.  crit. 
1901,  Nr.  27  Henry;  Ans.  f.  dt.  Altertum  27, 
272-74  Steinmeyer.  [64 

Henry.  Le  dialecte  ftlanuai  de  Golmftr«  ■. 
1901,  2028.  Bez. :  Zt.  f.  hochdt.  Mundarten  % 
149-51  Socin;  Jahrh.  f.  (j.  etc.  Els.-Lothr.  17, 
241-48  Spieaer.  [65 

Ualter^E«,  Die  alemannische  Mund- 
art Hagenau  -  Strassbnrg.  Strassb., 
Selbstverl.     207  S.     6  M.  [66 

Saul^  D.y  Ein  Beitr.  z.  hessisch. 
Idiotikon.  Marb.,  El  wert.  1 7  S.  50  Pf.  [67 

BmnB,  K.9  Volkswörter  d.  Prov. 
Sachsen  (Oatteil)  nebst  vielen  ge- 
schichtl. merkwürd.  Ausdrücken  d. 
Sachs.  Vorzeit.  Hrsg.  im  Auftr.  d. 
Zweigver.  Torgau  d.  allg.  Sprachver. 
Torgau,  Jacobs.     32  S.     40  Pf.     [68 

Paatisch^ .  O.^  Grammatik  d.  Mund- 
art V.  Kieslingswalde,  Er.  Habel- 
schwerdt.  Ein  Beitr.  z.  Kenntnis  d. 
glätzisch.  Dialektes.  Tl.  I:  Lautlehre. 

gfitt.    d.    schles.    Ges.   f.    Volkskde. 
eihft.  I.)     62  S.     1  M.  30.  [69 

Föntemamiy  E«,  Altdt.  Namen- 
buch. 2.  Aufl.  (s.  1901,  2032).  Bd.  I 
kpl.  X  S.,  1700  Sp.  55  M.  [70 

GloSly  U«^  Die  Familiennamen 
Wesels.  Beiia*.  z.  Namenkde.  d.  Nie- 
derrheins. Wesel,  Kühler,   xij,  160  S. 

2  M.  60.  [71 
Schtttte^  0*5  Braunschweiger  Per- 
sonennamen a.  Urkk.  d.   14.-17.  Jh. 
Braunschweig.  Progr.  4°.   22  S.     [72 


4.  BaläograpMe;  IHplomaHkf 
Chronologie, 

Monamenta  palaeographica  (s.  1 901, 
2036).  I,  5;  hrsg.  v.  A.  Chroust 
10  Taf.  m.  27  S.  Text.     20  M.      [73 

1* 


•4 


Bibliographie  Nr.  74—126. 


Traube,  L.,  Palaeograph.  Anzeigen 
(8.  1901,  67).  Forts.  (N.  Archiv  27, 
264-86.)  [74 

Paoli)  ۥ)  Programma  scolastico 

di  paleografia  latina  e  di  diplomatica 

(g.    1900,    2034).     Libro  I:    Paleogr. 

latina.     Ed.   S.     accresc.    e   miglior. 

78  S.     2  L.  50.  —  Ders.,  Gnindriss 

zu  Vorlesm.   üb.  lat.  Palaeogr.  etc., 

übers,  v.  K.  Lohmeyer  (s.  1901,  70). 

I:  Lat.  Palaeogr.    Aufl.  3.  jx,  108  S. 

2  M.  50.  [75 

Friedrich,  Gast.,  Lehrb.  d.  latein.  Palftogr. 

•.  1900,  73.    Rez.:  Mitt   d.  Inat.  f.  Osterr.  O.- 

fonohg.  23,  469-71  Bretholz.  [7G 

Cappelli,  A.y  Lexicon  abbreviatu- 
rarum.  Wörterbuch  lat.  u.  ital.  Ab- 
kürzgn.  (Webers  illustr.  Katechismen. 
Nr.  53.)  Lpz.,  Weber,  ij,  548  S. 
7  M.  50.     Vgl.  '99,  1925.  [77 

RodolicOy If«,  Genesi  e  svolgimento 
della  scrittura  Longobardo-Cassinese. 
(Arch.  ator.  ItaL  27,  316-88.)         [78 

Günter,  Kleine  Beitrr.  z.  G.  d. 
Schriftwesens  in  neuer.  Zeit.  (Württb. 
Viertelj.hfte  10,  280-84.)  | Geheim- 
schriften d.  17.  Jh.]  [79 

BORenmund,  Fortschritte  d.  Diplomatik 
Mit  MabilloD,  «.  1900,  76.  Bez.:  Arch.  ator. 
Ital.  27,  400-404  BosUgno.  [80 

Pfliigk-Harttung,  J«  t.,  Die  Bullen 
der  Päpste  bis  z.  Ende  d.  12.  Jh. 
Gotha.  Perthes,  xij,  426  S.  UM.   [81 

Kehr,  P«,  Diplomat.  Miszellen  (s. 

1901,  72).    rV:  Die  Scheden  d.  Pan- 

vinius.  (Nachrr.  d.  Gott.  Ges.  d.  Wiss. 

1901,  1-27.)  [82 

Wecken,  Untersuchgn.  üb.  d.  Urkunden- 
weien  d.  Bischöfe  ▼.  Minden  im  13  Jh.,  s. 
1901,  2044.  Bes.:  Dt.  Lltt-Ztg.  1901,  Nr.  44 
Hoogeweg.  [83 

Bllflnger,  Zeitrechnung  d.  alt.  Germanun 
B.  Nr.  853.  [84 

Nilles,  N.«  Die  Datierg.  d.  Liber 
Sextus  Bonimz'  VIII.  juncta  glossa. 
Ein  Beitr.  z.  Verständnis  d.  christl. 
Chronographie.  (Zt.  f.  kathol.  Theol. 
25,  1-24.)  [85 

6.  Sphragistik  und  Heraldik, 

Seyler,  Siegel  d.  Mittelalters.  (Dt. 
Herold  1901,  Nr.  11,  Taf.  3  &  4.)  [86 

Siegel.  Die  westfül.  d.  Mittelalters,  s.  1901, 
8051.  Selbstans.  u.  Besprechg.  (auch  v.  *96, 
1866  u.  1901,  2061):  Wostdt.  Zt.  20,  165-173 
ngen.  [87 

Conrad.  O.y  Das  grofse  Majestäts- 
siegel d.  UerzogsAlbrecht  inPreussen. 
(Oberland.  G.bll.  2,  112-15.)  [88 


Grltzner,  Symbole  u.  Wappen  d.  dt. 
Belohes  s.  Nr   342  [89 

Siebmachers  Wappenbuch  (s  1^1, 

2052).     Lfg.  455-461.  [90 

Inh. :  Lfg.  465,  459  u.  461  =  Bd.  IV,  Abtlg. 
14:  Oallz.  Adel,  Hfl.  8-10.  S.  105-146,  Taf.  126- 
179.  —  Lfg.  456  =  Bd.  V,  AbÜg.  6:  BOrgerl. 
Qeschlechter.  Hft.  5.  8.  75-106,  Taf.  81-100. 
—  Lfg  457  =  Bd.  YU,  Abtlg.  3:  Der  abge- 
storb.  preuss.  Adel.  Supplem. :  ProT.  Sachsen. 
8.  9-36,  Taf.  9-26.  —  Lfg.  45«:  Bd.  VI,  Abtlg.  1 : 
Der  abgestorb.  baier.  Adel.  Hft.  15.  Bd.  11, 
S.  67-84,  Taf  37-54.  Lfg.  460  =  Bd.  VI, 
Abtlg.  10:  Der  abgestorb.  mecklenb.  Adel. 
8.  1-36,  8  Taf 

Leinlngen-Weiterbarg,  Dt.  u  Osterr.  Bib- 
liotheksseichen 8  Nr.  538.  [91 
Anthony  ▼•  81egenfeld,  ▼.,  Das  Landes- 
wappen d.  Steiermark ,  s.  1901 ,  £053.  Res. : 
Mitt.  d.  Inst  f.  Osterr.  O.forschg.  22,  472-80 
Lnschin  ▼.  Ebengrenth;  Mitt.  a.  d.  bist.  Litt. 
29,  498-500  Dwof;  Carinthia  I,  91,  182-95 
▼.  Jaksch;  Zt.  d.  Savigny-Stiftg.  f  Beohta-G. 
22,  Germ.  Abtlg.  420-23  ▼.  Voltelini.             [92 

FeJ^rpataky,  L«  v.,  Monumenta« 
Hungariae  heraldica.  l.  Budapest, 
Rauschburg.     4^     20  M.  [93 

Rheiide,  L.  M.,  Beitrr.  z.  G.  d. 
Regensburger  Stadtwappens.  (Dt. 
Herold  1901,  Nr.  10,  Taf.)  [94 

Säbel,  0.,  Die  Wappen  der  „Stadt" 
u.  d.  „Bistums"  Bamberg.  (60.  Ber. 
d.  bist.  Ver.  zu  Bamberg  S.  1-56.)  [95 

Bilflngcr,  A«9  Die  Schlusssteine, 
Wappen  u.  Insignien  aus  d.  Mittel- 
schif- Gewölbe  d.  Kilianskirche  zu 
Heilbronn.  (Bericht  d.  bist.  Ver.  in 
Heilbronn  5,  49-57,  5  Taf.)  [96 

6i88inger.  K«,  Das  Wappen  v 
Euskirchen. (Dt. Herold  1901,Nr.8.)  [97 

Spiessen,  M,  t,,  W^appenbucn  d. 
westfäl.  Adels  (s.  1901,  2063).  Lfg.  11, 
S.  73-84,  Taf.  239-339.  [98 

Gritzner,  M.,  G.  d.  sächs.  Wappens. 

(Viertelj.schr.  f.  Wappenkde.  etc.  29, 

71-233.)  [99 

Crall,  Das  Wappenbild  der  Ton  Levetaow. 

(Jahrbb.   d.  Ver.   f.  mecklenburg.  6.  65,  1S5- 

62.)  [100 

Mangtein,  Zur  G.  d.  Wappens  d. 
Stadt  Graudenz.  (Dt.  Herold  1901, 
Nr.  10.)  [101 

Wappenkalender^Baltischer ;  hrsg. 

V.E.Tode.  Jg.I:1902.  Riga,  Bruhns. 
Fol.  38  n.  10  S.     6  M.  60.  [102 


ß.  NutnisnuUik. 

Castellane,  Comte  de,  Deux  oboles 
carolingiennes  in(^d.  frapp^es  ä  Angers 
et  Observation  sur  le  monnayage  an- 
gevin  aux  9.  et  10.  siecles.  (Rev.  num, 
1901,  225-32,)  [103 

Menadier,  J«,  Der  Fund  t.  Nieder- 


Paläogr.   Diplomatik;  Chrouol.  —  Sphragiatik o.  Herald.  —  NnmiBmatik.    *5 


landin.  (Zt.  f.  Num.  23,  89-94.)  — 
Ders.,  Fund  v.  Kinno.  (Ebd.  05-108.) 
—  Der».,  Denarfund  aua  Branden- 
burg a,  Havel,  (Ebd.  H6-88.)  —  F. 
Frledensburf,  Fund  v.  Zadorj.  (Ebd. 
51-66.)  —  Telfast,  Milnzfund  b. 
Norden,  Ostfriesland,  (Ebd,67-69.)  [104 

Ürossraann.  Tb.,  Uno  trouvaille 
de  monnaiea  des  ^v&ch^a  de  Gen^ve 
et  de  Lausanne  falte  dans  le  „Man- 
dement",  (Rev.  suisse  de  num.  10, 
5-22.)  [106 

Schöfhnailll ,  J.  B>,  Münzenfund 
im  Buch  bei  Geigenbau  gen  Not.  1900.  i 
(Vhdlgn.  d.  bist.  Ter.  f.  Niederbaieni 
37,  145-51.)  —  A.  Möllner,  Möni- 
fund  T,  Jugoije.  (Ärgo  B,  70-72,  llSff.) 
"  '^  Nevtheiten.       (Ebd. 


(6  f.) 


ilO 


Tlenten,  3.  laa,  Mflndund  a.  d. 

Nähev.  Eleineubroi«^.(BounerJalirbb. 
107,  246-53.^  —  F.  G.  tob  Papen, 

4  rhein.  Miinzfiinde  a.  d.  Mittelalter 
u.d.  Neuzeit.  (Ebd.  254-78.)  —  Ders., 
Silbennilnzfundaue  Andernach.  (Ebd. 
295f,)  (107 

Cumont,  G.j  Les  monnaiee  dana 
les  cbarteH  du  Brabant  nona  Ich  regnes 
de  Jean  lU.  et  de  Wenceslas,  (Ann. 
de  la  Soc.  d'archl.  de  Brui.  15. 
5-51.)  _  [108 

Reach,  A.,  Siebenbürg.  Münzen  u. 
Medaillen  v.  1638  bia  z.  tieKenw. 
Hrag.  T.  Äuaachues  d.  Ver.  f  Biebenb, 
Ldkde.  Herrn annat.,  Michaelis.  259  S., 
MG  Taf     10  M.  [109 


'Hoppel«r,  B.,  Zur  umerisch.  Müna- 
U.  (Anz,  1.  Schweiz.  AJtertkdo.  3, 
aöf.)  [110 

Stroehlln,  P.  Ch.,  Invent.  dexcript. 
des  variantea  des  monnaies  de  la  B^- 
publitjue  de  Gengve,  1535-1848.  (Rev. 
suiBsede  num.  10,23-106;  300-29.)  [111 

Schömnum,  J.  B.,  Verzeichn.  d. 
baier.  Münzen  d,  neuer.  Zeit  d, 
Sammlgn.  d.  histor.  Ver.  t.  Nieder- 
haiem  (Vhdlgn.  d.  bist.  Ver.  f.  Nieder- 
haiem  37 ,  89-142.)  Vgl.  1901 , 
2090.  [112 

Gebert,  C.  F.,  Die  Brandenburg- 
Fränkischen  Kippermünzstätten,  1620- 
J622.  Mit  8  Abbildgn.,  1  Taf,  Müni- 
zeichen  u,  e.  Anhang:  Der  AiiBgeb- 
Teil  d.  Culmbacber  Schlagacbatz- 
buvhea,  Müncb,,  Merabacher,  101 S. 
8  M.  [118 


Lnscblii  V.  Ebengreath,  A.,  Das 

Münzrecht  d.  Bamberger  BiachOfe  in 
Kumten.  (Bll.  f.  Münzlteunde  Jg.  36. 
Nr,  a.)  [114 

Horchler,  A-,  Verschiedene  Prä- 
gungen aus  d,  AllgäD  u.  seiner  Nach- 
barschaft. (Allg«aer  G.freund  13, 
154-ieO,)  [115 

Bordeaux,  P.,  M^dailles  frauco- 
gantoises  de  l'äre  republicaine  et  de 
l'Empire,  (Sep.  a,:  Revue  beige  de 
cum,  1901,)  Brui.,  Goemaere,  28  S., 
Taf.     1  fr,  [118 

ffeinmelster,  P.,  Das  Aufhören 
d.  kurhess.  Prügung  zv  Anfang  d. 
19,  Jh.  (Num.  Anz.  1901,  Nr,  9.)  — 
J.  KretESchraar ,  Zur  Manz.-G.  Ha- 
melna,     (Ebd.  Nr.  9ff.)  [117 

FlBkaa,  1.,  Die  >n  Bnunicfawdgar  n. 
Humovatuar  'atUahenan  EhrePHichan  f. 
KHag,  TFiditmt  n.  DlBDIItltpr,  ■.  IMI.tOM. 
(Sep.  HumoT,,  Ltfalia.  40  S.  m.  iO  Abbildsn. 
IM. 60.)—  Darr,  Bericht  igusgan  g,  NicIiItt. 
{Nddi.  Am    IBOI,  Nr.  9.)  [IIS 

ScbrBtter,  Frhr,  t.,  Die  Prägung 

d,  kursächs.  Sechspfpnnigatflcke 
(Seufzer)  1701  u.  1702.  (Zt.  f.  Num. 
23,  1-50.)  [119 


grhigl.  Hanikmblneti. 


neoktaubnrg,    HUd 


[IS» 


Frledensbni^,  F.,  G,  d.  Münz- 
aammlg,  d,  Museums  schlesischer 
Altertümer,  (Schlesiens  Vorzeit  in 
Bild  u,  Schrift  N.  F,  1. 144-58,)    [121 

Uartmann,  V>  Gt>,  Polskiia  i  litovs- 
kiia  atarinnjia  monety,  105fi-1795, 
Syzran.     154  S„  2  Taf.  [122 

Bahrfeldt,  E.  (unt  Mitwirkg,  v. 
Jaquet  u,  Schwandt),  Die  Münzen- 
u,  Medaillen  -  Sammig,  in  d.  Marien- 
burg. Bd,  I:  Münzen  u.  Med.  d.  Prov. 
Preuaaen  bis  z.  J.  1701.  Berl.,  Kflhl, 
4°.     210  8,,  11  Taf.    22  M.        [123 


7,  Qenealogie,  Faniüfen~ 
geachicIUe  und  Biographie. 

ertliner,  W.,  Wegweiser  zur  Be- 
nutzg.  d,  Ahnentafeln,  Görlitz,  !:Jtarke, 
1900.     19  S,  [124 

Adlenfeld  ■  Ballestrem ,  E.  T., 
Ahnentafeln  z,  G.  europ,  Dynastien. 
Groaaenhain,  Starke,  xx,  196  S. 
6  M,  [186 

ITltta,  H.,  Zar  nasaat.  Litt.  [■,  IMl,  lllt 
Q.  1107^  Ob.  d,  Uriprg.  d.  WalfaDgeacUecht*. 
(ZI,  f.  G,  d,  Ob.rrh.  Ifl,  691-70«,)  Kai,  t. 
FrdT.achmldt  (1,1901,  IIS):  HliLVIartaU.- 

-  ■■     ;    UitI,  a.  d.  Mit,  Litt. 

(IM 


19,  891  f.  8«bHT, 


•6 


Bibliographie  Nr.  127—187. 


Leforty  A«9  La  maison  fran^.  de 
Luxemboarg  (b.  1901,  116).  Forte. 
(Ons  Hdmecht  7,  36-46  etc.  611- 
21.)  [127 

DMrr,  T.,  Der  Adel  d.  böhm.  Kronl&nder, 
t.  1901,  117.  Res.:  Mltt.  d.  Ver.  f.  O.  d.  Dt. 
iA  Böhmen  S9,  Litt  BeU.  87-89  Lambert.  [1S8 

Wertner,  M«,  Genealog.  Forachgn. 
I.:  Die  Abstammung  d.  kgl.  Farn. 
Hunyadi.  II.:  Die  Einwanderg.  d. 
Deutschen  u.  d.  Hermannst&dter 
Pröpste  bis  z.  Ende  d.  14.  Jh.  (Jahrb. 
d.  herald.  Ges.  „Adler**  11, 1-64.)  [129 

Stendeli^  E.j  Die  Familien  d. 
ehemal.  unmittelbaren  Reichsritter- 
schaft in  Schwaben,  Franken  u.  a. 
Rhein.  Tl.  n.  Progr.  Eschwege.  4°. 
23  S.  (Tl.  lersch.  als  Progr.  1887.)  ("130 

Kauftaianii,  P«,  Beitrr.  z.  G.  rhei- 
nisch. Familien.  (Rhein.  G.bll.  6, 
1-14.)  [131 

Yelden.  A.  ron  den,  Geneal. 
Nachrr.  üb.  einige  d.  ältest.  Familien 
d.  Neustadt  Hanau.  Weimar,  Selbst- 
verl.     2  M.  [132 

Tollin,  Die  adligen  u.  bürgerl. 
Hogenottenfamilien  v.  Lüneburg.  (G.- 
bll. d.  dt.  Hugenotten -Ver.  X,  7/8.) 
Magdeb.,     Heinrichshofen.      44    S. 

86  Pf.  [133 

Schnlie,  Th.,   Naohtrr.  su  Excerpten  ». 

Klrchenbttohem      ca      Schlabendorf      N.-L. 

(YlertelJ.achr.  f.  Wappeskde.  etc.  89,  859-61.) 

Vgl.  1900,  8103.  [1S4 

Troschke,    P.  t.,   Alte«  a.  d.  Nenmark: 

Familiengeachichtl.    Notisen    ttb.    Güter   im 

Kreise    Zallichan.      (Dt.    Herold    1901,    Nr. 

11.)  riS6 

Sembritzki,  J«.  Genealog.  Kachrr. 

gewonnen  auf  (rrund  d.  Eirchen- 
ücher-Forschgn.  I:  Adel  u.  Bürger- 
stand in  u.  um  Memel.  (Altpreuss. 
Monatsschr.  38,  250-89.)  [136 


Urkundenbach  d.  altfreien  Ge- 
schlechtes d.  Barone,  Grafen  u.  Herren 
V.  Alten.  Mit  2  Siegeltaf.  Aus  gedr. 
u.  ungedr.  Quellen  als  Hs.  gedr. 
(Hrsg.:  Baron E.C.v.  Alten.)  Weimar, 
Hofbuchdr.     4'>.    454  S.  [137 

Altrock,  €•  T«,  G.  d.  Geschlechts 
V.  Altrock.  Berl.,  Mittler.  132  S., 
9  Stammtaf.     6  M.  [138 

Hfllrerstedt,  r.,  O.  d.  Oeschleohta  v. 
Alvensleben  b.  Kr.  8S1.  [189 

Kroker,  E.,  Stammbaum  d.  Fam. 

Ayrer.     (Mitt.  d.  Ver.   f.   G.   d.   St. 

Nürnberg  14,  158-204.)  [140 

8ello,  «.,  Oeachlchtsquellen   d.   barg-  n. 

ichloflBgeseatenen  Oeschlecbt«  ▼.  Boroke  s. 

Nr.  83Ö.  [141 


Stammtafeln    d.    Geschlechts    w. 

Bothmer.  Hft.1-3.  Verl. d. Familien- 

Verbandes.     1890-1900.  [142 

Tiapllng,  T.,  Zur  Genealogie  der  Boyen. 
(Dt  Herold  1901,  Nr.  8.)  VgL  1901,  Nr. 
ail<f.  [14S 

FlangB,  R«  t«.  Die  v.  Ex  au  bezw. 
Kczewski,  1380-1901.  Anhg.:  Die 
V.  Russoczyn  u.  v.  Straschin, 
4  Stammtaf.  u.  Personen -Verzeichn. 
(Zt.  d.  bist.  Ver.  Marienwerder  40, 
1-48.)  [144 

Finstery  M«.  Stammbaum  d.  Fam. 
Finster.  Görlitz,A.Finster.6M.  [145 

Stanber,  Dm  Hau«  Fugger,  s.  1901, 194. 
Bes. ;  Hiat.  Jahrb    81,  808-6.  A.  Schulte.     [146 

Plin^A.,  Die  Freiherren  t.  Granenberg 
in  Kleinbnrgund,  a.  1901,  8186.  (Auch  Hemer 
DlM.  845  8.)  [147 

Kanfkianii,  Zur  O.  d.  Fam.  t.  Hallberg. 
(TeU  T.  Nr.  131.)  [148 

Henser.  W«.  Heusersches  Fa- 
milienbuch m.  Nachrr.  üb.  verwandte 
Geschlechter.  Als  Ms.  gedr.  Meerholz; 
(Frankf.  a.  M.),  Baumbach,  xv, 
231  S.  [149 

Hippel.  T«9  G.  d.  Fam.  v.  Hippel. 
(Dt.  Herold  1901,  Nr.  6.)  [160 

Baab^  €•  t«,  Diev.  Eauffungen; 
e.  bist.  -  geneal.  Studie.  (70.  u.  71. 
Jahresber.  d.  Vogtland,  altert. -forsch. 
Ver.  zu  Hohenleuben  S.  1-76  u.  3 
Stammtaf.)  [161 

Familienblätter,  T.LeTetzo  wsehe. 
Hrsg.  im  Aufkr.  d.  Familienverbands 
V.  J.  V.  Levetzau.  Hft.  H.  Berl., 
Stargardt.    1900.    22  S.,  2  Taf.     [162 

Manstein,  £•  y.,  Chronik  d.  Ge- 
schlechts V.  Manstein.  Königsb., 
Schubert  &  S.     101  S.,  3  Stammtaf. 

6  M.  [153 

Kanfnann,  Zur  G.  d.  Fam.  t.  Mastiaux. 

(Teil  ▼.  Nr.  131.)  [154 

Belcbenbaeb-Goiichfltz,  H.  Oraf,  Zur  G. 

d.  erloschenen  v.  M ellin  in  Pommern.    (Dt. 
Herold  1901,  Nr.  10  f.)  [156 

Ow,  A.  Frhr.  y,,  Die  Fam.  Mör- 
mann  im  Dienste  d.  baier.  Fürsten- 
hauses. (Altbaier.  Monatsschr.  3, 
15-23.)  [156 

Mttllenheim  y«  Bechberg,  H«  t.^ 
Familienbuch  (Urkundenbuch)  d.  Frei- 
herren V.  Müllenheim-Rechberg 
(s.  '99,  2036).     II,  2.     176  S.        [167 

Telden,  A.  t.  den,  Die  Fam.  d'OrTille 
in  Frankenthal.  (Monataschr.  d.  Franken- 
thaler  Altert.-Yer.  19ul,  Nr.  8;  10.)  [158 

Macco,  H«  F.,  G.  u.  Geneal.  d. 
Familien  Peltzer.  (Beitrr.  z.  Geneal. 
rhein.  Adels-  u.  Patrizierfamilien.  HI.) 
Aachen,  C.  H.  Georgi.  4«.  369  S.   [169 


Genealogie;  Familiengeschichte;  Biographie.  —  AUg.  Quellen-Sammlgn.     *7 


Teld«B.  ▲.  T.  d«B,  Zur  0«nealogie  d  Farn. 
Tan  Poeiie.  (Monattschr.  d.  Frajokenfhaler 
Altert-Ver.  ISOl^Nr.  80  [160 

Qnistorp,  B.,  G.  d.  Farn.  Quis- 
torp.  Mittlere  Hauptlinie  seit  1718; 
abgeschlossen  8.  März  1882.  Berl., 
Mittler.  443  S.,  2  Taf.,  1  Bildn. 
12  M.  [161 

Bedtenbaoher,  A«,  Stammtafel  d. 
steirisch.  u.  oberösterr.  Redten- 
bacher.  Wien,  Selbstverl.  1900. 
6  BL,  Taf.  [162 

Beibnitz,  P.  Frhr.  t.^  G.  d.  Herren 
u.  Freiherren  v.  Beibnitz.  Mit 
31  Abbildgn.,  13  Stamm-  u.  4  Ueber- 
sichtstafeln.  BerL,  Mittler,  xyj,  397  S. 
15  M.  [168 

Bössingy  A*  Frhr.  y.,  Die  Stamm- 
tafeln d.  Geschlechts  derer  v.  B  ö  s  s  i  n  ^, 
Hildesh.,  Gerstenberg.  1900.  4<*.  xij, 
172  S.,  16  Taf.     6  M.  [164 

Schroedel)  H.L.^  Kurze  Genealoge 
d.  Farn.  Schroedel.  Halle  &  Fne- 
drichstanneck.    4°.    16  S.  [166 

MÖrath.  A.^  Stammtafel  d.  media* 
tisirten  Hauses  Schwarzenberg. 
(Publ.  d.  Ver.  d.  dt.  Standesherren.) 
Stuttg.  1901.  Fol.  9  Taf.  [166 

Bolleder,  A.^  Die  mährisch.  Herren 
V.  Stern  berg  (s.  1901,  2137  a). 
Schluss.  (Zt.  d.  dt.  Ver.  f.  G.  Mährens 
u.  Schlesiens  5,  332-73,  Stamm- 
taf.)  [167 


Meisehke^  C^  Beitrr.  z.  G.  d.  Farn. 
Thamerus;  hrsg.  v.  H.  Thamerus. 
Pirna,  Buchdr.  v.  Eberlein.  4^  19  BU. 
9  Taf.  [168 

Unbescheidy  W*.  Aus  d.  Akten  e. 

dt.  Familie.  (IQ.  Beilage  z.  „Chronik  d. 

Fam.  ünbescheid''.)  3.  Hft.  Eahla. 

Weller.  S.  86-122.  80  Pf.  [169 
Y«ld«H.  ▲.  TOB  deiu  Nachtrag  u.  O.  d.  alt. 
bra1>ant.  Geaohlechti  van  den  Yelde  oder 
Von  den  Yelden  (•.  1901,  176).  Ala  Ma. 
gedr.  18  8  [170 

HuBchberg)  J.  F.^  Das  adeliffe 
Geschlecht  der  Z enger;  bearb.  v.  F. 
Hüttner.  (Vhdlgn.  d.  bist.  Ver.  f. 
Niederbaiem  37,  1-86,  7  Stamm- 
taf.)  [171 

Stojeatla,  t.,  O.  d.  Oeeohlechta  t.  Zitie> 
Witz,  n,  1,  •.  1901,  SIU.  Bes.:  Dl  Litt.-Ztg. 
1901,  Nr.  27  O.  Heinemann.  [17S 


g 


Sammliing  bemisch.  Biographien 
s.  1901,  2146).  Bd.  IV,  Lfg.  6  u.  7. 

403-662.     ä  1  M.  20.  [178 

Ffirst,  M*.  Biograph.  Lexikon  t.  d. 
Gebiet  zwiscn.Inn  u.  Salzach.  Münch., 
Lentner.    241  S.    3  M.  [174 

Grimmenser  Stammbuch  IvOO. 
Lebensnachrr.  üb.  Zöglinge  d.  Fürsten- 
schule  Grimma  vom  Jahre  d.  Gründg. 
1660  bis  heute.  Bearb.  v.  A.  Frau- 
stadt.  Meissen,  Niederlage  d.  Ver. 
ehemalig.  Fürstenschüler.  1900.  xcg. 
368  S.  [176 


n.  Quellen. 


1.  Allgemeine  Sammlungen. 

Priebsch,  B«,  Dt.  Handschrr.  in 
England  (s.  *96,  1969).  Bd.  H.:  Das 
Brit.  Museum.  Mit  e.  Anhg.  üb.  d. 
Guildhall  -  BibUothek.  4^  368  S. 
16  M.  [176 

Quellen  z.  G.  d.  Papsttums  u.  d. 
römisch.  Katholizismus;  hrsg.  v.  G. 
Mirbt.  2.  Aufl.  Tübing.,  Mohr,  xx^j, 
482  S.    7  M.  60.  [177 

Netoliezka,  0.,  J.  F.  Trausch's 
Handschrr.-Katalog  (s.  '99, 184).  Tl.  H. 
100  S.  [178 

Rez.  T.  I  u.  H:  Dt.  Litt.-Ztg.  1901,  Nr.  4i 
W.  Köhler. 

QnelleB  s.  Sohweixer  O.  (■.  1901,  156). 
Bd.  XIX  8.  Nr.  1M4.  [179 

Oechsli,  W*.  Quellenbuch  z. 
Schweizer-G.  2.  Aufl.  Zürich,  Schult- 
hess.     676  S.     9  M.  [180 


Q«elleH  s.  lothring.  Oeeoh.  Bd.  I  •.  Nr. 
214.  [181 

PiblikAtlOBeH  d.  Oee.  f.  rhein.  0.kde.  (■. 
1901,  159).    Xn  •  Nr.  82.  [18t 

YeröffeHtUehBBgeH  d.  Idat.  KommiMion  t 
Hessen  n.  Waldeok  s.  Nr.  284.  [18S 

TerSffeatllehvByeB  d.  bist.  Kommlisioii  £. 
WestftJen  (s.  1901,  2156).  Beohtsquellen  s. 
Nr.  226.  [184 


2.  Chsehichisehreiher, 

Chronik  d.  Stadt  Zflrich,  hrsg.  t.  Dier- 
aner,  B.  1901,  170.  Bes.:  Hist.  Jahrb.  SS, 
484  f.  Bflchi;  G«tting.  gel.  Ans.  1901,  58S-87 
Meyer  t.  Knonan.  [186 

Historia  Tegemseensis ,  1707- 
1808;  a.  d.  kgl.  Reichsarch.  zu  Mün- 
chen verOff.  V.  P.  L i  n  d n e r.  H&lfte  I: 
1707-62.     (Teil  v.  Nr.  694.)  [186 

Albert,  P.  P.,  Die  Geschicht- 
schreibg.  d.  Stadt  Freibarg  i.  Br.  in 
alter  u.  neuer.  Zeit.     (Sep.  a.:  Zt.  f. 


^J 


^8 


Bibliographie  Nr.  187—233. 


G.  d.  Oberrh.  16,  493-576.)  Freiburg, 
Lorenz  &  W.    IM.  20.  [187 

Fris,  V^  Ontleding  van  drie 
Ylaamsche  &ronijken.  (Annales  de  la 
Soc.  dabist,  et  d'archl.  de  Gand  3, 
186-71.)  [188 

Chronlqne^  La,  li^geoise  de  1402; 
pnbl.  p.  Eug.  Bacha.  (Publication 
de  la  Commission  roy.  d'bist.  de  Bel- 
gique.)  Bmx.,  Eiessling.  1900.  xxxv, 
629  S.  [189 

Chronik 9  Hannoversche;  hrsg.  v. 
0.  Jürgens  (s.  1901,  175).  Forts, 
^anov.  G.bll.  Jg.  IV.)  [190 

■OBvmentA  ErpheBfortensia,  ed.  Holder- 
Sgger,  8.  IIKK),  18«.  Be*.:  Zt  d.  Ver.  f. 
thflring.  G.  IS,  229-94  MenU  [191 

Holder-Egger,  0*9  Ans  Erfurter 
Handschrr.  (N.  Arch.  27,  177- 
207.)  [;i92 

Lntze«  G.«  Die  Chronikenschreiber 

d.     Staat     Sondershausen.       Progr. 

Sondersh.     4^     19  S.  [193 

BvgealiAgeB*!  Pomemnia,  hng.  t.  O. 
HeinemAnn,  •.  1901,  8175.  B«b.  :  Hist.  Zt.  88, 
121  f.  Wehrmann;  Oötting.  gel  Ans.  1901, 
826-82  Perlbaoh.  [194 

Bcriptoreg  rerum  SileBiacamm  (■.  *97, 
2050  a).    Bd.  XYII  s.  Nr.  1012.  [195 


Albers.  B.,  Ein  Papstkatalog  d. 
11.  Jh.  (R^m.  Quartalschr.  15,  103- 
14.)  [196 


3.  Urkunden  und  Akten, 

Recneily  Nouyeau,  g^när.  de  trait^s 

etc.   de   droit   intern,   (de  6.  F.  de 

Martens,    cont.  p.  F.  Stoerk),  (s. 

1901,   2180).     2.  Sär.  T.  XXVI,   1-2. 

S.  1-624.     29  M.  —  T.  XXVn,   1-2. 

S.  1-608,     28  M.  [197 

Urkvaden  s.  st&dt.  Yerf.-O.,  hng.  t.  F. 
Kentgen,  s.  1901,  2181.  Bes.:  Jalirbb.  f. 
NationalOk.  76,  422-24  Heldmann.  —  Vgl.: 
K  6  u  t  g  e  n ,  Weizsftcken  Editionsregeln.  (Hist. 
Viertey.schr.  4,  604-7.)  [198 


Fontes  rerum  Austriacarum.  Abtlg. 
2:  Diplomataria  et  acta  (s.  1901. 
2182).  Bd.  LII:  Urkk.  u.  Regesten  z. 
G.  d.  Bened.-Stifte8  Göttweig.  Tl.  2: 
1401-1468;  bearb.  v.  A.  Fr.  Fuchs. 
696  S.     10  M.  40.  [199 

Handel-Mazzetti,  Y.  t*.  Regesten 
V.  ürkk.  u.  Akten  a.  d.  Schlossarchive 
Aurolzmünster.  (Beitrr.  z.  Ldkde.  v. 
Oesterr.  ob  d.  Enns  Lfg.  52.) 
149  S.  [200 

Urknndenbnch.  Niederösterreichi- 
sches.  Bd.  II:  Uriundenbuch  d.  auf- 


gehob.  Chorhermstifbes  San  et  Polten. 
Tl.  2:  1868-1400;  bearb.  v.  J.  Lam- 
pel,  Wien,  Seidel.  488;  xrj  S. 
10  M.  [201 

Kretschmajr,  H.,  Archival.  Beitrr. 
[ürkk.]  z.  G.  Niederösterr.  Städte  u. 
Märkte  (s.  1901,  2184|  ü:  Eggen- 
burg. (Bl.  d.  Ver.  f.  LdKde.  v.  Ni^er- 
österr.  35,  132-66.)  [202 

QneUen  z.  G.  d.  Stadt  Wien.  AbÜg.  I 
(Red.  V.  A.  Mayer):  Regesten  aus 
in-  u.  ausländ.  Archiyen  m.  Ausnahme 
d.  Archivs  d.  Stadt  Wien  (s.  '98, 199). 
Bd.  IV.  Wien,  Konegen.  4*>.  xi, 
393  S.     20  M.  [203 

Bez.  ▼.  AbÜg  n,  Bd.  2  (Uhlirx>  B.  1901, 
2183. :  Mitt  a.  d.  bist.  Litt.  29,  407-10  Heyden- 
reich.  —  t.  Abtig.  m,  Bd.  1  (Staub)  s.  1901, 
182:  Hill  Zt.  88,  127-32  Uhlirs. 

Ottenthai,  £.  t.   u.   0.  Redlieh, 

Archivberichte  a.  Tirol  (s.  1901,  2187). 
ni,  3-4.  (Mitt.  d.  3.  [Arch.-JSektion  d. 
k.  k.  Contral-Comm.  V,  3-4.)  S.  121- 
256.     ä  2  M.  [204 

Schubert,  A..  Urkunden -Regesten 
aus  d.  ehemalig.  Archiven  d.  v. 
Kaiser  Joseph  n.  aufgehobenen 
Klöster  Böhmens.  Innsbr.,  Wagner. 
4°.     xxvij,  300  S.     16  M.  60.       [205 

Zimmermann,  F.,  Das  Archiv  d. 
Stadt  Hermannstadt  u.  d.  sächs. 
Nation;  e.  Führer  durch  dasselbe. 
Aufl.  2.  Hermannst.,  Arch.  d.  Stadt 
202  S.     1  M.  80.  [206 

Urkundenbnch  d.  Stadt  Basel  (s. 

1901,  2195).    Bd.  Vni;  bearb.  durch 

R.       Thommen.        4®.        581       S. 

29  M.  50.  [207 

Re«.  T.  IV  u.  Vn :  Götting.  gel.  An*.  1901, 
818-36  Wartmann. 

Urknndenbnch  d.  Stadt  u.  Land- 
schaft Zürich,  bearb.  v.  J.  Escher 
u.  P.  Schweizer  (s.  1901,  188).  Bd. 
V:  1277-1288.  Hälfte  2.  S.  201-898, 
Taf.  7M.  Subskr.-Pr.:  6  M.  25.     [208 

Uttendorfer.  E.,  Freisinger  For- 
melbuch.    (Teil  V.  Nr.  694.)        [209 

Urkundenbach,  Hohenlohisches, 
bearb.  v.  K.  Weller  (s.  1900,  215). 
Bd.  11:  1311-1350.  810  S.,  3  Stamm- 
taf.,  1  Kte.     15  M.  [210 

Regesta  episcoporum  Constantien- 
sium  (s.  1901,  2202).  11,4:  1361-1361; 
bearb.  V.  A.  Cartellieri.  S.  287-320. 
4  M.  20.  [211 

Rieder,  K.,  Archiv  d.  Freifrau  v. 
Mentzingen-Andlaw-Birseck  zu  Hug- 


Geschichtachreiber.  —  Urkunden  und  Akten. 


stetten  bei  Freiburg.  (Mitt,  d,  bad.  : 
bist-  Komm.  1901,  69-88.)  [212 

UrkiBdcB  n.  Aktsn  d.  Stadt  Stniibnrg. 
AbtIg   m  ■  Nt  MI.  [iia 

Urknnieii,  Vatikan.,  u.  Besesten 
z.  G.  Lotbringens;  gesamm.  n.  bearb. 
V,  H.  V.  Saaerland.  AbtIg.  1:  Vom 
Anfang  d.  Pontifikata  Bonifaz'  Vm. 
bis  zum  Ende  d.  Pontifikata  Benedicts 
Xn.  (24.  Dez.  1294—85.  Apr.  1342.) 
(=  Nr.  181.)  Metz,  Scriba.  4°.  ui), 
442  S.     10  M.  [214 

KUchler,  J.,  Ausd.  RatBprotokollen 
T,  Kaiaerslautern  (s.  1901,  197).  Forte. 
(PfUlz.  Museum  1901.  Nr.  äff.)     [216 

Codes  dipkmatJcuB  Moenofranco- 
furtanus.  LrkuDdenbuch  d.  Reicbs- 
atadt Frankfurt.  Hrsg.  t.  J.  F.  Bocli- 
mer.  Neubearbeitg.  auf  VeranlaaBg. 
d.  Adminietration  d.  Boebmerscben 
Nachlasgee.  Bd.  I:  T94-1314;  bearb. 
V.  F.  Law,  Frkf.,  Baar&Co.  4".  iij, 
562  S.    80  M-  [216 

Tille,  A,,  Uebereicht  üb.  d.  Inhalt 
d.  kleiner.  Archive  d.  Rheinprovinz 
(s.  1900,  224).  II,  1:  Kreise  Jülich 
u,  Mayen.  (Ann.  d.  bist.  Ver.  f,  d. 
Niederrh.  Beihft.  5.)  IDO  8.  1  M. 
—  Ders.,  Das  Archiv  d,  Burg  Eltz. 
(Korr.-Bl.  d.  westdt.  Zt.  20,  109- 
11.)  [217 

Rai.  (f.  VsiHFilchl  1);  Hitt.  'ViensU.ichr. 

4,  571-Tt  Eülpplng. 

SckUer,  H.,  Inveutanaimng  d. 
Stadt-Köhiischeu  Pfarrarcbive.  Tl.  I. 
(Ann.  d.  bist.  Ver.  f.  d.  Niederrh. 
Hft,   71.1  217  S-     4  M.  [218 

Inb.;     Pf«rr.rch.  v.  8.  Qerean,  8.  SeTBrin, 

5.  Mtiia  in  L^ikiichsD,  S.  Apaitsln.  ü.  P«l6r. 
Urkunden,  Die,  d.  Pfarrarchivs  v. 

8t.  Severin  in  Köln;  bearb.  u.  hrag. 
V,  J,  Heas.  Köln,  Theiasing.  4». 
470  8.     16  M.  [219 

Opperroann,  0.,  Krit.  Studien  z. 
älter.  Kölner  O.  (a.  1901,  2172).  H: 
Mittelalter!,  UrkundeniUIechgn.  für 
St.  Kunibert  u,  St.  Martin  in  Köln. 
(Weatdt.  Zt.  20,  120-184;  Taf.  1. 
u.  2.)  [220 

Oorkondenboek  van  Holland  eu 
Zeeland  tot  het  einde  van  het  Hol- 
land sehe  huis.  Supplem.  be  werkt 
door  Jamea  de  Fremerj.  b'  Gra- 
venh.,  Nijhoff.  4".  296;  iiji  S, 
7  fl.  50,  [221 

MamelTe.  F.  de,  Cartulaire  de 
l'abbaye  d'ÄiBighem  <a.  1901,  2217). 


Forta.  (Analectes  p,  aerv.  ä  l'hist. 
eccl^aet.  de  la  Belgique.  Sect.  II,  6.) 
S.  511-638.     , [222 

Koller,  0.  K.,  Eberhard  v.  Fulda 

u.  seine  Urkunden kopien,  (Zt.  d.  Ver. 
f.  taeaa.  G.  etc.  Suppl.  Xm.)  Casael, 
2S.,3Beil.,lLicbtdr.- 
6  M,  (Auch  Marburger 
Diaa.  1900.)  Vgl,  '99,  2113.  (223 

LanitagMkten,  Heisische;  nrag. 
v.  H.  Glagau.  Bd.  I:  1608-1621. 
(=  Nr.  183.)  Marb,,  Elwert  xv, 
693  8.     14  M.  [224 

Drkandenbnch,  WestfUlisches  (s. 
■98,1993).  Bd,  Vn;  DieDrkk.  d.  kein. 
Westfalens  v.  J.  1200-1800.  Abtlg.  1: 
1200-1237;  bearb.  V.  Th.  Ilgen. 
S.  1-aOO,     6  M.  60.  [226 

Stadtreehte,  Weatföl.  AbUg.  I: 
Stadtrechted. GrafaohaftMark.  Hft.l: 
Lippatadt;  bearb,  v,  A.  Üvermann. 
(=  Nr,  184.)  Münster,  Aschendorff. 
111*,  150  S.;  3  Taf.     6  M.  [226 

Urknndevbuck  d  Stadt  HUdea- 
heim;  brag.  v,  R.  Doebner  (a.  '99, 
2109).  TL  vm-.  1481-1597,  Mit 
Nacbtrr.  u.  Berichtigungen  zu  Tl. 
I-Vm  u.  e.  Urkundenbeil,  in  Lichtdr. 
1066  S.     26  M.  [237 

Urkunde nbnch    d.   Stadt  Braun- 

I   schweig;   hrsg.   v.   L.  EiLnselmann 

(a.    1900,  2105).     Bd.   IB,    Abtlg    1; 

1321-1331.  4°,  -^40  S,   lOM,  80-    [228 

Ok*t,  A.,  Au  d.  Akten  d.  AdolnlttkU- 
KoUeglumi.    (ZI.  d.  Vet.  f,  likmburg,  O,  11, 

u-u.)  [na 

B«ge8t«D  d.  Urkk.  d.  Möllner 
RatsarchivB.  Nachtrag.  (Arch.  d.  Ver. 
f.  G.  d.  Hzgta.  Lauenburg  VT,  2, 58-72.) 
Vgl:  Arch  I,  3,  306-73.  [230 

HSlTenteit,    G.    A.    t.    n.    J. 

Mflller,  Codex  diplom.  Alvenslebia- 
nns,  Urknnden-Sammlg.  z.  G.  d.  Ge- 
schlechts V.  Alvens  leben  u,  aeiner 
Besitzgn.  Bd.  IV:  1663-1798,  nebst 
Haupt-Nacbtr.  u.  RegiGt«m.  Mit  15 
Stauuntaf.  u.  9  Taff.  Abbildgu. 
Magdeb.,  Druck  v.  E.  Baenach  jun. 
1900.     636  S.  [231 

SIebert,  B.,  ll  ungedr.  Urkk.  [d. 
JJ.  1036-1861]  aua  e.  im  hrzgl.  Haua- 
u.  Staat«arcn.  zu  Zerbat  befindL 
Nienbu^er  Copiale.  (Sep.  a.i  Mitt. 
d.  Ver.  f.  anhält.  G.  9, 183-94.)  Zerbat, 
Gaat.    80  Pf,  [282 

Hefdenrelob,  E.,  Das  Archiv  d. 
Stadt  Mfihlhausen  in  Tbar.   (Mühlh. 


•10 


Bibliographie  Nr.  233—282. 


G.bll.  2,  1-66.)  Sep.  Mühlh.,  Albrecht. 
8  M.  [233 

Bamb,  C.  t.,  Nachtrr.  z.  d.  Beg«it«n  ■. 
Orte-  n.  Famil.-G.  d.  YogtUndes  Bd.  I  a.  n. 
(Mitt.  d.  Alt6rt.-yer.  FUaen  14^  ucxjz-Lxzj^z.) 
Tgl.  '98,  1999.  [894 

€o4ex  diplom.  Losatiae  inperior  II  ■.  Mr. 
1016.  [885 

Stock  9  Th.j  15  Schöppenbücher 
a.  d.  Kreise  Rothenburg  in  d.  Ober- 
lausitz. (N.lausitz.  Magaz.  77,  67-92.) 
—  J.  Heibig,  Regesten-Nachtr.  z.  G. 
d.  Lehensadels  d.  Herrschaften  Fried - 
land  u.  Seidenberg.  (Ebd.  140-46.) 
Vgl.  '97,  2091.  [236 

Niessen,  P.  J.  ted,  Regesten  z. 
G.  d.  eist.  -  Nonnenklosters  Reetz. 
(Schrr.  d.  Ver.  f.  G.  d.  Neumark  11, 
87-51.)  [237 

GeschichtsqueUen  d.  bürg-  u. 
schlossgesess.  Geschlechts  v.  Borcke, 
hrsg.  V.  G.  Sello  (s.  '98,  2001).  I,  3: 
Bis  z.  Ausgange  d.  14.  Jh.  x,  42  S. 
u.  S.  383-89  mit  4  Taf.  u.  1  Kte. 
8  M.  [238 

Bei.:  Monatabll.  d.  Oei  f.  pomm.  O.  1901, 
Kr.  7  Wehrmanu. 

Codex  diplom.  Silesiae  (s.  1901, 
214).  Bd.  XSJ:  Schlesiens  Bergbau 
u.  Hüttenwesen.  Urkunden  u.  Akten, 
1529-1740;  hrsg.  v.  K.  Wutke.  322  S. 
10  M.  [239 

Wntke,  K*.  Eine  archival.  For- 
schungsreise aurch  d.  Kreis  Ohlau, 
Okt.  bis  Dez.  1899.  (Zt.  d.  Ver.  f.  G. 
etc.  Schlesiens  35,  358-70.)  [240 

Warschaner,  A.,  Die  städt.  Archive 
in    d.    Prov.   Posen.     (Mitt.    d.    kgl. 

Sreuss.  Archiv verwaltg.  Hfl.  V.)  Lpz., 
[irzel.     XL,  324  S.  10  M.  [241 

Toeppen^  B*^  Quellenbeitrr.  z.  G. 
d.  Rats  u.  Gerichts  d.  Stadt  Marien- 
burg. (Altpreuss.  Monatsschr.  38, 
192-249.)  [242 

Mazzatintiy  G.y  Gli  archivi  della 
Btoria  dltalia  (s.  1901,  219).  lU,  1. 
S.  1-80.  [243 

(Sanfelioe  lol  Panaro  (proT.  di  Modena); 
Piatoia;  Aaooli  Pioeno.) 

Kehr 9  P.^  Papsturkk.  in  Turin; 
Bericht  üb.  d.  Forschgn.  v.  L.  Schi- 
aparelli.  (Nachrr.  d.  Gott.  Ges.  d. 
Wiss.  1901,  57-116.)  —  Ders.,  Papst- 
urkk. in  Piemont;  Bericht  üb.  d. 
Forschgn.  v.  L.  Schiaparelli.  (Ebd. 
117-70.)  —  Ders.,  Papsturkk.  im 
ehemalig.  Patrimonium  u.  im  süd- 
lichen Toscana.  (Ebd.  196-228.)   [244 


4.  Andere  aehrifUiehe   Quoten 
und  Dehhtnäler, 

Analeeta  hjmnica  medii  aevi,  hrsg. 
v.  C.  Blume  u.  G.  M.  DreTCs  (s. 
1901,  223).  XXX Vü:  Sequentiae  ined. 
Liturg.  Prosen  d.  Mittelalters  a.  Hss. 
u.  Frühdrucken.  5.  Folge,  hrsg.  v.  C. 
Blume.     304  S.    9  M.  [246 

InTentaire  des  obituaires  beiges 
(coU^giales  et  maisons  religieuses). 
(Annexe  au  Bulletin  de  la  Comission 
roy.  d'hist.  de  Belgique.  1899.)  Brox., 
Kiessling  1899.     87  S.  [246 

Bangert,  F.,  Das  älteste  Oldesloer 
Kirchenbuch.  (Schrr.  d.  Ver.  f.  schlesw.- 
holst.  Kirch.-G.  Reihe  2,  Bd.  H,  Hft.  1, 
1-86.)  [247 

Topographie  d.  bist.  u.  Kunst- 
denkmale im  Kgr.  Böhmen  (s.  1901, 
229).  V:  A.Podlaha  u.  E.  Sittler, 
Polit.  Bezirk  Mühlhausen.  170  S., 
TafF.  6  M.  80.  VI:  A.  Podlaha, 
Polit.  Bezirk  Mehiik.  227  S.  9  M.    [248 

Deininger,  J.,  Kunsthist.  Denk- 
male im  Oetzthale.  (Mitt.  d.  k.  k. 
Central-Comm.  27,  151-66,  Taf.)  [249 

Bahn,  J.  B*.  Zur  Statist,  schweizer. 
Kunstdenkmäler  (s.  1901, 2241).  Forts. 
R.  Durrer,  ünterwalden.  S.  161-92. 
(Beil.  z.  Anz.  f.  Schweiz.  Altertkde. 
1901,  Nr.  1-3.)  [260 

Kunstdenkmale  d.  Kgr.  Baiem 
(s.  1901,  231).  Bd.  I:  Oberbaiem. 
Lfg.  20  m.  Atlas.  S.  1697-1890,  Taf. 
227-238.     9  M.  [251 

Wolff,  F«,  Le  classement  des  mo- 
numents  bist,  en  Alsace-Lorr.  (Aus: 
Rev.  alsac.  illustr.)  Strassb.,  Noiriel. 
4^  9  S.  m.  Abbildgn.  2  M.  [262 

Groby  i.j  Denkmäler  d.  Kunst  im 
Luxemburger  Lande.  (Ons  H^mecht 
7,  63-69;  152-55;  206-9.)  [263 

Inyentaire  arch^ol.  de  Gand(B.1901, 
2248).    Fase.  20-21.    k  3  fr.  60.    [264 

Ban-  n.  KanstdenkmUer  West- 
falens (s.  1901,  286).  Kreis  Ahaus; 
bearb.  v.  A.  Ludorff;  mit  geschichtl. 
Einleitgn.  v.  J.  Schwieters.  Mün- 
ster, Schöningh.  4«.  105  S.,  68  Taf., 
2  Ktn.     3  M.  [255 

SchUe^  F.,  Kunst-  u.  Geschichts- 
Denkmäler  d.  Ghzgts.  Mecklenb.- 
Schwerin  (s.  1900,  261).  Bd.  IV:  Die 
Amtsffer.  -  Bezirke  Schwaan,  Bützow, 
Stemberg,  Güstrow,  Krakow,  Gold- 


Andere  schrifü.  Quellen  u.  Denkmäler.  —  Allg.  dt.  n.  Territ.  -  Gesch.     *11 


berg,   Lübz  u.  Plan,     xvnj,  635  S., 
Taf.     12  M.  [266 

Ban-  n.  Kanstdenlmi&ler  d.  Prov. 
Pommern  (s.  1901,  240).  11,  5:  H. 
Lemcke,  Reg.- Bez.  Stettin.  Hft.  6: 


Kreise  Randow,  Greifenhagen  n.  Pj- 
ritz.     XV,  166  S.     10  M.  [267 

Bericht     d.     ProTizudal-Gonsonraton    d. 
Eanstd6Dkm&ler    d.   ProT.    Söhletian  (■.  '99, 
2158):  1.  April  1898-31.  Dei.  1899.  48  8.   [S58 


ni.  Bearbeitungen. 


1.  AUgetneine  deutsche 
CreaeMohte, 

Gebhardt.  B«,  Handb.  d.  dt.  G. 

2.  Aufl.    2  Bde.    Stuttg.,  Union,    jx, 

720;  jx,  889  S.     17  M.  [269 

Lamprecht,  K.,  Dt.  G.  ErgänsgBbd.  1  •. 
Nr.  1777.  [860 

Tigener,  F.,  Bezeichnungen  f. 
Volk  u.  Land  der  Deutschen  vom 
10.  bis  z.  1».  Jh.  Heidelb.,  Winter. 
X,  272  S.  6  M.  (81  S.  ersch.  als 
Heidelberg.  Diss.)  [261 

Stavffer,  A.,  Die  Wiedergebart  d.  dt. 
Volke«;  e.  Einleitg.  in  d.  dt.  (i.  bis  zur  Er- 
hebg.  d.  preow.  Monarchie  n.  d.  dt.  Befrei- 
ungszeit. (Beil.  s.  Allg.  Ztg.  1901,  Nr.  238- 
34 )  [268 


2.  TerrÜariaZ'Cfeschichte. 

Majrer.  F.  M.^  G.  Oesterreichs. 
2.  Aufl.  Lfg.  11  «  Bd.  U:  1526  bis  z. 
Gegenw.  (s.  1901,  2260),  Lfg.  C.  S.  641- 
797,  Stammtaf.  3  M.  (Bd.  11  kplt. 
13  M.)  [263 

GhoD,  C,  G.  d.  Stadt  Yillach  von 
d.  Urzeit  bis  z.  Gegenw.  Villach, 
Liegel.  242  S.     3  M.  20.  [264 

Dfirnwirth)  B*.  Kleine  Beitrr.  z. 
G.  d.  Stadt  St.  Veit.  (Carinthia  I.  91, 
129-94.)  [266 

Mayr,  Die  polit.  Boziehgn.  Deatschtirols 
zum  ital.  Landecteile,  s.  1901,  8867.  Bez.: 
Götting.  gel.  Ana.  1901,  783-34  Schwind.  [866 

Sander.  H.,  Beitrr.  z.  G.  r.  Bludena,  Mon- 
tafon  u.  Sonnenberg  in  Vorarlberg  (s.  1900, 
279).    Hft.  rV  s.  Nr.  469.  [867 

Urban,  M.^  Zur  G.  d.  Burg  u. 
Stadt  rheusing.  (Mitt.  d.  Ver.  l  G. 
d.  Dt.  in  Böhmen  40,  105-40.)     [268 

Chronik  d.  Stadt  Mähr.-Sehönberff. 
Von  d.  Entstehg.  bis  zum  Ende  d. 
10.  Jh.  Tl.  I  von  K.Umlauff;  Tl.H 
nach  Aufzeichngn.  v.  F.  Ritter  v. 
T ersch.  Mähr.-Schönberg ,  Emmer. 
134;  187  S.     2  M.  50.  [269 

Gröger,  Th.,  Geschichtl.  Mitteilgn. 
üb.  Füllstein  n.  dessen  Burgruine. 
(Zt.  d.  Ver.  f.  G.  etc.  Schlesiens  36, 
258-70.)  [270 


Dindliker,  K.9  G.  d.  Schweiz  (s. 
1901,  2274).  Bd.  ü.  Aufl.  3.  Lfg.  8-6. 
S.  129-884.     k  80  Pf.  [271 

Hürbin^  J.)  Handbuch  d.  Schweizer- 

G.  (8.  1901,  2276).    Lfg.  9.     (Bd.  II, 

1-64.)    80  Pf.  [272 

Bez.:  HIct  Jahrb.  88,  481-83  Bflchl. 

Gesehichte  d.  Kantons  Schaff- 
hausen von  d.  ältest.  Zeiten  bis  zum 
J.  1848.  Festschr.  d.  Kantons  Schaff- 
hausen z.  Bundesfeier  1901.  Schaffh., 
Staatskanzlei.  782  S.  9  M.  60.    [273 

Kttchler^  A.,  G.  v.  Sachsein.  Kerns 
(Schweiz),  Selbstverl.    266  S.,  2  Taf. 

2  M.    Vgl.  1900,  2230.  [274 
MttUer^   J.^    Geschichtl.   Notizen 

üb.  d.  Pfarr  -  Gemeinde  Spiringen. 
(In:  7  Neujahrsbl.  d.  Ver.  f.  G.  etc. 
v.  Uri.)  [276 

Erhard,  A^  G.  u.  Topographie  d. 
Unagebg.  v.  Passau  (s.  1901,  2287). 
2.  Forts.  (Vhdlgn.  d.  hiflt.  Ver.  f. 
Niederbaiem  37,  186-368.)  —  Geo. 
MflUer,  Hailing,  e.  Dorf  in  Nieder- 
baiem, Kgl.  Bez. -Amt  Straubing, 
nach  G.,  Topogr.  u.  Statist.  (Ebd. 
161-82.)  [276 

Franconia  sacra.  G.  u.  Beschreibg. 
d.  Bistums  Würzburg  (s.  1901, 2294). 
Lfg.  5:  Mich.  Müller,  Landkapitel 
Mellbrichstadt.  Abtlg.  H.  S.  201-501. 

3  M.  20.  [277 
Bruiner,  Pflege  d.  Heimat -G.  in  Baden 

i.  Nr.  9.  [878 

Weeohy  F.  t.j  Karlsruhe;  G.  d. 
Stadt  (s.  1901, 2301).  Lfff.  20.  (Bd.  HI, 
S.  481-660,  6  Taf.)  1  M.  [279 

Schwarz,  B.,  G.  d.  Stadt  Ettlingen 
(s.  1901,  2302).  Lfg.  6-8.  S.  121-92, 
3  Taf.  ä  40  Pf.  [280 

Sevin,  H.,  Kaiser  Botbarts  Fron- 
hof Ueberlingen.  (Sep.  a.:  Linzffau- 
bote.)  Ueberl.,  Verf.  86  S.,  2  Taf.  u. 
2  Pläne.    6  M.  [281 

Stengele,  B»,  Geschichtliches  üb. 
d.  Burg,  d.  Ort  u.  d.  Pfarrei  Fric- 
kingen.  (Freiburg.  Diözesan-Arch.  N. 
F.  2, 199-244.)  [288 


12 


Bibliographie  Nr.  283—335. 


HaiTiUer,  Frankreich  u.  EUass  im  17.  n. 
18.  Jh.,  8.  1901,  883.  Res. :  Hiit.  Viertelj.Bchr. 
4,  296-98  T.  Borries;  Bev.  dliist.  moderne  et 
oontemp.  1900,  658-54  Pariset;  Zt.  f.  G.  d. 
Oberrh.  16,  758-60  Overmann.  —  Hanville- 
r  i  a  n  a.  Ein  Beitr.  x.  elaftss.  Publizistik. 
Strassb.,  Le  Ronx.    56  S.    60  Pf.  [38S 

Ackermann,  J.  B.,  Chronique  de 
Soppe.  (Rev.  cathol.  d'Alsace  19, 
41-60  etc.  371-79.)  Sep.  Rixheim, 
Sutter  &  Co.  1900.  62  S.  [284 

Wiegand,  Zur  G.  d.  Hohkönigs- 
burff;  e.  hißt.  Denkschrift  m.  ausgew. 
orkdl.  Beilagen.  Strassb.,  Heitz.  Fol. 
XY,  115  S.  —  H.  Danzas.  Les  chä- 
teaux  de  St.  Hippolyte,  TEstuphin, 
le  Haut-Koeniffflbourg,  le  siege  de 
1633.  (Rev.  d'Aisace  T.  62  f.)      [285 

Gasser 9  A..  Hist.  de  Soultz  (s. 
1900,  2251).  Forts.  (Rev.  d'Aisace 
51,201-14;  402-26.  52,492-505.)  [286 

MatthiSy  C,  Aus  Niederbronns 
alten  Zeiten;  seine  Vor-G.,  seine 
röm.  Bäder  u.  deren  Entdeckg.  im 
J.    1593.     Strassb.,    Noiriel.     60    S. 

1  M.  50.  [287 
Buppersberg,  A.,  Geschichte  d. 

ehemal.  Grafschaft  Saarbrücken. 
Nach  Frd.  u.  Adf.  Köllner  erweitert 
(8.1900,315).  Tl.  II:  Von  d.  Einfuhr^, 
d.  Reform,  bis  z.  Vereinigung  mit 
Preussen  1674-1816.  Mit  23  Ab- 
bildgn.  im  Text  u.  2  Ktn.  Saarbrück., 
Selbstverl.  d.  Kreises.  419  S.  [288 
Marmier,  €.,  Geschichten.  Sprache 
d.  Hugenottenkolonie  Friedrichsdorf 
am  Taunus.     Marb.,  Elwert.    136  S. 

2  M.  40.  (105  S.  ersch.  als  Marburg. 
Diss.)  [289 

Pelissier^  E.,  Zur  Topogr.  u.  G. 
d.  linksmainischen  Landwehren  d. 
Reichsstadt  Frankfurt.  Progr.  Frankf., 
Jügel.  4^  63  S.,  2  Taf.  1  M.  60.  [290 


Kenssen,  H.,  Untersuchgn.  z.  älter. 
Topogr.  u.  Verf.-G.  v.  Köln.  (Westdt. 
Zt.  20,  14-85.)  [291 

Schell,  0.,  Hist.  Wandergn,  durchs 
bergische  Land  (s.  1901,  292).  Forts. 
(Monatsschrift  d.  berg.  G.-Ver.  1901, 
1-5  etc.  201-7.)  —  Ders.,  Zur  G.  d. 
Elberfelder  Hardt.  (Ebd.  26-36  etc.) 
—  Aeg.  Müller,  Beitrr.  z.  G.  d. 
Amtes  Steinbach  u.  d.  Stadt  Wipper- 
fürth. (Ebd.  109-25  etc.)  [292 

Brüll,  W.,  Chronik  d.  Stadt  Düren. 
2.  Aufl.  Tl.I:  Polit.-G.  Düren,  Vetter 
&  Co.    149  S.   2  M.  [293 

Bes.:  Zt.  d.  Aachen.  O.-Ver.  88,  418 f.  Tille. 


Lennartz,  J.,  Das  Soerser  Haus; 

e.  Beitr.  z.  vaterstüdt.  G.  2.  Ausg. 
Aachen,  Schweitzer.  64  S.  —  Ders., 
Schloss  u.  Herrlichkeit  Schönforst. 
Ebd.    77  S.    60  Pf.  [294 

Schwambom,  0.,  Beitrr.  z.  G.  d. 
StadtKalk.  Progr.  Kalk.  4^  llS.  [295 

Areadt,  K.,  Monographie  d.  Burg.  F&lken- 
■tein  a.  d.  Onr.  (Ons  H^mecht  7,  81-31.)    [396 

Pirenne^  H.,  Hist.  de  Belgique. 
I:  Des  ongines  au  commencement 
du  14.  siecle.  2.  ^d. ,  revue  et  corr. 
Brux.,  Lammertin.  1902.  xij,  437  S. 
7  fr.  50.  [297 

Blok,  P.  J.,  G.  d.  Niederlande; 
verdeutscht  v.  0.  G.  Houtrouw. 
Bd.  I:  Bis  1300.  (G.  d.  europ.  Staaten. 
LXI,  1.)  Gotha,  Perthes.  457  S. 
12  M.  _         _  [298 

Bücking,  W.,  Geschichtl.  BUder 
aus  Marburgs  Vergangenheit.  Marb., 
Elwert.     197  S.  1  M.  60.  [299 

Born,  J.  H.,  Beitrr.  z.  Topographie 
d.  Amtes  Herbede.     (Jahrb.  d.  Ver. 

f.  Orts-  u.  Heimatskde.  d.  Grafsch. 
Mark  14,  58-149.)  [300 

Pröbsting,  F.,  G.  d.  Stadt  Camen 
u.  d.  Kirchspielsgemeinden  v.  Camen. 
Hamm,  Griebsch.     121  S.  [301 

Döhmann,  K.  6.,  Beitrr.  z.  G.  d. 
Stadt  u.  Grafschaft  Steinfurt.  I:  Die 
Burgmannen  v.  Steinf.  (s.  1901,  314). 
Tl.  fi.  Burgsteinfurter  Progr.  S.  33 
-84.  [302 

Warm,  A.,  Osnabrück,  seine  G., 
seine  Bau-  u.  Kunstdenkmäler;  e. 
Städtebild.  Osnabr.,  Pillmeyer.  144  S., 
1  Plan.     1  M.  50.  [303 

Frensdorir,  F.,  Stadt  u.  Univer- 
sität Göttingen.  (Hans.  G.bll.  1900, 
23-46.)  [304 

Grütter,  F.,  Der  Loin-Gau;  e. 
Beitr.  z.  älter.  G.  d.  Fürstentums 
Lüneburg;  hrsg.  v.  0.  Jürgens. 
(=Nr.  737.)  Hannov.,  Schaper.  62S. 
1  M.  —  Ders.,  Zur  G.  d.  Stadt  Soltau. 
(Hannov.  G.bll.  4, 361-70.)  —  0.  Jür- 
gens, Die  Vereinigung  d.  Loin-Gaues 
mit  d.  Fürsten!.  Braunschw.-Lüneb. 
(Ebd.  402-20.)  [305 

Meyer,  Hemi.,  G.  d.  Kirchspiels 
Hänigsen.  Hannover,  Stephansstift. 
82  S.  [306 

Bertheau,  E.,  Die  G.  d.  Kirchen- 
gemeinde Kirch wahlingen.  Walsrode, 
Gronemann.  168  S.     2  M.  50.     [307 


Territorial-Geschichte. 


•13 


Schulze^  Ernsty  Chronik  d.  Stadt 
Cloetze.  Nachrr,  a.  d.  Umgegend  v. 
Cloetze  u.  d.  Drömling,  nebst  e.  G.  d. 
ehem.  hannov.  Amtes  Cloetze.  Cloetze, 
Selbstverl.   522;xijS.   4  M.  25.    [308 

Pallas,  X.j  Q.  d.  Stadt  Herzberg 
a.  d.  schwarzen  Elster.  Hft.  1-3.  (In 
ca.  10  Hftn.)  Herzb.  (Elster),  Selbst- 
verl. ä  50  Pf.  [309 

Clajns,  H.y  Kurze  G.  d.  ehemal 
Bistums  u.  später,  weltlich.  Fürsten- 
tums Halberstadt.  Osterwieck,  Zick- 
feldt.     165  S.    1  M.  20.  [310 

Pfennlgrsdorfy  E.,  G.  d.  Stadt  Harz- 
gerode. Harzger.,  Truelsen.  72  S. 
1  M.  [311 

Geschichte  d.  Stadt  Dessau.  Fest- 
gabe. Dessau,  Dünnhaupt.  674  S., 
3  Taf.  6  M.  [312 

Thiele,  R.,  Bilder  aus  Erfurts  Ver- 
gangenheit. Nach  Konr.  Stolles  Chro- 
nik. Erf.,  Villaret.  52  S.  50  Pf.  — 
Yollrath,  Die  Festungswerke  Erfurts. 
(Mitt.  d.  Ver.  f.  G.  etc.  v.  Erfurt  22, 
17-43.)  [313 

Heydenreich,  E.,  Beitrr.  z.  G.  d. 
Reichsstadt  Mühlhausen  in  Thüringen. 
(Mühlhauser  G.bll.  1,  53-82.)       [314 

Ress,  L.,  Chronik  d.  Stadt  Held- 
burg seit  d.  J.  1750,  mit  Nachtrr.  z. 
Krauss'schen  Chronik.  (Schrr.  d.  Ver. 
f.  Sachs.-Meining.  G.  etc.  39,  3-63.) 
—  Ders.,  G.  u.  Beschreibg.  d.  Veste 
Heldburg.  Aufl.  3.  Hildburgh.,  Ga- 
dow.  40  S.,  7  Taf.     50  Pf.  [315 

Koch,  Ernst,  Beitrr.  z..urkdl.  G. 
d.  Stadt  Pössneck  (s.'98,  2096).     Hft. 

IV.  Meining.,    v.  Eye.  136  S.,    TafT. 
3  M.  50.  [316 

Lindemann,  Die  Herrschaft  Ilöm- 
hild  in  Franken,  e.  vorübergehende 
Erwerbg.  d.  Grafen  v.  Mansfeld ;  mitg. 

V.  H.  Grössler.    (Mansfelder  Bll.  15, 
109-43.)  [317 

Seidel,  E.  A.,  Grünhain  seit  d. 
Reformation  (8.1901,2350).  (Schlufs-) 
Lfg.  4.     S.  97-131.    50  Pf.  [318 

Bartsch.  Buchholz  unter  d.  Eme- 
stinisch.  Linie  d.  Hauses  Wettin, 
1501-1547.  (Beitrr.  z.  G.  d.  StadtBuchh. 
Hft.  5.)  [319 

Weinhold,  E.,  Zur  G.  d.  alt.  Chem- 
nitzer Rathauses  (Mitt.  d.  Ver.  f.  Chem- 
nitz. G.  11,  15-34.)  [320 

Richter,  0.,  O.  d.  SUdt  Dresden.  I,  s. 
1901,  334.  Bez.:  Hist.  Viertelj.Bchr.  4,  140 f. 
Bietschel;  Dt.  Litt.-Ztg.  1901,  Nr.  82  Be- 
schomer.  [321 

Pfau,  TV.  €«9  Einzelheiten  a.  d.  Ge- 


biet d.  Rochlitzer  G.  (Sep.  a. :  Rochl. 
Tageblatt  1901,  Nr.  128  flF.  u.  169  fF.) 
Rochlitz  i.  S.,  Dr.  v.  Bode.  55  S.     [322 


Prutx,  PreusB.  O.,  s.  1901, 337.  Bez.  t.  I  n.  n : 
Hist.  Yiertelj.Bchr.  4,  101-3  Loewe.  —  t.  HE: 
Litt.  Gbl.  1901,  Nr.  19  W.  Soh. ;  Forschgn.  i. 
brandb.  n.  preasi.  G.  14,  232  O.  H.  [323 

LIppert,  W.,  Nachtrag  z.  Lage  d.  wüsten 
Mark  NnsBedil.  (NiederlauB.  Mitt.  6,  378-80). 
Vgl.  1901,  386.  [324 

Zimmermann,  E.  u.  P.,  Dorfchro- 
nik V.  Nieder-Görsdorf  bei  Jüterbog. 
(Brandenburgia  9,  161-94;  298-307; 
417-42.)  —  Ferd.  Meyer.  Geschichtl. 
Rückblick  auf  d.  Stadtteil  Alt-Kölnn. 
(Ebd.  8,  364-70.)  [325 

BackwitZy  A«,  Bilder  aus  Lands- 
bergs Vergangenheit  a.  d.  Beginn  d. 
18.  u.  19.  Jh.  (Schrr.  d.  Ver.  f.  G.  d. 
Neumark  11,  129-52.)  [326 

Geschichte,  Mecklenburg.,  in  Ein- 
zeldarstellgn.  (s.  1901,  342).  Hft.  4: 
A.  Risch  e ,  G.  Mecklenburgs  v.  Tode 
Hnr.  Borwins  I.  bis  z.  Anfange  d. 
16.  Jh.  140  S.  3  M.  50.  (Subskr.- 
preis  3  M.)  [327 

Techen,  F.,  Die  Strassennamen 
Wismars.  (Jahrbb  d.  Ver.  f.  mecklenb. 
G.  66,  65-114.)  [328     . 

Domizlaffy  J.^  Damshagen,  Kreis 
Schlawe.  (Monatsbll.  d.  Ges.  f.  pomm. 
G.  1901,  104-107.)  [329 

Chrzaszczy  G.  d.  Toster  Burg  u. 
d.  Herrschaft  Tost-Peiskretscham  in 
Oberschlesien  währ.  d.  16.  Jh.  (s.  1901, 
348).  Tl.  n.  (Zt.  d.  Ver.  f.  G.  etc. 
Schlesiens  35, 2 1 9-40.)  —  H.  Granier, 
Dyhermfurth.     (Ebd.  846-62.)      [330 

Flehn^  H*.  Orts-G.  d.  Kreises  Stras- 
burg in  Westpreuss.  (=  Hft.  39  v. 
Nr.  778.)     160  S.     3  M.     [Abschluss 

V.  1901,  364.]  [381 

Bes.  T.  1901,  364 :  Hist.  yiertelj.echr.  4, 142 
Lohxneyer;  Hist.  Zt.  88.  123-25  Simaon. 

Böhrichy  Kolonisation  d.Emüandes 
(s.  1901,  8073).  Forte.  (Zt.  f.  G.  etc. 
Ermlands  13,  742-980.)  [332 

Sahm.  W.,  G.  d.  Stadt  Creuzburg 
Ostor.  Königsb.,  Beyer,  xjx,  281  S., 
2  Taf.,  1  Plan.    4  M.  [333 

Schnippel)  E.^  Miscellen  z.  G.  v. 
Osterode,  Ostpr.  Oster.  Progr.  4®. 
14  S.  [384 

Maczkowskiy  K.  A.«  Eckersberg 
u.  seine  Umgebg. ;  G.,  Beschreibg  n. 
Urkk.  (Mitt.  d.  litter.  Ges.  Masovia  5, 
10-142.)  —  M.  Ger88%  G.  u.  Chronik 
V.  Rjdzewen  (s.  1900,  2824).    Bis  auf 


•14 


Bibliographie  Nr.  385— aai. 
»    M    Roma-    i       SelfferU  K 


d     Gegen  w     fortgen 
now-ki.     .El.d    21> 

Revals  Ver^n^nheit  (s. '99,  22S0). 
2.  sehr  venu.  Aufl.    390  S.   6  M.    [336 


aj  Verfiusung. 

(Raloli,  Tairltarin,  8udt«.) 
Wlik«lB»>,  K.,  Alle    Vetttmogt-a, 

Kitt  iL  fallt,  f.  Oitarr.  G,  1»,  886f.  t  OlUin- 
Ikkl;  Zt.  d.  BkTl^ST-StlttB'  f.  Raobti-0.  It, 
Qtm.  Abllg.,  i;<  StBti.  IIST 

W»it«,  Dl.  V.rf..nmg^G.  i.  Aufl..  Bd.  Tl. 
baub.  T.  O.  S«allg«r,  i.  tT.iil.  Rw.: 
OMting.  a*l.  Am.  im,  S7S~4H)  W  Sllokal; 
rgL  G.  Sealigar,  Zu  Abwabr:  UIbI.  TiartolJ.- 
Hfar.  1,  MS-R5.  (SM 

HInlie,  0.,  Staatonbildg.  u.  Ver- 
fBHgnDRsentwicklg. ;  e.  hiBt.-polit.  Stu- 
die.    (Eist.  Zt.  8S,  1-21.)  (339 

Kto»«',  Wahl  a.  KrOnDiif  <I.  dt.  Kdiar 
n.  XOnlga  1b  Itallan  {Lombardal).  •.  I90I.  141«. 
(Auch  kll  F«lbnrg^^  Dl«,  «nefalanaii!)      (3W 

Hftase,  K-,  Die  EOnigskrOnuagen 
in  Oberitalien  u.  d,  eieeme  Krone. 
Diu.  8tTaBBb.,SchleBierftScliw.  mS. 
2  H.  10.  [Sil 

firltsner,  E.,  Symbole  u.  Wappen 
d.  alt  dt.  EeicheB.  (=Vin,  3  ». 
Kr.  632.)  Lpz.,  Teubner.  132  S.  Snb- 
ekr.-Pr.3M.40;Einzelpr.iH.30.    [342 

Boerger,  B.,  Die  Belehnungen  d. 
dt.  geisti,  Fürsten.  (=  VIH,  1  v.  Nr. 
032.)  Ebd.  162  S.  Subskr.-Pr.  3  M.  60; 
Einielpr.  4  H.  80.  (48  S.  erscb.  als 
Leipz.  Dies )  [343 

Kaahaaiin,<j,jDieenglischeVerfg. 
inDtld.  (Hans.  G.bll.  1900,  3-22.)   [3ii 

DJIdrairP^  Der  Polizei-  u  RecW- 
Btsat  in  Dtid.  Züricb.  Diae.  ISO  S.  [81G 


Sieder,  0.,  Die  4  Erbämt«  d. 
Hochstifls  Eichatätt  (b.  1901,  4S0\ 
ForU.  (Saauuelbl.d.biat.Ver.  Eichst. 
15,  1-46.)  [SM 

SckmldliB,  J.,  Die  Angrafschaft, 
d.  letzte  elB&BB.  MarkgeuoEsenscliafl. 
(Zt.  f.  G.  d.  Oberrh.  16,  331-87.)     [S63 

KSUkU«,  Stadien  i.  Tan>klliiBa»41  d 


Gnmdban 


Mr.  iS  Kt-i  Mllt.  d.  Ver.  f.  G.  d.  Dl.  lo  : 
man  U,  Litt  BaU.  S.  1-3  Loiartb 

FanchiafBi  i.  TartaunngB-  n.  Tai 


Behm, H., Dieetaatarecbtl  Stellnng 
d.  Hauaea  Wittelabach  zu  Baiem  in 
Vergangenheit  u.  Oegenw.  Erlang. 
Univ..Rede.     4".     24  S,  [360 


«rt«U.*c^.  4,  VH-ü  Knapp  ^ 


Bpu^aberc, 
n.  Tarwaltimg^G  d.  PtUitaslniiu  Oinabrtek, 
>.  IMl,  HH.  Bai.:  Dt  Litt.-Ztfl.  1M1,  Hr.  H 
PblUppl;  Kon.-Bl.  d.  we.tdt.  Zt.  «0,  1T1-5J 
Oppannua  [tK 

MfllTer8t«dt,  T.,  Die  Beamten  o. 

KonTentsmitgtiederin  d.Terwaltongt- 
beiirken  d.  Dt.  Ordena  innerhalb  d. 
Oberland.  Ereisea.  (Oberland.  G.bll.  3, 
1-69)  —  Ders,,  Deigl.  innerhalb 
Maanrena.  (Mitt.  d.  litterar.  Oea. 
Maaovia  6,  48-67.)  [866 


Sello,  0,,  Nacbträglichea  u.  Neues 
zur  Litt.  d.  Roland-BUdsäulen.  (Dt. 
G.bll-  3,  33-48.)  —  Ders.,  Der  Ro- 
land zu  Bremen.  Brem.,  NOsaler.  70  S. 
1  M.  80-  —  F.  Platen,  Ur»prg.  d. 
Rolande.  Dread.ProgT.  4".  34  S.  [367 

Schuster,  H.,  Entwickle,  d.  Rechta- 
lebens,  d.  Verfg.  u.  Verwaltg.  d.  Stadt 
Wien.  (In:  G  d.  St,  Wien,  hrsg.  v. 
Altert -Ter.  in  Wien.  Bd.IaD.)  [8ö7a 

Bai. :  Zt.  d.  SaTlgüT-Stlftg.  f.  BaebM-G.  H, 
Oann.  Alitlg.  <Sa-Sa  Sohm. 

etbati«,  Beilik  D.  OrgulutiBB  d.  rhaia. 

d.  wandt.  Zt'tO,  Mf.'oppanauB.  [U8 

Keaiiai,  UntenBchiD.  ■.  Tarf.-O.  t.  SOId 

1.  Nt.  S»l.  (U> 

Fmln,  B^  Bijdrage  tot  de  geüh. 
van  het  BurgemeeBterscbap  van 
Amsterdam  tijdena  de  Bepubliek. 
(Fruin'a  verapreide  geschriflen  4,  305 
-337.)  [360 

Tarenbergk^  E.,  Contribation  i. 
rhiat.  dea  TOiainagea  k  Oand.  (An- 
nalea  de  la  Soc,  d'biat.  et  d'arch^l. 
de  Gand  3,  S-40.)  [361 

Bauingärtel,  H.,  HatsverfMsg.  u. 
Ratalinie  d.  Stadt  Bautzen,  Bantzen, 
WeUer.     59  S.     60  Pf.  [362 

Brflmmer,  W.  u.  E.  KoppmaoH, 
Warn  emiind  er  Ei  de  a.  Beamte,  (Beitrr. 
z  G.d.  St.  RoBtockUI,  2,41-46.)    [363 

flaldHiBi,  Duiilger  TarfuaDiigtUaipfa 
DDtar  polnuctiBF  Henicbaft,  •  1901,  M41. 
Kai:  Dt.  Lltt-Ztg    1901,  Si.  U  PatlbHb^ 


YerfaBBung.  —  Wirtschafts-  und  Sozialgeschichte. 


15 


Hitt.  a.  d.  hitt.  Litt.  29,  486-8»  Simson;  Litt. 
Cbl.  1901,  Nr.  45.  [S64 


Heinemanii^  Frz.^  Die  Zunft  der 
Barbiere  u.  Schärer,  genannt  „Chi- 
rurgische Societät'^  d.  Stadt  u.  alt. 
Landschaft  Bern  vom  16.-19.  Jh.  (N. 
Bemer  Taschenb.  1900,  76-98.)  [365 

Krefft,  U«,  Kurze  G.  d.  Innung  d. 
Bau-,  Maurer-,  Steinmetz-  u.  Zimmer- 
meister in  München  vom  15.  Jh.  bis 
z.  Gegenw.  Münch. ,  Werner.  76  S. 
1  M.  60.  [866 

Eckert,  !>%•  Mainxer  Schiffergewerb«  in 
d.  letzt.  3  Jahrhh.  d.  KurtUatai,  ■.  *99,  417. 
Bes.:  Jahrbb.  f.  NationalOkon.  67,  707-11 
Sommerlad.  [967 

Tilie^  A.^  Das  Bonner  Gewerbe  im 
18.  Jh.  (Westdt.  Zt.  20,  85-94.)  [368 

Schloemer,  U.,  Zur  G.  d.  Gilden 
in  Einbeck  u.  Bodenwerder.  (Hannov. 
G.bD.  4,  433-42;  488-606.)  [369 

Zeidler^  W.,  Das  Zunftwesen  in 
d.  Stadt  Altenburg.  Hallenser  Diss. 
92  S.  [370 

Zenker,  B.,  Aus  d.  G.  d.  Lohgerber- 
Innung  zu  Mühlhausen  in  Thür. 
(Mühlh.  G.bll.  2,  66-69.)  [871 

Lingke,  A.  F.,  Die  Schuhmacner- 

Innung  zu  Dresden  1401-1901.  Dresd., 

Zahn  &  J.  99  S.,  2  Taf.  3  M.  [872 
Xoltke,  8.,  Die  Leipziger  Kramerinntmg 
im  15.  u.  16.  Jh.,  8.  1901,  S445.  Res.:  Hans. 
O.bll.  1900,  170-86  Koppmann;  Bbein.  O.bU.  6, 
382-84  Hauptmann.  [373 

Berg,  G.«  Küstrins  Zunftwesen  im 
17.  u.  18.  Jh.  (Schrr.  d.  Ver.  f.  G.  d. 
Neumark  11,  1-36.)  [374 

Dragendorff,  E.,  Zur  G.  d.  Amts 
d.  Wassermüller  zu  Rostock.  (Beitrr. 
z.  G.d.St.Rostockm, 2, 67-108.)    [376 


b)   WirtschaftS'  und  Sozialgeschichte. 

(Ländliche   Verhiltnisse ;    Oewerbe;  Handel; 
Verkehr.  —  Stände,  Jaden.) 

Inama-Stemegg,  K.  Tli.  v.«  Dt. 

Wirtschafts-G.  (s.  1900,  2825).  III,  2: 
Letzte  Jahrhunderte  d.  Mittelalters, 
xviij,  559  S.     14  M.  60.  [876 

BeloWy  G.  V.,  Der  Untergang  d. 
mittel alterl.  Stadtwirtschaft  (üb.  d. 
Begriff  d.  Territorialwirtschaft).  (Jahr- 
bb. f.  NationalOkon.  76,  449-73;  593 
-631.)     Vgl.  1901,  2363.  [377 


Zürich  z.  Versammlg.  Schweiz,  geogr. 
Gesellschaften.    1901.    8.  61  ff.)    [378 

BÖdeker,  E.^  Die  Grundbesitzver- 
hältnisse  im  ehemal.  hannov.  Amt 
nten,  dem  sogen.  „Grossen  Freien^^ 
in  ihr.  histor.  Entwickig.  Hallenser 
Diss.     79  S.  [879 

Eckerlin,  J*.  Die  Fürsorge  der 
Hohenzollem  f.  a.  Landwirtschaft  im 
18.  Jh.  Halberstadter  Progr.  4*>. 
30  S.  [380 

Kern,  A.,  Beitrr.  z.  Agrar-G.  Ost- 
preussens.  (Forschgn.  z.  brandb.  u. 
preuBS.  G.  14,  161-268.)  [881 

MfiUner,  A«,  Waldwesen  in  Erain 
(s.  1901,  2369).  Forts.  (Argo  9,  77 
-86;  96-101;  109-18.)  [882 

Gerber,  Aug.,  Beitrag  z.  G.  d. 
Stadtwaldes  v.  Freiburg  i.  Br.  (Volks- 
wirtschaftl.  Abhdlgn.  d.  bad.  Hoch- 
schulen. V,  2.)  Tübing.  u.  Lpz.,  Mohr, 
xij,  139  S.  3  M.  60;  Einzelpr.  5  M.  [883 

Festenberg-Packisch,  H.  t«.  Bau- 
steine z.  G.  d.  dt.  Bergbaues,  ßraun- 
schw., Sattler.  lOOS.  lM.60.         [884 

W«tke,  Schlesiens  Bergbau  n.  Hüttenwesen 
8.  Nr.  239.  —  Tgl.:  W.  Schulte,  Anftnge 
d.  schlesisch.  Bergbaues.  (Zt.  d.  Ver.  f.  O. 
Schlesiens  86,  871-75.)  [885 

ZiTier,  G.  d.  Bergregals  in  Schlesien,  s. 
*99,  854;  1900,  S880  u.  1901,  865.  Bes.:  Mitt 
d.  Inst.  f.  Osterr.  O.  28,  678-77  Bittner.    [886 

Fechner,  U.,  G.  d.  schlesisch.  Berg- 
u.  Hüttenwesens  in  d.  Zeit  Fried- 
richs d.  Gr.,  Friedrich  Wühehn  U. 
u.m.,  1741-1806  (s.  1901,366).  Forts. 
(Zt.  f.  Berg-,  Hütten-,  u.  Salinen- 
wesen 49,  248-88;  883-446.)         [387 


Feiben  Th.,  Die  Allmenden  d.  alt. 
Landes  Schwyz.  Mit  Kartenbeilage. 
(Feetschr.  d.  geogr. -ethnogr.  Ges.  in 


Beck.  L.y  G.  d.  Eisens  (s.  1901, 
2876).  V:  19.  Jh.,  Lfg.  3  u.  4.  S.  358 
-704.     10  M.  [888 

Bittner.  L.,  Das  Eisenwesen  in 
Innerberg-Eisenerz  bis  z.  Gründg.  d. 
Innenberger  Hauptgewerkschaft  im 
J.  1625.  (Arch.  f.  österr.  G.  89,  451 
-646.)  Sep. Wien,  Gerold.  4M. 20.  [889 

Mttlinery  A.,  Das  Eisen  in  Erain 
(s.  1901,  2376).  Forts.  (Argo  9,  73 
-75;  89-95;  105-9.)  [390 

HÖBsle^  J.  Y.y  G.  d.  alten  Papier- 
mühlen im  ehemalig.  Stift  Kempten 
u.  in  d.  Reichsstadt  Kempten  (s.  1901, 
372).  Schluss.  (Allgäuer  G.freund 
13,  23-35;  46-55;  106-145.)  [891 


16 


Bibliographie  Nr.  392—445. 


Schmidt,  Alb.,  Die  Glas-  u.  Perlen- 
fabrikation imFichtelgebirge.  ( Jahrbb. 
f.  Nationalökon.  76,  83-95.)  [392 

Hertzog,  A«,  Entwickig.  u.  Organi- 
sation d.  elsäss.  Weinbaues  von  d. 
frühest.  Zeit  bis  zu  d.  heutig.  Tagen. 
(Festschr.  z.  19.  dt.  Weinbau-Kongress 
in  Colmar  1900.  S.  49-109.)  —  E. 
Waldner,  Geschichtliches  üb.  d.  Reb- 
bau  u.  d.  Weinhandel  zu  Colmar. 
(Ebd.  143-68.)  [393 

Potthoff,  H.,  Die  Leinenleggen  in 
d.  Grafschaft  Ravensberg.  (Sep.  a.: 
16.  Jahresber.  d.  bist.  Ver.  f.  d.  Grafsch. 
Ravensberg.)  Leipz.Diss.  140  S.   [394 

Hach,  Th.,  üeberblick  üb.  d.  ehe- 
malige Glasindustrie  in  u.  um  Lü- 
beck. (Zt.f.lübeck.G.8,217-254.)  [395 

Nenpert,  A«,  Zur  G.  d.  Plauenschen 
Lidustrie.  (Mitt.d.  Altert. -Ver.  Plauen 
14,  xc-cxjx.)  [396 

Mttllenhoir,  K.,  Die  G.  d.  märkisch. 
Bienenzucht.  (Brandenburgia  8,  312 
-25.)  [897 

Schalte,  O.  d.  mittolalterl.  Handels  u.  Ver- 
kehrs xw.  Westdtld.  u.  lulien,  s.  190J,  S884. 
Bes.:  Hist.  Viertelj.Bchr.  4,  583-28  Doren; 
Württb.  Viertelj.hfte.  10,  418-86  Mehrlnjj.  [898 

Stolze,  Th.,  Entstehg.  d.  Gaste- 
rechts  in  d.  dt.  Städten  d.  Mittel- 
alters.    Marburg.  Diss.     94  S.     [399 

Munzlnger,  L.,  Die  Entwickig.  d. 
Inseratenwesens  in  d.  dt.  Zeitungen. 
Heidelb.,  Winter.  90  S.  2M.40.     [400 

Schott,  A«,  Merkantilpolitisches  a. 
Württembergs  Herzogszeit.  (Württ. 
Jahrbb.  f.  Statist,  u.  Ldkde.  1900,  11, 
246-75.)  [401 

Pfleger,  L.^  Elsässische  Klöster  u. 
d.  Rheinschiffahrt.  (Stud.  u.  Mitt.  a. 
d.  Bened.-  u.  Cist.- Orden  22,  389- 
96.)  [402 

Sillem,  J.  A.,  Tabellen  van  Markt- 
prijzen  van  Granen  te  Utrecht  in  de 
jaren  1893  tot  1644  uit  de  Rekenin- 
gen  en  Weeklijsten  derDomproosdij. 
(Vhdlgn.  d.  Kgl.  Akad.  van  Weten- 
Bchappen  te  Amsterdam.  N.  R.  III, 
4.)  Amsterd.,  Jobs.  Müller.  31  S., 
Tabellen.  [403 

Frensdorff,  F.,  Der  Makler  im 
Hansagebiete.  (Festgabe  d.  Götting. 
Jur.  Fak.  f.  Regelsberger 253-316.)  [404 

Moltke,  S«,  Leipzig  als  Handels- 
stadt im  Mittelalter.  (Wiss.  Beil.  d. 
Lpz.  Ztg.  1901.  Nr.  37.)  [405 

Koppmann,  K.,  Die  Beschränkgn. 


d.  Wamemünder  in  Bezuff  anf 
Handel,  Schiffbau  u.  SchifPahrt. 
(Beitrr.  z.  G.  d.  Stadt  Rostock  8,  H, 
47-66.)  [406 

Bnrckhardt  -  Biedermann ,    Th«, 

Die  Strasse  üb.  d.  obem  Hauenstein 
am  Basler  Jura.  (Basler  Zt.  f.  G.  etc. 
1,  1-52 ;  4  Taf.,  Kte.)  [407 

Schütte,  L»,  Der  Apenninenpass 
d.  Monte  Bardone  u.  die  dt.  Kaiser. 
(=  Hft.  27  V.  Nr.  681.)  Berl.,  Ehering. 
137  S.,  Kte.  4  M.  (Tl.  I.  33  S.  ersch. 
als  Breslauer  Diss.)  [408 

Freysoldt,  A.,  Der  Rennsteig  d. 
Thüringer  Waldes  in  sein,  östlich. 
Teile,  e.  Heerstrasse  u.  e.  Verkehrs 
weg  im  Mittelalter.  (Schrr.  d.  Ver. 
f.  Sachs.- Meining.  G.  u.  Ldkde.  38, 
3-26.)  [409 

Wiechel,  H.,  Die  ältest.  Wege  in 
Sachsen.  (Sep.  a. :  Abhdlgn.  d.  natur- 
wiss.  Ges.  „Isis".  1901,  Hft.  1.)  Dresd., 
Baensch.     84  S.,  Kte.  [410 


Ilgen,  Th.,  War  die  Lippe  im 
Mittelalter  e.  Schiffahrtsweg  von  er- 
heblicher Bedeutg.?  (Mitt.  d.  Altert. - 
Kommiss.  f.  Westfal.  2,  21-86.)   [411 

Ferber.  K.,  Das  hamburg.  Lots- 
wesen aui  d.  Unterelbe  bis  z.  J.  1810. 
Cuxhaven.  Progr.  4®.  44  S.  [412 

Schlckert,  Wasserwege  u.  Deich- 
wesen in  d.  Memelniederong;  e. 
geschichtl.  Darstllg.  KOjdgsb.,  Koch. 
472  S.    6  M.  [413 

CnrachmaBB,  Hongermöte  d.  Mittelalters, 
■.  1901,  896.  Bez.:  Hiit  VlertelJ.Bchr.  4.  lS7f 
Sieveking;  Mitt.  ».  d.  hitt.  Litt.  S9,  ih»-9t 
Koehne;  Hist.  Zt.  87,  SOS  f.  A.  Schulte.     [414 

Starzer,  A«,  Das  Versatzamt  in 
Klagenfurt.  (Carinthia  I,  Jg.  91,  88- 
110.)  Ulö 

Hessel,  Von  d.  früher.  Armenpflege 
in  Wermelskirchen.  (Monatssiir.  d. 
berg.  G.-Ver.  8,  168-78.)  [416 

Beyer,  C,  Zur  G.  d.  HospilÄler  u. 
d.  Ajrmenwesens  in  Erfurt.  Erf., 
Gramer.     60  S.  [417 

Liebe,  6«,  Soziale  Studien  a.  dt. 
Vergangenheit.  Jena,  Costenoble. 
119  S.  2  M.  [418 

Wernnsky,  £.,  Böhmens  sozial- 
polit.  EntwicKlg.  in  vorhussit.  Zeit. 
(N.  Jahrbb.  f.  d.  klass.  Altert,  etc. 
7,  488-52.)  [419 


Wirtschaft«-  n.  SozialgeBchiclite.  —  Recht  u.  Qericht. 


HScksmuill,  J.,  Der  Streit  üh.  d 

Konzivüität.  [Arch.  d.  Ver.  f.  eiebeu- 
bürg.  Ldkde.  SO,  38-9(;.)  |4eo 

MaBBiBgcr,  Zur  Q.  d.  Bsm^mlnsluD  mit 
beinnd  Bulthg.  auf  Bilero,  <.  itK»,  401. 
B«i  :  Hlit.  ZI.  H7,  BIl-lS,  Th    Lud«i|{.     (ISI 

Knapp.  Th.,  Der  Bauer  im  liei.iti};^en 
Württemberg  nach  sein.  H«chtsver- 
hältniBsen  y.  17,  bis  ins  1»,  Jh.  (= 
Nr.  703.)  Stutt(r,  Gundert.  10*  S. 
1  M.  —  Dera.,  Die  Gnadenlehen  d. 
KloBtera  Adelberg;  e.  Beitr.  ?..  G.  d. 
wiirttb.  WirtBchafisverfasEg  (Wibtt, 
Jahrbb.  f.  Statist,  u.  Ldkde-  1900, 1, 


.1.) 


fl22 


A.a  De  la  coudition  jurid. 
(Bull,   de  I'Acad.  r-oy.  de 


MOnchebtrg,  0.,  Beitrr. 

bäuerl.    Lasten    in    Mittelachieeien. 
Brealauer  Dias.  70  8.  [433 

fllron, 

des  juifa 

Belgique  '99,  337-6S.) 

KUufl,  B.,  Die  Juden  im  dt.  Mittel- 

alter     (Dt.   Q-bll.   2,    241-48;    273- 
92.)  [425 

Elsler,  M.,  Aue  d.  Tergan^nheit 
d.  aiebenbflrg,  Juden.  (Erdfilyi  mu- 
zeum  18,  96-101;  lfi5-62.)  [42ä 

Hallcr,    EaohUic 


DiM.) 


[M7 


Carlebach,  E..  Recbtlicii.  u.  social. 
Terbältniese  d.  jfldiscb.  Gemeinden: 
Speyer,  Worms  u.  Main?,  von  ihr. 
Anfingen  bis  i.  Mitte  d.  14.  .Tii. 
Roatocker  DIbb.  Fraukf.  u.  M.,  KaufF- 
mann.     90  S.    2  M.  [42S 

LaTT,  k.,  O.  d.  Jadto  In  SacliieD.  ■.  I8D1. 
410.    Hai.:    N.    Anh.    t  ikbi   O   SS,  SBe  F. 

Enaiich.  [US 


e)  Beeht  tmd  Gericht 

iitiam,  i;  IH.  BaobUaltertaoiDr.  4.  Aiug 
T.  A.  Hanilar  d.  B.  Habnm,  ■  IV07,441. 
Rsi.:  Kill.  TlattaD.Mtal.  t  aeislzgebp.  4S, 
114-M  Sobianar.  (190 

StaUel,  A.,  Die  Entwicklg.  d.  ge- 
lehrten Rechtsprechg.,  untersucht  auf 
Grund  d.  Akten  d.  Brandenburger 
Schüppenatuhla.  Bd.  1 :  Der  Braaden- 
burg.  schöppenituhl.  Berl.,  Vahlen. 
jvuj,  610  S.  12  M.  —  Der«,  unt. 
Mitwirkg.  v.  E,  Deichmann  u.  V. 
Frieae,  Drkundl.  Material  a.  d. 
Brandenb.  Schüppenatuhlakteu.  Bd.t: 
Urkunden  bis  1680.  n  ;  Drkk.  seit 
1581.  IIl:Beziehgn.  derer  v.Biemarck 
zum  Brandenb.  SchOppeurtt.  IV: 
Spmchaanunlg.  d,  Brandenb.  Scböp- 
penatuhls.     Kbd.  40  U.  [431 


DIderberger,  F.^  Die  Entwickig. 
d,  Qerichtsveng.  in  Obwalden  im 
Mittetaltor  u.  neuerer  Zeit  bis  in  d. 
Gegenw.(ObwaIdnerG.bll.Hft.l.)(432 

Wallner,  E.,  Das  Gericht  HEidera- 
ried.  (Altbftier.  Monatsschr.  3,  44 
■52.)  [488 

Beck,  P.,  Beitrr.  z.  Rechtspflege 
n.  Kriminalistik  Oberschwabena  aus 
ve^ang.  Jhh.,  unter  besond.  Berflck- 
aicht,  d,  Beichsstiftes  Marchthal  0. 
Praemonstr.  (Alemannia  N.  F.  2,  ISO 
-215.)  [434 

Telting,  A.,  Oude  rechten  van'i 
Gravenzande.  (Verslagen  en  meded. 
d.  veieeniging  tot  uitg.  d.  bronnen 
van  het  oude  vaderl.  recht  4,  864 
-489.)  [t3& 

OtBraaaa,  Btadtreelita  t  Lippaudi  •.  Nr. 
»6.  [4S« 

R«thert,  H.,  Beitr.  z.  Gericht«verfg. 
d.  Stadt  Soest  im  Mittelalter.  Har- 
burg. Diss.    66  S.  [437 

Holtie,  F.,  Beitrr.  z.  brandenb.- 
preoas.  Rechts-G.  (b.  '97,  446).  T:  G. 
d.    Eanunergerichts  n  .    .    i 

PreusB.  TIS:  18. Jh.  < 
d.  Ver.  f.  G-  d.  Mark  1 
476  S.,  2  Pl&ne.    9  M.  [488 

Hertel,  6.,  Die  HoUenvegte  v. 
Hagdebu^.  (G.bll.  f.  Magdeb.  86, 
49-111.)  [489 

Demstli,  G.,  Die  wechselseitig. 
Verfflgimgen  von  TodeawMfln  nach 
alamannisch  -  zürcherisch.  Recht  in 
ihr.  gOBchiehtl.  Entwickig.  bia  «ur 
Gegenwart.  (=- Hfl.  66v.Nr.  667.)  Bres- 
hiu,Marcna.    i,  140  S.    4M.  80.    [440 

iBler,  0.,  Das  Thnrgaoieche  Per- 
tigungsreeht  in  bist.  -  dogmat.  Da«- 
stellg.  Beraer  Diss.  9i  8.  [Ul 

Keel,  E.,  Das  Hypothekarredit  im 
Gebieto  d.  heutig,  Kantons  8t.  GaUan 
in  hist  -dogmat.  Darstellg.  Beraer 
Dias.    164  S.  [*** 

Kolb,  M.,  Das  eheliohe  Güterrecht 
d,  Kantons  Thurgan  dai^oatollt  aadi 
d.  Landrecht,  d.  Btadtrechten  u.  d, 
kantonal.  Bechte.  Berner  Dias.  1900. 
99  8. [*" 

Oierke,  J.,  Die  G.  d.  dt.  Deich- 
rechta.  Tl  I.  (=  Hft.  88  v,  Nr.  66T.) 
Breal ,  Marcus,  iij.  807  8.  9  M.   [4U 

Owaat«r,  Soliuid-  n.  Ehranitrafcn  In  1.  dt. 
BAupfleae,  ..  Wl,  44»-  »«•  "  Zt.  f.  K»l"^ 
Q.  8.  Übt.  lianOn.  l*» 


Hlitor.  TlartaljahnshlUt  IMt.  1.    BlbUosnpliU. 


Bibliographie  Ni.  446—499. 


Hoppeler,    R.,    Mittelalterliche« 

9t»fverfahreD.     (Ans.   f.  achweiz.  O. 
1901,  411  f.)  [446 

iVIdraer,  A.,  Das  Blutcericht  nach 
d.  aorsauiach.  BechtaqueTlen.  Bemer 
Disa.  Aaran, WiiT.  16SS.SM.80.  [447 

SonbeBDie«,  R.  de,  £tude  Bur  La 
erituinalitä   en   Loir&ine  d'aprta    leg   ' 
lettres  de  r^miasiou,  1478-1737.  (Aon. 
de  l'Eat  IB,  337-S6;  497-687.)      [448 


d)  KriegMoesen. 

Janj,  Die  AnfBjige  d.  alten  Annee, 
Tl.  I,  (=  Hfl.  1  V.  Nr.  768.)  Bert,, 
Mittler.     124  S.    8  U.  90.  [449 

Mb;,  J.,  K.  □.  k.  Inf.-Regim.  Nr.  36. 
Pilsen,  Maaach.    818  8.     4  M.     [460 

KandelBdorfer,  K.,  Beitrr.  z.  G. 
d.  k.  n.  k,  Jägertruppe  (a.  '99,  S343). 
Forts.  (Streffleun  fiBterr.  milit.  Zt.  39, 
m,  1-80.  48,  in,  10-56-)  [451 

BkUie  z.  OrganiaatioTU  u.  Forma- 

tious-G.   d.    baier.  Artillerie;    bearb. 

imEriegflaTchiv.  Hit  S  Anlagen.  (Dar- 

stellgn.  a.  d.  baier.  Kriega-  n.  Heerea- 

'   Q.  10,  213-868.)  [452 

FahrmbMher ,  H. ,  Eg^t.  btüer.  I. 
Bchwet.  Retter- Reg.  „"im  Karl  v. 
Batem".     Bd.   U.    llflnch,    q.    Berl., 


Engel,  K.,  Strasabarg  alaGamison- 
ftadt  Duter  d.  aDcien  lägime.  Hit 
e  KartenskiMen.  {—  Nr.  712.)  Strassb., 
HeitE.  14«  S.  4  M.  50.  [454 

MBllniMiii.  Zur  G.  d.  kartrieriBch. 
UiUt&ra.  (Tner.  Archiv  Er^nzgahft. 
1,  80-87.)  [4^5 

Elster,  0.,  0,  d.  stehenden  Truppen 
im  Hzgt.  Brannachw. -Wolfenbüttel 
(S    1900,468).  Bd.  II:   1714-1806.    Mit 

8  Anlagen,  10  GefechUplElnen  u.  10 
Taf,    627  S.    9  H.  [466 

Dl*titick,  T.  I.,  Rug-LiiU  d.  OCBilsn 
D.  Aanl«  d.  kgl.  himnoT.  Ann«  Jul  IMS, 
Dfllnl  B.  NAobwfllu  Hb.  dcno  PeniioiÜTg.  r«ip. 
WI«duui»*llK.  In  und.  IHauiUn  IMT,  »via 
ab.  Ihna  TarbKlb  i.  J  1901.  I.  Aul.  Lpi. 
Hdniliu.  U  8.  1  II.  W.  [4eT 

BergemanD,  Aua  Danzigi  Kriega- 
leben. Danz.,  Kafemann.  43  8.  m. 
6  Pl&nen.     1  M.  [458 


Mittler,     uvnj,  667  S.     11  M.     [459 


Drei««,  e.  >.,  Der  DpDtuhw  „Sehlubl- 
U*d"  in  Bl  HISbHL  (BHmmcn  •.  HkrlB-Lusli 
CO,  WI-SOl )  |M0 

e)  Religion  und  Kirche. 

Enbel ,    C< ,    Hierarchia    catholica 

raedii  aevi  (s.  1901,  8472).     Voi.  U: 

1431-1603    4"   328  S.  20  H.         [4*1 

Hin,  IMl  klUtal  I.a)i»  Tom  Ahlu>  tot 
o.  uch  d.  Aanntan  Lnihm,  ■.  ISOI,  HI4. 
Bei.:  StlmmeD  %  MarU-Lucb  CO,  Bf-M 
Hlliren.  (Hl 

Kr e nach,  E.,  Kirchen -Q  d. Wendea- 
lande. Paderb.,  Bonifacina-Dr.  S«2  3. 
2  M.  [463 

Dhlkon,  G.,  Hannov.  Kirch. -O. 
in  übersichtl.  Dantellg.  Stntt«., 
Gundert.    187  8.    3  M.  20.  [464 

Klrckeigalerle,  Neue  sächaiache; 
unter  Mitwirkg,  d.  s&chs.  Geiatlichen 
hrsg.  V.  G.  Bnchwald  (s.  1901, 
2614).  Ephorie  8chneeberg.  Lfg.1-12. 
Sp.  1-416,  7  Taf.;  Epho-"  '-;-•— 
Lfg.  1-8.  Sp.  1-272, 
40  Pf, 


i  Zwickau. 
11  Taf.      ä 


Grlenberger.  C,  Das  Stift  Lin- 
dach in  Schaunoerg  im  Pfarr-  n.  0«- 
meindebee.  Hartkirchen  in  Ober- 
Osterr.  Gescbichtl.  Daratellg.  dies, 
geistl.  Stiftg.  Linz,  EbenhOcb.  66  S. 
1  M.  öO  [466 

Ei«Ber,  O.  d,  ufg^Db,  Suitd.-Siinai 
MariusU    1d  Oaiteir.,    l  ItOO,  IUI,    B».; 


iki,  A.,  Chorhermatift  Peniegg 
(b,  1901,  247G),  Schlnss.  (BIL  d.  Ver. 
f.  Ldkde.  V.  NiederOaten.  36,  171 
-302.)  —  A.  Plesser,  Zur  Topogr.  d, 
verSdeteu  Kirchen  u.  Kapellen  im 
Viertel  ober  dem  Hanhartsberg  (s, 
1901,2476),  Forte,  {Ebd,  308ff.)   £4«8 

Sander,  H.,  Beitrr,  i.  G.  d,  Fnnen- 
klosters  St.  Peter  bei  Blndent, 
(~  Nr,  267.)  Innsbr,,  Wagner.  111 8, 
1  M.  20,  [46S 

Scballer,  6.  A.,  Das  Laaslei 
Kapitel.  (Ärch,  d,  Ver.  f.  siebenbOrg. 
Ldkde,  30,  97-138,)  [470 

Stammler,  J.,  G.  d.  rOm.-kath. 
Gemeinde  in  Bern,  Solothnm,  Kunat- 
druckerei,     81  8,  1471 

Lindner,  P. ,  Die  Klöster  im  Bis- 
tnm  Freiaing  vor  der  Säkulariaation. 
(Teil  V,  Nr,  694,)  [47X 

Linsenmajer^  A>.  Reform  versuche 
im  Chorhermstift  Bercfatesgaden  im 


Kriegswesen.  —  Religion  u.  Kirche. 


19 


17.  u.  18.  Jh.  (Forschgn.  z.  G.  Baiems 
9,  117-58.)  [473 

Baier,  J.,  G.  d.  beiden  Karmeliten- 
klöster  m.  besond.  Berücksicht.  d. 
ehemal.  Reurerinnenklosters  in  Würz- 
burg. Würzb.,  Stahel'sche  Verlags- 
anst.  136  S.  2  M.  60.  —  Ders., 
Ausgrabgn.  bei  d.  alten  Augustiner- 
kloster Würzburg  i.  J.  1900.  Zugleich 
Nachtrag  z.  G.  dieses  Klosters  vom 
gleich. Verfasser.  Ebd.  37  S.  80  Pf.  [474 

Götz,  J.  B.,  Zur  Pfarr-G.  Plein- 
felds. (Sammelbl.  d.  bist.  Ver.  Eich- 
stätt  15,  61-65.)  [476 

Sehuster,  F.  X.,  G.  d.  Frauen- 
klosters ,,hl.  Kreuz^*  in  Mindelheim. 
Kempten,  Kösel.  48  S.   60  Pf.    [476 

Beck,  P.y  Die  Geistlichen  etc.  an 
d.  ehemal.  kathol.  Hofkapelle  zu 
Stuttgart.  (Diözesanarch.  v.  Schwaben 
19,  118-17.)  —  C.  B.,  Mariaberger 
Nonnen  u.  Priore.  (Ebd.  132-36.)  [477 

Melchior,  M.,  Elchingen,  ehemal. 
Bened.- Stift-Reichsstift  in  Schwaben. 
rStud.  u.  Mitt.  a.  d.  Bened.-  u.  Cist.- 
Orden  22,  457-67.)  [478 

Baur,  Ldw.,  Ausbreitg.  d.  Bettel- 
orden in  d.  Diözese  Konstanz  (s.  1901. 
2488).  Schluss.  (Freiburg.  Diözesan- 
Arch.  N.  F.  2,  1-107.)  — Jul.  Mayer, 
Das  Kapuzinerkloster  in  Bruchsal. 
(Ebd.  171-98.)  [479 

Grandidirr,  Noqt.  oeaTres  inM.,  pnbl.  p. 
Ingold,  ■.  1901,  489.  Bes.  t.  HI-V:  Zt.  f. 
O.  d.  Oberrh.  16,  480-86  H.  Bloch.  [480 

Schickel^,  Le  dojenn^  de  Mase- 
vaux  (s.  1901,  2490).  Schluss.  (Bev. 
cathol.  d'Alsace  20,  189-200  etc. 
511-19.)  [481 

Tritz,  M.,  G.  d.  Abtei  Wadgassen. 
Wadgassen,  Selbstverl.  609  S., 
Taf.  [482 

Bmder,  Die  liturg.  Verehrung  d. 
heilig.  Bischofs  Martinus  v.  Tours  in 
d.  ehemal.  Metropolitankirche  zu 
Mainz  währ.  d.  Mittelalters.  (Katholik 
81,  n,  223-40;  289-304;  436-43.)  [483 

Höfer,  H..  Beitrr.  z.  G.  d.  Abtei 
Alt«nberg.  (Rhein.  G.bll.  6, 43-49.)  [484 

Lennartz,  J.,  Die  Augustiner- 
Abtei  Klosterrath.  Ausg.  2.  Aachen. 
Schweitzer.  99  S.  1  M.  —  Ders., 
Die  ehemal.  Muttergottes  -  Bruder- 
schaft in  d.  Aachener  Krönungskirche. 
l>.  Ausg.     Ebd.  80  S.     30  Pf.      [486 

Kronenburg,  J.  A.  F.,  Neerlands 
heiligen  in  de  middeleeuwen.  Deel  IV. 
Amsterd.     168  S.     2  M.  40.         [486 


Chestret  de  Uaneffe,  Baron  de, 
L'ordre  du  Temple  dans  Tancien 
dioc^se  de  Li^ge  ou  la  Belgique 
Orientale.  (Compte  rendu  des  s^ances 
de  la  comm.  roy.  d^hist.  de  Tacad. 
roy.  de  Belgique  11,  297-348.)    [487 

Dresbach,  £.,  Beitrr.  z.  Ent- 
wicklungs-G.  d.  Pfarrsysteme  in  d. 
Grafschaft  Mark.  (Jahrb.  d.  Ver.  f. 
ev.  Kirch. -G.  d.  Grafsch.  Mark.  3, 
74-86.)— Rothert,  ZurG.  d.Minoriten- 
klosters  zu  Soest.   (Ebd.  43-73.}   [488 

Schneiderwirth,  H«,  Das  einstige 
Cisterzienserkloster  Reifenstein  auf 
d.  Eichsfelde.  Heiligenst.,  Cordier. 
1902.     63  S.     1  M.  60.  [489 

Mltzschke,  F.,  Nachweisunffen 
üb.  d.  vormalig  Kloster  Oldisleben 
in  Sachsen -Weimar.  (Stud.  u.  Mitt. 
a.  d.  Bened.-  u.  Cist.-Orden  22,  360 
-66.)  [490 

Bönhoff,  Das  Archidiakonat  Chem- 
nitz. (Mitt.  d.  Ver.  f.  Chemnitz.  G. 
11,  36-51.)  [491 

Orotefend,  H.,  Die  Grenzen  d. 
Bistums  Kammin.  (Jahrbb.  d.  Ver.  f. 
mecklenb.  G.  66,  1-6.)  [492 

Dittrieh,  G.  d.  Katholizismus  in 
Altpreussen  von  1525  bis  zum  Aus- 
gange d.  18.  Jh.  (s.  1901,  2502). 
Kap.  IV:  Regierungszeit  Friedrichs  m. 
(Fnedr.  I.).  (Zt.  f.  G.  etc.  Ermlands 
13,  493-741.)  [493 


Loesche,  0.,  G.  d.  Protestantismus 

in  Oesterreich  in  Umrissen.    Tübing., 

Mohr.    251  S.    2  M.  [494 

Ilwof,  Der  ProteatantiBinTii  in  Steiermfirk, 
Kttmten  u.  Krain  t.  16.  Jb.  bis  in  d.  Oegenw., 
8.  1901,  607.  Bei. :  Litt.-Cbl.  1901,  Nr.  26  W. 
K-r:  Hiflt.  Zt.  87,  488-90  Loesohe.  [495 

Hadorn,  W.,  G.  d.  Pietismus  in  d. 
schweizer,  reform.  Kirchen.  Konstanz, 
Hirsch,  zxxij,  521  S.    7  M.  60.    [496 

Stark,  Die  evang.  Diaspora  in 
Baiem  d.  d.  Rh.  (Jahrb.  f.  d.  ev.-lutk 
Landeskirche  Baiems  1902.)        [497 

Kreutzer.  Das  Wichtigste  a.  a.  G. 
d.  evang.  Piarrei  Illschwang.  (Beitrr. 
z.  baier.  Kirch.-G.  7,  216-225.)    [498 

Haller,  J«,  Die  württb.  Katechis- 
musgottesdienste (s.  1901,  2506). 
Schluss.  (Bll.  f.  württb.  Kirch.-G.  6, 
1-33.)  Vgl.:  Chr.  Kolb.,  Erganzgn. 
u.  Berichtigungen.  (Ebd.  88  f.).  — 
Ders.,  Warum  gieot  es  keinen 
evang.  Stiftspropst  mehr?  (Ebd.  70 
-78.)  —  Ders.,  Die  K&tnpfe  d. 
wfiittb.  Konsistoriums  mit  d.  Herzogen 

2» 


•20 


Bibliographie  Nr.  499—551. 


um  d.  Nominationsrecht  im  17.  u. 
18.  Jh.  (Dt.  Zt.  f.  Kirchenrecht  11, 
6-43.)  [499 

Paret«  Leiden« -G.  d.  reform.  Ge- 
meinde Ludwigsborg.  (G.bll.  d.  dt. 
Hugenotten -Ver.  X,  5/6.)  Magdeb., 
Heinrichshofen.    30  S.    60  Pf.     [500 

DieU,  W.y  Zur  G.  d.  Friedberger 
Ruralkapitelflinsein.  eirangel.Periode ; 
e.  Beitr.  z.  G.  d.  synodal.  Lebens  in 
Hessen.  (Beitrr.  z.  hess.  Kirch -G. 
{=^  Arch.  f.  hess.  G.  Ergänzgsbd.)  1, 
17-61.)  [601 

Stenger  9  Das  synodale  Leben  d. 
reform.  Gemeinden  d.  Grafschaft  Mark 
im  17.,  18.  u.  19.  Jh.  bis  zur  Union. 
(Jahrb.  d.  Ver.  f.  ev.  Kirch.-G.  d.  Graf- 
schaft Mark  3,  1-42.)  —  NeUe.  Die 
evang.  Gesangbücher  d.  Städte  Dort- 
mund, Essen,  Soest,  Lippstadt  u.  der 
Grafsch.  Mark.  (Ebd.  86-201;  236.)  [502 

Haren.  G»,  Beitrr.  z.  G.  d.  Kirchen- 
wesens a.  Stadt  Witten.  (Jahrb.  d. 
Ver.  f.  Orts-  u.  Heimatskde.  d.  Grafsch. 
Mark  14,  150-208.)  [503 

Conrad,  G.y  Das  evangel.  Kirch- 
spiel Schönberg,  Kreis  Pr.  Holland. 
(Oberl&nd.  G.bfi.  2,  60-99.)  [504 


f)  Bildung  y  LiUeratur,  Kunst. 

Hartmann  9  !•  r*.  Aus  Württem- 
berg stammende  Lenrer  an  fremden 
Universitäten.  (Württ.  Jahrbb.  f.  Stat. 
u.  Ldkde.     1900,  H,  34-53.)         [505 

Knody  G.  €••  Oberrhein.  Studenten 

im  16.  u.  17.  Jh.  auf  d.  Univ.  Padua 

(s.  1901,  2519).     Schluss.     (Zt.  f.  G. 

d.  Oberrh.  16,  612-37.)  [506 

Bes.  (t.:  Knod,  Dt.  Stadenten  in  Bologna, 

«.  1901,  S519) :  Hist  Jahrb.  »,949-62  t.  Orterer. 

Matrikeln 9  Die  alten,  d.  Univ. 
Strassburg,  1621-1793,  hrsg.  v.  Knod 
(s.  '97,  2099).  Bd.  UI:  Personen-  u. 
Ortsregister.  (=  Nr.  213.)  557  S. 
15  M.  [507 

Rensens.  £•,  Documenta  relat.  ä 
lliist.  de  runiversitä  de  Louvain, 
1425-1797.  (Analectes  p.  serv.  ä  lliist. 
eccl^s.  de  la  Belgique  29, 23-128.)  [508 

OergeL  G.,  Das  Gollegium  Beatae 
Mariae  Virginis  (Juristen-Schule)  zu 
Erfurt ;  Bei&.  z.  Erfurter  Universii-G. 
(Mitt.  d.  Ver.  f.  G.  etc.  v.  Erfurt  22, 
58-130^  [509 

Knothe^  H*^  Die  Oberlausitzer  auf 
d.Univ.  Leipzig,  1420-1550.  (N.lausitz. 
Magaz.  77,  147-202.)  [510 


Borakak,  6.  d.  preou.  UniTerntMarvr- 
waltong  bii  1810,  ■  1900,  9495.  Bes.:  Hist. 
Zt.  88, 91-9«  G.  Kaufmann ;  Fonchgn.  s .  brandb. 
n.  preoM.  6.  14.  989-«5  O.  HinUe  [511 

Akten  n.  Urkunden  d.  Univ.  Frank- 
furt a.  0.,  hrsg.  v.  G.  Kaufmann 
u.  G.  Bauch,  unt.  Mitwirkg.  v.  P. 
Reh  (s.  1900,  2496).  Hft.  4:  Das 
älteste  Dekanatsbuch  d.  philos.  Fakul- 
\&t  Tl.  n :  Die  artist.-philos.  Promo- 
tionen V.  1540  bis  1596.  Mit  e.  Anh.: 
Ergänzgn.  zu  £.  Friedländers  Ma- 
trikel-Ausg.  Hrsg.  V.  G.  Bauch. 
132  S.   4  M.  [512 

Sehwaner.  O.«  Das  Kanzleramt 
an  d.  Univ.  Frankfurt  a.  0.  Bres- 
lauer Diss.  1900.  89  S.  —  T.  Ber- 
natzkjy  Die  Promotion  in  d.  philos. 
Fak.  an  d.  Univ.  Frankf.  a.  O.  Bres- 
lauer Diss.     44  S.  [513 

Werwachy  F.,  Kremmener  Stu- 
denten auf  d.  dt.  Universitäten  bis 
z.  J.  1700.  (Brandenburgia  9,  144 
-59.)  [614 

Schmidy  ¥•  A^  G.  der  Erriehg.  vom 
Anfang  an  bis  auf  unsere  Zeit;  fort- 
ares.    v.  G.  Schmid   (s.   1900,   526). 


Bd.   V,  Abtlg.  1   u.   2.     511;  316  S. 
26  M.  [515 

Reicke«  E.^  Lehrer  u.  Unterrichts- 
wesen in  a.  dt.  Vergangenheit.  {==^  IX 
V.  Nr.  582.)  Lpz.,  Diederichs.  136  S., 
Taflf.    4  M.  [516 

Knoke^  K.^Grundriss  d.  Pädagogik 
u.  ihr.  Geschichte  seit  d.  Zeitalter  d. 
Humanismus.  Vom  evangeL  Stand- 
punkte dargest.  BerL,  Beather  &R. 
240  S.     4  M.  50.  [517 

Mttcke^  B.,  Beitrr.  z.  G.  d.  höher. 
Schulen  im  18.  Jh.  Ilfelder  Progr. 
4^     36  S.  [618 

Uundinger,  G.^  Der  Religions- 
unterricht an  d.  Jesuitengynmasien. 
Erlang.  Diss.  1900.     72  S.  [619 

Grosse^  H.«  Histor.  Rechenbücher 
d.  16.  u.  17.  Jh.  u.  Entwickig.  ihrer 
Grundgedanken  bis  z.  Neuzeit.  Lpz., 
Dürr.  183  S.     3  M.  60.  [620 

Ammann^  H.,  G.  d.  k.  k.  G^ymna- 
siums  zu  Brixen  a.  E.  Tl.  I:  von  d. 
Anfängen  bis  z.  Wiedererichtg.  unter 
d.  österr.  Regierg.  1816.  Brixen, 
Weger.     48  S.     1  M.  [621 

Mflllery  Aog.y  Frhr.  t.,  Geschichtl. 
Entwickig.  d.  kgl.  baier.  Pagerie  v. 
1514  bis  z.  Gegenwart.  Münch., 
Lindauer.  vi;j,163S.,9Taf.  3M.  [622 

Hergty   M.,   Beitrr.   z.   G.  d.  dt. 


Bildnng  u.  Litteratur. 


'21 


Unterrichts  an  d.  humanist.  Gym- 
nasien d.  Egr.  Baiem  (s.  1901,  2584). 
Tl.  n.     64  S.    1  M.  [623 

Pressel,  F.,  Heilbronn  u.  s.  Gym- 
nasium. (Bericht  d.  hist.  Ver.  in 
Heilbronn  6,  37-68.)  [624 

Walter.  Tlieob.«  Aus  d.  Schul-G. 
d.  alten  Rufach.  (nütt.  d.  Ges.  f.  dt. 
Erziehgs.-  u.  Schul-G.  11,  262-66.)  — 
K.  Albrecht.  Das  ehemal.  evang. 
Gymnas.  zu  Colmar  im  Elsass,  1604 
-1794.  (Ebd.  287-306.)  —  J.  G^nj. 
Schulwesen  Schlettstadts  bis  z.  J. 
1789.     (Ebd.  315-61.)  [626 

Bode,  P.y  EntwicUg.  d.  lateinlosen 
höher.  Schulwesens  in  Frankfurt  a.  M. 
Frankf.  Progr.     4°.     38  S.  [526 

JonaS)  J.,  G.  d.  kath.  Unterrichts- 
u.  Erziehgs.- Anstalten  im  Eemperhof 
bei  Coblenz.  Cobl.,  Hölscher.  131  S., 
4  Taf.     1  M.  50.  [527 

Holle^  J.^  Zur  G.  d.  Gymnas.  zu 
Recklinghausen.  Recklingh.  Progr. 
4«.  30  S.  [628 

05rge8)  W.9  Die  Schulen  d.  Micha- 
elisklosters zu  Lüneburg.  I:  Die 
Ritter akademie.  Lüneb.  Progr.  4®. 
39  S.  [529 

Sehneider,  M»,  Die  Lehrer  d.  Gym- 
nasiimi  illustre  in  G^tha,  1524-1859. 
Tl.  I.  Gothaer  Progr.  4®.    24  S.    [530 

Schöne,  E*.  Geschichtl.  Entwickig. 
d.  geograph.  Unterrichts  in  d.  sächs. 
Volksschme  bis  zur  Gegenwart.  Dresd., 
Köhler.     100  S.     1  li.  50.  [631 

Bach,  J.,  Das  „schwarze  Register*'; 
Beitr.  z.  G.  d.  Disciplin  bei  d.  Prinzen- 
erziebg.  am  kurfärstl.  -  sächs.  Hofe 
Wettiner  Linie.  (Mitt.  d.  Ges.  f.  dt. 
Erziehgs.-  und  Schul-G.  11,  139 
-46.)  [632 

Fraoitadt,  GMmmenBer  Album  t.  Nr. 
175.  [6S8 

Richter,  F.,  Anfänge  d.  Dresdener 
Realschulwesens.  Progr.  Dresd.-Neu- 
stadt.     40.    48  S.  [634 

Bauch,  G..  3  Denkmäler  z.  älter, 
schlesisch.  Scnul-G.  Breslauer  Progr. 
31  S.  [636 

Bohde,  W«,  Das  Egl.  Waisenhaus 
zu  Königsberg  i.Pr.,  1701-1901.  Bres- 
lau, Hirt.  101  8.     2  M.  [636 

Mollmanii,  Schulschriften  d.  Eneip- 
höfischen  Stadt-Gymnasiums  zu  Kö- 
nigsberg i.  Pr.  Königsberg.  Gymn.- 
Progr.     60  S.  [537 


Leiningen-Westerbiirg^  K.   E., 

Dt.  u.  österr.  Bibliothekzeichen.  Ex 
libris.  Stuttg.,  Jul.  Hoffinann.  xvnj, 
610  S.,  4  Taf.     12  M.  50.  [638 

MttUer,  WilUb.,  G.  d.  k.  k.  Studien- 
bibliothek  in  Ohnütz  (s.  1901,  2552). 
Schluss.  (Zt.  d.  dt.  Ver.  f.  G.  Mährens 
u.  Schlesiens  6,  321-31.)  [539 

Blmnstein,  La  biblioth^ue  muni- 
cipale  de  Strasbourg  et  son  histoire 
(8.  1901,  2663).  Forts.  (Rev.  cathol. 
d'Alsace  20,  288-96  etc.  685-97.)  — 
A*  Hanauer.  Les  imprimeurs  de 
Haguenau.  (Rev.  d'Alsace  Nouv.  Sär. 
2,  8-21;  242-66;  417-37.)  [540 

Nentwig,  H.,  Das  ältere  Buch- 
wesen in  Braimschweig;  Beitr.  z.  G. 
d.  Stadtbibliothek.  (Beihft.  26  zum 
Chi.  f.  Bibliotheksw.)  Lpz.,  Harrasso- 
witz.     63  S.    2  M.  80.  [541 

B<u.:  Dt.  Litt-Ztg.  1901,  Nr.  44  O.  T.Heine- 
mann. 

Ehwald,  B..  G.  d.  Gothaer  Biblio- 
thek. (Cbl.  f.  Bibliothw,  18,  434 
-63.)  [542 

Kuhnert,  £••  Die  Kgl.  u.  Univer- 
sitäts-Bibliothei  in  Königsb.  i.  Pr. 
(Sep.  a.:  Königsberg.  Hartungsche 
Ztg.  1901.)     Königsb.     23  S.        [643 

Hamackj  A.^  G.  d.  kgl.  Preuss. 
Akad.  d.  Wiss.    Ausg.  in  einem  Bde. 

790  S.     10  M.  [644 

Bes.:  PreuM.  Jahrbb.  106,   889-404  Ferd. 

Jftk.  Schmidt. 

Luig«r,    Das    K.    n.   K.   Kriegs -ArchiT. 

2.  Aufl.,  B.  1901,  8561.     Bes.:  Mitt.  d.  Inst.  f. 

Osten.  G.  28,  691-98  t.  Zwiedlneek.  [646 

Dessob",  M«;  G.  d.  neuer,  dt.  Psy- 
chologie (s. '98, 698).  2.Aufl.,  2Halbbd. 
(Bd.  I,  S.  367-626,  xv  S.)    6  M.     [646 


Bosgert)  A*.  Hist.  de  la  litt^rature 

allemande.     Paris,   Hachette.      xl, 

120  S.    6  fr.  [547 

Bes. :  BeU.  s.  Allg.  Ztg.  1901,  Kr.  169  B.  Fttrit. 

Nagl,  J.  W.  u.  J.  Zeidler,  Dt.- 
österr.  Litt.-G.  (s.  '99,  2438).  Lfg. 
18-19.     (Bd.  n,  1-96.)    ä  1  M.     r648 

Schmidt)  Erieh^^CharakterisÜKen. 
2.  Reihe.  Berl.,  Weidmann.  326  S. 
6  M.  [549 

Bes.:  N.  Jahrbb.  f.  d.  Ums.  Altert,  etc.  7, 
644-60  Ladendorf. 

Schoof,  W.)  Die  dt.  Dichtung  in 
Hessen ;  Studien  zu  e.  hessisch«  Litt.- 
G.  Marb.,Elwert.  262  S.  2M.50.  [660 

Zeiger,  Tli.,  Beitrr.  z.  G.  d.  Ein- 
flusses d.  neuer,  dt.  Litteratur  auf 
d.  englische.     (Sep.  a.:   Studien   z. 


•22 


Bibliographie  Nr.  651—604. 


vergleich.  Litt.-G.  I,  2/3.)  Leipzig. 
Di98.  71  8.  —  E.  Margraf 9  Ein- 
fluss  d.  dt.  Litt,  auf  d.  engl,  am  Ende 
d.  18.  u.  im  erst.  Drittel  d.  19.  Jh. 
DiBs.  Lpz.,  Seele  &  Co.  83  8.  1  M. 
60.  [661 

Holder,  A.,  S.  Naehtr.  s.  O.  d.  ichwftb. 
Dialektdiobtg.  (Alemannia  N.  F.  S,  S16-S7.) 
Vgl.  »7,  Ml.  [568 

Hofnnann-Krajer,  E.,  Entwickig. 
d.  NatorgefühlB  in  dt.  Dichtg.  u.  Kunst. 
(Stud.   z.   wrgleich.   Litt.-G.   1,  146 

-81.)  [563 

Hofmann,  Frdr.  A.,  Die  Kunst 
am  Hofe  der  Markgrrafenv.Brandenb., 
fränkische  Linie.  (=  XXXU  v.  Nr. 
671.)  Strassb.,  Heitz.  xvj,  271  S., 
18  Taf  12  M.  (38  8.  ersch.  als 
München.  Dias.)  [564 

Herb,  F.  X.,  F.Mader,S.Mutzl, 
J.  Schlecht,  F.  X.  Thurnhofer: 
Eichstätte  Kunst.  Münch.,  Gesellsch. 
f.  Christi.  Kunst  4®.  vig\  122  S., 
36  Taf.     12  M.  [555 

Hjmang.   H.,   Brügge  u.  Ypem. 

2 berühmte  Kunststätten  Nr.  7.)   Lpz., 
eemann.  1900.  4^  1168.  3M.    [566 

Mfinienberger   u.    Beiggel  9    Zur 

Kenntnis  etc.  d.  mittelalterl.  Altäre 
Dtlds.  (s.  1900,  2644).  L%.  16.  (Bd.  H, 
169-92,  10  Taf.)    6  M.  [567 

Hager,  ti*.  Die  Kunstentwicklg. 
Altbaiems.  (Korr.-Bl.  d.  Gesamt- Ver. 
1901,  Nr.  8/9.)  [658 

Weiigfteker,  F.,  Zur  Bau-G.  u. 
Topogr.  V.  Hirsau.  (Württ.  Jbb.  f 
Stat.  u.  Ldke.  1900,  I,  7-40.)      [569 

Sehftfer.  C,  Die  Abtei  Eberbach 
im  Mittelalter;  Baubeschreibg.  u. 
Bau-G.  Berl.,  Wasmuth.  fol.  20  Taf., 
104  8.    Text.    36  M.  [660 

BnehwaldL  C,  Reste  d.  Yinzenz- 
klosters  bei  Breslau.  (Schlesiens  Vor- 
zeit in  Bild  u.  Schrift.  N.  F.  1 ,  61 
-79,  2  Taf.)  [661 

Ehrenberg,  H.,  Die  Schlosskirche 
zu  Königsberg  i.  Fr.  Festschr.  d. 
Altert. -Ges.  Prussia.  Königsb.,  Gräfe 
&  ü.  4^     28  8.,  4  Taf.     6  M.    [562 

Nlher,  J.,  Die  Burgenkunde  f.  Süd- 
west-Dtld.  Münch.,  Süddt.  Veri.-Anst. 
210  8.     2  M.  50.  [663 

Wittmann ,  F.,  Burg  Windeck  b. 
Weinheim  a.  d.  B.  (Mannheimer  G.bll. 
n,  Nr.  1  f )  [664 


Schönbrnnner  u.  Meder,  Hand- 

zeichngn.  alter  Meister  a.  d.  Alber- 
tina etc.  (s.  1901,  2682).  VI,  6-12. 
ä  3  M.  [666 

Philippi,  A.,  Die  Blüte  d.  Malerei 
in  Holland.  I  u.  II.  (Philippi,  kunst- 
geschichtl.  Einzeldarstellgn.  V,  1  u.  2, 
3.  ganz.  Folge  Nr.  13  u.  14.)  Lpz., 
Seemann,    xjv  u.  449  8.    10  M.    [666 

Weligch,  E.,  Beitrr.  z.  G.  d.  Augs- 
burger Maler  im  18.  Jh.  München. 
Diss.     146  8.  [667 

Stammler,  J.  u.  J.  R.  Bahn.  Die 
Wandmalereien  im  Sommer-Refecto- 
torium  d.  ehem.  Dominikaner- Klosters 
zu  Bern.  (N.  Bemer  Taschenb.  1900, 
U5-222.)  [668 

Küngtle,  K.  u.  K.  Bejerle,  Die 
Pfarrkirche  St.  Peter  u.  Paul  in 
Reichenau- Niederzeil  u.  ihre  neu- 
entdeckt. Wandgemälde.  Freib., 
Herder,  fol.  x,  48  8.,  3  Taf  20  M.     [669 

Kntgehmaim ,  Th.,  G.  d.  dt.  Illu- 
stration (s.  1901,  2584).  Kplt.  417  8, 
76  Taf     36  M.  [670 

Oidtmann,  H.,  Die  Schweizer  Glas- 
malerei vom  Ausgang  d.  16.  bis  z. 
Beginn  d.  18.  Jh.  (s.  1901,  690).  Forts. 
(Zt.  f  Christi.  Kunst  14,  129-40;  239 
-64  etc.)  [671 

Bmek,  B.,  Die  elsäss.  Glasmalerei 
(InlOLfgn.)  Lfg.1-2.  Strassb.,  Hein- 
rich, fol.  17  Taf  ä  6  M.  (60  8.  4<> 
ersch.  als  Heidelb.  Diss.)  [672 

Stegmann,  H.,  Katalog  d.  Gewebe- 
sammig.  d.German.  Nationalmuseums. 
Tl.  II:  Stickereien,  Spitzen  u.  Posa- 
mentierarbeiten. Nümb.,  Germ.  Mus 
80  8.,  17  Taf  [573 

Lennartz,  J«,  Die  Gterkammer  d. 
AachenerMünsters.  Ausg.  2.  Aachen, 
Schweitzer.    31  8.     30  Pf.  [674 

Schrierer,  Der  Dom  zu  Osnabrück 
u.  seine  Kunstschätze.  Osnabr., 
Schöningh.  167  8.,  7  Taf  2  M.  40. 
Vgl.  Nr.  303. [675 

Körte^  0«.  Laute  u.  Lautenmusik 
bis  z.  Mitte  des  16.  Jh.;  unt.  besond. 
Berücksichtigung  d.  dt.  Lautentabu- 
latur.  (Publikationen  d.  intemat. 
Musik-Ges.  Beihft.  m.)  Lpz.,  Breit- 
kopf &  H.  164.8.  6M.  (48  8.  ersch. 
als  Berl.  Diss.)  [676 

OÜTier,  J«  J«,  Les  comädiens 
fran9.    dans   les  cours  d'Allemagne 


Kunat.  —  ' 

an  18  Btfecle.  Serie  I:  La  Cour 
electorale  palattue  (16.  .-1TT8);  prä- 
face  de  H.  E.  Faguet.  Poitien  et 
Paria,  Soc.  franf.  d'imprim.  et  de 
libr,  4*.  iiuy,  aSB  8.,  16  Taf.  [677 
DesBoff,  A.,  Ueb.  englische,  ital. 
u.  apan.  £>rameD  in  d.  Spielveneich- 
uiseeo  dt.  Wandeitnippen.  (Stud.  z. 
vergleich.  Litt.-G.  1.  420-4*.)  [678 
KealTer,  M.,  Znr  O  d.  Theaters 
I  Trier.     (Trier.  Archiv  Ergänig>< 


MDUer,   Rloh.,  Beitrr.   z.    Q.   d. 

Schultheatera  am  OTtnuas.  Josephi- 
num  in  Hildesbeim.  Progr.  Hildeah., 
Las.  4",     70  S.     1  M.  60.  [681 


g)  Volksleben . 
HoliogrtplileB  z.  dt.  Knltur-0., 
hrag  V.  0.  Steiuhaueen  (a  1901, 
26CH)),  Vnl:  E-Mummeohoff.  Der 
Handwerker.  142  8.  4  H.  —  IX 
a,  Nr.  61«,  [6aa 


Böhmea,!,  1  □.  2.    Braunau  (BOtunen), 
Selbgtveri.  9ä  S.     1  H.  10.  [639 

WI4»aBB,  H.,  Gnbipnisha  In  Bailbuh. 
(ZI.  (.  flitsTT.  VoIkUd«.  7, 1«1-6S.)  —  K.  Aaktrt, 
Amtiielohsn,  LadoogualahflD  ti.  Ahnllohfls 
im  uDrdL  Tau«  Bohmsiu.    (Bbd.  lOb-l«)   [sm 

M«ler,  ä.,  VolketOinliches  aiu  d. 
Frei-  u.  KelleTamt  («.  1901,  X616). 
Forts.  (Schweiz.  Arch.  f.  Volkabde.  6, 
116-36.)  —  0.  SfltterllB,  Sasen  a.  d. 
BiwBck.  (Ebd.  868-68.)  V^.  1900, 
S681.  [691 

Llastt  Knltsi-Q.  d.  Eridlsi«»  BambRB, 

....  ...    _       Hiit-pout.  BU.  1«,  r- 


-M 


.EM» 


Eckart,   B.,    Stand    u.   Beruf  im 
Volkamondj  Sammlg.v.  Sprichw9rtem   : 
u.  RprichwQrtl,  Redensarten.  Götting.,   j 
Wunder.     252  S,     2  M,  [688 

Schmer,  A.,  Die  altdt  Fechter  u.  I 
Spicllente;  e.  Beitr.  z.  dt.  Kultur-G.  I 
DisB..StraHab.,Teubner.207S.bH.  [584   i 

Hager,  O»  Die  Weihnachtskrippe; 
e.  Beitr,  t.  Volkakde.  u.  Kunat-G.  a 
d.  baier.   NationalmuHeum.     Münch.,   i 
Qea.    f.    chrieÜ.    Koost.   40.      141   S.    , 
7  M.  [886 

Fre;dorf,  E.  T.,  20  dt.  Schreiwahr- 
zeichen n.  d.  Gerafteataat.  (Zt.  f, 
Kultor-G.,  8,  386-404.)  [68S 

EhrUinuiB,   6.,  Duzen  u.  Ihrzen  1 
im  Mittelalter  (Zt.  f.  dt.  Wortforschg. 
1,  117-19,  2,   UB-69,)  [687 


ZIngeler,  K.  Th.,  Knlturgeschicht- 
Ijches  a.  d.  Hanse  Hohenionem. 
(Hitt.  d.  Ver.  f.  Q.  etc,  in  Hohen- 
zollem  S4,  S3-39,)  [698 

Marrlaii,  M.  E.,  BtgtB  r.  Beigitni»  n. 
Naokar     (AlnnumU  H,  F,  >,  TS-TS,)         KM 

Schell,  0.,  Der  Volksglauben  im 
Bergischen  an  d,  Fortdauer  d.  Seele 
nach  d,  Tode,  (Arch.  f.  Beligioos- 
wise,  4,  806-87,1  [696 

KoalCB ,  J. ,  Hsliull,  Tolhttamar  aai  d. 
ValluiKcbta-,  Oitoi-  nnd  Pfln^tialt,  baaond- 
i,  Aactasnsr  Baitik.  (Sheln.  Q.bU,  5,  IW-tt 
etc.  M8  M}  —  H.  filcTlIiiha,  Bagu  au  d, 
EifaL  (Ebd,  19$-M.|  —  Satt..  Bpriabwan« 
a    d.    Blfd   (i,    IWl,    eiSJ.     N.  Folaa.     (Ebd. 

a,  H-4i,J  [NC 

Ubrich,  0. ,  Hannov,  Volkalieder, 

(Hann,  G.bU.  4,  211-69,)  [697 

Andree,B.,  Braunschweiger  Volks- 

kde.      2.    verm.    Anfl,      Braonschw,, 

Vieweg&S-xviij,  681S,,12Taf,  6  H. 

60.  [698 

Zlaek,  P.,  Zur  CJbarakUriatlk  d,  BavOllarg. 

d.  plattan  Landai  Im  Kag.-Bulika  dar  Lalp- 

■Ig«  XialidlnkUaa.     |M1U.  d,  Var.  (.  ilclii. 

Tolkakda,  1,  ITO-Bl;  tOiS.)  —  0.  HcrTBaaB, 


kd>,  l  ITC 

COmliabaa 

1.  eadlaulU,    (Ebd.  B 

Walacck,  F.,  Sla  i 


CGM 


MlUar,  Carl,  Dt,  Tolkwlichtg.  In  d.  Obar- 
Umlti.  *.  Balu.  1.  Volkikda,,  •  imi,  H«. 
(LObaa«  Vngr.)  [Ml 

Mlalka,  K.,  Totan^briDch«  o,  Totauagaa 


Arbelt,    Deutsche , 

Kultnrbilder  v.  F.  Adler,  Ad.  Bach- 
mann  etc;  hrsg  v,  H.  Bachmann. 
Berl.,  Concordia,  Dt.  Verlogsanstait. 
1900,     zvj,  465  S.     6  M,  [688 

Bu  :  UM   d,  Tai   f  O,  d.  Dt  lo  BObmao 
S»,  Lltl-Butl,  S    Sl-Bt 


d.  Hark.    fBrandmbnrgla  8,  IS-M.} 
Sclffart,  üab,  d.  Wotrijaadaii  u.  d.  JagdlaufaB 
d,   Burgifiobaft  In  Btiatubers.    'Bbd.  8,  »7 

Haaa,  1.,  Fotaauraaba  Mlnhan.  (Bll.  (. 
PODUB,  Volk^da.  ■,  Itt-M;  I6it.;  ISOf)  — 
Dan.,  QniranliaK«Bar  Saaan.  (Ebd.  10.  1-ti 
'     " ■"     SprläiwOrtar  n.  aprich- 


Tut,  Ft.,  Boblaalau 
Uatar^,  Bd.  I,  a.  1001,  H 
Jahibb.  106.  Ul-l«  Sandn 

Zig  iwi,  mt,  im  SoUK 


UM 
slkaHlinl.  Oebai- 


'24 


Bibliographie  Nr.  606 — 666. 


Hekrtef.  1f.,  8.  Bericht  flb.  obenohlesiteha 
Bnfthlgn.  (liitt.  d.  schle«.  Gm.  f.  Volktkde.  8, 
61-«9.)  Vgl.  1900,  2eS5.  —  Kihsaa,  Gebrftacha 
beim  Sien  n.  Brnten  beeonders  in  PstschkAn 
n.  Umgegend.  (Bbd.  70-74.)  [605 


Kraugy  J.)  Das  Schätzen wesen  in 
Frankenthal  seit  sein.  Bestehen  (s. 
1900,  2606).  Forts.  (Monatsschr.  d. 
Frankenthaler  Altert.- Ver.  1901.)  [606 

Gk^ttsehaldty  A.,  Ans  d.  Akten  d. 
Bmchschützen-GreseUschaft  zu  Chem- 
nitz. (Mitt.  d.  Ver.  f.  Chemnitzer  6. 
11,  62-89.)      [607 

Müller,  Mart«,  Ueb.  d.  Stilform 

d.  altdt.  Zaubersprüche  bis  1300. 
Kieler  Diss.  78  S.  [608 

Marx,  M.,  01»abe  n.  AbergUnbe  im 
Bftaemrolke  d.  Mfinthnle«.  (ZI  f.  Osterr. 
Yolkskde.7, 179-81.)  —  H.  T.Prees,  Opferung 
muM  Thonkopfomen  in  H»«elb»oh  bei  Bran- 
nma  am  Inn  n.  bei  Tanbenbaob.  (Mitt.  d.  an- 
throp.  Gel.  in  Wien  Sl,  58-61.)  [609 

FrledeL  E.,  Vom  ,^Böten**;  e.  Beitr.  snm 
Yolkiglanben  in  Berlin.  (Brandenbnrgia  9, 
874-76.)  —  K.  Poettert,  Noch  etwas  vom 
,3öten".  (Ebd.  8,  885-40.)  —  1.  Haai,  Him- 
melflbriefe  aoa  Pommern.  (Bll.  f.  pomm. 
Volktkde.  10.  86-89.)  [610 

HangeB,  J.,  Quellen  u.  Unter- 
suchgn.  z.  G.  d.  Hexenwahns  u.  d. 
Hexenrerfolgung  im  Mittelalter;  mit 

e.  üntersuchg.  d.  G.  d.  Wortes  Hexe 
V.  Jobs.  Franck.  Bonn,  Georgi.  xj, 
708  S.  12  M.  [611 

Bes.  T.  1901,  86S7:  Hiit.  Viertelj.achr.  4, 
517-88  K.  Müller;  Mit!  a.  d.  biet.  Litt.  89, 
898-95  Martens ;  Zt.  d.  SaTlgnj-Stiftg.  f.  Rechts- 
G.  88,  Germ.  Abtlg.,  458f.  Stute. 

Kauftnaniiy  J.,  Die  Vor-G.  d. 
Zauber-  u.  Hexenprozesse  im  Mittel- 
alter. (N.  Jahrbb.  f.  d.  klass.  Altert. 
etc.  7,  283-306;  836-62.)  —  Bartho- 
lomftugy  üeber  Hexenprozesse.    (Zt. 

f.  d.  gesamte  Strafrechtswiss.  21.  66 
-820  [612 

Komkromjy  A.,  Ueb.  d.  Elausen- 
burger  Hexenprozesse.  (Erd^yi  mu- 
zeum  18,  186-201.)  [613 

Wolter,  £.,  Zur  G.  d.  litauisch. 
Hexenwesens.  (Mitt.  d.  litauisch,  litter. 
Ges.  4,  876-82.)  [614 

Bauemliaug,  Das,  im  Dt.  Reiche 
u.  in  sein.  Grenzgebieten,  hrsg.  v. 
Verbände  dt.  Architekten  u.  Ingenieur- 
Vereine  (8.  1901,  2644).  Lfg.  2-3. 
k  12  Taf.  [616 

Hnnziker,  J.,  Das  Schweizerhaus 
nach  sein.  landschafU.  Formen  u. 
Beiner  geschichtl.  Entwickig.  (s.  1900, 


642).  Abschn.  II:  Das  Tessin.  xij, 
168  S.    9  M.  [616 

Lanffer,  0.,  Herd  u.  Herdgeräte 
in  d.  nümberg.  Küchen  d.  Vorzeit 
(s.  1901,  2648).  m  u.  IV.  (Mitt.  a. 
d.  germ.  Nationalmus.  1901,  10-29; 
66-77.)  [617 

Bnehholiy  R..  Hauswirtächaftl. 
Geräte  d.  frühen  Mittelalters  d.  Prov. 
Brandenburg.  (Brandenburgia  9,  46 
-61.)  [618 

Teniiu,  6.«  G.  d.  Feuerlösch- 
wesens d.  Staat  Dortmund.  Jubil.- 
Festschr.  Dortm.,  gedr.  b.  CrGwell. 
164  S.  [619 

Hottenroth.  F.,  Dt.  Volkstrachten, 
städt.  u.  ländl.,  v.  Beginn  des  16.  Jh. 
bis  um  die  Mitte  d.  19  Jh.  (s.  1900, 
2618).  lU:  Volkstrachten  a.  Nord- 
u.  Nordost- Dtld.,  sowie  a.  Dl-Böhmen. 
jx,  244  S.,  48  Taf.  24  M.  [620 

Kasger,  H.,  Die  Reinhardt'sche 
Sammig.  v.  Schweizer- Trachten  a.  d. 
Jahren  1789-97  im  histor.  Museum 
zu  Bern.  (Sckweizer  Arch.  f.  Volkskde. 
6,  269-80.)  —  Th.  Vetter.  Alte 
Walliser  Trachten.  (Ebd.  243  f.)   [621 

Reekert^  Ueb.  Volkstrachten  u. 
Gebräuche  d.  alt.  Ravensberger 
Bauern.  (Jahresber.  d.  bist.  Ver.  f. 
d.  Grafsch.  Ravensb.  16, 166-68.)    [622 


Kamamiy  J«^  Altnümberger  Gre- 
sindewesen.   Kultur-    u.    wirtschafts- 

r schichtliches   a.  4.  Jahrhh.     (Mitt. 
Ver.    f.   G.    d.    St.    Nümberg   14, 
66-167.)  [623 

SchwartZy  P«,  Gesundheitspflege 
in  d.  guten  alten  Zeit.  (Schrr.  d. 
Ver.  f.  G.  d.  Neumark  11,  165 
-69.)  [624 

StoU,  0.,  Die  Erhebgn.  üb.  „Volks- 
medizin" in  d.  Schweiz.  (Schweiz. 
Arch.  f.  Volkskde.  6,  167-200.)  — - 
A.  Haas  9  Beitrr.  z.  pomm.  Volks- 
medizin (s.  1901,  638).  Forts.  ^U. 
pomm.  Volkskde.  9,  120-23;  131-33; 
169  f.)  [626 

Winter,  0.,  Zur  G.  d.  älter.  Apo- 
theken in  d.  Stadt  Hannover  seit  d. 
16.  Jh.  (Hannov.G.bll. 4,386-401.)  [626 

Oerland,  Zur  G.  d.  Pest  in  Schmal- 
kalden.  (Zt.  d.  Ver.  f.  henneberg.  G. 
14,  9-20.)  [627 


Volksleben.  —  Gesammelte  Abhandinngen  u.  Zeitschriften. 


'2b 


Maass.  €•  •  Pestzeiten  in  Berlin  u. 
d.  Mark  Brandenburg.  (Brandenburgia 

8,   77-88.)        [628 

4.  C^amnulte   Abhandlungen 

und  Zeitschriften. 

Bibliothek  dl  G.  (s.  1901,  2855).  Lfg.  li$ 
-146.  Vffl.  989;  12S8;  1557;  1645.  [689 

Bibliothek,  Hiit.,  hrsg.  r.  d.  Bedakt.  d. 
bist.  Zt.  (■.  1901,  651).  Bd.  XHI  s.  Nr. 
1118.  [630 

Studien,  Histor,  TerOff.  t.  Ebering  (s.  1901, 
8657).  Hft.  25-88.  Vgl.  Nr.  408;  915;  931 ; 
1469.  [681 

Studien,  Leipsiger,  a.  d.  Qebiat  d.  G.  (•. 
1901,  2658).  Vn;  8-4  u.  Vm.  1-8.  Vgl.  Nr. 
842;  848;  1488;  1738;  1740.  [688 

Stadien,  Pniger,  a.  d.  Gebiet  d.  G.wisi.  (s. 
1901,  658).    Hft.  Ym  s.  Nr.  1028.  [633 

Heigel)  K.  Th.«  Neue  geschichtl. 
Essays.  Münch.,  Beck.  1902.  331  S. 
7  M.  [634 

Fmin'Sy  B.,  verspreide  geschriften 
(8.  1901,  2662).  Aflev.  21-26  (=  Bd. 
TV,  193-443.     Bd.  V,  1-144.)        [636 

Zeitschrift  Histor.  (s.  1901,  2663). 
Bd.  LXXXVn,  2-3.  S.  193-668. 
Bd.  LXXXVm,  1.     S.  1-192.       [636 

Mittelliuigeii  d.  Instituts  f.  österr. 
G.forschg.  (s.  1901,  2664).  XXU,  3-4. 

5.  361-696.  [637 
Abhandlungen  d.  bist.  Klasse  d. 

baier.  Akad.  d.  Wiss.  (s.  '96,  2602). 
XXI,  3.  S.  473-731,  18  Taf.  16  M. 
XXÜ,  1.     8.  1-229.     8  M.  [688 

Jahrbuch,  Histor.  (s.  1901,  2666). 
XXn,  2/3.  S.  267-608.  [689 

ArchiT,  Neues,  d.  Ges.  f.  älter,  dt. 
G.kde.  (8.  1901,  2666).  XXVII,  1. 
S.  1-330.  [640 

Geschichtsblfttter,  Deutsche  (s. 
1901,  2667).  n,  9-12  u.  IE,  1-2.  S. 
217-312;  1-64.  [641 

Korrespondenzblatt  d.  Gesamt- 
Ver.  (s.  1901,  2668).  XLIX,  Nr.  6-11. 
S.  89-192.  [642 

Mitteilungen  a.  d.  German.  Na- 
tionalmuseum (s.  1901,  2669).  1901, 
1-92.  [648 

Anzeiger  d.  German.  NationalmaeeaiiiB  (a. 
1901,  2669  a).  1901,  1-2.  S.  j-zxxv^.  [648  a 

Blätter,  Prähist.  (s.  1901,  2670). 
Xm,  3-6.     S.  33-64;  Taf.  4-7.     [644 

Nachrichten  üb.  dt.  Altertumsfunde 
(8.  1901,  666).  XI,  6  u.  6  u.  XII,  1-8. 
S.  66-96;   1-48.  [646 

Jahregberichte    d.    G.-Wiss.    (s. 

1900,  2639).  Jg.  XXH:  1899.  xjx,  64, 
623,  449  u.  429  S.    36  M.  [646 


Mitteilungen  a.  d.  bist.  Litterat. 
(s.  1901,  2672).  XXIX,  3-4.  S.  267 
-604.  [647 

Jahresbericht  üb.  d.  Erscheinungen 
auf  d.  Geb.  d.  germ.  Philol.  (s.  1901, 
668).  Jg.  XXÜ:  1900.  Abtlg.  1.  S.  1 
-160.  [648 

Jahresberichte  f.  neuere  dt.  Litt.- 
G.  (s.  1901,  2673).  Bd.  VIII:  1897, 
Abtlg.  4.  70  u.  xMuj  S.  6  M.  Bd.  IX, 
AbÜg.  2.  140  S.  6  M.  40.  [649 

Zeitschrift  f.  dt.  Wortforschung 
(8.  1901,  2674).  Bd.  H,  2-8.  S.  85 
-276.  [660 

Vierteljahrsschrift    f.   Wappen-, 

Siegel-  u.  Pamilienkde.  (s,  1901, 2677). 

XXIX,  2-3.     S.  71-284.  [661 

Herold.    Dentooher    (s.    1901,   2677  a).    Jg. 

XYTCn,  Nr.  6-11.  8.  109-204.  [651  a 

Jahrbuch  d.  k.  k.  herald.  Ges. 
„Adler**  (s.  1901,  2678).  N.  F.  XI. 
166  8.,  12  Taf.     16  M.  [662 

Zeitschrift  f.  Numismat.  (s.  1901, 
2680).  XXm,  1-2.     S.  1-140.        [668 

BeTue  suisse  de  numism.  (s.  1901, 
676).     T.  X.  436  S.  [664 

Anzeiger,  Numismat.  (s.  1901,2682). 
Nr.  6-12.         [666 

Zeitschrift  f.  Kultur-G.  (s.  1901, 

2687).     VIII,   6  u.   rX,  1/2.     8.   386 

-476;  1-136.  [666 

UBtersaehBBgeB  s.  dt.  Staats-  o.  Beohta- 

G.  (1.  1901.  678).  Hft.  63-65.  Vgl.  Nr.  440^444; 

848.  [657 

Zeitschrift  f.  Kirch. -G.  (s.  1901, 
2697).    XXÜ,  2-3.    S.  161-486.     [668 

Studien  u.  Mitt.  a.  d.  Bened.-  u. 
Cist-Orden  (s.  1901,  2698).  XXÜ,  2-3. 
8.  201-612.  [669 

Geschichtsblfttter  d.  dt.  Huge- 
notten-Ver.  (s.  1901,  688).  X  u. 
XI,  1.  [660 

Mitteilungen  d.  Ges.  f.  dt.  Erziehgs.- 
u.  Schul-G.  (b.  1901,  2692).  XI,  2-4. 
S.  79-368.  [561 

Zeitschrift  f.  dt.  Philol.  (s.  1901, 
2696).     XXXni.  1-3.    8.  1-432.    [662 

IbliBBdliiBf  es  s.  german.  Philologie.  Feet> 
gäbe  f.  B.  HeinseL  1898.  Bes.:  Götting.  gel. 
Ans.  1901,  425-52  Schönbach.  [968 

Euphorien.  Zt.  f.  Litt.-G.  (s.  1900, 
2668).  Bd.  vn  u.  Vm,  1-2.  846  8.; 
S.  1-498.  [664 

Zeitschrift  f.  vergleich.  Litt.-G. 
(s.  1901,  688).  XIV,  4.  S.  226 
-400.  [666 

Studien  z.  vergleich.  Litt.-G. ;  hrsg. 
V.  Max  Koch.  Bd.  I.  Berl.,  Duncker. 
616  8.     14  M.  [666 


Bibliographie  Nr.  MT— TU. 


ZeitMhrlft  f.  dt.  Altertum  (i.  I»01. 

SM3).  XLV.  3-4.  8.  2S»-M0  (667 

katlgti  t    A.  AlUMOK  (L  1301,  M»ji) 

xxvn.  t-t.   s.  m-tu  [«ct> 

Beltrise  t.  Q,  d.  dt.  Spnche  a. 
Litt.  (■  1901.  8694).  XXVI,  3,  S.  SSi 
-676.  [6«3 

Fr«rUs,  0Ht.,  VenniMhte  Anf- 
tätie  ».  d  JkbreD  1349-189*;  hrag. 
T.  E,  Elster  Bd.  I.  Lp»..  Hiirel. 
isin,  180  S.     6  H.  [66» 

KorrMp«>ieubUtt  d.  Ver.  f. 
niederdt.  SpnchforBchg.  (e.  '99, 
SÖtSa).  Hft  tX:  189S.  TIS.  2M.  [670 

Stadt*«  I.  dl.  Ku«.a  (•  IMI,  BW). 
HR    tl-U      TgL  Mi    Hl;  IMS^  UM  [«71 

Jakrbich    d.    kgL    preiua.    Kuiut- 

MDUnlffD     (B     1»01,    S700).     yxn.  3-4. 

8p,  «J-ic.  S.  115-366;  7  Taf     [672 

ArehiT  f.  örterr.  O.  («.  IMI,  870!) 
Bd.  LXXXIX,  3.  S.  3&6-646.  6  V. 
Bd.  XC,  1.  8.  1-319.  4  U.  90.     [673 

MIttcUKue*  d.  k.  k.  C«Dtnl 
Comm.  f.  Erforschg.  d.  Eoiut-  a. 
hiat.  DenkiDftle  (■.  1901.  2703j. 
xxvn,  8.  8.  187-78.  —  Desgl. 
der  3.  (Arch.)  Sektion  d.  Centr.- 
Conun.  (8.  '99,2696).  V,  1-1.  S.  1-266. 
S  H.  [67t 

Jakrbich  d.  Ges.  f.  d.  Gesch.  d. 
Protest  in  Oeet«rreich  (s.  1901,  2706). 
Jg.  XXn.    !43  8.  [676 

BUtt«r  d.  Ver.  f.  Ldkde.  v.  Nieder- 
fitteiT  (■,1901,2709).  Jg.  XXXV.  1-9, 
8.  1-368;  j-l^v  [676 

CftriDthUI.(s.  1901,2712).  Jg.91,  i 
Nr.  8-6.    S.  66-196.  [677    I 

Jaknibiritfet  d.  G.-V«.  f.  KlnUn  In  ! 
KUgnfOrt  Bb«r  1900.  ElactBrnrt,  Vanin.  ' 
M  B.  [«71  ■ 

Argo,  Zt.  f.  krainische  Laudeakde. 
(a.  1901,  696).  VIII,  11-18  u.  IX.  1-7. 
8p,   18Ö-824;  1-120.  [878 

HItt«tliiHgeB  d.Ver.  f  G.  d.  Deat- 
■cheu    in    Böhmen    (e,   1901,  2716).   ' 
XXXIX,  4  u.   XL,  1.    8-  867-478  n.   I 
77-98;  1-168  «.   1-1«.  [679 

Zeil8ohriftd.dt.Ver.f.O.  HUireiiB   i 
a.  Schlesiens  (s.  1901,  2716),    V,  1 
8.  305-400.     2  H,  [680 

ArehiT  d.  Ver.  f.  siebenbOrg, 
I^de.  (i.  1901,  2717).  XXX,  1  8  1 
-13(4.  1  H.  40,  —  Jahresbericht 
f.  1900,  60.S.  —  Korrespondeni- 
hUtt  (s  1901.  8717a).  XXrV,  6-12, 
8. 67-148.        ^____  [681 

Jahrbachf.achweiz.  0.(8.1901.701). 
Bd.  XXVI,    lu.  al2  S.    6  M.     [682 


ABScIgrr  f  fchweiz.  G.  <s.  1901. 
708),  Jg.  32.  4-5  u.Jg  SS.  1-S.  S.  S41 
'4M  [C83 

Aawigcr  f  schweii  Alt«rt  kd«.  («. 
1901,  J03).  N  F  n.  5-4  o-  m,  i-S 
8.  157-292;  1-236  [C84 

ArehiT,  Schweiz-,  f  Volkakd«.  (s. 
1901,  2718).  V,  2-4-  S    91-31«      [GS5 

Beitrlge  i  vaterländ.  O.,  bng.  t 
d-  hiat  u-  aatiq.  Get.  tu  Baael  (■-  1900, 
2676)     V,  4     S    401-664-    2  M.     [6M 

Zeitschrift,  Basier,  f.  G-  n.  Alter- 
t-kde.;  hrsg.  t.  d.  hiat.  a.  antiqiuU' 
Gw.  I  BmoI.  Bd.1.1.  Bm<B«m^ 
161  S  .  4  Taf,,  2  Ktn-  (i  Bd.  —  2  Hfte 
T  M,  80.)  [687 

GeMhlehtsblltter ,  Obw»ldn«ri 
hrsg.  t.  hist.-aotiqQar,  Ver.  t.  Ob- 
waldeu.  Hft.  I.  Zfirich,  Schnlthe» 
138  8,     2  M,  40.  [688 


1901        Altdoif.    Gisler    t    Co.     4*. 
78  S     SM-  [«89 

ForsehiHgra  i.  G  Baienu  (a-  1901, 
8729),  IX,8-4    S.  81-326:  7*-2l'.  [690 

Beltrige  i.  Antropol-  u-  Ur-G- 
Baiems  (s.  1901,  707)  XIV,  1,S.  S-  1 
-1S4.  2  Taf  «Bd   24  M.)  [«91 

Dftrst«llugeii  a.  d.  bater.  Eriega- 
a.  Heeres-Q,  (s  1901.  466).  Hft.  X 
1, 262  S.  RSne  a.  Anlagen.  4M.    [S9S 

Beltrige  z.  baier,  Kirch. -G-  (s. 
1901,  2730).  Vn,  5-6  n.  VOI,  1. 
8.   193-268;  1-48  [«93 

Beitrige  z  G.,  Topogr.  d.  Statiet. 
d.  Erzbist,  HQDchen  n.  n«iaiiig  t- 
H.  V.  Deutinger;  foitgea.  t.  F.  A. 
Specht  Bd  vn (=  N. P, I)-  Mflnch., 
Lindauer    384  S    4  H  [694 

VerhandlUBgen  d.  hirt-  Ver.  f. 
Niederbaiern  (b  1901.  S73S).  Bd. 
XXXVn-    361  S.    4  M  [696 

Bericht  d-  hiat,  Ver  ni  Bamberg 
{s.  1900 ,  702)  N'r.  LX :  189». 
107  8.  [696 

Xittellugen  d  Ver.  f.  Q.  d.  Stadt 
Nürnberg  (s  1900.  2689).  Hft.  HV, 
296  8.  6  M.  80.  [697 

SamHelbUtt  d  bist,  Ver-  Eidutttt 
{b.  1901,  713)  Jg  XV:  1900. 
68  S.  [698 

ZeltMhrlft  d.  hiat.  Ver.  f.  Schwäken 
u-Nenburg  (8  1901.  714).  Jg  XXVIL 
145  8..  8  Taf  [S99 

eemUehtsfreud,  AUgäuer  (a. 
1901,716)    Jg  Xm.  17öS.  4H.    [700 


Oesommelte  Abhaadlungen  u.  Zeitachriften. 


•27 


TIerteljfthrahefte,  Württemberg., 
f  Landes-G.  (b.  1»01,  2740).  Jg  X. 
487  S.  [701 

DIOiesanarehlT  v.  Schwaben  (a. 
1901,716).  Jg.XIX,l-B.  S.1-144.  [70! 

»«■JahHbUttiiT,  WartUmb.  (•.  im.  711). 
N   F.  TU  »  Nr  411.  [JOS 

JfthrbBclier,  Wflrttemb.,  f.  StatiBt. 
u-  Ldkde,  (s.  1901,  718).  Jg.  I»00. 
Iiinj,  281  j  293;  x^j,  SOfi  S.       [704 

Blltter  f.  wOrttb.  Kirch.-G.  (a. 
1901,  2742)-     V,  m.     S.  1-06.     (706 

Beriehtd.histor.  Ver.  in  Heilbronn. 
Hft  VI:  1896-1900.  Heilbronn,  Hist, 
Ver.l06S.,6Taf.  n.Kte.  2M.60.  [706 

HittellniiKen  d.  Ver.  f.  Q.  etc.  in 
Hoheuzollem  (b.  1901 ,  274S).  Jg. 
XXSIV:  1900/1901.     IV,  96  8.    [707 

Zettschrift  f.  G.  d.  Obeirbeina  (b. 
1901,2744).  XVI,8-4.  8.331-772,  [708 

MltMliBg«!  d  lud.  Mit.  Eommlii  (m. 
IMl,  UM».  Nr»,  S.  4R-lSa.  (T«baDdei) 
mil  d.  Zt  t.  Q.  d.  Obarch.  ZTT,  t  a.  t.)      [70te 

Alemuiola  (b-  1901 ,  2746).    N.  F. 

Bd.  II.     288,  ivj  8.  [709 

DlSzesan- Archiv,   Freiburger   (g, 

1901,  2747).   N.  F.  n  (—  Bd.  29), 
884  S.  4  M. [710 

Jahrbaeh  f.  G.  etc.  Eh.-Lothr.  (b. 
1901,  2751).  Jg.  XVn.  272  S.  2  M. 
60,  [711 

Baltrig«  im  Ludei-  u.  Tolkikda.  r.  El- 
■MK-Lnltir.  (■.  IWl,  IISO).  BR.  IT  (.  Nr. 
4M.  [711 

HoBeum,  PMzi8chei(8. 1901, 27&G). 
XVra,  6-11.    8,81-176.  (718 

BeToe  d'AUace  (b.  1900,  270«), 
S^rie  4,  Annöe  1  a.  2  (T,  LI  n.  LH). 
680;  602  u    96  S.  [714 

HoBatsachrift  d.  Frankenthaler 
Altert,-Ver.  (b.  1901,  2766).  1901, 
Nr.  6-12.  [716 

6eschlchtflbUtter,  Mannheimer 
(a.  1901,  2758).  H,  7-12,  Sp.  145 
-273,  [716 

ArchlT  f.  hesB.  0.  n.  Altert.kde, 
N,  F.  (a.  190J,  2759),  Ergftnzgsbd,  I, 
1:  Beitrr,  z.  hea«.  Kirch, -Q.:  redig. 
V.  W,  Diehl  u-W.  Köhler.  111  8. 
2  M.  [717 

Zeltschrift,  Weatdt.,  f.  G.  u.  Kunst 
(8,  1901,  2763).  XX,  1-2.  S,  1-176, 
6  Taf,  —  Erganzgahft,  X  (Bericht 
üb.  d,  1.  Terbandatag  d,  west-  n, 
Büddt,  Vereine  f,  rOm.-germ,  Altert.- 
forechg.  zu  Trier  11.  u,  12,  Apr,  1901), 
67  S.  1.  M.  20.  —  Korr.-Bl.  XX, 
6-9      Sp.  66-160.  [719 


eeBChlchtsblBtter,  Rhein,  (s.  1901, 
2764).  V,  11-12  u.  VI,  1-2.  S.  821 
-384;  1-64.  [719 

Amulen  d.  bist.  Ver,  f.  d.  Niederrh. 
(b.  1901,  2766).  Hft.  LXXI.  817  S. 
4  H.  Hft.  LXXn,  204  8.  4  H. 
Beihft,  V,     100  S.     1  M,  [730 

Jahrbttch«r,  Bonner  <b  1901,8766). 
Hft.  CVn.  a»6  S..  10  Taf,  10  M. 
(8,  l-6fi  m.  7  Taf,  ersch.  aep,  ala 
Peatsohr.  a.  Feier  d.  lOOjähr.  Be- 
BtehenB  d.  Qea.  f.  nütz!,  Forachgn.  in 
Trier.)  [721 

ZdUekrin  d.  bargilch.  Q.-Vu.  BagliMr 
n  Bd.  1-30,  T«if  T.  OB.  Kadi  lob,  •  IMl, 
>I<9.  S«i.:  DL  Lltt.-Ztg.,  IMl,  Nr.  M  BO- 
»«-  [TM 

laBBtiiokrift   d.  barg.   O.-Tar.  (a.   1901, 

i7«B>j.  TUL  «-lt.    s.  lao-Ho.  (7na 

ArchlT.  TrieriBcbea  (b.  1901,  2775). 

Ergänzgflhft.  I.     Trieriache  Chronik. 

Hft.  1.  186  8.,  1  Taf,  8  H,  60.  [728 
Odh  H^meeht  (b.  1901,  8776).  TU, 

6-12.     S,  263-684,  [184 

Compte  rendn  dea  B^ancea  de  la 
comm.  roj.  d'hiat.  de  l'acad.  roj.  de 
Belgique  (a,  1901,  2778).  T.  XI,  3-3. 
S.  I?ij-ii.vi,  61-419.  [726 

TerBlagei  eu  meded.  d,  vereeni- 
ging  tot  uitg.  d.  bronnen  v,  het  onde 
vaderl.  recht  (s.  1901,  2782).  IV,  4. 
S.  329-446.  [726 

ArcUeTenblad ,  Kederlacdach  (h. 
1901,2779).  I900/190I,Nr.4o.  1901/2, 
Nr,  I.    8.  171-841;  l-«4,  [727 

Analeetes  p.  aerr,  ä  l'hiBt,  eeeU- 

aat.  de  la  Belgi 
T,  XXIX(=N.S,"Xir., 
8ection  n  (Särie  des  cartnlaires  etc,), 
Faac,  6.  8.  511-688.  [728 

Bljdrageu  en  meded,  v,  het  hiat. 
OenootBchap  te  Utrecht  (b.  1901,  744). 
Deel  XXn,     ciqj,  469  8.    6a.    j;7S9 

Handellngen  der  Maatachapp^i  tad 
Qeachied'  en  Oudbetdknnde  te  Gent 
(AunaleB  de  la  8oc.  d'hiat.  et  d'arch. 
de  Gand).  Deel  LH  u.  IV,  1.  Gent, 
Vuylsteke.  338;  207  S.  —  Bulletijn. 
Vm  n.  IX,  1-6.  m,  384;  8848.  [780 

Zeitschrift  d.  Ver.  f.  heaH.  G.  u. 
Ldkde.  (a.  1901,  2789).  8nppl.  Xm. 
72  8.,  8  Beil.  u,  1  Taf.    6  M.    [781 

Kittellun^eu  d.  AltertnmH-Kom- 
miaa.  f.  Westfalen  (a,  1900,  2738). 
Hft,  n  a,  Nr,  819,  [788 

Jahrbuch  d.  Ver,  f.  Orta-  v.  Hei- 
tnatakde,  in  d.  Grafach,  HarkfB.  1901, 
748),     XIV:  189S/1900,     208  8.   (7S3 


•28 


Bibliographie  Nr   73*— 79S 


JakitKh  d.  Ter  f  «t  Eirck-G. 
d.  Onfieluft  Hark  (i.  1901,  ;49V 
Jg    m.     36S  S.  3  H.  [TS4 

Beiblffe  i.  G  DortmoDdi  u  d 
OrafMlwR  Hu-k  (s  1900,  2714)) 
Hft  X-  xg.  143  S..  3  Stn.  3  H-     (735 

JmkrMberickt  d.  biet  Vei  f  d. 
GnfKbttft  BsTeiMberg  id  Bielefeld 
(>.  1901.  760).  XT:  1901.  2378     [73< 

TniABllKfencn  t.  attiimHi,   Ü.  (•. 

IMO,  n«().   HU  IT  ■.  Kr  MH  nn 

e«MfelekUfelUt«r,  Humo*  '■ 
1»01,8796)    IV.6-11.  S  241-628.  [73« 

GeMUektabUUcr,  Huui«che  li. 
1901,  768).  Jg.  1900  268;  iij  8, 
6  H.  |739 

ZcItMhrift  d.  Yer.  f.  hamborK-  G 
{•.1900,746)-  XI,1.  8.1-179.  3M.T»0 

Zeitschrift  A-  Ter.  f.  ISbeck  G. 
D.  Altertkde-  (»-  '99,  2660).  Till.  2 
8.  217-546.  [741 

SebriftcB  d.  Ter.  f.  ■cUesw-bokt. 
Kircb-G-(«.1901,76S).  BeibeD (BeitiT 
n-Mitt.).  Ed.2.  Heftl.  144S.  2M-  [742 

ArehlT  d.  Ter.  f.  G.  d  Hzgte. 
L»DenbaK  (i.  1900.  760).  Tl.  2-3 
134;  ISO  B.    ä  S  M.  [743 


AtcUt  f.  Landes-  u.  Tolkekde.  d. 
ProT.  SacbMD  (r  1901,  2801).  Jg.  51: 
1901.     116  S.    3  H.  [144 

Ges^khtobUtter  f.  Stadt  u.  Land 
Magdeburg  (b.  1901,  2803).  XXXVI,  1. 
ß.  1-832.  [746 

Butler,  Hansfelder  (8. 1901,2806). 
Jg.  XT.    278  8.  [746 

Hlttellurei  d.  Ter.  f.  anhält.  G. 
n.  Altertkde.  (s.  1901,  2804).  IX.  2. 
ß.  97-196.  [747 

KlttelliugeK,  Nene,  a.  d.  Gebiet 
hirt.-aiitiq.  Fonchgn.  (b.  1901,  7e7). 
XXI,  1.     104  8.     2  H.  [748 

MitteUiageB  d.  Ter.  f.  G  etc  v. 
Erfort  (8.  1901,  769),  Hft.  XXn.  i^, 
146  8.  [749 

(I«sekieht8l>litt«r,  Hflblh&nser  (a 
1901,  2808).  T,  3/4  n.  11.  8.  63-136; 
96  8.,  2  Taf.  [760 

SehriHea  d-  Ter  f.  Sachs.  Hei 
niug.  0.  and  Ldkde.  (8.  1901.  2809) 
Hft.  38.  96  8.  I  H.  SO.  Hft.  39. 
76  S.     t  M.  70.  [761 

Zeitsehlift  d.  Ter.  f.  henneberg. 
G.  n.  Ldkde.  in  Schmolkalden.  (8.  '96, 
S708).     Hfl,  XIT.     60  S.  [762 

JohreHberleht  d.  Vogtland,  olter- 
tonurforecb.  Ter.  zu  Honenleaben  (■. 
1900,768).    LXXn.LXXI.108S.  [768 


AttUt,  Nene*,  f  ibrfas.  G.  f*.  1901, 
2812),     SSn.  3  4      S.  SS&-4I«-     [764 

litteUaKgea  d  Ter.  f.  deb. 
Tolktkde  '■  1901.  8813).  Bd.  H, 
HfL  6-7,     S    161-224.  [756 

MlttellaBfn  de«  Ter.  f  Cbem- 
nitier  G,  <9.  1900,  7«2;.  Jg.  XI: 
19001901       133  S.     3  U.  [76C 

Beitrtge  t.  G  d.  Stadt  BochboU 
(8.  1900.  27«8\  Hft  T,  150,  tx  S.. 
26  Taf     8  H.  [767 

litteUugeB  d  AJIerC-Ter.  ni 
Planen  («  1901.  781).  14  J»hree- 
schrift:  1900. 128:CTtj8.  3H.  20.  [758 

■agkslN,  K  Uositz.  ^s.  1901.  38181 
LXXTn.  1      S    1-202  (759 

Mittellaagea,  Niederlanritcer  (s. 
1901,  784j     Vt  6-8.    S.  263-487.  [760 

FenekiHgea  t.  biudenb.u.  prenu. 
G.  18.  1901,  785).  XIT,  1.  374  S. 
6  M.  [761 

BuaUlH  I.  rnrnm-  G,  bi^.  t.  M.  HIiimh 
Uli  (m    laoi,  IBM».     I,  t  L  Kt    1*M.  Q** 

Beltrlge    ■.    ¥»nehmmgmmy    Fr- 

kiindl.,  z.  G.  d-  prensB.  Heere«.  Hrsg. 
T.  Gross.  GeneralBtabe,  Abtlff  f. 
Kri^«-G.  n  Hfl  1  n.  2,  Berl., 
Mittler.     Vgl    Nr.  449  n.  1*46.  [763 

BnudeBbargia,  MonatabUtt  d. 
GesellBch.  t.  Heimatkde.  d.  Prov. 
Brandenb.  in  Berl  Jg.VIH:  1899/1900. 
Jg.  IX:  19001901  Berl.,  Stankifr- 
Ticx.     462;  628  S.  [764 

SchriHei  d.  Ter.  f  d  G.  Bedin» 
(8.  1901,  2821).  Hft  XXXrm  a.  Nr. 
1374.  [7*6 

KltUUamfca  d.  V»  t,  O  B«rtlM(<.  iML 
18»  >)     IWi.  Kl  «-li.     B  C7-IM-  rTUk 

SekrIttcM  d.  Ter.  f.  G.  d.  Nea- 
mark  (b.  1901.  2822).  Hft  XI.  1S4  8. 
3  M.  p6« 

g.-vm.(»  i*M,»::4).  Hn.  Ti  ■.  Kl.  Tx   psi 

Jahrbficher   n.  Jahresberichte   d. 

Ter    f.  mecklenbnrg.  G   etc.  (■.  1901, 

7S9).  Jg.  IS.Y1-  284;  16  S.  8  M.    [TM 

Beltr&ge  i    G    d.   Stadt  Boitock 

(8.1900,8776).   111,2.   120S.  2M.     [TM 

Jakrbflclier,  Pommereche  (a.  1)01, 
790).  Bd,  n.  1U4  S.  4  H.  M.  Er- 
g&migsbd.  I      I.  ie7  S      4  H-    [770 

l*a8UklStlrr  d  O«  t  poH«.  Q.  MC. 
(l   1»01,  WJ»).    IvOI,  Nr.  6^»     S    81-141.    pil 

Blltter    f    pomm.    Tolkekde.   (s. 

1901.  8826),    IX,  9-12  n,  X,  1-S.    S. 

144-88;  1-48,  [772 

Zeitschrift  d,  Ter   f.  G.  u.  Altert. 

LXXV. 

[778 


Gesammelte  Abhandlangen  u.  Zeitschriften.  —  Deutsches  Altertum.    *29 


Schlesiens  Vorzeit  in  Bild  u. 
Schrift  (8.  1900,  772).  N.  F.  Bd.  I. 
Jahrb.  a.  schles.  Museums  f.  Kunst- 

fewerbe  u.  Altertümer.  Bd.  1.  Bresl., 
rewendt.  4«.  vnj,  199  S.,  10  Taf. 
12  M.  [774 

Mitteilungen  d.  schles.  Ges.f.Volks- 
kde.  (s.  1901,  793).  VII,  Ö-VIE,  1-4. 
S.  77-94;  1-76.    Beihft.  I.    62  8.     [776 

Monatsschrift,  Altpreuss.  (s.  1901, 
2827).  XXXVm,  8-6.  S.  161-600.  [776 

Zeitschrift  d.  westpreuss.  G.-Ver.  (s. 
1901,795).  Hft.48.   279  S.  6M.    [777 

Zeltschrift  d.  hist.  Ver.  f.  d.  'Eieg.- 
Bez.    Marienwerdei    (s.    1901,    796). 


flft.  XXXIX  8.  Nr.  881.  Hft.  XL. 
72  S.  [778 

Zeitschrift  f.  G.  u.  Altertkde.  £rm- 
lands  (s.  1901,  2828).  Xm,  2.  S.  493 
-990.  [779 

Gesehichtsblfttter,  Oberländische 
(8.  1900,  779).  Hft.  n.  xiq,  162  8. 
3  M.  60.  [780 

Mitteilungen  d.  litterar.  Gesellsch. 
Masovia  (s.  1900,  2783).  Hft.  V  u. 
VI.  289  8.  6  M.;  194  8.  4M.;  Bei- 
lage zu  Hfb.  VI.    124  8.  6  M.     [781 

Sitzungsberichte  d.  Ges.  f.  G.  etc. 
d.  Ostseeprovinzen  Russlands  (s.  1901, 
799).     Jg.  1900.     248  8.  [782 


B.  Quellen  nnd  Darstellnngen 

nach  der  Folge  der  Begebenheiten. 


1.   Ikts  deutsche  AUertum 
bis  e.  500. 

a)    Germanische    Urzeit    und    erstes 
Auftreten  der  Deutschen  in  der  Ge- 
schichte. 

Hoewes,  F.,  Bibllogr.  Uebenlcht  üb.  dt. 
Altertumifunde  f.  d.  J.  1899.  (Naohzr.  ab.  dt. 
Altert.fande  11,  65-91.)  [78S 

Weber«  F.,  Bericht  üb.  neue  vor- 
geschichtl.  Funde  in  Baiem.  (Beitrr. 
z.  Anthrop.  u.  Ür-G.  Baiems  14,  113 
-34.)  —  0.  Erhard,  Hügel^ab  a.  d. 
älter.  Hallstattkultur  b.  Hohenalt- 
heim.  (Ebd.  37-42,  Taf.  2.)  —  F. 
Weber,  Zur  Vor-  u.  Früh-G.  d.  Lech- 
rains:  Neue  Funde  u.  Nachtrr.  (Zt. 
d.  hist.  Ver.  f.  8chwaben  etc.  27,  183 
-43,  2  Taf.)    Vgl.  97,  2688.  [784 

Beinecke,  P.^  Vorgeschichtl.  Alter- 
tümer a.  Altbaiem  in  d.  8ammlg.  d. 
Mainzer  Altert. -Ver.  (Altbaier.  Monats- 
Bchr.  3,  33-36.)  —  Ders.,  Neue  Flach- 
gräberfunde V.  Eannstaidt.  (N^achrr. 
üb.  dt.  Altert.funde  12,  47fj       [786 

Ellinger,  F.  u.  J.  Xane,  Grabfund 
b.  Schwimmbach  und  Dixenhausen. 
(Prähist.  Bll.  13,  66  f.,  Taf.  7.)  —  F. 
Santter .  Bronzezeitgpiubhügel  v. 
Hundersmgen,  Württb.  (Ebd.  33-41, 
Taf.  4  u.  5.)  —  H.  Edelmaim,  Früh 
La  T^ne-Fund  v.  8tetten  am  kalt. 
Markt.     (Ebd.  49-61,  Taf.  6.)      [786 


Wetzet,  S«,  Altertüml.  Erdarbeiten 
in  Württemb.  (==  Nachtrr.  zu  '98, 
724).  (Württb.  Viertelj.hfte.  10,  286 
-318.)  [787 

Sclilii,  A.«  Entwicklungsgang  d. 
Erd-  u.  Feuerbestattung  in  d.  Bronze- 
u.  Hallstattzeit  in  d.  Heilbronner 
Gegend.  (Bericht  d.  hist.  Ver.  Heil- 
bronn 6,  1-18,  3  Taf.,  Kte.)         [788 

Mehlig,  C,  Der  ümenfriedhof  v. 
Hessheim  in  d.  Pfalz.  (Pfalz.  Mu-r 
seum  18,  160-62.)  —  Ders.,  Weiher- 
hof u.  Petemell.  (Ebd.  164-67.)  — 
Ders.,  Die  Nekropole  b.  8peyerdorf 
in  d.  Pfalz.  (Ebd.  107-9  u.  Pr&hist 
B11.13, 62-64.)  —  Sehiiiiiaeher,Bronze- 
zeitl.Depotfimd  V.Osterburken.  (Mann- 
heimer G.bll.  2,  168-60.)  [789 

Kölil,  Das  neuentdeckte  8teinzeit- 
Hockergrabfeld  v.  Flombom.  (Westdt. 
Zt.  Ergänzgshfb.  10,  64-66.)         [790 

Stange,  £.,  8aaiburg  u.  Pfahl- 
graben. Hombu^  y.  d.  Höhe,  8chick. 
46  8.,  Kte.    76  Pf.  [791 

Orössler,  H.,  In  d.  Grafscliaft 
Mansfeld  gehobene  Altertümer  aus 
Kupfer  oder  zinnarmer  Bronze.  (Mans- 
felder  Bll.  16,  242-46,  2  Taf.)     [792 

Wilke,  Prähist.  Wall  im  Oberhobs 
bei  Thräna.  (Vhdlgn.  d.  Berl.  Ges. 
f.  Anthrop.  etc.  1901,  68-64.)  —  £• 
Friedet,  Das  Königsgrab  b.  Seddin, 


•30 


e  Nr.  l^S—^iU. 


Kr.  West'Prignitz.     (Ebd.  64-73  *  — 


H.  8eh 


Bronxedepot  -  Fond 


T.    AngermfiDde.     rNacfarr.    üb     dl 
Altert.fiiiide  12,  29-32.)  [793 

L«IW«ry  Ly  Bericht  tk.  d.  Th^Ü^kmit  d. 
OT.-M  ■■■■■«  ia  Boas  ia  d.  Zeit  t.  1.  Apr. 
laM-Sl.  MAn  IStO  a.  ▼.  L  Apnl  lSOO-31  MAn 
Ifln.  (Vaekir  tk  dl  AltartJteda  IX,  1-7; 
t7-ISL)  —  Icttacr,  DMgL  «b  di«  Tk«ti«t«it 
d.  Pwwr.-MaiiBM«  ia  Trlw.  (Sbd.  7-U;  4S 
-di.)  —  L«kBer,  Di*  Aa«frmb«a.  d.  Boaaer 
Ptot-Mmm»«  aaf  d.  Gekirnt  t.  Urmits  i» 
Wiater  lft%lML  (WOTtdt.  ZL  grgta«g«>n. 
1«,  n-K.)  [TM 

SchuBABBy  H«  o.  A«  Mieck,  Gräber- 
feld b.  Oderbeiv-Bnüitz.  (=  Nr.  767.) 
PrcnrUu,  Mieck.    87  S.,  33  Taf.  [795 


Bes.:  MoaatablL  d.  Gm.  £  poiUB.  G  1901, 
Hr.  7  H.  L. 

BelU,  K^  Neue  iteiiizeitliche  Funde 
in  Mecklenburg.  (Jahrbb.  d.  Yer.  f. 
mecklenb.  6.  66,  116-40.)  [796 

StB^arBBeb,  A.,  Bronzefnnd  y. 
Leine,  Kreis  Pyrits.  (MonaUbll.  d. 
Ge«.  f.  pomm.  G.  1901,  107  f.)  — 
Den.,  Sieinkistengräber  in  (Vied- 
richfllnit  b.  Lübgnst  a.  Abbao  Stor- 
kow, Kreis  Neu-Stettin.  (Ebd.  129 
-33.)  —  Ders.,  Yoigeflchichtl.  Funde 
in  Garte,  Kreis  Pjritz.  (Ebd.  146 
-4«.)  [797 

Schlls,  Da«  >toias«iüich«  Dorf  Grow- 
gartaeli,  s.  1901,  S86S.  Bm.:  Bea  s.  Allg. 
Ztg.  1901,  Hr.  166  WOsar;  Pzthisl  Ba  IS. 
69-44 ;  Zt.  f.  EthnoL  tS,  166  f.  M.  Bartels.  r798 

Forrcr,  R.,  Zur  ür-  u.  Früh-G. 
Eis. -Lothringens  nebst  Tor-  u.  früh- 
geschichtl.  Fundtafel.  Strassb.,  Trub- 
ner.    4*.     46  8.     3  M.  [799 

GrineBwald,  L.,  Beitrr.  z.  Ur-G. 
d.  Pfalz.  (Jahresber.  d.  bist.  Ver.  d. 
Pfalz  f.  1899/1901.)  (Aus:  MiU.  d. 
bist.  Ver.  d.  Pfalz.)  Speyer,  Jäger. 
102  S.,  2  Taf     2  M.  [800 

Soldan  9  Die  prähist.  Niederlassg. 
bei  Neuhäusel  im  Westerwald.  (West- 
dt.  Zt.  Ergänzgshfl.  10,  32-47.)   [801 

Mach,  R..  Dt  Stammeskde. 
(Sammlg.  Göscnen  126.)  Lpz.  1900. 
146  S.,  2  Ktn.,  2  Taf.     80  Pf.      [802 

Wrede,  F.,  Ethnographie  u.  Dia- 
lektwissenschaft.  (Hist.  Zt.  88,  22-43.) 
Vgl.  1900,  2819.  [803 

Yogt,  P.,  Kleine  Beitrr.  z.  G.  d. 
Chatten.  Cassel.  Progr.  4®.  21  S.  [804 

Wilbrand,  J..  Ueb.  d.  Stammväter 
d.  Westfalen.  (Jahresber.  d.hist.  Ver. 
f  d.  Grafschaft  Ravensberg  15,  158 
-64.)  =  1900,  2826.  [805 


Rieeiy  4e«  Inscriptioiis  de  Gennaue 
dans  Ia  correspondance  d^Oberün  i 
Ia  Bibliotheque  Nation.  «"Rer  d*ardiL 
38,  59-71.;  [806 

KesB^r,  Neueste  Funde  in  Wiea, 
(Mitt.  d.   C^tral-Conun.  27,  167-69.) 

—  A.  MtÜBer,  Bdm.  Fonde  in 
Laibach.  (Aigo  9,  88;  103  f.)  — 
Dert. ,  Epigraph.  IGtt.  I:  Laibach. 
(Ebd.  8,  204-7.;  —  Fomr,  Fund  e. 
rOm. Eisenhehnes b. Auffsbur^g.  «West- 
dt.  Zt  20,  110-14;  Taf.  4.)  [807 

Sixty  Q»2  Bemerkgn.  zu  d.  Joppiter- 
säulen.  (Westdl  Zt  ErgänzgahA.  10, 
28-31.)  Vgl.  1901,  Nr.  2865.  — 
Bemerkgn.  s.  d.  Intchrr.  d. 
matriker.  (Ebd.  47-64.)  —  A. 
Bieigter,  Strai»en-Sänlen  auf  d.  Donon. 
rWertdt.  Zt  20,  11619)  VgL  '96, 
883.  [808 

GriseBwald,  Rdm.  Grabstein  aus 
Walsheim.  (Korr -Bl.  d.  westdt  Zt 
19, 194-96. )  —  KSrber,  Köm.  Inschir. 
in  Mainz.  (Ebd.  20,66-70;  100  f.)  — 
QBilllBg^^Mosaik  aus  Münster  bei 
Bin^n.  (Westdt  Zt  10, 114  f.,  Taf.  3.) 

—  0.  KokL  Rom.  Altertümer  auf  d. 
Lembergb.  Kreuznach.(BonnerJalirbb. 
107,  293-96.)  [809 

Lehner.  H.^  Ausgrabung«-  u. 
Fundberichte  v.  16.  Juli  1900  bis 
31  Juli  1901.  (Bonner  Jahrbb.  107, 
203-46,  Taf.  10.)  Vgl.  Nr.  794.  — 
Ders.,  Neue  Ausmibgn.  im  Legions- 
lager zu  Bonn.  (Korr.-Bl.  d.  westdt 
Zt.  20,  138-42.)  —  M.  Ubi,  ^igr. 
Miscellen.     (Bonner  Jbb.  107,  288f.) 

—  J.  Steiner  9  Eline  Legionssiegelei 
in  Xanten.  (Ebd.  289-91  u.  Korr.-Bl. 
d.  westdt.  Zt  20,  142  f)  —  Meat- 
werdt)  Rom.  Legionsziegelofen  in 
Xanten.  (Rhein.  G.bll.  6,  68-60.)  — 
A.  Sehoop.  Rom.  u.  Mok.  Aus- 
gnrabgn.  b.  Düren.  (Bonner  Jbb.  107, 
291-93.)  [810 

Günther,  A.,  Augusteisches  Gräoer- 
feld  b.  Coblenz-Neuendorf.  (EkAner 
Jahrbb.  107,  73-94^  —  B«4«wlg, 
Rom.  Grabfeld  in  Coblenz.  (Korr.- 
Bl.  d.  westdt  Zt  20,  101-3.)  — 
Ders.,  Niederberg  -  Ehrenbreitstein. 
(Ebd.  103-6.)  [811 

Hettner,  Die  Grabkammem  v.  St 
Matthias  zu  Trier.  (Westdt.  Zt.  20, 
99-109;  Taf.  6  u.  6.)  [812 

WillerSy  H.y  Die  röm.  Bronzeeuner 


Deutsches  Altertum. 


•31 


V.  Hemmoor  nebst  e.  Anhange  üb.  d. 
röm.  Silberbarren  aus  Dierstorff. 
Hannover,  Hahn.  4®.  viij,  261  S., 
13  Taf.  16  M.  [818 

Bez.:    Olobn«   80,   265-69  P.  Höfer,  Der 
röm.  Handel  mit  Nordenropa. 


Limes  9    Der    obergerm.  -  raetische 

(8.     1901,    2870).     Lfg.    14.      76    S., 

20  Taf.  [814 

Inh.:  Fr  Winke  Im  Ann,  Kastell  PfOns. 
10  M.  80.  (Sep.  15  M.)  —  Inh.  t.  Lfg.  18:  6. 
Wolff,  Erdbefestigangen  t.  Heldenhergen. 
Sep.  S  M.  60;  K.  Schumacher,  Kael  u. 
VicuB  b.  Wimpfen.  Sep.  4M.  40;  Fr  eicher, 
Kaat.  Heidtnheim.   Sep.  S  M.  40. 

Popp  9  K.f  Das  Römerkastell  in 
Eining.  (Beitrr.  z.  Anthrop.  u.  Ür-G. 
Baiems  14,  101-12.)  [816 

Laehenmaier.  Zu  „Clarenna- Wend- 
ungen" u.  „Ad  Lunam-Ürspring". 
(Westdt.  Zt.  20,  6-13.)  [816 

Bilflnger^  A.^  Das  Römer-KasteU 
Heilbronn-Böckingen.  (Ber.  d.  bist. 
Ver.  Heübronn  6,  77-84,  2  Taf.)  [817 

Ritte rlingy  E«.  2  Münzfunde  aus 
Kastell  Niederbieoer.  (Bonner  Jahrbb. 
107,  96-131.)  [818 

Haltern  u.  d.  Altertumsforschg.  an 
d.  Lippe.  (=  Nr.  782.)  jx,  228  S., 
39  Taf.     10  M.  [819 

Inh.  I:  Hiatorischei  o.  Topographisches 
üb.  d.  Umgebg.  Haltems  (Anfs&txe  r.  Philipp! 
a.  Hgen;  TcrgL  Nr.  34  a.  411).  IE:  Bitterling, 
Befestigung  auf  d.  HOnenknftppen  b.  Dolberg 
B.  Nr.  882.  in:  Die  röm.  Niederlassg.  b. 
Haltern,  a)  S.  55-106,  Taf.  5-88.  F.  Koepp, 
Die  Anlagen  am  Ufer  der  Lippe,  b)  S.  107 
-74,  Taf.  8S-38.  £.  Bitterling,  Die  Fund- 
stücke, c)  S.  175-98.  G.  Sohuchhardt,  Das 
Kastell  auf  d.  St.  Annaberge,  d)  S.  199-216. 
Der 8.,  Die  Aliso-Frage.  e)  S.  217-S4.  6. 
Loeschke,  Vermutungen  üb.  d. Bestimmung 
u.  d.  Q.  d.  röm.  Anlagen  am  Lippe-Ufer  b. 
Haltern,    f)   S.  225-28.  O.  Dahm,  Nachtrag. 


Kenner^  F.,  Die  röm.  Nieder- 
lassung in  Hallstatt  (Oberösterr.). 
(Sep.  a  :  Denkschrr.  d.  Wien.  Akad.) 
Wien,  Gerold.  4^  44 S.,  Taf.  4M.  [820 

Onlrs,  A«,  Ueb.  d.  aufgedeckten 
Reste  e.  röm.  Gebäudes  inPola.  (Mitt. 
d.  Central-Comm.  27,  128-30.)     [821 

Weber,  Fr.,  Beitrr.  z.  Vor-G.  v. 
Oberbaiem  (s.  1901,  813).  H:  Zur 
Provinzial-  römisch.  Periode.  (Beitrr. 
z.  Anthrop.  u.  Ur-G.  Baiems  14, 1-36, 
Taf.).  —  H.  Arnold,  Das  röm.  Heer 
im  baier.  Rätien.   (Ebd.  43-100.)    [822 

Tambfilt,  G.,  Neu  aufgefundene 
röm.  Ansiedlgn.  auf  d.  Gemarken 
Mettenbuch  u.  Burgweiler.  (Korr.- 
Bl.  d.  westdt.  Zt.  20,  129-33.)  —  E. 


Wagner,  Röm.  Gebäude  bei  Bausch- 
lott,  A.  Pforzheim.  (Ebd.  183-88.)  [823 

Sieboorg ,  M«  ^  Die  Legio  1  (Ger- 
manica) in  Burginatium  am  Niedor- 
rh.  (Bonner  Jahrbb.  107,  182-89, 
Taf.  9.)  —  F.  Cramer,  Buruncum- 
Worringen,  nicht  Bürgel.  (Ebd.  190 
-202.)  [824 

Hujbrigts,  F.,  Ton^pres  et  ses  en- 
virons  pend.  Toccupation  romaine  et 
franque.  (Sep.  a.:  Bull,  de  la  Soc. 
arch^ol.  et  litt^r.  duLimbourg  XIX.) 
Tongres,  Collie.     177  S.,  Kte.    [826 

Stein,  A.,  Albinovanus  Pedo. 
Progr.  Wien.  [826 

IVied,  F.,  Wo  schlug  Cäsar  den 
Ariovist?  (Berr.  d.  Freien  Dt.  Hoch- 
stifts 17,  266-76.)  [827 

8t«gnaDB,  Die  Berr.  d.  Sohxiltsteller  d. 
Altertums  üb.  d.  Yarusschlaoht  u.  d.  Kastell 
Aliso,  m.  Einleitg.  u.  dt.  Uebersetsfr.  Det- 
mold, Hinriohs.  28  S.  60  Pf.  —  Der s., 
Zur  Lage  des  Kastells  Allso.  Ebd.  15  S. 
50  Pf.  [828 

Knoke,  F..  Ein  Urteil  FRitterlings] 

üb.  d.  Yaruslager  im  Haoichtswalde, 

geprüft.   Berl.,  Gaertner.    28  S.,  Taf. 

1  M.  20.  —  H.  Delbrfiek,  Zur  Frage 

d.Yarus-Lagers.  (Preuss.  Jahrbb.  106, 

666-68.)    Vgl.  1901,  2886.  [829 

Bes.  T.  Knoke's  Schrift:  Dt.  Litt.-Ztg.  1901, 
Nr.  51/52  Schuohhardt. 

1f alfneyer,  A.,  St&tten  german.  Freiheits- 
kämpfe u.  Oötterheime  bei  Bielefeld.  Unter- 
suchgn.  üb.  Caesars  Oermanious  Baohesug 
Tom  Sommer  d  J.  15  n.  Chr.,  d.  Ueberreste 
aus  dies.  Zuge  in  d.  Gegend  westl.  Bielefelds 
u.  d.  Besiehgn.  d.  altnord.  german.  Götter- 
sage SU  dies.  Gebiete.  Heidelb.,  Selbstrerl. 
40  S.    90  Pf .  [880 


c)  Äußbreit%mg  der  Deutschen  vmd 
Begründung  germanischer  Reiche. 

Sehipa,  M.,  Un  passo  dnbbio  di 
Ennodio.  (Sep.  a.:  Atti  del  TAccad. 
Pontaniana.  XaXI.)  Napoli,  tip.  dell' 
üniversiti.     12  S.  [831 

Bes.:  Bir.  stör.  ital.  6,  S67f.  Cipolla. 

Bftekgtröm,  A«,  Ueb.  d.  Orosius- 
Codex  F.  V.  I.  Nr.  9  in  d.  Kaiserl. 
öffentl.  Bibliothek  zu  St.  Petersb.  (N. 
Heidelberg.  Jahrbb.  10, 242  46.)   [832 

SJer,  Edlctns  Botarl;  studier  verdrifrende 
Langobardemes  Nationalitet,  s.  1901,  908. 
Bes. :  Ans.  f.  dt.  Altert.  27,  228-80  Much.  [f  98 


Lieder,  Die,  d.  Edda;  hrsg.  v.  B. 
Sijmons  u.  H.  Gering.  Bd.  I: 
Text.  Tl.  2:  Heldenlieder.  S.  223 
-497.    6M.  60.  —  Voll8tänd.Wörterb. 


•32 


BibUogT^»tiie  Nt.  »U— 9d« 


lad  Li«<lera  d.  Bddft  T  H  Gering 
Abtlg  I.  5«  Sp  9  H  Gennan 
HftöIbibUotli.,  begr  *  Zachn  VII, 
S  D.  A.)    Halle.  Waüenhaiu        'i>A* 

AlUwf,  H^  Zum  WalthariDg  (Zt 
f.  dt.  nülol.  S3.  »»-«8)  [iS& 

KMm;  hng.  n.  erkl  t  E. 
Martin.  Ana  i.  (Gennan.  Hacd- 
bjblioth.  n.)  Halle,  Waüenhaiu.  i^ 
812  8,    7  M.  (85« 

Weiser,  Ph-,  Zur  Sa«e  von  d- 
Nibel  ongen .  Greibiralder  Schul  -Progr 
**.     WS.        ^___  [M7 


■    IMt,  WM.     B«.: 


(BeltR.  ■  e  d  dt  Spnch*  L  Lilt^  N.  Ml 
-«S.|  Til    IMI,I«M  l«W 

Efffer,  J.f  Die  Barbaren  einfalle  in 
d.  Provinz  BStien  and  deren  Be- 
setzung durch  Barbaren.  Tl.  I.  (Arcb. 
f.  flrterr.  G.  90,  77-«82)  8ep  Wien, 
Gerold.   !U  S     6  H  [MO 

Euifkuuuu  F.,  Oeoseiikc«  gotice. 
(Zt.  f  dt.  PhUol.  38,  1-6.)  [g*l 

Marx,  Trier  mr  Zeit  d.  Volker- 
wanderg.  (Trier  Archiv,  ErgAnzgabfl. 
1.  I-U-)  [842 

Ktmkt,  H.,  Dm  Gräberfeld  v. 
Baitlicksbof.  (Schrr.  d.  phydk.-ftko- 
nom.  Qei.  ESuigaberg  31,  lOS-U, 
Taf.  3  u.  1.)  (843 


Sj  Innere  VerhältnUte. 


1,  »M.     B».r    BMIing. 


Ani   f.  dt  Alint  It,  ttt  K 


ScknIdtjUw.,  Zur  german.  Ter- 
ruigB.-0.  (Weatdt.  Zt.  SO,  1-5.)  [846 

Saka,  B.,  Sermo  r«gii.  (Herr  db. 
d.  TlidlgD.  d.  kgl.  sILchs.  Qea.  d.  Wies. 


d.  germau.  Volkwtaaten,  e.  Beiti.  k. 
dt-  Recht«-G.  (■,  '99.  2784).  Tl.  H. 
(—  Hft  61  V.  Nr.  667.)  inj.  863  S. 
9  M.  [848 


WUkc,  Der  ^ohe  Stem-  «  DOkm 
bei  Orimnia.  Vbdlgn.  d.  Berlia,  aa- 
thropol  Ges    1901.  l»4-?01-j         [S&l 

FrwuiM,  Die  älteat.  Denkmale  i. 
Chriitenttmu  in  Baiem.  <  Hüt.-potit 
BU.  12«,  313-S«:  3>«»-401.>  (Ut 

BUlHfVr,  6.,  Untereucfaga.  üb. 
d.  Zeitrechnong  d.  alt«n  Gertnaoei 
(I  1901,  2915  .  H^  Das  gennan  Jnl- 
fert.  *•   I3ä  S.  2  M.  50.  [8U 

TIU«,  lala  lad  ckiMMM,  ttete  ^Im  n 
Um  Rnrauis  jmr,  ■  IMI,  »W  Bk  :  Xt.  t 
4(.  PbUeL  n.  tU-it  Fi   FiiIMaM  (M« 


Wohnbau  u.  aeine  Kinrichl 
Von  d  L'raeit  bi«  i.  Ende 
wingerberrschaft.  Lpi.,  Bai 
IIJ.448S  m.209Abbildgn.  liH.  (866 

S«kr*«ier,  F.,  Eine  Terteidigiing 
d.  EnmeniuBM^  (Ann.  d.  bisL  Ver. 
f.  d.  Kiederrh.  72,  89-101.)  (856 

nelse,  F.,  BdtiT.  i.  G.  d.  rAm. 
Weinbaues  in  Gallien  u.  an  d.  MoseL 
Hamburg.  Progr    38  S.  [867 


2.  Franki»clu>  ZeU  bi*  »18. 

a)   MertMcingigelie  Zeit. 


TgL^  L   Dicbsin«.  Ci 

DAitTTOlDg«  bitftmjnlfliL 

diu»  W,  Ml-UJ  —   Bh.    ..  otcMBai,    üb 

l>uiia    *.   Ftoilul    «Ic.    I.  IMl,  Bit ;     Hi(L 

Vlanaljtclu   4^1S-M  Smu.  [SM 

Merer,  W. ,  Der  Gele^enheits- 
dichter  VenuitiuB  Fortnnatai.  (Ab- 
hdlgn.  d.  kgl    Ges.  d.  WiB8.ni  Gott 

,  IT,  bA  Berl.,  Weidmann.  4*.  140  S. 
9  M.  [8» 

'      B«:  N.  akUt  n,  iw-n  r  it.;  im. 

Litt  zt«  IMI.  Hl.  11  DOmmlu. 

Dostal,  J.,  Ueb.  IdentitU  o.  Zeit 

T.  Pereonen  bei  Tenantius  Foctanatos. 

'   ProCT.      Wiener  -  Neustadt      IW». 

Sl  3.  [860 

Bckaircr,   Bis  Vcrfui«  d    nffn.  mA*- 

S*r-CkRUilk.  •    IMl,  JSxa     K«.:  BlM.».n, 

MoUbIw  ttd 

Woliln,  J.^  Ueb.  d.  Anfänge  d. 
MerowingerTeichea(B.  1901,919),  ll.II, 
Meldorfer  Progr.   67  S.   1  H.  SO.    (Stt 


Deatsches  Altertnm.  —  FillnkiBche  Zeit. 


•33 


Dktiiu,  H,,  Clovis,  U  Gaule  ro- 
maine  et  l'Alsace.  (R«v.  d'Alsoce  51, 
1-46.}  [863 

Deirient^  E.,  Angeln  n.  Warnen. 
Die  Entstehg.  d.  thSring.  Stammes. 
{N,  Jahrbb.  f,  d,  klasi.  Altert,  etc. 
7,  418-32.)  [864 

Knrth,  G.,  Lee  comtea  d'Auvergne 
au  6.  siäcle.  (Bull,  de  l'Acad.  roj.  de 
Belg.  '99,  769-SO.)  —  Ders.,  La 
natioDalit^  en  Auvergne  au  6,  Bi^cle. 
(Ebd  1900,  224-42.)  —  Ders.,  Lee 
comtes  et  les  dnca  de  Toora  au 
6.  aiäcle.    (Ebd.  858-83.)  [866 


I   (B.  1901,  893t).    n.    (HiBt.  Jahrb.  23, 

I    267-76,)  [87* 

Traube,  L.,  Das  Modeneier  Lied 

„0  tn  qai  aervai  annis  ieta  moem&." 

(N.  Archiv  27,  238-36.)  [876 


Weber,  F.,  Aeltere  FuDdnachrr.  a. 
Oberbaiem  (h.  1901,  2836).  UI.  Funde 
a.  d.  genuau.  Periode.  (Altbaier. 
MonatsBchr.  3,  6-10.  [866 

Harbaner,  J.,  Katalog  d.  mero- 
wingiacb.  Altertümer  v.  Schretzheim 
im  baier.  Schwaben.  Tl.  I.  Mit 
4  Taf.    Düling.  Progr.    66  S,      [867 


bj  Karolingisehe  Zeit. 
Girr,  A.,  Noticee  biblio^aphiquee 

Bur  les  aichiveH  des  ^glisei  et  dee 
monast^reB  de  l'^poqae  carolingienne. 
(Biblioth^que  de  l'äcole  des  nauteg 
ötudei.  Fase,  132.)  Paria,  Bouillon. 
102  S.  3  fr.  60.  [868 

Lechner,  J.,  Die  älter.  EOuiga- 
urkk,  f.  d.  Biatum  WonnB  n.  d.  Be- 
griiudg.  d.  biachOfl.  Füratenmacht. 
(Mitt.  d.  Inat.  f.  öaterr.  G.fortchg.  22, 
361-419;  639-74.)  [869 

Tangl,  M,,  Die  Urkunde  Ludwiga 
d.  Fr,  für  Fulda  v.  4.  Aag.  817, 
Mühlbacher  666  (642).  (N,  Arch.  27, 
9-34.)  [870 

CirlnUT):    Mltt    d.  Id».  f.  «tan.  Ö.  91,  Hi 

*l^ennlnffkoff,  A.,  *  Urkk.  f  d. 
Abtei  St.  Remi  zu  8ena  a.  d.  Jahren 
83Ö-Ö53,  (N.  Archiv  27,  217-82.)  [871 

Gtanl,  B.,  Dipl6me  inädit  de 
Pöpin  I.  d'Aquitaine.  (ßiblioth.  de 
r^cole  des  Charte»  62,  264f.)       [872 

Arbole  de  Jnbainrllle,  d',  Rap- 
port Bur  lea  papiere  d'Arth.  Giry 
concern,  lea  dipt6meB  de  Charles  le 
Chauve.  (Comptea  rendue  de  l'Acad. 
dea  inacriptionB  1900,  363-67.)     [873 

SebrSrs,  H.,  Eine  vermeintliche 
Kondltrede   d.  Papetea  Hadrian  n. 


Dubrnel,  M,,  Fnlrad,  arcbichape- 
lain  dea  premiere  roie  Carolingiena 
et  abbö  de  St.-DeniB-en-France.  (Rev. 
d'Alaace  62,  139-G2;  S54-73;  617 
-40.    63,  86-66.)  [876 

RobioBf,  B.,  Le  ^erre  de!  Franchi 
contro  i  principi  di  Beuevento. 
Napoli,  atab.  tip,  Pesole,  130  S.    [877 

BIbal,  Baletaibort  Im  Llppa-,  Bubi-  a. 
DUBtl-aablaUD.  unHaUvaga  lNf.SM.  \\m% 

Sacknr,  E.,  Ein  rSm.  M^estäta- 
prozess  n.  d.  Kaiserkrdnung  KarlB  d. 
Gr.  (Eist.  Zt.  87,  386-406.)  [878 

TaoJel,  La  campa^e  de  Fontanet, 
präa  Auserre  {26  juin  841).  Paris, 
Lavauxelle,  1900.  70  S.  1  fr.  60.  [879 


Vaaeu,  M.,  NuhtrlgUahe«  iiiiiii  „Onuu- 
triUgaa".    (HU.  d.  Var.  f.  Ldkda.  T.  Nladar- 

ouerr.  SS,  gi-fls.)  Vgl.  1W1,  ifls;  [«so 

Caro,  Q.,  Abt  Gozpert  v.  Rheiuau 

u.  Graf  Goipert,  «88-  c.  910.  (Anz.  f 

achweiz.  G.  1901,  398-401.)  [881 

BltterUng,   E.,   Die  BefesticfuDg 

auf  d.    HOneoknäppen   b    Dolberg. 

(Mitt.  d.  Altert.-KouuuiBS.  f  Weatfd. 

3,  37-51,  Taf  3  n.  4)  [882 


'laitetJahnohTUI.  IM».  1.    BlbUngiaphia. 


e)  Innert  Vtrhältniwe. 

Brauner,  H.,  Ueb.  e.  verschollenes 
merowing.  KOnigsgeBetz  d.  7.  Jahr- 
hunderts. (Sitzongsberr.  d.  Berl. 
Akad.  1901 ,  922-66.)  Sep.  Berl., 
Reimer.     1  M,  [888 

Sepp,  B.,  Entstehungateit  d.  Lex 
Bajuwariomtu.  (Altbaier,  Monatsschr. 
8,  86-43.)  [864 

CarO}  U.,  Studien  zu  d.  älteren 
St.  GaUar  Urkunden.  Die  Grund- 
beaitzverteilung  in  d.  Nordostachireii 
u.  in  d.  angrenzenden  alamanniBch. 
Stammgebieteu  zur  Karolingerzeit. 
Abschnitt  I.  (Jahrb.  t.  achweiier.  Q. 
26,  206-94.)  Vgl,;  Caro,  Orond- 
besitzverteilg.  etc.  Vortr.  (Jahrbb.  f. 
NationalOkon.  76,474-96.)  —  Dera., 
Zur  Grundbesitzverteilnng  in  d. Karo- 
lingerzeit.   (Dt  Q-bU.  3,  66-76.)    [886 

Bondroitl  A.,  De  capacitate  poa- 
sidendi  eccleBiae  necnou  de  regio 
pioprietatiB    vel    dispositioniB   domi- 


Bibliogr^ifai«  Nr.  88«— »9. 


nio  in  pAbimoiiio  eccienasticn  Mttte 

Heroviiigic*,4«l-761  T.I.DiBB.jnTid.  8  fr 

kist.  Lovaaii.    Tu   Linthont.     1900  Mr*baal,  D« 

iqT,  SM  3,     |8»6  "* 


Tonn.      Pbjt«,    IdUtMC. 


Traabc,  L,,  Altert«  Handachrift 
d.  AenigniKt»  Boinfatü.  (N.  Anh.  ST, 
<18-14.j  E.  Dllmmler,  Anhang 
(Ebd.  ajöf)  [887 


3.  ZeU  der  » 

Kaiser,  91»-1»S^ 


UaOait.  ,.... 

Svpf,  B.,  Zu  ChroDologie  d.  erit«D 
4  &3nUach.  Srnoden  d.  8.  Jh.  (Eist 
Jahrb   22,  317-29.)  [89j 

PastUnrer,  M^  Todesjahr  d.  hl. 
Eorbiuüui.  (Tea  v.  Nr.  694.1       [892 

ScbrMer,  Alfr.,  Der  U.  Ulrich  □. 
d.  Bckhuin  Wiborada.  (Hut.  Jfthrb. 
88,  276-84.)    [893 

EaU,  Der  hl.  Chrodeswig,  Bischof 
T.  Uetz  (T4S-66)  in  d.  G.  d.  Psdago- 
gik.  (ICH.  d.  Gm.  f.  dt  Emeh^.- 
V.  8chnl-G.  11,  289-61.)  [894 

Bloch,  H.,  Karoling.  Bibliotheki- 
Eataloc  ADB  Eloiter  Horbach.  (Aas: 
„StrsAb.  FesUchr.  i.  46.  Venommlg. 
dt.Phüoli)geDete.")Stra«eb.,Trübiier. 
S.  267-86.     1  M.  [896 

UUlMhcr,  A.,  Die  Terfuterfiage 
im  althochdt.  Tatün.  Tl.  I.  Potener 
ProgT.  4*.  88  8.  [896 


s.  d.  Hnowliigaixalt,  i.  IML  t»H.  Bu.: 
BML  L  AU«.  Zt«  1*01,  Xt.  110  Plpv  B.  Kl- 
WUw(.  -r.  X.  >bd.  Kl.  MI.  [Wl 

Schmitt,  Fn.  Jak.,  Die  «bemal. 
Sauet  Salvator-Banlika  in  Fraukf.  a. 
U.     (B«peTt.    f.    Ennrtw.   34,    861- 

MO  [898 

BeisMl,  St.,  Die  FfalikapeUe 
Earls  d,  Or.  m  Aachen  n.  ihre  Ho- 
faiken.  (Stinimeii  a.  Maria-Laach  60, 
186-63;  884-97.)  [899 


«oroin".  lieipz.  DiiB.1900.  88  8.    [9O0 

Galf ,  Ck.,  La  famüle  i  l'äpoqae 

'Mt^ovmg.     Etatte    faite   priacipale- 

nent  d'apr^  lea  räcita  de  Gr^goifB 


Sacknr,  E^  Die  Quellen  f.  d  ent 

Ramenng  Ottos  I  (Am:  ^tr»Mb. 
Festachr.  i.  46.  Venamnüff.  dt.  Philo- 
I  et«.")  StraMb.,  TTübner.  8  249 
60  Pf.  [903 

Jons,  F.,  Rno%er  n.  d.  AnfMiud 
Lindolis  T.  Schwaben.  Schweriner 
ProgT    82  S.  [904 

P«rlback,  K.,  Zn  d.  Utest.  Lebaw- 
b«schreibgu.  d.  heilig.  AdaJbert.  (N. 
Archiv  87,  36-70.)  VgL '99,  948.  (906 

DItIfrick,  StnHftmsvB  d.  Schifft-  ■. 
Quallankdi.  d.  dt  MltuUlun,  ■.  iml  ms. 
R«  :  ZI  r  O  d.  OhBIÜ.  14,  4tS-TS  LMba«) 
Bin  Vl«r«UieliT  *,  UBt  O.  C.  —  Tri.; 
K,  Bnia4l  IZt  f.  fl.  d  Obnrti.  17,  IM-M)    [SM 

BrwsilaH,  H.,  Beitrr.  a.  Kritik  dt 
Q.-Qnelleo  d.  11.  Jh.  N.  W.  I:  Ha- 
mann V.  Beicbenan  d.  d.  Cfan»ican 
Snevicnin  tmiTereale.    (N.  Arcfair  87 

186-76.)  [»M 

C«*chie,  A.,  La  Cfanmiqne  de 
Saint- Hnbert  dite  Cantatorinm,  le 
Uvre  second  des  Uintcnla  Saadi 
Huberü  et  la  7iu  Theoderid  abbatü 
AndaginenHia ;  obaenmtiona  nir  rattri- 
bution  de  ces  trois  oeamn  ä  Lambert 
le  Jenne,  moine  de  Saint-Hnbeit. 
(Compte  rendu  des  aöancea  de  la 
comm.  Toy  d'bist.  de  I'acad  de  Bdg 
11,  61-144.)     Vgl.  1901,  »978.      (906 


Morel,  Ch>,  Obserrationa  c 
tiqnes  et  histor. ,  ä  propos  de  qael- 
ques  chartes  du  10.  sikclB  rabtt  an 
comte  Turimbert.  (Am.  f.  echwui. 
G.  1901,  416-26.)  [«11 

Tandn-Uader«,  L.,  A  piopM 
d'nne  ehart«  de  Baldäric  d'CireckL 
(BnU.  de  l'Ac&d.  roj.  de  Belfr  19M 
37-53.)  nii 

BruBH,    D»    Cnrtli    " Ml.   •.    1901. 

■Mt.    BW  :  N   A»U*  »T,  MSC  ».'«.     mu 


Fr&nkisclie  Zeit.  —  Zeit  der  Achnscbon,  frBokiKlieii  n.  stuofiichen  Kaiaer.  *3& 


Hsfenmerer,  B,,  EpisttÜAe  et 
chartae  ad  hiBtoriam  primi  belli 
gacri  ipeetauteB  quae  auperauut  aevo 
aeqaaleB  ac  Kenninae.  Die  EreuE- 
lugsbnefe  a.  d  J.  1089-1100.  Eine 
Quell enBammlg.  e.  G.  d.  I.Kreuzzngea. 
MitErläutergn.  hrsg.  Iniidbr.,  Wagner. 
I,  «es  S.  16  H.  [eu 

Müller,  Ernst,  Das  Itinerar  KaiseT 
HeinrichB  III.  (108»- 105«)  mit  besond. 
-  Berücksichtignug  sein.  Urkunden. 
(=  Hft,  26  T.  Nr  681.)  Bert.,  Eberiog. 
183  S.  3  M.  60.  (Kap.  1  alt  Berl.  Diu. 
ausgegeben.  66  S.)  [91G 

Laaer,  La  Hgat  da  Lonla  IV.  d'ODtta- 
P."i'«.        ■  '     [81« 

IlaMiaeh^E.j  Erzbischof  Siegfried  I. 
V.  Mainz  als  persönlicher  u.  polit. 
Charakter.  Bob  locker  Diaa.  62S.  [917 

TanderUiider«)  L.,  Richilde  et 
Hennann  de  Hainaut.  (Bull,  de 
l'Acad.  roy.  de  Belg.  '99,  661-76.)  [918 

QStiejA..  Die  Scfawedenachanze 
auf  der  Klinke  bei  Eiewend,  Ereia 
WeBthaveUand.(NachiT.üb.dt.Altert.- 
Funde   12,  17-26.)  [919 


b)  Staufisdu  Zeit,  1125-1254. 

HerrmAnn^  F.,  Erl&utergn.  zu  d. 

ersten    9  Büchern  d.  d&nisch.  0.  d. 

Saio  Gnunmaticue.  Tl.  I:  Ueber- 
Betzg.  Hit  1  Kte.  Lpz.,  Engelmann. 
508  S,     7  M,  [920 

B«.:  Dt.  Lltt.-Zlg  1M>,  «r.  B  Hiiuilar. 
-B«.     T.  JiDti>B'i  UabcrHUg.  (•  1»1, 

That«lier,  o'.  J.,  Zu  Otto  v.  Prei- 
Bing.  Geata  Fridenoi  U,  66.  (Hitt. 
d.  üiBt,  f.  ÖBterr.  G.  82,  669-61)  [9E1 

Meister,  k..  Die  Fragmente  der 
Libri  Vlil  Miraculonun  deB  Caesariua 
T.  Heiaterbach.  (IWm.  Quartals  chrift. 
Snppl.-Hft.  13.)  Freibure,  Herder. 
xuij,  281  S.  7  M.  —  H.  Hfifer,  Re- 

rBten  üb.  Caeaar.v.  HeiBterb.  (Rhein, 
bll.  5,  341-51.)  [BSS 

Egidl.  F.,  I>e  croniohe  di  Titerbo 
Bcritte  da  fratre  Francesco  d' Andrea. 
(Ärch.  d.  Societä  Romana  di  atoria 
patria  24,  197-862.)  |9S3 

Scheffer-Bolckortt,  F.>  ürknnden 
u.  FoTBCbgn.  zu  d.  Etageaten  d.  rtBuf. 
Periode  (B.  '99,  916),  a.  Folge.  (N. 
Archiv  27,  71-IU.)  [924 


Qttt«rbMk,  F.,  Deb.  Eaiaemrknn- 

.  den  d.  Jahres  1176.  (Ebd.245-50.)  [9S5 
Brctktli,    B. ,    H«:r>ii  at  Moaru     Zu 

Kritik  d.  goidan    BsUa  Kanis  Frladiiihi  I[. 

for  MUiraD  1,  J.  ms,  i.  IMl,  IRM.  (Anoh 
I   1b:  Zt.  i.  VtT.  f.  O.  Uthnni  s.  Botalaiiaai  t, 

VH-tO.)  [HS 

Kehr,  P.,  [KaiBemrkk.  1216-1886:] 
Ans  d.  Archiv  d.  Fürsten  Colotma. 
(ROm.  QuarUlflchr.  15,  176-88.)  [927 

LIpalflarlBMi  hng.  t.  Alihof,  i.  1901, 
mi.  Bai.:  Dt.  Lllt-Ztg.  IKIl,  Mr.  IB  Darp*: 
Au.  I.  dL  AJtsrt.  17,  Ml-46  Slnokai.      [>1S 


Jaab-ow,  J.  u.  G.  Winter,  Dt.  G. 

im  Zeitalter  d.  Hohenataufen  (a.  1901 
3003).  Lfg,  16  (—  Lfg.  146  T.  Nr. 
689)    Bd.n,e45-646;iTjS.  1 H.   [929 

Uaflipe,  K.,  Aua  d.  Kindheit  Euaer 
Friedriche  n.  (Mitt.  d.  Inst.  f.  Osterr. 
G.  22,  676-99.)  [930 

Krabbo,  H.,  Besetzung  d.  dt. 
BtBtümer  unter  d.  Regierg.  Kalter 
Friedricha    H.     (1212-1260).      Tl.    I. 


als  Berl.  Diss.)  [S31 

Hotta.  E.,  Fedetico  Barbarossa  in 

Talle    dl  Blenio.     (Boll.    stör,   della 

Sviziera  ital.  1901,  S6  ff.)  [938 

A14lat«r,  RaubaHUg.  d.  dt,  Blitamai 
DDlar  Papil  Innoosni  IT.,  tSU-Si,  L  ItOl, 
MI.  B«i.:  D(.  Ltn.-Zlg.  1901,  Ni.  11 
Hampa. [SM 

Fonter,  6.,  HL  B41a  magjar 
kiräJ;  emläkezete  (Ged&chtn.  d. 
ongar.  KOuigB  Bfla  Ul,).  Budapeet, 
Homytuitk;.  1900.  4*.  368  S.  [934 
■901.  Vi.  i/»  ChUd«. 

SüTlTler,  Ck.,  La  commune  d« 
Toumai  de  1187  i.  1211.  (Bull,  d» 
l'Acad.  r.  de  Belg.  1901,  247-96.)    [936 

Heine,  M.,  Kourad,  Edler  v.  Q^er- 
fürt,  d.  14,  Erzhiachof  V.  Magdeb.  1184 
-42.    (MantfelderBll.  16,  1-28.)     [jlSS 

FatHOw,  N.,  Okkupation  n.  Ko- 
loniaierg.  d,  Barnim,  (ForBchgn.  z^ 
brandb.  u.  .preusB.  0.  14,  1-48.)  [93T 


e}  Innere  VerhäUmtte. 

Zeomer,  X.^  Der  begrabene  Sohata 
im  Sachaeöiapiegel  I,  86.  (Mitt.  d. 
Inat.  f,  »ateiT.  G.  2S,  420-48.)     [938 

Bloch.  H.,  Zum  erat«n  Straatborger 
Stadtreeht.  (Zt  f  G.  d.  Oberrh.  16, 
401-06.)  Vgl.  1900,  3976.  [SM 


4.      sl 
•    Sil 

liii  f  ?■  i1  niiifuMMliMiL  il  r  TTT 
X-  Arc^iT  27.  237-44.         >4> 

SiemM  T   J    iJ».     Aät  f 
O    l>¥i.  ^1-43  »4« 


9tkmhej  Wük^  Die  GFondizm^  <i 

-*7.    V|rL  1»1,  10J2,  >47 

T«ift,  LG^  Der  llisioKTer^Q^^ 
Adalberti    t     Pn^      S<p    a.:    Ah- 
wetL«.      Monatudtr.      38.      317  C 
K^iii|^b,BeTer.^l3^KtelM60  '^^4« 

Gcrmdfe    i.  UQl.  SKI.      Mm. :  S  Arekrr  ST. 

MirhAeL.  E^  Gre^r  Vn^  d  Tater 
d.  BibelTertwCs?  Zt.  £  kath.  TbeoL 
25,  74^-40.;  [y»öO 

BnüsiB^y  n.  T.,  Zur  Frage  d. 
Seligsprecfamig  Bischof  Bernhards 
zur  Lippe,  i  Sitzmigvberr.  d.  Ges.  £ 
G.  etc.  d.  OiiMeproTiiizen  Bas&lands 
liK».  147-53.  [951 

L#i^.  P.  de.  De  rita  et  scrrptis 
AlberU  Magni  d.  190t,  3020  Pars 
altera.  ^AnalecU  BoUand.  20,  273 
-316 ;  —  £•  MichAely  Albert  d.  Gr 
(Zt.  f.  kath.  TheoL  25,  37-^;  181 
-208.;  —  Der«.,  Albert  d.  Gr.  als 
Mjttiker.  Thd.  735-38.)  —  Der 3., 
Zar  G.  d.  Mjstikeriii  Mechthüd  t. 
Magdeb.  (Ebd.  177-80}  [952 

WiBieriu  L.,  Die  ersten  Anfänge 
d.  Bened.-Stifte8  Braimaa  in  Böhmen. 
(Stodien  etc.  a.  d.  Bened.>  n.  Cist- 
Orden  22,  320-34;  525-33.)  [953 

Fastlimger,  M»,  MünchenB  kirchL 
Anfänge.  O'eil  ▼.  Nr.  694.)  [954 

8eefrie4.  J.  X.,  Graf  Berthold  t. 
Borgeck,  der  Mitetifler  d.  Benedik- 


Zmt  GrvBdsagd. 
J^'HMtrr*f\os6ia  n  S<zmJbnd.     (Mo- 
Ft^  £  W!^m^  G   190U  liSLi    [958 
.,  Zsr  G.  dL  BMnA 
T    Bk«fiba.    114»-11€9.     (Zt 
£  G  «cir  ScfeaewBi  X5,3.&3^7.     [959 


Kdlr«  J.«  üeiy.  e.    im 

d-  ^ouxncbcB 
SUBBgsberr.  d. 
Akad.    143.    Xr.  15.)     Wies, 
12  S      »  P£  [960 

J«  A^  ¥iaf  jiotd  T.  Lauten- 
e    B«zsr    l   Pldk»o>pliie-G.  d. 
11  Jt    m$C-polir  BQ.  127,  389-401; 

[961 
r,  P^  r^Bamrvi».  SchriheB 
d.  Hild«cani  T  Bi^ea.  Berün^GTmn.- 
Prt«r     4V    24  S  '  [962 

fmmmtrjm  P.  «t  derrml,  Une  cor- 
re^pondaace  d'ecolatres  dn  11.  riede. 
Notices  et    extrmitf  des  mannacrits 
de  la  BibL  Nat.  36,  487-^43.?      [963 


-JS  WilmMM.  —  Dcrs^  Di» 

•teC«.  «^   U«l-  1«2^      K«s.:  Zt.  t  dt.   PkOoL 

BlkriBgy  Das  Kürenberg -Lieder- 
buch nach  d.  gegenvärL  Stande  d. 
Forschg.  5- 19»>1, 10i6  .  Tl.  IL  Progr. 
Arnstadt.  4»    27  S.  [965 

BviAark.  Wmishfer  t  d.  Togal «tihK  ^ 
IMU  t<(^  Bcl:  BctL  L  AH«.  Zt«.  im, 
Xr.  2<  O  BreaMT;  Hist.  TMrt«l|^Giw.  4, 
1411  Hmr.  Leo;  Hxss.  Jakz^  23,  «ftS  Dta- 
««ckur  —  W.  WUMiaa«.  Z«  ^TaMbv  !^  S& 
(Zt.  1  ix.  Altert.  45>.  42.-^>  «.  £xk«n  ▼.  S4v 
Sckröd«r  «Ebd.  4S^ti.  —  BA«.  Sdaiiir, 
Waltkn  12.  2»N     .;Ebd.  4»L/  [M( 

Syd^w«  M.,  Borkjut  t.  lELcheMs 
n.  seine  Lieder.  BerL,  Majer  ä  M. 
70  S.  2  M.  40.  ,40  S.  ezsch.  ab  Berl. 
Dis«-)  [967 

SekMidt«  E««  Tannhäoser  in  Sftge 
o.  Dichtg.  Schmidt,  Charakteziatiken 
2.  24-50.  [968 

BetkABy«  *•>  I>«r  ,JLrchipo«t»" 
Nikolaus  Primas  o.  Walter  Mapes; 
e.  Beitr.  z.  mittelalterL   Litlerat-G. 


S&clu.,  Milk.  n.  itanf.  EuBeneit.  — VomlntemgaiuiibiflsnrBsfbnDftiioii.  *37 


d.  KiederrheiiiB.  (Honatasclir.  d. 
ber^Bch,  G,-Ver.  8,  168-67.)        [969 

Proehnow,  0.,  Hittelliochdt.  Sjl- 
vesterlegeiideii  a.  ihre  Quellen.  (Zt. 
f.  dt,  FhUol.  88,  145-212.)  [970 

SehSnbach.  A.  E.,  Mitt.  a.  altdt. 
Handschrr.  Vll:  Die  Legende  vom 
Engel  D.  Waldbruder.  (SitznngsberT. 
d.  Wienet  Akad.  1*8,  Nr.  XH.)  Wien, 
Gerold.    63  S.    1  M.  40.  [971 


HMtk,   Q.   I 


B».:  Litt.  Cbl.  IWI,  Ni.  U 

H.  B.  [Sil 

Frkiick,  K, ,  Eine  Fr&nkische 
Bildhauerecbule  vor  dem  Eindrin^ii 
d.  Ootik.  (Zt-  f.  bild.  Eanst  18.  2Ö9 
-64)  —  W.  Tftge,  Deb.  d.  Bamberger 

Domsbulpturen.  (Bepert.  f.  Eunstw. 
24,  196-229;  266-89.)  [973 

i^cbniltt,    Fn.    Jak.j    Die    erz- 

biechOfl.  Metropolitan  Suche  Sauet 
BupertDB  u.  VirgiliaB  zu  Salzburg  in 
roman.  Zeit.  (Repert.  f.  Kunstwiaa. 
24,  103-14;  331-38.)  [974 

KlutU  n  B*!»!«,  Dl*  PfanklKti>  St 
Poter  u.  Piul  ID  Balcbai>»-Nliid>riaU  u.  ihn 
'Wmndgemklds  1.  Nr.  bt».  i91tM 

Btbalt,  F.  T.,  TipliohH  d.  sToti.  Haidal- 
b«rg.  Ll*d>rbuid>ciluiri  a.  Tsrwudtit  Huid- 
Ktarr.  DKh  Wort  a.  BUd,  >.  IMO,  lOlfi. 
(OOlUng..  TsDdnlioMik  A  R.  11«  B.  aM.lO.} 
Bei.:     Dt    Lltt.-Z(g.  1901,    Ml.  W  T.  0«h«l- 

Darrer-R.,  Die  Maler- u.Sohreiber- 
Bchnle  V.  Engelberg.  (Anz.  f.  Bchweiz. 
Altertkde.  3,  42-56;  182-76;  Taf. 
9-11.)  [976 

4,    Vom  Inten-effnum   bia  xur 
R^M-maUon,  12S4-1S17. 


Ottokars.  (Carinthial,  91, 161  f.)  [977 


Bei  :  Hill.  VliilsIJ.iilht.  1,  MI  f.  HuapL  [978 

BegiBtreB,  Lea,  d'Urbain  IV 
(1261-64).  Kecueil  des  bnllea  de  ce 
pape  p.  p.  J.  Guirand  (a.  1901, 
8047).  Faac.  5.  (Biblioth.  dea  ^coles 
d' Äthanes  et  de  Rome.  2-  Mr.,  XBI, 
6.)  T.  m,  S.  1-128.    9  fr  60.       [980 

Begtstres,  Leg,  de  Martin  IT 
(1281-B5);   recaeil  des  bnlles  de  ce 


pape,  publ.  ou  analja^ea  d'apr.  lee 
mss,  OTginani  dea  archivea  du  Vatican 
Faac.  1.  (Bibl.  2.  S^r.,  T.  XVI,  1.) 
Paris,  i'ontemoine.  4'.  112  S.  8  fr. 
40.  [981 

Otto,  H.,  Zu  d.  Urkk.  ab.  d.  Ab- 
aetzg.  Adolfs  v.  Nassau.  (Bist. 
Viettelj.Bchr.  4.  607-11.)  Vgl.  1901, 
1049.  ^^__^  [^^* 

Holler,  S.,  Het  oude  register  van 
graaf  Florens.  (Bijdragea  etc.  v. 
het.  bist,  geuootach.  te  Utrecht  22, 
90-SG7.)  [S83 

Leldlnger,  Q,,  Bruchstflck  e.  dt. 
Gedichtes  üb.  d.  Fehde  d.  HenosB 
Bndolf  I.  T.  Baiem  mit  Bisch.  WoV- 
hard  v.  Augsburg  1296.  (Poracbgn. 
z.  G.  Baiems  9,  159  ff.)  [9U 

Dopsek,  A.,  Ein  Veneichuis  d. 
Beeitzea  d.  Herzoge  v.  E&mten  in 
Erain  a.  d.  Mark  t.  1311.  (Hitt  d. 
Inat.  f.  österr.  G.  22,  455-62.)      [985 

HBttner,  F.,  Lehenbocb  d.  Würs- 
burger  Bischofs  Gottfried  III.  t. 
Hobenlohe,  1317-1322  (s.  1901,  8056). 
Namen-  u.  Ortregiater.  (Forschgn.  e. 
Q.  Baiema  9,  268-88.)  [986 

SchBii,  Th.,  Gräfin  Gertrud  (Anna) 
V,  Hohenberg,  d.  erste  dt.  EOnigin 
a.  d.  Hanse  Zollem.  (Mitt.  d.  Ter. 
f.  G.  etc.  T.  Hobenzollem  84,  1-B9, 
Stammtaf.)  [987 

araebner,  F.,  BOhm.  Politik  t. 
Tode  Ottokara  n,  bis  x.  Aussterben  der 
Premjsliden.  Tl.  I:  Rudolf  v.  Habsb. 
eegen  Otto  v  Brandenburg.  DisB. 
Berl,  Ehering.    86  3.    1  H.  30.    [988 

ItafMh,  Bit  Klmtin-KiKlBU  Frag«  n.  d. 
TanKoililpolitlk  d.  mten  HftbibiirBn,  ■. 
IMI,  1M7.  Entgsgu.  T.  Dopioli  mat  i.  B«. 
Buhmuuu  BDlt  Astv.  B.i:  Hl*l.  Tlsrtelj.- 
•ehr.  4,  nS-M.  [SaS 

Benter ,  Erich ,  Der  Feldzug 
Rudolfs  I.  V.  Habsburg  geg.  Borgund 
1189  im  Zosammenhiuige  mit  «ein. 
Vor-G.  n.  d.  Politik  zwiach,  DUd.  u. 
Fnmkr.  HaUenser  Diss-   86  8.    [990 

Vopgchf  A,,  Eüu  antihabsburg. 
FOrstenbond  i.  J.  139S.  (Mitt.  d. 
Inst.  f.  österr.  G.    32,  600  ff)       [991 

Lanrln,  ff.f  Rudolf  v.  Habsbnrg 
Q-  d.  Wettiner.  (Wiss.  Beil.  d.  Lpz. 
Ztg.  1901,  Nr.  68.)  [993 

Waick,  Pmu.  Wartnugni  sin  t.  dt. 
XOnlgikTon*  lu  Z«lt  PhUipp*  d.  fislianai 
D.CI<muiT.,i.lW)l,«)U.  T«l.:J.BehwalB 

(B.  atoUt  n,  Mit.).  t*» 


Die  Be- 
im  <L 

Kaaila  <L  Papctei  Jobau  XTR 
(ffiit  J^iah    ».  129U37.  :»»7 

üeber^^uiife  d.  ILick  Bca»denlKzr^ 
M  d.  Hans  WitteUltffc  Tondi^n. 
L  Imadenb.  o.  pmus.  G.  14.  ±i&4 
-47.'  [^»ö 

T«^,  E«.  Enbiiaiof  B«ldiiiB  t. 
Tner  o.  d.  Fiage  d.  ThroDeBtagimg 
Kjüser  Lodvigi  d.  Büeni,  1332-^4. 
GittMiier  Dim.  50  S.  [^^ 

HeUcsecker^  J^  Studien  z.  Reich*- 
n.  Kirchenpolitik  d.  Würxburgcr 
HodutifU  in  d.  Zeiten  EMuer  Lod- 
wigi  d.  Bnieni,  133S-47.  Wüizb. 
Dise.  Augsburg.  Rieger.  ^^  S. 
1  IL  50.  [1000 

WUbelB,  Fn^  Zur  Enrerbg.  Ti- 
rols durch  d.  Hnbsborger  (Mitt.  d. 
Inst  f.  österr.  G.  tt,  4^2-66.)     [1001 

Mrr«  Die  Stndt  Heilbnmn  im 
päpctliciL  Bnmi  n.  ihre  Lofl^recbong 
1S50.  (Berieht  d.  bist.  Ter.  Heil- 
bronn  6,  19-35.)  [1002 

Mnere  d' Aertryeke^M^AeySiippl^m. 
eoncem.  les  cnmpagnes  flnmiuides 
de  1302,  1304  etc.  Gand,  Süfer.  16  S. 
§0  cU.  VgL  1901,  3069.  —  G.  0e« 
Mareiy  Ln  ngnifiention  histor.  de  In 
bntaOle  de  Coortrai,  11  jnillet  1302. 

Sev.  de  Bel^.  32,  77-92.)  Sep.  Bnix., 
eiBBenbrnch.  50  cts.  —  T.  Fris, 
Les  Flnmands  a  la  bataille  de  Cour- 
trai.  rBolL  de  la  Soc.  dliist  et 
^arcU.  de  Gand  8,  339-74.)      [1003 

BertheMi)  Raiabritterfehden  q. 
Landfriedensbündniaseim  13.  n.  14  Jh. 
r^ch  d.  Ver.  f.  G.  d.  Hzgts.  Laaenb. 
VI,  3,  75-115.)  [1004 

Zahn,    W.,    Kaiser  Karl  lY.   in 


M^l#7 )     [lOOi 


•9     ■   ■•■■■-■> 

-   hnjg.    ▼.   G.    Tobler 
€.'9ä>.975.  Bd.  IL  4dl  S.  CJL      flOlO 


■•Mer-Egg«r.  •.,  Ans  EiAuta 
Handsrhrr.:  Stnc^  ab.  d.  fikmnd  t 


I    .7 

i 


L  J.    1471.      ^X.    AiciiiT    27, 
177-203  £1011 

^  SIeüiy  Bcrtt.,  l>emsnpkMo  ioam 
äleäae  et  ciTitntis  legie  Ymtifl- 
LsTiensis:  hng.  t.  H.  M nrkg^raf 
=^yr.  195.)  Breslna,  WoUfiibit. 
4*.     lOd  S.     4M.  [1012 

Basehi,  Ji^  5  ürkk.  x.  G.  d.  Biga- 
schoi  Doinka{Htels  wlüir.  d.  Archie- 
piseopatB  d.  Jobs.  t.  Wnllemode. 
j^itzuigfberr.  d.  Ges.  £  G.  d.  Osi- 
inzeii  Riwalnndn  19M,  167 
-76.,  [1013 

Arten  betr.  G^ze  en  Zatphen, 
1400-1404;  uit  bet  stantnrcluef  te 
Dnsseldorp,  register  R  Ho.  25,  nitg. 
door  P.N.TanDoorninck.  Haariffm, 
TanBrederode.   146  S.  4fl.  50.     [1014 

JeddlB,   F..  FnedcMTwtiM   svM.  A 
Onf«s  ▼   Wmdemhtw  «-  ^  1%*!«^ 
Kngadni    m.     OberkalWleiB    ^afa     Yi 
S^saa^  Cbmr,  ».  OkL  14S7.    (Aas.  f. 
6.  1901,  SM-L)  nUi 

ürkuiden  d.  Oberianaüaer  Hos- 
sitenkrieges  o.  d.  gleichseiftw  d. 
Sechslande  angehenden  FebdeB^hng. 
T.  R.  Jecht  (s.  1901,  1070).  II,  2: 
1431  o.  1432.  (=-Nr.  235.)  8.  194 
-368.    4  M.  [1016 

Fris,  T.,  Oorkonden  botnJi.  d. 
opetand  ran  Gent  tegen  Philipe  den 
Goede,  1450-53.  (Annales  detm  Soc. 
dllist.  et  d*arch6oL  de  Gaad  4^  6b 


Vom  Interregnum  bis  snz  Unfonnatinn 


-148.)  Vgl:  Ebd.  S,  160—80.  — 
DerB.,  Onderzoek  der  Bronnen  van 
den  opatand.  (BuU.  de  la  Soc.  8, 
212-44.)  1^1017 

Lesart.  X.,  Un  document  mäd. 
concerD.  la  diplomatie  de  Louia  XI. 
ä  propoB  de  la  neutralit^  de  Tournai, 
1 478-79.  (Biblioth.  de  l'^cole  des 
chartea  8S,  15-34.)  [1016 

Bnndesbrier,  Der  Baeler,  v.  9.  Tl. 
1501  mit  anderen  zngehSrigeD  Äuf- 
leichugn.  Basel,  Reich.  4*.  S6  S., 
Taf,   1  M-  20.  [1019 

HoppCler,  B.,  Sali«- KulmlUui  I.  mkimt 
Uabarlhgsn  vegan  d.  Hiütiuig  <L  t  ■IdganOii. 
Ot»  Uri,  Scbwls  n.  ÜDUrwitld«!  In  d.  StnIU 
iwiich.   Hag.  Ulrlob    T.   WoitomlHrg   u.    d. 


MeraabuTB  D.  d.  Doifs  Atnodorf  mlHbalilan, 
n.  Okt.  IUI  (N.  Mltt  >.  d.  Gab.  Uit.-utlq. 
FonaHBiL  II,  M-M.)  ClOtl 

Joachim,  J.,  Die  „Mahnung  d. 
Christenheit  wider  die  Türken"  a.  d. 
Ende  v.  1454.  (Sammlung  biblio- 
thekawisB.  Arbeiten,  hrag.  v.  Diiatiko 
14,  87-102.)    [1022 

Kambaldt,  P.  L.,  Stefano  m,  dnca 
di  Baviera,  al  Berrizio  della  Lega 
contro  Oian  GaleAizo  Visconti,  Ingüo- 
agosto  1390;  nuove  oaserraziom  an 
dociunenti  iued.  (Arch.  ator.  lomb.  28, 
286-326.)  [loaa 

Emlsch,  H.,  Die  Dohnaache  Fehde. 
(N.  Arch.  f.  aächs.  0.22,  226-90.)  [1024 

Goeller,  E.,  KOnig  Bigmunda 
Eircbenpolitik  1404-1410.  Preiburg. 
DiBB.     120  S.  [1026 

PaBirlcb,  DI«  nrkandsnftlKliBii  d.lMohi- 
kaularm  Kupii  SoliUiik,  1.  1901,  MWi.  (BrH- 
Uiiar  1^1 )  [lOM 

Bess,  B.,  Das  BOndnia  v,  Canter- 
burj  1416.  (Mitt.  d.  lost.  f.  Öateir. 
G.forachg.  22,  639-68.)  [1027 

Binder,  F.  S.,  Die  Hegemonie  d. 
Prager  im  HuBitenkriege.  Tl.  I. 
(>^Nr.  63S.)  Prag,  Bohli6ak  &  S. 
168  3.     2  H.  [1023 

Hoffmann,  Alfred,  Friedriche  Ol. 
(IV.)  Beziehgn.  zu  Ungarn  14S4-77 
(a.  1901,  1082).  TL  H:  1470-74.  Glo- 
gauer  Progr.  20  8.  [1039 

Xronea,  F.  t.,  Beitrr.  z.  O.  d. 
Baomkircherfehde  1469-1470  u,  ihrer 
Nachwehen.  (Sep,  a, ;  Arch.  f,  Oatur. 


I  G.  LXXXH,  2.)  Wien.  Gerold.  80  S. 

!    1  M.  80.     Vgl,  1901,  8077.         [1030 

Bachnuuin,  A.,  Nochmals  d.  Wahl 

Maiimilian«  I    znm  dt.  König.  (Hiat. 

I    Viertelj.achr.   4,  463-80.)   ~   Vgl.   d. 

Erklärg.üImaiiDBa.Erwiderg.Bacb- 

manuB.    (Ebd.  6,  169  f.)  [1081 

Borckhnrdt,  P.,  BaBela  Eintritt 

in  d.  Schweizerbnod  1501 ;  Festschr. 

z.    Bimdeafeier   1901.      Hrag.    v.    d. 

KommiaB.    z.   Neujahrsblatt.      Basel, 

Reich.    46''S.,  Taf.  80  Pf,    Vgl.  1801, 

8108.  [1038 

Dnncker,   L..    Fürst    Rudolf   d. 

Tapfere  v.  Anhalt  □.  der  Krieg  geg. 

Hersog     Karl    t.     Geldern,     1507-0. 

(Sep.  a.:  Mitt.   d.  Ver,  f.  anhält  fl. 

9,  97-182.)  Gatting.  Disa.  8«  S.  [1083    . 



Barekhsrdt,  A.,  Der  Anfstands- 
verauch  d.  Brüder  Peter  u.  Hana 
Bischoff  1482,  nebat  Mitt  üb.  d. 
Tumult  V.  1402,  Bowie  Notizen  z. 
Geneal.  d.  Familie  BischofF  im  14. 
□.  16.  Jh.  (Beitrr.  z.  vateri.  O.  Baaela 
6,  401-584.)  [1034 

Wcl»,   Tk. ,   Bulaligs.    d.   EKadI  Dänin- 

tl90     [Bnch.  all  Hflnnhnn.  Slii.)  [loüf 

Hegel,  K.  t.,  Niklaa  Muffels  Leben 
u.  Ende.  (Mitt,  d.  Ver.  f.  Q,  d,  St. 
Nürnberg  14,  227-38.)  [1036 

UffMinet,  A.,  Tonmai  et  l'occapa- 
tion  anglaise.  Contribution  k  l'^tud» 
du  16.  sifecle.  Tonmai,  Castenunn. 
170  S,  [I08Z 

Bu.:  BlbL  da  Ptoola  das  oku«M  «1,  MI 


Ver.  Planen  14,  LTig-wtivuj,) 

NeoBiMin,  F.,  Studien  i.  Leben 
n.  Wirken  d.  Grafen  Eitelftiti  y. 
Zollem,  1463-1612.  Qreifswald.  DiwL 
90  S.  [lOSB 

Wagner.  F.,  Surfürst  Johann  t. 
Brandeob.  kein  Cicero,  (Forechgn.  ■. 
brandb.u,preuas.Q,U,46-68.)    [104* 

WegeMT,  W.  A.,  Ein  Streit  d. 
3ta^  Eberswalde  mit  d.  Hrzg.  t. 
Pommern,  (Brandenburgia  8,  256 
-67,)  —  H.  Schmidt,,  Znm  ÜeberfaU 
1.  Beelitz,    (Ebd.  241-49,)         [lOa 

Pjl,  Th.,  Die  hiator.  BUmI  im 
Leben  Heinr,  Bnbenowa.  (Pomm. 
Jafarbb.  2,  91-107,)  [1042 


•40 


BiVtiofrmplDe  Kr.  104»— lOtl. 


t) 


•)  V 


[IMI 


K^^kae,  €.,  Zur  Mgen.  Reforma- 
tion Kaiser  Si^mondf.  iX.  ArchiT27, 
251-63)  Vgl.  '»,  «8t4  und  '95, 
2984.  [1043 

Ka^scki,  A.,  Dm  Finanzwesen  d. 
Dt.  Reiches  nnter  Kaiser  Sigmund. 
(Jahrbb.    f.    Nationalökon.    76.    146 

[1044 

ZI 


V 


FT): 


-67 

Bes.  T.  190S,  lUS  (KvcÜMk, 
Dt.  lUiebM  «ater  Kaimt  Kat 
86,  S«0  A.  W. 

Kaiser,  H*^  König  Sigmunds  Ein- 
künfte ans  dem  Zehnten  d.  Bistums 
Strassbnrg.  (Mitt.  d.  bad.  hist  Kom- 
miss.  23  o.  24,  S.  83ff.)  [1046 


,  T.,  LAa4««fftm.  B«kArd«s 
StSiftd«  d.  Hagts.  Stcicr  1S8S-1411  «^  1991, 
1107  lUs. :  Mitt.  d.  last.  1  ö«t«rr.  Oibnchg 
St,  6SS-71  Dopwb;  HlM.  Zt.  SS»  tllf.  t  Be- 
low  [104€ 

Raab,  €•  t»,  Ans  e.  Amtsrech- 
nongsbache  d.  Landes  zu  Planen, 
1438-1439.  (Mitt.  d.  Altert.-Yer.  zu 
Planen  14,  j-xxrr.)  [1047 


Käser,  K..  Znr  polit  n.  sozial.  Bewe- 

ffong  im  dt.  Bürgertum  d.  15.  o.  16  Jh. 

(Dt.  G.bll.  3,  1-18;  49-60)  [1048 

Bm.  ▼.  1901,  S181  (Kftser):  MOhlhSiiMr 
G.bU.  1,  104-S  StolM. 

Diehl,  A.,  Zur  Verf.-  o.  Finanz-G. 
d.  Reichsstadt  Esslingen  im  13.  n. 
14.  Jh.  (Württ.  Jahrbb.  f.  SUtist.  n. 
Ldkde.  1900,  I,  41-96.)  [1049 

Hnber^  F.,  Der  Haashalt  d.  Stadt 
Hildesheim  am  Ende  d.  14.  n.  in  d. 
1.  Hälfte  d.  15.  Jh.  (Volkswirtschaftl. 
n.  wirtschaftsgeschichtL  Abhdlgn., 
hrsg.  V.  W.  Stieda.  Hft.  1.)  Lpz., 
Jäh  &  Seh.  148  S.  3  M.  (Auch  im 
gleich,  umfange  als  Leipz.  Diss.  aus- 
gegeben !)  [1050 

Bejer^  0«,  Schuldenwesen  d.  Stadt 
Breslau  im  14.  u.  15.  Jh.  mit  besond. 
Berücksichtigung  d.  Verschuldung 
durch  Rentenverkauf.  (Zt.  d.  Ver. 
f.  G.  Schlesiens  85,  68-143.)  Vgl. 
1901,  1119.     [1051 

Herger,  K«,  Amtsrecess  d.  Klippen- 
macher d.  Städte  Lübeck,  Rostock 
u.  Wismar  v.  J.  1486.  (Hans.  G.bll. 
1900,  153-65^  [1052 

Krause.  0.  u.  K.  Kunze •  Die 
älter.  Zunfturkk.  d.  Stadt  Greifswald 


t 


(a  1901,  illCV     Teil   IL 
sehe  Jahrbb    2^  10»-169.) 

Mettig,  C,  Die 
derLosIrikger^deiBRi^m.  (Hitwmgi 
berr  d.  Gem.  f.  G.  etc.  d.  Ortses- 
proTinzen  Rosalaiida  1900,  129- 
35  >  [1054 

Des  Mares,  Q^  La  lettre  de  fbire 
k  Ypres  an  13.  si^de;  contiibotioiis 
k  1  etode  des  papiers  de  cr6dit 
(M^moires  cooronn.  LX,  6.)  B^nx., 
Hajez.     292  S.    5  fr.  [1066 


B«1L  4«  VMuBmA.  wvj.  d»  B«l#.  ISM^ 
1S1-4S  PiTMM  a  Lammt»;  Mitt.  d.  ImtL  L 
tmtmrr  G.  IS,  IS^SS  AJoj«  Schalt«;  Ber.  Urt. 

MekriBg,  G.,  2  üiUc.  s.  G.  d. 
Haller  Münzstute,  Des.  1S08.  (Württb. 
Vierteljhfie.  10,  462-64.)  [1056 

■•llw«.  Dm  H*BdlMic«b«fek  ▼.  Hara. 
«L  Jok.  Witt«Bborc,  s.  1901,  ieS6¥  Bm: 
Dt.  Litl-Zt«  IMl,  Nr.  S»  KiRmkaim;  Hsm. 
GbO.  1900, 187-S06  KoppMABm;  Mitt. a.  d. hUL 
Litt.  90,  €7-70  KoakM.  [1«T 

Hlbler,  K.,  Das  ZoUbach  der 
Deutschen  in  Barcelona  (1425-1440) 
u.  d.  dt  Handel  mit  Katalonien  bis 
z.  Ausgange  d.  16.  Jahrh.  (Württb. 
Vierteljhfte.  10, 11 1-60;  331-63.)  [105S 

Abs  defli  Hamsbmch  e.  Nürnberger 
Kaufherrn  im  15.  Jh.  (Beil.  s.  AUg. 
Ztg.  1901,  Nr.  101.)  [1059 

iJesselbaeky  Tk.,  Grundlage  n. 
Bestandteile  d.  ältest.  hambnig. 
Schiffinechts;  e.  Beitr.  s.  G.  d.  norddl 
Seehandels  u.  Seerechts.  (Hans.  G.bU. 
1900,  47-93.)  —  F.  Brusy  Norweger 
u.  Deutsche  zu  Ayignon.  (Ebd.  142 
-52.)  —  0.  T.  d.  Mopp,  Zor  G.  d. 
Alaunhandels  im  15.  Jh.  (Ebd.  117 
-36.)  [1060 

Bs«aberfer,B«'rOlk«miigs-  ii  TtianfiMi 
•tatittik  in  d.  Stadt  u.  LaBdaehafl  Frafbof 
(im  üeebtUnd)  an  d.  Mitte  d.  IS.  Jli ,  ■.  190a 
9071.  Bm.:  Mitt.  a.  d.  hist.  Utt.  M,  109-45 
Ko«hae;  Jahrb.  f.  Oaaetageb^.  95,  114S^1 
Hoenigar;  Hist.  Vierta^.schr.  4,  419 -IS 
Doren.  —  G.  H.  Schmidt ,  Dia  BaTOlkarg  t. 
Barn  (TgL  1901, 1117)  o.  Freibarg  L  Ua.  im  IS. 
Jh.  (Zt.  f.  d.  gesamte  Staatawias.  S^in-«!.)  [lOn 

Mating-SaniHler,  A.,  Eine  Bflig- 

schaft  d.  Stadt  Chemnitz.     (Mitt.  d. 
Ver.  f.  Chemnitz.  G.  11, 123-29.)  [1062 

Hoffmann,  M.^  Ausgaben  e.  Lü- 
becker Gesandtschaft  (1416  Kopoi- 
hagen).  (Zt,  d.  Ver.  f.  lübeck.  G.  8, 
261-69.)  [1063 

StftUn,  P.  T.,  Zur  G.  d.  Poeten 
in  Württemberg.  (Württb.  Viertey.- 
hfte.  10,  200.)  [1064 


Vom  Interregnum  bis  zur  Reformation. 


*4I 


Renter,  Chr.,  Zur  G.  d.  Stral- 
Bunder  Schiflfbanes.  (Pommersche 
Jahrbb.  2,  166-78.)  [1066 

Niessen.  P.  Tan,  Der  ,,Markgrafen- 
weg"*,  d.  alte  Heerstrasse  nach  Preus- 
sen.  (Forschgn.  z.  brandb.  u.  preuss. 
G.  14,  259-63.)  [1066 

Lippert,  J«,  Bürgerl.  Landbesitz 
im  14.  Jh.  Znr  Ständefirage  jener 
Zeit.  (Mitt.  d.  Ver.  f.  G.  d.  Dt.  in 
Böhmen  40,  1-60;  169-212.)        [1067 

Wintterlin,  Die  ElosterBlanbenren- 
schen  Bauerngüter  [Rechtsverhält- 
nisse !]  am  Ende  d.  Mittelalters  nebst 
e.  Weistum  üb.  d.  Klosters  Maierhof 
zu  Laichingen  v.  J.  1373.  (Württb. 
Viertelj.hfte.  10,  319-28.)  [1068 

Jaksch.  A.  t.^  Das  Recht  d.  Stadt 
Friesach  m  Kärnten  v.  J.  1339.  (Mitt. 
d.  Inst.  f.  österr  G.  22,  661-64.)  h069 

Hoppeler 9  H«,  Beitrr.  z.  G.  d. 
Stadtrechtes  v.  Bülach.  (Anz.  f. 
Schweiz.  G.  1901,  410f.)  [1070 

Merkel,  J«,  Quellen  d.  Nürnberger 
Stadtrechts.  (Festgabe  d.  Götting. 
Jur.  Fak.  f.  Regelsberger 67-149.)  [1071 

Greiser ,  Dm  ältere  Becht  d.  Beichsstodt 
Rottweil,  1.  1901,  1181.  Bes.:  Hiat.  YiertelJ.- 
aolir.  4,  lS9f.  Bietaohel;  Mitt.  a.  d.  bist. 
Litt.  29,  206-8  Koehne;  Litt.  Cbl.  1901,  Nr.  85 
O.;  Zt.  f.  G.  d.  Oberrh.  16,760-63  Hie;  Zt.  d. 
SaTigny-Stiftg.  f.  Bechta-G.  82,  Germ.  Abtlg., 
48S-S6  Brück.  [1072 

Dozy,  Ch.  M*9  Het  zeerecht   van 

Edam.    (Verslagen  en  meded.  d.  ver- 

eeniging  tot  uitg.  d.  bronnen  van  het 

oude  vaderl.  recht  4,  339-64.)    [1078 

Slegl ,  K. ,  Daa  Acbtbach  des  Egerer 
Schöffengerichtes  a.  d.  Zeit  t.  1810-18i)0. 
Prag,  Calve.  111  S.,  Taf.  2  M.  40.  Vgl.  1901, 
8188;  Mitt.  d.  Inst.  f.  österr.  G.  28,  198  f.  Bret- 
bolz.  [1074 

Jecht^  R.^  Der  älteste  liber  voca- 

cionum  d.  Stadt  Görlitz.    (N.  lausitz. 

jaz.  77,  1-26.)  [1076 

Mating- Sammler 9  A*^  Erbrechtl. 

Ratswillküren  v.  Chemnitz.    (Mitt.  d. 

Ver.  f.  Chemnitz.  G.  11,  90-101.)  [1076 

FrlSy  T.,  Note  sor  nn  cas  d'inoapacit^  de 
■uccession  des  enfants  f6minins.  (Compte 
rendu  des  s6anoes  de  la  conun.  roy.  dMiist. 
de  l'aoad.  roy.  de  Belgique  11,  889-92.)  [1077 


ß)  Beligion  und  Kirche. 

Chronik  d.  Strassburger  Franzis- 
kaner Provinz ;  mitg.  v.  L.  Lemmens. 
(Rom.  Quartalschr.  14,  233-66.)  [1078 

Liedtke,  Urkk.  üb.  kirchl.  Orte  u. 
Geistliche   in  Masuren   aus   d.   Zeit 


vor  d.  Reformation.  (Mitt.  d.  litteran 
Ges.  Masovia  6,  68-96.)  [107» 

Sommerfeldty  O.«  Zu  Matthäus 
de  Cracovias  kanzelreonerischenSchrr. 
(Zt.  f.  Kirch.-G.  22,  464-84.)      j;i08a 

Ringholz,  0.,  Itinerarium  Einsid- 
lense.  (Anz.  f.  Schweiz.  G.  1900, 
343-46.)  [1081 

Fredericq,  P«,  Les  comptes  dea 
indulffences  en  1488  et  en  1617/19 
dans  le  dioc^se  d'Utrecht.  (Sep.  a.  r 
M^moires  couronn.  LIX.)  Brux.^ 
Hayez.  80  S.  [1082 

Bruiningk,  H«  t.^  Das  Missal  d. 
Rigaschen  Stadtbibliothek  v.  J.  1600. 
^itzungsberr.  d.  Ges.  f.  G.  etc.  d. 
Ostseeprovinzen  Russlands  1900,  43 
-66.)  [1088 

■iekMl,  Kaltnrsustände  d.  dt.  Yolkea 
währ.  d.  18.  Jh.  Buch  2:  BeligiOs-sittl.  Zu- 
stände etc.,  B.  ItOl,  8149.  Bes.:  Hist.  Jahrb. 
22,  »62-74  Kempf  (trI.  ebd.  S.  607  Erklärg. 
Y.  Pastor).  —  Slehael,  Krit.  n.  Antikrit.  in 
Sachen  meiner  G.  d.  dt.  Volkes.  Hft.  2:  Der 
Besensent  im  Hist.  Jahrb.  d.  GOrres  -  Oes. 
Freib.,  Herder.    54  8.    80  Pf.  [1084 

Fischer,  W»,  Earche,  Staat  u. 
Gesellschaft  am  Ausgange  d.  Mittel- 
alters. (Sammlg.  gemeinverständl. 
wiss.  Vortrr.  N.  F.  Hfl.  867.)  Ham- 
burg, Verlagsanst.  u.  Dr.  62  S. 
90  Pf.  [1085 

PanlnSy  C,  Welt-  u.  Ordensklerua 
beim  Ausgange  d.  18.  Jh.  im  Kampf» 
um  d.  Pfarr-Rechte.  Gtötting.  Diss. 
1900,  86  S.  [1086 

Reichert,  B«  M«,  Zur  G.  a.  dt. 
Dominikaner  am  Ausgange  d.  14.  Jh. 
(s.  1901,  1182).  Forts.  (Rom.  Quar- 
talschr. 16,  124-62.)  [1087 

SaleaMer,  Le  grande  sohisme  d'Ocoidenty 
B.  1901,  11S4.  Bes.:  Biblioth.  de  ]'6oole  de« 
ohartes  61,  620-22  Yalois;  Hist.  Jahrb.  22, 
181  f.  M.  J.;  Hist.  Zt.  88,  81-84  Haller;  Ber. 
intern,  de  thtoL  9,  219-26  £.  M.  [1088 

Flade^  Dt.  Inquisitionsverfahren 
um  1400.  (Zt.  f.  Kirch.-G.  22,  282 
-68.)  [1089 

Paulos  9  N«9  Bonifacius  IX.  u.  d. 
Ablass  V.  Schuld  u.  Strafe.  (Zt.  f. 
kath.  Theol.  26,  388-48.)  —  Ders.^ 
Aufhebung  der  Ablässe  im  Jubel- 
jahre. rE^d.  882-84.)  —  B/  Hof- 
mann  9  Der  Geburtsort  d.  iiblass- 
Predigers  Joh.  Tetzel.  (Wiss.  BeiL 
d.  Leipz.  Ztg.  1901,  Nr.  76.)     [1090 

Mirbach-HarlL  E.  Graf  t^  Beitrr. 
z.  Personal-G.  d.  dt.  Ordens.  Il:  Bailei 
Böhmen-Mähren  (s. '97,2811).  Schluss. 


'42 


Bibliographie  Kr.  1091— 113S. 


(Jfthrb.  d.  hermld.  Ge«.  .Jldlei^  11. 
10^-46.)  [10^1 

Hakb^  f.  Q*y  Raimandiifl  Pejr&adi, 
e.  Gnrker  Kirchenfursi.  Cikrinthia  L, 
Jg.  91,  110-25;  154-60..  [1092 

Bieter,  K.^  Beitr.  za  d.  (wirU 
•chAfU.  Q.)  kinhL  Znstäodeo  in  d. 
Diöie0e  KonsUnz  in  d.  2.  Hälfte  d. 
14.  Jk  Mit  urkdL  Beilagen.  (Frei- 
borg.  Diözesan-Arch.  N.  F.  2,  245 
-54.)  [1093 

HerrMABB,  Der  angebl.  hessische 
Yorreformator  Joh.  Usener  in  Schotten . 
(Beitrr.z.hess.Kirch.-6.1, 95-99.)  [1094 

Binder,  Die  Fronleichnamsfeier 
XU  Mainz  um  d.  J.  1400.  (Katholik 
81,  I,  489-507.)  [1095 

Liaaebom,  Die  Reformation  d. 
westf.  Bened. -Klöster  im  15.  Jh.  durch 
d.  Bursfelder  Congregation  (s.  1901, 
8167).  Anhang.  ^Stud.  u.  Mitt.  a. 
d.  Bened.-  u.  Cist.-Orden  22,  396 
-418.)  [1096 

HejdeBreick,  E.,  Das  wunder- 
th&tige  SalTatorbild  in  d.  Kirche  d. 
Dominikaner  in  Mühlhausen,  1369 
Q.  1370.  (Mfihlhäuser  G.blL  1,  53 
-66.)  [  1097 

J^tscky  H*9  Kirchl.  Erinnergn.  a. 
d.  Vorreformator  Zeit  Gubens.  Das 
Totenbuch  d.  St.  Michaels-  oder 
Schusteraltars  d.  Stadtkirche.  (Nieder- 
lans.  Mit!  6,  315-77.)  [^1098 

Wehmaiui,  H*.  Zur  Chronologie 
d.  Caminer  BiBchöfe,  1289-1300. 
(Monatsbll.  d.  Ges.  f.  pomm.  G.  1901, 
101-104.)  [1099 

FUftfek,  J.,  Mistrz  Jak6b  Z.  Para- 
djiA  i  uniwersytet  Krakowski  w 
OKresie  soboru  Bazylejskiego.  W 
Krakowie,  Akad.1900. 448 ;  423  S.  [1 100 


j)   Bildnag,  Littorstar  and  Knust; 
Yolksleben. 

Gottllek,  Die  AnbrmMr  HAntUchriitea. 
B«itr.    B.    6.   d.  Wiener  HofMbliothek.  L  s. 

1900,  3128.  Bes.:  OMting.  g«L  Ans.  1901,  864 
-U  DsiAUko.  [1101 

Bernonlll^  K«  Ck*^  Geistiges 
Leben  u.  Buchdruck  zu  Basel  in  d. 
2.  H&lfte  d.  15.  Jh.  (Festschr.  z.  400. 
Jahrestage  d.  ewig.  Bundes  zwisch. 
Basel  u.  d.  Eidgenossen.  Grosse  Ausg. 
n,  219-72.)  [1102 

Mayer,  O«,  Geistiges  Leben  in  d.  Reichs- 
«Udt  BsslingMi  rar  der  Beform.  d.  Stadt,  s. 

1901,  S169.  Bes.:  BIL  f.  württb.  Kirch.-0.  5, 
9f>95  Bessert;  DiOsesannrch.  t.  Schwaben  19, 
Itlt  {UM 


<  Piek,  A.,  Ein  ZoUer  mla  Rektor 
I  d.  Erfurter  UniTenitftt.  (N.  Mitt  a 
d.  Gebiet  hist.-antiq.  FoFBcfagB.  21, 
1-29.)  —  G.  BMKhy  Christoph  Ssheml 
in  Wittenberg.  lEbd.  33-42.)  [1194 
HeiMZ,  H^  Die  ersten  UmYemtiUs- 
Torlesgn.  in  dt.  Sprache  [zu  Rostock]. 
(Sonntagsbeilage  s.yossisch.  Zt^.  1900, 
Nr.  39. 1  [HO* 

Baack^  G.,  Dt  Scholaren  ia 
Krakaa  in  d.  Zeit  d.  Renainance, 
1460-1520.  Brealaa,  Marcus.  80  S. 
2  M.  [U06 

Zedier,  6«,  Gatenber;g- Forsckgn. 
Lpz.,  Harrassowifcs.  166  8.,  4  Lichtdr.- 
Taf    7  M.  [1107 

Bes.:  BörseabL  t  d.  dt.  Bvekhan^al  1901, 
Kr.  S091  Hftlacker;  Dt.  Utt^-Zt«.  ISOl,  Kr. 
40  Haebler;  Hist.  Jalub.  tt,  8SCfl  Frajs. 

DsialakOy  K»,  Joh.  Gatenberg  o. 
d.  Erfindg.  d.  Bnchdrackerkiinst 
(Telhagen  k  Klaaings  Monatahflß. 
Jg.  1899/1900,  Bd.  2,  353>66.)    [1108 

Wjts,  A^  Die  latt.  d.  Ovtaabars^Fsisr. 
(Hist.  Zt.  87,  iS4-74  )  —  B.  Freya,  Gvtaabaf«- 
Ineefariflea.    (lUsL  Jakrb.  tt,  374-ST.)      [UOO 

Obser,  K«.  Zn  Beinbold  Siecht 
(Zt.  f.  G.  d.  Oberrh.  16,  466 f.)  Vgl. 
'97,  1004.  [1110 

Lippert,  W«,  Beitrr.  s.  LebcaiB-6. 
d.  Gr^nitzer  Geschichtsschreibers  Joh. 
Bereith  v.  Jfiterbogk.  (NJaosita.  Ma- 
gaz.  77,  131-39.)  [Uli 

Hermes,  J.  j.,  üeb.  d.  Leben  n. 
d.  Schriften  d.  Jobs.  v.  Trittenheim^ 
gen.  Trithemius.  Progr.  Prüm. 
36  S.  [1112 

Baach,  G.,  Die  Anfänge  d.  Hn- 
manismos  in  Jngolstadt;  e.  litterar. 
Studie  z.  dt.  Üniversitäts-G.  («  Nr. 
630.)  Münch.  o.  Lpz.,  Oldenbomg. 
xig,  llö  S.  3  M.  60.  [1H3 

Baaehy  O.,  Die  Nürnberger  Poeten- 
schule, 1496-1509.  (Mitt  d.  Ver.  f. 
G.  d.  St.  Nürnberg  14,  1-64.)     [UU 

Reimann  j  Arm»  •  PirckJiemier- 
Studien.  Buch  I  u.  U.  Berlin.  Diss. 
1900.  46  S.  [1115 

Bes.:  Hist.  Zt.  88,  1711  H.  O. 

Beicke,  E.,  WilUlMJd  Pirekheimer  a.  seia 
Podagra.  (Frftnkisclker  Koxier  1901,  Nr.  SIT: 
Ml;  i32;  833.)  [m« 

Kjtepper,  Ein  els&ss.  Arst  d.  Hu- 
manistenzeit  als  dt.  Poet;  Beitr.  z. 
Eenntn.  d.  schriftstelleriach.  Th&tig- 
keit  d.  els&ss.  Humanisten.  (Ja^b. 
f.  G.  etc.  Els.-Lothr.  17,  17-24.)  [1117 


Vom  Interregnum  bU  zar  Reformation.  —  Bfiformationsieit. 


•43 


Werner,    K,,    Beitrr.    zu   d.  Be- 

ziehgn.  V.  Allgäner  Eünttlem  u. 
Eandwerkem  zu  Kaiser  MaiiiniliBn  1. 
u,  Ferdinand  I.  (Ällgänei  Q.freond 
13,  160-171.)  [1118 

Bock,  H,,  Die  Junker  v.  Prag. 
(Repert.  f.  EunatwiBs.  21, 116-23.)  [1119 

Merli-Eiebkon ,  SkalptnnnciTkliii  in  d. 
Vorlulle  d.  Frelbursar  Hawtsn,  •.  1»(W, 
117e.  Bm.:  B.il.  i.  Allg.  Zig.  1901.  Nr.  »IS  f. 
etnit«r.  [11*0 

Flnke,  H.,  Die  Freiburger  Domi- 
nikaner u.  d.  Mflnaterbau.  (Aleman- 
nia N.  F.  2,  129-7B.)  Sep,  Freib., 
Fehaenfeldt  60  Pf.  —  E.  Krenier, 
Standbilder  am  Münstertorm  zu  Frei- 
burg.  (Freib,  DiOiesan-Arch.  N.  F.  2, 
108-TO.)— F.  Seigrer,  Der  alteFeniter- 
Bchmack  d.  Freib.  MOnsteri.  (Schau- 
in's-Land  28,  I,  66-88.)  [1121 

Hintze,  E^  EinfloBa  d.  Mystiker 
auf  d.  ältere  Kölner  MalerschuJe,  den 
.^leiater  d,  Uodonna  mit  d.  Bohnen- 
blüte"  □.  Steph.  Lochner.  BrCBlaner 
Bis».  61  S.  [US2 

Ttll,  Dia  Warka  d.  Ju  tu  Ejck.  •.  IHM, 
SU8.  Rm.:  Rspart.  t.  Knnitwl».  13,  470-7» 
Ptledlkiidsr.  — Dsii ,  Balirr.a.Ejek-Korachg. 

(Ball.  I.  Allg.  Zig,  IMl.  Nr.  »5S.)  [U»3 

Friedländer,  H.  J.,  Hang  Mult- 
Bcben  Altarfiügel  i.  1436.  (Jabrb.  d. 
kgl.  preugB.  KunatgamnUgn.  22,  269 
-66,  Taf)  -  W.  H.  J.  ft'eele,  He- 
markg  on  Memling.  (Repeit.  f  Knugt- 
visB.  24,  132-3S.)  Vgl.  1901,  1194. 
—  Alfr.  SctirMer,  Die  frühest,  da- 
ticten  Bilder  Sana  Holbeina  d.  Ael- 
teren  im  Dome  zu  Augsburg.  (Bbd. 
l»7ff.)  [1124 

Jaig,  B,,  Fruikrortai  KUBitlaiurkimda  k. 
d.  J.  14fi9.  (Aroh.  f.  Frukf.  Q  a.  Kamt  7, 
»OB-'.)  —  A.  Itlu    Wudxamklda  ».  d.  Hid» 


—  J.  JnngBltl,   UllteUltail  ArcliiTichruik. 

(Xbd.  BD-Hl.)  fUH 

BakBCka,  W.,  Alb.  r.  Soeit  n.  d.  fiiiiDDga- 

filii.  19U0.  ua  [TailT.iWl,  Sii].)  — Bai! 
T.  l«ai,  S161:  Jahraibarr.  d.  Huanni-Var.  C 
d,  PDnteDt  Laneb.  1B»3/I»ai,  134-li  Bal- 
naoke.  [IHR 


Printbriar»,     DaaMoha, 
hng.  T.  Stelnhiiaaaii,  •.  UOl,  IKW.  Bai,: 
Z(,  f.  dt.  Phllol.  t»,  S>'0-S»  DU.  [1117 

Bemt,  A,,  Hobenüirter  dt  Privat- 
brief  a,  d.  U.  Jh.  (Mitt.  d.  Ver.  f. 
G.  d.  Dt  in  Böhmen  40, 161-64.)  [1128 

Sobmidt,  F.  (}.  S.,  Kalenderverae 
a.  d.  15.  Jh.  (Alemannia.  N.  F.  S,  77 
-80.)  [1128 


DreehBler,  F.,  Pancratii  Vnl- 
turini  panegyricng  SilegiacuB,  d. 
ältegte  Landeskde.  Schleüeog;  be- 
sprochen n,  nach  d.  enten  Dmcke 
hrgg.    (Zt.  d.  Ter.  f  G.  etc.  Schlegiena 

35,   S.   35-67.)  [1130 

Knetack,^  K.,  Ton  der  Hochzeit 
d.  hessiach.  Landgrafen  Wilhelm  di 
Mittleren  zu  Cossel  SO.  Okt.  1600; 
auB  d.  Henneberg.  GemeingchaftL 
Archive  zu  Meiningen.  (Tiertey.sohr. 
f  Wappenkde.  etc.  29,247-62.)  [1131 

Beintker,  E. ,  Die  GrQndnngB- 
urknnde  d.  Armenhaiueg  zum  heiligen 
Leichnam  zu  AnMum,  (Honatabll.  d. 
GeB.  f.  pomm.  G.  1901,  82-86;  93 
-101.)  [1188 

Hanauer,  A. ,  L'äpreui  et  chirui- 
giens,  1444-47.  (Hev.  d'Alsace  61, 
282  S02)  —  E.  Dragendorir,  2  lü- 
biache  Leprogen- Ordnungen.  (Zt.  d. 
Ter.  f.  lüb.  O.  8,  a66-6l3  [118« 


S.  Zeit  tto'  RtiforTnation, 
GegenrefornuiHw*  und  de« 
30jähr.  Kriege»,  1517-1648. 

a)  JUfomuOWMUit ,  1517-55. 

Lgtbari  Waika.  Krlt.  Geumtui»,  i.  IML 
)«16.  Bu.  T.  XIX:  OfilUng.  gnL  Au.  IMl, 
711-18KDlda.  — AnDhBd.XXIUencUan.  [IIU 

Thlala,  Laiben  8Filah<rOrtarHBim]g.,  i. 
IMl,  Sil«.  Bai.:  TbeoL  Bind.  o.  Kiil.  JtOl, 
IDS-S»  W-  KohlUTi  Eaphallaa  g,  161-71  Ban- 
•ohel;O0».  gal.AaE.lMl,«M-71  Kolda.  [IIU 

I  Kulm,  R.,  TerhUtnig  d.  Dezember- 
bibel zur  Septemberbibel ;  kritBeitr. 
z.  G.  d.  BibelBprache  Luthers.  Qreifg- 
wald,  Diss.  83  8.  [IIS? 

Clemen,  0..  Brief  Joh.  Laogg  v. 
Erfurt.  (N.  Mitt.  a.  d.  Gebiet  hiat- 
antiq.  Forschpn.  21,  81-88.)  —  9. 
Xaireran,  Brief  d.  Barthol.  Latomiu 
an    Melanchthon.    (Theol.    SUid.    u. 

■  Krit  1902,  140-47.)  —  W.  Ooeti, 
Brief  Calving.     (Zt.  f.  Eitch.-G.  22, 

I    485.)  Vgl.  1901,  3288.  [1137 

I  Kolde,  Tk.,  2  Briefe  t  Joh.  Eck. 
(Beitrr.  e.  baier.  Eirch.-Q.  7,  326 
-32.)  [1138 

KenfesBlon,  Die  unver&nd.  Augg- 
bnrgische  (Confegsio  Angustana),  dt. 
n.  latein.  nach  d,  besten  Handgcbrr. 
a.  d.  Begitze  d,  Unterzeiehner.  Erit. 
AuBg.  m.  d.  wichtiget  Tarianten  i. 
EsB.  n.  d.  TeztuH  r«ceptag  t,  P. 
i  Tschackect   Hit  3  EunatbeiL  Lpi.^ 


►44 


Bibliographie  Kr.  1139^1186. 


Deichert.     231  S.     7  M.     (Textausg. 
54  S.  1  M.)  [1139 

Cohra,  ETuig.  KAtechiHnasrenache  tot 
Lathen  Knehiridion,  s.  1901,  SS29.  Bez.:  Dt. 
LiU..Ztg.  1901,  Nr.  S6  Drews;  HUt.  Zt.  87, 
481-8S  Kawena;  Hiat.  Ti«rt«U.Bchr  4,  M6-40 
O.  Wolf.  [1140 

Andreas  Hjperins,  Homiletik  a. 
Eatechetik;  verdeutscht  u.  m.  Ein- 
lei^n.  Tersehen  t.  E.  Chr.  Achelis 
ü.  E.  Sachsse.  Berl.,  Reuther  &  R. 
214  S.    3  M.  [1141 

Res.:  Dt.  Litt.  -  Ztg.  1901,  Nr.  4S  P. 
Kleiaert. 

Diehl,  W.,  Neae  Funde  z.  G.  d. 
Eastenordngn.  d.  Landgrafen  Philipp 
V.  Hessen.     (Zt.   f.  Kirch.-G.  22,  439 

-64.)  [1142 

Fredeiicf,  P«,  Le«  oomtes  dee  indulgenoet 
en  1517/19  duis  le  dioc^ae  d'Utrecht  s. 
Nr.  108«.  [1143 

Waltz.  0*9  Die  Denkwürdigkeiten 
Kaiser  Karls  Y. ;  e.  Studie  z.  G.  d. 
16.  Jh.  Bonn,  E.  Strauss.  47  S. 
1  M.  60.  [1144 

Wy88,  Bernh.^  Chronik  1519-1530; 
hrsg.  V.  G.  Finsler.  (Quellen  z. 
schweizer.  Reform. -G.;  hrsg.  v. 
Zwingliverein  in  Zürich  unt.  Leitg. 
V.  E.  Egli.  I.)  Basel,  Basler  Buch- 
u.  Antiquariatshdlg.  (vorm.A.Geering). 
XXV,  167  S.    5  M.  20.  [1145 

Bez. :  Theol.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  4  BoMert ; 
Litt.  CbL  1902,  Nr.  9  W.  K— r. 

Koppmann,  K.^  Denkwürdigkeiten 
d.  Rostocker  Ratsherrn  Jak.  Par- 
kow.  (Beitrr.  z.  G.  d.  St  Rostock  m, 
2,  1-28.)  [1146 

Keller^  L.^  Sebast.  Francks  Auf- 
zeichngn.  üb.  Joh.  Denck  (f  1527) 
a.  d.  J.  1531.  (Monatshfte  d.  Comen.- 
Ges.  10,  173-79.)  [1147 

Ottntlier.  O»,  Die  „Baisen -Chronik** 
u.  Bemt  otegmanns  Chronik  vom 
Danziger  Aufruhr  (Günther,  Miscellen 
a.  Danziger  Drucken  u.  Hss.  III). 
(Zt.  d.  westpreuss.  G.-Ver.  43,  269 
-76.)  [1148 

Hertel,  G«,  Die  Stadt  Magdeburg 
u.  Joachim  I.  v.  Brandenb.  Urkunden 
u.  Akten.  (G.bll.  f.  Magdeb.  36,  119 
-232.)  [1149 

Arras,  P.,  Regestenbeitrr.  z.  G.  d. 
Bundes  d.  Sechsstädte  d.  Oberlausitz 
V.  1616-1530  (s.  1900,  1230).  Forts. 
(N.lausitz.  Magaz.  77,  26-66.)     [1150 

WehrmaBB,  ■.,  Beriebt  flb.  d.  G&miner 
Kirche  ▼.  J.  1519.  (MonAtabU.  d.  Ges.  f. 
pomm.    O.    1901,    137-40.)   —  Dere.,  Bogia- 


Uwe  X.   Erlaas   aa   d.  Stadt  Stralmnd  r.  Ü 
Sept.  I62S.  (Kbd.  148-51.)  [Uli 

Bosgert,  G.«  Zum  BiiefirechBel  t. 
Adam  Weiss,  Pfarrer  in  CrailBheuB. 
(Beitrr.  z.  baier.  Kirch.-G.  7,  241- 
-55.)  [UM 

AetaTomieiABA:  Epiatolamm,  le- 
gationum ,  responsomm,  actionim 
et  rerum  gestanun  Sig^ismimdi  L 
regis  Poloniae,  ma^rni  dacia  Lithn- 
aniae  (s.  '99,  1166).  T.  XI:  1529; 
per  St.  Gorski.  356  S.   15  M.  [IIU 

Hans,  If.y  Gutachten  o.  Streii- 
Schriften  üb.  d.  jus  reformandi  d. 
Rates  vor  u.  während  d.  Einfuhig. 
d.  offizieUen  Kirchenreform  in  Angi- 
burg,  1534-37;  e.  Beitr.  x.  G.  d.  An- 
schauungen von  d.  kirchlich.  Auf- 
gaben d.  Obrigkeit  in  d.  Refonnation«- 
zeit.  Leipzig.  Diss.  85  S.  [1154 

Briefwecksel  d.  Hxgs.  Christopli  ▼.  Wtii- 
tenb.,  hrsg.  t.  Y.  Ernst,  a.  1901,  SS46.  B«a: 
Hisi.  Zt.  87,  483-86  Brandanbvrg ;  MitL  a.  d. 
bist.  Litt  S9.  4«7-S4  o.  K.  Arob.  f.  aidis.  O. 
9S,  S80-8i  Oost  Wolf;  Hiat  Yi«rtaU.8ebr.  i, 
579-81  TreffU;  Zt.  f.  O.  d.  Oberrh.  17,  191  £ 
Bnumer;  0«tt.  gtl.  Ana.  190S,  43-«9  W.  Ooets. 
—  Selbstans.  y.  Ernst :  WUrtt.  Tiart«^i.Afls.  !•, 
i36-8Ä^ [11» 

Clemen^  0.,  2  Thüringer  Flug- 
schriften a.  d.  Ref. -Zeit.  (N.  Miti  a. 
d.  Geb.  hist-antiq.  Forschgn.  Sl,  64 
-80.)  [1166 

Herrmaim«  Ein  Mainxer  Droh- 
gedicht  geg.  Philipp  d.  Grossmütigen 
a.  d.  Zeit  d.  Pack*schen  Händel.  (Beitrr. 
z.  hess.  Kirch.-G.  1,  100-102.)     [1157 

Schriften  d.  Ver.  f.  Ref.-G.  (s. 
1901,  3260).  Nr.  69  (=.  XVni,  4)  8, 
Nr.  1398.  [1158 

Coraellat,  Hlstor.  Arbeitaa,  TorBahmlieb 
I.  Beformationsseit,  s.  1900,  1S44.  Bes.: 
Mitt.  d  Inst.  f.  österr.  O.forsobg.  Bt,  6M-4 
Kretscbmayr.  [1158 

Thomas,  W«,  Die  Anschaaung  d. 
Reformatoren  vom  geistl.  Amte.  Lpz., 
Hofmann.  45  S.  1  M.  [1160 

Wolfstieg,  A.,  Der  Staat  bei  Cbristas, 
Paulus  u.  d.  Beformatoren.  (MonatahAe.  d. 
Gomen.-Oes.  10,  6S-81.)  [im 

Rade  9  P*  M»,  Mart.  Luthers 
Leben.  3  Bde.  N.  Ausg.  Tübing.,  Mohr. 
772;  746;  770  S.    13  M.  50  Pf.     [116« 

KoBtUn,  J.y  Luthers  Theologie  in 
ihr.  geschichu.  Entwickig.  u.  ihr. 
inner.  Zusammenhange  dargestellt. 
2.  Aufl.  2  Bde.  Stuttg.,  Steinkopf,  jx, 
491 ;  366  S.     12  M.  80.  [HSS 

Selbstans.:  TbeoI.Stud.u.Krit.  1909,837-89. 

Prenss,   H.,    Die   Entwickig.   d. 


Reformationazeit. 


^45 


Schriftprinzips  bei  Luther  bis  zur 
Leipziger  Disputation.  Ln  Zusam- 
menhaug  m.    d.   Stellg.  Luthers    zu 

d.  anderen  theolog.  Autoritäten  sein. 
Zeit  dargestellt.  Lpz.,  Tauchnitz. 
102  S.    3  M.  [1164 

Poincenoty  E«,  Les  id^es  de 
Luther  sur  la  r^pression  de  Thöräsie. 
Th^se.  Montbeliard  1901.  56  S.  [1166 

Billing.  E.  M..  Luthers  lära  om 
staten  i  dess  samoand  med  hans  re- 
format.  grundtankar  och  med  tidi- 
gare  kyrkliga  läror.  I.  Diss.  Upsala. 

1900.  xvj,  199  S.  [1166 
Himiiiiis^  C.j  Luther  als  Erzieher. 

(Mitt.   f.   d.   ev.  Kirche  in   Bussland 

1901,  Febr.  S.  49-70.)  [1167 
Günther  9  B.^  Brenzens  Anschau- 
ung V.  Gottesdienst  u.  sein  Einfluss 
auf  d.  Gottesdienstordnung  d.  luth. 
Kirchen  Südwestdtlds.  (Monatsschr. 
f.  Gottesdienst  u.  kirchl.  Kunst  1901, 
45-54;  84-92;  132-43.)  [1168 

Uhlhorn   u.    L.    IhmelB,    Anton. 

Corvinus.  2Vortrr.  Hannov.,  Feesche. 

36  S.  50  Pf.  [1169 

TschAckert,  Antoniaa  Gorrinai,  i.  1901, 
1850.  Bez.:  Dt.  Litt.-Ztg.  1901,  Nr.  1  O. 
Uhlhorn;  Litt.  Cbl.  1901,  Nr.  19  W.  K-r.; 
Theol.  Iiitt.-Ztg.  1901,  Nr.  14  Gohn;  Hiat. 
Zt.  87,  478-81  Ka woran;  Zt.  d.  hiat.  Ver.  f. 
NiedersachB.  1901    886-87  A.  Wrede.        [1170 

Henschel,  A.,  Dr.  Johs.  Hess,  d. 
Breslauer  Keformator.  (Schrr.  f.  d.  dt. 
Volk;  hrsg.  V.  Ver.  f.  Ref.-G.  Nr.  37.) 
Halle,  Niemeyer.  26  S.  [1171 

Kampschnlte,  Calrin,  a.  1901,  1254.  Bez.: 
Hist.  Jahrb.  21,  847  f.  BUohi;  OAtt.  gel.  Ans. 
IMOI,  S9S-S01  Kawerau;  Mitt.  d.  Inst.  f.  öaterr. 
O.forachg.  82,  507-11  Kretachmayr.  [1172 

Paulus,  N..  Cornel  v.  Sneek  u. 
Augustin  V.  Getelen.  (Zt.  f.  kath. 
Theol.  26,  401-19.)  —  D er s.,  Protest. 
Bücherverbot  im  16.  Jh.  (Ebd.  24, 
566-69.)   —   Ders.,    Ludf.  Naaman, 

e.  niederdt.  Franziskaner  d.  16.  Jh. 
(Katholik  81,  II,  327-31.)  —  Ders., 
Adf.  Ciarenbach  u.  seine  Stellung 
zur  Lüge.  (Ebd.  187-92.)  Vgl.  1900, 
1220.  [1173 

Komatar,  F.,  Die  ersten  Dienst- 
jahre Hans  Katzianers.  Progr.  Lai- 
bach. 1900.  12S.Vgl.l900,3244.[1174 

Capasso,  C«,  La  politica  di  papa 
Paolo  III.  e  ritalia.  Vol.  I.  Came- 
rino,  Savini.  xj,  436  S.  7  L.  60.  [1176 

Ehses,  St..  Kirchl.  Beformarbeiten 
unt.  Papst  Paul  HI.  vor  d.  Trienter 


Konzil.  (Rom.  Quartalschr.  16,  163 
-74.)  [1176 

Caemmerer,  H.  r»,  Das  Begens- 
burger  Beligionsgespräch  im  J.  1546. 
Berl., Ehering.  77S.2M.— O.Clemen, 
Zum  2.  Begensbur^.  Religionsge- 
spräch. (Giemen,  Beitrr.  z.  Bef.-G.  2, 
142-46.)  [1177 

Turba,  0.,  Beitrr.  z.  G.  d.  Habs- 
burger (s.  '99,  3202).  II :  Zur  Beiche- 
u.  Hauspolitik  d.  Jahre  1648-1558. 
(Arch.  f.  österr.  G.  90,  1-76)  HI:  Zur 
dt.  Beichs-  u.  Hauspolitik  d.  Jahre 
1653-1658.  (Ebd.  233-319.)  Sep.  Wien, 
Gerold.   1  M.  70  bzw.  1  M.  90.      [1178 

Ernst,  Y.j  Die  Entstehg.  d.  Exe- 
kutionsordnung V.  1565.  (Württb. 
Viertelj.hfte.  10,  1-110.)  [1179 

Friedensbnrgy  W«,  Verbrennung 

e.  Lutheraners  in  Wien.  (Jahrb.  f.  d. 
G.  d.  Protest,  in  Oesterr.  22,  109.)  — - 
0*  BoBserty  2  Linzer  Beformations- 
schriftsteller.  (Ebd.  21, 131-37.)  [1180 

Rabenlechner,  M.  M«,  Der  Bauern- 
krieg in  Steiermark,  1625.  (Erläutergn. 
u.  Ergänzgn.  zu  Janssens  G.  d.  dt. 
Volkes,  hrsg.  v.  L.  Pastor.  H,  5.) 
Freib.,  Herder.  66  S.  1  M.         [1181 

Schmid.  Job«,  Des  Kardinals  u. 
Erzbischofs  v.  Salzburg  Matthäus 
Lang  Verhalten  z.  Beform.  (s.  1901, 
3286).  Schluss.  (Jahrb.  f.  G.  d. 
Protest,  in  Oesterr.  22,  113-47.)  Sep. 
Fürth,  Schmittner.   187  S.   2  M.  [1182 

KrÖBS,  A«,  Die  Anfänge  d.  Luther- 
tums im  Königreiche  Böhmen.    (Zt. 

f.  kath.  Theol.  26,  26-86;  209-30.) 
—  H.  Bärge,  Earchl.  Stimmungen 
in  Böhmen  um  d.  Mitte  d.  16.  Jh. 
Auf  Grund  zweier  Aktenstücke  in  d. 
Zeitzer  Stiftsbibliothek.  (Jahrb.  f.  G.  d. 
Protest,  in  Oesterr.  22, 148-62.)   [1183 

Mayer,  J«  G«,  Das  Stift  Bheinau 
u.  d.  Beformation.  (Jahrb.  f.  schweizer. 
G.  26, 295-312.)  VgL  1901, 1279.  [1184 

Clemen,  0«,  Miscellen  z.  baier. 
Beform. -G.  I:  Zu  Andr.  Althamer. 
U:  Zu  Johs.  Homburg.  (Beitrr.  z. 
baier.  Kirch.-G.  7,  280-84.)  —  Th. 
Kolde,  Hans  Denck  u.  d.  gottlosen 
Maler  v.  Nürnberg.  (Ebd.  8,  1-31; 
49.72.)  —  H.  Bärge,  Miscellen  üb. 
Bothenburger  Persönlichkeiten  d. 
B^form.-Zeit.   (Ebd.  7,  274-80.)   [1185 

Balfanz,  M.,  Beitrr.  z.  staats- 
männiach.  .Wirksamkeit    d.    Frhm. 


•46 


Bibliogrqihu  Kr.  UM— »SS. 


Joh.  T.  Schwftn«nberf;.  Grcifi««ld. 
IHu.   IMO.   68   S.  [UM 

^«J*T,  Cky  Am  d.  Befonn-'G 
NOrdlingeni.  Voitr.  KOrdlin^.,  Beck. 
H  B    SO  Pf  [1197 

Bmu«r,  U..  0.  d.  Beform.  d. 
Kloften  Q.  StiftlandM  WalduMen 
bia  X.  ToJe  d.  Korf  Lndwig  Vt 
(l&83j;  Beitr.  t.  KiicheB-  n.  Schul-G. 
d.  Oberpfkli.  ErUng.,  Jod^.  214  8. 
S  M.  60.  [1188 

B«. :  BiH  TlntcJjjehr.  1,  IM  f.  O«  MUIh-. 

B«tk,  Fr4r.,  AngsbnrK«  Reform.- 
G-,  1517-1530;  gekrönU  PreiMchrift. 
■t.  völlig  omgeaxb.  Aafl.  ztij.  381  S. 
•  M.  —  Den.,  Znr  G.  d.  Wieder- 
auferei  in  Obereckvab«!!.  11 :  Zur 
Leben*- G.  EiteUuna  Luigeiuiiatitels 
T.  Angab.  (Zt.  d.  hist.  Ter.  f. 
Scilwsben  etc.  ST,  l-ib.)  —  >. 
E«4U»fer,  Üben  u.  Schrr.  d.  Georg 
Fritljcb,    Stadtacbr«ibera   lu   Aogsb. 

T    1&37-18     (Ebd.  46-13S.)  [1189 

Wolfut,  E.,  Die  Augsbn^er  Ee- 
formation  in  d.  J.  1533.94.  (Studien 
I.  G,  d.  Theol.  n.  d.  Kirche,  hng.  v. 
BoDvetscb  n.  Seeberg.  MI,  8.)  Lpz., 
Dietericb.  169  S.  3  M.  60.  (Tä_S. 
ench.  aoter  d.  Tit   ,J)ie  ente  • 


Bei  :  Dt   I.ttt.-Zl«.  IMI.  Kr    U  Fi    BoUi. 

ManiBkrd,  K.,  Kempten  □.  d. 
BADemkiieg.  (Allgäoer  G.freimd  13. 
1.22;  37-46.)  [1191 

SekBeider,  Eng.,  Stnttgut  im 
BBuenikrieg,  (Wflrttb.  Viertelj.hfte. 
10,  400-16.)  [1192 

Clefel,  Beitrr.  i.  Q.  d.  Wieder- 
tänferei.  (DiOzesiuiBrch.  v.  Schwaben 
1901.81f.)  — D»T.Ko<*,  DerAbend- 
m&hlBatreit  in  d.  Beichsstadt  Bibe- 
ncb,  1643  n.  1646  (b.  1901,  S299) 
Schlns».  (Bll.  f.  wOrttb,  Kireh,-Q.  6, 
33-64.)  —  T.  EraBt,  Ein  Interima- 
priest«r  nach  d.  Interim.  (Ebd.  78 
•81.)  [1198 

(hneUB,  HbII  im  Reform. -Jahrh. 
(Wfirtt.    Franken.   N.  F.  Vn.)    [1194 

SiiManB,  H.,  Wolf  t.  Hümbeim 
mm  Tntteiutein;  e,  Charakterbild  a. 
d,  16.  Jb.  (Alomamua  N.  F.  2,  97 
-188.)  [1196 

S«ni.  ft>,  Beteiligimg  Geonra  H. 
*.  Wertheim  d.  leiner  wifach^  am 
Bauernkrieg  (s.  1901,  3279).  Schluss. 
(Zt.  f  G.  d.  Oberrh.  1«,  679.611.)  [1196 

B«CholI,   H.,    Alma  .Alexandria, 


Ela-Lotlu    17,  113-49.) 


anf  Gmnd 
{Scfarr.  f.  d.  dt.  Volk;  htm.  «.  Tk 
f.  B«fann.-G.  Mr.  S«.}  HaUe,  K» 
■lejer    1900.  48   S  [IIH 

H«rta*g^  A^,    Die  I  -  -     '  '       ' 
olmar^ 
Eintelt    : 

letzter  Guardian.     (J^hrb.   f.  G.  atc 
"■     ■    ■'       --    :iS-*».>  [IIM 

Chaaea  V  k  Bafir 
nan  en  1669.  (BolL  d«  rA.ead.  vaj. 
de  Belg,  1901.  472-7*.)  [UM 

HerraaBB,  F.,  D«a  TfifairiiH  im 
Hesaen ;  Beib.  %.  BefomL-G.  HariNin, 
Elwert.  ^z.  221  8.  4  M.  SO.  (66  R 
ench.  ab  GieMen.  Din.)  fiaos 

B«.:  Th«iL  I.ilL.Zlc.  laai.  Ib.  4  W.  KAhkr, 
Kmiolik  O,  I,  191-»  PwdHL 

Koekler,  O.,  Zur  Q.  d.  Befbm. 
in  d.  Orabch.  Taesbaig-BadingeB. 
(BeitrT.i.heM.£ii«h.-a.  1,63-71.)  [IJOI 

■m»,    »i«   r-' — — 

d.  1«.  A.  iB  d.  I 

BIL   1»,  71S-»1.  lUH 

■«■wrt,  DU  _Trt«4ni«iiiiw  -  1b  a^t. 

Jauch,  •.  IMl,  UM.    Bw.;atot^  VIoMM^E 
4,  MS-tf  0   B.  BadUek.  [Uta 

KkU,  J.,  Die  Verhdlgn.  swiach. 
Köln   D.  JObcb   in  Bachmctr  166(. 

(Rhein.  G.bU.  6. 331-41 ;  372-78.)  rilOt 

Scklvnur,  ■.,   Dw  biom.  Vm^Vm- 

bKlu     ■      DO.    JwUsHTd     IMa       (UOBB*. 

o.bu  t,  K»-iv)  lam 

BrBBS,  F.,  Kachtzz.  a.  LebaM-O. 
Hans  Keckemaniu  d.  Gerd  Koiff- 
makera  (Hans.  Q.blL  1900,  IfiS-fiD.) 
Tgl.  '97,  1192.  [120C 

Jordan,  B.,  Zar  G.  d.  Stadt  Mflhl- 
bansen  in  Tbüring.  lfiS3-26.  HOhlb. 
Progr.  48  S.  —  E.  HejdeBnM, 
Ana  d  Jahrb.  d.  Befonu.  (HAU- 
hanser  GbU.  1,  62-66.)  [1201 


n-  d.  Nau  Stifl  n  Bulla  1M».U,  •.  IMI, 
MOS.  B«.:  N.  xnt.  k.  d.  Gab.  ti^  ■■»! 
Foneli«n.  11,  lOI-lOt  O.  Huiab^;  HlM.2t. 
87,  5Uf.  Aoifald;  MJtt.  k.  d.  UM.  UM.  B, 
(IR-n  Bug*^  SiM.  VIeita]].Klir.  4,  ftltt 
HlDWiniL  [UM 

Oleaen,  O.,  Die  Eefono.  in  Bocb- 
holz.  (Wim.  BeU.  d.  Lp«,  Ztg.  IBOl, 
Nr.  86)  —  Dera.,  Krclilicbea  n. 
Scholiachea  a.  d.  Zeitalter  d.  Bafbim. 
(Beitrr.  s.  G.  d.  Stadt  Baehholi. 
Hft.  6.)  [1909 

'Behnart^P.,  Die  aatrolog.  Schiff- 
ten a.  d,  Nacblaas  d.  Mar^sfn 
Johann  v.  KOstrin.  ^hrr.  d.  vcr.  f. 
G.d.  Neumaik  11,  9&-11S.   12,U-80.) 


Refonnationszeit.  —  Gregenreformation  und  30 jähr.  Krieg. 


^47 


—  L.  Erhardt,  Die  Plane  d.  Mark- 
grafen Johann  v  Eüstrin  auf  Pom- 
mern. (Ebd.  119-28.)  [1210 
8chBell,  Mecklenburg  im  Zeitalter  d.  Be- 
form., a.  1901,  1302.  Bez.:  Theol  LiU.-Ztg. 
1901,  Nr.  15  Bosaert.  —  N.  Pftulua;  Zur  G-. 
d.  Proteatantisirung  Mecklenburga.  (Hiat.- 
poUt.  Bll.  138,  465-79;  562-73;  621-84.)     [1211 

Beintker^  E«,  Die  Grundlagen  d. 
protest.  Kirchen-  u.  Schulwesens  in 
Anklam  1535-1562.  Progr.  Anklam. 
61  S.  [1212 

Wetarniann,  M.,  Anspruch  d.  Abtes 
V.  Corvey  auf  Rügen,  1521.  (Monatsbll. 

d.  Ges.  f.  pomm.  G.  1901, 87-89.)  [1218 
Wendt,  H.,   Die  Verpfändung  d. 

Johanniterkommende  Corpus  Christi; 

e.  Beispiel  habsburg.  Kirchenpolitik. 
(Zt.  d.  Ver.  f.  G.  Schlesiens  36,  165 
-84.)  [1214 

b)  Gegenreformation  und  3Cjähr,Krieg^ 
1555-1648. 

ConciliumTridentinum.  Diariorum, 
actorum ,  epistularum ,  tractatuum 
nova  collectio;  ed.  Societas  Goerre- 
siana.  T.  I:  Diariorum  pars  I:  Her- 
culis  Severoli  commentarius.  An- 
geli  Massarelli  diaria  I-IV.  Col- 
leg.  S.  Merkle.  Freib.,  Herder.  4®. 
cxxjx,  931  S.  [1216 

Bez.:  Hiat.-polit.  6U.  128,  904-18  SohxüUer; 
Hiat.  Jahrb.  22;  740-44  Paulna. 

Wurstigen.  Chr.^  Diarium  1567 
-81;  hrsg.  v.  K.  Luginbühl.  (Basler 
Zt.  f.  G.  etc.  1,  53-146.)  [1216 

Bickely  J*j  Die  Selbstbiographie 
d.  Balthasar  Sibenhar,  Pfarrers  in 
Beyerberg  1572-1601.  (Beitrr.  z.  baier. 
Kirch.-G.  7,  256-74.  8,  82-46.)    [1217 

Wilmiiy  Joannigy  Chronicon  rerum 
Kempensium ;  ed .  G.  T  e  r  w  e  1  p. 
Kaupener  Progr.     55  S.  [1218 

Menciky  F.,  Kaspar  Hirsch  u.  seine 
Familienauf zeichngn.  (Jahrb.  f.  d.  G. 
d.  Protest,  in  Oesterr.  22, 18-52.)  [1219 

Estorf 9  0.  T.  (Schwerinsch.  Dom- 
propst u.  Ratzeburg.  Domherr),  Dia- 
rium belli  Bohemici  et  aliarum 
memorabilium  v.  23.  Mai  1618  bis  z. 
10.  März  1637,  nebst  e.  Vorerinnerg. 
d.  früheren  Besitzers  dies.  Mscr. 
A.  E.  E.  L.  V.  Duve.    (Arch.  d.  Ver. 

f.  d.  G.  d.  Hzgts.  Lauenburg  VI,  2, 
1-52;  3,  1-74.)  [1220 

Fruin.  B.«  Uit  het  dagboek  Tan 
een  Oud-Hollander.  (PrSn's  vers- 
preide  gechriften  4,  195-244.)    [1221 


Siokel,  Tb.  B.  t.,  Rom.  Berichte 
(s.  1901,  3819).  V.  (Sep.  a.iSitzungs- 
berr.  d.  Wiener  Akad.  CXLIV,  8.) 
68  S.     1  M.  60.  [1222^ 

Becker.  Hnr«.  Verwahrung  d. 
Landstänae  d.  Erzbistums  Magde- 
burg geg.  Wiedereinführe.  kaÖiol. 
Bräuche,  1658.  (G.bll.  f.  Magdeb.  36, 
112-118.)  [1228 

AlberSy  B.«  Aus  Vatikan.  Archiven: 
Zur  Reform-G.  d.  Bened.-Orden«  ixa 
16.  Jh.  (s.  1901,  8828).  Schlußs. 
(Stud.  u.  Mitt.  a.  d.  Bened.  u.  Cist.- 
Orden  22,  884-49.)  [1224 

Grolig^  H.y  Dokumente  z.  G.  d. 
Protestantismus  im  Schönhengster 
Lande.  (Jahrb.  f.  G.  d.  Protest,  in 
Oesterr.  22,  lM-71.)  [1226 

Vlietincky  E.^  Documents  in^d. 
concem.  Toccupation  de  la  ville 
d' Ostende  par  les  troupes  des  Pro- 
vinces-Unies  et  de  la  reine  d' Angle- 
terre,  1584-1604.  (Compte  rendu  des 
s^ances  de  la  comm.  roj.  d^hist.  de 
l'acad.  roy.  deBelg.  11,  215-95.)  [122ft 

Briefe,  Witteisbacher,  a.  d.  Jahren 
1590-1610;  mitg.  v.  F.  Stieve.  An- 
hg.  Vm.  (Abhdlgn.  d.  bist.  Classe 
d.  baier.  Akad.  d.  Wiss.  22,1-88.)  [1-227 

Maere,  B.,  Die  im  Auftrage  Hzg. 
WiUielms  V.  v.  Baiem  nach  der 
Conversion  Jakobs  lU.  v.  Baden  an 
Msgr.  Innocenzo  Malvasia  erlassene 
Instruktion.  (R5m.  Quartalschr.  14,. 
269-80.)  [1228 

Saaerland^  H«  Y»,  Katholizisrnua 
u.  Protestantismus  in  d.  norddt.  Diö- 
zesen Magdeb.,  Halberstadt,  Hildesh., 
Paderborn,  Minden,  Osnabr.,  Lübeck 
u.  Münster  i.  J.  1607.  Aus  d.  Akten 
d.  päpstl.  Staatssekretariats.  (Ebd. 
884-92.)  [1229 

Breen,  J*  C«,  Correspondentie 
tusschen  prins  Maurits  en  den  Amster- 
damschen  burgemeester  R.  Pauw, 
1617-19.  (Bijdrr.  etc.  v.  het  bist,  ge- 
nootsch.te  Utrecht  22, 888-448.)  [128a 

Wejdmann,  £^  8  Briefe  a.  d.  Zeit 
d.  Kurfürsten  Friedrich  V.  v.  d.  Pfals^, 
Königs  V.  Böhmen,  (Mannheimer 
G.bll.  2,  192-95.)  [1231 

HejdeBreieliy  E«,  Aus  d.  G.  dea 
80 jäbr.  Krieges.  Arcmivalien.  (Mühl- 
häuser G.bll.  1,  67-81.)  [1232 

Schmidt,  W«  A«,  Das  letzte  Oegen- 
reformationspatent  Ferdinands  H.  für 
Innerösterreich  v.  1.  Aug.  1628.  (Jahrb. 


•48 


Bibliogr^thie  Kr.  ltSS~lt8S. 


{.  G.  (L  Protert-   in   Oesterr    22.  172 
-80.;  [1233 

M«kl,  W^  Amm  dM  WaklakteB  d.  S«p«r-    ' 
T.   1CS8  «.  l€M.    (Bcitrr. 
Kirch -G.  U  10»^)  [ItU 


C«ueBtlBS.  E^  Zur  Qaellenfrtge 
T.  Schulen    O.    <L   30j&hr.  Kricfler 


Sluüsk  j.  0.  A.9  Die  erang.  Kirchen- 
-ordiig.  f.  Teichen  t.  J.  1584.  (Jahrb. 
f.  d.  G.  d.  Protest,  in  Oesterr.  22, 
1-17.)  [1235 

KÖBBecke,  M^  Die  evang.  Kirchen- 
visitationen d.  16.  Jh.  in  d.  Graf  seh. 
Mansfeld  ^s.  1901,  3344.  Tl.  V: 
Die  2.  Kirchenvisitation  anter  Menzel 
in  d.  Grafschaft  Mansfeld,  1570. 
(Mansfelder  Bll.  15,  29-108.)      [1236 

Albrecbt.  0.,  Denkmale  u.  Er- 
innergn.  an  a.  Schwedenzeit  in  d.  Mark. 
(Brandenburgia  8,  275-90.)         [1237 

Bitter.  H.,  Dt.  G.  im  ZeiUlter  d. 
Gegenreff  u.  d.  30  jähr.  Krieges  ^s.  lyOO, 
3307).  Ug.  18.  ^=  Lfjg.  144  V.  Xr.629.) 
Bd.  m,  8.  241-320.     1  M.  [1238 

Dmhr.  B.,  Die  Jesuiten  an  d.  dt. 
Fürstenhöfen  d.  16.  Jh.  (Erläutergn. 
etc.  zu  JannsensG.d.  dt.  Volkes.  11,4.) 
Freiburg,  Herder.  155  S.  2M.  20.  [1239 

B«s.:  KAihoUk  81,  II,  17S-78  Paulas. 

Behriag,  W.,  Beitrr.  z.  G.  d.  Jahres 
1577.  I:  Danzig  u.  Dänemark.  (Zt.  d. 
westpr.  G.-Ver.  43,  161-218.)     [1240 

Sekw«IU«r,  T^  Christian  IV.  t.  IHnemark 
n.  sein  Verh&ltixis  zu  d.  niederdt.  SUdten 
bis  X.  J.  1618,  s.  1901 .  1S5S.  (S«p  a. :  Zt.  d. 
Ter.  f.  labeck.  O.  8,  814-410.)  [1:!41 

Stfibely  B..  Aus  d.  letzt.  Lebens- 
jahre König  Philipps  IT.  von  Spanien. 
(Mitt.  d.  Inst.  f.  österr.  G.forschg.  22, 
443-64.)  [1242 

Miller,  Johl*,  Die  Terdienste  Zachar. 
Oeixkoflera  am  d.  Beschalfang  d.  Geldmitt«! 
f.  d.  TOrkenkrieg  Badolfs  IL,  s  1901,  1S55. 
(Auch  als  Manchen.  Diss.  erscb.  1900.)    1843 

Heile,  G.,  Der  Feldzug  geg.  d. 
Türken  u.  d.  Eroberg.  Stuhlweissen- 
burgs  unter  d.  Erzherzog  Matthias 
V.  Oesterreich  1601.  Rostock.  Diss. 
72  S.,  Kte.  [1244 

Bnschbelly  O.,  Zur  Biographie  d. 
Justus  CalvinuB  (Baronius)  Vetera- 
castrensis.  (Hist.  Jahrb.  22,  298 
-316.)  [1245 

DaTÜl^y    L«,     Les    relations    de 

Henri  IV.  avec  la  Lorraine  de  1608 

ä  1610.    (Revue  hist.  77,  32-69.)  [1246 

Mill«r,  lag. ,  Der  Jaiich-Gleresche  Erb- 
folgestreit 1  J.  1614,  s.  1900,  S819.  (Auch  als 
Manch.  Diss.  1900  ausgegeben.)  Res:  Korr.- 
Bl.  d.  westdt.  Zt.  20,  147-50  H.  Löwe.     [1S47 


(Arch.  f.  d.  Stnd.  d.  neuer.  Sfwadbai 
106,  241-57.)  [1248 

StiliB,  T^  Beitrr.  a.  6.  d.  dOjilir. 
Kriege«.  (Württ.  VierteljJifle.  10, 
389-99.1  VgL  1900,  ISSTu.  3346.  [1248 


1) 

SelMakgm.    im   Bccm«    m^    Tsila    d.    hMtif. 
Kgia.  Wftrttb.  «.  a.  w. ;  f )  Z«  f^»»*— • 
S)  Zo  G^.-lUt  J.  K.  ▼  VaxBbaler;  4) 
•iBMUg.   d.   Mftapel^mrder    lämie   «L 
Wftrttb.  in  ikz«  «IsaM.    ITf  ilif    dm 
Weett  Friedca. 

Grotefesd,  O»,  Mecklenburg  unter 
Wallenstein  u.  d.  Wiedereroberff. 
durch  d.  Herxöge.  (Sep.  a.:  Jahrbb. 
d.  Ver.  f.  mecklenb.  G.  Jg.  66.) 
Marburg.  Diss.     59  S.  [1250 

Seblier,  D.,  Zusanunenknnft  Gu- 
stav Adolfs  mit  Christian  IT.  t. 
Dänemark  zu  Ulfsbäck  1629.  (Preuss. 
Jahrbb.  105,  39-68.)  [1251 

Kreb8,  J.«  Melc^or  ▼.  Hatzfeldt 
u.  d.  kleine  Krieg  um  Breslao,  Jan.- 
Apr.  1634.  (Zt.  d.  Ver.  f.  G.  Schle- 
siens 35,  271-302.)  [1258 

Kliffe.  H.,  EinfaU  d.  kais.  Gene- 
ral-Wacntmeisters  Joa<^iim  Ernst  ▼. 
Krockow  in  Hinterponunem,  1643. 
(Pommersche  Jahrbb.  Erg^izgebd  L) 
Greifswald,  Abel,  x,  167  S.  4M.  [125S 

Res.;  Altpreoas.  Monateschr.  SS,  4991 
Perlbacb. 

Riezler,  S.,  Schlacht  b.  Alerfaeim, 
3.  Aug.  1645.  iSep.:  a. :  Sitcungs- 
berr.  d.  Münch.  Akad.)  Manch.,  Frans. 
S.  293-338.     40  Pf.  [1254 

Mayer,  J.  Q*,  Das  Konzil  v.  Trient 
u.  d.  Gegenreform,  in  d,  Schweiz. 
Bd.  I.  Stans,  v.  Matt  &  Co.  346  S. 
4  M.  [1256 

Bes.:  Hist.  Jahrb.  t2,  801  f.  Baehl. 

Cameniseh.  C,  Carlo  Borromeo 
u.  d.  Gegenreform.  im  Veltlin,  m.  be- 
sond.  Berücksicht  d.  Landesschule 
in  Sondrio.  Chur,  Hitz.  282  S. 
6  M.  [1256 

Rez.:  Theol.  Litt.- Ztg.  1902,  Nr.  2  Orftts* 
macher. 

Plaget,  A.;  La  r^bellion  du  Lande- 
ron en  1561.  (Jahrb.  f.  schweizer.  G. 
26,  69-144.)  —  H.  Nabholi,  Die 
öffentl.  Meinung  in  Frankreich  u.  d. 
Veltlinerfrage  zur  Zeit  Richelieus. 
(Ebd.  1-67.)  —  M.  Taler,  Die  Be- 
ziehgn.  d.  Tiroler  Hofkanzlers  Wilh. 
Biezmer  zu  Graubünden.  (Anz.  f. 
Schweiz.  G.  1900,  346-65)  [1257 


Gegenreformation  und  30 jähr.  Krieg. 


^49 


Reichenberger ,  B.,  Zur  Admini- 
stration d.  Regensburger  Kirche  unter 
Hzg.  Wilhelm  V.  v.  Baiem.  (Rom. 
Quartalschr.  14,  356-76.)  [1268 

Riedler,  F.  J«,  Das  Dominikane- 
rinnenkloster zum  Heiligen  Grab  in 
Bamberg  u.  Bischof  Jon.  Gottfr.  v. 
Aschhausen;  e.  Beitr.  z.  G.  d.  Gegen- 
reform, im  Hochstift  Bamberg.  (60. 
Bericht  d.  bist. .  Ver.  zu  Bamberg 
S.  67-107.)  [1269 

Merk,  6.,  Zur  G.  d.  30iähr.  Krieges 
in  Oberschwaben  u.  im  Ailgäu.  Nach 
handschriftl.  Aufzeichngn.  v.  1628-82 
(s.  1901,  1316).  Schluss.  (Allgäuer 
G.freund  13,  56-82;  86-106.)       [1260 

Beck,  F.,  Beziehgn.  d.  württemb. 
Herzogshauses  zum  englisch.  Hofe. 
Herzog  Friedrich  v.  W,  in  d.  „Lu- 
stigen Weibern'^  t.  Shakespeare. 
(Diözesanarch.  v.  Schwaben,  19,  97 
-106.)  [1261 

Bassler,  Beitrr.  z.  Notlage  d. 
württb.  Kirchendiener  im  30jähr. 
Kriege.  (Bll.  f.  württb.  Kirch.-G.  6, 
64-70;  121-40.)  [1262 

Wagner,  £.,  Die  Reichsstadt 
Schwabisch  Gmünd  vom  Tode  Kaiser 
Maximilians  IT.  1676  bis  z.  Anfang 
p.  17.  Jh.  (Württb.  Viertelj.hfte.  10, 
161-99,  464.)  Forts,  zu  Band  H, 
282  flf.  [1263 

Neu,  Wie  man  [in  Kupprichhausen] 
vor  Gustav  Adolfs  Erscheinen  re- 
katholisierte.  (Dt.-ev.  Bll.  26,  771 
-80.)  [1264 

Beusä,  R.,  Les  suites  d'un  em- 
runt.  Episode  des  relations  diplom. 
de  la  Cour  de  France  avec  la  r^- 
publique  de  Strasbourg,  1646-48. 
(Ann.  de  1  Est  15,  638-91.)  Vgl.  1901, 
1386.  [1266 

Heuser,  £«^  Die  Pfalz  zu  Anfang 
d.  30 jähr.  Ejneges.  (Pfalz.  Museum 
18,  146-60.)  [1266 

Diehl,  W.,  Zur  Kirchenkunde  der 
Dreieich.  (Beitrr.  z.  hess.  Barch.  G. 
1,  72-92.)  —  Ders.,  Die  Rettung  d. 
Darmstädter  Kirchenglocken  i.  J.  1647. 
(Ebd.  107  f.)  [1267 

Kühl,  J«,  Die  kirchl.  Zustände  in 
Jülich  zwisch.  1560  u.  1650.  (Rhein. 
G.bll.  6,  15-27.)  —  Ders.,  Der  Pro- 
visionalvergleich  v,  1621.  (Ebd.  49 
-58;  69^77;  107—11.)  [1268 

Cnno,  F.  W«,  Fran9oi8  Dujon,  nach 
sein.  Leben  u.  Wirken,  vornehmlich 
unt.    d.    wallonisch.     FlüchÜingsge- 


meinden  d.  16.  Jh.  (G.bll.  d.  dt. 
Hugenotten-Ver.  XI,  1.)  Magdeb., 
Heinrichshofen.    27  S.    60  Pf.   [1269 

Brants,  Y«,  Un  ministre  beige  au 
17.  si^cle.  Jean  Richardot,  chef- 
pr^sident  du  conseil  priv^  des  Pays 
Bas,  1697-1609.  (Sep.  a.:  Bulletins 
de  l'Acad.  roy.  de  Belg.  1901,  Nr.  8.) 
Louvain,  Peeters.  86  S.  1fr.  50.  [1270 

Blök,  P«  J«,  Huygens  ambteligk 
leven.  (Bijdragen  voor  vaderl.  gesch. 
4.  R.,  n,  71-90  )  [1271 

Witt,  F.,  Uebertritt  d.  Konr.  Schiller  in 
Boien  lur  Inth.  Kirche,  1637.  (Scbrr.  d.  Ver. 
f.  achleBW.-holst.  Kirch.-O.  Beihe  8,  Bd.  JI, 
Hft.  1,  1S7-41.)  [1S7S 

Biemer,  M«,  Die  Einführg.  d.  Re- 
formation in  den  Dörfern  d.  Holz- 
kreises.  Auf  Grund  d.  Protokolle  d. 
Eirchenvisitationen  in  d.  Jahren  1662 
-64.  (G.bll.  f.  Magdeb.  36, 1-48.)  [1278 

Gröggler^  H«,  Der  grosse  Brand 
d.  Stadt  Eisleben  im  August  1601. 
(Mansfelder  Bll.  15,  126-43.)     [1274 

Schmidt,  F.,  Das  Amt  Weissen- 
fels  1626.  (N.  Mitt.  a.  d.  Geb.  hist.- 
antiq.  Forschgn.  21,  48-61.)        [1276 

Schroedel.H«  u.  H.  Moeller,  Ernst 
d.  Fromme,  Hzg.  zu  Sachs.-Gotha  u. 
Altenb.,  e.  Pädagog  unt.  d.  Fürsten. 
Gotha,  Thienemann.  40.  72  S. 
1  M.  20.  —  M.  Mahlmann,  Magister 
Andr.  Reyher,  d.  treue  Mitarbeiter 
Hzg.  Ernst  d.  Fr.  Ebd.6«lS.  IM.  [1276 

Bohnenst&dt«  B.,  Das  Prozessver- 
fahren geg.  d.  Kursächs.  Kanzler  Dr. 
Nikol.  Krell,  1691-1601.  Hallenser 
Diss.  68  S.  [1277 

Schmertosch  t.  Riesenthal,  B«  t«, 
Die  böhmisch.  Exulanten  unter  d. 
kursächs.  Regierg.  in  Dresden.  (Neues 
Arch.  f.  sÄchs.  G.  22,  291-343.)  [1278 

Härtig,  Der  Peniger  Eirchenstreit 
unter  Wolf  d.  Aelteren  v.  Schönburg 
1560-67.  (Rochlitzer  Diözesan-Bote 
10,  1-11.)  [1279 

Werner,  A.,  Erhebgn.  a.  d.  Kirchen- 
büchern d.  Stadt-  u.  Hauptkirche  zu 
Guben  f.  d.  Jahre  1612-60.  (Nieder- 
laus. Mitt.  6,  277-802.)  [1280 

StoJeaÜB,  ■•  T.,  Die  Beietiang  d.  Pfurre 
sa  OtUts  1604;  Bericht  d.  CandidAten  Paul 
Möller  an  d.  Superintendenten  ttb.  die  Her- 
gänge bei  d.  Probepredigt  in  d.  Oültser  Kirche 
8.  Jan.  1604.  (Monatsbll.  d.  Oes.  f.  pomm. 
O.  1901,  114-81.)  [1881 

Sommerf eldt,  G»,  Zur  G.  d.  pomme- 
rellischen  Woiwoden  Grafen  Gerh.  y. 
Dönhoff,  t  23.  Dez.  1648.  (Zt.  d. 
westpreuBS.  G.-Ver.  43,  219-65.>  [1282 


Uistor.  Yierteljahrechriffe.  190i.  8.    Bibliographie. 


•50 


Bibliographie  Nr.  1283—1335. 


Cmmnd,  <».•  Die  Tenchrrib^  Ab.  d  £r- 
bcbg.  <L  Flecken«  JobABaübarg  xar  Stadt  t 
J    1645       ^Mitt^    d     Uttar^r    G^    MaaoTiA   S. 


ait»r  rir 

Zt.  «7,  &11-2A 


cj    Innere    Verhäitnisge    tunUr  Aus- 
schlug von  BeUgion  und  Kirchej. 

u)  TMfawvxi«;  WiiUehmtU-,  «.  SocUl- 
^eschichte;  Bechtsgcachicbte ;  KriegaweMa. 

KttcUer,  K.  Bericht  über  d.  SUaU- 
verwaltg.  v.  Obwalden  t.  1646-1600. 
(Obwaldner  GblL  Hft  1.)  [1284 

Roetz,  J.  M.^  Die  Finanzznfltftiide 
im  Erzstift  K9hi  währ.  d.  ersten 
Reffienmgsjahre  d.  Korf.  Ernst  v. 
Baiem,  1584-88.  (Ann.  d.  bist.  Ver. 
f.  d.  Kiederrh.  72,  1-88.)  Sep.  als 
Bonner  Diss.  ersch.  [1285 

Walter.  F.,  Die  erst.  Privilegien 
d.  Stadt  Mannheim  v.  J.  1607.  (Mann- 
heim. G.bll.  2,  123-29.)  [^1286 

ZoekkoM,  E.,  Herrschaftliches 
Privilegium  d.  Stadt  Triebel,  1624. 
(Niederiaus.  Mitt.  6,  303-10.)     [1287 

Hörath^  A.,  Die  dt.  Zunftordnung 
d.  Krummauer  Weber  v.  J.  1568. 
(Mitt.  d,  Ver.  f.  G.  d.  Dt.  in  Böhmen. 
40,   141-150.)  [1288 

DragendorlL  E.,  Amtsrecess  d.  6 
wendisch.  Städte  v.  19.  März  1624. 
(Hans.  G.bll.  1900,  156-62.)        [1289 

Mlelke^  R.^  Das  Innungsbuch  d. 
Schneider  in  Triebel.  (Branden - 
burgia  8,  259-62.)  [1290 

EIckhoff.  IL,  Register  d.  Güters- 
loher Zuscnläge  1532.)  (Jahresber. 
d.  bist.  Ver.  f.  d.  Grafsch.  Ravens- 
berg  15,  141-57.)  (^291 

Besckreibnng  d.  fiskalisch.  ^fVäl- 
der  (Forsten)  Masurens  a.  d.  J.  1614. 
(Mitt.  d.  litter.  Ges.  Masovia  6,  134 
-58.)  [1292 

Knotty  R.y  Glockenrechngn.  f. 
Klostergrab  u.  Niklasberg  a.  d.  J. 
1614  u.  1650.  (Mitt.  d.  Ver.  f.  G.  d. 
Dt.  in  Böhmen  40,  154-57.)       [1293 

Mnmmenhoff,  E.,  Zolldifferenzen 
zwischen  Nürnberg  u.  München,  1577 
-80.  (Mitt.  d.  Ver.  f.  G.  d.  St.  Nürn- 
berg 14,  239-44.)  [1294 

Stoppelaar 9  J.  H.  de,  Balthasar 
de  Moucheron;  een  bladzijde  uit  de 
Nederlandsche  handelsgesch.  tijdens 
den  tachtigjarigen  oorlog.  'sGravenh., 
Nijhoff.     xij,  214,  101  S.  [1295 

CIasimb,  SohweU.  Baaerapolitik  im  Zeit- 


Klee,  E.9  Die  Stra&echtstheone 
der  Carolinm  u.  des  CarpsoT.  (Zt  t 
vergleichende  Rechtswias.  15,  3^ 
74.)  [1197 

Bm^  t.  IMl,  1420  (Köhler  A  Schetl, 
PeinL  GerieblaordBir.  K«ria  V.):  ^i«t.  Ztffii, 
M-90  SehTMer ;  Zt.  d.  SmyrigmjS^it^,  f.  Bcdrta- 
O    22,  6«r«.  Abu«.,  437  f.  Bnick. 

Selffcrt,  B.,  Akt«B«taek0  batr.  •.  PnwM 
d.  Rata«  t.  Strmmahmrg  8'*^-  Heiit«  Fri«dn^ 
«-  TaleatiA  Ludwig,  G«brad«r  r.  Pfoel  ii 
6iel«dorf ,  1M4-1«47.  (Bnuulenbwsia  9,  MI 
-1«)  [191 

Witte,  H.,  Wilh.  Ul^ioge  u.  mat 
F&lflchgn.  ( Jahrbb.  d.  Ver.  f.  mecklenb. 
G.  66,  7-64.)  [1*99 

Bieaemaui,  F.,  Zar  6.  d.  ScUom- 

r richte  in  Livland.  (Sitsungsbeir. 
Ges.  f.  G.  etc.  d.  OatseeproviniCB 
RuBslands  1900,  17-36.^  —  Dert, 
Zur  G.  Engelbrecht  v.  Mengdens  n. 
seines  LandrechtsentwnrfB.  (Ebd,  57 
-71.)  .  [1300 

G..    2    Gestellungsbefehle    a.   d. 

30  jähr.     Kriege.     (Diözeaanarch.    t. 

Schwaben  19,  140-42.)  [1301 

LandesTerteidigun^niasn-efeli 

der  Fürsten  v.  Anhalt  zur  Zeit  A 
30 jähr.  Krieges.  (Militär -WochenbL 
1901,  Nr.  79.)  [130J 


ß)  Bildosg,  Litt«ntar  ncd  Konst. 

Winter,  Z^  Na  kathedfe  v  Karo- 
linum  ( Auf  d.  Katheder  imKitfolinum). 
(Casopis  musea  kr^ovatvf  Öesk^o 
72,  12-38.)  [130S 

Clemen,  0.,  Zur  G.  d.  Akademie 
zu  Altdorf.  (Mitt.  d.  Ver.  f  G.  A 
St.  Nürnberg  14,  252-58.)  [1304 

Mayer,  Herrn.,  Mitt.  a.  d.  3.  Mt- 
trikelbuch  d.  Univ.  Freiburg  i.  B^ 
1585-1656.  (Alemannia  N.  F.  2,  23-55.) 
Vgl.  '98,  2012.  £1305 

Eayel,  L*6oole  latine  et  Tancienne  mcmik- 
mie  de  Strasbourg,  1538-1621,  s.  1900,  SS79. 
Re:i. :  Zt.  f  G.  d.  Oberrh.  16,  166-57  Knod.  [1901 

Kmdewig,   J.,   Erlass   d.  Kölner 
Universität   zur  Regelung   d.    Depo- 
sitionsbräuche.     (Zt.   f.    Kultur -G  9 
13-25.)  [1307 

Weinhold,  P.,  Die  Stellung  d. 
Kurfürsten  August  z.  Universität 
Leipzig.  Lpz.  Diss.  99  S.  —  Zinek, 
Das  Stipendiatenwesen  d.  Univ. 
Leipzig  zur  Zeit  d.  Kurf.  August, 
1553-86.  (Mitt.  d.  Ges.  f.  dt.  Erziehgs.- 


B«formation,  Qegenief.  n.  30 jähr.  Krieg;  Innere  TerhUtaÜBie. 


•Öl 


d.  Ver,  f.  sächa,  Voliakde.  2,  21H 
-21.)  |1308 

Hertz,  6.,  Dae  Schulwesen  d.  dt. 
Keformation  im  16.  Jh.  (8.  1901, 
312U).      Kpit.   681  S.    16  M.  1^1309 

Esbuche,  0,,  Sarceriuaala  Erzieher 
u.  Schulmann.  Siegener  Progr. 
74   S.  [1310 

Saliger,  ff.,  Peter  Scherere  (Schö- 
rerg)  Rede,  welche  er  mit  anderen 
Aeltesten  d.  Schulmeistern  m  Niemt- 
Bchitz  in  Mähren  16.  Nov.  1569  ge- 
halten hat,  a.  d,  Schulordnang  v  J. 
1678,  (Mitt.  d.  Ges.  f,  dt.  Erziehgs.- 
u.  Schul-G.   U,  llS-27.)  [1311 

Fluri,  A.,  Die  bemische  Schul- 
ordnung V.  1548.  (Ebd.  11,  I5a-ai8,) 
—  J.  W.  HeflB,  Ordnung  d.  dt. 
Scbule  zu  BarfuBsem  in  Baael,  1579. 
(Ebd.  21ä-35.)  —  Bob.  Lang,  Lehrer- 
zeugnia  1627,     (Ebd,  236  f)        [1312 

Kaiser,  H.,  Bischof  EroBmus  u   d, 

feplante  Gründg.  e.  Bildungsanstalt 
d,  KleruB  d,  Bistums  Strasaburg, 
(Ebd.    267-75,)  G.    Knod,    Das 

Paalterium  d,  Josias  Bihel  v,  J,  1694, 
(Ebd,  a76-86.)  [131:* 

Rüge,  W.,  Blütezeit  d.  dt.  Schulen 
Lübecks  in  d.  2.  Hälfte  d,  16.  Jh. 
(8ep.  a,:  Zt,  d,  Ver  f,  Ifibeck,  G.  8, 
41U-646.)    Leipz.  Difla.    137  S,     [1314 

Scbneldcr,  M.,  A.  Reyhera  Schal- 

f  setze  f,  d.  Gymnasium  Illustre  a, 
J.  1641.  (Mitt,  d.  Gas,  f  dt,  Er- 
ziehgs,-  u,  Schul-G.  10,  79-111.)  Vgl. 
Nr,  1276,  [1316 

Flemming,  F..  2  Aktenstücke  z. 
G.  d.  Klosterschute  Roaaleben.  Roaa- 
leb.  Progr.  4°.  S.  1-3.  [1316 

VprEflchali  d.  Schul»  d.  Firllkolu- 
■nt.    Jibren    D>«h    Ibrar   (.rnndg.    (Mitt.  d' 


Vetter,   Th.,   Litterar. 

EW.  England  u.  d.  Schweiz  im  Re- 
form ationsiwitalt«r.  (Gratulationa- 
Bchr.  d.  Univ.  Zürich  z.  450jähr, 
Juhil,  d,  Dniv,  Glasgow.)  Zürich, 
Zürcher  &  F.  4",  42  S,  [1318 

B«:  Dt.  Lltl  -zig,  I»H,  Nr   S  Thamman 

SpirgatlB,  M.,  Die  litter,  Produk- 
tion im  17.  Jh.  u,  d,  Leipziger  UesB- 
hataloge.  (Sammlg,  bibliothekawiss. 
Arbeiten,  hrsg.  v.  Dziatzko,  14, 24-61.) 
8ep.  Lpz.,  Spirgatia.  S  M.  60,     [1319 


'  Ortr«;,  F.  van,  Lettres  de  Jean 
MolanuB  (van  der  Molen)  4  G^rard 
et  ä  Barthßlemy  Mercator.  (Compto 
rendu  des  s^ances  de  la  comm.  roy, 

I  de  rhiat.  de  l'acad.  roy.  de  Belg.  11. 

I    146-214.)  (1820 

«olthcir,    Sai    dt.    Alteitnm  In   d.  Aii- 


.  Lltl.-0.  1 


Plitor;  Euph-.rlon  f,  .Ui-SO  Beo.oh.1.     [l»!l 

Brnng,  F.,  Zur  Lebens-Q.  d.  Chro- 
nisten  Hnr.   Rehhein.    (Hans.  G.bll. 

lUOO,   166-68.)  [1322 

Netzhammer,  B.,  Theophrostus 
Parazelsns.  Einsideln,BenEiger.  1768. 
4  M.  [1323 

Oen^e,  B.,  Hans  Sachs  u.  seine 
Zeit.  'J.  durchgeseh.  Aufl.  Lpz.,  J.  J. 
Weber,  ivj,  624  S,   10  M.  [1324 

Schmidt,  E.,  Der  christl.  Ritter. 
(Schmidt,  Charakteristiken.  2,  1-23.) 
—  Dera.,  Hans  Sachs.  (Ebd,  71 
-80.)  [1325 

Buge,  S.,  Die  Quellen  v,  Fischarts 
Ebezuchtbachlein.    (Zt.  f.  dt.  Philol. 

33,  284-86.)  [1326 

Bolte,  J.,  Bigome  u.  Cbicheface. 
(Arch,  f,  d.  Stud.  d.  neueren  Sprachen 
106,  1-18)  11327 

JeUlnek,  M.  U.,  Theobald  Bocks 
Sprache  n.  Heimat.  (Zt.  f.  dt.  PhUol. 
33,  84-122.)  [1328 

Fischer,  U.,  Neues  üb,  G.  R.  Weck- 
herÜn.    (Euphorion  7,  48-G4.)    [1389 

LI«b>aM,  Th.  I.,  Der  luiarnlKha 
DIcliMr  Pnoi  KAU.  (Aju.  f  lehwaii.  0. 1901, 
404  f.)  [isao 


Biehl,  B..  Von  Dürer  znRubens; 
e.  geschieht!.  Studie  üb.  d.  dt.  u. 
niederländ.  Malerei  d.  16,  Jh.  (Ab- 
hdign.  d,  bist.  Classe  d  haier.  A^ad. 

d.  Wies.  22,  186-229.)  [1832 
Pauli,  G.,  Hans  Sebald  Beham; 

e.  hrit,  Verzeichn.  sein.  Enpferstiche, 
Radirungen  u.  Holzschnitte  (Hft.  33 
T.  Nr.  671,)  Straesb,,  Heitz,  6218., 
36  Taf.  86  M,  [18SS 

Stolberg,  A.,  Tobiaa  Stimmer, 
Sein  Leben  a,  sein.  Werke  m.  Beitrr. 
z.  G.  d.  dt.  Glasmalerei  im  16.  Jh. 
Mit  29  Lichtdr.-Taf.  (Hft.  31  v.  Nr. 
671,)  Ebd,  U9  8,  8  M.  [1384 

Bahn,  J.  K.,  GlasgemUde  a.  d. 
Anfang  d.  16.  Jh.  n.  iure  Vorlagen. 


•52 


Bibliogn^hie  Nr.  1336— 1S86. 


(Anz.  f.  Bchweiz.  Altertkde.  3,  58^6; 

2  Taf.)  J^*^^ 

HelM,  E.5  Der  Zimmem'sche  Toten- 
tanz a.  seine  Copien.  Giessener  EHbs. 
69  S.  [1336 

Doebner,  R«,  Des  Bildschnitzers 
o.  Malers  Hans  Brügg^emann  Ge- 
burtsort. (Repert.  f.  ^mstwiss.  24, 
124-26  u.  Zt.  d.  bist.  Ver.  f.  Nieder- 
sachs.  1901,  272-75.)  [1337 

Beraatikly  J.,  Die  Meister  d. 
Gk>ttorfer  Fürstenstuhls,  i  Schrr.  d.  Ver. 
f.  schlesw.-hobt.  Kirch.-G.  Reihe  2, 
Bd.  n.  Hft  1,  87-96.)  [1338 

Magner,  K.,  Zur  schlesisch.  Kera- 
mik d.  Renaissancezeit.  (Schlesiens 
Vorzeit  N.  F.  1,  122-32.)  ri339 

Morii-Eiehboniy  K.,  Fabian  witsch 
e.  Breslaaer  Goldschmied  d.  Spät- 
renaissance.  (Ebd.  107-21;  Taf.)  [1340 

Starke,  R«,  Biographie  Sam.  Bes- 
lers.  (Monatshfte.  f.  Musik-G.  33, 
141-51;  161-72.)  [1341 

LangelOtJe,  E.,  Die  Musica  figu- 
ralis   d.    Magister   Daniel  Friderici; 

e.  Singefibel  d.  17.  Jh.  als  musik- 
geschichtl.  Beitr.  Progr.  Berl.,  Gaert- 
ner.  4^  30  S.  1  M.  [1342 

Laekoirlti.  W.,  Die  Anfange  e. 
Hofkapelle  in  Berlin.  (Brandenburgia 
8,  169-74.)      [1343 

Stötiner^  P.,  Osterfeiem;  hrsg. 
nach  e.  Zwickauer  Hs.  a.  d.  Anfange 
d.  16.  Jh.  Zwickauer  Progr.  4«. 
29  S.  [1344 

}-)  Yolktleben. 

Herzog,  H.,  Zur  Kostüm-G.  d.  16. 
Jh.  (Anz.  f.  Schweiz.  Altertkde.  3, 
56  f.)  [1345 

Obernitz,  r.,  Kurze  Nachrr.  üb. 
abgehaltene  Turniere.    (Viertelj.schr. 

f.  Wappenkde.  etc.  29,  234-46.)  [1346 
Hampe,  Th.«  Ueb.  d.  grosse  Nürn- 
berger Glücksnafen  v.  J.  1579  u. 
andere  Veranstaltungen  solcher  Art. 
(Mitt.  a.  d.  Germ.  Nationalmus.  1901, 
80-64.)  [1347 

Zingeler,  K.  Th.,  Verordngn.  geg. 
Fluchen  u.  Schwören.  (Mitt.  d.  Ver.  f. 
G.  etc.  in  HohenzoU.  34 ,  89-96.)   [1348 

Moier,  J.,  Sch&ndebrief  d.  Gebrüder  Frans 
v.  Christoph  t.  Dorstadt  geg.  Bflrgermeister 
u.  Batmannen  sn  Stolberg  wegen  e.  Schuld  t. 
5000  Goldgnlden,  am  166S.  (Zt.  d.  Hars-Yer. 
M,  n,  479-8S.)  —  E.  Jacobs,    Die   t.  Dor- 


[IM 
t  ▼.J.lCn.  (Mitt 

Ti^i'T^)  tum 


■tadt*sche   Seholdfordsrig. 
Stolberg.  (Kbd.  481-M.> 

BaakyC.T.,  Km  Taatea 
d.  Altwt.-yer.  Pl«««a  14, 

8MUierflBl4t,  f}^  Bib«HkB|r  in  Ortguunwei, 
beeoaders  im  HaaptJUBt«  Til^  1584.  (Zt  t 
koltar-O.  9,  M-«l.)  [USl 

Paiüvs,  S^  Zur  Wanderlitteratnr 
d.  16.  Jh.  (Zt.  f.  kath.  Theol.  25, 
762  f.)  [1852 

Diel,  J.,  Frdr.  Spe.  2.  Anfl.  r. 
B.  Duhr.  Freib.,  Herder.  jx,147S. 
1  M.  60.  [1361 

Hams^  k»j  Aberglaabe  vu  Zeichen- 
deuterei  in  Pommern  w&hr.  d.  16.  il 
17  Jh.  (8.  1901,  5470).  Sdilnfls.  (BlI 
f.  pomm.  Yolkskde.  9,  177-80.)  [1354 

Peterg,  H.,  Die  Heilkonst  in  d. 
Stadt  Hannover  währ.  d.  16.  Jh.  (Han. 
nov.  G.bU.  4,  387-61^  [ISW 

Lager,  Eine  Verordnung  d 
trierisch.  Stadtrats  a.  d.  J.  1597  sor 
Abwehr  u.  Bek&mpfang  d.  Peet- 
gefahr.  (Trier.  Archiv.  Ehri^nsgahü  1, 
87-92.)  [1356 

Hayskens,  T.,  Zeiten  d.  Pest  in 
Münster  während  d.  2.  Hälfte  d. 
16.  Jh.  I.  Schnl-Progr.  MOnster.  4*. 
31  S.  [1357 


6.  Vom  Weatfäi.  Frieden  Ms  «. 

Tode  Karls  VI.  t«.  Friedr. 

WühHms  I.,  ie^S^1740. 

Monteenecolly  R«  t«,  Korrespon- 
denz mit  Pater  Maximilian  Monte- 
cuccoli,  1648-58.  (Montecuccoli,  An»- 

Sew.  Schrr.  4,  245-76.)  —  Deifc 
^orresp.  mit  d.  Kaiser  währ.  d.  Reise 
nach  Finale  u.  Korresp.  Kaiser  Leo- 
polds mit  M.,  1666.  (Ebd.  277-307.) 
—  Dess.  Korresp.  w^en  Yerleihimg 
d.  Ordens  vom  Gold,  ^esse,  1665-68. 
(Ebd.  309-85.)  —  Dess.  Korresp.  d. 
Jahre  1672  u.  1673;  1680.  (Ebd.  837 
-58.)  [1858 

Bloky  P«  J«9  Drie  brieven  van 
Sam.  Sorbiöre  over  den  toestand  van 
Holland  in  1660.  (Bijdragen  etc.  v. 
hat.  bist,  genootsch.  te  Utrecht  22, 1 
-89.)  [1369 

Wilhelm!,  S.,  Marienburg.  Chronik 
1696-1726,  hrsg^  v.  R.  Toeppen  (s. 
1900,  1485).  Tl.  IV:  1717-21.  Ma- 
rienburg. Progr.     S.  237-316.     [1360 

Kenssler,  F.  r.«  Patkuliana  ans 
J.  G.  Keyssler's  ,^eaesten  Reisen^. 


Vom  Wentf  alisclieii  Frieden  bis  1740. 


•53 


(SitaungBlierr.  d.  Ges.  f.  G.  d.  Ostsee- 
prov.  Ruaslands  1900,  110-20.)  [1361 

Urkunden  u.  Aktenstfieke  z.  6.  d, 
Kurf.  Friedrich  Wilhelm  v. 
Brandenb.  (b.  ISOO,  1491).  XVn-. 
Polit.  Verhdlmi.  Bd.  10;  hrsg.  v.  R, 
Brode.  Öi;6  S.  34  H.  [1362 


UauTlUer.  E.,  Alsatica  aus  d. 
Pariser  Nationalbibliothek  s.  O.  d. 
17.  a.  18.  Jh.  (Zt.  f.  G.  d.  Oberrh. 
16,  6S8-47.)   Vgl.  1901,  1463.     [1363 

Depesehea.  YcDetianische,  vom 
Eaiserhofe  (Dispacci  di  Germania). 
Hrsg.  V.  d.  bist.  Eommiss.  d.  kaiaerl. 
Akad.  d.  Wiss.  Abtlg.  H,  Bd.  1: 
April  1667-Juli  16(11.  Bearb.  v.  A, 
F.  Pribram  Wien,  G«rold,  xxnj. 
729  S.   11  M.  [1964 

Hirsch,  F.,  Zur  Q.  d.  polnisch. 
EOnigBwahl  v.  1674.  (Zt.  d.  west- 
preusB.  G.-Ver.  43,  1-160.)  [1886 

fipkaktlB,  Balation  dB  U  coar  diFnnii* 
an  1<  0,  »so  DU  lodu  mljt.  p.  E.  Boni- 
goolB,  I  lüOI,  Mie.  Boi  :  Hltl  d.  Inil.  C 
Oitsrr.  O.  11,  eSa-Si  CutalllsH.  [ISSa 

Vogfiä,  de,  Le  dnc  de  Bourgogne 
et  le  duc  de  Beanvillier.  Lettres  in^d. 
1700-1708.  Paris.  Plön,  1900.  xyj, 
432  S.  [1867 

Bkat«,  P-,  Bin  poUt.  Ttitoinaiit  KOuIg 
AapilW  <■.  SUrkan  (1.  IWl,  USl).  Baricfati- 
gung.    (Hlat.  Zt.  »1,  fiSIf-l  [1SB8 

Uiilgmui,  M.,  Quelques  docn- 
meutB  iuäd.  sur  1a  com  de  rarchi- 
duchesse  Marie-filigabeth  d'Aatriche, 
gonvemante  des  Pajs-Bas.  (Ann.  de  la 
Soc.  d'archl.  deBnu.  16,65-78.)  [1369 

Duncker,  C.  r,,  Briefwecnsel  d. 
preusB  EOnigsfamilie  mit  d.  Eaieeriu 
Elisabeth  Christine  aniasBlich  d.  Ver- 
lobnngd.  Eronpriuzen Friedrich,  1 732. 
(Streffleura  Osterr.  milit.  Zt.  42,  m, 

336-41)  . —  [1370 

.  Wehrutann,  W.,  Lied  aas  Stettins 
Belagerung,  1677.  (Mouatsbll.  d.  Ges. 
f.  pomm,  G.  1901,  140-48.)         [1371 

iVelB«,0.,  Zwei  satirische  Gedichte 
d.  17.  Jh  (Mitt.  d.  geschichtsforBch. 
Ver.  in  Eiaenberg  16,  21-26.)    [1372 

Uaake,  P.,  Joh.  Frdr.  v.  Wolf- 
fVamsdorf  u.  d.  Portrait  de  la  cour 
de  Pologne  (s.  1901,  8486).  Scblnss. 
(N.  Ärch.  f.  Blchs.  G.  22,  344 
-78.)  [1378 

Friedlfaider,  E.,  Berliner  geschrie- 
beneZeitnngen  a.  d.  Jahren  1713-1717 


n.  1736;  e.  Beitr,  z.  preuBS.  G.  unt. 
KönigFriedr,  Wilh.I.  (=  Nr.76Ö.)  Berl., 
MitUer,  ijv.  720  S.  14  M.  [1874 
Welniti,  F.,  Des  DeDtsch-Fran90B8 
Jean  Chretien  Toncements  Schilderg. 
Berlins  a.  d.  J.  1780.  (Sclur.  d.  Ver. 
f.  G.  Berlins  37,  53<71.)  (1376 


1660-1679.  442  8.  7  M.  60.         [137« 

E.».  Dl.  Wll.-Ztg.  1»»,  Nr.  1  W.  Niadii 
FoTHli^.  I.  brudb.  s.  pnsM.  O.  li,  '61t. 
Sshlamum.;  Litt  Oil.  1901.  Ni.  11  K.  L. 

Seraphim,  A,,  Eine  Schweater  d. 
Gr.  Eurfarat«n  Luise  Charlotte,  Her- 
zogin v.  Kurland,  1617-76.  (Quellen  D. 
Unterauchgn.  z,  O.  d.  HauBea  Hohen- 
2oUem,  hrsg.  t.  Bemer.  II,  1.)  Berl., 
Ihmcker  &  E.     162  S.    4  H.    [1377 

HossmanH,  X.,  Le  congr^  de  Nu- 
rembergeträvacnationdesTÜlesd'Al- 
sace.Sept.  1649-JniDl660.  (Ber.d'Als. 
Gl,  113-40;  3S6-401;  612-66.)     [1S78 

Fruln,  K.^  Over  de  oorlogsplannen 
van  prins  Willem  Ü.  na  zijn  aanslag 
op  Amsterdam  in  1650.  (FtuIu'b  ver- 
epreide  geschriften  4,  122-92.)  — 
Dera. ,  Het  proces  van  Buat.  (Ebd. 
261-804.)  —  DerB.,  WiUem  m.  en 
cijn  geheime  onderhandelingen  met 
Earel  D.  van  England  in  1672.  (Ebd. 
3:j8-.'i6,)  —  DerB.,  De  schuld  van 
Willem  m.  en  zijn  vrienden  aan  den 
moord  der  Qebroeders  De  Witt. 
(Ebd.  357-76.)  —  Ders.,  De  slag  van 
Saint  -  Denis    in    verband    met  den 


tijn    verhouding    tot    Engeland. 

(Ebd,  5,  1-198.)  [1879 

a>aU,    3oh.  PbU.  >.  SohöDbom.   a   IMO, 

MSB.  Bai.:  mit.  d.  luit  f.  Mtan.  Q.  ü,  «7» 

-SB  Ludwahi  T,  pn^snin.  [ISBO 

■■CEkowskl,  E.  A.,  Beitrr.  z.  Q. 
d.  2.  schwed.-poln.  Enegea,  1665-60, 
n.  der  Tataren  einfalle  in  PreuBsen, 
1656 n.  1667.  (Mitt. d. litter. Qes.Haso- 
Tia6,  10-47.)    Vgl,  1900,  14B3,    [j881 

MlchelB,  K.,  Zur  Vor-G.  v.  Lud- 
wigs XIV.  EinfaU  in  Holland.  Hal- 
leneer  DisB.  1900.    43  8.  [1383 

Scholti,  Adr.,  G.  d.  Vertrages  v. 
VoBsem.  "n.  I.  Bergedorfer  Pjogr.  4*. 
13  a.  [1888 

HIneh,  F.,  Die  Wahl  Joh.  SobieBkis 
tum  EOnig  v.  Polen.  (Bist.  Zt  87 
824-69.)  [1384 

Wimu-Mi,  N.,  Znr  Entstehnngs-Q. 


^ 


Bibliographie  Xr    138S— 1430. 


d.  bnmdenb  -seh wed  Kriege»  1675-79. 
(Forschgn-  z.  brandb.  u.  preu>s.  G 
14.  267-7*.  [IZr^ 

Uir^ehj  F.«  Die  Znnammenlninft 
d.  Gr.  Kurfürsten  mit  d.  König  Chri- 
stijBi  V.  Ton  DSnemark  so  Ek>beran 
4.-6  Dei  1678.    Ebd.  14, 6^53      [13^6 

Wokl  will^l^  Wann  endete  d  Hanse  ? 
(Hans-  Gbll.  1900,  13^41.  [1387 

PrelMBhamBer,  H.,  Marach  d. 
polnisch.  Hilfsannee  anter  König 
Johann  LQ.  Sobieski  dorch  Schl<^en 
o.Mährenl683;  hrsg.v.F.  TTarniek. 
(Zt  d.  dt  Vcr.  f  G.  Mähren«  u. 
Schieden«  5,  374-92.  >  [13^^ 

l'revM^  G.  F.,  Oe«terr.,  Frankr 
IL  Baiem  in  d,  «panisch.  EIrbfolgefrage, 
1686-89.  Hist  Viertelj.8chr  4,  309 
-33;  481-603.y  [1389 

DMtTj  Die  Besetxg.  Heilbronns 
dorch  d.  Franzosen  1688  a.  d.  Schick- 
sale d.  in  franz.  Gefangenschaft  ge- 
lahrten Heilbronner  Geiseln.  Bericht 
d.  hist.Ver.  Heilbronn  5,  1-47.    [1390 

Laa^BiaMB,  K.  t.,  Wilhelm  HI. 
T.  England  u.  Max  Emanael  t. 
Baiem  im  niedeiiänd.  Kriege  1692-97. 
Mönch.,  Lindaaer.  HO  S  2  M.  Vgl. 
1901 ,  1499.  —  G.  F.  Prems»,  Max 
Emanuel  ▼.  Baiem  u.  d.  Hof  za 
BrösseL  BeU.  z.  AUg.  Ztg.  1901,  Nr. 
265.)  [1391 

Frie^eRsbmrg,  W.,  Die  röm.  Kurie 
o.  d.  Annahme  d.  preuss.  Königswürde 
durch  Kurf.  Friedrich  III.  t.  Brandb. 
1701.     vHist  Zt.  87,  407-32  )     [1392 

Hemser,  E.,  Der  spanische  Erb- 
folgekrieg mit  besond.  Berücksich- 
tigong  d.  Pfalz  o.  anderer  Gebiete 
am  Oberrhein,  i  Pfalz.  Museum  18, 
97-102;  113-18;  129-36.^  —  Ders., 
Krieg  in  d.  Pfalz,  1705  u.  1713. 
(Ebd.  137-40.)  —  Ders.,  Die  Fran- 
zosen in  Blieskastel  1709.  (Ebd. 
167f>  [1393 

Roseftlekaer,  A^  Zur  Restitutions- 

politik    Kurfürst    Max    Emanuels   v. 

Baiem :  I :  Max  Emanuel  u.  d.  Haager 

Konferenzen,    1709    MSxz    bis   Juni. 

ü:    Geheime    Separatverhdlgn.    Max 

Emanuels  mit  Holland  u.  d.  Kaiser, 

1709  M&rz  bis  Sept.  (Forschgn.  z.  G. 

Baiems  9,  284-326.)  [1394 

B»«eBlekB«r,  Stollnng  d.  Kvrftnten  Mmx 
Sbmib«!  ▼.  Baiem  a.  Jo«.  Klemens  ▼.  Köln  s. 
KsiMrvahl  Karls  VL,  «.  1900,  1514.  (96  S  aU 
M flacben.  Dim.  a«air«g.  18J9.)  Sex. :  Mitt^  a.  d. 
hiat.  Litt.  19,  80  f.  L«idiiiger;  Hitt.   Vierte\j. 


•ckr.4.S59t  O  Weber ;  H ist.  Zl^  86, 9» f. 

Hist  Jahr^    21,  MOf    Sclu««ter.  [13* 

Stoerk,  F.,  Das  Greiünralder 
Bündni«  zwischen  Peter  <L  Gr.  a. 
Georg  L  vom  2«-^7.  Okt.  1715.  (Pom- 
mersche  Jahrbb.  2,   1-90.)  [1396 

Michael,  W^  Ein  schwieriger  di- 
plomat.  FaU  a.  d.  J.  1719.  (ffiatZt 
88,  5^-^.        [1397 

.irB#M,   C.    Fr.,    Aoarottang  d. 

Protesiantismiis     in     Salzburg     nnt 

Enbisch.  Finnian  o.  sein.  Nachfolgen 

s.  1901, 1508  .  Hallte  IL  (=  Nr.  1158.) 

112  S    1  M.  20.  [1398 

Bca. :  HiM.  Jakrb. »;  191  f.  m.  ^a6£  Ummm- 
majcr:  TImoL  Litt-Ztfe.  19«l.  Kr.  I«  K6Um. 

■elf*!,  E.  Tk..  Wahl  d.  Prinan  Pkflipp 
Moiits  T  Baiera  xwm  Bi<«lM»f  ▼.  Pader^on 
«.  MftasUr.  ■  1900.  Sl7.^.  (Aach  im:  Haigol, 
X«««  fMckiekU.  EMay«  8    z6l-aOS  )         [UM 

Bartf«t,  La  q«MÜoa  d«a  dix  villaa  iap^ 
rialM  d  Alsac«,  l'^<-l»<iQi,  a.  19«1.  1Sj9.  Rea: 
B«T   d'Alaaee  M,  115-rl  Pfiater.  (14M 

Walter,  F.,  Karl  Philipp«  B^e- 
rungsantritt  u.  seine  ersten  Besuche 
in  Mannheim.  'Mannheim.  G.bll.  1901, 
Kr.  11.^  [1401 

Kippeaherg,  A.,  Die  Sage  Tom 
Herzog  t.  Loxembuiv  u.  d.  histor. 
Persönlichkeit  ihres  Triggers.  Lpz., 
Engelmann.  280  S.,  1  Taf.  7  M. 
^58  S.  ersch.  als  Leips.  Diss.)    [1402 

Werner.  k»j  Erhebgn.  a.  d.  Kirnen- 
büchem  d.  Stadt  Guben  währ.  d. 
Zeit  T  1650-1700.  XiederUna.  Mitt 
6,  406-25.)  [140S 

Kreb«,  J.,  Herzog  Christian  t. 
Wohlau-  vZt  d.  Ver.  f  G.  eic.  Schle- 
siens 35,  144-54.)  ri404 

Markgraf,  H.,  Die  Bilder  der  Bres- 
laner  Ratsherren  t.  1667.  TSchlesiens 
Vorzeit  in  Bild  u.  Schrift  N.  F.  1, 
87-99.  [1405 

Inmere  VerhäUnisse, 

Acta    Borvssicm«     Denkmäler   d. 

Ereoss.  Staats verwaltg.  im  18.  Jk 
de  Behördenorganisation  u.  aUgem. 
Staatsverwaltg.  (s.  '98,  3289).  Bd.  UI: 
Akten  v.  Jan.  1718-Jan.  1723;  bearb. 
V.  G.  Schmoller,  O.  Kranake  o. 
V.  Loewe.  767  S.  17  IL  —  Ge- 
txeidehandelspolitik  (s.  ^96«  426). 
Bd.  II:  Getreidehandelspolitik  o. 
Kriegsmagasinverwaltg.  Brandenb.- 
Preussens  bis  1740.  Darstellg.  o. 
sUtist.  Beilagen  t.  W.  Naud^. 
Akten  bearb.  v.  G.  Schmoller  u. 
W.  Naude.  xjoj,  670S.  16  IL   [1406 


k 


Vom  West^iBchen  Frieden  bis  1740. 


Lilt.-Ztg.  IM»,  Nr,  t  Hermann. 

Bergmann,  R.,  G.  d.  ostprensB. 
Stande  u.  Steuern  v.  lG8fl-17U4. 
(=  Sta&ta-  u.  aozialwiBB.  Foracbgn. 
XIX,  1.)  Lpj.,  Duncker  &  H.  ii,2i6S. 
ö  M.  [1407 

R«:J«hrb,f.OanUaebg.M,*(U-10Bimthl. 

Hartmann,  L.  H.,  PreuaB.  -  Ssterr. 
Verhandlgn.  üb.  d.  CroMener  Zoll  u. 
üb.  e.  General- Commerz -Tractat  zur 
Zeit  Karls  VI.  (Wiener  BtaatswisB. 
Studien  TU,  1,)  Tübing.,  Mohr, 
86  S.  Subskr.-Pr,  2  M-40;  Einzeipr, 
3  M.  20,  [1408 

Villaret,  Die  Grflndg.  d,  Kolonie 
Hameln  u,  d.  Uanufaktnren  (=  Ha- 
meln U).  (G.bll.  d,  dt.  Hugenotten- 
Ver,  X.  3/4,)  Magdeb,,  Heinrichshofen, 
lyW,  40  S,  80  Pf,  —  ToUln.  Daa 
franz.  Koloniegericbt  u,  d,  Kolonie- 
kommiaBar  zu  Hameln.  (^Hameln III), 
(G.bll,  X,  9,)  20  S,     40  Pf.         [1409 

Baacb,  A.,  Der  Nilmbei^ei  Rat 
u,  d.  Donau -Main  -  Kanal  -  Projekt  v, 
J.  1656,  (Mitt  d,  Ver,  f,  G.  d.  St, 
Nürnbei^  14,  244-Si.)  [1410 

BrkRirU,  P.,  DItTtaae.  KltMigDlet  IGIS 


HeUHer,  E.,  Ein  Schutzbrief  f.  d, 
Juden  V.  Landau,  (Pfalz.  Muaeum  18, 
162-a4,)  [1413 

Levrin,  L.,  Die  Judenverfolgungen 
im  2.  8chv[ed,-poln,  Kriege,  1G5G- 
1669,  (Aus:  Zt.  d,  hiBt,  GeB,  f.  d.  Prov, 
Posen  Bd.  XVI.)  Pob.,  Jolowicz.  24  8. 

80  Pf, ,  [1413 

Racknitz,  A>,  Ein  Eriminalfali  v, 

J,  I6Ü1.  (Sclin:.  d,  Ver,  f,  G.  d,  Neu- 
mark 11,  103-62)  [1414 
Franke,  R.,  Ein  Prozess  der  Oeiat- 
licben  v.  St,  Jobanui»  iu  Chemnitz 
mit  d,  Bauern  d,  eingepfarrten 
Dörfer  Gablenz  u,  Bernadorf,  1726- 
1731.  (Mitt,  d,  Ver,  f.  Chemnitz,  G, 
11,  102-22,) [1416 

Hani,  A>  J>t  Die  ehemal,  Miaaiona- 
Station  d.  Benediktiner  iu  Schwar- 
zach im  Salzburg-Pongau,  (Stud,  u, 
Mitt.  a,  d.  Bened,-  u.  Ciat, -Orden  22, 
4321',)  [1416 

Reinfried.  K,,  ViBitatlousberichte   ' 
a,   d.    2,  HBlfte   d,   17,  Jahrb.  üb.  d. 
Pfaneien  d.  Landkapitel  Otteraweier, 
Offenbui^u.  Lahr.  (Freibnrg.DiOzeBan- 
Arcb,  N,  F,  2,  266-97.)  [1417    ! 


Jungntüs,  Die  Breslauer  Bischofs- 
wahl 1682/83,  (Zt  d,  Ver,  f,  G,  Schle- 
aiens  »6,  245-fi7.)  [1416 

Enscbedri,  J.  A.,  Liaten  a,  d.  Kor- 
reapondenz  Pieter  Valkenier's ,  d, 
holläud.  Gesandten  in  d.  Schweiz. 
(ObU.  d,  dt.  Hugenotten- Ver,  X,  10. 
1-61,)  [1419 

Hangmann,  J.,  Oraf  Zinzendorf, 
d.  Stifter  der  Brüdergemeinde,  (Mo- 
uatahfte,  d,  Comeniua-GeB.  10,  129 
-B9,)  —  0.  Steln«eke,  Zinzendorf 
u,  d.  Katholiziamua ;  e,  Beitr,  znm 
Veratändn,  Zinzendorfs,  Halle,  Hühl- 
mann,  1902.    91  8,    1  H.  60.    [1420 

Kolb,  Ch.,  Anfänge  d,  PieÜBmus 
u.  Separati«muB  in  Württemb,  (s. 
1901,  3527),  ni:  Die  Hauptherde; 
IV, :  Die  kirchl,  Verordngn,  (Württb. 
Viertelj.hfte- 10, 201-51 ;  364-88,)  [1421 

Bonln,  D..  Die  Waldenaer-Ge- 
meinde  Pragela  auf  ihrer  Wanderg. 
ina  Hessenland;  aktenmäsaige  Unter- 
suobgn,  Wormser  Progr.  63  S,  [1422 

Becker,  Bnr.,  Pietisten  in  Zerbat 
1704-1709,  (N,  Mitt,  a,  d.  Gebiet 
hist.-ant,  Forachgn,  21,  84-98,)  [1423 

NiemttUer,  H.,  Matthias  Dreck- 
mann; e,  westfäl.  PaBtorengeetalt  an 
d.  Wende  d,  17.  Jh,  (Jahrb,  d.  Ver. 
I.  d,  e»,  Kirch.-G,  d.  Grafschaft 
Mark  a,  202-35,)  [1424 

Hitler,  Die  Inspiiirten  in  Rostock 
(Jahrbb.  d,  Ver,  f,  mecklenb.  G.  66, 
141-54.)  [1426 


HUt1«d,i8,Jb.Hüiich,DiBB,7lS.[1426 
Fniow«r^  0.,  Die   erste  Berliner 
Zeitschrift  in  dt,  Sprache.  (Branden- 
burgia  S,  88-97,)  [1427 

Goerllla,  Vf..  Die  bist.  Forschungs- 
methode Job.  Jak.  HaskoTs.  (VH.  4 
V,  Nr,  632.)  Lpz,,  Teubner.  70  8, 
2  M.  40.  8ubskr.<Pr,  2  M.  (38  8.  er- 
schienen ab  Leipz,  Diss,)  [1428 


Nef,  K..  Zur  G,  d.  dt,  Inatrumental- 
musik  in  d.  2.  H&lfte  d,  17.  Jh.  (Publik, 
d,  intern,  Musik -Ges.  Beihft,  6,)  Lpz., 
Breitkopf  &  H.    79  8,     S  M,      [1429 

Leiektentritt,  H.,  Reinh,  Keiser 
in  Bein.  Opern ;  s,  Beitr,  z.  G,  d.  frühen 
dt,  Oper,     Berl,  Diss.     37  8,     [1430 


Bibliographie  Nr.  UH1—U19. 


BIchter,  B.  F.,  Job.  S<^b.  Bach 
V.  A.  UniTersität  zu  Leipzig.  iMonat«- 
hfle.  f.  Miuik-G.  88,  102-lf>  .    [1431 


Seheid,  N.,  P.  Fr.  Luigs  Uüchleiu 
flb.  d.  Scbau«pielkuiut;  e.  lieitT.  z. 
Jesuitendramatik.  (Gaphorion  S,  57 
-67.)  |US3 


LeeeingB.    Berl.  Disa.     60  S       [1483 


Eeller,  L.,  Graf  Albreclit  Wolf- 
mng  V.  Scbaumburg- Lippe  u  d.  Ad- 
mu^  d.  Haurerbnades  in  V,rig\&ad, 
Eollftnd  n.  Dtld.  (MoDat«hfto.  d.  Co- 
menius-Ges.  10,  IBC-SSO.)  St.-p.  ant 
d.  Tit.:  Vorträge  n.  Aufsfilie  a.  d 
Coni«n.-Gee.  HL,  3.  Berl.,  'üuertnci 
10  S.     1  M.  [it&i 

Bancfa,  A.,  GlückwnnachHchreiben 

d.  Nürnberger  Rats  an  d.  Kurf.  Max 
Emanuel  v  Baiern  lur  Jahrhundert- 
wende. (Mitt  d.  Ver.  f  (i.  d.  St 
Nürnberg  1*,  S87f.)  [US5 

Schuster,  G.,  Die  Heimfüiirg.  d. 
Prinz  eaaiD  Dorothea  v.  Brandenb. 
nach  Caeael  im  Juni  1700^    Berichte 

e.  brandenburg.  Diplomateti.  (Zt.  f 
Kultur-G.  9,  38-89.)  [1*36 

John,  G..  Gemein  deordng.  d. 
Dori'es  Harthau  (Amtshaiiplmann- 
■chaft  Glauchau)  a.  d.J.  16&7.  fMitt. 
d.  Ter.  f.  BlchB.  Volkekde  -i.  2ia 
-18.)  1-U37 

Laadai,  i.,  Bamnlini.  n.  NuIi»<><iih  ii^m 
WArlHTHislobnli  d.  OioBinprioli«  v  r.ii 
(Seta»lt.  A«h.  f.  TDllukde.  «,  SS-.ii.i  Vgl. 
ItOO,  Nr.  IMl.  —  N.  ICMlir,  BoiUltunii  .1 
BahuMohltri  LaoDh.  yollBH  in  Wil.  (E)id. 

Darnwlrth,  B.,  Johe.  Reinhard, 
Uagister  aanitatia,  u.  d.  Pest  im 
Oberlavautthale  i.  J.  1680.  (Carintfaia 
1,  Jg.  91,  66-88.)  [1439 

Bodensteln,  F.,  HeBaieche  Akten- 
atficke  a.  d.  Pea^ahren  1666  u.  1667. 
Benabeimer  Progi.  4°.  23  S,       [1440 

SehwarU,  F.,  Die  letzte  Peat  in 
d.  Neumark.  (Schir.  d.  Ver.  f.  G.  d. 
Neumark  11,  53-79.)  [1441 

Friedet,  E.,  Urkunden  ?..  G.  d. 
Berliner  Anatomie.  Ana  d.  Akten  d. 
Armendirektiou  zu  Berlin.  (Oranden- 
burgia  8,  318-16.)  fU4ä 


Stigloher,  H. ,  Klooter  We;iR 
im  öatetT.  Erbfol^krie^.  (Teil  t  Kr. 
69*.)  [I4tt 

|F.d  d  AnDiLsii  T.  iT«u-ta  .tu  .  Ha  4 
mbUoH.ek   d.   Moiropolluuikapibai  1 

Lehndorr,  E.  A.  H.,  Tagebächer; 
mitg,  V.  K.  Ed.  Scbmidt  la,  1909, 
157»),  Fort«.  (Uitt.  d.  litter  G«. 
Msaoria  5,  161-89.1  fl441 

Briefe  preusf  Soldaten  au«  d. 
Feldzügen  1756  n.  1757  a.  ober  4 
Schlachten  bei  Lobositz  n  Pit« 
(-  Hft,  S  V  Nr,  768.)  Bert.  Hittlcc 
59  S     1  H.  öO.  [14a 

Lange,  Edm.,  Die  Beaetag.  Greifr- 
wald«  durch  d.  Preusoea  1758  u.  d. 
Universität,  i  PotnmerBdie  Jahrbb  % 
183-68.^  fI4« 

[ChronikATtle*  Notli«m  l  d.  Iftt-pnairtirtfc 
d.  philofoph.  Fäkal t.  au  Grci'awU.} 

Eoser,  R.,  Zur  G.  d.  Schlacht  bd 
Torgau,  (Forachgn:  a.  braudb.  o. 
preuB«,  G,   14.  27S-91,)  flMf 

IBtiHchu  d  M>jon  V  Gsadl  n  d.  Ka^lUH 

BorhoKskl,  H.,  Briefe  Friedrich! 
d,  Gr.  an  d.  General  v,  Stutterheint 
d.  Aeltoren,  1763-78,  (Obet-l&ad  G  bll 

3,  116-26.) .  [UM 

Mangold ,  W. ,  Jugendgedichta 
Friedricha  d,  Gr.  a.  d.   Rheinebersar 

Zeit  (s.  1901,  3671),  SeblusH.  (Arch. 
f.  d,  Stnd.  d.  neuer,  Spracben  106, 
89-112,1  fi«, 

VolUrinna,  iaedita;  a,  d.  kgL 
Archiven  in  Berlin  hr^g,  v,  W.  Man- 
gold. Berl,  Wiegandt  Ä  Gr.  91  8. 
5  M-  [UM 

Lucanna,  A.  H.,  Preusaeae  uralter 
u.  heutiger  Zustand.  1748.  (Hakr.  in 
d,  üniv.-ßibl.  Königsberg.)  Hrsg.  L 
Anltr.  d.  Litter.  Ges.  Maeovia  Hft,  I, 
(BeU,  zu  Hft.  VI  d,  „Mitt.  d.  litt 
Ges.    Masoria",)     Königsb. .     Beyer. 

124  S.      ö  M.  (1451 

Schober,  G.,  Spureu  u.  Denfc- 
Denkniaier  niaaiBcb.  G.  auf  schleaisch, 
Boden,  Anhg.:  Auazüge  a,  d,  „Scble- 
aisch,  Ztg,"  V.  1813/14,  betr,  Baasea 
inSchlesien.  Breal,  Trewendt,  166S 
4  M.  80,  (U58 

Balllnger,  H.  P.,  Die  Haltung  d. 
dl.  Publizistik  lu  d.  ametikan.  Un- 
abhiLngigkeitskriege,    1776-83.     Lpt 


Dias.  1900.    77  S 


Zeitalter  Friedrichs  d.  Gr.,  1740—1789. 


•57 


Prntz,  Prenss.  Oeioh.  Bd.  m  s.  Kr. 
82:^  [1454 

Koser,  B.,  König  Friedrich  d.  Gr. 

Bd.  I.     Aufl.  2.     Stuttg.,  Cotta.    xij, 

647  S.  10  M.  —  Ders.,  Friedr.  d.  Gr. 

als  Kronprinz.    2.  Aufl.   Ebd.    272  S. 

4  M.  [1455 

Rez.  y.  Koier,  Friedr.  d.  Or.  II,  1:  Hist. 
Viertelj»chr.  6,  120-22  SchUttar.  —  Vgl: 
0.  Hermann,  Ein  neues  Buch  flb.  d.  7J.  Krieg. 
(Jahrbb.  f.  d.  dt.  Armee  etc.  116,  1-S5.) 

Troeger«^  C,  Aus  d.  Anföngen  d. 
Regierg.  Friedrichs  d.  Gr.  Progr.  Berl., 
Weber.    4'».    50  S.     1  M.  60.     [1456 

Maschke.  Friedrich  d.  Gr.  u.  Prinz 
Heinrich  v.  Preussen.  (Jahrbb.  f.  d.  dt. 
Armee  u.  Marine  117,  66-86;  192-216; 
276-98.)  [1467 

Fester,  R.,  Die  Bimreather 
Schwester  Friedrichs  d.  Gr.  (Dt. 
Rundschau  109,  40-67;  206-26;  408 
-31.)  —  Ders.,  Vorstadien  zu  e.  Biogr. 
d.  Markgräfin  Wilhebnine  v.  Bayreuth. 
(Forschgn.  z.  brandb.  u.  preuss.  G. 
14,  481-529.)  [1468 

Lemoine.  J.  et  A«  Lichteiiberger, 

Fräd^ric    II.     po^te    et    la    censure 

fran9.    (Revue  de  Paris  1901,  I,  287 

-318.)  [1459 

Erbfolgekrieg,  Oesterr.,  1740-48.  Bd.  lY: 
Krieg  geg.  Baiern  n.  Frkr.  1741-4S,  bearb.  t 
O.  Criste  n.  A.  Porges,  s.  1901,  1686. 
Bez.:  Mitt.  d.  Yer.  f  O.  d.  Dt.  in  Böhmen  89 
LiU.-Beil.  8.  77-80  O.  Weber;  Hi»t.  Zt.  88, 
96-108  Mollwo.  [14(J0 

Lntz,  L.,  Die  baierisch.  Husaren 
im    österr.    Erbfolgekriege    1742-45. 

g)ar8tellgn.    a.    d.  baier.  Kriegs-  u. 
eeres-G.  10,  1-27.)  [1461 

Colin«  J.«  Les  campagnes  du  ma- 
r^chal  de  Saze.  I:  L'arm^e  au  prin- 
temps  de  1744.  Paris,  Chapelot. 
351  S.,  Kte.     7  fr.  60.  1 1462 

Schulz,  Oscar,  Der  Feldzug  Frie- 
drichs d.  Gr.  nach  d.  Schlacht  bei 
Hohenfriedberg  bis  z.  Vorabend  d. - 
Schlacht  b.  Soor,  mit  besond.  Be- 
rücksichtigung d.  polit.  Lage.  Mit 
2  Skizzen.  Heidelb.Diss.  67  S.    [1463 

Stabenow,  H.,  Die  Schlacht  bei 
Soor.    Berlin.  Diss.    46  S.  [1^64 

Jowano witsch,  J.  B«,  Warum 
hat  Friedrich  d.  Gr.  an  d.  Schlacht 
b.  Kesselsdorf  nicht  teilgenommen. 
Berlin.  Diss.     42  S.  [1466 

Kania,  H.,  Das  Verhalten  d. 
Fürsten  Leopold  v.  Anhalt -Dessau 
vor  d.  Schlacht  v.  Kesselsdorf.  Berlin. 
Diss.    43  S.  [1466 

Egelhaaf,  G.,  Der  Ursprung  d.  7 jähr. 
Krieges.  (Westermanns  Monatihfte.  89,  78-84.) 


—  K.  Th.  Helfet,    Fiiedr.   d.  Or.  n.  d.  Ui^ 

sprg.  d.  7  Jähr.  Krieges  (s.  96,  1466).  (Auch 

in:    Heigel,  Neue  geschichtl.  Essays.  8.  106 

-8/'.)  [1167 

Pfeil,  £.,  Die  Franzosen  u.  d. 
Reichsarmee  vor  u.  nach  d.  Schlacht 
bei  Rossbach,  nach  e.  Aktenstück  d. 
Ephoralarchivs  zu  Freyburg  a.  ü. 
(Mansfelder  Bll.  16,  144-218.)    [1468 

Gerber,  F.,  Die  Schlacht  bei 
Leuthen.  (=  Hft.  28  v.  Nr.  681.)  Berl., 
Ehering.  108  S.  3  M.  20.  [1469 

Koser,  B«,  Seydlitz  in  d.  Schlacht 

bei  Kunersdorf.     (Hist.  Zt.  87,  433- 

88.)  [1470 

Bez.  T.  1901,  8684  (Laube  rt,    Schlacht  b. 

Kunersdorf):  Hist.  Zt.  H8,  104-6  Mollwo. 

Ehrhard,  L.,  L'ambassade  du 
Prince-coac^uteur  Louis  de  Rohan  ä 
la  cour  de  Vienne  (1771-1774).  I. 
Introduction.  (Progr.  d.  bischöfl.  Gym- 
nas.  zu  Strassb.)  Strassb.,  Schlesier  & 
Schw.  100  S.  1  M.  60.  [1471 

Ehrhard,  L«,  La  question  d'Alsace- 
Lorraine  et  Fr^d^ric  le  Grand.  (Rev. 
d'Alsace  52,  22-48.)  Sep.  Strassb., 
Schlesier  &  Schw.     60  Pf.  [1472 

Lowell,  E«  J«,  Die  Hessen  u.  d. 
ander,  dt.  Hilfstruppen  im  Kriege 
Gross  -  Britanniens  geg.  Amerika 
1776-1783.  Nach  d.  Engl.  hrsg.  v. 
0  Ch.  Frhr.  v.  Verschuer.  Mit 
8  Plänen.  Braunschw.  &  Lpz.,  Sattler, 
xj,  260  S.     6  M.  [1473 

Schllttcr,  Die  Beglerg.  Josefs  U.  in  d. 
österr.  Niederlanden.  Tl.  I  s.  1901,  Nr.  1699. 
Bez.:  Kist.Yiettelj.schr.  4,  416-19  O.Weber; 
Hist.  Zt.  87,  490-98  Th.  Ludwig;  OOtting.  gel. 
Anz.  1901,  907-12  Loserth.  [1474 

Hnber^  Le  yoyafie  de  Tempereur  Joseph  II. 
dans  le^  Pays-Bas  81  mai  1781-27  juillet  17  •  1, 
■.  1SH)1,  1600.  Bea  :  Bull,  de  l'Aoad.  roy.  de 
Belff.  '9!!,  421-70  u.  1900,  70-80  Discailles, 
BrjnU  &  Frederioq.  [1476 

Wild,  Mirabeaus  geheime  Sendung  nach 
Berlin,  s.  1901,  8686.  (Heidelberg.  Dies.)  Bea. : 
Hist.  ViertelJ.schr.  4,  660  f.  Wahl;  Forsobgn.  s. 
brandb.  u.  preuss.  G.  14,  66»  Luckwaldt.  [1476 


Zieglaner,  F.  r.,  Geschichtl. 
Bilder  a.  d.  Bukowina  zur  Zeit  d. 
österr.  Militär- Verwaltg.(s.  1901,1604). 
VIII:  1 786.  (Sep.  a. :  Bukowiner  Nachrr.) 
180  S.     2  M.  [1477 

Klein,  J.  H.,  Burscheid  im  7  jähr. 
Kriege.  (Monatsschr.  d.  berg.  G.-Ver. 
8,  237  f.)  [1478 

Innere  Verhältnisse, 

Acta  Borngglca«  Denkmäler  d* 
preuss.  Staatsverwal tg.  im  18.  Jh. 
(s.  Nr.  1406).  Behördenorganisation  o. 


•58 


Bibliogfr»i>hie  Sr.  UT»— 1530. 


ftUgem  Stutavermltg.  EM  ^1 
HUfte  I:  0.  Bintie,  Rintpili^Dae 
Dar«t«1l);-  d.  BehOrdenoTfrauieatiDii 
u.  »l!({em.  Terwalt^f.  in  rreu*»«'» 
beim  KegiemtiKsuitritt  Frieilnchs  11. 
17;  639  S.  15  Sl.;  Bd.  VI.  HiURe  S: 
Akten  vom  31  V.  1140 bii Ende  ITiö; 
beub.v.  G.  Schmoller  u.O.  Hin ti« 
1013  S.     SS  M-  1147» 

R«  :    in    LIIL-Zlg    l«Ot,   Xl  »   IltIBiuli. 

Hoffnani,  Ch.,  Le  ConBcil  tiou- 
Terain  dAlsace,  17»T-8i'.  .R^v  d'Al- 
Bftce  51,  4G-7M;  141-50.)  —  Per». 
Les  premien  municipftlit^n  de  1a 
Haute-Alsace,  (Ebd.  M1-8S;  577-604, 
6!,  267 -H9;  446-64.    53,  S7-7!i  |  [1480 

8*hrBt«r,  F.,  Eriedr.  d.  Gr  u  d 
Kupfergewinnung.  (Monatsschr.  f.  dt. 
BeamU  S4,  255-68  ctc,  303-6)  [14t*l 

Frchner,  H.,  Die  Fabrikenifrün- 
dangen  in  Sthlesien  nach  d.  Ijähr. 
Kriege  unter  Friedrich  d.  (ir  Nach 
d  Akten  d.  SUatsarchivg  u  d  Ober- 
Bergamta  zu  Breslau.  (Zt.  f.  d.  ge- 
samte    ^>t«at8iriM.    57,     61S-.'<3  I     — 

Ders.,  Friedrich*  d.  Or.  u.  »einer 
beiden  Nachfolger  GarabandtlBpolitik 
in  Schlesien.  171I-I806.  (Zt.  d.  Ver  f. 
G.  Schlesiens  35,  303-45.)  [1482 

Hchröler,  0.,  Die  Verkehnvar- 
hättniBse  im  HaDsfeldi scheu  vor  l(X) 
Jahren,  17$7.  iMaDsfelder  BII.  15, 
26l-64,i  [1483 

SchnarU,  P.,  Der  Wert  v  Gutem 
in  d.  Neumark  n.  im  Lande  Klemborg 
nm  1780.  (Schrr.  d.  Ver.  f.Q  d.  JJeu- 
mark  11,   16U-71.)  [1484 

Meli,  A.,  Die  Anfänge  d.  Bauern- 
befreiung in  Steiermark  unter  Maria 
Theresia  u.  Josef  II.  (^  Nr.  348  f 
Graz.  Stfria.  243  S-  4  H.  [14ri5 

Hpuierdinger,  6.^  Le  dvcombre- 
ment  des  lara^lites  d'Alsace,  1784. 
(Rev.  des  Studes  juives  42,  ^63-64. 
Vffl.:  Rev,  d'AJsace  63,  aooffl    [1486 

Belbel,  B.,  Die  schräge  Kchlacht- 
ordnnng  in  d.  beiden  eisten  Kriogon 
Friedrichs  d.  Gr.  (Forscbgn.  z.  brandb. 
■u.  preusB.  G.  14,  9ß-i;!si,)  —  8ctana- 
chenbarg,  EinWortüb.  d.fridendBn. 
•chrSge  Scblachtordng.  (Jahrbb.  f  d. 
dt.  Armee  116,  20S-2U9.)  [1487 

Henser.  E.,  Nachrr.  vom  Regiment 
royal  d'Alsace.  (Pfain.  Mnaeum  18. 
87f.;   109-12)  [1488 


Traatvabeitrer.  G.,  In  Jme&ni- 
iwhn)  Jahrrohnt  (*.  1901.  16» 
Schill»«  iJshrb  f  d.  Q.  d.  IV-lwl 
inOesterr.  33,70-108;  I*i|-S31  )  [11^ 

8p«cht,  F.  A.  Eine  FirmungsifiK 
d.  FQrstbischofa  Ludwig  Joseph  in 
J    1786      {Teil   »on  Xr    6y«.i     fltrt 

ßlpkl,  W.,  Der  üutf^rgiui^  d  ift 
UieasBer  PAatorklkonn-ntea  •ßrixn 
t   hcf».  Eirch.-G.   i,   16»-71 }     [I4«J 


Hammcrl«,  A.  J. ,  Beitr.  i.  G.  d. 
Salzbniger  BenediktiBer-CMT.  (Sbd. 
o.  Mitt.  a.  d.  B«D«d--  o-  Cwt-Ori« 
Sa,  454-57,1  [HB 

Hmug,  F.,  Die  UiesioD  Albr.  BaDm 
nach  Lausaane  1757.  (N.  Benier 
Taschenb.   1900.  &3-7fi.)  [I4n 

BurhMt,  J.  R.,  AntiiApaÜ.  Va- 
triel«  an  e  k»th.  UniTersUftt  [Bona]: 
e,  Kapit,  a,  d  G,  d,  Aufkllnu^suiL 
(Bist,  Viertelj.edir.   4,   334-M.)  [liM 

ZlDck,  P.  A.,  iBuk  iMlia  i9s 
Pädagi^;  Beitr,  a.  Q.  d.  Pftdamk 
d    IK  Jli     Uip«.  Di»«.    IM  8.  Tl«l 

Banxikpr,  0..  Die  Lehrcv  Peita- 
lotiis  iHitt.  d.  Ges.  f.  dt.  Enieligi- 
u.  Sehol-G.   11,  396-^S4.^  [14»« 

Tbalkorer,  F.  X.,  Dm  Volk«- 
schulwcscu  in  d.  Dtfiaeae  Augsburg 
nach  d.  bischOfl.  VisitatJoasprotokol- 
l™  V.  17:6-1786.  Hi8t.-poUt  BU.  18*1. 
1-21;  »1-96,)  [1497 

St6ti«er,  P.,  Eine  Ost«rprüfaiig 
i.  J.  1745.  (N.  Jahrbb.  f  d  Uan. 
Altert,  etc.  9,  457-UO.)  [|4M 

(tSbel,  G.f  Anfange  d.  AofUl- 
niuK  in  Altbsiera.  rMamtheiin« 
Progr.)  Kirchheimbolanden,  ThieiM 
ji,  18«  S     3  M-  60  nm 

Hilfrl,  B,  Tk..  Uli.  WMUmrlHl.t  V  -K. 
IMS)     (Auch   lo:    aclg*l,    s«De   «Mhlthll 

&*■«}>  a  nS'S^,)  [IBM 

Ward«.    A,,     Ert^sgn.     za    E, 

Fromms  2    u    3,   Beitr.  b.   Leben»^- 

EanU  IS.  lUöl,  3606),     II,  i  Altpr«!!««. 

Monstsacbr.  33,  398-43S,i  [150I 

Jansen.  Herder  o,  Print  Peter 
Friedr,     Wilh     v.    Ilolst«ii]-Gottarp 

(Dt    BeTue,    26,    Vi,    103~a0S;   351 

-73,)  [1501 

Bollert,  M.,  Beitrr.  lu  e.  Lebens- 
beschreibung V.  t'Tt..  Mich.  Leochses- 
ring.  (Sep.  a,;  Jahrb.  f.  G.  et«.  Els- 
Lothr,  17,  33-112.)  Strassburg.  Di», 
80  S.  [isoj 


Zeitalter  Friedrichs  d.  Gr.,  1740—1788. 


Obser,    K.,   Zu  Wielands  Ueber- 

«iedluDg-  nach  Weimar,  (Suphorion 
8,  Gi*-72.)  [1604 

Rosattoir,  M.  N.,  Jak.  Lenz,  d. 
Poet  d.  Sturm-  u.  Drangperiode,  «ein 
Leben  u.  seine  RchSpfungeu  [Rua- 
siBch.]  Moskau.  bS2;  67  S.  »  M. 
—  Erich  Scbmidt,  Lonziana.  {Sit- 
zuQgaberr.  d.  Berl,  Akad.  1901,  979 
-1017.)  Sep.  Berl.,Reimer   2M.   [1606 

Koch,  »ai,  Neoen  Ooelb»-  n.  BchUler- 
Ullarltnr.  |R»rr.  d.  FieltD  DI.  HochlLlftM  11. 
MUaiTi  381-4^»)  (160II 

Ooelhe-Jahrbncb.  Hrsg.  v.  L. 
Geiger  (a.  iStOl,  1647).  Bd.  22.  viy, 
vij*,  312,  26',  73  S.     10  M.      [1607 

■fUler,  F.  V.,  GoetbeB  PereOnlicb- 

keit.  3  Kedeu,  geh.  ISäO  u.  1832; 
hrag.  u.  eingel.  v.  W.  Bode.  Berl., 
MitUer-    91  S.     1  M.  aS.  (1508, 

airoack,  0.,  Wsndlnngeu  d  UrMlli  ab. 
Ooelhfl.    (Ben.  d.  Freien  Dt.  Hochittriei  17 

d.  gaimin  Daniai.  (Eell  i.  AIIn  7.1g.  H.  Aug. 
l:m.)  Vgl:  U.  Sl.  Ch>int.«rl>iu,  Bi- 
vlder«.    (Ebd.  12.  0kl.  1901.)  [1509 

Gopthe'B  Briefe  (h.  1901,  1644). 
Bd.  XXII;  Jan.  löll-Apr.  1812,  Bd. 
XXIV:  Sept.  1813-14.  Bd.  XXV; 
1814-16.  (WeimarerAuBg.IV,  22;  24; 

S6.)  xij,6288.  6H.80;  xij,404S.  5  M. 
20;  ij.  425  S  5  M.  60.  —  Desgl., 
Tagebacber  (s  lUOi,  1644),  Bd,  XII: 
1829-30,  (Weimarer  Aasg,  m,  12.) 
412  S.     6  M,  60.  [1610 


Oräf,  U.  G.,  Goethe  üb.  seine 
Dichtgn.  (8,  l'JOI,  1645).  Tl.  I:  Die 
episch.  Dichtgn,  Bd.  2.  S.  1U3-11S9. 
9  M.  [1611 

Arnsperger,  W.,  Die  Entstehg.  v. 
„Werthers  Leiden".  (N.  Heidelberg. 
Jahrbb.  10,  195-217.)  —  T.  Loenc, 
Neue  Beitrr.  z.  Charakteriet.  d.  jungen 
Jerusalem.  (Eupborion8,72-T7.)[1612 

Schmidt,  Ferd.  Jak.,  Goethe  u. 
d.  Altertum.  (Preuss,  Jahrbb.  106, 
63-84.)  —  H.  Henke),  Goethe  a.  d. 
Bibel.  (Stud.  z.  vergleich.  Litt.-G. 
1.120-31.)  [1513 

DOntzer,  H.,  Die  neun  eriteti  Jahre 
V,  Goethes  Ehe  1788-1797.  (Eupho- 
rion  8,  102-16;  SOOff.)  [1614 

Scliniidt,  E.,  Goethe  u.  Frankfurt. 
(Schmidt,  Charakteristiken  2, 117-27.) 
—  F.  Otto,  Goethe  in  Naasau  (s.  '96, 


1497).    Nachtr.    (Mitt.  d.  Ver.  f  nass. 
Altert.kde.    1900/1901,  87.89.)  [1516 

Fiather,  i.,  Oo^iha  q.  NspoleoD,  t,  l»«l, 
U6e.  Bei.^  Zi.  f.  Oiterr.  Ormn.  Sl,  TaS-41 
Pnm.;  Abi.  t.  dt.  Altert  17,  Sil-i»  Har- 
nack;  Mltt,  a.  d.  blit.  Llll.  M,  S9-S1  HaliieD- 

Harnaek,  0.,  Goethe  in  d.  Epoche 
aeiner  Vollendg.,  ie05-3'2.  Versuch 
e.  Darstellg.  seiner  Denkweise  u. 
Weltbetrachtg.  2.  Aufl.,  Lpz.,  Hin- 
richs.     uj  316  8.     5  M.  [1517 

Bei.;  Prauii.  Jahrbb.  107,  Si»-ta  Sandra», 

Suphan,  B.,  Goethes  Unterhal- 
tungen mit  Carl  Frdr.  Anton  v.  Conta. 
(Dt.  Rundschau  109,  227-43.)     [161S 

Lcltiinaiia,  1.,  Schillarllltaralnr  d.  J.  ISSB 
n.  188».    (EuphoriOD  7,  aiJ-M.)  [1519 

Bellermann,  L.,  Schiller.  (Dichter 
u.  Darsteller;  hrag.  v.  Lothar.  VII.) 
Lpz.,  Seemann.    V59  S.    4  M.  [1520 

Lflcklng,  G.,  Schiller  als  Herous- 
geberd.MemoirenaBmmlung.  I.Progr. 
Berl..  Gaertner.  4°.  37  S.  1  M,  [1521 

Kai.;  Dl,  LitL-Zlg.   l:;01,  Nr  ai  KOkel- 

PletBCk,  Schiller  all  Kritiker,  i.  'Bii.  1U5. 
(KODi^barger  Dlei.)  Rar,:  Zt.  f.  vergleich. 
Utl  -Q   U,  ans-tä  Kuhnamaiia.  (lütt 

Llnti-Llnaenbarth,  Schiller  u.  d. 
Hzg.  Karl  August  v.  Weimar.  Tl.  I. 
Kreuznacher  Pi^^-     S4  S.        [1533 

Hosapp,  H.,  Charlotte  v.  Schiller; 
e.  Lebens-  n.  Charakterbild.  2.  Anfl. 
Stuttg. ,  Eielmann.  x^ ,  268  8. 
4  U.  [15;i4 

BeUermann,  L<,  Schillers  Ent- 
wurf e.  Gedichtes  zur  Jahrhundert- 
wende. (Berr.  d.  Freien  Dt.  Hoch- 
stiftes 17,  27*-46*,)  [1625 

Gelger,  L.,  Za  d.  Briefen  Hnbers 
an  Schüler  1786-1796.  (Euphorien 
7.  268-66.)  [1526 

DlelTenbaeher,  J.,  Chr.  Frdr. 
Schwan's  Selbstbioggraphie;  neu 
hrsg.  u.  mit  Anmerkgn.  versehen. 
(Mannheimer  G.bU.  1901.  Nr.  7 
-11.)  [1627 

Krauss,  B.,  Neue  Briefe  von 
Schubart.  jEuphorion  8,  77-102; 
285-300,)  —  Der*.,  Schubart  als 
Stuttgarter  Theaterdirektor.  (Württh, 
Viertelj.hfte.  10,  262-79.)  [1628 

Baitrip    a.  Leb<u<-G.    d.  Dichten  Chr. 


d.  Var.  f.  O.  Berlin!  1901,  Nr.  10)  B  8.  [16S9 

Ponch,  B.,  Der  altdt.  Minnesang 
u.  d.  GOttinger  Dichter,  insbes.  G. 


•60 


Bibliographie  Xr.  1630—1680. 


A.    Bürger.     (Bert-    d.    Frei.D    Dt    I 
Hochstiftes  17,  81-7»)  —  Khstdn.  ] 
Das   Heim   v.    Bflr^i«   „Hclly    i-i 
Niedeck  unweit  GOttingeti.  (Uumi,i. 
G.bU.  *.  Ö06-1J/I  [1530 

Lltht(Bb*rt'i8Tiere,h»8.T  LallimixB 


f.  d-  kUu  AlMrt.  1,  70S-16  Oplu.  [IUI 

Brud,  A.^  Haller  v.  lUeboe-,  sein 
Leben  u.  Beine  Werke.  Ein  Beitr. 
I.  G.  d.  dt.  Ramana  im  18.  Jh. 
(Litterarbi«tor.  PorBchgn.,  hrsg.  ». 
Schick  u,  Frhr.  v.  Waldberg.  XVD) 
Berl.,  Felber.  99  8.  Subekr.-Pr.  8  M. 
20;  Einzelpr.  2  H.  40.  [163S 

Kenne,  K.,  Briefe  Fnumskaa  v. 
Hohenfacim  ma  d.  hallisch.  Kanzler 
Aug.  Herrn.  Niemeyer.  (Stud.  z.  ver- 
gleich. Litt.-G.   1,   l-3i)  [1683 

Wolter,  J.,  O.  F.  W.  Groaamann, 
e.  Beitr.  i,  dt.  Litt.-  u.  Theater-G. 
d.  18.  Jh  Bonner  Dies.  1900.  »3  8.  [I&3t 

B«i.:  HMinoT«.  O.bU.  8,  W-Bl   O.  Ulrich. 

Konon;B8kl,  E.  t..  Eman.  8chi- 
kaneder;  e.  Beitr.  z.  G.  d.  dt.  Theatern. 
Berl.,  Behr.  ij,  196  S.     i  H.     [1635 

SehirarSf  H.,  Joh.  ChriBtian  Bach, 
1736-83;  sem  Leben  und  seine  Werke. 
Berlin.  Diu.  36  S.  (Die  Tollständ. 
Arbeit  ersch.  in  d.  „Sammel bänden 
d.  intemat  HuBikgeHelLichaft.  1901, 
Hft.  8.")  [1536 

Mestler,  M.  J.,  Der  kurB&cha. 
KapeUmeiBter  NanmaDD ;  e.  Darstellg, 
seiner  Lebenaschicksale.  Dresden, 
Zinke.    aOS  8.     i  H.  50.  [1537 


(Dt.  Rundschau  109.  147-69.)     [1536 

BMk,  F.,  ObarllDdar  SpllMbnbm-CliTatiik 
(•.  W.  »WO).     ForU.  (DlaHuninih.  t.  Sabwl- 


$.  ZeUalUr  der  fraruie«Uchen 
Jtevoluti»n  und  NapoUans, 

1789-1815. 
RoTigo,  Dnc  de,  Hdmoires  p.  serr. 

ä  lliist.  de  l'empereur  Napoleon.  Ed. 


Bonv    p  D.  Lacroiz-    T.  I-V.  Pari^ 

Garnier  1900f.  ä  3  &,  fiO.  (15U 
HtliTl.  E.  Tb,.  l>u  MsaifHt  A.  H«*  ( 
Bi-.M,.cl.-»ig  .  tS  Juli  Ilrt  1*  ^,  l»% 
(Aach  im:  Hid«*!,  Nna  «ncUeML  b.*)*. 
8.  ll»-»l.)  (IM 

Ow.  A.  Frbr.  t.,  IfflnclMB« 
Neuigkeiten  «.  d.  Jklumn  1796-17M: 
Briefe  d.  Joh.  Har.  Frhr.  t.  Krag». 
(Altbaier.  Honataaehr.  S,  9S-S0.)  (15U 

UnBMit,  E.,  lies  relationa  diplom. 


tir^  des  archivea  de  Fftria.  (i—  Nt. 
179)  Basel. Oeering.  84xS.  ieH.[lM4 

qnelleB  r,  G.  d.  Zeitaltera  d.  &ain. 
Revolution,  hrsg.  v.  H.  Hüffer.  TL  f.: 
Quellen  z.  0.  d.  Kriege  t.  1799  n. 
1800  (8.  1901,  1071).  Bd.  D:  1800, 
Hfl.  9.  Hit  1  Plan  d.  Schlachtfeldes  t. 
Hohenlinden.  itij,  398  S.   18  H.  [1511 

H«.:  AUa-  UttbL  ISO«,  Nr.  M  BtUirt; 
B*T.  cHt.  1>.I.  »r.  1&  ChagoMi  Dt.  Utt.-Zt|. 
1(01.  Nr    n,  *gL  KotU  aUtan  abd.  Mi.  M; 

Bn.  Urt- 1^  vit-n  bostiu.  —  u.  Hatttr, 

D«  BilafwwIiHl  Snwonn  la  d-  rtürnft 
T.  17M.     (Hiat.  Vlal^.Hlii.  4,  MS-Ttt) 

Brat,  F.  G.  Graf  de.  Ana  d.  Lebea 

e.  Diplomaten  alt«r  Schale.  Auf* 
leicbgn.  u.  Denkwürdigkeiten,  1766 
-1883.  Lpi.,  HineL  287  S.  6  H. 
—  Dera.,  Hänoire«  rar  la  France 
en  1803.  (Bev.  de  Paria  1901,  I,  808 
-11.     n,  7<-98.)  [1M6 

««■■■■rfaldt,  e.,  ZBT  ftllnairMlim  Sudl- 


j  Schata,  A.,  Kirchl.  a.  poUt.'Er- 
I  eignisae  in  Tirol  unter  d.  baieriach. 
I  B«gie^.    Nach  schriAt.  Aubeichngo. 

d.  Harteller  FrühmeBBeia  Joief 
I  EberbOfer.    S.  Aufl.    Innabr.,  Ter.- 

Buchh.      162   8.     a  M.     Tgl.  1901. 

8633.  [1G60 

I  1818>181S.  SMhien  (Tierte)j.achr. 
I  f.  Wappenkde.  etc.  S9, 3&S-Ö8.)    [1K51 


Zeitalter  der  französischen  Revolution  und  Napoleons. 


•61 


Orabein.  P.^  Erinnergn.  aus 
Preussens  Erhebg.  Nach  d.  Tage- 
bnchaufzeichngn.  d.  preuss.  Staats- 
ministers  Grafen  Erdmann  Pü ek- 
ler. (Westermanns  Mtshfte.  89,  380 
-90.)  [1562 

Scliiemanny  Th.^  Mitteilgn.  aus 
russisch.  Studien.  (Forschgn.  z. 
brandb.  u.  preuss.  G.  14,  292  ff.)   [1653 

1)  ErinnergD.  d.  rass.  Oen.'LeatiuiDts  A.  J. 
Michailowski-Danilewski  ttb.  d.  preoss.  Loge 
zum  eisern.  Kreuz.  2)  Schreiben  Blttcbers  an 
d.  ruHS.  Oberkommandirenden,  Oeneral  d. 
Artill.  Graf  Wittgenstein,  Breslau  18.  lU.  1813. 
S)  Konzept  zu  e.  Brief  d.  Grafen  Wittgen- 
stein an  Kaiser  Alezander  flb.  seine  Ybdlgn. 
m.  d.  kgl.  Sachs.  G.-L.  t.  Thielmann  im 
Apr.  1813.  4)  Briefl.  Instruktion  d.  Kaisers 
Alexander  an  den  Grafen  Wittgenstein  Ob. 
d.  Dänemark  gegenaber  einzuhaltende  Politik, 
1S./24.  lY.  1818.  5)  2  Briefe  d.  FeldmarscbaUs 
Grafen  York  a   d.  J.  1826  n.  1828. 

Schober,  Spuren  und  Denkmäler  russisch- 
G.  auf  schles.  Boden  s.  Nr.  1452.  [1554 

Lemnd.  F.,  Un  diario  del  barone 
W.  C.  y.  Hügel  durante  la  campagna 
dltalia  del  1814  (4  febbr.-25  maggio). 
Firenze,  tip.  Galileiana.  55  S.   [1556 

Bez.:  Rir.  stör,  it  6,  405 f.  Boberti. 

Fournier.  A«,  Ein  Brief  Napo- 
leons I.  an  Marie  Louise.  (Eist.  Zt. 
87,  270-73.)    [1566 

Heigel,  K.  Th.,  Dt.  G.  v.  Tode 
Friedrichs  d.  Gr.  bis  z.  Auflösg.  d. 
alten  Reichs  (s.  1901,  8648).  Lfg.  8 
(=  Lfg.  145  V.  Nr.  629).  Bd.  11,  1 
-80.     1  M.  [1557 

Olrod  de  FAin,  M«,  Yie  milit.  du 
g^n^ral  Foy.  Paris,  Plön.  1900. 
431  S.  [1658 

Fitzmaarice,  £••  Charles  Wuliam 
Ferdinand,  duke  of  Brunswick.  Lond., 
Longmans,  Green  &  Co.  147  S.  [1559 

Ganniers,  A  de,  La  demi^re  cam- 
pagne  du  mar^chal  de  Rochambeau, 
1792.  (Rev.  des  questions  histor.  70, 
74-132;  438-70.)  [1560 

Rech,  M.,  Aldenhoven  u.  Neer- 
winden.  (StrefQeurs  österr.  milit.  Zt. 
42,  m,  272-78.)  [1561 

Greppi,  Comte,  La  mission  du 
comte  Barletti  ä  Paris,  1794-95. 
(Rev.  d'hist.  diplom.  15, 352-70.)  [1562 

Fabry,  G.,  Campagne  de  l'arm^e 
d'Italie  1796-1797.  T.  lU.  Paris, 
Chapelot&Co.  xLvij,676S.  15fr.  [1568 

Boarier,  F.,  Bonaparte  en  Italie 
1796.  Paris,  Cerf.  fid.2. 1902.  xj,747S. 
10  fr.  [1564 

Bez. :  Hist.  Zt.  87, 498-99  t.  Lettow-Yorbeck. 


Heigel,  K.  Th.,  Der  üebergang 
d.  Kurfürstentums  Pfalz-Baiem  an 
d.  Haus  Pfalz  Zweibrücken.  (Heigel, 
Neue  geschichtl.  Essays  S.  61-82 .)  [1565 

Heigel,  K.  Th.,  Znr  6.  d.  RasUtter  Oe- 
sandtenmordes  (s.  IKOI,  1707).  (Anoh  in: 
Heigel,  Nene  geaobiobtl.  Essays.  S.  185-S09.) 
—  Bez.  d.  Bncbes  t.  Helfert's,  s.  li^Ol.  1706: 
Hist.  Jabrb.  81,  855  Meister;  Mitt.  a.  d.  bist. 
Litt.  29,  326  f.  MabrenholU.  —  Bez.  d.  frans. 
Uebers.  d.  Bncbes  r.  Criste  (rgl.  1901,  S6Ö6): 
BeT.  orit.  N.  8.  58,  44-60  B.  [156« 

CigBftC,  De,  Campagne  de  Tarm^e  de  r^ 
serre  en  1800,  s.  1M)1,  1711.  Bes.:  Dt.  Litt- 
Ztg.  1901,  Nr.  S8  Hüffer.  [1567 

Heigel,  K.  Th.,  Die  Abtretung  d. 
linken  Rheinufers  an  Frankreich.  (Hei- 
gel, N.  gesch.  Essays  S.  310-22.)  [1568 

König,  L.,  Pius  YII  u.  d.  Säku- 
larisation. F'rogr.  d.  Priyatgymn.  d. 
Ges.  Jesu  in  KalkBburg.1900.66  S.  [1569 

Ledermann,  B.,  Der  Anschluss 
Baiems  an  Frankreich  1805.(Forschgn. 
z.  G.  Baiems  9,  165-252.)  Ersch. 
auch  als  Heidelberg.  Diss.  88  S.  [1670 

Heigel,  K.  Th.^  Der  üebergang 
d.  Stadt  Lindau  im  Bodensee  an 
Baiem.  (Beil.  z.  Allg.  Ztg.  1901, 
Nr.  226 f.)  [1571 

Leydolph,  £••  Die  Schlacht  b.  Jena. 
2.  Aufl.  Jena,  Bräunlich  &  K.  100  S. 
m.  2  Autotyp.  u.  2  Ktn.  1  M.  40.  [1672 

Krieger.  B.,  Königin  Luise  u.  d. 
Geheime  Kabinettsrat  Lombard;  auf 
Grund  ungedr.  Schriftstücke.  (Dt. 
Revue  26,  fil,  200-211;  388-843.)  [1678 

Berg,  G«,  Die  Uebergabe  Küstrins 
1.  Nov.  1806.  (Schrr.  d.  Ver.  f.  G. 
d.  Neumark  11,  81-94.)  [1574 

Schmidt,  Knnhardt  r.,  Statist. 
Nachrr.  üb.  d.  preuss.  Offizierkorps 
V.  1806  u.  seine  Opfer  f.  d.  Befreiung 
Dtlds.  (Beihft.  z.  Militärwochenbl. 
1901,  431-82.)  Sep.  Berl.,  Mittler. 
90  Pf.  [1575 

Bttther,  Napoleon  I.  u.  Polen, 
1806  u.  1807.  Hamburg.  Progr.  4*. 
26  S.  [1576 

Grenier,    P.«    £tude    sur    1807. 

Manoeuvres    d'Eylau    et    Friedland. 

Limoges  et  Paris,  Charles-Lavauzelle. 

127  S.     3  fr.  [1577 

CaTAlfnaCy  La  formation  de  la  Prasse 
oontempor. ,  s  9n,  8470.  Bes.:  Joarn.  de« 
savanU  19vX>,  821-30  Sorel.  [1578 

Baar^  W.,  Das  Leben  d.  Frhm. 
vom  Stem.  5.  bill.  Aufl.  Berl.,  Reuther 
&  R.     327  S.     1  M.  60.  [1679 

Poisat,  M.«  Les  r^formes  de  Stein 
et  de  Hardenoerg  et  la  f^odalitä  en 


Bibliographie  Kr.  1&84>— ICSL 


Paria,  ftoiuwsii.     6«  i 

lioK-WagTUn.    Roma.   Casa   Edilrire 
Itaiiaiia.    ä«5  S  jlöSt 


'sch^*.   n  br«Bdb  n 


WSradl«,  H.  T.,  Krieggere iffnisse 
in  Kirchdorf  a.  L'mjrebuiiK  a.  d,  TaseD 
d.  Tiroler  Freiheitskämpfe  Mit  B«- 
DuUg'.  eiiceiiliändiiter  Aufieichngn. 
dea  Kirchdörfer  Viert«!  echreibera 
LeoDfa.  Millioger.  Iimsbnick.  V^r.- 
Buchhdlg.    7S  S..  Taf.  i  M       (1585 

Bintb,  «.,  Ferd.  t.  ScbiUs  Zng 
u.  Tod  im  J-  1809.  Mit  SchiUs  BUd- 
nis,  1  Kte  u.  4  PUnen,  ^^".  Tit- 
Ansg.)  Berl.,  Vosaiscbe  Buchh.  :U3  S. 
3  M.  [1586 

Braaler,  H.,  Das  Projekt «.  pr«UBB. 
Nobelgarde  180»  (Jabrbb.  t.  d  dt. 
Armee  n.  Marine  IIT,  86-88.)    [ia8T 

l'lmnnn,  U.,  Gref  Cbasot  inmitten 
d.  preusi).  Erhebnngipartei  i.  J.  1811. 
(Forecbgn.  z.  brandb.  u.  preuiu.  G. 
H.  Ul-50.)  [1588 

Trenenreld,  B.  t.,  Da«  Jahr  1813. 
Bis  zur  Schlacht  v.  Gross- GOrschen. 
Hit  1  Ktn.  Lpz.,  Zacksehwerdt  &  Co. 
xr,  5U;  HO  S.     20  M.  [1689 

Foaeart,  Bantzen.  La  poorsaite 
jusqu'i  l'armistice  ,  22  mai-4  jain 
1813  Paris,  Berger-Levranlt.  379  S.. 
Et«.     6  fr.  {1590 

Le  B^gne  4e  fiermin; ,  La  bataille 
de  Dreade  d'apr^s  des  documenta 
in^d.  (Il«v.  des  queations  bist.  70, 
171-91-)  [1591 

lle;d«areieh,  Th.,  Die  Belagerung 
V.  Hüningen  t.  22.  Dez.  1813  bis 
16.  Apr.  1814.  (Darstellgn.  a.  d. 
baier.  Kriegs-  u.  HeereB-G.  10,  28- 
212  m.  3  Plänen  u.  3J  Anlagen.)  [1592 

Weil,  H.,  Le  prince  Eu^ne  et 
Uorat;  Operations  milit.  et  diplom., 
1818-U.  T,  I  n,  U.  Paris,  Foote- 
moing.  ä  8  fr.  [1593 

Trapp,  KringlUirg.  o.  Mplocull«  d.  Ver- 
bdodaUB   Tom  I.  Fabr.  bta  i.  |S.  )Un  I  »li, 


T   G.H 


Bartk,  ■.,  rnteranchgii.  r  polil 

TbAtigkeit  *.  Pet«r  Oc]»  währ.  i. 
B«Tolution  n.  Helretik.  iJahrb.  t 
at^veizer.  G.  «6,  145-204.)  —  1%. 
T.  UrbCBSa,  Der  Stan  d.  helnt 
Dirpktors  Ochs.  (Aiu.  f.  achweix  G. 
1901,  460-6S.)  iim 

Plsl«r,  A^  Borenkneg;  e.  ffilda 
d.  nener  Schwei«er-0  (Beil.  i,  Allg. 
Ztg    1901,  Nr.   I60f.>  [I5M 

StMk,  B.,  PtOlenber^  TeriialUa 
1798.  iS.  Berner  Tm«ienb.  1*00. 
99-103.)  [läSI 

Eimer,  M.,  Züricher  Flflchtlinge 
im  Elaasa  im  Zeit  d.  BerolatioB  s. 
Restauration  (Jahrb.  f.  G.  etc  Ek- 
Lothr    17.   150-81.)  [ISW 

BuHüt  ZI  M,  111-16  Jan«;  IöilCU.' INI. 
Kr  i-i  F  rirtL.  Min.  «.  d.  Um.  Lin.  »  M 
-M  Mihnabolu  (ijm 

CnijpLuta,  E^  L»  Belgiqoe  sou 

la  domutation  fra&c.  1792-1815.  Lei 
consent«  de  1813  dang  lea  ci-derut 
Paja-Bas  autrichiens.  (Ans:  Belgi- 
que  militaire.)  Bmx.,  Deprei.  it, 
571  S.  10  fr.  [1600 

Cttmtgem,  F.  j»m,  Lkguerredes 
pajsans.  1798-99  (b.  '98.  34SS).  3.M., 
revue  etangm.  GtammoBt,  impr.  tsd 
Nieuwenhove.  1900.  Ä32S.  4  fr.  [ISOl 

Scbnarti,  P.,  Ana  d.  J.  1813: 
Der  falsche  Lärm  v  12  April.  (Schrr. 
f.  G.  d.  Neumark  11,   163-65.)   [1601 

Linke,  0.,  Die  Br«8Uaer  Kaof- 
leute  n.  d.  Kriegskoub^batioD  ISOS^IO. 
(Zt.  d.  Ver.  f.  G.  «tc.  Schlesiena  3&, 
1-84)  [160S 

Ulek],  F.,  Ein  weatprenss.  Büign- 
meiater  ala  treuer  Diener  stii. 
KOniga  in  d.  Zeit  d.  Uotflficks  180^. 
(Zt  d.  bist.  Ter.  Manenwerder  40, 
49-62.1  [1604 

St«iii,  Erinnergn.  aas  Litaneo  in 
Preusaens  Unglückaxeit  anf  Gnmd 
kirchenurkuuifl.  Mitteilgn.  (Mitt  d. 
litauisch    litter    Ges.  4,  1T-S6.)  [160S 

Sommerfeldt,  6.,  Kri^skontri- 
bationen  in  d.  FranzoseDteit  a.  d. 
Städten  Gumbinsen,  Goldap  n.  Stal- 
lupönen  ti.  d.  Aemtem  Kiauten,  Sper- 
ling, Königsfelde  u.  Tollmingkehmen, 
Janil807.  (Zt.  d.  Insterbnrger  Altert- 
Ges-  7,  100.106.)  [1606 


Zeitalter  der  franzCsiscben  Revolation  und  Napoleons. 


*63 


Innere  Verhältnisse. 

Oranier,  U.^Hoym  u.  d.schlesische 
Ministerial -Archiv.  (Zt.  d.  Ver.  f.  G. 
etc.  Schlesiens  36,  241-44.)         [1607 

Wutke,  Ky  Der  Ausgang  d.  Berg- 
regalität  d.  Fürstbischofs  v.  Breslau 
unter  d.  preuss.  Herrschaft.  (Ebd. 
185-217.)  [1608 

Berg 9  G.,  Verpflegungskosten  f. 
franz.  Truppen.  (Schrr.  d.  Ver.  f.  G.  d. 
Neumark  11,  174  f.)  [1609 


Redlich,   P.«   Die  letzten  Zeiten 

d.  Abtei  Alten oerg.  (Ann.  d.  bist. 
Ver.  f.  d.Niederrh.  72, 10^-141.)  [1610 

Rolfs,  C.  u.  £•  Michelsen,  Harm- 
siana.  (Schrr.  d.  Ver.  f.  schlesw.- 
holst.  Kirch.-G.  Reihe  2,  Bd.  ü,  Hft.  1, 

97-134.)  J^^^^ 

Keller,  L.,  Waldenser  u.  Refor- 
mierte im  18.  Jh.  (Monatshfte.  d. 
Comen.-Ges.  10,  113  f.)  [1612 

Asbach,  J.,  Entwurf  zur  Einrichtg. 

e.  bergisch.  Landesuniversität  zu 
Münster,  1808/9.  Düsseldorf.  Progr. 
4^    14  S.  [1613 

Gdhler,B.,Ueb.  Einkommen  n.  Verpflichten, 
d.  Schulmeisters  in  KOnigsfeld  (Sachsen)  um 
d.  J.  isio.  (Mitt.  d.  Ges.  f.  dt.  £rziehgs-  n. 
Schul-G.  11,  134-38.)  [1614 


Schulz.  Hans^  Hzg.  Friedr.  Chris- 
tian zu  Schleswig- Holstein  u.  Frie- 
drich August  Wolf  (N.  Jahrbb.  f.  d. 
klass.  Altert,  etc.  8,  506-14.)     ri615 

Fischer,  K.,  Hegels  Leben,  Werke 
u.  Lehre.  2  Tle.  (Fischer,  G.  d.  Philos. 
Jubiläumsausg.  Bd.  VUI.)  Heidelb., 
Winter,  xx,  xv,  1192  S.  30  M.  [1616 

BrttU,  J.,  Fürst  Hardenberg  u. 
Kanonikus  Wolf.  Heiligenstsulter 
Progr.  28  S.  [1617 

Wagner.  P.,  Beitrr.  z.  [Vor- JG.  d. 
Gründg.  a.  Ver.  f.  nass.  Altertkde. 
u.  G.forschg.  (Ann.  d.  Ver  f.  nass. 
Altertkde.  etc.  31,  223-38.)        [1618 

Sauer.  A.,  Graif  Kaspar  Stemberg 
u.  sein  Einfluss  auf  d.  geistige  Leben 
in  Böhmen.  (Mitt.  d.  Ver.  f.  G.  d.  Dt. 
in  Böhmen  39,  427-62.)  [1619 

Mfiller,  Jos.)  Jean  Pauls  litterar. 
Nachlass  (s.  1900,  3712).  Schluss. 
(Euphorion  7,  61-78;  291-314.)  [1620 

Stanger,  H.,  Aus  Briefen  an  Aug. 
Wilh.  Schlegel.  (Stud.  z.  vergleich. 
Litt.-G.   1,  363-67.)  [1621 


Steig^  R.,  Jos.  V.  Görres'  Briefe 
an  Achim  v.  Arnim.  Hälfte  I:  Bis 
zu  d.  Befreiungskriegen.  (N.  Heidelb. 
Jahrbb.  10,  116-7J.)  [1622 

Seilte r,  W«,  Kotzebue  in  England; 
e.  Beitr.  z.  G.  d.  englisch.  Bühne  u. 
d.  Beziehgn.  d.  dt.  Litt,  zur  englischen. 
Lps.  DisB.    96  S.  [1623 

GrÖ88ler,  H.,  Novalis,  d.  Roman- 
tiker. (Mansfeld.Bll.  15,219-30.)  [1624 

Riemann,  R.,  Job.  Jak.  Engels 
„Herr  Lorenz  Stark";  e.  Beitr.  z.  G. 
d.  dt.  Familienromans.  (Euphorion  7^ 
266-91;  482-614.)  [1626 


9.  Neueste  Zeit  seit  1816. 

Stftgemann,  F.  A.  t.,  Briefe  an 
Karl  Engelb.  Oelsner,  1818  u.  1819; 
hrsg.  V.  F.  Rühl.  (=  Nr.  762.)  Berl., 
Rieh.  Schröder.  122  S.  4  M.       [1626 

Below,  0.  T.,  Aus  d.  Zeit  Friedrich 

Wilhelms  IV.  Briefwechsel  d.  Generals 

Gust.  V.  Below.    (Dt.  Rundschau  109, 

101-33;  267-81;  272-90.)  [1627 

Poichlng er,  H.  t.  ,  Unter  Friedrich  Wil- 
helm IT.,  Denkwürdigkeiten  d.  Minister- 
prftaidenten  Otto  Frhr.  t.  Manteaffel, 
B.  1901,  8728.  Bes.:  Hist.  Zt.  87,  002-6  Mei- 
necke;  Litt.  Gbl.  1901,  Nr.  40  O.  K»nftnann; 
MitU  a.  d.  biat.  Litt.  29,  264-67  Schuster; 
Fortchgn.  b.  brandb.  a  preuss.  O.  14,  666-74 
tt.  Preuss.  Jahrbb.  107,  1S4-44  Onckeu.    [1628 

Mohl,  B«  T.9  Lebenserinnergn., 
1799-1875.  Stuttg.,  Dt.  Verlagsanst. 
747  S.     10  M.  [1629 

Res. :  Preuss.  Jahrbb.  107,  299-S09  Daniels; 
Litt.  Chi.  1902,  Nr.  9. 

Memoiren  e.  Österreich.  Veteranen 

1846    u.  1847   Garnison  Prag;    1848 

Italien;  1849  Italien  a.  Ungarn.  Wien^ 

BraumOUer.  142  S.  2  M.  [1630. 

Meinecke,  F.,  Zur  G.  Bismarcks.  I:  Die 
BisDiarcklitteratur  d  letsten  Jahre.  (Hist.  Zt. 
87,  22-55.)  [16S1 

Bismarck,  0.  Fürst  t«,  Gedanken 

u.    Erinnergn.      Anhang    I:    Kaiser 

Wilhelm   I.    u.    Bismarck;    11:   Aus 

Bismarcks  Briefwechsel.  (Hrsg.  v.  H. 

Kohl.)   Stuttg.,  Cotta.    xlvj,  667  S. 

17  M.  [1632 

HelgeL  K.  Th.,  „Gedanken  n.  Erinnergn.** 
d.  Fürst.  Bismarck.  (Heigel,  Neue  gesohichtl. 
Essays  S.  82-105.)  —  W.  Lackier,  Ueb.  Bis- 
marcks „Gedanken  n.  Brinnergn.**  Allenstein. 
Progr.  4'.   16  8.  [16o2a 

Blimareki  Briefe  an  seine  Braut  u.  Gattin^ 
s.  1901,  1807.  Bes.:  Preuss  Jahrbb.  105,360 
-68  u.  Euphorion  8,  182-95  B.  M.  Meyer; 
Forschgn.  s.  brandb.  u.  prens«.  G.  14,  854-67 
T.  Petersdorff.  —  B.  Krauel,  Die  Bekennt- 
nisse d.  jungen  Bismarck.  Tflbing.,  Mohr. 
81  8.    «0  Pf.  [168» 


•64 


Bibüographie  Kr.  16Si— IMS. 


Kev^elK  R.  t.,  Fürst  u  Fürstin 
BismArck.  Erinnergii.  m  d.  Jahren 
1S46-72.  Beii.  a.  Stnttg,  Spemiinn. 
497  S  ,  3  nums.     12  M  [1634 

Wigfen,  J.9  Ans  mein.  Leben. 
Lpi-,  Hirachfeld.  375  S   7  M  60   [1635 

S^hleaiaBB«  Th.,  Eine  Denkschrift 
d.  Primen  t  Preassen  Ob.  d.  russ. 
Politik  T  Juli  1855.  Eist.  Zt.  87, 
438-48.  [1636 

Seheffer,  TIi^  Die  prenss.  Publi- 
zistik im  J.  1859  unt.  d.  F.influwi  d. 
italien.  Kriege«;  e.  Beitr.  i.  G.  d. 
offen tl.  Meinung  in  Dtld.  Lpz..  Teub- 
ner.  1^2  S.  6  M.  Tl.  1  u  11  ersch, 
als  Leipz.  Disp.     57  S.  •  [1637 

Me»BAr4,  G.  de,  Memoires  en  fa- 
¥eur  de  Talliance  avec  la  Bussie  et 
contre  Tid«^  de  la  conqu^te  des 
bords  du  Rhin  faits  en  1863  et  en 
1868.  Aus:  Revue  du  Bas-Poitou 
1895  u.  1897..  FontenaT-Le-Comte, 
Claireaux.  Iv^öl.  jx,  83  S.  [1638 

Friedrich'»,  Kaiser,  Tagebücher 
üb.  d.  Krieffe  1866  u.  1870-71,  sowie 
üb.  seine  Reisen  nach  d.  Morgen- 
lande u.  nach  Spanien:  hrsg.  t.  M. 
V.  Poschinger.  Jena.  Costenoble. 
192  S.     2  M.  [1639 

Bernhardt,  Th.  t..Aus  d.  Leben 
(s.  1900,  1780  .  TL  VIII:  Zwischen 
2  Kriegen.    Tagebuchbll.  a.  d.  Jahren 

1867  69.    X.  429  S.    8  M.  [1640 

Bex  :  Milit.-Litt  -Ztg.  I90i.  Nr  1  a.  Jahrbb. 

f.  d.  dt.  ArmM  112,  :80-8S  Keim 

Tsklat,  W..    Theod.    t.  B«mhardi  a.  Th 

OoldstOcker.     Id>  latrie    n.  Id«alismiu.    Krit. 

B«tracbtgii.e.  AchtuidTieiTigen.  Berl  ,Ros«o- 

baam  ä  H.  483  S    ^  M.  [1S41 

Bray-SteiBbariTy  Graf  O.  t.,  Denk- 
würdigkeiten. Mit  e.  Vorwort  v. 
K.  Th.  T.  Heigel.  Leipzig,  Hirzel. 
208  S.  4  M.  [1642 

B«z. :  Dt.  Litt.-Ztg.  V.Vi,  Nr.  9  Oncken. 

Latbardt,  E.,  Mein  Leben  u. 
Wirken  im  öffend.  Leben.  Münch., 
Beck.  403  S.  3  M.  [1643 

Rez  :  Hut.-poUt.  BU.  127,  SSl-M  Stölzle. 

PosehInger,  H.  t.,  Fürst  Bismarck 
u.  d.  Bundesrat  -s.  '99,  3621.)  Bd.  V: 
Der  Bundesrat  d.  Dt  Reichs,  1881- 
1990.  384  S.  8  M.  [1644 

Zwiedineck-Sttdenhorst,   H.  t., 

Dt.  0.  von  d.  Auflösung  d.  alten  bis 

z.  Errichtg.  d.  neuen  Kaiserreichs  ^s. 

1901,  1819).   Lfg.  12  (=«=  Lfg.  143  v. 

Nr. 629.)  Bd. II,  8.241-320.  IM.  [1645 

KssAbsbii,   Polit.  O.  Dtld».  im  19.  Jb.,  s. 

1900,  Nr.  1800.     B«s.:  Litt.  Cbl    1900,  Nr.  12; 


X.  jAkfkb.    C  4. 


Kr.  WJ  Frk^of ; 


G.  14»  Mt   Qnl*mrhwai*t.  [IM 

Kraassy  L^  L*erolntion  du  paiiger 

maniame    an    19.  si^de  et  la  dipb- 

matie.  iRer.  dliiat.  diplom.  15, 453  £; 

571-90.     16,   19-60.)  [IUI 

riUisiMg,  V.,  Fvtedr.  WUhate  IV  ,  t 
1901 .  18S5l  Mmm  :  Fonekcs.  &.  biuA.  ■. 
ptMfla.  G.  14»  IM  5«  H.  OaekM;  HIrt.Xt»;, 
4f '-501  Mai— rlr»  [ICH 

KaehCakl,  F.,  DÜd.,  Kg.  Friedridi 
Wilhelm  IT.  n.  cL  B^Una  Min* 
rerolation.  Halle,  Niemejer.  jx. 
319  S.  7  IL  ^  Dera.,  Berichtigiiif 
xa  S.  80.  (Bimt.  Viertey.8chr.  5, 
127  f..  [leil 

Laxia.  A«,  Badetskj,  Bergamo. 
Istitaio  ital.  d*arti  graf.  4*.  104  S. 
6  L.  [16491 

Bm  :  Mitt.  a.  d.  lüsi.  Ut*.  Mk,  9S-96  Lm- 


Kaai.  H«,  Die  Feldaüge  d.  Feld- 
manchauB  Radetzkj  in  ObeiitalieB 
1848  a.  1849.  Mit  7  ScklachteoskiBea. 
Lpi.,  Strauch.     3  M.  [1650 

Slmsaa,  B.T.y  Ediiaid  ▼.  Simsoa 
Lpx.,  Hiixel.  440  S.  8  M.  [1651 

E  r.  8  c  h  M  i  d  t ,  Eduard  ▼.  Sim«m.  (Sduudt, 
•*    ■  f .  tK-l«.) 


I 


Sybel ,-  H.  t. j,  Begründ«.  d.  Dt 
Beichea  durch  Wilhelm  I.  Tolk»- 
ansg.  7  Bde.  MOnch.,  Oldenhemg. 
24  If.  50.  [1652 

Hartks,  KaiMr  Wilhelm  I.,  •.  I9tl,  S74S. 
B^  d.  3.  A«JL  B*T.  crit.  1901,  Nr.  4o  8«r 
uobo«.  (ICSI 

Beraer.  £.,  Der  Begiemngi-AB- 
fang  d.  Frinz-Begenten  v.  Prenssen 
u.  sein.  Gemahlin.  ^Quellen  n.  ünter- 
sachongen  a.  G.  d.  Hauaes  Hohea- 
zoUem,  hrsg.  v.  Bemer.  Reihe  DI: 
Einzebchrr.,  1.)  Berl.^Doncker.  191 S. 
4  M.  [1654 

Pet«r«4«rlL  t^  KaiMria  Aa^nsta,  b.  IM, 


18S5.  Bes.:  FortehgB.  s.  braadb  m.  pi  _ 
O.  U,  S«0f.  Th.  SehiMBana.  —  IE.  Aadr^ 
La  prsmi^re  imp^ratriee  d^AUamacaa.  (Li 
CoxTMpondaat  166,  706-38.)  'ifSi 

Frie^jaagy  H«,  Der  Kampf  um  d. 
Vorherrschaft  in  Dtld.  1869-1866. 
Aufl.  5.  Bd.  I  u.  IL  Stuttg.,  Cotta. 
xviij,  479  S.,  3  Ktn.;  xjv,  6S4  S, 
6  Ktn.     24  M.  [1^56 

Krvitser,  Biimarok,  •.  1»0J,  »i5i.  Bm.: 
Forvcbgn.  s.  braadb.  n.  preoas,  O  13  <lSf 
Grauier;  Dt.  Littar.  -  Zt».  i»oi^  Nr.  41 
Bemer.  ^^^ 

OlllTier,  E.,  Napoleon  m.  et  Bis- 
marck en  Pologne.  (Bey.  dea  deox 
mondes  19ül,  IV,  316-50.)  [1658 


Neneste  Zeit  seit  1815. 


'65 


Pfülf,  0.,  Herrn,  v.  Mallinckrodt. 
2.  Aufl.  Freib.,  Herder,  xj,  671  S. 
8  M.  [1659 

Bez.:  Litt.  Cbl.  1902,  Nr.  7. 

Aegidi^  L«,  Preussen  u.  Frankreich 
i.  J.  1866.  (Dt.  Revue  26,  IV,  89 
-58.)  [1660 

Ben^monty  C.  de.  Campagne  de 
1866(8.1901,1845).  T.  H:  Operations 
en  Ailemagne  et  en  Italie.  367  S. 
7  fr.  50.  [1661 

Wengen,  F.  t.  der.  Der  letzte 
Feldzug  d.  hannov.  Armee  1866. 
(Sep.  a.:  Jahrbb.  f.  d.  dt.  Armee  u. 
Marine  Bd.  119  u.  120.)  Berlin,  Bath. 
79  S.     1  M.  60.  [1662 

Sicliart,  r.^  Der  Feldzug  Preussena 
g^g.  Hannover  im  J.  1866.  (Sep.- 
Abdr.  a.  d.  G.  d.  kgl.  hannov.  Armee. 
Bd.  Y.)  Hannov.  u.  Lpz. ,  Hahn. 
182  S.     2  M.  40.  [1663 

Krauss^  A^  Moltke,  Benedek  u. 
Napoleon.  Wien,  Seidel.  182  S. 
4  M.  [1664 

Bez.:  Militär -Woehenbl.  1901,  Nr.  104.  — 
Bez  T.  1901,  1847  (Schliohting,  Moltke  n. 
Benedek):  Hist.  Zt.  87,  812 f.  t.  Lettow-Vor- 
beok;  Forsohgn.  z.  brandb.  n.  preuM.  G.  14, 
857  f.  Granier;  Hitt.  Yiertelj.sohr.  5,  128*86 
B.  Sobmidt.  —  t.  Twardowikl,  Moltkes 
Strategie  in  d.  neueiten  Militärlitteratnr. 
(Jahrbb.  f.  d.  dt.  Armee  1»,  157-69.) 

Legion,  La,  Elapka.  Un  Episode 
de  la  guerre  de  1866;  par  le  major 
Z.  Paris,  Chapelot.  51  S.  2  fr.   [1665 

Malchow.   Die  Ereignisse   vor  d. 

Schlacht  b.  Gustozza.  (Beihft.  z.  Milit.- 

Woehenbl.  1901,  259-76.)  [1666 

Bosch,  Die  Be/iehgn.  Frankreioht  xu 
Oesterr.  u.  Italien  swiscb.  d.  Kriegen  y.  1866 
n  1870/71,  s.  IJOI,  87&la.  Bez.:  Dt.  Litt.-Ztg. 
1901,  Nr.  41  T.  Peteradorff.  [1667 

Richter,  J.  W.  O«.  Kaiser  Frie- 
drich   m.      Berl.,    Schall.      836    S. 

10  M.  [1668 

Povchinger,    M.  t..   Kaia«r  Friedrich,  •. 

1901,    1837.    Rez.    y.   II   n.  III:   Forsohgn.  z. 

brandb.  u.  preass.  G.  14,  861-68  Granier.  [1669 

Delbrück,  U.,  Kaiserin  Friedrich. 
(Preuss.  Jahrbb.  106,  1-20.)  —  R. 
Temple,  Engl.  Erinnergn.  an  d. 
Kaiser  u.  d.  ^iiiserin  Friedrich.  (Dt. 
Revue  26,  IV,  264-70.)  —  t.  Falken- 
eggj  Kaiserin  Friedrich  u.  d.  dt. 
Kunstgewerbe.  Berl.,  BoU.  21  S. 
50  Pf.  [1670 

Gnerre,  La,  de  1870-71.  (Publ. 
par  la  Revue  d^histoire,  rddig^e  k  la 
section  hist.  de  T^tat  major  de  Tar- 
m^e.)  T.  I:  De  juiUet  1866  ä  jnillet 


1870.     T.H:  28  et  29  juillet.    T.ni: 

80  et  31  juillet.    T.  IV:  1  et  2  aöut. 

T.  V:  3  et  4  a5ut.    Paris,  Chapelot. 

119  S.  2  fr.;  183  S.  2  fr.  50;  227  S. 

8  fr.;  280  S.  8  fr.  50;  379  S.  u.  Kte. 

5  fr.  [1671 

Lehantconrt ,     Kist.     de  la    guerre    de 

1870/71,    s.  1901,  8768.    Saz.:  Litt.  Gbl.  1901, 

Nr.  40.  [lii7S 

Onndelach^  Festunffen  u.Feldarmee 
im  Kriege  1870/71.  Berl.  Eisenscbmidt. 
132  8.,  Kte.     2  M.  40.  [1673 

Bes.:  Jahrbb.  f.  d.  dt.  Armee  etc.  19i,  90 
-98  n.  MiUt.-Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  2  Frobenins. 

Halloaln  ,  La  joam6e  da  14.  a6at  1»70 
d'aprAe  Cardinal  t.  Widden»  (Sep.  a.:  Beme 
milit.  dee  soiencee  Strang.)  Paria,  Chapelot. 
1  tr.  25.  [1674 

Schack.  T.^  Der  Angriff  d.  Garde 
auf  St.  Privat.  (Beihft.  z.  Milit.- 
Wochenbl.  1901,  295-318.)  —  Kopp, 
Die  vorgeschobenen  Postirungen  d. 
Franzosen  in  d.  Schlacht  v.  Grave- 
lotte-8t.  Privat.  ^Ebd.  819-44.)  [1675 

Saldem,  t.,  Die  Kavalleriedivision 
Hartmann  b.  Gravelotte  u.  d.  Denk- 
würdigkeiten d.  Generals  v.  Fran- 
secky.  Zur  Richtigstellung.  (Milit.- 
Wochenbl.  1901,  Nr.  77.)  Vgl.  1901, 
8759.  —  E.  Daniels,  General  v. 
Fransecky.  (Preuss.  Jahrbb.  104,  70 
-94.)  [1676 

Schimpff,  i.j  Das  XU.  Korps  im 
Kriege  1870/71  (s.  1901,  3758).  11 1 
Der  Sedanfeldzug.  236  S.,  4  Ktn. 
8  M.  [1677 

Gaerre  de  1870-71.  Le  combat 
de  Peltre-sous-Metz  (27.  Sept.  1870). 
Par  un  officier  de  Tarm^e  du  Rhin. 
(Avec  1  carte.)  Paris,  Charles-Lavau- 
zelle.     32  S.    1  fr.  50.  [1678 

Fanke,  ^.j  Einfluss  d.  franz. 
Nordfestungen  auf  die  Kriegfährg. 
im  Norden  Frankreichs,  1870/71. 
(Milit.-Wochenbl.  1901,  Nr.  69.)  [1679 

Lehanteoarty  P.«  Etudes  de  tac- 
tique    appliqude:    BataiUe    de    Ba- 

Saume,  2  et  8  janv.  1871.  Paris, 
harleB-Lavauzelle.65S.  1fr.  50.  [1680 
Kauz  9  Zum  Gefecht  v.  Sapignies 
2.  Jan.  1871.  (Milit.-Wochenbl.  1901, 
Nr.  57.)  Vgl.:  V.  Strubberg  (Ebd. 
Nr.  69.)  —  Neff,  Betrachten,  üb.  d. 
Gefecht  bei  Sapignies  2.  Jan.  1871. 
(Ebd.  Nr.  65.)  [1681 

Janr^g.  Le  21  corps,  nov.-d^c. 
1870.  (Revue  de  Paris  8,  ü,  1 
-84.)  [1682 

Lanssedat;^  A.^  La  d^Iimitation 
de    la    frontiäre    franco-allemande. 


Histor.  Yierteljahnohrift.  1902.  t.    Bibliographie. 


Bibliogr^ihie  Nr.  I«SS — 1785. 


PaHe.  DeUgTATe.     319  S.,  6  Taf.  u 
KU   5  M- [imi 

Lltaan,  F.,  Füret  Hinnarck  nach 
seiner  Entlaaaung.  Lpi.,  Hist.-poUt. 
Verl.    294  a     5  H.  [I6M 

F«ul«r,  J.,  ünfWilh.Bismarck. 
Berl  D  Stuttgart,  Spematm.  349  8. 
10  M.  [1606 

Wtppermaan,  K.,  Dt.  G«8chicbt«- 
kalender  <9.  1901.  3770).  1901,  Bd.  I. 
Xlj,  347  S.     6  M.  [1686 


Locker,  A.,  GottUeb  Ziegler,  e. 
schweizer.  Stafttamatin.  Geb.  9.  Vm. 
1828,  gest.  22.  VI.  1898.  Winterthur, 
Ziegler     146  S.   2  H.  [16ä7 

KlMlrr,  B.  •.  o.  K.  Tk.  T.  Btlstl,    Zu 

Mancli.,  Beet  »5  9    MW  Vgl  1*01,  tCW.  [1$88 

Bone,  F.  J.,  Lebensbeschreibg.  d. 
badiech.   Uinidten  Ldw.  Qeo.  Winter; 


hreg.   y.  F.   ».  Weech.     (Aleman 
N.  F.  2,  1-S2,)  [11 


Br«nde8  in  Hamburg  v.  5.  bis  6.  Uai 
1842.  (Zt.  d,  Ver,  f.  hamburg.  G.  11, 
85-179.)  [1691 

Fank,  M-,  Die  Strassen -Tumulte 
in  Lübeck,  1843  u.  1848.  |Zt.  d.  Ver. 
f.  labeck.  G.  8,  270-313.)  [ißSS 

Bohn,  C,  Lauenburg  im  19  Jh. 
(Arch.  d.  Ver.  f.  G.  d.  Higts.  Lauenb 
VI,  2,  73-124.)  [1693 

FlBeher,  K.,  Gsbrz^.  Karl  Aleian-   i 
der    V.    Sachsen.      (Fischer,     Kleine 
Schrr.  IX.)     Heidelb.,  Winter.    7«  S. 
1   M.  60.  [1694 

Innere  Verftältniaee.  | 

KlMprrl,   so  J>hn  dt  V«f.-0  ,  •.  IMt,    I 

Laband,    P.,    Das   Staatsrecht  d. 

Dt.  Eeiches.  ö.  Anfl.  in  4  Bdn.  Tübing., 
Mohr,  iij,  601  S.  12  M.;  296  S.  7M.; 
60O  S.   12  H.;   608  S.   14  M.  [1696 

Buben,  A.,  Die  Stellung  d.  Reichs- 
obeihauptea  nach  d.  Fniükftirt«r 
Beichsverfg.  v.  28.  März  1849  unt. 
Berücksichtigung  d,  jetzig.  Ueicha- 
veifs.   Harbnrir.  Dies.  66  S.      [1697 

ElBwaldt,  f..  Die  Rechte  d.  dt. 


Kaisers  an  d.  Gesetagebg  nadi  d. 
ReicbsstaAtorecltt.      Boatoeker  Dik 

67  8.  ^ [It« 

MBII«r,  Leoak.,  Bsdische  Lud- 

tags-G.  (■.  1901,  18911.  TL  ni: 
1826-33.   1«6   S.      4   M.   50.  [18» 

Calker,  W.  tsb.  Dm  baifisck 
Budgetrecht  io  sein.  Gmndiöm 
Tl.  h  QeachicliU.  Bntwickig.  Tübii«. 
ü.  Lpi.,  Hohr.  272  S.  6  M.  —  De», 
Die  Anf&nge  d.  bad.  Badgebtditi. 
Freiburg.  Dia«.    1900.    107  S.    [UM 

Bu.:  Zt.  f.  a.  d.  Obnrb.  1«,  -.fUS 
MleabO- 

HaHharf«r,  G..  Die  staAterecfaÜ- 
Besonderheiten  d.  SteUnng  d.  Beicbi- 
landes  ElsMa-Lothr.  im  dt.  BaAt- 
(Abhdlgn  a.  d.  Staats-  n.  Verwii- 
tungsrecht,  hrsg.  ».  3.  Brie.  Hft.  i) 
Breslan,  Harcofl.  I03  S.  S  M  M 
(Tl.  I-    32  S      BresL  DiM.)       [1701 

Zedllti>Neaklrch,  O.  Frhr.  t,, 
30  Jahre  prenaa.  Finaiu-  n  Steuer 
Politik.  Berl,  Mittler.-  IMS.  2  M 
40. [I70i 

Loewe.  J.^  Die  anmittelbai«  wiit- 
achaftl.  Einwirkg.  d.  iCriegea  187*71 
in  Dtld.    WOrzborg.  Disa    &l  S    [17IB 

TolkewlrtselULft,  Die  dt  ui 
Schlnssd.  IS.Jh.  (.Verf.:  H.v.Scheel) 
Berl.,  Pottkammer  AM.  1900.  iOiä 
1  M.  [HM 

Zahl,  F.,  Dtlda.  VoIkswirtMhsA 
beim  Eintritt  ins  20.  Jahrb.  (Jahibb. 
f.  XattonalOkoa.  76,  l^&S;  288.)  [i7Di 

Loseb^.,  Die  Beiregiuig  d.  Be- 
Völkerg,  WürttembergB  im  19  Jh.  n. 
im  J.  1899)  (Württ.  Jahrbb.  f.  Stit 
u.  Ldkde.  1900,  n,   66-166.)         [170« 

Geschlchted.ÖBterr.  Land-n.Font- 
wirtachaft  u.  ihrer  Industrien  184S-H 
(s.  1900.  1867).     Bd.  m.   1899    635S., 

1  Tab.  24  M.i  Bd.  IV.  1900   865  S., 

2  Taf,  18  H.  [1707 

Bei  :  Jslirbb    f.  NktloiuUlkoii    7S.  STi-Ul 

Schiff.  ^ 

Zimmermaiiii,    F.    W.    R.,    Die 

Verfügunggfreiheit  üb.  IftndlichM 
Grondeigentum  in  ihr.  Einfluas  auf 
d.  GrundbeBitzverh&Jtniaee  im  B:^ 
Braunschweig.  (Jahrbb.  f.  National- 
Ökon.  76,  168-206^  [noS 

Senkel,  W.,  Weltprodoktioii  o. 
Welthandel  im  19.  Jh.  m.  bwond. 
Berücksicht.  Dtlds.  (Zt.  i.  d.  ges. 
StaatswisB.  ETsän^shft.  2.)  Tfibing., 
Laupp.l43S.4H.;^Be]pr.&lf.  [170* 


NeuoBt«  Zeit  seit  1816. 


Beitr&ge  z.  neuert.  Haudelspolitik 
Dtlds-i  hrsg.  V.  Ver.  f.  Sozialpolitik 
(b.  1901,  3786).  Bd.  m.  (ScW.  d. 
Ver.  f.  Sozialpolit.  Bd.  92.)  218  S. 
4  M.  80.  [1710 

Bm.:  J.hrbli.  f.  N.tion«10kon.  7«,  llS-18 
T»d  dar  Borght 

Beitri^e  z.  netiest.  Handelpolitik 
Oesterreicha.  (Schtr.  d.  Ter.  f.  Soaial- 
politik.  Bd.  93.)  Lpz.,  Dimcker  &  H. 
ji,  314  S.    8  M,  80.  [1711 

llaacke.  H.j  Handel  u.  Industrie 
d.  Prov.  Sachsen  1889-1899  ont.  d. 
EinfluBS  d.  dt.  Handelspolitik.  (Mün- 
chen er  volkawirtachaftliche  Studien. 
Stück  45.)  Stuttg,,  Cotta.  i,  152  S. 
4  M.  (Auch  als  Müchener  Dise.  aus- 
gegeben.) [1712 

ThISBen,  0.,  Beitrr.  z.  G.  d  Hand- 
werks in  PreuBBeo,  ant.  Mitwirkg. 
V.  F  J.  Neumano  hrsg.  (Beitrr.  z. 
G.  d.  Bevölkerung  in  Dtld.  seit  d. 
Anfange  d,  19.  Jh.;  krsg  v.  Neu- 
mann. Bd.  VI.)  Tübing.,  Laupp. 
XX,  'ZbQ  3.     8  M.  [1718 

R«. :  Jihrb.  f.  Oo.Ht.gebg.  »6,  415-ia  KgU- 

Tblesg,  K.,  Bntwicklg.  d.  Ham- 
burg-Amerika Linie,  184T-1901.  (Jbb. 
f.  NktioualSkon.  67,  816-26.)     [1714 

Holtze,  60  Jahre  preusB.  Justiz. 
Berl..  V.  Decker,  fol.  60  S.,  Taf. 
4  M.  [1716 

Rohden,  6.  t,,  G.  d.  rhein.-weatf. 
Oefangnis-GeBellsch.  Düsseld.,  Voss. 
184  S,     1  M.  60.  [1716 

Rosenreld,  G.,  O.  d.  Berliner  Ver. 
z.  Besaerung  d.  Strafgefangenen  1872 
-1900;  e.  Beitr.  z.  G.  d.  preuBS.  Ge- 
tUnffniswesens  u.  d.  Fürsorge weaens 
{.  entlassene  Gefangene,  Berl.,  Lieb- 
mann.    156  S.     2  M.  60.  [1717 


I  Sllbernagl,  J,,  Die  kirchenpolit. 
u.  religiösen  Zustände  im  19.  Jh. 
Landshut,  Erfill.    467  S.    6  M.  [1721 

;  BrUck,"H.*,^a' d.'katii,  Kirche  im 
19.  Jh.  Bd.  I:  G.  d.  kath.  Kirche 
in  Dtld.  1.  Aufl.  2,  Lfg.  1-4.  Mainz, 
Kirchheim.  8.  1-320,  ilM.  —  Ders,, 
Die  Kulturkampfbewegung  in  Dtld. 
(s-  1901,  3805).  Lfg.  5-6-  S.  321 
-447.     ä.  1  M.  [1738 

Braunsberger,  0.,  Bflckblick  auf 
d,  kath,  Ordenaweaen  im  19.  Jh. 
(Stimmen  aus  Haria-Laach.  Er- 
gänzgshft.  79,)  Freib.,  Herder.  828  S. 
»  M,  [172S 

Frlailrlch,  t.  DOlUng«,  •.  IMl,  SS03. 
Bei.  :  HlM.-poUt.  Btl.  118,  tS^-IBi  UH.  CM. 
l'.IOi,  Nr-  8.;  Tlnol.  LItl.-Ztg.  1»M,  Nr.« 
■^-'-~'— •  llTl* 


iitn, 


DaUlager. 

190U,  IWS.  [ITSfi 

Sentier,  Roman  Sebast.  Z&ngerle, 
Füratbiach  v,  Seckau  u.  Administrator 
d.LeobenerDiüzese  1771-1848.  Graz, 
atyria,     406  S.     7  M.  50,  [1728 

6ötE,  1.  B.,  Kardinal  Karl  August 
Graf  V.  Reiaach  aU  Bischof  v.  Bich- 
stätt.  Eichst. ,  Brönner.  127  8. 
2  M.  50.  11727 

Held,  W.,  Ueb.  d.  Verschiebung 
d.  KonfeBsionen  in  Baiern  u,  Baden 
u.  ihre  Ursachen.  Leipziger  DisB. 
4°.   136  S.  [1728 

Hafer,  Jnl.,  Necrologium  Fri- 
burgcöiae,  18S8-99.  iFreiburger  Diö- 
zeaanarch.  N.  F.  1,  222-306.)     [1729 


Scfallchting,  T.,  Moltkes  Ver- 
mächtnisB,  (Sep.  a,:  Beil.  z.  Allg. 
Ztg.  1901.)  MOnch.,  Allg.  Ztg.  103  §. 
1  M.  50.  [1718 

Wille,  B.,  G.  d.  Preiaaufgaben  f. 

Ereuaa.  Artillerieoffiziere  V.  1827-1877. 
pz.,  Strauch.     1  M.  60.  [1719 

Engelhard,  W.,  Bückblicke  auf 
d.  VerpflegungaverhältniBse  im  Kriege 
1870;71,  (Beihtt.  z,  Milit.-Wochenbl. 
1901,  483-552.)  Sep.  Berl.,  Mittler. 
1  M.  JO.  [1720 


Uarraens,  K»  David  Frdr.  Strauss; 
sein  Leben  u.a.Schrr.  (Männer  d.  Zeit 
X.)Lpz.,Seemann.40eS.4M.60,  [1780 

K»gel,  0.,  Rudf,  Kögel;  sein 
Werden  u.  Wirken  (s.  1900,  18B1). 
Bd.  n:   1854-72.    332  S.    6  M.  [1781 

llalgcl,  K.  Tb.,  Tdlcgnng  d.  Ludwigi- 
UuimlllBiii-QnlnnlllLt  Duh  MUBChiiii  18», 
■.l»,  17G0.  (Auuhla:  H*igsl,N*usgsiehlChlL 

EiHT-.    S.  il-».)  [im 

Hill,    U.,    Eotwicklg.    d.    kath. 

Gymnasinma  an  MaraeUen  sn  Köln 

im    1.    Jahrzehnt    d.   preuss.    Aera. 

Köln.  Progr.  4.".     31  S.  [1733 

Vllmar,  A.,  Entwickig.  d.  Volka- 

Bchule  in  d.  Stadt  Schmalk^den  im 

19.  Jh.    (Zt.  d.  Ver.  f.  henueberg.  G. 

u.  Ldkde.  14,  21-42.)  [1734 

Poeschel,   J.,  Das  Kollegium  d. 

Fürsten-    u.    Landeaachule    &imma, 

1849-1900.  Progr.Grimma.  106  S.[1784 


•68 


BibUogn^hi«  ITr.  ITM— 177S. 


Miller,  e«o.,  Bcitrr.  z  Q.  d.  Slid- 
UnBitiCT  Schul verwftltg.  im  19.  Jh. 
(N  lansitz.  Hagax.  77.  SS-ISO.)  [1796 

SaBBirfaKt,  S.,  Zur  O  d  BcbnlwiHiu 
n  AUasiMn   In  dar  srM.   HUru  d.  1>.  Jb. 

■.  Bi,  im:.       [Uli 

Kittel,   0.,   Wilh.  T.  Homboldto 

fschichtl.  WdtaDBchanoiigimLicfat« 
klasBiscb.  SnbjektiviimDi  der 
Denker  u.  Dichter  v.  Kflnigeberg, 
Jena  u.  Weimar.  (— Vü,  8  f.  Nr. 
<SS.)  Lpi.,  Teaboer.  Tiij,  1S9  S. 
4  U.  80.    Subikr-Pr.  S  M.  80.  |17S8 

H«Ik«I,  K.  Tk.,  Frdr.  Chriitoph 
Dahlm&DD.  (Weatermanns  illuitr. 
dt.  Monatshfte.  88,  6W-.609.)     [1739 

NalbandlKD,  W.,  Leop  v.  TUnkea 
Bildun^Jahre  und  Geschichtaauf- 
fasgung.  (=Vin.  S,  v.  Nr.  638.) 
Lpi.,  Teubner.  x,  103  9.  Subakr.- 
Pr.  3  H.  Ginxelpr.  S  H.  40.  —  Tk. 
Wleddaann,  Leop.  t.  Btuike  n. 
Vamhagen  v.  Eiue  nach  d.  Heim- 
kehr KankeB  a.  Italien.  (Dt.  Revue 
S6,  III,  811-25;  862-66.)  [17*0 

Weecb,  F.  t.,  BriefwechBel  Job. 
Frdr.  Böhmers  mit  Frani  Jos. 
Mone  n.  Fridefiar  Mone.  (Zt.  f. 
G.  d.Oberrh.  16,488-68;  660-90.)  [1741 

Spack ,  Ldw. ,  Antobie^.  Auf- 
zeicbn)^.;  hitg.  v.  F.  X.  Eraui  (s. 
1901,  1924).  Forts.  (Jahrb.  f,  0.  etc. 
Ell.-Lothr.  17,  182-224.)  [1742 

Hafm,  R.1  Adb  mein.  Leben.  Er- 
ionet^.  a.  a.  Nachlaas  hrsg.  Berl., 
Gaertner.     800  S.     4  M.  (1743 

Bai.:  PmH.  Jihrbb.  101,  t6t-&7  DelbrUck. 

HaoBralih,  A.,  Zur  Erinnerg.  an 
Hnr.v.Treitechke.  Lpi.,HirHtI  146S. 
2  M,  80.  —  M.  Todkmiter,  Hnr.  v. 

Tr.  (Westminster  Ref.  1901,  Juni)  — 
K.  Tb.  Helgel,  Zur  Erinnerg.  an 
H.  V.  Tr,  8.  98,  3660.  (Auch  in: 
Heigel ,  Neue  geacbichtl.  Essays. 
S.  1-20.)  [1743» 

BflI.  T.  H«n.™tlil  Sttbrin:  Lilt.  Cbl.  Vm, 
Nr  3  G.  Ksnfmun. 

Tentsch,  F.,  Denkrede  auf  Wilh. 
Wattenbach,  (Arch.  d.  Ver.  f.  sieben- 
bürg    Ldkde.  30,  6-87.)  [1744 

CkitBlIer,  L.,  Qdtil.  Btanunn.  (Hill.  d. 
V«r.  f.  G  d.  Dt.  in  Bflbni»  SS,  367-74)  — 
«.  OcrffI,  Zar  BrisDarg.  sn  Kar]  Bajar. 
(Mm.  d  Var.  f.  G.  BW.  *.  Brruil  »i.  1-lS.)  - 
K.  Hagfdon,  Zur  Brluiaig  >d  K>rl  Prdr. 
Wehnninn.  (ZI.  d.  Var.  f.  bambarg.  Q.  It, 
1-10 )  (1T*6 

Bosbach,  A.,  Die  Geaellscbaft  f. 
ntttzl.  Forachgn.  ed  Trier  ieOl-1901. 


?n:  Die  8&kalaif«i«r  d.  Gm.  f.  BtHd. 
orMhgn.)    4*.    SS  S.  [1741 

Wllhraii.  J.,  Chronik  d.  hiii 
Ter.  f.  d.  OnfBcli.  BaTenabog  ts 
Bielefeld,  ISTS-ldOt.  (Jaliieaber.  i. 
hi«t.  Ter.  f.  d.  OrA&ch.  Rarenab.  15, 
196-SlM.)        , [174T 

JeaUek,  K.,  Frdr.  Liat.  (Gortei- 
belden  Bd.  41.)  Beoi.,  E.  Hoftnana 
A  Co.    216  S.     S  H.  «0.  [1748 

Groamau,  J.,  Hu  v.  S^dcL 
(Beil.  [.  Allg.  Ztg.  IWl,  Nr.  lU.) 
—  Den.,  Deagl.  (Krit  Viert^jdr. 
f.0eMtigebK.43,l&7-«S.)  —  H.Mw, 
Desgl.  (Ar<3i.  f.  OffentL  Beefat  1«, 
369-408.)  [17« 

DbIwc,  i.  u.  P.  Wiegler,  Q.  d.dL 
FhiloB.  im  19  Jh.  (Das  dt  Jafark.  in 
EinieldanteUgn.  Tl.  S.)  BerL,  SdiMi- 
derftCo.    S.  S1T-4M.    ■  H.       [ITiSa 

Tolkelt,  J^  Azth.  Sehopaiiliaiwr 
^irommaniw  Eiuaiker  d.  Riiloa.  X.) 
Statte-,  Frommaon,  1900.  xjr.KSä 
4  H.  [ITH 

Bu  :  Lltl  Cbl.  IKtt,  Vi.  9 

BkaUla,  E.,  Arth.  Silwpaiiluiiar  aliStB- 
denl  In  O.^ltlBgBB.  (UauB.  Q.ba  4,  CS-T&.)  U7iua 

Koigen,  D.,  Zur  Yor-O.  d.  modern. 

ShiloBoph.  Sotialiimns  in  Dtld.  Zar 
.  d.  Philosophie  u.  Sodalphno«.  d. 
Janffhegelianinnua.  (Berner  Stadien 
B.  Philo«,  et«.  Bd.  XXn.)  Beiur 
DisB.  Bern,  8turaeue^«r.  iig,  Sltd. 
3  H.  [1761 

RIbbeek,  Otto,  Ein  BUd  Mia. 
Lebens  aas  «ein.  Briefen  1S4S-W. 
Stuttg.,  Cotta.  868S.  6H.  — A.Hai^ 
ratk.  Zur  Erinnerg.  an  O.  Bibbec^ 
(Dt.  RnndBchaa  110.  818-47.)     [ITM 

Kartia,  E.,  K.  A.  Barack-  (Jahrb. 
f.0.etc.£U.-Lothr.  17,286-88.)  [ITHa 

Gottsckall,  R.  T.,  Die  dt.  National- 
litteratur  d.  IB.  Jh.  7.  Aufl.  {s.  1901, 
3833).  Bd.  n  u.  Halbbd.  6.  666  8. 
u.  Bd.  m,  S.  1-320,  10  M.  80.     [176J 

Maflr,  B.  M.,  Dia  dt  Uttwktnr  d.  19.  Jk, 
i.   1M0,  I>U     Bai.^  N.  Jahibb.   f    d.  kJas 

O/mu  ''i,  lOlÖ-lS  T.  WaUsn-A^h.  rd-SBd, 
d.  Bcsai.  Spnohio  105,  376-81  JanUen;  itM. 
f.  dt.  Altaituil  II,  tti-t-J  B.  r.  AMUi 
Kaphorion  J,  «7«-«»  Sauer.  (ilij 

Baaee,  C,  Q.  d,  dt.  Dichtung  im 
19.  Jh.  (Das  dt.  Jahrh.  in  Eioiet 
scbrr.  Tl.  1.)  Berl.,  Schneider  b  C«. 
X,  168  S.     3  H.  [ITHa 

Baraadt,  SobUlw-Wagnar;  a.  Jaluh.  d. 
Bal*loUaDia-a.  d.  dt,  Oiuaaa,  a.  IWl,  LSK. 
Bai.:  Llii,  Cbl.  ISOJ.Mi.  lTii.Un.I>tLiU.- 


Neueste  Zeit  seit  1816. 


•69 


Ztg.  47  K.  Berger  a.  Entgegng.  t.  Berendt 
in  Dt.  Litt.-Ztg.  1901,  Nr.  89  u.  Nr.  48  [1765 

Gerstenberg,  H,,  Aus  Weimars 
nachklassischer  Zeit.  Hamb.,  Meissner. 
62  S.     2  M.  [1755a 

Richter,  Bernh.,  Die  Entwickig. 
d.  Naturschilderg.  in  d.  dt.  geograph. 
Reisebeschreibgn.  mit  besond.  Be- 
rücksichtigung d.  Naturschilderg.  in 
d.  erst.  Hälfte  d.  19.  Jh.  (Sep.  a.: 
Euphorien.  Ergänzungshft.  5.)  Lpz. 
Diss.     93  S.  [1756 

Schultz ,  Frz. ,  Jos.  Görres  als 
Herausgeber,  Litterarhistoriker,  Kri- 
tiker imZusammenhange  mit  d.  jünger. 
Romantik.  Gekrönte  Preisschrift  d. 
Grimm -Stiftg  Mit  e.  Briefanhang. 
(Palaestra  XH.)  Berl.,  Mayer  &  M. 
1902.  X,  248  S.  7  M.  (Kap.  I,  46  S., 
ersch.  als  Berl.  Diss.  1900.)       [1757 

Pliit«ii,  Graf  A.  t.,  Tagebücher,  hrsg  t. 
G.  T.  Laiibmanu  u.  L.  t.  Scheffler,  ■. 
11)00,  1932.  Bez. :  Anx.  f.  dt.  Altertum  27,  259 
-67  Köster;  Euphorien  7, 589  629  Petzet.  [1757a 

Greulich,  0.,  Platens  Litteratur- 
Komödien;  e.  litterarhist.  üntersuchg 
Diss.   Bern,    Schmid    &    Fr.    132   S. 

2  M.  50.  —  E.  Kircher,  Platens 
Polenlieder.  (Stud.  z.  vergleich.  Litt.- 
G.  1,  50-67.)  [1758 

Harnack,  ().,  Chr.  Dietr.  Grabbe, 
1801-36.  (Preuss.  Jahrbb.  105,  193 
-203.)  —  E.  M.  Hamann,  Immermann 
u.  Grabbe.  (Hist.-polit.  Bll.  129,  69 
-76.)  [1759 

Ehrhard,  A.,  Frz.  Grillparzer. 
Sein  Leben  u.  seine  Werke.  Dt. 
Ausg.  V.  M.  Neck  er.  Münch.,  Beck. 
631  S.     6  M.  50.  [1760 

Gabriel,  A.,  Frdr.  v.  Hejden  m. 
besond.  Berücksichtigung  d.  Hohen- 
staufendichtgn.  Breslau,  Preuss  &  J. 
114  S.  2  M.  50.  (51  S.  ersch.  als 
Breslauer  Diss.  1900.)  Vgl.:  A.  J. 
Jellinek,  Konradin-Dramen.  (Stud. 
z.  vergleich.  Litt.-G.  2,  104-6.)  [1761 

Bez.:  Stud  z.  Tergleich.  Litt.-G.  1,  372-76 
B.  F.  Arnold. 

Kaufmann,  M«,  Heines  Charakter. 
Zürich, Müller.  1902.  IIOS.  2M.  [1762 

Geiger,  L.,  Zur  G.  d.  Heineschen 
Schriften.  Aus  d.  Akten  d.  Ham- 
burger Archivs.  (Euphorien  8,  337 
-40.)  fl763 

Kobell,  L,  y,,  J.  V.  v.  Scheffel  u. 
seine  Familie;  nach  Briefen  u.  mündl. 
Mitteilgn.  Schwetzing.  -  Heidelb.  u. 
Wien,  Verl.  d.  Scheffelbundes.    99  S. 

3  M.  [1763a 


Uges,  F.  W.,  Ernst  Ortlepp;  BU. 
a.  d.  Leben  u.  Dichten  e.  Verschollenen. 
Nach  unveröff.  Handschrr.  u.  seit. 
Drucken.  Münch.,  Reinhardt.  191  S. 
3  M.  [1764 

Uonben,  H.  H.,  Gutzkow-Funde; 
Beitrr.  u.  Studien  z.  Litterat.-  u. 
Kultur.-G.  d.  19.  Jh.  Berl.,  A.  L. 
Wolff.  xij,  568  S.  10  M.  —  Ders., 
Gutzkow  u.  Levin  Schücking;  e.  litte- 
rar. Freundschaftsbild.  (Westermanns 
Monatshfte.  89,  391-404.)  —  Ders., 
Nachklänge  a.  d.  J.  1835;  a.  d.  Akten 
d.  grhzgl.  badisch.  Landesarchivs  zu 
Karlsruhe.  (Beil.  z.  Allg.  Ztg.  1901, 
Nr.  205f.)     Vgl.  1901,  1936.       [1766 

Fischer,  K.,  Eduard  Mörikes  Leben 

u.  Werke.     Berl.,  Behr.  jx,  240   S. 

6  M.  —  Ders.,  Ed.  Mörike;  seine 

Stellung    in    d.    Litt.-G.    u.    im   dt. 

Unterrichte.  Wiesbad.  Progr.  68  S.  — 

H.  Maync,  Ed.  Mörike.  Stuttg.,  Cotta. 

jx,  415  S.     6  M.  50.  [1766 

J.  PröUf ,  2  Mörike-Biographien.  (BeU.  s. 
AUg.  Ztg.  1901,  Kr.  295.) 

Hein,  A.  R.,  Adalb.  Stifter;  sein 
Leben  u.  seine  Werke.  (Mitt.  d.  Ver. 
f.  G.  d.  Dt.  in  Böhmen  39,  323-56. 
40,  51-104;  212-78;  306-56.)       [1767 

Brandes,  Ernst,  Aus  Fritz  Reuters 
Leben  (s.  1901,  1931).  Tl.  U.  Progr. 
Strasb.,  Westpr.  70  S.  —  Ders., 
Zu  Fritz  Reuters  Lebens- G.  (Preuss. 
Jahrbb.  106,  283-826.)  Vgl.  1901, 
3839.  [1768 

Poschinger,  H.  y«,  Gottfr.  Kinkels 

sechsmonatl.  Haft  im  Zuchthause  zu 

Naugard.    Hamb.,  Verlagsanst.  u.  Dr. 

77  S.    1  M.  50.  —  J.  Joesten,  Kinkel 

u.  seine  rhein.  Heimat.    (Nord  u.  Süd 

96,  78-88.)  [1769 

KoRter,  Gottfr.  KeUer,t  1900,  19SSa.  Bes.: 

Anz.  f.  dt.  Altert.  27,  78-82  Walzel;  Eupho- 

rion  7,  6S0-S8  Pniower.  [1770 

Pich  1er,  A.,  Hebbels  Briefwechsel 
mit  Adf.  Pichler.  (Euphorion  7,  96 
-103.)  —  R,  M.  Werner,  Im  Hause 
Frdr.  Hebbels;  ungedr.  Briefe. 
(Stud.  z.  vergleich.  Litt.-G.  1,  446 
-74.)  [1771 

Kraeger,  U*.  Conr.  Ferd.  Meyer. 
Quellen  u.  Wandlgn.  seiner  Gedichte. 
(Palaestra.  XVL)  Berl.,  Mayer  &  M. 
raj,  867  S.  10  M.  —  Ders.,  Zur 
G.  V.  C.  F.  Meyers  Gedichten.  (Eu- 
phorion 7,  112-89;  564-85;  764- 
91.)  [1772 

Anzengmber,  L.,  Briefe;  m.  neuen 
Beitrr.    zu   sein.  Biogr.,   hrsg.  v.  A. 


•70 


Bibliogr^liü)  Kr.  1778— ITSS. 


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ujv,  333;  «0  8,  *  W  00.  -  S. 
FriridmaBB,  Anzeiisni)>«i.  Lpt..  ^e«- 

mum.      199  S      6  H.  [1T7S 

Sckail4t,  E. ,  Gust,  Frpjlau 
(Schmidt,  Cbw^kteriltüten  S,  217-33, . 
—  DetB.,  Theod.  Font»ce  (Ebd. 
283-S60)  —  Der«..  Aus  Gottfr. 
Kellen  Briefen  ui  Jak  Bfichtold 
(Ebd.  261-79  )  —  W.  0«D«el,  Hertn. 
Qrimm.  (Dt  BundBchau  109,  134 
-40.)  (1774 

Wolir,  E.,  13  Jahre  im  ütterur 
Kampf;  Studien  u.  Kritikeu  i  Litt 
d.  G«geDw.  Oldenb-,  Schulze,  iij. 
6&2  S.     6  M.  [1776 

»chaK,  Lk  LncUa  t  ftuiu.  du  IHcht^i 
d.  Otwmlli*.    (tIdBBUl  B.  Marii.Luch  M, 

iso-M.)  [lim 


dende  Kunst;  Dichts.,  WeltAnacbau- 
ang.  (Iiomprecht,  Dt.  ü.  ErjraiiEgs- 
bd.  I:  Zur  jün^t.  dt.  Ver)(iuigealieiL 
Bd.  1 )  Berl ,  Gaertner  190a  ii^> 
471  S.     6  M.  [17T7 

Kh.'   Lfll    CbL  1901.  Kt.  &1.H  R  Wnm. 

Oiborn,  W.,  Die  dt  Kunst  im 
19.  Jb.  (Da»  dt.  J»hih.  in  Einzel- 
■chiT.  Tl.  2.)     Berl..  Schneider  *  Co. 

5.  183-316.  3  H.  —  L.  Srbmidt, 
G.d.  Musik  im  19.  Jh.  (Dudt.  Jahrh. 
Tl.  6.)  Ebd.  S.  667-784    3  M.    (1777» 

Marx,  A.  B.,  Ldw.  v&n  Beethoven. 

6.  Aufl.  V.  G.  Behncke  (4  1901, 
8844).  Kptt  SBde.  2Säj2ä3,XLiijS. 
10  M.  [1778 

Lisitj  F.,  Briefe;  geuunm. n. hrw. 
T.  La  Mara  (a.  1901.  1953).    Bd.  VI 


o  VH:  Brief«  an  d.  PItntia  Ctnl 
S»m-Wittg¥n»t*in.  Tl.  3  a  «t  JT^ 
46Ö  S.     12  M.  [ITS 

»««llltx,  E.,  Fn.  Liot  in  Bw. 
Lpc.  Seenuuui.      7t  %-     t  IL    llT» 

OhaHberUl»,  H.St.,BicbLW*e9s 
Neue  (wohlfeile I  Aoag.Hfiach.Bniä' 
nuuiB.  x«g .  5S6  S.  8  H.  T^  '%, 
3&80.  [17» 

B^Urt,  H^  IUcfa.Wagn«riiiZüii<L 
Bd.  r  u.  ri.  Lp*..  S««iiiaiui.  l»»t 
78;  4»  S.      4   M.  tlTÖ 


Kopp,  H.,  Die  Bfihnealeitg  At^ 
Klingemuitu  in  BtAunschw  Kit  i 
Anh.:  Die  R«p«rtoir«  <L  Biaanidi*. 
NaUonaltheate«.  Ein  Beite.  t  & 
Theater-G.  d.  19.  Jh.  (Theater^ 
ecfaicbtl.  ForBchgn.:  hng.  r  iätnuiu. 
SVn,)  Hamb..  Tom.  1908.  iÜ6  i 
3  M.  ^_____  jiTSl 

Schnorr  t.  Ckrokfeli,  V.  t..  Au 

Jul.  Scbnom  Ta^bücheni  (a.  ISfll, 
8849)  Forts.  (Dreedner  G.bü.  »Ol. 
38-«0i  63-72.)  [17M 

Thael«r,  A.,  Jul.  Thaet^r;  Lebou- 
büd  e  dt  Kapfer«t«ctier«.  NeuUrcha. 
Eni ebungi verein.     1900.    167;  IM? 


Boehn,  0.,  Die  YolkshTmoen  aU«r 
Staaten  d,  dt.  Reichea;  Beitrt,  in  ft 
G.  über  ihre  Eiitstfhg.  u.  Verbreitg. 
WiBmw.  PiOTT.  es  s.  —  W.  Ti«, 
Zur  G.  d.  mekleubaig.  VolÜiTBat. 
(Jahrbb.  d.  Ter.  f.  meklenb.  Q.  «. 
168-23«.)  [1781 


Teil  n.* 


A.  Allgemeine  Werke. 
I.  Hilfswissenschaften. 


Jak rtahF rieht«  d  Q.-wIh.  eto  ■  Ni. 
MM  ff.  [i;si 

Lastende,  R.  de,  Bibliogr.  e^aär. 
des  tTavaui  niat.  et  arcbäol.  publ.  par 
les  BociM^B  BaranteB  de  lä  France 
(s.  1901,  1).  m,  4.  mj  8.,  S.  601 
-781.    4  fr.  [1788 

Bibllo^aphie  d.  dt.  ZeiUchnften- 
Litt,(8.Nr.8).  Bd.  YÜI:  Jan.Jtmiigoi. 

Lfg.  6-10.    S.  161-384.    Bd.  IX:    Juli- 

Dei,  1901.  Lfg,  1-3-  3.  1-216.  (Bd.: 
20  M.)  —  Daaselbe.  2,  8appl.-Bd,: 
Bibliographie  d.  dt.  RezenBionen.  1901, 
Bd-  n.  Lfg.  l,  uiTuj  S.,  S.  1-S4.  (Sub- 
akr.-Pr.  25  M.;  Einielpr,  80  M.)  [1789 

Bibllatheca  geogiaphicaj  brag.  *. 
d.  GeB  f.  Erdkde.  zu  Berlin,  bearb. 
v.O.BaBchin(B.  1901,3).  TH:  1898. 
»vj.  473  S,    8  M,  £1780 

CheTaller,  V,,  R^jpert.  des  aouicea 
bist,  du  mo;eii-&ge  Topo-bibliogr.  (b. 

1901,  1964).  FaaC.  B:  N-S.  Sp.  S131- 
S664.     8  fr.  [1T91 

Leronx.  A.,  Lea  conflits  entre  la 
France  et  rEmpiie  peudant  le  mojen- 
&ge.  (Biblioth.  de  biblingraphies  crit. 
p.  p.  la  Society  des  ^tndeB  hiat.  XV.) 
Paria,  Picard.    73  8.    a  fr.     -      [1792 

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Tille,  A.,  LaudeBgeschichtl.  Biblio- 
graphie. (Ut.  G.bll.  8,  178-82.)    [1793 

Tancsa,  Die  bist.  Litt.  Nieder-  u. 
Oberöiterreicba  i.  J.   1900.    (Mitt.  d. 


Inst.  f.  österr.  O.  28,  846-68.)  — 
H.  Hammer,  Hist.  Zeitacbrr.-Litt.  t. 
Tirol  u.  Vorarlberg  1899-1900.  (Ebd. 
862-66,)  [1794 

Bibliographie  d.  achweiz,  Ldkda. 
Faac.  V,2:  B.  Hartiu,  Anthropologie 
u.  Vor-0.;  J.  Heierli,  Ur-G.  d. 
Schweiz.  Bern,  Wyas.l88S.2M.  [1796 

Piaas,  A.,  HiBt.  Litt.,  d.  Schweiz 
betr. :  1900.  (Änz.  f.  achweiz,  G,  1901, 
466-80.)  —  Bibliographie  d,  G., 
Landes-  n,  Volkakde.  v,  Stadt  n. 
Kanton  Zürich:  Okt.  1900-Not,  1901, 
(ZflricherTaBchenbuch  1902,271-808.) 
—  F.  Haadrick,  Bibliogr,  d.  Frei- 
buTger  Litt.;  1900  u,  1901,  (Freib. 
G.bU,  8,  172-94.)  [1796 

FrankhBMser,  F.,  Badisohe  G,-Litt 
d.  J,  1901.  (Zt,  f.  0.  d,  Oberih,  17. 
340-80.)  [1797 

BrmaBCr,  Dl«  PÜBga  d.  Ealmit-O,  1d  Bk- 
den,  1,  Nr.  B,    Bei.:  Z(.    1.  Q.  i.  Oberrh,  IT, 

WermingboC  [  17  W 

■flsebeck,  £.,  Zur  G.  d,  landea- 
geschichtl,  Forschung  in  Lothringen, 
5)t.  G.  Bll,  3,  121-29;  192,)       [1799 

Zedier,  O.,  NaaBauiache  G.-Litt, 
d.  J,  1901.  (Mitt.  d.  Ver.  f.  naas, 
Alt«rt,kde,  1901^,  128-28,)        [1800 

LohmeTer,  E.^  Veneichn,  neuer 
hesBiach,  Litt,  (Hitt,  an  d.  Mitglieder 
d,  Ver,  f.  hen.  G,  1900,  j-uutuj.)  [1801 

Bodemanii,  E.,  Niedenächa-,  Litt, : 
1900/1901,  (Zt,  d,  bist.  Ver.  f.  Nieder- 
sachs,  1»01,  848-63.)  [1808 


*  Die   Bibliographie  wurde    abgeschloBaen    am    Sl.  Hai  1908.  - 

BcheinuDg^ahr,  faUa  nicht  beaonders  vermerkt,  1908, 
Hliur.  VlsiUIJubnahrift.  iMt.  ) 


•72 


Bibliographie  Sr   lB0S_18&a. 


FiMhrr<B«uoi,  R.  t.,  Lilt^ratnr- 
bericbt  f.  1900/1901,  (Zt.  il  C*  f 
schleaw -höht.  G    31,  32T-6i       ;i<mi3 

Dobeaecker,  0.,  Ueber-i.lt  <i 
neuerdings  enchieD.  Litt.  z.  thüring. 
G.  n.  AIt«rt.kde.  (Zt.  d,  Ter.  f  thür. 
G-  etc,   Vi,  690-708,)  [1804 

ErmUeh,  H.,  Cbenicbt  d.  neuer- 
dings euch.  Schrr.  n.  Aofs&tze  i. 
BichB.  G  u,  Alt«rtkde,  (N,  Arch.  f, 
eäche.  G.  33,   180-92,)  [1805 

SohottmflUer,  K. ,  Uebeniicht  d, 
Erscheionngen  auf  d.  Gebiet  d.  Po- 
■ener  ProvinE.-G.^  1900.  (Bist,  Ho- 
naUbll,  f,  d.  Prov.  Posen  2,  134- 
41.)  [1B06 

aj<,i«h«  i.'iooiVsiM)  u>  Krim  [isoi 

Mflhlbreclit,  0.,  Cebereicbt  d-  ge- 
Bamten  ataats-  a,  rechtawira.  Litt 
(s,  IBOl,  1984),  lg.  84:  1901.  luij, 
SSO  3.    T  M  [1608 

Falekenhelner,  W.,  Bibliogr.  A. 
im  Druck  enchienenen  Univeivit&ts- 
matrikeln  1:  Die  dt.  Universitäten 
Bowie  d.  dt.  Nationen  d.  Aunlandea. 
(Samralg.  bibliothekswiaa.  Arbeiten, 
hrsg.  T.  Diiatiko,  16,  83-36.)     [1809 

Schauer,  Fr.,  SchriftAteller-Leu- 
kon  d.  Si  eben  bürger  Deutschen.  Bd,  IV. 
fErgfoiznngsbd.  lu  J,  Trausch, 
8c  hriftBt«lier- Lexikon.)  Henuannet,, 
Krafft,  iij,  Ö75  S  SubBkr.-Pr.  6  H,  10. 
(Vom  15,  Apr    ab  7  H,  23.)        [1810 

B«!.:  Karr  BJ.  d.  V«.  c  littMoborg.  Ldkd«. 

Laban,  J.,  Bibliogr.  (s.  1901, 1990); 
1.  Okt.  1900  bis  30.  Sept.  1901 
(Repert.  f.  Künstw.  84,  j-cuij.)  (1811 

Honnaiiii-ICrafcr,  E.,  Bibliogr. 
üb.  Bcbweiz.  Volkekde.  f.  d.  J.  1901. 
(Schweiz.  Arch.  f.  Volkakde.  6,  69- 
80.) [1812 

2,  O^ographU. 


Reinhard,  R.,  Die  wicbtigaten  dt. 
Seehan dela Städte ;  e,  Beitr.  z,  Geogr, 
dt.  Städte.   (Forachgn.  ü.  dt.  Landes-   I 
u,  Volkskde,  XIII,  6.)  Stutt«..  Engel-   ' 
mann,  laoi.  SlS.iSTaf.  5M.   [1814   ! 

LB^pracbt,  K.,    Dl«    gv>n.  Bedlngiua^ii     1 
d.  ncuar.  O.    (Kfnul  Bd  I,  S.  lUS)      IIHIB 


MflIIrr,  B..  Der  N»tne  OrtmHct 
BU  d  V,rr  f,  Ldkdr  X  X[ete- 
r,.i,.rT    ,■!,•..    4n3-3S. .  [IMI 

4iiunii«til.  C-,  Der  hiMtor.  All«  i 
Ssterr.  Alpeuländer  o.  d.  Orandkaitn. 
(Viertelj.hfle.  f.  d.  geogr.  Uotm. 
1901,  S  17-30.)  Yg\.  1901.  1994.  - 
E.  Ob«rfcHHHer,  Die  Entatehg,  d. 
Alpenkarten,  (Zt  d,  dt  n,  Brterr, 
AlpenTcreina  33,  81-46.)  —  F.  Ra» 
Mner,  Die  Alpetikiuide  im  Altertum. 
(Ebd.  46-68.)  [I81J 

Haekel,  A.,  Die  Be«jedeliuiKi>«i- 
hkltniBse  d.  oberOoterr.  MäUnerteli 
in  ihr.  Äbh&n^gkeit  t.  natärL  o. 
geachichtl.  Bedui^nnveii.  (PorMhsn. 
E.  dt  Landes-  n.  Vo&akde.  XfV,  Ij 
Stnttg,,  Engelfaom.  77  S.;  2  Kto. 
T  M.  60.  (1818 

Topograpkle,  NiederOaterr.  (b.1901, 

34).  V,  13/14.  S.  777-896.  4  M  - 
■■  TaacM,  Hirt.  Topo^.  m.  besond 
Berflcks.  NiederflaterreicliB.  (DtGbU. 
3,97-109;   189-37;    223.)  (18U 

CalTl,  P.,  DarBteünng  d.  poüt 
Bei.  Hietxing  n.  Umgebg  Wien, 
Gerold.    487  8,    10  H.  [18J0 

Rapp,  L.,  Topogr.-hiat  Be«iiieibg, 
d,  General vikariatea  Vorarlberg  la 
1901,  1997),  rV,  7,  S  677-672. 
1   M,  20.  [igsi 

ZeBMrich,  i.y  Sprachsrenie  n, 
Dentachtum  in  BBhmeu.  Hit  4  Kar- 
tenbll.  u,  1  Textkte.  BrwmBcfair,. 
Viewegu.  S,  116  S.  1  M.60.  —  Dera. 
Das  dt,  Sprachgebiet  in  Sfld-  n, 
OatbShmen.  i,Grobaa  80  345-56' 
Kte)  [litt 

Knapp.  Ch.  u.  H.  Borel,  Geogt, 
Lexikon  d.  Schweiz  ib.  Nr.  27).  Lfg.  SS 
-82,  S.  353-512.  i.  60  Pf.  [i8iJ 

Caodrela,  J.,  Einige  Notiiea  i. 
Veneichnia  d.älteat  Seh  weiaerk  arten. 
(Ani.  f,  Bchweii.  G,  1902,  S0-3S.)  [1824 
Hartmaiin,J.,Beitrr.i.Heii>iatkde. 
in  Erklrg.  d.  Ortanatnen  d.  Stadt-  a. 
Landbez,  Ingolstadt  n.  Bolcher  d. 
nächat.  Umgebg.  Ingolstadt,  Gang- 
hofer.  113  S.  1  M.  SO.  [leSä 
Besohrelbong  d.  Oberamti  Heil- 
bronn. Hrsg.  V  d.  k.  BtatäBt.  Landei- 
amt,  TI,I.  Statt«.,  Kohlhammer  IBOI 
304;  308  u.  83  S.  3  M.  (1826 
ElMfl8-Lotkring«n.  Landes-  n. 
0rt8bescbreibg.,hrsg.  v.  Btatist.  Bareao 
d  Miniateriumsf.ElB.-Lothr  (a  Nr  30) 
Lfg.  6  (Tl.  m.  S.  129-288).  8  M.    [1827 


Bibliognpliieeii  u.  Litteratnrbericht«.  —  G«ographie.  —  Sprachknnde.    *73 


TerzelchoiB  Bämtlicher  Ortechaf- 
t«n  d.  Provinz  HeMeu-Naaeau,  d. 
Orhigie.  Beasen ,  d.  Fürstentums 
Waldeok  n.  d.  Kreises  Wetzlar.  Frkf., 
Reitz.    iiv,  276  8.    8  M.  [1828 

SaTCIsber;.  H.,  Die  Ulteste  Land- 
karte d.  Aachener  R«icbe  t.  1569. 
(Zt.  d.  Aachen.  G.-Ver,  23,  290-305; 
Taf.)  [1829 

Nomina  geographica  Neerlandica 
(B.  1900,  199B).  Drentscbe  plaats- 
namen.  1901,  186  S.   1  fl.  75.     [1890 

Jelllnghans,  U.,  Diewestfäl.  Orts- 
namen nach  ihr.  Grand wOrtern.  2. 
verm.  Ausg.  Eiel,  Lipsias&T.  189  8. 
6  M.  [1831 

KUhnel,  P-,  Die  da»  OrU-  u.  Flur- 
namen im  Lüneburgiacben.  (Zt.  d.hiit. 
Ver.  fNiedersacha.  1901, 66-S31.)[1832 

SundermanD,  H.«  Friesiecbe  u. 
niedersäcbs.  Bestandteile  in  d.  Orts- 
namen Ostfrieslands;  e.  Beitr.  z. 
8iedelunga-G,  d.  Nordaeekflste.  Emd., 
Haynel.  1901.  i,  18  S.  2  H.       [1833 

Traeger,  E.,  Das  Erdbuch  der 
Hallig  Hooge.  (Zt.  d.  Gea.  f.  schleiw.- 
holat.  G.  31,  137-6S.)  [1834 

ZahD,W.,Mittelalterl.Topographie 
d,  Stadt  Aken.  Mit  Kte.  (G-bD.  f. 
Magdeb.  36.  270-80.)  [1836 

!4chotte,  U..  Die  Wüstungen  d. 
Amtes  Kammelburg.  (Zt.  d.  Harz-Ter. 
ai,  562-69.)  [1838 

Imendej  E.,  Landeskunde  d.  Her- 
zogt. Sachsen- Alte  Dburg.  Altenb., 
Tittel.   1901.   272  8-   4  M:  26.     [1837 

Hertel^  L.,  Nene  Landeskde.  d, 
Uzgts.  Sachs. -Heiuingen  (a.  1901, 
2a48).  Hft.  8.  (=.  Nr.  254*.)  8.  181- 
318;  2  EtD.    3  M.  [1838 

Koppmaniij  K>,  Die  Strassennamen 
Rostocks.  (Beitrr.  e.  G.  d.  Stadt 
Rostock  3,  m,  1-68.)  [1839 

OstpreoHsen.  Landn.Volk.  Stnttg., 
Hobbing  &  B.  Bd.  I  s.  '90,  1892. 
Bd.  Hs.  1901.45.  Bd.  m:  A.  Zweck, 
Samland,  Pregel-  u.  Friechingthal. 
160  8-  4  M.  Bd.  IT:  A.  Bludau, 
Oberland,  Fjmeland,  Natangeo  u. 
Barten.  1901.  juj,  339  S.  eM.  Bd.  V 
a.  1900,  366.  [1840 

Bm.  T.  IT:  AllpnDH.UomtHollr.  M,M7f. 


Vtalenbeck,  C.  C,  Zur  gotisch. 
Etymologie.  [Beitrr. z.G.d. dt  Sprache 
27,  113-36.)  Vgl,   1901.  47a.      [1843 

Orimm,  J.  u.  W.,  Dt.  Wörterbuch 
(s,  Nr.  50),  Bd,  IV,  Abtlg.  1 ,  Tl.  m, 
Lfg.  3:  Gewäiren-Gewalt.  Sp,  4837- 
5027;  Bd,  X,  Lfg,  8:  Sitzen-SoUen, 
Sp,  1297-1488;  Bd.  XID,  h!a.  1:  W- 
Wachterthurm,  Sp.1-192,  ä2M,  [1848 

Wrede,  J.,  Berichte  ob.  Wenkers 
Sprachatlas  (a,  1901,  60),  XIX,  (Anz. 
f,  dt.  Altert.  28.  160-74.)  [1844 


Ktbiieli.  (Korr.-Bl.  d.  T.r  f,  ilobenb.  Ldkde, 
«5,  IJ-aO)  Tgl.  ■9J,  Nr.  M.  —  Den.,  ZniD 
WöriBrhnob».  (Ebd.  H-HLj  [lHi 

Idiotikon,  SchweizeriBcbea  (b,  Nr. 
68).  Hft.  44-46.  (Bd,  V,  Sp.  17-836.) 
4  M.  [1846 

Rnckert,  A.  J.,  tJoterfi^uk.  Mund- 
art. Beitrr.  zu  e.  3ammlg.  v.  Aus- 
drücken.  R«deasarten  o.  Sprich- 
wörtern in  unterfrUnk.  Mundart. 
Würzbarg,  Bucher.  1901.  204  8. 
1  M.  60.  [1847 

Weber,  U.,  WOrterBaminlg.  t.  Eich- 
Btatt  u.  Umgebg,  (Zt.  f,  hochdt,  Mund- 
arten 3,  59-84,]  [1848 

Telt,  F.,  Ostdorfer  Stndien,  Hft.  I 
u.  U,  Tflbing,,  Schnürlen,  1»01,  38; 
71  8,    4  M.  20.  [1849 


2.    97-137;    246-77,)    —    U.    Hellig, 

Znm  Wortschatz  d,  Keuzinger  Mund- 
art, (Ebd.  8,  87-96.)  —  II,  Henne- 
mann,  Die  Mundart  d.  sogen,  Graud- 
dCrt'er  in  d,  Grafsch.  Mansfeld,  (Ebd. 
2. 1 76-835;  332-53.)  —  0. n,  L. Hertcl, 
Die  Pfersdorfer  Mundart,  (Ebd,  S, 
96-lSO.)  —  0.  Philipp,  Zu  K  Gerbet« 
„Weaterzgebirgiscb  a,  Südostthfi- 
ringisch",  (Ebd.  64-86.)  Tgl.  1901, 
61.  [1860 

SckDof,  Dia  dt,  TtrwudiotakfUiiuuD ,  i, 
teOl,    ea      (I<    S     ■nch.    >1>    KHbnrg,    Dill, 


3.  Spraehkunde. 

Thesaams  linguae  latinae  (s,  Nr, 
48).  1.3;  Acuo-adiunctivns,  8p,  466- 
704,    7  M,  20,  [1841 


ar  Fr»a.  (ZI.  d.  AU. 
I,  Nr.  fl  o,  llj  - 
;     ZI,    t.    iv    Won- 


•■•banb.  Ukda.  IB,   6-S.)    Vgl    IM: 
H.  fllon,  TalkHtjmolagla  In  Famlll. 
am  NladdThaln.  (Zt.  t.  d.  dantHh.   ui 
IG,  SM-».)  —  J.  KlltKk,  3  Kita  FiiiBl 


•74 


Bibliographie  Nr.  186t— 18M. 


Damen  :  Reinhard,  Weigand  u.  Monar.  (Rhein. 
O.  Bll.  6,  65  f.)  —  L.  Arabmat,  Melaonger 
Familiennamen  bis  1616.  (Heeaenland  1900, 
Kr.  SO-24  u.  IMl.  Nr  1  a  2  >  —  WekrhAB, 
Namen  t.  Blomberger  Bürgerfamilien  Tor 
800  Jahren.  (BIL  f  lippische  Heimaikde.  II, 
Nr.  10 )  —  HejerMABB.  Über  alte  OAttinger 
Familiennamen.  (Protokolle  d.  Ver.  f.  O. 
Göttinff.  II,  4,  7&-8t.)  [1^68 

Caemmerer,  B.,  Erkl&rg.  d.  in  d. 

Arns^ter  Wachstafeln    y.    J.   1467 

vorkommenden  FamiliennameD.  (Alt- 

Arnstadt  1,  90-118.)    Vgl.  Nr.  2881. 

[1863 

4.   Falüographie;   DipionuUik; 
Chronologie, 

Monnmenta  palaeographica  (s.  Nr. 
73).  I,  6-7;  hrag.  v.  A.  Chroust. 
17  Lichtdr.-Taf.  m.  38  S.  Text, 
ä  20  M.  [1864 

Fieker^  J.  n.  0.  Winckelmaniiy 
HandBchnftenproben  d.  16.  Jh.,  nach 
Strassbnrg.  Originalen  hrsg.  102  Taf. 
in  Lichtdr.  m.  Text.  Bd.  I.  Taf.  1-46. 
Zur  polit.  G.  Strassb.,  Trübner.  Fol. 
XV,  120  S.  Text.    40  M.  [1866 

Bes.:  Litt.  CbL  1902,  Nr.  7;  Zt.  f.  O.  d. 
Oberrh.  17,  179-80  KaUer. 

PftoU,  Onmdriss  za  Yorlesnn.  ab.  lat. 
Palaeogr.,  ■.  Nr.  75.  Res.  t.  in  (Urkunden- 
lehre)  u.  r.  I  in  S.  Aafl. :  Altpreass.  Monats- 
•cbr.  S8,  6S1-M  E.  Beicke.  [tS56 


parnvart  (s.  1901,  9047).  m.  (BU.  d. 
Ver.  f.   Ldkde.    ▼.   NiederOeterr.  84, 

604-9.)  [Idtt 

Kcwitoek.  O^  Die  astnmom.Srm  «.d.  Jahr- 
hundert 19  (Jahritoadertweada).  WtiSh.  i  B., 
SelbstrerL  1901.  15  8.  80  Pf.  [\m 


Steinacker,  U.,   Ueb.  d.  älteste 

?äp8tl.  Registerwesen.  (Mitt.  d.  Inst, 
österr.  G.forschg.  23,  1-49.)  [1867 

PflIagk-IIarttiiBg,  Die  Ballen  d.  Pftpste  bis 
s.  Ende  d.  12.  Jh.,  s.  Nr.  81.  Bes.:  Mltt.  a. 
d.  bist.  Litt.  80,  140-43  Heydenreioh.  —  Vgl. : 
Steinacker,  Neuere  Litt.  s.  Papstdiplo- 
matik.  (Mitt.  d.  Inst.  f.  österr.  O.forsohg.  28, 
801-7.)  [1»68 

Pflagk-Harttung  9  J.  r«,  Papst- 
urkk.  auf  Marmor.  (Quellen  u. 
Forschgn.  a.  ital.  Archiven  etc.  4, 
167-83.) [1869 

Giard,  R.y  De  Femploi  de  Täre 
chr^tienne  dans  les  acts  carolingiens. 
(Bibl.  de  l't^cole  des  chartes  62, 
716.)  [1860 

Poole,  B.  L.y  The  beginning  of 
the  year  in  the  Anglo-Saxon  Chro- 
nicles.  (English  hist.  review  16, 
719-21.)  [1861 

Schoengen,  M«,  Jets  over  den 
jaarstijl  in  kloosterorden  gebniikt. 
(Nederl.  Archievenblad  1901/2, 18-24.) 
R.Fruin,Na8chrifb.(Ebd.26f.)  [1«62 

HatthUs,  Tk.,  Zur  G.  unserer  Wochen- 
Uge.   (Zt.  f.  d.  dt.  Unterricht  15,  617-28.)  [1868 

Lampely  J.,  Unser  fraven  tag  der 


5.  Sphratti^eae  und  JSeraldik. 

Engel,  B..  Die  mittelalterL  Siegel 
d.  Fürsten,  d.  Geistlichkeit  n.  d.  pol- 
nisch. Adels  im  Thomer  Rataarchire. 
Mit  U4  Siegelseichngrn.  auf  4  Ta£ 
(=  Nr.  2666.)  Danzigr,  Saunier.  4*. 
24;  xj  S.    SM.  [1866 

GrlUaer.  Symbole  o.  W^appaa  d.  alt  dt 
Beiohee,  s.  Nr.  89.  Res. :  B«rl.  Mflaabll.  1201 
Nr.  4  Danaanberg.  [i^C? 

Kn«tel,P.,  BOrgerLHeraldik.  Progr. 
Tamowitx,  Kothe.  30  S.  1  M.    [186« 

Siebmaekers  Wappenbach  (s.  >Y 
90).    Lfg.  462-466.  [1869 

Inh.:  Lfg.  469  n.  4eea«Bd.  TL  Abtlg.tO. 
D«r  abgestorb.  meokleob.  Adel,  Hft  2  a.  1 
8.  87-96,  Taf.  19-54-  —  Lfg.  4a3  »  Bd  Tl. 
Abtig.  2:  Der  abgaatorb.  warttb.  AdaL  Hft.  7. 
8.  185-212,  Tat  9!»-116.  —  Lifg.  4«i4  » Bd  IT, 
Abtlg.  14:  Oali«.  Adal,  Hft.  ll,  S.  147-1«, 
Taf  180-197.  —  Lfg.  465  »  Bd.  fv.  Abtig  4: 
NiederOsterr.  Adel,  Hft.  f.  S.  »-71,  Taf.  19^ 

Flseknaler,  C,  Das  Solbach'icfae 
Wappenbuch.  (Zt.  d.  Ferdinandenini 
46,  218-29.)  £1870 

Zellneiv  E«.  Die  Ritterkapelle  in 
Hassfurt.  (Dt.  Herold  1902,  Nr. «.)  [18T1 

Baadt,  J.  Tk.  de,  Sceaax  annori^ 
des  Pajs-Bas  et  despays  aToiainanta 
(8.  1901,  2062).  T.  IV;  a.  1901.  S.  137 
-264;  Taff.  6  fr.  [1878 

PhUlppl,  F.,  Die  Entwicklg.  d. 
westföl.  Wappens  (In :  Feetchr.  a.  Ein- 
weihiug  d.  neuen  Landeahauses  d. 
Prov.  Westfal.  zu  Münster  1901 .)  [1873 

Bes.:  Korr.-BL  d  westdt.  Zt.  1902,  Nr.  11 

Oppermann. 

Ledebnr,  H.  Frhr.  t.,  üeb.  d. 
Wappen  der  von  Eatorff.  i  Dt  Herold 
1902,  Nr.  6.)  [1874 

Lommer^  Y.^  Die  Wappen  der 
Grafen  v.  Orlamünde.  (Mitt.  d.  Ver. 
f.  G.s-  u.  Alterts.kde.  zu  KaÜa  u. 
Roda  6,  37-44.)  [i87( 

Gritiner,  M.,  G.  d.  a&cha.  Wappem 
(8.  Nr.  99).  Forte.  (Vierteljachr.  f 
Wappenkde.  etc.  30,  1-66.)        [1876 

Oppell,  T.,  Die  mit  Wappen  rersierteB 
Altargertthe  d.  erangeL  Kiroba  d.  Kreises 
Fraustadt.    (Dt.  Herold  1901,  Nr.  It)     t^^ 

Krahl,  E-t  Die  österr.  u.  d,  oiurar  Krönt. 
Mit  8  Taf.    (Dt.  Herold  1909,  Nirl!)      [Sw 


Faläogr.;  Diplomatik;  QirODol.  —  Sphragist  it.  Henld.  - 


^tik.    «75 


ß.  Numiamatüe. 

M«ier,  P.  J.,  Aus  d.  HanzBammlB. 
d.  UarzgeachicbUvereiQB  im  PärBU. 
Museum  zu  Wermgerode,  {Zt.  d. 
Harz-Ver.  34,  514-69.)  —  B,  Zenker, 
Die  UüDZBammIg.  d.  Magistrats  d. 
St.  Mühlhauaen.  (a.bll.  d.  St.  Mühlh. 
1,  22f,)  —  M.  TancsK,  Paradoxe 
Herrscher- luHignien  auf  mitt«la1t. 
Mflnzen,  (Zt.  f.  Num.  28,  70-86.)  [1879 

Bordeaux,  F.,  ClMsemeut  de  mon- 
naiea  caroling.  inäd.  (Congräs  intern. 
de  num.  rfiuni  i,  Paris  en  1900. 
Procfes-Terbaoi  etc.  8.  887-870  [1^80 

Dannenberg.  H.,  Die  dt.  Münzen 
d.  Bäche,  u.  fränk,  Saiaerzeit.  Nachtr. 
z.  Bd.  I-m  (B,  1901,  2076)  n,  (Berl. 
Mflnzbtl.  Nr,  2fi0-256.}  —  E.  B>hr- 
feldt,  Der  HackaitberimDd  t.  Winzig. 
(Ebd.  Nr.  262.)  [1881 

Hanberg;  P^  Mjntforhold  og  ud- 
myntninger  i  Danmark  iudtil  1140. 
Hed  13  tavler.  (Det  kgl.  Danske 
Videnakabem.  Selskabs  skrifter.  6.  B., 
V,l,)KJHl)enh.  1900.  4M8M.80.  [1882 

Bei  ^    Duilk  hliL  Tid»krift  7.  R-,  Bd.IH, 

Joseph,   P.,    Der  Ffennigüuid   v. 

Kerzenheim,  vereinagabe  d.  Altert.- 
Ver.  zu  Worms.  (Sonderabdr.  a.  d. 
Frankfurter Münzbll.)  Frkf.a.M.1901. 
SO  S.  [1883 

LnHctaln  r.  Ebengrenth,  k.  t., 
Der  Fund  v.  2alvi6.  (Nnm.  Zt.  38, 
165-88,  Taf.lO.)  — Dera.,  DerMüna- 
liind  V,  Jugorje,  (Argo  8,  161-63.) 
Vgl.  Nr.   106.  [1884 

Verworn,  M.,  Ein  Fund  v,  Thü- 
ringer Brakteaten  d.  13.  Jh.  (Berl. 
Münzbll,  Nr,  2*7  f,)  —  A.  Bnctabolti, 
Der  Mdnzfund  v.  Ringen.  (Sitzungs- 
berr.  d.  gel.  eatniaoh,  Gea.  1901,  187- 
44.)  —  6,  H.  Lockner,  Sparbüchaen- 
fund  mit  Pfennigen  aus  d.  Wende 
T.  U.  z,  16.  Jh.  (Frankf.  Münzzt«. 
1901,  Nr.  1-9  u.  Aich.  d.  hist.  Ver, 
V,  Unterfranken  ete.  48,  207-46;  Taf.) 
Vgl.  1901,  20SS.  --  e.  Budlnskr, 
Münzfund  v.  Ungersdorf,  (Num.  Zt. 
83,  197-SS0-)  [1836 

AItId,  f.,  Quart  de  gros  inädit 
de  Jean  de  Baviire,  duc  de  Luiem- 
bourg  1418-26.  (Rev. beige  de  num. 
67,  426-t8.)  [1886 

Moirat,  R,.  Ordonnance  du  29  nov. 
1681  relat.  &  la  circnlation  des  mon- 
naies  ätrang^ea  en  AUace.  (Rev. 
num.  190-2,  128-32.)  [1887 


Bordeaux,  P.,  Rcmarquea  nouv. 
aui  lea  asgignata  du  sifege  de  Mayence 
de  1793  et  BUr  les  märeauz  de  päage 
dn  pont,  (B^v.  beige  de  num.  67, 
321-844.)     Vgl.  1900,  2063.         [1888 

Scholl,  J.,  Die  Oateir.  Conventiona- 
Zwanziger  (s.  1901,  100).  Nachtr.  III. 
(Nmn.  Zt.  88,  233-60.)  [1889 

Jenner,  E..  Die  Münzen  d.  Schweis 
m.  Angabejeaes  einzelnen  Jahrgangea 
u  deren  Varianten.  2.  verm.  Ausg. 
Bern,  Körber.  182  S.    4  M.         [1890 

Cahn,  J.,  Beitrr.  z,  vorderOaterr. 
Münz-0.  I:  DBB  Münzrecht  d.  Stadt 
Breisach,  11:  Die  ältest.  Münzen  t. 
Thann  im  ElaasB.  (Num.  Zt.  SS,  221- 
S2.)  [1891 

Caks,  Dar  BappenmOiubniid,  •.  IMI,  MH. 
Hu.:  Jtbrb  f.  OtHtigabg.  16,  IT,  44e.M 
Fihr.  *.  Bohroit«,  Hlit.  TistulJicbi  4.  bTSf. 
Ksbirliu;  Nun.  ZLU,  »1-10  LiuoblllT.BbtD. 
gninth.  It9ti 

Bahrfeldt,    E. ,    Zur    Münz-a.   d. 

Reichsstadt  Worms  (b.  1901,  209S). 
Nachtr.  ^erl.  Münzbll,  Nr.  245.)  — 
Dera.,  Eildesheimer  Schaupfennige. 
(Ebd.  Nr.  246.)  —  Dera,,  Die  ost- 
preuBS.  Münzprägungen  d.  Kaiaerin 
Eliaabeth  t.  RuhhI.  1769-62.  (Ebd. 
Nr.  268-266.)  — Übt.  Behrena,  Mün- 
zen d.  St.  Lübeck.  Forta.  (Ebd.  1902, 
Nr.  S.)  —  Ed.  GrtMi,  Münzen  n. 
Medaillen  d.  8t,  Rostock.  Forta.  (Ebd. 
Nr.  2  Q.  4.)  [1898 

Laloire,  £.,  M^daillea  hiat.  de  Bel- 
nqae  (a.  1900,  2073).  Fortis.  (Sep.  a.; 

I  Bev.  beige  de  nomJ  Bmx,,  Ooemaere, 
1901f     16  S.;  3  Taf    10  8,;  S  Taf. 

'  ä  2  fr,  [1894 

Witte,  Ai  de,  Lea  jetons  et  lea 

mädailles  d' Inauguration  frapp^  par 

ordre  du  gouvernement  g^n^ral  aox 

PajB-Baa  antrichiena,  1717-94  (a.  1901, 

2097).    Schlnaa,    (Rev.  beige  de  num. 

67,  187-812,)  [1896 

Jongbe,  B.  de,  Lea  monnaies  des 

demiers  comtea  de  Beckheim  de  la 

maiaon   d'Aipremont-L;nden.     (Ebd, 

177-86.)  [1896 

W>laBciitcr,P.,WfthlipraoheinrhHilKb. 

UllniBi,  (HoHBlBud  1901,  Ni,  18,)  —  WHTth, 

Dflvifl«!    b.    Bltuiiptllcbft   d.    grftfl.  -IjppiHh. 

HkuHi,  [BI1.f,Upp.Ealiulkda.I,Nr.4r,)[18M 

Kretigehmar,  J.,  Zur  Mflnz-G. 
Hamelns  (s,  Nr.  117).  Forts..  (Nnm. 
Anz.  1902,  Nr.  1-8J  {1898 

Wvjrmb,  H.  t.,  Q,  d.  Schwarzborg- 
Sonderahftnier    MünastAtten.      (Der 


Bibliographie  Nr.  1890— ISft«. 


Deulacbc,  Sonderehausen ,    14.-16.  u. 

lü.  März  1901.)  [ISBS 

■*u<l(r,   J„    Boh«iuiiaD»n    d     Hoh«D- 


'mt^M 

Nuiii.Z>.M,I!l>-]3 

Ferl°M'ao 

S^!^l?" 

4t,  B.,  I«.  MQn« 
D  d.  M>rl(i>h<irf[    B 
I.  B.  Inf  d.  Bm.  In 

7.  G«n«eUogie,  FatnUien- 
geMchichte  und  Biographie. 
Haanen,  I,  F.  ^aiU  Wet«nioIiappe- 

lijke  geDealoffie.  I.  BiJBwijk,  Geaeal. 

en  berald.  Archief.  95  S.  1  fl.  76.  [1903 

Hofkalender^Oothaisch.  genealog. 

(B.    1901,  2103).    Jg.   139:   1902.  ujv, 

imt)  S.,  t  Stahlst.     8  M.  [1901 

SthaUt.  Frir.,  Die  Antlsg«  d,  WoiaMh. 


ZlaBcrBaaa,  P.,  Orabitttun  die  1 
(..  IMl.   US.)     Foru.    (B™m.chw.  1 

Znb,  F.,    Beitrr.  z.  Geneal. 
d.  BteinschenLiechtenateine,  (lÖ.Ver- 
öffentlichg.  d.  hiet.  Landes- Komm i 
f.   Steiermark.)     Graz,   8elbBtverl.  a. 
KommiM.     161  S.  [190T 

Cbr*ilk  n  S  lam  m  d.  P(atiKr>r«D  b  Bhsin 
u   U<nOs>  In  Bklan  IMl  ■.  Nr.  1*70,  [l»M 

Roller,  0.  K..  Ahnentafeln  der 
letzt,  regier.  Markgrafen  v.  Baden- 
Baden  n.  Baden-Durlach.  Hibo.  ». 
d.grhzgl.  bad.  General -LandesarcEive. 
Heidelb.,  Winter.  12  Taf.  qu.  Fol.  u. 
ccijv,  163  S,  Teit  8".  20  M.      [1909 

DontaruB,  W.,  Beitrr.  z.  genealog. 
G.  d.  Hauseg  Nagiau  (a.  1901,  2109). 
n.  (Mitt.  d.  Ver.  f.  nat».  Altert.kde. 
l»01/2,  81-'j;l.)  11910 

Henkel,  Die  Landgrafen  t.  Hessen- 
Fbilippsthal  u.  ihre  Abstanimnng.  (BIl. 
f  lippiBcbe  Heimatkde.  II,  Nr. ».)  [191 1 

TaschenbDch,  Gothaioch.  genealog., 

d.  adelig.  Häuser  (s.  1901,  -2104). 
Jg.»:  1902.  932  S.,  1  Stablat.  8  M.  — 
DasB  d.  freiherrl.  Häuser.  Jg.  68: 
1902.  896  S.,  1  Stahlst.  8  M.  — 
Dass.  d.  griLfl.  Häuser.  Jg.  76:  1902. 
1026  S.,  1  Stahlst.  8  M.  [1912 

Obernll«,  G.,  Veneichn.  hervor- 
ragender  Namen  v.  Gelehrten,  Schrift-   . 
steilem,  bobem  u.  nieder.  Adel  aus   i 

e.  gross.  Teil  d.  Stammbücher   auf  ' 


d.Qroaaherxogl.  Bibliothek  raWeimli. 
(Tiertelj.Bchr.  f.  Wappenkde.  etc.  t), 
S86-889.)  [Uli 

AhreHS,  H^  Teraeichn.  d.  in  1 
Bammig.  d.  tirafen  t.  OernhaoMi 
TOrkommend.  Namen  adelig.  FamiliA 
(Dt.  Herold  l»02,  Nr.  1.)  [HU 

Doerr.  A..  t^  Aasaa«  a.  d.  Jlttri- 
kein  d.  V.  k.  Hof-  n.  Bnrgp&Re  ii 
Wien.  (Jahrb.  d.  k.  k.  berald  G«i 
„Adler"  N.  F.  IS,  1-74.)  —  M.Wert- 
■er,  Genealog.  Forachgn.  (Ebd  111 
-62.)  (ifli 

KanrnaBB,  P.,  Beitrr.  ■.  0.  iW 
Familien  (b.  Nr.  131).  Fort*.  (Bheia 
G.bll,  6,  101-7.)  [1»1( 

Scbenk  in  SehwelBsberK^  6.  rar. 
Beitrr.  z.  heuisch.  Familienkimiia 
(Heisenland  19O0,  Nr.  11.  l»01,Nr.'t; 
I2f ;  18.)  —  B.  Kaetac-b,  Benen  ii 
'  d.  Bflrgenchaft  Duizig«  t.  166S-1TM. 
(Ebd.  1901,  Nr.   16.)  [1911 

Dortafiller.  Die  adligen  Gäter  i 
Gemeinde  Waltrop.  (Zt.  d.  Terein« 
f  Orbi-  u.  Eeimatakde.  im  Teate  s. 
Kreise  Recklinghaaaen  9,  S4-64.  10, 
37-97.)  [1818 

Siebert,  B.,  Genealorächea  in 
Stadtarchiv  lu  Zerbat.  (Di.  HeicU 
1902,  Nr.  3.)  (1(1» 

SchHertoaek  t.  BleMatkal,  K, 
Adelige  Exulanten  in  KuiaachMa 
□ach  Urkk.  d.  Dreedner  Hanptataati- 
archivB,  (Viertelj  .sehr.  f.  Wappenkde. 
SO,  66-264.)  Vgl.  Nr.   1878.         [ItlO 

MfliTerstedt,  t.^  Ein  meUenbnrg- 
FÜgiBcheB  Eerreageachlflcht  im  Han- 
gebiete. (Zt  d.  Horx-Ter.  34,  471 
-98.)  _ (1921 

Eckardl^  J.  H,,  Beziehen,  d.  Fam. 
V.  Ahlefeld  z.  alt.  Hanaestadt  Kiel 
Festschr.  z.  2.  Familien  ta>f  13.  Jan.  1901 
Kiel  leoi.  (Nicht  im  Handel.)  [19» 

Hers,  W>,  Die  Freien  t.  Arbnrs. 
ITrkk.  u.  Regesteu  mit  e.  Abriat  d 
Familien -G.  Hit  1  Siegeltaf.  u. 
Stammtaf.  (Argem  29,  1-207  )  [19!3 

Berndt,  Tb.,  StanuuUfel  d.  Farn. 
Berndt.  Hamm,  Oriebsch.  1901.  fol. 
1  Bl.  [ISSI 

Schenk  ED  ächw«iiigberg,G.Frhr., 

Die      Abatammg.       d.      Q^achlechta 

T.Bischaffshausen  zu  Bischhausen 

a.  d  Werra.  (Hessenland  1900,  Nr.  11 

,   u.   1901,  Nr.  7.)  [1986 

Henkel,  F.,  Die  von  Donop.  (BU. 
f.  lippische  Heimatkde.  H,  Nr.  t-I 


Genealogie,  Familiengeschichte  u.  Biographie.  —  Allg.  Quellen-Sammlgn.  *^^ 


u.  9-12.)  Vgl.:  J.  Wilbrand  u. 
Henkel,  üeb.  d.  Namen  Donop. 
(Ebd.  Nr.  2  u.  3.)  [1926 

Geschichtsblätter  d.  Familien  v. 
Stamme  Hildebrant  (8.1900,2116). 
Nr.l3u.l4.S.49-89;Taff.ä2M.50.[1927 

Klannann,  J*  L.,  G.  d.  Fam. 
V.  Kalb  auf  Kalbsrieth.  Erlang., 
Junge,     xij,  676  S.     10  M.         [1928 

Kleiums  Archiv;  Mitt.  a.d.Fam.-G., 
hrsg.  V.  d.  Verband  Klemm 'scher 
Familien  (s.  '99,  2027).  Hfl.  4-10. 
Pforzheim,  Pforzh.  Beobachter.  (Hft. 
1-10:  434  S.)  [1929 

Eickenroth,  U.,  Neindorf  u.  d. 
Fam.  V.  Löhneysen.  Wolfenbüttel, 
Heckner.  1900.  77  S.  [1930 

Schenk  za  Schweinsberg,  G*  Frhr., 
Die  Familien  v.  Lüder,  Döring 
V.  Lüder  u.  v.  Lauter.  (Hessenland 
1901,  Nr.  7;  8;  12f.;  18.)  Vgl.  1901, 
Nr.  142.  —  R.  Schafer,  Zur  G.  d. 
fu  Mischen  Familien  mit  Namen 
Luter.    (Ebd.  Nr.  11  u.  17.)     [1931 

Schmidt,  B«,  Die  Herkunft  d.  Fam. 
V.  Malt  zahn  u.  ihr  Auftreten  in 
Pommern;  e.  genealog.  Studie.  (Balt. 
Studien  5,  98-129.)  [1932 

Nathasiug,  H.  v.,  Beitrr.  z.  G.  d. 
Fam.  V.  Nathusius.  Als  Ms.  gedr. 
Hft.  1.  Greifswald,  Abel.  [1938 

Schön,  Tb.,  Die  letzten  Ausläufer 
d.  adlig.  Geschlechtes  v.  Neuhausen 
u.  V.  Sachsenheim  in  Schwaben. 
(Dt    Herold  1901,  Nr.  12.)  [1934 

Macco,  G.  u.  GeneaL  d.  Familien  Peltser« 
8.  Nr.  159.    (Aaclien,  Grentzer.    SO  M.)    [1985 

Kaufmann,  P.,  Zur  G.  d.  Fam. 
V.  Pel  z  er(Peltzer,Pel8er).  (=Nr.l916.) 
Vgl.  '98,  1928.  [1936 

.  Maeco,  F.,  Beitr.  z.  Geneai.  der 
Freiherren  v.  Q u a  dt  a.  d. Taufregister 
d.  Jahre  1677-1720  in  Wickrathberg. 
(Dt.  Herold  1902,  Nr.  3.)  [1937 

Hansen,  H.,  Nachtr.  z.  G.  d.  Fam. 
V.  Saldern.  (Zt.  d.  Ges.  f.  schlesw.- 
holst.  G.  81,  208-16.)  Vgl.  1901, 
2133.  [1938 


Schede,  Die  Fam.  Schede.  (Dt. 
Herold  1902,  Nr.  1.)  [1989 

Schönherr,  D«,  Die  tirolischen 
Schiller.  (Schönherr,  Gesanmi. 
Schrr.  2,  632-36.)  [1940 

Wintzer,  E«,  Die  Marburger  Fam. 
zum  Schwan  um  d.  Zeit  d.  Reform. 
(Hessenland  1901,  Nr.  20-24.)    [1941 

Stübel,  M«,  Stanmibaum  d.  Fam. 
St  übel  nebst  Auszug  a.  dem  d.  Fa- 
milien Lassanu.  Tittmann.  Dresd. 
1902.  — Ders.,ZurG.d.Fam.  Stübel. 
(Dresdner  G.bll.  1901,  61  f.)        [1942 

Tinpling,  t.,  Bat  Tttmpling *iche Fidei- 
kommiM-Fam.-ArchiT  ».  Nr.  8018.  [1943 

Stammbaum  Vogelsanck.  ^t. 
Herold  1902,  Nr.  3.) — Hauptmann,  Zur 
G.  der  V.  Vogelsanck.  (Ebd.  Nr.  4.  [1944 

Waentig-Hftngk,  F.,  Chronolog. 
Notizen  üb.  d.  Fam.  Waentig. 
Abtlg.  I:  Der  Stammbaum  d.  Fam. 
V.  J.  1600  ab  bis  z.  Gegenw.  Dresd.- 
Blasewitz,  Selbstverl.    76  S.       [1946 

Hauptmann,  F.,  Die  G.  d.  Fam. 
Wessel.  Bonn,  Hauptmann  1901. 
116  S.     Vgl.  1901,  160.  [1946 

Oidtmann,  H.,  Das  Linnicher  Ge- 
schlecht van  weyrdt.  Ein  Beitr.  z. 
Fam.-G.  d.  Johann  v.  Werth.  (Ann  d. 

hist.Ver.f.d.Niederrh.73, 128-63.)  [1947 

gonnerfeldt,  G.  t.,   Die   Adelsfamilien 

T.Wierebau  u.T.WierzbowekLNaohtrag. 

(Dt.  Herold  1902,  Nr.  3 )  Vgl.  1901,  2141.  [1948 

Hoogeweg,  H«,  [Fam.  v.]  Zester- 
fleth.  (Zt.  d.  bist.  Ver.  f.  Nieder- 
sachs. 1901,  267-71.)  [1949 

Sammlung  bemisch.  Biographien 
(s.  Nr.  173;.  Bd.  IV,  Lfg.  8.  S.  668 
-642.    1  M.  20.  [1960 

Biogrraphie  nationale  de  Belgique 
s.  1901,  2147).  XVI,  2:  Palfyn-Pepyn. 
p.  481-947.  3  fr.  {19bl 

Bemer,  K.  G.  H.,  Schlesische 
Landsleute ;  Gedenkbuch  hervorragen- 
der, in  Schles.  gebor.  Männer  u. 
Frauen  a.  d.  Zeit  v.  1180  bis  z.  Gegenw. 
Lpz.,  Schimmelwitz  1901.  326  S. 
4  M.  [1962 


s 


n.  Quellen. 


1.  Allgemeine  Sammlungen. 

Wilhelm,  Frz..  Die  histor.  Hand- 
schrr.  d.  Univ.- Bibliothek  in  Innsbruck 
(s.  1901,  2162).  Forts.  (Mitt.  d.  österr. 
Ver.  f.  Bibliothekswesen  Jg.  VI.)  [1968 


Wenreke,  N.  yan.  Catalogue  de- 
script.  des  manuscrits  conserv.  ä  la 
biblioth.  de  la  section  hist.  de  Tlnstitut 
G.-D.  de  Luxemb.  (b.  1900,  2189). 
Forts.  (PublicationB  de  la  sect.  hist.  de 
rinst.  de  Luxemb.  49,  268-878.)  [1964 


..r  "T- 


•78 


Bibliographie  Nr.  1965—9008. 


Geyer,  M«,  Verzeichn.  d.  Handschrr. 
in  d.  Archive  d.  gesch.-  u.  altert. forsch. 
Ges.  d.  Osterlandes.  (Mitt.  d.  Ges.  d. 
Osterlandes.  Ergänzgshft.  I.)  Altenb., 
Hofbuchdr.    1901.    128  S.  [i960 

Oaelleo  etc.  i.  G.,  Litt,  n,  Sprache  Oetter- 
reichi  (s.  1901, 2160).  B<L  Vm  ■.  Nr.  9185.  [196« 

MarciaU.  H«,  Enchiridion  fontiom 
historiae  Hungarorum.  (In  lat.  u. 
Ungar.  Sprache.)  Wien,  Braumüller. 
X,  967  S.  13  M.  [1967 

Oaelleo  z.  8chweixer-0.  (t.  Nr.  179)  Bd.  XX 
t.  Nr.  88S7.  [1968 

TerolfeBtlleli0B|^B  d.  hi«t.  KommiM.  f. 
NMsau  (8.  1901,  8164).  IV  ■.  Nr.  90J7.     [1969 

PablikatloBeB  d.  «es.  f  rhein.  O.kde.  (■. 
Nr.  18S).  Xnr,  4  ».  Nr.  8366 ;  XX  ».  Nr.  1994 ; 
XXI  ■.  Nr.  1996 ;  XXm  •.  Nr.  8799.       [1960 

<{DelleB  u.  Darstellungen  s.  O.  Niedcr- 
•acbtens  (s.  1901,  2167).  YI  ■.  Nr.  8006.  [1961 

<{aelle0aMBiBl0B9  d.  Oe«.  f.  tchletw.-holit 
O.     Bd.  V  1.  Nr.  3094.  [1968 

OeicMchtaq Belle»,  Thflrlng.  N.  F.  Bd.  Y 
(Der  ganxen  F.  Bd.  YIU)  i.  Nr.  8011.     [1963 

SchrlftCB  d.  K.  tAchs.  Kommietion  f.  O. 
s.  Nr.  2761.  [1964 

PabllkatlOBea  a.  d.  Kgl.  preots.  Staats- 
archiven (■.  1901,  164).  Bd.  76  n.  77  ■.  Nr. 
8603.  [1966 

({aellfB  n.  Untertnchnngen  s.  O.  d.  Hantei 
Hohenicollem,  hrsg.  y.  E.  Bern  er  (».  1901, 
X169).  Reihe  II :  Biographieen.  I  ■.  Nr.  1377.  — 
Beihe  HI:  Einzelichrr.,  I  s.  Nr.  1661.     [1966 


2.  Oesehichisehreiber. 

Eberhard,  W.,  Dt.  Handschrr.  in 

England.      (N.    Archiv    27,    486-92.) 

Vgl.  Nr.  176.  [1967 

Scriptoret  remm  Oenn.  in  uium  tcholanun 
■.  Nr.  2716.  [1964 

Bachmanii,  A«,  Die  Reimchronik 
d.  sogen.  Dalimil.  (Sep.  a.:  Arch.  f. 
österr.  G.  XCI,  1.)  Wien,  Gerold. 
61  S.    1  M.  40.  [1968  a 

Kaindl,  R.  F.,  Studien  zu  d. 
Ungar.  G.- Quellen  (s  1901,  169). 
XIII-XVI.  (Sep.  a.:  Arch.  f.  österr. 
G.  XCI,  1.)  Wien,  Gerold.  68  S. 
1  M.  20.  [1968b 

Ueineniaiiii,  0.  t.«  Ueb.  d.  ver- 
schollene Chronica  Saxonum.  (N. 
Archiv  27,  473-82.)  [1969 

Chronik  u.  Stamm  d.  Pfalzgrafen 
b.  Rhein  u.  Herzöge  in  Baiem  1601; 
d.  älteste  gedr.  bairische  Chronik, 
zugleich  d.  älteste  Druck  d.  Stadt 
Landshut  in  Baiem.  In  Fks.-Dr.  hrsg. 
m.  e.  Einleitg.  v.  G.  Leidinger. 
(Drucke  &  Holzschnitte  d.  16.  u.  16.  Jh. 
Hft.  Vn.)  Strassb.,  Heitz.  32  S.  u. 
32  S.  Fks.-Dr.  nebst   e.  Beilage   in 


4*,  enth.  d.  Stammbamn  in  4  Ta£ 
10  M.  [1971 

Knebel,  J.,  Die  Chronik  d.  Klosten 
Kaisheim ;  verf.  1681.  Hrsg. y. F. Hütt- 
ner. (Biblioth.  d.  Litier.  Ver.  inStuttg. 
226.)    Tübingr-,   Verein.  626  S.    [1971 

Chronik y  Hannoversche;  hrsg.  t. 
0.  Jürgena  (s.  Nr.  100).  Fort«, 
(Hannov.  G.bll.  Jg.  V.)  (19n 


3.   Urkunden  wnd  AkUn, 

Becneily  Nonvean,  g^n^.  de  traitäi 

etc.    de    droit    intern,    (de   G.  F.  de 

Martens,   cont.  p.  F.  Stoerk),  (a, 

Nr.  197).    T.  XXVI,  S.     S.  626-1011 

18  M.;    T.    XXVn,    3.     S.  609-928. 

16  M.  [1973 

rrkBBdea  s.  stadt.  Verl-G.,  hxif.  t. 
F.  Kentgen,  ■.  Kr.  198.  Bes.:  Hirt.  Zl  88, 
8001  ngm;  Zt.  f.  O.  d.  Ob«rrh.  17,  IMI 
Beyerle;  Jahrbb.  f.  NaUoBalOkon.  77,  IUI 

Haldnuuin.  \ygik 

Cipolla^  C*y  Nnove  noüzie  intomo 
ai  diplonu  imperiali  conservati  nell* 
archivio  comunale  di  Savona.  (Atti 
dell*  Academia  di  scienxe  etc.  in 
Roveredo  Ser.  3,  Vol.  6,  197  ff,)  [1975 

LIf f ert,  W.,  Nene  AreldvJittvrmtar.  (EiA. 
yiertelj.iohr.  6,  187-47.)  [1971 

FOBtM  renun  Aastriaoanun.  Abtlg:  I: 
DiplomatarU  et  »ota  (a.  Nr.  199).  Bd  58  it  M 
Tgl.  Nr.  88ia.  [vm 

Fnchs,  A.  F.,  ürkk.  a.  d.  gxfifl. 
Baudissin-ZinzendorTschen  Archive 
im  Schlosse  zu  Wasserburg.  (BIL  de 
Ver.  f.  Ldkde.  v.  Nieder<M«rr.  S6, 
474-604.)  [1978 

Krones,  F«  t.^  Ergebnisse  e.  ar- 
chival.  Reise  nach  Linz,  Herbst  1899. 
(Beitrr.  z.  Kde.  Steiermark.  G.Quelleii 
31,    140-204.     [^Anch     als    18.    Ver- 
öffentlichg.  d.  hist.  Landes-Kommiss. 
f.  Steierm.  ausgegeben.])  —  Ders., 
Styriaca  u.  Verwandtes   im  Landee- 
präsidial-Arch.  u.  in  d.  k.  k.  Stodien- 
bibliothek  zu  Salzburg.  (Ebd.  206-66. 
[Auch  als  14.Ver0ffentl.  d.  hi0t.Land.- 
Komm.  f.  St.  ausg.J.)  —  J.  Thenssl^ 
Schwanbergs  Archivalien.  (Ebd   129- 
39.)  —  A.  Kapper,  Mitt.  a.  d.  k  k 
Statthaltereiarcnive  in  Graz.  (16.Ver- 
öff.  d.  hist  Land.-Komm.  f.  St.)  Grai, 
Selbstverl.  d.  Komm.  S.  65-170.  [1979 

Doppler,  A«  u.  H.  Widnuuui,  Ürkk. 
u.  Reffesten  d.  Benediktinerinnen- 
stiftes Nonnberg  in  Sfdzburg  (s.  1901, 
2186).  Forts.:  1634-1654.  (Mit!  d. 
Ges.  f.  Salzb.  Ldkde.  41,  45<70.)  [1980 


GeacliichtachTeiber.  ~  Urkunden  und  Akten. 


•79 


FtBcbnaler.C,  Urkunden-RegeBten 
a.  d.  Stadtarchiv  in  Stertzing.  Incebr., 
Wagner.     204  S.     7  M.  [1981 

Ret.:  Dl.  LH(.-ZlB.  ISOl,  Nr.  19  M.  Mnjr. 
Vgl.:  E.  V.  Oltentfaal,  Zur  ^bweht"  a  „Ant- 


d.  dt  Ver.  f.  O.  MUmm  □.  k^laiiani  t,  §Sf 
BlBIh'li^  Ofltt.  gel.  Ani.  incit,  tst-so 
Luasrch.  [I9H9 

Schmidt,  V.,  NftchtiT,  i.  Hohen-   | 
furter  Urkundenbuch.  (Stud.  n.  Mitt. 
a.  d.  Bened.-  u.  CiBt.-Ordea  22,  434- 
ib;  610-21.)  [1988 

Mlchler,  M.,  Urkk.  z.  G.  d.  Stadt 
Kaaden.  Progr.Eaad.  1900.  20S.  [1984 


H«!,:  LI»  CU.  IMl,  Hr.  Mi  Hiat.  Z<.  87, 
MSt.  Fustar;  Gattlng.  gel.  Au.  IM»,  I0!-6 
Me;er  t.  Kuodh.  [1396 

SammliiBg  schweizer.  Rechts- 
queUen  (s.  1911,  187).  Abtlg^n: 
Rechtsquellen  d.  Kantons  Bem.  Tl.  i : 
Stadtrechte.  Bd.  1:  Das  Stadtrecht 
von  Bern  1  (1218-1639).  Bearb.  u.  hng. 
V. F. E.We Iti.  Liiiij,428S.  12M, [1986 


ITrknvdenbnch  d.  Stadt  Basel  (s. 
Nr.  207).  Bd.  VI;  bearb.  durch  A. 
Huber.  4*.  601  8.  26  M.  40.    [1987 

■an,   Urkk.  b.  BagHlan  (i.  Q.  d.  Fnlen 

1.  Atbnrg)  •.  Nr.  IM».  (19M 

Stadtrechl«,  Oberrfaein  (b.  1901, 
192).  AbtIg,in:EUaBB,Bechte;  hrsg. 
V.  d.  KommiBB.  z.  EeranBgabe  elaäsE. 
G.-Qoellon,  I:  BchlettsUdter  Städte 
rechte;  hrsg.  v.  J.  Qänj.  Heidelb,, 
Winter.  jiiviij,ll72,ijy8.38M.  [1989 

Rieder,  K,,  Die  Archivalien  d. 
Münsterarchivs  zu  Breisach.  (Hitt.  d. 
bad.hiat.KommiBB,  Nr.Sl,l-40.)  [1990 

L^TJ,  J.,  Urkundenbüchlein  d. 
ehemal,  Ritterburg  zu  Dehlingen, 
Unter- KIbobb.  (MiU.  d.  GeB-  f.  ßrhaltg. 
d.  geBchichtl.  DenkmUer  im  EUasB 
20,  359-76.)  [1991 


Tille,  A.,  Ueberaicht  üb.  d.  Inhalt 
d.  kleiner.  Archive  d.  Rheinprovinz 
(s.  Nr.  21 7).  n,  2 :  Die  Kreise  Erkelenz, 
Geilenkirchen  u.  Heinsberg.  (Ann,  d. 
bist.  Ver.  f,  d,  Niederrb.  Beihfl.  6.) 
S.  101-214.  —  Ders.,  Archiv-Inven- 


tariaierg.  in  Rheinland  n.  Westfalen. 

(Westdt.  Zt.  20,  884-96.J  ~  H.  HSfer, 

Rhein.  Archiv-  u.  Bibliotheksnachrr. 

(Rhein,  G.bll.  6,  78-81.)  [19 

Urbare,   RbeiniBche.     Sanunig. 

Urbaren   u,  ander.  Quellen   z.  r£ei 

Wirtschafts-G,    Bd.  1:  Die  Urbare 

St,   Pantaleon   in   Köln;   bi8g,   v. 

Hilliger,     (Mit  Vorw,  v,  K.  Lai 

precht,)  Bonn,  Behrendt.  (=^  XX  v, 

Nr,  1960,1  uvnj,  cjv,  726  8, 18M,  [1994 

Sei, :  Üt.  Lilt  -Zig.  ISlii,  Nr. »  F.  PlilUppi. 

Snlpplng,  R,,  Die  R«geBten  d. 
ErzbiichSfe  v.  Köln  im  Mittelalter, 
Bd.  U;  IIOO— 1206,  (=  XXI 
1960^  Bonn,  Hanstein,  1901,  4°,  iivj, 
400  8.    22  H.  [1996 

TTerreke,  N.  tbh,  Invent,  analjt, 
des  archivee  du  chäteau  d'Ansenbourg 
(B,  1900,  2176),  T,  II:  1660-1796, 
(^  T.  48  V,  Nr,  2609.)  [lUUe 

Blok,  P.  J.,  Venlag  van  onder- 
Eoekingen  naar  archivalia  in  Italic 
belangrijk  voor  de  gesch,  van  Neder- 
land,  op  last  der  Regeering  ingesteld. 
's  Gravetih.,  van  Stockum  tt  zoon. 
1  1901.  86  S.  1  fl.  [1991 


t.  N«ail 


n  Inqnliltlonli  haerat. 


*.-zig.  leoi.  N 


Inpl; 


[I98S 

contumes 

de  la  Belgiqne,  ContnmeB  des  pajs 
et  comt^  de  Flandre.  Quartier  de 
FumeB.  Contumes  de  la  ville  et  du 
port  de  Nieuport  pai  L.  QilliodtB- 
vB,nSeveTen.  T.V.  Bnix,, Goemaere. 
1901.  4'.  491  S.  12  fr.  Vgl.  "98, 
1984.  [1999 

Charles  del'abbayede  Saint-Martin 
de  Tonmal,  rec.  et  publ.  par  A. 
d'HerbomeB  (s,  '98,  IB8S).  T.  U: 
1216-1690,  Coli,  de  chioniques  beiges 
in^d,)  Bmi.,  Hajez,  1901,  4*,  688  9. 
12  fr, [2000 

ürknndenbnch  des  Klosters  Kan- 
fimgen  in  Hessen;  bearb,  u,  hrsg,  v. 
H.  V.  Roques  (8.  1901,  3218).  Bd.  U. 
xnj,  614  8.,  Kte,  16  M.  [2001 

Kai.  T.  1 ;  EHHtüud  iwa  Nt.  1«  Orotarwid, 

MOUer,  Ernst,  Nachtrr.  z.  S.  Bde. 
d.  Westf.  Urkk,-,BuoheB.  (Zt  f,  vaterl. 
G.  etc.  Westf.  69,  I.  235-88.)     [2002 

Bent«r,  H.,  Ungedr.  Urkk.  d.  ffirche 
in  Neustadt  am  Rflbenberge.  (Zt.  d. 
hist.  Ver.  f.  Niedenacba.  1901,  li- 
38.)  [SOOS 


'80 


Bibliographie  Nr.  2004—2054. 


Doebner^  R.^  Urkk. -Regesten  betr. 
vorwiegend  d.  kirchl.  Stifbgn.  d.  Stadt 
Münder  a.  Deister,  1342-1566.  (Zt.  f. 
niedersächs.Kirch.-G. 6,210-40.)  [2004 

Vrkundenbuch  d.  Hochstifts  Hil- 
desheim u.  sein.  Bischöfe  (s.  '96,  2057). 
Tl.  11: 1221-1260;  bearb.v.H.Hooge- 
weg.  (=  Nr.  1961.)  Hannov.  &  Lpz., 
Hahn.  1901.  x,  694  S.  14  M.      [2005 

Urknodeoback^HjuisUches,  s.  1901,  208. 
Bez.  V.  Bd.  V  a.  vin  (bearb.  t.  K.  Kunze 
bexw.  W.  Stein):  UiBt.  Viertelj.schr.  6,  953- 
55  Daenell;  t.  Y:  Sitiongsberr.  d.  Gei.  f.  G. 
d.  OsUeeprovinsen  BusBlands  1900,  195-908 
bUvenhagen.       [2006 

ZiihB,  W.,  Bemerkgn.  z.  Topographie  d. 
Begesta  archiepiscopatas  Magdeburgentis. 
(G.bll.  f.  Magdeb.  »6, 266-69.)  Vgl.  1901, 211.  [2007 

SchÖffensprttche,  Magdeburger. 
Im  Auftr.  u.  m.  ünterstützg.  d.  Savigny- 
Stiftg.  hrsg.  u.  bearb.  v.  V.  Friese 
u.  E.  Liesegang.  Bd.  I  (Abtlg.  1/4): 
FürGr.Salze,  Zerbstu.  Anhalt,  Naum- 
burg u.  aus  d.  Codex  Harzgerodanus. 
Berl.,  Reimer,  xj,  872  S.  24  M.  [2008 

Urkundenbucli  d.  Stadt  Torgau, 
hrsg.  V.  Magistrate  d.  Stadt  T.,  zu- 
zsammengest.  v.  C.  Knabe.  Torgau. 

4^  xjv,  93  S.  Vgl.  '97,  2086.  [2009 
Bez. :  N.  Arcb.  f  sAchs.  G.  28, 174  f.  Ermisoh. 
Hitxtchke,    Wegweiser    durch   d.   histor. 

Archire  ThOringent,   ■.  1901,  218.     Bez.:    N. 

Arch.  f.  Bach».  G.  22,  379  f.  Ennisch.        [2010 

Landtagsakten ,  Emestinische. 
Bd.  U:  1487-1532;  bearb.  v.  C.  A. 
H.  Burkhardt.  (=  Nr.  1963.)  Jena, 

Fischer,  jx,  304  S.  7  M.  50.  [2011 
Jordan,  B.,  Zum  Urkondenbuche  d.  Stadt 

Mühlbauaen  i.  Thür.    (Zt.  d.  Ver.  f.  thür.  G. 

12,  670-76.)  [2012 

TOnplIag,  T.,  Das  Tümplingeche  Fidei- 

komniist-Familien-ArchiT  auf  d.  Thalstein  b. 

Jena.  (Korr.-Bl.  d.  Gesamt-Ver.  50, 79-83.)  [2018 

Kehr 9  P*.  Papsturkk.  in  Rom. 
(Nachrr.  d.  Gott.  Ges.  d.  Wiss.  1901, 
239-71.)  —  Ders.,  Papsturkk.  in 
Mailand.  (Ebd.  1902, 67-129.) —Ders., 
Papsturkk.  in  d.  Lombardei.  Bericht 
ül».  d.  Forschgn.  v.  L.  Schiaparelli. 
(Ebd.  130-67.)  —  W.  Wiederhold, 
Papsturkk.  in  Florenz.  (Ebd.  1901, 
306-25.)  [2014 

Regesta  diplom.  bist.  Danicae  fs. 
*99,  2119).  2.  R.,  Bd.  ü,  Hft.  5:  1628- 
1644.    S.  1149-1436.    5  Kr.  [2015 

Repertoriam  diplom.  regni  Daniel 

mediaev.,  udg.  ved  Kr.  Erslev  etc. 

(s.  '99,  240).    m,  1  u.  2:  1401-1437. 

512  S.  [2016 

Be>.:  Zt.  f.  Bechts-G.  19,  Germ.  Abtlg., 
161-65  u.  22,  409-14  Pappeuheim. 


4.  Andere  sehriftiiehe  QueUm 
und  l>enkn^äler. 

AoaleetA  hjinnica  medii  a«Ti,  hng.  t. 
C.  Blume  n.  O.  M.  Breree  (a.  Nr.  2i3^ 
XXXVm  ».  Nr    »920.  [MI 

JaeobSy  E.,  Zur  G.  d.  Kircheo- 
bücher.     (Korr.-Bl.    d.    Gesamt -Ter. 

50,  44-61.)  [2018 

Kircheabflehery  Die  ältest,  d. 
kathol.  Stadtpfarrei  Biberach.  (l)id- 
zesanarch.  v.  Schwaben  19,  177- 
80.)  [2019 

Rejy  J.  G«y  Ein  alt.  Nekrologimn 
V.  St.  Adalbert  zn  Aachen.  (Zt.  d. 
Aach.  G.-Ver.  23,  306-37.)         [2020 

Blanckmeigter.  F.,  Die  Kirchen- 
bücher im  Kpr.  »achsen.  (Beitrr.  l 
sächs.  Kirch.-G.  16,  27-210.)      [20il 

Klrehenbftclier,  Die,  Schlesieiu 
beider  Konfessionen ;  hrsff .  ▼.  Ver  f. 
G.  etc.  Schlesiens.  BreSan,  Wdil- 
farth.    XV,  79  S.    1   M.   bO.  [20« 

Yann^mSy  J.^  Les  anciens  d^ 
nombrements  du  Luxemboorg. 
(Compte  rendu  des  s^ances  de  li 
comm.  roy.  d^hist.  de  Tacad.  roy.  de 
Belgique  11,  421-76.)  [2033 

Hassebrauk ,  G.,  Die  gesduchtl 
Volksdichtg.  Braonschweigs.  (Zt  d. 
Harz-Ver.  84,  1-105.)  [2024 

Erhardt,  L.,  Die  Handschriften  d. 
brandenb.-preuss.  Regenten  vom  An- 
fange d.  16.  bis  zum  Ende  d.  19.  Jh. 
(Hohenzollem- Jahrb.  6,  31-54.)  [2025 

PoUf sek,  B.,  Der  Fortgang  d.  dt  D«ak- 
mAler-InTentarUation.  (Dt.  O.bll  S,  197-U.) 
Vgl.  1901,  228.  *   ^      [2098 

Kanstdenkmale  d.  Egr.  Baien 
(8.  Nr.  251),  Bd.  I:  Oberbaiem;  bearb. 
V.  G.  V.  Bezold,  B.  Riehl  u.  G. 
Hager.  Lfg.  21:  Stadt  n.  Bezirks- 
amt Wasserburg.  S.  1891-2121;  Taf. 
289-50.  Subskr.-Pr.  9  M.;  Einzelpr 
10  M.  [i027 

Henner,  Th«,  Altfi^Uik.  Bilder 
(s.  1901,  2242):  1902.  Fol.  20  S. 
1  M.  [202ö 

Museographie  üb.  d.  J.  1900: 
a)  F.  Hettner,  Westdtld.  b)  Baier. 
Sammlgn.  c)  Vgl.  Nr.  2580.  (Westdt 
Zt.  20,  289-384.)  [2029 

Ban-  u.  KunstdenkmUer  d.  B^.- 
Bez.  Wiesbaden;  hrsg.  v.  BezirkB- 
verband  d.  Reg.-Bez.  Wiesbaden. 
Bd.  I:  F.  Luthmer,  Rheingao. 
Frkf  a.  M., KeUer.  4^  240 S.;  S4Tai: 
10  M.  [2080 


Andere  schriftl.  Quellen  u»  Denkmäler.  —  Allg.  dt.  u.  Territ.  -  Gesch.    •Sl 


Pleyte,  W.,  Nederlandsche  oud- 
heden  van  de  vroegste  tijden  tot  op 
Karel  den  Groote.  Afl.  16.  Leiden, 
Brill.  Fol.  S.  49-111  u.  25S.;  13  Taf., 
1  Kte.    10  fl.  [2031 

Inventaire  arch^ol.  de  Gand  (s. 
Nr.  254).  Fase.  22-24.  ä  3  fr.  50.    [2032 

Bau-  u.  Kunstdenkmäler V.West- 
falen (s.  Nr.  255).  Kreis  Wiedenbrück ; 
bearb.  v.  A.  Ludorff,  m.  geschichtl. 
Einleitgn.  v.  Eickhoff.    91  S.    Mit 

bS  Taf.  u.  2  Ktn.   3  M.  [2033 

Graeven,   X.,   Litt.   üb.  Ktmstdenkinftler 

Hildesheims,    1895-1901.   (Zt.   d.   hist.  Ver.  f. 

Niedersachs.  1901,  S19-40.)  [iOM 

Pfeifer,  H.y  Kirch  englocken  im  Henogt. 

Brauiischweig.  (Denkmalpflege 3, 113-16.)  [2035 

Darstellang,  Beschreib.,  d.  älter. 
Bau-  u.  Kunstdenkmäler  d.  Prov. 
Sachsen  (s.  '99,  264).  Hft.  XXII: 
H.  Bergner,  Kreise  Ziegenrück  u. 
Schleusingen.  Mit  156  Abbildgn., 
S  Taf.  u.  2  Ktn.  1901.  260  S.  7  M.  [2036 

Bau-  u.  Kunstdenkmäler  Tha- 
ringens,  bearb.  v.  P.  Lehfeldt  (s. 
99,  2149).  Hft.  XXVni:  Hrzgt.  Sachs.- 


Coburg  u.  Gotha.  Landratsamt  Coburg. 
Amtsgerichtsbezz.  Neustadt,  Sonne- 
feld u.  Königsberg  in  Franken.  Mit 
5  Lichtdr.  u.  45  Abbildgn.  im  Texte. 
153  S.    4  M.  50.  [2037 

Rez.  V.  Hft.  26  u.  27:  Zt.  d.  Ver.  f.  thttr. 
O.  12,  224-27  Krieeche. 

Outbier,  H.,  Die  Grabdenkmäler  d. 
Bergkirche  zu  Langensalza.  Langens., 
Beltz.  1901.  40.  42  S.  6  M.         [2038 

Darstellung,  Beschreib.,  d.  älter. 
Bau-  u.  Kunstdenkmäler  d.  König- 
reichs Sachsen  (s.  1901,  239).  Hft.  22: 
Stadt  Dresden,  Tl.  E;  bearb.  v. 
C.  Gurlitt.  1901.  S.  301-684;  Taff. 
10  M.  [2039 

Schlie,  P«,  Kunst-  u.  Geschichts- 
Denkmäler  d.  Ghzgts.  Mecklenb.- 
Schwerin  (s.  Nr.  256).  Bd.  V:  Amts- 
bezirke Teterow,  Malchin,  Staven- 
hagen,  Penzlin,  Waren,  Malchow  u. 
RöbeL  xj,  660  S.;  Taff.  7  M.  26.  [2040 

Lotscli,  H.,  Koht6*8  Yerzeichn.  d.  Kunat- 
denkmäler  d.  Fror.  Posen.  (Hist.  Monatshil. 
f.  d.  Prov.  Posen,  2,  49-55;  66-74;  123-88; 
148-52.)  Vgl.  '99,  215a.  [2041 


III.  Bearbeitungen. 


1.   Allgemeine  deutsche 
GresehicFUe, 

Lampreeht,  K.^  Dt.  G.  (Der  ganz. 
Reihe  Bd.  I.)  Abtlg.  1 :  Urzeit  u.  Mit- 
telalter. Zeitalter  d.  symbol.,  typ.  u. 
konventionellen  Seelenlebens.  Bd.  I. 
3.  durchges.  Aufl.     Berl. ,  Gkiertner. 

XXXV,  368  S.    6  M.  [2042 

Res.:  Litt.  Chi.  1902,  Nr.  19  H.  Bge. 

Bibliothek  dt.  G.  (s.  Nr.  629). 
Lfg.  147  8.  Nr.  8325.  [2043 

2.   Terrie<yrial~€feschi€hee» 

VancM,  M.,  üeh.  Laudei-  o.  Orts-O.,  ihren 
Wert  u.  ihre  Aufgaben.   Wien,  Gerold.    IK  8. 
80  Pf  —   P.  F.  Albert,  Orti-O.     (Dt.   O.bll 
8,  198-208.)  [20U 

Kracko^'izer,  F.^  Häuser-Chronik 
d.  Stadt  Gmunden  in  Oberösterr. 
Als  Anh.  z.  „G.  d.  St.  Gmunden" 
hrsg.  V.  d.  Stadtgemeinde  Gmunden. 
Gmünd.,  Mänhart.  342  S.  6  M.  Vgl. 
1901,  2262.  [2046 

Yancsa,  M.,  Polit.  G.  d.  Stadt 
Wien,  1283-1522.  (Sep.  a.:  G.  d.  Stadt 
Wien;  hsg.  v.  Altert. -Ver.  zu  Wien.) 
Wien,  Holzhausen.  1901.  gr.  Fol. 
93  S.;  2  Taf.    24  M.  [2046 


Bolietty  H*9  Neue  Beitrr.  z.  Chronik 
d.  Stadt  Baden  b.  Wien  (s.  1900, 2216). 
Hft.  Xm.    1  fl.  [2047 

Kerschbaumer,  A.«  G.  d.  Stadt 
Tulln.  2.  Aufl.  Wien,  Kirsch.  381  S.; 
5  Taf.    4  M.  [2048 

Gratzy,  0.,  Repertorium  zu  J.  W. 
Frhr.  Valvasors  „die  Ehre  d.  Herzog- 
tums Krain''  (1689).  Laibach,  Selbst- 
verL  1901.    112  S.  [2049 

Bes.:  Argo  9,  lSO-183  MOllner. 

AtZy  K*9  Chronik  v.  Terlan.  Studie, 
niustr.  Sep.-Ausg.  a. :  „Tiroler  Volks- 
blatt." Bozen,  Auer  &  Co.  1901. 
216  S.;  2  Taf.   1  M.  60.  [2060 

Heehfellner,  M.,  G.  d.  Schlosses 
Thaur.  Innsbrucker  Gymn.  Progr. 
1901.    46  S.  [2061 

Schönherr,  B.,  Das  Schloss  Schen- 
na.  Seine  Geschichte  u.  seine  Be- 
sitzer. (Schönherr,  Gesamm.  Schrr. 
2,  362-468.)  [2062 

Bernau,  F.,  Studien  u.  Materialien 
z.  Spezial-G.  u.  Heimatkde.  d.  dt. 
Sprachgebiets  in  Böhmen  u.  Mähren, 
mbbd.  1.  Prag,  Calve.  S.  1-320. 
(Kplt.  16  M.)  [2063 

Sehram,  W.,  Quellenmässige  Bei- 


•82 


Bibliographie  Nr. 


trr.  1.  G  d.  St  Brunn.  I  u.  II.  Brfinn, 
Winkler  1901  f  194;  182S.ä3M.  [2064 
Bretliols,  B«,  Die  Pfarrkirche  St 
Jakob  in  Brunn.  Brunn,  Rohrer.  1901. 
4r    jx,  206  S.:  Taff.    8  M.         [2056 

R«x.:  Dt  LitL-Ztg.  190S,  Nr.  IS  So^p«; 
Litt  Cbl  190«,  Xr  IT;  Zt.  d.  dt.  Ver  f  O. 
]l»hr«iit  n.  SchlMicu  4,  S 10-15  li— «i«tol»«r. 

Berber.  K«,  G  d  Stadt  Bära. 
Brürni,  Winiker.  1901.  4r  320  S.; 
Kte     5  M.  [2056 

laUaff  o.  F.  t.  TcrMk,  Chronik  d  St*dt 
llkhr -SchAnb«rg,  •  Nr  V»  R«a  :  Zt.  d.  dt 
Ter.  f  G.  M&hr«nt  n.  Schlesiena  «,8811 
Berger.  [1067 

Csaday,  G  d.  Ungarn.  •.  1901.  Ml.  B«s.: 
Mitt.  a.  d  bist  Litt.  i9,  »S-SS  Kaindl :  Mitt. 
d.  Intt  f.  österr.  G.  2S,  18S-90  t.  Krone«; 
Allg.  Litt.bl.  1901,  Nr    10  Hirn.  [SOM 

DIndliker,  K.j  G.  d.  Schweiz  (s. 
Nr  271..  Bd.  II.  Aufl.  «.  Lfg.  7-14. 
S  385-861 .  (Bd.  II  vollst.  1 1 M.  20.)  [2059 

Rott,  i.j  Bist,  de  la  repr^eentation 

diplom.    de    la    France    anpr^    des 

cantons  suisses,  de  leors  alU^  et  de 

leurs  conf^d^r^  (s.  1901,  2r5).  T.  II: 

1559-1610.  724  S.    15  fr.            [2060 

Res.  T.  I:  Hitt.  Zt.  88,  514-16   Thommen; 

Rer.     d'hitt.  mod.    et    contemp.    2,   SS8-SS 

Bourrillj. 

Fe8t8chrift  z.  400.  Jahrestage  d. 
ewigen  Bundes  zw.  Basel  u.  d.  Eid- 
genossen 13.  Juli  1901.  Im  Auflr. 
d.  Regierg.  hrsg.  v.  d.  Bist.  u.  Antiquar. 
GeseUsch.  zu  Basel.  Basel  1901.  4^ 
xij,  357  S.;  67  Kupfertaf.  [2061 

Festschrift  d.  Stadt  Schaffhausen 
z.  Bundesfeier  1901.  Im  Auflr.  d. 
Stadrates  hrsg.  v.  Hist.-Antiq.  Verein. 
Schaffh.,  Buchdr.  Kühn  &  Co.  1901. 
xj,  674  S.  [2062 

Meyer,  Joks«,  G.  d.  Klettgaus  u. 
Hegaus  von  d.  Aiisiedlg.  d.  Schwaben 
bis  z.  Gründg.  d.  äost^rs  Aller- 
heiligen, ca.  298-1050.  (Festschr.  d. 
Kant.  Schaffhausen  z.  Bundesfeier 
1901.  S.  53-130J  —  K.  Henking, 
Die  Stadt  Schaffhausen  im  Mittel- 
alter. (Ebd.  177.314.)  —  Ders.,  Schaff- 
hausen u.  d.  Eidgenossenschaft  bis 
z.  ewig.  Bunde  v.  1501.  (Festschr.  d. 
Stadt  Schaffh.  z.  Bundesf.  1901.)  — 
J.  H.  Blschlin,  Die  Stadt  Schaffh. 
im  17.  u.  18.  Jh.  (Festschr.  d.  Kant 
Seh.  409-58.)  —  W.  Wildberger, 
Polit.  G.  d.  Landsch.  Seh.  währ.  d. 
17.  u.  18.  Jh.  rEbd.  459-80.)       [2063 

Lfitolf,  K.,  G.  V.  Meierskappel.  (Ge- 
schichtsfreund 56,  1-152;  362.)   [2064 

Haller,  B«,  Bern  in  sein.  Kats- 


mannalfB,   146&-1665  (s.  1901,  22SU 
TL  m.    606  S.    6  M.  [20tt 


Hbm^  J.  A^  Chronik  d.  Mizktn 
n.  d.  Piarrei  Diessen ;  nebet  kun^ 
6.  d.  ehem.  ChorikermstiftM  DieMa 
DieMen,    J.    C.    Haber.    4*.    18«  i 

5  M.  [fm 

Orteer^  H«y  Straubing  in  sein.  Ver- 
gangenheit IL  Qegenwmrt  Stztob, 
Hirmer.    104  S.    1   M.  40.  [20(T 


»er,  T.y  IHn  OraSm  t.  Orlaaiai» » 
imbx,  (Mit*,  d.  V«r.  f.  0.s  n.  AMtmU«. 
■n  Knlün  n.  Boda  C,  l-U.)  ßm 

Zeniy  Vh»j  Die  HohenaoUern  v. 
Ansbach.  (Zorn,  Im  Neuen  BäA 
S.  108-S3.)  itm 

StelAeley  ▲•,  Bistom  AugBomg. 
fortges.  V.  A.  SchrGder  (t.  1901. 
2288).  Hfl.  47  (Bd.  VI,  337-4«! 
1  M.  8.  [3070 

Belechaery  €••  6.  v.  Wiiittanbexf 
inWortu.Bild.  Stntt^.^ZeüeritSdim. 
4».    692  S.  [2071 

Germaay  W.,  Chronik  v.  Schwtt 
Hall  u.  Umgeb^.  Schw.  HalL  Selbrt- 
verl.  1901.    367  S.    6  M.  [2072 

Ra«.   T.   OBeliB,   Hau.    O,  «.  19»,  m 
Yi«rta]j.iekr.  5,  969 1.  K.  BnuuMr. 

Sekwariy  B..  Danneraheim.  Orti- 
geschichtl.  Stoffe.  Rastatt,  Greiser. 
98  S.    1  M.  20.  [2073 

Wee^,  F.  T.,  Karlsrahe;  G.  d. 
Stadt  (s.  Nr.  279).  Lfg.  2i.  (Bd.  III, 
S.  561-640;  5  Taf.)    1   M.  [2074 

Stell,  A.,  6.  d.  St.  Pfonheim. 
Pforzh.,  Stadt.  Tageblatt.  1901. 
632  S.  [2075 

Sehwan,  B.«  6.  d.  St.  Ettluigea 
(s.  1902,  280).  Llg.  9-10.  S.  193-215 
u.  Anh.  S.  1-42 ;  Taf.  4  40  Fl  [2074 

HelUg,  A.,  G.  d.  Dorfes  Mfihlbtch 
von  d.  ätest.  Zeiten  bis  z.  Cregenwart 
Eppingen,  Lnz.    1901.    68  S.     [2077 

Bevit,  L'AlMce  »u  17.  dtele,  a.  IMI,  ttt 
Res.  BngL  hisi.  reriew  1&,  S7S-76  Bobcftioa; 
Hitt.  YierteU-tohr.  6,  S&9.6S  t.  BoiriM.  [WTS 

HavTlUer,  Fnaüoreioh  n.  BImm«  im  17. 
Q.  IS.  Jb.,  ■.  Nr.  989.  Bm.:  EUsft.  Jekib.  SS» 
176  f.  Meister.  [MTf 

Beeker,  Jos.«  G.  d.  Beichsvc^ 
Kaysersberg.  (Zt.  f.  G.  d.  ObeirL 
17.  90-122;  217-50.)  r20«0 

Apell,  T.y  G.  d.  Befestigung  d  siädt 
Strassbnrg  i.  E.  von  d  ältest.  Zeiten 
bis  z.  J.  1681.  Strassb.,  van  Hauten. 
Subskr.-Pr.  18  M ;  Ladenpr.  20  M.  [2081 

Henning)  JL^  Ans  d.  Anflüigen 
Strassburgs.  (Aus  „Strassb.  Festschr. 


Territorial-Oeschichte. 


•83 


z.  46.  Versammig.  dt.  Philologen 
etc.^^)  Strassb.,  Trübner.  1901.  S.  81 
-90.    60  Pf.  [2082 

Landsmann ,  Wissembourg.  Un 
fli^cle  de  son  histoire,  1480-1580. 
(Re V.  cathol.  d' Alsace  21 ,  136-63.)  [2083 

Stiere,  Zabern  im  Elsatt,  •.  IfOl,  2306. 
Res.  HiBt.Viertelj.tohr.  i, 55S  f.  t.  Borriei.  [8084 

Derlchsweiler,  6.  Lothringens,  •.  1901, 
SS09  Bez.:  Hist.  Jahrb.  92,  882-84  Wer- 
nerut.  [20H5 

Box,  N.9  Notice  snr  les  pajs  de 
la  Sarre  (s.  1901,  2311).  Bd.  11, 
Lfg.  24.    S.  731-76  [2086 

löst,  F.,  Offenbach  a.  M.  in  Ver- 

fangenheit  u.   Gegenwart.     Offenb., 
trausB.  1901.  212S.  5Taf.  3M.  [2087 

Schoop.  G.  d  Stadt  Düren,  •.  1901,  8S19. 
Bez. :  Zt  d.  Aachen.  G.-Yer.  28,  414-17  Tille. 
—  Brfill,  Chronik  d.  St.  DOren,  a.  Nr.  898. 
Bes.:  Bhein.  O.bll.  6,  94 f.  Hanptmann.  [8088 

Real,  J.,  Die  Rahestätten  d.  Grafen 

u.  Herzöge  v.  Geldern.  («=  Nr. 
2507.)  [2089 

Forst,  H.,  Die  territor.  Entwickig. 
d.  Fürstentums  Prüm.  (Westdt.  Zt. 
20,  251-88.)  [2090 

Wiltheim's,  Eust.,  Eist.  Werke; 
veröff.  V.  J.  Grob  (s.  1901,  2321). 
Forts.  (Ons  Hemecht  VIII.)        [2091 

Wolff,  J.  C,  G.  d.  Herrschaft 
Contem.  (Publications  de  la  Section 
hidt.  de  rinstitut  G.-D.  de  Laxem- 
bourg  51,  49-164.)  [2092 

Küborn,  H.,  Ospem  in  älter,  u. 
neuer.  Zeit.  (Ons  Hämecht  8,  17-26 
etc    314-21.)  [2093 

Pirenne,  H.,  G.  Belgiens  (s.  1901, 
302).  Bd.  U:  Bis  z.  Tode  Karls  d. 
Kühnen  1477.  Mit  1  Kte.  (G.  d.  europ. 
Staaten.  30.  Werk,  Bd.  H.)  Gotha, 
Perthes,   xxvnj,  594  S.    16  M.     [2094 

Blök,  P.  J«,  Gesch.  v.  het  Nederl. 
volk  (8.  1900,  326).  Deel  V.  1901. 
494  S.;  2  Ktn.    6  fl.  25.  [2096 

Bez.  T  Nr.  298  (Blök,  O.  d.  Niederlande): 
Litt.  Cbl.  1902,  Nr.  14/15  P.  K. 

Potter,  F.  de  en  J«  Broeokaert, 

Gesch.  van  de  gemeenten  der  provincie 
Oost- Viaanderen  (s.  1901,  2329). 
8.  Reeks:  Gent  van  den  oudsten  tijd 
tot  heden,  16.  aflev.  1901.  S.  1-268; 
7  Taf.    6  fr.  [2096 

Schmitt,  Helwig,  Zur  G.  d.  franz. 
Kolonie  Frankenhain.  (Hessenland 
1901,  Nr.  19  f.)  [2097 

Rilbel,  K.,  G.  d.  Frei-  u.  Reichs- 


stadt Dortmund.  Dortm.,  Koppen. 
64  S.    1  M.  [2098 

DShmann,  Die  Edlen  v.  Ascheberg 
u.  ihre  Burg  bei  Burgsteinfurt.  (Zt. 
f.  Vaterland.  G.  etc.  Westfal.  69,  l, 
214-26.)  [2099 

Weerth*  Das  lippische  Fürstenhaus 
u.  seine  Beziehgn.  z.  d.  Landgrafen 
V.  Hessen.  (Bll.  f.  lipp.  Heimatkde. 
n,  Nr.  8.)  [2100 

Uagena,  0.,  Jeverland  bis  z.  Jahre 
1600.  Mit  Kte.  (Sep.  a.:  Jahrb.  f.  G. 
d.  Hzgte.  Oldenburg.  Jg.  X.)  Oldenb., 
Stalling.    28  S.;  Kte.    60  Pf.     [2101 

Jargens,  0.,  üebersicht  üb.  d. 
ältere  braunschw.-lüneb.  G.  (s.  1901, 
2334).  H:  Von  d.  Errichtg.  d.  Hzgts. 
Braunschw.-Lüneb.  1236  bis  z.  Teilg. 
d.  Landes  im  J.  1267.  (Hanno v. 
G.bll    4,  529-43.)  [2102 

Berthean,  £••  G.  d.  Kirchenge- 
meinde Kirchwahlingen  u.  ürkunden- 
Buch.  Walsrode,  Gronemann.  1901. 
168  8.  [2103 

Doebner,  B«^  Studien  z.  hildes- 
heimisch.  G.  Hildesh.,  G^rstenberg. 
1901.    240  S.    3  M.  [2104 

Laders,  Adf«,  Das  ehemal.  Dorf 
Schoderstedt,  jetzt  e.  Wüstung. 
(Braunsch.  Magaz.  1901,  Nr.  14  f.)  [2106 

Bippen,  W.  t«,  G.  d.  St.  Bremen 
(s.  1900,  847).  Lfg.  7  (Bd.  Hl,  1-112). 
1  M.  10.  [2106 

Feldtmann,  £•,  G.  Hamburgs  u. 
Altenas.  Hamb.,  Selbstverl.;  Lpz., 
Haessel.  266  S.;  3  Ktn.  3  M.     [2107 

Wolter,  F.  A«.  G.  d.  Stadt  Magde- 
burg. 3.  Aufl.  Magdeb.,  Faber.  xj, 
336  S.;  Kte.    4  M.  60.  [2108 

Setzepfandt,  B^  Beitrr.  z.  G.  u. 
Topogr.  d.  Kreises  Wanzleben.  (G.bll. 
f.  Magdeb.  36,  342-64;  866-67.)  [2109 

Georg^,  Chm«,  Geschichten  zur 
Ortschaft  Lüttgenrode  im  Landkreise 
Halberstadt.  Tl.  I:  G.  d.  ehemal. 
Klosters  Stötterlingenburg.  Oster- 
wiek  Harz.    1901.    28  S.  [2110 

Heine,  K«,  Nordhausen  u.  Preussen. 
Nordh.,Homickel.ll9S.lM.26.  [2111 

Pallas,  K.,  G.  d.  Stadt  Herzberg  im 
Schweinitzer  Kreise.  Herzb.  (Elster), 
Selbstverl.     1901.    498  S.    Vgl.  Nr. 

809.  P^^2 

Naumann,  L«,  Skizzen  u.  Bilder 
zu  e.  Heimatskde.  d.  Kreises  Eckarts- 
berga  (s.  1901,  2012).  Hft.  HI.  96  8. 
1  M.  [2118 


«4 


Bibliographie  Nr.  2114—2164. 


Hchmidt,  Hemi.,  Arnstadt.  (Alt- 
Amstadt  1,  3-18.j  —  E.  Einert,  Aus 
Schloss  Neidecks  Vergangenheit. 
(Ebd.  23-34.)  [2114 

DeichmftUer,  O«.  6.  d.  Dorfes  u. 
d.  Kommende  Lieostedt;  Beitr.  z. 
thüring.  Orts-G.  (s.  1901,  2847). 
Schluss.  (Zt.  d.  Ver.  f.  thür.  G.  12, 
489-646.)  [2116 

Bergner,  H.,  Rincrwälle  u.  Burg- 
ruinen im  Amtsbezirk  Kahla.  ^Mitt. 
d.  Ver.  f.  G.s  u.  Alterts  kde.  zu  Kahla 
u.  Roda  6,  26-86.)  [2116 

Leipoldt,  H.^  G.  d.  Kirchfahrt 
Culitzsch  mit  Niedercrinitz  1300  bis 
1900.  Kirchberg,  Druck  v.  Kandel. 
1900.    86  S.  [2117 

Jahn,  K.  u.  A.,  Groitzsch;  Stadt-G. 
im  17.  Jh.,  1601-1700.  Groitzsch, 
Reichardt.    1900.    31  S.  [2118 

Pfaa,  W.  C.«  Einzelheiten  a.  d. 
Gebiet  d.  Rochlitzer  G.  (s.  Nr.  822). 
Lf.  2:  Grundzüge  d.  älter.  G.  d.  Dorfes 
Seelitz  u.  seiner  Kirche.  67  S.  [2119 

Silbermann,   R.  u.   Fr.   Bnsck, 

Chronik  v.  Pretzschendorf  mitRöthen- 
bach  u.  Friedersdorf.  Frauenstein, 
Druck  V.  Geissler.  1900.  239  S.  [2120 


Prats,  Preust.  G.  Bd.  I  n.  ü.  •  1901,337. 
Bes.:  Balt.  MonaUtchr.  60,  X95-99.  —  Vgl. 
K.  Lohmeyer,  Die  Darstellg.  d.  G.  Alt- 
preutsens  in  d.  preust.  O.  t.  H.  Pmii.  (=  Nr. 
18()7.)  KönigBb.,  Dr.  t.  Krause  A  E.  1901. 
91  S.  [81S1 

Reiche,  R..  Und  dennoch  Kenitz- 

Kin^ö-Königsoerg.    (Schrr.  d.  Ver.  f. 

G.    d.    Neumark    12,   81-214.)     Vgl. 

*99,  65  u.  '99,  336.  [2122 

Geschichte,  Mecklenburg.,  in  Einseldar- 
■tellgn.  (■.  Nr  827).  Hft.  IH  a.  Nr.  9760.  [2129  a 

Dragendorff,  £.,  Die  Befestigungen 
Wamemündes.  (Beitrr.  z.  G.  d.  Stadt 
Rostock  3,  m,  69-94.)  [2123 

Wehrmann  9  M.,  Aus  Pommerns 
G.;  6  Vorträge.  Stettin,  Saunier. 
103  S.    1  M    60.  [2124 

Kwiecinski,  M«,  Das  Wichtigste 

a.  d.  G.  V.  Görlitz.     GörL,  Vierbng. 

364  S.    3  M.  [2126 

Sembrltzki,  G.  d  kgl.  preuss.  See-  u. 
HandelBstadt  Memel,  •.  1901,  350.  Bes.: 
Forachgn.  z.  brandb.  u.  preuas.  G.  14,  678-><0 
Seraphim ;  Allg.  Litt.bl.  luOl,  Nr.  80  Tüle.  [2196 

Sommerfeldt,  G.,  Gehl  weiden  u. 
Gross-Rominten  in  Urkk.  u.  Akten 
d.  16.  bis  19.  Jh.  Braunsb.,  Druck  d. 
ermländ.Zeitungsdruckerei.44  S.  [2127 

Bez.:   Dt.  Litt. -Ztg.  1909,  Nr.  17  Joachim. 


Hollaiftder,  B«  A.,  ZeitstrOmunga 
u.  Vorgang  d.  Mittelalters  in  üa. 
Einflüsse  auf  d.  Be^ründg.  d.  livländ. 
Kolonie.     (Balt.  Monaisachr.  63.  71- 

91.)  [2m 

3,  Cf^schi^ihte  einzeiner 

a)   Verfassung. 

(Beieh,  Territorien,  SUkdte.) 

Barge^  H.,  Die  Entwicklg.  d.  dt 
Monarchie.  (Gienzboten  11K)1,  II,  49- 
67;  109-17.)  [2129 

Zorn  9  Ph«,  Das  alte  u.  d.  neue 
Reich.  (Zorn,  Im  Neuen  Reich.  S.  1- 
21.)  [2130 

Figehel,  A..  Das  Gsterr.  Sprachen- 
recht. Eine  Qaellensammlg.,  einge- 
leitet u.  hrsg.  Brunn,  Irr^gang.  1901. 
Lxxxvirj,  269  S.    4  M.  60.  [2131 

Bei.:  Zt.  d  dt.  Ver.  f.  O.  MAhre&f  i. 
Sohleaiens  6,  84-86  Breihola. 

Pnntsehart,  P.^  Herzc^seinsetig. 

u.  Huldigung  in  Kärnten.  (Zt  d.  dt  iL 
österr.  Alpenvereins  32, 123-37.)  [2132 

Bes.  d.  Hanptachrin,  s.  1901.  ttfl.  Xitt. 
d.  Inet.  f.  Oeterr.  QtoTmehg.  13,  Sll-99  «■ 
Garinthia  I,  Jg.  92,  33-^0  t.  Jakaeh. 

Sartori  •Montecroee,    T.   B.  t., 

Beitrr.  z  österr.  Reichs-  u.  Rechts-G. 
(8.  '96,  606).  Tl.  H:  G.  d.  landwiit- 
schaftl.  Steuerwesens  in  Tirol  von 
Kaiser  Maximilian  I.  bis  Maria  The- 
resia.   334  S.    6  M.   40.  [2133 

Mayer,  W.,  Obrigkeitl.  Verorongn. 
a.  d.  17.  u.  18.  Jh.  (Mitt.  d.  Ver.  f. 
Gr.  d.  Dt.  in  Böhmen  40,  367-78.)  [21S4 

Kaindl,  B«  F.,  Das  Ansiedlnngs- 
wesen  in  d.  Bukowina  seit  d^oe- 
Sitzergreifung  durch  Osterreich.  Mit 
besond.  Berücke,  d.  Ansiedig.  der 
Deutschen.  Mit  Benutzg.  d.  nrkdl. 
Materialien  a.  d.  Nachlasse  v.  F.  A. 
Wickenhauser.  (=  Nr.  1956.) Luib- 
br.,  Wagner,  xvg,  637  S.  12  M.  60.  [2136 

Bei.:  Litt.  Cbl.  190S,  Nr.  1^16  Km. 

Kaiser,  S.  u.  J.  Strickler,  6.  u. 
Texte  d.  Bundesverfassungen  d. 
Schweiz.  Eidgenossenschaft  von  d. 
Staatsumwälzg.  bis  z.  Gegenwart 
Bem,Wyss.  1900.  607S.  7fr.  60.  [2186 

Bächtold,  C.  A.,  Wie  d.  Stadt 
SchalBThausen  ihre  Landschaft  erwarb. 
(In:  Festschr.  d.  Stadt  Schaffh.  l 
Bundesfeier  1901.)  —  K.  Henkinff^ 
Die  Landschaft  d.  Kantons  Schi£ 
hausen  im  spätem  Mittelalter.  (Fest- 


VerfasBUDgageBchichte. 


sehr.  d.  Eaat.  Schaffh.  z.  Bundesfeier 
1901,  S-  315-03}  —  W.  WUdberger, 

DieLandBchaftimie.  u.  17.Jh.  (Ebd. 

389-409-1  [2137 

Schäfer,  R.,  Die  Hark  Alteastadt. 

(Mitt,  d.  oberhcBB.  G--Ver.  N.  F.  10, 

[2138 


Qiaaä 


,  Slud 
«hart  Va 
:    AI  Ig.    Li 


>.  d.  B<i)l 


EiptDM  iili» 

Seelig,  0>,  HombnrgiacheB  Staate- 
recht  auf  geschichtl,  Grundlage.  Hftin- 
burg,  Gräfe  &  8.   141  8,   SM.  [2140 

Stellg,  Gsichlohll.  EDtwidklg.  d.  huubarg. 


•Udl,  Hildeihalm,  Mlgdflb.  D.  Mirisb.,  >. 
IMI,  UU.    {ADcb  ■!•  UOttlng.  DlH.  ench. 

Hang,  H.,  DaB  kurfürstl.  Amt 
Dresden  v.  ll,  bis  z.  19,  Jli.  (=  Nr. 
2660.)  Dresd,,  Baenack  80  S.     [2143 

Zorn,  Ph.,  Königtum  u.  Verwalt^. 
in  PreuSBen,  (Zorn,  Im  Neuen  Reich 
S.  »8-107.)  [2144 

Gelpke,  F.,  Die  geechtchtl.  Ent- 
wickig.  d.  LandratBamtes  d.  pieua». 
Monarchie  tut.  besond.  BerücReicht. 
d,  ProT.  Brandenb.,  Pommern  u. 
Sachaen.  (Aub:  Verwaltungsarchiv.) 
Bert-,  Heymann,    122  S,    2  M.  [2145 

■illrentedt,  0.,  Die  oberländ. 
Hauptämter  u.  Landgerichte  nebBt 
ihr.  Verwaltern,  (Oberland.  G.bll.  S, 

1-73.)  Vgl.   Nr.   356.  [2146 

SUSI  T.  HoUtelB,  Baron  lt.,  Zur 

G.  d,  livländ,  Privilegien.  (Salt. 
MonatBBchr.  61,  1-30;  81-98.  —  Vgl.: 
Ebd.  49,  238-48;  311-19;  391-401.) 
Vgl,  Nr.  3614.  [2147 

Bcio«,  I-,  TsrrdloTiom  D  SUdl,  i  IMl, 
MS9.  Ru,:  Juhrb.  (.  Onetigabg.  15,  11M-4& 
KttntMl.  —  Vgl.:  iiiitgegng,  T.  Below  u.  Br- 
" "■   ■   'l.8a,5Mf.)   [»ÜB 


Hegel, 


BigrO»! 


I  0,-Ver.  28,  171-289.)  Sep.  Marb.  Diw- 
.  Aachen,  Cremer.    2  M.  [2151 

Rsi.:  D(.  Llu.-Zlg.lSDS,  Nr.B  OppenDina. 

Doebner,  R.,  Die  Stadtverfaaag. 
HildeaheimB  im  Hittelalter.  (Doebner, 
Studien  z.  hildeah.  0.  S.  1-15.)  [2152 

Thlemsun,  C,  Die  HaechgemeiDda 

1   in  Göttingen.  (Protokolle  d,  Ver.  f.  G. 

Götting.  Bd.  n,  Hft.  4, 186-207.)  (216M 
!  HUlc,  G.,  Die  AuBprüche  d.  Stadt 
,  Kiel  an  d.  Kieler  Hafen.  (Zt.  d,  Gea. 
I  f.  achleaw. -holst.  G.  31,  87-114.)  [2164 
'  HKn88,  J.,  Mitt.  a.  d.  Eämmerei- 
I   rechngn.  d.  Stadt  Hagdeburg  im  17. 

u,  18.  Jh.  (G.bll.  f.  Magdeb.  36,  285- 
'   313.)  [2166 

I  Rachel,  W<,  VerwaltungsowaniBa- 
1  tion  u.  Ämterwesen  d.  Stadt  Leipzig 
!  bia  1627,  (=  Vni,  4  v.  Nr,  2409.) 
'   Lpz  ,  Teubner.  inj, 226  S.  Subakr-Pr. 

8  M.  20,   Einzelpr.  7  M.  20.      [2166 

Leagmlek,  Jm  publicum  clilUtli  Gadi- 
I    0011.  ^i  Am.  IW«,  läl-fis'petlb'.oh.     [ilii" 

Jahrb.  f.  GBBstigsbg.  lii,  Ko-Si  Nandt.  (»SS 


m    Liu.-Zlg,   1901.  Nr.  S  Oppennum.        [tU9 

Bejerle,  E.,  Grundeigentumaver- 
hältniBse  n.  Bürgerrecht  im  mittelalt. 
Eonstanz  (a.  1901,  2434).  Bd.  U:  Die 
Konatanzer  Grundeigentumaurkk.  d. 
J.   1162-1371.  536  S,   16  M.         [2160 

Hoeirier,  H.,  Entwickig.  d.  kom- 
munal. VerfaBBg,  u.  Verwaitg.  d.  St. 
Aachen  bia  z,  J.  1460.  (Zt.  d.  Aachen. 


CroDD,  6.,  Entatehg.  d.  Zunft- 
wSBena.  Harburg,  DiBB.1901. 89  S.  [2159 

Bei.:  DL  lAtl.-itg.  19.M,  Nr,  li  KieUchel. 

ütallra,  S.,  Daa  Gewerbe,  1208- 
1627,  (Sep.  a.:  Geschichte  d.  SUdt 
Wien;  hrag.  v.  Altert, -Ver.  zu  Wien.) 
Wien, Holzhauaen.  1901.  gr.fol,  1808.; 
7  Taf.    44  M.  [2160 

Bei,:  Dt.  Litt,-Ztg,  IM»,  Ni.  Ifi  Bllchar, 

FrKBZ,  A.,  Mährische  Zunfttmhen. 
(Zt  d.  mähr,  Landeamuaeoma  1,  77- 
136.)  [2161 

DomUBB,  M.  T-,  Die  Eerbomer 
Zflnfte  n.  ihre  VerfaaBungen.  (Ann.  d. 
Ver.f.naBB.Altertkde. 32, 60-97.)  [2162 

Otto,  E..  Dag  Butzbacher  Woll- 
webergewerbe im  14.,  15.  n.  16.  Jh. 
mit  e.  Beilage:  Rechnung  d.  Wollen- 
handweika  v.  1597.  (Hitt.  d.  oberheaa. 
G.-Ver,  N.  F.  10,  86-118.)  —  B. 
Sehldel,  Satzgn.  d.  WoUweberznnft 
zu  Butzbach  t.  1478-1492.  (Ebd.  82 
-85.)  [2163 

Sehloemer,  H.,  Streitigkeiten  d. 
Qilden  Einbecka  mit  n.  vor  dem  Rate. 
^annov.O.bU.  4, 561-58.)  — ff.Feise, 
Noch  einmal  Qb.  d.  Schumacheni-  u. 
andere  Handwercka-knechte  in  Boden- 
werder. (Ebd.  5,21-26.)  Vgl.  Nr.  869. 
[2164 


^86 


Bibliographie  Nr.  2166— M16. 


b)   WirtschaftS'  und  Sozialgeschichte. 

(Lftndliohe   Verh&ltniue;  Gewerbe;   Handel; 
Verkehr.  —  StAnda,  Juden.) 

Bleher,  EnUtehg.  d  Yolkiwlrteoh&ft  Anil.  S, 
■.  1901,  nst.  Res  :  Hist.-poUt.  Bll.  1S8,  8S8- 
44  Frx.  Walter.  [S166 

Witte,  H.,  OrUnamenforsohg.  n.  Wirt- 
■chafts-0    (Dt.  G.bU.  ft,  IM-M;  809-17.)  [2166 

Beiträge  z.  Wirtschafta-G.  Thü- 
ringens, hrsg.  V.  d.  thür.  bist.  EommisB. 
Bd.  I:  W.  Stieda,  Die  Anfänge  d. 
Forzellanfabrikation  auf  d.  Thürin^r- 
walde;  volkswirtsch.-hist.  Studien. 
Jena,  Fischer.    425  S.    8  M.       [2167 


Schaller,  G.  A.,  Plan  f.  d.  Neuanfbahme 
agrarhUt.  Forechgn.  auf  d.  Gebiete  lAcbe. 
Kolonisation  in  8iebenbar(r«n.  (Korr.-Bl.  d. 
Yer.  f.  siebenborg.  Ldkde.  85.  45-49.)      [Slü8 

Elleiing.  B.,  Die  Allmenden  im 
Grhzgt.  Baaen;  bist.,  statist.  u.  wirt- 
scbattl.  Studie.  (Volkswirtscbaftl.  Ab- 
hdlgn.  d.  bad.  Hochschulen.  V,  6.) 
Tübing.  &  Lpz.,  Mohr.  99  S.  3  M.; 
Einzelpr.  4  M.  [2169 

Meitzeiiy  A..  Zur  Agrar-G.  I^ord- 
dtlds.  (Aus:  „Der  Boden  u.  d.  land- 
wirtschaftl.  Verhältnisse  d.  preuss. 
Staates.")  Berl.,  Parey .  1 76  S.  6  M.  [21 70 

ZinmiermaBii ,  P.,  Die  Bittergutsbesitaer 
d.  Hrsgts.  Brannvchweig,  1501 — IMO.  (Brann- 
sohw.  Hagaa.  1901,  Nr.  18-80.)  [8171 

Hoiwald,  A.  Frhr.  t.,  Zur  G.  d.  Mal- 
deuten'soben  Gütar.  (Oberl«nd.  G.B11.  IIL)  — 
O.  Sommerfeldt,  Zur  G.  d.  ehemal.  Habers- 
dorfr sehen,  jetst  Finokenstein'sohen  Güter 
im  Kreise  Bosenberg,  Westpr.,  165S-1788. 
(Ebd.  IV.)  [8178 

Hansrath.  H.,  Dtlds.  Wald  im 
Wechsel  d.  Zeiten.  (Beil.  z.  AUg.  Ztg. 
1901,  Nr.  284.)  [2173 

Tille,  A.,  2  Waldordnungen  a.  d. 
Herzogtume  Jülich.  (Zt.  d.  Aachen. 
G.-Ver.  28,  1-30.)  [2174 

Zxcha,  Das  böhm.  Bergrecht  d.  Mittelalters 
auf  (Grundlage  d.  Bergrechts  ▼.  Iglao,  s.  1901, 
8871.  Beg. :  Hitt.  d.  Inst.  f.  Osterr.  G.forsohg. 
23,  S29-SS  Brethols.  [8175 

Wappler,  Ueb.  d.  alte  Freiberger 
Berg-Knapp-  u.  Brüderschaft.  (Mitt.  d. 
FreibergerAltert.-Ver.37,48-71.)[2176 

Zivler,  G.  d.  Bergregals  in  Schlesien,  s. 
Nr.  386  Beg. :  Hist  Jahrb.  83,  883-25  A.K.  [2177 

Fechner,  H«,  G.  d.  schlesisch. 
Berg-  u.  Hüttenwesens  in  d.  Zeit 
Friedrichs  d.  Gr.,  Friedrich  Wil- 
helms n.  u.  m.,  1741-1780  (s.  Nr.  387). 
Forts.  (Zt.  f.  Berg-,  Hütten-  u.  SaUnen- 
wesen  49,  487-669.  50, 140-228.)  [2178 


Beck,  L.,  G.  <L  Eiaena  (a.  Kr.  368). 
V:  19.  Jh.  l£g,  6-6.  8.  705-lOftt 
^  5  M.  [2179 

Mfllinery  A«,  Das  Eisen  in  Knia 
(8.  Nr.  890).  Fort«.  (Argo  9,  121-M: 
138-41;  157-66.)  [2180 

Senat  9  O.y  Die  Metallapielwarea- 
industrie  n.  d.  Spiel warenhandel  t. 
Nümb.  u.  Fürth.  &Ianff.  Dias.  FürtL, 
Schmittner.    95  S.     l   M.  50.      [2181 

Yflllers,  Ueb.  d.  Entwicklg.  d.  zim 
ehemal.  Füratentam  Paderborn  in 
Beziehungen  gestand.  Salinen  Sali- 
kotten,  Westemkotten  u.  Salxnfleo. 
(Zt.  f  vaterl.  G.  etc.  Westfal.  59,  H 
167-95.)  [2188 

FlfMB,  G.  d.  koraloha.  Salswaeans  kii 
16S6,  s.  »98«  S69.  (8S  8.  mim  I^p«.  Dies,  gedr.) 
Bes.:  N.  Aroh.  f.  sich«.  O.  80,177  (Wottkc).- 
D  e  r  s. ,  Die  korsldit.  Tloaäkoatrakte  nlk  d. 
Stadt  Halle.  (N.  Aroh.  f.  aaoha.  G.  9S,  U-9t)  [SUt 

Kinder,  J.  C,  PlOner  Spitzen- 
klöppelei. (Zt  d.  Ges.  f.  schlesw- 
holst.  G.  81,  166-76.)  [2184 

Schroetter,  Frdr,  Frhr.  t.,  Die 
schlesische  Wollenindnstrie  im  18.  Jh. 
(8.  ^99,  368).  Tl.  m.  (Forschgn.  i. 
brandb.  n.  preuss.  G.  14, 631-6S0.}  [2185 

Sohmoller,  G.,  Die  histor.  Lohn- 
bewegung V.  1300—1900  u.  ihre  Ur- 
sachen. (Sep.  aas:  Sitzungsberr.  d. 
Berl.  Akad.)  Berl. ,  Reimer.  16  8. 
60  Pf.  [2186 

Tack,  J.,  Die  Hollandsgäi^^ 
in  Hannov.  u.  Oldenburg;  e.  Beitr. 
z.  G.  d.  Arbeiter- Wanderg.  (Volk»- 
wirtschaftl.  u.  wirtschaftsgeschichtL 
Abhdlgn.,  hrsg.  v.  W.  Stieda.  Hft.  H.) 
Lpz.,  Schunke.  xr,  217  S.  6M.  [2187 

Schilt«,  G.  d.  mlttelaltarl.  iT%*»iiaif  «. 
Verkehrs  iw.  Weatdtld.  n.  Italini,  a.  Nr  S9& 
Bes. :  Westdt  Zt.  80, 848-50  Oppermaaii;  An^ 
stör.  lomb.  1901,  Deo.,  S8S-9S  Verg»;  Beü 
della  Society  parase  di  storia  fiatria  Am>ft  ], 
Paso.  8  B.  Ml^)ooohi;  AUg.  Iiitt.bL  1901,  Nr.  l6 
Heimelt ;  Hist.  Jahrb.  83, 98-106  Bttchi ;  Jahrbb. 
f.  Natioi.alökon.  77,  5*«a-<7  Sommarlad;  IH. 
LiU..Ztg.  1908,  Nr.  19  Hamp«;  Bar.  crlt  190t, 
Nr.  80  B.  £siM 

Siels,  Beltrr.  s.  G.  d.  dt.  Hjam  bis  vm 
d.  Mitte  d.  16.  Jh.,  ■.  1901 ,  877.  (BrMlaaec 
Habilit-Schrift.)  Bes.:  Dt.  Idtt-Ztg.  1901, 
Nr.  10  Koppmann.  pm 

Kanter,  H«,  Die  EntwicUg  d. 
Handels  mit  gebrauchsfertigen  Waren 
von  d.  Mitte  d.  18.  Jh.  bis  1866  so 
Frankf.  a.  M.  (VolkswirtschaflL  Ab- 
hdlgn. d.  badisch.  Hochschulen  V,  8 ) 
Tübing.  &  Lpz.,  Mohr.  143  S.  Abonn.- 
Pr.  4  M. ;  Einzelpr.  5  M.  [2190 


Wirtachafto-  und  Soii&lgescliiclite. 


•87 


Bflnccke,  IT.,  Zu  O.  d.  IiOnabn^arBkU- 
weinkeUen.  |Jihni)>eiT.  d.  Uuteumi-Vsi.  t. 
d.   FUntsnl.  LHaab.  1889,1901,  1-63.)         [tl9I 

Kinder,  J.  C,  Plöner  Handela-  u, 
Geldgeschäfte  im  17.  Jh.  (Zt.  d.  Gea. 
f.  9chle8w.-hoUt,  G,  81,  186-96.)  [2192 

ScbottmOller,  K.,  Handel  u.  Ge- 
werbe im  Reg. -Bez.  PoBeii  big  z.  J, 
1851.  (FestHchr.  d.  Handelakammer 
iPosen  1901.)    i".    66  S         [2193 


:  Jahtb 


»albt. 


Hef  er  v.  EnonaD,  G.,  Mittelalter!. 
Yerkehr  u.  Bändel  üb.  unsere  Alpen- 
passe.  (Jahrb.  d.  Schweizer  Alpen- 
kluba  Jg.  36.)  [Ä194 

Burckliardt  -  Bledermana ,  Die 
Strasse  üb.  d.  oben  Eauentteiu  eud 
Basier  Jura  (e.  Nr.  407),  Schlnas, 
(Basler  Zt.  f.  G.   1,  163-201.)     [2196 

f.'otcen.  a.roncbg.  Ü,  ITl-IB  Msmmar.  [SIM  | 
Koller,  F.,  Alte  Strassen  in  Hesseii 

C«.  "96, 2307).    Forts.    (Westdt.  Zt.  20,   ' 

210-26;  Taf.  9.)  [2197   I 

Anibt»t,  h..  Von  dar  Dlsd*rlisiilioban 

7Iu>B9chiD>liil.(HeHauUndIil01,I'r.lgf.|(»98 

Baamelgter,  F.,  Zur  G.  d  Post 
in  Bäbmen.  (Frager  Togebl.  April 
1901,  Nr.  98;  99;  101;  109;  llö.)  [2199 

Weber,  Fr.,  Post  u-  Telegraphie 
im  KgT.  Württemberg.  Unter  Mit- 
wirkg.  V.  Fachmännern  [Haase, 
Schüttle,  Sautter]  verf.  Stuttg., 
Kohlhammer.  1901.  S42  S.  8  M.  [2200 

Rci.:  Ulli.  Jlhrb.  23,  H7(.  J.  B. 

(jroase,  B.,  Das  Poetwesen  in  d. 
Kurpfalz  im  17,  u.  18  Jh.  (Volks- 
wirts chaftl.  Abhdlgn.  d.  badisch. 
Hoch3chLilen.V,4  U.Heidelberg,  Disi.) 
Tübing.  &  Lpz,,  Mohr.  87  S.  Abonn.- 
Freis  2  M.  60;  Einielpr.  3  M.  [2201 

Susebkcb,  H.,  Zur  G,  d  Fostwesens 
d.  Stadt  Güttingen.  (Protokolle  d. 
Ter  f.  0.  Götting.  Bd.  H,  Hfl.  4, 
115-43)  [2802 

Schacht,  B,,  Das  Poatweaen  in 
Brauuschw.  (s.  '09,  2277).  ForU. 
(Brauu8chw.Magaz.l902,Nt.3.)  [2203 

Ehrenberg,  B.,  Grosee  Vermögen; 
ihre  Eutstehg.  u.  ihre  Bedeutg.  Die 
Fugger  -  Rothschild  -  Krupp.  Jena, 
Fiedber.   210  S.   S  M,  [2204 

Starzer,  A.,  Das  k.  k.  Versatzamt 

in  Wien  v.  1707-1800.    Wien,  Man». 

1901.    104;   89  8.  m.  19  Beilagen  u. 

Tabellen.  [2206 

Hlitor.  VIertalJaluHlulft.  IM».  3.    hOMog. 


Knott,  B.,  Ueb.  d.  Lebensmittel- 
preiae  in  d.  Teplitzer  Q^end  im  16. 
bis  18.  Jh.  (Sep.-Abdr.  a.:  ThKtig- 
keitsber.  d.  Teputzer  MuseumsgeseU- 
sch.   1900.)    11  S.  [2206 

KOpl,  K.,  G.  d.  k.  k.  freiweltlich 
adelig,  Damenstift  zu  den  hl.  Engeln 
in  Prag.  Prag,  Verl.  d.  Domenatift. 
1901,    4».    J7l;  cxiiv  S.  [2207 

Ilae,  Die  altpreuss.  landesherrl, 
FrAuleinitifter.  Ihre  Entatehg.,  Ent- 
wickelg,  u.  jetzige  Verfg.  I:  Das 
Marienatift  zu  Königsberg  (Pr.);  U: 
Das  Fräuleinstift  zu  Lippstadt.  Berl., 
Pasch.  4°,  66;  74  S.  26  M.  70.  [2208 


Koiralewshr,  H.,  Rom.  u.  german. 
Elemente  in  d.  Entwickig.  d.  mittel- 
alt. Gutsherrschaft  u.  d.  Dorfgemeinde. 
(Kowalewskj,  Die  ökoa.  Entwickig. 
Europas  bis  z.  Beginn  d.  kapitaliat. 
Wirtschaftaform.  I,  Uebers.  d.  russ. 
Originals.)  (Biblioth.  d.  Volkswirt- 
achaftfllehie  etc.  XI.l  Berl.,  Prager. 
1901.    uinj,  639  S.  7  M.  50.     [-2209 

Em.  ;  J«lub.  (,  Oeieugebg.  M,  *S&-a!  3  Loli« ; 

Knapp,  'Hl.,  Die  Orundherrschaft 
im  sSdwestl.  Dtld.  vom  Ausgang  d, 
Mittelalters  bis  zu  d.  Bauernbefrei- 
ung; d.  19.  Jh,  (Zt.  d.  Savigny-atiflg. 
f  Bechta-G.  22,  Genn.  AbUg.,  48- 
108.)  [S210 

Cohen.  A.,  Der  VerfaU  d.  Adela 
a.  d.  erdien  AmortisationaKesetze  in 
Baiem.  (Beil.  e.  AJtg.  Ztg.  1902, 
Nr.   16.)  [3811 

Orfltter,  F.,  Der  BauerastaDd 
im  Loingau  w&hr.  d.  Mittelalters, 
(Eanuov.  G.bll.  4,  644-61.)  [2818 

FlehB,  H.,  Beitrr.  z.  Q.  d.  Agrar- 
vertg.  u.  d.  Nation alit&tenTethUtmiiae 
inWestpreussen.  (Mitt.d.  westprenss. 
Q,-Ver,  1,  3-6.)  [2218 

Bfthme,  K.,  Outeherrlich -bäuer- 
liche Verhältnisse  in  Ostpreussen 
währ.  d.  B«fonnzeit  v.  1770  bis  ISSO. 
Gefertigt  nach  d.  Akten  d.  Gatt- 
archire zu  Asgerapp  u.  Or. -Steinort, 
(Schfflollera  ataate-  a,  aozialwias. 
Forschgn,  XX,  3,)  Lpz.,  DuDcker  ft 
H.  107  3,  8  M.  60.  (82  8.  euch,  ab 
Diss,)  [82U 


Bibliognpbie  Nr.  SSlft— SSSB. 


6  (8cbluM-)Lfg.  Berl .  Simion.  i\ 
S.  831-870  Sobakr-Pi-.:  3  M.  aOj 
L&denpreit  1  H.  [SSIO 


t  bflKBd  B*diM3htnKhin«  j 
Mrt.  -uuar.  J' 


Itlll 

Unmwftldf  ■.,  Ana  d.  Hambaroier 
StaatsarchiT:  Beitrr.  i.  Q.  d.  Jaden 
in  Prag,  Wien  n.  Hamburg.  Beri., 
Poppelauer.     26  S-     60  Pf.         [8817 

nenbilrrer,  F.,  Daa  Sonderrecht 
d.  gemeinen  Jadenachafl  in  FQrth 
n.  in  dessen  Amt  im  IB.  Jh  I;  Daa 
VerfaBBUngarechl.  Fürth,  Roaenberg. 
18  8     90  Pf.  [2818 

Baabcr«*r,  V.  L.,  Balti.  i.  O.  d.  Judan 
tu  BtdBD;  DalKui»»!«  m.  O.  d.  Booliit-ZtiiKir. 
Sttlituit.  PlUm*7«r.    MS.    K  PI.        (111* 

RothachUd,  8..  Du  Archiv  d. 
jüdischen  Gemeinde  v.  Woima.  (Beil. 
z.  AUg.  Ztg.   1902,  Nt.  22.)        [2220 

BtAnn,  M.,  G.  d.  Juden  in  Schle- 
sien (s. '97, 2233.)  III.  1901.  S.  81-104 
u.  ixiv-Lii.     1  M.  [S2St 

c)  Bechl  und  GerüAt. 

BrmBHar,  H.,  Orundiag«  d.  iL  Kechts-O., 

1,  HWl,  MM.    R«.:  Dl  Lill -Ztg.  1»1,  Nt.  « 
stau ;  Hllt.  TIITUll-Kbr.  &,  ig  Kounth*!.   [MM 


i9ro.  {!»& 

Fricit  D  LltitgMag,  Magdeb,  Schoiraii- 
iptucba    ■    Nr.  idOB.  (!j«a 

Renbold,  W.,  Geecbichtl.  Notizen 
fib.  Gerichts-  u.  GeffingniBB- Lokale 
zu  WürzbuFK.  (Arch,  d.  biet.  Ver. 
V.  Unterfranken  etc.  48,  167-205.) 
Sep.  Würzb.,  Stahel.    1  M.  20.  [2227 

Nchtll,    0-,    1    mlU,  aartahlHtlUeD    In    d. 
Bhainlundaii!  Paldklnhan  b.  Ntavlsd,  KtU-    ' 
bürg  In  d.  EIM,  Bamllnsrkda  a.  Wildbsrg 

4I-4B;  IH-BB.)  l»»ai    I 

Schmitz,  J oh.,  Die  Gogerichte  im 

ehemalig.   Hzgt.   Westfalen.      (Zt.   f 
vaterl.    G.    etc.    Weatf    69,   U,    98-   I 
166.)  [2229    I 

LMihird,   H.,    Znt  Friga   d.   Oaricbii-    i 
■IkudH  d.  Buohlilndlar,  -drnokar  nnd  -bindar 
In    Wlttenbarg    a.    udar.    dt.    DnlTanldti-    i 

bibllolhehiwl».  Arbilun  ib,  15-K.)        IStw 

Mej'er,  Herb.,  a)  Entwertung  u.   I 
Eigentum    im    dt.    FahroiBrecht;    e. 
Beitr,  z.  G.  d.  dt.  Privatrechts  n.  d. 
Judenrechts    im   Hittelalter.     Jena, 
Fiacber,    xvij,  314  S,    10  M,    b)  Die  i 


EinUndaehftft  Diu.  Bivslftn,  Hacat. 
1»00.   z^j,  110  S.    3  M.  [IUI 

Bu.T.b.^  ZV  d.  SarlgnT-StiAK-  tBattW- 
O.  rt,  Sera.  Abtls.,  44af.  Barari*. 

Hudrj,  G.f  Das  württb.  Print- 
recht. Bd.  U:  Die  gaellen  TL  L 
(7  Lfgn.)  Tabin^.,  Mohr.  1901  f.  n, 
«99  8.  6  H.  60.  —  idg  8  n.  } 
(Tl.  n,  1-160).    S  M.  [MB 

BrtnMeek,  W.  t-,  Znr  O.  d.  Btgt- 
atolienrechta.  (Zt.  d.  S«TiKti7-SÜ&. 
f  Rechte-G,  2S,  Genn.  Abtlg.,  1-4«.,- 
Boden,  Daa  altnonrc^.  Stammgäta- 
recht.    (Ebd.  109-64.)  [im 

Merkel,  P.,  Die  Urkande  im  ä. 
Strafrecht.  HOach.,  Beck.  li,  50i& 
12  M.  [MM 

Btataehal,  8.,  OotUanrtaU  oder  MiL 
(B«lanc;Uap   f.  pro».  ThsoL  7,  I»-».)  (»1 

Cbrl8tenB«n,  Cfa.  T..  Baarepr^im 
Dens  historie  og  etillinff  i  fortideai 
reta-  OK  nataropfattelaerEjebenbaTB, 
Nordiake  forlag.   19O0.   289  S.  [iä« 

Bai.:  ZL  d.  SaUgar-Stifts.  l  B>>cku.S. 
n,  0«tn.  AbUg.,  taV-Ml  PuppulMia-  Eiit 
VlartalJ.icilii.    f.    GMata^abg.   «ts.   *3,  au-i 

ParraakalB,  M.,  MooriaiebBL  (XU 
SiTlgDi-BIlftg.  t  Baabto-O.  n,  Qo*  AM«, 
aSIf.)     Vgl.  1»01,  8-8.  [B(T 

SonheBmes,  B.  de,  ßtade  am  Ii 
criminalitä  ea  Lorraine  d'api^  Im 
lettrea  de  r^miaaion,  1473.1737  js. 
Nr-  448).  Fort«.  (Ann.  de  l'Ert  1«, 
168-804.)         (MM 

Wretsehko,  A.  y..  Die  Elertio 
communia  bei  d.  kirchl.  Wkhlen  in 
Mittelalter.  (Dt  Zt.  f.  KirchenretU 
11,  381-98.)  [tut 

Brflmieek,  W-  t.,  Beitrr.  %.  G.i 
Eirchenrechta  in  d.  dt.  KoloniBalJ<n>- 
landen.  I ;  Zur  G.  d.  Kirchenpatrouit 
in  Oat-  u.WeatprenasBu.  BerL^ahl». 
46  S.    1  M.  20.  [ftU 

Holder,  K.,  Dm  kirchl.  VermOgent- 
recht  d.  Kautona  Freibarg  in  sciB. 
bist.  Entwicklg.  u.  hent^.  Gelte 
(s.  '88,  433).   Fortd.  (Freibonf.  GM 

"  "■'■A^y_...  _.     _.  _  [«*! 


f.  Kirnhenrtobl  II,  I77->M.)  fpC 

StadlcB  ■.  Kil«Bi-6.  a.   TakUl!;  kn(.  t. 
Or   Gaaemilabs.   Bd.  I  a.  Nr.  BSTe.        [JW 

DIttrIch,  A.,  Znr  Q.   d.  Sicher- 
heitstmppen     in     Oeeterr.-Vngani. 


Recht  und  Gericht.  —  Kriegswesen.  —  Religion  nnd  Kirche.       •SO 


(Jahrbb.  d.  dt.  Armee  etc.  118,  21 
-37;  195-210.)  [2244 

Veltz6,  A«9  Die  Wiener  Stadt- 
guardia  1531-1741.  (Sep.  a.:  Berr.  u. 
Afitt.  d.  Altert.-Ver.  zu  Wien.  Bd.  36.) 
Wien,  Gerold.  4^  224  S.,  4  Taf. 
7  M.  50.    Vgl.  1901,  2464.  [2245 

Scheiter.  K.,  Die  Bedeutg.  Böh- 
mens u.  Mährens  in  d.  Knegs-G. 
infolge  ihr.  geogr.  Lage.  Progr.  Plan. 

1901.    45  S.  [2246 

Rez. :  Zt.  f.  öaterr.  Gymn.  58,  878  f.  Woynar. 

Rieger,  F.,  Schlachten  u.  Kämpfe 
bei  Kronstadt.  (Sep.  a.:  „Organ  d. 
militär-wiss.  Vereine".)  Krönst.,  Zeid- 
ner.    44  S.;  2  Taf.    80  Pf.  [2247 

Meister,  ü.,  Entwickig.  d.  schwei- 
zer. Wehrverfassgn.  mit  bes.  Berücks. 
d.  eidg.  Militärreglements  v.  1817. 
(Nenj.bl.  d.  Feuerwerker- Ges.  in 
Zürich  97.)  Zürich,  Fäsi  &  B.  4^ 
48  S.    3  M.  [2248 

Apell,  T.,  G.  d.  Befesiigong  d.  St.  Stratt- 
burg  B.  Nr.  2o81.  [2249 

G^ny,  J.,  Die  Fahnen  d.  Strass- 
burger  Bürgerwehr  im  17.  Jh.  (:=  Nr. 
2494.)  Strassb.,  Heitz.  47  S.;  12  Taf. 
4  M.  [2250 

Apell,  F«  T.«  Die  ehemal.  Festung 
Ziegenhain.  (Zt.  d.  Ver.  f.  hess.  G. 
25,  192-320;  Plan.)  (2251 

Znr  Geschichte  d.  lippischen  Kon- 
tingents 1516-1867.  (BU.  f.  lippische 
Heimatkde.  1,  Nr.  10.)  [2252 

Honig,  F.,  Diepreuss.  Feldmanöver. 

(Die  Woche  1901,  Hft.  32-34.)  [2253 

Schnackenbarg,  E.,  Offiziere  bfirgerl.Her- 
kuuft  in  d.  Armee  Friedrich  Wilhelme  I.  n. 
Fri<  drichs  d.  Gr.  (Jahrbb.  f.  d.  dt.  Armee  eto. 
115,  329-40.)  [8964 

Anderson,  Die  G.  Brandenburgs 
als  Gamisonstadt.  Ein  Blatt  Armee-G. 
Brand.,  Evenius.   47  S.   50  Pf.    [2266 

Regimentsgeschichten:  [2256 

Daner,  J.,  Bayer.  lO.  Inf.-Reg.  Prini  Lud- 
wig.   Bd.  lY.   Ingolst.,  Ganghofer.    1901. 

Melchers,  Stammliste  d.  Off.-Korpa  d.  Inf.- 
Reg.  ▼.  Hom  (ft.  rhein.)  Nr.  29,  1818-1901. 
Trier,  Jak.  Lintz.   542  S.    12  M. 

Fetber,  Inf.-Beg.  Hrzg*.  Ferdinand  v.  Brann- 
8chw.  (8.  westf.)  Nr.  57.  Auf  Grund  d.  1882 
T.  A.  Baron  ▼.  Schimmelmann  bearb.  O. 
Berl.,  Mittler.  li>01,  279,  112  S. ;  15  Ktn.  u. 
Taf.    10  M. 

Oallandl,  Gren.-Reg.  Kronprinz  (1.  oat- 
preuas.)  Nr.  1.  1882-1900.  Ala  Abaohluaa  d. 
2.  Forts  d.  Beg.-G.  d.  Hauptmanna  v.  d.  Oela  - 
nitz.    Ebd.  jx,  195  8.;  4  Taf.    S  H.  50. 

Lehfeldt,  Ftta.-Reg.  Graf  Boon  (oatpreuaa.) 
Nr.  38.  Aufl.  2.,  bia  auf  d.  Gegenw.  foHgea. 
T.  Kiachke,  ergänzt  d  e.  Neubearb.  d.  G. 
d.  schwed.  Stamm-Beg.  r.  Wagner.  Ebd. 
1901.    xij,  4'.-4;  116  S.    12  H. 


T.  Weatorp,  Feld-Art.-Beg.  t,  Penoker 
(achles.)  Nr.  6.  Unrerind.  Neudr.  Ebd.  320; 
73  8.   8  M. 

Meld  egg,  Frhr.  t.,  Hnaaren-Beg.  Landgrf. 
Frdr.  U.  t.  Heaa. -Homburg  (2.  heas.)  Nr.  14. 
Bd.  n.    Lpz.,  Dürr.   1901.    72  8.   5  M. 

Sehalk,  K.,  Die  hiat.  Waffenaammlg.  d. 
St.  Wien  im  Zuaammenhauge  mit  d.  milit. 
Organization  d.  SUdt.  (Zt.  f.  hiat  Waffenkde. 
2,  247-51;  S08-9.)  —  E.  BaMermanB- Jordan, 
Die  Waffenaammlg.  d.  baier.  Nation.-Muaenma 
in  München.  Mit  Nachw.  t.  K.  Koetachau. 
(Ebd.  2  3-88.)  —  B.  Forrer.  Studienmaterial 
z.  G.  d.  Mittelaltcrwaffen.  (Ebd.  201-7;  262-64; 
810-14.)  —  W.  Boie,  Daa  mittelalterl.  Wurf- 
beil. (Ebd.  289-46;  855  f.)  -  P.  81x1,  Ent- 
wickig. u.  Gebrauch  d.  Handfeuerwaffen  (a. 
1901,  466).  Porta  (Ebd.  168-70;  264-69;  »16 
-20.)  —  Dera.,  Zur  G.  d.  Schieaaweaena  d. 
Infanterie.  (Ebd.  327-37  etc.)  —  G.  Liebe,  Die 
aoziale  Wertung  d.  Artillerie.  (Ebd.  146 
-51.)  [2257 

e)  Religion  und  Kirche. 

Hanck,  Kirchen-G.  Dtlda.  lY,  1  a.  Nr. 
2774.  [2258 

Falk  9  F.  9  Bihelstudien ,  Bibel- 
handschrr.  u.  Bibeldmcke  in  Mainz 
V.  8.  Jh.  bis  z.  Gegenw.  Mainz,  Kirch- 
heim.   1901.    336  S.    4  M.  60    [2259 

Bez.:  Dt.  Liti-Ztg.  1901,  Nr.  50  Jak.  Scliä- 
fer;  Cbl.  f.  Bibliothw.  19,  73 f.;  Litt.  Cbl.  1902, 
Nr.  21  K.  H.;  Hiat.  Jahrb.  28,  484  Freya. 

Mttlhaapt.  F.,  Znr  0.  d.  dt.  Bibel- 
übersetzgn.  6 :  Dieüebersetzgn.  bezw. 
Bearbei^^.  im  Mittelalter  bis  z.  Zeit 
Luthers.  (Rev.  intemat.  de  th^ol.  9, 
340-61.)    Vgl.  1901,  906.  |;2260 

Lfllmanny  ۥ,  Das  Bild  d.  Christen- 
tums bei  d.  gross,  dt.  Idealisten;  e. 
Beitr.  z.  G.  d.  Christentums.  Berl., 
Schwetschke  &  S.  1901.  x,  229  S. 
4  M.  80.  [2261 

Bez.:  Theol.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  10  Bitachl; 
Hiat.  Zt.  89,  806-8  Troeltoch. 

Hepdingy  A«,  Zur  Kirch. -G.  v. 
Grossen-Linden.  (Mitt.  d.  oberhess. 
G.-Ver.  N.  F.  10,  65-81.)  [2262 

Simmy  C«9  Znr  Eirch.-G.  d.  Amtes 
Salder  (s.1901, 475).  Forts.  (Braunschw. 
Magaz.  1900,  Nr.  22;  2  4  f.)         [2263 

Klrchengalerie^  Neue  sächsische; 
unter  Mitwirkg.  d.  sächs.  Geistlichen 
hrsg.  V.  G.  Buchwald  (s.  Nr.  466): 
a)  Ephorie  Schneeberg.  Kplt.  616  Sp.; 
Taflf  8  M.  b)  Ephorie  Zwickau.  Kplt. 
1008  Sp.;  Taff.  12  M.  c)  Ephorie 
Meissen.  Lfg.  1-8.  Sp.  1-820;  TalBT.; 
d)  Ephorie  Chemnitz.  Lfg.1-2.  xxjvSp.; 
Sp.  1-64;  Taf.    k  40  Pf.  [2264 

Tumpachy  I«,  A«  Podlaha  u. 
F.  X«  Krystufek,  Vdzdelavoci  katol. 
knihovna.  VI.  (Gesch.  d.  kath.  Kirche 

7* 


•90 


Bibliographie  Nr.  836&>-2318. 


in  Oeaterr.  von  Maria  Theresia  bis 
Franz  Josef  I.)  Prag,  Kotbra.  1901. 
XV,  544,  1060  S.    20  M.  80.        [2265 

Orienberg^r,  C«.  Das  Stift  Lindach 
in  Schaunberg  im  Pfarr-  u.  Gemeinde- 
bezirk Hartkirchen  in  Oberösterreich. 
Linz,Ebenhö€h.l901 .  66  S.  lM.50.  [2266 

Atz,  K.  u.  A.  Schall,  Der  dt.  Anteil 
d.  Bist.  Trient.  Topogr.-hist.-statist. 
u.  archaeol.  beschrieben  n.  hrsg.  Das 
Dekanat  Bozen.  Lfg.  1.  Bozen,  Auer. 
S.   1-48.    40  Pf.  [2267 

(vEHt^er.  V.,  G.  d.  ehemal.  Klosters 
d.  Wallfanrt  u.  Pfarre  Senale,  Unsere 
liebe  Frau  im  Walde,  am  Nonsberge. 
(Zt.d.Ferdinandeums  45, 81-126.)  [2268 

Stflckelberg,  £•  A«.  G.  d.  Reliquien 
in  d.  Schweiz.  (-.  I  v.  Nr.  2470.) 
Zürich,  Schweiz.  Ges.  f.  Volksde.  cxyj, 
324  S.    8  M.  [2269 

Ringholz,  0«,  Kurze  chronol.  Über- 
sicht d.  G.  d.  fürst.  Bened.-Stifles  ü.  L. 
Fr.  V.  Einsiedeln.  Als  Ms.  gedr.  Einsie- 
deln, 1900.  121 S.  Vgl.  1901,482.  [2270 

Henking,  K.,  Das  Kloster  Aller- 
heiligen zu  Schaffhausen  u.  andere 
kirchl.  Stiftgn.  (Festschr.  d.  Kant. 
Schafili.  z.  Bundesfeier  1901,  S.  131 
-75.)  [2271 

Schlecht,  J«,  Baiems  Kirchen-Pro- 
vinzen; e.  Ueberblick  üb.  G.  u.  Be- 
stand d.  kath.  Kirche  im  Kgr.  Baiem. 
Münch.,  Allg.  Verl.-Ges.  jx,  169  S.; 
11  Taf.    3  M.  [2272 

Koegel,  J«,  G.  d.  St.  Kajetans- 
Hofkirche,  d.  Theatiner  u.  d.  Kgl. 
Hofstiftes  in  München.  Gymn.-Progr. 
Münch.  1901.    36  S.  [2273 

Schwinger.  O.«  St.  Stephanskloster 
0.  S.  B.  in  Würzburg  (s.  1901,  2484). 
3.  Forts.  (Ann.  d.  hist.  Ver.  f.  Unter- 
franken etc.  43,  27-84.)  —  Ph.  E. 
Ullrich,  Karthanse  Engelgarten  (s. 
1900, 2452).  Tl.  m.  (^Ebd.  85-166.)  [2274 

Orfitzmacher,  Kloster  Hinohsu.  (Bmü- 
encyklop    f.  prot.  Theol.  8,  lSH-42.)         [8275 

Lindner,  P.,  „Album  Wiblingense". 
Die  Aebte  u.  Mönche  d.  Bened. -Abtei 
Wiblingen,  1099-1864  (s.  1901,  2487). 
Forts.  (Diözesanarch.  v.  Schwaben  19, 
107-12;  163-67. 20, 10-15;  58-90.)  [2276 

Stntz,  U.,  Das  Münster  zu  Frei- 
burg i.  Br.  im  Lichte  rechtsgeschichtl. 
Untersuchg.  Rede.  Tübing.,  Mohr. 
1901.    36  S.    80  Pf.  [2277 

Pfleger,  Das  ehemal.  Frauenkloster 
Mirmelberg  bei  Selz.  (Strassbnrg. 
Diözesanbl.  N.  F.  3,  419-24.)     [2278 


8ch«lt«B,  Gisi.-Klo«t«r  OrmfenthAl,  i.  1S«L 
496.  B«s.:  Hist.  Jahrb.  n.  470f.  TUla    [«T» 

WoUr,  J.,  Pfiarre  Contem.  (PqUI 
cations  de  la  Sect.  faiat.  de  l^Lutitut 
G.-D.  de  Luxemb.  51,  1-4«)     [22« 

BroM,  Q.y  G^esch.  d.  Metropolitau- 
keric  van  St.  Catharina  te  Utrecht 
(Archief  voor  de  g^ch.  van  het  aaru- 
bisdom  Utrecht  27,  48-60. )  —  B.  L 
SaelÜBir»  Aalten  en  BreedeTooH 
tgdens  en  na  de  Reform.  (Ebd.  1*48. 

—  Ders.,  Regnliere  kanonnikeD  der 
Orde  yan  den  H.  AogrustinQs  van  h«t 
kapittel  Windeaheim.    (Ebd.  20i-3l 

—  J.  H.  Hoftean,  Over  de  kerk  tid 
Wilp  op  de  Veluwe.    (Ebd.  181-95 

—  Ders.,  Wichmond  en  Vierakker 
(Ebd.  824-60.)  —  S.  Maller,  Xog 
lets  over  de  St.  Salyatorskerk  te 
Utrecht.  (Ebd.  287-99.)  [üil 

Sekontensy  F.  St..  Gesch.  Tan  b«< 
voormalig  klooster  der  anne  cUren 
te  Antwerpen.  Anvers,  Kocks.  19O0 
280  S.    1  fr.  60.  [ü^. 

Meyer,  Herrn«,  Bmchstficke  v.  M. 
Oeorgius  Fathschildta  Burgtorfscher 
Kirchen -Chronica.  (Zt.  d.  Ges.  f. 
niedersächs.  Kirch.-G.  6,  S56-62.)  [tua 

DIetze,  F.,  G.  d.  Klosters  Lausnitx. 
^itt  d.  geschichts-  u.  altert-forsck 
Ver.  «u  Eisenberg  Hfb.  17, 8-63.)  f22W 

Neuling,  H«,  Schlesiens  Kirchorte 
u.  ihre  larchl.  Stiften,  bis  z.  Ans- 
gange  d.  Mittelalters.  2.  Ausg.  BresL, 
Wohlfahrt.    880  S.    6  M.  [2285 

Dittriek,  F.,  G.  d.  Katkolixismiis 
in  Altpreossen  von  1M6  bis  c.  Aas- 
gang d.  18.  Jh.  Braonsb.,  Haye.  inj, 
689  S.    6  M.    Vgl.  Nr.  498.         [228« 

Res.:  Theol.  Qoattalechrift  84,  ^91-96 Fosk. 

Drews,  F.^  Evang.  Kircbenknnde. 
Das  kirchl.  Leben  d.  dt.-evang.  Lan- 
deskirchen. Tl.  I :  Das  kirchl.  Leben 
d.  ev.-luth.  Landeskirche  d.  Kgr. 
Sachsen.  Tübing.,  Mohr,  xyj,  410  S. 
7  M.  [22d7 

Flfcher,  S.,  Zar  O.  d.  eTan«.  BekkM. 
I  ■.  Nr.  90iO.  [n» 

Dönges,  C.y  G.  d.  eyang.  Stadt- 
kirche u.  Kirchengemeinde  an  Dillen- 
burg. Festschr.  Dülenb., Weidenbach. 
1901.    62  S.    60  Pf.  [2289 

Landmann«  Die  Inther.  G^ememden 
in  d.  Grafschaft  Mark.  (Jahrb.  d. 
Ver.  {.  ev.  Kirch.-G.  d.  Grafsch.  Mark 
4,  122-24.)  —  Nelle,  Die  evang.  Ge- 
sangbücher d.  Städte  Dortmund, 
Essen,  Soest,  Lippstadt  u.  d.  Grafsch. 


B«ligior 


lud  Kirche.  —  Bildung. 


•91 


Mark  (b.  Nr,  603).     Forta.     (Ebd.  39 
-76.)  [2290 

SchalU,  8.  u.  S.  BoeUe,  Beitrr. 
X  Q.  d.  8t.  Eathorinen-Eiiche  u. 
Gemeinde  zu  BraudeDbniK.Bracitenb,, 
Koch.    130  S,  Taf.    2  m!  [3291 


f)  Bildung,  Litteratw,  Kunst. 

Specht,  Th.,  Gesch.  d.  ehemal. 
Univeraität  Dillingen  (1549-1804)  n. 
der  mit  ihr  varhund.  Lehr-  n.  Er- 
ziehuugB  au  stalten.  Freib. ,  Herder, 
xijv,   707    S.     15  M.  [2292 

Laidaa,  K.,  Dl>  Cnlxriltll  Alldorf  n 
Um  msdiiin    Fikolttt.    (Faltinhr.  i.  Fsiai  ä. 

Both,  W.,  Zur  G.  d.  JuriBten- 
faknltat  zu  Mainz  im  16./16.  Jh.  (Zt. 
d.  Savimiy-Sti%.  f.  Eechta-G.  22, 
Germ.  Äbtlg.,  369-65.)  [229* 

RensenB,  E.^  Documenta  relat.  ä 
l'hiat.  de  l'iuu  versitz  de  Louvain, 
1425-1797   (b,  Nr.  608).    FortB.    (Auft- 

lecteB  p.  serv,  ä  I'hiBt.  eccl.  de  la 
Belg.  29, 1S9-327.)  Sep.  T.  I.  Louvain. 
L'auteur.    768  S.    10  fr.  [2296 

Oernet,  i..  t.,  Die  im  J.  1802  er- 
öffnete Univ.  Dorpat  u.  d.  Wand- 
lungen in  ihr.  Terfg.  R«val,  Kluge. 
107  8.    2  M.  40.  [2296 


Sohinnann.  K.,  Daa  Scholweaen 
ob  der  Enne  bis  z.  Ende  d.  17.  Jb. 
(Beitrr,  z,  Landeskde  v.  OeBten.  ob 
d.  Enns  63  (1901),  1-297.)  [2297 

Lener,  J.,  100  Jahre  Franziekaner- 
gjmnaaium.  Progr.  d.  Franz  Job.  Gjmn. 
HalL   ISOl.    20  3.  [2298 

Studien-StirtaDgren  im  Egr.  Böh- 
men (8.  1901,  2681).  Bd.  IX:  1875-79. 
IV,  424  S.  [2299 

Lang,  R.,  Schul-G.  d.  Kantona 
SchaffhauBen.  (Festtchr.  d.  Kant. 
Schaffh.  z.  Bundeafeier  1901,  S.  462 
-625.)—  Dera. ,  Seh affhauBer Gelehrte 
u.  Staatsmänner.  (In:  FestBchr.  d. 
Stadt  Schaffh.  z.  Bandeaf.  1901.)  [2S00 

Spirkaer,  B.,  Schul-G.  Nieder- 
baiema  im  Ziuanimeuhalt  mit  d. 
baier.  Schul-G.  Kempten,  EOael.  1901. 
322  S     4  M.  [2301 

Fon«chab,  B.,  O.  d.  humanist 
Gymnaa.  im  Bened.- Stift«  Metten. 
Progr.  Metten.  1901,    72  8.        [9808 

Spiringrer,  F^  Zur  0,  d.  Aschaffen- 
burger  höher.  tjnterrichtaweBena.  I: 
Das  Aschaffenb.  6jmn.  unter  Leit^. 


d.  Jeauitenotdena  1620-1778.  Aechaf- 
fenb.Progr.  1901,  528.;  2  Pline.  [2308 

Weiland,  Tb.,  Grundlinien  z.  G. 
d.  Gjmn.  Offenburg.  Progr.  Offenb. 
1901.    4°,    88  8.  [2304 

Wehrhan,  K.,  öffentl.  Schul- 
prüfuDgun  in  Blomberg  im  18.  Jh. 
{BU,  f.  fipp.  Heimatkde.  I,  lOf.)    [2806 

Bendtorff,  F.  M.,  Die  achlesw.- 
hoUt.  Schnlordngn,  v.  16,  bia  z.  An- 
fang d.  19.  Jh.  Texte  u.  Untersuchgu. 
z.  G.  d.  Schul weseuB  u.  d.  EatechiamuB 
in  Schleaw.-Holatein.  (Schrr.  d.  Ver. 
f.  Bchieaw.-holBt  Kirch.-G.  Reihe  I, 
Hft.2.)Kiel,CordeB.iv,347S.6M,[2306 

Laeger,  0.,LebenBBkizzen  d.  Letirer 
d.  kgl.Dom-Qfmn.  zu  Magdeburg.  Tl,  I : 
1675-1700.  Progr.  Magdeb.,Eeiiiricha- 
hofea.    4».    88  S.    1  M.  60,         [2307 

Abrlss,  Kurzer,  d.  G.  d.  hrzgl. 
Lehreraeminara  zu  Altenbutg;  Feat- 
Bchr.  Altonb..  Pierer.  66  8.  1  M.  [2808 

Pnehta,  B.,  Dob  Schnlweaen  d. 
Leipziger  Landgemeinden  im  16.  u. 
17.  Jh.  AlaBeitr.  z.  e.  aächa.  Scbul-0. 
Disa,  Lpz.  1901.  112  S.  [2309 

Bejer,  Tb-,  Die  ältest.  Schüler  d. 
Neuatettmer  Gjmnaa.  (a.  '98,  B889). 
6.  (SchluBB-)  Tl.;  dazu  Regiater  üb. 
alle  Teile.  Progr.  Neuatett,  Eckatein. 
4°.    80;  ivtn  S.    1  M.  miO 

Sadkowikl,  V.,  Dia  StlfhiiiBan  d.XUw 
bath-STHiii.  inBT«Iaa(I.  lMtt,«M7).  TI.IH: 
»71-1718.  Bn1U1wa7n111.-PlDgr.lWl.  S,131 

-n.  [»It 

SkladnT,  A.,  Zur  0.  d.  Beformaten- 

Bchule  in  Pakosch,  (Zt.  d.  hitt.  Gea. 
f.  d.  Prov.  Posen  16,  67-77.)  [2812 
Sehweder,  6.,  Scholweaen  u. 
Schnlveiwaltung  in  Alt-Riga.  (Balt. 
Monatwchi.  51,  64-66.)  [aSia 

Blnngteln,  La  bibliothgque  mnni- 
cipale  de  Sträabouig  et  aon  hiatoire  (a. 
1902,540).  Forta.  (Bev.  cath,  d'Älaace 
20,  694-700;  881-40,  81,  3-13.)  [2314 

Oass,  J.,  Die  Bibliothek  d.PrieateT- 
aeminarainStraeaburg;  e,  hiat.Skitse, 
Straaab.,  LeBoui.  36  3.  60  Pf.  [2316 

Hajer,  Herrn.,  Q.  d.  Freiburger 
Gjrmnasiunubibliothek.  Progr.  Freib. 
i.  B.  1901.     4*.     23  S.  [281S 

Ptair,  F.t  Zur  Q.  d.  Eloaterbiblio- 
thek  V.  St.  Peter  auf  d.  Schvarzwald. 
(Zt.  f.  G.  d.  Oberrh.  17,  168  f)  Vgl. 
1901,  668.  [8817 

Kersaer,  A.,  Uitt.  üb.  d.  Stadt- 
bibliotbek.  in  Coehn,  160S-180>.  COln, 
DuMont-Schsnberg.  86  B.  IH.  SO.  [881S 


•92 


Bibliographie  Nr.  2319—2872 


Falk,  F«.  Beitrr.  z.  Rekonstruktion 

d.    alten    üibliotheca    Faldensis    u. 

Bibliotheca  Laureshamensis.     Mit  e. 

Beil. :  DerFuldaerHandschrr.-Katalog 

a.  d.  16.  Jh.;  neu  hrsg.  u.  eingel.  v. 

C.   Seh  er  er.     (Cbl.    f    BiblioUiekw. 

Beihfb.  XXVI.)     Lpz. ,  Harrassowitz. 

112  S.     6  M.  [«819 

Hentwig*,  Dm  ält«re  Bacbweten  in  Braun- 
•cbw.  ;  Beitr.  8.  O.  d.  SUdtbibliothek.,  •  190S, 
541.  Bei  :  Brnuntcbw.  M*gu.  1901 ,  Nr.  SS 
Hack  iiiW 

Krieger.  B«,  HohenzoUem-Biblio- 
theken.  Die  Kgl.  Hausbibliothek. 
[Erweit.  Sonderabdr.  a. :  Zt.  f.  Bücher- 
freunde.) Bielefeld,  Velhagen  &  Kl. 
28  S.     2  M.   [2321 

Beiträge  z.  Gelehrten-G.  Göttin- 
gens. (Festschr.  z.  Feier  d.  160jähr. 
Bestehens  d.  kgl.  Ges.  d.  Wiss.  zu 
Götting.)  Berl.,  Weidmann.  1901. 
688  S.;  13  Taf.     20  M.  [2822 

Zorn,  Ph.y  Die  Königliche  Dt. 
Gesellschaft  zu  Königsberg  i.Pr.  (Zorn, 
Im  Neuen  Reich  S.  296-318.)     [2323 

Sclierer,  W.,  G.  d.  dt.  Litt.  Aufl.  9. 
Berl ,  Weidmann.  1901.  xij,  828  S. 
10  M.  [2324 

Yogt,  Frdr.,  G.  d.  mittelhochdt. 

Litt.  Stra8sb.,Trabner.  202 S.  4M  60. 

—    H.  JellinghauB,   G.    d.   mittel- 

niederdt.  Litt.  Ebd.  66  S.  1  M.  60.  — 

J.  te  Winkel,  G.  d.  niederländ.  Litt. 

Ebd.     102  S.     2  M.  50.  [2326 

(Sep.  a.:  Paul'i  Orundr.  d.  genn.  Pbilol. 
Aufl.  S.) 

Merer^  B«  M.^  Grundriss  d.  neuem 
dt.  Litt  -G.  Berl.,  Bondi.  xv,  258  S. 
6  M.  [2326 

Benedict^  S.^  Die  Gudrunsage  in 
d.  neuer,  dt.  Litt.  Rostock,  Warken- 
tien.     119  S.     2  M.  60.  (2327 


Blum  9  M.y  Geschichtl.  Rückblick 
auf  d.  im  Grhzt.  Luxemburg  ersch. 
Zeitgn.  u.  Zeitschrr.  (s.  1901,  2566). 
Forts.  (0ns  H^mecht  7,  467-62;  620- 
30;  661-71;  661-78.)  [2328 

Eberwieiiy  W.^  Zur  G.  d.  polit. 
Zeitungswesens  in  Göttingen.  (Proto- 
kolle d.  Ver.  f.  G.  Götting.  Bd.  H, 
Hft.  4,  28-47.)  [2829 

Stidten  I.  dt.  Kuntt-O.  (■.  Nr.  671).  Hft. 
Si  u.  S6.  Vgl.  Nr.  S908  n.  2886.      [2880 

Jobsty   F.   u.   €•   &  J«   Leimer, 

Sammig.    mittelalt.    Kunstwerke    a. 


Oesterr.  8.  verb.  Aufl.  Wien,  Keade. 
Gr.  fol.  48  Taf.  m.  Text.  27  M.  [2331 

Yetter,  F.,  G.  d.  Kunst  im  Kantoi 
SchaffhaoBen.  (Festschr.  d.  Kant 
Schaffh.  z.  Bundesfeier  1901,  S.  661 
-782.)  —  C.  H.  Toirlery  Schaffhaiucr 
Künstler.  (In :  Festschr.  d.  St.  Schaffk 
z.  Bundesf.  1901.)  [2333 

Beeky  B.y  Kunstbesiehgn.  vw. 
Schwaben  u.  Tirol  (s.  '99,  2431). 
Nachtrr.  (DiOzesanarch.  v.  Sdiwaben 
20,  6-10.)  [2333 

Neumaim,  W.y  700  Jahre  baltischer 
Kunst.  (Balt.  Monatsschr.  49,  319-34; 
410-32.)  [2334 

Hartang,  M.,  Motive  mitielalterL 
Baukunst  in  Dtld.  (s.  1901,  580).  Schi.- 
Lfgn.  7  &  8.  ä  26  BU.  k  25  M.  [2336 

Sehmerber,  U.y  Studie  üb.  d.  dl 
Schloss  u.  Bürgerhaus  im  17.  u.  18.  Jh. 
Mit  14  AbbUdgn.  (=  Hft.  36  t.  Nr. 
2380.)  Stra8sb.,Heitz.  144  S.  6M.  [2336 

Raluiy  J.  R«y  Das  Fraomünster  in 
Zürich  (s.  1901,  2674).  m  (=  Nr.  2475). 
S.  69-90;  7  Taf.      3   M.  20.        72337 

Schaefer,  K.^  Mauern  u.  Thoi« 
d.  alt.  Nürnberg.  (Die  Baukunst; 
hrsg.  V.  Borrmann  &  G.  II,  8.)  Berl, 
Spemann.  fol.  17S.;  6Taf.  4M.  [2338 

Haupt«  A«,  Zur  Bau-G.  d.  Heidel- 
berg. Schlosses.  Keue  Forschungs- 
ergebnisse üb.  d.  Heidelb.Renaissance- 
bauten.  Frkf.,  Keller.  98  S.;  11  Tat 
6  M.  [2839 

Schmitt,  Ffe.  Jak.,  Die  Benedik- 
tinerinnen-Abteikirche Sanct  Maria 
im  Capitol  in  Köln.  (Repert.  f.  Kunstv. 
24,  416-26.)  [2340 

Meinsma,  K«  0.,  De  St.  Walburgs- 
kerk  te  Zutphen.  (Oud-HoUand  19, 
14-30.)  [2341 

Mende^Das  monumentale  Osterode. 
Mit  8  Tafehi.  (Zt.  d.  Harz-Ver  34, 
636-43.)  [2342 

Peters  y  0.,  Magdeburg  u.  seine 
Baudenkmäler.  Maffdeb.,  Faber'sche 
Buchdr.  1901.  224  S.   7  M.  50    [2343 

Kahn,  R.  Th«,  Alt-Danzig.  Cht- 
rakterist.  Giebelbauten  u.  Portale  in 
Danzig  a.  d.  Zeit  v.  14.  bis  z.  18.  Jh. 
Danz.,  Saunier.  4«.  60  Bll.  Lichtdr. 
in  Mappe.     18  M.  [2344 

Bei.:  Mitt.  d.  weitpreuas.  O.-Ver.  1,  864T 
O.  Oünther;  Altpreuu.  MonatMohr.  39  ISt-St 
Ehrenberg. * 

Biehl^  B..  G.  d.  Stein-  u.  Holi- 
plastik  m  Oberbaiem  v.   12.  bis  t. 


Bildung,  Litteratur  und  Kunst.  —  Volksleben. 


•93 


Mitte  d.  15.  Jh.  (S^.  a.:  Abhdlgn. 
d.  baier.  Akad.  d.  Wiss.)  Münch., 
Franz.  4^  76  S.;  6  Taf.  3  M.  [2346 
Matthaei,  A.^  Werke  d.  Holz- 
plastik in  Schleswig-Holstein  bis  z. 
J.  1530;  e.  Beitr.  z.  Entwicklungs-G. 
d.  dt.  Plastik.  Lpz.,  Seemann.  1901. 

1)  Text.  Lex.  8^  jx,  249  S.  m.  1  Kte.; 

2)  46  Tafeln,  gr.  fol.  60  M.  Vgl.  '99, 
554.  [2346 

Fritz  Schals:  Zur  mittelslterl.  Holz- 
plastik in  ScUegw.  -  Holstein.  (Mitt.  a.  d. 
german.  Nationalmuseum  1901,  167-71. 

Langenhan^  A«,  Liegnitzer  plast. 
Altertümer;  e.  Beitr.  z.  Kultur-  u. 
Kunst- G.  Niederschlesiens.  Liegn., 
Scholz  Nachf.  79  S. ;  4  Taf.  3  M.  [2347 

Ebhardty  B.,  Die  dt.  Burgen  (s. 
1901,  2580).  Hft.  4.  S.  146-92;  4  Taf. 
12  M.  50.  [2348 

Bonte.  B.,  Schloss  Sonnenoerg, 
Burg  u.  Thal.  (Ann.  d.  Ver.  f.  nass. 
Altertkde.  32, 190-208 ;  Taf. 7-13.)  [2349 

Forrer,  B.,  üned.  Federzeichngn., 
Miniaturen  u.  Initialen  d.  Mittelalters. 
Strassb.,  Schlesier  &  Schweikhardt. 
4«.  50  Taf.;  22  S.  Text.  60  M.  [2350 

Borrmann.  B.^  Aufnahmen  mittel- 
alt. Wand- u.  Deckenmalereien  in  Dtld. 
(8.1900,2652).  Lfg.8&9.  ä,20M.  [2361 

Drexler,  C,  Tafelbilder  a.  d.  Mu- 
seum d.  Stiftes  Klostemeuburg;  er- 
läut.  Text  V.  C.  List.  Wien,  Schenk. 
1901.  fol.  38  Lichtdr.-Taf.  m.  18  S. 
Text.     35  M.  [2362 

Schönbranner  u.  Meder,  Hand- 
zeichngn.  alter  Meister  a.  d.  iibertina 
etc.  (s.  Nr.  565).  VH,  1-7.  ä.  3  M.  [2363 

SedUtzkT,  W.9  Salisburgensia  in 
d.  kaiserl.  Gemäldesammlg.  zu  Wien. 
(Mitt.  d.  Ges.  f.  Salzburg.  Ldkde.  41, 
21-44.)  [2364 

Scheibler,  L«  u.  C.  Aldenhoyen, 
G.  d.  Kölner  Malerschule  (s.  '97, 
2401).  Lfg.  4.  (=  Xm,  4  V.  Nr.  i960.) 
31  Taf.  40  M.  Text-Bd.  12  M.  —  Vgl. 
Nr.  2963.  [2366 

Bax.  M,j  Ulmische  Porträtmaler 
d.  18.  Jn.  (Diözesanarch.  v.  Schwaben 
20,  77-79.)       [2366 

Modern^  H..  Geweihte  Schwerter 
und  Hüte  m  d.  kunsthistor.  Sammlgn. 
d.  allerhöchst.  Kaiserhauses.  (Jahrb. 
d.  kunsthist.  Sammlgn.  d.  allerh. 
Kaiserh.  22,  127-68;  3  Taf.)  Lpz., 
Freytag.  1901.     16  M.  [2367 


Pazanrek,  0.  E«,  Die  Gläser- 
sammig.  d.  nordböhm.  Gewerbe-Mu- 
seums in  Reichenberg.  (Ornament, 
u.  kunstgewerbl.  Sammelmappe.  Ser. 
Vn.)  Lpz.,  Hiersemann.  30  S. ;  40  Taf. 
48  M.  [2368 

Arendt,  K.,  Die  Sammig.  antiker 
Paramente  u.  Spitzen  (dentelles),  d. 
Liebfrauenkirche  zu  Luxemburg. 
(Ons  H^mecht  8,  161-64.)  r2369 

Knebel,  K..  Die  Seidenstickerei 
in  Freiberg.  (Mitt.  d.  Freiberg.  Altert.- 
Ver.  37,  13-37.)  [2360 

ForicliangeB,  Theatergeschichtl.,  hrsg.  ▼. 
L  i  t  z  m  a  n  n  (8.  '99, 68S).  XVIL  s.  Nr.  1788.  [28B1 

Legband,  P«,  Münchener  Bühne 
u.  Litt.  d.  18.  Jh.  Tl.  L  (Oberbaier. 
Arch.  61,  1-256.)  [2362 

Wild,  P«,  Über  Schauspiele  u. 
Schaustellgn.inBegensburg.  (Vhdlgn. 
d.  bist.  Ver.  v.  Oberpfalz  &  Regensb. 
63,  1-134.)  [2363 

Schön,  Th.y  G.  d.  Theaters  in  Ulm 
(s.  1901,  2598V  SchlusB.  (Diözesan- 
arch. V.  Schwaben  19, 136-40;  167-70; 
181-87.  20,  26-28.)  [2364 

Jacobs,  £•,  Wemigeröder  Theater- 
zettel. (Zt.  d.  Harz -Ver.  34,  121- 
29.)  [2365 

g)  Volksleben. 

Biedermann,   K«.Dt.  Volks-  u. 

Kultur-G.    4.  Aufl.    Wiesbad.,  Berg- 

mann.    1901.     xvj,  108;  174;  268  S. 

6  M.  [2366 

Breytif,  Kaltur-a.  d.  Neuzeit,  8. 1901, 2602. 
Bei.:  Mitt.  a.  d.  hist  Litt.  80,  49-51  Martens. ; 
Zukunft  10,  8  Fr.  Oppenheimer;  Jahrbb.  f. 
KationalOkon.  77,  187-41  Neubauer.  [3867 

Badeck,  W.,  G.  d.  öfiFentl.  Sitt- 
Uchkeit  in  Dtld.  (N.  Tit.-Ausg.)  Berl., 
Barsdorf.     447  S.     10  M.  [2368 

DeTens,  Das  dt.  Ross  in  d.  G.,  in 
Sitte,  Sang  u.  Sage  (s.  1901,  606). 
Lfg.  4.    S.  117-48;  3  Taf.  8  M.  [2369 

Amersbach,  K«,  Licht-  u.  Nebel- 
geister; e.  Beitr.  z.  Sagen-  u.  Märchen- 
kunde.   Progr.    Baden-Baden.  1901. 

4«.     48  S.  [2370 

Liebe.  6..  Das  Eecht  d.  Waffentragens  in 

Dtld.    (Zt.  f.  bist.  Waffenkde.  S,  840-48.)  [2871 

Tetzner,  F.,  Die  Slawen  in  Dtld. ; 
Beitrr.  z.  Volkskde.  d.  Preussen, 
Littauer  u.  Letten,  d.  Masuren  u. 
Philipponen,  d.  Tschechen,  Mähren 
u.  Sorben,  Polaben  u.  Slowinzen, 
Kaschuben  u.  Polen.  Braunschw., 
Vieweg.     xx,  618  S.     16  M.      [2878 


"94- 


BibliogTftphie  Kr.  X37S— USA. 


Fmihkl,  F.,  Kultur  '^^iiai.'ii  ab. 
Volhsleben,    Sitten  ■;,     ,   -,     in 

K&mteii.     Nebst    '       :  .  u 

im   Anbg.     Hit   e.  I' 

Roae^f^er.  2.  verb.  Aufl.  Naumbur);. 
PQU.     10,  161  S.     3  M.  [i3T3 

Bfrkrr,  Lrop.,  L'eb.  <l.  Salzbunrei 
Hhu«'  n  Hofmurken  'Min  d  des  t. 
S«.lib.  Ldkde.ll.l97-!8S;8Taf.'i(237i 

HSrmanii  L.  t.,  Über  tiroliach. 
Tolkacborakt«!  e.  volki-  u.  sitt«n- 
«üchichü,  Skiite.  (Zt.  A.  dt.  u.  öst«rr. 
XlppDvereins  3S,  100-188  i  [8376 

Bäcker»  J.,  Vod  d.  dt  Grenzposten 
Luseru  im  wllseheu  Sfldtirol  (a.  1901, 
2810).  FoHb  ,2t  d  Ver.  f  Volk*- 
kde.  11.  88-37;  169-80;  890-9«;  US 
-62)  (8S7S 

Beltrlge  i.  dt.Mhm.  Tolkikde. 
Ib.  1901,  8ei3V  IV,  1:  3,  Grflner, 
Ueb.  d.  alt«8t  Sitt«D  u.  Oebr&Dcbe 
d,  t^gerlandw;  hrsg.  v.  A.  John. 
138  S.     S  M.  [8877 

Vnlli^ty,  B.,  La  Suisae  k  tnven 
lei  äge«;  hiBt.  delacivilisationdeptuB 
leg  t«mps  preist,  jnsqn'ä  la  fin  da 
18.  Bi&cle.  Pahd,  Fiicbbacber.  166  S. 
86  fr.  [8878 

ZUdel-Kressl?,  A.,TolkBtümlicbes 
aunSargana.  (Srbwei?,  Arch.  f.  Volks- 
hdc    6,  SD-ti.)  [!»79 

ZDricher,  ti.,  Kindeilied  n.  Kinder- 


kde.     168  S.     8  H. 

Barbpck,  B.,  Alt-Nflniberg;  kal- 
tur^' schiebt].  Bilder  a.  Nümbem 
Ver^ugenheit.  13,  u.  14.  Scbl.-L^. 
Nänib.,  Heerdegen  -  Barbeck  1901f 
gr  fol.  i  16  Taf.  m  4  8.  Toit. 
8  &  6  H.  [3381 

Reiser,  ■,,  S^en  etc.  d.  Allg&ug 
(8.  1901.  2620),  L%.  19-81  iScblusBi). 
(Bd.  II,  611-764,)    ä  1  M,  [SSeS 

Boos,  B.,  6.  d,  rhein.  Städtekultur 
(b.  1901,  8684),  4.  (Scblaw-)Bd,  1901. 
711  S.i  Taff.     6  M.  [2883 

Efcb,  Tb.,  HaMemarken  a  d.  Stadt 
O.  d  Veste  Kecklinghauseji  (Zt  d. 
Veri-iiie  f  Orta-o.  Heiniatskde  Reck- 
lingh.  10.  86-88;  Taf.'i  [93S1 

Schmidt,  W.,  Der  HaTelninke!  u. 
■eine  Sagen.  (iJ.bll.  f.  Magik'b  36, 
819-82.)  [8886 

Ztuck,  P.,  Zur  Charakteriet.  d. 
BevClkerg.  d.  platten  Landes  im  Reg,- 
Bezirke  d.  Leipz.  EreisdirektioD  (b. 


Kr.  699 1,    SchlnM.     (Mitt  d.  Ter.  t 
eSch»    Volkskd«    2,   231-36)       \tit* 


Irobm  ■    FomBHJn      (KM.  #s  «Mt  I  |aM 
fitiirt«,  !^iilil«t*cfa«  8its«i  (Miii  d,  «Mb. 


sct,  -   WakHr 

Obrtkwi*-      (Kbd 


Welakoldf  K.,  üeb  d.  Bedentg- 
d.  HoitclstraiichB  im  altfenu  Kahm 
u.  21auberweBea.  ,Zt.  d,  Ver  f  Volkt- 
kde.  II,  1-16.)  [aw 

Belnhofer.  B.,  VolkrabergUnU 
an«  d  Koralpeu^biet.  (Zt.  f.  aitffr. 
Volkskde.   7,  S38-4S  )  ISMO 

Oreller,  S.,  BlQtealese  a.  e.  alWn. 
band^cbrißl  Arzneibuche.  r^Sc^bwat. 
Arch    r   Volkakd«,   6,   51-60 ')     [SJSI 

SkuUph.  F.,  StemgUubeo  u,  Stem- 
deutg.  in  Altertum  «,  NeuMit.  iMitt 
d  schieb  Ges.  f  Volkskde  9  Ü- 
*6)  [SSM 

ZSckler.  Hexen  ü.  Heienproie« 
iReaJencjklQp.  f.  prot.  TheoL  f.  av 
36.)  rj3s) 

Hurnwilmla  d.  B(Ksiiver(o|~giiir  iHi  VilMl- 

jjlt.^  .  im.  «n     R«.    Hi«  zt«a,Bj-* 

H    Uiapl-    71.    f.    KnliBT-O      ■,    tltt    §ud*- 

l^r'v^"' " i"-  «^  ''••^  o'^iTS 

l.#-M  Wihnniiod  (aacti    t    IStlJ,  K»;,;   Ki> 

d»,  „«.Hon,  Li«  .»,  aasf.  K  jQTdsD  inw 
Sehwelier,  P.,  Der  Heienprow« 
u.  »eine  Anwendg  in  Zilrich     (iürfha 
Taschenb    IMS.  1-63)  fssM 

Koppnann,  K.,  Ans  Heiea-Prö- 
lesaen  (Korr-Bl  d,  Ver.  f,  niedprdt 
Sprachforschg,  Sl,   18-29  J  [SJM 

Bauernhans,  Dm.  in  OeataiT- 
ÜBgam  o.  in  sein,  Grenagebieteii; 
hrag,  V,  Öiterr,  Ing.  n.  Architekten- 
Ver.  Lfg,  1,  Dresden,  Kohtmaan. 
1901.  Gr.  fol,  16  Taf.  II  M.  S6,   [U>I 

Banernbaus,  Das,  Id  d  Schveu; 
hrsg.  V  Schweiz,  Ing.  u.  Arcbitekteo- 
Ve».  L%.  1.  Ebd.  1901.  gr.  ftol  H  Taf 
10  H,  86.  r83M 

FuchB,  E.,  Der  Buraenländer  Hof 
(Mitt.  d  anthropol.  Ges  in  Wien  31 
576-96,  -  Ders  ,  Das  SzAkler  Btm. 
(Ebd.  834-39,  r^sM 

Slalm    J.  H.,    HkOf-InaobfUiaa  w.  Ht- 


am 


Volksleben.  —  Geaftminelte  Abhandlungen  und  Zeitschriften.       *95 


Leinhaas«  G«  A«,  Wohnräume  d. 
15.  u.  16.  Jh.  Nach  gleichzeitigen 
Darstellgn.  auf  Gemälden  etc.  Mit 
Vorwort  v.  J.  Lessing.  Berl.,  Was- 
muth.  1901.  20  Farbentaf.  mit  erläut. 
Verzeichn.     30  M.  [2401 

Lauffer,  O«,  Herd  u.  Herdceräte 
in  d.  nümberg.  Küchen  d.  Vorzeit 
(B.  Nr.  617).  V.  (Mitt.  a.  d.  Germ. 
Nationalmuseum  1901, 93-122.)  [2402 

Pelser-Berensberg.  F.  ¥••  Mitt. 
üb.  alte  Trachten  u.  Hausrat,  Wohn- 
u.  Lebensweise  d.  Saar-  u.  Mosel- 
bevölkerg.  Trier,  Fr.  Lintz.  4r  46  S. ; 
5  Taf.     4  M.  [2408 

Meyer,  Karl.  Die  Wasserversor- 

mg  d.  Stadt  Nordhausen  seit  alter 
:eit.  (Zt.  d.  Harz- Ver.  34, 619-34.)  [2404 


guni 
Zeit 


Majer^  Herrn««  Zur  G.  d.  Pest  im 
15.  u.  16.  Jh.  (Schau-in*8-Land  28,  J, 
13-22.)  [2406 

StrotkÖtter.  G«.  üeb.  Siechen- 
häuser in  RecKlingnausen ,  Dorsten, 
Wulfen  u.  Haltern.  (Zt.  d.  Vereine 
f.  Orts-  u.  Heimatskde.  Recklingh. 
10,  29-36.)  [2406 

4.  Gesammeiie   Abhandlungen 

und  Zeitschriften, 

Stadien,  Hist.,  verOff.  t.  Ebering  (s.  Nr. 
631).  Hft.  89-81  ■.  Nr.  So08;  879ft;  8085;  8766; 
8487;  272S.  [2407 

Stadien,  Oeichiohtl.,  hrsg.  t.  A.  Tille. 
I,  1  K.  Nr.  8851.  [8408 

Stadien,  Leipziger,  ».  d.  Gebiete  d.  O.  (•. 
Nr.  632).  III,  8  u.  Vm,  4-IX,  1.  VgL  Nr.  8118 
u.  2156.  [8409 

Schönherr,  D..  Gesammelte  Schrr. ; 
hrsg.  V.  Mich.  Mayr  (s.  1900,  2686). 
Bd.  n :  G.  u.  Kultur-G.  762  S.  14  M  J2410 

Zorn,  Vh.y  Im  Neuen  Reich.  Heden 
u.  Aufsätze  z.  preuss.-dt.  Staats-  u. 
Rechts -G.  Bonn,  Cohen.  412  S. 
9  M.  [2411 

Fruin'S)  B«,  verspreide  geschriften 
(s.  Nr.  636).  Aflev.  26-29.  (—  Bd.  V, 
146-426.)  [2412 

Zeitschrift.  Histor.  (s.  Nr.  636). 
Bd.  LXXXVIII,  2-3.  8.  198-668. 
(Auch  LXXXTX,  1-2  erschien I)  [2418 

Mltteüiuigem  d.  InstitutB  f.  Osterr. 
G.forschg.   (s.  Nr.  637).     XXIIT,  1-2. 

5.  1-876.  [2414 
Jakrbnch.    Histor.   (s.   Nr.   639). 

XXII,  4  u. XXtIT,  1 .  S.  609-926 ;  xli^  S., 

S.  1-246.  (XXm,  2  erschienn    [2416 

ArchiT)  Neues,  d.  Oes.  r.  ältere 


dt.  G.kde.  (s.  Nr.  640).  Bd.  XXVII,  2. 

S.  331-663.  (XXVn,  8  erschien!)  [2416 

Oeschiclitsblltter,  Deutsche,   (s. 

Nr.  641).  m,  3-8.  S.  66-224.  [2417 
Bez.  T.  I  u.  H:  Litt.  Gbl.  1908,  Nr.  88 
T.  Below;  Nederl.  ArchierenbUd  1901/2, 188-98 
Joogting;  t.  Bd.  I:  Dt.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  80 
Wermiiighoff. 

Korrespondenzblatt  d.  Gesamt- 
Ver.  (8.  Nr.  642).    XLEX,  12 -L,  1-5. 

5.  196-212;  1-96.  [2418 
Mitteilungen  a.  d.  German.  Natio- 

nalmuseiim  (s.  Nr.  643).   1901,  S.  93 

-208.    —    Anzeiger   (s.   Nr.   643a). 

1901,  3-4.     S.  XLjx-Lxxxxij.         [2419 

Blätter,  Prähist.  (s.  Nr.  644).  Xm, 

6.  S.  81-96;  Taf.  8  &  9.     XIV,  1-3. 
S.  1-48;  Taf.  1-4.  [2420 

Nachriokten  üb.  dt.  Altertumsrunde 
(s.  Nr.  646).  XII,  4-6.  S.  49-96.  [2421 

Qaellon  u.  Forschungen  a.  ital. 
Archiven  u.  Bibliotheken  (s.  1901, 
2671).     IV,  2.     8.  167-324.         [2422 

Jahresberichte  d.  G.-Wiss.  (s.  Nr. 
646).  Jg.  XXni:  1900.  rviq,  144,  626, 
364,  279  S.     82  M.  [2428 

MitteilungeB  a.  d.  hist.  Litteratur 
(s.  Nr.  647).  XXX,  1-2.  S.  1-266.  [2424 

Jahresberielitüb.  d.  Erscheinungen 
auf  d.  Geb.  d.  german.  Philol.  (s. 
Nr.  648).  Jg.  XXIl;  1900.  Abtlg.  2. 
S.  161-477.  [2426 

Jahresbericlite  f.  neuere  dt.  Litt.- 
G.  (s.  Nr.  649).  X:  1899,  Abtlg.  1-2. 
161;  146  S.     ä  8  M.  [2426 

Zeitselirift  f.  dt.  Wortforschg.  (s. 
Nr.  660).  Bd.  II,  4.  S.  277-348.  [2427 

Zeitsehrift  f.  hochdt.  Mundarten 

s.  1901,  2676).     n,  3-6  n.  III,  1-2. 

.  97-378;  1-160.  [2428 

Korrespondenzblatt  d.  Ver.  f. 
niederdt  Sprachforschg.  (s.  Nr.  670). 
Hfb. XXI:  1899/1900.  104S.  2M.  [2429 

Vierteljalirsselirift   f.   Wappen-, 

Siegel-  u.  Familienkde.  (s.  Nr.  661). 

XXIX,  4  u.  XXX,  1-2.    S.  286-389; 

1-264.  [2430 

Herold.  Deutocher  (■.  Nr.  661»).  ICyXTT, 
Nr.  18  n.  XTCXm,  Nr.  1-5.  S.  805-80;  1-88.  [84S1 

Jahrback  d.  k.  k.  herald.  Ges. 
„Adler»»  (s.  Nr.  662).  N.  F.  XH.  186  S.; 
6  Taf .     16  M.  [2482 

Zeitsokrlft  Nnmismat  (s.  1901, 
2681).  Bd.  XXXm.  xvnj,  816  S.; 
21  Taf.     12  M.  [2488 

BeTue  beige  de  numism.  (8.  1901, 
2684).  Ann^e  67:  1901.  682  8., 
10  Taf.  [2434 


s 


•96 


BibUogrmphie  Nr.  84^— SöOt. 


MtBiblltier,  Berliner  «.  1901, 
«685  Nr  246-266.  Sp.  2927-8118. 
N.  F.  1902,  Nr    1-4.   S.  1-64.     [24S6 

AHseif^er^  Namismmt.  <8.  Nr.  666). 
19U1,  Nr.  1-8.     S.  1-24.  [2486 


ZeiUckrift  f.  Kultor-G.  s.  Nr.  666i. 
IX,  3      S.  137-239  [2487 

Zeitoekrift  d.  SavignT-Stiftiuig  f. 
RechtÄ.-G.  8. 1901,  2689».  XXD,  Germ. 
Abtli;     uij,  466  S.    12  M.  40.  [2488 

MitteilsB^B  d.  k.  u.  k.  Kriegs- 
Archivs  s.  1901,  679).  3  F.,  B.  I.  848; 
12  S  :  10  Taf.     8  M.  [2489 

Zeitsebrift  f.  histor.  Waffenknnde 
<9.  1901,  680  Bd.  II,  Hfl.  6-9.  S.  131 
-36^.  [2440 

ZeiUehrift  f  Kirch.-G.  («.  Nr.  668). 
XXII,  4  u.  XXIII,  1.  S.  487-662; 
1-155.  [2441 

8t«41eB  u.  Mitteilungen  a.  d. 
Bened  -  u.  Cigt. -Orden  (s.  Nr.  669). 
XXII,  4  u.  XXm,  1.  S.  616-692;  1- 
228.  [2442 

OesehichUMltter  d.  dt.  Huge- 
notten-Ver.  8. Nr. 660. .  XI, 2 u. 3.  [2443 

MitteUiuigeB  d.  Ges.  f.  dt.  Er- 
jdehgs-  u.  Schul -G.  (s.  Nr.  661). 
Xn,  1  ^Hessen-Hft.V    S.  1-92.    [2444 

Zeitschrift  f.  dt.  Philol.  (g.  Nr. 
6621  XXXm,  4  u.  XXXIV,  1.  S.  433 
-57Ü;   1-136.  [2445 

Enphoriom.  Zt.  f.  Litt.-G.  (s.  Nr. 
664  .  Bd.  Mn,  3-4.  S.  499-862  u. 
xij  S.    Ergänzgshft.  V.    219  S.  [2446 

Studien  z.  vergleich.  Litt.-G.  (s. 
Nr.  666;.  Bd.  ü,  1-2.  S.  1-264.  [2447 

Zeitschrift  f.  dt  Altertum  (s.  Nr. 
667).  XLM,l/'2.  S.  1-188.  — Anzeiger 
(8.  667  a^.  XX\"m,  1  2.  S.  1-176.  [2448 

Beiträge  z.  G.  d.  dt.  Sprache  u. 
Litt.  (8.  Nr.  668).  XXVH,  1.  S.  1- 
208.  [2449 

Denkmalpflege 9  Die;  hrsg.  v.  d. 
SchrifUeitung  d.  Centralblattes  d. 
Bauverwaltg.  Schriftleiter:  0  Sar- 
razin u.  Frdr.  Schnitze.  Jg.  I-IV, 
3-6.    Berl.,  Ernst  &  S.    1899  ff.   [2460 

Jahrbuch  d.  kunsthist.  Sammlgn. 
d.  allerh.  Kaiserhauses  (s.  1901,2699). 
Bd.  XXn.  275;  ij  S.;  39  Taf.    [2461 

Jahrbuch  d.  kgl.  preuss.  Kunst- 
sammlgn.  (s.  Nr.  672).  XXm,  1-2. 
Sp.  j-XLvj;  S.  1-162;  11  Taf.      [2462 

Zeitschrift  d.  Ver.  f.  Volkskde. 
(8.  1901,  2701).  Jg.  XI.  478  S.    [2453 


ArckiT  f.  ö«teiT.  6.  (s.  Kr. 
Bd.  XC,  S.  S.  »1-712.  8M.40.  < 
XCI,  1  erachien!) 

MitteUu««B  d.  k.  k.C«ntral.€ 
L  Erforscli^.  etc.  d.  KmiBt-  n. 
Denkmale  a.  Kr.  674).  XXV 
8. 179-240;  3.  F.  I,  Nr.  1  3.8p.l-80 

Beitril^  z.  ötfterr.  Eniehi 
Schnl-G.  (•.  1901,  2706».  Hfl  n 
264  S.     8  M.  40. 

Zeltadurlfl  f.  österr.  Yolkak« 
1901,2707;.  VII, 3-6.  S.  106-264. 

Butter  d.  Ter.  f.  Ldke.  ▼.  X 

österr.  (s.  Nr.  676V  J^.  XXXV, 

S.  368-670;   xxv-ixxJT. 

M«BatoklAtt  d.  Alt«rt.-T«r.  ra  H 
1901.  f7«a>.  1901,  Xr.  5  —  Wv»,  Kr  J.  ( 
«7-»^    Bd.  Vn,  1-lt.) 

Beltrl^  z.  Kunde  steiennii 
Quellen  s.  1901 ,  694).  Jg  ] 
273  S.     3  M. 

CarimtUa  I  (».  Nr.  SITk  J 
Kr.  1-2.     S.   1-72. 

Argo«  Zt.  f.  knünisclie  lAndi 
(s.  Nr.  678).  IX,  810.  Sp.  121-72 

MitteU«Bcres  d.  Gern,  f.  Salsl 
Ldkde.  ^s.  1901,    2713).     XLI: 
286  S.;  Taff. 

Zeitschrift    d.    Ferdinandea 
Tirol  u.  Vorarlberg   (s.  1901, 
3     F.,    Hft.    XLV.      233;    lxxi 
12  M. 

HitteUnm^es    d.     Ver.    f.    < 
Deutschen   in   Böhmen   (s    Nr 
XL,  2-3      S.    169^00;   17-48. 

Zeitsehrift  d.  dt.  Ver.  f.  G.  MI 
u.  Schlesiens  (s.  Nr.  680).  T 
S.  1-98.     2  M. 

Zeitschrift  d.  m&hrisch.  Li 
museums.  Hrsg.  v.  d.  mäb 
Maseums-Ges.  Bd.  I,  Hft.  1/2  B 
Winiker.  1901.    166  S.    3  M.* 

KorrespomdeBablatt    d.    Vc 

siebenbüi^.  Ldkde.  (s.  Nr.  681) 
1-4.     S.  1-60. 


Anieiger  f.  Schweiz.  G.  (s,  Nr. 
1901,  3-4  u.  1902,  1.  S  437 
1-40.  I 

Sckriften  d.  schweis.  Ges.  f.  V 
kde.  Pnblications  de  la  soci^  i 
des  traditions  popolairee.1 8.Nr  1 
n  8.  Nr.  2880. 

ZeitsckrifL  Basler,  f.  G.  n.  J 
tamskde.  (s.  Nr.  687).  L  2  S  163 
Taff.  [ 

Jahrbach,  Baaler  (s.  1901,  2 
Jg.  1902. 292  8. ;  3  Stammta£  4M.  | 


Gesammelte  Abhandlungen  und  Zeitschriften. 


•97 


Argovia  (s.  1900,  2678).  Bd.  XXIX. 
xxviij,  207  S.     4  M.  [2473 

Taschenbuch,    Zürcher   (s.    1901, 

2722).  N.F.XX:  1902.  303 S.  öM.  [2474 

HltUilangen  d.  antiquar.  Oes.  in  ZOrioh 
(b.  1901,  2723).     XXV,  3  •.  Nr.  2387.         [2476 

Geschichtsfreund,  Der.  Mitt.  d. 
hist.  Ver.  d.  6  Orte  Luzem  etc.  (s. 
1901,  2724).  Bd.  LVI.  lxj,  362  S. 
5  M.  60.  [2476 

Archiy  d.  hist.  Ver.  d.  Kantons 
Bern  (s.  1901,  2725).  XVI,  2.  S.  xxv 
-Lv;  293-473.  [2477 

Geschichtsblätter,  Freiburger  (s. 

1900,  2684).     Jg.  Vm.     xxjv,  194  S. 
3  M.  20.  [2478 

Blätter  a.  d.  Walliser  G.  (s.  1901, 
2728).  Bd.  n,  Jg.  6:  1901.  S.  386- 
467.     80  Pf.  [2479 

M^moires  et  documents  publ.  par 
la  Soci^t^  d'hist.  et  d'ar(5iäol.  de 
Genfeve.  N.  S.  V,  2.  Genöve,  Jullien. 

1901.  S.  163-688.  [2480 


Forschungen  z.  G.  Baiems  (s.  Nr. 
690).  X,  1—2.  S.  1-162;  l*-8*.  [2481 

Beiträge  z.  baier.  Kirch.-G.  (s.  Nr. 
693).     VIII,  2-4.     S.  49-192.       [2482 

Archiv,  Oberbaier.  (s.  '99,  2617). 
Bd.  LI,  1.     256  S.     4  M.  80.     [2483 

Oberland,  Das  baierische,  am 
Inn.  Blätter  f.  Gebiets-G.,  Heimat- 
u.  Volkskde.  Organ  d.  „Hist.  Ver. 
Rosenheim'*.  Hrsg.  v.  L.  Eid.  Jg.  1, 1. 
Rosenheim  1901/2.  xxxij,  130  S.  [2484 

Verhandlungen  d.  hist.  Ver.  v. 
Oberpfalz  u.  Regensburg  (s.  1901, 
2734).  Bd.  Lin  (N.  F.  XLV).  389  S.; 
2  Taf.,  Kte.     4  M.  [2486 

Archiv  d.  hist.  Ver.  v.  ünterfranken 
u.  Aschaffenburg  (s.  1901,  2737). 
Bd.  XLITI.  265  S.  4  M.  60.  —  Jahres- 
bericht d.  Ver.:  1900.  65  S.  IM.  [2486 

Forschungen,  Hohenzoll.,  hrsg.  y 
Chr.  Meyer  (s.  1901,  711).  VII,  2. 
324  S.    (Vm,  1  erschien!)  [2487 

Diözesanarchiv  v.  Schwaben  (s. 
Nr.  702  .  XIX,  10-12  u.  XX,  1-6. 
S.   145-92;  1-80.  [2488 

Fundberichte  aus  Schwaben  (s. 
1901,  2741).  Jg.  IX:  1901.  42  S.; 
1  Taf.     1  M.  60.  [2489 

Blätter  f.  württ.  Kirch.-G.  (s.  Nr. 
705).    V,  3-4.    S.  97-192.  [2490 

Geschichtsblätter,  Ludwigsburger 
(8. 1900,2695).  n.ll0S.;Taf.2M.  [2491 

Zeitschrift  f.  G.  d.  Oberrheins  (s. 
Nr.  708).  XVn,  1-2.  S.  1-400.     [2492 


Hlttellangen  d.  bad.  hist.  Kommiii.  (i. 
Nr.  708»).  Nr.  J4.  8.  1-40  u.  8. 1»1*-194*.  (Ver- 
banden mit  d.   Zt.   f.   O.   d.   Oberrh.     XYII, 

1-aO  [«492» 

Schau -in's- Land  (s.  1901,  2748). 
XXVni:1901.  Halbbd.l.  88  S.  [2493 

Beitrige  s.  L»nde8-  a.  Volkeikde.  ▼.  EImsi- 
Lothr.  (8.  Nr.  7 IS).    Hft.  28  i.  Nr.  2250.  [2494 

Mitteilungen  d.  Ges.  f.  Erhaltung 
d.  geschieht!.  Denkmäler  im  Elsass 
(s.  1901,  724).  Bd.  XX,  2.  S.  359-76; 
79  S.;  S.  113*-28*  [2496 

Berue  d'Alsace  (s.  Nr.  714). 
S^rie  4,  Annde  3  (T.  63),  Janv.-juin. 
S.   1-322.  [2496 

H^moires  de  la  Soci^t^  d'arch^ol. 
lorraine  (s.  1901,  2753).  T.  LI  (4  S^r., 
T.  1):  1901.  472;  xxvij  S.  —  Bul- 
letin. I,  6-12  u.  n,  1-5.  S.  121-288; 
1-120.  [2497 

Mitteilungen  d.  hist.  Ver.  d.  Pfalz 
(s.  1901,  726).  Hft.  XXV.  135  S. 
4  M,  [2498 

ArchiT,  Neues,  f.  G.  d.  St.  Heidel- 
berg u.  d.  rhein.  Pfalz  (s.  1901,  2757). 
IV,  4.     S.  193-275.     60  Pf.         [2499 

Oeschichtsblätter .  Mannheimer 
(s.  Nr.  716).  m,  1-5.  Sp.  1-120.  [2600 

Monatsschrift  d.  Frankenthaler 
Altert.-Ver.  (s.  Nr.  715).  1902,  Nr.  1 
-5.  [2501 

Annalen  d.  Ver.  f.  nass.  Altertkde. 
etc.  (s.1901, 2761).  Bd.  XXXII.  220  S.; 
13  Taf.  —  Mitteilungen  (s.  1901, 
2761a).  Jg.  1901/2.  128  Sp.  (Ann.  & 
Mirt.:  9  M.)  [2502 

Zeitschrift,  Westdt.,  f.  G.  u.  Kunst 
(8.  Nr.  718).  XX,  3-4.  S.  177-395;  Taf. 
7-21.  —  Korr.-Bl.  XX,  10-12  u. 
XXI,  1-2.    Sp.  161-224;  1-82.     [2603 

Oeschichtsblätter,  Rhein,  (s.  Nr. 
719).    VI,  8-4.    S.  66-128.  [2604 

Annalen  d.  hist.  Ver.  f.  Niederrh. 
(s.  Nr.  720).  Hft.  LXXHL  167  S.  3M. 
Beihft.  VI  (=.  Erg.-Bd.  ü,  2).  S.  101- 
214.     1  M.  60.  [2506 

Zeitschrift  d.  bergisch.  G.-Ver.  (s. 

Nr.  722).   Bd.  XXXV.  156  S.  4  M.  — 

Monatsschrift  (s.  Nr.  722a).     IX, 

1-6.     S.  1-116.  [2506 

Ter5freBtllehvii9eB  d.  hiit.  Ver.  f.  Geldern 
u.  Umgegend  (i.  1901,  2772).  Nr.  VI  i.  Nr. 
2089.  [2507 

Zeitsclirift  d.  Aachener  G.-Ver. 
(8.  1901,  2778).  Bd.  XXIH.  4d9  S. 
6  M.  [2608 

Pnblications  de  la  Section  Hist. 
de   rinstitut  G.-D.    de  Luzembonrg 


•98 


Bibliographie  Nr.  S50d~tö7S. 


(8.1900,2725)  Vol.  XLVni;  XLK,  2 
u.  LI,  1.  1900f.  281  S.;  S  193-378; 
1-164.  [2609 

Obs  H^Bieckt  (s.  Kr.  724).  Vm,  1-6. 
S.   1-240.  [2610 

CoBipte  rendu  des  s^ancee  de  la 
comm.  roy.  dTiist.  de  Tacad.  roy.  de 
Belgique  (b.  Nr.  726).  ö.  S^rie,  T.  XI, 
4.  S.  xL\^j-LVlj,  421-569.  —  Table 
wgneral:  4.  S^rie,  T.  1-17;  r^  p. 
J.  Halkin  &  t.  Poncelet.  1901. 
723  S.     6  fr.  [2511 

ArchieTeBblad,  Nederlandscn  (s. 
Nr.  727).  1901/2,Nr.2-3.S.6ö.l96.  [2612 

Analectes  p.  »erv.  k  ITiist.  eccl^- 
Biast.  de  la  Belgique  (b.  Nr.  728). 
T.  XXIX  (=-  N.  S.  Xm),  2-4.  8.  129- 
612.  [2518 

Ond-HolUiid  (b.  1901,  2780).  XIX, 
1-4      S.   1-244.  [2614 

Bijdragen  voor  vaderl.  gescn.  en 
oudbeidkde.  (b.  1901,  2781).  4.  R. 
II,  2/3.     8.  95-824.     2  fl.  50.      [2515 

Archief  voor  de  gesch.  van  bei 
aartsbiBdom  Utrecbt  (b.  1901,  2784). 
Deel  XXVn.    474  8.    3  fl.  50.    [2516 

Handeliiigeii  der  Maatscbappij  van 
gescbied  en  oudbeidkunde  te  Uent 
AnnaleB  de  la  Soc.  dabist,  et  d'arcbl. 
de  Gand  (b.  Nr.  730).  IV,  2  u.  V,  1. 
8.209-395;  1-110.  —  Bulletijn.  IX, 
7-9  u.  X,  1-4.  8.  235-400;  1-142.  [2617 

Mitteilmigeii  d.  oberbess.  6.-Ver. 
(B.  1901,  746;.  N.  F.  Bd.  X.  188  8. 
2  M.  50.  —  Ergänzgsbft.  zu  Bd.  X 
8.  Nr.  2589.  [2518 

ZeitMhrifl  d.  Ver.  f.  bess.  G.  (b. 
1901,  2789).  N.  F.  XXV,  320  8. ;  Plan. 
—  Mitteilungen  (s.  1901,  2789a). 
Jg.  1900.  96  XL  xxxi^  8.  [2519 

Hesseiiland  (8. 1901, 746).  Jg.  1900, 

Nr.  20-24    u.   Jg.  1901.     8.  253-820; 

859  8.  [2520 

Teröffenillclivag  d.  Fal(UerO.-Yer.  Fulda, 
FnldMr  Akiiendr.  I  s.  1900,  2888;  U  i.  1901, 
966;  ni  8.  Nr.  S590.  [8691 

Zeitscbrifl  f.  vaterl.  G.  u.  Altert- 
kde.  [Westfal.J  (b.  1901,  2790).  Bd. 
LIX.    264;  221  8.    9  M.  [2522 

Jahrbuch  d.  Ver.  f.  ev.  Kircb.-G. 
d.  Grafacb.  Mark  (b.  Nr.  734).  Jg.  IV. 
164  8.     8  M.  [2523 

Zeitsehlift  d.  Vereine  f.  Orts-  u. 
Heimatskde.  im  VeBte  u.  Kreise  Reck- 
Ungbaosen  (b.  1900, 740).  Bd.  IX  u.  X. 
87;  106  8.  [2524 


Zelta^rlfl  d.  Ter.  f.  G.  ▼.  Soest 
XL  d.  Börde  {b.  1901, 2791).  Hft  XVIÜ: 
1900/1901.     127   8.  [2525 

Blltler  f.  lippiache  Heixnatinuid«. 
Jg.  I  o.  IL  Detmold,  Mejersche  Hf^- 
bucbdr.  4*.    ä  96  S.    ä  2  M.  40.  [25^ 

Zellsehrin  d.  hist  Ter.  f.  Nieder- 
sachsen  (s.  1901,  2796).  Jg.  1901. 
504  8.    6  M.  [1537 

Zettaehrilt  d.  Ges.  f.  nieder^kb. 
Kircb.-G.  (a.  1901,  761).  Jg.  VI  288  S. 
5  M.  [2638 

OeteklcktftlbllUer,  HannoT.  (s.  5r. 

788).  IT,  12  u.  T,  1-6.  8.  629-76; 
1-240.  [2529 

Jahresberichte  d.  MoBeoms-Ter- 
eins  f.  d.  Fürsteni.  LOneboiff: 
18991901.  Lüneb.,  Herold  kW.  1«S 
8  M.  50.  [2630 

Protokolle  üb.  d.  Sitiga.  d.  Ter. 
f.  6.  Göttingens  (s.  1901,  764).  Bd.  IL 
Hft.  4:  1900/1901.   216  S.   2  M.   [2631 

Zeitsekrlft  d.  Harx-Ter.  (b.  1901, 
2797).  Jg.  XXXrV.  699  S. ;  TaJBF.  [2632 

Wagaata,  Bracmschweig  (s.  1901. 
755).  Jg.  1900,  Nr.  21-26.  S.  l«l-2(»; 
Jg  1901.  208  S.;  Jff^  1902  (Im  Anfb. 
d.  G.-Ter.  f.  d.  Sagt.  Bnumscbv. 
brsg.  y.  P.  Zi  mm  ermann),  Hft.  1-6. 
S.  1-60.  [2533 

Zeitsekrift  d.Qes.  f.  scklesw.-hdit 

G.  (8.  1901,  2799).   Bd    TXYT    297  S 
8  M.  [2634 

Sekriftea  d.  Ter.  f.  schlesw.-hokt 
Kircb.-G.  (s.Nr.  742).  Beihe  I  (giCeB^ 
Publikationen),  Hft.  2  s.  Nr.  2306; 
Reibe  n  (Beitrr.  n.  Mitt.),  Bd.  II, 
Hft.  2.    S.  145-288.    2  M.  [2636 


d.  ProT.  SMkMB  (•.  1901,  2801).  JLTYl  •  Kr 
9017.  JSJf 

Geftokkktsklltler  f.  Stadt  u.  Land 
Magdeburg  (a.  Nr.  746).  XXXVI,  2. 
S.  233-388;  2  Taf.      3  M.  [2537 

Xitteilnagea  d.  Ver.  f.  anbali  G 
XL  Altertkde.  (s.  Nr.  747).  IX,  3.  S.  197 
-244  u.  S.  586-647  («.  Register  lo 
Bd.  Vm.    1  M.  40).  [2568 

Zeltsckrift  d.  Ver.  f.  tbüring.  G. 
u.  Altertkde.  (s.  1901,  2807).  N.  F. 
Xn,  3/4.    8.  327-708.    7  M.  60.  [2539 

HltUIlaag«B  d.  gMoh..  «.  aüartuMfoncb- 

Ge«  d.  OiterlaadM  («.  *99^  2669).  BrKlu.-Hft  I 
■.  Nr  1955.  [SSM 

MitteUaage»    d.     geschichts-    v. 

altert.-forsdi.  Ver.  su  Eisenberg  (s. 
1901,  2811).  Hft.  17  (Bd.  m,  Hft.  2) 
72  S.  [2541 


Gesammelte  Abhandlungen  u.  Zeitschriften.  —  Deutsches  Altertam.    *99 


Hitteilungren  d.  Ver.  f.  Geschichts- 
u.  Alterts.kde.  zu  Kabla  u.  Roda  (s. 
1901,  771).    VI,  1.    S.  1-72.         [254? 

Alt-Arnstadt.  Beitrr.  z.  Heimats- 
kde. V.  Arnstadt  u.  Umgegend.  Hrsg. 
V.  d.  Museums -Gesellschaft.  Hft.  I. 
Arnst.,  E.  Frotscher.  1901.  133  S. 
1  M.  50.  [2Ö43 

Schriften  d.  Ver.  f.  Saohf.-Meixüng.  O.  u. 
Ldkde.  (s.  Nr.  751).    Hft.  XL.  i.  Nr.  183?*.  [2544 

Archiv,  Neues,  f.  sächs.  G.  (s.  Nr. 
754).  XXni,  1/2.  S,  1-192.  [2545 

Beiträge  z.  sächs.  Kirch. -G.  (s. 
1900,  2763).  Hft.  XV.  (Jahreshft.  f. 
1900  u.  1901.)    836  S.    7  M.      [2646 

Mitteilungen  d.  Ver.  f.  sächs. 
Volkskde.  (s.  Nr.  765).  Bd.  H,  Hft. 
8-9.    S.  225-88.  [2647 

Hitteilungen  d.  Altert.-Ver.  f. 
Zwickau  u.  Umgegend  (s.  1900,  764). 
Hft.  VII.    xjv,  147  S,    2  M.       [2548 

Mitteilungen  d.  Freiberger  Altert.- 
Ver.  (s.  1901,  782).  Hft.  XXXVH: 
1900.    105  S.    2  M.  [2549 

Mitteilungen  d.  Ver.  f.  G.  Dresdens 
(8.  1901,  2814).  Hft.  XVI.  80  S. 
(=  Nr.  2143.)  2  M.  —  Geschichts- 
blätter (s,  1901,  2814a).  1901,  Nr.  3-4 
u.  1902,  Nr.  1-2  (Bd.  IH,  33-100).  [2550 

Magazin,  Neues  lausitz.  (s.  Nr.  759). 
LXXVn,  2.    S.  208-334.  [2561 

Forschungen  z.  brandenb.  u.  preuss. 
G.  (s.  Nr.  761}.  XIV,  2.  S.  375-691; 
29S.  6M.  (Auch XV,  1  erschien!)  [2552 

Hohenzollem-Jalirbuch  (s.  1901, 
2819).     Jg.  V:    1901.     276   S.,   Taff. 

20  M.  [2563 

BAvstelne  s.  preuu.  O.,  hrsg.  ▼.  M.  Bla- 
in  e  n  t  h  al  (8.  Nr.  76S).   n,  1  1.  Nr.  S5Sa  [SSM 
Beltrige  u.  ForsehuBgeB,  Urkandl.,  x.  O. 


d.  preuas.  Heerei  (a   Nr.  763).  Hft.  HI  i.  Nr. 
9314.  [8666 

Archiy  der  „Brandenburgia''  (s. 
1901,  2772).  Bd.  VE.  196  S.  3  M. 
Bd.  Vm.  136  S    2  M.  [2556 

MlttelluBgeB  d.  Ter.  f.  d.  O.  Berlini  (s. 
Nr.  765»).     190?.  Nr.  1-5.     S.  1—66.  [8567 

Jahresberioht  d.  bist.  Ver.  zu 
Brandenburg  (s.  1901,  786).  Nr.  32/33. 
140  S.    2  M.  [2558 

Schriften  d.  Ver.  f.  G.  d.  Neumark 
(s.  Nr.  766).  Hft.  XII.  218  S. ;  Kte.  [2659 

Beitrage  z.  G.  d.  Stadt  Rostock 
(s.  1902,  769).  m,  3.  112  S.  2  M.  [2560 

Studien,  Baltische  (s.  1901,  2828). 
N.  F.  V.  250,  xxnj  S. ;  6  Taf.  6  M.  [2561 

Blätter  f.  pomm.  Volkskde.  (s.  Nr. 
772).    X,  4-8.    S.  49-128,  [2662 

Mitteilungen  d.  schlesisch.  Ge- 
sellsch.  f.  Volkskde.  Vm,  6  u.  IX,  1-4. 
S.  77-94;  1-60.  (2663 

Zeitschrift  d.  bist.  Ges.  f.  d.  rrov. 
Posen  (s.  1901,  2826).  Jg.  XVI.  300  S.  — 
Monatsblätter  (s.  1901,  2826a). 
Jg.  n,  Nr.  4-12.    S.  49-192.        [2664 

Monatsschrift,  Altpreuss.  (s.  Nr. 
776).    XXXVm,  7-8  u.  XXXIX,  1-2. 

S.  601-644;  1-162.  [2565 

AbhABdlBBgea  s.  Landeakde.  d.  Prov. 
Weetpreusf.;  hng.  r.  d.  ProT.-Kommisi.  s. 
Yerwaltg.  d.  weitpreasf.Prov.-Muieen.  Hft.XI 
1.  Nr   1866.  [8666 

Mitteilungen  d.  westpreuss.  G  -Ver. 
I,  1-2.     Danzig  S.  1-41.  [2667 

Oeschichtsbl&tter«  Oberländische 
(s.  Nr.  780).  Hft.  m.  xnj,  160  S. 
8  M.  60.  [2668 

Monatsschrift,  Baltische  (s.  1900, 
780}.     Bd.  XLVTU-Lin,  4.  [2669 

Beitrige  z.  Kunde  Ehst-,  Liv-  u. 
Kurlands  (s.  1900,  782).  VI,  1.  S.  1- 
102.     2  M.  [2670 


B.  Quellen  und  Darstellnngen 

nach  der  Folge  der  Begebenheiten. 


1,  DüLS  deutsehe  Altertum 
bis  e.  öOO. 

a)  Germanische  Urzeit  und  erstes  Auf- 
treten der  Deutschen  in  der  Geschichte. 

Matthias,    F.,    Ueb.   Pytheas   v. 
Massilia  u.  d.  ältest.  Nachrr.  von  d. 


Germanen.   Tl.  1  u.  2.  Berl.  Gjmn.- 
Progr.   1901  f.   90  S.  [2671 

Moewes,  F.,  Bibllogr.  Ueb«nicht  ttb.  dt. 
Altertomtrande  f.  d.  J.  1900.  (Nachrr.  flb.  d. 
Altertlande.  IS,  66-74.)  [9678 

Hoemes,  M»,  Deutschlands  neolith. 
Altertümer.  (Dt.  G.bll.  8, 145-52.)  [2678 


Bibliographie  Nr.  8674—861». 


flitir,  1^  Antwort  »alt.  Angrllt»  d.  Hn. 
RilDscka.  (Vlidlan.  d.  Bari.  O«.  t  Aolbnp. 
■  Ic.  1901,  4U-S1,)    VgL  IWl.  IB».  |iM4 

CMBpl,  L.,  Naove  ecoperte  archeo- 
logicbe  in  Hechel  nell'  Anaunia. 
(Archivio  Trentiuo  16,  3  ff.)       [2675 

Pli,  J.  L.,  Oecbv  pfedbietorickä 
(B.  1900,  786)  Bd  U.  1900.  162  S.; 
87  Taf. .  8  Ktn.  [3676 

Riehak,  A.,  Neue  pr&hiat  Funde 
anit  Mahren.  (Zt.  d.  dt.  Vet.  f.  O. 
Mährena  a.  Scbleaieni  6,  1-38.)  — 
Der».,  Die  Raase  d.  Creinwohoer 
Mährena.    (Ebd.   78-80.)  [2577 

MeisUr,  I.,  Die  Eiszeit  u.  ältere 
Steinzeit  im  Kanton  Schaffhauaen. 
(Festschr.  d.  Kant.  Schaffb.  z.  Bundes- 
feier  1901.  8,  1-27.)  —  6.  WaiiBer, 
1.  d.  TOrrOm. 
Schaffb.  (Ebd. 
8.  29-10.)  [2578 

Reber,  B.,  Recherche»  arcb^ol.  ä 
Genäveetaui  environs.  üen6vel901. 
217  S.  [2679 

Oblenachlk^r,  Chronik  d.  archäo- 
log.FundeinBaiern  i.J.  1901.  (Weatdt. 
Zt.  20,  H78-B* )  —  P.  Belnecke,  Die 
La  Tfene-Funde  vom  Gc&berfeld  in 
Reicbrnhall.  (Mitt.  d.  anthrop.  Öea, 
Wien  31,  310-44.)  Vgl  :  M.  y.  Chlln- 
gensperg,  Entgeerng,  (Ebd.  33.  161- 
64.)  —  J.  Kaue,  Früh  La  Tfeue-Fibel 
a.  d.  Oberpfalz.  (Prahiat.  Bll,  14,  1-8; 
Taf.)  ^  Eidam,  Neolith,  Grab  b. 
Unterwurmbach,  Mittelfranken.  (Ebd. 
13.  81-88;  Taf.  8.)  [2580 

Wunder,  L.,  Vorgeachichtl.  Denk- 
miller in  d.  Umgegend  v.  Nflmberg. 
Mit  17  Taf  u.  7  Plänen  im  Texte, 
(In:  Festscbr.  d,  naturhiat. Gea. Nümb. 
I.  Säkularfeier  d.  Oea.  1901.)  —  1 
S.  T.  Forst«r,  16  Hilgelgrttber  d. 
Beckeraloher  Nekropole,  Mit  Taf  18-  \ 
32.    (Ebd.)  [2581 

Bach,  M.,  Fundchronik  v,  J.  1901, 
(Fundberr.  a.   Schwaben  9,  2-10.)  —    I 
Braun,   Die   Auagrebni.   b.   Thann- 
heim  OA,  Leutkirch,  (Ebd.  10-12.)  —   1 

A.  Uedinger,  Auagrabgn,  t,  keltisch. 
Grabhügeln  d,  Bchwäb,  Alb;  Oberamt 
Münsingen  u,  Reutlingen,  (Ebd,  12-  I 
21.)  —  F.  Santter,  Prfthist.  Grab- 
hügel auf  d.  Bchwäb.  Alb.  (Prähist. 
BU.  14,  17-23;  38-40;   Taf   2-4.)   — 

B.  Edelnann,  Bronzezeitgefäaae  v. 
Ehingen,  Wörttb.  (Ebd.  13,  83-86; 
Taf.  9.)  [2682    I 


SckttMavher,  K..  Nene«  TomaH«B 
Riegel.  (Scbku.in's-Laad  28  I  i- 
1!)  [UU 

BekBpr«,  Comt«  J.,  Gsui  de  diMe- 
ment  des  principanx  objete  de  bronM 

Sr^roDMÜna  en  LorrKine.  (Hänoira 
a  la  Soc.  d'archl.  lomüne  61,  3»- 
46;  2  Taf.)  —  J.  B.  K«ue.  Du 
Bnqnetage  im  oberen  SeiUethiL 
(Weatdt.  Zt.  80,  S27-42;  Taf.  10  u. 
Jahrb.  d,  Ges.  f,  lothr.  G.  la,  366-M,) 
—  H.  OrosBCf  Neue  Versuche  üb 
d,  Zweck  d.  Briquetage.  (Jahrb  f, 
lothr,  G.  13,  894-401.)  —  A.  Tmi,  Die 
Briquetage-Funde  im  Seilletiial  ii 
Lothr,  u.  ähnliche  Fände  v.  Halle  a  S. 
n,  im  Saalethal.  (Vhdlgn.  d.  Beri,  Gea. 
f,  Anthrop.  etc,    1901,   538-44.)  [titt 

I  Ptkff,  K..  SULdt.  Aoagrabgn.  in 
u.  um  Heidelberg  in  d.  Jaluen  189« 
-1901.    (Korr.-Bl.   d.   Gesftmt'Vei  « 

I   169-62  u.  Korr.-BI.   d.  weatdt  Zt  SO 

210-16.)  (js8i 

BaanaBD,    K.^    Nene    Fände  u. 

archl.   Untersuchen,    d.    Hannheimet 

Ältert-Ver,     (Mannheimer   ObU.  1 

251-56,)  [858« 

HehUs,  C,  Das  neoKth.  Qrabfeld 

[  V,  Flombom    in    Rheinheaaen   u.  i. 

Hockerfrage,   (Intern,  Cbl.  f.  Anthrop. 

etc,  7.  65-70.)  fä5äj 

Th0BU.  C.  L.,  Dar  BlnowkU  aiir  d,  BIk- 
blikopf,    Hit  1  Plan.     Ann.  d.  Tar.   I.  um, 

nui  Amrt,kd8.  iwi/a,  is-ta.)  itm 

Fnndberlcht  üb.  d.  v.  oberh«>. 
O.-Ver.  1899-1901  veranstalteten 
AuBgrabgn.  f=  Nr,  2618,  Ergfinigehfl.) 
Giesaen,  Ricker.  124  S  -  20  1*1- 
3  M.  '         [JMS 

Tonderan,  J.,  2  vorgeachichtl. 
„Schlackenwälle"  im  Fuldaer  Lande. 
Mit  2  Plänen,  1  Beilage  n  2  Taf 
(=  ni  V.  Kr.  2621.)  F3da,  Fuldaer 
Aktiendr.  1901.  4°.  19  8.  i  M.  60  [2690 

Platner,  C,  Reate  d,  Torteit  in 
GtÖttingens  Umgegend.  (Protokolle 
d.  Ver,  f.  Q.  Götting.  Bd.  IL  Hft  1, 
58-72,)  [S591 

BlaHins,  W.,  Vorgeschichtl.  Denk- 
mäler zwiach.  Helmat&dt,  Harbke  a. 
Marienbom.  (Featechr.  b.  Feier  d, 
70,  Geburtatagea  v.  Rieh,  Dedekind 
S.223-54,)  — Dera,,DiemegalitIiiacIi 
Grabdenkmäler  b,  Neohaldensleben, 
(12,  Jahresber.  d,  Ver.  f.  Natnrwiw. 
zu  Braunachw,     S.   96-168.)         [2691 


Deutsches  Altertum. 


•101 


Kälber  u.  W&schke.  Ausgrabgn. 
u.  prähist.  Funde.  (Mitt.  d.  Ver.  f. 
anhält.  G.  9,  230-37;  Taf.)        [2693 

Verwom,   H*.   Beitrr.  z.    Vbr-G. 

Thüringens.  (Zt.  d.  Ver.  f.  thür.  G.  etc. 

12,  633-62;    2  Taf.)  —  H.  Quantz, 

Neue   La   Täne-Bronzen   aus   Ranis. 

(Ebd.  663-68.)  [2594 

WIeehel,  Der  Wall  im  Oberhols  b.  Thräna. 
(Yhdlgn.  d.  Berl.  Oei.  f.  Anthrop.  etc.  1901, 
409-11.)     Vgl.  Nr.  793.  [2695 

Friedel«  Das  Eönigsgrab  y.  Seddin. 
(In :  Das  Märkische  Museum  d.  Stadt- 
gemeinde Berlin  v.  1874/99.  Festschr. 
Berl.,  Stankiewicz  Buchdr.  1901. 
S.  33-38;  6  Taf.)  Vgl.  Nr.  793.  — 
Blathy  Aufdeckg.  e.  Hügelgrabes  in 
Seddin.  (Denkmalpflege  2,  8.  6  f.)  — 
H.  Schnmaiuiy  Der  Bronzedepotfund 
V.  Amimshain,  Uckermark.  (Nachrr. 
üb.  dt.  Altert.funde  12,  77-80.)  [2696 

HF  alter,  üeb.  Altertümer  u.  Aus- 
grabungen in  Pommern  i.  J.  1900. 
(Balt.  Studien  6, 246-60.)  —  H.  Schu- 
mann, Pommersche  Depot-  u.  Gräber- 
funde. (Ebd.  1-14;  3 Taf.)—  A. Stn- 
benraach,  Streckentin,  Kreis  Greifen- 
berg i.  Pomm.,  u.  seine  prähist.  Fund- 
steUen.    (Ebd.  16-28.)  [2697 

Dorr,  R.«  Die  jüngste  Bronzezeit 
im  Kreise  Elbing.  Progr.  Elb.,  Meiss- 
ner.   39  S.;  Taf.    1  M.  60.         [2698 

Tischler,  0.,  Ostpreuss.  Altertümer 
a.  d.  Zeit  d.  grossen  Gräberfelder 
nach  Christi  Geburt.  Hrsg.  v.  H. 
Kemke.  Königsb.,  Koch.  4«.  46  S.; 
30  Taf.  u.  30  Bl.  Erklärgn.  20  M.  [2699 

HftVBiiiftiiB,  B.,  Bie  Steintetznngen  xu 
Eigster,  Kirchspiel  PiUistfer,  Livland. 
(Sitzungsberr.  d.  gel.  estn.  Oea.  1901,  22S-64; 
Taf.)  —  Der 8.,  Die  Stein^etsung  v.  Waimel. 
(Ebd.  114-21.)      [«600 

Jaksch,  A.  t.,  Gurina  u.  d.  Veneter. 
(Carinthia  I,  Jg.  92,  41-60.)       [2601 

Haag,  Ueb.  d.  Keltenstadt  Taro- 

dunum,  Zarten.  (Korr.-Bl.  d.  Gesamt- 

Ver.  49,  162-64.)  [2602 

Forrer,  Die  Vor-  o.  Frfih-O.  EIbms- 
Lothringeni,  i.  Nr.  799.  Bes.:  Zt.  f.  O.  d. 
Oberrh.  17, 186-88  £.  Waffner;  Mitt.  d.  anthrop. 
Ges.  Wien  31,  352  f.  BicUy.  [260S 

Soldan,  W«,  Niederlassung  a.  d. 
Hallstadtzeit  bei  Neuhäusel  im 
Westerwald.  (Ann.  d.  Ver.  f.  nass. 
Altertkde.  32,  146-89;  Taf.  3-6.)  Vgl. 
Nr.  801.  [2604 

Mneh,  M«,  Die  Heimat  d.  Indo- 
germanen  im  Lichte  d.  urgeschichtl. 


Forschung.  Berl.,  Costenoble.  311  8. 
7  M.  [2606 

Bez. :  Mitt.  d.  anthrop.  Get.  Wien  32,  168 
-71  Penka. 

Bremer,  Ethnographie  d.  german.  Stämme, 
t.  1900,  2819.  Bes.:  Dt.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  8 
Mnch;  Ans.  f.  dt.  Altert.  28,  4-18  Gadmund 
Schatte.  [2606 

Erckert,  Wandergn.  o.  Siedelgn.  d.  german. 
Summe  in  Mittel-Europa,  ■.  1901,  846.  Bes. : 
Hitt.  Zt.  86,  476  f.  L.  Erhardt.  [2607 

b)  Einwirkungen  Borns. 

Imendörffer,  B.,  Beitrr.  z.  Quellen- 
kde, d.  sechs  letzt.  Bücher  d.  Annalen 
d.  Tacitus.  Progr.  Brunn.  1901. 
22  S.  [2608 

Schmidt,  L»,  Zur  Germama  d. 
Ptolemäus  u.  zur  Frage  nach  d. 
Wohnsitzen  d.  Cherusker  u.  Hermun- 
duren. (Hist.  Viertelj.schr.  6,  79- 
86.)  [2609 

Garofalo,  F.  F.,  Note  geografiche 
[Itinerarium  Antonini  etc.].  (Anz.  f. 
Schweiz.  G.  1901,  437-44.)  [2610 

Lewis,  B»,  Roman  antiquities  in 
South  Germany.  (Archaeol.  Journal 
68,  264-304;  3  Taf.)  [2611 

Kubitschek,  W.,  Spät-röm.  Ziegel 
aus  Niederösterreich.  (Mitt.  d.  k.  k. 
Central-Comm.  27,  219  f.)  —  E.  No- 
wotny, Neue  u.  revid.  röm.  Inschrr. 
(Carinthia  I,  Jg.  92, 1-16,)—  A.  Fetter, 
Das  Römerthor  nach  d.  Rainberge 
in  Salzburg.  (Mitt.  d.  Ges.  f.  Salzb. 
Ldkde.  41,  1-9;  Taf.)  [2612 

Oessner,  A«,  Inschriftliches  aus 
Vindonissa.  (Anz.  f.  Schweiz.  Altert. - 
kde.  N.  F.  3,  116  f.)  [2613 

Ohlensclilager,  F.,  Röm.  Überreste 
in  Baiem,  nach  Berr.,  Abbildgn.  u. 
eigen.  Anschauung  geschild.  Hft.  1. 
Münch.,  Lindauer.  96  S.;  3  Etn. 
Sub8kr.-Pr.4M.;  Einzelpr.  6M.  [2614 

Walderdorff,  H.  Graf  t.,  Rom. 
Inschrr.  i.  J.  1901  in  Re^ensb.  auf- 

gefunden.    (Vhdlgn.  d.  hist.  Ver.  v. 
berpfalzu  Jtegensb.  63, 307-16.)  [2616 
Binhack,  F.,  Römerfunde  in  lUetia 
secunda.  (Passauer  Gjmn.-Progr.  1901. 

S.  3-11.)  [2616 

SehvMftcher.  K.,  Neues  vom  alten  Biegel 
■.  Nr.  258S.  —  Ders.,  SpätrOm.  hemalte  Qe- 
filMe  ixQ  Limeigebiet.  (Korr.-Bl.  d.  Oeiamt- 
Ver.  49,  19yf.)  [2617 

Havff  a.  8lxt,  Die  röm.  Intcbrr.  u.  Bild- 
werke Württemberg!,  i.  1901,  2864.  Bes.: 
Korr.-Bl.  d.  weitdt.  Zt.  20, 195-98  Hettner.  [2618 

Ffaff,    K.    u.   T.   Domaszewski, 

Röm.  Grabdenkmäler  in  Heidelberg. 
(Korr.-Bl.  d.  westdt.Zt.  21,  3-11.)  [2619 


RltterllB«,  E.,  MOiuAiBd  •  d. 
Z«it  C'oDstkntinB  d.  Gr.  to  WiMbkden. 
niitt     6     \n.    t-    nUB.    Altert.kde. 

1901  i,  SO-M.J  [scao 


LiHM,  Der  rOmüche.  in  Oester-  ' 

reich  '■    IWl.  SS7S)      Hft.  m.     Hit  ' 

ISTftf  u  MFigoren  imTeit.  ISiSp.  I 

9  M  [itil  , 

Bdi  :DlJjln.-Ztf.lMn,!(t.t;T.PnKanUli. 

Li  MM ,  Der  oberg«rm.  -  Ta«tia<;be 
<a.  Nr.  8I4\  Lfg.  15  n.  16.  4  M.  d. 
4  H.  äO  [868S 

iBh  T  Lfg  li;  ILL 


S,  I  T.t  (S.P.  I 


inli.  KuL 


Ku(    Okubn      i;  B.,  fi  Tkf.  (S^_«  M.)^  J 


4    T.f.     IS^. 

FftbrklnSf  E.,  Die  Entat«^.  d. 
rOmiscb.  LimeauilAgeiiiiiDtld.  Vortr. 
(Sep  a,;  Westdt.Zt.ao,177-»l.)  Trier, 
Jak.  Lintz,  18  S.,  Kt«.  80  Pf.  — 
DerB-,  Ein  Limesnroblem.  Freib., 
Febsenfeld.  4».  ä5  S.,  Taf.  1  M.  — 
DeTB.,  Zur  G.  d.  Limesaolagen  in 
Baden  n.  WOrtUmbere.  (Kon-  -Bl-  d. 
Oe«anit-Ver-  49,  I69f)  —  Aatkea, 
Der  Beginn  d.  Odemraldlinie  un  Main 
n.  d.  neugefund.  Erdkaatell  Seck- 
mauern.    (Ebd.  169-71.)  [2623 

WkBBer,  G..  Die  BAmerbemchaft 
im  Santou  ScbaffhauieD.    (FesUchi 

d.  Kant  Scbaffb.  i.  Bondeafeier  1901. 
S,  41-61.)  [2684 

Wolff,  «.,  Zar  G.  d.  rtm.  Okka- 
pation  in  d.  Wetterau  n.  im  Main- 
gebiet«. (Ann.  d.  Yei.  t.  nam.  Altor- 
tkde. 3i,  1-25;  Taf.  1.)  Vgl.  1901, 
671    —  E.RlttorlUf,  HOchat  a.  M., 

e,  rOm.  Hauptwaffenplati  eut  Zeit  d. 
AugUBtUB.  (Mitt.  d.  Ver.  f.  nass.  Altert.- 
kde.  1901/«,  46-58.)  [8625 

Entf  p.  F.,  17ab.  d.  rtmiidhe  NL*darL&i^. 
tS  B.  Tgi.  1MI,'H7I.  —  0.  IWkM, 


Dls  BiimuTHtang  t 


Wormstall^  J.)  Ethnogr,  Forschgn. 
z.  0.  Nordweatdeutecb^di  in  d. 
Remer-,  Sochaen-  u.  Frankenzeit. 
Man«ter,A8cbcadorff.  1901. 7lS,  [2627 

Helt«ii,  W.  ran,  Ceber  Marti 
Tbincso,  Alaeaiagis  Bede  et  Fimmi- 
lene  (?),  Tuihanti.  (Beitrr,  i-  G.  d.  dt. 
Sprache  27,  137-53.)  [2(28 


8ckMhh*T4t,  C^  Die  Gtotnbwi 
b.  EtatmoldsTentobom.  (Au  Heft  rn 
d.  ,^tU>  TOrmachiehU.  Pefe^tägiiajH 
in  XiedecHMfba.")  ^Hmukit.  G.bll  i. 
1-11.)  [KU 

t)  Autbnitmtf  der  iJWNtfdbc*  mJ 

Segrümdtmg  germ<tmweker  Bnctr. 

»■■»ctJis  f.  6^  FrammeDti  i 
im  nnoTo  codiee  CMsiodoro.  (Stau 
■torici  7,  a-b.)  [KM 

6ri«Bb«-^r,  r.y  Die  BoraiMb 
TSlker  bei  Jorduiee.  (ZL  f.  dt.  Alta- 
tnn  4«,  188-«8.)  [KJl 

Kiner,  O.,  Dae  Tit«  ised.  di  S 
Marcello  Teacoro  di  Di«.  (Etodi  ftotid 
9,  889-317.)  [fSS 

SeguiMKt,  A^  Secondo  ds  Tmt». 
(TridentiDiun.  Riviatkmeiuilediitsdi 
■cientif.  8,  S.   1  ff.)  [*(3i 

Clp«IU,  C.,  Nota  biblion.  eira 
l'odierna  condizione  dearli  stadi  etitia 
■nl  testo  delle  opere  di  Paolo  Diaeraiv 
Veneua  1901.  Tttil 

am.:  V.  Anhl*  n.  Hat.    T». 

CriTellnectt  A-,  Ad  Paoli  Diaeoni 
hirt.  Lang,  m,  16.  iStndi  atMid  8, 
266-60)  —  Der».,  Ad  Paoli  Diit. 
bist.  Lan^.  n,  IS  et  Ven.  Fort,  dt 
TiU  Martini,  lY,  tt.  640-665.  lEbi 
899-405.)  —  G.  Calliyuia,  3nl  aisni- 
ficato  della  parol»  „romAnna-'  in  Paolo 
Diacono.  (Atti  d.  R.  Aecad.  ieüt 
Bcienze  di  Torino  S6,  283-807.)  Vgl 
Nr.  2708.  (2e3ä 

■attkMl,  6-,  Die  büriache  Hunneo- 
iase  in  ihr.  TerUltuia  ■.  Amelmigeo- 
a.KibetDngenBage.  (Zt  f.  dt.  AJUrtn» 
46,   1-6O0  [26« 

Altkof,  H.,  Zum  Wftltbaiiaa  [t- 
Nr.  885).  ScblOHB.  {Zt  r.  dt  Philol 
SS,  4S7-bC;  670f.)  [WXl 

NoratL  F^  Bulla  Icwgenda  di  Tw- 
derico  in  Verona.  (Beuelstitnto  lirä- 
bardo  di  scienxe  e  lettet&  Beodiconti 
Ser.  2,  Vol.  31,  716-S5.J  [2MS 

Sehoop,  Frank.  OrftEer  b  D5r«ii 
n.  Elsdorf.  (Korr.-Bl.  d.  westdt  Zt 
20,  188-6B.)  —  F.  W.  NoU,  Da«  Wnt 
Graberfeld  lU  Eladorf  b.  Düren  l 
(Rhein.  G,-bU.  5,  878-81.>  [S6S9 

•  fBsloB*  dagU  lUli- 


Deutsches  Altertum.  —  Fränkische  Zeit. 


103 


Schlttter,   W.,    Ob.    Th.   Brauns 

„Untersuchgn.  auf  d.  Gebiete  goto- 

slavischer  Beziehgn.^^  nebst  e.  Excurse 

üb.  d.  Aestier    (Sitzungsberr.  d.  gel. 

estnisch.  Ges.  1901,  1-42.)  [2641 

Pftseot,  G.,  Brevi  considerasioni  lulle  In- 
▼asioni  barbariche  in  lUlia  di  P.  VUlari. 
Pordenone,  tip.  Utt.  OattL  1901.  16  S.  Vgl 
Nr.  8S8.  [2648 

Schmidt,  Ldw«,  G.  d.  Wandalen. 
Lpz.,Teubner.  1901.203S.  5M.  [2648 

Bez. :  Beil.  s.  AUg.  Ztg.  1902,  Nr.S7  Manitiui ; 
Bey.  Grit.  1902,  Nr.  28  Monceaux. 

Egger,  J»j  Die  Barbareneinfälle  in 
d.  Prov.  Rätien  u.  deren  Besetzg.  durch 
Barbaren  (s.  Nr.  840).  Tl.  ü.  (Arch. 
f.  österr.  G.  90,  321-400.)  [2644 

Dumoulin,  H«,  Le  gouvemement 
de  Thäodoric  et  la  domination  des 
Ostrogoths  en  Italic  d' apres  lesoeuvres 
d'Ennodius.  (Rev.  bist.  78,  1-7;  241 
-65.  79,  1-22.)  [2645 

Schütte,  G.,  Var  angleme  Tyskere? 
(Sonderjydske  Aarboger  1900,  1-61.) 
—  V.  H.  Friedel,  L'arriväe  des 
Saxons  en  Angleterre  d'apr^s  le  texte 
de  Chartres  et  THistoria  Britonum. 
(Beitrr.  z.  roman.  u.  engl.  Philol.  Fest- 
gabe f.  W.  Foerster  S.  280-96.)    [2646 

d)  Innere  VerJuHtnisse. 

Schani  acher,  Kultur-  u.  Handels- 
beziehgn.  d.  Mittel-Rheingebietes  u. 
insbes.  Hessens  währ.  d.  Bronzezeit. 
(Westdt.  Zt.  20, 192-209,  Taf.  8.)  [2647 

Thibault,  F.,  L'impdt  direct  dans 
les  royaumes  des  Ostrogoths,  des 
Wisigoths  et  des  Burgundes.  (Nouv. 
rev.  bist,  de  droit  fran9.  et  Strang. 
25,  698-728.  26,  32-48.)  [2648 

WitticlK  W,,  Die  Frage  der  Frei- 
bauern; Untersuchgn.  üb.  d.  soziale 
Gliederg.  d.  dt.  Volkes  in  altgerman. 
u.  frühkaroling.  Zeit.  (Sep.  a.:  Zt.  d. 
Savigny-Stiftg.  f.  Rechts-G.  22,  Germ. 
Abtlg.,  245-353.)  Weimar,  Böhlau. 
1901.     3  M.  [2649 

Z  jcha,  A.,  Zur  Auslegung  d.Titels  37 
der  Lex  Salica  „De  vesÖgio  minando." 
(Ebd.  155-80.)  [2650 

B$htliiigk,0,,Sermoregis  (Vhdlgn 
d.  kgl.  Sachs.  Ges.  d.  Wiss.  zu  Leipz. 
53,  45 f.)     Vgl.  Nr.  847.  [2661 

Bieii]LOWSki,P.,De  simulacris  bar- 
barorum gentium  apud  Romanos.  Cor- 
poris barbarorum  prodromus.    (Text 


dt.  u.  polnisch.)  Wien,  Gerold.  1901. 
4^     100  S.     10  M.  [2662 

Bez.:  Dt.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  9  Zahn. 

Schliz,  Die  Siedelungsform  d. 
Bronze-  u.  Hallstattzeit  u.  ihr  Ver- 
gleich mit  d.  Wohnanlagen  anderer 
prähist.  Epochen;  Wohnstättenstudie 
a.  d.  Heilbronner  Gegend.  (Fundberr. 
a.  Schwaben  9,  21-36.)  [2663 

Kaorr.  F.,  KlappatOhle  «ui  Orftbem  d. 
Bronxeselt.  (Mitt.  d.  anthropoL  Ver.  in  Schletw.- 
Holiteiu  Hft  14.)  —  CoBwents,  Ueb.  d. 
SinfOhrg.  v.  Kaurii  a.  ▼erwandten  Sohnecken- 
■ohalen  alt  Schmuck  in  Weftpreufieni  Vor-O. 
(Mitt   d.  weatpr.  O.-Yer.  1,  10-14.)  [2654 


2.  Fränkische  Zeit  bis  918. 

a)  Merowingische  Zeit 

Molinler,  A«,  Les  sources  de  Thist. 
de  France.  1:  fipoque  primitive; 
Mdrovingiens  et  Carolingiens.  (Ma- 
nuels de  bibliogr.  bist,  in.)  Paris, 
Picard.     1901.     288  S.     6  fr.     [2656 

Res.:  Dt.  Litt.-Ztg.  1902,  Kr.  18  Holtamann. 

Havek  A.y  Oregor  r.  Tonn.  (Realencyklop. 

f.  pro!  Theul.  7,  161-63.)  [2666 

Halphen,  L«,  Une  th^orie  r^cente 
sur  la  chronique  du  Pseudo-Fr^d^- 

fiire.  (Rev.  bist.  79,  41-66.)  Vgl. 
r.  861.  [2667 

Caro,  0^  Zu  Kap.  40  der  Vita  S. 
Fridolini.  Glarus  u.  Säckingen.  (Anz. 
f.  Schweiz.  G.  1901,  444-49.)      [2668 

Lnchaire,  A.,  Les  Miracula  Sancti 
Dionysii  et  les  G^sta  Dagoberti. 
(Bibl.  de  la  facultä  des  lettres  de 
Paris  13,  1-8.)  [2669 

Criyellnccl,  A»,  Ad  Lib.  Pont.  eccl. 
Rom.  V.  Zach.  c.  3, 1.  16  et  Cod.  Car. 
epp.  1  et  2.  (Studi  storici  10,  331 
-36.)  [2660 

Leylson,  W.«  Kleine  Beiträge  zu 

Quellen  d.  fränMsch.  G.    (N.  ijrchiv 

27,  331-408.)  [2661 

Inh.:  a)  8.  9S1-66:  Dai  Testament  Dago- 
berte I.  b)  8.  366-68:  Zur  Ghronolog.  d. 
•pater.  Merowlnger.  c)  S.  868-99:  Die  Urkk. 
d.  els&is.  Grafen  Eberhard  (f  747)  a.  d.  Vita 
Detiderii   Aliegaudieniis.     d)  Vgl.  Nr.  2673. 

LeTlUain,  L»,  Examen  crit.  des 
chartes  m^rovingiennes  et  caroling. 
de  Tabbaye  de  Corbie.  (Mämoires  et 
documents  publ.  p.  la  Soci^t^  de 
r^cole  des  chartes.  V.)  Paris,  Picard. 
xiij,  882  S.    12  fr.  [2662 

Zeumer.  K.,  Die  Chronologie  d. 
Westgotenkönige  d.  Reiches  Toledo. 
(N.  Archiv  27,  409-44.)  [2663 


Hiitor.  Vierteljahnohrift.  1902.  4.    BibUographie. 


8 


Bibliogn^hie  Nr.  SSM— 1714. 


.,  I16-7JI.     (Kbd.  5 


..,^.8.^01 


I*,  Ftpiii  d( 


da  Hsnul.    IKbd.  a»o-S&]  [■««& 

Tkcwidard,  E.,  Vie  de  Sftint  Oaeo, 
£v&que  de  Roaen  (6*1-681);  itnia 
dliUt.  m^rOTing.  PariB,  Lecoffre.  uj, 
S94  S.  6  fr.  —  Ders.,  Saint  Onen, 
^vSqne  de  Rouen;  L'ordre  moDastique 
et  le  pal&iB  märOTiug.  (It«T.  dei 
qaeetdoDH  hist.   Tl,  b-TI.)  [8666 

CriTellnecl,  A.,  ät«faiii>  patniio  e 
dncn  di  ߫mk,  7ST-TM.  (3tadi  Btorici 
10,  113-35.) [8667 

b)  Karolingitäu  Zeit. 

■■■•i,  £iiid«   atll.  tat  Ih  ■osnH  d* 

Iliiiloin  CuroUDglmi*.   I  >,  1*00,  SM.  Bu.: 

Omi.  gel.  Au.  tMl,  BIl-*7  Bloch.  (HCa 

61ard,  B..  Catalogue  des  actes 
dea  lOiB  d  'Aquitaine  P^in  I.  et 
P^pin  n.  (BibI-  de  Täcole  des  charteB 
es,  &10-31.)  [9669 

Sckelna.H»  Die  karolingigcheWid- 
muagsinscnriA  im  Aach  cd  er  Münster. 
(Zt.  d.Aachen.  Q.-Ver,23, 403-8.)  [B670 

IieTilIaiD,A.,ätude  Bar  1  es  lettrea  de 
Loap  de  FerriäreB.  (Bibl.  de  l'äcole  dea 
chartee  62,446-609.63,69-118)  [2671 

Krairtf  A>,  Lee  Sermenta  Caro' 
lingieng  de  84S  k  Straabourg  en 
roman  et  tudesque.  Avec  noav.  inter- 
prätations  linguiet.  et  considärationa 
ethnogr.  Paria,  Leroui,  1901.  160  3, 
8  fr,  60.  —  R.  Snchler,  Die  Mund- 
art d.  StrsBeburKBr  Eide.  (Beitrr.  i. 
rom.  u.  engl,  Philol.  Featgabe  f.  W. 
Foereter  S.  199-804.)  [2672 

B«.  d.  Buchoi  >.  ErtDt:  Au  f.  dt.  Albin. 
IH,  lU>f.  B.udi. 

LevisoD,  W.,  Die  Vision  Kaiser 
Karla  HI.  (N.  Archiv  27,  899-409.)  — 
Dera.,  Zur  Teit-Q.  d.  Vision  Kaiaer 
Earla  m.  (Ebd.  493-602.)  [2673 

Borchgrare,  ll.  Baron  de,  Päpin 
IeBref.(Biogr.nation.l6.906-16.)[2674 

NoTatI,  F.,  Le  duel  de  Päpin  le 
Bref  contra  le  dänon.  (Rev.  d'hist. 
etdeütt^rat.religieuaeaö, 38-41. )[2676 

CrireUnccl,  A.,  Delle  Origini  dello 
Stato  Ponteficio.  (Studi  atorici  10, 
1-39;  289-8^9.  11,  87-86.)  Vgl. '98. 
2666.  [2676 

KIrbt,  C,  Pap»  Hkdriu  I..  171  SB.  {Bul- 
•nojklop.  t.  prot.  Thul  T,  301-5.)  —  Sara, 


I  HadilH  IL,  Sn-Tl.  (^U.  M&.T.)  —  Dam 
H*diiuiu,Mi-ae. (Kbd  ■ort)  — ■.Nha«, 
Ongor  TT^ni-M.  (Kbd.  Mf.)  ^  Dai^ 
johwEB«  vm.    (Kbd.  >,  Bft»«!.)  —  A.  rnj. 

'h.  HlnkBrnr  w.  Baini.  (Kbd.  t, 

icfe,   Efmb.  Hatto  I.   T.  Maiu, 

r.  477t)  —  Dara.,  Dh  »THid* 

(Sbd    B,  MBf  1      [M71 

Paris,  6.,  BoaceTe«ax.  (Berae  de 
Parü.  Ai]ii^l901,T.6,3S6-69.)  [S678 

Calaette,  J.,  L»  diplomfttie  Caro- 
lingienne  da  trutö  de  Terdiin  L  ü 
mort  de  Charles  le  Chauve  843-877. 
^ibl.  de  l'äcole  de«  bäatea  ^tadct. 
Faac.  136.)  Faris,  Bouillon  IMI. 
II,  281  S.     7  fr.  [M79 

SchSaherr,  D.,  Ueb.  d.  Lage  d. 
angeblich  verachüttoten  BOmentadt 
M^a.  (Schonherr,  G«Bajiiin  Schir. 
8.  !■»*.)  [S680 

ChriBLK.,Egl.  n.  kaiaeri.ScheokgiL 
in  d.  nachmais  pfUs.  Landen.  (Uam- 
beim.G.bU.  8,  S-Q ;  67-63 ;  113-16.)  [8681 

Seknehhardt,  C. ,  Atlas  rorge- 
BchichÜ.  Befeabgnu^en  in  Nieder- 
BachBen{a.'9*,779V  Hft.VIL  S.67-M: 
Taf.  48-57.  6  M.  Vgl.  Nr.  2629.  [2«« 

BOBiUUi,  C,  Zur  G.  d.  Topogr. 
Roadorfa.  (Protokolle  d.  Ter.  f.  Q, 
GOttingens  Bd.  II,  Hft.  1,  8-SS.)  [8681 

e)  Iimere  VerhäitfiUae. 

BakB,  IHa  Pnnkan  «ntar  d.  KknllDiiK 
>.  IMl,  »48  Bu.L  ZI.  f.  wlH  TtooL  M, 
488-78  OOirai;  La  majua-h^a  la,  I»»-Ml  Pn»; 
Zt.  d.  SkTlguy-BUfig.  t  Bsabu-O.  n,  Oam. 
Abllg  ,  4U-ao  Wuntnahoff;  KImI  Zt  M, 
161-8»  BaSokan.  [KM 

Bolmi,  A.,  Stttto  e  chieaa  secondo 
gli  Bcritii  polit.  da  Carlomaguo  fino 
al  concordato  di  Worma,  800-1121. 
Modena.Arch.giurid.  230S.  7L.  [868ä 

gekrener,  fl.,  Uutersuchgn.  i. 
Verf.-Q.  d.  bahm.  Sagenseit.  (Schmol- 
lera  staata-  n.  aozialwiae.  Fonclign. 
XX,  4.)  Lpi-,  Duncker  A  H.  iij, 
108  S.     S  M.  [2<i'S 

Bai.:  IH.  Lm.'ZtB-  lacs.  Kr.  17  Uppan. 

Fleker,  i.,  UnterHnchgn.  s.  Erben- 
folge  d.oatBerm.H«chte  (a.  1900,2907). 
V,  1.  (=  Nr.  2228.)  i,  324  S.  10  M. 
60.  [8687 

Sjer,  Ch.,  Dansk  og  langobardiak 
Arreret.  En  retahiat.  underBftgelBe. 
Aarhua  og  Kflfaenhavn,  Jvdsk  Fodag«- 
Forening.     1901.     116  S.  [2688 

Bai. :  ZI.  d.  SaTlgnr-Stift«.  f  Baehb-0  «, 
Gann  Abtlg.,  IM-n  Pappashaiiii  —  B«.  ( 
Kjai,  Bdichu  BoUrl,  ■  i»oo,  «OS:  KriV 
Viarlali.iett.  f.  OaMUgabg.  48,  U8-SS  B. 
Hertabari. 


Fränkische  Zeit. 


•105 


Crirellucci^  A»,  L'epistola  roga- 
toria  nel  diritto  ecclesiastico  longo- 
bardo.  (Studi  storici  8,  601-7.)    [2689 

Bartelli.y«^  La  polizia  ecclesiastica 

nella  legislazione  carolingica    Roma 

1899.     110  S.  [2690 

Bez.:  Studi  storici  9,  129-S8  GriTeUucoi. 
Heck,  Die  Oemeinfreien  d.  karoling.  Yolkt- 
reohte,  8.  1901,  941.  Bes.:  Di.  Litt.-Ztg.  1901, 
Nr.  51/52  ▼.  Wrettchko  u.  Entgegng.  ▼.  Heck 
m.  Antwort  Wrettchkot  ebd.  1902,  Nr.  11, 
sowie  Beplik  H.i  u.  W.t  ebd.  Nr.  22;  Litt. 
CbL  1901,  Nr.  51/62;  Göttlng.  gel.  An«.  1902, 
92-108  Bietfchel.  [2691 

Moeller.  E*  y.y  Der  Homo  Francus 
der  Ewa  Cnamavorom.  (Mitt.  d.  Inst, 
f.  österr.  G.forschg.  23,  217-30.)    [2692 

Haut,  A.,  NotA  metrologioa.  ün  raggua- 
glio  milaneie  del  secolc  IX  fra  lo  iagero 
romano  ed  il  longobardo.  (Arch.  itor.  lomb. 
1901,  Dec,  961-69.)  [2698 

Besse^  J.  M«^  Les  premiers  mona- 
etöres  de  la  Gaule  m^dionale.  (Bey. 
des  qaestions  bist.  71, 394-464.)    [2694 

OörreSy  F.,  Der  spaniscb-westgot. 
Episkopat  u.  d.  röm.  Papsttum  von 
König  Rekared  d.  Eatboliscben  bis 
Wamba,  686-680;  Beitrr.  z.  Kirch.-  u. 
Kultur-G.  d.  Frühmittelalters.  (Zt.  f. 
wiss.  Theol.  46,  41-72.)  [2696 

Dedieu^  L.,  Colomban,  l^gislateur 
de  la  vie  monastique.  Th^se.  Gabors, 
impr.    Constant.  1901.    71  S.      [2696 

Criyellacci^  A«^  Le  chiese  cattoliche 
e  i  Longobardi  ariani  in  Italia  (s. 
'98,  843).  Schluss.  (Studi  storici  6, 
93-115;  689-604.)  [2697 

Anthaller,  F.^  Der  hl.  Rupert.  Der 
erste  Bischof  v.  Baiem.  Salzb.,  Dieter. 
96  S.     2  M.  [2698 

Albers  9  B.,  Wann  sind  d.  Beda- 
Egbertschen  Bussbücher  verfasst  wor- 
den, und  wer  ist  ihr  Verfasser?  (Arch. 
f.  kath.  Kirchenrecht81,393-420.)r2699 

Kurth,  0*9  Saint  Boniface.   Paris, 

Lecoffre.     203  S.     2  fr.  [2700 

Köhler,  W.,  Dettio  u.  Deorolf,  die  enten 

von  Bonifatiuf  bekehrten  Christen.    (Mitt.  d. 

oberhess.  G.-Ver.  N.  F.  10,  120-24.)  [2701 

Mollenhauer,  K«,  Die  Bekehrung 

d.  alten  Sachsen.  (Braunschw.  Magaz. 

1901,  Nr.  26  f.)  [2702 

Haack,  Biatum  Halberstadt.  (Bealency- 
klop.  f.  prot.  Theol.  7,  85Sf.)  —  Ders.,  Bra- 
bistum  Hamborg.  (Ebd.  378  f.)  —  K.  Haarer, 
Hatigar.  (Ebd.  S60f.)  —  A.  Freyitedt,  Der 
MOnch  Qottschalk.    (Ebd.  89-41.)  [2708 

Schubert,  H«  r.*  Ansgar  u.  d.  An- 
fänge d.  schlesw. -holst. Kirch.- G.  Vortr. 
(Schrr.d.Ver.f.schlesw.-holst.Kirch.-G. 
2.  R. :  Beitrr.  u.  Mitt.  Bd.  2,  146-74.) 
Sep.  Kiel,  Cordes.  1901.  80  Pf.  [2704 


Blrkie,  S«,  Hrabanus  Maurus  u. 
seine  Lemre  v.  d.  Eucharistie.  (Stud. 
u.  Mitt.  a.  d.  Bened.-  u.  Cist.-Orden 
23,  77-86  etc..)  —  Hanck,  Hrabanus 
Maurus.  (Realencyklop.  f.  prot.  Theol. 
8,  403-9.)  —  W,  Barger,  Hrabanus 
Maurus,  d.  Begründer  d.  theol.  Studien 
inDtld.  (Katholik  82,  H,  61-69.)  [2706 

Bloch,  Herm.,  Geistesleben  im 
Elsass  zur  Karolingerzeit.  (Sep.  a.: 
niustr.  elsäss.  Rundschau  HI^  Strassb., 
Noiriel.  1901.  4^  31  S.  3M!,       [2706 

Bes.:  Dt.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  2  Dfimmler; 
Mitt.  a.  d.  hitt.  Litt.  80,  188-iO  H.  Hahn. 

Bloch,  Karoling.  Bibliotheka-Katalog  aiu 
Kloiter  Mnrbach,  ■.  Nr.  895.  Bes.:  Dr.  Litt.- 
Ztg.  1902,  Nr.  16  Fr.  Wiegand.  [2707 

Calllgaris,  G.,  Ancora  di  alcune 
fonti  per  lo  studio  della  vita  di  Paolo 
Diacono.  (Arch  stör.  lomb.  1901, 
Dec,  207—69.)  Vgl.  1900,  2924.  — 
A.  CriTeUncci,  Di  alcune  questioni 
relat.  alla  vita  di  Paolo  Diacono. 
(Studi  storici  9,  3—19.)  [2708 

Behaghel,  0«,  Der  Heliand  u.  d. 
altsächs.  Genesis.  Giess.,  Ricker.  48  S. 
1  M.  60.  —  E.  SieTerg;^  Der  Heliand 
u.  d.  altssächs.  Bibeldichtg.  (Real- 
encyklop.  f.  prot.  Theol.  7,  617-21.) 
—  H.  Gering.  Zur  altsächs.  Genesis. 
(Zt.  f.  dt.  Philol.  33,  433-37.)    [2709 

Belssel,  8t«,  Dtlds.  älteste  Gottes- 
häuser. (Stimmen  a.  Maria-Laach  Ol, 
36-48.)  —  Ders.,  Schätze  merowing. 
Könige  u.  Kirchen.  (Ebd.  361-71; 
602-16.)  [2710 

Wilser,  L.,  Die  Steinhildwerke  d. 

alt.  Peterskirche   in   Metz  u.   d.  dt. 

Baukunst.  (Mannheim.  G.bU.  3, 63-66.) 

Vgl.  '99,  893.  [2711 

Mehlli,  Walahttede.  (Korr.-Bl.  d.  Oesamt- 

Yer.  60, 51-64.)  —  Ders.,  Noch  einmal  „Walah- 

■tede".  (BeU.  s.  AUg.  Ztg.  1902,  Nr.  8.)    [2712 

Swarzenski,  6«,  Die  karolingische 
Malerei  u.  Plastik  in  Reims.  (Jahrb. 
d.  kgl.  preuss.  Kunstsammlgn.  23,  81 
-100.)  [2713 

8ixt,  0«,  Funde  a.  e.  Reihengrab 
b.  Gültlingen  OA.  Nagold :  Merowing. 
Rüstung.  (Fundberr.  a.  Schwaben  9, 
38-41 ;  Taf.)  —  H.  Schumanii,  Spät- 
karoling.  Geföss  aus  e.  kistenartiff. 
Steinpackung  v.  Criewen  b.  Schwedt 
a.  d.  Oder.  (Nachrr.  f.  dt.  Altert.funde 
12,  76-77.)  —  Phillppl,  Die  Baum- 
särge V.  Wiedenbrück.  (Zt.  f.  vaterl. 
G.  etc.  Westfal.  69,  ü,  206-11.)  [2714 

8* 


106 


Bibliographie  Nr.  8716—2764. 


3.  Zeit  der  sächsischen, 

fränkischen  und  staufisehen 

Kaiser,  919-1264. 

a)  Sächsische  und  fränkische  Kaiser, 
919-1125. 

HrotsTitkae  opera;  rec.  et  emend. 
Paulus  de  Winterfeld.  (Scriptorea 
rerum  German.  in  usum  scholarum.) 
Berl,  Weidmann.  xxjv,552  S.12M.[2715 

Batti,  A.y  n  probabile  itinerario 
della  fuga  di  Ariberto  arciv.  di  Milano 
da  un  suo  autogr.  ined.  (Arch.  stör, 
lomb.  29,  Vol.  17,  6-26.)  [2716 

Winterfeld,  P.  t.^  Zur  Gk)tt0chalk- 
frage.  (N.Archiv27,609-14;563.)[2717 

Pellegriniy  Fonti  e  memorie  di  S. 
Arialdo(B.  1901, 2969).  SchlusB.  (Arch. 
8tor.  lomb.  28,  Vol.  16,  5—26.  29, 
Vol.  17,  60—98.)  [2718 

Doebner^  B«.  Aktenstücke  z.  G.  d. 
Vita  Bennonis  Misnensis.  (Doebner, 
Studien  z.  hildesh.  G.  S.  136-48.)  r2719 

Oamplowicz.  H,^  Leben  u.  Schick- 
sale Balduins,  Bischofs  v.  Eruschwitz, 
1066-1146.  (Zt.  d.  bist.  Ges.  Posen, 
16,  231-93.)  Sep.  Posen,  Jolowicz. 
1  M.  20.     Vgl.  1901,  2974.         [2720 

Hanquet.  K«,  L'auteur  de  la  chro- 
nique  de  Saint -Hubert,  du  second 
livre  du  Miracula  Sancti  Huberti  et 
du  Vita  Tbeoderici.  R^ponse  k  M. 
Cauchie.  (Compte  rendu  des  s^ances 
de  la  comm.  roy.  d'hist.  de  Tacad.  r. 
deBelg.ll, 477-616.)  Vgl.Nr.908.[2721 


HOckel^  G*  A.y  Les  po^mes  sati- 
riques  d'Adalb^ron.  (Bibl.  de  la  facultä 
des  lettres  de  Tirniv.  de  Paris  13,  49 
-184.)  [2722 

Koch,  Geo.y  Manegold  y.  Lauten- 
bach u.  d.  Lehre  von  d.  Volkssouve- 
ränität unter  Heinrich  IV.  («  Hft.  34 
V.  Nr.  2407.)  Berl.,  Ehering.  159  S. 
4  M.  40.  [2723 

Sickel,  W,,  Alberich  H.  u.  d. 
Kirchenstaat.  (Mitt.  d.  Inst.  f.  österr. 
G.forschg.  28,  60-126.)  [2724 

Kalonseky  J.^  Obrana  knizete 
Väclava  svat^ho  proti  smyslenk&m  a 
kriv^m  üsudküm  o  jeho  povaze. 
(Apologie  d.  Fürsten  Wenzels  d. 
Heiligen  ge^.  Erdichtgn.  u.  falsche 
Beurteilg.  sein.  Charakters.)  V  Praze 
1901.     144  S.  [2726 

Bes. :  Arch.  f.  slav.  Philol.  84, 286-88  Paatmek. 


Mayer.  Jok»,  Die  KlosierpoUtik 
Otto«  I.  I^gr.  Ungar.-HnuÜMh.  1901. 
17  8.  [27W 

Bdhser.  H.,  Pmp«t  JohannM  XIX,  956-M 
(Bealencyklop.  f.  prot.  TheoL  9,  MS-M.)  - 
Den..  Gregor  V.,  996-99.  (Bbd.  7,  Mf)  - 
C.  MMt,  0«g«npap«t  Gregor  VL,  1012  (Ebd. 
94.)  [rt7 

Mirkt,  C,  Papst  Oregor  VI.,  1046-41  (B«l- 
encjrklop.  f.  prot.  TheoL  7,  94-96.)  —  Den, 
Oegenpaptt  Honorius  II.  (Cadalna)  lOn-n,*?! 
(Bbd.  8,  S 1 6  f.)  —  D  e  r  ■.,  Gregor  VIL,  107»-«3. 
(Bbd.  7,  96-115.)  ~  Der«.,  Hago  d.  WeüM 
(Bbd.8,4:tl-SS.)^Der  ■.,  Bi^sh.  Ito  t.  (3urtrM. 
(Ebd.  9,  664-67.)  ~  Ders^  Gottfried  ▼.  Y«b- 
d6me.  (Ebd.  7,  971)  —  Der«,  Gregor  TIEL, 
1118-n.  (Ebd.  115  f.)  —  8.  Sletockel,  lATMti- 
tor  u.  Inrettituretreit.  (Ebd.  9,  914-18.)    [Ktt 

HeinemanM,  O.  t.,  Harzbarg  und 
Canossa.  (Braunschw.  Magazin  1901. 
Nr.  1-2.)  [2789 

SftgmlUler,  Die  Konstantimsche 
Schenkunff  im  Investdturstreit.  (Theol 
QuarUlschr.  84,  89-110.)  [27S0 

Daatier.  A.^  La  querelle  de«  in- 
vestitures  aans  les  äT§ch^8  de  Meti, 
Toul  et  Verdon  de  1076  au  Concordit 
de  Worms  1122.  (Ann.  de  PEst  16, 
86-100.)  [2751 

Hagenmeyer,  H.,  Chronologie  de 
la  premiöre  croisade,  1094-1100  (i 
1901,  974).  SchlusB.  (Rev.  de  TOrient 
latin  8,  818-82.)  Sep.  (a.  T.  6-8); 
Paris,  Leroux.    844  S.  [2732 

h)  Staufische  Zeit,   1125-1254. 

Kehr^  K.  A.^  Ergänzgn.  zu  Falco 
v.Benevent.(N.  Archiv  27, 446-72.)  [2733 

Botteghiy  L*  A.^  Bemardo  Maran- 
gone  ancora  Tautore  degli  Aimali 
Pisani?  (Studi  storici  7, 167-70.)  [2734 

Schlffinann,  K.,  Zur  Garstner  6e- 
schichtschreihff.  (Mitt.  d.  Insi  f. 
österr.  G.forschg.  23,  290-98.)    [2735 

Holder -Egger  9  0.,  Zur  Doppcl- 
chronik V.  Reggio.  (Nachrr.  d.  Gott. 
Ges.  d.  Wiss.  1901,  272-306.)      [2736 

Meister,  Die  Fragmente  der  Libri  YIlI 
Miracnlomm  d.  Caeiariut  r.  Ueitter- 
baoh,  1.  Nr.  9S8.  Bes.:  Ann.  d.  bist.  Ter.  t 
d.  Mederrh.  79,  157-(>S  Hdffer;  Utt.  CbL  1901, 
Nr.  61/52.;  Dt.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  18  8  M. 
Deutiob.  —  A.  Poncelet,  Kote  rar  Im 
libri  VIII  Miraoolorom  de  C.  de  H.  (Ane- 
lecta  BoUand.  81,  45-52.)  [i7S7 

Sehonbftcli,  A.  E.,  Ueber  Caetariiu  ▼. 
Heiaterbaoh.  L  (Schönbaob,  Studien  s.  Sr- 
a&hluDgslitt  d.  Mittelalten.  Tl.  lY.)  Sep.  a: 
Sitzongiberr.  d.Wien.  Akad.  Wien.  Onold. 
93  S.     2  M.  20.  [S788 

Egldi.  F.,  Le  chroniche  di  Yiterbo 
scritte  aa  frate  Francesco  d' Andrea 


Zeit  der  sächsischen,  fränkischen  und  staufischen  Kaiser.       *107 


(b.  Nr.  923).  Schluss.  (Arch.  d.  SocieiÄ 

Romana    di    storia   patria    24,    299 

-371.)  [2739 

Enckel'g,  J«nieB,  Ffirstenbuch ,  hrsg.  r. 
Ph.  Strauch,  i.  1901,  2995.  Bes.:  Hiat.  Zt. 
88,  296-SOO  Loserth;  Hist.  ViertelJ  sehr.  5,  96 
-114  A.  E.  Schönbaoh;  Zt.  f.  dt.  PhUol.  38, 
505-8  Rosenhagen;  Mitt.  a.  d.  hiit.  Litt.  80, 
147-60  nwof.        [2740 

StochoTe.  H.  ۥ)  B^gestes  de 
Thierri  d'Alsace,  comte  de  Flandre. 
(Annales  de  la  Soc.  dliist.  et  d^archl. 
de  Gand  4,  209-824.)  Ä^'^^^ 

RegistreSy  Les,  de  Gr^goire  IX,  ed. 
L.  Anvray  (s.  1900,  957).  Pasc.  7. 
(Biblioth.  des  ^coles  fran9.  d* Äthanes 
et  de  Rome.  2.  Sär.  IX,  7.)  T.  n, 
Col.  225-684.     13  fr.  60.  [2742 

Krenzer.  O*.  Regesten  d.  bam- 
berger Bischofs  Heinrich  I.  v.  Bilvers- 
heim,  1242-1267.  Progr.  Schweinfart, 
Stoer.     44  S.     1  M.  [2743 

Panzer 9  F.,  Erzbisch.  Albero  y. 
Trier  u.  d.  dt.  Spiehnannsepen.  (Germ. 
Abhdlgn.  Herrn. Paul  z.  17.  Möxz  1902 
dargebr.     S.  303-32.)  [2744 

Bigoniy  G.^  üna  fönte  per  la  storia 
del  regno  di  Sicilia:  II  Carmen  di 
Pietro   da  Eboli.     Genova,  Pagano. 

1901.  73  S.  [2746 
Bes.:  N.  Archiv  27,  657 f.  u.  Dt.  Litt-Ztg. 

1902,  Nr.  11  K.  A.  Kehr. 

Althof,  H.,  üeb.  d.  Verhältnis  d. 
mittelniederdt.  Uebersetzg.  d.  Lippi- 
floriums  zu  d.  verschied.  Lesarten  d. 
Originaldichtg.  (Zt.  f.  dt.  Philol.  84, 
1-13.)     Vgl.  Nr.  928.  [2746 

airbt,  C,  Papst  Honorlas  IL,  1124-80. 
(Bealencyklop.  f.  prot.  TheoL  8,  816-18.)  ~ 
Ders.,  Innocenz  D.,  1180-48.  (Ebd.  9, 108-10.) 
—  Ders.,  Hadrian  lY.,  1164-6^».  (Ebd.  7,  888 
-40.  —  Ders.,  Innocenx  in.,  1198-1216.  (Ebd. 
112-22.)  —  Ders.,  Oregor  IX.,  1227-41.  (Ebd. 
7,  117-21.)  —  Hans  SehvU,  Honorlas  HL, 
1216-27  (Ebd.  8,  818-28.)  —  Ders.,  Inno- 
cenz lY.,  1248-54.     (Ebd.  9,  122-80.)         [2747 

Güterbock,  F.,  Ancora  Le^ano; 
osservazioni  critiche.  Milano,  Hoepli. 
1901.     32  S.,  2  Taf.  [2748 

Krabbo,  H.,  Otto's  IV.  erste  Ver- 
sprechgn.  an  Innocenz  HI.  (N.  Archiv 
27,  615-23.)  [2749 

Scheffer-Bolchorst.  P.,  Die  Er- 
hebung Wilhelms  v.  Batix  z.  EOnige 
d.  Arelats.  (Sitzungsberr.  d.  Berl. 
Akad.  1901,  1282-54.)  Sep.  Berl., 
Reimer.     1  M.  [2750 

Paolncel^  G.«  La  giovinezza  di 
Federico  H.  di  Svevia  e  i  prodromi 


j 


della  sua  lotta  col  Papato.  Palermo 
1901.     4«.     56  S.  [2761 

Chone,  Handelsbesiehgn.  Kaiser  Fried- 
richs II.  XU  d.  Seestädten  Venedig  etc.  ■. 
Nr.  2766.  [2752 

Teza,  E.y  Federico  H.  e  i  Vene- 
ziani.  (Aus:  Atti  e  Memorie  d.  R. 
Accademia  di  Padova.)  Padova,Randi. 
1901.     14  S.  [2768 

PoUacci,  N.  F.,  La  feudaLitä. 
Federico  H.  svevo  e  i  comuni  siciliani. 
In:  Atti  d.  R.  accad.  di  scienze  etc. 
i  Palermo.    3.  Ser.,  Vol.  V.)     [2764 

Weber,  HabS)  Kampf  swlsch.  Innocenz  IV. 
n.  Kaiser  Friedrich  n.  bis  sur  Flucht  d. 
Papstes  nach  Lyon,  s.  1901,  990.  (82  8.  erach. 
als  Berl.  Diss.  19u0.)  Bez.:  Ber.  internal  de 
th6olog.  9,  614-17  Schirmer;  Mitt.  a.  d.  hist. 
Litt.  80,  150-56  (auch  T.  1901, 8006,  Fehling) 
Pflflger;  Hist.  Jahrb.  28, 171  f.  (auch  r.  Buche 
Fehlings)  Wurm.  [2756 

Aldis ger.  Die  Neubesetzg.  d.  dt.  Bistümer 
unter  Papst  Innocenz  IV.  1248-54,  a.  19ü2, 
988.  Bez.:  Litter.  Bundschau  1901,  Nr.  8 
Oottlob.  [2766 

Fratl^  L*^  La  prigionia  del  re  £nzo 
a  Bologna,  con  append.  di  documenti. 
(Biblioteca  stör.  Bolognese  Nr.  6.)  Bo- 
logna, Zanichelli.  161  S.  3  L.    [2767 


Uwof,  F.^  Steiermark  u.  d.  Ereuz- 
züge.  (Mitt.  d.  hist.  Ver.  f.  Steierm. 
49,  3-52.)  [2768 

Lemmeng.  L.^  Zur  Biogr.  d.  heil. 
Elisabeth,  Landgr&fin  v.  Thüring. 
(Mitt  d.  hist.  Ver.  d.  Diözese  Fulda 
4,  1-24.)  [2769 

Budloffy  G.  Mecklenburgs  vom  Tode 
Niclots  bis  zur  Schlacht  b.  Bomhöved 
Zeit  d.  Christianisiere,  u.  G^rmani- 
sierg.  (=  Nr.  2122.)  Berl.,  Süsserott. 
1901.     179  S.     3  M.  [2760 


c)  Innere  Verhaltniase. 

Bllderbandschrift,  Die  Dresdner, 
d.  Sachsenspiegels;  hrsff.  v.  K.  v. 
Amira.  (Schrr.  d.  s&chs.  Kommiss.  f. 
G.)  Bd.  I:  Fksm.  d.  Handschrift  in 
1 84  Lichdr .-Taf .  nebst  6  Taf.  in  Farben- 
dr, u.  3  Ergänzungstaf.  in  Autotjp., 
sowie  e.  Einleitg.  v.  Hrsff.  Hälfte  1. 
Lpz.,  Hiersemann.  gr.  Fol.  90  Licht- 
dr.-,  3  farb.u.2Autot]^.-Taf.  90M.[2761 

CarO)   0*9    Zum   1.    Strassburger 

Stadtrecht.     (Hist.  Viertel^j.schr.    6, 

280  f.)  [2762 

ToltellBiy  Sfidtiroler  Notariata-ImbreTia- 

tnren  d.  18.  Jh.,  s.  Kr.  940.    Bes.:  OOtt.  gel. 

Ana.  1902,  219-88  PnntMhari.  [2768 


SolalyStttto  e  ofaieM800-llS2a  Jfr.S686.  [1764 


Bibliogntphie  Nr.  1766— SSll. 


RletMkel,  S.,  Die  Eutstebg.  d. 
freien  Erbleihe.  (Zt.  d.  S^vigiiT-Stiftg. 
f.  Rechta-G.  32,  Geim.  AbtIg.,  lBl-241; 
466f.)  [2T6Ö 

Cbone,  H..  Die  Handetabeiiehgn. 
E&iser  Friedncbs  tl.  zu  d.  SeeitKdten 
Venedig,  Pia»  u.  Ganaa.  (—  Hft.  82 
1.  Nr.  2407.)  Berl.,  Ebering,  135  S. 
S  M.  60.  [2766 

Lh,  UsKTinDligii.  m.  BMlsdalgt.-  D.  Win- 
MlufU^.d  IhUI.  OlUrluid»,  ■  Nr.su.  Ru.; 
N.Arch  f.  ilohl.  O.  H,  tM-H  KaUKtUs.  [i^e^ 

Ferlback,  %.,  Zar  G.  d.  älteaten 
QroaBgmndbeaitz  es  im  Deutsche  rdena- 
lande  PreuMSD.  Dietrich  v.  Dypenow 
Q.  Dietrich  Stange.  (Altpreuu.  Mo- 
natsBchr.  3»,  78-124.)  [276B 

Odonls  abbatia  Cluniaceneia  Occn- 
patio ;    primuni    ed.    Ä. 


(Bibt.  Teabaeriana.)   Lipa.,  Teubner, 
UV,  IJl  S.     4  M.  

.:  Hllt.  ZL 


1900. 


[2769 
Dilmmler,   E.,  Daa  Glanbenabe- 


ifummier,  e»,  uaa  uiaouenuutt- 
kenntnia  d.  Schulmeiaters  Rikkariua. 
(N.  Archiv  27,  608-8.)  [2770 

EffHiau,  W.,  Frahinittelalt«rl.  In- 
acbriftateine  zu  Dottendorf.  (Zt.  f. 
Christi.  Sonst  11,  321-38.)  [2771 

Schlffkiau,  K.j  Nene  Piedigt- 
handschrr.  (Zt.  f.  dt.  Philol.  84,  137 
-au  [2772 

BtetBCk,  E.  aeues  Dokument  i. 
attele&as.  Liturgie.  (Straaaburg.  Dio- 
zeaanbl.    N.  F.  S,  350f.)  [2773 

Hmnek,A.,Eirchen-G.DtldB.  Tl.TV: 
Die  HoheuBtaufenzeit.  H&lftel.  Lpz., 
Hinriche.    «6  8.     7  H.  [2774 

■*r«r,  KloiMr]»1]Uk  OtlD)I.iNr.tIl«.[tn& 

Avrellug,  E.,  Adalbert,  ärkebiskop 
af  Hamburg- Bremen.  (Ejrkohiat.  ak- 
krifl  1,  206-24.)  [8776 

HilUng,  N.,  Die  biachoa.  Bann- 
gewalt,  der  Archipreabyterat  u.  d. 
Archidiakonat  in  d.  a&clu.  BiatOmem 
(B.  1901,  S02»).  Porta.  (Arch.  f.  katk. 
Kirchenrecht  81,  S.  86-112.)        [2777 

ESeklcT,  Hdbo  t.  St  Vlcrtoi.  (Ktiluuj- 
klap.  t.  piot.Thaol.8,4ie-45.)—  B.tMWtnLu, 
Dia  heUlga  Htdvlg.  (Sbd.  7,  BIT-IB.J      [1778 


in,  J.  F.,  Das  Verhältnia 
7.  Stricke«  Karl  zum  Bolandalied  d, 
Pfaffen  Koniad  m.  Berückaicht.  dea 
Chanaon  de  Boland.  Wien,  Pichler. 
882  S.     15  M.  [8779 

Halt«,  KlDguB  d.  PuilTaL  •.  Itno,  MM. 
(UubiiTger  Diu.  IBM.)  Bu.t  Aroh.  f.d  etad. 
d.  BaBeran  Spraahtn  101,  IS1-45  BOWishar.  — 


M.  Uarer,  Dia  Vomda  d.  PanlnL     Zt  t 

dL  AiurL  4«,  iTS-ai.)  itnt 

Nmbsii^  }.  M,,  Bjjdisge  tot  de 
beoordeehug  *mi  den  WUlehalni. 
Groning.  DisB.  Delft,  Boomuu.  1901. 
118  S,  [2781 

Panzer,  F.,  Zum  Heier  Helmbreebl 
(Beitrr.  x.  O.  d,  dt.  SpiBche  n.  Litt 
27,  88-112.)  [S78t 

Uederhänisehrift,  Die  Jenaer 
Bd.  I:  Getreuer  Abdr.  d.  Textet;  bt- 

■gt  V.  O.  Holi  Bd.  U:  Deber- 
Rhytmik  n.  Helodik;  beaib. 
rnoutli  Q.  F.  Saran.  Lpt., 
Rinchfeld.  1901.  gr.  f.  240;  lOOS. 
S6  M.  —  F.  Saran,  Zu  d.  LiedeiL 
d.  Jenaer  Eandachi.  (Beitrr.  i.  G.  d 
dt.  Sprache  etc.  87,   lSl-99.)      [27M 

B«.:  Moutatifta.  f  Mulk-G.  14,  «1-86 
Tofalalli  Litt.  Cbl.   IM«,  Nr.  11. 

Bmr4«k,  Tklihar  T.  d  Vogilvsida,  i.  IMI, 
>U.  Bsi.:Zt.f.Kultnr-qj,»S-lGt.wiaii.(nH 

Baran,  F.,  Zu  Walther  B4,  SO  n. 
18,  1-28  (Beitrr.  i.  Q.  d.  dt.  Sprache 
etc.  37,  199-204.)  —  J.  LubmI, 
Walthera  Heimat  (a. '97, 964).  SchlaM. 
(BIl.  d.  Ver,  f.  Ldkde.  v.  Niederöaten, 
86,  439-63.)  —  D.  SekSnkerr,  Beitr. 
z.  Frage  d.  Heimat  Walthers;  Du 
Urbar  Sigmunds  v.  GuSdaon.  (SchOn- 
herr,  Geaamm.  Schir.  2,  690f.)    [278i 

Sckatz,  J.,  Der  angebl.  Leutold 
V.  Sähen.  (Zt.  d.  Ferdinandenmi  ti, 
I75f.)—  Dera.,  HartmuuiT.StarkeD- 
berg.  (Ebd.  177-81.)  —  Dera.,  Ein 
Stamser  BruchatQck  v.  Pleiera  Qarel. 
(Ebd.  193-318.)  [3786 

Weber,  F.,  Hinau - PaoUnieUt- 
ThalbOrgel.  (Zt.  d.  Ter.  f.  thOnng. 
G.  etc.  12,  621-32.)  [2787 

doUaehniMt,  A.,  Stndien  z.  G.  d. 
sAcha.  Skulptur  in  d.  Übergangszeit 
vom  roman.  zum  gothisch.  StU.  (Ei- 
weit,  Sonderabdr.  a.  d.  Jahrb.  d.  kgl. 


Die  Freiberger  Goldene  Pforte.  (J^ub. 
d.    kgl.    preuBB.    Ennatsammlgn.   23, 

80-88.)  [2788 

8waru>*kl,  Dia  Ba^aiubiiTgar  D  irrhmr^***^ 
d.  10  a.  11  nL,  i.  IMl,  SOU.  B«.:  Hlit- 
pollt.  BU.  118,  e»-«M  XDdm;  St.  Utt.-Zl(. 
IWl,  Nr.ll  Ooldadhinldli  atlBmoi  «..Iful»- 
liMMBh  91,  tll-lt  BaliHli  Rapatt.  f.  KnBlrlw. 
»5,  ll»-i7  Tö«B.  [IT» 

Sanerland,    H.    t.,    Der    Paaltei 

Egberts  V.  Tnei,  Codex  Gertrudianos 
in  Cividale;  hiat.-krit,  Ünternehs. 
Eunstgescbichtl.  Untersuchg.  v.  X. 
HaBeloff.  (Featschr.  d.  Gea.  f.ndtiL 


Zeitd.  a&clu.,fi^Dk.ii.8taaf.  Kaiser. — TomlnterTegnambMznTBeformftt.  *109 


Fonchgn.  zu  Trier  sur  Feier  ihree 
lOOjUu.  BeateheaB.)  Trier,  Selbat- 
verl.d.Gea.  luOl.  i°.  S12S.,S2Licbt- 
drucktaf.     75  M.  [2790 

Rai :  auminan  ■.  Mkrlk-Lkuh  ftl,  GM-u 

BelMel;  Korr-r ~     —    "       " 

Dt.  Litt  -ZtR.  1 


boldichmldtiLln! 


14,  46: 

OraDTen,  n.,  um  a  uimi».  mtnu- 
Bchrr.  d.  MichaeliskloBterB  in  Lüne- 
burg. (Zt.  d.  bist.  Ver.  f.  Nieder- 
Bache.   1901,  276-818.)  [3791 

Kraus,  F.  X.,  Die  W&ndgem&lde 
d.  St.  SjlveBterkMtelle  ta  Qoldbacb 
am  Bodenaee.  Hflnch.,  Bruckmuin. 
gr.  Pol,   21  S.,  12  Taf.    Sa  M.    [3788 

Knnie,  J.,  Zar  Konde  d.  dt.  Pri- 
vatlebens in  d.  Zeit  d.  satiscb.  Kaiser. 
(=  Hfl  TfXTt  T.  Nr.  2407.)  Berl., 
Eberiug.     126  8,    8  H.  60.       [3793 

Bsz     DI  Litt  -Ztg.  IMH,  Nr.  1«  11.  H«rne ; 

Lllt.  CM.  IWM,    Nr.  M  A.  StI.;    Htll.  Zt.  89, 

Weiahold,  K.,  Ein  bochdt.  Aogen- 
segen  in  e.  Cambridger  Handacbrift 
d,  la.  Jh.  (Zt.  d.  Ver.  f.  Voltskde. 
11,  79-82;  226.)  [279* 


Granert,  H.,  Eonrads  v.  Megen- 
ber^  Chronik  u.  sein  Planctus  6c- 
clesiae  in  Qermaniam,  (Hiat.  Jahrb. 
22,  Ö31-B7.)  —  Fb.  Schneider,  Der 
Traktat  Konrade  v,  Me^enberg  „De 
limitibua  parochianun  ciritatiB  Ratia- 
bonnensia"  in  e.  Begenaburg.  Ferga- 
mentcodei  v.ItOO.(Ebd.609-fi30.)[2796 

Beglstrefl,  Lea,  d' Alexandre  IV; 
recueil  des  ItnUes  de  ce  pape,  publ. 
p.  C.  Bonrel  de  la  Roneifere  et 
J  de  Lo;e  et  A.  Conlon.  Faac.4. 
T.  I.  853-4S8.  ^ibl.  des  äcoles  franc. 
d'AthfenesetdeBome.  8.B6rie,T.XIV, 
4.)  Paris, Fontemoing,  lOfr.SG.  [S796 

8t«b«rt,  B.,  S  sniiadr.  Qaniradiir  Orlgliul- 
Crkk.  ■.  d.  Jihnn  llftS,  131t  o.  ISM.   (Hltt. 

d.  V«.  t.  utuit.  a.  9, 100-wi.)  [im 

S4!hnlte,  A.,  Ein  Brief  d.  Stadt 

Bologna  an  KOnig  Radolf  t.  J.  1839. 

(Uitt.   d.   Inst.   f.   Oaterr.  O.   28,  169 

■620  [8788 

Urkanden   n.  Regeatan   z.  Q.  d. 

Rbeiulande  a.  d.  Vatikan.    Arcbire; 

geaamm.  n.  t>earb.  v.  H.  V.  Saner- 


land.    Bd.  U:  1294-1S26.  (—  XXXIII 

T.  Nr.  i960,)     Bonn,    Hanatein.     ii, 

491  S.     14  M.  [2799 

lmil«eta  tncatlieada,  Titiku.  Akt» 

E.  H>nTlil*r,  1.  IMl,  MI».  Bu.:  Zl.  f.'o! 
d.  Obirrh.  1t,  47t-TB  KbIht:  AUg.  Utl.bL 
IWI,  Nr.  tl  Lug;  Ann.  da  l'Eil  1t,  Itt-TS 
Pdilai;  Jfthrb.  d.  Oei.  r.  lothr.  Q.  u,  »C-M 

BftDHtland.  [ISOO 

Llmbnrg'Stlruni,  Th.  de,  Cartn- 

laire  de  Louia  de  Male,  comte  de 
Flandre.  Decretea  van  den  grave 
Lodewjck  vanFlaenderen,  1348  ä  1358 
(8.1900,1029).  T.n.  1901.  4°,  648  8. 
80  fr.  [2801 

«Oll,  J.,  E.  Ottokani  v.  Böhmen 
8.  Kreoizug.  (Hitt,  d.  Inst.  f.  Ost^rr. 
Gfortchg.  2«,  2S1-89.) 


Itknh,  A. 

,    ü«b 

T.PUUI 

V^  r„?"*' 

nnter  König  Weniel  II.     Tl.  1.  Hal- 
lenser Dias.    1901.    83  8.  (2805 

NliBalar,  CaUmotign.  nb.  d.  BaalahgiL 
Albrsalili  I.  la  BonIfU  TUL,  >.  1801,  UM». 
Bu  :  KItl.  >.  d.  hlit.  Lttt.  SO,  <lt  Altmann: 
K!*.  itot,  11^  18,  Wil.  ClpoÜi.  [taot 

Frls,  T.,  La  bataille  de  Courtrai. 
^ep.  a.:  Ann,  de  la  Soc.  dliiat.  et 
d'archl.  de  Gand  6,  18-60;  8  Taf.) 
Gand,  Vnylsteke.  1901.  76  ct.  — 
Dera.,  Les  Flamanda  äla  bat^e  de 
Courtrai.  Ebd.  1901.  88S.  75  ct.  — 
Tk.  Sevens,  De  alag  van  Eortrijk  in 
1S08.  N.Terbet.nitg.  Oand&Auvers, 
De  nederl.  boekhandel.  96  8.;  Taf. 
75  cts.  [2807 

Schrohe.H.,  Der  Kampf  der  Gegen- 
kOnige  Ludwig  n.  Friedrich  nm  d. 
Reich  bis  zur  Entscheidungsschlacht 
bei  UObldorf.  Nebat  Exkursen  z. 
ReichB-0.d.JahreI2»2-1822.(— Hft.89 
*.  Nr.  2407.)  Berl.,  Ehering,  ^t, 
296  S.     8  M.  [2808 

T*|t,  Balebipolltlk  d.  SnUnhofi  Bkldnln 
>.  Trlar  IStS  ISU,  »^  IMl,  Mtt.  B«.:  Korr.- 
Bl.d.«Mtdt.Zt  1«01,Nt.  I/I  SuaTland.  [isn 

rflngh-HuttUBg,  J.  T.,  DieWahl  d. 
letit.  käiHrl.GegenpapstesNikolanBT. 
1828.  (Zt.f.Kir[£.-G.22,666-e&.)  [8810 

Fillpptoi,  F.,  La  riconquiata  dello 
■tato  della  chiesa  per  opera  di  Egidio 
Albonu»,  186S-67.  (Stndi  Btonci  6, 
169-21S;  848-87.  7,  4S1-U6.  8,  296 
-846;  46^W.)  [8811 


110 


Bibliographie  Nr.  8812— 8864. 


iMrheiB,  1.,  Bin«  Doppelwahl  f.  d.  Wflrs- 
barR.  BischofMtnhl  i.  J.  ISU.  Ergänxg.  (Arob. 
d.  hiit.  Ter.  ▼  Unt«rfranken  etc.  49,  SÖSf) 
Vgl.  1901,  »067.  [«81« 

Wagner.  P.,  Die  Erwerbg.  d.  Her- 

bomer  Mark  durch  d.  Grafen  v.  Nassau. 

(Ann.  d.  Ver.  f.  nass.  Altertkde.  32, 

26-44.)  [2813 

Wirts,  L.,  Ansprache  Hartmndi  r.  Cron- 
berg  an  d.  Erb«  d.  Brflder  Heinrich  u.  Philipp 
T  leenborg.  (Mitt.  d.  Ter.  f.  na««.  Altert.kde. 
1901/»,  114-17)  {ixU 

Esch.  Th.,  Der  Kampf  d.  Kölner 
u.  Märkischen  um  Stadt  u.  Vest  Reck- 
linghausen im  14.  Jh.  u.  d.  Prozession 
durch  die  Romstrasse  zu  Recklingh. 
(Zt.  d.  Vereine  f.  Orts-  u.  Heimatskde. 
Recklingsh.  9,  1-15.)  [2815 

Wenck,  K.,  Elisabeth  v.  Thüringen 
1306-1367,  d.  Gemahlin  Landgnifs 
Heinrichs  11.  v.  Hessen  u.  d.  Beziengn. 
zwisch.  Thüringen  u.  Hessen  1318 
-1836.  (Zt.  d.  Ver.  f.  hess.  G.  26. 
163-91.)  [2816 

Marx.  J«y  Otto  v.  Rietberg,  Bischof 
V.  Paderborn,  1279-1307.  (Zt.  f.  vaterl. 
G.  etc.    Westfal.  69,  ü,  3-92.)    ["2817 

Weerth,  Wie  d.  Grafschaft  Schwa- 
lenberg  an  Lippe  kam.  (Bll.  f.  lippische 
Heimatkde.  I,  Nr.  2.)  [2818 

b)  Von  Wenzel  bis  zur  Beformatian, 
1378--1517. 

Gobelinu«  PeraoB,  Co«midromlu8  etc.,  hrsg. 
T.  Jansen,  s.  1901,  S074.  Bes.:  Hiit.  Vier- 
telj.schr.  4,  411-13  Hans  KAi««r;  Zt.  f.  kath. 
Theol.  «5,  S04-6  Paolo«;  Litter.  Rondaohao 
1901,  Nr.  5  Warm.  —  M.  Jansen,  Das  To- 
desjahr d.  Oobelino«  Person.  (Hi«t.  Jahrb.  «S, 
76->0 )  [2811» 

HeBÜk,  F.,  Eine  Kotis  ab.  Eichhom- 
Bittischka.  (Zt.  d.  dt.  Yer.  f.  G.  M&hrens  o. 
Schlesiens  6,  82 f.)  [«SSO 

FriSy  y^  Les  chroniques  d'Adrien 
de  But.  (Compte  rendu  des  säances 
de  la  comm.  roy.  d*hist.  de  Tacad. 
de  Belg.  11,  617-44.)  —  Ders.,  La 
Cronycke  van  den  lande  ende  graefs- 
cepe  van  Viaenderen  de  Nicolas 
Despars.  (Ebd.  646-66.)  [^2821 

Doebner^  R«.  3  hildesheimische 
Geschichtsschreioer  d.  16.  u.  16.  Jh.: 
Jobs.  Busch,  Henning  Brandis,  Jobs. 
Oldecop.  (Doebner,  Studien  z.  hildes- 
heim.  G.    S.  70-82.)  [2822 

Bfichl.  A.,  Freiburger  Aufzeichngn 
üb.  d.  Jahre  1436-62.  (Freiburg.  G.bU. 
8,  1-31.)  [2823 

Dagboek  van  Gent  van  1447  tot 
1470  met  een  vervolg  van  1477  tot 
1616;  uitg.  door  V.  Fris.  Deel  L 
(Uitg.  d.  Maatschappg  d.  Vlaamsche 


Bibliophilen  4.  R.,  Nr.  12.J  Gand, 
Hoste.  1901.  XV,  392  S.  9  ft.  [2824 
Dlesbaehy  L.  de,  Chronique  et 
m^moires  1452-1617;  publ.  p.  Comte 
Max  de  Diesbach.  Gen^ve,  Eggi- 
mann&Co.  1901.  124S.  3fir.60.  [28i5 

Bes.:  B«T.  hlst.  79,  S94-96  d«  Maadrot 
Hi«!  Jahrb.  9S,  f.  A.  B. 

SehBildt,  Ldw»,  Ein  gleichzeitiger 
Bericht  üb.  d.  Prinzenraub.  (N.  Arch. 
f.  s&chs.  G.  23,   129-31.)  [2826 

Comm  jnes,  Pktlippe  de,  Memoire«. 
Nouv.  ^dit.  publ.  avec  une  introd.  et 
des  notes  par  B.  de  Mandrot.  I: 
1464-1477.  (Coli,  de  textes  p.  serv.  i 
r^tude  etc.  de  Fhistoire.  Fase.  33 ) 
Paris,Picard.  1901.  47.5S.  10fr.  [2827 

Bes. :   Dt.  Lltt.-Ztff.  190S,  Nr.  tO  Viirea«. 

Bonrrilly,  T.  IL,  Les  idäee  polit 

de  Commjnes.    (Rev.  d^hist.  mod.  et 

contemp.  1,  93-123.)  [2827  i 

SckllllBf,  Dl«b«ld,  Bemar  Chronik,  14«S44; 

hrag.  ▼.  O.  Tobl«r,  «.  1009,  1010.    Bes.:  G^tt 

gel.  An«.  190S,  194-98  Meyer  ▼.  Knonaa.  [2828 

Doebner^R.,  Chronist.  AnfzeichngiL 
a.e.  Stadtbuche  v.  Münder,  1483-1547. 
(Zt.  d.  bist.  Ver.  f.  Niedersachs.  1901, 
341-48.)  [2829 

CkrOBik  oto.  d.  Pfialagrafsn  b.  Bb«io  «■ 
HorsOge  in  Baiom  1501,  hr^  t.  L«idinger 
«.  Nr.  1970.  [MO 

Büchl,  A^  Ldw.  V.  Affiy's  Be- 
schreibg.  d.  Winterfeldzuges  v.  1611. 
(Anz. f. Schweiz. G.1901,461-ö7.)  [2831 

Piccolomlnl.  P.,  üna  lettera  ined. 
dello  storico  Sigismondo  Tizio  13. 
luglio  1612.  (Aren.  stör.  ital.  6.  Ser., 
T.  28,  306-13.)  [2882 

B«lehitag«akt€B,  Dt.   Bern.  ▼.  X,  l,  XI «. 

XU  («.  '99,  St<65;  1901,  1071  o.  S0;9a):   Gott 
geL  Ans.  1901,  801-17  HaUer.  [tm 

Kaiser,  H.^  Die  Brief sammlff.  d. 
bischöfl.  Offizials  Nikol.  Linden- 
stumpf a.  Strassburg.  (Zt.  f.  G.  d. 
Oberrh.    Bd.  17,  17-86.)  [2834 

HItli,  0.  Frhr.  ?.,  Ein  Au«taa«ch  laad«t- 
far«U.  Archiralien  i  J.  1434.  (B«itrr.  ■.  Kd«. 
8t«i«rmirk.  0.qn«Uen  Sl,  S66-69.)  [WA 

Hey  er,  Chr.,  Briefe  d.  Knrf.  Al- 
brecht Achilles  an  d.  Verwalter  d. 
Mark  Brandenb.  (Hohenzoll.  Forschgn. 
Bd.  7,  Hft.  n,  1-116.)  [2886 

Aktenstüoke  z.  G.  d.  Schwaben- 
krieges nebst  e.  Freibnrger  Chronik 
üb.  d.  Ereignisse  v.  1499;  hrag.  v. 
A.  Bachi.  (»Nr.  1968.)  Basel,  Gee- 
ring.  1901.  Lxvj,  666  S.  13  M.  60.  - 
A.  Süchi,  2  üriehden  Ldw.  Stemers. 
(Freiburg.  G.bll.  8,  65-68.)         [2837 

B«s. :  OOtttng.  g«l.  An«.  1901, 19e>109  Mayer 
T.  Ejtonaa;  Zt  f.  O.  d.  Obenrh.  17, 8891  Bodcr. 


Tom  Interregnum  bis  zor  Refonnation. 


•111 


P^UsBler,  L.  G.,  Stit  leg  datee  de 
troii  lettres  inöd.  de  Jean  Lascaris, 

ambaBBadenr  de  France  fi  Teniee, 
1604-1509.  (Sep.  a. ;  Mtooires  prfe. 
par  divers  savanta  k  l'Acad.  des  in- 
Bcriptions  etc.  S6r.  I,  T,  11.)  Paria, 
KÜnckaieck.     1901.     4°.  S.     177-313. 

2  fr.  [58.18 

TUrler,  U.  a.  A.  Plttga,  Bemiache 
Jahne itbü eher.  (Arch.  d.  hiat.  Ter.  d. 
Kantona  Bern  16,  403-73.)         [2838 

VHIBST,  F.,  Die  HuidKhTltUn  d  klteisD 
hoh.niaUoniiiihenKaTfarden  AlbnobtAcUl- 

ib-M.)  J [SMO    . 

Zanatto,  L.,  D  cardinale  Fileo  di 
Prata  e  la  ana  prima  legazione  in  i 
aermania,    1378-83.     (Hrag.:    Q.    di    , 
Porcia    Policreti,)      Ddine,    Del 
Bianco.    1901.    4g  S.  i;2841 

Sebweicer,  A.,  Eine  Studie  z. 
Schlacht  b.  Sempach  9.  Jnli  1386. 
(Neuj.b).  z.  Beaten  d.  Waisenhanaes 
in  ZOrich  St.  65.)  Zürich,  FSai  Sc  B. 
4°  21  a  3  M.  —  A.  Bernonlll, 
Sempach  u.  Wiukelried.  (Anz.  t. 
Schweiz,  G.  1B02,  19-22.)  [2842 

6oeller,KönigSigiBmuudB  Eirc  hen- 
politik  vom  Tode  Bonifaz'  IX,  bis  zur 
Berufang  d.  EonzUa,  1404-1413.  (Stu- 
dien a.  d.  CoUegium  Sapientiae. 
Bd.  Vn.)  Freiburg,  Charitaaverband. 
220  S.    3  M.    Vgf  Nr  1026.     [S843   ' 

Kai  :  DI,  Li»,-Ztg,  leOl,  Nr.  U  J,  HlllltT.     I 
LIcbCB»,  Tk.  t.  n    W.  F.  t.  XIIIb», 


nernnaruif  n>(  uie  uanaprucn- 
nahme  d.  dt,  Reicnee  durch  d,  Hne- 
aitenfrage  in  d,  Jahren  1419-1423, 
Hallene.  Disa,    69  8,  [2846 

(ReslencTklo'p.  C  prol,  Th«l.  S.  tU-»i.) 

ßoU,  J^  Zur  G.  d,  HuBBitenkriegea. 
(Sep.  a.:  Sitzungaberr.  d.  bohm.  Gea. 
d,  WisB,  1901,  X,)  Prag.  RivnW, 
16  S.    20  Pf,    Vgl,  Nr.   1028,     [2847 

Erben,  W.,  Daa  Aufgebot  Hzg, 
Aibrecht  V,  v,  Oeaterreich  geg,  d, 
Huaaiten,  (Mitt,  d.  Inat,  f.  öaterr, 
Q,forgchg,  a:t,  268-7BJ  [2848 

Dieraaer,  J.,  Daa 'Treffen  bei  Wolf- 
haldea,  (Appenzell,  Jahrbb,  8,  F,, 
Hft,   13,  6B-81,)  [2849 

talii,  Tk.,  amuDlnL  (BaklaoBjklop.  t, 
pnx,  Thsol,  T,  74-18,1  —  P,  Tishaskarl, 
Oiagot  *,  H«tmbw(,    (BM.  IM-U,)       [MM 


Eml^kkSnjT,  ÜSktjk^  kirUj  .  .  , 
(Gedenkbuch  f.  EOnig  Hatthiaa  y. 
Ungarn,  hr^,  v.  3,  M&rkiV  Buda- 
pest, Athenaeum,  4°  316  S,  21  kr,  [2661 

HlFBch,  J.,  Der  Aufstand  Wolf- 

5ang  Hobera  in  Wien  1463,  Proj^. 
.  Laudeeoberrealscbule  in  PrOBBnitz. 
1901,    SO  S,  [3862 

R*l,:  Zt.  f.  Dllarr.  Gjmn.  fiS,  »171.  QoTg«, 

Toatey,  £.,  Charles  le  Täm^raire 
et  la  Ligue  de  Conatance.  Thfese. 
Paria,  Hachette,  476  S.  7  fr.  60,  [2863 

Wat§OD,  B.  W.  S.,  Maximilian  I, 
(Stanhope  bist,  eaia;  1901,)  Weat- 
minster,  Conztable  &  Co.  136  B,   [2864 

Scaramella ,  G. ,  Relazioni  tra 
Piaa  e  Venezia  1496-1496.  (Studi  Bte- 
rici7,233-B1.9,145-a02;329-60.)  [2865 


aabaudo  di  Filippo  II,  il  Settzaterra, 
1496,  (Atti  d,  R.  Accad,  d.  scienze 
di  Torino  36,  308-22.)  [2866 


SchBnlieTT,  D.,  Der  Krieg  Kaiaer 

Maxim  iliauB   I.    mit   Venedig   1509, 

(SchOnberr,    Gesamm,   Schrr.   2,   86- 

115.)  [2858 

Or.,  C,  I  fnoruBciti  veneziani  dalla 

battaglia  d'Agnadello   al    conirresto 
di  Bologna  1609-29.  (Arehivio 
tino  14,  66  ff,)  [2869 

8ek5Bk*rr,  D.,  Obar  Um  Trerti-Ssai 
wsjn,  UehHlnKDhnibai  MuImlUiui  [.,  daus: 
Haimat  u,  Familie.  ISchODberr,  Oanmii 
Sebrr.  1,  ea-as.)  [186 

Welil. 

(2t,    d,    i 

Schteaiena  6, 69-Tl.)  —  Dera.,  Btünn 
am  Aaagange  d.  Hittelalters.  (Zt.  d, 
m&hr.Landesmusenme  1,68-76.)  [2861 

Hoppeler,  B. ,  Stimmungsbilder 
a,  d,  Zeit  nach  d.  alt,  Zürichkriege, 
(Anz,  f,  Bchweiz,  G.  1901, 4ö0f )  [2862 

Hu^akob,  H.,  Der  Waldshuter 
Krieg  V,  J,  1468.  Zur  «OOiähT,  Er- 
innerg.  nntera,  q,  dargeat.  Mit  orkdl, 
Beilagen,  2,  Aufl.  W^dabut,  Zimmer- 
mann, IBOl.  11^,78  8,  IM. 60.  [8868 

Wackemagel,  R>,  Vo^escbicht«; 
AbschluBB  d,  Bandes.  (Featachr,  z, 
400 ,  J  ahreatage  d.  ewig,  Bnndes  zwiich , 
Basel  u.  d.  Eidgenosaen.  S,  S-3S,)  — 
C.  A.  BiehtoM,  Die  Stadt  Schaff- 
bausen  i.  Zeit  ihr,  Eintritts  in  d. 
Schweiserbond,  (In:  Featachr.  d.  St. 
Schaffh.  1.  Bundeafeier  1901.)  [S8S4 


112 


Bibliographie  Nr.  2866—8918. 


tilftf  »■,  Ann»  T.  HeMen,  d.  Matter  Philipps 
d.  Oroumatig«o,  t.  1901,  1091.  R«a.:  Dt.  Litt- 
Ztg.  1901,  Mr.  17  Herrn.  Onoken;  N.  Arcta.  f. 
■&chf.  ü.  88,  196  98  Beichorner.  [8M5 

EbcIi,  Tk.,  Der  groeM  Brand  an  Reckling- 
hftosen  i.  J.  1500  n.  Mine  Folgen.  (Zt.  d. 
Vereine  f.  Orte-  a.  Heimatskde.  Reoklingh. 
9,  16-89 )  [8866 

Weerth^  Wie  d.  Grafschaft  Stern- 

berg  an  Lippe  kam.  (BU.  f.  lippische 

Heimatkde.  I,  Nr.  1.)  [2867 

BreyauiBB,  Über  alte  Werten  am  OOttingen. 
(Protokolle  d.  Yer.  f.  O.  OOtting.  Bd.  n, 
Uft.  4,  160-69.)  —  L.  Anabnitt,  OOttingen 
a.  Schweinfurt  anter  heee.  Schatxe.  (Ueeeen- 
Und  1901,  Nr.  4  f.)  [8868 

Doebner,  B.,  Hildesheim  im  spä- 
teren Mittelalter.  (Doebner,  Studien 
z.  hildesheim.  G.  S.  16-80.)  Vgl.  96, 
2969.  [2869 

Toretsschy  M.^  Die  Beziehgn.  d. 
Eurf.  Ernst  u.  d.  Hzgs.  Albrecht  v. 
Sachsen  z.  Stadt  Altenburg.  Altenb., 
Pierersche  Hofbuchdr.1900. 88  S.  [2870 

Res.:  N.  Arch.  f.  i&ohi.0. 88, 158 f.  Ermisoh. 

Koch  9  E.y  Der  Lebensausgang  u. 
d.  Bestattung  Graf  Wilhelms  IV.  zu 
Henneberg.  (Zt.  d.  Ver.  f.  thür.  G. 
etc.  12,  483-88.)  [2871 

Raaby  C.  r.^  Das  Amt  Plauen  im 
Anfang  d.  16.  Jh.  u.  d.  Erbbuch  v. 
J.  1606.  (Beil.  zu  d.  Mitt.  d.  Altert.- 
Ver  Plauen.  Jahresschr.  16.)  Plauen, 
Neupert.  882  S.  6  M.  (Vgl.:  „C.  v. 
Raab,  Noch  e.  Amtserbbuch  v. 
Plauen"  inMitt.  d.Ver.  16,  46f.)  [2872 

Res. :  Dt.  Litt.-Ztg.  1908  Nr.  84  Ermieoh. 

Wehrmaniiy  M.^  Die  Herzogin  So- 
phia V.  Pommern  u.  ihr  Sohn  Bogis- 
law  X.  (Balt.  Studien  6,  181-76.)  — 
Der 8.,  Ein  neumärk.-pomm.  Streit 
a.  d.  J.  1496.  (Schrr.  d.  Ver.  f.  G.  d. 
Neumark  12,  67-74.)  [2878 

Starenhageii)  O.^  Der  Kampf  d. 
Deutschen  Ordens  um  d.  livländ. 
Einheitsstaat  im  14.  Jh.  (Balt.  Mo- 
natsschr.  Bd.  68^  —  Ders.,  Die  An- 
fänge d.  livländ.  Städtebundes  innerh. 
d.  dt.  Hanse  u.  seine  Teilnahme  an 
d.  Kölner  Konföderation.  (Ebd.  Bd. 
62.)  [2874 

c)  Innere  Verhältnisse. 

a)  Yerfaaiungtgeeohiohte;  Wirtechafti-  o. 
Bosialgeiohiohte ;  Beohtegeaohlohte ;  Kriegt- 

weaen. 

SUdtbleker,  Die  ZOrcher,  d.  14.  a.  15.  Jh., 
hng.  T.  Zeller-Werdmaller,  e.  1901, 
8188.  Res.:  OOttlng.  gel.  Ans.  1901,  587-98 
Meyer  t.  Knon*n;  Di.  Lin.-Ztg.  1908,  Nr.  17 
Oeohili ;  Hiit.Yierte\}.eohr.5, 878  Keatgen.  [8875 

Heerwagen,  H.,  Fränkische  Dorf- 
ordnungen. Weistum  d.  Marktes  Brack 


b.  Erlangen,  Ende  d.  15.  Jh.  (Mitt  ad. 
Germ.Nationalma8.1^ia29-31.^2S76 

Eggersy  A*.  Ein  Herbomer  Bed^ 
register  a.  d.  J.  1398.  (Ann.  d.  Ver.  f. 
nass.  Altertkde.  82,  45-69.)        r2877 

Greriiig,  J*.  Statat  d.  Amtleute 
d.  Kirchspiels  St.  Kolumba  in  Köbt 
V.  J.  1269.  (Ann.  d  hist.  Ver.  t  i 
Niederrh.  78,  78-87.)  [2878 

Leenaeten  van  Gelre  en  Zutf^eo 
1876-1402;  uit  het  Btaatsarchief  te 
Düsseldorf  uitg.doorP.  N.  van  Door- 
n  i  n  c  k.  Haarlem,  van  Brederode.  1901. 
140  S.    4  fl.  50.  [2879 

Strotkdtter,  6.,  2  ürkk.  z.  ättest 
Verfg.  Dorstens.  (Zt  d.  Vereine  f. 
Orts-  u.  Heimatskde.  im  Vesie  o. 
Kreise  Recklinghausen  9,  66-70.)  — 
Ders.,  [Urkunde :]  Zur  Vogtei  d  vesti- 
schen  Reichshöfe.  (Ebd.  9, 71  f.)  [2880 

Sehmidty  Herrn,  n.  J.  Bikriif, 
Die  Amstädter  Wachstafeln.  (Alt- 
Amstadt  1,86-89.)  Vgl.  Nr.  1863  [2881 

Baab.  C.  t.,  Dm  Amt  Plaven  im  Anfluii 
d.  16.  Jh.  ■.  Nr.  8878.  [8891* 

Ermigeh.  H.,  Das  älteste  Stadt- 
buch V.  Lieostadt.  (N.  Arch.  f.  säcb. 
G.  28,  110-14.)  [2888 

Coand,  G.,  Die  beiden  ftlt«rt.  Originftl- 
urkk.  T.  Kgl.  BlamenAn  (Kr.  Pr.  H<dluid)  a. 
d.  Jfthren  1899  a.  1SS6.  (Oberland.  G.bIL  S, 
lW-7.)  [88BI 

Sehdnherr,  D«,  Die  alte  Freiheit 
im  Lechthale.  (Schönherr,  Gesamm. 
Schrr.  2,  698-97.)  [2884 

Kogler,  F.,  Das  landeBfOrstL  Steno- 
wesen  in  Tirol  bis  aum  Ausgange  d. 
Mittelalters.  Tl.  I:  Die  ordenÜ.  lan- 
desfürstl.  Steuern.  (Arch.  f.  Osterr. 
G.  90,  419-712.)  Sep.  Wien,  Gerold. 
6  M.  80.  [2886 

Bedlieh.  0.  R.,  Hzg.  Johann  t. 
Jülich  u.  a.  Aachener  Bevolntion  d. 
J.  1618.  (Zt.  d.  Aachen.  G.-Ver.  23, 
888-66.)  [2886 

Egch,  Th»,  Zur  Entstehungs-G.  d. 
Stadt  Beckli^hausen.  (Zt.  d.  Vereine 
f.  Orts-  u.  Heimatskde.  Becklingh. 
10,  1-24.)  [2887 

Doebner,  R.,  Der  Stadthaoahalt  t. 
Hildesheim  vor  600  Jahren.  (Doebner, 
Studien  z.  hilde8heim.G.S.31-45.)  [2888 

Loreaiy  H.,  Naohrr.  aber  Qnedlinbuger 
Stadtbeemte  %.  d.  Ende  d.  MitteUlten.  (<t 
d.  Han-Yer.  U,  141-44.)  [»89 

Keehnungen  d.  Kirchenmeister- 
amtes  v.  St.  Stephan  su  Wien;  hng. 
V.  K  ühlira.     Abtlg.  I:  Ausgaben 


Vom  Interregnum  bis  zur  Reformation. 


•113 


auf  d.  Steinhütte  (1404-1430  u.  1536). 
Wien,  BraumOller.  238  S.,  Taf. 
10  M.  [2890 

Schalk^  K.)  Medlinger  Grundbuch 
a.  d.  16.  Jh.  (8.  1901,  3111).  Forts. 
(BU.  d.  Ver.  f.  Ldkde.  v.  Nieder- 
österr.  35,  610-37.)  [2891 

'  Jakschy  A.  r.y  Die  Anlegung  e. 
landesfürstl.  Urbars  in  Kärnten,  Erain 
u.  d.  Mark  im  J.  1267.  (Mitt.  d.  Inst, 
f.  österr.  G.forschg.  28,  240-66.)  [2892 

OttOy  F.y  Verzeichnis  d.  Güter  d. 
Klosters  Eberbach  i.  Rhg.  in  d.  Feld- 
mark V.  Wiesbaden  im  Anfang  d. 
14.  Jh.  (Ann.  d.  Ver.  f.  nass.  Mter- 
tkde.  32,  106-21.)  [2893 

Cartulaire  de  Tancien  consulat 
d'Espagne  ä  Bruges.  Brecueil  de  docc. 
concem.  le  commerce  maritime  et 
int^rieur,  le  droit  des  gens,  public 
et  prir^,  et  Thist.  ^conom.  de  la 
Flandre,  par  L.  Gilliodts-  van 
Severen.  Partie  I:  1280-1650.  (Rec. 
de  chroniques  etc.  p.  p.  la  Soc. 
d^Emulation  de  Bruges.  S^rie  8, 
T.  I.)  Bruges,  De  Plancke.  1901. 
346  S.    16  &.  [2894 

SieTekingyH.y  Aus  venetian.Hand- 
lungsbüchem;  e.  Beitr.  z.  G.  d.  Gross- 
handels im  16.  Jh.  (Jahrb.  f.  Gesetz- 
gebg.  26, 1489-1621. 26, 188-266.)  [2896 

Faulhaber^  C,  Ueb.  Handel  u. 
Gewerbe  d.  beiden  Städte  Branden- 
burg im  14.  u.  16.  Jh.  (Sep.  a.: 
Jahresber.  d.  bist.  Ver.  Brandenb. 
Nr.  32/33.)  Brandenb.,  Evenius.  1901. 

62  S.    1  M.  76.  [2896 

Bei.:  Dt.  LiU.-Ztg.  1902,  Nr.  18  PrielMtsoh. 
Llppert,  J.,  Bflrgerl.  Landbetita  im  14.  Jh. 

Zur  Stftndefrage  jener  Zeit,  s.  Nr.  1067.  (Sep. 

Prag,  Calre.    98  8.,  Kte.   1  M.  20.)  (2897 

Priebatsch,  F.,  Die  Hohenzollem 
u.  d.  Adel  d.  Mark,  (ffist.  Zt.  88, 
193-246.)         [2898 

Halggerichtsordnung^  Die  Bam- 
bergische; unter  Heranziehg.  d.  re- 
vidierten Fassung  v.  1680  und  der 
Brandenburg.  Halsgerichtsordnung 
zusammen  mit  d.  sogenannten  Cor- 
rectorium,  e.  romanist.  Glosse  u.  e. 
Probe  d.  niederdt.  Übertzg.  hrsg.  v. 
J.  Kohler  u.  W.  Scheel.  (—  Die 
Carolina  u.  ihre  Vorgängerinnen. 
Tl.  n.)  Halle,  Waisenhaus,  xcj,  312  S. 
10  M.  [2899 

Roth,  W.,  Todtschlagsühne  u.  Ur- 
fehde nach  d.  ältest.  Gerichtsbuch 
Y.   Frauenstein   in  Nassau.    (Zt.  d. 


Savigny-Stiflig.  f.  Brechts -G.  22, 
Germ.  Abtlg.,  867-69.)  [2900 

Tille.  A.,  Zum  ZOlpicher  Stadt- 
recht. (Ann.  d.  bist.  Ver.  f.  d.Niederrh. 
73,  1-24.)  [2901 

Pauls,  E.,  Ein  vehmgerichtl.  Ver- 
fahren geg.  d.  Stadt  Düren  aus  An- 
lass  e.  Hexenprozesses,  1609-13.  (Zt. 
d.  Aachen.  G.-Ver.  23,  366-402.)  [2902 

Bechtsbroimeii  van  Tiel;  uitgeg. 
door  J.  S.  van  Veen.  (Werken  d. 
Vereenig.  tot  uitg.  d.  bronnen  van 
het  oude  vaderl.  recht  gevest.  te 
Utrecht.  2.  B.,  No.  3.)  's  Gravenhage, 
Nijhofr.  1901.  168  S.  2  fl.  76.     [2903 

Schmitz,  L^  Das  älteste  Stadtrecht 
V.  Anholt.  (Zt.  f.  vaterl.  G.  etc. 
Westfal.  69,  I,  227-34.)  [2904 

Grotefend.  0.,  Aus  dem  v.  Pletten- 

bergschen    Archive     zu    Hovestadt. 

(Zt.  f.  vaterl.  G.  etc.  Westfal.  69,  I, 

239-43.)  [2906 

Feise^  W.,  Eine  Sammlg.  d.  Einbeoker 
Stadtreohts  (■.  1900. 1102).  Berichtigung.  (Zt. 
d.  biet.  Yer.  f.  Niederaaohs.  1901,  868  f.)  [2906 

Mflsebeek,  E.,  Die  Belehnung 
Wilsters  mit  d.  Stadtrecht  u.  d. 
lübisch.  Recht.  (Zt.  d.  Ges.  f.  schlesw.- 
holst.  G.  31,  217-23.)  [2907 

Arras,  P«,  Die  JBekenntnisse  d. 
Jahres  1430;  aus  d.  Gerichtsbuche 
1480  im  Bautzner  Stadtarchive  mitget. 
(N.  lausitz.  Magaz.  77,  247-60.)  [2908 

Henog,  H.,  Zur  O.  d.  ältett.  Gesohatae 
in  d.  Sohweia.  (Ans.  f.  lohweia.  Altert.kde. 
N.  F.  8, 177  f.)  Vgl.  1901, 8140.  —  G.  Bleiler, 
Die  Yonge,  e.  Stangenwaffe  d.  später.  Mittel- 
alters. (Ebd.  179-82.)  —  Tk.  t.  Llebeaai, 
Ueb.  Kriegssitten.    (Ebd.  187-89.)  [2909 

Bogvilawikly  T*.  Das  Treffen  in  a.  um 
Ketser-Angennflnde  27./28.  Mira  1420:  e.  Stttck 
Fenertaktik  a.  d.  Mittelalter.  (MUit.-Woohenbl. 
1901,  Nr.  74  f.)  —  P.  BelMer,  Ein  Stack 
Fenertaktik  a.  d.  Mittelaltar:  Treffen  b. 
Angermflnde.  (Zt.  f.  bist  Waffenkde.  2,  848- 
48.)  —  0.  MSrUscb,  Die  AnsrOstg.  slobs.- 
tbflr.  Schlösser  mit  Feuerwaffen  1436.  (Ebd. 
821  f.)  [2910 

ß)  Seligion  und  Kirche. 

Kajser,  K*^  Das  Memorienbuch 
d.  St.  Marienkirche  in  Celle.  (Zt.  f. 
niederB&chB.Eirch.-G.  6,146-209.)  [2911 

Bieder,  K.,  Eine  Ausfflhrg.  der 
im  Liber  Seztus  enthalt.  Demretale 
„Statutum"  durch  d.  Bischof  Hein- 
rich in.  ▼.  Konstanz.  (Arch.  f.  kath. 
Eirchenrecht  81,  586-89.)  [2912 

WAgner,  P«9  Papsturkk.  f.  Kloster 
Ciarenthal.  (Mitt.  d.  Yer.  f.  nass. 
Altert.kde.  1901/2,  111-13.)        [2918 


114 


Bibliographie  Nr.  8914— 8968. 


GreTing,  J.,  Protokoll  üb.  d.  Re- 
vision d.  Konvente  d.  Beghinen  u.  Be- 
gharden  zu  Köln  i.  J.  1462.  (Ann.  d. 
bist. Ver.  f.  d.Niederrh.  78,25-77.)  [2914 

Bossert)  G«^  Das  Gottesbausbucb 
V.  Münster  b.  Creglingen.  (Bll.  f. 
württb.  Kirch.-G.  6,  97-121.)      [2916 

Neerologinm^  Een,  d.  8t.  Servaas- 
abdij  te  Utrecht.  (Archief  voor  de 
gesch.  van  het  aartsbisdom  Utrecht 
27,  104-80.)  [2916 

Tenber,  T«,  Mittelhochdt.  Predig- 
ten. Progr.  Komotau.  1901.  44  S.  [2917 

Langenberg,  R«,  Quellen  u. 
Forschgn.  z.  G.  d.  dt.  Mystik.  Bonn, 
Hanstein,    xj,  204  S.    6  M.         [2918 

R«z. :  Dt  Lin.-Zt«.  190S,  Nr  HO  Ph.  Strmach. 

Neberty  R.»  Die  Heidelberger 
Handschrift  641  n.  d.  St.  Florianer 
Handschr.  XI,  248  d.  Predigten  d. 
Nikolaus  v.  Strassburg.  (Zt.  f.  dt. 
Philol.  34,  13-46.)  —  Ders.,  Unter- 
suchgn.  üb.  d.  Entstehungszeit  u.  d. 
Dialekt  d.  Predigten  d.  Nikolaus  v. 
Strassb.  (Ebd.  88,  466-85.)  —  Ders., 
Eine  alemannische  Fronleichnams- 
predigt.   (Ebd.  34,  60-62.)  [2919 

StöckUn  T.  Rottach,  Ulr.«  Abt 
zu  Wessobrunn  (1438-1443),  17  Iteim- 
psalterien  (Psalteria  Wessofontana); 
hrsg.  V.  G.  M.  Dreves.  («  Nr.  2017.) 
Lpz.,  Reisland.    248  S.    8  M.     [2920 

ClemeDyO.yEin  interessanterAblass- 
brief.  (Zt.  f.  Kirch.-G.  22,608-6.)  [2921 

Hnygkens,  Ein  Beichtbrief  d. 
Idzardus  Gravius,  Ablasskommissars 
in  Dänemark,  Schweden,  Norweg.  u. 
Friesland,  f.  d.  St.  Peterskirche  zu 
Rom,  a.  d.  J.  1610.  (Zt.  f.  vaterl.  G. 
etc.  Westf.  69,  I,  248-47.)  [2922 

Ledos,  6*9  Sainte  Gertrude,  1266 
-?1308.    fid.  1  &  2.    Paris,  Lecofifre. 

1901.    208  S.    2  fr.  [2923 

Bes.:  Zt.  f.  kftth.  Theol.  i5, 711-15  Michael; 

KathoUk  88,  I,  187-90. 

8tr»BCk,  Pk.,  Heinrich  t.  Nördlingen,  dt 

llyftiker  d.   14.  Jh.    (Realencyklop.  f.   prot. 

TheoL    7,   607-10.)    —    L.    Sckalie,    Hnr.   r. 

Kalkar.  (£bd.60S-4.)  —  Deri.,  Geert  Oroote. 

(Ebd.  186-91.)  —  G.  B«M«  Hnr.  t.  Langen- 

■tein.    (Ebd.   604-6.)  —  G.  Loeacke,  Joht. 

T.  Nepomak.    (Ebd.  9,  S06-9.)  —   P.  Wolff, 

Joh.  Hilten.    (Ebd.  8,  78-80.)  —  Sekaeider, 

Felix    Hemerli.      (Ebd.    7,    666-59.)    —     P. 

Ttckftekert,  Jak.  t.  Jataxbogk,  d.  Karthineer. 

(Ebd.  8,  556-68.)  [2924 

Bieder,  K*.  Zur  Frage  d.  Gottes- 
freunde. I:  Kulman  Merswin  oder 
Nikolaus  v.  Laufen?  (Zt.  f.  G.  d. 
Oberrh.  17,  206-16.)  [2926 


MriniT»  W.  6.  iL.  J.j  Thomis  t 
Kempis,  ^ne  Toorgangers  en  ajse 
t^dfi^ooten.  Utrecht,  Dekker  k  m 
der  Vegrt.    12;  269  S.    1  fl.  50.    [«26 

Talois,  II.,  La  France  et  le  giand 

schisme   d'Occident.     (s.    *99,  2875V 

T.  m  &  IV.  1901/2.  xxjv,  636;  614  8. 

20  fr.  [««7 

Wjrlie,  The  Council  of  CoaateBoe  to  tkt 
deaih  of  John  Hn«,  e.  1901, 1197.  Bes.:  Hut 
Zi.  87,  aO»-5  Caro;  Kn^liah  biet.  Mritw  I«, 
87S-75  Ficgia.  [19» 

SehmidÜB.  Die  leiste  Sessio  i 
Basler  Konzils.  (Strassburg.  Didie- 
sanbl.  N.  F.  3,  445>62   4,  24-30.)  [29» 

Sehlmger,  P.,  Johs.  Bmgmann,  e. 
Reformator  d.  16.  Jahrh.  a.  d.  Frtn- 
ziskanerorden.  (Katholik  88,  I,  119- 
-82;  232-66.)  [2930 

Paulas,  N*.  Zur  Biogr.  Hochftn- 
tens.  (Katholik  82,  I,  22-40.)     [2931 

Grillnberg^r,  O.,  Heinrich  ▼.  Heim- 
buig  u.  Heinr.  v.  Saar.  (Stud.  o.  Mitt 
a.  d.  Bened.-  u.  Gist.-Qrden  23,  98- 
110.)    Vgl.  '98,  1063.  [2932 

Hfirbin,  J«,  Reformvenniche  im 
Bistum  Basel  1471-1603.  (Kath. 
Schweiz.  Bll.  1901,  279-94.)       [2933 

Steck,  R«,  Der  Bemer  Jetserprosess 
1607-1609  in  neuer  Beleuchtg.,  nebst 
Mitt.  a.  d.  noch  ungedr.  Akten.  (Aus: 
Schweizer,  theol.  Zt.  XVIU.)  Be^^ 
Schmid  &  Fr.    87  S.    1  M.  60.     [2934 

Bes.:  Hiei.  Jahrb.  SS,  1511  PMÜn«. 

Brehm,  ۥ,  Der  Ulmer  Domini- 
kaner Felix  Fabri.  (DiOiesanarch.  t. 
Schwaben  1902,  66-71.)  [2936 

KShler,  W.,  Der  anifeblieh  «sTerweit« 
Leichnam  Chriiii  in  OottabOren.  (Mitt  d. 
oberhees.  O.-Ver.  N.  F.  10,  119  f.)  [M* 

LaadMABB,  Dm  Predigtweaea  in  Weetfaka 
in  d.  letat.  Zeit  d.  Mittelaltara,  a.  1901,  Sl<« 
Rea.:  Hist  Jahrb.  tS,  468  £  LinaeuBajer; 
Hiit  Zt.  88,  116-18  Sdw.  SohrOder;  Hin 
Vierte^.schr.  5,  114-80  Havpt;  ZI  f.  Kalta^ 
O.  9,  SSO  f.  F  Steinhaoaen;  Ana.  f.  dt.  Altert 
88,  836-41  Borohling  [SM7 

Berühre  9  U*^  Les  origines  de  Is 
congr^gation  de  Bursfeld.  (Beriiire, 
M^langes  dliist.  b^n^dict  3,  1-79.) 
Vgl.  1901,  1161.  [2938 

lilnnebom.  Heinrich  v.  Peine,  Re- 
formator d.  Klosters  Abdinghof  in 
Paderborn  1477-1491,  u.  seine  Vita; 
e.  Beitr.  z.  G.  d.  Ghründg.  u.  d.  Be- 
formthätigkeit  d.  Bursfelder  Kongre- 
gation. (Zt.  f.  vaterl.  G.  etc.  Westf. 
69,  I,  169-218.)  [29S9 

Doebner,  R«.  Aus  d.  Verwaltg.  d. 
Abtes  Henning  Kalberg  la  St.  G^e- 


Vom  Interregniini  bis  zur  Reformation. 


•115 


hard  in  Hildeaheim,  llQSff.  (Doebner, 

Studien  E.  hUd.  G.   S.  123-31.)    [2940 

Meier,  Berth.,  Legenden  u.  Ge- 

Hellichten  d.  Eloaters  St.  Aegidieu  zu 
Braunschw.,  hrag.  v.  L.  HäuBel- 
maun.  Wolfeub.,  Zwtasler.  1901.  88; 
CUV  S.,  2  Tftf.    16  M.  12941 

Bsi. :  Bi»iin>chw.M>«u.  IXi,  Nr.  7  W.  Br. 

Clemen,  0.«  Martin  v.  Lochau, 
Abt  V  Altzelle.  (Beitrr.  z.  aächg. 
Kirch.-G.  16,  20-26.)  [2942 

Hofmeister,  A.,  Heinrich  v.  Bibnitz, 

d.  2.  Prior  d.  Kartbauge  Marienehe 
b.  Rostock.  (Beitrr.  z.  G.  d.  St.  Rostock 
3,  ni,  106-8.)  [2948 

Perlbach,  M.,  Zur  Yor-G.  d. 
Biacbofs  Jobannes  t.  Cläre  v,  Samland, 
1310-1320;  e.  Kapitel  a.  d.  prenas. 
Kirch. -G.  (AltprensB.  Monatsschrift 
88,  652-67.)    . _  [2944 


BernonUl,  C.  Ch.,  D.  Bnrcktaanlt 
n.  E.  StehUn,  Basels  Bedeutg.  f. 
Wissenschaft  u.  Kunst  im  16,  Jh.; 
GeiBtiges  Leben  u.  Buchdruck;  Ma- 
lerei; Baukunst  n,  Bildhauerei.  (Fest- 
schr.  z.  400.  Jahrestage  d.  ewig, 
Bundes  zw.  Basel  u.  d.  Eidgenossen 
S    217-867)   VgL  Nr.   1108.       [2946 

Meier,  G.,  Der  Bibliothekskatalog 

d.  Stiftes  Heiligenkrenz  v.  J,  1374. 
Aus  d.  Handschr.  v.  St.  Gallen  hrsg. 
(Sep.  a.:  Arch.  f.  Osterr.  G.  Bd.  90.) 
Wien.Gerold,  1901.  17S,  60Pf.  [2946 

Enscbetl^,  Ch-,  Technisch  onder- 
zoek  naar  de  uitrinding  van  de  boek- 
drukkunst.  Haarleio,  F,  Bohn.  1901. 
4°.    86  S.  [2947 

Hupp, 0.,GDteubergs  erste  Drucke; 

e.  weiter.  Beitrag  z.  6,  d.  ältest. 
Druckwerke.  Regensb. ,  Manz.  4°. 
98  8,    18  M.  [2948 

Zedier,   Oiitenb.rg-yonchnngeB      -     - 
HOT,     Bu.:    CbL   t.  Blbliolliakiw     I 
{8ch. 


r   inrln    Thdi    Bug' 
und  Eimal  GalanbeT 

nvui,     f.     tfm    Et*     G.    U-    Biuuugr. 

Heidelberger  Buchdruckereien, 
1485-1510,  (N.  Arch.  f.  G.  d.  St. 
Heidelb.  etc.  4,  197-226.)  [2950 

Oei^er,  0.,  Der  nationale  Gedanke 
im  dt.  Humanismus.  (Jahrbb.  d,  Kgl. 


Akad.  gemeinnfltz.  Wias.  zu  Erfurt. 
N.  F,  28,  66-84.)  [2951 

Knepper,  Jos,,  Jak.  Wimpfeling 
(1460-1528).  Sein  Leben  <a.  seine 
Werke  nach  den  Quellen  dargest. 
(=  UrläutergD.  u.  Ergänzgn.  zu 
Janssens  G.  d.  dt.  Tolkes.  UI,  2-4.) 
Fieib.,  Herder,  iz,  376  S.  6  M.  60.  [2962 

Bai.:  Dt.  Ltn.-Zto.  190a.  Ht.  tS  Uiitla. 

Pfleger,  L.,  Nicol,  Salicetng,  e. 
gelehrter  elsäss.  Cietercienserabt  d. 
16.  Jh.  (8tud.  u.  Mitt.  a.  d.  Bened.- 
u.  Cist.-Orden  22,  688-99.)  [2868 

Clemen,  0.,  Ein  Brief  d.  Wolf- 

rüg  Cjclopius  V.  Zwickau.  (N.  Arch. 
iEchs.  G-  23,  134-37.)  [2964 

Hesler,  Hnr^  Evangelivun  Nico- 
demi; hrsg.  V.  K.  Helm.  (Biblioth. 
d.  Litter.  Ver.  in  Stut^.  224.) 
Tübing,,  Verein,  icvij,  284  S.  Vgl, 
'99,  3063.  [2966 

Jl«klein,  A.,  Hugo  v.  Trimbeig 
Verfasser  e,  „Vita  Mariae  rythmica". 
Progr.  Bamberg.  1901.  47  S.    [2966 

Bsi.:  Elmt.-poUI.  Bll.  I«g,  MS-tS  Halu- 
bnnhaT. 

GottBchlok,  B.,  Boner  u.  seine 
latein,  Vorlagen.  Charlottenburg. 
Progr.  1901,    4".    39  S.  [2957 

TlUaii,  L.,  Oswald  v.  Wolkenstein; 
memoir  of  the  last  Minnesinger  of 
Tirol.  Lond.,  Dent.  1901.  174  8. 
4  sh.  6  d.  —  J.  Schatz,  Zu  Oswald 
T.  Wolkenstein.  (Zt.  d.  Ferdinandenms 
46,  IS2-92.)  [2968 

Badlkorcr,  ■.,  Du  Iil»dubii«h  d.  KIui 
Hlttlarin,  (fiaU.  ■.  AUg.  Z«.  IM»,  Kr,  IS) 
Vgl.  IMO,  llTl.  [S95> 


WM»» 


0  Pf.    TgL  W,  11 


L  Ofli.   f.  SÄlabnrgar 

1901.    K  B.,  1  Taf. 


WelH-lleberBaorf,  J.   E.,  Das 

Jabeljahr    1500    in    d.    Augsbnrger 

Kunst  (B.  1901,  81SS).    Tl.  U.    1901. 

S.  107-241.    6  M,  [296t 

Bai. :  J>t.  Lilt-Ztg.  IMl,  Nr.  5  TrUdUndar. 


Bahn,  J.  B.,  Die  Wandgemälde 
im  Turme  d.  Schlosses  Maienfeld. 
Neue  Fnnde.  (Aaz.  f  Schweiz.  Altert.- 
kde.  N.  F.  8,  117.21.)  VgL  1900, 
3146.  ['8962 

Delpjj  E.,  Die  Legende  v.  a.  hl. 
Ursula  in  d.  Kölner  Malerschule. 
KStn,  Keiner  Verlagsanst.  u.  Dr.  1901. 
182  8.    3  M.  —  Vgl.  Nr.  2866-  [2963 

Bai. :  Lllt,  CbL  1902.  Hi,  S ;  Hiit,  Vlartalj  ■ 


•116 


Bibliographie  Nr.  8964—3011. 


WeWr,  Beitrr.  sn  IXiren  WelUnaobMivBfr, 
■.  1900,  SI&S.  Res.:  Il«p«rt.  f.  KonaiwiM.  M, 
484-88  Zocker.  [WM 

Stegmaniiy  H«^  Albr.  Dürers  Maxi- 
milianbildnisse.  (Mitt  a.  d.  Genn.  Na- 
tionalmus. 1901,  132-46,  2  Taf.)  [2966 

Senri^re«,  G.y  Le  polyptyque  de 
Hans  Memling  4  la  caÖi^drale  de 
Labeck.  (Gazette  des  beaux  arts  27, 
119-82.)  [2966 

DT^riky  M.J  Die  Ilimninatoren  d. 
Johann  v.  Nemnarkt.  Mit  11  Taf.  u. 
41  Text -111.  (Jahrb.  d.  kunsthist. 
Sammlgn.  d.  allerh.  Eaiserhattses. 
XXn,  2.)  Wien  &  Praf,  Tempsky; 
Lpz.,  Freytag.  1901.  fol.  S.  36-126. 
36  M.  [2967 

Simbdck,  M*.  Der  (}odex  Geln- 
hausen u.  seine  Miniaturen.  (Zt.  d. 
dt.  Yer.  f.  G.  Mährens  u.  Schlesiens 
6,  72-77.)  [2968 

Bredt,  E«  W.^  Angsburger  Minia- 
turen vom  Ende  d.  16.  Jh.  im  Germ. 
Museum.  (Mitt.  a.  d.  Germ.  National- 
mus. 1901,  123-28.)  —  Ders  ,  Eine 
illustr.  niedersächs.  Handschrift  v. 
1441  im  Germ.  Mus.  (Ebd.147-66.)  [2969 

Hftne^  J.^  Aus  d.  innem  Leben 
Zürichs  im  14.  Jh.  (Zürcher  Taschen- 
buch 1902,  148-86.)  ^2970 

Doebner  y  VLj  Mittelalterhches 
Leben  in  Hildesheim.  (Doebner,  Stu- 
dien z.  hildesheim.  G.  S.  46-67.)  [2971 

Hertely  G.^  Abergläubische  Ge- 
bräuche a.  d.  Mittelalter.  (Zt.  d.  Ver. 
f.  Volkskde.  11,  272-79.)  [2972 

Schönherr  9  D.,  Ritter  Christoph 
Reifer  von  Altspaur  u.  Ursula  Eünigl 
von  Ehrenburg.  Ein  Ehescheidungs- 
prozess  a.  d.  16.  Jh.  (Schönherr,  Ge- 
samm.  Schrr.  2,  16-68.)  [2973 

Wagner,  Frdr.,  Das  Turnier  zu 
Ruppin  1612.  (Hohenzollem- Jahrb. 
6,  99-120.)  [2974 

Hausmann,  B.,  Ein  Zweikampf 
vor  Reval  i.  J.  1418.  (Balt.  Monats- 
schr.  61,  137-62.)  [2976 

ö,  Zeit  der'  BefortnoHon, 

GegenrefartiuUion  und  des 

aojühr.  Krieges,  1017-1648. 

a)  Reformationszeit,  1517-55. 

Friedensbnrg,  W.,  Beitrr.  z.  Brief- 
wechsel d.  kath.  Gelehrten  Deutsch- 
lands im  Ref.-Zeitalter  (s.  1901,  3214). 
Forts.  (Zt.  f.  Kirch.-G.  28, 1 10-66.)  [2976 


FlBgaekrlflen  a.  d.  Bef.-Zeit  (i. 
1901,  1203).  XVni:  Joh.  Eberlis 
▼.  Gflnzbnrg,  SftmtL  Schrr.  Bd.  DI; 
hrsg.  V.  L.  Enders.  (Neudradce  di 
Litt.-werke  d.  16,  u.  17.  Jh.  Nr.l83/M.) 
xxxvij,  402  S.    8  M.  60.  [2977 

Clemem,  (K.  Beitarr.  s.  Beform.-G.  tos 
Büchern  n.  flandschrr.  d.  Zwickaaer 
BatBSchulbibliothek  (s.  1901,  18041 
Hft.  H.    147  8.    4  M.  [2978 

Bes.:  Dt.  Litt.-Zt«.  1901,  Nr.  IS  «.  HO!, 
Nr.  8  Kawnma;  Zt.  f.  O.  d.  Oberrh.  IS,  J091 
Kalkoff;  Litt.  Cbl.  1901,  Nr.  tt  u.  1901,  Kr.  U 
W.  IL-r. ;  TiMoL  Litt.-Zt9.  1«»,  Nr.  15  Bomit 

Lutiier^s  Werke.  Krit.  Gesamt- 
ansg.  (s.  1901,  8216).  Bd.  XXffl.  ij, 
762  8.,  4  Taf.  28  M.  20.  Bd.  XXV 
628  8.    16  M.  [2979 

Saroje^  M.^  £tade  hist.  sur  la 
fonnation  des  cat^^diiainee  de  Luther. 
Paris.    Th^se.    1901.    8S  8.        [2980 

Kolde,  TM.,  Zum  Briefwechsel 
Luthers  n.  Melanchthons  mit 
Urban  Bheffius;  aufgefunden  v. 
Oberlehrer    Flemming    in    Pforia 

SJeitrr.  z.  baier.  Kirch.-G.  8, 114-30.)  — 
ohs.  Haassleiter,  Zum  Briefiredisel 
Luthers  mit  Urban  Rhegius.  (Ebd. 
188-91.)  —  SeMmidt.  üngedr.  Brief 
Luthers.  (Zt.  f.  Kirch. -G.  22, 64€f.)  [2981 
MelABektk^B,  Ijoei  oommiuiM;  naehPlitt 
in  S.  Aufl.  hrsg.  t.  Th.  Kolde,  a.  1901,  UOS. 
R«a.:  TheoLiatt  bl.  1901,  Kr.  S5  BMthMo.  [IWl 

Clemen,  O«,  Epigrammata  Wor- 
matiensia,  1640  u.  1541.  (Oemen, 
Beitrr.  z.  Ref.-G.  2,  188-42.)      [2983 

Clemen,  0.,  Spalatiniana.  (Gie- 
men, Beitrr.  z.  Eef.-G.  2,  96-137.)  — 
G.  Pianiti,  8palatin8  Yerseichn.  d. 
Pfarreien  in  Sachsen,  Meissen,  Thü- 
ringen u.  Voigtland.  (Beitrr.  z.  sÄchs 
Kirch.-G.  16,  1-19.)  [2984 

Hoflrinaiiii,  €..  üngedr.  Briefe  t. 
Joh.  Brenz.  (Bll.  f.  wüittb.  ErdL- 
G.  6,  190-92.)  [8985 

Kajser,  K.  u.  H.  MatUtMi,  ün- 
gedr. Briefe  u.  ürkk.  ▼.  Corvinus. 
(Zt.  f.  niedersächs.  Kirch.-G.  6,  240- 
480  '[2986 

Köhler,  W.,  üeb.  den  Einfluss  d. 
Wartburg  -  Postille  Luthers  auf  d. 
Postille  d.  Ant  Coronas.  (Theol 
Stud.  u.  Krit.  1902,  262-79  )  VirL  '97, 
1149.  [2987 

Walther,  A.,  ZwingUs  Pestlied; 
e.  Beitr.  z.  Dogmen -G.  d.  Reform- 
Zeit.  (N.  kirchl.  Zt.  12,  818-27  )  [2988 

Miaskowski,    K,    y.,    4   üngedr. 


Reformationszeit. 


•117 


Briefe  von  u.  an  Jobs.  Laski.  (Zt. 
d.  bist.  Ges.  Posen  16,  294-300.)  [2989 

Tschackerty  Die  onTer&nd.  Augsburg. 
Konfefiion,  ■.Nr.  1189.  Bes.:  Theol.Litt.- 
Ztg.  1909,  Nr.  7  Bosiert;  Dt.  Litt.-Ztg.  1908, 
Nr.  91  Leaiui ;  Litt.  GbL  1902,  Nr.  16  W.  K-r.  - 
Th.  Kolde,  Eine  krit.  Ausg. d.  Angab. Konf. 
(Theol.  Litt.bl.  1908, Nr.  7 A 8.)  -  W.  Köhler, 
Der  anthentiscbe  Text  d.  Gonfeisio  Augnitana. 
(Theol.  Bnndachau  6,  865-78.)  [2990 

Miller,  E.  F.  K.,  Erste  helretisohe  Kon- 
fession. (Bealencyklop.  f.  prot.  Theol.  7,  641 
-iSj)  [2991 

Kirchenordnnngen,    Die  evang., 

d.  16.  Jh.;  hrsff.  v.  E.  Sehling. 
I. :  Sachsen  u.  Thüringen,  nebst  an- 
grenz. Gebieten.  1.  Hslfbe:  Die  Ord- 
nungen Luthers.  Die  emestin.  u. 
albertin.   Gebiete.     Lpz.,    Reisland. 

xxi^j,  746  S.    36  M.  [2992 

Hubert,  F.,  Die  Strassburger  litnrg.  Ord- 
nungen im  Zeitalter  d.  Beformation,  s.  1901, 
8281.  Bes.:  Litt.  GbL  1901,  Nr.  42  Drews; 
B*.  Litt.-Ztg.  1901,  Nr.Sl/62  Bietsobel;  Theol. 
Litt-Ztg.  1902,  Nr.  8  AoheUs.  [2998 

Fabian,  E.,  Die  Protokolle  d.  2. 
Eirchenvisitation  zu  Zwickau  1533 
n.  d.  ersten  Eirchenvisitation  zu 
Schneeberg  1684.  (Mitt.  d.  Altert. -Ver. 
f.  Zwickau  etc.  7,  33-147.)         [2994 

Schnell.  H.,  M.  Eonrad  Pegels 
Dialogus  de  poenitentia  a.  d.  J.  1516. 
(N.  kirchl.  Zt.  12,  775-800.)       [2995 

Hyperius  j  Andreas ,  Elementa 
christianae  religionis;  neu  hrsg.  m. 

e.  Abhdlg.:  üeb.  d.  Bestrebgn.  d. 
A.  Hyperius  auf  d.  Gebiete  d.  prakt. 
Theologie  v.  W.  Caspari.  Erlang. 
&  Lpz.,  Deichert.  1901.  76  S.  2  M. 
Vgl.  Nr.  1141.  [2996 

Bez.:  Theol.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  8  Cohrs; 
Theol  Litt.bL  1901,  Nr.  41  Fr.  H. ;  Dt.  Litt.-Ztg. 
1902,  Nr.  24  Achelis.  —  Achelis,  Andr. 
Hyperius.  (Bealencyklop.  f.  prot.  Theol.  8,601-6.) 

Uegler,  A.^  Sebastian  Francks 
latein.  Paraphrase  d.  dt.  Theologie 
u.  seine  hoUänd.  erhalt.  Traktate. 
Progr.  Tübing.,  Schnürlen.  1901.  4^ 
122  S.     3  M.  20.  [2997 

Bez.:  Litt.  Gbl.  1902,  Nr.  9  F.  H.;  Uist. 
Viertelj.schr.  5.  274 f.  Giemen;  Gott.  gel.  Ans. 
1902,  168  A  827  W.  Köhler.  —  Herrn.  Onoken, 
Aus  d.  letzten  Jahren  Sebast.  Francks. 
(Monatshfte.  d.  Gomen.-Oes.  11,  86-101.) 

Doebner,  Ghronist.  Aufzeichngn.  a.  e. 
SUdtbuche  v.  MUnder  s.  Nr.  2829.  [2998 

Geldenhauer,  Gerardus  (Novio- 
niagus),Collectanea;  uitgeg.en  toegel. 
door  J.  P  r  i  n  s  e  n.  (Werken  uitg.  door 
het  bist,  genootschap  te  Utrecht. 
3.  Ser.,  Nr.  16.)  Amsterd.,  Jobs.  Müller. 
1901.  LJv,280S.  3fl.76.  — J.Prinsen, 


Het  oorsponkelijke  handschrift  van 

Geldenhauers  Itinerarium.  (Bijdragen 

en  meded.  v.  h.   bist.  Grenootsch.  te 

Utrecht  23,  490  f)  [2999 

Wjss,  Bemk.,  Ghronik  1519-1580;  hrsg.  t. 
O.  Finsler,  s.  1902,  1146.  Bes.:  OOtting. 
gel.  Anz.  1902,  288-40  Meyer  t.  Knonan.  [8000 

Anshelm,  T.,  Bemer  Chronik; 
hrsg.  V.  bist.  Ver.  d.  Eantons  Bern. 
6.  (öchlus8-)Bd.  Bern,  Wyss.  xxxj, 
874  S.    6  M.  [3001 

Bes.:  Hist  Jahrb.  23,  209  A.  B.;  GOtt.  gel. 
Ans.  1902,  828-26  Meyer  t.  Knonan. 

Götze,  A.«  Die  12  Artikel  d.  Bauern 
1525;  krit.  nrsg.  (Hist.  Viertelj.schr. 
5,  1-33.)  [8002 

Filippiniy  F..  Una  narrazione  con- 
temporanea  della  battaglia  dl  Pavia. 
(Studi  storici  10,  337-46.)  [3003 

Orano,  D.,  D  sacco  di  Roma  del 
1527:  studi  e  documenti.  Vol.  I: 
I  ricordi  di  Marcello  Alberini. 
Roma,  Forzani.  1901.  4^  555  S. 
10  L.  [3004 

Sanato,  Marino  «Diarii  (s.  1901, 

1221).     T.  LV  u.  LVI.    1900  f    834; 

1224  Sp.  [3005 

KenieBbroek,  Anabaptistiol  Airoris  etc. 
bist,  narratio,  hrsg.  v.  Detmer,  s.  1900, 1226. 
Bes.:  Hist.  Jahrb.  22,  783-40  Tambfllt.    [8006 

Korrespondenzen  j  Nassau  -  Ora- 
nische  (s.  1901,  1226).  Bd.  H:  Mei- 
nard u  s ,  Der  Eatzenelnbog.  Erbfolge- 
streit, n,  1  u.  2.  («  Nr.  1959.)  133; 

377  S.     13  M.  [3007 

Bes.  T.  I:  Mitt.  d.  Inst.  f.  Osterr.  G.forschg. 

22,  186  f.   Kretschmayr;  Hist.  Zt.  87,  99-101 

Brandenburg  ;BeT.  hist.  77,408-lOWaddington. 

Eichhorn )  C,  Amsdorfiana  a.  d. 
Codex  chartaceus  Nr.  43  d.  Dorpater 
Univ.-Bibliotbek.  (Zt.  f.  Eirch.-G.  22, 
605-46.)  [3008 

IHngnier^  F.,  Faictz  et  Guerre  de 
Tempereur  Charles-Quint  dans  la 
guerre  d'AUemagne  (1546-47),  manu- 
scrit  publ.  et  annotä.  (Sep.  a.:  Md- 
moires  de  la  Soci^t^  savoisienne  dabist, 
et  d'archl.  T.  40.)  Paris,  Champion. 
143  S.    2  fr.  50.  [3009 

Friedensbnrg,  W.«  Ambro sius 
y.  Gumppenberg  als  päpstl.  Be- 
richterstatter in  Süddtld.,  1546-1559; 
22  Briefe,  mitg.  u.  erläut.  (Forschgn. 
z.  G.  Baiems  10,  149  fr.)  [8010 


Schriften  d.  Ver.   f.  Reform. -G. 

(s.  Nr.  1158).  Nr.  70-78  (=  Jg.  XIX, 
1-4).  Vgl.  Nr.  3021 ;  8286;  3160;  3085; 
3027.  [8011 


•118 


Bibliognpbie  Nr.  5012— soes. 


Bncliwftli,  6.,  I>r.  Hart.  Luther. 
Lpz.,  Tenbner.  IBOl.  xy,  630  8. 
6  M.  [8013 

Zorm,  Pb.,  Luther  n.  d.  dt.  Nation. 
(Zorn,  Im  Neuen  Beich  S.  188- 
208.)  [3013 

Ciemen,  0.«  Zu  Luthera  Stämm- 
lianm  u.  ErfiiTter  Studentenzeit. 
(Giemen,  Beitrr.  i.  Rof.-G.  a,  1-3.)  [301i 

Bess,  Die  9S  Thesen  Lntherg  u. 
d.  Anfang  d.  BefonnHtion.  (Prot. 
HonateBchr.  1901,  434-41.)         [801& 

Nobbe,  H.,  Lathen  Bergpung  auf 
d.   Wartboig  T.    4    Hai    16S1    bis   , 
8.   März    15SS.     Nach    sein.    Briefen    I 
dargest.    (Wisi.  Beil.  d.  Leipz.  Ztg.   ' 
1902,  Nr.  27  f.)  [3016 

Kaweraa.  6.^  Luther«  RQckkehr 
V,  d.  WartBorg^  nach  Wittenberg. 
(—  Nr.  2686.)  Halle,  Hendel  1901. 
68  3.    1  H.  [3017 

WHIher,  W.,  Zu  Tbaalo«!«  liDita«*. 
(Thcol.   LItt.bL   IMl.   Ht.   41-Sl.)     \gi.   Kr. 

Thl>ime,K.,EntwickIg.u.  Bedeute, 
d.  Sakmnentalehre  Lathen.  (S. 
kirchl.  Zt.  12,749-74;  876-903.)  [3019 

Fischer,  E.,  Die  kath.  Beichtpraiis 
bei  Beginn  d,  Beformation  u.  Luthen 
Stellung  dazu  in  d,  AnAugen  aeiuer 
Wirksamkeit  (—  Nr.  2288).  (Studien 
i.  Q.  d.  Theol.  u.  d.  Kirche;  hrsg. 
V.  Bonwetach  &  Seeberg,  Vm,  2.) 
Lpz.,  Diet«rich    SieS.  3  M.  20.  [3020 

Brandenburg,  E.,  Luthers  An- 
schauung vom  Staate  n.  der  Geaell- 
Bchaft.  (SchiT,  d.¥er,  f.  Ref,-G.  Nr.  70, 
S.  1-30.)  [3021 

Seeberg,  R.,  Luthers  Stellung  zu 
d.  sittlich,  u.  Bozialen  Nöten  seiner 
Zeit.  (N.  kirchl,  Zt.  12,  829-68.)  Sep. 
Lpz.,  Deichert.    32  8,    60  P.      [8022 

Eff«r,  Latbir«  AnicluDiingen  vom  Bamf, 
■.  IKIl,  1141.  Kfii.t  Llll.  CbL  IWl,  Mr.  14/1» 
W.  Kt;  ThaoL  Lht.-Ztg.  1801,  Ki.  IS  Rtät; 
KitboUk  81,  I,  SIT-H  Pinliu.  [SOU 

Ellinger,  6,,  Philipp  Melanchthon. 
Berl,,  Gaertner.  ivj,  624  8.  14  M.  {3024 

Chrlgtinaiin,  C.,  Helanchth^n« 
Haltung  im  achmalkald.  Kriege. 
(=  Hft.  XXXI  T.  Nr.  2407.)  Berl.. 
Ehering.    160  S.    4  H.  [3025 

R*i.;  Llit.  Cbl.  IWl,  Nr.  M  W.  K-r. 

RSmer,  H.,  Die  Entwickig.  d. 
Gl&ubensbegriffes  bei  Melanchthon 
nach  dess.  dogmat.  Schriften.  Bonner 
Dias.  1902.    4B  S.  [3026 

Kaweran,  6,,  Die  Versnche,  Me- 
lanchthon zur  kath.  Kirche  zurflck- 


rafahren.  (—  Nr.  7«  f.  Nr.  Mll) 
Halle,  Kiemejer.  86  S.  1  M.  80.  Vgl 
1901,  S262.  [3017 

Erard,  A.,  £tude  anr  lea  variatioBi 
du  dc^nae  de  la  piMeatinatioD  et  iv 
libre  arbitre  düa  la  Uitelogie  it 
HrilanchthoD.  Lavkl,  imp.  LeliiiR. 
zj,  98  S-  [SOU 

Gttnther,  R..  Breiweiu  Asichu- 
nng  vom  Oottesdieiut  a.  seinEinflEM 
auf  d.  (üottesdieiiBtordnuag  d.  Intho. 
Kirchen  Sfldwoatdtlda.  (MonatMcb. 
f.  Gotteadienat  etc.  6,  46-64:  Bi-n-, 
IS8-4S.)  —  a.  Bouert,  Job.  Im- 
mann.  (Bll.  f.  irflrttb.  Kirch.-G.  i, 
141-68.)  [SOtl 

Laag,  Sit  STaBualti-nlioKButM  Mst 
Biitun  B.  d.   OnukdiOga    Hlsar   Tb*alii(k 

■  1M1,  IM»  Bu.:  TbeoL  UU-ZIf.  IW, 
Nr.  11  Krlahnn ;  Lln.  CbL  IMl.  Kr.  14  r.  E : 

OMi.  a:*i.  Ad*.  IMl,  «—14  w.  Kahl«;  n«i 

Littbl.  IMI,  Nr.  1  L«liu.  [SM 

BrlckMB,!.,  Kup.  HsdlQ.  (KalucjUi|. 

r.  proL  ihkL  7,  siE-iT.)  —  j.  muaim,  ;it 

Hau  (XM.  T,  7ai-M.)  —  Fr.  THtaeh,  J<A 
HoBtar.  (Bbd.  S,  US-M.|  —  r.  Tittw,  U 
Jak.  Schanak*  Snd*.      (H.  Arcb.  t  lack  0 

n,  I4»-4I.)  I» 

ZwlngUuu.  Uitt.  E.  G.  Zwioglii 
u.  d.  Beform.  (s.  1901,  3863).  1901, 
Nr.  2  o.  1902,  Nr.  I  (=  Nr.  lOu.  lli. 
S.  217-90.    tl  76  Pf.  [30» 

Ish.:  H.  lallar-Wardalllar,  H.  t.  gua- 
ptan  OadukBBiua  aar  Zw.   (8.  »IT-ll}  - 

■  ■  ErU,  VaraibaitaB  f.  •.  KamHaa.  d.  Xwh^- 
Hstaan  W«ka.  IB.  Itlf.i  KI^W^  —  Da», 
ElnAnlofniihZw.a.  (8.  mf.;»4.)  —  Diii., 
Znr  Wahl  Zw.l  Buh  Zurlch.  (8.  ttlf)  - 
Dan.,  Z>.i  CapaUarliad  ueh  Jsh*.  Kaadin 
8>bbau.  (B.  ItL-M.)  —  Dan.,  MrKkMili 
Oomandaii  Harknnh.  (S  ttS-lT;  I«,)  - 
F.  H«H,  Zu  Haiknnfl  Conuadva  (8.  mtl 

"    ■'-"■ —     -   ~ amga    b«    " 

-M.)  —  6,  Flaiiar,  ZSrtch  aa  Kaaimiiifa 
batr.  d.  Pr*Ugar  Bimprachl  aebaok.  (S.tTlU 


b.  Zw.  B.  aaloa  lUIOnutiia 


—  Dai 

BrgSBigB.D. 


(9.  H6-11;  Tmt.)  —  Vgl.  Hl.  aisB. 

KUgelgen,  C.  T.,  Die  Ethik  Hnldi. 
Zwingli«.      Lp«.,    Wöpke.      111    S. 

4  M.  [3033 

Stroahlla,  E.,  L'nauTr*  da  CUtIb:  rlpnaH 

tIC.Pard.BrBBatMra.  Qaaf.KtUidtB.lfr.  INM 
Sktktj,  A.,  La  pr^deEÜnation  chet 

Calvin;    itude     comparat.     et    crit 

Paris.  ThfeBe.  1901.  47  8.  [30» 

Cadlx,  ■.,   L'^t&t;  sa  notion  et 

Bes    rapport«    avec    l'^gUse   d'apri) 

Calvin.     Essai    hist.     Paria     ThfeM. 

1900.    73  S.  [SOS« 


Reformationszeit. 


•119 


UImabb,  H.,  Ulr.  T.  Hatten.  (Beftlenoykl. 
f.  prot.  Tbeol.  8,  491-96.)  —  Bloieh,  Berth. 
HaUer.  (Ebd.  7,  866-70.)  —  Ders.,  Sebut. 
Hofmeister.  (Ebd.  8,  841  f.)  —  E.  Ef  11,  Leo 
Jnd.  (Ebd.  9,  650-58.)  [8087 

Massiasy  F.  T.,  Essai  bist,  sur 
Pierre  Viret,  r^formateur  du  pays  de 
Vaud.  Paris.  Thäse.  1900. 1028. [3038 

Uoennicke,  G.,  Coel.  See.  Curio, 
ein  evangel.  Humanist.  (N.  kirchl. 
Zt.  12,  801—12.)  [3039 

Kraske,  Joht.  a.  Iasoo  u.  d.  Sakraments - 
streit,  s.  1901,  8870.  Bes  :  OOtting.  gel.  Ans. 
1908,  81-98  Bossert;  Theolog.  Litt.-Ztg.  1908, 
Nr.  8  W.  Köhler;  Dt.  Litt.-Ztg.  190:t,  Nr.  19 
A.  Lang.  [8040 

Hegler,  Anabaptist  Balthasar  Habmaier. 
(Realenoyklop.  f.  prot.  Theol.  8,  418-84.)  — 
Ders.  [A  Keim],  Ldw.  Haetaer.  (Ebd.  7,  885 
-89)  —  Den.,  Melchior  Hoffmann.  (Ebd.  8, 
888-87.)  —  Ders.,  Job.  Dar.  Joris.  (Ebd.  9, 
d4!)-58.)  —  Ders.,  Hans  Hat.  (Ebd.  8,489 
-910  [8041 

Clemen,    0.,    Der    Wiedertäufer 

Ulr.  Hugwald.     (Giemen,   Beitrr.    z. 

Reform.-G.  2,  46-86.)  [3042 

Tarreatrapp,  Joh.  Oropper.  (Bealencyklop. 
f.  prot.  Theol.  7, 191-98 )  —  Tk.  Kolde,  Jobs. 
Hoffmeister.  (Ebd.  8,  889-88.)  —  G.  Kaweraa. 
Mich.  Heiding,  Sidoniai.  (Ebd.  7,610-18.)  [S048 

F.  F.,  Der  Speyrer  Weihbischof 
Ant.  Engelbrecht,  1680.  (Katholik  82, 
I,  61-72.)  [3044 

Clemeiiy  0,j  Jobs.  Sylvius  Egranus 
(s.  1900,  1262).  FortS;  u.  Schluss. 
(Mitt.  d.  Altert. -Ver.  f.  Zwickau  7, 
1-32.)  [3046 

Weicker,  Stellang  d.  Korfttrsten  s.  Wahl 
Karls  y.  im  J.  1519,  s.  1901,  8876.  Bes.:  Dt 
Litt.-Ztg.  1908,  Nr.  18  Oess.  [8046 

Sannesy  A.^  Die  brandenbor^.  n. 
mainzische  Eurstimme  bei  d.  Kaiser- 
wähl  Karls  V.  (Forschgn.  z.  brandb. 
u.  preuas.  G.  14,  376-92.)  [3047 

Rettbergr^  P.)  Studien  z.  Yerständ- 
niss  d.  Politik  d.  Kurf.  Richard  v. 
Trier  in  d.  Jahren  1619-1626.  Greifs- 
wald. Diss.    78  S.  [8048 

Doebner^  B.,  Die  hildesheimische 
Stiftsfehde,  1619-1623.  (Doebner,  Stu- 
dien z.  hUdesh    G.   S.  83-99.)    [3049 

Benratk,  G.,  Papst  Hadrian  VL,  9.  Jan. 
1588-14.  Sept.  1588.  (Bealencyklop.  f.  prot. 
Theol.  7,  811-15.)  —  G.  Kaweimi,  Das  Ha- 
genaaer  Beligionsgesprftch  1540.  (Ebd.  888-85.) 
—  Ittleib,  Das  Interim.  (Ebd.  9,810-18.)  [8050 

Hyrroix,  A.,  Fran9oi8  I.  et  la 
premi^re  gnerre  de  religion  en  Suisse 
(1629-31)  d'apr^s  la  correspondance 
diplomat.  (Rbv.  des  questions  bist. 
71,  466-637.)  [3061 

Bourilly^  T.  L.^  Jean  Sleidan  et 
le  cardinal  du  Bellay.  Premier  s^ 
Jour    de   Jean   Sleidan    en    France, 


1633-40.  (Bull.  bist.  etc.  de  la  Soc. 
de  rhist.  du  protest.  fran9.  1901, 
226-42.)  [8062 

Simonetti*  A«*  D  convegno  di 
Paolo  m.  e  Carlo  V.  in  Lucca,  1641. 
Lucca,  Marchi.    1901.    66  S.      [8063 

Bes.:  BiT.  stör.  Ital.  19,  55-58  Oapasso. 

Broschy  M.y  Zu  d.  Conflicten 
Karls  V.  mit  Paul  m.  (Mitt.  d.  Inat. 
f.  österr.  G-forschg.  23, 127-63.)  [3064 

Issleib.  S.)  Hans  v.  Küstnn  u. 

Moritz  V.  Sachsen.  (N.  Arch.  f.  sächs. 

G.  23,  1-68.)  [3066 

HelBeMEBB,  0.  T.,  Höckelheim  [o.  Langen- 
salaa].  (Braonschw.Magas.  1901,  Nr.  80  f)  [8056 

Pauls,  £•  £.,  G.  d.  erst.  Belagerg. 
Magdeburgs,  1660  u.  1661.  (Bll.  f. 
Handel,  Gewerbe  etc.;  Beiblatt  z. 
Magdeb.  Ztg.  1901,  Nr.  21-26.)  [3067 

Schönherr,  D..  Der  Einfall  d. 
Kurf.  Moritz  v.  Sachsen  in  Tirol  1662. 
(Schönherr,  Gesamm.  Schrr.  2,  146 
-261.)  [3068 

SchönheiTy  D.«  Das  Luthertum  im 
Kloster  Stams  i.  J.  1624.  (SchOnherr, 
Gesamm.  Schrr.  2,  469-76.)  —  Ders., 
Ein  Wiedertäufer-ProzesB.  (Ebd.  467 
-86.)  [3069 

LaglnbUU)  B.,  Reformation  u. 
Gegenref.  ^estschr.  z.  400.  Jahres- 
tage d.  ewig.  Bundes  zw.  Basel  u. 
d.  Eidgenossen  S.  34-67.)  —  Th.En» 
deriS)  Die  Reformation  in  Sohaff- 
hausen.  (Festschr.  d.  Kant.  Schaffh. 
z.  Bundesfeier  1901,  S.  366-78.)  — 
J«  Lang,  Die  Reform,  zu  Stein  a.  Rh. 
(Ebd.  876-88.)  [8060 

Baeker,  C^  Der  Pannerherr  Andrea«  Sohmid, 
1504-1565.  (ZOrioher  Tasohenb.  1908,  118-81.) 
—  E.  Bgli,  Badf.  Oaalther,  d.  8.  Antistee  d. 
sflrcher.  Blirohe.  (Bealencyklop.  f.  prot.  Slirohe 
7,  888-84.)  [8061 

Clemeii)  O.^  Miscellen  z.  baier. 
Reform.-G.  (s.  Nr.  1186).  ni-V:  Jobs. 
Ljudenmajer,  Conr.  Distelmair  etc. 
(Beitrr.   z.   baier.   Kiroh-G.    8,  161- 

690  P<>^^ 

Lippert,  F.,  Reform,  u.  Gegenref. 

in  d.  Landgrafschafb  Leuchtenberg. 

(Ebd.  181-89;  170-83.)  [8068 

Clem^ii)  O.f  Der  Bauer  von  Wöhrd. 
(aemen,  Beitrr.  z.  Ref.-G.  2,  86- 
96.)  [8064 

Wolfart,  K«)  Beitrr.  z.  Augsburger 
Reform.-G.  (s.  1901,  8290).  ifi:  Casp. 
Schwenkfeld  u.  Bonifac.  Wolfhart, 
ßeitrr.  z.  baier.  Kirch.-G.  8,  97-114 ; 
146-61.)  [8065 


Histor.  YierteUahrM)hrift.  1908.  4.    BibUogniphie. 


9 


120 


Bibliographie  Nr.  8066—8118. 


Timkofer,  B^rah.  AdtlmAnn  t.  Adel- 
nannsfelden,  a.  1901,  8tM.  Sei.:  Hitt.  Zt. 
87,  48«-88  Kftlkoff ;  Zt  f.  kath.  Th«ol.  85,  680 
•88  KrOss;  Beitrr.  s.  bfttor.  Kiroh.-O.  8,  80 f.; 
Mitt.  a.  d.  hiti.  Litt  80, 184-66  B.  Sohnidt.  [80«6 

Sehirmery  Der  Konstanser  Domherr 
Johann  v.  Bota^eim,  f  1686.  (Bev. 
Internat,  de  th^l.  9,  766-72.)  [»067 

BoMert.  G.)  Beitrr.  i.  badiech- 
pfälzisch.  Eefonn.-G.  (Zt.  f.  G.  d. 
Oberrh.  17,  87-89;  261-90.)         [8068 

Qimjy  Die  BeiohMtMlt  Bohlettatadt  1480- 
1686,  ».  1801,  1887.  Be«.:  Hirt.  VlerteU.eclir. 
4,  146  Y.Ernrt;  Jahrb.  d.  Oee.  f.  lothr.  O.  12, 
488-86  M.;  Hirt  ZI  88,  118  Holrtein.      [8089 

Hanauer  9  A.,  Jean  Setzer  lim- 
primenr  pol^miste  de  Hagnenan  1 528- 
1682.  (Rev.  d'Alsace  68,  6-34.)   [8070 

Adam,  Die  Wiedertäufer  in  Zaoem. 
(Strassburg.  Diözesanbl.  N.  F.  8,  468, 
-66.)  [8071 

TarreBlimppy  HenMuui  t.  Wied.  (Beal- 
•noyklop.  f.  prot.  TheoL  7,  718-14.)  [8078 

Clemeiiy  O«,  Das  Antwerpener 
Anffnstiner- Zoster  bei  Beginn  d. 
Reformation,  1618-1628.  ^onatshfte. 
d.  Comen.-G^.  10, 806-18^  —  Ders., 
Der  InquisitionsprozesB  d.  Antwer- 
pener Stadtsekret&rs  Comel.  Grapheus. 
(BeU.  z.  Allff.  Ztg.  1902,  Nr.  47.)  [3078 

Mirbt)  €•»  Hombezger  Synode  n. 
Eirchenordnung  1626.  ^alencyklop. 
f.  prot.  Theol.  8,  288-94.^  —  W. 
Kdolei^  Die  Abendmahlslehre  d.  so- 
gen. Homberger  Eirchenordnung. 
(Mitt.  d.  oberhess.  G.-Yer.  10,  124 
.2y  [3074 

Eartels^  J»,  Die  Wiedertäufer- 
bewegong  im  ehemal.  Hochstift  Fulda. 
(Fuldaer  G.bll.  Jg.  I.)  [8076 

Knoke,  K«,  Die  dt.  luth.  Katechis- 
men in  den  braunschw.-hannoY.  Lan- 
den währ.  d.  16.  Jh.  (Zt.  f.  nieder- 
BÄchs.  Kirch.-G.  6,  76-146.)  —  F. 
Koldewej.Matthia8  Bracht  ▼.  Kessel, 
d.  Vater  d.  Humanisten  Jobs.  Gaselius. 
fEbd.  1-76.)  —  L.  Armbmgty  Joh. 
Sutels  Verwandte  u.  Bekannte  in 
Melsungen.  (Ebd.  249-64.)  [8076 

Tichaekert,  P.,  Hersogin  BliMbeth  t. 
Monden,  e.  1900,  8866.  Bes.:  Fonehgn.  s. 
hrandb.  o.  prenet.  O.  14,  889-81  F.  Wagner. 
—  P.  Ttohaokert,  Zu  BliMbeth  t.  MOnden 
n.  Corrinoi.  (ZI  d.  Oee.  f.  niederslohe. 
Xireh.-O.  6,  864-66.)  [8077 

Bertheaa,  C,  Alb.  Bisaene  Hardenberg. 
(Benlenoyklop.  f.  prot.  Theol.  7. 406-16.)  [8078 

Jacobs  y   E.)  Ulrich  XI.,  Graf  ▼. 

Regenstein,  1499-1661.  (Zt.  d.  Harz- 

Ver.  84,  161-448.)  [8079 

Bedlieh,  Kardinal  Albrecht  t.  Brandenb. 

Q.  d.  Nene  Stift  sn  Halle  1680-1641,  s.  Nr. 

1808.    Bes.:  AUg.  Litt.bl.  1901,  Nr.  14  Hngo 


Koeh;  Hlsi.  Jahrb.  SS,  46C-S1  J.  8.;  ZI  C 
Knltor-O.  9,  866 f.  ia«b«.  —  P.  Kalkoff, 
Zw  OrOndnage-O.  d.  V—mn.  StifU  in  Halla 
(Zt.  f.  Kir«h.-0.  8S,  107-9.)  [MM 

Clemen.  O.,  Bisch.  Adolf  ▼.  Merse- 
burg u.  d.  Pfarrer  ▼.  SchOnbach  o. 
Grossbuch.  (Giemen,  Beitrr.  z.  Bef.-G. 
2,  4-14.)  —  Ders.,  Simon  Hafentz. 
(Ebd.  14-26.)  —  Ders.,  Georg  Mohr. 
(Ebd.  26-44.)  [8081 

Bdhly  E«,  DieBeziehffn.Thüringeiif 
zu  d.  evang.  Oesterreiä  im  Zeitatter 
d.  Reform.  (Zt.  d.  Ver.  f.  thüring.  G. 
etc.  12,  827-482.)  imi 

Flade,  F.,  Das  kirchl.  Leben  Dres- 
dens im  Jh.  d.  Orthodoxie.  (Dresdner 
G.bll.  1901,88-88.)  —  D.BibeliuSy  Die 
Dresdner  Superintendenten.  (Beitrr.  z. 

8&chs.  Kirch.-G.  16,  278-301.)  [8088 
Kolde,  Th.,  Johann  d.  BeatSadige.  (B«el- 
«ncjklop.  1  prot.  Theol.  9,  SS7-44.)  —  Deri., 
Johann  Prledrieh  d.  Orossmatige.  (XbdL  844 
-49.)  —  9.  Kaweraa,  Joachim  I.  n.  H.  r. 
Brandenb.  (Jihd.  890-87.)  (80^4 

Sehnelly  H.,  Heinrich  V.  der  Fried- 
fertige, Herzog  ▼.  Mecklenburg,  1608 
-1662.  (—  Hfl.  72  ▼.  Nr.  8011.)  Halle, 
Niemeyer.    72  S.    1  M.  20.        [8086 

Beintker,  E.,  Beitrr.  z.  G.  d^  Re- 
formation in  Pommern.  (Ball  Studien 
6,  211-88.)  [8086 

Kraase,  B.j  Die  Reformation  u. 
(Jegenref.  im  ehemal.  Königreiche 
Polen  besond.  in  d.  jetzig,  preass. 
Provinzen  Posen  u.  Westpreuss.  Posen, 
Merzbach.    121  S.    2  M.  [8087 

Bes.:  Zt.  d.  weetprenta.  O.-Yer.  1,  SO  f.  Tnj- 
tag;  Theol.  Utt-Ztg.  190S,Mr.  14Doe— rt;  ffiit 
M  onatebU.  d.  ProT.  Poen  8»  69  f.  Klairnivtehter. 

Konieeki,  0.,  G.  d.  Reform,  in 
Polen.  2.  verm.  u.  rerb.  Aufl..  Posen, 
Decker  &  Co.  1901,  276  S.      [8087  a 

Bes.:  Hist.  MonatebU.  d.  P>ot.  Poeea  9, 
&7-&9  Kleinwichter. 

CeUehowskly  Z.,  Przjcsrnki  do 
dziejö  w  panowania  Zygmunta  starego. 
I:  Reces  jnraniczny  mi^dzj  Wielko- 
polsk%  a  Ssi^stwem  Glogowakiem  s 
roku  1628-1681.  (Beitrr.  z.  G.  d. 
Regierg.  SijB^smimdB  d.  Alten.  Hit.  I: 
Grenzreguberung  zw.  Grosspolen  u. 

d.  Fürstentum  (Sogau  1628-1681;  m. 

e.  Kte.  d.  Grenzlinie.)  Pozn&n,  Biblio- 
theka  komicka.    1900.   86  S.     [8088 

Bes.:  Hill  IConatobIL  1  d.  Ptot.  Poeen  8» 
106-9  Skladnj. 

Tsehaekert,»  F.,  Dorothea,  d.  erste 
preuss.  Herzogin,  gest.  1647.  (Hohen- 
zollem-Jahrb.  6,  87-98.)  [8089 

Freytagy  H.,  Wie  Danzig  evan- 
gelisch wurde.  Danz.,  Ev.  Buchhdlg. 
61  S.    70  Pf.  [8090 


GegeiiTeforiiiatioii  und  SOj&hr.  Krieg. 


•121 


Amelun;,  F.,  Melchior  HofTmauii 
in  Livland  u.  d.  Einführg.  d.  Reform. 
io  d.  Lau  dkirch  spielen  Doqiat  n. 
RQgen  1525.  (Sitzangeberr.  d.  gel. 
eBtoiech.  Qes.  1901,  196-223.)    [30SI 

b)  GrgmreformatiottundSOjä}«:  Krieg, 
1555—1648. 

Llebenan,  Tk.  t.,  Renward  Cjsat 
flb.  d.  Beziehgn.  d,  Schweiz  za  Frank- 
reich in  d.  Zeit  Heinrich  in.  (Änz. 
f.  Schweiz-  G.  1901,  4fi7-60.)      [3092 

Briefe,  2,  klevischer  Prinze«»innen. 
Zur  0.  d.  Oegenref.  (Jahrb.  d.  Ter. 
f.  CT.  Kirch.-G.  d.  Orafech.  Mark  4, 
184-27.J  [30!» 

PetreDs',  Jok».,  Schriften  üb. 
Nordstraud ;  nach  d.  besten  Hse.  httg. 
T.  R.  HanseD.  {=  Nr.  1962.)  Kiel, 
Üniv.-Buchbdlg.  1901.  S14  8.;  Ete. 
«  M.  _[3094 

Flderit,  Jok.,  Der  SOj&hr.  Krieg. 
ReUtio  hiBt.  1621-^7.  (Bll.  f.  lippische 
Heimatkde.  I,  Nr.  2-12.  H,  Nr.  1-7 
u.  9-12.)  [3095 

Antl,  Tk.,  Zpr&T7  o  mSste  Tieboni 
z  let  1620-2S  (NachiT.  flb.  d.  Stadt 
Wittingan  in  d.  Jahren  1620-28). 
(SitzQDgBberr.  d.  kgl.  bOhmiBch.  OeB. 
d.  WisB.  zu  Prag.  1901,  H.)  Prag, 
ÄiToM,    12  8.  [8096 

■Srttli.  A.,  Schreiben  d.  Herzogin 
Anna  Sophia  v.  Brannschw.-Lüneb., 
gebomer  Markgräfin  v.  Brandenb,, 
an  d.  Grafen  Adam  zu  Schwarzen- 
berg  üb.  d.  Aufenthalt  d.  KOnigs 
GuBtar  Adolf  t,  Schweden  1631  in 
Berl.  u.  in  d.  Mark  Brandenb.  (Zt. 
d.  bergisch.  G.-Ver.  86, 119-84.)  [309T 

HelnemanD,  0.,  Des  pommergchen 
HofratB  Georg  Lichtfaas  Bericht 
üb.  seine  Sendung  nach  Grosspolen 
i.  J.  1633.  (Zt.  d.  hiBt.  Ges.  Posen 
16,  116-87.)  [8098 

Brl>ra  ■.  Akt«!  i.  8.  d.  1«  Jihih.  m. 
tisiaud.  Rookiichl  tat  Bilarni  FuManluu. 
Bd.  V:  W.  Ooii,  BaltIT.  ■-  O.  Hl»  AJ- 
biechU  T.  B.  d.  Ludilwrf«  Bnsdei,  l&M-W, 
■,  •96,  SCSI.  Bu  t  N.  Arsb.  I,  •Iclii.  G.  IS, 
MS  D.  Hill.  Tlarlelj  lobr.  'M,  M-M  OnU, 
Walt;  Hltt.  Jtbib.  ti,  ISTf.  KsOprier  n. 
Entgegng.  t.  O.  u.  BlLokiaHsig.  t,  K.  abd. 

»«-!«.  rto» 

Boasert,  2  Briefe  von  Paulus  Eber 

an   d.  Markgrafen  Georg  Friedrich. 

(Beitrr.    z.    baier.    Eirch.-O.    8,    73- 

79J  fsiOO 

ScbellkasB,  K..  Akten  z.  Beform- 

thätigkeit  Felic.  Kingnardaa  inabei. 


I  in  Baiem  n.  Oe«t«rr,,  1572-77  (s.  IWl, 

S3-J2).  Forte.  (Quellen  a.  Forechgn. 
]  a.  ital.  Archiven  etc.  4,  208-86.)  Vgl. 

Nr.  8143.  [8101 

'  Wnnanii,  E,,  Nuntins  Bonhontini 
I  auf  d.  Tagsatzung  zu  Baden  im  Juni 
'  1G80:  Aktenstücke.  (Anz.  f.  Schweiz. 
f   Q.  1902,  flS-40.)  (3108 

,  Lo§ertb,  F.,  Die  Gegenreformation 
I  in  Graz,  1582-86;  146  Aktenstücke 

ans  3  bisher  unbekannt.  Akt«n- 
'   gammlgn,  v.  J.  1586.    (Beitrr.  z.  Kde. 

steiermltrk.O.qneUen81,69-]S8.)[S10S 
BaiiHMB,  B.,  nab.  d.  lUTUtu  d.StuoM*! 

Dntpst    1.    J.    liM.       (BIUiugibnT.    d.    g*l. 

eitDlich.  Gh.  i«01,  Itt«.)  [1101 

Meister,  A.,  Die  pKpstl.  Eonfir- 
mationsurk.  f.  d.Gründg.  e.Hinorit«n- 
niederlasBg.  in  KOln  im  OUvenkloater. 
(Ann.  d.  hist.  Ver.  f.  d.  Niederrh,  78, 

I    112-22.)  [3105 

80BH«rMdl,  G.,  Kin  Behisibaii  d.  Aulull- 

,  COtheDHhsii  a»i.  Kiniinunli  n.  HofmaliMn 
CbrlilDpb  T.  lAhpdortt  ui  d.  FOntw  Lndwlg 
T.  Anb.-Cothen,  IS09.  [Mltt.  d.  T».  f.  Inhalt. 
H.  B.  1»I-»».]  [tioe 

Bothert)  Der  EonfesBionaBtand  d. 
Gemeindend.GrafschaftMark.  (Jahrb. 
d,  Vet.  f.  ev.  Eireh.-G.  d.  Orafsch. 
Mark   4,   77-114.)    [Akten   betr.    d. 

.  Zustand  in  d.  Zeit  T.  1609-1624.1  [3107 
Schnli,    Hbuhj    Zierotin-Funde. 

j  (Zt.  d.  dt.  Ver.  f.  G.  Mährens  u.  Schle- 

I   siena  0, 47-68.)  Vgl.  1900. 1818.  [8108 

I  Blok,  P,  J.,  Lust  van  Doknmenteu 
betr.   ona   land,   voorhanden   in   de 

I  archieven  van  het  S.  C.  di  Propa- 
gandeFide  teRome;  162G-6S.  (Archief 
voor  de  geach.  van  het  aartabisdom 
Utrecht  27,  829-76.)  [8109 

1  Slegl,  %.,  Ungedr.  Brief  Wallen- 
steins  [an  d.  FeldmarBchall  Mathiai 

I  Gallaa]  1632.  (Mitt.  d.  Ver.  f.  G.  d. 
Dt.  in  Böhmen  40,  398-400.)      [8110 


,  Fiscbart-Studien  (a. 
1900,  3S98).  VI:  Die  Verdeutachgn. 
polit.  FlugBchrr,  a.  Frankreich,  d. 
Niederlanden  n.  d.  Schweiz.  (Eupho- 
rien 8,  629-71.)  [3111 

Dlllcfc's,  W.f  Ansichten  hesaischei 
Städte  a.  d.  J.  1591.  Nach  d.  Feder- 
zeicbngn.  in  sein.  Sjnopaia  deacrip- 
tioniBtotinaHaaaiae.(Hng.:E.Theu- 
ner.)  Marb.,  Elwert.  fol.  27  Taf.; 
ji  S.  T«t.    20  M.  [3112 

Lorckf  S,f  Ruina  Palatinatua  Bi- 
pontini;  hrsg.,  übers,  u.  erl.  v.  R. 
Bnttmann.  (Mitt  d.  bist.  Ver,  d. 
Mediomatriker    f.    d.    Weatpfalz    in 


•122 


Bibliographie  Nr.  3113—316«. 


Zweibrücken,  ü.)  Zweibr.,  Lehmann. 
1901.    xiij,  126  S.    2  M.  [3113 

Berneker^  E.,  Ein  Eatechismus 
Primus  Truber's  v.  J.  1667.  (Arch.  f. 
«lav.  Philol.  24,  166-72.)  [3114 

Schlosser  9  Der  schnftl.  Nachlass 
d.  Prof.  J.  Piscator  zu  Herbem  u. 
Beines  Sohnes  Phil.  Ludwig.  (Mitt. 
d.  Ver.  f.  nass.  Altert.kde.  1901/2, 
86-38.)  [3116 

Arndts  G.y  Die  Eirchenordnung 
d.  Schwedenkönigfl  Gustav  Adolf  f. 
d.  Stifter  Magdeburg  u.  Halberstadt 
V.  J.  1632;  veröfT.  u.  m.  6.  Einleitg. 
versehen.  (Dt.  Zt.  f.  Eirchenrecht  11, 
247-76;  393-472.  12,  46-74.)  Vgl.  1901, 
3346.  [3116 

Diehly  W*9  Das  Catzenelnbogener 
Gesangbuch  v.  1633  u.  d.  Marburger 
Gesangbücher  a.  d.  Zeit  v.  1636-1668. 
(Monatsschr.  f.  Gottesdienst  etc.  6, 
13-19;  64-62;  93-95.)  [3117 

Marx 9  Ernst)  Studien  z.  G.  d. 
niederländ.  Aufstandes.  (=  III,  2  v. 
Nr.  2409.)  Lpz.,  Duncker  &  H.  xv, 
482  S.     10  M.  80.  [3118 

Maller  9  P.  L.^  Bijdragen  tot  de 
gesch.  d.  scheiding  van  Noord-  en 
Zuid-Nederland  (s.  1901, 3361V  Forte. 
(Bijdragen  voor  vaderl.  gescn.  4.  R., 
n,  272-306.)  [3119 

Herre^  P.,  Europ.  Politik  im  cy- 
priechen  Erieg  1570-1673.  Tl.I:  Vor- 
G.  u.  Vorverhdlgn.  Lpz.,  Dieterich. 
xj,  165  S.    4  M.  60.  [3120 

Uollaender^  A.^  Ein  Anschlag  geg. 
d.  Unabhängigkeit  Strassburgs  i.  J. 
1679.  (Zt.  l  G.  d.  Oberrh.  17,  291- 
830^  [3121 

Mathaus -Toltollnl,  L.  F.,  Die 
Beteiligung  d.  Papstes  Clemens  YHI. 
an  d.  Bekämpfg.  d.  Türken  1692-96. 
(Rom.  Quartalschr.  1901, 303-26.)  [3122 

HaekeBSCliniidt,  Tilemann  Heaihafen. 
(Realenoyklop.  f.  prot.  Theol.  8,  8-14.)  — 
P.  Tiehackert,  Dftn.  Hoffmann.  (Bbd  816- 
81 )  —  Joht.  Kaue,  Agidiut  u.  Nikol.  Hnn- 
nins.  (Sbd.  4.'^5-68.)  —  Den.,  Laonh.  Hatter. 
(Ebd.  497-&00.)  —  e.  Miller,  Sam.  Haber. 
(Ebd.  409-12.)  [3183 

Kaoke,  K.,  Kleine  Beitrr.  s.  O.  d.  Oottei- 
dienstes.  (Monatsschr.  f.  Oottesdienst  eto.  6, 
198-801.)  [8184 

Benratk,  Stanisl.  Hosias.  (Bealencyklop. 
f.  prot  Theol.  8,  8-^8-98.)  —  Zdekler,  Der 
Jesuitenorden.  (Bbd.  748-84.)  —  M.  Belck- 
maBB,  Methodas  dirigendae  intuntionis  e. 
Onindsats  d.  Jesoitenmoral ?  (Zt.  f.  Kirch.- 
O.  88,  68-84.)    Vgl.  1900,  1888  a,  [8185 


Bandlnly  G«^  ün  episodio  mediceo 
della  guerra  dei  trent^  anni.  Firenze, 
Seeber.  1901.    196  S.  [8126 

Gfinter,  H«,  Das  Restitutionsedikt 
V.  1629  u.  d.  kath.  Restauration  Alt- 
wirtembergs.  Stuttg. ,  Kohlhammer 
1901.    885  S.     7  M.  [3127 

Bes.:  Dt.  Litt.-Ztg.  1908,  Nr.  85  Egethsaf 

Keiler.  B«.  Die  Friedensverhdlgn. 
zwisch.  Frankreich  u.  d.  Kaiser  auf 
d.  Begensburger  Kurftürstentag  1680. 
Bonner  Diss.  Bonn,  Behrendt  67  S. 
1  M.  [3128 

Wejle,  C,  Sveriges  Politik  mot 
Polen  1630-1636.  Akad.  afhandlinf. 
Upsala,  Almquist  u.  Wiksell's  bogtrylc. 
XV,  190  S.  [3129 

Bea  :  Litt.  Cbl.  1908,  Nr.  81. 

Egelkaaf:  Oastar  Adolf  in  Diid^  a  1901, 
8861.  Bea. :  Dt  Litt.-Ztg.  1901,  Nr.  87  K.  Jacob; 
Hist  Jahrb.  88,  8 10  Panloa;  Theol.  Litt-Ztg. 
1908,  Nr.8  KAbler.;  Litt.  Cbl.  1908,  Nr.  SO.  [S130 

Lenz,  M.,  Gustav  Adolf.  (Beal- 
encyklop. f.  prot.  Theol.  7,  239-61.)  — 
G.  Egelnaafy  Gustav  Adolf  u.  d.  dt. 
Reichsstädte.  (Dt.  Bundschau  111, 
230-49;  409-30.)  —  J.  H.  Gebaoer, 
Gust.  Adolf  in  Brandenburg.  (Jahres- 
ber.  d.  hist.  Ver.  zu  Brandenb.  Nr. 
32/33,  63-84.)  [3131 

Blkiiag,  J.,  Des  SehwedenkOnigs  Lab«- 
trank.    (Ali-Amstadt  1,  8.  85.)  [SISI 

Michael.  W.,  Wallensteins  Vertrag 
mit  d.  Kaiser  i.  J.  1632.  (Hist.  Zt 
88,  386-436.)  [8133 

Postina 9  A.y  Geldanleihe  dt.  Je- 
suitenkollegien i.  J.  1632.  (Katholik. 
82.  I,  190-92.)  [3184 

Kekile  t.  SlimdOBlis,  St.,  Die  Herkunft 
d.  kaiserL  Feldmartohalla  Peter  Melander 
(Oraf  T.  HoUappel).  (Dt.  Herold  1908,  Nr.  4.)  — 
0.  Frhr.  Sekeak  an  Sehwclaibcrg,  Stammte 
Oraf  Peter  r.  HoLiapfsl  ans  bftnerl.  oder  aus 
adelig.  Oesohleobt?    (Ebd.  Nr.  &.)  [S1S6 

Doebner^  R.^   Die  Belagerung  d 
Stadt  Hildesheim  in  d.  Jahren  1633 
u.  1634.    (Doebner,  Studien  z.  hildes- 
heim.  G.    S.  100-114.)  [3186 

Jahne!  9  C.j  Die  kurbrandenourg. 
Regimenter  in  Böhmen  1634.  (Sep.  a.: 
Norddt.  AUg.  Ztg.  v.  24.  Okt.  1901, 
Nr.  260.)  10  S.  [3137 

Leo,  Soblacht  bei  NOrdlingen  16S4,  s.  1900, 
8388.  (38  S.  als  Hallena  Disa.  gedr.)  Bes.: 
Litt.  Cbl.  1900,  Nr.  47;  Mitt.  a.  d.  bist  Litt. 
30,  ISSt.  Bärge;  Hist.  Vierte^j.schr.  5,  868-66 
Bj«b8.  [81SS 

Bejbelj^  £..  La  question  d'Alsace 
et  de  Brisacn  depuis  le  trait^  de 
Saint-Germain  de  1636  jusqu'au 
traitä  de  Brisach  de  1639.  (Ann.  de 
TEst  16,  206-46;  895-431.)  [3139 


Gregenreformation  und  SOjähr.  Krieg. 


•123 


Basty  B.)  Die  baier.  Politik  in  d. 
Jahren  1640-1646.  Kap.  I:  Die  baier.- 
franz.  Konferenz  in  Einsiedeln.  Progr. 
Ansbach.  1901.   27  S.  [3140 

Pinsker,  C.^  Bitva  u  Jankova 
6.  bf  ezna  1645  (Schlacht  bei  Jankau). 
(Sitzungsberr.  d.  böhm.  Ges.  d.  Wiss. 
zu  Prag  1901,  IV.)  Prag,  Äivnä^. 
44  S.;  2  Pläne.  [3141 

Ausfeldy  E.,  Durchzug  e.  schwe- 
disch. Heeres  durch  d.  Erzstift  Magde- 
burg im  August  1648.  (G.bll.f  Magdeb. 
36,  366-64.)    [3142 

Albers  9    B.,    Felic.    Ninguardas 

Yisitationsthätigkeit    in    d.    österr. 

Kronlanden  von  Ende  Sept.  1672  bis 

März    1676.      (Stud.    u.    Mitt.    a.    d. 

Bened.-  u.  Cist.-Orden  23,   126-64.) 

Vgl.  Nr.  3101.  [3143 

Bibl,  EinfOlirg.  d.  kath.  Oegonref.  in 
NiederOaterr.  durch  Budolf  II.,  ■.  1901,  8870. 
Bes.:  Hist  Zt.  88,  188-85  Loesche;  OöU.  gel. 
Ans.  1902,  69-75  Loserth;  Alitt.  d.  Ter.  f.  O. 
d.  Dt.  in  Böhmen  40,  LiU.  Beil.  8.  67  f. 
Tupetz.  [3144 

Starzer^  Die  Wahl  d.  letzten 
Propstes  V.  Ebemdorf.  (Carinthia  I, 
Jg.  92,  61-63.)  Vgl.  1901,  8370.  [3146 

Schuster^  G*)  Eine  brandenburg. 
Prinzessin  auf  d.  siebenbürg.  Fürsten- 
throne. (Hohenzollem-Jahrb.  6,  121- 
36.)  [3146 

Müller.  E.  F.  K.,  Zweite  helretlsohe  Kon- 
fession. ^KeftlencyUop.  1  prot.  Theol.  7,  645 
-48.)  —  W.  floetzy  Bisch.  Jak.  Christoph  a. 
d.  Uegenref.  in  d.  Sahweix.  (Ebd.  8,  547- 
51 )  [8147 

Fäh,  F.,  Das  Zeitalter  d.  30jähr. 
Krieges  u.  d.  Absolutismus.  (Festschr. 
z.  400.  Jahrestage  d.  ewig.  Bundes 
zw.  Basel  u.  d.  Eidgenossen  S.  68- 
106.)  [3148 

Holzach  9  F,j  Die  Basler  in  d. 
Hugenotten^iegen.  (80.  Neujahrs  blatt 
d.  Gesellsch.  d.  Guten  etc.)  Basel, 
Reich.  4^  48  S.,  Taf.  1  M.  40.  [8149 

Rott,  £d.9  Les  Suisses,  l'Espagne 
et  la  Ligue.  L'ambassade  ä  Soleure 
du  sieur  de  Fleury,  1682-86.  (Rev. 
d'hist.  diplom.  16,  69-91.)  Vgl.  1901, 
3376.  [3150 

Cartier^  A*.  Les  Genevois  en  1668 
d'apr^s  un  Hbelle  contemp.:  Les 
grandes  Chroniques  et  Annales  de 
Passe- partout  par  A.  D^sir^.  (M^- 
moires  et  docc.  publ.  p.  la  Soci^t^ 
d*hist.  et  d'archl.  de  Gen^ve  6,  168- 
201.)  [3161 

Crne^  F.  de^  Relations  diplom.  de 


Genfeve  avec  la  France.  Henri  IV.  et 
les  däput^s  de  Gen^ve,  Chevalier  et 
Chapeaurouge.   (Ebd.  236-688.)  [8162 

Bez. :  BeT.  d'hist.  moderne  8, 687  f.  Boorrilly. 

Lippert,  F.,  O.  d.  Oeganref.  d.  Oberpfals, 
s.  1901,  8880.  Bes.:  Theo!.  Litt. -Ztg.  1901, 
Nr.  85  Hubert;  Mitt.  a.  d.  hist.  Litt.  8>,  184- 
86  Gast.  Wolf;  Ber.  intern,  de  thtel.  9,  6:i6- 
27  Schinner;  Theo!.  Litt.bl.  1901,  Nr.  88 
Bossert.  —  Lippe rt,  OegenreC  in  d.  Lftnd- 
grftfschftft  Leuchtenberg  s.  Nr.  8068.       [8168 

Lipperty    F.,    Die    Pfarreien    n. 

Schulen  d.  Oberpfalz  (Kurpfalz)  1621* 

1648.  (Vhdlgn.  d.  hist.  Ver.  v.  Oberpfali 

&  Regensb.  68,  186-224;  Ete.)  [3164 

Goetc.  W.,  Bisch.  Jul.  Echter  n.  d.  Gegenrel 

in  Würsburg.    (Bealencyklop.  f.  prot  Theol. 

9,  688-84.)  —  Th.  Kolde,  Joh.  Haner.    (Ebd. 

7,  400-408.)  [8156 

Simmet,  L.^  Die  Reichsstadt  Au^- 
bürg  in  d.  erst.  Hälfte  d.  30jähr. 
Krieges.  Progr.  Augsburg.  1901, 
31  S.  [3166 

Mayer )  F.  X.,  Zur  G.  d.  Gegen- 
refonn.  in  d.  Eomburgschen  Pfarreien 
Steinbach  (b.  Schw.  Hall)  u.  Gebsattel. 
(Diözesanarch.  v.  Schwaben  20,  1-4; 
20-26;  60-64;  73-77.)  [3167 

Dancker^    Die   Gegenreformation 

in  Thalheim  a.  Schotzach,  1628-1649. 

(Bll.  f.  württb.  Kirch.G.  6, 163-74.)  [8 168 

Bejerle,  Konst»ns  im  80Jihr.  Kriege,  s.  1900, 
8848.  Bes. :  Dt. Litt-Ztg.  1»00, Nr. 84  K. Jacob ; 
Korr.-BL  d.  westdt.  Zt.  19,  Nr.  10  P.  Bedlich ; 
Hist.  Vierteljachr.  5,  876 f.  Krebs.  [8169 

Beck  9  H.y  Easp.  Klee  v.  Gerolz- 

hofen.  Das  Lebensbild  e.  elsäss.  evang. 

Pfarrers  um  d.  Wende  d.  16.  u.  17.  Jh. 

(=»  Nr.  71  V.  Nr.  8011.)   Halle,  Nie- 

mejer.    1901.    66  S.    1  M.  20.    [8160 

Benss,  Hugnenots  fngitifs  k  Strasbourg 
au  16.  siftole.  (Bull.  hist.  etc.  de  la  Sog  de 
rhist.  du  Protest.  frauQ.  1901,  688-81.)     [8161 

MantZ)  E.,  Une  ville  de  la  Basse- 
Alsace  ä  T^poqne  de  la  guerre  de 
trente  ans:  Woerth.  (Rev.  d*Alsace 
N.  S.  8,  219-66.)  [3162 

OttO)  F.)  Gräfin  Margarethe  v. 
Nassau-Idstein  u.  d.  Stadt  Wiesbaden. 
(Mitt.  d.Ver.  f.  nass.  Altert.kde.  1901/2, 
77-81.)  [3163 

Schmidt,  Jak.,  Die  kath.  Restau- 
ration in  d.  ehemal.  Kurmainzer  Herr- 
schaften Eönigstein  u.  Rieneck.  (Er- 
läutergn.  u.  Ergänzgn.  zu  Janssen 
G.  d.  dt.  Volkes;  hrsg.  v.  Pastor, 
m,  1.)    Freib.,  Herder,    xij,  124  S. 

1  M.  80.  [3164 

Qoets,  W.y  Jakob  r.  Eltx  a.  d.  OegenrefL 

in  Kur-Trier.  (Bealencyklop.  f.  prot.  Tbeol. 

8,  668-66.)  [8166 

Tersteeg,  J«,  De  slooping  van  het 
kasteel    te    Gouda    80.    Oct.    1677. 


124 


BibUographie  Nr.  8166--3217. 


(Bijdragen  voor  yaderl.  gesch.  etc. 
4.  R.;  n,  168-67.)  [8166 

Kolbe^  W*9  Der  Kampf  um  d. 
Ho ttenröder Kirche;  e.  konfessionelles 
Drama  a.  d.  Zeit  d.  Oegenref.  (Hessen- 
land 1901,  Nr.  6.)  [8167 

BniiBer,Th«op]ül.  Nenberg^r;  Lebensbild 
•.  heMiioh.  Sap«riBt«nd«iit«]>  a.  d.  Zeiten  d. 
aOj&hr.  Krieget.  (Mitt.  an  d.  Mitglieder  d. 
Ter.  f.  beM.  O.  1900,  t6-87.)  [S16S 

Hdlsoher^  U.«  Der  Beliqnienschatz 
im  Dom  zu  Goslar.  (Zt.  d.  Harz-Yer. 
84,  499-618.)  [8169 

Hassebrauk,  6.)  Der  Sturm  auf 
Braunschweiff  16.-17.  Okt.  1606. 
(Braunschw.  Maffaz.  1901,  Nr.  11  f.; 
28.}  Vgl.  Hnr.  Meier,  Der  üeber- 
fall  d.  Festung  Braunschw.  am  16. 
u.  17.  Okt.  1606.  (Ebd.  Nr.  16  u. 
1902,  Nr.  2  f.)  [8170 

Llltkenianiiy  H.^  Dr.  Joach.  Lütke- 
mann  (s.  1901,  1878).  2.  umgearb. 
Aufl.    189  S.    2  M.  J8171 

Hansen^  B«^  Wiedertäufer  in  Eider- 
stedt  bis  1616.  TSchrr.  d.  Ver.  f. 
schlesw.-holst.  Kircn.-G.  2.  R.,  Bd.  II, 
175-288.)  [8172 

Sommerfeldt)  6««  Die  Beziehgn. 
d.  Generals  Ernst  Albrecht  v.  Eber- 
stein zur  Stadt  Frankenhausen,  1685 
-1660.    (Zt.  d.  Ver.  f.  thüring.  G.  12, 

647-76.)  [3178 

DibeliBi,    F.,    lUtth.   HOe   t.   Höenegg. 

(Re&lencyklop.  f.  prot.  TbeoL  8, 178-76.)  [S174 
KBetteby  K.,  Ein  Heeee  in  Königsberg  im 

16.  Jh.    (HeiMnland  1901,  Nr.  6  n.  7.)    [8175 

BerendtSy  A.^  Die  Auflösung  d. 
Deutsch.  Ordens  in  Liyland.  (Salt. 
Monatschr.  49,  221-86.)  [8176 

Groggy  £.)  Die  livländ.  Gegen- 
reformation u.  ihre  hervorragendsten 
Bekämpfer.  (Mitt.  f.  d.  ev.  Kirche 
in  Russland  NoT.-Dec.  1901,  608- 
42.)  [8177 

c)   Innere   Verhältnisse   (unter  Aus- 
scMiiss  von  Eeligion  %ind  Kirche). 

Waltetet  9  H.,  Feuerdtädtenrodel 
T.  J.  1668/69  (Wattelet,  Aus  d.  alten 
Murtengebiet).  (Freiburg.  G.bll.  8, 
83-61;  ITOf./  [8178 

Llldickey  lt.,  Die  landesherrhchen 
Zentralbehörden  im  Bistum  Münster; 
ihre  Entstehg.  u.  Entwickig.  bis  1660. 
(Zt.  f.  vaterl.  G.  etc.  Westfal.  69,  I, 
1-167.)  [8179 

Togeler^  E.,  Soester  Stadtrechnung 
T.  1688;  m.  Erläutergn.  hrsg.  (—  Nr. 
2626.)  [8180 


Tschireh)  0.,  Die  d.  Korfurtt 
Johann  Georg  1671  in  Brandenburg 
von  d.  Bürgern  beider  Städte  gelei- 
stete Erbhmdigung.  Bericht  d.  I^eu- 
städter  Stadtbuches  nach  gleichzeit 
Quellen  erläutert.  (Jahresber.  d.  hisi 
Ver.  Brandenb.  82/88,  86-90.)    [8181 

Stojenttn,  M.  r.^  Die  Erbhuldigoog 
d.  hinterpomm.  StlUide  bei  der  Thron- 
besteigung Herzog  Bogialaws  XIIL 
i.  J.  1606.  (Balt.  Studien  6, 29-97.)  [818S 

Eglly  E.,  Naturkalender  d.  Befor- 
mationsjahre.  (Zwiiigliana  277-83.) — 
Ders.,  Briefpost  im  16.  Jh.  (Ebd. 
229-86.)  (81S3 

Moritz 9  H.y  Die  älteste  jüdische 
Niederlassung  in  Fraustadt.  (Eist 
MonatsbU.  f.  d.  ProT.  Posen  2,  179- 
84.)  [8184 

Carolina )  Die,  u.  ihre  Vorgänge- 
rinnen; hrsg.  V.  J.  Kohler.  TL  U 
s.  Nr.  2899.  [8185 

Riekter,  Otto,  Am  alt.  Dresdner  Geriekti- 
baohem.  I:  Ein  Vatermord  15S1.  II:  Sin 
TodteohlM  1661.  (Dresdner  O.blL  1901,  8. «.) 
—  Eriek  Sekmldty  t  KriminmllUle  a.  e.  Me- 
Bsritaer  Stadtbaoh.  (HUt.  MonatsbU.  f.  d. 
ProT.  Posen  t,  145-48.)  [SIM 

Aaderle,  Z.,  Einiges  ab.  Bflobsenineistersi 
SU  Ende  d.  16.  Jh.  (Jahrbb.  f.  d.  dt.  Armet 
eto.  111,  m-89.)  —  TklerbMh,  Die  Iltssi 
BadschlAsser  dt.  Sammlgn.  (Zt.  f.  bist 
WafFenkde.  8,  1S8-42.)  —  R.  Doebser,  Zur 
O.  d.  Geeobatae  t.  HUdesheim.  (Doebner, 
Stadien  a.  hUdesbeim.  O.  S17-St.)  [S1S7 

Sartori^Montecroee,  T«,  ün  pro- 
ffetto  [del  cardinale  Madras]  d*erenone 
di  una  üniversitä  a  Trento  nell  Xvl. 
secolo.  (Tridentinum.  Rivistamensüe 
di  studi  scientif.  2,  197 ff.^  —  Ders., 
Di  un  tentaÜTO  dei  giureconsulti 
trentini  di  ottenere  il  privilegio  di 
conferire  la  laurea.  (Ebd.  3, 114  ff.)  — 
G«  B«  Trener,  Notizie  sul  progetto 
del  cardinale  Madruz  etc.  $bd. 
425  ff.)  [8188 

Becker )  W*  M*^  Aktenstücke  z. 
Gründungs-G.  d.  Univ.  Giessen.  (Mitt 
d.  oberhess  G.-Ver.  N.  F.  10, 40-66.)  — 
Ders.,  Der  Übenrang  d.  Marburger 
Stipendien  nach  Giessen.  (Ebd.  66- 
64^  [3189 

Saide.  Der  Einfluss  d.  Reforma- 
tions Werkes  in  Anhalt  auf  d.  Besuch 
der  Universität  Wittenberg.  (Mitt.  d. 
Ver.  f  anhält.  G.  9,  218-28.)    [8190 


Gegenreformation  und  SOj&hr.  Krieg. 


•125 


Paodler,  A.,  Die  älteste  Schul- 
ordnung d.  BOhm.-Leipaei  Ojmnfts, 
(Progr.  Böhm.-Leipa  1901,  8,  33- 
40.)  [3191 

Uielll,  W.,  ScbulgeichichU.  Beitrr. 
a.  d.  ältest.  ViaitatioiiBakten  d. 
Niedergrafschaft.  (Ann.  d,  Ver.  f. 
naee.  Aitertkde.  S2,  l!S-«4.)      |3102 

Zedier,  6.,  Zur  Eniehg.  d.  Grafen 
Philipp  Ludwig  n.  T.  Hanau -Münzen - 
borg  am  Dillenburger  Hofe.  (Mitt. 
d.  Ver.  f.  DOS».  Altert.kde.  1901/2, 
67-60.)  [3198 

Sclildel,  B.,  l  p&da«og.  Empfeh- 
iDDgsbriefe  a.  d.  IS.  Jli.  (Hitt.  d. 
Gea.  f.  dt,  Erziehga,-  u,  Schul-G.  12, 
39-44.)  ~  A.  WeckerUmg.  15  Ein- 
ladungen zu  flffentl.  BedeüDungen  a. 
d.  IT.  Jh.     (Ebd.  4G-56.)  [3194 

Behring,  BeorganisationBplan  d. 
Danziger  Hatg  f.  d.  LateinBcholeu  d. 
Stadt,  1674-  (Mitt.  d.  weatpreues.  G.- 
Ver.  1,  84f.) [8196 

Clemes,  0.,  Kleine  Beitrr.  z.  ellchs. 
Gelebrten-G.  in  d.  Ref. -Zeit.  (N.  Arch. 
f.  B&cha.  6.  S3,  137-44.)  [3196 

Haller,  A.,  Benedikt  Marti  (Are- 
tins);  e.  bem.  Gelehrter  u.  Forscher 
d.  IG.  Jh.  (Neuj.-bl,  hrsg.  v.  biet.  Ter. 
d.  Eantons  Bern  f.  1902.)  Bem,  Wjsi. 
66  S.     2  M.  [3191 

Borkowski,  H.,  Zur  G.  d.  frucht- 
bringenden OeselUchail.  (Enphorion 
8,  671-75.)     Vgl.  '99,  3296.         [3198 

WtUe,  J.,  FfalzgrOfin  EÜBabeth, 
ÄbtisBin  T.  Herford.  (N.  Heidelberg. 
Jahrbb.  11,  lOS-41.)  [8199 


Sesch&fte  1658-1618.  (N.  Arch  f.  G. 
.  St.  Heidelb.  etc.  4,  826-65.)  [3800 
SptrgatlB,  H.,  Engl.  Litteratnr  auf 
d.  Frankfurter  Mesae  t.  1561-1620. 
(Sanunlg,  bibliothekawisB.  Arbeiten 
15,  37-89.)  Sep.  Lpz.,  SpirgatiB. 
8  M.  [8201 

SMhB,  Hue.  Hrsg.  t.  A.  t.  Keller 
n.  E.  Goetze.  Bd.  XXV;  hrsg.  v.  E. 
Goetze.  (Bibl  d.  Litter.  Ver.  in  Stnttg. 
226.)    Tübing,,  Verein.    660  8.  [3202 

Stiefel,  A.  L.,  Zu  d.  QneUen  d. 
Fabeln  n.  Schwanke  d.  Hana  Sachs.  I. 
(Studien  x.  vergleich.  Litt.-G.  2,  146 
-88.)  [8208 

Kapp,  k.,  JSrg  Orllinnld,  a.  dlehMBdm 


d.  StDd.  il.  Dnwr.  SpTuban  107,  l'-M.)    [S«M 

Wlekrun,  Geo.,  Werke  (b,  1901, 
8488).  Bd.  n.  hrsg.  V.  J.  Bolte; 
Knabentpiegel.  Vom  ungeratnea 
Sohn,  Vom  guten  u.  bCaen  Nachbarn. 
Der  Goldfaden.  (Bibliothek  d.  Litter. 
VereioB.  228.)  Tübing.,  Verein.  1901. 
Lj.  440  S.  [8206 

Ubde-BeraKr^»  H.,  Job.  Struthint 
Spiel  „Die  Bekeh^.  S.  Pauli",  (Mitt 
a,  d,  German.  Nationalmuaeom  ISOt, 
172-77.)  [3206 

Kopp,  A.,  Die  niederrhein,  Lieder- 
bandsclirift,  1574.  (Euphorien  8,  4S9 
-528.)  [SaOT 

Omi,  P.,  Die  Familie  d,  Haien 
Hana  Len  v.  Zflrich  (b.  1901,  SU4). 
TI,  n,  (Zürcher  Taachenbnch  1902, 
187-302,)  [3308 

«Iflek,  6.,  Beitrr,  i.  G,  d,  Ant^ 
weipener  Malerei  im  IS.  Jh,  I;  Der 
wahre  Name  d.  Meisten  D*V,  (Jahib, 
d,  kunatblBt,  Sammlgn,  d,  allerh. 
Kaieerhauaes.  XXH,  1.)  Lpz,,  Freytag. 
fol,     34  8.;  9  Taf,    20  H,  [320* 

Boosei,  H.,  Rubena,  sa  vie  et  sea 
Oeuvres.  Livr.1-4.  Anver«,  Lalibrairie 
näerlandaise.  t9Dlf.  4*.  S.  1-256; 
Taff,     i  8  fr.  60.  [3210 

NenmanB,  C,  Rembrandt.  Berl., 
Spemann.  1901.  4*.  zxnj,  059  S. 
28  M,  [8211 

Bai.^  Dt,  UIL-Zlg  IMI.Ni.  n  Walfflln, 

Hofstede  de  Groot,  C,  Varia 
omtrent  Bembrandt,     (Oud-Holland 

19,  89-94,)  [8212 

Fahlu,  B.,  G  Bilate  d,  Fretbwg«  Itltn 

Tslentla  Ein«,    (HIU.  d,  Fnlbarg.  Altart- 

Var.  II,  1-lB.)  —  C.  Hledaar,  SaUM.-ilslu. 

BUdhmDBt  Chrlnoph  Waltar.     (N.   Arob,   f. 

tkchm.  a.  n,  U7-60.)  [Uli 

Wso«'',  Kreit,  Dia  Siata*  d,  Hukfnfau 

Karli  iL    tob  Badaa   In   Duluh,    Im   Zn- 

ummiDhuig  mit  laddt,  Brntmanllgiirai.  [Zt. 

f,  O.  i.  Obarrfa.  IT,  lM-41.)  EB»14 

Hers,  E„  Englische  ScbauEpieler 
n.  englisch,  Schauapiet  zur  Zeit  Shake- 
ipeares  in  Dtld.  Tl,  I,  Bonner  Disa. 
1901.    64  S.  [8216 

ZluBennaiin,  F.,  Englische  Ko- 
mödianten am  Hofe  zn  WolfenbQttel. 
(Braonubw.  Magaz.  1902,  Nr.  4f.)  — 
Dera, ,  Engl.  KomOdianteitin  Wolfenb. 
(Cierm.  A^hdlgn.  Herrn.  Faul  i. 
17.M&ral90Sdargebr.B.!lG-24.}[82I6 

LBdieke»  R.,  Vier  Uflnatarische 
Eofordngn.  d.  IS.  Jh.  (Zt.  f.  Knltnr- 


126 


Bibliographie  Nr.  8217—8266. 


G.  9,  187-62.)  —  Togel,  Alte  Ge- 
xneinderügen  d.  Dörfer  Rudelsdorf  n. 
Masten.  (Ebd.  168-69.)  —  A.  Kern, 
Zur  G.  d.  TrinkgeldeB.  (Ebd.  170- 
12 ^  [8217 

Minnigerode-Allerbarg,  A.  Frhr. 
T.)  Ein  Südharzer  Grundherr  zur  Be- 
formationszeit.  (Zt.  d.  Harz-Yer.  84, 
444-72.)  —  E.  Jaeobgy  Patengeschenke 
d.  Rats  zu  Wernigerode  zu  gräfl. 
Eindtaufen  1682,  1692.  (Ebd.  116- 
20.)  [3218 

Liebe,  G*,  Ein  Halleecher  Bürger- 
haushalt 1648.  (G.bll.  f.  Magdeb.  86, 

888-41.)  [8219 

SehfiBkerr,  D.,  Eine  Slneipttube  a.  d.  16.  Jh. 

Sihönherr,  OeMmm.  Sohrr.  2,  608-15.)  — 
.  Loiek.  Die  Hodueit  d.  LandffrafeB 
Georg  V.  Heteen  •  Darmstadt  mit  d.  Ortfln 
Magdalene  v.  d.  Lippe.  (Hestenland  1901, 
Nr.  1-3.)  —  C.  T.  BftrdelebM,  Dm  Bing- 
rennen  n.  Fusstamier  su  Berlin  1581.  (Dt. 
Herold  1908,  Nr.  8.)  —  Y.  BleseMMiB,  Ein 
Tnmalt  in  Dorpat  1641.  (Balt.  Monatsicbr. 
49,  29S-S11.)  [8820 

BlefeBbMb,  Der  Zauberglanbe  dei  16.  Jk. 
nach  d.  Katei^iunne  Dr.  M.  Lathen  u.  d. 
Dr.  Ganisioi,  8.  1901,  Kr.  1468.  Bes.:  Litt. 
Chi.  1901,  Nr.  87;  Theol.  Litt.- Ztg.  1901,  Nr.  88 
W.  Köhler;  Aroh.  f.  kath.  Kirehenrecht  81, 
198  f.  Borohert;  Litterar.  Bundschao.  1901, 
Nr.  7  SägmüUer.  [8821 

Beinkold.  E.,  Der  Hexenprosees  geg.  d. 
Witwe  Magdalena  Alber  n.  ihre  Verwandten 
in  Leisnig  i.  J.  1615.  (Mitt.  d.  Ver.  f.  sicha 
Volktkde.  II.  Hft  9,  8.6-87.)  —  0.  Olntker, 
Bin  wettprevM.  Hexenproseea  a.  d.  J.  1648. 
(Mitt.  d.  weitpreaM.  O.-Yer.  1,  14-16.)    [8888 


e.  Vom  Weatfäi.  Frieden  bis  z, 

Tode  Karls  VI.  u.  Friedr. 

JFÜhelms  I.,  1648-1740. 

Friedengbnrg)  W.^  Regesten  z. 
dt.  G.  a.  d.  Zeit  d.  Pontifikats  Inno- 
cenz  X.,  1644-1666.  Aus  d.  Abtlg. 
,,Lettere"  d.  Vatikan.  Gteh.-Archiyg. 
(Quellen  u.  Forschgn.  a.  ital.  Archiven 
etc.  4,  286-86.)  [3228 

Hi^e^  Chr.  F.,  De  geheime  cor- 
respondentie  van  Abraham  de  Wicque- 
fort  met  den  Franschen  minister  De 
Lionne.  's  Grafenh. ,  Ny hoff.  1901. 
168  S;     1  fl.  90.  [8224 

WflgthanSy  A.  u.  D«  t«  Bergen, 
Kurze  Beschreibg.  d.  Clevisch-  u. 
Märkischen  Archiv -Flucht  von  d. 
Jahren  1672  u.  1679.  (Zt.  d.  berg. 
G.-Ver.  86,  106-17.)  [8226 

Walter,  J.,  Der  Orleans'sche  Krieg 
in  d.  Pfalz.  Briefe  a.  d.  Jahren  1688/89. 
(Mannheim.  G.bll.  8,76-88;  100-110; 
181-41;  149-67.)  —  Ders.,  Einnahme 
It.    Zerstörg.    Mannheims    durch    d. 


Franzosen  1688,  B9  [Abdr.  d.  im  AuAr. 
d.  Stadtrats  verfasst.  Relation].  (Ebd. 
27-40.)  —  Ders.,  Aufforderg.  an  d. 
Ausgewanderten  zur  Rückkehr  in  d. 
Pfalz  nach  Beendigung  d.  Orleans'- 
schen  Kriegs  1697.  (Ebd.  91  f.)  [8226 

Waddington.A«.  Un  memoire  in^ 
sur  la  cour  de  Berlin  en  1688.  (Rct. 
bist.  78,  72-94.)  [3227 

Bohne,  £•  Ch«,  a)  Diarium  od. 
Tagebüchlein  weg.  d.  Kgl.  preusi. 
Eimalls  in  Nordhausen  unt.  <L  Gom- 
mando  d.  Gen.- Adjutanten  u.  Obristen 
V.  Tettau  . . .  1703.  b)  Nordhäusische 
Chronika  . . . ;  beigefügt  ist  die  Wal- 
kenriedische Chronica,  so  vormahk 
V.  Henrico  Eckstormio  in  Lat.  Sprache 
ausgefert.  worden,  nunmehro  aber 
ins  Teutsche  übers.  1701.  (&8g.  ?. 
H.  Heineck.)  Nordhaus., Ebert  1901. 
88;  86  S.     1  M.  76.  [8228 

Haake,  P.,  Zur  Kritik  der  „Re- 
marques sur  les  Portraits  de  la  conr 
de  Pologne".  (N.  Arch.  f.  sächs.  G. 
28,  84-99.)  Vgl.  Nr.  1878.  [8229 

Belschner.  E.,  Amtl.  Aktenstücke 
z.  G.  d.  Grünog.  v.  Ludwigsburg,  1709 
-1760.  (Ludwigsburg.  G.bll.  II.)  [8280 

Qnincy,  Chevalier  de,  Mämoires; 
pubL  par  L.  Lecestre  (s.  1901, 
1478).  T.  ni:  1710-1713  (1901).  xxBtj, 
898  S.    9  fr.  [8231 

Heinemann ,  0* ,  Die  ältesten 
Stettiner  Zeitungen.  (Bali  Stadien 
6,  198-210.)    [8232 

Spahn.  M»,  Der  grosse  Kurfürst. 
Die  Wiedergeburt  Dtlds.  im  17.  Jh. 
(Welt-G.  in  Charakterbildern,  hrsg. 
V.  Kampers  etc.  Abtlg.  4:  Neuere 
Zeit.)  Mainz,  Kirchheim.  1901.  162  S. 
4  M.  [3238 

Bez.:  Beil.  s.  AUg.  Ztg.  1901,  Nr.S9»  HeU- 
mann;  Dt.  Bondsduia  110,  SIS- 15  SgtUwaf; 
Bist.  Zt.  89,  801-4  PriVnun;  Fondign.  s. 
brmndb.  u.  preusa.  O.  15,  967-68  Hlnts«:  Litt 
CbL  1908,  Nr.  94. 

Heyck,  £.,  Der  Grosse  Kurfürst. 

S Sonographien  z.  Welt-G.  XVI.) 
ielef.,yelhagen&Kl.  120  S.  4M.  [3234 
Crohns,  HJ.,  Sverigea  politik  i 
fSrhällande  tili  de  federativa  rSreU 
sema  i  Tyskland  1660-68.  I-II.  Hei- 
singfors,  Finska  litteraturs^ülskapets 
tryck.  1894-98.  xxj,  268;  242  S.  [3236 
Huber,  A.,  Basels  Anteil  an  d. 
Breisacher  Unruhen  1662-1664;  eine 
Episode  a.  d.  Zeit  d.  Fronde.  (Basler 
Zt.  f.  G.  etc.  1,  269-96.)  [3236 


Vom  Westfälischen  Frieden  bis  1740. 


■127 


Doeberl,  Baiam  u.  Frankr.,  Tomehmlich 
unt  Kurf.  Ferdinand  Mari»,  ■.  1901,  1495. 
Bes.:  Hist.  Yiertelj.tohr.  4,  649-51  Pribram; 
Litt.  Gbl.  1908,  Nr.  4;  Hitt.  Zt.  88,  801-5 
Ments ;  Mitt.  d.  Inst.  f.  ötterr.  O.fortohg.  SS, 
800-807  Landwehr  t.  Pragenan;  Hitt  Jahrb. 
88,  887-85  SchrOtter.  [8887 

S^gur.  P.  de  9  Luxembourg  et  le 

prince    d'Orange.     (Rev.    des    deux 

mondes.     6.  Periode.     T.  8,  655-94; 

808-37.    9,  130-63.)  [3238 

Benrath,  Papst  Luiooens  XI.,  1676-1689. 
(Bealenoyklop.  f.  prot.  Theol.  9,  148-48.)  — 
Bes.  T.  iHHleh.  Innocenx  XI.,  ■.  IbOO,  1507: 
Hitt  Ylertelj.schr.  4,  557-59  O.  Weber.  [;}889 

Sz&deczkjy  B.,  G.  d.  Wiederver- 
einigung Siebenbürgens  vom  Wiener 
Feldzuge  bis  z.  Anfang  d.  Gubemiums. 
OErd^lyiMuzeum  18,  421-35;  483-609; 

668-90.)  [3240 

Heigel,  K.  Th.  t^.  Die  Braatwerbg.  d. 
Markgrafen  Ludwig  Wilhelm  t.  Baden  n.  d 
Prineen  Engen  t.  Savoyen  1689-1690.  (Ant: 
SiUnngeberr.  d  Mflnoh.  Akad.  1901,  Hft.  5.) 
Manch.,  Frans.    S.  609-69     60  Pf.  [3841 

Langer^  Die  ßeokkupation  Frei- 
burgs  u.  Breisachs  1698 — 1700.  (Mitt. 
a.  d.  k.  k.  Kriegs-Arch.  3.  F.,  Bd.  I, 
101-51;  2  Pläne.)  [3242 

Krauske^  O.«  Vom  Hofe  Friedrich 

Wilhelms  L    (Hohenzollem- Jahrb.  5, 

173-210;  Taff.)  [8243 

Haake,  P.,  Das  Jnbilänm  d.  preutt.  Königt- 

krone  in  d.  hi&tor.  Litt.     (Hist.  Vierte^  .sehr. 

4,  565-72.)  [8844 

Hejck,   Friedrich   I.   u.   d.  Begrflndg.  d. 

preass.    Königtums,    s.    190 1,    8498.      Bes.: 

Forschgn.   s.    brandb.   n.  prenss.   O.   14,  658 

O.  Hintse.  [8845 

Pomettl,  Studi  snl  pontificato  di  demente 

XI,  1700-1781,  s.  1901,  8495.   Bes.:  N.  Archivio 

Yeneto  N.  S.  I,  8,  209-24  Monticolo.        [3846 

Kupke«   O.;  Die  Gefangennahme 

d.  Bischofs  V.  Polen  in  Warschau  i. 

J.  1704  u.  seine  Reise  nach  Rom  zur 

Verantwortung.     (Hist.  Monatsbll.  f. 

d.  Prov.  Posen  2,  97-104.)  [3247 

Friesen,  t.,  Die  Lage  in  Sachsen  währ, 
d.  schwed.  InTasion  1706  u.  1707  n.  d.  Friede 
T.  Altranstädt,  s.  1901,  8497.  Bes.:  N.  Arch. 
f.  s&chs.  O.  23,  161  f.  Haake..  [3248 

Bosenlehnery  A.,  Zur  Restitutions- 

S[)litik  Kurfürst  Max  Emanuels  v. 
aiem  (s.  Nr.  1394).  ÜI:  Max  Ema- 
nuels Bemühgn.  bei  Frankr.  u.  Spanien 
um  Abtre^.  d.  span.  Niederlande, 
Nov.  1709-Febr.  1710.  IV:  Max  Ema- 
nuel  u.  d.  Gertruidenberger  Verhdlgn. 
Juli  1709-Juli  1710.  (Forschgn.  z.  G. 
Baiems  10,  39-81.)  [3249 

Legrelle^  A.^  La  diplomatie  franc. 
et  la  succession  d'Espagne.  T.  VI: 
La  naix  (1710-1725).  td.  2.  Braine 
le  Comte,  Zech  et  fils.  1900.  xxx, 
689  S.    20  fr.  [8250 


Ziekarseh.  J«,  Die  Eaiserwahl 
Karls  VI.  (=  1,  1  v.  Nr.  2408.)  Gotha, 
Perthes,  xuj,  187  S.  3  M.  60.     [3251 

Bussemaker,  Th«.  De  Triple- 
Alliantie  van  1717.  (Bijdragen  voor 
vaderl.  gesch.  etc.  4.  R.,  E,  168- 
271.^  [8262 

Williams^  B«,  The  foreign  policy 
of  England  under  Walpole.  (Engl, 
hist.  review.  15,  251-76;  479-94;  666 
-98.  16,67-83;  308-27;  489-51.)  [8253 

Schfiaherr,  D.,  Bienners  Biehtstitte  n. 
letste  Augenblicke.  (Schönherr,  Oesamm. 
Schrr.  8,  806  88.)  —  Ders.,  Bienners  Gattin 
u.  Kinder;  e.  Beitr.  au  d.  Kanslers  G.  (£bd. 
868-305.)  [8854 

Hamm,  F.,  Zur  Gegenreformation 
auf  d.  Hunsrück.  (Pastor  bonus  14, 
341-43.)  [8255 

Hnshacke. .  W. ,  Krefeld  zur  Zeit 
d.  preuBS.  Besitzergreifung.  Kref., 
Kramer  &  Baum.  54  S.  60  Pf.  [3256 

Herrmann,  K«,  Die  Erwerbung  d. 
Stadt  u.  Graf  seh.  Lingen  durch  d. 
Krone  Preussen  1702.  Progr.  Ling., 
van  Acken.    4°.    16  S.    60  Pf.     [3267 

Wendland,  A.,  Benedicta  Henriette, 
Herzogin  v.  Hannover.  (Zt.  d.  hist. 
Ver.  f.  Niedersachs.  1901, 1-11.)  [3258 

Hedemann,  F.  t.,  Beitrr.  z.  älter. 
G.  d.  Hauses  Holstein  -  Sonderburg. 
(Zt.  d.  Ges.  f.  schlesw. -holst.  G.  31, 
1-88.)  [3269 

Ersley^  K.,  Frederik  IV.  og  Slesvig. 
Arvehyldmffsakteme  af  1721.  (üniv.- 
Progr.)  Kj0benh.  1901.  4*.  164  S.  [3260 

Ontwasser,    K«,    Kursachsen    u. 

Erfurt  im  18.  Jh.    Leipz.  Diss.  1901. 

120  S.  [3261 

Bes.:  K.  Aroh.  f.  sftchs.  G.  88,  16Sf 
F.  Friedrich. 

Nagel.  0«,  Der  Schöppenmeister 
Hieron.  Roth.  (Forschgn.  z.  brandb. 
u.  preuss.  G.  14,  893-479.)         [8262 

Kfa6ala,  J«,  D.  E.  Jablonsky  u. 
Grosspolen  (s.  1901,  8612).  Schluss. 
(Zt.  d.  hist.  Ges.  f.  d.  Prov.  Posen 
16,  1-58.)        [8263 

Innere  Verhältnisse. 

Tronchin,  A«,  L'ätat  du  gouveme- 

ment   present  de   la  r^publique   de 

Gen^ve,   1721;  publ.  p.   £.  Favre. 

(Mämoires  et  docc.  pubL  p.  la  Soci^t^ 

d'hist.  et  d*archl.  de  Genäve  5,  208 

-84.)  [3264 

Berg,  0.,  Ordre  [t.  14.  Sept.  1780]  an  d. 

President  t.  Münchow  u.  Director  r.  Hillen, 

wie  es  mit  d.  Czon-Printsen  seiner  arbeith 


•128 


Bibliognphie  Nr.  S>65— S3S0. 


Gaitrln  sahAlUn  «tTil«  kU.  (8«1iit.  d.  Vtr. 
f.  B   d   ManiBHk  11,  lllt-11.)  [StM 

EDttner^  F.,  AubcOm  a.  d.  Schiild- 
büchem  d.  Reicbictoat  Be^naburg, 
1662-77,  (Vbdlgn.  d.Mrt.Ver.  v.Ober- 
pfali  u.  Regenib.  G3,  8Sl-6t.]  [3260 

B^rtolominB,  B.,  Ein  Qenchts- 
bucb  d.  Stedt  Fordon.  (Zt.  d.  biat. 
Gm,  Poaea  16,  189-830.)  [3267 

Liebe,  O.f  Die  KKnunerorganiafttion 
d,  Admuiistoftton  Angoit.  (Q.bll,  f, 
UÜdebtiiv  Se,  846-66.)  [8S68 

Otto,  fr.,  Die  Qrenibe^nge  d. 
Stadt  Wieeibtkden,  namentlich  d.  letzte 
T,  1686,  (Mitt,  d.  Ver.  f,  nus.  Altert,- 
kde.  190I/a,  24-29,)  [3269 

Ara^n,  M.,  La  compagnie  d'Oat- 
ende   et  le  grand  commerce  en  Bel- 

fiqne  au  d^nt  du  18,  ai£cle.    (Ann,    . 
ea  Hcieacea  polit,  16,  216-17.}  [ä2T0 
MllUiier,  A.,VermegeiL  e,  Laibacher 
HandeUmannea  ».1711.  (Argo  9,168   ' 
-70;  181-89.)  [3271    | 

SeliaBFr«'-A"l't,  6.,  Au  den  Bndgtt    ' 
ivalcr  BohuhnucbaTgaHll«!  d,  17.  Ib.;  uoh 
■It  VoniiiuidKbB[iinciluigiL  (Dt.  B.bU,  s,  71 
-8SJ  18*11 

Sekwarti,  P.,  Ein  Veranch  e, 
Regelung  d.  Armenpflege  a.  d.  J.  1 726. 
(Schrr.  d.  V.  f.  Q.  d.  Neomark  12, 
47-66.)  [3278 

Koek,  Ch.,  Zor  Q.  d.  Leibtugen- 
scbaft.  NachiT.  a.  d.  Gatern  Saitorf, 
Damp  u.  EoheuBtein.  1716-1767.  (Zt. 

d.  Gel.  f.  achleiT.-holat.  G.  Sl,  S9 
-86.)  [3274 

Frendenthal,  H.,  Die  jüdisch.  Be- 
BUCber  d. Leipziger  MesBen,  1675-1699; 

e.  Beitr.  i.  G.  d.  Juden.  (Sep.  a.: 
UonatsBcbr.  f.  G.  n.  Wiss.  d.  Jiiden- 
tuma.)  Frankf.  a.  M.,  Kaufmann. 
62  S.     1  M.  60.  [3276 

Lehmann,  E.,  Beitr.  i.  G.  d.  prenaa, 
Heerea  w&br.  d.  Begieiv.  Friedrich 
Wilhelms  I.  (Jahrbb.  f.  d.  dt.  Armee 
etc.  115,  46-69.)  —  Der*.,  E.  Boitr. 
i.  G.  d.  pr.  Eeeiea:  Denkachrül  d. 
Küraten  Leopold  v.  Deasau  a.  d,  J. 
1717,  betr.  Venit&rkg.  d,  pr.  Heeres. 
(Ebd,  113,  269-73,)  [827G 

Keller,  L.,  Der  Gr,  Kurfürat  u,  d, 
Begründg.  d,  modern,  Toleronzataatea. 
(Der  Proteatantisrnua  a.  Ende  d.  19.  Jh. 
Lfg,  10.)  Berl.,  Verl.  Wartburg,  1901, 
4°,     20  S,     1  M.  [3277 

Kb«1I,  f.,  Die  GrOndg.  d.  Solle-  i 


ffioma  u.  d.  Gyrnnanunu  d.  PiariitsB 
m  Wien,  Featachr.  d.  StaatagymaM. 
im  8.  Bez.  Wieni  1901,  1-37.)  [1278 
TrMhHl,  r.  a  K.  E«II,  HalratlHbi  ■» 
HDifarmal,   (BHlasejklop.^  invt.  ThvL,!, 


^  i«i-si.)  —  A. 

daanr.  (»bd.  I,  6 . 

Khemann,  Aob  Amt  i 


[im 


—  Kolb.   Das   Paradies  u,   d.  Uoi- 

I  veiBit&t  Tübingen,  (Ebd.  81-88.)  [3380 

flrtTtl,   W.,    Oito    ObTtmu   BazAudt: 

ITM-Sl  Pndlgn  d.  latb.  OsmtiBda  imKln^ 

'    duiB  Rtkloi  XI  üank,     (Julut    d.V«,  t  «f. 

Klnh.-O.  d.  DnfKh.  Hark  4,  IW-M,)      IS» 

HlrandoUe,  B.  N.  L.,  Lea  gal^au 
pour  cause  de  reliffion  et  la  ehariU 
wallonne  i,  Rotterdam,  (Commianan 
de  l'hiat,  dee  ^liaes  w&llonnea,  Bnlls- 
tin  8,  198-216,)  [3*81 

Jacobi,  E.,  Zur  G.  d.  Pieti<mna  in 
SohleBw.-Holstein.  (Schrr.  d.  Ter,  f 
schleaw.-hoUt. Kirch.-G,  2.B.,  Bd.», 
239-87.)  [3263 

Tollln,  H^  Salomoa  Päricaid,  d 
Eoloniaator.  (XI,2/S  v,  Nr.844S,)HaÄ|d., 
Eeinrichahofen.   88  S.   80  Pf.     [3284 


Flad«,    KIrckL    : 


[SK 


Eberleia,  G.,  Die  BcUeaisch,  Greni- 
kirchen  im  17.  Jh,  (Schrr.  d.  Ter,  f. 
Reform, -G.  Nr.  70,81-72;  Kte.)  [SSS6 

Wattelet,  H.,  Bemiache  Sprach- 
Terordngn.  (Wattelet,  Am  d.  alten 
Mnrtengobiet  II).  (Freihnrg.  G.bll.  8, 
61-61.)  [3187 

Faber,  C.  W.,  SchslkamBdtu  bal  i.  Wn- 
dars  BrCdsrn  n  Thaiui  L  K.  im  latn.  Vf«Hl 
d.  II.  Jb.  (Hin.  d.  Om.  f.  dt.  KntAn-  o. 
Sahul-Q.  11,  M7-14)  —  W.  Bekamak«,  rir- 
»rfra  f.  d.  Wltwao  b.  Iiahnr  mm  Ojkbh. 
AndnuniB  n  BUd«]wiin,  IUI  k.  1«m.  (Xbd. 

118-u.)  fun 

Walter,  F.,  Mannheimer  Sdinl- 

snstände  am  Anfang  d.  18.  Jli.  (Maui- 

heimer  Q.-bll.  8,  117f.)  [SSS* 

DIehl,  W.,  Znr  G.  d.  FnternohtB 

in  d.  Hesseu-Darmat&dt.  dt.  Schnlea 

zur  Zeit  der  Landgrafen  Ludwig  TL 

a.  Emat  Ludwig,  1661-1789.  QS3t.i. 

Ges.  f.  dt.  Erziehga.-  u.  Schnl-0. 11, 

1-88.)  [8290 

Wahrkaa,  K^  Bin  Bloub^rgar  Biätatfiitt 

*.  d.  II  Jh.  (BU.  f.  llppKob*  SdiBiitkdi.  n, 

Nr.  l.)  .  [UM 

Sebwabe,  E.,  Daa  Lrcvam  %a 
Eameni  in  d.  Oberlauaiti  tui  Zeit  f. 
Gottl.  Ephr.  Lessinge  Schfilerjabren. 
(N.  Jahrbb.  f.  d.  klaaa.  Altert,  «t«. 
10,  27-44.) [am 


Zeitalter  Friedrichs  d.  Gr.  1740—1789. 


♦129 


Hei  Bemann ,  0.^  Die  kurfürstl. 
Brandenburg.  Hof  buchdruckerei  in 
Stettin,  1678.  (Balt.  Studien  6,  177 
-91.)  [3298 

Amsperger,  W.^  Leibnizens  italien. 
Reise  1689/90  (Zt.  d.  bist.  Ver.  f. 
Niedersachs.  1901,  236-56.)        [8294 

Hfittner,  F.,  Neue  Daten  zu  d. 
Leben  d.  Genealogen  Biedermann. 
^Arch.  d.  hist.  Ver.  v.  ünterfranken 
etc.  48,  254-66.)  [3296 

Wolff.  Eng.  9  Die  Deutschen  Ge- 
eellschaften  d.  18.  Jh.  (Nord  u.  Süd 
99,  226-41.)    [3296 

Spichtig^  Pet.,  Dreikönigslied  v. 
Lungern  v.  J.  1658;  als  Seitr.  z. 
schweizer.  Litt.-  u.  Kultur -G.  zum 
1.  Male  hrsg.  v.  F.  Heinemann.  (Aus: 
Der  Geschicntsfireund.  Bd.  66.)  Luzem, 
Doleschals.  xij,114S.  1  M.  60.    [3297 

Zimmermann,  P.^  Zu  Herzog  Anton 

ülrich*s  ,3ömi8cher  Octavia."  (Braun- 

8chw.Magaz.l901,Nr.l2-14;16.)[3298 
Dieffenbacher.  OrimmelthAutens  Bedeutg. 
f.  d.  baditohe  YoUukda.  (Korr.-BI.  d.  Oe- 
•smi-Ter.  49,  193-97.)  —  F.  LftDChert.  Abra- 
ham »  S.  Clara  in  tein.  Bexiahgn.  s.  Bened.- 
Orden.  (Stud.  a.  Mltt.  a.  d.  Bened.-  n.  Cist.- 
Orden  82,  546-56.)  [S2»9 

Beaffert,  B.,  Nene  Ootttched-Litt.  (Eupho- 
rion  8,  738-61)    [3300 

Schiedermair,  L.,  Künstler-Be- 
strebgn.  am  Hofe  d.  Kurf.  Ferdinand 
Maria  v.  Baiem.  (Forschgn.  z.  G. 
Baiems  10,  82-148.)  [3301 

Hare&9  J.«  Die  Martinelli- Frage; 
Beitrr.  z.  G.  a.  Wiener-Barockbauten. 
(Mitt.  d.  k.  k.  Central-Comm.  27,  210- 
19.)  [3302 

neigmann,  0.  A«,  Eine  Bamberger 
Baumeisterfamilie  um  d.  Wende  d. 
17.  Jh.  Ein  Beitr.  z.  G.  d.  Dientzen- 
hofer.  (=  Hft.34  v.  Nr.  2330.)  Strassb., 
Heitz.  xj,204S.;  82Taf.  12  M.  [3808 

Kortüm«  Die  Bauthätigkeit  d.  kur- 
fürstl. Statthalters  Phüipp  Wühelm 
V.  Boineburg  in  Erfurt.  (Denkmal- 
pflege 8,  84-86;  48-45;  54  f.)       [3804 

BrediDi,A.,Schild6rij-prijsant6Amtterdam 
omttreeks  1664  (Oad-HollaBd  18, 181-84.)  [8305 

Hflnnichy  R.«  Joh.  Euhnau;  sein 
Leben  u.  seine  Werke.  Leipzig.  Diss. 
87  S.  [3306 

Schönherr.  D«.  Der  Zauberer 
Mathäus  Nieaerjocner,  vulgo  Hoisl, 
von  Schwaz.  (Schönherr,  Gesamm. 
Schrr.  2,  486-629.)  [3807 


Detlefsen,  D^  Ein  Beitr.  z.  G.  d. 
Bettels.  (Zt.  d.  Ges.  f.  schlesw.-holst. 
G.  31,  116-86.)  [8808 

Grössel,  J*9  Das  Eollektenbuch  d. 

Stedt  Pegau  v.  J.  1670.    (N.  Arch.  f. 

Bachs.  G.  28,  116-24.)  [8809 

Jfteobi,  B.,  Die  Ehre   d.  Waffentragena. 

(Zt.  d.  Hars-Yer.  84,  560-62.)  [3810 


7.  ZeitdUer  Friedrichs  d.  Gr., 
1740-1789. 

Hufnagel,  Zeitgenöss.  Mitt.  üb.  d. 
Ereignisse  in  d.  Hanauer  Gegend  in 
d.  2.  Hälfte  d.  18.  Jh.    (Hessenland 

1900,  Nr.  20f.)  [8811 
LncanuSy  A«  H«.  Preussens  uralter 

u.  heutiger  Zustand  1748  (s.  Nr.  1461). 
Hft.  2.  (Beü.  zu  Hft.  Vü  d.  „Mitt. 
d.  litt.  Ges.  Masovia".)  S.  126-816. 
6  M.  [8812 

Taboumely  R.,  Consid^rations  sur 
la  guerre  de  sept  ans.  Manuscrit 
in^d.  du  prince  Henri  de  Prusse. 
(Rev.  des  ätudes  hist.  1902,  Janv.- 
Fävr.)  [8818 

Janjy  Das  Gaudische  Journal  d. 
7jähr.  Krieges.  Feldzüge  1766  u. 
1767.    (=  Nr.  2565.)    Berl«,  Mittler. 

1901.  64  S.     1  M.  50.  [8814 
Bes. :  Mllit.- Woohenbl.  1903,  Nr.l4  t.  Janaon ; 

Forsch,  s.  brandb.  a.  preuss.  0. 15, 188  f.  Immioh. 

Heier  ^  P.  J«,  Die  Dörfer  Ahlum 
u.  Wendessen  im  7  jähr.  Kriege.  Aus 
d.  Pfarrarchiv  in  Amum  mitg.  (Braun- 
schw.  Magaz.  1901,  Nr.  4-6.)  —  Th. 
Reiche,  [Zeitgenöss.  Mitt.  betr.]  Gan- 
dersheim  im  7jähr.  Kriege.  (Ebd. 
Nr.  17-20.)  [8815 

Krause  9  Glieb«  Der  Bericht  e. 
Augenzeugen  üb.  a.  Zusammenkunft 
Friedrichs  d.  Gr.  u.  Josephs  H.  in 
Neisse  1769.  Gymn.-Progr.  Königab., 
Gräfe  u.  ünzer.    28  S      IM.  [8816 

Bär  9  M.9  Aus  Gralaths  Berichten 
üb.  d.  Vhdlpi.  in  Warschau  wegen 
d.  ersten  Teilung  Polens  1778.  ^Mitt. 
d.  westpreuss.  G.-Ver.  1, 27-88.)  [8817 

Heideeke,  B.^  Tableau  v.  Leipzig 
im  J.  1788.  (Leipziger  Neudrucke; 
hrsg.  V.  G.  Wustmann.  Bdchn.  DI.) 
Lpz.,  Hinrichs.  166  S.  1  M.  60.    [8818 

Korrespondenz,  Polit.,  Friedrichs 
d.  Gr.  (8.  1901,  1576).  Bd.  XXYH: 
1768;  red.  v.  G.  B.  Volz.  608  S. 
16  M.  [8819 

Heyer,  Chr.,  Briefe  [d.  Reichs- 
freiherm    Frdr.   Chr.   v.   Geuder, 


•130 


Bibliogr^phi«  Nr.  SSSO—Sl 


geoaiuit  RabeiiBteiner]  a.  d.  Zeit  d. 
erst.  BchleBiach.  Kii^et.  (HoheiuolL 
FomhKn.  Bd.  7,  ffil.  IE,  117-824. 
Bd.  8,  Hft.  I,  1-101.)  Sep.  Lpz.,  Dege. 
811  S.    6  M.  [88S0 

BMueil  des  anc.  ordonnauceB  de 
U  Belgiqae.  Becueil  dei  ordonnuicea 
des  Fa^HBas  antrichieoi  (s.  '98,8843). 
8.  Sörie,  T,  X:  1770-1774;  par  J.  de 
Le  Coort.  1901.  F0I.C68S.  26&.  [8321 

Joiepk  U.  n.  Onf  LndwEg  Co- 
kentl.  Ihr  Briefwechsel.  Elräg.  t. 
A.  Beer  u.  J.  v.  Fiedler.  Bd.  I: 
1780-64-  Bd.n:  1T86-S0.(— Nr.ie77.) 
Wien,  Oerold.  1901.  xuj,  504; 
xxvj,  641  B.     16  M.  SO.  [8822 

WltUU,   J.   W-,   Frederik   the 

Great  on  kin^r&fl  from  the  orginal 
Mb.;  with  reminiscenceH  and  Turkiah 
stories,  Lond.,  Longmans,  Green  and 
Co.  1901.  844  S.  7  sh.  6  d.  [3828 
D  B  T  ■  I  n  o  r,  Kia  •  Seluu  )>uhTlft  >at  Filsdr. 
d.  Ol.    (MUll-WosUiifal.  IM»,  Nr.  Sf.) 

EiiIenbiirfHert«reld,  Ph.,  Fürst 
wa,  Ifi  Karikaturen  vom  Hofe  Fried- 
richs d.  Gr.  (Hoheniollem -Jahrb.  6, 
187-42.)  [8824 

Koser,  R.,  EOnig  Friedrich  d,  Gr. 

(s.  IWl, 8674).  Lfg.  14.  (—Nr.  8048.) 
(Bd.  U,  417-S60     I  M.  [8826 

Wlegand,  Vf.,  Friedrich  d.  Gr. 
(Monographien  z.  Welt-0.,  hrsg.  v. 
Heyck  XY.)  Bielef.,  Velhagen  *  Kl. 
leoi.  169  S.  4  M.  (8826 

B«.:  DL  UIL-Ztg.  IMl,  Nr.  n  Ktnlnl. 

BonrdeaD,  Le  Grand  PrMäic  (s. 

1900,  3531).    T.  n.  277  S.   6  fr.   [8827 
Zorn,  Fh.,  Friedrich  d.  Gr.  a.  d. 

Deutsche  Nation,  (Zorn,  Im  Neuen 
Beich  S.  74-97.)  [8SS8 

Fe8ter,B.,Die  Baireuther  Schwester 
Friedrichs  d.  Gr.  Beri.,  Paetel.  227  S. 
4M.  Vgl.Nr.l468.  —  Der».,  Priedr. 
d.  Gr.  u.  d.  Herzogin  Friederike  Elisa- 
beth T.  Württemberg.  (Dt.  Bandschau 
110,  460-63.)  [8329 

Kriege,  Die,  Friedrichs  d.  Gr.,  hrsg. 
T.  gross.  Gen eralstabe  (a.  1901,  8676). 
Tl.  ni:  Der  7jahr.  Krieg,  1766-68. 
Bd.S:  EoÜQ.  Mit  6  Plänen  u.SHiien. 

1901.  231  S.  a.  Anlagen  84  S.  m. 
6  Tabellen.     10  M.  [8880 

Rei.  T.  Bd.  1  (Pin*  DL.  LolKutti)  B.  Bl.  t  *  S 
(Prag  n.Kolin):  roncl^n.  i.bruidb.  n.  pmu. 
O.  14,  (M-SS  B.  It,  »»-87  Immloh. 

Erbfolgekriext  Oeaterr.,  1710-48 
(a.  Nr.  1460).     Bd.  V    [Feldmg    in 


Zeitalter  Fnedricha  d.  Gr.,  ITiO— 1789. 


•131 


EDgel,  S.,  StraseburgB  Oaruieon 
■währ,  d,  Tjähr,  Krieges.  (Zt.  f.  G,  d. 
Obeirh.  17,  142-61.)  (3344 

Gmpe,  £•,  LandCTäfin  Earoline 
■V.  Hegsen  u.  Buehaweiiet,  1741-1765. 
Progr.BuchBweiler.l901.4''.10S.[8346 

MenCD)  J>f  Le  miniBtre  de  Botta- 
Adomo  danB  les  PajB-Bas  autrichiens 
peud.  U  tfegne  de  Marie  -  Thärfese, 
1749-63,  AiiTera,  Libr.  nSerland.  1901, 
[3846 


BIJi,  e.  Tai,  Bin  i 
~    -ind  19,  r  ■•■■ 


.    (Ood 
[SS4I 


8cli0dd«kopr,  C,  Herzogin  Anns 
Amalia  v.  Sachaen -Weimar  u.  Abt 
JemBalem.  (BrauiiBcbw.  Magaz.  1901, 
Nr  10.)  [3348 

SatKUHr,  KTuiBohisn  n.  Erfnrt  Im  IB.  Jb. 

BlmpAii)  W<,  Behniach,  d.  erate 
Erzieher  d.  uachinalig.  KCniga  Fried- 
rich WilbelmlU.  (HoheDzollem-Jahrb. 

6,  220-61.)  [3860 

Becker ,    P.  ^    Inowraziaw     unter 

Friedrieb  d.  Gr.    {Hist.  Monatsbll,  f. 

d.  ProT.  Posen,  2,  81-87.)  [3351 
Toll,  H.  B. ,  PrinzesBin  AueuBte 

V.  Wflrttemberff,  gest.  auf  ScMobb 
Lobde  in  EhBÜand  1788.  (Sep.  a.; 
Beitrr.  z.  Kunde  Ehst-,  Liv.-  n.  Kur- 
lands.) Reval.Kluge.  86S.  2H.    [3362 

Innere   Vtrbältniwe. 

Dentschmann.  K.,  Die  Rheinlande 
vor  d  frana.  Revolution,  Prog^.  Nen«B, 
Noack,    46  S,     1  M,  [3358 

Treffti,  1,,  Mftulbeerbaum-Zucbt 
o.  Seidenbau  in  Creuzbnrg  a,  Werra; 

e.  Tolkawirtachaftl,  Versuch  d.  18,  Jh, 
(Zt-  d,  Ver,  f,  tbür,  G,  12, 577-630,)  [8854 

EoHer,  B.,  Ein  handeUpolit.  Pro- 
gramm Friedrichs  d.  Gr,  (Hoheniol- 
lemJfthrb,  6.  270f,)  —  Deri.,  Ein 
Beiaepata  von  d,  Strassbnrger  Reise 
FriedricbB  d.  Gr.  1740,  (Ebd.  27lf.) 
—  B.  PrBmers,  Friedrich  d,  Gr.  n. 
d,  polnische  Kanunerherren würde. 
(Bist.  Honatabll.  f,  d.  Prov.  Posen  2, 
185  f,)  [8868 

Mejer,  A.,  Friedrich  d.  Gr.  u,  seine 
Artillerie;  an  d.  Hand  d,  milit&r 
Schrr.  d,  KOniga  betrachtet.  (Zt,  f 
hiat,  Waffenkde,  2,  206-14,)  —  KIT., 
Die  Fortacbritte  d.  prenss,  Artillerie 
unt,  Friedrich  d,  Gr.  (Jahtbb,  f.  d. 
dt,  Armee  etc,  112,  211-19,)       [8856 

Ollsa.  F.  T,  n,  sn.  Eine  alte  hes- 
sische Bangliste.  (Eesaenland  1901. 
Nr.  2.)  [8867 


■lllar,  Karl,  Kali«  Joiaph  IL  {BMl- 
giifljUDp,f,piot,Tti*Ql.S,9<6-;T.)  —  T.B<kaIt«, 
Job.  Nlkol-T.  HoDtbeliD.  (Bb<L8,M0-U.)  [SSM 

Oanther,  R.,  Die  erste  dt.  Liturgie 
d,  kath.  Kirche  im  ZeiUlter  d.  Auf- 
klärung. (Monatsachr,  f,  Gottesdienat 
8tc,  6,  333-40;  368-73,)  [3869 

DIelil,  TT.,  Znr  Q,  d.  Gesangbach- 
bewegung inEeBBen-Darmst.,  1771-73. 
^bd.  2a6-!7  etc.  416-18.)  [8860 

KleInwSehter,  H.,  Eine  Konsisto- 
rialverordng.  a,  d.  J,  1776.  (Zt,  d. 
bist.  Ges.  f  d.  Prov.  Posen  16,  66- 
66.) [8861 


gel 

Freihermv.Zedlitz.  (Cblf.Bibüothw. 
19,  117-20,)  [3862 

Otto,  E.,  Frau  Gottsched  üb,  Br- 
ziehg,,  Frauenberuf  u.  Frauenbildung. 
(Zt.  f,  Knltor-G,  9,  173-211,)      [3363 

CUnanItier,  E.,  Zur  G.  d,  preuss. 
VolksBcbule  unter  Frdr.  d.  Gr.  (Die 
dt.  Schule  6,  342-86;  411-B8,)    [3364 

Mkennel,  B.,  Ans  d,  Hallischen 
Schnl-G.  d.  18.  Jh,  (Zt.  f.  Philoa.  u, 
Pädag,  9.  163-73.)  [8866 

ScSftdel,  L.,  Die  Deina-KOmpfe, 

e.  Streit  um  d.  Gieaaener  Gjmn.  in 
d.  beginnenden  Aufklärungszeit,  1769. 
(Mitt,  d.  Ges.  f.  dt.  Eniehgg,  n. 
8chul-Q.  12,  67-74.)  [3866 

Beste,  J.,  Die  Landschulen  d.  lu- 
spektionSchOppenstedt  vor  160  Jahren. 
(Braunacbw.Mftgaz.l902,Nt.l.)  [8367 

Zlmmerauuui,F.,ZurQ.d.Waiaen- 
hausbuchhdlg.  in  Braunachveig.  (BU. 

f.  Bibliothw.  18,  198-208.)         [8368 

Winter,  e..  Die  Gründg.  d.  t.  n. 
k.  Hans-,  Hof-  n.  Staatsarchivs,  1749 

-1762.  (Sep.  a.:  Arch.  f.  Csterr.  Q.) 
Wien,  Gerold.  82  S.  1  M.  90.    [3869 

Hef  er  t.  Knonan,  G.,  Eine  brief- 
liche Zurechtweisung  Jobs.  Müllers 
dorcb  Lavater  a.  d.  J.  1780.  (Zürcher 
Taschenbuch  1902,  64-69.)  [3870 

Denk,  J.,  Der  Ambetger  Lokal- 
chrouist  Job.  Kmd.  V.  WiltmaiBter. 
{Vhdlmi.  d.  hiat.  Ver,  v,  Oberpfals 
n.  Rtgensb.  63,  281-806.)  [3871 

Frennd,  H.,  Aus  d.  dt  GcaellBchaft 
d.  18.  Jh.  Nach  Stammbnchbl&ttem. 
Pxojrr.  Berl.,  Qaertner.  4*.  64  S. 
1  ST  40.  [8872 

Bh.:  DI.  Mlt.-Zlg   IM»,  Ki.lO  B.BOhm* 


132 


Bibliographie  Nr.  3873—3418. 


Friedricli  d.  Gr.,  De  la  litt<§rature 
allemande  (1 780).  2.  verm.  Aufl.,  nebst 
Chr.  W.  V.  Do  hm 8  dt.  Übersetzg. 
Hrsff.  V.  Ldw.  Geiger.  (Dt  Litt.- 
denkmale  d.  18.  u.  19.  Jh.,  Nr.  16.) 
Berl.,  Behr.  u^  M  S.  IM.  60.  [8373 

CkiireiiBehrifteii  gegen  FriedrichB 
d.  Gr. :  „De  la  litt^rature  allemande''. 
Hft.  1:  JustuB  Moser  ,,Üb.  d.  dt. 
Sprache  u.  Litt."  1781;  hrsg.  v.  C. 
Schüddekopf.  (Dt.  Litteraturdenk- 
male  d.  18.  u.  19.  Jh.  8.  F.  Nr.  2.) 
Ebd.  xxvij,  81  S.    60  Pf.  [8874 

Lohre^H.y  VonPercy  zum  Wunder- 
hom;  Beitrr.  z.  G.  d.  Volkslied- 
forschung in  Deutschland.  (Palaestra 
XXn.)  Berl.,  Mayer  &  Müller,  xy,  136  S. 
4  M.   (80  S.  ersch.  als  Berl.  Diss.  unt. 

d.  Tit.  „Zur  G.  d.  Volksliedes".)  [8376 
SchaamkelLE.)  Herder  alsEultur- 

historiker  im  Zusammenhang  mit  d. 
allgem.  geistig.  Entwickig.  dargest. 
Progr.  Ludwigslust  1901.  74  S.  — - 
£•  T.  Bojanowski,  Herder  u.  d. 
Herzogin  Louise.  (Dt.  Rundschau  110, 
119-87;  278-88;  420-81.)  [8876 

Kiükl,  K.,  Leben  u.  Werke  d. 
els&ss.  Schriftstellers  Anton  v.  Klein; 

e.  Beitr.  z.  G.  d.  Aufklärung  in  d. 
Pfalz.  Straisb.,  d'Oleire.  218;  xxxj  S. 
8  M.  60.  —  Ders.,  üeb.  d.  Leben  d. 
eis.  Schriftst.  A.  v.  Klein  am  Hofe 
Karl  Theodors  v.  d.  Pfalz  u.  seine 
Beziehgn.  zu  Wieland,  Schubart, 
Schiller  etc.  Strassb.  Diss.  99; 
jx  S.  [8877 

Bm.:  Di.  Litt  -Ztg.  1902,  Nr.  18.  E.  Martin. 

Goethes  Briefe.  Ausgew.  u.  in 
chronolog.  Folge  mit  Anmerkgn.  hrsg. 
V.  E.  V.  der  Hellen.  Bd.  I:  1764- 
1779.  Bd.  H:  1780-1788.  (Ck)ttasche 
Biblioth.  d.  Weltlitt.)  Stuttg.,  Cotta. 
1901  f.  814;  882  S.    ä  1  M.         [3878 

Bes.:  Dl Litt.-Ztg.  190S. Kr.  16  Witkowtki. 

Goethe-Briefe*  Mit  Einleitgn.  u. 
Erläutergn.  hrsff.  v.  Ph.  Stein.  Bd.  I: 
Der  junge  Goethe,  1764-1776.  Bd.H: 
Weimarer  Sturm  u.  Drang,  1776-1788. 
Berl.,  Eisner.  1901  f.  xyj,  804;  xyj, 
812  S.    ä  3  M.  [8879 

Bes.:  Dt.  Litt  -Ztg.  190S,  Nr.  16  WitkowtU. 

Goethe  u.  Layater.  Briefe  u.  Tage- 
bücher; hrsg.  V.  H.  Funk.  (Schrr.  d. 
Goethe-Ges.  Bd.XVI.)  Weimar,  Goethe- 
Ges.  1901.  x;j,  448  S.,  4  Taf.    [3880 

Heti,  P.  D.,  Pfsrrer  J.  0.  LavAter,  ge- 
■child.  T.  tein.  Kollegen  u.  AintB-N»chfolger 
8»lom.  Hess.  (ZOrcher  TMOhenb.  190?,  91 
-111.)  —  H.  Efcher,  L»T»ter  a.  d.  Baoher- 
oensur.  (Ebd.  132-i5.)  —  P.  Beck,  LarsUrs 


Besiehgn.   sa   Schwaben.     (Diftfeeensrrh   t. 
Sohwaben  M,  8S-50.)  [S381 

Eckermmiuiy  J*  P«,  Gespr&che  mit 
Goethe  in  d.  letzt.  Jahren  sein.  Lebeu ; 
hrsg.  T.  A.  B  a  rt  e  1 8.  Lps.,  Diederiehi. 
1901.  xxjv,  490;  668  S.    6  M.    [8382 

Barggraf.  J«,  Goethe  u.  Schiller. 
Im  Werden  d.  Kraft.  Stuttg.,  Krabbe. 
468  S.    5  M.  [8SSS 

Bes.:  Dt -er.  BIL  S7.  48S-501  Beinthalar. 

Morris,  M«,  GK)ethe-Stadien.  S.Teim. 
Aufl.  Berl.,  Skopnik.  340;  897  8. 
6  M.  [8384 

Siebeck  9  H.,  Groethe  als  Denker. 
(Frommanns  Klassiker  d.  Philos.  XY.) 
Stuttff .,  Frommann.  244  S.  2M.50.  [3886 

Ankermanii,  B«,  Goethes  Stellang 
zum  Christentum.  Königsb.,  Beyer. 
26  S.    60  Pf.  [8386 

Sclineider,  Ferd»,  Schillers  Ent- 
wicklungsffang  u.  d.  Bedeutg.  d. 
Kenntnis  derselben  f.  d.  YorstaAdnis 
seiner  Werke.  Progr.  Friedebezg, 
Kohlschmidt  4^  60 S.  IM. 80.  [8887 

Bes.:  Dt.  Idtl-Ztg.  190i,  Nr.  21  Jobm. 

BrftiBy  J.  W.,  Cbristophine ,  Seldllcn 
LieblingMchweeter;  e.  Ijebeaabild.  Beri, 
Stohn.   1901.   xsj,  192  S.    2  M.  [SSfti 

Weltricli)  Neuaufgefundene  Briefe 
Herzfelds  an  Schiller.  (BeiL  i.  Allg. 
Ztg.  1901,  Nr.  288.)  [8889 

Liehtenberg'g  Briefe;  hrsg.  v.  A 
Leitzmann  u.  C.  Schüddekopf 
(s.  1901,  8628).  Bd.  11:  1782-89.  jx, 
419  S.    10  M.  [8890 

LandsholTy  L«,  Joh.  Rudf.  Zum- 
steeg,  1760-82;  e.  Beitr.  z.  G.  d. 
Liedes  u.  d.  Ballade.  BerL,  S.  Fischer. 
214  S.    6  M.  [8891 

Friedlinder,  E.,   Etats   d.  Kgl. 

Hofkapelle   1750   u.   1756.     (Hohen- 

zollem-Jahrb.  5,  272-76.)  [889S 

Wolter,    O.   F.   W.    OroeemaiiB,    a.  Kr. 

«621.  [; 


Seidel,  F^  Zur  G.  d.  Kunst  unter 
Friedrich  d.  Gr.  I:  Geo.  Frdr.Schmidt» 
d.  erste  Illustrator  u.  Drucker  Fried- 
richs d.  Gr.  H:  Die  Prunkdosen 
Friedrichs  d.  Gr.  (HohenzoUem-Jahrb. 
5,  60-86.)  [8894 

Trantmann,  K.,  Nachr.  von  d. 
churbaier.  Hofbildhauer  u.  Modell- 
meister Domin.  Aulizeck.  (Altbaier. 
Monatsschr.  2,  25-30.)  [8895 

Willy  €.,  Briefe  u.  Aktenstdcke 
üb.  d.  Erbauung  d.  Stütskirche  sa 
Neresheim  durch  Balthas.  Neu- 
mann.  (Arch.  d.  bist.  Ver.  v.  Unter- 


Zeitalter  der  franzOBischen  Revolution  und  Napoleoni. 


•133 


franken  etc.  43,  1-26.)  —  Dere., 
Schreiben  d.  Duo  de  Silva  Taroocft 
i.  Anftr.  d.  Kaiserin  Maria  ThereBia 
an  Neomamt,  (Mitt.  d.  Ter.  f.  G.  d. 
Dt.  in  Böhmen  10,  280-86.)       [3396 

Obaer,  K.,  Zur  O,  d.  Eailsnilier 
OemUdegalerie:  FranfoiB  Boucher  u. 
Harkgräfin  Earolioe  Luise,  (Zt.  f.  0. 
d.  Oberr.  17,  381-89,)  [3897 

Haoptmann,  F.,  Das  Innere  d, 
Bonner  SchloBBea  zur  Zeit  Clemens 
Augngta.  (Bilder  a.  d.  0.  v,  Bonn. 
Xm  Bonn,  Hauptmann.  1901.  Se8,j 
Ta^    1  M.  60.  [8396 


Herrickt,  Th.«  Aberglauben  im 
18.  Jh.  (Miti  d.  Ter.  f.  sächs.  Vollca- 
kde.  2,  261-64.) 


[8399 

8.  ZeUaJter  d&r  franxöstachen 

BevoUMon  und  Napoleon», 

1789-181S. 

Thlöbftiilt,  de,  Memoiren  aus  d. 
Zeit  d.  franE,  Revolution  q,  d,  Kaiser- 
reichs;bearb.  in  SBdn.  V.F.Mangold. 
rtlemoireabibliothek.  N.  S.  Bd.  I-ID.) 
Stattg.,  LaU.    IQ,  347;  888;  384  S. 

i  6  M.  rs^oo 

SerapUm,  A.,  Briefe  Otto  Herrn, 
T.  d.  Hovrens,  1793-98.  (Batt.  Monata- 
■chr,  Bd.  47  u,  49.)  —  Dera..  Aus 
d.  Berichten  d,  Konsuls  Immermaun  in 
Libau,  1784-96.  (Ebd.  61,46-64.)  [8401 

Kranabar,  K.,  Katastrofa  Ear- 
gowska.  (Die  Katastrophe  v.  Karge; 
Episode  a.  d.  2.  Teilg.  Polens  1793.) 
(noczniki  towarsystwa  przjjaciöl 
nauk  Poznaf  skiego  87, 819-26.)  [3408 

Bu.:  HIR.  HoDUibll.  t.  i.  PioT.  Poisn 
I,  ISSf  VuHlianar. 

Klrehehen,  F.,  Bibliogr.  Napo- 
leons. Berl., Mittler.  1S8S.  6H.  [3408 

B«i.:  BtTolnL  bkDg,  41,  Mlf.  Anluni. 

TlUten,  L.  de,  Dome  aus  de 
campagne  1794-1806.  Lettres  k  M, 
Anbton.  (Nouv.  revue  retrospect,  1901, 
AYril— Döe^  [3404 

Hardr,  Jean  (O^näral),  Correspou- 
dance  intime  de  1797  ä  1602;  reo.  par 
le  g^n^ral  Hardy  de  Färini.  Paris, 
Plön.  1901.  XV,  809  S,  3  &,  60.  [3406 

Reinhard,  (Chrlstliie)  Madame, 
Lettres  ä  sa  m6re  1798-1816;  trad, 
de  l'allemand  et  pnbl.  ponr  la  Soc. 
d'hist.  contemp,  par  la  baronne 
de  Wimpffen.  Paris,  Picard.  1901. 
wvij,  629  S.  _      [8406 


.  ■,  lOS-M  C 


t,Ht.  i  F.Pdcb.i  BäT. 


iHler,  A.,  179S  u.  1799.  Mitt  a. 
d,  Memoiren  Rektor  Trolls.  (Nen- 
jabrsblatt  d.  HülAgeaellBchafl  v.  Win- 
terthur:  1902.)  Winterth.,  Kieschke. 
60  S.    a  M.  [3407 

Kraus,  J.,  Ein  Bericht  flb,  Ter- 
hdlgn.  am  pfalzbair.  Hofe  v.  J.  119ä. 
nfonatsschr.  d.  Frankeuthaler  Altert- 
Ver.   1902,  Nr,  S-)  [3408 

Qi*ll«a  I.  Q.  d.  ZslUlMn  d.  fnu.  Ba- 
TolBtlao,  bng.  >.  H.  Batttt,  :  190S,  IMfi. 
B».  T.  Tl.  I,  Bd.  1  IL  t:  mtl.  d.  iDil.  f. 
BlUrr.  a.  n,  tVI-U  r.  Zwlsdineok;  BiTolBlloa 
fiKD«.  *},  5iS-5I  Bonrlei.  Bu.  t.  Bd.  9: 
HUt.  Julub.  «S,  imr  Kelitoi;  BsU.  i.  Allg. 
Ztg.  tWH,  Nr.  91.  [MOJ 

ToMer,  G.,  Einige  Briefe  v.  Peter 
Ochs  a.  d.  J.  1799.  (Basler  Zt,  f. 
O.  1,  261-68.)  [3410 

Ciiste,üngedr.Briefed.EisherzoK8 

Carlüb.d.FeIdzugl800.(Mitt.d.k.u.k. 
Kriegs- Archivs 8. F.,  Bd. 1, 1-89.)  [341 1 

Krämer,  J.,  Die  Reichsabtei  Wein- 
garten 0.  S.  B,  im  franz.  Ueberfall 
1800/1601;  Tagebuch  (s.  1901,3689). 
Forts.  (Diözesanarch,  v.  Schwaben  19, 
170-72 ;  187-91.20, 64-67 ;  93-96.)  [3412 

FrejBtedt,  K.  t.,  Erinnergn.  a.  d. 
Hofleben.    Hit  2  BUdem  d.  Mark- 

rfin    Amalie   v.    Baden;    brag.    v. 
Obser.    Heidelb.,  Winter.    1901. 
ivj,  234  S.    6  M.  [8413 

Bm.:  ai(t.  VlertalJ.iahr.  &,  t04  BoIoB. 

Bseher^  C,  Erinner^.  a.  d.  Epoche 
d.  BeHchiesanng  Zünchs  durch  d. 
Truppen  d.  Generals  Andermatt  i.  J. 
1602.  (Zürcher  Taschenbuch  1902. 
70-91.)  [8414 

Stenger,    Wie     d.    Hünsterland 

SreuBsisch  wurde.  Ein  lOOjahr.  Ge- 
enkbl.  a.  d.  Tagebuch  e.  geistlich. 
Herrn,  (Jahrb.  d.  Ter.  f.  ev.  Eirch.-G. 
d.  Orafsch,  Mark  4,  6-16.)  [8416 

Doebner,  B.,  DenkachriftDohm's 
üb.  d.  Zustand  d.  Hochstiftes  Eildes- 
heim v.  Mlrz  1803.  (Doebner,  Studien 
z.  hildesheim.  G.  S.  161-69.)  [341S 
Altmann,  K^  Die  Franzosen  in 
Tümitz  1806,  (BU.  d.  Ter.  f.  Ldkde. 
V,  Niederösterr.  86, 638-42.)  —  Ders,, 
Desgl.  1609,  (Bbd,  643f.)  —  Ders., 
Desgl.  in  Anaaberg  1806  u.  1809. 
(Ebd.  644-84.)  —  Ders.,  Zur  Q.  v. 
Annaberg  1806  u.  1809.  (Ebd,  664-66.) 
—  Ders.,  Die  Franzosen  in  Gresten 
1800-1801.   (Ebd.  6G6-69.)  [341T 

[ZallganOiiUel»  Bericht«  It«,] 

BleHnbeck,  t.,  Aus  d.  Kriege 
1807-14;  Anfzeichngn.  e.  d&nisch.Of- 


•134 


Bibliographie  Kr.  8418— SiSB. 


fizien.  (Jahrbb.  f.  d.  dt.  Armee  et«, 
lli,  40-57;  171-89;  2^6-306.)     [3416 

BalUen,  P.,  Die  Tertaandtim.  in 
Tilrit,  1807;  Bnefwechiel  Kg,  Fried- 
rich WUhelma  III.  n.  d.  EOnigin 
Laiae.  (Dt.  Rundschau  110,  iy-«A; 
1<J»-221)  [3119 

Spleiiif ,  W.  F.,  Enne  En&hlg. 
d.  Einn&hme  d.  Intel  Helgolaud  u. 
d.  Betrageni  d.  Engell&nder  dMelbei 
(Zt.  d.  Oea.  f.  ichlecw. -holst.  G.  Sl, 
l»7-807,)  [3420 

Somnerfeldt,  0.,  Am  d.  Peten- 
barger  GeiandtichÄftBberichteD  d. 
Grafen  Heinrich  v.  Lehndorff, 
1808.  (Hitt.d.lDBt.f.<MeiT.G.fonchg. 
28,  293-300;  876,)  J8421 

Somnerfeldt,  Q.,  üngedr.  Briefe 
d.  EOoigin  LoiBCT.  J.  1808.  (BeU. 
zu  Nr.  607  d.  Abend-AoHg.  d.  Oet- 
prenss.  Ztg.  t.  29.  Dei.  1900.)    [3422 

Heimke,  H.,  Tagebuch  d.  Egl. 
weitÜÜ.  LeutD&nts  F.  L.  Wagner  a. 
d.  Jahren  1809-1813.  (Jahrbb.  f.  d. 
dt,  Armee  etc.,   III,  198-221.)   [3423 

MetiBch- Reich  enbaeh.C.  t.,  Briefe 
Bäclw.  Of^iiere  a.  d.  Kriegsjahren 
1809  u.  1812.  (N.  Arcb.  f.  B&chs.  Q, 
23.  100-109.)  [8424 

Schmidt,  Ldir>,  Die  Oesterreicher 
in  Dresden  1809;  e.  zeitgenOasiBcher 
Bericht  (Dresdner  G.bU.  1902,  73 
-SS^  [8426 

Khall,  F.,  Jugend-  n  Eriegi- 
Eriunergii.  Jon.  B.Türks,  Leiters  d. 
Landesverteidigung  in  E&rnten  ISOQ. 
Gymn-Progr.  Graz.  1901.  28S.  [3426 

Stmeoner,  k.j  Schtiftl.  Nachlau 
d.  Lande Bverteidigers  Joh.  Thnrn- 
walder;  Aqb  d.  Tiroler  Befreiungs- 
kriegen (s.  1901,  S63S).  Tl.U.  Progr. 
Znaim.  1901.    82  S.  [3197 

Belset,  Vicomte  de  (Lieutenant 
gänäral),  Souvenirs.  T.  11:  1810  [Hai 
1809t]-1814,  Paris,  Calmann  Lävy. 
1901,    691  S,    7  fr.  60.  [842B 

Bu  :  Ann.  da  l'Ktt  IS,  186-88  Bche>U. 

Krieger,  B.,  Ein  Brief  d.  Prinzeuin 
Friederike  t.  Solm»  üb.  d.  Tod  ihrer 
SchweBtor.derEOnigin Luise.  (Uohen- 
zolleru-Jahrb.  6,  2e9f.)  [84SS 

ABter,  F.,  Napoleon  in  Dresden 
1812  Q.  181B;  a.  d.  Fnuu,  flbers.  u. 
erl.  (Dre»dner  G.hU.  1902,  Bd.  m, 
a.  86-98.)  [3480 


[n.b 


r.  Bot.  BttroipHt.     Jg. 


Briefen  en  gedenkschrift«ii ;  nitg.  dw 
H.  van  Hogendorp,  Dl.  V:  1811- 
Hurt  1816.  b'  Oraveuh.,  Kijhoff  » 
626  S.  6  Q.  26.  [iU 
Srkilli«,  KOnlgibars  n.  Oiipmiii»  i 
Ti«  buch    t    IBOI,  MI 


tat.    SnrnphlBii    I 


UtL-zt«.  i«a,  ifi. : 


islr  In 


[Ml 
Kalitcrlin,  Dia  ScUubl  b.  HkBMH ;  Bsid 

Bob«,  J.  H.^  Sir  Hudson  Loa 
and  the  beginningz  of  Uie  caTUpiig 
of  1816.  (English  hiat.  reriew  II 
617-27.)  [SU 

[Bil*f*  T.  BiaahB-,  QnalHBan  •«.] 
HollkaBSea,   F.,    Napoleons  To 
im  Spiegel  d.  zeitgenOuiach.  Prm 
u.  Dichtg-    Frkf.  a.  M.,  Diesterwef 
IIB  8.   3  M.  isu 

Bw.:  Uli  CM.  IMl,  Nr.  tS  A.  F 


- Ja,  Ifl,  Nr. 

U  JbU  b.  Aag.  ISOO  «MUT,  HuiukripM.] 

HofeDdorp,    GUsb.    Kar.   tu, 


lwl*41aMk-8i4aBh*r*t,  DlQ.t.  iLAiOt^ 
i.  «)un  bla  >.  Bniehlg.  d.  Baaan  KalaamU 
isat-n.  Bd.1:  ZaItd.Rh*iiibiiBd«a.Ortid| 
d.  dl  Bund«.  BaM.:  KUL  Jkhib.  U  Illl 
Meiitar.  nu 

StiBshclB,  K.,  Preuasens  FoUti] 
in  Ansbach -Bayreuth  1791-1806 
(—  Hfl.  88  V.  Nr.  2407.)  BerL.Ebering 
430  S.    11  M.  20.  [SU' 

LaJoaqnUre,  C.  de,  La  batailli 
de  Jemappes.  Paris,  Chapelot.  269  3 
u.  S  Etn.    6  fr.  [USi 

Bai  :  Ma-Lltt-Zl«.  IMH  Nt.  t. 

WaU,  Wechsel  d.  Anuchten  ab. 
d.  Politik  d.  dt.  H&chte  im  eist« 
KoalitioDskriege.  (Eorr.-Bl.  d.  Gesamt 
Ver.  60,  42-440  [MM 

Colin,  J.,  CampagDe  de  1793  se 
AJsace  et  dans  le  PalatiiiaL  (PuU. 
eous  la  direct.  de  la  section  bist  it 
l'ätat-miuor  de  l'annto.}  T.  L  (Sep. 
a. ;  Bev.  d'hist.  r^ig^e  k  r^tat-Hajoi 
de  l'aimäej  Paris,  Chapelot  t  Co 
668  S.  u.  Karten.    12  fr.  [344C 

Bai. :  BaT.  d'biil  niKUnia  B,  Btt-fiO  (Jana 

Candrllller,  H.,  Le  aibge  de  Haj- 
ence  du  IG.  oct.  1T94  an  29.  od 
1798,  (La  IWvolut.  fraof.  1901, 14,  dfc 
et  14.  jauT.  1902.)  [SUI 

Lottln,  ün  chef  d'äUt  niiuoT  woa 
la  Hrolution:  Le  g^nätal  de  Bül; 
d'apr^B  sa  correspondance  et  Mi 
papiere.  Paris  et  Nancy,  Betger 
Levrault.  1901.  x,  209  S.   6  fr.  [Mti 

Bai.:  Ba».  d'hiil.  m-d.  a.  tOl-S  Ctm 

Daudet,  £.,  La  coigntation  dt 
Piche^ru  et  les  complots  rojaliiM 
du  Midi  et  de  TGst  17SG-97  FiM 
Plön.  1901.  xiJT,8S98.   7^.60.  iSiU 

B«.:  Dl.  LW-Ztc  laot,  Mr.  at  Ht»r. 


Zeitalter  der  französischen  Revolution  und  Napoleons.  *135 


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Verrat  i.  J.  1795.  (Mannheim.  G.bU.  3,  50- 
67.)  [3443  a 

Sorel,  A.,  Les  negociations  avec 
TAngleterre  en  1796.  (Journal  des 
savants  1902,  121-34.)  [:U44 

Blatter,  A.^  Stimmungsbilder  a.  d. 
Zeit  d.  helvet.  Revolution.  (Appen- 
zell. Jahrbb.  3.  F.,  Hfb.  13,  152-56.) 
—  Der 8.,  Die  Appenzeller  Miliz- 
truppen i.  J.  1799.  (Ebd.  117-44.)  [3445 

Hüffer.  H.,  Der  Feldzug  d.  Eng- 
länder u.  Russen  in  Holland  im  Herbst 
1799  u.  d.  Stellung  Preussens.  (Hist. 
Viertelj.schr.  5, 161-95;  347-86.)  [3446 

Koolemans  Beijnen,   G.   J.  IV.. 

De  twee  zendingen  van  den  generaal 

Don  uit  het  Engeische  hoofdkwartier 

in  Noord-Holland  1799  naar'  's  Gra- 

venhage.     (Handelingen  etc.  van  de 

Maatschappij    d.  Nederl.    letterkde. 

te  Leiden  1900/01,  130-60.)         [3447 

HolzhftDsen,  P.,  Stimmungsbilder  a.  d. 
Tagen  v.  Lanörille.  (Sonntagibeilage  z.  Yos- 
sisch.  Ztg.  1901,  Nr.  18f.)  —  Ders  ,  Vor  100 
Jahren.  Aus  d.  Tagen  d.  Friedens  t.  Amiens. 
(£bd  SonnUgsbeil.  Nr.  IS  zu  Nr.  139  v. 
23.  März  1902.)  [3448 

Tgchumi,  O.9  Die  Mission  d.  hel- 
vetisch. Gesandten  B.  G.  I.  v.  Dies- 
bach  in  Wien  1802.  (Arch.  d.  hist. 
Ver.  d.  Kant.  Bern  16,  239-402.)  [3449 

Alombert,  P.  ۥ  u.  J.  Coliu,  La 
campagne  de  1805  en  Allemagne. 
Publ.  sous  la  direct.  de  la  section 
hist.  de  rfitat-major  de  Tarm^e.  T.  I. 
Paris:  Chapelot  &  Co.  754;  156  S. 
20  fr.  [3450 

Bez.:  Milit.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  7. 

Filek  T.  Wittinghaasen,  E.9  Auster- 
litz.  Eine  hist.  Studie.  Progr.  Brunn. 
1901.     14  S.  [3451 

Saazej^   Les  Allemands   sous  les 

aigles  francaiaes.  Essai  sur  les  troupes 

de  la  Confed^ration  du  Rhin,  1806- 

14.    T.  I:  Le  r^giment  de  Francfort. 

Avec  une  preface  de  H.  Houssaye. 

Paris,  Chapelot.  jx,  119  S.  6  fr.   [3452 

Grenadler-BataillOB,  Das  kursächs.,  ,.Ant 
dem  Winkel'*  bei  Jena.  (Jahrbb.  f.  d.  dt. 
Armee  etc.  118,  89-42.)  [345$ 

Krieger,  B«,  Napoleons  Aufenthalt 
in  Potsdam  u.  Berlin  1806.  (Sonn- 
tagsbeil, z.  Vossisch.  Ztg.  1901,  Nr.  34 
-36.)  [3454 

Petre,  F.  L.,  Napoleon's  campaign 
in  Poland  1806-7;  a  militair  history 
of  Napoleon's  first  war  with  Russia. 
With  maps  and  plans.  Lond.,  Low, 
Marston  &  Co.  1901.  xxirj,  839  S. 
10  sh.  0  d.  [3455 


Wiese  u.  Kaiserswaldaa,  H.  y., 

Friedrich  Wilhelm  Graf  v.  Goetzen, 
Schlesiens  Held  in  d.  Franzosenzeit 
1806-1807.  Nach  sein,  eignen  Anf- 
zeichngn.  u.  handschriftl.  Quellen  dar- 
gest.  Berl,  Mittler  &  S.  x,  286  S. 
6  M.  [^3456 

Rossi,  F.  de,  II  reggimento  itali- 
ano  „Cacciatori  Reali*'  nella  cam- 
pagna  del  1807  in  Germania.  (Estr. 
dalla  Rivista  di  Cavalleria.)  Roma 
1901.  [3467 

Sommerfeldt,  O.^  Aus  d.  Fran- 
zosenjahre 1807.  I:  3  Miszellen  auf 
Grund  archival.  Materials.  11:  Die 
Schlusskatastrophe  b.  Königsberg  v. 
Juni  1807.  (Altpreuss.  Monatsschr. 
38,  568-603.   39,  168-89.)  [3468 

Inh.  T.  1 :  1)  Das  Treffen  b  Heilsberg  22.  Febr. 
1^07;  2)  Die  2.  preuss.  Dragonerbrigade,  ge- 
nannt Brigade  v.  Lange;  3)  Trappenbriwegan- 
gen  bei  Wittenberg,  Soldaa  n.  Neidenburg  in 
d.  Zelt  nach  d   Tilsiter  Frieden. 

Loebelly  A.  y..  Ein  Ehrendenkmal 
f.  d.  Verteidiger  v.  Danzig  1807.  Nach 
d.  Tagebüchern  von  v.  Loebell  bearb. 
Berl.,  R.  Schröder.  141  S.,  2  Ktn. 
2  M.  [3459 

Rmz.:  Mitt.  d.  westpreuss.  O.-Yer.  1,  S9-41 
O.  Ottnther. 

Rose.  J.  H«9  A  british  agent  at  Tilsit. 
(English  hist.  rev.  16,  712-18.)    [3460 

Martinet^    A.^   J^röme  Napoleon 

roi  de  Westphalie.  2.  ^d.  Paris,  Ollen- 

dorflf.    xxj,  287  S.     7  fr.  50.       [3461 

KftiB«nberg,  t.,  KAnig  J6r)n)e,  s.  1901, 
1722.  Re«.:  Braansohw.  Magaz.  1901,  Nr.  Sf. 
Mack.  [8462 

Zorn,  Ph.,  Stein  u.  d.  Reform  d. 
preuss.  Verwaltg.  (Zorn,  Im  Neuen 
Reich  S.  209-26.)  [3468 

Balagnj,  Comte,  Campagne  de 
Temper.  Napoleon  enEspagne,  lö03-9. 
T.  L  Paris,  Berger -Levrault.  xnj, 
486  S.    12  fr.  [8464 

Ringlschwendtner,  H«,  Ant.  Wall- 
ner, Salzburg.  Schützenmajor  1809. 
(Mitt.  d.  Ges.  f.  Salzb.  Ldkde.  41, 
105-88.)  [3466 

Yoina,  Otetchestvennaia,  1812.  (Der 
Nationalkrieg  v.  1812.)  St.  Petersb., 
Comit^  hist.-mil.  de  TEtat-major.  1901. 
419  S.  [3466 

KharlieTitch,  Y.,  Yoina  1812  g. 
(Der  Krieg  v.  1812.)  Yilna,  Acad. 
Nicolas.    1901,  252  S.;  11  Taf.   [3467 

Fabrj,  6.,  Campa^e  de  Russie 
1812  (8.  1901,  1730).  T.  ni:  Opera- 
tions militaires  (1-10  aöut)  Smolensk. 
xzjx,  614;  219S.;  2  Ktn.  18  fr.    [3468 


Histor.  Vierteljahrschrilt.  1902.  4.    BibUographie. 


10 


136 


Bibliogrraphie  Nr.  3469— S582. 


Labeandorl^re,  J*  P*  de,  La  cam- 

pagne  de  Russie  de  1812,  avec  les 

appr^ciations  des  principaux  ^crivains 

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Kleiner.     184  S.  [3469 

George  9  Nspoleont  inTMion  of  Basd»,  •. 

IMK),  1781.    Bes.:   Engl.  biet,  reriew  1&,  $91- 

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George.  H.  B.,  Public  opinion  at 
Paris  dunnff  the  Russian  Campaign, 

1812.  (English   hist.    rev.    16,    613- 
16.)  [3471 

Ebsteiii,  W.«  Die  Krankheiten  im 
Feldznffe  geg.  Rassland  1812;  e.  ae- 
schichtl.-memz.  Studie.  Stuttg.,  Enke. 
82  S.;  Kte.    2  M.  40.  [^3472 

Schaff,  6.  A«,  Die  kgl.  sächsische 
Brigade  v.  Klengel  in  Kobrin  vom 
24.-27.  Juli  1812.  Dresd.,  Damm.  1901. 
54  S.  [3473 

Weil,  H«,  Le  prince  Eugene  et 
Murat  1813-14;  Operations  milit.  et 
diplom.  (s.  Nr.  1593).  T.  III.  695  S.; 
Ktn.    10  fr.  [3474 

Friederich^  Die  Auffassung  d.  stra- 
teg.  Lage  seitens  der  Verbündeten 
am  Schlüsse  d.  WaflPenstillstandes  v. 
Poischwitz  1813.  (Beihft.  z.  Milit.- 
Wochenbl.  1902,  1-28;  Kte.)      [3476 

Zwiedineck-Sftdenhont,  H.  t., 
Die  Ostalpen  in  d.  I^Vanzosenkriegen 
(8.  1900,  3666).  Tl.  IV:  Der  Feldzug 
V.  1813.  (Zt.  d.  dt.  u.  österr.  Alpen- 
vereins 32,  69-99.)  [3476 

Yerhalten,  Das,  Napoleons  L  nach 
d.  Schlacht  v.  Dresden  währ.  d.  Rück- 
zuges d.  Hauptarmee  bis  zum  80.  Aug. 

1813.  (Jahrbb.  f.  d.  dt.  Armee  etc. 
122,  362-76;  463-72.)  [3477 

Sabron,  F.  A.  H«,  De  vesting  Go- 
rinchem  van  Nov.  1813  tot  Maart  1814. 
Bewerkt  onder  toezicht  van  den  chef 
van  den  generalen  staf.  Breda:  Kon. 
Milit.  Acad.  (P.  B.  Nieuwenhuis).  10; 
163  S.;  3  Ktn.     2  fl.  26.  [3478 

Heigel,  K.  Th«,  Der  Kongress  v. 
Ch&tillon.  (Heigel,  Neue  geschichtl. 
Essays.     S.  239-60.)  [3479 

LemmL  F.,  La  restaurazione  austri- 
aca a  Milano  nel  1814.  Bologna, 
Zanichelli.     661  S.     6  L.  [3480 

Bognslawski,  y.  u.  y.  Lettow- 
Torbeek,  Zur  Auffassung  d.  Feld- 
zuges V.  1816.  (Milit-Wochenbl.  1901, 
Nr.  69.)  [8481 

Pflngk-Hartniig,  y«.  Die  Verhand- 
Ign.  Wellingtons  u.  Blüchers  auf  d. 
Windmühle  bei  Brye  16.  Juni  1816. 
(Hist.  Jahrb.  28,  80-97.)  [8482 


Zeiger,  F.,  Der  Anteil  d.  ,, 
zemer-Kontingentes  am  Feldzug 
allierten  Mächte  geg.  Napoleon  1. 1 
(Geschichtfifreund  56,  179-862.)  [l 

Lang,  R.,  SchafiThausen  in  d. 
volntionszeit,  1798-1818.  (Fest« 
d.  Kant.  Schaffh.  z.  Bundesfeier  1 

s.  627-98.)  ra 

Uandriek«  F.,  Die  Einverleib 
d.  bemisch-freiburg.  Vog^tei  Schi 
zenburg  in  d.  Kanton  Bern.  iF 
bürg.  G.bll.  8,  69-89^  [i 

Ueinachmidt,  k.,  Baiem  u.  H« 
1799-1816.     2.   erw.  Aufl.   m.   2 
gistem.     BerL,  Rade,     xxjy,  861 
6  M.     Vgl.  1901,  1751.  [a 

Bes.  d.  1.  Aufl.:  HMtonUnd  1901,  1 
Armbnut. 

Eid,  L«,  Rosenheim  Tor  100  Jah 
(Das  baier.  Oberland  am  bin.  J( 
Hfl.  1,  S.  vij-xviq.)  [3 

Tnrqaan,  J«,  Eine  Adoptivtcd 
Napoleon  I.  Stephanie,  Groesherzc 
V.  Baden,  üebertr.  v.  O.  Marsch 
V.  Bieberstein.  Lpz. ,  Schmidl 
Günther.  192  S.  3  M.  60.  Vgl.  11 
3084.  [3 

Oass,  J«,  Mutzig  in  d.  Bevc 
tionszeit,  1789-1804;  e.  Beitr.  z.  eis! 
Revol.-G.  Strassb.,  Le  Rooz.  1(H 
80  Pf.  [8 

L^yy-Selineider,  L..  Les  habiU 

de   la   rive   gauche   ou   Rhin  et 

France  sous  le  premier  empire.   (. 

volutionfran9.42,148-66;288-59.)[8 

Mfiller,  Aevld.,  Der  „Bergiaohe  Hi 
Ferdin.  Stuoker  r.  weyerbofE.  (Monateohi 
b«rg.  O.-Yer.  190S,  6-Sl ;  26-42.)  [9 

Froin.R«,  Die  jongelingigaren ^ 
G^jsbertKarel  van  Uogendorp.  rFrui 
verspreide  geschriften  5,  289-847.) 
Ders.,  Gg^>ert  Karl  van  Hegend« 
in  Nov.  1813.     (Ebd.  348-97.)     [8^ 

ArmbruBt,  L«.  Melsungen  zur  w< 
fälisch.  Zeit.  (Zt.  d.  Ver.  f.  hess. 
26,  1-80.)  [8^ 

Kleinsclunidt,  A.,  Prinz  Karl  K 
stantin  v.  Hessen-Rothenburg.  ^ 
81-162.)  [8^ 

Clans,  H.,  Erinnergn.  an  äzi 
lungen  meines  Vaters.  (Mitt  an 
Mitglieder  d.  Ver.  f.  hess.  G.  19 
91-96.)  [Bi 

Baillen,   F.,   Königin   Luise 
Braut.  (Hohenzollem-Jahrb.  5,  l-Z 
—  F.  de  Bas,  Friederike  Luise  Vf 
helmine,  Prinzessin  v.  Preoss.,  KOnij 
d.  Niederlande.  (Ebd.  160-72.)    [84 


Zeitalter  der  fraozöeUchen  R«volotioii  und  Napoleons. 


•137 


Bergr,  ti.f  Aua  d.  0.  EäBtriDB  im 
19.  Jh.  (Schrr.  d.  Ver  f.  G  d,  Neu- 
mark  13,  1-16.)  [3497 

Innere  Verhältnis^. 

Blbl,  T.,  Die  Restauration  d.  nieder- 
Oaterr.  Landesverfg.  unter  Leopold  II. 
E.  Beitr,  z.  G.  d,  Csterr.  Stande  u. 
inner.  Staateverwaltg.  In  nsbr.  .Wagner. 
S6  S.     3  M.  [319g 

BlenemkDD,  F.,  Polit.  Briefe  ans 
Estland  zur  Zeit  Heiner  Vecwaltg. 
durch  die  Prinzen  V.Oldenburg.  (Balt. 
Monats8chrift63, 1-28;  102-36.)  [3499 

QrflnhageD,  C.,  Eine  Aeusaermig 
d.  MiniüterB  t.  Yoas  in  Zenauraachen. 
(Hut.  Honatebll.  f.  d.  Ptot.  Poaen  2, 
129-81.)  [8600 

8«llwuBld,  «.,  Ein  F»lbil<f  T  J  UM  , 
(nil.  f  Upplietia  äalnulkds.  I,  Vr  11  )  [SM)1    | 

Wamberg,    Ueb.  Flngsübergänge 
Napoleons  I.    Uit  i  Skizzen.    (Milit.- 
Wochenbl.  1902,  Nr.  19-82.)— Woelkl,   j 
Zur  Technik  d.  FluBiübergänge  Na- 
poleons I.     (Ebd.  Nr.  32.)  [3602 

Orauier,  U.,  Prenssen  u.  d.  kath. 
Kirche  seit  1640.  Tl.Vni:  1T91-180S. 
T,  DC:  1808-1807.  0=  Nr.  1966.)  Lpz.. 
Hinel.  863  u,  6C6  S   28n.24M.  [8603 

Beck,  P^  Die  Säkalarisation  io  ! 
Württemb.  (DiQzesanarch.v.  Schwaben  1 
19,   145-63.)  [8604 

Pohl,  J.,  Die  Schickaale  d.  letzten    ' 
HOucbe  T.  Eeisterbach.  (Ann.  d.  bist. 
Ver,  f.d.  Niederrh.  78,  88-111.)    [3606    ' 

Releke,  B.,  Briefe  v,  Timoth. 
Gisevius  an  Ldw.  Emat  Borowaki 
(a.  1901,  1867).  Forts,  (Altpreuss.  Mo- 
nataach^.3B,601-6I.  39, 190-261.)  [3606 

Hhi,  P.  D.,   Job.  Jik.  Heu.    (Kuluicy- 
hlop.  f.  prqt.  Th»l.  J.  79B-B01,)  —  Kolb,  Ein« 
Dakuitaprafsng   t.    na».    (BU.    t.    wtiittb     i 
Kliob.-U.  a,  1M-6S.)  —  Erhudt,  Zln*  Klsd-    i 
TithpHlpndfgt  T.   II9S.  (Ebd.  1)«-7S.)      [3H7     1 

Wotke,  K.,  Tinzenz  Eduard  Milde 
ala  P^agoge  u.  sein  Verhältnia  zu  d.  1 
geistig.  Strömungen  sein.  Zeit.  Eine 
kultur-  u,  ouellengeBcbichtl.  Einleitg. 
in  seine  „Erziebangtkunde".  (=i  ar,  I 
2466.)  Wien,  Branmailer.  i^,  264  8. 
8  H.  40.  [3608 

Htllner,  Das  franzOs.  Gymnasium 
in  Adelabeig.  (Argo  9,  S.  186.)  [S6ü9 

LftOTOt,  i\,  Sil  lettrea  inrid.  de  J.  ; 
J.  Oberlin,  professenr  ä  l'nniTersit^ 


I  Protest,  de  Strasbourg,  (Revue  d'Al- 
aace  63,  106-14.)  [8610 

Wehrku,  K.,  DI«  Tardlsnau  d.  I3«ner.- 

Saperlnt.  Pr.  W*«th  sm  i.  Bibuig  d.  Sshsl* 

deliH*.     (B11.    f.    Upplicha   HelmBtkd«.    II 

I    Mr.  S.)  [»11 

j       LOdeeke,  F.,  Aub  Hur,  Kunhardt« 
I   Leben;  e.  Beitr,  z.  G.  d,  latein.  Dom- 
I   schule  in  Bremen,    (N,  Jahrbb.  f.  d. 
I  klaaa.  Altert,  etc.  10,  106-21.)    [8612 
Bosse,  F.,  Der  GamiaonBpreaiger 
u   Schnldirector  Frdr,  Aug.  Junker  zn 
Brannschw.  in  sein,  Beziehgn.  zu  d. 
üniverBitätakanzler  Aug.  Herm.  Nie- 
meyer   in    Halle    sowie    zu    anderen 
Scbulmännem  u.  Gelehrten  sein.  Zeit. 
(In:  Nachrr.  üb.  d.  Hzgl.  Lehrersemi- 
nar zu  Brauns  chw.)  Brauns  cbw.,  Gross- 
klauB  u.  Str.    1901.   4*    92  S.    [3613 
Herckel,  3.,  Aus  d.  Leben  Joh. 
Christian  Kokens.  (Brannschw.  Magaz, 
1901,  Nr.  8-10.)  [3614 

Henbaam,  A.,  Die G.  d.  erst. preuss. 
Schul ffesetzentvrurfs  1T98-180T.  (Mo- 
natsschr.  f.  höh.  Schulen.  Jg.I.)    [3516 

Thiele,  B.,  Die  Schickaale  d.  Er- 
furter Akademie  nützlicher  (gemein- 
nütz,)  Wiaaenachaften  nach  d.  erst, 
fiesitonahme  Erfnrta  durch  Preussen, 
1802-1803,  (Jahrbb,  d.  kgl,  Akad.  ge- 
meinnQtz.  Wiaa.  zu  Erfurt,  N.  F.  28, 
1-46)  Anch  als  Erfurt.  Gjmn.-Progr. 
ausgeg.  [3516 

Nerrlleh,  P.,  Jean  Pauls  Brief- 
wechsel ni.  sein.  Frau  u.  dmatian 
Otto.  Berl.,  Weidmann,  irj,  850  S. 
7  M.  [8617 

Wlhan,  J.,  Matthäus  v.  Collin  n. 

d.  patriot.-nation.  Knnatbeitrebgn.  in 
Oesterr.  zu  Beginn  d.  19.  Jb.  (Eupho- 
riou  Erg&Dtgsbft.  6,  08-199.)      [8618 

Steig  f  Ri ,  Zur  Entst«hungHge- 
Bchichte  d.  Märchen  u.  Sagen  d.  Brdaer 
Qrimm.  (Arch,  f.  d.  Stud.  d.  neuer. 
Sprachen  107,  277-310.)  [8618 

Friti,  A.,  Theater  a.  Musik  in 
Aachen  zur  Zeit  d.  frauxös.  Herr- 
schaft. tZt,  d.  Aachen.  G.-Ter.  28, 
31-170.)  [3620 

Wolter,  J»  G.  F.  W.  Grossuuum; 

e.  Beitr.  z.  Theater-G.  Hannovers  .n. 
Bremens.  (Hannov.  G.bll.  6,  146-79.) 
Vgl.  Nr.  1684.  [8681 


138 


Bibliographie  Nr.  3522—8671. 


(MonaUschr.    d.   bcrg.  G.-Ver.    1902, 
S.  48.)  [3522 

Bergmann  9  A.«  Beitrr.  z.  G.  d. 
Christmetten  in  Sachsen.  (Mitt.  d. 
Ver.  f.  Sachs.  Volkskde.  Bd.  U,  Hft.  9, 
268-70.)  .   ._ [3523 

9.  Neunte  Zeit  seit  1815, 

Ulmann.  H«^   Krit.  Streifzüge   in 

Bismarcks  Memoiren.  (Hist.  Viertelj.- 

schr.  5,  48-78.)  —   R.  Fester,   Zu 

Bismarcks    Olmützrede.     (Ebd.    2:^2 

-34.}  [3524 

BlfMArck,  Gedanken  u.  Erinnerg^.  An- 
hang I  n.  II,  s.  Nr.  16SI.  Bes  :  Dt  Litt -Ztg. 
1902,  Nr  15  Leos;  Litt.  Cbl.  1902,  Nr.  16;  Hist. 
Zt.  89,  8S0-84  Meineoke.  —  Vgl. :  A.  Kannen« 
giester,  L'empereur  Qoillaame  et  le  prince 
de  Bitmarck.  (Le  Correspondant  N.  8.  169, 
858-74.)  [3525 

Moltke   in    sein.   Briefen;    mit   e. 

Lebens-    u.    Charakterbilde.      Beri., 

Mittler.     293;  277  S.     5  M.       [3620 
Bes. :  Dt.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  IS  Pfister. 

Ahn,  F.,  Die  period.  Presse  d 
Steiermark  1848-98.  (Beitrr.  z.  Kde. 
Steiermark.  G.quellen  31,3-68.)  [3627 

Doebner,  R.,  Briefe  d.  Justizrates 
Herm.  Adf.  Lüntzel  a.  d.  Frank- 
furter Parlam.,1 848-49.  (Doebner,Stud. 
z.  hildesh.  G.    S.  189-210.)  [3628 

Po8chinger,  H«,  Handschrr.  d. 
Geh.  Leg. -Rats  Kupfer  üb.  d.  dt. 
Frage  in  d.  Jahren  1849  u.  1850. 
(Hist.  Viertelj.schr.  6,  34-47.)    [3629 

Poschinger.  H.  t«,  Preussens  aus- 
wärtige Politik  1860  bis  1868.  ün- 
veröff.  Dokumente  a.  d.  Nachlasse 
d.  Ministerpräsidenten  0.  Frhrn. 
V.  Man  teuf  fei.  Bd.  I:  Von  Olmütz 
bis  z.  Errichtg.  d.  2.  franz.  Kaiser- 
reichs, 1.  XI.  1860-2.  Xn.  1862.  Bd.  II: 
Die  oriental.  Frage  bis  zu  Beginn  d. 
Krimkrieges:  Dez.  1862-14.  Dez.  1864. 
Berl.,  Mittler,  xjx,  474  S.;  xjx,  691  S. 
10  M.;  12  M.  50.  [3630 

Plon^  U.,  To  Aktstjkker  verdr0- 
rende  aen  polit.  Skandinavismes 
historie  1866-67.  (Dansk  hist.  Tids- 
skrift  7.  R.,  Bd.  IE,  349-68.)     [8531 

ErlBBerDBgeB  an  General  Möring.    (Beil. 

c.  AUg.  Ztg.  1902,  Nr.  22-24.)  [8632 

Blumenthal,  Graf  v.  (Generalfeld- 
marschall), Tagebücher  a.  d.  Jahren 
1866  u.  70/71.  Stuttg.,  Cotta.  xij, 
286  S.     6  M.  [3533 

Bez. :  Milit.-Woobenbl.  1902,  Nr.  2  v.  Blnme ; 
Jahrbb.  f.  d.  dt.  Armee  122,  899-401  Keim.  — 
S.  Wbitman,  Count  Blomenthal.  (Contem- 
porary  Bev.  80,  92-106.) 

Terdy  do  TernoU,  J.,  Im  Hanptquartiar 

d.  IL  Armee  1866,  ■.  1901,  1813.    Bea.:  Mitt 


a.  d.  hist.  Litt.  2\  818-41  Fom;  ForMbga.  i 
brandii.  n.  preoM.  >.  14,  367 f.  Granier;  Hist 
Zt.  88,  607-!«  Friedjong  [3S» 

Oneken,  W.,  Ein  ongedr.  Brief  t.  Lotba 
Bücher  a.  d.  J.  1866.  (Dt.  Berue  27,  II,  Sli 
-25.)  —  Th.  T.  BernhArdK  S  Briefe.  (Bsli 
Mon  tMchr.  60,  281-{<9.)  [1» 

Baack,  M.,  TagebnchbUtter.  Nene  Liefergi. 
[Tit.-]Anag.  (In  21  Lfcm )  Lfg  1.  (B<1  1 
Graf  Bitmarck  u.  seine  Leute  w&hr.  d.  Kriege 
m.  Frankreich  1870-1871  bis  s.  B«achie(sg  i 
Paris.)  Lpa ,  Gronow.  xxtiij  S.  n.  ä.  l-8( 
1  M.  [35» 

Schmitt,  R.9  G.  Dtlds.  im  19.  Jb 
(Das  dt.  Jahrh.  in  Einzelschrr.  Tl.  6. 
Berl.,  Schneider  &  Co.  1901.  S.  549 
667.     2  M.  50.  [353: 

Blumenthal,  M»,  Aus  Hardenberg! 
letzten  Tagen.  (=  Nr.  2554.)  Berl 
Costenoble.    64  S.     1  M.  76.     [3631 

Onyot^  R«,  La  demi^re  n<^ociatioi 

de  Tallejrand.      L^ind^pendance  d 

la  Belgique      (Rev.    d'Mst.   mod.  2 

678-94.  3,  287-81.)  [3531 

BMkfkkl,  DÜd.,  Kg  Friedrich  WUhelm  IT 
n.  d.  Berliner  MArareToIntion ,  s.  Nr.  1649  a 
Bes.:  Preuss.  Jahrbb.  107,  541-46  Delbrflck 
Litt.  CbL  1902,  Nr.  10  G.  Kanfteann  n.  Er 
widerg.  r.  B.  m.  Antw.  r.  K.  abd.  Nr.  IS-  - 
Bach  fahl,  Zar  Beortailg.  KOnig  Friedi 
Wiih.  lY.  u.  d.  Berliner  M&rsreToIntion.  (Hift 
YierU^schr.  6,  li»6-22if.)  [S54( 

Kanftnann,  6«,  Ranke  u.  d.  Be 

urteilg.  Friedrich  Wilhelms  IV.  (ffist 

Zt.  88,   436-73.)   —    F.  Meineeke^ 

Friedrich  Wilhelm  IV.  u.  Deutschland 

(Ebd.  89,  17-63.)  [8541 

Kaiser,  Hans,  Ernst  Morita  Arndt  a  d 
Wahlen  x.  Frankfurter  Parlament.  (Beil.  i 
Allg.  Ztg.  1902,  Nr    12.)  [9643 

SommeregSr®i*9  Erei^rnisse  in  d. 
Lektionen  u.  Marken  m  Italien  in 
d.  Jahren  1848  u.  1849.  Mit  3  Taf 
(Mitt.  a.  d.  k.  u.  k.  Kriegs -Arch. 
8.  F.,  Bd.  I,  153-284.)  [3543 

Goriy  A«,  Milano  nra  il  cadere  de) 
Lufflio  e  Tentrare  dell'  Agosto  184^ 
(Bibl.  stör,  del  Risorgimento  Ital. 
Ser.  II,  Nr.  11.)  Roma,  See.  edit 
Dante  Alighieri.  1901. 166S.  2L.  [8544 

Bes.:  Mitt.  a.  d.  hist.  LiU.  80,  99-101 
Loevioson. 

Ltttken,  0«,  Fra  krigsaaret  1849 
EckemfÖrde  -  Affaeren.  (Tidsskr.  f 
S0vaesen.    N.  R.  35,  601-26.)    [354j 

Koerner,  H.,  Zur  Erinnerg.  an  d, 
Tage  d.  badisch.  Freiheitsbewegung 
(Grenzboten  1901,  n,  472-74.)    [854C 

Caspar j  9  A«^  Ludf.  Camphauseni 
Leben.  Stuttg.,  Cotta.  xij,  465  S 
8  M.  [8541 

SlmtOB,  B.  T.,  Eduard  r.  Simson,  s.  Kr 
1651.  Bes.:  Hist.  Zt.  88,  604-7  Oncken;  vgl 
B.  y.  Simson  ebd.  89,  19S.  [8S4C 


Neueste  Zeit  seit  1815. 


•139 


Pftit4^r,  Aug.  Beichensporger,  ■.1900,1848. 
Bes.:  Zt.  f  kath.  Tbeol.  24,  353-60  Michael.  — 
H.  Oncken,  Aag.  H eichensperger.  (Hist.  Zt. 
8^,  247-68.)  [SÖ49 

Bajer,  F.,  Af  Indberetningeme  fra 
den  danske  Minister  i  Paris,  Grev 
Ludwig  Moltke,  og  hans  vanskelige 
Stilling  i  1864.  (Dansk  hist.  Tids- 
skrift  7.  R.,  Bd.  III,  99-117.)     [3650 

-  ■  ■      -  ■   ■    ^     . 

Klein -Hattingen,  O«,  Bismarck  u. 

seine  Welt.  Grundlegung  e.  psycholog. 

Biographie.     Bd.  I:    1816-71.     Berl, 

Dümmler.     709  S.    8  M.  [3551 

Zorn,  Ph.,  Biamarck.  (Zorn,  Im  Neuen 
Beich  8.  151-77.)  —  Deri.,  Graf  Wilhtlm 
Biamarck  (Ebd.  178-87.)  —  Ders.,  Moltke 
(Ebd.  227-46.)  [3552 

Brodnitz,  6.,  Bismarcks  national- 
ökonom.  Anschauungen.  (Sammig. 
nationalökon.  u.  statist.  Abhdlgn.  d. 
staatswiss.  Seminars  zu  Halle.  Bd.  31.) 
Jena,  Fischer.    165  S.    3  M.      [8öö3 

Hfisebeck,  E. ,  Zur  religiösen  Entwickig. 
Bismarck«.  (Preuss.  Jabrbb.  107,  S97-425.)  — 
H.  T.  POBchinger,  Begegnungen  B.s  mit 
d.  früher.  Kultusminister  Orafen  Zedlits- 
Trütischler.  (Dt.  Bevue  26,  IV,  314-16.)  — 
L.  legidl,  B.s  Künstlernatur.  (Ebd.  26.  III, 
129'88.)  —  F.  yfn^ntr,  B.s  Semester  auf  d. 
Georgia  Augusta.  (Protokolle  d.  Ver.  f.  G. 
Götting.     Bd.  II,  Hft.  4,  144  59)  [P654 

Marcks,  Kaiser  Wilhelm  L,  s.  Nr.  1652. 
Bez  d.  4.  Aufl. :  HiBt.  Zt.  88,  494-98  Tbimme.  — 
M a r ck  s  ,  Wilhelm  I.  (Bede.)  2.  Aufl.  Heidelb., 
Winter.     32  8.    Tt.f.     60  Pf.  [3556 

Lorenz,  0.,  Friedrich  Grhzg.  v. 
Baden;  e.  Charakterbild  mit  e.  An- 
hang biogr.  Nachrr.  nach  meist  hand- 
schriftl.  Qu.  Berl.,  Paetel.  147  S. 
2  M.  50.  —  Ders.,  Friedrich,  Grhzg. 
V.  Baden.  (Dt.  Rundschau  111,  1- 
27.)  [3566 

Dore,  A..  Grhrzg.  Friedrich  v.  Baden 
als  Landesherr  u.  dt.  Fürst.  Heidelb., 
Winter.     196  S.     1  M.  20.  [3557 

Bea.:  Zt.  f.  G.  d.  Oberrb.  17,  544-40  Du 
Moul  n-£ckart. 

Leinhnns^  G.  k».  Erinnergn.  an 
Victoria,  Kaiserin  u. Königin  Friedrich. 
Mainz,  Zabem.    60  S.    2  M.      [3558 

Andr^y  H.,  L'imp^ratrice  Fr6d^ric.  (Le 
Correspondant  204  (=  N.  8.  168),  S.  601-27.)  — 
Comtesse  R.  de  Coorsoo,  La  jeune-se  d'une 
irop^ratrice.  (Ebd.  628-89.)  —  L.  Fiedler, 
Les  Oeuvres  sociales  de  Hmpöratr.  Fr^d^rlc. 
(Ebd.  861-66.)      [3559 

Caemmerer,  t«,  Magenta.  Der 
Feldzug  V.  1869  bis  z.  erst.  Entscheidg. 
Mit  3  Kartenbeilagen  in  Steindr.  u. 
1  Textskizze.  Berl.,  Mittler  &  S.  x, 
216  S.    6  M.  [3660 

Bez.:  Jabrbb  f.  d.  dt.  Armee  etc.  122,  402-5 
C.  V.  B.-K. 


Andrae,  P«,  Andrae-Hall  overfor 
den  polit.  Situation  1863;  en  doku- 
menteret  fremstilling.  KJ0benh.,  Gyl- 
dendal.     170  S.  [3661 

Taxen,   Nogle  bemaerkninger  til 

Jensens   „Den  anden  slesvigske  krig 

1864".    (Miüt.  Tidsskr.  29,  266-300.) 

Vgl.  1900,  3742.  [3662 

Yorganfe  zur  See  währ.  d.  dt.-dftnisch. 
Krieges.  I  Der  17.  Mftrs  1864.  Das  Seegefecht 
bei  Jasmund.  II:  Die  Ereignisse  nach  d.  Ge- 
fecht b.  Jasmund  bis  z.  Gefecht  b.  Helgolan'1. 
III:  Das  Seegefecht  b.  Helgoland  u.  d.  Ereig- 
nisse bis  z.  Ende  d.  Krieges.  (Jabrbb.  f  d.  dt. 
Armee  etc.  119.  24-80;  202-8.  120,  86-95.)  [8563 

Lettow- Vorbeck,   0.   y.,   G.   d. 

Krieges  v.  1866  in  Dtld.  (s.  1901, 
3746.)  Bd.  III:  Der  Main  -  Feldzug. 
Mit  10  Karten  u.  Gefechtsplänen, 
7  Skizzen,  xxj,  491  S.  12M.  60.  [3664 

Bez.:  Mitt.  d.  Ver.  f  G  d.  Dt.  in  Böhmen 
40,  Litt.  Beil.  S.  49-53  O.  Weber;  MUit.- 
Wocbenbl.  1902,  Kr.  13  Keim. 

Helneiii»Bn,0.  t..  [Höckelheim  n.]  Langen- 
salza s.  Nr.  8056.  [36f  5 

Schnehen,  W.  t.,  Die  Attacke  d.  2.  Schwa- 
dron Cambridge-Dragoner  b.  Langensalza. 
(MiUt.-Wochenbl.  1901,  Nr.  64)  —  Fr.  T.  d. 
Wengen,  Desgl.  (A  lg.  Milit.-Ztg.  1901,  Nr. 
7-9  u.  Nr.  89.)  —  A.  H.,  Die  Mission  d.  Oberste  n 
y.  Döring  u.  d.  Telegramm  d.  Landrats  t. 
Wintzingerode  v.  25^26.  Juni  1866.  (Jahrbb. 
f.  d.  dt.  Armee  etc.  121,  843-52.)  [8566 

Chanra,  E.,  Valka  pruskorakouskä, 
r.  1866  (treuss.-österr.  Krieg  i.  J. 
1866  nach  authent.  Quellen  u.  privat. 
Studien  auf  böhm.  Schlachtfeldern 
dargest.).  Brunn,  Pisa.  118  S. 
1  M.  20.  [3667 

Bonnal,  Sadowa,  s.  1901,  8749.  Bez.:  Dt 
Bevue  87,  I,  257-66  Moltke;  Bev.  d'hist.  mo- 
derne et  contemp.  8,  74  f.  l-ranchard.      [S568 

Jank,  Die  Heerführg.  Benetlektin  d.  letzt. 
Tagen  vorder  Schlacht  v.  Königgrits.  (Jabrbb. 
f.  d.  dt.  Armee  eto.  120,  248-67.)  —  T.  Meje- 
rlnck.  Die  Bekognosziergn.  d.  preuss.  Ka- 
vallerie in  d.  letzt.  Tagen  vor  d.  Schlacht  v. 
Königgritz.  (Ebd.  113,  127-49.)  —  Wolf.  Die 
V  ege  d.  4.  4pfüud.  Batterie  d.  rhein.  Feld- 
Artill.-Begiments  Nr.  8  in  d.  Schlacht  t. 
Königgrfttz.     (Ebd.  84-89.)  [8560 

Onerre,  La,  de  1870-71;  R^dig^e 
ä,  la  section  hist.  de  T^tat-major  de 
rannte  (s.  Nr.  1671).  Fase.  VI: 
6  aoüt.  1870.  199  S.   2  fr.  60.    [3670 

Martinien,  A«,  Guerre  de  1870/71. 
Etat  nominatif  par  affaires  et  par 
Corps  des  officiers  tu^s  ou  bless^s 
dans  la  premi^re  partie  de  la  cam- 
pagne  du  25  juiUet  au  29  octobre. 
(Ann^e  du  Rhin;  armäe  de  Metz; 
armäe  deCh&lons;  defense  des  places.) 
Publ.  80U8  la  direction  de  la  sect. 
hist.  de  r^tat-m%jor  de  Tarm^e.  Paris, 
Chapelot.    140  S.    5  fr.  [3671 


•140 


Bibliographie  Nr.  S672— S620. 


Lehaateoart«  F.,  Hist.  de  la  gaerre 
de  1870-71  (s.  Nr.  1672).  T.  U:  Le« 
deax  adversairet;  premi^res  Opera- 
tions.   488  8.    6  fr.  [3672 

Bes.  T.  I :  B«T.  dlüat.  moderne  et  contemp. 
t,  7&-77  Canm.  Bes.  r.  II:  Jahrbb.  f.  d.  dt 
Armee  IM,  778-90  t.  Twardowiki 

BovkBgmjj  C,j  Gaerre  franco- 
allemande  de  1870-1871.  Ed.  2. 
Paris,  Charles  •  Lavaazelle.  387  8. 
7  fr.  60  [3673 

Brenet,  A.,'  La  campagne  de  1870- 
1871  etudi^  au  point  de  vue  da 
droit  des  ffens.  Th^.  Paris,  Rousseaa. 
XV,  304  S.     7  fr.  [3674 

Fleurjy  Comte,  La  France  et  la 
Russie  en  1870,  d'apr^s  les  papiers 
da  gdndral  comte  Fleorj.  Paris,  Faul. 
266  S.    4  fr.  [3676 

Bagaenavlt  de  Poeliesse,  G.,  La 

neutralite  belffe  pend.  la  gaerre 
franco-allemande ,  1870  -  71 .  (B«v. 
d'hist.  diplom.  16,  92-102.)         [3676 

Lehaateourt.  F.,  Le  commande- 
ment  en  1870.  (Kev.  de  Paris  Ann^  8, 
T    6,  96-124.)  [3677 

Ueercabeweguigeii  im  Kriege 
1870/71.  («  Nr.  2243.)  Berl.,  Mittler. 
X,  287  8.;  17  Ktn.    13  M.  60.   [3678 

Bes. :  Milit.-Wochenbl.  1909,  Kr.  8  r.  Verdy; 
Mitt.  a.  d.  bist.  Litt.  80,  846-48  FoM. 

Jiwk,  Die  1.  Kavall.-Dirision  im 
Kriege  1870-71.  (Jahrbb.  f.  d.  dt. 
Armee  u.  Marine  122,  30-46;  186-204; 
839-62;  426-42;  687-612.)  —  Ders., 
Die  3.  Kavall. -Division  im  Kriege 
1870-71.  (Ebd.  114,  163-71;  269-86. 
116,  29-46;  129-66;  267-72.)       [3679 

Stillmark  I  M.«  Zar  Beorteilg.  d. 
Anteils  d.  Generals  y.  Steinmetz  am 
dt.-franz.  Kriege  v.  J.  1870/71.  (Balt. 
Monatsschr.  62,  209-39.)  [3680 

Orolmaiui,  U*  t.«  Ernst  Eduard 
y.  Krause;  e.  dt.  Solaatenleben.  Aus 
hinterlass.  Kriegstagebüchern  u. 
Briefen  v.  1848-86.  Mit  e.  Begleit- 
wort V.  J.  V.  Verdy  du  Vernois. 
Beri.,  Mittler.  1901.  xj,  179  8. 
3  M.  76.  [3681 

Lessingy  t*»  Feldzug  1870/71.  Die 
Thfttigkeit  d.  Oeneralkommandos  16. 
u.  16.  Vm.  1870.  Mit  e.  Kte.  Beri., 
Eisenschmidt.  98  S.  1  M.  80.  — 
Schlichting^  St.  Priyat.  (G^ns&tze 
auf  d.  Gebiete  d.  gross.  '&uppen- 
fOhrg.  I.)  (BeU.  z.  Allg.  Ztg.  1902, 
Nr.  '•IS.)  Vgl.  Nr.  1676.  —  A.  Gross- 
kopf^  Die  Kavallerie  in  d.  Schlacht 
b.  Vionville-Mars  la  Tour.    Altenb., 


Schnuphase.    31  S.    30  Pf.  —  t. 
decke«  Die  Kavall.-Division  y.  fl 
manno.Grayelotte.  (Milit.-Woche 
1901,  Nr.  46.)  [3 

Halleoiii,  La  joum^  du  16  i 
1870,  d'aprte  de  recentea  poblicat 
allem.  (Sep.  a. :  Rev.  milit.  des  an 
Strang.)  Paris,  Chapelot  1901.  ' 
1  fr.  26.  [J 

Lovpoty  D*.Bataille  de  Sedan  1. 1 
1870.  £d.2.  Sedan,  Fischweiler.  1 
19  8.,  Kte.    1  fr.  26.  [l 

Cellety  E.,  Le  si^^  de  Sei« 
et  Toccupation  allemande  dam 
Soissonnais,  1870/71.  £d.  2.  Soisa 
Ebel.  1901.    439  S.  [l 

Gnesqniiiy  £.,  Biiche  et  ses 
fenseurs,  1870-71.  Conlonuniers,  ii 
Brodard.  1900  f.    603  S. 


s 


Hasehke^  Strate^che  Rückb 
auf  d.  Ereignisse  im  südöstL  1 
d.  franz.  Kriegsschauplatzes  im  1 
1870  u.  Jan.  1871.  (Jahrbb.  f.  d 
Armee  u.  Marine  112,  26-46;  161 
267-79.)  [3 

Fischer,  6.,  König  Wilhelm  I 
d.  Beschiessung y .  Paris.  (Ans :  „Gn 
boten.")  Lpz  ,  (Smno w.  1 6  S.  40  Pf .  [8 

Ballle,  Ch*9  Six  mois  d^invai 

Erussienne;  jany.-aoüt   1871.     (I 
ebdomairel901,  Aoat3,10,17.)  [3 

SckniyieBS'  europ.  G.  -  Kaien 
(8.  1900,  3769).  N.  F.  XVI:  19 
XVE:  1901.  Hrsg.  y.  G.  Roloff.  I 
372  S.    k  SM.  [8 

WippermanB,  K«,  Dt.  Geschicl 
kalender  (s.  Nr.  1686\  1901,  Bd. 
xq,  407  S.    6  M.  [3 

Umm  m  Taxis.  Emerieh  Pi 

in,  k.  k.  General  d.  Kayallerie. 
Benutzg.    sein,    schriftl.    Nachla« 
dargest.  y.  e.  Waffengefährten. 
1  Portr.    Wien,  BraumOller.     IS 
187  S.    6  M.  [S 

Dwof,  F.,  Josef  Frhr.  y.  Kalchb< 
1801-82,  wirkl.  kaiserl.  Geh.  I 
Leiter  d.  Ministeriams  f.  Hände 
Volkswirtschaft.  Sein  Leben  n.  sc 
Schrr.  Innsbr.,  Wagner.  66  S.  1 M.  [3 

Wanner  9  M«*  Schaff  hausen  ii 
Bestaurationszeit,  1813-1848.  (F 
sehr.  d.  Kant.  Schaffli.  zu  Bondesf 
1901.    S.  699-669.)  [i 

Geering,  T.,  Der  neue  Bund.  (P 
sehr.  z.  400.  Jahrestage  d.  ei 
Bundes  zw.  Basel  u.  d.  Eidgenoi 


Neueste  Zeit  seit  1816. 


141 


S.  157-216.)  —  C.  Meyer,  Basel  zur 

Zeit  d.  Freischarenzüge  u.  d.  Sonde r- 

bunds.    (Basler   Jahrbuch    1901,  45- 

106.  [3595 

8t«rchl,  J.,  Jos.  K»rl  Henog,  1798-1857. 
(S»minlg.  bemitoh.  Biographien  4,  600-681.)  — 
F.  a.  D.  T.  MVller,  Bduard  Ldw.  Oabr. 
T.  MflUer,  1815-92.  (Ebd.  577-600.)  —  G. 
BohBeablDit,  Eman.  Frdr.  t.  Fischer.  (Ebd. 
6S1-8S.)  rS596 

Dierauer,  J.«  Der  Kanton  St.  Gallen 
in  d.  Regenerationszeit,  1831-40.  St. 
Gallen,  Fehr.  4^  68  S.,  Taf.  2  M.  [3597 

Eynem,  E.  y.,  Frdr.  v.  Eynem, 
e.  bergisch.  Lebensbild,  zugleich  e. 
Beitr.  z.  G.  d.  Stadt  Barmen.  (Zt.  d. 
berg.  G.-Ver.  35,  1-103.)  [3598 

ThlHH«,  F.,  Die  Litterator  s.  hannov. 
Landet-G.,  181S-1866.  (Zt.  d.  hitt.  Ver.  f. 
Niedersacht.  1901,408-60.)  — Tgl.:  r.Lettow- 
Vorbeck  (Ebd.  190S,  112-21)  n.  Thimme's 
Naohtr.  (Ebd.  121-80).  [3599 

Hassell,  W.  t.,  O.  d.  KOnigr.  Hannorer. 
n,  2  8.  1901 ,  8781.  Bes. :  GOtting.  geL  Ana. 
1902,  306-17  O.  y.  Heinemann;  Hist.  Zt.  88, 
498-503  u.  Dt.  Litt.-Ztg.  190i,  Nr.  22  Thimme; 
Mitt.  a.  d.  hist.  Litt.  80,  208-11  Schaer.  —  Vom 
ehemal.  Kgr.  Hannover.  (Grenzboten  61,  I, 
827-84;  400-20.)  [3600 

Sberwiea.  W.,  Erinnergn.  a.  d.  J.  1848. 
(ProtokoUe  d.  Ter.  f.  Q.  GOttlngent  Bd.  n, 
Hft.  4,  01-114.)  [8601 

Berg,  Ans  d.  G.  KUstrins  im  19.  Jh.  s. 
Nr.  8497.  [8602 

Innere  Verhältnisse. 

Triepel^  H.^  Quellensammlg.  z.  dt. 
Reichsstaatsrecht.     Lpz.,  Hirschfeld. 

1901.  xvj,  343  S.    5  M.  [3603 
Bez.:  Litt.  Chi.  1902,  Nr.  3;  Dt.  Litt.-Ztg. 

1902,  Nr.  11  Zorn. 

Lasker^  E^  Aus  Ed.  Laskers  Nach- 
lass;  hrsg.  V.W.  C  ahn.  Tl.  1:15  Jahre 
Parlamentär.  G.  1866-80.  Berl.,  Reimer. 
168  S.     2  M.  40.  [3604 

Zorn  9  Ph.y  Reich  u.  Reichsverfg. 
(Zorn,  Im  Neuen  Reich  S.  54-73.)  — 
Ders.,  Das  dt.  Kaisertum.  (Ebd.  895 
-412.)  [3605 

Loening,  £.,  Grundzüge  d.  Verfg. 
d.  dt.  Reiches.  6  Vortrr.  (Aus  Natur- 
u.  Geisteswelt.  Bdchn.  34.)  Lpz., 
Teubner.  1901.  137  S.  1  M.  25.  [3606 

Boz.:  Dt.  Litt.-Ztg.  1902,  Nr.  6  Arndt. 

Hon^s  del  Ppjol^  6.  de,  Le  chan- 
celier  de  Tempire  allemand.  (£tude 
de  droit  publ.)  Toulouse,  Riviäre. 
1901.     257  S.     6  fr.  [3607 

Kolmer,  G.^  Parlament  u.VerfaBsg. 
in  Oesterreich.  Bd.I:  1848-69.  Wien, 
Fromme,    xn,  408  S.    6  M.         [8608 

MftUer,  Leonh.y  Badische  Land- 


tagsgeschichte (s.  Nr.  1699).  Tl.  IV: 

1833-1840.  169S.,3Taf.  4M. 50.  [3609 

Bachenbergery  A«,  Finanzpolitik 

u.  Staatshaushalt  im  Grhzgt.  Baden, 

1850-1900;   zugleich  e.  Beitr.   z.  dt. 

Finanzpolitik.  Heidelb.,  Winter.  264  S. 

7  M.  50.  [3610 

Bez. :  Zt.  f.  d.  gesamte  Staatswiss.  68,  SS7  f 
Schäffle. 

Thomas^  E.,  Die  staatsrechtl.  Stellg. 
d.  Statthalters  v.  Elsass-Lothring.  Diss. 
Königsb., Beyer.  1901.  57S.  IM.  [3611 

Prenss.  H.^  mit  Nachwort  y.  H. 
Delbrück,  G.  d.  Bestätigungsrechts 
in  Preussen.  (Preuss.  Jahrbb.  107, 
261-98.)  [8612 

Simsoiiy  Aus  d.  Zt.  v.  Th.  v.  SchÖns 
westpreuss.  Oberpräsidium.  (Mitt.  d. 
westpreuss.  G.-Ver.  1,  23-25  u.  Preuss. 
Jahrbb.  109,  58-72.)  [3618 

StaSl  T.  Holstein,  Baron  B«.  Die 
Gefährdung  d.  Landesrechte  durch 
d.  Marquis  Paulucci.  (Balt.  Monats- 
schr.  51,  241-78;  355-94.)  Vgl.  Nr. 
2147.  —  Ders.,  Zur  G.  d.  Kirchen- 
gesetzes V.  J.  1832.  (Ebd.  52,  128-76.) 
—  Ders.,  Zur  Eodifizirg.  d.  balt. 
Provinzialrechts.  (Ebd.  185-208;  249 
-80;  805-58.)  [3614 

Berthold,  A«,  Wirtschaft  u.  Recht 
im  19.  Jh.  (»  Das  dt.  Jahrh.  in  Einzel- 
schrr.  Tl.  4.)  Berl.,  Schneider  &  Co. 
1901.    S.  459-548.    2  M.  [3615 

Aus  d.  litterar.  Nachlass  v.  Karl 
Marx,  Frdr.  Engels  u.  Ferd. 
Lassalle;  hrsg.  v.  Frz.  Mehring. 
Bd.  I  u.  ü:  Karl  Marx  u.  Frdr. 
Engels,  Gesamm.  Schriften,  März 
1841 -Nov.  1847.  Bd.  IV:  Briefe  v. 
Ferd.  Lassalle  an  K.  M.  u.  F.  E., 
1849-62.  Stuttg.,  Dietz.  1901  f.  xg, 
492;  482;  xvj,  868  S.     18  M.     [3616 

Bei.:  Dt.  Litt.-Ztg.  1002,  Nr.  14  Dlehl. 

Eckert y  Chr.,  Zur  Vor-G.  d.  dt. 
Zollvereins.  Die  preuss. -hess.  Zoll- 
union Y.  14.  Febr.  1828.  (Jahrb.  f. 
Gesetzgebg.  26,  505-56.)  [3617 

Rantzaa,  Graf  Ernst  su,  Die 
Grundzüge  d.  preuss.-dt.  Tarifpolitik 
seit  d.  Begründg.  d.  Zollvereins.  (Dt. 
Rundschau  110,  97-118^  [3618 

Gensel,  J«,  Der  dt.  Handelstag  in 
sein.  Entwicldg.  u.  Thätigkeit  1861- 
1901.Berl.,Heymann.  184 S.  4M.  [3619 

Geschichte  d.  österr.  Land-  u. 
Forstwirtschaft  u.  ihrer  Industrien 
1848-98(8.  Nr.  1707).  Suppl.-Bd.  1901. 
663;  247  S.    22  M. 


142 


Bibliographie  Nr.  3621—3665. 


Yogelstein,  Th«,  Die  Industrie  d. 
Rheinprovinz  1888  - 1900.  (Münch. 
volkswirtsch.  Studien.  XLVII.)  Stuttg., 
Cotta.     112  S.    3  M.  [3621 

Stobmann,  P«9  Holland  u.  sein  dt. 
Hinterland  in  ihr.  gegenseitig.  Waren- 
verkehr, m.  besond.  Berücksichtigung 
d.  hoUänd.  Haupthäfen,  seit  d.  Mitte 
d.  19.  Jh.  (Abhdlgn.  d.  staatswiss 
Seminars  zu  Jena,  hrsg.  v.  Pierstorff. 
I,  1.)  Jena,  Fischer.  1901.  x,  130  S. 
2  M.  50.     (63  S.  ersch.  als  Jenenser 

Diss.)  [3622 

Res  :  Jahrb.  f.  Gesetzgebg.  26, 884-87  Keibel. 

Friedrich;  A«;  Schlesiens  Industrie 
unter  d.  Einflüsse  d.  Caprivischen 
Handelspolitik  1889-1900.  (München. 
Volkswirtschaft!.  Studien.  Stück  46.) 
Stuttg.,  Cotta.  192  S.  4  M.  50.  [3623 


Bleibtreu;  €••  G.  d.  Kriegskunst 

im  19.  Jh.  (Das  at.  Jahrh.  in  Einzel- 

schrr.  Tl.  8.)   Berl.,  Schneider  &  Co. 

1901.     S.  115-2-26.    2  M.  60.   —  E. 

Schäfer,  G.  d.  dt.  Kriegsmarine  im 

19.  Jh.    (Das  dt.  Jahrh.  etc.    Tl.  7.) 

Ebd.  115  S.    2  M.  [3624 

Hchmldt,  P.  r.,  1800-1900;  e.  Rückblick 
auf  d.  letzt.  100  Jahre  dt  Heeres-0.  (Jahrbb. 
f.  d.  dt.  Armee  etc.  114,  1-28.)  —  Borl8§ow, 
Die  Tbätigkeit  Moltkes  als  Chef  d.  General- 
stabes  (Ebd.  111,  1-20;  189-54;  257-82.  112, 
1-24;  131-51.)  —  H.  Bohne,  Aus  d.  preuss. 
Feldartillerie  vor  40  Jahren  (Ebd.  120,  229- 
47.)  —  Pochhammer,  Die  Verwendg.  n.  Führg. 
d.  Fildartillerie  1866  u.  1870/71.  (Ebd.  119, 
166-91.)  [S625 

Uoppeler,  R«9  Vom  ersten  eidge- 
nöss.  Truppenzusammenzug.  (Zürcher 
Taschenbuch  1902,  208-29.)        [3626 

Gedenkblätter  d.  k.  u.  k.  Kriegs- 
Marine  (s.  1901,  1899).  Bd.  IV.  171  S.; 
2  Taf.    2  M.  [3627 

Lauchert,  F.,  Frz.  Ant.  Stauden- 
maier  1800-56.  Freib.,  Herder.  1901. 
544  S.    5  M.  [3628 

Bez.:  Zt.  f.  G.  d.  Oberrh.  17,  199 f. 

Tichackert,  P.,  Oeorg  Hermes.  (Bealency- 
klop.  f.  prot.  Theol.  7,  750-66.)  —  Hegler, 
K.  J.  Hefele.    (Ebd.  525-81.)  L362i) 

Friedrich^  J.,  Döllinger  u.  d. 
Folgen  d.  Gelehrtenversammlg.  1863. 
(Rev.  intern,  de  th^ol.  9,263-78.)  [3630 

Bea.  V.  Friedrich,  Döllinger.  Tl.  in,  s. 
1901,  8803:  Theol.  Litt.bl.  1901,  Nr.  38 
W.  Walther. 

Blanckmeister,  F.,  Die  anti- 
römische Reformbewegung  sächs. 
Katholiken  im  J.  1830.  (Beitrr.  z. 
Sache.  Kirch.-G.  15,  211-64.)  —   H, 


Fritzsche.  Der  Deutsch  -  Katiiolizis- 
mns  in  Gelenau.  (Ebd.  302-36.)  [3631 

Kriger,  0.,  Karl  Aug.  t.  Haae.  (Seal- 
encyklop.  f  prot.  Theol.  7,  45S-61.)  —  G.  Vkl- 
hörn,  Ldw.  Harma.  (Ebd.  499-45.)  - 
T.  Stlhlin,  O.  Ch.  A.  ▼.  Harleaa.  (Ebd.  42t 
-32.)  —  HftBCk,  J.  Ch.  K.  Hofmann.  (Ebd.  a 
234-41.)  —  W.  BejrBchlAg,  K.  B.  Handeahagec. 
(Ebd.  450-55.)  —  J.  KaBE«,  K.  F.  A.  Kahnii 
(Ebd.  9,  692-98.)  [-i63? 

Baum 9  M.,  Joh.  Wilh.  Baum;  e. 
Protest.  Charakterbild  a.  d.  Elsass, 
1809-78.  2.  stark  verm.  Aufl.  Strassb.. 
Heitz.    183  S.     3  M.  50.  [3633 

Yerfassuiig    d.  vereinigt,   evang- 
protest.  Kirche  d.  Grhzgts.  Baden  r. 
5.  Sept.  1861.  Karlsruhe,  ReifiF.  1901 
62  S.  [3634 

Wintzingerode,     Graf,     Einige 

Briefe    d.    Grhzgs.    Karl   Alexander. 

(Dt.  Revue  27,  II,  344-50.)         [3635 

Gl»BbeBabekeiiBtnU,Das,e  prenss.  Kolta»- 
miniaters.    (Dt.  Beme  87,  II,  1-S.)    [Bri«f  d. 
Ministers    Bosse    r.    3d.    III.    1900]    >-  I> 
Hehwalb,  Minister  Bosse  a.  d.  ThcLsteaJdrcb^ 
(Ebd.  304-8 )  [S6S« 

Hausrath,  A*.  G.  d.  theolog.  Fa- 
kultät zu  Heidelberg  im  19.  Jahrh. 
Akad.  Rede.  Heidelb.  1901.  4».  22  S. 
(Auch  in  Protest.  Monatshfte.  5,  1- 
13)  [3637 

Rez.:  Dt.  Litt-Ztg.  1902,  Nr.  4  Wendt. 

Schmidt,  £.,  Yolkmar  Stör. 
(Schmidt,  Charakteristiken  2,  251- 
60.)  rS638 

Wienstein.  F.,  Frdr.  Wilh.  Dörp- 
feld;  sein  Leoen  u.  seine  Schrr.  (Die 
pädagog.  Klassiker.  Bd.  V.)  Halle, 
Schroedel.    80  S.    1  M.  [S6S» 

Rosin«  U.j  Diesterwegs  Parlamen- 
tär. Thätigkeit  u.  sein  Einfluss  auf 
d.  Schulgesetzgebg.  (Pädagog.  Bau- 
steine. Hft.  XIV.)  Berl.,  Gerde«  &  H. 
31  S.    60  Pf.  [8640 

Ueege,  F.  u.  H.  Bebenroth,  Die 
ersten  50  Jahre  d.  braunschweig 
Landes  -  Lehrervereins.  Braunßchw., 
Appelhans  &  Co.  1900.  236  S.  [S641 

Droysen,  6.,  Joh.  Gust.  Droysen 

u.  Felix  Mendelssohn-Bartholdj.  (Dt 

Rundschau    111,    107-26;    193-215: 

386-408.)  [3642 

Fetter,  B.,  Karl  ▼.  Hegel.  (B«a  s.  AII| 
Ztg.  1901,  Nr.  285)  —  E.  DiMMler,  DMgL 
(N.  ArchiT  87,  6241)  —  B.  DftfMMhB,  BMgL 
( Arcb.  stör.  ital.  6.  8er.,  2i»,  161-66.)  —  H.  ■•!■>» 
Zar  Erinnerg.  an  Karl  Hegel  (NationalsV 
190:*,  Jan.  23)  —  F.  Freat^oHT  Karl  H»fl 
(Nacbrr.  d.  Ges.  d.  Wiss.  su  Göttlag.  li^i 
Geschäftl.   Mitt.    S.   52-72.)   —   Der  f.,  C^ 


NeueBte  Zeit  seit  1 


•143 


1.  LIH,-Zlg.  IM»,  Nr.  au  fiicbfahl;  . 
;.«n,3tT-10MetDe=k8i  Lill.Cbl.  luoi,  H 
P.  UolibsuitD,   Aua  d.  WsrdogM 


(B.Nr,  1618).  SchlnSB.  (Ann.  d.  Ver,  f. 
aase.  Alt«rtkde.  33,  S09-S0.)  \36b2 
Fiscber-Benzon,  R.  t.,  Üb.  d. 
Oründg.  d.  Ges.  f.  BchleBw.-holst.  O. 
31,  370-79.)    [3653 


I.Apr) 

kari,  I 

dächtniB    Bemh.    EramauDsdOrfferü. 
(N.Heidelberg, Jahrbb.  11,1-27,)  r3«46 

HaiBp«,K.,FaalScheffer-Boichorst. 
(Hiet.  Viertelj.achr.  5,  280-90.)  ~ 
U.  Bloch,  Desgl.  (Hist.  Zt.  89.  M- 
71.)  —  i.  MelBUr,  Desgl.  (Hist. 
Jahrb.  23,  241-16.)  —  F.  Kiener, 
Desgl.  (Zt-  f.  G,  d.  Uberrh.  17,  381- 
85.)  —  B.  Dafidsoba,  Desgl.  (Arch. 
ator,  ital.  6.  Ser..  29,  166-76.)  — 
E.  DBmmlerj  Desgl.  (N,  Arch.  27, 
768-70.)  —  Detfl,,  Gedächtnissredo 
aufSch--Boicb,  (Sep.  a.;  Abhdlgn.  d. 
Berl.  Akad.)  Berl.,  Reimer.  4°.  16  S, 
1  M.  (364Ü 

Bralg,  E.,  Zur  Erinnerg.  da  Frz. 
Sav,  Kraus.  Freib.,  Herder.  70  S. 
1  M.  50.  [3C47 

Rh.:  HUI.-polil.  Ell.  l!9,4tK-il  Belleiheimi 


t,  H.,  F; 


r,  Hctch,  Dasgl.  (Zt  f.  O. 
ei.)  —  Dstgl  (Dl.  Busd- 
-J.  B»«r,  Detgl.  (Kunil- 
)  -  K.  H»illl»,  F.  X. 

.    (Bell.  %.  AUg.  Zig.   1»», 


,  iKbd.lPOO,  Nr : 


'   P.  ZlBnacml 


—  W.  Schoo^ 


Miiuin  17,  ioa-lft.)  [S665 

Crii8lllg,0>,  Erwin ßohdej  e.  biogr. 

Versuch.      Tübing.,    Mohr.      29G    S. 

e  M.  60.  [3656 

Bei.:   Dt,    Ravue  J1,  II.  SiO-M  Gonpcri; 

Bell.   t.   AUg.   Ztg.    IWK,  Kr.   98   Ziallntkli 


,   P>.,  ZutH.   . 


I.  PhUDlogla; 


Brief»  an  B.  J.  £>acei 
»6,  lJ3-6e.)  —  W.  Sekoor,  A.  F.  Ch.  Vilmi 
all  0«rm>nlal.  (Heusnluid  ISOO,  Kr.  ii-il 
—  a.  lt««dlgtr,  Knil  Welnbrld.  (Zt.  d.  Ve 
r.  Volktkds.  ll.SMIfi)  —  B.  V<«t,  K.  Well 


i  1001,  I 


i.  Wir*cli>Ber.  Fn.  gchwirti.  (Hiit.  Mo- 
oalabll.  r.  d.  Piov  Pohd  t.  ltS-2i.)  [SMS 
Weber,  0.,  Der  Verein  f,  Q.  d. 
DeutBcbeu  Id  Bttbmen.  (Dt.  O.bll.  3, 
167<72.)  --  0.  C.  Laube,  Rückblick 
auf  d.  G.  d.  Ver.  f.  G.  d.  Dt,  in  BChm, 


u.  antiquar.  Gesellschaft  zu  Basel. 
(Basler  Zt.  f.  G.  1,  202-47.)        [3660 

Albert,  Die  Gescbichts-  u.  Alt^rt.- 
Vereine  Badens.  (Korr.-Bl.  d.  Gesamt- 
Ver.  1902,  1-7,)  [3651 

Wagner,  P.,  Beitir,  z,  Vor-Ö.  d. 
GrOndg.  d.  Ver.  f.  aaas.  Altertkde. 


I.  [sesT 


se.  139-41.)  —  Brlck  Bchntdt, 

rada  auf  K.  Walohold.    (Ana 

Bflil.Akad.)  Itarl.,Reinier.  4M 

Steig,  R.,  Heim.  Qrimm   (I 

Sad  99,8^91.)  — 'Kritukeil.Deigl.  (Weiter- 

H.  AltnPller,    /u  Harm,  briminl  OadtcblD. 
IHcaieuland  li:OI,  Nr.  14  |  (Se&S 

Weltrlch,  R.,  Wilb.  Hertz,  Stuttg., 
Cotta.    92  S.    1  M,  60.  [3669 

Rai.;  Di.  Utt.-Ztg.  I90i,  Nr.  Si. 
flolthtr,  W.,  Wilh   Hern.   (S.  Jahrbb.  f. 


OotUchall,  B.  T.,  Die  dt.National- 

Utteratur  d-  19.  Jh.     7.  Aufl.  (s.  Nr. 

1753),  Halbbd.G.  (Bd.Ul.S.  3ai-704.) 

3  M.  60.  Halbbd.  7.   (Bd.   IV,  1-272.) 

3  M.  60.  [3660 

,       Bartels,  Adf.,  Gesch.  d.  dt  Lit- 

teratur  (s,  1901,2664),  Bd.U:  19.  Jh. 

860  9.    6  M.  [8661 

I  Uajm,  R.,  Die  romantische  Schale; 
I  e.  Beitr.  z.  6,  d.  dt.  GeistAs.  (Anastat. 
;  Nendr.)   Berl,,  Gaertner.    ly,  961  S. 

6  M  [3662 

Maller,  Wllh.,  ünveröffentl.  Tage- 
I  buch  u.  seine  imgedr.  Briefe.  (Dt. 
I  Rundschau  110,  362-80J  [3663 

;  Oesterbaiis,  W.,ChT  Dietr,  Grabbe. 
I  (Bll.  f.  lippische  Eeimatkde.   Jg.  U, 

Nr.  2-7  u.  Nr.  9-12.)  mu 

Collljn,  0.,  Frz.  Grillparzer,  bans 

lif   och    verk.     Stockholm.     287    S  ; 

12  Taf.    6  M.  [36G5 


I 


•144 


Bibliographie  Xr.  3M6-SA81. 


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0.;  hrag.  V.  Hnncker.  XX.)  Berl., 
Duncker.  u,  364  S.  Subskr.-Pr.: 
6  H.  36;  Kinielpr    7  H    60.      [8666 

Castle,  E.,  Nisol.  LesRU ;  zur  Jahr- 
hundertfeier Beiner  Geburt.  Lpi., 
Heaae.  120  B.  1  M.  60.  — A.W.Erant, 
LenauB  Fr«aengeBtftlteQ.  Stuttg., 
K»bbe    410  S.    G  H.  [8667 

Baait*!,  Laus  atHntampCiLlMl, IBS». 

Bu.:  Zl.rdl.PhlloLU,«S»-HBaUtMHi.  [MM 

FroMMel,  0.,  Gottfr  Kellen  relig. 
Entwicklg.  (Dt.  RnudBchaa  111,  867 

-86.)  [seea 


).  Jh. 

Mit  e.  Titelgravflre,  100  Vollbildern 
n.  160  Teitbildem.  Düweld.,  Konat- 
verein  f.  d.  Rheinlande  u.  Weatfalen. 
4*.    SS4  S.  [3670 

Heab«rg*r,  K.,  Fiz.  Schubert. 
(BerOhmt«  Hniiker,  hiag,  t.  Reimuin. 
Bd.  XIT.)  Berl.,  HHmonie.  1901. 
116  8.,  8  Taf.  u.  g  Fksmi.  4  H.  [3671 

Schemann,  L.,  Keine  Erinnernngeii 
an  Rieh.  Wagner.  Stattg.,  Frommann, 
B6  8,    1  H.  60.  [8fl7S 

Steiner,    A.,    Bicb.   Wagner    in 


Zarich  (t.  1»01,  1966). 
1866.  (90.  Neuj.bl.  d. 
Ges,  inZfirich.)  4*  36 
6  Fkim.    S  H.   40. 

J»SB,  T.,  Der  Husikp. 
Wi«k  u.  ieine  Familie 
Berflcki.  sein.  Schwieg« 
Schumann.  Dresd.,  Da 
S  Taf-    6  H. 


■■>r*r,  K.  ■-,  Bkdliehe 
!•  Ih,  L  IMI,  IMU  B«. :  : 
>,  ttsn  H.  JuIHB. 

SHtterllB,L.,DieTo] 
d.  niederen  VolkskreiBe  i 
(Genn.  Abhdlgn. Herrn.  F 
1908  dai^br.    S.   195-! 

fOBS,  B.,  Erinnergn. 
nea.  Ans  d.  alten  Düz' 
(GedaueuBia.  Bdchn.  6.) 
nier.  87  8   1  M.  Tgl.  190 

lanktl,  J.,  ZuD^tabrCn 
ilmmwluwdwuk  Im  19.  Jfth 
Xigu.  IM»,  Hr.  11.) 

Ft.,  B.,  Oaa«nU.  Ptkui 
1.  J.  1860     (MitL  d.  V«i.   t. 


Brurit.  Ü.f  Die  Epi 


19.  Jh.   (Zt.  d.  hiat.  Of 
Poeen  16,  lOS-144.) 


145 


Alpliabetisches  Register. 


Nicht    berücksichtigt    wurden    die    auf  S.  *25— *29    und    *94 — *99    verseichneten    „QesAmiu, 
Abhandlungen    und    Zeitschriften",    sowie    anonyme    Zeitschriftenanfsitze ,    femer    die    Be- 

zensenten-Namen. 


Abriss  d.    G.    d.   hrzgl. 

Lehrerseminars  zu  Al- 
tenburg 2308 
Achelis  1141.  2996 
Ackermann  284 
Acta:    BoruBsica    1406. 

1479;  Tomiciana  1153 
Acten    betr.    Gelre    en 

Zutphen  1014 
Adam  3071 
Adler  588 
Adlersfeld  -  Ballestrem 

125 
Aegidi  1660.  3554 
Alm  3527 
Ahrens  1914 
Akten  u.  ürkimden  d. 

üniv.Frankfurta.0.612 
Aktenstücke    z.    G.    d. 

Schwabenkrieges  2837 
Alberini  3004 
Albers  196.  1224.  2699. 

3143 
Albert21. 187. 2044.3651 
Albrecht  1237 
Albrecht,  K.  525 
Aldenhoven  2355 
Aldinger  933.  2766 
Alexander    I.    (Kaiser) 

1549 
Alexander   IV.    (Papst) 

2796 
Alombert  3450 
Alten,  V.  137 
Althof  835.    928.    2637. 

2746 
Altmann  3417 
Altmäller  3658 
Altrock,  V.  138 
Alvin  1886 
Amelung  3091 
Amende  1837 
Amersbach  2370 


Amira,  v.  2761 
Ammann,  H.  521 
Ammann,  J.  H.  2779 
Amrhein  2812 
Analecta:  Argentinensia 

2800 ;  hymnica245.201 7 
Anderle  3187 
Anderson  2255 
Andrae  3561 
Andrä  1655.  3559 
Andreas  Hyperius  1141. 

2996 
Andree  598 
Ankermann  3386 
Ankert  590 
Anshelm  3001 
Anthaller  2698 
Authes  1813.  2623 
Anthony  v.  Siegenfeld  92 
Antl  3096 
Anzengruber  1773 
Apell,  V.  2081.  2251 
Aragon  3270 
Arbeit,     Deutsche,     in 

Böhmen  588 
Arbois  deJubainville  873 
Arendt  296.  2359 
Armbrust    1852.     2198. 

2868.  3076.  3493 
Arndt  3116 
Arnold,  C.  Fr.  1398 
Arnold,  H.  822 
Amsperger  3294 
Aronius  2215 
Arras  1150.  2908 
Asbach  1613 
Aster  3430 
Atlas ,    Geschichtl. ,    d. 

Rheinprovinz  32 
Atz  2050.  2267 
Aurelius  2776 
Aus  d.  litterar.  Nachlass 

V.  Karl  Marx  etc.  8616 


Ausfeld  3142 
Auvray  2742 

Bach,  J.  532 

Bach,  M.  1119.  —  2582 

Bacha  189 

Bacher,  J.  2376 

Bachmann,  A.  588.  1031. 

1968  a 
Bachmann,  H.  588 
Bächtold  2137.  2864 
Bäckström  832 
Bär  3317 
Barsch  1586 
Bäschlin  2063 
Baguenault  de  Fuchesse 

3676 
Bahrfeldt     123.     1881. 

1893.  1902 
Baier  474 
Baille  3589 

Bailleu  1649.  3419.  3496 
Bajer  3550 
Balagny  3464 
Balfanz  1186 
Bamberger  2219 
Bandini  3126 
Bangert  247 
Barbeck  2381 
Bardeleben,  v.  3220 
Bardot  1400 
Bärge  1183.  1186.  2129 
Bartelli  2690 
Bartels  582.  —  3382.3661 
Barth,  A.  2142 
Barth,  H.  1695 
Bartholomäus  612.  3267 
Bartsch  319.  —  2388 
Bas,  de  3496 
Baschin  1790 
Bass  56 
Bassermann  -  Jordan 

2257 


•146 

Basaler  l!6^ 

Bauch.  A.  1410.  1136 

Bauch,  0.612. 635.1104 
IIOG.  H13.  1114 

Bau-  u.KuiiBtdünkmäler: 
267;Kgt.Sarb9eQ!03D; 
Prov.  SachBen  3036; 
Thäriiigen2037;WesU 
falen  2&&,  2033;  Wies- 
baden 2030.  —  Vgl.: 
„Ku  aetdenkmUer" '.) 

BauernhauB :  i.Dt.B«iche 
015;  in  OeBterr.-Ung. 
!239T;iDd  Scliweiz239g 

Baum  3633 

Baumann,  A.  3143  3 

BaumaDD,  E.  268C 

Baumeister  2199 

Baumgärtel  362 

Baur.  L,  479 

Baur,  W.  1579 

ßai  2356 

Beaupr^,  J.  ibSV 

Bebeoroth  3641 

Beck,  R.  3160 

Beck,  L.  388.  2170 

Beck,  P.  434.477.  1261. 
1639.  2333.  3381.  3504 

Becker,  H,  li23,  1423 

Becker,  J.  2080 

Becker,  L.  2371 

Becker,  P.  3351 

Becker,  W.  M.  3189 

Beer  .SS22 

Behaghel  270'J 

Behncke.  G.  1778 

Behacke,  W.   1126 

Behrens  1893 

Behring   1210.  3195 

Beintkerll32.1212.SU86 

Beisael  577.  S99.  2710 

BeitrUge  z.:  Gelehrten 
U.      UOttingeoB     2322; 

neuetit.  Handehpolitik 
DUda.  1710,  desgl. 
Oeaterreicb8l711;  dt.- 
böhm.  Volkskde.  2377; 
WirtBch,-G.  ThQrin- 
geus  21()7 

Beiart  1782 

Bellermann  1520,   1625 

Below,r.357,  1627.2148 

Belscbuer  2071.  —  8230 

Beltz  796 

Bendtorff  2306 

Benedict,  M.  43 

Benedict,  9.  2327  ; 

Benratb  8050. 31 26. 3239    ' 


Alphabetiecbea  Kegiater, 

Berendt  1765 
BerendtB  3176 
Berg.  A    41 
Berg,  C    vom  3522 
Berg,G,371.  1574.  1600. 
8265.  3197 


I  458 


üi-rgpu.   i     3225 
lli>ri,'>'r,    11    8339 
lIiTuir,   K.  2066 
ll.;rj;miUHi,  A.  3523 
[l.T;;iiKij.Ti,  R.  1107 
P.T..ii.r,   II    2038,  2116 
Benchte,  römische  1222 
Beriet  44 
Berli^re  2938 
Beroatzki,  J.  1388 
Bernalzky,  V.  513 
Bernau  2058 
Berndt  1924 
Bernuker  3114 
Beruer,  E.   1661.   1966 
Berner,  K,  G-  H.  1952 
Bernhard!,  y.  1610.  8535 
Bernhardt  2846 
Bcrnoulli,  A.  2812 
BernouUi,  C.  A.  890 
Bemoutli,  E.  2783 
Beraoulli,  K.  Cb.  1102. 

2015 
Bernt  11-28 
Bertheau  1001 
Bertbeau,  C.  3078 
Bertheau,  E.  307,  2103 
Bertholil  3615 
Beschreibung  il.  Ober- 
amts Heilbronn  1826 
Bess,  B.  1027.2816.8015 
Besä,  G.  2924 
Besäe  26'Jl 
Beste  3367 
Bethanj  969 
Beyer,  C.  417 
Beyer,  0.   1051 
Beyer,  Th.  2310 
Beyerle  669,  2160.  3159 
Bey schlag  3682 
Bezold,  V.  2027 
Bibl  3144,  3498 
Bibliographie  :  der 

Bchweiz.  Ldkde,   1795; 

d.    dt.      Zeitschriften- 

Litt.  3,   1789 
Bibliotheca  geographi  ca 

1790 
Bibliothek:  badiache  8; 

dt,  G.  620;  2043 
Bickell  1217 


Biedermann  23^,6 
Bienemann   1300.  3220. 

3499 
Bieäkowski  2652 
Bigoni  2745 
Bilderbandscbrift     de^ 

Sachsenspiegels  2761 
Bilfiitger  96.   817.  853 
I   BilHng  1166 
Binder  1028 
Binback  261« 
Biographie    nation.    de 

Belgique  1961 
Bippen,  v    2106 
Birkle  2705 
Bismarck     1632.    163X 

3525 
Bittner  S89 
Blanckm  eistet  2021. 

3631 
BlasiuB  2592 
Blatter  3445 
Bleibtreu  3624 
Bleuler  2909 
Bloch   S9Ö,  939,   270är 

3646 
BlOsch  3037 
Blök    298,    1271,    1359 

1997,  2095.  3109.  3648 
Bludau  1840 
Blum  23SS 
Blume  245,  2017 
Blumentbai,  T,  (General- 

feldmaracb,)  3633 
Blumenthal,     M,     76j. 

2664.  8638 
Blumstein  610.  2311 
Bluth  2596 
Bode,  P,  526 
Bode,  W.  1608 
Bademann   1802 
Boden  2233 
BodenateiD  1440 
Bodewig  81 1 
Bddeker  379 
Bohl  8082 
BShtlingk  2G51 
Boehm  1786 
BObme,  E,  2214 
Böhmer,  H,  2664,  2677 

2727 
Boehmer,  J,  F,  216,  1711 
Boelke  2891 
BOnhofF  491 
Boerger  343 
Boesch  683 
Bogualawski ,    v.    2910. 

3481 


Bobn  1693 
Bohne  3S28 
Boimenblust  8G96 
Bohne  nstä  dt  1377 
Bojanowski  3376 
Bollert  1503 

Bolte  1337    3ä06 
Bondroit  8dä 
Bonin  tJ9'2 
Bomial  3.)69 
Bont«  2349 
BooB  3383 

Borchgrave  2665.  2674 
Bordeaux      116.      ISeO. 

Borel  27    1823 
BorisBOW  36  SS 
Borkowski  1448   3198 
Bor»  300 
Bornhak  611 
BomnsDn  2351 
Bosse  3513.  3279 
BoBsert,  A.  647 
BosBert,  G.  1162.  1180. 

3915.  3029.  3U6ä.  3100 
Botteghj  2734 
Bourdeau  3327 
Boorel  de  la  Roncitre 

2796 
Bourgeois  1366 
Bourrilly  2827  a.  3062 
Bouvier  1664 
Box  2086 
Braig  3647 
Brand  1532 
Branilenbiirg  SOSl 
Brandes   niit^ 
Brandi  906 
Brandt  S681 
Brann  23,il 
Brants  1370 
Braun  2582 
Braun,  J.  W.  3388 
BrauDsWrßpr  1723 
Braj,  Y    ''.    .le  1646 
Braj  -  Steinburg,  0.    v. 

1642 
Bredins  S306 
Bredt  2969 
Breen  1230 
Brehm  2936 
Bremer  2606 
Brenet  35T4 
Broi]^  ■2:\'i-. 
BresBUu  907.  942 
Brethole  926.  2066 
Brejmann  2  »68 
Brejiig  2367 


t.  2240 


AlphabetJBches  Register. 

i    Briefe;  ansd.  Feldzügen 
I       lT56f.    1446;    Wittels- 

;     bacher  1227 

I  Briefe  a.  Akten  i,  G.  d. 

I     16.  Jahrb.  3099 

I    Briefe    n.    Aktenstücke 

I      z.  O.  Prenssena  1548 

Briefwecbael    d.     Hzgs. 
,     Christoph   T,    Württb. 

1155 
.  Brode  1302 

Brodnitz  3563 

Broeckaert  2096 

BrOring  37 

Brom  2281 

Broniscfa  39 

Brosch  3064 

Brouwera  970 

Brück  672 

Bruder  483.  1095 

Brück  1722 

Brüll,  J    1617 

Brüll,  W.  293 

Brummer  363 

Brünneck,  v.  2 

Bniiningk,  v.  1 

Bruuk  6i)3 

Bninner,  G    1188 

HnimuT,  Hiir.  B83.  2222 
Brunni'r.Kugii  913.  3168 
Bruniier,  K.  U.  1798 
BrunB,  F.  1060,1206.1322 
Brona,  E.  68 
Buchenbergcr  3610 
Buehholtz.  A.  1886 
Buchholz,  R.  618 
Buchwald,  C-  561 
Bucbvald,  0.  466.  22G4. 
3012 
nii.iiiiskv   lf86 
liiicher  hüT. 

BQcking  299 

Kiiliriii;;  nHS  -2981.  3132 
li  II  jj.'ii  haaren   194 
)!uiiilet.t,rief,BaBlerl019 
iluomberger  1061 
Burckhardt,  A.  1034 
Burckhardt,  D.  2945 
Barckhardt,  P.  1032 
Uür^kliiiL-.it-Uieder- 

manu  107    2I1I5 
Burckliardt-Fin«lor3343 
Burdach  966.  2784 
Burger  2705 
Qnrggrnf  3833 
Borkbardt,  C.  A,H.  2011 
Busch,  Fr.  2120 


BuBcb,  M.  3536 
Buach,  K.  1013 
Busch,  V.'.  16G7 
Buschbell  1215 
Buaae  n51a 
BuBsemaker  3262 
Buttmann  3113 

Cadii  3036 

Caemmerer,  v.  3660 

Caemmerer,  H.  v.   1177 
Caeoegetn,  van  1601 
Caeeariua  v.  Beisterbach 

2737 
Cahn,  J.  1891  f. 
Cahu,  W.  3604 

Calligaris  2636.  2708 
Calmette  2679 
Calvi   1820 
Camenisch  1256 
C;imjji   2675 
Candreia   1824 
Capaaao  1175 
Cuppelli  77 


Cartulaire    de    Tancien 

coQBulat  d'Espagne  ä 

Bruges  2894 
Caspari,  W.  2996 
CaBpary,  A.  3641 
CaBteltane,  de  103 
Castle  3667 
Cntalogua    d.   gesteh,   d. 

koD.    Bibliotb.    t«    's 

Gravenhage  3 
Cauchie  908 
Candrillier  S44I 
CftTBciocchi  Iö»l 
Cavaignac  1678 
Celichoweki  3088 
Chamberlaiu  1&09. 1781 
Chartes  de  l'abbaye  de 

Saint-Martin  de  Tour- 

nai  3000 
Chaura  3667 
Cbefltret  de  Haneffo  487 
Chevalier,  L.  1716 
Chevalier,  ü.  1791 
Chlingeosperg,  v.  8580 
Chone  2766 
Christ  2681 
Chris  tensen  2236 


148 


AlphabetiflcheB  Register. 


Christmann  302ö 

Christoph  v.  Württb. 
1155 

Chronik:  d.  Strassburg. 
Franziskaner  -  Provinz 
1078 ;  hannoversche 
190.    1972;    d.    Pfalz- 

rfen  b.  Rhein  1970; 
SUdt  Mähr.-SchOn- 

berg    269;    d.     Stadt 

Zürich  185 
Chronique,  La,  li^geoise 

189 
Chroust  73.  1854 
Chrzaszcz  330 
Cipolla  1975.  26S4.  2640 
Ciaassen  1296 
Claius  310 
aaus,  H.  8495 
Clausnitzer  3364 
Clausa,  J.  M.  B.  31 
aemen,  0.  1137.  1156. 

1177.  1185.  1209.  1304. 

2921.  2942.2954.  2978. 

2983.  2984. 3014.  3042. 

3045.  3062.  3064.  3073. 

3081.  3196 
Clerval  963 

Coblenzl,  Graf  Ldw.  3322 
Codex  diplom. :  Alvens- 

lebianus  231 ;  Lusatiae 

saper.     235 ;     Moeno- 

f rancofurtanus       216; 

Silesiae  239 
Cohen  2211 
Cohrs  1140 

Colin  1462.  3440.  3450 
CoUection  de  chroniques 

beiges  int^d.  2000 
Collet  3585 
Colüjn  8665 
Commynes,  Philippe  de 

2827 
Concilium  Tridentinum 

1215 
Confessio       Augustana 

1139.  2990 
Conrad,   G.    504.   1283. 

2883 
Consentius  1248 
Conwentz  2654 
Cornelius  1159 
Corpus    docc.    inquisit. 

haeret.  Neerland  1998 
Corvinus  2986 
Coulon  2796 
Courson,  de  8559 
Cramer  824 


Criste  1460.  1566.  8411 

Crivellucci   2685.  2660. 
2667.  2676.  2689.  2697. 
2708 
!   Crohns  3235 

Croon  2159 

Crue,  de  3152 
,   Crull  100 
I    Crusius  3656 
I   Cruyplants  1600 
'   Csuday  2058 

Cugnac,  de  1567 

Cumont  108 

Cnno  1269 

Curschmann  414 

j   Dändliker  271.  2059 
I   Dagboek  van  Gent  2824 

Dahm  819.  2626 

Dahn  2684 

Daniels  1676 
^   Dannenberg  1881 
I   Dantzer  2731 

Danzas  285.  863 

Darmstaedter  1599 

Darstellung  d.  Bau-  u. 
Eunstdenkmäler:  Kgr. 
Sachsen  2089;  Prov. 
Sachsen  2086 

Darstellungen  a.  d.baier. 
i     Kriegs-G.  692 
;   Daudet  3448 

Dauer  2256 

Davidsohn  8648.  3646 

Davill^  1246 

Dedieu  2696 

Deichmann  481 

DeichmOller  2115 

Deininger  249 

Delbrück829. 1683.1670. 
I     3612 
I  Delescluse  979 

Delpy  2968 

Demuth  440 

Denk  8871 

Depeschen ,  Y  enetian . , 
v.  Kaiserhofe  1864 

Derichsweiler  2085 

D^sir^  3151 

Des  Marez  1008.  1055 

Dessoff  578 

Dessoir  546 

Detlefsen  8808 

Detmer  3006 

Deutschmann  8858 

Devens  2869 
Devrient  864 
Dezelski  8680 


Dibelius  3088.  —  3174 
Diebitsch,  v.  467 
Diefenbach  8291 
Dieffenbacher  1627.  — 

3299 
Diehl,  A.  1049 
Diehl,  F.  1604 
Diehl,    W.    501.    1142. 

1284.  1267.  1491.  3117. 

3192.  8290.  3860 
Diel,  J.  1358 
Dierauer  185.  2849.  3597 
Diesbach  2825 
Dieterich  906 
Dietze  2284 
Dilich  8112 
Dittrich,  A.  2244 
Dittrich,  F.  498.  2286 
Djidroff  845 
Dobenecker  1804 
Documenta  relat.  ä  l'hisi 

de  Tuniv.  de  Louvain 

608.  2295 
Doeberl  8237 
Doebner  227. 1S87. 2004 

2104.  2162.  2719.  2822. 

2829.  2869.  2888.  2940. 

2971.  8049.8186.  3187. 

3416.  8628 
DOhmann  802.  2099 
Dönges  2289 
Doerr,  v.  128.  1915 
Dohm,  V.  3873 
Domarus,  v.  1910.  2162 
Domaszewski,  v.  2619 
Domizlaff  829 
Doominck,     van    1014. 

2879 
Doppler  1980 
Dopsch    847.   985.  989. 

991 
Dorfinüller  1918 
Dorr  2698 
Dostal  860 
Dove  8667 
Doxy  1078 
Dragendorff  876.   113S. 

1289.  2123 
DrechBler  1180.  2888 
Dresbach  488 
Dreves   245.   460.  2017. 

2920 
Drews  2287 
Drexler  2862 
Droysen  3642 
Duboc  1749  a 
Dobmel  876 
Duchesne  8647  a 


Alphabetisches  Register. 


•149 


Dümmler     887.      2770. 

3643.  3646 
Düntzer  1514 
Dümwirth  265.  1439 
Dürr  1002.  1390 
Duhr  1239.  1353 
Dumoalin,  M.  2645 
Du   Moulin- Eckart,  R. 

3645 
Dnnant  1544 
Duncker  3158 
Dnncker,  C.  v.  1370 
Dnncker,  L.  1033 
Dürrer  250.  976 
Dave,  V.  1220 
Duvemoy  3323 
Dnvivier  935 
Dvor&k  2967 
Dziatzko  1108 

Eberhard,  W.  1967 
EberhOfer  1550 
Eberlein  3286 
Eberlin     v.     Günzburg 

2977 
Eberwien  2829.  3601 
Ebhardt  2348 
Ebstein  1630.  1750  a.  — 

3472 
Eckardt,  J.  H.  1922 
Eckart,  R.  583 
Eckerlin  380 
Eckermann  3382 
Eckert  367.  3617 
Edda  834 

Edelmann  786.  2582 
Efimann  2771 
Egelhaaf    1467.     1549. 

3130 
Eger  3023 
Egger  840.  2644 
Eggers  2877 
E^di  923.  2739 
Egli    1145.    3032.   3037. 

3061.  3183.  3279 
Ehemann  3280 
Ehrenberg,  H.  562 
Ehrenberg,  R.  2204 
Ehrhard,  A.  1760 
Ehrhard,  L.  1471  f. 
Ehrismann  587 
Ehses  1176 
Ehwald  542 
Eichhorn  8008 
Eichner  3335 
Eickenroth  1980 
Eickhoff  1291.  2033 
Eid  8487 


Eidam  2580 
Eigner  467 
Eimer  1598 
Einert  2114 
Eisler  426 
Eiswaldt  1698 
Ellering  2169 
Ellinger,  G.  3024 
Ellinger,  P.  786 
Elsass  -  Lothringen     3< ». 

1827 
Elster,  E.  669 
Elster,  0.  456 
EmläkkOnyv ,      Maty  &« 

kiräly  2851 
Enderis  3060 
Enders  2977 
Endres  961 
Engel,  B.  1866 
Engel,  Ch.  1306 
Engel,  K.  454.  3344 
Engelhard  1720 
Engels  3616 
Enikel  2740 
Ensched^,  Ch.  2947 
Enschedd,  J.  A.  1419 
Erben  2848 
Erbfolgekrieg     1460. 

3331 
Erckert  2607 
Erhard,  A.  276 
Erhard,  0.  784 
Erhardt  3507 
Erhardt,  L.    1210.  2025 
Erichson  3031 
Ermisch  14.  1024.  1805. 

2882 
Ernst,  A.  W.  3667 
Ernst,    V.    1166.    1179. 

1193 
Erslev  2016.  3260 
Esch  2384.  2815.  2866. 

2887 
Escher,  C.  3061.  3414 
Escher,  H.  3381 
Escher,  J.  208 
Eskuche  1310 
Estorf,  V.  1220 
Eubel  461 
Eolenburg  -  Hertefeld 

8824 
Evard  3028 
Eynem,  v.  3598 

Faber  3288 
Fabian  2994.  3213 
FabriciuB,  E.  2628 
Fabricius,  W.  32 


Fabry  1563.  3468 

F&h  3148 

Faguet  677 

Fahrmbacher  463 

Falckenheiner  1809 

Falk  2259.  2319.  3044 

Falkenegff,  v.  1670 

Familienblätter,  v.  Le- 
vetzowsche  152 

Fastlinger  954 

Faolhaber  2896 

Favre  3264 

Fechner  387. 1482.  2178 

Fehling  2755 

Feiber  2256 

Feise  2164.  2906 

Feiärpataky,  v.  93 

Feiber  378 

Feldtmann  2107 

Ferber  412 

Festenberg-Packisch,  v. 
384 

Fester  1458.  3329.  3624. 
3643 

Festschrift  z.  Jahres- 
tage d.  ewig.  Bundes 
zw.  Basel  u.  d.  Eidgen. 
2061 ;  d.  Stadt  Schaff- 
hausen z.  Bundesfeier 
2062 

Ficker  1855.  2687 

Fiedler,  J.  v.  3322 

Fiedler,  L.  3669 

Fnatek  1100 

Filek  V.  Wettinghausen 
3461 

Filippini  2811.  3003 

Fink  2622 

Finkam  118 

Finke,  H.  1121 

Finsler  1146.  3000.  3032 

Finster  145 

Fischel  2131 

Fischer,  A.  1516 

Fischer,  E.  3020 

Fischer,  G.  3688 

Fischer,  H.  61.  1329 

Fischer,  Karl  1766 

Fischer,  Enno  1616. 1694 

Fischer,  W.  1086 

Fischer- Benzon  1803. 
3663 

Fischnaler  1870.  1981 

Fitzmaurice  1569 

Flade  1089.  8083 

Flanss,  v.  144 

Flemming  1816 

Fleury  8676 


•150 


Alphabetisches  Register. 


Flug3chi*iften  a.  d.  K«f.- 

Zeit  2977 
Fluri  1312.  3032 
Föratemann  70 
Fontes   rer.  Austr.  199. 

1977 
Forrer   799.   807.    2257. 

2350.  2603 
Forschungen :     theater- 

geschichtl.      2361 ;     z. 

Verf.-G.  d.  Steiermark 

348 
Forst  1813.  2090 
Forster,  G.  934 
Forster,  S.  v.  2581 
Foss  3677 
Foucart  1690 
Fournier  1656 
Franconia  sacra  277 
Franck,  J.  611 
Franck,  K.  973 
Franke,  R.  1416 
Frankhauser  1797 
Franz  2161 
Franziski  2373 
Franziss  852 
Frati  2767 
Fraustadt  176 
Fredericq  1082.  1998 
Freivogel  3343 
Fremery,  de  221 
Frensdorff  304. 404. 3643 
Freudenthal  3275 
Freund  3372 
Freydorf,  v.  586 
Freys  1109 
Freysoldt  409 
Freystedt,  A.  2677.  2703 
Freystedt,  K.  v.  3413 
Freytag,  G.  669 
Freytag,  H.  3090 
Fried,  F.  827 
Friedel,    E.    610.    793. 

1442.  2596 
Friedel,  V.  H.  2646 
Friedensburg,    F.    104. 

121.  1901 
Friedensburg,  W.  1180. 

1392.  2976.  8010.  3223 
Friederich  3476 
Friedjunff  1656 
Friedländer,    E.    1374. 

3392 

Friedländer,  M.  J.  1124 

Friedmann  1773 

Friedrich   d.   Gr.    1448. 

3319.       3328.        3373; 

Kaiser  Friedrich  1639 


Friedrich,  A.  3623 
Friedrich,  G.  76 
Friedrich,  J.  1724.  3630 
Friedrich  Wilhelm  lü. 

1549 
Friese,  V.  431.  2008 
Friesen,  v.  3248 
Fris     188.     1008.    1008. 

1017.  1077.2807.  2821. 

2824 
Fritz  3520 
Fritzsche  8681 
Frommel  3669 
Fruin    860.    685.    1221. 

1379.  1862.  2412.  3492 
Fuchs,  A.  F.  199.  1978 
Fuchs,  K.  2399 
Fürsen  2183 
Fürst  174 
Fundbericht  d.  oberhess. 

G.-Ver.  2589 
Funk,  H.  8880 
Funk,  M.  1692 
Funke  1679 

Gabriel  1761 
Gade  38 
Gallandi  2256 
GaUäe  967 
Gallinger  1463 
Galy  901 
Gander  600 
Ganniers,  de  1560 
Gantier  845 
Ganz  3208 
Garofalo  2610 
Gass  2315.  3489 
Gasser,  A.  286 
Gasser,  V.  2268 
Gebauer  3131 
Gebert  118 
Gebhardt,  A.  60 
Gebhardt,  B.  259 
Gedenkblätter  d.  k.  u. 

k.  Kriegs-Marine  3627 
Geering  3595 
Gegenschriften  3874 
Geiger,  F.  1121 
Geiger,   L.   1507.   1510. 

1526.  1763.  8373 
Geldenhauer  2999 
Gelpke  2146 
Gen^e  1824 
Gensei,  J.  3619 
Gensei,  W.  1774 
G^ny   526.    1989.    2250. 

8069 
George  3470  f. 


Georgi  2110. 

Gerardus  Noviomagus 
2999 

Gerber,  A.  383 

Gerber,  P.   1469.  3338 

Gerichtsordnung  KarlsY 
1297 

Gering  834.   2709 

Gerland  627 

German  2072 

Gemet,  v.  2296 

Gerss  385 

Gerst^nberg  1755a 

Geschichte :  d.  Stadt 
Dessau  312;  d.  oesterr 
Land-  u.  Forstwirt- 
schaft 1 707 .3620;  meck- 
lenburg.  327.  2122  a; 
d.  Kantons  Schaff  hau- 
sen 273 

Geschichtsblätter  d.  Fa- 
milien Hildebrant  1927 

Geschicht«quellen :  d 
Geschlechts  v.  Borcke 
238;  thüring.   1963 

Gessner  2613 

Geuder,  v.  3320 

Geyer,  Ch.  1187 

Geyer,  M.  1955 

Gfeller  2391 

Ghon  264 

Giannoni  1817 

Giard  872.  1860.  2669 

Giefel  1193 

Gierke  444 

Gierlichs  696 

Gilliodts  van  Severen 
1999.  2894 

Gilsa,  V.  3357 

Girod  de  TAin  1558 

Giron  424 

Giry  868 

Gisevius  8506 

Gissinger  97 

Glagau  224.  2865 

GI06I  71.  1862 

Gloger  46 

Glück  8209 

Gmelin  1194 

Gnirs  821 

Gobelinus  Person  2819 

Göbel,  G.  1426.  1499 

GOhler  1614 

Goeller  1025.  2843 

GOrges  529 

Goerlitz  1428 

Görres  2695 

Goethe  1607 ff.  3378ff. 


Alphabetisches  Register. 


151 


Goethe- Jahrbuch  1607 
Götz,  J.  B.  475.  1137 
Goetz,   W.    1137.   3099. 

3147.  3155.  3165 
Götze,  A.  919.  2574.  — 

3002 
Goetze,  E.  3202 
Goldmann  361.  2158 
Goldschmidt  2788 
Goll  2802.  2847 
Golther  3659  a 
Gori  3544 
Gorski  1153 
GoBsart  1199 
Gotthelf  1321 
Gottlieb  1101 
Gottschaldt  607 
Gottschall,  V.  1753.  3660 
Gottschick  2957 
Grabein  1552 
Graebner,  F.  988 
Gräbner,  W.  124 
Graf  1511 
Graeven  2034.  2791 
Grandidier  480 
Granier  330.  1587.  1607. 

3503 
Gratzy  2049 
Grauert,  H.  2795.3647  a 
Gregor  IX.  2742 
Greiner  1072 
Grenier  1577 
Greppi  1562 
Greulich  1758 
Grevel  3281 
Greving  2878.  2914 
Grienberger,  v.  2631 
Grienberger,  C.  406.2266 
Grillnberger  2932 
Grimm,  Ed.  1893 
Grimm,  J.  50.  430.  1843 
Grimm,  W.  50.  1843 
GrimmenserStammbuch 

175 
Gritzner,  E.  342.  1867 
Gritzner,  M.  99.  1876 
Grob  253.  2091 
Gröger  270 
Grössel  3309 
Grössler  317.  792.  1274. 

1624 
Grolig  1225 
Grolmann,  v.  3581 
Gross,  E.  3177 
Grosse,  H.  620.  —  2584 
Grosse,  R.  2201 
Grosskopf  3582 
Grossraann,  J.  1749 


Grossmann,  Th.  105 
Grotefend,  H.  492 
Grotefend,0.  12ö0.  2905 
Grouchy,  de  3430 
Grünenwald  800.  809 
Grüner  2377 
Grünhagen  3500.  3657 
Grütter  305.  2212 
Grützmacher  2275 
Grundriss     d.    german. 

Philol.  54 
Grunwald  2217 
Grupe  3345 
Gudrun  836 
Günter,  H.  79.  3127 
Günther,  A.  811 
Günther,  0.  1148.  2157. 

3222 
Günther,  R.  1168.  3359 
Guerre,  La,  de  1870-71 

1671.  3570.  —  167S 
Guesquin  3586 
Güterbock  925.  2748 
Guiraud  980 
Gumplowicz  2720 
Gumppenberg,  v.  3010 
Gundelach  1673 
Gurlitt  2039 
Gutbier  2038 
Gutwasser  3261 
Guyot  3539 

Haacke  1712 

Haag,  F.  1493 

Haag,  K.  62 

Haake  1368. 1373.  3229. 

3244 
Haarhaus  1404 
Haas,  A.  608.  610.  625. 

1354.  2387 
Haase,  E.  341 
Haass  2200 
Hach  395 
Hackel  1818 
Hackenschmidt  3123 
Hadom  496 
Häbler  1058 
Häne  2970 

Hänselmann  228.  2941 
Härtig  1279 
Hagedorn  1745 
Hagena  2101 
Hagenmeyer  914.  2732 
Hager  558.  585.  2027 
Hahne  3648 
Haie  3224 
Halban,  v.  848 
Haller,  A.  3197 


Histor.  Yierteljahrschrift.  1908.  4.    Bibliographie. 


Haller,  B.  2065 
Haller,  E.  427 
Haller,  J.  499 
Hallouin  1674.  3583 
Halphen  2657 
Halsgerichtsordnung 

2899 
Halter  66 
Haltern  819 
Ham  1416 
Hamann  1759 
Hamburger  1701 
Hamm  3255 
Hammer  1794 
Hammerle  1492 
Hampe,  K.  930.  3646 
Hampe,  Th.  1347 
Hanauer  540. 1133.  3070 
Handel-Mazzetti  200 
Handrick  1796.  3485 
Handschriftenproben 

1855 
Hann  1092 
Hannach  917 
Hanquet  2721 
Hans  1154 
Hansen,  H.  1938 
Hansen,  J.  611.  2394 
Hansen,  R.  3172.  3094 
Hansjakob  2863 
Harbauer  867 
Hardy  3405 
Hardy  de  Pärini  3405 
Haren  503 
Hamack,  A.  544 
Hamack,  0.  1509.  1517. 

1759 
Harraeus  1730 
Hartmann,  J.  v.  505 
Hartmann,  Jos    1825 
Hartmann,  L.  M.  1408 
Hartmann,  V.  G.  122 
Härtung  2335 
Hasak  972 
Haseloff  2790 
Hassebrauk  2024.  3170 
Hasseil,  v.  3600 
Hassert  4 
Hauberg  1882 
Hauck  2666.  2777.  2703. 

2705.  2774.  2804.  3632 
Hauffen  3111 
Haug,  F.  2602.  2618 
Hang,  H.  2143 
Haupt  2339 
Hauptmann  1944.  1946. 

3398 
Hausmann,  J.  1420 

11 


•152 

Hftuuuanu,     It.     SGOO. 

2976    3104 
Hausrath,     A.      174.<ta. 

1T62.  3B3T 
Hausmth,  H   3173 
lUnisleiter  4f81 
HiaviUer     283.      1363. 

3SO0    3617» 
Haym  17*3    3644   3662 
Hebbel  1771 
Hechfellner  SOfil 
Heck  S691 
HecUncber  169t 
n--.!fniaim,  v,  :I2.MI 
Hedmger  yfi82 
ßeege  364t 

Heere  »b  eiregiin  gvuiölH 
Heerwagen  2876 
llegA   1(136.   äUÜ 
Heifi  3033 

HeRler  S99T.  3041.  363» 
Heidecke  S31K 
Reierli  1795 
Heigel  634.  1809.  1467. 

IbOO,  1642.  1667.  1566. 

1666.1668  1671.1632a. 

1642.  IGSe.  1732.1789. 

1743a.  .1441.  3470 

Heile  l£44 
Heilig,  A.  2077 
Heiliff,  0.  1»60 
Heimke  3423 
Hein  1767 
Heine  936.  3111 
Heineck  3328 
Heinemann,    Frx     363. 

3297 
Heinemaun, 0.194.3098. 

3S32.  3393 
Heinemann,  0.  v.   1969. 

3729.  3066 
HeiuE  1105.  .16(3 
Heiaa  1836 
Heibig  33G 
Hele  173B 
Helfert,  V.  1666 
Hellen,  t,  der  3378 
Helm  3966 
Helten,  TBJi  -2628 
Hemerdinger  1486 
Henkd  1613.  1911.  1926 
Henking2063  2137  2271 
Hennemann  1860 
Henner  303 s 
Henning  Si>83 
Hent;  66 
Hen«chel  1I71 
Repdiog  2269 


Alphabetische«  Begister. 

Herb  56ü 
Herboraes  d"  äOOO 
Hergt  523 
Hermei  11  tS 
Herre  3130 
Herricht  3399 
Hemnann.F,  10:i4.1157. 

1200 
Hemnann,  K.  3267 
Hemnaan,    0.   699.   — 

1466.  3336 
Hemnann ,  P.  849.  830 
Hertel,    0.    439.    1031. 

1149.  3973 
Hcitel,  h.  1838.  —  1860 
Hertel,  O.  1860 
Herthum  55 
Hertaug  393.  1198 
Herz  3'>1& 
HcrtOR  1315.  2909 
IlrBler  2',ir.;, 
Heas,  J.  219 
Heat,  J.  W.  1312 
Heaa,  P.  D.  3881.  3507 
Hcaael  416 

liiltTjor   T'Jl,  »13.  2039 
iUUenctker  1000 
Henbaum  3.'il5 
Henberger  a07l 
Heneer.  E.  1S66.  1393. 

1413.  1488 
Heuser,  W.  149 
Heaaler  430 
Hejck  3334.  3346 
Hejdenreich   2S8.   814. 

870.  1097.  1307.  1283. 

1692 
Hüger  33 
Hilfe  2164. 
Hilliger  1994 
Hilling  2777 
HilUcfier  896 
Hintze,  E.  1123 
HintM,  0.  389.  1479 
Hippel,  V    150 
Hirsch,   V.    1365.   1384. 

1386 
Hirsch,  J.  2852 
Historia    Tegemseensia 

186 
Hittmair  23 
Hocqnet  1087 
HSchimann  420 
Höfer  484.  923.  1993 
Hoeffler  2151 
HOUeher  3169 
HOnig  2263 
Hoennicke  30S9 


HSnaana,  v,  23  7  Ö 
Hoemea  3673 
HOfsle,  V.   391 
HoffmaDD,  A.  1039 
Hoffinann,  C    S98S 
Hofhnann,  Ch.  1480 
Hofinuin,  H.  1063 
Hoffmann  -  Krajer    553. 

1813 
IlL.n:äK'Titli.'r  1904 
Hofniaiiii,   F    A.   654 
Hofman,  J.   H.  3ääl 
I  Hortnann.  R.  1090 
Hormeislor  2943 
Hi>(Vi|i-,lf  ilf  Groot  3212 
Ho^ndorp,  ran  3431 
Holder,  A.  562 
Holder,  K.   2211 
Holder-Egger  191.  192 

1011.  2786 
Hollaender  3121 
HoUander  2128 
Holle  538 
Holtse  438.  1713 
Holi  2788 
Holsach  3149 
Holzbaneen  3436.  3448 

3644 
Hoogew«^  1949.  2005 
HoppelerllO.  446. 1020. 

1010.  2862.  3626 
Horchter  116 
Hom  49 
Hotteuroth  620 
Htiuticn   1766 
Houisaye  8463 
Hontroow  398 
Hniiwald.  V.  2172 


Ht.< 


itha  i 


Haber,  Alf,  S47 
Hnber,  Aog.  1987.  3236 
Huber.  P.  1060 
Hubert,  E.  1475 
Hubert,  F.  2998 
Habler  28 
Hflbner  480 
HQckel  3722 
Hüffer  1646.  3409.  3446 
Hflgel,  V.  15fi6 
Harbin  872.  2033 
Hflttner  986. 1971   3266 
8295 
Hufnagel  3311 
Hugo  2066 


Hu  Es: 


1369 


Hnndinger  61! 
Hnnnius   IT 
Huueiker, 


Ilunzilier,  0.  14'JU 
Hupp  2948 
HuHchberg  171 
Huybrigts  »SS 
Hujskens  1357.  -J'JSS 
HjmaDs  556 
Hjperius  1141.  31I9G 
Hjrvoii  3051 

IdiolikoD  58.   181G 
Ihm  810 
Ibmels  116'J 
IlgeQ  87.  411 
Hges  1781 

IIbC  2208  I 

Ilwof  496.   a75Ö.  Sö'ja       I 

Imendörffer  260H  i 

luimich  3233 

lo&ma- Sternegg  37tj 

iDgold  480 

Inveotaire;  arch^ol.  de 
Oand  251.  2032;  des 
obituairea  beige«  246 

hier  441.  —  .1407 

iBüleib  3050.  3065 

JacobBl341>.  2018.2965.   I 
»079.  321tl.  32S3.  3310   1 

Jacklein  295C 

Jahn  2118 

Jafanel  S137 

.Takgch  1069- 2601.  2803. 
2892 

Jaoaen  1502 

Jansen,  H.  2Hiii 

Jantzen  920 

JaDJ  449.  3311  '' 

Jaquet  123 

Jastrow  929 

Jaurei  1682 

Jecht  1016.  1075 

Jecklin  lOlü 

Jellinek  1328.  1T61 

JellinghauB   1831.  2325 

Jenner  1890 

Jentach  1099.  1748  [ 

Joachim  1022 

Jobst  2331 

Jöst  2087 

Joeaten  17  09 

John,  A.  2377 

John,  E.  1437 

Jonas  527 

JoDghe.  de  1B90 

Jordan  1S07.  2012 

Joseph  II.  S322 

Joseph,  P.  1883 

Joaa  3074 


.^tphabetiscfa  ea  Uegiater. 

I   JowanowiUch   1465 
Jürgena  190.  306,  1972. 

2102 
Jung,  F.  904 
Jung,  R.  1125 

litz  1125.  1118 


ritz  11 
3569. 


3579 


Kälber  2693 

Kahl  894 

KiLindl  19138b.  2135 

KaiaeTibyrg,  v.  34C2 

KnisiT.H.  il  1U4Ü.1313. 

2834.  S54! 
Kaiser,  P.  962 
Kaiser,  8.  2136 
Kftiserawiildaii ,  v.  3466 
Kitlli(.lf  :iO«0 
Kalouaek  2725 
Eamanu  623 
Kampstbiilte  1172 
Kandelsdorfer  461 
Kania  I4i3ä 
KanneDgieai^er  3526 
Kuntcr  2100 
Kapper  26.  1979 
Karteis  3075 
Kaaer  1048 
Kaaaer  621 
Kau  3362 
Kauffm&nn,  F.  841 
Kaufmann,  G.  344.  512. 

1646.  3541 
Kaufmann,  J.  612 
Kau&nann,  M.  1762 
Kaufmann,  P.  131.  148. 

154.  1916.  1936 


Kajter  29II.  2986 
Keel  412 
Kehr,  K.  A.  2733 
Kehr,   P.   82.   214.  927. 

2014 
Kehrbach  22 
Keibel  1487.  »334 
Kekule     v.     Stradonitz 

3I3S 
KeUe  960 
Keller,  A.  v.  3202 
Keller,  K.   12 
Kellet,  L.   1147.    1484, 

1612.  3277 
Keller,  B.  3138 
Kemke  84S 
Kenner  807.  820 


Kern,  A.  381.  8217 
Kern,  R    1196 
Kerachbaumer  2048 
KeresenbrOL'h  3006 
KesBler  1138 
Eeudell,  V,  1634 
Keuffer  679 
Keune  808.  2584 
KeiiBseiL  39i 


Ee  witsch  1866 

K-'v.-.i>:T  -2318 

Kbarkevitch  3407 

Ehull  8426 

Kiener  3646 

Kienitz  8 

Kiesselbach  1060 

Kinder  ->1H4,  2192 

Kindscher  3387 

Eippenberg  1402 

Eiicbeisen  3403 

Kirchenhaeher  Schle- 
siens 2022 

Kirchongaleric465.22M 

Kirche  uordnun^en  des 
lö.  Jli,   29S2 

Kiruher  1758 

Kirchhoff  4 

Kirner  2632 

Eisa  1126 

EiBchke  2256 

Kitt«!  1738 

Kjer  833.  2688 

EJaje  1258 

Klarmann  19!  8 

Klaus  126 

Klee  1297 

Klein  1178.  2400 

Klein- Hattingen  3661 

Eleinschmidt  3333.3166. 
3494 

Kleinwitrbter  3381 

Klfiiiiii«   .Archiv  192« 

Eloeppel  1695 

Kill-.-  :•! 

Ki;i<Bdi  iH,v> 

Knabe  2009 

Knapp,  Ch.  27.  1828 

Knapp,  Tb.  422.  2210 

Knebel,  J.  1971 

Knebel.  E.  2860 

Knopper  1117    2952 

Ktietachll31.1917.S176 


*164 


Alphabetisches  Register. 


Knoke,  F.  829 

Knoke,    K.    517.    3076. 

8124 
Knorr  2654 
Knothe  510 
Knott  1293.  2206 
Knobell,  v.  1763a 
Koch,  D.  1193 
Koch,  E.  316.  2871 
Koch,  G.  2723 
Koch,  M.  1606 
Kock  3274 
Kögel,  G.  1731 
Koegel,  J.  2273 
Kohl  790 
Koehler,  0.  1201 
Köhler,  W.  2701.  2936. 

2987.  2990.   3074 
Koehne  1043 
Köllner  288 
König  1569 
Könnecke  1230 
Köpl  1982.  2207 
Koepp  819.  2626 
Körber  809 
Koemer  3546 
Körte  676 
Köster  1770 
Köstlin  1163.  3031 
Koetschau  2257 
Kötzschke  354.  2139 
Kofler  2197 
Kogler  2885 
Kohl,  H.  1632 
Kohl,  0.  809.  2622 
Kohler  1297.  2899.  3186 
Kohte  2041 
Koiffen  1751 
Kolb,    Ch.     499.     1421. 

3280.  3507 
Kolb,  M.  443 
Kolbe  3167 
Kolde  1138.  1185.  2860. 

2981.  2ü82.  3043.  3084. 

8166 
Koldewey  3076 
Kollmaun  35 
Kolmer  3608 
Komfijomy  613 
Komatar  1174 
Komorzynski,  v.  1636 
Konfession ,    Augsburg. 

1189.  2990 
Koniecki  3087  a 
Koolemans  Beijnen  3447 
Kopp  1676 
Kopp,  A.  3204.  3207 
Kopp,  H.  1783 


Koppmann     363.     406. 

1007.   1146.  1889.  2396 
Korrespondenz :     Polit. 

Friedrichs  d.  Gr.  3319 
Korrespondenzen:  Nas- 

sau-Oranische  3007 
Kortüm  3304 
Koser  1447.  1455.  1470 

3325.  3355 
Koulen  596 
Kowalewsky  2209 
Krabbo  931.  2749 
Krackowizer  2045 
Kraeger  1772 
Klatschen  3658 
Krafft  2672 
Krahl  1878 
Kramer  3412 
Krauel  1633 
Kraus,  F.  X.  1742.  2792 
Kraus,  J.  606.  3408 
Krause,  G.  3087 
Krause,  Glieb  3316 
Krause,  0.  105S 
Kraushar  3402 
Krauske  1406.  8243 
Krauss,  A.  1664 
Krauss,  L.  1647 
Krauss,  R.  1628 
Krebs  1252.  1404 
Krefft  366 
Krenzer  2743 
Kretschmayr  202 
Kretzschmar  117.  1898 
Kreusch  463 
Kreutzer  498 
Kreutzer,  J.  1667 
Kreuzer,  E.  1121 
Kreuzzugsbriefe  914 
Kriege  Friedrichs  d.  Gr. 

3380 
Kriegerl573.  2321.  3429. 

3464 
Kroener  340 
Kröss  1183 
Kroker  140 
Kronenburg  486 
Krones,    v.    349.    1030. 

1046.  1979 
Krudewig  1307 
Krüger  8632 
Krflkl  8377 
Kruske  3040 
Krystufek  2266 
Kubitschek  2612 
Kudrun  836 
Kübom  2093 
Kilchler,  A.  274.  1284 


Küchler,  J.  216 

Kügelgen  3033 

Kühnau  605 

Kühnel  1832 

Kühl  1204.  1268 

Kuhn,  R.  Th.  2344 

Kuhn,  Kich. 

Kuhnert  543 

Kun8tdenkmäler(-male) : 
Baiem  261.  2027;  Böh- 
men 248 ;  Mecklenburg 
256. 2040 ;  Schweiz  250 ; 
Posen  2041.  —  (Vgl.: 
„Bau-  u.  Kunstdenk- 
mäler*' !) 

Künstle  569 

Kunz  1650.   1681 

Kunze,  J.  2793.  — 3123. 
3632 

Kunze,  K.   1053.  2006 

Kupfer  3529 

Kupke  3247 

Knrschat  47 

Kurth  866.  2700 

Kurz  462 

Kutschmann  570 

Kva^la  3263 

Kwiecinski  2125 

Laban  1811 

Laband  1696 

Labeaudoriäre,  de  3469 

Lachenmaier  816 

Lackner  1632  a 

Lackowitz  1343 

Lacroix  1641 

Laeger  2307 

Laenen  8346 

Lager  1356 

Lair  909 

La  Jonquiäre,  de  3438 

Laloire  1894 

La  Mara  1779 

Lampel   26.  1864.  2785 

Lamprecht  1777.  1815. 
1994.  2042 

Landau  1438.  —  2293 

Landmann,  F.  2290. 2937 

Landmann,  K.  v.  1391 

Landshoff  8391 

Landsmann  2083 

Landtagsakten :  Hessi- 
sche 224 ;  Emestini- 
sche  2011 

Lang,  A.  3030 

Lang,  J.  3060 

Lang,  R  1312.  2300. 
3484 


Lange  1446 
LaagelQlje  1343 

Laugenberg  'S9m 
Lange uhan  S341 
Langeninafr  23  87 
Langer,  E.  bM 
Langer,  J.  540.  8242 
La  Röncii^re  2790 
Laeker  360i 
Luski  2'jßg 
LusHiilIe  31310 
Laeteyrie  1788 
Lan  216 
Laube  3649 
Laubert  1470 
Laubmann,  v.  1767a 
Lauchert  3293.  3628 
Lauer  916 

Lauffer  617.  2387.  2402 
L aurin  992 
LauKMedat  16S3 
LavBter  338(t 
Le  B^gue  de  Qerminy 

1691 
LeceBtre  3231 
Lechner  869 
[.■:  Imirl,  -de  3321 
Ledebur,  v,  1874 
Ledermann  157ii 
LedOB  2923 
Leen  acte  D  2879 
Lefort  127 
l.i?gbanil  2362 
L^gian   Klapka  1G6& 
Legrelle  325U 
Lehautoonrt  1672. 1680. 

3672.   SG77 

Lehfeldt  2U37 
Lebmann  3276 
Lehndorf,  E.A.  H.  1*44 
Lehndorff,  II.  \.  3421 
Leliner  794.  BIO.  S622 
Leichtentritt  1480 
Leidinger  981    1970 


Leim 


:  2331 


Leipoldt  2117 
Leitzmann    1G19.   1631. 
330» 
Lemcke  267 
Lemmena  1078.  2759 
Lemmi  1&5S.  8180 
Lemoine  1469 
Lener  2298 
Lengnich  8167 
Lennartz  294.  485.  674 


Alphabe  ÜBchea  Register. 

Lenz  3I8J 
Leo,  E.  3138 
Leo,  H,  943.  27(17 

Lcoiihard  223(> 
Leroux  1792 
LeBort  1018 
LeBsing,  v,  3682 
Lessing.  J.  2401 
Lettow-Vorbetk,v.3481. 

3664.  3699 

LevillainaS9.266a.  2671 

Levison  9i>i».  2661.  2673 

Levy,  A.  42» 

L6vy,  J,   1991 

L^vy-Schm^ider  3490 

Lewin  141.S 

Lewis  8611 

Leier  62 

Leydolph  1572 

Licbtenberg  1631.  3390 

Licbtesberger  1469 

Lichtfust   3008 

Liebe  418.  2267.  2371 
3219.  3268 

Liebenau,  v.  1330.  1696. 
2844.  9909.  3092 

Lieder  d.  Edda  834 

LiederhandsL-hrin,  Je- 
naer 2783 

Liedtke  1079 

Lii;aegaiig  2("1W 

Limaii   liiH4 

Litiibiirc,'-Stiruiii  2801 

Limea:  obergerm.-raet. 
814.  262S;  rOm.  in 
(.k'flieiT.  acai 

Liiidi^maon  317 
Liz.dfii^lumpf  S834 
Lindner,  O.  3032 
Lindner,    P.    186.    472. 

2276 
Lingg  692 
Lingke  372 
Linke  1603 

Linn<LinBenbarth  1623 
Linnebom  1090.  2939 
LiuBenmayer  473 
Lippert,  F.  3063.  8163. 

3154 
Lippert,  J.  10G7.  2897 
Lippert,  W.  324.  IUI. 

1976 
Lippiflorium  928 
LiBt  2S58 
Liait  1779 
Litzmann  2361 
Locher  1687 
Lockner  1886 


•155 

Lo5,  de  952 
Loebell,  v.  3459 
Loening  3606 
Loesche  19,  494,  2924 
Loeachke  8l9 
Loewe,  J.  1703 
Loewe,  R.  839 
Loewe,  V.  1406.  1618 
Lohmejer,  E.   1801 
Lohmeyer,  K.   17.  1807. 

2121 

Lohre  3376 
Lammer  1876.  2068 
Lorch  3113 
Lorenz,  H,  2889 
Lorenz,  O.  3656 
LoBertb  2846.  8103 
LoBch,  H.  1706 
LoBch,  Ph.  3220 
Lottin  3442 
Loupot  3584 
LouTOt  3610 
Lowell  1473 
Loye,  de  2796 
Lucanua  1461.  3312 
Luchaire  2669 
LudorfF  266.  2033 
Lacking  1521 
Lüdecke  3612 
Lüdors  2106 
Liidicke  8179,  8217 
Ltllmann  2261 
Lüntzel  3528 
Liltkemann  3171 
LülJcen  3646 
LOtolf  2064 
LuginbOhl  1210.  3060 
Luise    (Königin)    IM». 

8422 
Luachin   v,  Ebengreoth 

114,   1884 
Luthordt  1613 
Luther,M.1131ff,297eff. 
Luthmer  203O 
Lutacb  2041 
Lutz  1461 
Lutze  193 
Luzio  1049  a 

Maanen,  van  1903 

Maass  628 

Macco  169.  1302.   1936. 

1937 
Maczkowaki  335,  1881 
Hader  666 
Haennel  8865 
M&usa  8166 
Uaere,  R.  I8S8 


•166 

H»ere  d'Äertrjcke  1008 
HfthLmann  137a 
HiJdiow  1660 
Huiaconlü  8630 
Mamlrot,  de  8887 
Handr;  8^83 
Hugold,  K.   3iOO 

Haii8t«in   101.  ir.3 

Mant*'iifft-I.  V  16äf.8580 
Martk-   I.i:.3    3y.-.,^ 
Marc^ali   l'.ii'p" 
Unei  3302 
Hueticb  V.  Riv-AlpoD 

ibSi 
Margraf.  E.  661 
M&rktfrar,  H   101!.  Ii06 
Märki  awfil 
Marmi-T  -.'^l" 
H&meffe,  de  23i 
Harquard  1161 
Harriage  694 
Harachall  v.  BteberBteio 

8488 

MartPii-s  dB  197.   1878 
Martiu  IV    a>*l 
Martin. K.ü:l.?i3tt  I7ö8ft 
Martin,    K     ITUfj 
MarttQi^t  311)1 
HutmieD  3671 
Man,  A.  B.  1778 
Harz,  E.  8113 
Man,  J.  842.  —  2817 
Hon,  K.  3618 
Man,  H.  609 
Haachke  1467.  3687 
Haauer  1SS9 
Ifasaias  3038 
MiltliLiuf.Vi.lu.liiii  8182 
MutiDK-SBiiiiiilir    106a. 

1076 
Hatthaei,  A.  8346 
Hatthaei,  O.  2636 
Hatthaei,  H.  S986 
Hatthiae,  F.  8671 
MaKliia«,  Th.  1868 
Matthid  L'S7 
Matrikoüid.Univ.StrB.is- 

buTR  507 
Maurer  »703 
May  460 
Ha;er,  A.  808 
Ha^er,  E.  3664 
Mayer.  F.  M.  S6S 
Hayer,  F.  X.  8167 
Hayer.Henu,  1306.8316. 

8406 
Mayer,  Joh.  2726 


Alpbabetiachea  Register 

Mayer,  Joh.  Oeo.   1184. 
I      1866 

I   Mayer,  Jul,  479.  1729 
,  Mayer,  0.  1103 

Mayer,  W.  2134 

Maync  1766 

Mayr,  M.  266.  MU' 

Mazzatinti  843 

Hasti  2 1103 

Heder  666.  2363 
:    Mehlia   789.   897.  271:>. 
2587 

Mehrine  1056 

Meier.  B.  3941 

Meier.  G.  8948 

Meier,  H.  3170 

Meier,  P.  J,   1870.  3315 
,   Meier,  S.  691 
'  Heinardna  300T 
I  Heinecke  1631.  8641 
I  Heinuna  2841 

Meiachke  168 

Meisinger  1850 

Mii-l.T,    A     922.   2737. 

Meister.  J.  2578  1 

Meieter,  U.  8248 
Heiaterlin  348S  ! 

Meitzen  8170 
MelaDchthon  8982  1 

Uelchera  2266 
Helchior  478  j 

Meldegg,  r.  8366  I 

Hell  1486 

Menuninger  421  I 

Hemoiren  e.  Oslerr.  Ve-  ! 

t«rftiien   16SD 
Henadier  104.  1900 
Heii£fk  1210.  3880 
Uende  2342 
Menge  1582 
Henne  1633 
Henti  1880 
Herckel,  J.  3614.  8678 
Herk  1860 
Heikel,  J.  1071 
Herkel,  P.  8884 
Herkle  1816 
Merti,  G.   1809 
Her«,  W.  1938.  1B86 
Meeaard,  de  16S8 
Meatwerdt  810 
Mettig  1054 
Hetzech  -  Reicbenbach 

8424 
Ueyei,  A.  8866 
Meyer,  C.  8696 
Heyer,  Ch.  8886.  8820 


Meyer,  E.  H.  3676 
Meyer,  F.  326 
Meyer,  Herb.  2331 
Hejer,  Henn.  306,  2i83 
Heyer.  J.   2063 
Heyer.  K.  2404 
Meyer,  RH,  1764.2326 
Heyer.  Walter  17 
Meyer.  Wilh.  859 
Heyer  v.  Knonau  2194. 
3370 

Mejerinck,  v.  3669 
Mey  ermann  1862 
Miaakowaki,  v.   2989 
Michael.    K     950.    952. 

1084 
Miehael,  W.  1397  3133 
Michela  1382 

MicIk^Uqu    löll 

Mu!iU-r  ia»4 
Hieck  706 
Uiclke  602.  1290 
Millinger  1686 
Hill  1733 
Miiiiiiiiirorody-Allcr- 

Mirandolle  3282 


Miri-  ^-Ciö 
MiUscliki-  -11.11    2010 
Modem  3357 
Moeller,  E.  v.  8692 
Moeller,  H.  1876 
MSrath  166.  1288.  3097 
HOrtzBch  2910 
HOeer  8374 
Moewe«  788.  8673 
Mohl,  Y.  1639 
Moliuier  2666 
Mollenhauer  3702 
MolltaanD  OST 
Mollvfo   1057 
Mottke,  H.  T.  3636 
Moltke.  S    878.  405 
Mone   I6!*y.   1741 
HonäB  del  I^uol  S607 
Monud  2668 


dt 


Mop 


iccoli. 


Kqiliesfor- 
t«iiaia  191 ;  Hungaria« 
herald.  93 ;  palaeogr. 
78.  1854 

Morel  911 

Horitt  3184 


Moriz  -  Eichbora     1120 

1340 
Monis  33äl 
Hos&pp  1634 
Moser  1349 
MosHmaan  ISTS 
Motta  Ü32 
Mourek  57 
Mowat  18S7 
Muct  802.  860.  2G06 
Mücke  618 
MQhlbrecbt  1808 
Mülhaupt  2260 
Malinen,  v.  2814 
Müllenheim  v.Recfaberg, 

V.  157 
MUÜenhoff  397.  —  64* 
MaUer.  Aeg.  293.  S191 
Müller,  Aug.  V.  622.  — 


601 


1247 

Müller,  Carl.  63. 
MQller.  E.  F.  K.  2991. 

.HU7 
Müller,  D.  t.  3596 
Müller.   Ernst    916.    — 

2002 
Müller,  F.v.  1608.  —  3696 
Maller.  G.  8133 
Müller,  Geo.  278.  —  1786 
Müller,  J.  231.  —  275 
Müller,  Jobs.  1006.  — 

1243 
Müller,  Jos.   1620 
Müller,  Karl  3368 
Müller,    Leonh.     1699. 

3609 
Maller.  Mart.  608 
Müller,  Mich.  277 
Müller,  R.  1816 
Müller,   Rieh.    581.   — 

1816 
Müller.  Wilh.  3683 
Müller,  Willib.  539 
Müllmano  455 
Müllner  106.  382.  390. 

807.  2180.  8371.  3509 
Mülverstedt    831.    866. 

1921.  2146 
Müncheberg  423 
MüQQich  3306 
Hönzenbergtr  6i7 
Mnscbeck    1790     2007, 

3664 
Mugnier  3009 
Muller,  P-  L.  3119 
Muller,  S.  983.  2281 
Mummenhoff  682.  1294 
Muntz  3162 


Alphabetisches  Register. 


Nabholz  1267 

Näher  663 

Naget,  0.  3262 

Nagl,  J.  W.  618 

Nalbandian  1740 

Niisauu  271*1 

Nathuaius,  t    1933 

Naudt^  UOU 

Naue  786.  2680 

Naumann,  L.  2113 
I   Naumann.  M.  2804 
I   Nebert  2919 
I  Necker  1760 
I  Necrologium,  d.  St.  Ser- 
'     Taasabdij    te    Utrecht 
I      2916 

Nef.  K.  U29 

Neff  1439 

Nehcing  606 

Neue  602,  2'2'.]0 

Nentwig  16    641.   2320 

Ncrper  106'2 

Neri'lK-h  3617 

Neatler    1.-.37 

N\.t.)li«-vkii  178 

Nt'tihiininnT  1323 

Neu  1S64 

Neubürger  2218 

Neiilintf  S2H6 

Neumann,  C,  8311 

Nenmann,  P.  1039 

Neumann,  W,  2334 

Nulci-i'LTKIT    132 

Niemeier  2806 

NiemOller  1424 

Nieuscn.  van  287.  1066 

Nillea  86 

Nobbe  8016 

Noil  2689 

Nolte  2780 

N'oiTiiiia     i;i?oj,'r,     Neer- 

kiid  1^3(1 
NovaÜ  26aw.  2675 
Nowotny  S612 
NnglJBch  1044 

Oberhummer  1817 
Oberaitz  1846.   1918 
Obser  1110.  1501.  3897. 
8418 
Obst  229 
Odo  abbas  Cluniac  3769 


•157 

Oechali  180 

Oelsnitz,  t.  der  2266 

Oergel  609.  1745.  2961 

Oertzen  120 

llf^lcrliaus  36G4 

Oh]eusehkgcr2QB0.26U 

Oidtmann  571.   1947 

Olirier,  J.  J.  677 

Ollivier,  t.  1658 

Ommen  1G8S 

Oncken,  H.  3649 

Oncken.  W.  8635 

Oorkoadenboek  van  Hol- 
land en  Zeeland  221 

Oppell,  V.  1877 

Oppermauu  330 

Orano  3004 

Ortner  8067 

Ortroy.  Tan   1330 

Ortschafts  Verzeichnis : 
Oldenb,  36;  Schles.  46 

Osbom  1777  a 

Ostpreussen  1840 

Otteutbal,  V    204 

Otto,  E,  2163.  3868 

Olto.    F.     1515,    2898. 

3163.  saaa 
«nto,  U,  ÖÖ2 

Ovcnnanu  2äÜ 
Ow,  V,  156.  1648 

Pallas  300,  3112 
Panzer  8744,  2782 
Paoli  75,  1856 
Paolucci  2761 

Pappenheim  2237 

Paret  600 

Paris  2678 

Parkow  1146 

Fascot  2642 

Paasow  987 

Pastor  8549 

Pandler  3191 

Paul  64 

Pauli  1838 

Paula  2902.  —  3057 

Paulus,  C.  1086 

Paulus,  N.   1090,  1173. 

ISll    13S3.  8981 
Paulach  69 
Pazaurek  S8&8 
Pelissiei,  E.  890 
PL-Iiasicr,  L    Q,  2888 
Pellegrini  8718 
PeUer-Barensberg  SMS 
Penarich  1026 
Penzier  1«86 


•158 


Alphabetisches  Register. 


P^rini,  de  3405 
Perlbach  905.  2768. 2944 
Person,  Gobel  2819 
Peters  3340 
Peter«,  H.  1355 
Peters,  0.  2343 
Petersdorff,  v.  1648. 1655 
Petre  3455 
Petreus  3094 
Petter  2612 
Pezold,  V.  330 
Pfaff,  F.  2317 
Pfaff,  K.  2585.  2619 
Pfau  322.  2119 
Pfeffer  2805 
Pfeifer  2035 
Pfeil  1468 
Pfennigsdorf  311 
Pfister  1590 
PBeger  402.  2278.  2953 
Pflugk-Hartung  81.  996 

—998.1858.1859.2810. 

3482 
Pfülf  1659 
Philipp  1850 
Philippi,  A.  566 
Philippi,F.  34.1873.2714 
Philippsoll  1876 
Piaget  1257 
Pi6  2576 
Piccolomini  2832 
Pichler  1771 
Pick  1104 
Piderit  3095 
Pietsch  1522 
Pinsker  3141 
Pirenne  13.  297.  2094 
Planitz  2984 
Platen,  A.  v.  1757  a 
Platen,  P.  357 
Platner  2591 
Plehn  331.  2213 
Plesser  468 
Pleyte  2031 
Plitt  2982 
Ploug  3531 
Plüss  147.  1796.  2839 
Pniower  1427 
Pochhammer  8625 
Podlaha  248.  2265 
Poeschel  1786 
Poetters  610 
Pohl  3505 
Poincenot  1165 
Poizat  1580 
Polaczek  2026 
Polak  8331 
Pollacci  2754 


Pometti  3246 

Poncelet  2737 

PoDSchab  2302 

Poole  1861 

Popp  815.  2622 

Poppe,  F.  36 

Poppe  Th.  1588 

Porcia  Policreti  2841 

Porges  1460.  3331 

Porsch  1530 

Poschinger,  H.  v.  1628. 
1644.  1769.  3529.  3530. 
3554 

Poschinger,  M.  v.  1639. 
1669 

Postina  3134 

Potter,  de  2096 

PoUhoff  394 

Preen,  v.  609 

Preisenhammer  1388 

Prescher  814 

Pressel  524 

Preuss,  F.  1164 

Preuss,  G.  F.  1389. 1391 

Preuss,  H.  3612 

Priebatsch  2898 

Pribram  1364 

Priebsch  176 

Prinsen  2999 

Privatbriefe  d.  M.  1127 

Prochnow  970 

Pröbsting  301 

Prümers  3355 

Prutz  323.  1454.  2121 

Publikationen :  d.  Ges.  f. 
rhein.G.kde.  182.1960; 
a.  d.  preuss.  Staats- 
archiven 1965 

Puchesse,  de  3576 

Puchta  2309 

Puntschart  2132 

Pyl  1042 

Quanter  445 
Quantz  2594 
Quellen  z.ilothr.G.  181; 

G.   d.  Papsttums   177; 

Schweizer-G.  179. 1958; 

Schweiz.     Reform.  -  G. 

1145;  G.d.  Stadt  Wien 

203 ;  G.  d.  Zeitalters  d. 

franz.  Revol.  1545.3409 
Quellen  U.Darstellungen 

z.    G.    Niedersachsens 

1961 
Quellen  u.  Forschungen 

z.  G.  etc.  Oesterreichs 

1966 


Quellen  u.  Untersuchuu- 

Sen  z.  6.  d.  Hauses 
[ohenzoUem  1966 

Quellenbuch  z.  Schwei- 
zer-G.  180 

QneUensammlung :  d. 
Ges.  f.  schlesw.- holst. 
G.  1962;  z.  dt.  Reichs- 
staatsrecht 3603 

Quilling  80*J 

Quincy,  de  3231 

Qui.storp  161 

Raab,     v.      151.     234 

1038.  1047.  1350.  2872 

2881a 
Raadt,  de  1872 
Rabenlechner  1181 
Rachel  2156 
Rachfahl  1649.  3640 
Rackwitz      326.      1414. 

1540 
Rade  1162 
Radecke,  v.  3582 
Radlkofer  1189.  2959 
Rahn    250.    568.    1335. 

2337.  2962 
Rambaldi  1023 
Ramsauer  1817 
Rantzau  3618 
Rapp  1821 
Rast  3140 
Ratti  2716 
Real  2089 
Reber  2579 
Rech  1561 

Rechnungen  v.  St.  Ste- 
phan zu  Wien  2890 
Rechtfibronnen  van  Tiel 

2903 
Rechtsquellen  d.  Kant. 

Bern  1986 
Reckert  622 
Recueil:   des  anc.  cou- 

tumes  de  la  Belgique 

1999;  des  anc.  ordon- 

nances  de  laBelg.  3321 ; 

de     trait^s     (Martens) 

197.  1973 
Redlich,  Osw.  204 
Redlich,    Otto  R.    722. 

2886 
Redlich,  P.  1208.  1610. 

3080 
Redtenbacher  162 
Regesta:  dipl.  hist.  Da- 

nicae    2015;     episcop. 

Constant.  211 


Alphabetisches  Register. 


♦  1  X 


159 


Registres :  Alexander  IV. 

2796;  Gregor  IX.  2 742; 

Martin    IV.    981;    Ur- 

ban  IV.  980 
Rehm  350.  1749 
Rehnisch  3665 
Reibnitz,  v.  163 
Reiche,  R.  2122 
Reiche,  Th.  3315 
Reichenbach  -  Goschütz 

155 
Reichenberger  1268 
Reichert  1087 
Reichmann  3125 
Reichstagsakten  2833 
Reicke,E.  516.  582.1116 
Reicke,  R.  3506 
Reimann  1115 
Reimer  2910 
Reinecke,  P.    785.  2580 
Reinecke,  W.  2191 
Reinfried  1417 
Reinhard,  Chr.  3406 
Reinhard,  R.  1814 
Reinhofer  2390 
Reinhold  3222 
Reiser  2382 
Reiset,  de  3428 
Reiter  48 
Rembert  1203 
Ren^mont,  de  1661 
Repertorium  diplom. 

regni  Danici  2016 
Resch  109 
Ress  315 
Rettberg  3048 
Reubold  2227 
Reusens  508.  2295 
Reuss  1265.  2078.  3161 
Reuter,  Ch.  1065 
Reuter,  E.  990 
Reuter,  H.  2003 
Rey  2020 
Reybel  3139 
Rheude  94 
Ribbeck  1752 
Ricci,  de  806 
Richel  1540 
Richter,  Bemh.  1756 
Richter,    Bemh.    Frdr. 

1431 
Richter,  F.  534 
Richter,  J.  W.  0.  1668 
Richter,  0.  321.  3186 
Rieber  3032 
Rieder,    K.    212.    1093. 

1990.  2912.  2925 
Rieder,  0.  20.  352 


Riedler  1259 
Rieger,  F.  2247 
Rieger,  M.  2780 
Riehl  1332.  2027.  2345. 

—  3644 
Riemann  1625 
Riemer  1273 
Riesenbeck,  v.  3418 
Riesenthal,  v.  1278 
Rietsch  2773 
Rietschel,  S.  2235.  2728. 

2765 
Riezler  1254.  1Ö88 
Rijn,  van  3347 
Rimpau  3350 
Ringholz  1081.  2270 
Ringisch  wen  dtner  3165 
Rische  327 
Ritter  1426 
Ritter,  M.  1238 
Ritterling  818.  819.882. 

2620.  2625 
Robiony  877 
Rocholl  1197 
Rodolico  78 
Roediger  3667 
Röhrich  332 
Römer  3026 
Röring  2926 
Roessel  459 
Rössing  164 
Rohde  636 
Rohden,  v.  1716 
Rohne  3625 
Rolfs  1611 
Rolleder  167 
Roller  223.  1909 
RoUett  2047 
Roloff  3590 
Romagny  3573 
Romanowski  335 
Rooses  3210 
Ropp,  V.  der  1060 
Roques,  V.  2001 
Rosanoff  1506 
Rosbach  1746 
Rose,  J.  H.  3434.  3460 
Rose,  W.  2257 
Rosegger  2373 
Rosenfeld  1717 
Rosenlehner  1394. 1395. 

3249 
Rosenmund  80 
Rosin  3640 
Rossi,  de  3457 
Roth,  F.  W.E.  2950.3200 
Roth,  Frdr.  1189 
Roth,  W.  2294.  2900 


Rothert   437.  488.  3107 
Rothschild  2220 
Rott  2060.  3150 
Roustan  3668 
Rovigo,  de  1541 
Rüben  1697 
Ruckert  1847 
Rudeck  2368 
Rudkowski  2311 
Rudioff  2760 
Rubel  346.  2098 
Rühl  1548.   1626 
Rüther  1576 
Ruötz  1286 
Rüge,  S.  1326 
Rüge,  W.  1314 
Rumann  2683 
Runge  15 
Ruppersberg  288 
Rzehak  2577 

Säbel  95 

Sabron  3478 

Sachs,  Hans  3202 

Sachsenspiegel  2761 

Sachsse,  E.  1141 

Sackur  878.  908 

Sägmüller  2730 

Sahm  333 

Saldem,  v.  1676 

Salembier  1088 

Saliger  1311 

Sammlung:  bern.  Bio- 
graphien 173.  1950; 
Schweiz.  Rechtsquellen 
1986 

Sander  267.  469 

Sannes  3047 

Sanuto  3005 

Saran  2783.  2785 

Sartori  -  Montecroce 
2133.  3188 

Sauer  1619.  —  3674  a 

Sauerland  214.  1229. 
2790.  2799 

Saul  67 

Sautter  786.  2582.  — 
2200 

Sauzey  3452 

Savary  3035 

Savelsberg  1829 

Savoye  2980 

Saxo  Grammaticus  920 

Scaramella  2855 

Scharschmidt  3670 

Schack,  V.  1676 

Schädel,  B.  2163.  3194 

Schädel,  L.  3366 


•160 

Schäfer,  C    66(i 
Schäfer,  D.   übt 
Schäfer,  E.  36!4 
Schäfer,  F    17J5 
Scb&fer.  B.  218 
Schaefer.  K.  23S8 
SchBfer,  R-   1931.  ilSB 
Schur  b6i 
Schaff  3113 
Schalk  iibl.  3891 
Schatr.  A    1650.  2367 
SchatE.  J.  STM.  2968 
Schaumbell  3316 
Schede  l«3J 
Scheel,  H    v.  170* 
Scheel,  W.  1297.  !899 

S.hetfrt,   Tl.     1.137 
Sriiff|.r-Hi.n-h(i!vl  92i. 
•ilbtl 
Scheffler,  K.   1861 
Scheffler,  L.  v    1767* 
Scbeibler  3365 
S.  I1..1.I    \li-l    1776 
Scheini  2670 
Scheiter  3216 

Schell  39S,  696,   222» 
Schellhasa  3101 
Scbemaim   3617  a    3672 


Scherer,  C.  2319 
»cherer.  J.  E.  2216 
Scherer.  W.  2831 
SchiapftreUi  2014 
8chicka^  481 
Scbickert  113 
Öchiedenuair  3301 
Schicmaitii   15:>3    1636 
Schittf«  -M'-i-l 
Schiffmann    Uli     2297. 

2735.  2772 
Schilling  1010.  2828 
SchimmelmaDn,  v.  3356 
Schimpff,  V.   1677 
Schipa  831 
Schirmer  3067 
Schlager  3030 
Schiebt  555.  3273 
Schlichting,      v.     1664, 

1718.  3682 
Schlie  356-  3010 
ScliliUijr  1474.  aaii 
Schliz  788.  798.  2663 
Schloemer     369.     130ö. 

21S1 
SchloBser  3115 
Schlater  8611 
Schmerber  2336 


Alphabetiicbea  Begüter. 

SchmertoBcfa  t.  RieseD- 

thal  1378,  1920 
Schmid,  G.  616 
ächmid.  J. 


ml.  K.  A.  613 


353    2929 
Schmidt  2981 
Schmidt,  A.  392 
Schmidt.  8.  1933 
Schmidt,  Ch.  61 
Schmidt.  Erich  649.  9B8 

1335.  1505.  1515.  1651. 

1771     3638,    3657,    — 

3186 
Schmidt,  F.  G.  O.   113a 
Schmidt.Ferd.Jak.  1513 
Schmidt,      Frdr.      126. 

1906.  —   1276 
Schmidt.  G.  H.  1061 
Schmidt.  H.  2111.  2881 
Schmidt,  J,  3164 
Schmidt.  E.  E.  IUI 
Schmidt.    Kuohardt   t. 

1675 
Schmidt,  L.  1777* 
Schmidt.  Ldw.  846. 3609. 

2613    —  3836.  3435 
Schmidt,  M.  G.  11 
Schmidt,  P.  1011 
Schmidt,  P.  v.  3636 
Schmidt,  V.  1983 
Schmidt,  W.  2386 
Schmidt,  W.  A.  1233 
Schmitt,  F,  J.  898,  974. 

2310 
Schmitt,  H.  2097 
Schmitt,  R.  35S7 
Schmitz,  J.  2889 
Schmitz,  L.  2904 
SchmoUer    1406.    1479. 

2186 
Schnackenbarg       1187. 

3361 
Schnapper-Aradt  3373 
Schnehen,  v.  3666 
Schneider,  E.  1192 
Schneider,  F   3387 
Schneider,  H.  530.  1316 
Schneider.  Ph.  2796 


Sfhii 


>  489 


ScLn..- 
Schnippel  B81 
Schnitser  8S8 
Schnorr    y.     Carolsfeld 

1781 
Scbuürer  861 
Schober  1453 
Schfiffeiwprache  8008 


Schöffmatui  106.  112 
?cböU7  9ST   1934   8364 
SchSabach«64  9I1.ST38 
SchOnbmaner  666.  2363 
Schone  &31 
Scho«ngeD  1863 
SchOnherr    1910.    206* 
2110.  2680.  S785.  2868 
2860   3881,  2973.8058. 
3069.  3330.   3361   3307 
Schüttle  2300 
Schölten  2279 

Schoof  650.   1851.  361S 

3657 
Schoop  810.   8088.  8639 


Schrener  2686 
Schriever  575 
Schriften;   d.   k.   säche. 

Kommiu.   f.   G.    1961; 

d.  Ver.  f.  Bef -G.  UM. 

3011 
Schroedel  166.  —  1276 
Schröder,  A.  S070 
SchrMer.Alfr  893.1181 
Schröder,  Edw.  966 
Schroeder,  F.  856 
Schrörs  871 
Schröter,  F    1481 
Schröter,  0.  1483 
SchrOtter,v.  119.  — 2185 
Scbrohe  8808 
Schnbart,  Chr.  Pr.  Dan. 

1529 
Schnbart,  F.  W.  949 
Schubert,  A.  806 
Schubert,  H.  v.  3701 


Schubert,  Hi . 
Schobert  -  Sol« 


1125 


3 


»94 


SrliüL-hhiii-ril   819.  26J9 

8682 
Schncht  3308 
Schüddekopf  168 1 .  S348, 

8890 
Schatte,  G.  3616 
Schatte,  L.  408 
Schotte,  0.  72 
Schatze  868 
Schnller,  Fr.  1810 
Scholler,  O.  A.  HO.  316B 


Alphabetisclies  Register. 


•161 


Schullerus  1846.  1852 
Schulte,   AI.    398.    946. 

2188.  2798 
Schulte,  F.  V.  33Ö8 
Schulte,  W.  386.  947 
Schulthess  3590 
Schultz,  A.  1383 
Schultz,  F.  1757 
Schultz,  S.  2291 
Schultze,  M.  8432 
Schulz,  F.  T.  976 
Schulz,H.  1616.  — 2747. 

2804.  —  3108 
Schulz,  0.  1468 
Schulze,  E.  308 
Schulze,  L.  2924 
Schulze,  Th.  134 
Schumacher   789.  2583. 

2617.  2647 
Schumann      793.      796. 

2696.  2597.  2714 
Schuster,  F.  X.  476 
Schuster,  G.  1436.  3146 
Schuster,  H.  367  a 
Schwabe  3292 
Schwalb  3636 
Schwalm  998 
Schwamborn  295 
Schwan  1527 
Schwandt  123 
Schwanold  3501 
Schwarzkopf  8339 
Schwartz,  P.  624  1210. 

1411.  1441.  1484. 1602. 

3273 
Schwarz,  B.   280.  2073. 

2076 
Schwarz,  M.  1536 
Schwarzer  613 
Schweder  2313 
Schweitzer,  V.  1241 
Schweizer,  A.  2842. 8279 
Schweizer,  P.  208.  2395 
Sehwerdfeger  8832 
Schwieters  265 
Schwinger  2274 
Scriptores :  rer.  Germ,  in 

us.8chol.2716;  rer.Siles. 

196;  rer.  Merov.  858 
Seckel  3664 
Sedlitzky  2364 
Seeberg  8022 
Seefried  956 
Seelig  2140.  2141 
Seeliger  888 
Seemüller  977 
Segarizzi  2633 
Seger  1901 


Segnitz  1780 
Segre  2856 
S^gur,  de  3238 
Schling  2992 
Seidel,  E.  A.  318 
Seidel,  P.  3394 
Seiffert,  B.  602.  1298 
Seiffert,  K.  351 
Sellier  1623 
Sello  238.  367 
Sembritzki  136.  2126 
Semerau  3658 
Senkel  1709 
Senst  2181 
Sentzer  1726 
Sepp  884.  891 
Seraphim  1377.  3401 
Serviferes  2966 
Setzepfandt  2109 
Seuffert  3300 
Sevens  2807 
Sevin  281 
Seyler  86 
Sichart,  v.  1663 
Sickel,  Th.  R.  v.  1222 
Sickel,  W.  2724 
Siebeck  3386 
Siebert  232.  1919.  2797 
Siebmacher  90.  1869 
Siebourg  824 
Siegel,  westf.  87 
Siegel,  K.  1074.  3110 
Sieveking  2895 
Sievers  2709 
Sijmons  834 
Silbermann  2120 
Silbernagl  1721 
Sillem  403 
Simböck  2968 
Simeoner  3427 
Sinmi  2263 
Simmel  3156 
Simonetti  8053 
Simson  3618 
Simson,  B.v.  1651.3548 
Singer  40 
Sittier  248 
Sixl  2257 

Sixt  808.  2618.  2714 
Skalsky  1286 
Skladny  2312 
Skutsch  2392 
Snelting  2281 
Sohm  847 
Soldan  801.  2604 
Solmi  2686 
Sommeregger  3643 
Sommerfeldt  1080. 1282. 


1351.  1547.  1600.  1737. 

1948.  2127.  2172.  3106. 

3173.  3421.  3422.  3458 
Sorel  3444 

Souhesmes,  de  448.  2238 
Spach  1742 
Spahn  3233.  3647  a 
Spalatin  2984 
Spangenberg  355 
Spanheim  1366 
Specht  1490.  2292 
Spichtig  3297 
Spiering  3420 
Spiessen,  v.  98 
Spirptis  1319.  3201 
Spiringer  2303 
Spirkner  2301 
Stuenow  1464 
Stadtbücher ,      Zürcher 

2875 
Stadtrechte:   oberrhein. 

(elsass. :  Schlettstadter) 

1989;  schweizer  (Arau 

U.Bern)  1986;  westfäl. 

226 
Stärdte-    u.    Urkunden- 

bücher:  Böhmen  1982 
Stägemann,  V.  1548. 1626 
Staöl  V.  Holstein  2147. 

3614 
Stalin,  V.  1064.  1249 
Stäsche  2388 
Stammbuch,  Grimmen- 

ser  176 
Stammler  471.  568 
Stammtafeln      d.     Ge- 
schlechts   V.    Bothmer 

142 
Stange  791 
Stanger  1621 
Stark  497 
Starke  1341 
Starzer  415.  2205.  3145 
Staub  203 
Stauber  146 
Stauffer  262 
Stavenhagen,    0.    996. 

2874 
Stavenhagen,  W.  42 
Steck  1697.  2984 
Stegmann  573.  2965.  — 

828 
Stehlin,  K.  2945 
Steichele  2070 
Steiff  7.  29 

Steig   1622.   3619.  3658 
Steimle  2622 
Stein  1605 


•162 


Alx>habeti8che8  Register. 


Stein,  A.  826 
Stein,  B.  1012 
Stein,  Ph.  3379 
Stein,  W.  2006.  2189 
Steinacker  1857.  1858 
Steinberger  996 
Steinecke  1420 
Steiner,  A.  3673 
Steiner,  J.  810 
Steinhauaen  18. 582. 1 127 
Stcndell  130 
Stengele  282 
Stenger  602.  3415 
Stephani  865 
Sterchi  3696 
Stieda  2167 
Stiefel  3203 
Stiehl  580 
Stieve  1227.  2084 
Stigloher  1443 
Stillmark  3580 
Stochove  2741 
Stock  286 

Stöcklin  V.  Rottach  2920 
Stölzel  431 

Stoerk  197.  1396.  1973 
Stötzner  1344.  1498 
Stoientin  172.1288.3182 
Stolberg  1334 
StoU  626 
Stolz  2075 
Stolze  399 
Stoppelaar,  de  1295 
Strauch  2740.  2924.  3657 
Strickler  2136 
Stroehlin,  E.  3034 
Stroehlin,  P.  Ch.  111 
Strotkötter  2406.  2880 
Stnibberg,  v.  1681 
Stubenrauch  797.  2597 
Studien  z. :  Kriegs-G.  u. 

Taktik  2243;  dt.  Kuust- 

G.  671.  2330 
Studien  -  Stiftungen 

(Böhmen)  2299 
Stübel,  B.  1242 
Stübel,  M.  1942 
Stückelberg  2269 
Stüve  1690 
Stutz  2277 
Suchier  2672 
SüsBheim  3437 
Sütterlin  691.  —  3676 
Suhle  3190 
Sundermann  1833 
Suphan  1518 
Susebach  2202 
Sussann  1195 


Swarzenski  2713.  2789 
Swoboda  2769 
Sybel,  V.  1652 
Sjdow  907 
Sz4deczky  3240 

Taboumel  3313 

Tack  2187 

Tangl  870 

Tannery  963 

Tappolet  69 

Taschenbuch,  Goth.  ge- 
nealog.  1912 

Techen  328 

Teichmann  1639 

Telting  435 

Temple  1670 

Tenius  619 

Tergast  104 

Tersch,  v.  269.  2057 

Tersteeg  3166 

Terwelp  1218 

Tetzner  2372 

Teuber  2917 

Teutsch,  Fr.  1744.  3031 

Teza  2753 

Thaeter  1785 

Thalhofer  1497 

Thatcher  921 

Thesaurus    linguae    la- 
tinae  48.  1841 

Theuner  3112 

Theussl  1979 

Thibault,  F.  2648 
i   Thi^bault,  de  3400 

Thiele,  E.  1135 

Thiele,  R.  313.  3516 
I   Thiemann  2153 
I   Thierbach  3187 
j   Thiess  1714 

Thimme,  F.  3599 
I   Thimme,  K.  3019 

Thissen  1713 

Thomas,  C.  L.  2588 

Thomas,  E.  3611 

Thomas,  W.  1160 

Thommen     207.     1985. 
3650 

Thurn  u.  Taxis  3592 

Thumhofer  555 

Thumwalder  3427 

Tielo  3666 

Tille,  Alex.  854 

Tille,    Arm.    217.    368. 
1793.  1993.  2174.  2901 

Tischler  2599 

Tobias  1641 

Tobler  1010.  2828.  3410 


Tode  102 
Todhunter  1743  a 
Toeppen  242.  1360 
Toll  3352 

Tollin  133.   1409.  3284 
Topographie :  d.  hist.  ii 

Kunstdenkmale  imKgr. 

Böhmen   248;    nieder- 

österr.   1819 
Toutey  2853 
Traeger  1834 
Trapp  1594 
Traube  74.  875.  887 
Trausch  178.  1810 
Trautenberger  1489 
Trautmann  3395 
Trechsel  3279 
Trefftz  3354 
Treuer  3188 
Treuenfeld,  v.  1589 
Triepel  3603 
Tritz  482 
Troeger  1456 
Troll  3407 
Tronchin  3264 
Troschke,  v.  135 
Tschackert   1139.  1170. 

2850.  2924.  2990.  3077. 

3089.  3123.  3629 
Tschirch  3181 
Tschumi  3449 
Tümpling,  v.  143.  2013 
Türk  3426 
Türler  2839 
Tumbült  823 
Tumpach  2265 
Turba  1178 
Tumhofer  3066 
Turquan  3488 
Tuxen  3562 
Tvamiek  1388 
Twardowski,  v.  1664 

Ühde-Bemays  3206 
ühlenbeck  1842 
ühlirz  206.  2160.  2S90 
Uhlhom  464.1169.3632 
ülbrich  2274 
ülmann  1031. 1588.3037. 

3624 
Ulrich  597 
Umlauflf  269.  2057 
Unbescheid  169 
ürban  IV.  980 
Urban,  M.  268 
Urbare,  rhein.  1994 
Urkunden :  Schweizer  G. 

1985 ;       Oberlausitzer 


Alphabetisches  Register. 


•163 


Hiissitenkrieg  1016 ; 
Stadt  Kaaden  198i ; 
St.  Severinii.Köln219; 
Vatikan,  z.  G.  Lothrin- 
gens 214;  städt.  Verf.- 
G.  198.  1974 

Urkunden  u.  Akten  d. 
Stadt  Straasburg  213 

Urkunden  u.  Akten - 
stucke  (Kurf.  Friedr. 
Wilh.)  1362 

Urkunden  u.  Regesten 
z.  G.:  d.  Bened.-Stift 
Göttweig  199;  d.  Rhein- 
lande u.  d.  Vatikan. 
Archive  2799 

Urkundenbuch :  Ge- 
schlecht V.  Alten  137; 
Basel  207.  1987; 
Braunschweig  228 ; 
Budweis  1982;  han- 
sisches 2006 ;  Hoch- 
stift Hildesheim  2005 ; 
Stadt  Hildesheim  227; 
hohenlohisches  210; 
Eaufungen  2001;  nie- 
derösterr.  201;  Torgau 
2009;  westfäl.  226; 
Zürich  208 

Uttendorfer  209 

Tacandard  2666 
Valer  1157.  2857 
Valois  2927 
Valvasor  2049 
Vancsa    6.    880.    1794. 

1819.   1879.  2044.  2046 
Vanderkindere  912.  918 
Vann^rus  2023 
Varenbergh  361 
Varrentrapp  3043.  3072 
Vaulet  879 
Veen,  van  2903 
Veit  1849 
Velden.    von    den    132. 

168.  160.  170 
Velz^  2246 
Verdy    du    Vemois,    v. 

3534.  3681 
Verfassung  d.  ev.-prot. 

Kirche  in  Baden  3634 
VeröfTentlichungen    d. : 

hist.  Kommiss.  f. Hessen 

u.  Waldeck  183,  desgl. 

f.  Nassau  1969,  desgl. 

f.Westfalen  184  ;d.  hist. 

Landes -Kommiss.       f. 

Steiermark  1979 


Verwom  1885.  2594 

Verschuer,  v.  1473 

Verzeichnis:  Ortschaf- 
ten d.  Prov.  Hessen- 
Nassau  1828 

Vetter,  F.  2332 

Vetter,  P.  3031 

Vetter,  Th.  631.  1318 

Vigener  261 

Viliaret  1409 

Villari,  L.  2958 

Villari,  P.  838 

Villiers,  de  3404 

Vilmar  1734 

Vleuten,  van  107 

Vlietinck  1226 

Vöge  973 

Vogel  3217 

Vogeler  3180 

Vogelstein  3621 

Vogler  2332 

Vogt,  E.  999.  2809 

Vogt,  F.  604.  2325.  3657 

Vogt,  P.  804 

Vogü^,  de  1367 

Voigt,  H.  G.  948 

Voina  3466 

Volkelt  1750 

Volkswirtschaft  1704 

Voll  1123 

Vollrath  317 

Voltariana  1450 

Voltelini,  v.  940.  2763 

Volz  3319 

Vom  Berg  3522 

Vonderau  2590 

Voretzsch  2870 

Voss,  A.  2584 

Voss,  W.  1786 

Vüllers  2182 

Vulliety  2378 

Vulturinus    1130 

Wackernagel  2864 
Waddington  3227 
Waentig-Haugk  1945 
Wäschke  2693 
Wagner,  E.  823 
Wagner,  Emil  1263 
Wagner,  Ernst  3214 
Wagner,  F.   1040.  2840 

2974.  3564 
Wagner,  H.  F.  2960 
Wagner,  K.  8 
Wagner,  P.  1618.  2813. 

2913.  3662 
Wahl  3439 
Wahner  2388 


Waitz  338 

Walderdorff,  v.  2615 
Waldner  393 
Wallner  433 
Walter  2597 
Walter,  F.   1286.  1401. 

3226.  3289 
Walther,  A.  2988 
Walther,  Th.  625 
Walther,  W.  2664.  8018 
Waltz  1144 
Wanka  2196 
Wanner,  G.  2678.  2624 
Wanner,  M.  3694 
Wappenkalender  102 
Wappler  2176 
Warda  1501 
Wamberg  3502 
Warschauer  241.  3648 
Watson  2854 
Wattelet  3178.  3287 
Weale  1124 
Weber,    F.     784.    822. 

866.  —  2200 
Weber,  H.  1848 
Weber,  Hans  2765 
Weber,  Hnr.  966 
Weber,  0.  3649 
Weber,  P.  2787.  2964 
Wecken  83 
Weckerling  3194 
Weech,    v.    279.    1689. 

1741.  2074.  3647  a 
Weerth  1897. 2100. 2818. 

2867 
Wegener,  Ph.  837 
Wegener,  W.  A.  1041 
Wehrhan     1862.     2305. 

3291.  3611 
Wehrmann    958.    1091). 

1151.  1218.  1371.2124. 

2873 
Weicker  8046 
Weigmann  3303 
Weil  1593.  3474 
Weiland  2804 
Weimann  900 
Weineck  600 
Weinhold,  E.  320 
Weinhold,  K.  2389.  2794 
Weinhold,  P.  1808 
Weinitz  1376 
Weinmeister   117.  1897 
Weis-Liebersdorf  2961 
Weise,  0.  1872 
Weise,  P.  857 
Weise,  W.  1690 
Weiss,  Th.  1035 


n64 


Alphabetisches  Register. 


Weizackcr  559 
Wejle  3129 
Welisch  667 
Weller  210 
Welti  1986 
Weltrich  3389.  3659 
Weld  2861 
Wenck  993.  2816 
Wendland  3268 
Wendt  1214 
Wengen  1662.  8566 
Werminghoff  871 
Werner,  A.  1280.  1403 
Werner,  K.  1118 
Werner,  R.  M.  1771 
Wertner  129.  1915 
Werunsky  419 
Werveke,van  1964.1996 
Werwach  614 
Westarp,  v.  2256 
Wetzel  787 
Weydmann  1231 
Whitman  3633 
Wickenhauser  2135 
Wickram  3206 
Widmann  690.  1980 
Widmer  447 
Wiechel  410.  2695 
Wiedemann  1740 
Wiederhold  2014 
Wiegand  285 
Wiegand,  W.  3320 
Wiegler  1749  a 
Wienstein  3689 
Wiese  u.  Eaiserswaldau, 

V.  3456 
Wiggers  1635 
Wihan  3618 
Wilbrand     805.      1747. 

1926 
Wild,  H.  1476 
Wild,  P.  2363 
Wildberger  2063.  2137 
Wilhelm  1001.  1953 
Wilhehni  1360 
Wilke  793.  851 
Will,  C.  3396 
Wille,  J.  3199 
Wüle,  R.  1719 
VVillers  813 
Williams  3253 
Wilm  1218 
Wilmanns  966 
Wilser  2711 
Wiltheim  2091 


Wimarson  1885 
Wimpffen,  de  3406 
WincKelmann,  0.  1855 
Wingenroth  3647  a 
Winkel  2325 
Winkelmann,  A.  337 
Winkelmann,  E.  337 
Winkelmann,  Fr.  814 
Winter,  G.  929.  3369 
Winter,  0.  626 
Winter,  Z.  1803 
Wintera  968 
Winterfeld,  V.  945.  2715. 

2717 
Wintterlin  1068 
Wintzer  1941 
Wintzingerode  3635 
Wippermann  1686.  3591 
Wirtz  2814 
Witt  1272 
WittaU  3323 
Witte,  A.  de  1896 
Witte  Hans  1299.  2166 
Witte,  Hnr.  126 
Wittich  2649 
Wittichen  8842 
Wittmann  564 
Woelki  3602 
Wömdle,  V.  1586 
Wohlwill  1387 
Woisin  862 
Wolf  3569 
Wolfart  1190.  3065 
Wolff,  E.  1775.  3296 
Wolff,  F.  262 
WolfF,  G.  814. 2622.  2625 
Wolff,  J.  2092.  2280 
Wolff,  P.  2924 
Wolfram  1813 
Wolfstieff  1161 
Wolter,  E.  614 
Wolter,  F.  A.  2108 
Wolter,  J.  1634.  3521 
Woltersdorf  2242 
Wormstall  2627 
Wotke  3608 
Wrede,  F.  803.  1844 
Wretschko,  v.  2239 
Wüsthaas  3226 
Wulfineyer  880 
Wunder  2581 
Wurm  308 
Wurmb,  v.  1899 
Wurstisen  1216 
Wustmann  3318 


Wutke  289.  240.  160.s 
Wylie  2928 
Wymann  3102 
Wyss,  A.  1109 
Wyss,  Beruh.  1145.  3O(>0 


183.'). 


Zahn,  F.  1705 
Zahn,   W.    1005 

2007 
Zäk  468 

Zangemeister  808 
Zanutto  2841 
Zedier  1107.  1800.  2i)49 

3193 
Zedlitz-Neukirch  1702 
Zeidler,  J.  548 
Zeidler,  W.  370 
Zeiger,  F.  3483 
Zeiger,  Th.  651 
Zeller- Werdmüller  287.') 

3032 
Zellner  1871 
Zemmrich  1822 
Zenker  371.  1870 
Zeumer  938.  2663 
Zickel  1433 
Zieglauer,  v.  1477 
Zieffler  1509 
Ziekursch  3251 
Zimmermann,  E.  325 
Zimmermann,  F.  206 
Zimmermann,  F.  W.  K 

1708 
Zimmermann,  P.   1906. 

2171.  3216.  3298.3368. 

3648.  —  825 
Zinck  599. 1308.  2386.  — 

1495 
Zindel-Kressig  2379 
Zingeler  593.  1348 
Zivier  386.  2177 
Zöckler2393.  2778.  312.V 
Zöpffel  2664 
Zondervan  24 
Zorn   2069.   2130.  2144 

2823.  2411.  3018.  332^ 

3463.  3552.  3605 
Zub  1907 
Zuchhold  1287 
Züricher  2380 
Zweck  1840 
Zwiedineck-Südenhorst^ 

V.  1645.  8436.  3476 
Zwingli  3032 
Zycha  2175.  2650 


t. 


-♦♦^ 


HISTORISCHE 
VIERTELJAHIiSCHßlFT 


IIERAITSOKGKBKN    VON 


Dh.  GERHARD  SEELIGER 


V.  .IAI[llllA.Nli    i;«IL> 


N[;|-K  B<I,'1K  IrKl; 
DEl'TSCHKX  ZKrTsniUlFT  ri'«  (iK^tlllrins\\ls<i;NsriIAir 


•1.  II KIT 

NAC  II  It  IC  UTEN  IMI  NCITl/KN  II 


l.i:il'/.|i; 
iM.T'K  INI)  vKi;i.\';  vi'N  r.. 'i,  ;i:!  i:M:i; 


BISTOBISCHE  VIERTELJAHKSCH&IFT 

srRAO&aMeBVK  toh  pRcr.  i>».  eeBflAtio  BEiuaiB  Dl  LKinno..| 

Itnink  iinil   Vwlag  vnii  B.  ß.  TPübner  io  L(>l|iti{(,  fovUlr.  B. 

Dar  PrviB  llir  den  Jubrinng  ron  4  HoA«ii  im  Cmfooif^  i 
f  mindestens  je  lä  Bo^m  bcti^  2C'  Mark. 

Die    IK'Tsaafriibe    und   die    Leitung   d«r   Kedaktionig 
I  Ton  Heim  Prof.  Seeliger  gi'ftllirt,  dßin  •!!•  SrknjtÄi 
I Bfblintlirknr  Dr  U.  Killigor  in  \jfipitg  znr  Bi<iLD  «teht 

Bvitrigp  sllur  Art,  diu  mit  40  Uork  fOr  den  Bi>gea  boDorieit 
i  verdvfi,  bttben  wir  an  iIrd  Di-niui^bef  (Lei|iid^-6okliB,  Ktrcb- 
Lwe|r  3)  m  riEhtsiL 

Du  ZuMudoDK  V(iD  U<!Zi>nvuto»exuiuplikri'ii  wird  ab  dt^ 

I  VffUgiburiihudluii)!  ^^bat«lD.     Im  ]iit«Ttt9M>  pdnktliclicr  and  ^ 

I  jwuer    bibUogmpLiKkcr    Iloricfater^Uttung    wcrdou    die    Horr 

I  Aotorea  und  Vtirlef^  orracht,  nach  kleinere  Werke,  I.>iai*erteÜiu 

Progrunoie,    Separatobxngft   ran   ZciUcknfii'nftufnribwo    t'tc^ 

nicht  auf  »iu  bcMomlcTi'«  Urfcmi  Aii«[inir'h  nurhf<Q,  eogleicJi  I 

ErecLfiaeii  der  Vcriat^Hknclili.  nder  derRDdoktiou  zugelieti  za  l 


Vom  JalirKaDge  lOui  an  tit  iIja  Abtrilani;  .,ti«ot.rlnbtnn  und  Motu 
IJor  HlBUrUeb«D  Vl«rti'VJ«hrsirlirirx  wnEf<<itllc]i  vrvaitort.  noA  ntu  t 
Iwlf    rortan   njeht    t»   tKhltglnfciri)  Notltus    übar    »<>Mii    litt«rartKhe  1 
1  H)ieIiiiB£«ii,  »udeni  widmen  Mch  »Um  wloktictmi  VotfÄ&gu  W  A 
I  jcnittliebu  Odiüit  du  gMBhltliWrtwwiiekiflllijmi  Uluu  ikM»  bi 
l'AoInarksuiknlt.    Oni  naten  LeMi  rsMlMr  «Is  Mikar  n  oriwUntB  i 
f  «t«ti  slatebun  sBf  dun  Lur»d«a  luütn  la  kviuiaa,  eoadcn  wir  4to| 
Jedem  VlBrMJalmhrrt  Eebörnndea  „Nubrieblni  Bod  TIottuB"  In  zir«I  T 
deret  enter  i^IntolisnJUg  mit  dtia  Hii<i;<tknft,  dor  udan  kb«r  B]a  B  _ 
,  hart  In  neCnnK  vtm  1',  Bogrn  wob»  Wookui  luh  AuBfiibe  de«  1 
Ljklithafts  eneknlflC 

Dl»  Veri&gsbiuhliandliuig:  Itar  Henusgefaer; 

B.  e.  Tntoor.  Pnl  fi.  foaliter. 


INHALT  DES  1.  HEFTES. 

NACaiUCBTgN  UND  mitZm  TS. 


%J/udtntlitttt  und  Noiitr*  .  

Lmtntnt^eiL      Daruala-     tieiproobenv     Mllwtdndijio    &öirjflai: 

QuelleBbaoti  <ur  8cli«vu«rftMoUetili!  tun  <^r<  Ilü     -  Aunajt« 

Sü7t.  —  8elirotiet,  CubiriniDbunKen  m: 

dor  bt)Iimi*«biiD  6«t^aioit  S  aTU.    —    )t  <j 

Bd.  4  S.  DttiX  -  AiM  >lGiii  Hii.>tirei:bii>i<  t 

hcaben   tob    ilvniN   S,  iiU.     —    Ktinh.. 

deuUebvD  StMliiutdttliatailti'  8  6M 


lerariJdi  wertoolle  Feftgaben 

'gefdimadiDoIler  Hu;!tattung  aus  dem  Verlage  von 

S.6Xeubner  S  in  Leipzig  g 


llii^  'UM.    Ton  C.  Kiitthan.     {Künllleilli^ci  UondldimuA,  V||I.  I«tl)«  Sfllt.) 
■i't^hmtri  II  ITIork.     mit  Rahmen,  wie  (üifleHidcl,  SO  tllarlt.     Did«  Fit  i 


in  der  Kunft. 
Prof.  Dr.  F.  Rofen. 

OeluriDridiett  lur  Seldiidile  der 

aV:7   I?0   :3liMIdun8en.     Sehelttt 

■    <       '    r        .  [  ^it  C£i|  C£ir  Cfät 

.  lU'rt  bfwht  auf  dem 

.  ii  Roden-  und  Berfl« 

'    :ij,  am  Ptiiduklloiiioite 

■■.f  irQtjtiidien  Wledcraobe  dci 

- .  ti  lii  dl«  Indukirtx  melliode 

ufcldie  auf  dl«  Etituildieluna!' 

■K'i    uiiyuuenrtct    wird.     Die 

MiJunneii,  mvlll  notfi 

.iIcTS,  lllullilen,  be. 

'iie  Dllnl«d?ildndl|i:hc 

:i   van  Djdf«  bi?  :ui 

■'lülljM  und 


ü 


eutidies 
Von  Dr. 


niärdienbudi. 
0.  DähnhartJf 


niil  Die1«n  Zetdinutinen  um!  Iniblaeil  Oitalnu^  ( 
IlttiegiDphlcn  von  E,  Kulthan.  i  ßdtMdNt. 
Gebunden  [e  ca.  t  UWi.  C^ft  Ctfit  lWf>  UA  1 
ci<eD  Dos  Rudi  cnitiilll  hundert  Dcllomilrthui.  dla  1 
nad)  israEdltfser  Uurdillclil  der  ^elonilen  4eutldi(K 
mdrdienKIteratur  ousuewdhll  Ündi  €t  iuid  ttut  | 
kldtv  aiitgenaniinen,  dl«  In  den  SrlmmlJita  Klsdtr>  i 
und  Hauimdfdien  vnluGder  nbcihuuiK  nidil  vttt  , 
dodi  In  utientlldi  anderer  Form  vi.-;h[ii»iai  üai  i 
flitiu  lansc  haben  lle  ini  VeibeiocnDtt  peletttn.  j 
ocn  Ihrem  Ucrie  hui  wohl  niii  der  Htnav  RiiÄ^I.  | 
Seines  BeltalU  dar!  dtt  Vnlolt«  denn  audi  itwIkH 
ieln,  uenn  et  «« 'untetnimint,  die  KennliiU  dWt« 
nidrdifn  In  weitere  Krelle  zu  Iragee,  dn  fflloiS 
:u  fllller  freude,  den  Sun<t<n  n  WMIffA'<A^»m■ 
Die  luhUeldiMi  l«\<himn««n  mft  XwVw^i  %«qi»^ 


koktor  martin  huther. 
fVon  6eorg  Budiioald. 

Des  Reformators  Leben  und  Wirken 
dem  deulldien  Volke  erzählt.  »43»4 

milllSHhMld.B.  l  üudtttbiWnii.  Reim  aeb.  6  [Tili, 

IW»  ..&JltltePgSuIiWitJI  ULit  J-;i,iiil  udlli-mmtfnUer 

Bvtarriihuaa  Sr,   ;.,   tm'  r. 

idiCpRIAtn  Venu     i . 

MelwUen  Elr.-<i;. 

Ufcldtfti,  u(i  rd.iifi'i  '.„  .  ..|.i 

■S4rllltnWttilur.iliicriL-t(iit'JjrHb(.(i;iiii„ii,;  Hau\t 
hüthen-t  Vit  iilti  da  rfcr  wi)^dIr^at^!  menlA  mir 
rf«Di  KlndMli*r:iin  und  dciri  lillptnilcn  Seit)  unü 
foßiindiinlliaiiheuiulitftii^kii  ir(Fdi.;n  und  J.inTH'n 
JitiiHcm  ImwnkMinitiilK'^L/  ^  .■■: 


H 


■DklCD  iHk-  CbunHGlIlcbea.  etyiinllldi 
n  lelan,  um  iiol:  und  uunn  :u  wcidfin 
Itor  ilMem  tliblld  (IfuiUier  Creue  und  'Icultctier 
<niir.  dMem  emb^  ßHiiiirfi  am  oIImII  Buicn  Se- 
ItnfeM  S«t<»  mW  feinen  llettcn  Dtfüildn;n,''  ksss 

■»aoiR:«  ,lil9(f  P((iml*«Ti  Int  {.  tvantil.  r«u(liliiun'l.l 

immefsbild  und  WelN 
anfdiauung  im  Wandel 

!er  Zelten.  Vcn  ProL  Croels-bund. 
Ju(öi1lierlc  Übcrfeöung  v.  L  Biodi. 

.  Builopc.  In  (iBliiwuiid  (iciaimuJip,  fth.  5  irb. 
»„Ei  U!  Sdiiiuny  lind  Vütmt  In  d<f  Üai« 
»iiutig,  und  m.m  tli  etlraunr  ab«  die  alDdi. 
a»  KOhnhtil  h  »|()(r  WenilunnK,  umIom«hr. 

ff*  itonurriii  GcIobIb  do*  d«n  einrttu*  rt«s 

^«1  und  flün:  natüiU*  Batw. 


eharabterköpFe  aus  dd 
antiken  bftterahir.  s^ 

Von  Prof.  Dr.  Sdiuar^  in  SOItlnflet 

Fdnf  Piitlrdfc :  t.  HeDod  und  Pln4iu.  t.  dliibydl'^ 
uBiI  Cuitfides,  3.  Se*rafes  und  Pia».  V  PcIiH 
und  PcltldvfllDi,  S.  Clocfo.  5<fc,  c&.  S  Hlh.  63  R 
Cf»  Dtc  VcniApc  wmdvB  Rdi  nn  dn  ftis^ 
Publlliiiin.  in  wvUen  Knilen  rlditct  iU  j 
LfttirKIlung  6ti  Elmtiuns  notft  ianin  ntdi  1 
Sonilc,  dfn  diu  atlBnunnriReniAall  raf  1 
»0  Siihnot  elnKnhq.  D<m  ^«tODu 
dtGi«n  Votitdgcn  4ei  Virnndi  ffimsdit.  «B  ( 
BHlliilelen  :u  itt^tn.  wie  uKI  bctltinnra  ■ 
ididrior  das  Bild  4«r  anilkw  Idtiemin'  4  ' 
winentAdllldie  Hrhdl  «<r  tebtea  0i 
ufwoTiltti  llt.  aiE  Bcilpifk  lind  llaritfl 
Iriill^lduamaiL-n  ttriodlitl,  dli  Rii  Fittl  |H^ 
:u)dmeii  Islkn.  t^^  l^tt  c^«?  Ci        

Dantes  goliüdie  KomS 
Don  Paul  Pocfiiiamme 

in  dtiiliaicn  Standen  frei  bcoiiiclW,    _.._. 
Idiinudt  nun  H.  ^Baelta-Wamwede,  einem  t_ 
Hllcj  notfi  Sictio  via  C.  Butnond  und  IQ  Skia. 
'jchuflBl  6  ITili.,  vOfnctiBi  gübuitdcn  7  IRk.  SO  PI 

t..-i(   In  hetTli{tten  Perlen  und  an  i 

ii'.'.'l.vk'icr  Spfudiff  raaidil  dei  Iniialt  der  S 
K.iiK^'Jti;  In  liretrem  Strome  an  uns  fUftibCT.  1 
id  iGncunen  uIt  «er  glulditti  llidGlndringe.. 
i^iiiialiung  des  OtleluuU. ...  Der  BaaibcIliu^M 
ein  Itumi  liehen  Daiitci.  dne  ElnfahniM  ml 
efirndiD  Kanrtdie,  dn  Bnliotig  mit  aberNdrtn  M 
SMibUditv  und  5hl;rrii  :u  «len  '■rH  Roldm  I 

de^etien. . . .  [lat  ''■*•■'•' ''■■ 

iitiinad(uoIlenl?iifi'i<  inuKgnM 

Podfliet'Woipiwi-i'L  ■  ■    ^ 

Zlpfile  bildet  du. 
EmpHnden  neuuiii.ir     1  .  ;  . 
Donle  mm  £.  Biinnii;r|,  .  ,  ,  Dtr  i^nldil/geti  _ 
Poditiemmcn  wDnldien  uit  die  nerdltnlo  etil 
reiltniltuna  und  illv  erlerin1i>  Ulrbung,  di«  BtM 
Gintt  rsdil  umiunyteidivn  Danicaeineinde  In  Den 

lond,"  b^^Ciiilii  (K,  Wi.lu  l  rl,  niuHAen  (UirrtUo 

ante  flifghieris  Söttlid 
Komödie  d.  Philalethe 

niclrllth  ilberlra«k:n  uikI  mll  krlltldien  u,  llIlhirllAl 
iTdduJemngen  vnlcliL-ii.  In  3 Hunden.  öe&.9[|l 
yvlitiinodiLi.  flcti.  I  ■  inif.  üul  fi'llnpoßlvt  f 
Ksii   Oleii   Clusfiatie,   diu   ein    BtiL._ 
Hombolclt  nit  cln«n  eion^unlii  tu  d^^ 
du  geililatn  liobens  der  DvutlAen  litaq 

bedail  kein«  CtavhMan^.    Sic  lil  Wr  fL .  . 

Hehr  In  die  oirSortloc  SodonlicnMcIt  DanrE  i 
dthig«  wllL  iiRi.-ntbElirlftli. 


D 


D 


,ie  RenaiRance  in  Florenz 
und  Rom  pon  C.  Brandi, 

ProfeUor  an  dci  Unliieriltäi  Sältlngen.  i^aciss 
Zweite  Huflage.  6eh.  S  [Rk.,  geEdimadtv.  geb.  6  lllk. 

i^ir  Das  Budi  bietet  die  erlte  zulammcnlancnde 
und  cntuliiielndc  Behandluni]  dleiur  für  die  3o> 
Idildite  des  mcnldilidicn  Gciltcs  lo  bedeutenden 
Zelt.  Alle  voi[fitlncn  Eitdielnungcn  des  liebens, 
Sozlalgeldildite  und  Polillh,  KunEl  und  Ulllcnldiaft, 
kommen  flleldimd^lg  zui  Scilung.  Die  Husltattung 
des  Budics  [[(  [::i  Sinne  der  Drudte  aus  der 
RenallEancezeit  gehalten.  caSS  i^EB  C£i)  n^B 
K^st  „Wir  tiabcn  ein  yan:  uortrefEIIdics  Budi  voi 
uns,  das,  mit  weüer  Oltonomle  den  reidicn  SlofE 
befterrE(hi:nd,  weiteten  Kreilen  der  Sebildeien,  die 
das  BcdüiEnis  emptlnden,  die  unEterblidie  Kuiilt 
der  itallemEdicn  Elenaiiiance  im  ZuEaninientiaiict 
mit  der  ZeitncEdiidile,  vin  der  ile  uhhäniita  lii, 
:u  beflicKcn,  nur  IcbhaEI  empEotilcn  U'urden  lionn." 
BfiK;.v<r-ü(i<^i<i^><c^i>  (KOtn.  Zeitung,  tfoa.  Hr.  Wt.k 
l^it  „Im  cufiElen  Raum  Elellt  Ild^  die  gewaltlcifle 
Zell  dar,  mit  einer  KtaEt  und  cedruniientieit, 
Sdifntiell  und  Kflr:c  des  au^dniifc?,  die  liUiIili* 
ilt."    tHXtt<Si*ts:^ft^S=ü    lUiL-  n,;iJra   IMC.  Itr.  Sl.i 

Gefundtief  tunci  Krankheit 
in  der  Hnfdiauung  alter 

Zelten.  Von  Croels-bund.  ITlit 
einem  Bildnis  des  Verfaüers.  flufo- 
rlflerte  QberFeljung  von  h.  Bloch. 

cL'lioitet  4  ilik.,  in  Oritiliiuiband  flobundvii  i  Illlt. 

C^fü  ,.Hii;  diojk.'i;i  lüii|ion  und  \\.\  die  övEdildite 
dor  lldlliunli  \i  lv'deu!u:ii|v,\' !;,■:;  ;^iif(i:::ii  werden 
c':.-  v'*t!^irien  Cpcdien  iiJtuii;.|e;itii'rcu  nnd  mit 
i'r.j  .■  »V.r  .  iii:-l  ■>i\\  \i  e:'..:;'i'n,':i  ^».•(..■iiHiiUHhlen 
'.::;  *'. '  ,:, 'liii;  -;ji:  dlj  u::'i;.-'!i;;u  licyebL-ntioiien 
r:.  ic,.:.  :■■;■  .  ;■■■  i.'ü-.'l  '.ii  rcdiinunu  Ürii  vjf 
Kuuili'r;  ij:;.  :.■  ■':.-■..  v.:-,  jt  ila  lieil.  thaiiajiiJdi 
dieidlicn  C-dj;:-.;rvic;;i!  ..u-l  KeEluxIuncn  ifnd.  mit 
denen  Ihn  eini:  ul:u:iei:iiidii:  re;!oiungi!n  bukuiiiit 
itjmudit  liubon.  Ilu>  Kudi  tiicbi  uns  gewüEomiunou 
Ilk'mi'uibildoT  uns  d.-r  i'Ielliuiiderljiihrliien  Cnt- 
widtluMii,  u'iildiu  die  mL>'!i:in]Edie  ICiiienEdiail  durJi- 
inudiun' muJite.  um  uui  die  Eieulige  hotiu  Stufe  zw 
fljluüiien."  tiMiTi»  &;■*(  rü,-»*  'tiir  .'-id  r;;ij'j  \k\. 


D 


as  moderne  Italien.  V< 
Pjetro  Orfi.  SiS^s^sf 

6e[dildite   der  legten  150  Sah 

Übeifcbl  von  ?.  6oeS.  deticEtet  5  mh.  60  I 
eernehm  geb.  6  IRIt.  40  PEg.    R£i)  ii£it  K 

Räit  Das  Budi  ilt  die  erflc  kurz  zuEammenEufie 

und  dodi  ulEfenldioEtlldie  UurElellung  der  neue 
Sefdildite  Italiens  uon  der  Itlitte  des  aditzehi 
Sohrtiunderts  an  bis  zur  Scgenuait,  der  ItoII 
Ichen  Cinhellsbeucgung  Im  »eiteren  Sinne.  IIa 
uar  pen  |e  das  band  der  SehnEudit  uon  Dcutld 
das  {lehvIinnKi'olle  Wunderland,  ooll  oon  Kt 
Ididgen,  über  denen  ein  Etcts  blauer  Himmel 
ladien  fdiien,  delien  Volk  abor  als  llatlon  für 
munden  vorhanden  uar.  In  eine  Einzahl  einzel 
IdiarE  fieidiicduncr  Teile  zi^rrilfcn,  konnten  Ildi 
ilaliener  felhlt  jahMiundeitelang  nidit  als  6ai 
iühlcn.  dodi  beoinni  im  Iiaulc  des  aditzcht 
3ahThtindcrts  ein  Uinldiutmic  wie  überall  i 
mit  zunehmender  Bllduny  und  flutklärung 
Streben  nadi  Fieiheil  und  Buthölltiunii  leben 
Einem  untorirdildtcn  Strome  gicldi,  der  ob  und 
uu  die  Oberfiddte  tritt,  bleibt  nun  das  Seh 
nudi  e'EiL'm  neuen  2ul:ande  Im  Rieben,  und  Mi 
na>-ljoiiiiiici  n^'di  i)it-.'rreidilidie?  iodi  hann 
vio'kr  l>'.-i';l:ii|Cii;  es  u'ddiit,  durdi  zeltioel 
lllnderniiie  iiL'iimit,  um  lo  itürker  heran,  bis  ita 
idilieijlidi  unter  dur  flibrung  des  elngobcrc 
üllen  Fiirlieiittuules  von  Saucjun  das  Ziel  der  i 
tielt  erreldii  uml  hodi^oaditut  In  die  Reihe 
nailono!)  trill.  Wer  Italien  liebt,  muEj  Ildi  de 
freuen,  und  flerude  ulr  Ueutidiun,  deren  Daterl 
{lleldiiulls  i'on  idilimmlier  Zi-rrlilenheil  und  lic: 
Ernlerlrl^unii  :ur  erlehnton  Einiielt  und  llnahtidn 
l(dt  a  Hill  eil  ietien  lii,  u'iirden  das  am  eilten  wüidi 
bönnen.'  Der  Vcriuiler  Idieut  iidi  nIdit,  den  fii 
üui  oiiene  Wunden  feines  Palerlandes  zu  lei 
und  ilodi  lIl  diu  iiunze  liaritoilunti  von  uli 
ir>.'ben  Zuiie  di.'!  Il.'iinimti  dnrdiwehl,  dalt  Ital 
riditiii  tieloilot  und  liei  er:ii;.:r  ctrbeii,  Indem 
zutiieldi  ieine  oiiitieboron.'  Cilditiyiteil  mit 
undor^r  lluliouon  mlJtl.  einer  idiönun.  reidien 
tfunit  kiitii  eilende  Iren  wird.    d^ürrüiTßsSätt^ 

Das  Pattios  der  Refonar 
Von  Prot.  Or.  Otto  Ityc 

6ine  Philoiophie  der  modem 
Kunit  und  des  modernen  üebei 

;,i!.  3  lilli.  ;o  Pi^.,  ^,■;,;!lMck^ell  iiebunden  * 
ViSAi  „Ikr  im  V.rworr  ausaoit'r? diene  Zuedi 
Budici  boiieh;  duiin,  ,.doi  Iwlien  vom  Ku 
der  l^hrüle  und  I<arreiloldeii:diui[,  die  Kunit 
uetitTci;lien  Sitiel  zur  Weit  der  Chatiadiun  zurtid 
rufen-.  Sodor,  du!;;  die  5viie»wurl  mir  ihren  iozi 
Ctidii".iun9en  wv.-\  mit  iiirem  Siiehea  ua*.  ;g 


'.  nidcihtnvai.    nUrd>iut:UI(ilit.    Itid^lE?  '^"  ^ 


(er  den  Coroados.  s;s> 
17on  Dr.  BlEred  ?unke. 

ebhldileatisRloGrandedoSul. 

rclAen  übbüdun^ui.    S<1l  ca.  3  Illuiti. 

1-,   Bu*   l[f   m  crlter  Ijinl«   Eflt  ankts 

uui:i>j   btitirnmi.     C«   lulict  in  die  Zelt. 

Iit  tluueiD  ^vn  rtuctbiand  und  lile  Hit 

iigilijrdnile  üti  dnllmultgvn  lleriun    d» 

n  der  Seriu  y«(ul  und  uut  den  Cainpoi 

ui(  bntilittn,  und  Meict  nadi  Khrltrlltlisn 

ungcn    unt!    mUnriUJisn    Butlditen    otlcr 

r  HU')  CtPt":tn»t  filne  editti  und  tcAia 

..i.-.i-'ii^    n.p'...i  iii  ,[|ic4  osnnkdcn,  vas 

'Uli  Odium  ucrlii'hen  hat, 

riifilt  Mini  muihetL   iotf 

!';t    !l(,    und   du*   an- 

-ik'cbvRti  Cti.  RllAofl  In 

i    dun   dta  :u   Gruade 

bQfpl  die  UnliTtiell  und 

I  i'nillitni  (iu!>!r  M  eben 

.'i';n  Erifliilunp  liond  und 

IT  Im  Sutira  tftlO  In  Rlp 

rrj  Buch  dlilc«  ßudi  doxu 

i  i^cikldmlivll  auf  das  fdi 

:'.  iH'lt'rafJllcnFTliuDlenliRi- 


Ot» 


Helmartri^nge  aus  deul- 
fdien  <i^^'  s>g?ss 

Von   Dr.  Oscar  DfliiHliö'^*-     ^^ 
BudiWimudi    pon    ICoIj\*    Engels. 

CrfS.   I.  Hus  muri*  und   Ikidt.    \"«''="'«*te 
3>!d!:Iite  und  Drjlilan^M.    e^kw^^r^    .    , 
fiÄ.  II    f)ui  «ri-fnllut  iiod  Woldc^grlP^U 
dtfuiltfic  örildil«  und   iiiaWunsi'n.  IP*™ 
Cd«)  III.  9ui  HuiIilQnil  und  Sdiuvugi^blff' 
deulidit  Sedidita   und   Endtalunfcn.     4 
In  kOnillGrlidirm  Utnl^lnp  ar^'flvt  Je  ü  j 
bunden  |e  i  mit.  »0  PIg.   cmaui 
C«H?  ,.I)al  Is  ein  Ruuh.  wut  cinirn  i 
i^enn  man  dat  Mst«  uon  buMn  atthlkl, 
inon'l  upHulM  un  oil  de  liHtiliUvn  unijL'relin 
udt  de  gurelmlun  Sufauii  lell.  dennlu.  'i  H  v  .. 
wehr,  BCwinni  man  dat  nDdtldi  ßouk   lelu 
f(>ii1tn5urun<t,  ...    0«  Huilrand  Is  de  Itleii.^ 
dar  unsPlaltddtidicn  fcnBauhall  Idnolt  Mli  tidtJ 

b^MkAiw»i^-.c.»c.»  iQt  Inina  llit)[rAntf  IM),  Ib.  If 

c;tf«r  ., . . .  Ct  ulrd  einem  uarm  und  wuhllg  :_ 
tHul  In  dleiei  groltcn  «emelnde:  die  gar  mondttiMl 
Zunasn  liaben  k  uie!  Scmeliilamei  lU  loctee,  ml)  1 
wus  tte  hflnden.  kltniit  :nlumnien  In  den  fteti^t^  T 
kraltpi^IUn.  |[rul>v)iätelcnPclh«luniE.  fiilitief Kntwi 
bBmmJ  K-lfciiIcr?  ruidirirfi  :ii  Islnem  Riräir 

nderfens  märdien.  Vom 
Verlalfcr  Eelbilbeforgter 

deultrher  Cexf.    3  flusflobcii.  ^a^a 

tiSi '       "'^-^i;.-!,      11.   HiiiloB».      mit 

U:  <  .duiKien  (  itUc  5C  Pig. 

Call.  -rJMn    fOt    «Hg    Si^biJ. 

mi<  I.    I'Kh  rdA  hart.  3  mit. 

.  Jlldnlien  tii  dir  Supad- 

-.  VJaHw  Busaal>B.   ^  SoF> 


V:  JUiMtntbDdt 


lut!die69tter-u.Helden- 
/fagen.  Von  Dr.  H.  bange. 

dl  i!en  teik'ii  Quellen  !üi  Haus  unJ  Sdiult  düi- 
;i«lll.  Zueile,  üertwflerl»  Suflaflc,  miMäKflnlllei. 
:tni«lEftnun$en  (Orlt|tnait1lhffgia;ti!vn)  v^n  Kol>. 
igel«.  aRJndc.  Seüuniien  1«  ca.2  mit.  äOPI«. 
rtdieint  im  DcMinbuT.)  ta^it  r,^it  UH*  caAt 
Sr  Dl«  nviie  Huriayi.-  Hell!  Ildi  aü  clnv  U'<lntl- 
^  Uiiiatlidtunii  üvt  Eilkn  Bearbeltuny  ilai 
[tr  BerdAftchllfluns  du  CrgctmlfUr  der  nui«i<fn 
rlÄiinHen  nut  dniii   Svbielu   Ovc  mrmuiilldien 

Kimöfllc,  IowcK  dick  überhaupt  in  einem  piivulOr 
dienen  und  im  tfellere  KtuIIl'.  belondcrs  EUi 
I  Sugend.  bcttlmmlen  Hudie  iliiraeleu)  werden 
nnen.  Sdiuit  unttitdiluilen  lll  bei  der  Daiilellung 
I  „Säneifayen"  swllctien  den  nordlldien  ITlijilien. 
t  Üv  In  der  PaelU  der  iildndlldiin  SMden 
lerllelerl  Ittid,  und  dem,  uas  lldi  auf  deulichem 
idun  Qliei  die  anlctianunnea  unleret  Elhncn  u«n 
■ta  SSOem  eimiliiiln  Id^l.  ßlu  Hai urynind laue 
[  dsuiidioii  rtlvtbifn  llt  Überall,  wo  [le  uiuuellek 
rt  blar  in  Cuye  ttlir,  allgtmelnuctllllnilllcti  dot< 
legt  watdeiu  Der  uenau  <in  die  bellen  Quelltn 
■t  eiil!t[Iluf)i:nd4in  Ilniitelluna  der  deuildien  Hcldtii' 
)ea  lU  ein  dnleltendpr  Ctll  dbrt  BiinriH  und 
illlthuno  dct  dtulidien  Heldenlaae  und  Aber 
)  iD  den  clnielnin  tleldEnlutfcn  nudi  klar  nudi- 
'UboTcn  Erlnnciunnun  un  hlltotlldie  Perltnlldi- 
lian  and  Cliattodiun  vorduiyelundl  werden.  Die 
ue  HufiaQU  !lt  jnll  banliletUdicn  Odelnollttho- 
aiihten  von  det  Hand  Koben  Saaih.  de>  wie 
um  ein  luellet  Vünlller  In  dl«  Welt  unicm 
uflilien  Saae  elngedrunflen  11(,  ausaeitaltel.  »*' 

'tglsmund  Rüliig,  der 
J  Bremer  Steuermann.  s> 

in  neuer  Robinion  n.  Kapt.  fTlarrvat. 


Deuüdie  Heldenfageti, 
Von  Karl  Heinr.  Keck 

Dem  deutldien  Volke   und   (eine 
Sufiend  wiedererzählt,  nn^q 

Zweiiv,  uoiiitandiR  iitngcuibeiiuK  auriiijib  btforg 

iTun  Dr.  RiunoniilJe.  i.Kunil.  I.  Cefit  Sudmr 
i.  Cell:  nihulunyen,  mit  Kanlllcr-SUJaifld 
nui'iien  (OrlHlnalllthogrutthlen}  von  Rab.  Eng«!) 
Seil.  \t  ca.  I  inif.  44  Pli).  (Ctidicinl  Im  De« 
c^it  Kedft  Iilunu,  !ell  meht  ult  !0  Sorrien  fl. 
eine  der  ounatiitclillun  Bcarl)«i tunken  unicrcr  ofii 
ileulldien  Sopn  Idr  dte  Suijend  wohRieboitn 
eilrficlnl  hici  in  neuer  Scflall,  D«r  FottrAilIi  di 
Ullliuilctiait,  die  tulule  Umwftliuna  rii^t  ifi^Di 
flddilditlldien  uiid  invtira[oy[Idu-n  BnJdlaüunft 
Ueiode  auf  yvn»un)Idiein  Neblet  hol  eine  1 
IlOridtye  Uninibeltung  all  nvtwendlq  erldiettn 
lüüen.  Der  ßeatbellcr  Imt  daher  leine  fiulpab 
bfutiliadtlldi  diirlu  geleiten,  die  nordlldiBn  San» 
«»'»uldielden  und  da;  Kolcrlt  dei  iooraoioiti 
HtnnunllEhcn  Üeldenium«  ati:i)ltisllcn. 
dlt  ,,lieldenIogtn"  ]eti1  ilhurall  Hai 
«uulldien  Soau  Im  U.  und  13. 
Die  nutlUüunu  Kedtt  til  nodt  mtutlitiliell  be 
beliallen  uortfeii,  Im  poeliidtcn  Celle  abor  lll  t 
Stelle  du  eigenen  Dlditungen  Kudii  eing  Tidi  ■ 
die  mllielhDdideuildiin  Orifllnatc  on(diBl«tnd 
frti  QbenirbeliKic  Übnrragunii  scttelra.  SM 
ditfcm  Werke  llt  eine  flnioW  foililger  T  '  " 
tittiograptilen  von  Rsbcrt  €ngclx  b 


Goethes  Selbitzeugnlffe 
üb.  f.  Stellung  z.ReIlglon 

und  zu  religiös -(ttrdilldion  Fragen 
vcn  Gi?!ii.'!mrflf  Prof.  D.  Dr.  Vogel. 

:nit  RuiilJuniuii  Viin  Z.  KuHhttn. 

i:n  Mea(.  iah  dte  wahr«  Cinlldit 

:.  LH  iin4  Urt.  ia\  ediln  und  tedik 

f'-'^i'üulfiU  Jiütru  üldtieilüfdcn  Inunet  mehT  bc 

wcnaoi  inil  dl«  Ethi-eniRH  lelwr  SrOge  Imm« 

klntr.  Udum  cn4  tnn'jiiir  iMnic,  dti  wlnt  u  oUl 

If>!iLi[tür  fuLiiic  t':..[iiti':.-i.  dcfe  dlg  POtDa^endc 

.i:ililui«n  III- ...    Ott 

Lutua  unler»  fplkcf 

'■-\Tti»  TvJdiwn  Cewitin 

.1'  (Ini  freund  und  Vti- 

.  I  l'it!ü',i'-T  iDitv'ineinfilwBuUcunJ 

.1       :  ;ii  viJrmlJtfm  Deiilti;  u*n»(llctiJp'-" 

■     .       :'i!y(ii(    1.  niuHAen  Unitn    n:8,  ).  »«ll.l 

ehrjirentum  und  Ffttlldi- 
foziale  Lebensfragen.  s> 

VierycIkstümlldieHodirdiuluortröge 
von  Poftor  Carl  BonhoEE.  fi^tar« 

■felAnieJiv»!!  hott.  I    FTIk.  cO  PIp..   gib.  1  [Itb. 

ri.fi  ,,  .  üi(  iTi  .''HiT  'iiituJiv  und  edlüni  Frvl- 
lind  ou*  ItimlelB  ctn 
■  \..'ijast,  dab  dei  mitnldi- 
'  <md  riltlläic  Kultui  dus 
.11  £i>unyi'Iivn  Idilmmcit 

LJiii   iL.'L3L-i(.    ;-,j.r   iijdiiu.mimmi'ii  wlril."      Cafit 

Prof.  Dr.  aibert  KdHer. 

SutKli  Pjrlclunflm.  (lllt  cItici  RcptJrfuiillctt  Att 
KadlvTEiiB  ijultfiictl  KcIlGrc  uvn  Smuni-i-Bcm  In 
HcHoGnwSfc  &eiilimad[vcll  !id>-  3  niuili.  ttstf 
■H«r  „  .  .Und  El  uolltv  Usa  Uldtiei  nldil  icbMhl 
■OfllvKwii  umI  kniUkiuii.  Ii>ndcrn  IdiliJii  eijahUn. 
wie  KrUu  Df^'r^K"  ilf  "■■■!  wiirum  vi  in  und 
ntdil  odart  bal  wndcn  mnlkn.  Das  hat  ci  aul 
tmMna  Rosin  dicHii-tIiu'i  gitihiin.  Buta  du^eilldi 
pn|l  an  Budi  :u  ä.  Kellvr.  durA  leinen  lelidcn 
Elaban^.  telncn  Ichfiiun  ütudi  un<l  Ivino  Hllltykvti, 
dM  Is  9nMriiifel  d>rT  linkgEgcbcnMi  UadleruDQ  ircn 
SlwOn  (l*  Heltporoimiai  auimih.-  -^äSue^iiK^a 

sMwsaAtoeb    10  r   '-■r«'-.  1,  ft   [)tiitr[l.,lillt:to.  IM9| 


Der  Städrebau  nach  künf^ 
ferifdien  6rundlätzen. 

Von  Reg.-Rat  eamillc  Sttto.  Ein 
Beitrag  z.  üOsung  moderner  Fragen  d. 
Hrdiflehtur  u.  mon  um  entölen  Plaftlhi 

mil  t  HdlBfrnvUnn onJ  104 llJiilttuÜcnen  ur.d  DüMH 
;>lAncn,  :.  SiiFi.  Utit.  S  (Ilk.  M  Flg..  in  HR)fi.  fM 
7  nth.  (Pulaa  V.  eoil  Sfiufai  A  Co.,  HW 
^E«t  In  4la[<ni  H«tke  luitrralinint  es  dar  M 
laElvr,  b»l  oinn  Rullie  ttllor  Pla^  osd  ^«eianlMl 
die  üiiaäti  rief  ll^Encr>  bTirliuiu  :u  ouüalS 
itötfl  '■■-..  .  ii:*  Uriuai«. 

wenn   I  .    tiel^.^   '.-■■n 

Rwdi 


B 


[~^i  rjA«  ctftt 


rbelt  u.  Rhythmus.  Von 
Prof.  Dr.  Karl  BDchw 


Drille,  tloTk  i>«rmttitlc  autluftv,    6<li«J-ei  7  Wl/i 
Uv->3imui)tt)oll  ycbuniltin  Ü  ITIk.  c«l*  C£U  oilfl 
CtfST  „Die  ilhflge  Senieinile  allgvtniilii  &<büti 
netmc  nliht  blofj  dlaln  udis  Ii:nc  QnicIhoH  di 
(hl   Batfieitdien   Hibeli   enltiultenuti    wfiTeiJd 
lldien  GmingenlAoticn  (nlcidfieK,  («mlern  die 
Idr  dti  SBlamttielt  <ie«  ielbliandlgeti 
wcIifliBltendon  Ubetblldis  niai  4ca  ■ 
vviiäiungunen  ZufammtnlisnD  oBBSrl 
upd  Rbijrhtnus  nulilditlg  freuen  darf, ' 
nicliiH  Eraditent  Oem  bewJTitten  ftntAet  oa 
bdondeit  danttb«  lein,  dati  et  lUi  einen  t* 
Beitrug  in  eln«t  liehre  gdlilcri  hat.  m 
e>lulil«n  •ecnOTIu  In  iinlrrin  ormin  niiuid 
uennlltelt,  ndmlldi  lui  liebt«  uan  der  denkeii 
Recüoditunii.  nldil  bl«ftuii)lii(fAail«[| 
Ereignilie,  l^ndetn  oudi  allldgKdicr, 
SdiilCI    unO    Citll    unf    begcgncndci 

ISlBhnine."      (»".Bnilib  .[CT  Belügt  DU  " 


P 


lauderftunden  pon  f 

öelielKI  »  mt.  so  IVg..  wra.  iitk,  i  mk.  M  rf 

Schaffensfreude  non  1 
Sansberg.  s;g>Sig5g5s 

t^cheltct  1  m.  tO  P(D..  fitb.  I  mii.  <:ai<wbü) 
Tä»*  Ir    tnimiJ-liivi  ruFii)  i.-iii'cr,  ■]!(   UL-ttit^eilda 


£■  \ 


Hffhetik  der  deutfdien 
Spradie.  Sis>s{s>s>5> 

,  Von  ProEeffor  Dr.  Oscar  Weile. 

Scbundcn  !  [Rh.  HO  Piß.  nsss  tissn  ti£m>  tißit 

C^vT  mit  der  fllihdik  der  dcutidicn  Spradie  bc> 
obridillfll  dCT  Vcriailcr  allen  ScMIdetcn,  die  Per- 
itdndnis  lür  die  SdiSnheilun  unleier  Spradie  haben, 
ein  Budi  zu  hietcr,  dai  an  llmEand,  Elnlaau  und 
flusIlihrunH  z\i  iciner  Sdicllt  aber  „Unlcic  liluttcK 
fpradic,  ihr  Werden  und  ihr  Welcn"  ein  6e(icnltildt 
bildet.  In  beiden  bctraditd  ci  da^  Itcuhodideutldie 
als  ciuas  6euordcnc;,  In  beiden  ludil  er  den  Zu- 
lainnicnhnno  zuiidien  Pclh  und  Sprache  :u  crgiQnden 
und  Ildi  mit  LIebo  in  die  Eigenart  unlerer  Dar- 
(rellunttsmiilcl  :u  ivniuien.  ilbcr  u'ilhrend  in  der 
„multcilpradii:"  voj  üilem  die  Prcia  berüddldirist 
ultd,  tritt  in  der  „^iihotih"  die  fdiutinfloellere 
fIusdrud(>u\'iio  der  Peuüe  In  den  l^erdersrund. 

UnEere  niut^erfprache,  Ihr 
Werden  und  Ihr  Wefen. 

Von  ProfeHor  Dr.  Oscar  Weife. 

3.,  uerb.  auClane.  In  beinw.  iieti.  3  fWit.  W  Pffl. 
c^it  Dkle  Sdirllt,  der  vom  3ll(temelnen  deulidien 
Spradiucrcln  die  liediilc  bi^hoT  zuerkunnte  9u^ 
leidinunq  verlidien  wurde,  lif  beiinderf  it<-'>-'inn>:l' 
die  äuh'crlldic  :'lu{taiiunti  unJerer  lllurter- 
[pradie  :u  beltünipivn  und  die  Kreliu  der 
Scblld.'tuii  über  ihr  ICüFi-n  zu  untorrl.-lilen. 

eut[die  Sprach-  und  Stil' 
lehre.  Von  Dr.  0.  Weife. 

Eine  Ii:il^iiu;i^  z.  ridi:it;>.'n  l\ri;dnd]ii>  ii.  februudi 
unleiL'r  IHuiieciprudie.  I:i  lioini.'.  tiobunden  i  lllk. 
ta^.  ,  :»i;  Ui'-<i  ii!  iahvm  \r.i:üw.  iSiwi  ü-rni. 
Ih;.t  .■■'■■■■■.:{  ^-'.ziR  Si\iTü}i<!  nudi  'liizii  uii(ietl;uu, 
!':..:■  ;■.  i...-  .'!■:  '^-ii  Z''-A(i  i!i  (:i,'  F:ihtd^k'u 
■■:<  a\WJ-:ii  ",  w  -.:i  :\i  •■.::.:i.  Ijio  l-:iir:iioi.1iür:rj 
und  beill.'niiile,  j-.-ei  diiii^'i  ]ii.1i!  uuiihoril^e  Hv 
der  Releiiiunii,  diu  tteilfjii;!itlfdi  fürn.'iiioi,  mit  dum 
Kaiizcuq  der  gelehrten  sieMuditli:hvu  roridiunü  zu 
prunl.^n,  und  die  dodi  diu  h'uhlthuende  Stdierheit 
Hiebt,  daq  man  dem  Führer  alluk'uye  vertrauen 
Itann.  das  iii  e:,  ua^  Wcliu;  Bfldier  auszeldinet  und 
MOS  lhn;:n  io  viele  rrouude  modir."  ihiiuz.  Zjitiü'a  i 

om  papiernen  Stil.  Von 
Prof.  Dr.  Otto  Sdiröder. 

Piurtc,  dur-ijuiu::, HO  Julio^e.  jjhui'.'t  i  Ulk., 
gcfdimcd;!-!:;;  iiu'<-:';:.:i  i  Kilt,  >0  Pi^.  ruT(F.;a« 
t^Xi  cul.'i't  truu.fit  da^  i^udi  nidii  inelir  zu  UMirden. 
aber  i;'-'>>'I>-'i^ :  iiJkk^  >'.d:t  i'cii  j^derniann,  uaiil 
aber  vnv,  aüvin,  i';j  :.L'n;iu!i  iiii'l,  ihre  Werte  :u 


Ü 


V 


Zur  Einführung  in  die  Pti 
lofophle  der  6egenP7a] 

HditVortrage.  VonProE.Dr.H.Rie 

0ch.  ca.  4  niarli.  (Erldiclnt  Im  november.)  Et 
CsSf  Von  den  Qblldien  £lnlullun(icn  In  die  Pli 
[ophle  ucldit  die  hier  angu:ei{;tc  Sdiiiil  fdion  di 
Ihre  Form  ab.  Uenittcr  zu  belehren,  als  viclin 
anzureiten  iil  die  Reilimmunn  der  Sdirllti  Ile  de 
ildi  daher  audi  dun  üeler  als  llSrer.  Sie  ulll 
Phllaiophle  unter  den  ulifcnidiailildi  Gebildt 
neue  Fruundü  gewinnen  und  welleren  Kreilen 
Veritdndnif  fdr  die  phllulephlldicn  Beitrebun 
der  Senenuart  i>ermltleln. 


U 


ntere  Pflanzen.  VonD 
?rledrldi  Sohns.  &&&( 

Ihre  namenserkldrunfl  und  Ihre  Stellung  In 
[Hythologiu  und  im  VclksaberHlauhen.  !.  Hulk 
eeldimodiooll  gebunden  3  ulk.  40  PEg.  t^gitfä 
C£»  „Das  ilfldikln  ül  mit  warmer  klebe 
nulur  und  zu  unierer  IHutterlpradic  (teldirlel 
Eine  iirciie  ^n:alil  der  eil  uralten,  llnnreld 
Pllan:en'Velksniimen,  über  deren  Urlprung  n 
oft  vertiublldi  grübelt,  wird  hier  erkldrr,  audi 
Volkshülikunde,  der  Ptlan:en:';mliollh,  der  Diditi 
und  mijlhclogie  wird  an  pailender  SIellc  godad 
ru:i<r^Mr~><r..i'r-'»r_i'r~>.r_»  (Pt<uii.  tichr-Zro-  14 

naiurgefdiichtliche  Vollt 
niärchenausnahu.fer 

Sciammelt  pon  Oscar  Dühnhar 

mit  Cilelzeidinung  von  0.  Sdiwlndro:lie; 
c cid! III ddtvoll  gebunden  S  Ulk.  KäiiK^-AKa 
c.£i)  Das  Ba.lilein  k'.'reinltii  [Hüidien,  die  Hu: 
eridiciniingen  :u  deuten  ludiun,  diu  [iiintgc  i 
idiauung,  didiieriidius  Cinpimdun  und  licr:lld 
Humor  verein ition.  und  diu  zeigen,  wie  <:n(i 
Haiur  mil  dum  eumüi-.lubcn  dvs  Volitcs  uenifod; 
Ift.  So  h-ir1  iuder  Freund  der  Elarur  wie  i! 
fclkus  das  Ituditeln  mli  f;eud.-n  boRriifien, 

:u  [Ordern  geei^ne!  k'in  und  di;:ui:[  als  3ubc 
dl«ie  von  Eltern  uii'i  Itebrurn  u'lllhommen 
huiiien  wurden.  r^;v  c^v  r.-st  v—.a  V.^:sit  Ca 


n 

I.  aufi. 

n 


aturftudfen  Im  Hau[e. 

Plaodereien  in  der  Ddmmeriiunde. 

J.  Huri.   L  yi;lil>iinjir.  Cily.-UwM.  3  Uli:,  SO  (>Ji|- 

ahirftudien  im  Garten. 

Plaudereien  am  Sonnrag  naduniifag. 

(n  BttAiiioilir,  Orli-LcInuandliaBtl  5  Hlk.  «  Pifl. 

Saturftudten  In  Wald  und 
Feld.  Spa:iergangsp(audere)en. 
BDdicr  fOr  die  Tugend.  Von 
Dr.  K.  Kroepelin.  [Hit  Zeichnungen 
üon  0.  SAwIntlraihclm. 


K^n  ..D«i  tlOirUdi»  Work  rlanw  II*  iildH  nur 
venliiniti  oIe  GviitiDnJr  iDt  H^galiie  griheru 
Knalcn,  laniletn  tiudi  alt  Hlli:mltld  lüi  d«n 
btlim  lai  Psibcniiruiid  aul  den  iiatuthunillldten 
Uitlin|diL"(wsrchei)ta<ivi  bnuaat.  ii-a*i  >wii 


J 

Crldieinungen 


^bbe  und  Flui,  foraie  oi 
'  T^andfe 


Im  Sonnenlvffem.  Von  G.  H.  DarwU] 

MllUlinto  auMo^e  oon  a,  PoAeK 

EliiiAhcundtuorl  uoii  Pnl  Üt.  ä.  v.  l 

und  tS  Illuiü.  Im  Ceit.    öcbunileii  6  mh.  S0  | 

c«i>  „Ucr  annuTimtifr  wsllii:. 

leillfttldt    eine   Uurlidlune   ilvr   Deit(}il<4eMit  I 

Idielnuiti^en  ä<i>  CBbe  und  flu!  upd  MaMi 

lüOruiiBcn  d«tl<lliea  :u  linden,  wOtM  Udt 

iTTcn.     Sllcidlngs  Ut  dos   bttäi 

iidndlia,  ntlBln  ts  fM  vtir  Ober  4es  II 

4er  obildwn  &aifMlBng  ier  SczdfcH  ti 

lit  vln  Rudi  tlndg  ja  ktnn  Bit,  d 

den  SeoftiqElbet  tuiuhcttcl  Hevec  J 

UfTliiiier.eln  irodiberfllimtneBsllIdictlf 

Hat  dutdi  «lal{}t  Fiirliiiia||Mi  dhI  ir 

5ttmwi\hS9Hv  »lAltgo  CaMediiniiiH 

JJdi  oul  die  Rellc  boxlrtitn,  vtfAt  C 

Kroll  det  nicndn  In  <lct  Ur»lt  der  € 

und  »Mntllg  nwdi  IpMen  wIn).  Seil. 

Ko;m9(PBl<E  Intwellien.  wird  io  6emi 

StreIfzQge  durch  Wald  und 
?lur.  Von  B.  bandsber 

Elac  Snlvltunii  lut  BvE't'itdituna  der  belsüf 
llului  In  IDsniiUbUdcm.  fOi  Kuus 
btuibclltl.  Zudle  SuilaaH.  mit  St  lll»Iirail( 
nitdi  OilülnaliOdmunBitn  oon  frau  H.  bitorfib^ 
in  Original' £1nband  S  maitr. 
rdSr  „Hodi  dem  Qrundiatie:  „Lebtn  uUl  Uli « 
kliTBii  draußen  In  Wald  unl  Fbr',  hal  der  i 
iailcr  der  Süßend  ein  iSudi  gebom.  dat  ul«  I 
ein  zweilcf  Hctlunet  eridieliil,  die  rodite  I 
und  ilQE  riFdiTc  VerlländnU  liii  dai  Outuitebctf 
ucdieti,  doi  anleite),  mli  eignen  Sugcn  ra  td 
mit  vlanem  Veiliunde  :u  arbElien,  . . .  lidit 
cla  Budi  Dvn  relAun  fodtlldten  Inftoll,  lern 
uuA  Ein  jidrlauvalldte«  Uitilrdiioi.  da«  hlnlldl 
der  Hncnlnuns  und  Durdiachcltunu  de«  Stolle;  i 
[eilcm  Junyen  tiehnn  und  ifJti  I.lIt.ti,  v  i  t 
Wim  niulerlal  an  die  Hon^  iil.'i  :  u  i  I  .'  '. "  ^' 
[lud  inull«rhab,  und  die  sa\>: 
Preli«  eiiliprvihend.  Xiaat  P.\i^A:  w  ir  <  ■^.  .  'j 
lifeltunfl  ;u  wüniiJ'rii." 


B 


lütengeheimntffe.     Von 
Dr.   Georg   Worglöky. 

eine  BlOfcnbloIogle  in  £)n2elbHcleni. 

[Till  ?j  SDhlldun^en  Im  Ceit.     ßudildiinudt  vM 
V.  CUlur;-    Setiunden  3  niorl«.   csfi^q 

r._v>  .xia  uoriicIilidiM  und  rtiicnd  llluMi 
<   -;   Bcdi,   ilijs  ollea  freuniltD  der  Plloo 

v;ir  uililianiinfn  fdn^ 


ius  Ratux  u,  6eiftesi9e(] 

;  Sammlung  colffenEdiaftlidi-gemeinperÜändlidier  ti 
E  DaHlellungen  aus  allen  Gebieten  des  WiEfensIä 

[Bänridien  pon  130—160  Seilen  zu  1  [Hk.,  In  gefdtmadiuollQin  Elnbao^ 
nh.  35  P!g.     Sedes  Bdnddien  Mt  In  üd\  abgeldiloüen  und  etnicin  kaulj 

Itli^ililcndiit  und  alldtinelnvcrliandllctici  BthainHung  wcrdin  In  abQei^lclftni-n  Bilnililitnil 
tnlEHaÜlldivr  Qrundliru"  rulicndr  [lnrilvllungcn  ulditlgvi  Seblclu  In  pliuiutfllct  l{«l:li)ilnhungi  aits  m 
*itn  iIk  Willens  acl>pt«n,  dir  uan  dlaemcIiiiMii  IntvKlIe  Ilnrl  und  dauernden  Hünen  a<wBS 

uerfDoIIes,  nQQIIdieä  6e[chenk  empfehlen  fidi  belondd 

länddien,  tiudi  Wultl.  ßutiuntlcn,  in  Huidiinüdiuolleni,  duuertiuimm  t5i>[dicnkkäIH|l 
'■  lidi  zum  aulifullcn  icie  Bulttäitoun  clgnüt,  zum  Prelle  von  6  (Ilatk  50  Q 

a»a»<a»4raB^»>«  Betotiders  feien  empEohlen:  ra^a^a^a^a»4■• 


ijcügraphildic  Blbliotlwft, 

Vditiali,  nicnlcli  u.  Ctdt.  n  Sonlcn,  Hleatei:' 

niing  u.  mtKivtlcbcR.  a  SOntlivr,  Qtidilditc 

IZdlunen  der  £nldvdiun«<in.  a  Scttviner,  Der 

^  des  Wcirails.  tS  Welle,  Die  deulldien  Vulkt- 

c  und  liuiidltnallen-  a  KalUtl,  Ule  t'ulor' 

ng.  Cd«)  CdSi  Ks£n  itt»  fei«  ca£«i  ri£sr 

CedinUdic  mblloilicii. 

Bl(d,  Die  mvlullw.  ■  Ueddlnii,  U»  Ellen- 
piinJcn.  n  nicrkei.  tnetnleurtedinlli  der 
JclL  a  Lounhaidt.  Bin  luulendcn  Utlilluhl 
IZtll.  a  Vottt,  Uarmektaflmaltlilnen.  m 
^llei,  Rlikrolkapci^iunc^EitbeitiMät 

Kuliurtiltlorlldic  Blbllolhck. 

bc,  Sdiiin*  und  Umtiweten.   a  Welle.  Die 

■(htnVelksItammcundLandlcfiafUn.  a  Soden, 

'   I.   a   OllO)   Oo%   deiilldiv   KandwMh.   B 

let,  Die  dcutldie  Buukunit.  m  Sdiutnier, 

lurotion  und  Keuclutlon.  fWatCa^iK^fiiCtfSi 

Dciilldie  BlMlo Hielt. 

Ple,  DIedeulldiuuVolktItamflieu.UJnüirfiafIcn.a 

,  Diis  deuDdie  llandweih.  B  Biulnler,  Dot 

.tieDDlktlted.a  leenlne.DlcdEUt[di<l{eldt{< 

iHune,  B  ITIullliael,  Deiiildie  Bonhunll.  a 

Hl,  Drulfdie  Slddic  und  BOigei  Im  miiteloll«. 


nDiuiuliienlchalilldie  BlbllctM 

Blcidimunn,  üull.  Wollec.  (itAl  nnd  unj 
SiaiQ,  Hat  tildil  und  die  ferliea.  a  £dtJ 
Komvf  iwlidicn  ITIenlA  und  Clet.  ■  lleodlM 
und  beben  de\  P«k.  n  Sltlenhanen.fl 
wlditlalten  Kullutptleiuen.  a  i3uerbadij| 
i3tanab«;itllle  d<i  modernen  nutmUhie.  B 
flDHommunaslehiD  und  Daiuinlsmui.   f^ 

medlzlnlidti:  Blblli^ltiek. 

RltFnaArmotlFnivKeltulIignlrttatt.a  B 
Qeiundkdhletirc  a  Sadic.  Der  mtnMl 
KSrpei.  8  Zunder,  Lei betO bunten,  a  freill 
Srndhiuoii  und  rolksnuhiunHi mittel  c^fi  a 
VpIk^MlrlldioillldK:  Blblloiliek. 

ltlei|Bt,  SmJu!«  Bewetiurtiu'ti  .j  rii..Tk-:  mi  (i. 

PeiSehfientwIiielunB  in  'i    ■  ins 

Biilfloben  und  Zlile  ä\:-^  '■  i3| 

ÜOi  deutidie   llundwcri  "'di 
«erlulfune.  a  ^ 

Pddagogildii:  BiMicihük. 

Zlcgler.  Bllttemetne  ratlu^ue'^-  a  Uir 

Iutien  und  Ziele  du  nUnldienlclteiu.  a  Kil 
i|«  lOnl  Sinne  des  IDenlitien.  n  Zander,  b 
OhunBvn.  B  Relimkc,  Die  Seele  de«  ITtenlAen 
K Q Ip e.  Die  Phlloiophle  d.  Senenwuit  In  UeiitldUe 


lOldl 
KrA 
;r.  hR 


Ip]   flui  Wunidi  üusfOlirlldii.'  IHuitrmrie  Ptoipukle  umionll  und  pglltrel. 

'HüHerte  PHanzenornamenU.     13  farbtge  Cafj 


luitbultand  S3  Omamente  tumbelltt  Im  Sultrnuii  de»  SrutihirntiBl.  Badlltticn  OborlihulioM 
rPn:4.  Otte  Hafillnfler  und  Slbrcdil  £an«lol«r.  1  lilelerungen  lum  Pieile  min  )e  I  IT 
i  „Du«  In  änheltnttil  der  :atiircldien  ;ur  Heritellnny  uerwendelen  Furten plulUn  lelii  bUllfle  U 
1  tQi  den  Gebraudi  an  liSheien  niSddfieiildtuIen  uiid  rrauenurbeliilfliulen  peelonele  Poifllder 


a  Ziildiennnlertlijil  tut  Unientflijunji  des  FcrtiuilInnB  nutzen  dlycn  Olmi 
brnmene,  :uueriai{lflc  Unlellung  lum  StIUilercn  der  Ptlunien  fOr  uelbllili'^  'i' 
fter  lilnuus  kinnen  dlefe  BIO  der  eis  kdnftlerltdi  umtuotl»  PotblHn  lilcHun' 
[  Bit  dienen  und  werden  uareiiead  üuI  Illullerzeidiiiei  wirken.     Die   ir 

'  r  formen-  unB  FoTbctilifiJn fielt  der  helmllilion  Feld-  und  !.-■]■ 
....,F.,,,*.  n., ^.   .,    ,.,..,..      ]jpj  nntflrndiB  fHiamkiti 


iiiin''^''in  driiiiit 


l-A^«^ 


s^^Qfr^a  {ür  Sdiule  und  Haus  fr<3fr<3) 

..Pen  it»  BlUcnirJEmthmanuni  An  k^ttn  '3clin.  dte  der  naucfl  »drlicltldien  Dttmianf 

ItitiingeQ  i>nd,  btonhcn  wli  eint  nll  goiu  ung«ttillifet  Freudii  dea  „UnfltntTilmii  Baaduunuk  ., 
Mittle  und  Keat",  dvß  rilt  DcTlastbnililMndiuafl  B.  6.  CcuMitr  In  Mptig  und  Bvftln  tienuiiiiltU..j, 
Wit  beben  litor  utritikli  einmal  ein  aus  «onna  bltfee  sa  goKn  Saihi  nit  näitm  VgitiluidiilE  Jj 
rhiDdi«  Bcnini«  «dduillenM  Unlemtlinieit  vor  mm  —  Rmm  vli  es.  Ihm  und  ui»  lu  n 

Bisher  eridtlRoen  u.  a.  folgend«  Blflller: 

Or«  «11  -  wlebtiiui  Rllilci  Ihd  W^SO,  die  nlt  t 
1J;-53.  die  andtnn  100  -.-lOon  irah.    i 

-Karl  Rsüvf,  CmIIiu mk.X—  mb.  lO.M 

"Kcfl  Bcu«,  S*ill« 

Karl  ftieio.  KaBoigicli  .... 

Kad  Bleie,  Si«hlwerli  tt\  Kru]>ii 

Unller  Co«,  SdtwatruaMtcnne 

li  JleRnasnn.  Pniban-Uerh  Italien 


,2.  Kun^aaii,    tutilunil    Ini 

Sdinec 

f  E.  Kbltlien.  Smi«  RuAt.  Iiellletf 

Hoi!). 

m.  H«Tnan.  RStnlUhe  SaraDogna 
II.  V.  Pollimonn,  D.  Sunn'erwudil 
tl,v.Vtilkitiann,UeB«nd.K{>rnlel'l 


Kleine  Wandbilder  für  das  deutiche 

(U*r  h-^  ataea  „VMnsii  WdiitlblMtr"  ÜnO  uk  die  »n^^en  wn  den  KSnlllem  lefMl  cul  den  S 
leielAoi:) :  ile  lijul  kialii'cLI  In  Zeidinung  uaä  Faitn;;  an  üa  Wand  crgdwn  Ils  eine  für  dci  fa 
nIdülitiD  (emuliltun^.  alicdtm  und  dekoMtinn  die  Ilmmcrunnd  roflTcßlidi.  Dobel  hat-tii  lle  des  Poni 
i»<6  In  dti  Ddh«  bvim^tilirt  u«n)rn  :u  Irinnen,  and  eignen  lldi  datm  lohi  gut  za  ^ap»tahXilt 

Bildflrt&e  41  -  30  cm,  mll  Poplcrrond  57  >  *4  cm.  —  Preis  eines  Jeden  Blattes  2]^ 
Seldienb'TTlfiDnp     die  lO  Bidttcr  301-310  enihalfcnd,  In  itflnlllerllctier  l 
*^*^   '    fOhnine  2S  niarh.  die  map;ic  allein  ohne  Bilder  S  ITIdj 

»I.  Lunt.   Blltt  Stfldtdien.  SOS.  u.Dsll(inaQii.Ftl1lillnyauIdetWdJe.  !04.  Kttl}.  Hdliitet. 

MS.  BMe.  Chrlllrnailtt.  10«.  von  Dolkmonn.  Bbundwclkea.  SlO.  FUenlleier»X~  ' 

103.  Hnofilen,  Ruhe.  !07.  [lieber,  Helderol.  311.  dB  Zals-tt 

SOt.  HbU,  Dodiauotln.  20R.  iJIcle,  €Iniamar  Kaf.  Ccmptl  « 

Bnl  Wunidi  ausUlliriiihe  IlluÜrlerle  Kataloge  unentgelHlch  unif- 


üe  flrdie  noah.  Reime  für  Kinder  p.  Frlti  u.  emlly  Köga 


udi/  S>S>!a&;S>S>! 

3t  Seilen  mtt  dnlato  tO  metll  aanlelllgen  Dl»n«M||en  Blldein  In  origln.  Elilnmd  !  mk.  Kft 
Ufr  ,^fl  der  Relgfin  dts  BlMeitndu  (jefetUtti  d<T  ardit  tleoli  »In  Ehrenplab.  . . .  Dte  Blld«r  dt 
~  ^rcficn.   Iivlltli,  eindTuiuv}n«n  S«\iea  mA  \»  iM  V.\wV«Ui  ilet  ZelAimas,   asill  In  der 
f  Efilidttrti  cieUcl<ii1  no<h  flQ^e  &tt\\V4A  uA  ftM'^tAA'oA^  4r.\ 'UnAm  Va!iui  als  na 


Roi'lieii  erschien  im  Verlump  voll  B.G.Teuliner  in  Leipzig: 

EINLEITUNG 
IN  DIE  PHILOSOI'HIE 

VdN 

HAN«  COliNKMlJS. 

IXIV  II.  3r.7  S.|     ar.  s.     IUI«.     a,.|i.  .*' 4.SII.  «(.|,.  .«  .-..üll. 


]>i.'  ,\lil'a;lln',  w.'li'lli'  .li«'S  Jlll.'h  si..|i  M,.|lt.  i>l  iIIl  Kill- 
rilliriiii-,'  ilfs  Lfsi-is  in  ibis  V.-ist;iii.lui'^  .I.t  |.liil<.^<.jilii.M-lH.ii 
IViilili'iili'  null  iliT  vvirlitigwh'ii  \'t-;-..iiiln',  ilii-  zur  Lösunj;  iliuner 
l'roMi'nii'  inui'rii.iiiiiiii'ii  norili'ii  -iinl.  K«  N..II1  lliiii  xiiL'li'irli 
lii'ii  Wi.ff  /u  wi-i-ini,  Hilf  Hi-l.'!ii-iii  IT  zur  ll.riilii-.,'iiii^^  iilii-r 
ilie-i-  IViilili-iiii;  iiiiil   zu  .•iii.T  in    sirli  «i,l..i-iini.-li.l.i.-™   Wrll- 

K«  ^iirlil  ili-ii  l..-i'r  llii-.'lll  Zii'li-  lli.-lll  Hilf  ll.Mll  Wi-J-O 
lli.l<lri,rll.'r     U.'lriirllllllli;i'll.     Iii.rll     llUi'll     dill     ilrll     I uli-ivil 

ziizurilliri'ii.     Ili..  .\l'..irl,i    i.i    ii..|iii..|,r.  iliiii   in  .lir'  Kiit.li'liiiii.i; 

lilliT     |,liil.iMl|.lii.rl,..|l    Sj,|,. ..il|..|i     l'.ilil.lirl,     zu     l  ,.r,iluilV..|| 

durrli  iluii  Xu.li«,-i^  il..,  rr.-|u™is<  .l.-r  |Jiil,.„.|.lii..-li..|i  Krai;.- 
i.li'lluii),'i-ii  in  ilrr  Kiilivi.lilun^'  .1.-.,  nirii-,  lili.li.'ii  li.iik.'iK  ini.l 
Jurrli  ili«  iiHunnuiii..  L'ulür.-u.-JiiiiiK  J.u-  ll..,liiii,.uii;.'.ui,  n.ii 
vr,-l,-li'.-ii   ilii.   .\iit.«i.rl   mir  .«.•»•   I'iii|r.~.t..lliini."ii   iiijrliial.     Dii' 

Aniilv-,.  .!,■,  Mirliiuii.iiiu»,  ».■j.-liiT  .1 S|,i,.|,.  ,1™  lli-uiiriilii- 

.uuni..  iiii.l  l).'riilii;,-iin:.'  iin-.'ri-.<  Kikruiil  iiiM  riulivs  iilun-. 

.ill  zu  lininilii  li.'i,'!,  zi.i,.'t  ili,'  lliinli-riiis«.'.  »i'ji-li.'  .Irr l^'üHi^'i-ii 

lli-lririliKiiiiK  iiiin-n-,  Klnrlii-ilslirilürrui«»  im  Wrgo  -li-li.-ii  niiil 
«..  zu  ijrn'lrtzlcn  l-Viiixi-ii,  ilrn  |.liilii.«.]ilii»rli™  l'r.ilil™ii-ii 
Alllill's   Killirll.      Wir   ilirsr  Ililiilrrili.^iil   ill  risl  rr  Liliir  .Inn-ll  .li.l 


flu- 

.ir.'lisi'lini    l'liiii.'  .I.'i 

llllll 

ttii'   ~ii-Ii   aus    i'lii-h    ilii 

,\n 

lV..l,li-iii.'  •■rgiU,  «ilcli, 

Ulli! 

islmiv  Kiitsd  crsoliii'lH'ii: 

'IVil 

h'  ill.'x-a  liiiclu's  di^Mi  Li 

■    i-Mr   ■r,-il    .!,■»    Ill 

II 

BiMrriflsl.iMiiiiK.'ii  des  vorwissmK.-htifHiclK'u  Denkens 
li.-<Iiii^'l  riiiL'I,  wi-Ichi-  iliis  wiss<'iiR<-Iiiit'tli>'lie  D.'iik*<ii  l>t'j  seiiieiii 
HftriiiiM-  »U  •^i<r(>l>etn>ii  IWitz  vnrlimk't;  wio  elii-ii  diese  ,.iiuturii- 
listi.-i-ln'ir'  Iti'ifriti'e  ht  der  «rsli-ii,  iiu<tap)ty!4isi.-lien  l'linse 
der  l'lMl<i?<ii|i|]it>  iils  Ki'lbsfverstäiulliili  voriHisf^eset/.t  werdoii, 
lind  ivii'  diese  Vornnsselzuiij;  /.»r  ('niisfriietinn  *U'r  iniiuitig- 
fiilti«.!!  duniiiiitiseluMi  S.v^jtem..-  führt,  v..ii  welelien  docli 
keines  iirisereiii  KlurlK-itslieil[ii't'iiiKSi<  dniienul  genCi^mi  kann: 
wie  eiidlicli  dii-  IVn-jt'  iiaeh  ileni  iTsimiiijt  und  der  Bedeutung 
jener  selii'iiihar  selWverstiuiiIlieheu  (irundhe^ritle  imsen'S  Welt- 
liildes  ^'eMellt  und  in  der  |.>jyL-h«l<igise)i  -  erkennt  u  i  s- 
■  l'liili>siijiliie  beaiitwiirtet  wird, 
>er  Antwort  zugleich  die  Lüsungr 
'  der  doginatiselien  l'liih>snphie  als 
-  -  darüber  smlieu  dieTorsohiedeneii 
1  dein  Leser  Auskunft  zn  yehpii. 

hehiiiidelt  die  verschiedenen 
KutwiekliiugsphaseiL,  welehe  jene  nu'ta]ihyfiischo  Philu- 
soiiliie  dunhiiiiilt,  nni  .-M-Iilierslii'li  in  die  erkeimtnisthecm-tische 
l'hih.si.i.liie  /.ii  iiiüiiil.-n.  I)er  /weite  Teil  l.es|.nelit  die  Eut- 
wiekliiiLt;  dir  erkennt Jiistheoretischen  Philosophie  ninl 
ileri'u  Ki-geliuisse:  mit'  der  einen  Ki-ite  die  LöHung,  welehe 
dii".e!l.i-  für  die  wisseiiseh.irrli.lien  I'ri.ldenie  ermilglidit,  auf 
der  iind.-reii  r^eite  die  llreti/.en.  die  .sieh  uns  ihr  Itlr  <ien  Fort- 
sehi'itt   di-r  wisseiiseliaflliehen   Erkenntnis  ergi'lien. 

Ilie  liistori-iiheii  l'oruien  der  philosophischen  Be- 
hlri'liiiii^'ii  .-iixl  diirciigiingig  nur  als)  Beispiele  zur  lllustratiun 
ilir  saelilicheii  iOntwiikluiiy  verwendet  worden.  VoUstniidig- 
keii  in  ilcr  .ViitV.lihluiig  und  Darstellung  dieser  Formell  uiul 
ihres  historiMhi  ii  Zus:iiiiTuridianges  ist  durduius  nicht  Wab- 
>i(li[iü:t.  liLshi-iiiiidere  iiiul'steii  gemills  dem  oben  bezeiclineton 
riaiie  dieJL-nigiii  unter  den  ni'uereii  pliilosophischen  Systemen 
M>ii  il'-r  l!etnii)i(uiig  iiusgeselihissiii  bleihen,  durch  welche  (üe 
erk>ihiiliii<tlieijreli-elie  Eiiisielit  keine  Förderung  erfahren  hat. 
Hills  das  Ifaiijugewieht  auf  die  theoretischen  Fragen 
gelegt  isi.  Iicilarf  in  diesem  Zusaiumenbaiige  wohl  keiner 
Ueelitrerligiing,  lioeli  sind  mich  die  praktischen  rrobleme 
ki'iiieswegs  iiubiTiieksLclitigt  geblieben. 


InhallKviTKuifbiiis. 

KinlcitriHli!  Itctrachtiin^Hii.  ^, 

»[]   -Irs  Illl.-ll.-S 

1.  Di-r  Ituirriff  der  ]'bil.)Rr>|i1ii<>.  riii1..sr.p].k'  nU  Stn>1».'i. 
iiii<-]i  Klnrlii-it.  l'l<il<»<'i|>)iK-  uln  ^tn-l.i-n  imcli  l<-t/tt'T  Klarlioit. 
1,1-tKtL'  IVjh«'"-     TliPorotiM-hc  iiml  [.rahlini-lii:   Pliilnsoj.lii.'   ,    .    , 

■2  l'liil»M>)il>i'"'l>'^  pTKl.lemc.  Müiifjd  Ava  ti'n<litii>ii<-ll'>ii  Kr- 
kriiE]tiii«l.i--iiti.-*,  -  Kiinloniii-r  einln.-itUchcr  RrkläniiiK  'k-s  \Vi-l(- 
t.iiii7j-u.  Mi?tik|ilivsik.  ■  ■  Foi'iluriin;;  der  ].f>uitiiuati<iii  iU-h  lii'- 
KiilT^iiatfrialK.  Krki'unttiistlii'orif.  —  ViTümliTlii-hi'  Heil i nun «(.i'n 
■Itv  |iliili>«n|i1iifi(-h'<]i  ppiiken^,  MilHCrfolf.'o  iliT  l'l)il<i^i.>| i1  lU>. 
Fi<nluriiM}r  iIlt  Aiml.vsi-  des  RrkllLriiii^iiiPcliaiiismu^ 

:i.  hiis  nntilrlieii.'  U'cItbiM.  Siinilicln^  PiitHi,  ilrKPiisUiiiili- 
iiiiM-rcr  l'nifjidiung.  I'as  Irli.  I'ns  k<'iriii'rliclic  U-h.  lias  jii-istiKO 
Iidi  iiiiiL  fnui>  Bwtaiirllrili'.  ■  Üi'Kii'limi'jon  'les  kJiriicrlu'-Iii'n 
uikI  des  jP'if.tiui'n  l.'li.  Aiillirojii.iHi.ri.lii-  AutTiis-niit;  dirr  Et- 
^rlii-iiiLni-;i-n.     --   |ii>'    Mitiiinixi-lioN-     Triiditicni'llc    KTkciinfiiissi' 

t.  r).T  Ilrk.'lilltlli-trirl.  lllld  .-.-in.-  l!rrri.;clif;,ii,L'.  ^1r.'l..>li 
iiiidi  V.Tkiiii|i1'iinK.  V..rwi!,-riis,-lmrtlirh,^  \WixrilT,'  aU  Trliffvr 
.Ut  V.Tkiiiiidun-  HiH  rtifr.rwi.lint.'  ah  Krkliiniiittsl.e.liirftii.'.,-*. 
-  Mytli.di>wi«i>-Ii''  Krk!iiriin>r.  Aiitliri.|.,iiii..i|,hc  jrvthi'nl.ildimg.  -- 
\Yis«eiiB(-h:iftli.-Li!  Krkliiriin^'.  lii'<.-tA<-  iI.t  liiLm't.'id,pwi-;,iiiip-n. 
Krklilriiii){  nU  Vi-reiiiladniiur  di-r  Krki'iuitiiis.  I'rim'i|)  dt-r 
i^konomii-  di'«  ]i.-iiki-ns.  Wi,scu.,-ljiiriHclii>  iiu.l  iiatnrlk-h.: 
Tht'oricii.     FrDjri'  tiarli  il>'iii  fSniiidi'  . 

:>.  lic^'niatisniiM  und  Kiiiiiirixiiiiis.  \V<>rlLiiili.'i-H<-bJi'.l  ,h-t 
Krklilriiii{.i'n.  Wi='*i-iii'.-li!ifi  liid.i-  iiii.l  inLwi,.si-i.wIiHftlii-h.'  Hr- 
klÜTiiii:;.  liii-litun^'  vutii  [>>ii;i]iuti^mii:>  Kinn  Kiii|iiri*imii<.  — 
M'vüi'ti  dtr  inii)>iris<;1>''ii  KrklÜriiiiL'.  Krklüniii;;  und  l<<'i.-br>nl.iiii^'. 
Dil-  l{y,.uUi.--rri  il.T  Niitunu-s.>ti,.li:ift.     ll.M...ti,..H.-i,   »U  Hi)di-r 

li,     hi.-  Kiilwi.kluiii.'  .lor  nnb.s..iiliii,'.    Hi-tninnii-^i'  rks  Furl- 

-.-lii'ill«.    M.-fai.hvsisrIir  SyMnnl-ilduiii:.   Xiitiiruli-tU.h^  It.'-rrillV. 

Knhvi.'kliiti;:   ii.i   .'m|iiri!<tU..-lu'ii   ^iiin.v    -  Krki-t<ti(iiisl)i.-.<r.'- 

ti'i-lii-  l'r..l.1.:im-.       IVjkliM'liH  l'i-l'K-mi'.    Fonkrim:.' dt-r  Auiilv^i' 

d.--  \\-|.rtki"i,'riiF- 

7.     l,.'t-!ii-  Zii>lc.     r->>.-lii.li>i:i»-lj-  )lf^'rniiduii^'  ilrr  Hrki-niitiiii,- 

tlii'uri.",  |{ft-..tHttiivti..ii  .1.--  l'i-on-ssc-P  ,Ut  vurwi-i-iisi-liiHtlk-lM-n 
Hi.jtrilfsl.ildiiii;,'.  F.rkfmitiiUtlie.Ti-tis.'lir  [..wuiitr  dvr  iiifta- 
l.|i.v!s<-|](>i)   Aiifc;.l..v        Sa.lili.-lif  imd   lii*t,.rif:cb.>  Kiawi.-kliiii;: 

I.  1VI1.     IMo  mHntilijrsl''i-hc-  l'taaüc  der  rhlliinnplilp, 

*,  l'injt  iin.1  Kr^.-Iu-iniin-r.  Ili'^riir  'ks  ..kj.-.tth-.-ii  l-asei.iH 
al''  d<-:<  l)aKi.'iii<  umtkliilii^'i>;  vnn  uii^iiTL-r  \Vahni''liiiiuii^'.  Vcr- 
ändiTlitdii:  KiwlidiiiiiiK<'ii  und  iH'barrlirliPri  Sein.  Siilifi'i-tive 
lllld  okjiü-tivf  Kxiiitcnx 


Ililinlt>v>;r/.>'i>'hllis, 


,.     |,i,.  i'i, :>>..„  .l,-r.).-;.'ii<i>tL-<'l<>.'lifliil<'-=M,,l 

ii.Mi.^iiiili-ti.rh..  n:x>-.    Vf\-h-in  lii-r  KrkKiruiii: 

,i l.i.-,'tiMT,    Will  IHiiiti-ti-i-h,'    l'hri-« 

Niifür  iKi.i  '-.-Ut  V.'uiiiIllimi.'si.r"l.U>iL.«  I'r 
«i.Ku.iV  .I.T  ..l.i.'.'lli.-ii  W.'U  :iii1'  .In-  I{.<«i!lV 
.\.r  !■>'.;. umiii-  .l-r  A'iri-Miwdl.  i'r..1.lcm  .Im  W 
IV-.l.l.Tii  .l.T  KriÜii'it.  -  l.lfiilUli.<-li.'  l'liiiH-. 
,.i.i.-.;;..ti  \V,-lt    li..-iiii.risi-liiirT.l-BlNniu-.  I'nr» 


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1,.;.  k-  .l-T  t 

Inhiiltsvorzeicliiiis. 

§  10.  her  st'n>uali;<t  ihi'hc  Ideal i:>nLiis.  Die  KrselieinunjjfrJvvelt 
als  unniittelliar  pejjfelieneWolt.  riierk.eiiul»arkeit  <ler  nlijectiveii 
Welt.  Seiisualistiselie  Ski'p^is.  Nejjralion  der  «»lijeetiven  Welt. 
r>ni,'iiijitisieher  Ttlealisiinis.  —  Idealistisfrlie  Mil'svrrstäiKluisse,  IMo. 
Well  im  K<»}»fV.  l>ieWelt  al.<  Traum.  l)ieW«»lt  al.-*  Ifalhieination. 
JdentitiU  von  Dasein  und  Walirj;enomnienw«'rdiMi.  Fraj^e  nai'li 
der  Hedeuhni<j  di's  Heliarrliehen.  Praktisohe  ^(»nstvjuenyA'n  des 
Idealismus.      -   PrDtJif^uras.     13erk»'ley.     Siliopenhauer.     Tairie   . 

i$  17.    her  rational  ist  isrlie  Ideali'^nius.  Wi."i,'o  zur  Vermeidunj* 

ff  •  •_'  <"  1 

d«»rsensualistis«'lienl*arad(»xie.  hus lTi:niriielieh»*nken im (.M'j^eii- 
>atz  zur  sinnlielien  W;iliru»*limun;jj.  IN'jxrirt'lirlie  lM»rmeu  als  da< 
wahre  Sein,  iiatioiuili'^mus.  .Mänpd  der  rationali<!isflu*uTlie«»rii'. 
Dualistische Cous»'«iu«*nzeu.  -- Sukrates.  IMatun.  [«leeuhdin*.  Ari- 
stoteles.   •  IJationalistisili«' Kthik.  Tu*,'t'nd  als rifhtitrt' Krk«Mnitnis 

§  IH.  Der  nat  uralistisehi'  Duali.--mu<.  niMÜn^unireu  des  lui- 
turalistisclieu  Dualismus.  Iniien\\«-li  uu<l  Aulsfiiwelt.  Das 
l^iuis  an  >i»'li  als  rr<a<he  der  KrselH'imin.tr<'n.  .Vusd»»hnun;r 
\iiid  I>i*id\»'n.  IJntiomilisli?<rlie  Mctaphv.-ik  uarh  d«'tlu<-ti\tT  Me- 
thode. D»'<rart.t'K.  <ieuliu«'\.  Spinoza.  Lrüuiitz.  Mah'hranrhf. 
ThtM)ric  lies  [Hy*hoph>sis«-ln*n  Taralhdisnuis.     .\venariu«  .    .    . 

§  \\>.  Hüekl»li<*k.  DieSkrp^i»«  und  «las  erk^'nntni^^th^*•^retis^•he  Pro- 
Ideni.  Ski'p-^i«;  als  Krifeluüs  der  Milsi'rtoljre  d«»r  Pliilosojdii»».  Pn- 
niötrlichkeit  Cün.se«jueuter  Skfp.<is.  Neue  Praji:e.>tellung.   .\usbliek 

2«  T<'il.    IMo  crkoiiiitiiisfli04n*otis(*1io  IMiiiso  dor  IMiilosoiiliie. 

§  "2'».  Die.  Aut'üalo«  d»M- «•rki'unf  nistlieor<t  iseli«'n  Pliilosi»pIiie. 
Einseiti«,'kiut  d«r  idralisti-^i-lu'u  Sxstenu*.  V«'rmeidun«|di«^«ier  Kin- 
seiti*rkeit  dun.h  rnlersurhun^»-  der  Pa«'ti»ron  di'<  .AuHiaus  un-^er^r 
KrtahrtJUiT.  KordiTunir  psyilmht^^qscdn'r  \nal_\-<e,  Da>  lndu«tii»n«ä- 
]»rohIfm.  lliudonii»*"!e  ihr  erkennlni'ith«M»reli<«hen  Pui»Tsuehun'' 

§  21.  Die  Kl<'m«'nte  «Irr  Krt'ah  run^j.  Kr<t»»  AualN-r«-  tind 
(.'lassific-atinn  di*r  lM-\vur>t<«'iiHinhalt»\  -  KiidnMt  und  Mi'lirhfit. 
Teile  und  M«'rkinal«*.  -  Ki]idru«'k  und  \'«M'>ii*l]unsr.  Mi'zirJiMU'jf 
zwiselM'ii    PiiipÜndun;^'    \un\     <  Ji'diH-iitui.'l'iltl.  .Vul"-«'!»'     und 

inm'n*  Wahnu-hmuiiL:-.  S«'ri>ati"ii  u'id  l{«'ll«'.\':«»ii.  Pli\.-i-;«h«' 
und  i»sycliis«jie  Phrin«»^M«Mn;.  -  ^'numli«  und  al"«f riici«'  Inhalt«-. 
Alljjfrjm'in«'    \'or^t^•IIu?l«J•^•n  'üMVilih'    iIit    Jj!>«     un«!    I'nju.-t. 

des  Stn'l.rns    und  A\'iii«*i-tr«'l-iMi-.  I.niki-      Pn'iKrli's .     Ilunir 

§  '2'2.  Di«;  .\  ssnci  ji  t  ji.n  <*])•«  \  rh'»l  <»'./i«'  KiiiLf«-  nach  (i«Mtzi-M  d«*.- 
VurstellunLi>i«l'hiu!'-:.  <n-«,i'i/.  ih-r  KrtahrwiiL;^-  Mih'i-  Ih'nihrunjTN- 
assoeiation.  «Ii'-n't/.  th'r  .\.iudiihk«'il'«a-:-«».  jsiii'Ui.  -  MiitiL»'»'!  d«T 
Assoi'iationspj^yrht.'lni^de.  })'u'  ('rtiMl>ih'hn'  drr  \«->Mr!aTinns- 
psyelndoi^^i«'  llunu'.s  li-triNh-hn-.  Kin\Nii»ide.  JMe  natura- 
liriti.selu'n  l»»'ijritr»'  in  »h-r  .V'^';(u.i;ition.-j|»svln»lMMi««.  iIume.-> 
Tln'orie  des('au>al-  und  Snhstan/.)'f'irritr>.  Sktjptisrhe-;  l\r^'**lini<. 
Grümle  d«*r  llum»'>«.hru  Skrp-i.< 


V 


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17J 


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1\  liiliiili^M'ivli'lniN 

s  <.<  hi.-  l-|ij--'>i  ■l.'i'-l-.^'»:i<iiTl>i'ii  l'liil-.->'|>l.i>-  MMni>t]s>'l.- 
i..;.i.-ri!il'-li^-'l>.'  I'liii-'.-  I>r..l.|.'i,.  .liT  KrkNirunv'  -Lt  riitiI:'H<-li<'ii 
,|.r  ..l.i".'tu-M  W.'ll  KruK-tUrl»'  l'lj;<K<-  I ii'L'viJSlIz  v.>t1 
N.ii..r  liii.l  '-..i^l  \..iiilttl..i.-|.r,.Mvn:r  l'r..Mfii.  .l.'r  Kiti- 
«irkii.i-  -l'-r  ■■i...-.;-u-i,  W.^li  i.iif  .bi-  li.'«-iiii^t*.-iii.  IV.I.|."ii. 
.i.  r  Krk. ■...,! r,-  .Lt  ,\:J--..i«.'ir.  lV..l.!cm  .k-r  \Vill,.TiMl,nii.lli..,n. 
I'r..l.|.iii  .I.T  Vi:-\\:.-H.  I.i.iili-ti.-li-  l'liii-,-.  Siyiiti.Hi  .1.:r 
..i.:..<ii'..L  W.'l:  l>--iii,ii^''li.Thl.'>iliMiiu.'.  |-iir.i.l..].ii'  .t.-M'D'.'ii. 
r..!-.:,-.-i-.!i.ih.ii.i;Mi   .1.-    M.;lli-^imi. 

s  1i>  l>'-  i>!:>kii-.-'l..'ii  l-rol, !,-!,'.>  hi  .li-r  >l.>:;Ti]!it i.-.'lu-ii 
l'i.'lr. ...,.>::..  i:.t.|'>iin,u.li.rl,r  nri.l  t i>i..-li'rli.-  \U.th.:  [»11> 
-.:l.  .1  li..!ii.^ii.i:;.-ti  .l.-i  I..-I11,-  Ar-  .-tlii-.'i.ni  rn.l.l.'iiis. 
<:--l-ri:     .>.■■-     ['..-■!  iii:-'iiii-     In     .i.r     Kll.ik.  Liivi.lUi;iu.lifi«' 

I..  .';,.-,-.     (;mi<i.I-,i!.  .i.  1'  .  :ul:i vl.lMrIi.'ii  WilI.-li»l>i'~t;iIitIIILIi;.'. 

|i.  !■  .■_..:  ..i.-  ||,..i..n:-.iiii-  K-xi-imis  un-l  \[tnii-'tN.i-<.  Al- 
r  :.'  l'-l;>.'  [I..|->.'>imi..  l'lÜ'lNri-iiiii.  intri  Mitli-i.lMiir.nll.  I>i.' 
...-i:i:.-.,r-ii-.ii.'rn.j-i,.ll.lir.-iiti.M.-r.'i.ii-i-.,i,.-i<I.>i;u.liil.i.iiii-iii.i< 

>    II  \<.lil<.;.'l'     tiM  t,l|>l>V-wrllrr    Sl-t'-II.I'iMlMliT        IhH   -'il.. 

'i<-;t1i.l'.'    <-h,     ,,|>    l-:r'kK<niii:r-'|>r']|.j|..      It.-riilii^'iiUi;    h,\    .\,-t„ 

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li-.i...    W.h       \V,ri...-..,.-;f    ^■■■,    IWli.-imJ..ir   u.i.l    Mvmt- 

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^.!-  r:- t.i-i-.-    i:r!i.-iii-ir.-.l.-«..l:r.>MS.-i,i-,liir,')..Uii|i.'nki'iL.     - 

1?.  ,11  -l..-  VI  i!...-!.!,:.-  Mi.-  i:r-,-l,riiuiii«ri.  ,<U<U^  wnhru'S..».. 
I',-   -;.-,!      .!.:•   \!i.i.  .iiriij-i.   iil-   .l;i-   l'..'li;irrli.-li.-   iui  \V,-il.-.-l. 

M    ..':    I  t   ■'.■■•■■■', i;    .■.-    <:i-illt.||.li-l.l,.ii,K    iliT    l'llil-.-ni,lii,. 

i    !:■        •,      !..:■.-.■   i>..-.  '  ,M.--il,..i-  Niitiir.Tki:iniri;I.     V.Tvii-lnilU- 

l-._.     ;„!.-:    .■■■■■    I  i-.,.li.-    .i.T    |l.'.M-iri.u>:       l'ran,-    nadi    .l.'ii. 

\l.    .,   ■-:■■.-  .i.i-  \l  -.-li-....;      jii.'  .\(,.(ii.-  im.l  il.>r  l.Tri'  liiiuni. 

l'v:'.a   ■  ...-       !  ■■  i..  .;..!.;.-       \!.:.\ii-Mni-.     l'i.-  At.iuiMik.-i-, 

Sil,     :>■■■     U.:r,:,,     ,1.-  T:,-.i. ;.,.;-.  1..  II  Niilurwi-sfii^i-bliri. 

•..■.,:i.!.r  .'!■,.,      \/:,,-..,   .i,,  \\.\:   ,|..,   iiiiv,T:ni.r.Tli.'!i.-ii  kl.-m-ton 

i.i.    -I,     ■; ..     t:.  ...-.i.L-  .<.■(■ -i.|,Tl.iiM-iiMyss,.|.miil, k-r 

'■,-•.    (■  •■  !'■  '■    ■  ■>     iii  i\\  I  ,:,  :;-iT  iiinl  liii-  Siriililniini'viirjriinjii'. 

■...  .:.l, ■,-,!:  ■.:.!. ■ili.,;v.  V,'1.i.l|.i|i|.l|M.Irlilirll.'i:ii.Tiri.-. 
\-r--    1  ■....:■■     T.:.  11.      .-..:.-.-    .-..-r   Z.T.tr.-mm«   .l.-r   V-Ui-T^iv 

-    '  ■      i''   ■   \1.-.  ^^ :■!--"  .1 ..-.u-iil/.  .■i.i|Jri4i.,.luT  UJ1.I  miifc- 

■     •-■    .-.■■    \.i-.r    ij,;^    .i.i    i.,it.;.«;-:-'.'ii-^i-liiitlli.-li.>n  Tlu'ciricn. 

.■.t,  ■-■  i.r.  :.,,  \:..].\.,  |i,-r  M..|i-ili  :iK  M.-<-|iam«iHU». 
*1  ■'■  -  i;,i.,i!;'.  !i         Liir  kl-  ili.T  iiiiiti'riuliiiti-'-ljon 

('.■;.      [  :.i\|  ;■■ .  ■   ,■>.  .!..-  ij-i  i.,-;nijuy.tti-lt    S.'iiRLiiUii'll-'.-he 
■■■■.■i|-  I  'ii"-.ii.r  \l;.1.-nnli.-iiiu«.   -     IViuokril, 


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aU  .iMLitirif-ar C'ijt-lviieAVat      rm-rk-wiLarkri!  .i-r ..l.-i-.-tiiv;-. 
W.-lt     Sfu..:al-:*I->(li,>  Sk.'|»is   -  X.'i:at:ii:i  -irr  .'..i-.iivi.  W.l; 
!'.'jnia:U.'!ifTM.-;i:i-iiii!*.  -  I.i.-iili^liMio  M:i;vir^'i-;..liii*-,   IV 
\V..!tiiiih".-K.-    I'i.-W,-lta!-Trai:m.  l>:.'\Vv!i  :iMI:.Il:;.i;iii:i.'ii 
I.lciitit?.!   v-n  l'a>.>!Ti  ui>i  \Val!ivr,..n.iu.-iiH.Til,>ii.     Krii-f  kiM: 

■li-r  B.-.ii"^t:inir  .!.■?  B.!;arrli.-h.-i!.     rr:iki:f,-i;f  1  ..•! ii.'!L,:.ii  .i.-. 

l,|.-y !■:<.>:.!-.      -  l'r,-.ui-..ra..    H-rk.-l-j .     •;.  iL-iM^-ni^an-r,     Tiiin.'  , 

i  !7  i'.-T  r:iti.Mi!lli>ti-.i-l;.'  !  .Lilli-iir.:,  'WV,- :;:;r  V.-nii,.;,i.i,.j. 
.l.■r>.■[l-■1li^!i^I■:-.h.^lll^l^.■l.^..si.■.  l'ii^K>-r-:-n:,-!..->l'.'nk.'i.!!iiii.',r.n- 
i.at7.  ii;r  simili.L.ii  \Vah!-i..'lL!i:i!H^'  ]{i-irri*f :;.■!,.■  K-rni--,  nl=;  .l;i- 
walinS.-!!!.  liKtioiiati-iim,'  MiinS'-l -I.t  r:iti..uali>!:-..  ■i-!:T!i.-..n- 
lliiiili>ti^<lH-r-n!-.iiK>ii7e!i.  -  Si.kra^-  rliiliai.  Mi->iil.-I:iv.  Mi- 
-i-t.-W.      i;iiti.-nali>tir.Ii''i;thik     nn.Tii.l  rtlsrii-liiiiri-Krk-in.d.i- 

i  l'^.  I>.T  imliiralL^tis,-)!.'  Mna;!-::.::-'  I!r.l:>;i:i:iii.vn  .Irs  iia- 
turaliriivlini  Thiuli-iü-i-.  li,ii.-!i«.  :>  »ü-i  Au.'-'ilw.-Ii  \>a^ 
Li-nj   a:,  -;■■!■   aU  Ir-i;.!,-   -h-r  !>- :>ii;-:!:i:-ii.  Ai;..lv!ii;;;ii- 

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I.Im.  Sk.'ii-i-  al-  Kr..-".iii-  .!.t  Mi:-*rf,>lKr  .!-v  l'!!!]..-..].!:;...  In- 
ni.VHiiik.-it  umsi-.|iKiit.-i-  Sk-i«:*    X.-:.'  rR.i;i-.:,-Iii:iii;    ,\ii;=l.Iii,'k 

i.  Teil.    IMo  ^^kl'nDtlli>tlll•nn•1i^rlM•  rhiise  <Iit  l'hih>-oi>1ilr. 

r^".  I'i--  AiitVal..- ,l,.r.-rk .1,111  iLi<t! :■■  ti-rl.-i,  riiK-,.i.U;<- 

K!i.-.-itii;k.,nt  .|.-r  iiI.Mlisti-,l;i(i  S^  ,,,.„„.  V..rim'i.lim-.i;---.-r  Kiii- 
-■ili-k-il  .lurrli  i;,i!.  r-ii.!iiiM-  .Irr  l-a,-..r.-ii  .1,-  .\ii(U,\:<  mi-.-r.-r 
Kifrtlinin-.  K,-r.!>rii.i- ji-v  lL..!,wi-,  ):,.r  \u-Ay:  I'n-  lii.lii.tj.i;- 
].!■■. l.I.tii    Uiii.i.i'.ii-.'  •l-v  .•;l,.i,ri!ui-.(l>-,.n-li-.  ii.-ii  ri:!.TM;.ii:,>u- 

i  -n  ]'i-  n-iii-r:!.'  -l-r  Kr!»  li  r.i  ii  -  IV-t--  \i.al>-.'  iiiul 
ll;!--!^atf..i:  .Irr  ll..ut^!'.t-.';n.^-iilMll.-  ■  lliiih.-il  UM.i  \l,'l!r|..il 
r.  ;:.■  111..I  M-rk:T:ii|.-  .  lvi„IriT.k  .ii..i  V..-'.i,-lliii!:;,  M.vi.'iitmu- 
.■.>iN.'l...|i    Kvi";i:.iii;^     'ii..i     i;.-.l:i.!it.ii.l-il.l  \<:(--..-     .111.! 

i!>l..-iv  \Viliini..>iM,m:c  -.■.,«.l!..|i  lüi.l  l:.-l!.  vi.T  i'lii -i-.i.r 
lui.l   i.-»,lii-.li.;  rii:iii..'ii.ii.'    -  r.,ii.T.l.-  IUI.!  ai-(r,ir(,.   Iiiliall.-. 

Allj,-.' in-   \.>r-t.'lliiMi:.-.i.    -       i;.-tiili]-    .l.'i-    l.i.-t    1111.1    I  ulu-t. 

.!.■<  S(ivl.-ii-   IUI.)  \Vi.i..v-tr.'l"'ii-.         I.'.ik.'.     lt.Tk.-l.'>,     Huiii.' 

i  l-l.  l'i-  .\--...-iati..ii<ii^\.ii..|..i.-i.'  KiML'.' iiücli  <:.-.-r'i'ii  il'- 
V.,r<Mliih--,il.liiiif-.  r'...„.i/,  .i.-r  Krliiliniii--.-  .'.l.r  IS.T.-ilirmiKs- 
ii-:-.-..-iilli..ii.  ti.-.;r.-.  .I.T  :vii..li.iik..il.a"..,i,iii..i,.-  -  Miiiiji.-!  .Ii-r 
\-M.,iiili..ii-.ii^v.li,.|..-ii.  |iii>  [■|-i,.iUl..ln-..  .I.T  .\-si-.iniiMiw- 
liM-.li..|.-i:i..'  'lliiMiiv.  lVt.>il-!.Mn-  Kiiiwriii.l.-.  l'i.-  iiiiluni- 
li'tiMli-ii  l!.-;;rirrr  in  .i.T  A.-...'iiiliüii-i.-.i.li..l.üi.'  Hiilii.'- 
■rii.'.Ti.'  .I.- raii-iil-  iiii.l  Siil,^tilii/li.:i:riir-.  Sk.-pli-i'li.-sKr-rl-ni-. 
i.:ri1ii.|.-  .!.■!■  Iiiiiui's.ii.'ii  Sk.'ji^i-i ■    ■ 


Inhillt:=v.-ri!.-irhi,i«. 


lliiK-i   'U'i-   Krfiitirnti 


:  a.'r  ll.'«iLlM>.'iiL!<i»liii1t<-.        Dn^  <i>)i>;!<-  iiii.l  .11.- 

'ii.ii.     I>i.'  I  HUr-iliiiilnnj;    -     Dm  lif.lii'littii-) 

il.'K  V.'r;.'uii>.-.'ii.'ii    SiDi1..,li.i-]i.-  I'unc-tioii  <l.-r  i.i.-- 

iii«l.il.li-r.  -  l>i.-  Ä!Mili.'lik,-il«.Tk.-tintMi-.    Wi.-.I.Tt..rk.-iiti.-ii 

l>.';.Tiini<'li>'    <  iraiiiLM);.     Wicii-tcrkciiii.'ii    v..ii    ('«iii)>Ii'k<>m. 

.■n-rk'-imnii  «.■wi-huL-r  liiliiilti-.    Al.Muinn^'.-i.  .W  Äliiiiii-li- 

iir.''r>i'iv    uii.l    fr''fi"f-'i''"i'  l!<'''liiiiintti''it    i'iii.'^    Inluilli'pi. 

:.'iti>-   Oniil.'   .]<>H   ll.'wiilst>:o{iii.  Knut.     MhIvH.'   und   Form 

,-r   KrfHlinii.i;.      AiinlytiH'ln-   icii.l    ^uitWlix'h.'   rrtHle,      S>||. 

I,.'ti-,'li.-  Ifti-il.'  II  iii-i-.ri      Iti.'  h.-ilii.ti..ii  .K-r  h'iit.-v'orii-ii    ,    . 

Alli;.'ii..-iM-ti>    !..':■.'(/.'    .1.'»     l)>-»-iil'sts<'iii»v.-rlHul'o. 

(.-iiiiitiiiliiilt    1111(1   T.'iliiiUiill.'.      riit.-r=^.'li.'ii1iiitt.'   cl.'L.-li/.'itij.'iT 

N.l  Mii'n.:.,iv.T  liil!:iH.'.     I'inii-r  .li-r  ■"■;,'.'ii»iii-t     Kriniimnii;  jin 


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.■:..  I'i.-  .T^t.-  Kiil.'-..Tii-.  \\'ii1iriii-liiiiuiLjr«lM-i.'rifl'.;  >ui,l 
Wnlirnehiiniii-^'iirl.-il.v  r.itiT-^li.'i.hiiiL:  -/«■cW  Art.'n  .l.'r 
1"');riirti.'li.'ii  Il.'-:tiiuiiiuii<r  .itis.'n-r  Krl.-Uiii.'rit'.  Kiilnii-kliiuK  'Iit 
\VjiIini.>liiLiiiii(i*1iff.'riir<\  Killst  i'lumn  .I.t  ».■.k-iiluiiir  ^inl.U.•ll.•1■ 
l'riiili.-iit.'.     U'iiliiii.'limuiip^iirtdl.'.  A1>strai'tiini    im    Walir- 

ii<.'lnniiiif,'fj.'i'lii.'t.'.      riitiTHcli.'i.iiiiin    imi    Mi'rkmnl.'u.       l[uiiii->i 


AI. -in 


ii.lli,-, 


-tiilt-pinlii:it.-ii       iil.-i.\a-    McrkuiBl.;    vrui    f.implps.-ii 
'r-'lu.'.l.'iili.'it  .I.T  <'iit~|>rt'.'lii'iiil.>n  Tt-iliiihulu-.   Ih'deliiin»;«- 

!(■.■      I'i..  i;..iutinii-.irni.iiii-.  Oiwin-iirn-iitiiimii-teii.  ,,Bti>r*s 

ii«-|iiHiiii.fI.  Kiiihrit  wiul  Mi-lir- 
kriii..  iilip-im.'ilic  Aii~.'liaunii(;4- 
t.     L'.'iiritanK,    Vi-rilmUTlü-likfil. 

Ert'u1irnii»rel>ot;rift\-    iiiiil 

-  .l.-i.!i-lli..ii  in  .l..r  Kiiili.-if-  iitiH..r..ft  iihti-IiI- 
«iirtiiiii:.  Ili'^riiir  iliT  H.-iliii}iuüR;  oiiicr  Kv- 
il.T  Iti-t:..!  i:rfnlirun;r-licjri-ilfe.  \Vur/...|  .U-- 
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'r'i-lii'iiiiini,"'n  l'ii-  J'iiii,'  iiiflit  i-iii  ZurtduinitMi ,  M.Hid.'rii 
in  ZiiMimtiti'ii1.iiii>:  :=...;iii<r  siiiiiliclii'n  <iii:il{tri1i-ti.  Di..'  ^p.» 
i,.lri.,-lii.  F.mii  .I.-S  Dill!,-....,  Di.-  >'hi'1«-  iIck  Dinjr.'s.  Priiiüin- 
Uli  -.i'-'nüiiilr.'  ijiicilitiil.'ii.  ■  rhriii»mi'iiii  uml  Kouiupna.  \)aa 
I.-.t|.'-,.l.|.-iM  .|.M  [.l..iilistjiii>.  I.l.'iitilül  (1i>s  not'L'nstiudca.  Bc- 
riir  >I.T  .•LJctivf-ii  XiuliTiiiiKL'U  l'liyniku lischt;  fiouetzp  al« 
Kiiiil     Iti.^rritr  ili.'  i'i<'^i>n)<tandei',    Dan  trans- 


'.'[I.I...I 


■  lii.,1 


ti.-li  . 


Inhal  tHvcrzi-icl  in 


S  2i>.  rias  Hing  an  siiL  luul  dio  1..u(Kmi  .-rstfn  Vermitt- 
1ungHi>r'jl>l<  HR'.  I>i«  Welt  iin  sk-h  uU  liegi-nstaud  «W  ICr- 
fithrnii^.  -  LQhuiik  (Ioh  £n-<-iteii  VcnuittluiiK^liiiililPinK,  liöuiin); 
ilü!"  er>itcu  VtTniittlunKsprcbliiuH.  -  Dio  läunilichc  Welt  Kiil- 
»tfliunfr  iK'n  Haiitiilii'griffs.  —  Der  Itojfrilf  des  Oliji'i^tivcii.  I>1.- 
ji'ctivfl  EitiiitiiiiK  nii'lit  idinili^di  mit  ICiuti(i.-iix  iiiialiliünfrifi;  vnn 
unserem  Willen.     Has  KxidlentinlurlH'il 

§  -J».  ]lii-  Kormon  dor  allKt^nieinen  Erki-nutiiix.  Lofrii'che 
Axiome,  Iiiiineli.m  und  ('im,ial(;esutz.  Fmffi'  iiaeh  dem 
Itr.'litt'  der  ViTiiUiieineiiieninK  von  Krl'iilininjfhurti.'ileii.  —  He- 
'IJtiKUii^'eii  l'iir  dii>  KiitHeiiuidiin^  der  Vraf^e  naeli  dor  WaLrlitit. 
Ili'JiihiinK'  nnil  ViTneiniiiij;  vciu  Einielurli'ilün,  -  Aimlyliitclie 
[.'rteile.  — Svullietiseho  I'rteile  illier  Wuhmeliiniinji^begriire,  - 
[lUtfinehe  Axionie,  —  Alltremeiue  Krfalinin^urteile.  InilnotinnK- 
rejfeln.  l)asCnnsal{^-Ketx.  Alljjwiifiuttflltinkeit  dt.-r  Katiirgi-setne. 
Natiimubveiidigkeit.     Snl'ji'elive  (Jnello  dorsflln-n 

i  at.  Ha»  ielt.  /uiiaiiimeidiitiiK  il^f  llewnUseiuH.  IdentitJit  des 
Jeh.  r.in,jtatde  Kii.-t,.reii  diT  lVrs."ulii-lik,-it.  rnliei.ierkl.'  Ce- 
diielituinlnlder.  Anal.>^-ii-  mit  ili-ii  iinl>einerkt<-ii  n'.'ilUirii'ii  •■\n,-i 
kiMktP*.  Fr.rldilu.T  der  nnlH.-nii'rkten  liedrK-li1iii,^Uiia>'r.  I'^vrlii- 
Ni'hu  lÜHpi  Mit  innen.  Inli-wnliite  ii^tvliiselie  'l'lint-iai'lLi-ii.  -  Lr'iU 
und  Swle.  Ha»  Nencnsv stein  al»  ll<-dinKUn^'  di'r  Kini>liiLdiin<;eri. 
INyelioiiliyriwliPr  rnnillelisniu«.  -  Die  «-illkiirlidie  Uewenniij,'. 
.Vi-i-hanik  der  uiiwillkfirliclieii  H.'tt-e^niii^-i-n.  |ii-r  ».■ilwl.i.'.'en, 
Untwieklung  lier  willkiirlii-lieii  ]ii'»epiiijj<'n.  Li*>sinijr  iles 
dritten  VenuittlmiK<t'r<>M'-ius.  —  i'ln  si.dii^riKche  l!i-diii(iriiii(;i'ii 
V.JC^'tetllln^^sn■^lil1lrs        Das     riistcrl>lielikeit»pr'>1dein.     - 


Kr. 


*  He«- 


U-Im-! 


:i3.  liiLs  i-..i|iiri.iti«.-lje  W.-ltl.ild.  Krli-brnsse.  Urdiiunt!  der- 
-.db,.|i.  (il,j..vtivi.  und  sid-j.Tlive  Welt,  lies-t/.i-  iler  l-ecriir- 
lii'Iieniiextalliini^di.'r  !'!rkenntnJH.  Kiii|iir]»tiKdii' Nainri-rklilnini;. 
lii.-Aiitiii.iini.-ii.  Cuu^alitritHii.l  Vn-ilieit.  LrisiiM-r  <les  letrti-n 
V.-niLittlun^'siTi.ldems.  'l'ruiisi.'i.-uili-nla).-r  ldeiilisiijii>i  Kiint>'. 
-     li..r  vrkemdiiistii.-.r..-ti.-eli.:  Eiii|iirisnm- 

:i:(,  Il.-r  W.-rtl.e-rilt  ini.l  di.-  |.riik t is.-li.-n  X.irnieii.  l'r- 
si.i'iin;;  lies  UVrti..-[,'rillV^,,  li..c  W.-iH..  j-rü!'  uU  Mrriilinini;-- 
l..-iri-ilt".     Wertv-miile.  i'er--.(di.;liki'il,wette.     -    Wi-rt    ntid 

Werturteil.  Will.-ii^nl.rrlefrnn;:.  \VillL-ns.-nt.-..,-li.-i.l.  —  X,.nni-ii 
.l.s  V.-rliaIt.-in.  Iiiuii:..rdiiuiij;  .I.t  Wert.-.  DiW  Sitte utriM.-t/. 
Kants  knt''^'iiriselii'r  riripinitti,  -—  Ku.liiiii'iiii»lUel)r>  nnd  liine- 
li«.-1ie  Willi<ii.l..>^Uiiilii<Mi;'.    < ',.rr.!.-tiir  d<<s  i<ltr>iistisvlu-n  Tfe.l,,- 


<.     V'-flrt 

l''ijrdi'riiii|,' 


'  d.T 


k<l>.sti'r 


Kr? 


\  .111    .|.-ri*«"H'»'ii    N'tTtji-*-«*!'   ••r*il.i"»'ii    im   ViTlaiijp    v.m    l\    *i     Tfiil'iii'r 

rsY('IIOJ.(M;iE 

ALS  KUKAlIRlNdSWlSSENSriL 

\nN  HANS  CORNELIUS. 

W    I.      11 :»    S   i       'JV.    <.       1.h;»7.       pll.    II.      "      1<».- 

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\:         ;  • .         :  •.  /  •]•  •    'r-'--!'- •!•  li«  i.   i'li-!iii.  •'   s-t,   'ji-v. i:i:i?  «li«»   I  i-r.It  r«,in»  v\u>-i i  i'-i'-.  m» '» 

;•        ■        ti    :•    I     •.    ■•  •...«,     I   'I  l,:,'.'i.'.i' «1    :•  M-   ii-ttw  r»'    r.'  «tlinn  ■:i.:»      :ili   ihr«*   A.jf»':i*'«-   •  r-^-'-! 
■    1  \'.i'    .;..     !,..!     Kii-.«'.     •>     l»'!.inn    ri    il-r    .M.»»!  :i!i'k  fl.i-    \  ••  1  i  *  t  :i  Ji«l  i  »' •• 


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.-.•••i-   h..  !•  I    -sl.'    •.".••    •  i  ".t.-   -1  f  M.  .il  •  fiu«  h  I  •»' »li  !i  A»il  .11^«  II  \"ii  .1  Ji  •"••■«*  Kl-»* -sj'rli'.r 
A«   1       •    .!•  •    I     •      .   t  •    •••  V    .'.»>.-      !'.'    I  ••i»l«-riMi_'  -'ii-iij  i'iii|ii|-|.i  Ihm  I>i  !jii<ii>ii   :ili-'r\«T- 
•  .'•  '•  i>   \.     '  I    .  •     '     .1     i_"    '•  .    I  •  r!  •ii:;'.-  iJi  r  I   s.t.  i-in'l.iilii:  V.  r*i|illirln'  A'-uvi'llUl.CiIi 

•    :i  •!•  ».    '  •  .•      •       ••.'  ■!•  ••  i-."i.   1   ••■:.•  >u  ■   .iiultTM  iltT  ."-naiüiti-n  cr-'i'-fii   l'.-\ih«.i«  u'-ii 

/•  !•    .    •  •  "i;!  !•  i.      ,   •.    11  ••    •;•  •.    Mii-'isi'i!   II-—;il;:iTi«    ni   I'!  •  r»  iti'<tiiuiii'.i:j    «i.-.i  «h-n- 

•  •..•  i     .".••.    «ik-   i'iii.:  t|.f-i.-".i-' !  •  i:    \i itiii   \i;i    A  V  1*  il  :i  r  i  II ->   ninl   M.ivli       riioii««««  ••«•- 

I  •    !•  :i    -.«•   •  .'Si    ::i    \  !•  ■•  r.    l''is»J«'-'.    .'•  .:   il«  :i    l'«>-iti-!ii-:\  il«T   K;il»l    •••h»  i:    lhil«i^..|!.i.-! 

(IHIWDSÄTZK  IM)  LKHUAIFGABKN 

vi'ii  im:n  klkmkntaukn  zkicheninterrkiit. 

\«»N  HANS  CORNELIUS. 


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..  i.iii  rv^i  liii'iiiMioWi'rk  l/.ur  Ansicht":: 


Coriiolilis:    liiil-ii 'ms-    in   «li»'   IMiilnstiphit-.     i^r.  S. 


l'iii«'r-««*liritt 


Im  Vt'rliigf  von   B.  ii.  Tonimer  in  LuipzlK  (■rschion  mu-ben: 

B  Y :^  AN  Tl  N  I S  C  H  E  S   AR  C  H  [  V 

'■•■'  IN  zwAXGi,»>si.;x  iiKKTi;s  rii-:iiArsiir:i{[;i;KS  von 

KAItL  EBUHBACHEB 

SAMMLUNG  KX  UNI)  (UTALOG  K 
G1{IE(MLSCI[EH  HANDSCHRIFTEN 

IM   VEHKIN  MIT    lAl'UiiKNOSSKX    HKAHUEITKT   VON 
V.  GARDTHAUSEN 

|V[II    U.  lltl   S.|       fTT.'i.       I(t0:(.       jr,.l,.   „.   .//,    li    — 

(Krj.Mlsi^t.r  l'ii'i,-  Ilii-  Alu.riin- ii  .l.-r  lfy/ittiijiiiselii;ii  Z-il-i'-brifl  n.  ./f  I.Hil.; 


Aus    lirin    \'nfWort. 

.~-U-.:     :Viili.T    b.l"-     ;.'li     .iri1-r    -[■■t.i    TitrI     .,|ii,-    «i.litij.'..i-.-!i    riiuilnp- 
f;ri'''Ir •..■)..■,    Ih..i.|-.|irill.'n-   ir:    u,-,wr   r,r>.;-hi-rh,;,    l'iil:i.-.,jrrii|.lii-   S.  -Cill- 
■l;;;i    „-..Lni.-   .|,ii-.  ll...,,    <.-..vi,-ia!i.|    l-kiü-l-h     «!■■    in   ■h<-.-m    WiTlii.;   iilicr 
au-  .;    .   1"  -.■■;■-    -;..,. I   1'.;   ..r.  ^^. ■,■•{-.       S:i-\i  .\-r.    K.-..i'l...itL.-ii   m-iti.-   I,.-hr- 

bii.il-  .:ii  .1  l^r'.l  ),:,-t..  ..-li  :..-.:  l:,h'.,.  .  -.  -:,,,;„:.!■,.  „vA  .iii-=  Mill.Tial 
ii..!irr-  ^-.Ai  n.ii-  .|.":ir;.-  um- ■  -U  :  U:.-.i.y.  -i:,--  ,.  r.:.r  ij.!,  l.'iihm.Ti  ■■iluT 
/«.■j!...i    AnHii-.-    -.■-]. ,M-T    l,:;ii..      h-.-l,i,!i,    ,...--,.|,:.  -    „•],   „.j-h   /n   -iiiiT 

S..II.I.  li,..-;;:,!....    .li,.    Ulli'   il-i-    ■■;<,,.   S..j.,      >..-■.  IN.-.  I|.    -i;-.-li;-.  h-    Hii.'.l-'hriftvU 

unl...ii.  Iii.'i    l-H.i.  iiiil"  i|ir  ;i<i.|.  ivu  iiln-  ii;,lii    •  .1,..  j.-i/:._'...i,  -..n.i.-rii  iim-h 

dii-   lV.Hi..r..ti    .-..„rri.lMir-.!.    !..l,iii,ii..tt. 


\\i,.    ...l,.-    .!,..-    \!i,;::...|    . 


11 


An-«  dem  Vorwort 


hatte  b«»n*it-  sein  Pro^rniinni  /u  «*iiu*iij  ähnlieht*!).  aber  no<b  uinfänglicbi'nni 
Untoriiohiiu'ii  vtrötlVmliüht :  um  so  ffrülser  ist  ib'r  I>ank.  ilfn  irh  ibm  scbulir. 
«lafs  er  auf  viuon  'l'hi'il  soines  lUan«*  /.u  iiifint'ii  «iunsien  v(.'r/i«*ht»'tf'  uiwl 
luf^im*  Arbeit  mit  I\atb  und  That  unterstützte.  Kbenso  wie  W'oinbeiyer 
hatte»  auch  die  Herren  IJ.  lYu>ter.  H.  Hniont  und  J-'r.  I\übl  «lie  (lüte.  mit 
mir  eine  Corroctur  jedes  Hodens  /u  b\^en,  und  last  j«'de  Si.Mte  /ei<^t,  wie 
viel  ich  ihren  sarhkunditjt'n  Anmerkungen  verdanke:  ilie  umfangn-irberen 
Anmerkungen  der  Mitarbeiter  siuil  dunb  »'ekige  Kbimmern  mit  den  Aiitan>rs- 
biK'h.stabeu  d«'r  Verfasser  i»e/.i«iebnet.  An«lere  Beiträge,  nv^p.  IbTiolitigungen 
verdanke  n'b  den  Ht-rifn  F.  K»brl«*.  Komi,  t>.  v.  «n-bhardt,  iL'ijixigi. 
K.  IIiaebl«r.  Ihfsden  •.  .1.  L.  Ib'ibi'rg,  '.  Kn|ienhagen  L  K.  Ki  rumbachen  Müiubcn». 
i\,  V.  Liaubmanu.  Miiiicben ».  V.  Mtadan.  t>\ford'.  b'.  J^teck,  ilbrn>,  K.  M. 
Thompson,  i  London.,  <J.  Vsitflli.  Hören/,  i.  Kin/»dne  gröisere  und  kUinere 
Theib*  habe  nh  den  Vdr-^tändeu  der  tfriilseren  Jb)»liotheken  unterbn-itot.  die 
meisions  fr»  untllirb  auf  nnini;  Wüiiscbe  eingingen.  Namentlich  gilt  mein 
l)ank  d»'n  l«tii<ni  der  Hildiotbeki-n  von  ha.sel.  Dresib'u,  iJötling^n.  Heidel- 
bi-rg,  .lena,  KarlMub<'.  Kopenhagen.  London,  Müncben.  i)xford,  l^ari«*,  Kom, 
Turin,   Wien,   W.df.'idmltel 


Ijeip/.ig, 


V.  (iaiMlfhiinseu. 


BestdbZettd 


Hei 


H'iii*l:iiandhii!tr  iii 


lii'-^i»  i.i  .ji  r  1  Uli  r-'-ii  ii«{f  iiieituit  uU'»  dem  Vt-rlnire  von  U  <i.Teul»nfr 
in   L:-  i  I»      '    . ..:    \?«-  I  •r  ■; 

Gardtliauscn,     >ani!fihiniren      mul     rutalojj«.«     G:rie- 

•  bj^eb.r     Mand-seb  ri  h  en     ■  Bv/aiitiiiiselies     Archiv, 

il.  ='  ••        \  MI  -1  ••»;  S.!    ur.  s.    li»(»;»>.    jreh.  11.  A  (>.— 

L»'i:;i="  ::r!'r  IN-i^   fir  Aooninnteii  di»r  Bvzantinischeii 

•••.»'•  •  ••..  riite»chritt: 


Hol 


Pro. 
riM-r 


B......  45 

•lii-  Itibliolhfk  lies  liiiHrhio  s.  ».  FtiTHni. 
•  K-niiis  <.  Haiul.uni:  C-ntnillJ.  f.  ÜÜjI.  1l>.  \H'J:,.  -M.l. 
»US.  AI.  ^.  S.i-ai>»'uiii  L',  II.  S. -11  u.  Haiitr..!.  U-<  m«.  ^ii-t  lie 
I.iilliiii.  ÜwLfi-ciii'-;  |"inr  st-rvir  Ji  ITiistom-  <!<•  l:i  Valirai»':  s.  Melangen 
.liirc-li.  H  ilhiM  lt.  1><^'.>.  (.■  -»*—"*-  *■  IViitrallil  f.  lül.lidtliPksw.  «, 
IKiH.  7l>:  l:;.  !>*'.'.'>,  S,  -ICi  .\,  :;.  rainl.i^':  .■.  Viiiii-,  lai,  77lil>  u. 
7i:i[t   II.  «aiLariii.  XXXVIII.  Uli;  seino  Hss.  =  Vai.  jjr.   MiM-  -IWiB. 

•lie  Saniintiiiig  iIim  .latiinHli  Maiiiieli  li::»r.  |.tr><ri  s.  \Vie.se- 
l'm-"p|i<-.  (.ifsili.  a.  ital.  Lillt'r.  (IKPn)  S,  i'lll.  V.iiffi.  Wi,.ilprli(-lebung 
(i.   klass.   All.    1^  .-!,   :i-'-J  II.  L'-^  S,  t<0. 

MassnJ  ( Mar-.»ii  ■  s.-h.iiktt'  iHi  gr.  IIs^..  -.  raiini.  I.a  Bil.Iiot. 
Valii-.  i>.   !*(*. 

,i..  tirsiiii.  Mit  11-^.  .1.-  Mich.  AlM.^I..Iiu^.  s.  [.vjrraa.l.  lübliogr. 
Ml-Wi.  1  [i.  Ulli,  r,  K.uiIm..  Mn:j.  fhrvs,.I..nis.  Aii(r.  (■.•hiciti, 
ivriii.li>  V,  Aii.-..mi.  IL-vaii^i  s.  [.pjrrari.l.  mi,li.ij,T.  hellf^n.  1 
\:  iXCV.  KiiiH.lai.  Itarl.ar...  Fr.  rilcllu  ;  Hililioth.  .i.>  l'^^-ole  d. 
<-liiirtH<  \nsi\,  17.  :;;t|  I.  TU.  Cii.'.a  is.  ...  NraiwI.  S,  lliovaiiiii  i.  VunsU 
».  -lau.  La.skaris  M.  Mii-iir<i>.  s.  I,f);nnia.  ItiMiotT.  hAUt.  1 
].,  CVIII.  Anfi.  l'..li'i;i.i..,  .-^ciiii"  Iar1.-r..ma.'hiis  s,  Chiti.  Alfr. 
Sci|,i<,m'  l-'...-lff«ii.Ti;     11  r;iri.T..tiiii.-.i..     riri-[,/.-  i;mi-J.  [>..-,»    I,a  hiblio- 

t.-r-a  .ii'l  l'arln-iiiiiii.-..  i:,.~:,ui  :•<  </v \UAu.,i  |.iiri.'  :i  l'iihio  lli-sini.  |..  CO: 

\.r-:'-.    ......    -.•-;;!;    „:..     ,..!,■   N„ll,r..-  1,,    |7^.     Si  rl.-l  o.  Ilw.  Valla. 

Ir.. .■,'.;■..,::  ::■■.., ..i:,  Tiihii  tivstui  (.iillüil  .l.-r  .-.  Vi.li..-.  lal.  7(1^:». 
iili>r.-ilrii.-ki    i.,.i    N..ll,i„.    1-,    ;i:;i.    :\W    •  U:.i    ^'ri.-.-h.    IU<:    |>.    l— I4i: 

>.   iir..i-l.,i-s  Zl-.lii.  1    li.. ,.    I'hü.ii.    IM.    IMHH.   S.  L>o;i.     l'.  d.- N.-Iha.-. 

1.11    I.il.Ii..lli.   .1,-    Ki.lu..   'i,>i„,:    Itil.l.   .1-   r.'r.-l..  .!.-  liai.l.  Hii.i.  tiis^'.  71. 

Paris   IsSii.      Il,.|tr;M-i.   <ii..v..    I   lil.ri    .ii    T.ihi..  nr>iiii   ii.lla  liiMiol. 

Viitinitm.      lioii.a    I  f  Wi.      r;iriiii.    I.a    lliMi..!    Vai.    |i.  7l'. 

I'ulvii    Crsini  .!•■  I.il.||ui|,.  .'„inimiiraii...    -^    Mii.I.t.    H..    MMiothM-U, 

ILJnisi.   17(tJ.  1-    -Jl 

>vn.i|.li<.-li.-  I.isif  .l,.r  a    u.  i,.  N...  ...  d,-  N.,lha.-.  I'iih  i..  Iii-<i,ii  |..  li'.".      -jx, 

\wl.  [..  :;:i.l. 

viriiii-  :=  Mai.  ^<|.i.-il..>!iiiNi  roiii.  :■  prai-l',  |.,  IV  hn,-„iari..  .U-'  libri 
.'  >'..l,;.,'  .Ii  iVa  i>ii..|'ri<i  l')iti\iiii'>  mtoik--»-.  >.  Itrliraiii.  1  lil>n  di 
|-    "-:ipi.    Ifnmii    l>s,l.    ,.    IX       l'.Tiiii.    U     A.    n,„„vi..    l':„,viNi,., 

V.-«::,      I--!I'.I.     i..   ;.|      r.,.ii--i     l-aiuiliiiitil.       V-1.    I.Vi ....    .1     l.|M      l.    1S!M. 

...    I-.'-.'       ].i-ii,    .1..-   lil.M   .1,    Fr n.   l'ainii.L...      -..;.,..    II-.,    k!Mi..'[i    /ir 

■..;.|.-r    ;..    .i.-     11,-11/   .i.T   Tiird    .-iiiv.lh    li.    Kii-ilMii.-.i 

ir...i:-i—    -.    |:;i-'-Iol.    I.':.|.l.in  .■    .1.-    U„.<: 1  ■.,.■■■■  .,1  ;,.■  -    :.    Ihi-l-il.- 

.1.-    la    Vali.-i.:.-.       r;,n.     |.-'.'l,       <.  <..    >.    Ha.-ili.-:    ■. -I      m  ..-li    \  :,>'.:,,;,. 

\':tu\u:^   i'..iaiin-  -.    \|..i:iiiiii.-..ii.   i'al.  lir,  1-    \\il. 
^a.r:,  ;■,!..'    .i.-    liifliri,,!-     II.    I'i..      v.   l'ari.i'    kari      !l..:l-    ui   die   Vn:, 
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1*4 


RfjristiT 


X;itnle  *    PariN 

Niiiilot     >     l'iliiMiT     .-    I»»»rlin:    l'aris: 

l.t'ipziy::   l.«'iil»*ii 
S.     Na/ari«:-      \  »Tniiii       -      iHMiiiMaiia 

Ni'a  jM.lit  .1  iiiT    Ifrt«.     s     WiiMi:    l*arls; 

K»»ruria! 
Ni«*fnli.  N.  >.  riiin-ii/..  I.aiirt'iitlaii.i.  > 

Mari'n 
N iroili'iiiUx  V    JiTu-^aLtMii  si. 
S    Nirnl.Mjs  «    <Ir«»ltai'i'rraia 

\.  A!t«in»<  T>^. 
•  •  r'asulaniiii  -JT:  .-   a    Turin  y.i:  V»»!!»*- 

«liir  .Vi     :il 
Nif  «»hl  II«.   \     öi«     II 

^'u-'aip:^  •'•.'» 

Trivi-.niii-  .-    Pa«lua 
Xiliis   I»ai:ii!:i-    »•    «iiii  atl&;i'ni     riu'il  «• 
.V    Ä.   «/».     r.  ir.'-«ii|H     11 
N«»inti'l   *    Pari.» 
N  «»na  II 1  1  i:i  ."iL' 
Nnri>>  .<     Ii'ii'.    VriLfü'a 
N"rrina  1- ii .   Ü    *»    l'p^ala 
N  «»t  r«'  h.i  »!i  ••  ♦^    h.Miir 
Nnnr/.  l     «i»«  «ni/iiiaii  *   K.-«.iivial :  '^ala- 
inaiM-a 

0«i«n.   A     <    /{Iritli:  .MümlitMi 
Ort  t  i  II  :^i'ii    \V;jlIir«.tiMii  US. 
d*<Hi\ar»-      -     l..-.urlal  ii.   >«'vi!la 
<h-.5toir«'      Iii*i;tutiiMi  iji'  l'o    *».  I'ari-, 

NH.   M.'./.arjiir     \r*!«-na: 
Or^iiii».   I'ui^i.i   •     li'ui.i.   Vati«ana 

.    <Ii«»I';.lli«i    -      li«»'!i      '^t       l*«*t»T 

«i*«»r\  i  11.'  »'.:; 
Us>uiia .  Ww    •if  \     '.» 
ottii  lli'iM!'    li  \     li    IM'al/  ^    Va!i«aii 
l'alaii-  I 


l*a  r  In-«  •'.  .1     \'y    ^     Ma-lri«! 
I*a«iii-.   I   .!•     -    «Kiiirij,    iJ'-.ill      Lau«! 
,  .l-.:'    •'    '!  ::-.!".:i-:  :  \  a» •«•.iii«»-ralatiiia  ; 

l'.i  il  U.i    ^     i'.»    '.    r"»;ljnin''«l«  au 

l'a  .    j.  -  :  •         I        \        ..',     !«      In;     ^      u       li*«»Ul 

i'a'. • ..!.:.«    -  {•-.üi-   Vir'.  ^  \  :n 

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I'a  t  in-,    ■-     M     .i-.  .i.,;   s    \  jiti.an     (>i:i». 
'»«»iiian    II.   '^    lla-iÜ.«. 


I*atmi'S  s    a.  <>xtur«K  lii»dl»»i.  <'larkt». 
l'atrii'ius,  Aul'  47:  -  I{.miii    Vatican)  n. 

Sif'iia 
l'airi/. i.   I'r    <    l>«urial 
Paul   III.  ;;.'.    f.».   \'J. 
Paul   V    l>. 
I*»*ir«'S«i  u<    s    FiaiikriMrii:    HaniUurir: 

Paris  u.  larpfiitras;  Tnurs 
l*i'lii-ii'r  <    Pari<  IT    'jn;  Imtüij;  llaa^: 

lit'uuwariit'ii:    I.«M|i/.it,';  I.»'i»l«'ii. 
P«ri"/..  <iMii/    <.    l'M'iirial. 
I'fr«iiiii.  <"ar«l     •<    I'.vn'ii.x. 
l'»-iaviu>.    Xli'x     s.   IjeliiiTi:    K.»Tn,    .Re- 

l'.'tau.   V    i:.     IT:  -    «l.-nf. 

S.   PrttT  .M. 

I*»»t  il .» •  l*rr«'s  ..    Paris. 

P«'truf«*i.  A    >    Pari»«.  l'«>ntiiim'iileaii. 

P«*vr«)ii  s     Turin 

'/»  .«i.  A     K.  <lK 

Pli  ili'ninn  V.  rv|.i»rn  :«    .ItTUsalom. 

Pliilipl»  FI     s    K'^nirial. 

Phillipps  s    <'lifltfnhani   u    Imtüii 

Pii'rnloni  in  i     Piu.^«  11.  n.   III      s.   Iioiii. 

S   \n»In.'a«l  Valla:  Vatican.  jT  u.  Sit»na. 
.1    Pii'M  dl'  Miramlnla    s.    Hmllt^iana, 

l.aud 
^    PiiTTi'  tli»  H«*auvais  *.   I^aris. 
II    dt'  Pilar  H 
Piiuianii!^  <.  «Jr.zinan 
PiiM'lli  .>    Mailanii.  Aniliro>iiana 
Pins.  .1.  H.  Pari^;  pMiitaintdilrau. 
Pin,   Mb   >.  Kx'urial:  Modi-na:  Vatican - 

<)tt(»lH>n   ir» 

,  1{»mI.    s.   Pl(»r»'n/.   Vatirana.    Vitorbo. 
Pi  rk  iM'ini  IT  s.   L«MidnTj.  IJrit.   Mus. 
Pin*   II.  u    III    s.   PirfMloniini. 
Pius  VI.  ;;•.». 
Pitlii»ii  N.  Lniidnii.  M«nitjM'UitT,  Paris  n. 

Krank  riMrh    St.-ldui's    '1\. 
'^.   PI  arid«»  s.  Mt»<.*iiia 
Plat  inu    V\ 

PiMÜani.  Pr    s    IVniuia  u.  Vatioaua 
Pnirifjn  «.   I'|i»r<'n/.,  LauriMitiuna. 
Pnlidnri.  p    s.  Honi,  Valliielliana. 
P«»l  i/.  ia  rn»,    .\n^'.    s.   Floren/..    S.   Maroti 

u    Vjiiiran.  V    <  h-.^ini 
P'.»l  l  i  \\.r  f.    Miini-bon. 
P..ni«'  «I«»  Li'on  s.   Ksciirial. 
P..MJ.   |{.,  Tardinal  s.  Oxfor.I,  kl.   ßibl. 
Pi'rt'iii  s    PsptMLsky. 
P'iriuu'ai   t>. 

Pr«d  i  Lr«'rnM"»iH"lie  s.  L»'.i}»/.ig 
Priu/rnin^eln  TO. 
Pr««ropiu'J  V    Lrslios  .<.  .TiTU.^'aloni. 
y / HO r^  on IUI i« -  Klo^t^r  .s.  J»»ru.'<ab*ui. 
Pri»]»a;;anda  51. 
Pr'iu«-t«»an,  (»uil.  s.  <.>rU*ans 


yni-rini  r.  Hrt^acia. 

'  J  M  i  r  i  n  i .  Tliadd.  g.  Vt»n*?dij?,  Marciana. 


l?Tobö^evX.^- 


Bas  moöcme  3tolien 

(Bcjdjidjte  iet  legten  150  Joljre 
bis  sunt  (Enöe  bts  neunjctjnten  3ttl)tt)unöcrts 


putro  ffirji 


(Xu.  380  S.)   8*.   1902.   g<^.  ^  5.U),  In  Ceiins.  ^k  .ff  &.4a 


Üas  DDiliegcnfrc  Oiu^^  fif^on  cor  b!in  Cifditbwn  fttc 
italienlfä)cn  Siil^lnolausgabe  ins  (Ensllfftie  Qbetftljt,  i[t  ble 
«I((  (Btj  jufamiHnlaltri'tw  «pö  i«!^  toi|TcnWjafiniS<  Üorftentitie 
htt  nea«ften  löufi^id|tc  Otnlicns  pon  ticc  TTlitt«  öes  oqlge^nlm 
3a^if)Uii£etU  an  6U  jut  fie^oittoiiit,  btx  (talleii(|<^  ^n!|<ll5> 
dctüffluiia  m  wrilatn  Sintw.  Jtoliffl  tum  doii  1*  !jb«  Caitö 
6n  Sclfitliu^t  oan  D«ulid](n,  ios  gtfftrmtiisoine  Ktimbetldnö, 
t)»n  pon  Kuii|(f(I(ä6«i,  ibfr  inMii  ejn  (Ifti  blau«  fjimmri  ju 
Idil^rn  fdiJCTi,  iKfFpi  Dnll  (>!<«  als  IIiiÜcti  \&z  nlemitnärn  diit> 
Ijonftcn   iDur.     .1ii    •nie   ÜltSfO^r  flli|4lliiir,    jdfAll   4#|i])l<^en<i| 


ir 


Otfnsffrt. 


Qfile  jfnlflen,  tonnltn  fid)  Me  3lalicnfr  fcl^(t  Jaluljtinöfrt«' 
Iimg  a\ä^%  als  Aonys  tfil)ton,  tiaif  btginnt  im  Caufe  bes  ad)l< 
jf)|nun  3al}i:t)tint)eiU  ein  UmtägiDUitä,-  ii>i<  tUwiaH  mi^^  mit 
autKbmmÄ«  Dilfcunfi  unö  flaftWruug  «in  Smbtri  nnd)  5rei> 
^U  uiib  Bdf)£ll9ung  lebenbti],  lEineni  unteHrMFAert  Strome 
«Ifidl,  ba  ab  arA  ju  a»  bit  <J>htr^ääit  litrt,  blel&t  nun  b^ 
Stbnm  nai)  eiitem  nmm  duilant>(  im  $lie^ii.  tm&  tD(6» 
mipatunifd]«  nv^  ä|)cncfi^i|d|«s  3»^  tonn  es  toietsa:  bb 
ffltiattt;  u  wAUtft  bunt)  jcitveiKgc  r)in6em!f[«  geftoul  um  fg 
päritT  lietan,  bli  3lalini  fdillefilld}  untct  Ikc  St^tinutg  6m 
«Higthoren«  alttn  5^ift^t)aiiFes  Don  Sapoi}cn  bas  Sie)  her 
SInlitit  emic^l  unb  ^<^«i<l]tet  in  Me  Heilte  bet  ITallonin 
hltt.  lD(t  3talt«i  UeW,  niug  (idf)  {wikii  h«im,  unN  gtiobe 
Dil  Dcm|it)tn,  AfTtn  Datrdunt  g)c(d}f()Ds  poh  {Altmmflcc 
5traf|enE(v'it  imb  liejft«  tlmliöiigmifl  jur  ftfelintcn  dmtitH 
unb  Unabt>än<;tetdt  aiit(i(l(lr9en  ifl,  inäffcn  bos  tofitbigen 
löniien.  unb  mit  tDnbtn  {>lrtio  ffVtfl  tvnillwi  ]t\n,  bog  tr 
uns  hlt\H  ykilamiMnliM^tnit  Sllb  b«i  neurftrn  ft<i(((nift^ii 
(KcF<ij1i!}le  f|<|d)t>iK  tyü,  txii  ms  Dom  Stanbpunne  bes  ^od)* 
gebl[^ricn  itaßttias  ügs  bic  <&nmbluge  flit  bos  DnltäRbiiU 
6m  ^(>j«nt9AElt9«n  Stalin  ^ItbL  Dn  Ovrtoffcr  lif|nil  jidf 
nld)t,  bni  Singer  auf  ofimt  tDuntxn  (dites  Dateilanbes  ju 
Uqta,  un6  bod(  ift  bie  ^an^t  Daiilflturm  t>on  chiim  ftoE}(B 
duge  tXT  t>affnuMg  bucc^nxfit,  bafi  Dtoltm,  Tit^tig  gelüld 
uiib  bti  «TTifTtr  (1rI>«JI,  inbcm  «  jugleid)  fdn«  fingiboreitc 
ndfiitibU  mit  Ott  iiubct«  nntiraen  mi&t.  einer  [<lf&iitit.  rtidfen 
SuLinfl  enl^esrfl^Hrcn  vlib. 

t*i(  £ieb«  ju  Stallen  unb  bi,>t  IDcint4i  intmtr  melrt  Der* 
fldfi«itis  fdc  £anb  unb  Dolt  tnoadifm  jti  fc^en,  finb  tif  DcT' 
önlofiimg  ju  huiet  Üfiöf«(jung  griBcftiu  St(  jpciiftt  Pon  b«t 
itallenifdjcii  Autgabe  nur  tnfolcm  «b,  alt  bot  Itütr  Uaptttl 
ODtn  Orild^tt  Hbtt  «inet  ftatten  Knijung  imletiootfen  iböiImii 
Ift    Die  fb^ä^luita  au  Im  VutiQOt  3talieii  t^ätt^fn  lEfifler 


3n^tisueridtl)aiü. 


m 


Ift  fo  lotfl  befi^lfinft  tnotbfn,  ah  es  für  bat  Jutctcfl«  bn 
htaiiSfin  Cc[<i  (OünfdreitstDfrt  eifditeit.  Auc^  (Inb  aus  b<v\ 
GttfraturoerjeltfjfHs  fcitt  itallenit^^t  ansgafc«  öltjünfgen  ffcfle 
ousgefi^icticn  onttitn,  bie  ßtf)  auf  bfe  SpejIoIettMrlilitt  tMc 
«tnjdntn  proDinjen  Bejlelfeit;  fit  tomiiwn  rau  für  i«n  ^itl(>. 
ritte«  Sorfdift  In  Betto^tt  luiü  biet«  «W  h"  !<*«'"  5aDe  J"C 
ttaücnil^cii  Aes^abt  greifen. 


3)iI)aItsDer3ei(t}nis. 


iTidu  Kflitiul.    3tar)tn  nul)  t)nn  jrncbtn  3U  flo^*'^  .... 

.n.'imn  t!aitana 
-  Ort  liäigntldjc 
Ui -...,..,.  >,..,,.,.         „..  .,>...,;.||i4{  30«:  UillOli» 


Rirnttn  Kim'ttf.    3tol^n)  nri^nh  bn  |iiiniä|l(4|en  nraaTnHair   U 
j  jliiHan  in  3iall«n.  —  Dn  erflt 
nuu     i7d:.:  UifpruRo  ha 
Sa»  fitr  Hcpadllf  dfntfri^, 

IL  uM.F.ii^^Mtii-:!   tKOUblllcR^  —  31allcii  Don  Am 

.  I'  ri.  -  fK(1M;l)annl(n  D»n  t7i>u  nnb  ^lu  llultfni(d|« 
Drfdit  «avÜiL    Sit  nepoIei^tiilAt  [im1M>  ....--    4< 


SMt 

oon  tili.  —  Rapolwti  Slurj.  —  XDitbct^nthnung  fr«c  olliR 
nr^lnungnt  —  DU  dUHMit  Cufi«.  ~  t>«  md  üTuial  nlUnc 
Unabtiantl^tellsf t)<4 :  Oalufl  bo  CI|Tonu.  —  SdM  lt||Utt}(T> 
|hd)  nnA  ftin  SiH). 

Owrttx  Koyitil.   Sit  RrltouMtio«  i  Ritt  Ht^inruagen  imb  imc 

D?lf<r OT 

t>n  tOltntt  UoiigT«fe  nnb  tii(  U}irt(Tltur(l(IIaBii  3tAlt<n: 

Oiltoc  Cmarnw!  i..  HAnig  iMn  Sorbinitn-  —  Da»  I«*ibatbif4K 
mc]lunifi^  Klnigni^  D<i<n  Aflrmi^.  —  Digi  hti  litn*9' 
(HiMi,  -  ini16t  bn  tOifanIMicn  n«glniing.  —  Xht  t{M)cii> 
(Idot  —  Sttb\nmk  i-,  KBnig  btifcu  Slitlittu  —  Ch  t|«ili9( 
(lllliin). 

SUnftei  Kopiltt.    Cifl«  Uninl^cn .    .      c? 

Dil  Carbontrto-  —  Der  fluf«^  fn  ntup»!  dtiwi;  —  IH* 
^n)^'*)'*'*  te  t|i{I)g*<i  i^nionj  gagtn  Mt  KanllttBiinnfltw 
unt  tV(»<)nl)ntt<([un4  ba  itb|«tiilbnu.  -  Da  (luf»^  In 
ptmi>nltltifi;i:  Benil)intn  UatI  tUbftU.  —  IDMct^llttlBoy 
An  al>rolukt)  I^i^afl  nnttx  Kutl  5dlr.  -  Drt  poltltf^cn 
prujfjfe  fn  Ha  DinNirb«!  ucb  Derujitn.  —  ifiTaulamTütcn 
5ran|'  IV.  ocitlllofrniii  oab  ftint  flbfletflen  aul  *U  faiiuqil4* 
mitonfatst-  -  Uongitfe  ju  Ontin«.  -  l(ai(  fllbcrt  tn  Stanitit. 

5rt|It«  Kapltd,    Jf^n  3o^tt  N«  H«a(tlon ** 

aidtM  «0  1851-1(1.1(1  —  iftroITIrnotti  URtiSrotijIV.  DOii 
nio^fno.  -  Dtt  RflDOIullOn  bM^a^:»  1331:  0»  vnrlnigtfn 
!tn1icnK(i|en  ptnoinjt«.  -  Jmwpmrion  6«  ibllmcid^fT  iinft 
WitUn':in^U\lati%  bn  nirmBtsirrun^ni.  ^  OatlHrMOtanAlim 
b(r  ndiJiit  nn  btn  pjp(t.  -  Ann«|(l  wix  <ef(no  unb  5o<H- 
—  tblifjKt^R  mib  5tiia]o|ni  t«t  KltdrtnllsiiL 

Shbfliiu  UsplKl-   lfitii(<9p(  ntauini  unA  tu  ,.JMg«  3tAtitB"     M 
Bft,:'  ir-Tiilnti   n.t  Kn:t  nirid),   -   PI.   SamHic  Rofnnf-  - 

I'  ■ ■  '■>ll*|l,  - 

<!  HMs 

i  ..■i.Ue.  - 


t  KApiM.  Dtt  ITIn^t  btt  äfffnlli^rn  tTIHnung  .  .  , 
mr  ir«^  («T  Bid4«f  BanbitTo.  —  (5iohrrl  unb  HIr  PHmoL 
—  Uttpcung  bft  wmMlfl[if)«>t  Porld.  ~  Die  Sixruicc  iI'IimIü 
(Qoffvttn^it  3taIUiis)  von  Salbo.  —  Dm  PAntItttal  firc 
fun  XVL  —  Die  Ulümi  Ca«  ili  KomsEsi  (DU  UVm  CtfisnifTr 

ntnntn  Kapiltl:    Oon  tan  Rffiimm  Mi  gut  BoisItiHon    .   . 
KatI   rflbfrl    »r.6    ftos    ptrmonWtftfr'  """  "-   *""'■' 

pUi»*  tX  :  flinn((tif  uitS  üifarfitn, 

D^mtfun«.  —  ilulläntit  lit  frft  Ci>ntl)(nArt<D(n*]l«  tinft  in 
fem  l)n3d^tfinuTn  IHofcina  nnb  pntna.  —  ^idfUic  am  (Intung 
iMaullJölMf  -  auffloH&ln  poltmo.  -  OlrKoirttitnti^r 
in  nrojel,  IH»m5»l,  loslano  lUii'  Haoi. 

3«^iiKs  Kttpilrf.    D«  Krlffl  b«  3fl^t«  löi*    ,    . 

IHt  Cflnbiartci.  —  Dtn^ten  »Uirfnb  btt  a\itn  mannte 
Ms  3<i'l*^  IMt».  —  Dm  l^anl)  ber  RtrolMlIon  ftuiA  (EkroDO. 

-PlfP'*"-'--  "-" r;-(f,.in..-.^~-ni-.it...,'.   _ 

D«lt". 
fif(fn  n' . 
D«  ).; 

DTvBbintiriL   -   i. 
pon  SultojA.   -    !i 

«IflM  Kapitri.    Drr  Krieg  ba  3"»;'»^  i"^'' 

picment  ntimnl  b<n  Kitirtcl  ^i  < 

nit'itTfajt  tn  Itovoia  iin'.  '  ' 

{tlrii  Ojmc  -tnn   Pc;--..!;. 
n»op<l  i-i. 

cbMlIdr'   r 

Det   ri.Lf-l.-.'lf    lT1IN.li., in      3J,Mn^.,       f'ii.ll.l.    I'1.1T1'|: 


1 
8iD&1(ta  KitiiUd  D)t  iln|i)oa<  &«  Sqjtuunu  Dlttnr  dnanaeli  II 
t>\t  Uninnftung  üiTlat  lEmanntb  H.  ni[l  RnAetfi)  jd  Dtgvalt. 

-  Dl»  ItBonion  (Tlunipt)l«l  In  ganj  (Europa.  —  inU* 
SdiBbrfgTcihn  &u  nmui  KSni^nliV  —  ITIilfTtB*»  Q'ItstgUo 
»nb  bit  pTwnunKiliDn  von  ntäiKalicrt.  —  DU  AnfSm^  Att 
Crolcx  CetME!         fftöurtgt  «lullänbc  Im  Ahrigfr  3ioli««- 

-  QifoAjlan»  ßTir)«  ulirr   OJc  bQutfra«i|A)t  Itniimii)}.  — 

-  Die  StKoibung  t«i  t^crjogs  pon  pann«. 

Dntjt^nKi  VtvlHl.    D<c  Sitm  picmoHi 

tTiivout  JfUnWtTft&^tni.  Colaildlune  ha  natL-inalutUblS' 
Crt[iU)l)n(  pttmoHU  OM  Hitnttifiji.  —  <ra)»tic  tiH(  örrt 
P«tlf«  Uen^tfl.  —  3wta'<"=«*(fl''"fl  ^"  ^ln1(^ri'j|fn  Cthent 
im  KSnloTtMi  SoiMnint.       ?:      ■■■■--,     ,..,|    5|„ 

Im  in  i.ambaib*i'Omiiiii'  i 

^«^f  CoDoun.  —  DQnbiil.  ji..  i..^ 

OiBi^m  KoptU.    Cflc  Xcltg  rm  3al)n  IM»     .    . 

Oocbütllnni)  jum  nncn  Hritii«.  —  (TacoiiTt  Bfft*.  -  A|lt>r< 
TdAs  UtiKunimi  ptanef^aHon  Dlltor  Iniflnutlf-  —  Sit* 
(ttmft  fctr  bftfitn  fi*rt»,    —    nrnnl*b*ni>.  PoI»|tTO.  ITTflgmIa 


hifs(i)ic)K  UapticL    DU  fipfrtlHon  üa  lanlmb     ,    .    .    . 


^^^^^^^^                         3ni(all»»«Tlrit!fnU. 

!■ 

3<lii                        ' 

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«ODWBK  RiMx  Hin  Bit  iflHH.*r  s-.^,-.           r. 

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flroi«  niffriliKi  -  SArt 

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!lh»oni«Ält.  —  (hiriboi&it  ; 

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MmStpImilislUt  imADttlTjurgtiT  li^-iflfL.;«! 

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WA  Jtftmsj. 

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A4^(l|tllu  Kctitd.     nctn  a(;   f>iTiip!ll>i(>l      .     .     . 

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ÜufcrfttliiiBg  Ut  t)>((((n(4a[<(n  ■««  KOnlU.  KlolfrilnB«, 
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AJmn«[a,  PairitHo.  —  TlomAiilljffmui.  -  manjoni  un* 
|f ln<  lta4ii}|<iet.  —  CMporbi  —  AuctirH),  ItkrcUnj,  Alultl. 
~  D(c  patri«>lt|<14tn  Did|tn-.  pnitl.  —  CoRnaft«,  RMMtkl, 
Aiabttti  vnh  Ittamiani.  -  EjituTtfer,  -  nTnfittr:  UtUinl, 
RDfliM.  OorfjtUi  ÜnrlelinJ,  liaijtj,  IIToto^Hli.  -  lleut 
Rli^tung.      '    '  riillnri,  niaflätani.  Dftftji«, 

—  Celdfie]!'  —  Prt  30DmiillimEt.  — 

Dt^tfi.  -  '  1-,  t>f[4a,  Cupiiana,  Strao, 

Snrina,    Di::!--,    -_, -_,    HawJla,    P'flnnunjio.   — 

lEI)tater.  <ftuuoticitii  5"t>tn,  tdfla,  (CoHiRoilt,  t^alllna. 
fti«to[a  «.f  w.  —  3nftunB,  pdij}*.  Dvprt,  Dclo,  DIoTtUi, 
montniirtt.  -  IKufil;  Dnbi,  ßon^ltni  h-I-id.  3Mim 
an  6»  f^tbrit. 

ilnt)ang  ]d  XmiUd  tX     DU  ^auplaiUld   bis  5l3t«t«   van 

KoTl  ROni liO 

flkiM«!»?)}^  Q«M  bes  Qoufo  Snoiicii  bs«  Camuid  pi|lll- 

bttt  m UC 

Clitttami Bio 

RMi4iib<li|d|e«  3iil)itll«»tt]ft4nis Sca 


Beitcn=3ettd. 


Sri  bcc 


BttdtI|«itUung  In 

txflcll«    U)    ^[frmtt    «in    ffiemplai    twt    Im    Derlage    uon 

B.  <fi.  SfDbnct   In  Crtpaig  foeien  erfiliienitnrti  lUfrtu  |}ut 

pjdro  tprji,  Dq!  mobetne  Dtalltit.  <^e|<l)ldl^tr  %»  irf^tvn 
ISU  Jtabtf  bü  lum  Cnbe  fce  noiniellinleii  jii^tl}tinberls 
nbir|<U»'win  5- *oetv  (X  u.  .iBO  S.]  S".  1902.  gel». 
J  n.üo.  in  £dnw.  91*,  u  .r  e-flo. 


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Zctba  cn*toi: 
^««■w^wu  KK  Dr.  C.  ^la 


itm    r«i:    <!n«müi!flfti   gtitdpiit^  HBJMgihmt   ißt    5[ii>iftMbt.   Ml  I 
r.'tTtg/c^svtn  iiB^.  Hub  bai  ffit»  rrfic  'tiotf  1 

Kt  S^mmlffeK    nnb  M    rgntut   v-'-    '■:■■'"■■ 

■::c  tmn-  b(i:'m  rdirifmcUa,  bk  uoti  b<m  t".\  . 
ilvii  fjatbui  BJurtw      J-^in  Jen  Ömiiiulm  ■■,'   - 

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I    im(  tvrit  Bl^  MtntitiilS  ^tt% 

jCJdjiUltB  ijt.  uiiD  Ciiix  im,;^Liir  ^raflcn  iniiiiMutc  U l".iit':icii  1 

■ttrip  ÄtfelKn.  tamii  kiae  Srit  ^unfI  has  <itUn«i,\.  ^«x  < 


ftabon  lun-nibJiKH'lM.  Ter  Vcniftoff  ift  in  minilirfift  iilHTfid)tlid)cr  JviH'm  in  öcii  fiinf 
labcUiMi  am  3iiiluu  un'nmmciuKUcUt.  Tic  neuen  i^oralniu  fdiliencn  fid)  icbcm 
^'cicftiiif  an:  auiVrbcni  ift  ein  aliiliabotiidK»^  4^T.v'idniiv  bei*  lun-fiMnmcnbcn  JjJoncr 
für  iäniilidio  ^'oicftndo  am  C^nbc  bov  "iMidilcin»?  bcii]Civ*ben. 

Xa  cv  ndi  bei  Dem  erften  'i^erfndi  im  t»erfloffencn  3ommeriemcner  nid)t  iviii.^ 
beunibrt  bat.  Den  iirammaiifdien  2toff  ohne  Unterbredunui  hinter  einanber  sn  bieten, 
fo  ift  bie  '4>i*ä^mration  ,vim  .Wnophon  h'^  einiierid}tet,  bat?  fd)on  nadi  ber  fediften 
2tnube  mit  ber  Xlefiiire  ber  XHnabafiv  beiionnen  nuD  von  ba  ab  reiielmiifjirt  eine 
ober  \tuei  Veftnreftnnben  einjiefdioben  loerben  Tonnen;  babnrd)  loirb  oermieben,  baf; 
bie  ^ormentiiUe  c\av  \n  oenuirrenb  auf  bie  l'ernenben  loirü,  nnb  ^mileid)  eine 
jietüiffe  Ubunji  nnb  '^Mniiefnnii  ber  jebevmal  befprodienen  'i^ilbnni^en  ermoiilidn. 
4Vi  ber  Xenoohonleftiire  ift  eine  3eite  ober  etioav  mehr  alo  Stoff  für  eine  Stnnbe 
iiebadit,  etuui  ebenfo  oiel  fiir  bie  hänvlidie  '4>räimration.  xHuf  biefe  SinMfe  ift  ev  bei 
bem  erften  "^iorfudi  moi^lidi  iieu^efen,  bei  brei  3tnnben  loodientlidi  mit  loeniiKn  xHne- 
laffuni^n  ba^  ertte  'iMuli  ber  iHnabafiv  \\\  erlebii^Mi.  o"  ber  .v>omerleftiire  hat  e-? 
fid)  iKi'^Jilt.  ban  binnen  lnr;em  eine  redn  beträditlid)e  ^Hn'^ahl  uon  i^erfen  in  einer 
Stnnbe  iieleuMi  iiunben  lann;  etiim  *-*.'>  'inufe  unirben  ohne  ÄKiihe  für  bie  hänc-tidie 
^lUn*l-ereitnna  nl'eruoinmen;  l*.'»  anbere,  .Mint  2d)lnn  iKtKn  rii)--  7(»  anbere  !onnten 
anfterbem  nuter  rejV'r  'AKitarbeit  ber  2tnbierenben  nberfe^jt  toerben,  fo  bafj  ba-?  ivin'^c 
\).  '4Mid)  erlebii^t  unirbe.  ^'su  ben  'iniüMrationen  finb  felbft  'iinuter,  bie  fdiou  be 
fannt  fein  tonnten,  ofimalv  loieberholt  uunben,  loeil  fie  fid)  babnrd)  beffer  ein- 
^mliKn  nnb  bor  \U'adueil.  \\\  oiel  .v«t  bieten,  toeit  n»-*i*tni]er  ift  alv  ber,  s\i  \vcn\c\  ui 
brinjien  nnb  r\:Duuh  nnnnljev  nnb  U'iiranbenbe-^  2ndien  nadi  oerc^effenen  S?o!abeln 
VI  oeranlaiüii  :>niirnnbe  »leleiit  jinb  fiir  bie  'iJJräimrationen  bie  Teubuerfdieu  lert 
anvivtben  mit  je.iliduMn  '^\*rud)t  anf  eii-^ene  tejrttritifdie  XHrbeit. 

I5v  ift  u'.'v  eine  aniienehme  'IJflid)!.  meinem  hodmerehrten  chemaliiien  xJebrer, 
.\>errn  (^>eh  >K  l^n^fefün-  Tielv  nnb  meinem  lieben  Jvveunbe  I>r.  ^Jlavberii  meinen 
anfridniiiften  Jiv.il  für  bie  ^i'Ii'iüi'te  -vilfe  an-? uifpredien;  ber  crfte  hat  bie  Cfnt- 
ftehnnji  ber  ein;o:iiou  Vefc'tncre  u^ohlmollenb  nberumdu  nnb  mir  ftetv  feinen  betuahrten 
rliat  uiteil  n-i-rben  uvhw.  ber  ',meite  hat  fid»  ber  mnheooUen  Morreftur  be%?  \'{ci\\\cn 
'iM'idileiuv  t«:  aller  Aiennbfdmfi  nnterunien  nnb  fid)  audi  nm  bie  überfid)tlid)e  "illn 
orbnunii  Der  Veieii:i:!e  nnb  ber  '^niU'höriiieu  '-in^fabeln  oerbient  iiemad)t.  AKir  tonrbe 
ev  lieb  fein,  u'onn  n:ir  iv.tdi  in  ;)nfnnfi  bicienii^en  ?ou*ntcn,  bie  fid)  be^  i^iid)lein-> 
bei  bni  i^rie:h;ü!^e:i  .v^uiruMi  bebienen.  ihre  XUnv-ftelhinnen  unb  ^Katfdiliiiic  für  ctioaiiie 
*Än"bef>ernniv^'it  -.iiiiiafi  niit:;i(en  looUten 


'«iM'rlii!    ;2«eiUip    Vlii.;iifi    IImil». 


iH.  ptlm. 


onlMltoiHnv^cidniiö. 


'     •    '*•'-?      3.1I'    I        \  •  r-..,  |.5ir..  I'r.it  .      IjhL  11.  Jni]..' At't.  l*jJrts.  Med.  ilab.  Hl/'. 
II    -'    h"i<l.     ^s.    :.       \,.:.;,  ,.,,,..  r.-.i...     Cnni.  Inl.  ;  Fut.  Act.  Med.  iiab   UV.   . 


^.ii'. 


\  I  rl.;i    |nir:i    Import'.    Aor.    A<*t.  u.    Med.:    Opt 


III.     •-»      hi-kf       i     ...tn-..  I;; 

l'r:h-^       ir.i».  111.  


1 
7 


Seite 

V.  3.  Dekl.  (laö.  I.)   Aor.  u.  Fut.   Pas«.  (lab.  JH.*. V> 

VI.  Adiectiva  u.  Adverlda  (Xab.  IT.).    Pron.  jinss.    Vcrba  ])ura  i2ab.  Ifl).    Aug- 
ment in  vokal.  anhiiit<*nden  Verben.    Particij).  coniiinot 11 

VII.  Pronomina  (Xab.  II...     Vorba  contracta  anf  «cd  nnd  ho  (Xab.  iV.\     Augment 

in  Composita 14 

VIII.  Kompanition.    Verba  contracta  auf  oa  (Xah.  1V.\     Uen.  abßol IG 

IX.  Zahlwörter  iZab.  IL).     Verba  muta  (XqD.  IV.;.     Augment  statt  Heduplikatiou 

im  Perf.     Ace.  cum  Inf.  und  substant.  Inf. 18 

X.  Unn'gelmii fs.    Dekl.      Verba   liquida    (lab.  IV. ■.      Partieip.    bei    Verben    des 

AtFekt.^ ^ 20 

XI.  Wiederholung  der  Dekl.     l'nregelmUff*.   Augment.     Partieip.   bei  Verben  der 

geistigen  und  siuuh'chen  Wahrnehmung 22 

XI r.  Tempora  secunda  (Xab.  III,  ^^(iiljaiifly     Mo(ii  im  Hauptsatz 2i 

XIII.  Verba  auf  ftt  Akt.  ($ab.  V...    Aceusativ.    Abhängige  Siitz(!:  Aussage-,  Kausal-, 
pRigesätze 25 

XIV.  Verba  auf  m  Pass.  u.  Med.  ("Xah.  V.«.     Genitiv.     Ktinsekutiv-,  Finalsätze    .    .  27 
XV.  Mirat,  slvat^  livai,  rpdvai,  Uvta  (Xilb.  V.).     Dativ.  Hvpothet.  Sätze    ....  2*J 

XVI.  rnregelmäfsige  Verba.     Prilj»ositionen.     Temporal-  u.  Relativsätze 31 

QvL  XcnopJ)ond  ^^Inabafiö  I. 

a;  iöerjcidiniö  bcr  ^JJamcn  iiub  bcr  bauen  abgeleiteten  'Jlbjectiön »4 

b.  :^cr^cid)ni!5  ber  i^oeabeln 35 

3GLiörtcrücr,5cidnuö  311  .vomcrö  Cbt)|fee  IX 5U 

3SÖrtcrbcr5cid}iiii^  i^u  ben  lUningöftürfcn 73 


Bcl!cn-3etfd. 


^l^ei  bcr  '^iidibaitMuiu)  ihmt 


tn 


bcfteüt  ber  lluter^oidiueic  Incrniit  awv  bcm  '^.^crlai^c  t»on  'i^  (^   rciibnev  in  i.'eip;,in 

Bplin,  Wricc(iiid)cr  xHiifaniv^tiiriiiv.    Übuitrtvlmcli  ^^iir  orueii  liiit  . 

füliniiifl  (i'rumdjicncr  iii-j  (^h-iecliiidic.  bojonbcvv:  für  llniDcrutiit^hinc,  ■ 
iicbft  '4>räparationcn  \\\  Xcitopbun  XHiialmuv  I  \u\\>  .v>omcr  Ct»nifoc  IX. 

Wit  T)  :iabcUcn.     |IV  11.  h.)  3.|     i^r.  >=.     P.mh>.     t^h.  J/.  l^4().  ' 


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/•■  .i,s       ,  i\       Miihn't/       pOs'i  iilUr,        1,'tihl         ih*  ■^r  n 

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•.'•••■>..    TOP         ror  dfff.Tcirop   /<«  ili'-pntui 


1>  r  c*\i  e^evVfi^  • 


■^!  l!<crlag  hau  05.  fi.  AcnCnci:  In  TtiiiMü.  i»^ 

ds  nio\'rnc  ^'alicn.  <5efd>idilo  ^c^  legten  150  ^ot?« 


5) 


Dom  Kaufflfus  3mn  ITIittelmcer.    Don  Dr.  p.  i?otji:= 
bi+    .„ .„., ,-. 

lln. 


21' 


u»  Dcutfd^sBrarilien.    Oon  Tilfreb  ,^iinf«.    Smct!^ 

tiridCdint  tn  ttaali  UM  Iftankt  b«  iwl.     Hill  t«H»t4>n  TIMslI».  Im  3f|i  ».  iMti 

i<c  i'iiD  aia  9iaMt  ti  SbI.    fi.  S.     nOZ.    Parnrhia   uth.  b«  T  —  fcM»w»'p, 
Hu  U)"!,  M(  dir]  Cnanlaniind  non  0dI>  HlHl<l|«iff  ■>■  'V'H'  f-  i-.  tliiirin  ^n  hm- 


nnliri  JtnOiBIrt  nwrf'n  anvi  »difm,  &tt  »oo  hi  (ttUn,  "ran  titlif«  »m  *fiilt*o'  Krtun-Fi  iik 

fiif  ^at>a  unJ  Irimiatro.    Don  Dr.  K.  tSii'i'fnhajfn. 

\  ^iitl«)la>  <:i.  .  >.<nbi  »n  mololni.    Uli'  I"  <  -       .         . 

r  }al)iir>dirn    .'  «i.A.     VlQ.  alt^— .     ' 

,>.  .  .  ^  ^T''!  "'iiT^I^  ^uIiIh  Bmi  i.< 

Tonil-     DvTARiniiEii  ...Ti  I'iit  tVrtf  §Uitt,  Wl'i  i' 

M>*bniii«n  mit  <.i:  ,-ii'tii  Kitn  tn  |>tt(™1:^' 

/Cine  2Uiftraliens  unä  Sfl^fpefdtT^t  l)on  Dr.  2L  Sniber. 


54ii;to  «•!««*>,  •»  iUii  fWMMr  «»Mr.  firm»«  ä 
■(■■iltn  UHre  iPiB:-  iS'UMMft  |.  null 


t  rl^nien*!»  ]Ua:  >iiit  n 


1^^ 


1^ 


-^«^  Verlag  von  B.  G.  Teubner  in  Leipzig.  ^^ 

ihT"*V^<  >rilz  vun  Sarh.vn.    Vun  l\,  lirandnihurL:*.    Iirstfjr 
^y^i/i'!'.!  I^aiul:   Uis  /ur  W'iilonlHM'.LiCM"  Kapitulalion  -■  1547-. 

olitisclic  K<>rrf.*sp()ni.!enz  dos  Herzogs  und  Kirr- 
fürslen  Morit/  von  Sachsen.  Irrster  Band:  lüs 
zum  lüide  dosjahrrs  1543.    I  lerausorev^t^luMi  v«mi 


IV»)!*.   Dr.   Mrirh  BrandtMibiirij. 

I».i  M.'::t/  i:i  «Iit  iltM.t<il.i»ri  itii'l  *'.u'!.Hj»r;!fn  •  iv:-i  i  ii  i::i»  mimt  /lir  ••.n«*  *i';ir  W- 
•;«M:ri"iiJr  Kt'-iii*  .;• 'iiiiMi  li.it.  i!:t  fr  :»iii'h  a'.>  l'i-tHf.i'ii'iiUi'it  il.i<  I  i'im-  -•»•  n.r.j.  U"'.»n.t''*i**trt 
«•r»i-i  •  t.  li.i  i"iiiiit  h  sri'i  l  !!'i.i«S'r  un-l  viiio  ••in/i-.nfn  M.usn''^:«''!-  i:»  -Iit  1-i-.".iit:i!»-i  i  jTii»« 
i.i?i  r  ::•  .-i-ii^i  ;<i!-ii-M*Iii  h  v»'r-»rhji'i|i'ii«'i  \Vi':.s««  '>.•■. :*f:5t  w  nl«  ii  h:  .,!  u  n  i«^  u,  (\,*r  1::  it 
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1! -i."- ..••  \iM'<':.tMi!lu  ii  zu  i's.n 'ii'ii  i:ii>l  liit'  lii*i.«*at..nL'.  s'-im-s  \Vi«rkt*<  !.:r  >  n-t-«.€»a  u:i>l 
Dl- .r.  •  !■' -..iil  zu  Iirxtiinisii'Ti  :-i.i  •'.•■i;ini*  .n-.J  i1u«m*  Wi-s«»  ru  iir-it-ii  ■»uO'cTon  I!7|;i*li!i:>»cn 
1 'i'i    I     l-.tiii  !>i-}i.iii(|t>.i  «lu*  /fst   iii»  ^i^,.,  s'.ri  ^.  winl  d.is  Werk.  a!jsiliiicl»(*ii. 


i'^T 


rs  kiirsäclisischcn  Käthes  Hans  von  d(*r  IManitz 


lW*ri(*lU(*  aus  d(*ni   Kciehsreujiment  in  Nürnber*'- 
?•  1521  -1523.  (uvsaniint^li  Von  iu-nst\Vülcker,  nebst 
rrL^än/<-nd«-n  Aitt-nstiiekcu  bcarbeitf-t  von  Hans  Virck. 

.V«  I.  ••«•  :•!.!   i  .Ml»   li'T  Kl!»":;!.  >  i'  >.   Kmimm  •..•••   «i  ii  r  ( io^  !iir:iti*.v     't  I  ||   -j    f.,«H  <  ]     -j^r.  ^ 

I  '  •■  l!i-.li'il«'  .^  I  ..iiMi  .-.i  .;■  •,  \vu  I-1:i".h'.i-;i  <,»  -s.i  !l  ,i-!n-a  /i-.ti.:v:ni> .  ill»"  .ilV'i  nt'*l«T>Ml 
J'.ii  •.«•!.  •  i.- ".1  %•■  I!  K-i  .'•>.>•  l'-.^  .•• '.  •'•  i  iiL.'.ii:«-».  /;i  lit.:'iiL<'  «1  »;8":s.  >|i'  j;«-\\  il'ii-ii  »i«-?»  K>sU*n 
!■'!.'.    .;    »:  i-  •: ."  1    ;^o   ••  ..:  »•'.••.    k:'.l-i.  ii*     "ul   -  .•:.«!••  I  .iC  «l***  ki-u'lioi    «ml    im    Ju» 

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\.i>i'  .:  ••     .  i  :.■•••  '.■•••  .!■••  \\.-..i  :;  /.i  i!-*i   i»-!..-..i.m".i  !'hw\v:u:i;;  «i-iii  /o  l.i:t!n»r  ai:t,  «U»  liuhi'r 

V w-'.      ,•••  ..  .   ■!*•*    '••  • ..  -.'St   •.%..:.     {iii'n  I    >n  I  ■«;••  \  •:!    riii*«i    •:r>pi:tiii;iu'tu'n  t'ri»i!ie    and 

;  ■.  .  •  I*-  •       •.    !  •  !  -.-.i     I  '•■  f  •      :.••  1:1  «;-t  -LiMi-ili^tMi   I';-    %.i  ilir«»si;l-'u*hi'!i  N>:cht. 

["r."i'>?<3'»*^<'hi*  htr   dc'r   driuschrn   Hanst»   in  di*r   zweiten 
|>.vy'j'''l  H/iliU'  ih'S  i.|.  Jalrr'mnuh'ris.    Von  K.  R.  Dai^nell. 

.  .  •    '.\  .-.  i>  '••    .  .•  I  ■  «•••t'-"!   ^i..    •    .',.'.  • «;  I  i."  «l'-i    l*;i!>iik.i:i"-:ic  if  ii«T  li<i:i>:»i-h^:it  <iv- 

««•'ii".'-.    ;     • .-.iMiMif.i».  :ii|i  i  .1 -.,   .-.i  "t'-  i'.i-r  -ioiiisi  In«:»  IJaiiv  tj;r  «'int'ii  i:ri"f»<T'»n 

/         ....      !•..•.»"•    ••■.*•  •..  -.'  :     '.• it*.:k"':i    i"iii  -«T    >M.^fNf!i   .N:.ul;i«x"i'r!ii:»«li:ri|f   J^r, 

•.  '       ••.:•■•  ••.        •  •.    •■    .•  .    «"■•  I   .'•.t-w   ••.•;.i-:i  .M  n  fi!'Ti    .riii    l>i*r(i>  k-t;«  liti^i    .i'j<  ti    --  wa* 
'1      !•:     .1        I    ''»:•••'•  .1  II    ■..*  ■  i-    \  .-lä.  ISti.:-»   *IiT    ll.i'isc   zu    I..iiiJc«hi*rron   und 

=!;*■>'.».'?•*  li'-n    /iii-   ( M.'.sciiielue   der    Kevolution.szeit   von 

rv''*'^*';  P.-.  .«"    I).-     II     ;    ••\v\     Mi-isi-i^    in    1^<  inii      '*•""'*   ^-     «^  ^' 
i^.-^..*,  ^|:    i'.i.    i>'i.   I  1 .  :\  .1  .\.\.\     lllIihK    IH    J>Oun.    [X\  II  «.  c^-^  S  i 

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■•••••.;..      ;  .;    1    .• .: %.i:..»i.i":lj.  j^l-mi    ".rul    SO  iii.inohe  wü  hliife  «och  uiut- 

!   ••    '      •      •.    1- ii      i»i     \- 1 -i.*!-.«  }.*•   s-Mil  iii.t  i;i'iin);rn  Au^iijahiiicn  unk;«.<!- 

»  •      •i"h;:.."i-i"       I».;   ViTi.i>*s*i   !i,it  AUS  vii'lot»  tau^cmi   Schrift- 

•  •>   .     .  ••":   .  •  » '.ün'     I  »i":i.:^-   ::u;L'i*nlii':t   iimi,    von   roia   militärisclion 
«  ■      ■  •     '••.■••.  I    W I  •i.:..;i'.iJi:f   ij«'»   Krici;(*s.    iiislii'sondtfre  die 

•;•'■•    :■    'i>   •    -ni;  ..•   r.-i '  t-n  Vori^äii)!«' ins  Licht    fsii»IU.    VorrLiicIich 

•  ■•:*•  ^■•-  ".••:'■  .••*•:  .   .•  ilur«  !■  vi:v^*  iciide  Hom  riwungcu  gewürdigt. 


J'ersoiialii'ii.  Darunter  Naciiriif  fiir  Ernst  Diimiuler  iVou  l'iiiv.- 
Prof.  Dr.  ItöilMilwi^,'  in  Kiel]  und  Ifir  Koiira«!  Mniir«r  Von 
l'niv.-Prof.  Dr.  Karl  Lt^hniaiin  ia  Kosloi^k) ü«6 

Titrlhlatt  und  UegUtir  cu  Jahnjniig  V. 

Bibliographie  zur  lUutsehen  (Imthiclilr..     üearbeitet  von  f  uivtr^itiils- 


bibliothckar  Dr.  Uh< 


r  Mafalow  i 


,  bitten  » 


C'at.  XX:  BioürBphien,  Heniulmi,  Städtri^dtchioLlpii. 

C'at.  XXIV:  lleutsche  (jpsehlehle. 

Cat.  XXV:  (ieBchiihle  der  Läuder  Eiiroputi  aiirri«r  KratscbUnd. 

Cat.  XXXII:  All«-  »rnvke  dvti  lü.  und  16.  Jalirhiindertit. 

Hüiielieii.  Oaiienefltr.S').  StWldciitst'lios  Antiquariat. 


^  ^  Jtji  Verlag  von  Gnstar  Fischer  in  Jena.  ^  ^  ^  Jt 


Beiträge  zur  Geschichte  der  Refoniiatioii 
iii  Oestorroich 

Hauptsiiclillch  iiai-li  il(;ii  bisher  uubciiiit/.tßii  Aktciistiicki-ii 
des  [{(f^isiisbLirf^er  Stinitnn-hiva 

D.  Eduard  BöhL 

l'ivis;  1'  .M:irk. 

Eiitwerung  und  Eigentum  im  deutschon 
Falirnisrecht. 

Ein  IJeitröff  xur  (liK-hiiliti-  des  deutselnii  l'rivatretlits  luul  des 


Dr.  jur.  Herbert  Meyer. 

l'rri-:   Kl  .Mark. 


Verlag  von   B.  G.  Teubner  in  Leipzig. 

^g^iiymboKi'  und  Wap[.n'n  das  all''i 
^^-!J  \<jn  Eridi  (Irit/ii'-r.  Dr.  [i!iil. 


..  d.  (:idji<td(T(i.-<rlii<hl.-. 


IXiLilschcn  keiches, 
iL':i]i/iy;('r  Sludlen 
Viir.  [Jand.  :y\Mu 


-^F  Verlag  von  B.  G.  Teubner  in  Leipzig.  '^ 


itlissiädtischi?  1  lau--haluin.L,'-  Nürnbergs  aut" 


■'Öfjl   Orund  ihn's /iistamlcs  von  14^1  bis  1441»  dar- 


lli.-  lu jtt-r<. ifl-  1  >r.1'i><n,i.  .i-  -n  NünilHTj   -"ti  jhit.   ii.r 

At.-l- 

Ki-,. 

...-'.v  Mi:.-*  Inn  ALh-n   un.l   K.-«.-w  l.i<  ui  ..H.-   r.B.-lh. 
■  i.-.,: .  .B  .l.in  l-l^JÜ- 1  ds  .l"r   :!:.T.-n  ■!■■  it..  Ii.  n  S>4di><.-ra:.1t  m 
In- .1-u. iitml.  .(i..  .:il.-it'.i.'.i-  Il^b.li .'.in.a  •Irr  Urü^m'^'B  K-l. I» 

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-.1.  .'orl   '.s-<X  ■^.  .l» 


f.siliichtf  tiiT  Wandalen  von  Dr.  1-,  Sfhniidt. 
^..j.  Biblimhckar  an  der  Könii^l.  ölTcnll.  I'-ibliuthek 
f^'  in  1  )n's<\cn.     .'v  .  .,.,  s;  .r  -.  «.h. .. ..: ,. .^ 


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i-ii  t  «:-:  ....  .1,  .-ir..!'.--..  >i-  l'iHwb-klufli;  Uh.-rb<'jM  lh-<'int];.f.i  •-.,i  i  .-na 
'..'.-.-  VV.i  \'..  1  ■:  -  \.^ ■.:■.. ^/j-u-it  -üi  .Iti  w- ii.i.-rtHi^ii  lii-'').'o,  dl.-  ' 
.  -  li.lr-,-.  I.  ,'o;.-j  -li^-^  M.'Mli,  Vi  Ik.J-atuiK  •.rnini:.-a  hjt.  i.i. 
:..-.   :  .'-i-'<  I..-..!.  .   ..-[   n--ii:i.- I  "lui:«.  !.i  Iiruiiil.-ri  Ji- tn-»:»  V  DrK.uii 


J"  ^;;'!ll;^I■•^    .M.irLii    Li.iliirr.       \'i>n   Georj,'    P.iichwald. 


-a  ..'■■  ..:iv  Üjti-  fiir  -Ut  >lvi.lii:i.^  Vilk 
ij;  »■>>■« vliaiüicI'Tr  (IiundU^c  n-iunii 

■J-11  Kivl->4ii  IM'äini.itar,  *.-ini.ii  L"*win- 
IKr  .4BA-IB-II  Abt.rlmltT.1  (UV  idittw 

ir  ••Iw  Aulg^lv  iin(R.|ft  —  Wir  I.jilitT 
l.i.Llu-n  ADt«^  jB  rli-r  vciti*i\-ii  Knt 

..-b-i..!  iKiPi  bll.Wn  j»  p'-n  iilV'wiil»*'»« 

iH-h   i.B'l  lihnul..n«rli  |»:iita]t>-trr  l<;i-ti^